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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspieltheorien => Thema gestartet von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 12:21

Titel: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 12:21
Zwei Sachen verstehe ich oft nicht:

1. Weshalb neue Editionen so amateurhaft eingeführt werden.
2. Weshalb sich die Leute wundern, dass schlecht eingeführte Editionen in Bausch und Bogen floppen.

Dabei wäre es nach meiner Überzeugung gar nicht so schwer, das zu ändern. Schließlich sehe ich bei der Einführung einer neuen Edition große Parallelen zum Veränderungsmanagement in einer Firma. Und da gibt es mit den 8 Stufen von John Kotter ein wunderbar funktionierendes Kochrezept. Eine gut lesbare Zusammenfassung findet sich hier (http://www.perspektive-mittelstand.de/Change-Management-die-8-Stufen-des-Change-Management-Teil-II/management-wissen/460.html). Wer während der Lektüre beispielsweise an DSA5 denkt, wird bestimmt diverse Überschneidungen erkennen. Und für den ersten Punkt, "A Sense of Urgency", hat John Kotter kürzlich sogar eigens ein Buch (http://www.amazon.de/Sense-Urgency-John-P-Kotter/dp/1422179710) rausgebracht. Also, die Herren Plötz und Götz: schleunigst lesen, bevor es zu spät ist!

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Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 12:28
Kenn ich ned, klnigt aber wie transformationale Führung. Die find ich gut.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 12:30
Kenn ich ned, klnigt aber wie transformationale Führung. Die find ich gut.
Jo, stimmt. Der Ansatz wurde von der charismatischen Führung beeinflusst.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 12:38
Warum sollen sich die DSAler die Mühe machen? Für die Kosten des Buches können die sich ja auch nen neuen Mitarbeiter leisten. Und gekauft wird ja bekanntlich eh alles.  ;)

Nee, ernsthaft, ich hab keine Ahunng wie Editionen bisher eingeführt wurden. Vielleicht könnte mal jemand die stärksten Kritikpunkte nennen?

Ich stelle mir das ja so vor: Der Chris sitzt im Büro und sagt:"Hmm, als eigentlich könnten wir ja mal ne neue Edition rausbringen, so jetzt mal als Idee." Und die anderen zwei sagen, "Joa, warum eigentlich ned, wär mal ganz lustig. Wir sagens gleich mal den anderen beiden Mitarbeitern."  ;)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 12:47
Nee, ernsthaft, ich hab keine Ahunng wie Editionen bisher eingeführt wurden.
Ich auch nicht. Aber mein Eindruck ist, dass die Einführung vollkommen unsystematisch geschieht. Beispiel nWoD: Ich fand Vampire damals tierisch cool und habe alle News zu Gehenna und zum Launch der nWoD gelesen. Nirgends wurde aber meines Wissens vorbereitet, dass es sich bei der nWoD um nichts anderes als einen Relaunch, also die Einführung einer neuen Edition handeln würde. Zumindest ist das komplett an mir vorbeigegangen. Als dann die nWoD erschien, war die Emörung und Entrüstung gewaltig, denn die vorherige Kommunikation lief komplett an der Realität vorbei. Zumindest habe ich das so empfunden.

Hätten die Kotter gelesen und umgesetzt, wär der Umsatz nach meiner Überzeugung nicht so eingebrochen. Und irgendwann steht ja de facto auch mal DSA5 an. Da würde ich mir halt wünschen, dass die Einführung systematischer passiert.

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Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Belchion am 4.08.2010 | 12:48
1. Weshalb neue Editionen so amateurhaft eingeführt werden.
Weil die meisten Rollenspielverleger Amateure sind.

2. Weshalb sich die Leute wundern, dass schlecht eingeführte Editionen in Bausch und Bogen floppen.
Weil sie selbst vom Projekt begeistert sind. Sie sind so im Enthusiasmus des Projekts gefangen, dass sie eventuelle Schwachstellen und Probleme nicht mehr erkennen können.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 12:49
Weil die meisten Rollenspielverleger Amateure sind.

Richtig. Es fehlen auch die Ressourcen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 12:51
Zwei Sachen verstehe ich oft nicht:

1. Weshalb neue Editionen so amateurhaft eingeführt werden.
2. Weshalb sich die Leute wundern, dass schlecht eingeführte Editionen in Bausch und Bogen floppen.

Ich verstehe es auch nicht, vermute aber folgendes:
1. Kein Marketing bzw. (scheinbar) fehlende Notwendigkeit - Der RPG-Markt sei ja vorgeblich zu klein, um da zu klotzen. Mehr als ein bisschen Forengeschreibsel oder kleinere Texte in den üblichen Organen zu platzieren braucht man ja nicht.
2. Es SIND Amateure - Nur weil einige Leute damit ihr Geld verdienen, haben sie halt trotzdem keine Ahnung vom Geschäft (kommt mir jedenfalls häufiger so vor). Das beißt sich übrigens auch mit einem der Punkte auf deiner 8-Stufen-Liste: Die, die eine Vision haben, können höchstwahrscheinlich nicht wirtschaften, die, die wirtschaften können, haben keine Vision.  :-\ Bzw. würde hier jetzt wieder der Unkenruf kommen müssen: "Hätten sie nicht bereits eine Vision (nämlich, ein "unwirtschaftliches" Rollenspiel herauszubringen), würden sie sich mit Grausen vom RPG-Markt abwenden, da dort eh nichts zu holen ist".
3. auch "gut eingeführte" Editionen scheinen floppen zu können - Man kann den Wizards ja vorwerfen, was man will, aber bisher haben sie ihre jeweils neue D&D-Edition immer gut zu bewerben gewusst. Interessanterweise kann man aber bei der 4er nicht erkennen, ob es (in ausreichendem Maße) klappt (und die Wizards werden einen Teufel tun und dazu was konkretes verlautbaren lassen, vermute ich).

EDIT: Belchion und Samael waren schneller.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 12:56
Ja, Carthinius, das könnte so sein.

1. Der weitgehende Verzicht auf Marketing erscheint mir unsinnig. Für personalintensive und kostenarme Aktivitäten gäbe es doch eigentlich genug Ressourcen. Aber da kenne ich mich letztendlich nicht gut genug aus, um mir ein Urteil zu erlauben.
2. Guter Punkt. Aber ich halte insbesondere die Geschäftsführung von Ulisses ja für clever. Da sind nach meinem Eindruck kompetente Enthusiasten am Werk. Eigentlich ein Glücksfall.
3. Das Fass habe ich extra nicht aufgemacht. Aber mein Eindruck ist, dass 4E in den Staaten durchaus ein kommerzieller Erfolg ist. Mehr gerne in einem anderen Thread.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 4.08.2010 | 13:04
ein wunderbar funktionierendes Kochrezept.

Da muss man doch gar nicht so weit außerhalb des Rollenspielfeldes suchen.

Adkison und Dancey haben doch vorgemacht, wie es geht. Wizards of the Coast hat mit der Markteinführung von D&D3 wirklich alles richtig gemacht, ja geradezu die Blaupause eines Relaunches vorgelegt.
(Um so unverständlicher, dass der gleiche Laden bei 4e so jämmerlich versagte.)

Und Paizo war mit Pathfinder auch nicht schlecht.

Weil sie selbst vom Projekt begeistert sind. Sie sind so im Enthusiasmus des Projekts gefangen, dass sie eventuelle Schwachstellen und Probleme nicht mehr erkennen können.

Und ich fürchte, dass genau das Gegenteil der Fall ist - dass es sich nämlich nur noch um Auftragsarbeiten ohne Visionen und Enthusiasmus handelt. Wer sein Produkt liebt und lebt, der kommuniziert auch anders.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 4.08.2010 | 13:08
@Marketing: Ist das denn wirklich so wenig?

Nehmen wir als ein Beispiel Cthulhu. Riesiges Supportteam, Gratisregelwerk, viel Internetkram, Aufkleber, Postkarten, Newsletter, Forum, Werbung in anderen Produkten der Firma - was will man denn noch???
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:12
Da muss man doch gar nicht so weit außerhalb des Rollenspielfeldes suchen.

Adkison und Dancey haben doch vorgemacht, wie es geht. Wizards of the Coast hat mit der Markteinführung von D&D3 wirklich alles richtig gemacht, ja geradezu die Blaupause eines Relaunches vorgelegt.
(Um so unverständlicher, dass der gleiche Laden bei 4e so jämmerlich versagte.)

Und Paizo war mit Pathfinder auch nicht schlecht.
Das stimmt, gerade die Markteinführung von D&D3 verläuft ziemlich genau entlang der Linien von Kotter. Auch wenn ich die Qualität der Führungskoalition (Punkt 2) nicht beurteilen kann: die Dringlichkeit, Vision, Strategie und Kommunikation waren bei der Einführung tatsächlich phantastisch. Danke für den Hinweis!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 13:17
Wer sein Produkt liebt und lebt, der kommuniziert auch anders.
Vor allem produziert er anders - das Totmelken der Linie und Beschäftigen mit Nebenkriegsschauplätzen bzw. Details, die eigentlich viel zu frikkelig sind, sind kein gutes Zeichen.

2. Guter Punkt. Aber ich halte insbesondere die Geschäftsführung von Ulisses ja für clever. Da sind nach meinem Eindruck kompetente Enthusiasten am Werk. Eigentlich ein Glücksfall.
Clever sind sie in der Tat in einigen Fällen. Allein das "Fanware"-Label ist eine brillante Idee, für so gut wie keinen eigenen Einsatz (gut, neben dem finanziellen Risiko, aber das ist vermutlich ein Bruchteil dessen, was sonst in Entwicklung und Gestaltung fließen müsste) ein fertiges Produkt auf den Markt werfen zu können und dafür auch noch die Wertung "die tun was!" zu bekommen.
Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde es großartig, als Fan so auf die Vermarktungswege eines "big players" Zugriff und eine potentielle Marktdurchdringung zu haben, die ich mit einer kleinen Eigeninitiative niemals ansatzweise bekommen würde. Aber man kann es eben auch negativ auslegen (insbesondere, weil Mario Truant betonte, dass ihnen fertige Sachen am liebsten sind, in die sie keine Arbeit mehr stecken müssen). Das heißt, all die nervigen Sachen wie Lizenzgespräche, Übersetzung, Koordination, Layout und Korrektorat liegen im Idealfall nicht bei ihnen und kosten daher auch keine Ressourcen.

3. Das Fass habe ich extra nicht aufgemacht. Aber mein Eindruck ist, dass 4E in den Staaten durchaus ein kommerzieller Erfolg ist. Mehr gerne in einem anderen Thread.
Kann ich verstehen, ich teile diese negative Sicht auf den Erfolg der 4E auch nicht. Muss daher hier nicht diskutiert werden.
Ist aber ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich offenbar Wahrnehmung des Scheiterns und tatsächlicher (Miss-)Erfolg beieinander liegen im Zeitalter des Internets. Bei der nWoD kann man aber vermutlich wirklich sagen, dass in D der Misserfolg von den Fans der oWoD herbeigeredet wurde, international scheint sie ja hingegen durchaus zu laufen.
Kommt also offenbar hinzu, dass hierzulande nicht nur die Hersteller konservativ sind (und deswegen die Möglichkeiten des erfolgreichen Pushens der eigenen Produkte nicht nutzen), sondern auch die Kunden, die man üblicherweise anspricht.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 13:19
Nehmen wir als ein Beispiel Cthulhu. Riesiges Supportteam, Gratisregelwerk, viel Internetkram, Aufkleber, Postkarten, Newsletter, Forum, Werbung in anderen Produkten der Firma - was will man denn noch???
Das ist "Fischen im eigenen Teich". Marketing soll neue Teiche erschließen. Wo bleibt der Versuch, Werbung im Mysterybereich zu machen? Anzeigen in thematisch passenden Publikationen, die NICHT von Pegasus sind? Kooperationen mit den Verlagen, die Lovecraft oder ähnliches auflegen? Mit den Hörspiellabels, die die Geschichten verwursten? Der Versuch, im normalen Zeitschriftenhandel mit Publikationen zu landen?
Sowas muss man machen, damit das nicht Inzucht ist. Und das macht keiner. Weil es sich angeblich nicht lohnt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:22
Ja. Im Prinzip läuft es wohl auf Defizite in den Bereichen Strategie, Kommunikation und Marketing hinaus.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 13:23
2. Weshalb sich die Leute wundern, dass schlecht eingeführte Editionen in Bausch und Bogen floppen.
Ah, noch was: Bei vielen Spielen steht auch nicht die Einsteigerfreundlichkeit im Vordergrund, sondern "den alten Hasen was Neues bieten". Vermutlich auch deswegen der Aufschrei bei 4E, dass es zu sehr mit alten Gewohnheiten bricht, bei der nWoD, weil sie (bei Spielern!) Liebgewonnenes rausgeschmissen haben, um einen Neuanfang zu wagen.
DSA4 z.B. KANN überhaupt nicht von Neulingen allein erschlossen werden (und bedauerlicherweise ist das vermutlich auch gar nicht das Ziel bzw. im Gestaltungsprozess angedacht gewesen).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:25
Jo, das kann ich für Shadowrun 4 bestätigen. Wir haben gerade in unserer Stammrunde eine neue Kampagne gestartet. Nach rund 10 Jahren Pause sind wir direkt von Version 2 auf 4 umgestiegen. Meine Fresse, was war das für ein gewaltiger Aufwand. Im Ergebnis mussten wir dann eh wieder die Hälfte hausregeln, weil viele der dämlichen Probleme der Vorgängeredition noch immer nicht gelöst wurden.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 13:29
Nirgends wurde aber meines Wissens vorbereitet, dass es sich bei der nWoD um nichts anderes als einen Relaunch, also die Einführung einer neuen Edition handeln würde.
Die nWoD war auch kein Relaunch, wie die dritte Edition des Vampire Regelwerk der oWoD seinerzeit, sondern der Versuch einer gaenzliche Neukonzeption von allem bis dahin dagewesenem.

Stufe 1: Gefühl der Dringlichkeit erzeugen
-> Gehenna, Check.
-> Seit etwa '99 (Wraith) einstampfen der Produktlinien, Check
-> Komplett Abschuss des alten System, Check

Stufe 2: Eine Führungskoalition aufbauen
-> Mit Figuren wie Justin Achill der Renomee besitzt, Check

Stufe 3: Vision und Strategien entwickeln
-> Storytelling neuer & besser, Check

Stufe 4: Die Vision des Wandels kommunizieren
-> Storytelling neuer & besser, Check -> Ausbaufaehig

Stufe 5: Empowerment auf breiter Basis
-> Freie Autoren, Check
Zudem kann man nicht sagen das sie Veroeffentlichungs faul gewesen waeren oder zu wenig Personal haetten.

Stufe 6: Generierung von Short-Term-Wins
-> Hauseigene Conventions, Check

Stufe 7: Erfolge konsolidieren und weitere Veränderungen ableiten
-> Mirrors, Check

Stufe 8: Neue Ansätze in der Kultur verankern
-> Vorhanden, Epic Kommunikations Fail

Heisst rein nach der Liste muesste die nWoD ein grosser Erfolg sein...
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:34
Da sind viele Missverständnisse drin. Am Beispiel von Stufe 1:
Stufe 1: Gefühl der Dringlichkeit erzeugen
-> Gehenna, Check.
-> Seit etwa '99 (Wraith) einstampfen der Produktlinien, Check
-> Komplett Abschuss des alten System, Check
Genau. Damit wurde die oWoD abgeschlossen. Schluß, aus, vorbei. Und warum benötigt man nun nWoD? Darum geht es beim Gefühl von Dringlichkeit. Die Leute sollen ja nicht nur in der oWoD ein Gefühl von Dringlichkeit entwickeln, sondern auch schon heiß gemacht werden auf den Nachfolger! Aber sowas wie "Okay Leute, wir machen nun das gleiche wie vorher, nur ein bisschen anders, schneller und besser." lockt doch echt niemanden hinterm Ofen hervor. Vergleich das mal mit der Open Gaming License oder dem D20-Konzept von D&D3. DAMIT verbinden sich gelungene Visionen und Strategien!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 4.08.2010 | 13:35
Eine Anmerkung von mir:
Mich nervt es maßlos, wenn Systeme oder Editionen sehr vielversprechend beginnen, dann aber irgendwann einknicken.
Paradebeispiel SW in deutsch von PG.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 13:35
Also bei mir ist da statt "Storytelling neuer und besser" nur "Wir machen jetzt was ganz neues, ist nicht kompatibel zu den 100.000 anderen Regelwerken, die du schon hast, und warum? Weil wir´s können!" angekommen. Zumal die nWoD keinen wirklich ganz anderen Ansatzpunkt als die oWoD hat.

Komischerweise kam mir der Wechsel zu D&D3.0 nie so "aufoktroyiert" vor.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:36
Also bei mir ist da statt "Storytelling neuer und besser" nur "Wir machen jetzt was ganz neues, ist nicht kompatibel zu den 100.000 anderen Regelwerken, die du schon hast, und warum? Weil wir´s können!" angekommen. Zumal die nWoD keinen wirklich ganz anderen Ansatzpunkt als die oWoD hat.

Komischerweise kam mir der Wechsel zu D&D3.0 nie so "aufoktroyiert" vor.
Exakt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Jestocost am 4.08.2010 | 13:38
Es lohnt sich aber wirklich nicht. Rollenspiel ist ein Nischenmarkt - das heißt, ich muss mich möglichst direkt an die Zielgruppe Rollenspieler wenden, um ein möglichst geringes Maß an Streuung zu bekommen.

Und wo schalte ich Werbung für Rollenspieler. In den Rollenspielmagazinen. Die es nicht gibt bzw. die eine ziemlich geringe Auflage haben und eine sehr geringe Marktpenetrierung.

Online? Also auf Tanelorn und bei den Blutschwertern. Denn ansonsten gibt es keine deutschen Rollenspielseiten, die nennenswerte Besuchszahlen haben. Und selbst da erreiche ich geschätzt nur etwa 10% meiner Zielgruppe.

Also: Am Point of Sale. Also beim Rollenspielhändler unseres Vertrauens. Bei dem die Rollenspieler nicht mehr so oft einkaufen, weil's online so viel günstiger ist.

Bei dein Online-Händlern? Da erreiche ich zwar meine Käufer, aber halt eben keine neuen Kunden - ich kann nur versuchen, einen größeren Teil ihres Budgets für mich zu beanspruchen...

Und zur Eünführung neuer Editionen: Ich glaube nicht mal, das die Verlage groß etwas falsch gemacht haben. D&D 4 läuft international gut, ist halt schade, dass es das nicht auf deutsch gibt.

Und der Tod der NWoD (in Deutschland - und nur da!!! Es kommen ja immer noch neue Bücher raus) rührt vielleicht daher, dass die deutschen Vampirespieler sehr stark auf die Autoren/Metaplotlinie abgefahren sind - und dann einfach nicht den Mehrwert gesehen hat, den die neue Edition hat. Da wäre vielleicht ein lokaler Ansatz gar nicht so schlecht gewesen (bsw. dass Feder und Schwert ihre eigene Deutschlandlinie mit starkem Metaplot hätte schreiben dürfen - so ähnlich wie Shadowrum mit "Deutschland in den Schatten")...

Die Frage ist einfach: Wie erreiche ich die Spietische in Deutschland? Erst wenn wir diese Frage beantworten können, können wir ne Lösung finden...  
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 13:40
Und warum benötigt man nun nWoD?
Weil damit ein System fuer das spielen von Vampiren und anderen Urban Mythologischen Gesocks fehlt. Schliesslich wurde ja auch gesagt das man gerade nicht das gleiche machen will. Sondern das ganze mit ein paar Grundpraemissen [Vampire halt] neu [keine Clans, kein fetter Metaplot].
Was dann die Leute angekekste weil sie etwa so flexibel sind wie ein vampirischer Methusalem.

Also bei mir ist da statt "Storytelling neuer und besser" nur "Wir machen jetzt was ganz neues, ist nicht kompatibel zu den 100.000 anderen Regelwerken, die du schon hast, und warum? Weil wir´s können!" angekommen. Zumal die nWoD keinen wirklich ganz anderen Ansatzpunkt als die oWoD hat.
Ich glaube das man bis zu dem Zeitpunkt als man die ersten Clansnamen bei V:tR wieder fand tatsaechlich glaubte das sie Storyteller Vamps neuer und besser machen wollen..
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:43
Ich habe den Eindruck, dass hier gerade die Strategie durcheinander geht mit dem Marketing. Ersteres kann ich beurteilen, letzteres nicht. Aber Senior Jestocost liegt vermutlich ohnehin nicht ganz falsch, wenn er P&P-Rollenspiele für einen kommerziell toten Markt hält. Jedenfalls sagen das alle unabhängigen Beobachter, die ich zum dem Thema befrage und für kompetent halte.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: alexandro am 4.08.2010 | 13:48
Aber sowas wie "Okay Leute, wir machen nun das gleiche wie vorher, nur ein bisschen anders, schneller und besser." lockt doch echt niemanden hinterm Ofen hervor.
Das ist doch genau das Gleiche, was Wizards mit 3E/4E etcE. gemacht haben.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 13:48
In Deutschland konnte man nur Mitte der 80er wirklich Kohle verdienen mit P&P. Jetzt gibt es einen zersplitterten Nischenmarkt mit wenigen 10.000 aktiven Kunden der von mehreren Kleinstverlagen umkämpft wird. Wer sich da reinwirft ist entweder Idealist, naiv, oder macht das als Hobby.

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 13:50
Aber sowas wie "Okay Leute, wir machen nun das gleiche wie vorher, nur ein bisschen anders, schneller und besser." lockt doch echt niemanden hinterm Ofen hervor.
Also bei Pokemon, Digimon und TCGs funktioniert es.
Nun und die machen es ja nicht mal ein bisschen anders sondern setzen nur auf den "Hoeher, Weiter, Mehr" Effekt
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:55
Das ist doch genau das Gleiche, was Wizards mit 3E/4E etcE. gemacht haben.
Nein.

Also bei Pokemon, Digimon und TCGs funktioniert es.
Nun und die machen es ja nicht mal ein bisschen anders sondern setzen nur auf den "Hoeher, Weiter, Mehr" Effekt.
Ja aber da gibt es doch einen solchen Effekt auch tatsächlich. Gehenna hat sich doch auch verkauft wie warme Semmeln. Das war schließlich höher, schneller, weiter. Kampf gegen die Vorsintflutlichen! Weltuntergang! Yeah! Aber die nWoD ist doch weder ein "höher" noch ein "mehr", sondern nur eine kosmetische Veränderung, die gegenüber dem Vorherigen 37 Schritte zurückgetaktet neu anfängt.

In Deutschland konnte man nur Mitte der 80er wirklich Kohle verdienen mit P&P. Jetzt gibt es einen zersplitterten Nischenmarkt mit wenigen 10.000 aktiven Kunden der von mehreren Kleinstverlagen umkämpft wird. Wer sich da reinwirft ist entweder Idealist, naiv, oder macht das als Hobby.
Das mag durchaus sein. Aber das bedeutet im Umkehrschluss ja nicht, dass kein Geld zu verdienen wäre.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 13:57
Also bei Pokemon, Digimon und TCGs funktioniert es.
Nun und die machen es ja nicht mal ein bisschen anders sondern setzen nur auf den "Hoeher, Weiter, Mehr" Effekt

Kein Vergleich, da wächst alle 5 Jahre eine neue Generation von Käufern heran. Die Rollenspielgemeinde kriegt aber nur sehr vereinzelt Nachwuchs. Der Altersschnitt hier im Board ist sicher nahe der 30.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 4.08.2010 | 13:57
Häufig bleiben die Leute bei einer neuen Edition auch eher weg weil zu viel verändert wurde, nicht weil sich zu wenig verändert hat. Änderungen an einem erfolgreichen Produkt sind immer ein Risiko. Ob man wirklich was zum besseren verändert muss man vorher wissen, und das wissen die meisten eben nicht.
Im Rollenspielbereich sind die Verantwortlichen außerdem meist selbst Hobbyisten, denen es häufig mehr darum geht ein Produkt zu machen was ihnen selbst gefällt, oder noch viel schlimmer, eines von dem sie glauben das Leute es haben wollen. Was Leute wirklich wollen weiß da meist keiner.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 13:58
@ Boomslang: Ja, das ist die Übersetzung von fehlender Strategie, Vision und Kommunikation.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 14:04
Schlagt mich ruhig, aber ist es nicht irgendwie so, das mna nur noch bedingt neue Editionen braucht? Ich mein, ganz ehrlich, ich hatte noch nie das Gefühl "Mann, wenn nur das und das rauskäme, dann könnt ich endlich...!"

Es gibt so viele Rollenspiele, durch die ich mich durchwühlen kann, es ist praktisch jede Nische abgedeckt, und es gibt jede Menge brauchbare Universalsysteme.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 4.08.2010 | 14:06
Ja, das ist die Übersetzung von fehlender Strategie, Vision und Kommunikation.
Nun fehlende Strategie und Vision ist das meist nicht, nur einfach die falsche um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.  ;)

Mit "floppen" meintest du ja auch sicher den wirtschaftlichen Erfolg. Es kann ja durchaus eine gute Vision für ein gutes Spiel geben, das aber gar nicht wirtschaftlich erfolgreich sein kann, oder es unter den gewählten Vermarktungswegen nicht ist.

@ Erik
Genau, neue Editionen braucht "man" nicht bzw. weniger als es gibt. Die Rollenspiel"industrie" braucht die aber um zu überleben.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 14:09
Die sollen halt was für die 30-jährige Zielgruppe rausbringen. Bsp. nen Babysitter Service für Spielrundenzeiten, oder sowas.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 14:10
Die sollen halt was für die 30-jährige Zielgruppe rausbringen. Bsp. nen Babysitter Service für Spielrundenzeiten, oder sowas.

Er redet wirr.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 14:10
Genau, neue Editionen braucht "man" nicht bzw. weniger als es gibt. Die Rollenspiel"industrie" braucht die aber um zu überleben.

Wozu hinzuzufügen wäre, dass die Rollenspielindustrie ganz konkret neue Editionen braucht, die sowohl die alten Käufer bei der Stange halten, als auch neue (junge) Käufer erschließen. Und genau letzteres wird bei der Einführung neuer Editionen fast immer falsch gemacht (und wenn ich wüsste, wie mans richtig macht, würde ich mein Geld mit RPG verdienen  ;))
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 14:13
Gehenna hat sich doch auch verkauft wie warme Semmeln.
Eigentlich verkaufte doch WW zu dieser Zeit alles metaplotige wie warme Semmeln?

Nun und die nWoD verhaelt sich imho zur oWoD wie Digimon zu Pokemon.
Konzeptionell das pi-mal-daumen gleiche, spricht die selbe Kundschaft an und motiviert jene die schon Pokemon moegen noch was neues mit Monstern zu horten.

Plus im Gegensatz zu D&D war die nWoD kein oWoD 4 oder oWoD 3.5 sondern halt ein nWoD.
Also n wie new, hat nichts mehr mit der o wie old zu tun, wenn ihr die oWoD liebt, hoert auf und spielt nu was neues.

Kein Vergleich, da wächst alle 5 Jahre eine neue Generation von Käufern heran. Die Rollenspielgemeinde kriegt aber nur sehr vereinzelt Nachwuchs. Der Altersschnitt hier im Board ist sicher nahe der 30.
Es gibt auch Leute die bleiben bei Pokemon, nehmen sich dann Digimon dazu und fangen an etwas juengere dahin zu bekehren und auch bei einem Durchschnittsalter von 30 altern neue Personen in die Zielgruppe rein / nach.
Angesichts der Alterspyramide theorethisch sogar mehr als bei Pokemon ^^;
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 14:17

Es gibt auch Leute die bleiben bei Pokemon, nehmen sich dann Digimon dazu und fangen an etwas juengere dahin zu bekehren

Korrigiere mich, aber ich dachte Die XYmon Geschichte wäre in der Altersklasse 6-12 aktuell und danach peinlich.

Zitat
auch bei einem Durchschnittsalter von 30 altern neue Personen in die Zielgruppe rein / nach.

Aber wieviele denn noch? Zur Zeit sicher weniger als in der älteren Generation aus diversen Gründen (Familie, Beruf, spießig geworden) wegfallen. P&P in D. lebt immer noch von der Generation die ca. 1985-1995 mit DSA, Shadowrun oder Vampire eingestiegen ist. Und die Leute sind heute eben 25-40 Jahre alt.

In der Schule meines Bruders (er kommt jetzt in die 13. Klasse) gibt es keine einzige P&P Runde mehr. Anfang der 90er hatte es in meiner Schule in jeder Klasse eine.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 14:21
Korrigiere mich, aber ich dachte Die XYmon Geschichte wäre in der Altersklasse 6-12 aktuell und danach peinlich.
Dachte ich auch, dennoch sehe ich auf Anime Conventions zunehmend viele aelter werdende z.B. Naruto Fans.

Zitat
Aber wieviele denn? Zur Zeit sicher weniger als in der älteren Generation aus diversen Gründen (Familie, Beruf, spießig geworden) wegfallen. P&P in D. lebt immer noch von der Generation die ca. 1985-1995 mit DSA, Shadowrun oder Vampire eingestiegen ist. Und die Leute sind heute eben 25-40 Jahre alt.
Von der These ausgegangen gibt es heute noch eine Generation von 15-30 die gerne P&P RPGs haette, gerade zu solchen Themen wie Vampiren, nur von der Existenz solcher RPGs nichts erfaehrt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Jestocost am 4.08.2010 | 14:24
Meine Theorie ist, dass nicht das Hobby Rollenspiel ein Problem hat, sondern die "Industrie": Das Geschäftsmodell von Rollenspielen ist auf dem Stand der späten 80er Jahre und eher schlecht geeignet für den Nischenmarkt.

Teure, aufwändig produzierte Grundbücher, die sich an Sammler richten - oder bei Neuauflangen an die treue Fangemeinde.

Diese Editionssache ist ein Ergebnis des falschen Geschäftsmodells: D&D 4 ist schlauer, da es über ein Abonnementprogramm läuft und regelmäßig Patches herausbringt.

Und Reign funktioniert da über das Ransommodell auch hervorragend: Ich bezahle für die Entwicklung, aber bekomme trotzdem alles kostenlos als Update-Download - und kann mir zusätzlich die aktualisierte Druckversion kaufen...

Erst das Businessproblem lösen, dann die Kommunikation...
Und immer muss der Spielleiter/Sammlerrollenspieler sich alles kaufen. Und in den meisten Fällen kann ein Spieler nicht mal Geld für sein Rollenspiel ausgeben, selbst wenn er es wollte: Weil's nix gibt, was er sich kaufen kann. White Wolf hatte die Splatbooks, T-Shirts, D&D hatte Miniaturen (aber: der Characterbuilder sagt mir auch nicht, welche Miniatur am Besten zu meinem Charakter passt...) - aber außer Würfeln gibt's praktisch nix, was die Spieler sich kaufen können...



Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 14:24
Teylen,
an die These, dass RPGs einfach nur zu schlechtes Marketing hat gaube ich nicht. The times, they are a-changing.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: 6 am 4.08.2010 | 14:32
Nun und die nWoD verhaelt sich imho zur oWoD wie Digimon zu Pokemon.
Konzeptionell das pi-mal-daumen gleiche, spricht die selbe Kundschaft an und motiviert jene die schon Pokemon moegen noch was neues mit Monstern zu horten.
Eines der wichtigsten Motivatoren der oWoD zumindest in Deutschland war der Metaplot, ähnlich wie bei DSA. Die nWoD hat diesen Metaplot komplett zerstört und bei Null angefangen. Damit hatte WW zumindest in Deutschland sich die meisten Kunden vergrätzt. Ich gehe davon aus, dass DSA auch untergehen würde, wenn sie die Aventurien komplett neu aufbauen würden.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 14:36
Das sind nun wiederholt echt gute Vorschläge, Mr. Jestocost. Wieso kommen die da nicht selbst drauf?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 14:39
Weil die keine Abteilung haben, die sich ausschließlich mit Marketing beschäftigt?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 14:39
Wuerden sie kein schlechtes Marketing haben wuerde man beobachten koennen das Leute von sich aus weniger oder kein RPG spielen. Das ist aber nicht der Fall wenn man sich die Fan Foren zu diversen populaer kulturellen Phaenomen bzw. Serien ansieht.

Insofern denke ich das die schlechten Absatzahlen sowie geringer Kaeuferbasis deswegen vorhanden sind weil neue Kundenkreise nicht erschlossen oder schlicht ignoriert werden, das heisst es nicht im hinreichenden masse zu Cross-Marketing kommt.

Das heisst gerade der Erfolg der alten World of Darkness leitet sich, meiner Meinung nach, daraus ab das man es schaffte die alte World of Darkness in der Jugend Szene zu etablieren die zuvor bereits mit der Thematik von Vampiren ueber die Buecher von Anne Rice oder Poppy Z. Brite in Kontakt gekommen zu waren.

Dem Gegenueber hat man mit der neuen World of Darkness noch keinen effektiven Kontakt zu der Jugend Szene hergestellt die aktuell Tanz der Vampire, Twilight, Vampire Diaries, True Blood und anverwandte Vampire Werke verschlingt als wuerde es keine anderen Werke gebe.

Das heisst (sehr) erfahrene Rollenspieler und Fans koennen sich ohne weiteres die nWoD auf die gewuenschte Serie biegen, enthusiastische Fans aber unerfahrene Rollenspieler werden jedoch Probleme haben von den beiden benoetigten Regelwerken die Verbindung zu ihrer Serie herzustellen; geschweige denn die noetige Setting Conversion anzufertigen. Statt dessen tummeln sie sich in Rudeln in Foren, Maillinglisten und spielen Free-Form RPG Runden.

Insofern waere m.E. die naheliegende Loesung sich an ein erfolgreiches Franchise / Jugendkultur ran zu haengen.
Das es funktioniert ist m.E. anhand des Erfolgs des Expanded Universe von Star Wars bis hin zu den Vermarktungsstrategien japanischer Anime Serien bewiesen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 14:42
Weil die keine Abteilung haben, die sich ausschließlich mit Marketing beschäftigt?
Mag sein. Ich habe aber andererseits auch nicht den Eindruck, dass Madame Jestocost sich ausschließlich mit Marketing von Rollenspielen beschäftigt ;D
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Vash the stampede am 4.08.2010 | 14:43
Tun sie doch. Zumindest ein bisschen. Warhammer 3 geht schon in die Richtung. Das Problem ist ja auch, das SL die Hand über das halten, was Spieler erkaufen bzw. sich aneignen. Ein Spiel, bei dem jeder Spieler sich selbst versorgen könnte, wenn nicht sogar müsste, ist halt schwerer zu kontrollieren. Würde aber die Spieler zu Käufern machen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 14:47
Das Problem ist ja auch, das SL die Hand über das halten, was Spieler erkaufen bzw. sich aneignen.
Ob der Kaeufer SL oder Spieler wird, ggf. beides, entscheidet sich nachdem Kauf.
Insofern kann der SL erstmal nicht die Hand darueber halten.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 14:50
Eines der wichtigsten Motivatoren der oWoD zumindest in Deutschland war der Metaplot, ähnlich wie bei DSA. Die nWoD hat diesen Metaplot komplett zerstört und bei Null angefangen. Damit hatte WW zumindest in Deutschland sich die meisten Kunden vergrätzt. Ich gehe davon aus, dass DSA auch untergehen würde, wenn sie die Aventurien komplett neu aufbauen würden.


Dazu: in Deutschland ist halt diese Metaplot-Spiel-Vorliebe extrem ausgeprägt, die auch oft mit einem äußerst erzähllastigen, actionarmen Spielstil einhergeht. Für actionarme Spielstile verwendet aber kaum jemand Regeln (und zumindest oWoD haben viele Gruppen wohl sogar an den schlechten Regeln vorbeigespielt, indem sie alles durch Handwedeln "geregelt" haben.) Den rollenspielerischen Ballast des letzten Jahrhunderts wird Deutschland nicht loswerden, und deshalb werden sich in Deutschland sehr wahrscheinlich keine neuen Editionen durchsetzen, die auf eine Verbesserung der Regeln setzen.

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Vash the stampede am 4.08.2010 | 14:51
Das lass es mich anders sagen: Die Spieler müssen zu kaufende Konsumenten werden, die einen stetigen Strom an Produkten fordern.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 14:51
Tun sie doch. Zumindest ein bisschen. Warhammer 3 geht schon in die Richtung. Das Problem ist ja auch, das SL die Hand über das halten, was Spieler erkaufen bzw. sich aneignen. Ein Spiel, bei dem jeder Spieler sich selbst versorgen könnte, wenn nicht sogar müsste, ist halt schwerer zu kontrollieren. Würde aber die Spieler zu Käufern machen.

Aber da setzt ja grad Warhammer 3 mit bunten extra-Würfeln, Karten und sonstigem Zinnober an.  ;)

und @Teylen und WoD: Da hast du vollkommen recht. Es muss doch möglich sein, die Twilight-Teenies zu Vampire zu bringen, zumindest ein paar!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 14:53
und @Teylen und WoD: Da hast du vollkommen recht. Es muss doch möglich sein, die Twilight-Teenies zu Vampire zu bringen, zumindest ein paar!
Genau! Aber da das Marketing ausschließlich auf die bereits erschlossene Zielgruppe geht (mit Ausnahme von D&D4, die ziemlich offensiv an Wow-Spieler herangetreten sind, was übrigens nach meiner Ansicht neben dem notorischen Gestänker der bekannten Gruselgestalten mit ein Grund dafür ist, dass der Erfolg des Systems bei den alteingesessenen Rollenspielern zumindest in Deutschland so stark unterschätzt wird), wird daraus nix.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Jestocost am 4.08.2010 | 15:00
Rollenspiel hat ein Sichtbarkeits- und Einstiegsproblem.

Ich war vor kurzem auf dem Japantag hier in München - und ich war ziemlich überrascht wie viele junge Leute mir da in Visual Kay Outfit entgegengekommen sind..

Und sobald ich in ein x-beliebiges Buchgeschäft gehe, steht da ein Riesenhaufen "Romantic Fantasy" mit Glitzervampiren, gut rasierten Werwölfen und so weiter.

Das Genre-Interesse ist ununterbrochen seit dem Herrn der Ringe und Harry Potter da.

Nur unser Hobby ist derzeit nicht sichtbar - und selbst wenn es jemand sieht, wüsste er nicht, was er davon hat oder wie er oder sie damit anfangen soll.

Das Ziel wäre doch dieses: Ich als Twilightfan gehe in den Buchladen und sehe dort die "Your Blood is my Life" - Box, die mir verspricht, selbst erleben zu können, was es heißt, Glitzervampir oder High School Werwolf zu sein. und mir dann ein Spielerlebnis bietet, dass einfach zwischendurch reinpasst - z.B. mir mit meinen Freunden ne coole 5 Minutenszene in der großen Pause ermöglicht - mit Cliffhanger fürs nächste Mal...

Ich glaube nicht, dass man nur den alten Wein nur in neue Schläuche gießen muss - man muss auch Alkopops bereitstellen :)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 15:02
@Jesto:  ;)

Ich wäre ja für einen viralen Spot auf YouTube, grade zum Thema Vampire. Muss produziert werden, klar, aber wenn ich mir Callistos Videotrailer für unsere Supernatural-Runde angucke, sollte es daran ja wohl nicht scheitern.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 15:02
Jo. Oder sowas (http://www.amazon.de/Blaubart-Verlag-BLA00001-M%C3%B6rderische-Dinnerparty/dp/398104780X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=toys&qid=1244452423&sr=8-1?tag=dieblutschwer-21) in der DSA-Variante im Buchladen. Hat sich schon in der namenlosen Variante bombig verkauft.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 15:05
und @Teylen und WoD: Da hast du vollkommen recht. Es muss doch möglich sein, die Twilight-Teenies zu Vampire zu bringen, zumindest ein paar!

Das kann ich mir z.B. überhaupt nicht vorstellen.

Twillight ist, soweit ich das als Außenstehender sehe, eine Liebesgeschichte mit Vampiren, wie 99% der Vampirbücher, die heutzutage in den Fantasy&Sci-Fi Regalen in jeder Buchhandlung stehen. Das sind Schmonzetten, keine Action- oder Spannungsromane. Ja, in einigen kommt Action vor, aber im Mittelpunkt stehen Liebesgeschichten oder Teeniedramen. Für sowas liefert die nWoD nach meinem Eindruck keinen Ansatzpunkt.

(Mal abgesehen davon, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass Teenager mit ihren Freunden zusammen am Tisch sitzen und Teenagerdramen nachspielen wollen. Das kann man als Erwachsener mit der unweigerlichen Distanz machen und spaßig finden, aber als Teenager?)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Ingo am 4.08.2010 | 15:07
Ja, in einigen kommt Action vor, aber im Mittelpunkt stehen Liebesgeschichten oder Teeniedramen. Für sowas liefert die nWoD nach meinem Eindruck keinen Ansatzpunkt.

Trotzdem kenne ich Vampire-Spieler, bei denen es sich genau um "Romantik" dreht. Ob das System dafür gedacht ist oder nicht, machbar scheint es zu sein.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 4.08.2010 | 15:08
Es muss doch möglich sein, die Twilight-Teenies zu Vampire zu bringen, zumindest ein paar!

Nicht (in Deutschland) so lange das nicht in deutscher Sprache erhältlich ist.

Gerade bei der nWoD hat WW im Vorfeld rausgelassen, dass es komplett anders sein und nichts mehr mit der oWoD zu tun haben wird. Das war auch einer der Gründe, wieso die nWoD schon ein halbes Jahr vor Erscheinen an allen Fronten von oWoD-Fans bombardiert und schlechtgeredet wurde.

Ja, die Vorurteile waren schon gewaltig.
Aber imho kam nWoD auch schlicht zu einem falschen Zeitpunkt raus. Die Gothic Welle war gerade am sinken und Serien wie Buffy & Co. auch zu ende.
Insofern hätte man besser die alten Fans weiter bedienen, neue Märkte (Exalted) öffnen und auf die nächste Welle warten sollen. Die zeigt jetzt grade ihre Brandung. Wenn nWoD jetzt (vor ein paar Monaten) gekommen wäre, wäre die sicherlich ganz anders eingeschlagen.
Dass die nWoD bei den Metaplotverliebten Deutschen Rollenspielern keine Sonne hatte, war eigentlich vorhersehbar.

WW & F&S hatten aber auch kein gutes Händchen für werbewirksame Statements.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Vash the stampede am 4.08.2010 | 15:08
Also wenn Nintendo es geschafft hat, Frauen zum Konsolenzocken zu bringen, weil die Marketing- und Spielversprechungen stimmten, dann müsste es mit RSP- und dem Vampire-Genre auch möglich sein. ;)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 15:08
@Tümpelritter: Das war bei Anne Rice aber auch nicht anders, und die hat immerhin Vampire inspiriert.

@nWoD-Marketing: Das kam irgendwie so nach dem Motto "So, wir machen jetzt was neues Cooles, und jeder, der den alten Kram noch macht, ist ein bißchen uncool und hat müffelnde Socken an" rüber. Während das bei D&D3 eher "Hey, schaut mal, ist das nicht cool, was wir uns da überlegt haben?!?" wirkte.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 15:10
Also wenn ich nen RPG vermarkten würde, würd ich einfach mal irgendwas mit Sex machen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 15:12
Also wenn ich nen RPG vermarkten würde, würd ich einfach mal irgendwas mit Sex machen.

"Wenn Sie dieses Spiel spielen, dann hat Erik Erikson Sex mit Ihnen! Oder sie können ihm beim Sex mit einem beliebigen NSC zusehen!"  :D
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 15:12
Weil die keine Abteilung haben, die sich ausschließlich mit Marketing beschäftigt?

Ein grosses Problem von Marketing ist auch: es ist teuer. Eine richtig professionell gelaunchte Kampagne mit allem Drum und dran dürfte so einiges kosten (ich hab leider keine genauen Preise im Kopf, meine Vorlesung ist länger her und war vor allen Dingen an einer englischen Uni, aber das Prinzip und die Mittel dürften die gleichen sein).

Ich kenne die Hintergründe der deutschen Rollenspielverlage zu wenig, aber ich könnte mir vorstellen, dass für grossformatige Anzeigen in Publikationen, die sich mit Jugendphänomen auseinandersetzen, oder sogar Artikel über "Sei jetzt selbst ein Glitzerwerwolf in der Welt von Vampires Diaries" zu launchen, manche einfach nicht das nötige Kleingeld haben.

Also müssen günstige Wege her, und die sind meistens via Internet: Blogs, FOren, Facebook, Twitter. Da kann man allerdings erzählen, wie cool und toll das alles ist, aber es fehlen die Leute, die es vormachen und zeigen, oder die Foren werden nur von Leuten frequentiert, die das Hobby sowieso schon kennen.

Ein wenig ot:
Im Nachbarforum gab es mal eine interessante Diskussion über Identifikationsfiguren, die beim Nachwuchs gut ankommen und sagen "für eine gepflegte Runde Rollenspiel lass ich auch mal einen Abend in diversen Clubs sausen". Wenn zum Beispiel Robert Pattinson oder wer gerade hip ist, so etwas sagt, ich glaube, das wäre schon ein ziemlicher kostenloser Werbeeffekt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 15:16
Dann müssen wir ja nur noch den Erik zu Identifikationsfigur machen.  ;)

@Marketing und teuer: Irgendwer hat mal gesagt: "Werbung ist teuer. Keine Werbung ist noch teurer."
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 4.08.2010 | 15:20
Rollenspiel hat ein Sichtbarkeits- und Einstiegsproblem.
Vor allem wohl ein Einstiegsproblem. Ihr konzentriert euch bei der Ursachenforschung alle auf's Produkt und auf's Marketing. Was aber wenn sich an den Leuten die früher potentielle Kunden gewesen wären was entscheidendes verändert hat?

Ich habe mir gestern ein älteres Interview mit Ryan Dancey angehört, der mal Marktforschung für D&D3 gemacht hat. Der sagte die Hauptfaktoren die als Indikator dafür angesehen werden können ob Leute zum Rollenspiel kommen sind Mobilität und Einkommen. Und jetzt kommt's: Beides muss niedrig sein. Leute fangen dann mit Rollenspiel an wenn sie schwer woanders hin kommen, und ihr Geld nicht für leichte andere Unterhaltung ausgeben können, d.h. im Alter von 12-16 oder während des Studiums. Außerdem muss eine mittlere Bevölkerungsdichte vorhanden sein. Ist die Dichte zu niedrig können sich keine stabilen Gruppen bilden. Ist die Dichte zu hoch, wie in Städten, dann bilden sich auch schwer Gruppen, er vermutetet dass das am städtischen Leben liegt. Es gibt zu viel Ablenkung, andere Unterhaltung ist leicht zu erreichen, die wenigstens in der Stadt bleiben zu Hause wenn sie Unterhaltung wollen.

Es könnte einfach sein dass die sich ändernde Alterspyramide dazu führt, dass heute die Hürden neue Gruppen zu bilden, die tatsächlich spielen, höher sind als früher. Und nur spielende, sich neu bildende Gruppen sorgen für neue Kunden.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 15:20
Macht lieber Justin Bieber zur neuen RPG-Promifigur, da hat die Zielgruppe mehr von. Ausserdem wollt ihr ja nur die hübschen Mädchen zum Rollenspiel locken. Denkt dran, eure Frauen haben auch Internet.

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 15:27
@ Boomslang: Die Ergebnisse der Studie gekürzt um ein paar Teile, die im Jahr 2000 als Wettbewerbsvorteile angesehen wurden, finden sich übrigens hier (http://www.seankreynolds.com/rpgfiles/gaming/WotCMarketResearchSummary.html). Vielleicht ist mittlerweile irgendwo auch die gesamte Studie online. Wer nen Link hat: bitte melden. Mein Bookmark ist alt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Zornhau am 4.08.2010 | 15:31
Eine Anmerkung von mir:
Mich nervt es maßlos, wenn Systeme oder Editionen sehr vielversprechend beginnen, dann aber irgendwann einknicken.
Paradebeispiel SW in deutsch von PG.
Das ist eine Frage der UNTERSTÜTZUNG durch den Verlag.

PG läßt die SW-Produktreihe sozusagen "austrocknen", nachdem NICHT PG, sondern die hochmotivierten deutschen Savages sowohl die deutsche Ausgabe GEWOLLT, sie GEFÖRDERT und auch PROPAGIERT hatten.

Das ist ein Problem der Verlags-ETHIK, welches PG hier in keinem guten Licht dastehen läßt.

Andere SW-Lizenznehmer wie Triple Ace Games machen hier vor, wie man die Savages mobilisiert, informiert, einbezieht, bei (Kauf-)Laune hält. - Das führt zu SEHR LOYALEN Kunden, die einem auch mal ein mäßiges Produkt verzeihen.

Wenn man aber NICHT mit den Kunden redet und auch KEINE PRODUKTE herausbringt, dann treibt man sogar AKTIV die interessierten und motivierten der Kunden von seiner Produktlinie FORT.

Was PG macht ist die durstige Herde an Savages mit Stacheldraht vom Wasserloch fernzuhalten UND das Wasserloch auch noch trockenzulegen. - Daß so etwas natürlich nicht als gute Unterstützung einer Produktlinie ankommen kann, sollte eigentlich auch PG selbst klar sein. Daher ist es umso seltsamer, daß sie diese "Austrocknungsstrategie" scheinbar mit "Durchhaltewillen" fortsetzen.

So ist es schon aktuell etwas im ARGEN mit der deutschen SW-Produktlinie, die nach begeisterndem Start eine WELLE an schaffenskräftigen, enthusiastischen Savages hervorgebracht hat.

Wenn der Verlag eines Produktes geradezu SELBST zum "Wellenbrecher" wird, dann stimmt etwas nicht.



Bei Pinnacle, dem Original-Verlag von SW macht man das schon immer deutlich besser. Hier wird der Schwung der Savages GEWOLLT und GEFÖRDERT. Jedoch:

Savage Worlds hat inzwischen im Englischen effektiv FÜNF (5) Regel-Fassungen in nur 7 Jahren erlebt.

Jede einzelne wurde erst erstellt, als die vorhergehende AUSVERKAUFT war. Hier wurde also nicht eine Produktlinie bewußt "aktualisiert" wie dies z.B. mit D&D 3E auf 4E geschah.

Bei jeder SW-Neuausgabe bzw. bei jedem "Printing" wurden mal größere, mal kleiner Regelaspekte geändert. Da aber die KOMPATIBILITÄT quer über ALLE  Regel-Fassungen von SW ausgesprochen hoch ist (eine Anpassung der ältesten Settingbände auf die neueste Regel-Fassung ist eine Frage von Minuten), gab es hier keine "Entwertung" der bisher erworbenen Materialien.

Aber: Ich kann NICHT feststellen, daß es für so manche Regeländerungen in den einzelnen Regel-Fassungen einen BEDARF seitens der Fans gegeben hätte. Oft im Gegenteil, was auch der Grund dafür ist, daß viele per Hausregel nach alten Regel-Fassungen in manchen Teilsystemen spielen.

WARUM also Pinnacle meinte bestimmte Regeln ändern zu müssen, ist unklar.



Solche Regeländerungen "aus heiterem Himmel" habe ich auch bei Barbarians of Lemuria erlebt. Da hatte Simon Washbourne, der Entwickler, "einfach so" Regeln geändert, die sogar nicht nur nicht "kaputt" waren, sondern bei denen die Regeländerung überhaupt erst zu Problemen geführt hatte, die vorher nicht bestanden. - Das wurde im Lords-of-Lemuria-Forum auch angesprochen und diskutiert - und dort kam dann auf direkte Nachfrage nach seiner Motivation für diese Regeländerungen heraus, daß er sie TATSÄCHLICH "einfach so" vorgenommen hatte. Einfach, weil er meinte, daß man es halt auch mal so regeln könnte, statt wie früher. - Und so etwas kommt NIE gut an.



Regeländerungen, ohne daß ein BEDARF bei den Fans/Kunden/Spielern gesehen wird, wirken wie eine Art "Schikane", weil gerade eine geänderte Regel ja die implizite Aufforderung enthält,  sie gefälligst auch zu benutzen, denn sonst wäre es keine Regel. - Und das bedeutet eine Änderungen der "Brille", mit der auf die Spielwelt geschaut wird. Und das wiederum verändert den Blickwinkel, stellt andere Dinge "scharf", die man nicht sehen wollte, und läßt anderes unscharf werden, worauf man bislang Wert gelegt hat.

Und dabei sind die Regeländerungen der SW-Regel-Fassungen oder der BoL-Ausgaben noch KLEIN und von begrenztem Umfang.

Anders sieht es bei kompletten NEUEN Ausgaben von Rollenspielen aus, bei denen die Regeln KEIN STÜCK kompatibel zu den Vorgängern sind.

Gamma World.




Gamma World gibt es inzwischen in eine Fülle an offiziellen(!) Regelfassungen, plus noch eine gewisse Zahl "halboffizieller".

Ich kenne GW seit der 1st Ed. - Schon die 2nd Ed. hatte ALLES ANDERS gemacht. Und alle weiteren noch mehr. Z.T. sogar mit KRASS anderen Regelwerken wie Alternity bzw. D20 daherkommend.

Trotzdem ist Gamma World für JEDE Generation von neuen Spielern UND für die Alten immer noch ein Spiel geblieben, daß seine Nische tapfer verteidigt hat und sich auch heute noch ausgesprochener Beliebheit erfreut - trotz großer Konkurrenz auf dem Endzeit-Sektor.

Warum das?

Es kann NICHT wirklich das Setting sein, denn GW liefert eigentlich KEIN Setting mit!

Die Regeln können es auch nicht sein, denn die sind jedesmal ANDERE gewesen.

Hier sind neue Ausgaben erfolgt, nachdem die alten abverkauft wurden, bzw. um die intellectual property mit neuen Produkten auf "zeitgemäßeren" Regelsystemen aufsetzend sichern und weiter ausschöpfen zu können.

Ich kann nicht behaupten, daß diese neuen Ausgaben "unwillkommen" waren und bis auf GW D20 ist auch keine "gefloppt". (GW D20 ist gefloppt, weil hier das GW-Feeling praktisch nicht mehr vorhanden war. GW D20 nahm den SPASS aus der Endzeit und wurde dafür zum Ladenhüter. - Andere "GW-ähnliche" D20-Produkte hatten hier besser gepunktet wie Darwins World und Omega World.)



Neue Rollenspieleditionen können durchaus WILLKOMMEN sein.

Bei Midgard war bisher JEDE neue Edition willkommen. Endlich gab es mal wieder eine aktualisierte, erweiterte Fassung. (Midgard-Fans waren ja stets gewohnt eher "hungrig" bezüglich neuer Produkte gehalten zu werden.)

Auch Deadlands Classic hatte die Überarbeitung zur 2nd Ed. gut getan. Manches wurde klarer und handlicher gelöst und der Metaplot wurde vorangetrieben. Beides war willkommen, wie auch die Kompatibilitätswahrung zu den alten Produkten.

Hingegen ist bei Deadlands D20, eingeführt nicht als "Ablösung" von DL Classic, sondern als zusätzlicher Regeladaption wie auch GURPS Deadlands, einiges schief gegangen. - Hier wurde nämlich, fälschlicherweise, von manchen Läden kommuniziert, daß die D20-Fassung das "neue" Deadlands sei.

Problem für die DL-Fans: Damit würde die Kompatibilität, die Nutzbarkeit ihrer INVESTITIONEN in alte Produkte zusammen mit den neuen nicht mehr gegeben sein.

Das hatte letzlich der DL-Reihe das Genick gebrochen!

Sowohl die DL-Classic-Fans waren angepißt, daß nun Bücher "double-statted" erschienen - voll D20-Spielwerteangaben, die auch noch so viel mehr Raum einnahmen als die DL-Classic-Spielwerte benötigen. Als auch die DL-D20-Fans, weil sie mangelnden Support erfuhren.

Erst mit der ganz neuen, einen Metaplot-Zeitsprung umsetzenden Deadlands: Reloaded Ausgabe für Savage Worlds konnte Pinnacle wieder NEUE Käufer und ALTE Fans ins Boot holen. - Die neuen wegen des leichteren Einstiegs mit dem SW-Regelsystem (DL Classic ist eines der schwergewichtigeren Regelsysteme mit langer "Vorlaufzeit", bis alles rund läuft.), und die alten, weil ihre alten Materialien NICHT entwertet wurden, sondern sie einfachst mit den neuen Regeln zu bespielen sind und sich somit gut vor die neuen Produkte schalten lassen: Sie stellen die OFFIZIELLE Vorgeschichte zu DL:R dar.



Ist eine neue Ausgabe ERWÜNSCHT, WILLKOMMEN und ERWARTET, dann kann sie außerordentlich erfolgreich sein.

D&D 3E war so eine Ausgabe. - ALLE WELT wartete auf AD&D 3rd Ed. - Sie hatten nur mit der 3E etwas anderes bekommen. - Das hatte einen guten Teil von AD&D-Fans angepißt und sie in ihr "Retrohausen"-Exil getrieben (Dragonsfoot et al.). Es war aber auch eine NEUE und ZEITGEMÄSSERE D&D-Fassung, die zudem kostengünstig und breit auf den Markt gebracht wurde. So kam die 3.0 Version gut an, während die 3.5 schon der erste "Skandal" war. - Viele empfanden die 3.5 als Abzocke. Viele hatten reichlich in Bücher zur 3.0 investiert und nun, da D&D sich vornehmlich über das Regelsystem definiert, mit der 3.5 Kompatibilitätsprobleme.

Die 4E hatte hingegen NIEMAND wirklich haben wollen. - Sie stellte einen KLAREN BRUCH auf der Ebenen, auf der die IDENTIFIKATION mit D&D erfolgt, den REGELN, dar.



Man kann jetzt hergehen und irgendwelche "geschickten Markteinführungsmethodiken" diskutieren, doch ist das eigentlich nicht sinnvoll, weil der Rollenspielmarkt sich schon deutlich anders darstellt als gängigere Märkte.

Was man eher beachten sollte, ist die ETHIK der Editionspflege.

BRP ist prinzipiell seit Anfang der 80er unverändert. Hier besteht eine hohe Kompatibilität zwischen den Versionen, auch wenn es z.B. die "Kriege" zwischen RQ2 und RQ3 gab und RQ IV leider nicht offiziell wurde, sondern mit MRQ eine Verschlimmbesserungsausgabe erschien. - Man KANN die alten Materialien weiter nutzen. Und zwar mit geringem Aufwand.

Wer eine neue Edition herausgibt, der sollte sich überlegen, was er damit denen antut, die fleißig die alten GEKAUFT haben.

ENTWERTET man die Investitionen der Alt-Käufer?

Werden diese dadurch angepißt sein und die neuen Ausgaben nicht mehr erwerben?

Hier kann man natürlich knallhart an den Gefühlen der Käufer vorbei taktieren und sich überlegen: Werden die Käufer die neue Fassung schlucken, weil sie "am Ball" bleiben wollen? So, wie die 3.5-Kröte geschluckt wurde?

Wenn es bei der Identität des Rollenspiels im Schwerpunkt um den Metaplot, die Welt als Ganzes, usw. geht, dann WERDEN die Kunden JEDE Neuausgabe kaufen. - Wie bei DSA.

Bei DSA kann man NICHT feststellen, daß es eine auch nur bemerkenswerte Anzahl an "Gestriger" gibt, die sich den neuen Produkten völlig verweigern und die sogar selbst Neuprodukte auf Basis der ALTEN Regeln erstellen. - Bei AD&D und altem D&D ist das anders - und nicht erst mit der Bewegung der Old School Renaissance!



Das bedeutet, daß JEDE Neuausgabe letztlich das Fandom und auch den MARKT zu SPALTEN in der Lage ist.

Das muß nicht passieren, aber es KANN. - Wie 4E und 3.75 Pathfinder zeigt. Oder wie das Beharren auf AD&D 1st Ed. samt NEUER Produkte dafür zeigt.

Es kann auch sein, daß der Markt unbeeinträchtigt ist, und daß nur das Fandom gespalten wird. Wie bei oWoD und nWoD. - Dort liegt es daran, daß die WoD-Spieler nicht gewohnt waren viel Material SELBST zu erstellen und zu publizieren. Das war bei den AD&D-Spielern und den D&D 3E- Spielern anders. - Daher gibt es heute auch KEINEN MARKT für oWoD-Produkte, aber sehr wohl einen für neue AD&D-/OSRIC-/etc.-Produkte bzw. neue D20-kompatible Produkte.



Und hier kommt das Wirtschaftsgebaren größerer Unternehmen mit ihrer KALTHERZIGKEIT den Kunden-"herden" gegenüber zum Tragen. - WotC bzw. Hasbro sind die Kundengefühle EGAL. - Sie MÜSSEN Profit abwerfen und können sich keine Gefühle erlauben.

Das ist bei anderen Rollenspielen, die nicht hauptberuflich entwickelt werden, anders. Hier kann der Verlag auf die Fans, die Kunden hören und ihnen das geben, was sie wollen.

Wenn aber alle paar Jahre neue Grundregelfassungen erscheinen MÜSSEN, und wenn alle paar Jahre alle Splatbooks erschienen sind, und man somit eigentlich inhaltlich "durch" wäre, dann kommt eben ein Verlag wie Wizards oder White Wolf - gedrängt von deren Besitzern nach mehr Profit - auf die Idee eben eine NEUE Ausgabe zu erstellen, die mit der alten nicht mehr kompatibel ist.

Keine Zeit darauf zu warten, daß ein Produkt eventuell als "Cash Cow" über Jahrzehnt hinweg "gemolken" werden mag. - Das ist ja bei Call of Cthulhu der Fall. Das Produkt hatte 1982 die letzte Innovationsphase hinter sich gebracht und ist seitdem praktisch unverändert belassen worden. Aufgehübscht und mit deutschem "Vorlesestunden"-Einschlag versehen, aber eben im Kern wie der Faustkeil von Anfang der 80er belassen. (D&D-Spieler müssen sich für solch eine Spielbasis als "Retro-Nostalgiker" bezeichnen lassen, während Cthulhu-Spielern das erspart bleibt, auch wenn ihre Spielbasis z.T. noch älter ist, als die der AD&D-2nd-Ed.-Retro-Spieler.)



Ich kann nur sagen, daß VIELE Neuausgaben von Rollenspielen GEWOLLT und ERWARTET, ja geradezu ERSEHNT kamen.

Viele sind geschickt plaziert worden und gingen bei den alten wie neuen Fans auf fruchtbarem Boden auf.

Andere sind ungeschickt, ungewollt und mit dem "Geschmäckle" der Abzocke erschienen.



Wie man es dreht und wendet: Man kann IMMER genau den rechten Zeitpunkt und die rechte Kundenstimmung erwischen, oder das Gegenteil, oder irgendwas dazwischen.

Einzig zählt hier die ETHIK der Verlage und deren ACHTSAMKEIT auf die Kundschaft und das Fandom.



Wie bei JEDEM Produkt: Will es keiner haben, verkauft es sich nicht. - So einfach ist das.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 15:31
Twillight ist, [..], eine Liebesgeschichte mit Vampiren, wie 99% der Vampirbücher
Damit unterscheidet es sich nicht im geringsten zu dem Inhalt der Vampir Werke wie sie in den in den 90ern erschienen.
Nimm allein Interview mit einem Vampir. Das ganze handelt doch nur von dem Leben, Lieben, Leiden der Protagonisten. Es gibt da eigentlich nicht eine wirkliche Action Szene. Nun und rein von den Buechern her geraet der LLL Faktor immer mehr in den Focus. Die Darstellung in der "Gothic Szene", also jene die nunmehr Richtung Visual Kei auswaechst, sieht Vampire nicht als Action Helden, sondern sinnlich, faszinierend, leidende, fremdartige und maechtige Wesen.

Zitat
Für sowas liefert die nWoD nach meinem Eindruck keinen Ansatzpunkt.
Sowohl die oWoD als auch die nWoD legt den Schwerpunkt, unabhaengig was die Regeln technisch vermitteln moegen, auf den LLL Faktor. Mittlerweile sogar in dem man sich explizit um soziale Kaempfe Gedanken macht.

Zitat
Mal abgesehen davon, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass Teenager mit ihren Freunden zusammen am Tisch sitzen und Teenagerdramen nachspielen wollen.
Melde dich bei Animexx an, geh in die RPG Sektion, und du kannst es dir nicht nur vorstellen sondern beobachten wie hundertschaften von Vampire Fans in einem Alter meist unter 18 sich in FreeForm Rollenspielen damit beschaeftigt mit ihren Charakteren "anzusoapen" und Teenie Dramen zu produzieren das man vor lauter dramaseifenblubberblasen den Vampirglitzer kaum mehr sieht.

Ich glaube das gerade Teenager noch mehr Spass an Vampir Drama ala Twilight oder auch Interview haben als es bei erwachsenen Menschen der Fall ist..
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 4.08.2010 | 15:33
Ich glaube das gerade Teenager noch mehr Spass an Vampir Drama ala Twilight oder auch Interview haben als es bei erwachsenen Menschen der Fall ist..

Ist ja auch kein Wunder, wenn man mal betrachtet aus welcher Basis die Faszination "Vampir" entsteht...
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: alexandro am 4.08.2010 | 15:42
@nWoD-Marketing: Das kam irgendwie so nach dem Motto "So, wir machen jetzt was neues Cooles, und jeder, der den alten Kram noch macht, ist ein bißchen uncool und hat müffelnde Socken an" rüber. Während das bei D&D3 eher "Hey, schaut mal, ist das nicht cool, was wir uns da überlegt haben?!?" wirkte.
Bei 3E waren es (zumindest meiner Erfahrung nach):
"Hey, schaut mal: aufsteigende RKs - höher würfeln ist immer gut. Aber wenn ihr den dummen, umständlichen THAC0 verwenden wollt, dann seit ihr selber schuld!"
oder
"Jetzt kann jede Rasse auch jede Klasse lernen. Ist ja viel realistischer als diese dumme Beschränkung."
usw.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 15:43
Man kann jetzt hergehen und irgendwelche "geschickten Markteinführungsmethodiken" diskutieren, doch ist das eigentlich nicht sinnvoll, weil der Rollenspielmarkt sich schon deutlich anders darstellt als gängigere Märkte.
Und weil der Rollenspielmarkt anders ist, kann man sich strategische Überlegungen sparen? Sorry, aber das halte ich für großen Quatsch. Und Deine Ausführungen zu Ethik, Produktnutzen, Markt und Erwartungshaltung der Käufer sind, auch wenn ich den Großteil für falsch halte, dennoch nix anderes als Überlegungen strategischer Unternehmensführung, die beispielsweise der Markteinführung neuer Produkte dienen können.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 4.08.2010 | 15:52
Das Interview gibt's bei Fear the Boot (http://www.feartheboot.com/ftb/index.php/archives/155). Es lohnt sich.
Die Marktforschung hat TAFKAKB oben netterweise schon verlinkt, habe ich mir noch nicht angesehen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 15:56
Naja, einen Großteil dieser Vampirromane habe ich nicht gelesen, deswegen war mein Eindruck vielleicht verzerrt. Ich kenne eigentlich nur die Sonja-Blue-Reihe aus der Zeit, und da hielt sich das Glitzervampirtum in Grenzen. Also vielleicht ist Vampires tatsächlich ein geeignetes Rollenspiel für die Twilight-Szene.

Wobei mir der schon im Grundregelwerk entwickelte mythologisch-spirituelle und politische Hintergrund - religiöse und politische Bünde etc. - so garnicht nach Glitzervampiren klingt. Vielleicht hat der Verlag da am potentiellen Kundenstamm vorbeiproduziert?  
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 16:03
Zitat
Daher gibt es heute auch KEINEN MARKT für oWoD-Produkte
Die Aussage kann ich nicht unterschreiben.
Der Markt fuer oWoD Produkte wurde Verlagsseitig geschlossen in dem es keine weiteren Publikationen gegeben hat. Das was veroeffentlicht wurde, wurde gekauft und wird nach wie vor ueber den gebraucht handel von den Fans Spielern weiterhin gekauft was zu einer beiweilen absurden Kostenspirale fuehrt.

Das heisst White Wolf hat bzw. nutzt meines Erachtens nicht 'kaltherzig' den Markt aus, sondern schuf sich zumindest mit der alten World of Darkness eine ueberaus kauf respektive Konsum freudige Kundschaft an Spieler welche nach neuem Material lechz(t)en.


Imho hat White Wolf nicht nur das Problem die Fans der alten WoD unterversorgt zu haben, selbst wenn die alle auf die neue WoD gewechselt waeren, ist doch das vorrangige Problem der fehlende Anschluss an die Jugendkultur und das fehlende Addresst von Leuten die von RPG keine Ahnung haben.

Schliesslich wird Vampire Requiem nicht nur im Kontext von Twilight, True Blood, Vampire Diaries nicht erwaehnt. Man braucht auch noch ganze zwei(!) Buecher um ueberhaupt Vampire spielen zu koennen.
Waere das schon damals 90' so gewesen, weiss ich nicht ob ich V:tM + ein anderes Buch in die Hand genommen haette.


@Tümpelritter
Sonja Blue sagt mir nun wieder rein gar nichts. ^^;
Nun und die Vampire haben damals zwar nicht geglitzert, aber gerade in Buchform, sich nicht mit minder vielen Adjektiven des Dramas ihrer Existenz und des Weltschmerz ergeben.

Der mythologisch-spirituell-politische Hintergrund Buende, Buendnisse und damit Verrat und Betrug unterstuetzt dies nur weiter da es das Gewicht auf das soziale Drama anstelle auf die handfeste Action lenkt.
Selbst bei Twilight, gibt es ja dieses mythologische "uh wir sind Vamps und muessen vagabundieren weil wir ewig wie Teens aussehen", politische "Gute Vamps, Boese Vamps, gute & boese Werwoelfe eher uffer anderen Seite" und spirituelle "uh, wir sollten kein Menschenblut trinken und in Einklang mit der Natur leben" Zeug.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 16:12

Der Markt fuer oWoD Produkte wurde Verlagsseitig geschlossen in dem es keine weiteren Publikationen gegeben hat. Das was veroeffentlicht wurde, wurde gekauft und wird nach wie vor ueber den gebraucht handel von den Fans Spielern weiterhin gekauft was zu einer beiweilen absurden Kostenspirale fuehrt.


Führte.
Der oWoD Boom auf dem zweiten Markt ist seit ca. 2-3 Jahren endgültig vorbei. Einige wenige Titel bringen noch Sammlerpreise, aber nicht mehr solche wie vor 4 oder 5 Jahren.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 4.08.2010 | 16:13
Führte.
Der oWoD Boom auf dem zweiten Markt ist seit ca. 2-3 Jahren endgültig vorbei.

Interessant finde ich, wie sich das nWoD Grundregelwerk inzwischen bei Ebay ausmacht...
Dafür, dass die nWoD so floppte, werden dafür inzwischen echt heftige Preise gezahlt.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 16:20
Das deutsche meinst du, oder?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 16:30
Der oWoD Boom auf dem zweiten Markt ist seit ca. 2-3 Jahren endgültig vorbei. Einige wenige Titel bringen noch Sammlerpreise, aber nicht mehr solche wie vor 4 oder 5 Jahren.
Mein Eindruck ist eher das der zweite Markt etwas kleiner geworden ist (hinsichtlich Kaeufern), nicht unbedingt preiswerter.

Ansonsten das deutsche wohl, das englische kriegt man fuer den normalen Preis bei Amazon.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 16:33
Disclaimer: Sollte das hier zu ot sein, bitte abtrennen. Danke!

Mich würde mal ganz losgelöst von einem ganz bestimmten Spiel interessieren, welche Strategien und welchen Marketing-Mix man aus betriebswirtschaftlicher Sicht nutzen müsste, um ein Rollenspiel so zu bewerben / platzieren, dass es einen möglichst grossen Marktanteil bekommt.
In erster Linie muss ja auch das Kaufinteresse geweckt werden, heisst, dem potentiellen Kunden muss vermittelt werden, dass er dieses Produkt unbedingt braucht. Wie würdet ihr das anstellen?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Ein am 4.08.2010 | 16:36
Es für 12-jährige konzeptieren, eine Zeichentrickserie dazu ins Fernsehen bringen und es dann an 6+-Jährige verkaufen. Investition geschätzt grob 2 Mio. :P
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 16:38
@Tümpelritter
Sonja Blue sagt mir nun wieder rein gar nichts. ^^;

Erstaunlich. Und ich dachte gerade ihr V:tM-Fans kauft jeden Mist, den WW rausbringt.

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 16:44
Die sollen halt was für die 30-jährige Zielgruppe rausbringen. Bsp. nen Babysitter Service für Spielrundenzeiten, oder sowas.

Oder Kochbücher. ;)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 16:46
Erstaunlich. Und ich dachte gerade ihr V:tM-Fans kauft jeden Mist, den WW rausbringt.
Bei den Romanen beschraenkte ich mich auf das fuer mich noetigste.
Nun und laut Wiki ist Sonja Blue die Handlungstraegerin von einigen Romanen von Nancy A. Collins die wiederrum nicht in Verbindung mit White Wolf gebracht wird. Respektive ist da WW spaeter rangetreten um sie fuer sich weiter schreiben zu lassen und ueber die Heroine an das Fandom der Frau ranzukommen?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 16:50
Meine Theorie ist, dass nicht das Hobby Rollenspiel ein Problem hat, sondern die "Industrie": Das Geschäftsmodell von Rollenspielen ist auf dem Stand der späten 80er Jahre und eher schlecht geeignet für den Nischenmarkt.

Teure, aufwändig produzierte Grundbücher, die sich an Sammler richten - oder bei Neuauflangen an die treue Fangemeinde.

Das ist interessant, weil mich das an (so ich davon gelesen habe) Comic-Markt vor dem Einstieg von Jeff Smith mit seinem "Bone" erinnert.
Soll angeblich tatsächlich genauso gewesen sein.
Comics wurden nur noch als Sondedrucke (?), onderausgabe und vor allem: an Sammler gerichtet! herausgegeben.
Nix mit Nachwuchs.
Und was hat Jeff Smith gemacht ? Er hat seinen "Bone" kontinuierlich nachdrucken lassen, auch in Farb, und später als Taschenbuch herausgebracht. Er hat damit (so habe ich das verstanden) quasi den gesamten, ehemals rein auf Sammler orientierten, Comic-Markt umgekrempelt.
Keine Ahnung, ob's stimmt. Klingt aber glaubhaft.



Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: 6 am 4.08.2010 | 16:53
So weit ich weiss hat die Modelleisenbahn-Industrie ähnliche Probleme (Stickwort Märklin und Roco).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2010 | 16:54
OT:

Korrekt, Nancy A. Collins Sonja-Blue Reihe spielt nicht ursprünglich in der oWoD. Später hat WW Bücher von ihr veröffentlicht, ich weiß aber nicht, inwieweit diese späteren Bücher dann in der oWoD angesiedelt sind. Wahrscheinlich nicht, Collins Vampire haben nicht dauernd rumgejammert. (Die Bücher enthielten auch mehr Punk als die "Gothic-Punk" Welt von V:tM.)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 17:01
Dazu: in Deutschland ist halt diese Metaplot-Spiel-Vorliebe extrem ausgeprägt, die auch oft mit einem äußerst erzähllastigen, actionarmen Spielstil einhergeht.

Mit anderen Worten: Continuity porn ? (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/ContinuityPorn)

Also wenn ich nen RPG vermarkten würde, würd ich einfach mal irgendwas mit Sex machen.

Gibt's bereits : http://dndwithpornstars.blogspot.com/

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 17:07
Disclaimer: Sollte das hier zu ot sein, bitte abtrennen. Danke!

Mich würde mal ganz losgelöst von einem ganz bestimmten Spiel interessieren, welche Strategien und welchen Marketing-Mix man aus betriebswirtschaftlicher Sicht nutzen müsste, um ein Rollenspiel so zu bewerben / platzieren, dass es einen möglichst grossen Marktanteil bekommt.
In erster Linie muss ja auch das Kaufinteresse geweckt werden, heisst, dem potentiellen Kunden muss vermittelt werden, dass er dieses Produkt unbedingt braucht. Wie würdet ihr das anstellen?

Eigentlich finde ich das ziemlich on-Topic - Einführung neuer Editionen ist ein Unterthema der generellen Einführung von Rollenspielen.

Das Kaufinteresse wecken? Hm, bei Leuten, die schon Rollenspieler sind, dürften die einschlägigen Wege - Internetforen, Messen, Promorunden auf Cons, ein paar nette Gimmicks zum Verschenken - schon ziemlich gut sein. Eine freundliche Rezi in einem Magazin oder einem Forum ist auch was schönes; wobei das ziemlich nach hinten losgehen kann (siehe Heretics Verriß von "Frustzone" im B! und der Aktion von Nackter Stahl danach).

Es kann auch nichts schaden, vor der Veröffentlichung schon Erwartungen zu wecken - Infos und kleinere Downloads vorab in verschiedenen Foren verteilen, auch durchaus den Dialog mit den Proto-Fans suchen, sehr wichtig: Kritik anhören und darüber nachdenken.

Den Bedarf schon zu wecken, bevor das Produkt überhaupt da ist, finde ich immer eine gute Idee.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 17:13
Ich bin der Meinung, daß bestimmte Medien viel zu sehr ignoriert werden.
Gegen Computerspieler scheint es ja einen regelrechten "Haß" zu geben. Ich verstehe nicht, wieso.
Aber sie sehe ich als sehr gute Möglichkeit an, für "Rollenspielnachwuchs" zu sorgen. Alleine schon mittels Anzeigen. "Du willst das Spiel nicht mehr am Computer, sondern live mit deinen Freunden erleben ? Dann kauf dir doch das Regelwerk von blablabla..." Im Grunde ist wow inzwischen nichts anderes mehr, als ein Ersatz für P&P-Runden.
Außerdem bin ich für cross-marketing.
Ich denke, die Rollenspieler-Szene hat zuviele Berührungsängste mit anderen Bereichen.




Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 17:15
Eigentlich finde ich das ziemlich on-Topic - Einführung neuer Editionen ist ein Unterthema der generellen Einführung von Rollenspielen.

Das Kaufinteresse wecken? Hm, bei Leuten, die schon Rollenspieler sind, dürften die einschlägigen Wege - Internetforen, Messen, Promorunden auf Cons, ein paar nette Gimmicks zum Verschenken - schon ziemlich gut sein. Eine freundliche Rezi in einem Magazin oder einem Forum ist auch was schönes; wobei das ziemlich nach hinten losgehen kann (siehe Heretics Verriß von "Frustzone" im B! und der Aktion von Nackter Stahl danach).

Es kann auch nichts schaden, vor der Veröffentlichung schon Erwartungen zu wecken - Infos und kleinere Downloads vorab in verschiedenen Foren verteilen, auch durchaus den Dialog mit den Proto-Fans suchen, sehr wichtig: Kritik anhören und darüber nachdenken.

Den Bedarf schon zu wecken, bevor das Produkt überhaupt da ist, finde ich immer eine gute Idee.

Alles sehr gute Ideen, aber wie schaffe ich es, dass das Proto-Twilight-Fangirlie, dass in seinem Leben noch nie von Rollenspiel gehört hat, aber total vernarrt in Vampire ist, sich ein Regelwerk kauft oder sich schenken lässt. Wie wird sie darauf aufmerksam, dass sie mit einer vergleichsweise günstigen Investition (die meisten Computerspiele kosten genauso viel wie ein Regelwerk) eine Menge Spass haben kann?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 4.08.2010 | 17:17
Daher gibt es heute auch KEINEN MARKT für oWoD-Produkte,
Die Aussage kann ich nicht unterschreiben.

Ich muss Zornhau zur Seite springen, denn er SCHRIEB (fette Betonung von MIR):
Zitat
Daher gibt es heute auch KEINEN MARKT für oWoD-Produkte, aber sehr wohl einen für neue AD&D-/OSRIC-/etc.-Produkte bzw. neue D20-kompatible Produkte.

Er meint damit das heute noch bestehende (und in einigen Segmenten - OSR - immer stärker werdende) Interesse an neuen Produkten, geschrieben von Spielern, die die alten Systeme nicht aufgegeben haben. Nicht wenige dieser Produkte erscheinen sogar in einem kommerziellen Kontext (Brave Halfling, LotFP).

Nun soll nicht verschwiegen werden, dass es D&D-Nutzern auch leicht gemacht wird, denn die OGL stellt ja einen Freifahrtschein für die Erstellung solchen Materials dar. Da sollte mal jemand versuchen, ein eigenes oWoD-Quellenbuch zu veröffentlichen ("Slough by Night" oder so).
Dennoch zieht Zornhaus Argument, denn (A)D&D-Spieler haben immer schon kompatibles Material veröffentlicht, auch vor der OGL. Und LotFP ist, obwohl ein D&D-Klon, ganz ohne OGL erschienen (was mich sehr erstaunt hat)!

Edit:
Ich muss mich korrigieren! LotFP ist ein OGL-Spiel. Statt den Lizenztext an jedes Buch anzuhängen, liegt er verschämt als einzelner Bogen auf dem Grund der prall gefüllten Box (http://mondbuchstaben.wordpress.com/2010/08/10/lotfp-erster-eindruck-und-tutorial/), noch unter den Werbeblättchen für Dragonsfoot und andere OSR-Produkte.

Sorry!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 17:21
Alles sehr gute Ideen, aber wie schaffe ich es, dass das Proto-Twilight-Fangirlie, dass in seinem Leben noch nie von Rollenspiel gehört hat, aber total vernarrt in Vampire ist, sich ein Regelwerk kauft? Will ich überhaupt, dass es sich zu Weihnachten von Mama und Papa ein Regelwerk wünscht statt eines neuen Handys?

Ja, das willst du. Wenn es mehr Rollenspieler gibt, dann ist die Chance höher, dass irgendjemand dabei ist, der vernünftig ist. Die Spreu vom Weizen trennt sich dann im Forum.  ;)

Das Twilight-Fangirlie sprichst du auf Conventions an, oder bei der Kinopremiere von Twilight, oder du steckst in irgendwelchen angesagten Pubs Twilight-RPG-Karten in den Kartenständer. Oder du fragst beim Buchhändler, ob du da was hinterlegen kannst. Außerdem wette ich, dass die auch Foren haben, in denen man davon erzählen kann.

Außerdem empfehle ich für diesen Fall tatsächlich ein YouTube-Video, einen Zusammenschnitt aus Twilight-Szenen mit einem kurzen Verweis aufs Spiel. Sollte man aber wohl urheberrechtlich abklären.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 17:26
Aber sie sehe ich als sehr gute Möglichkeit an, für "Rollenspielnachwuchs" zu sorgen. Alleine schon mittels Anzeigen. "Du willst das Spiel nicht mehr am Computer, sondern live mit deinen Freunden erleben ? Dann kauf dir doch das Regelwerk von blablabla..." Im Grunde ist wow inzwischen nichts anderes mehr, als ein Ersatz für P&P-Runden.

Verständnisfrage: Wo platzierst du diese Anzeigen? Im Spiel oder in der Fachpresse?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 17:28
In Fachzeitschriften über Spiele.
Das wären bei Rollenspielen mittels Computer schlichtweg die Computer-Spielmagazine.
Was Twilight angeht: Gibt es da Fan-Zeitschriften zu? Falls ja: Da rein!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 17:31
In Fachzeitschriften über Spiele.
Das wären bei Rollenspielen mittels Computer schlichtweg die Computer-Spielmagazine.
Was Twilight angeht: Gibt es da Fan-Zeitschriften zu? Falls ja: Da rein!

Je nach Zeitschrift könnten das aber schon wieder richtig heftige Kosten sein (und eine ANzeige muss ja auch erstmal von einem Grafiker erstellt werden, der dafür auch Geld sehen will).
Edit: Aber das hätte Potential, ich meine mich auch erinnern zu können, dass die Gamestar bei vielen Rollenspielen (gut, bei Drakensang kommt man daran nicht vorbei) auch auf die P&P - Variante hingewiesen hat, sofern vorhanden. Wie das bei anderen Publikationen aussieht, weiss ich leider nicht.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 17:32
Na, das wäre doch ideal. Wir könnten gleich einen Fotoroman dazu machen, dann kriegt Erik auch seine Sex-Komponente.  :)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 17:33
Bin leider kein Wirtschaftsfachmensch, daher gilt: keine Ahnung.
Aber das in deinem Spoiler halte ich ersthaft für eine sehr gute Idee !
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 4.08.2010 | 17:34
Juhu! Aber soviele Models haben wir ja nicht.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 17:35
Es gibt schon gutaussehende Rollenspieler. Beweist sich auf dem Großen jedes Mal aufs Neue.  :)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 4.08.2010 | 17:36
Je nach Zeitschrift könnten das aber schon wieder richtig heftige Kosten sein

Richtig. Man konkurriert nämlich mit PC-Spiele - Anbietern, die im deutschen Markt bis zu 100.000 Einheiten eines Titels verkaufen. Bei Konsolen-Toptiteln auch mal mehr.

Vom Toptitel im Rollenspielmarkt muss man mittlerweile wohl schon bei mehr als 5.000 verkauften Einheiten sprechen.....
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 4.08.2010 | 17:36
Bin leider kein Wirtschaftsfachmensch, daher gilt: keine Ahnung.
Aber das in deinem Spoiler halte ich ersthaft für eine sehr gute Idee !


Das war jetzt von mir auch etwas missverständlich, weil ich in meinem ersten Beitrag meinte, Werbung und Marketing seien sehr teuer, in einem zweiten dann aber nach einem (eigentlich kostenunabhängigen) Marketing-Mix gefragt habe. Sorry!

So, und wer tritt jetzt an die "Bravo" heran und lädt sie zur RPC ein?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 4.08.2010 | 17:40
Alles sehr gute Ideen, aber wie schaffe ich es, dass das Proto-Twilight-Fangirlie, dass in seinem Leben noch nie von Rollenspiel gehört hat, aber total vernarrt in Vampire ist, sich ein Regelwerk kauft? Will ich überhaupt, dass es sich zu Weihnachten von Mama und Papa ein Regelwerk wünscht statt eines neuen Handys?

Ein weit größeres Problem scheint mir zu sein, dass sich niemand aus der Rollenspiellandschaft (und ich nehme mich selbst da gar nicht aus) für diese Zielgruppe interessiert, auch und besonders auf Seiten der Verlage und Schreiber. Bei manchen Kult-Phänomenen ist der Zug meist schon abgefahren, wenn der Hype da ist - bis ein verkaufsreifes Spiel fertig ist, ist die Welle vorübergeschwappt.


Das ist alles nicht cool und edgy genug. Dann lieber bei Unknown Armies oder DeGenesis bleiben...
(Maddrax und John Sinclair waren mutig und wichtig, um mal positive Beispiele zu nennen.)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 17:42
In erster Linie muss ja auch das Kaufinteresse geweckt werden, heisst, dem potentiellen Kunden muss vermittelt werden, dass er dieses Produkt unbedingt braucht. Wie würdet ihr das anstellen?

1. Markt Analyse

 Werbe sowie Absatz relevante Haupt Zielgruppe ermitteln

Die Frage stellen:
Moechte ich etablierte Rollenspieler ansprechen.
Wenn ja, welche Gruppe Rollenspieler moechte ich ansprechen.
[Kunden eigener vorheriger Systeme. Storyteller. Taktiker. etc.]

Moechte ich neue Kunden ansprechen.
Welche Szenen gibt es die mein Produkt abnehmen respektive welche Szenen sind derzeit aktiv und haben ein eventuelles Beduerfniss an einem Rollenspiel welcher Form.

Der Fokus kommt auf eins der beiden Sachen.

In Bezug auf nWoD koennte da so etwas heraus kommen wie:
"Man moechte die etablierten Rollenspieler nunmehr weniger ansprechen nachdem man nicht mehr viel mehr auf die ehmaligen Kunden zugehen kann und die Storyteller nun mehr recht umfassend Material bietet.

Man legt daher den Fokus auf Neukunden.
Derzeit kann man feststellen das eine grosse Anzahl, ueberwiegend weiblicher Personen, zwischen 12 bis 30 sich fuer das Thema Vampire interessiert und entsprechenden Buch wie TV Serien zu Erfolg verhilft.
Versucht man zu um reissen welche Szenen es betrifft waeren da:
Buch sowie Serien Fans
[Twilight, Vampire Diaries, True Blood]
Anime / Manga / VK Fans
[Vampire Knights + ein doppeltes Dutzend kleiner Serien]
Gothic Fans
[Derzeit eher zurueckhaltend da das Thema ueberaus stark in den Mainstream gerutscht ist, kommen vermutlich dann wieder staerker in den Vordergrund wenn die grosse Welle abnimmt]"

 Naehere Zielgruppen Betrachtung

Was sind die Beduerfnisse. Wie nehmen sie das Vampire Thema wahr!

Kommunikations Foren und Wege. Wo halten sie sich auf. Was sind die Erwartungen hinsichtlich des sozialen Auftreten. Zugaenglichkeit der jeweiligen Szene. Technik zugaenglichkeit.

In Bezug auf nWoD koennte da so etwas heraus kommen wie:
"Den Serien ist gemein das sie nur im seltenen Fall Action beeinhalten respektive diese in den Hintergrund des Handlungsfokus tritt. Fokus auf der persoenliche Dramatik, dem Emotionalen sowie Sozialen Aspekt.
Serien Eigenheiten u.a. fuer Twilight "Coole Spezial Powerz + glitzern in der Sonne", True Blood "Gedanken lesende Menschen" Vampire Diaries "Herzschmerz, Hexen + brauchen Artefakt fuer Sonnenbad" Vampire Knights "Monster vs. Menschlichkeit".

Kommunikationswege:
Foren, Blogs, Treffen, Conventions, Buchlesungen, Buchgeschaefte, Kino Besuche.

Erwartungen:
Twilight: Freundliches, junges Auftreten, benutzen von kleinschrift, hippe nicht zu darque Kleidung, nur a bissel ungepasst, nicht gleich mit dem Black Label ankommen weil die Muetter mit schauen. Sehr Zugaengliche Szene.

Anime: Hip, visual Kei Stile, Promo Leute am besten gleich in Costumes packen, offenheit gegenueber anderen Anime zeigen. Zugaengliche Szene.

Gothic: Dunkle Kleidung, wenn abstellen der nicht als Freizeit Goth durchgeht sondern es durch zieht. Black Label koennte ankommen. Das ganze ernst nehmen. Weniger zugaengliche Szene.

Technik zugaenglichkeit:
Twilight: Sie kennen Buecher und nun auch das Kino. Mittelmaessig Innovationsfreudig. Schaffen sich fuer ein RPG kein iPad an.

Anime: Sind Hip, haben vermutlich fast alle iPhones, Zeichenboard, wollen ein iPad und finden es klasse es zu nutzen."

 Anpassung des Produkt auf die Zielgruppe

Hinsichtlich Verstaendlichkeit, Verfuegbarkeit, Aufmachung und Zugaenglichkeit.
Hierbei hilft eine Ist / Soll Analyse.

In Bezug auf nWoD koennte da so etwas heraus kommen wie:
"Wir bieten Produkte die fuer den Kundenkreis der etablierten Rollenspieler, welches formell die Anforderungen der Storyteller erfuellt und dem diesen Arbeiten koennen.
Fans des vorherigen Haus System haben die gleiche Grundlage, moegen jedoch eventuell noch eine Verlagsseitig explizite Conversion haben. Sind in der Prioritaet aber hinten an

Neu Kunden benoetigen einen direkten Bezug zu ihrem Fandom.
Das koennte ein Setting-Sourcebook sein das den Titel 'A world in Twilight' hat.
Die Aufmachung der entsprechend der Zielgruppen Betrachtung ausgerichtet.
Neu Kunden sind an der Thematik Vampire interessiert.
Das heisst anstelle ihnen gleich zwei Buecher zu verkaufen, bietet es sich an in den jeweiligen Setting-Sourcebook die vollstaendig benoetigten Regeln zur Verfuegung zu stellen.
Fluffbooks die auf das Setting-Sourcebook verweisen.

Neue Kunden kaufen ihr Buch bei Amazon. Print Ausgabe benoetigt.
Neue Kunden sind Technik narren weil wir was von den CCP Kunden haben wollen. Innovatives Spielkonzept benoetigt das ein iPad vorraussetzt bzw. auf nie zuvor dagewesene Art und Weise nutzt."

2. Awareness

Wenn man nun ein Buch fuer T/VD/TB oder eine andere Serie hat, sollte man die neuen Kunden darueber informieren das sie neue Kunden werden wollen.

In Bezug auf das nWoD Beispiel koennte es beeinhalten:
"Information ueber bestehende Fan Zines sowie das schalten von Werbung in Zielgruppen relevanten Magazinen.

Kontakt Aufnahme mit Produzenten [ggf. schon im Zug des Lizenz Erwerbs], einkaufen an Marketing Aktionen.

Kontakt Aufnahme mit Distributoren, dafuer sorgen das das Twilight RPG in der Buchhandlung in der Naehe der Buecher liegt.

Praesenz bei direkten Veranstaltungen [Twilight Fan Treffen]. Inklusive Stand, Probe Runden, weiteres Twilight Merchandise.

Praesenz bei indirekten Veranstaltungen [Anime / Manga Con auf welcher der neue Twilight Comic vorgestellt wird]. Inklusive Stand, Probe Runden, weiteres Con bezogenes Twilight Merchandise.

Grundstock aufbauen, verschenken einer handvoll Exemplare [Preisausschreiben].

Socialising mit Fans, einrichten Verlagsbezogener Kommunikationsplattformen bzw. einnisten auf bestehender Einbindung in Entwicklungsprozesse bzw. Feedback Annahme."

3. Produzieren & Verkaufen :D


Also so stelle ich mir das etwa vor.
Wobei die Marktanalyse klassischerweise nicht vollstaendig vom Marketing gemacht wird.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 17:51
Das war jetzt von mir auch etwas missverständlich, weil ich in meinem ersten Beitrag meinte, Werbung und Marketing seien sehr teuer, in einem zweiten dann aber nach einem (eigentlich kostenunabhängigen) Marketing-Mix gefragt habe. Sorry!

So, und wer tritt jetzt an die "Bravo" heran und lädt sie zur RPC ein?

Die Anduin?

Finde die Idee eigentlich gar nicht schlecht, mal an die heranzutreten und zu fragen. Die sind doch mit Sicherheit immer auf der Suche nach Themen, die mal ein bißchen "wild" sind.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Zornhau am 4.08.2010 | 17:54
Die sollen halt was für die 30-jährige Zielgruppe rausbringen.
Vielleicht ist Dir das nicht bekannt, aber diese Zielgruppe - 30+ Jahre alt, verheiratet, mit Kindern, berufstätig - ist DIE Zielgruppe, die von Savage Worlds bewußt angesprochen werden sollte.

Und das ist auch einer der kritischen Erfolgsfaktoren von SW. - Das Spiel ist mit einem normalen Berufs- und Familienleben VERTRÄGLICH, statt die HINGABE zu fordern, die andere Spiele von den Schülern und Studenten als Zielgruppe - 15-25 Jaahre, unverheiratet, keine Kinder, keinen (Vollzeit-)Beruf - aufbringen können.

Ich hatte gerade zu relativ gemütlichen Uni-Zeiten ENORM VIEL MEHR Zeit auf meine Spielrundenvorbereitungen und auf Marathonsitzungen von 10 Stunden, 12 Stunden, 16 Stunden aufwenden können, als mir das jetzt möglich ist.

Selbst im hektischen Projektgeschäft mit Überstunden findet man für Savage-Worlds-Spielrundenvorbereitung noch Zeit. - Eine Plot-Point-Kampagne kann man so spielen, daß man nur eine halbe Stunde vor der Spielsitzung kurz mal reinliest und dann losspielt.

Das ist ein Rollenspiel, welches mit ABSICHT auf diese Zielgruppe hin gestrickt wurde.

Daß es auch noch andere Erfolgsfaktoren hat, möchte ich nicht unerwähnt lassen, aber gerade in der Anfangszeit, wo es sich gegen D20/D&D 3rd positioniert hatte, konnte SW so die vielen Alt-Rollenspieler, die einfach wegen der Aufwendigkeit von D20-Spielvorbereitungen und Spielabwicklungen ihr Hobby sonst an den Nagel gehängt hätten, mobilisieren.

Daher finden sich unter den Savages der ersten Jahre sehr viele Leute der älteren Generation, 30+, 40+ (auch 50+, wobei die inzwischen wieder im Rahmen der OSR oft zu älteren, nostalgischeren Rollenspielen abgewandert sind - man findet sie unter ihren Usernamen im Pinnacle-Forum nun bei Dragonsfoot und anderen OSR-Sammelstellen).

Savage Worlds ist ein Rollenspiel, das definitiv seine Zielgruppe erreicht hat.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 17:54
So, und wer tritt jetzt an die "Bravo" heran und lädt sie zur RPC ein?

Einfach ein paar Tickets zur Verlosung ausgeben ?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 17:56
Je nach Zeitschrift könnten das aber schon wieder richtig heftige Kosten sein (und eine ANzeige muss ja auch erstmal von einem Grafiker erstellt werden, der dafür auch Geld sehen will).
Ganz ohne Scheiß: Gestern lief vor Inception(!) eine Werbung für ein Twilight-Fan-Magazin. Im Kino!
Da wär ja fast die Frage, ob sich nicht sogar Kinowerbung vor Fantasy-/Mysteryfilmen für so manches Rollenspiel lohnen würde (natürlich nur in Städten mit ausreichender Einwohnerzahl).

Edit: Aber das hätte Potential, ich meine mich auch erinnern zu können, dass die Gamestar bei vielen Rollenspielen (gut, bei Drakensang kommt man daran nicht vorbei) auch auf die P&P - Variante hingewiesen hat, sofern vorhanden. Wie das bei anderen Publikationen aussieht, weiss ich leider nicht.
DSA hat sein Basisbuch als Gratis-PDF auf die Drakensang-Spiel-DVD gepackt. Cross-Marketing geht also durchaus, wenn man will.
Ob man damit nun allerdings neue Spieler gewonnen hat, weiß vermutlich auch wieder keiner. Dennoch wär es für mich (wäre ich aktiver als DSA-Spieler) fast ein Grund gewesen, mir das Spiel zu kaufen, um an eine durchsuchbare PDF des Basisbuchs zu kommen, die es sonst nicht gab. Also eigentlich auch wieder bekloppt (oder clever, weil man dadurch ja DSA-Spieler zum Drakensang-Kauf "animiert").

Ein weit größeres Problem scheint mir zu sein, dass sich niemand aus der Rollenspiellandschaft (und ich nehme mich selbst da gar nicht aus) für diese Zielgruppe interessiert, auch und besonders auf Seiten der Verlage und Schreiber. Bei manchen Kult-Phänomenen ist der Zug meist schon abgefahren, wenn der Hype da ist - bis ein verkaufsreifes Spiel fertig ist, ist die Welle vorübergeschwappt.

  • Aber niemand hat ein Harry-Potter-(kompatibles-) Rollenspiel geschrieben, und das Zeitfenster war nun wirklich groß genug. Dabei wäre das ein Türöffner für Feder & Schwert gewesen. Selbst wenn WW die Verwendung des Storyteller-Systems nicht erlaubt hätte (und ich bin mir sicher, sie hätten es nicht), hätte ein abgefeiltes System mit w6 statt w10, weniger Stats usw. immer noch optisch die Verbindung zur WoD dargestellt und hätte neue Spieler zu Vampire und Mage (damals noch die alte WoD) bringen können.
Da ist wieder das Problem mit der Vision contra Wirtschaftlichkeit - die, die es machen könnten, tun es nicht. Da springt keiner über seinen Schatten und sagt "Hey, das hat Potential!". Da wird lieber im ewig gleichen Kundenkreis geworben.
Das fehlende Harry-Potter-Rollenspiel soll ja angeblich damit zu tun haben, dass Frau Rowling explizit kein RPG haben wollte. Angeblich. Warum aber niemand die Seriennummern abgefeilt hat, um was entfernt ähnliches auf den Markt zu werfen, hab ich nicht verstanden. Vielleicht ist da doch die Angst, von WB, dem Verlag und der Frau selbst verklagt zu werden, zu groß - vermutlich wäre das ja tatsächlich ebensogut wie ein aufgesetzter Kopfschuss für den Publisher gewesen.  :-\
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 18:01

Das ist alles nicht cool und edgy genug.

Da fehlt noch der Begriff "nerdig".

Ganz ohne Scheiß: Gestern lief vor Inception(!) eine Werbung für ein Twilight-Fan-Magazin. Im Kino!
Da wär ja fast die Frage, ob sich nicht sogar Kinowerbung vor Fantasy-/Mysteryfilmen für so manches Rollenspiel lohnen würde (natürlich nur in Städten mit ausreichender Einwohnerzahl).

Nimm ein kleines Provinzkino, da kostet es sogar noch weniger, hat aber dafür den Nachteil, daß das Rwegelbuch auch billig sein muß, jedenfalls, wenn das Klischee zutrifft, daß "Provinzler" weniger Geld "für sowas" zur Verfügung haben, als Städter. Kann mich natürlich auch irren.

Zitat
DSA hat sein Basisbuch als Gratis-PDF auf die Drakensang-Spiel-DVD gepackt. Cross-Marketing geht also durchaus, wenn man will.
Ob man damit nun allerdings neue Spieler gewonnen hat, weiß vermutlich auch wieder keiner. Dennoch wär es für mich (wäre ich aktiver als DSA-Spieler) fast ein Grund gewesen, mir das Spiel zu kaufen, um an eine durchsuchbare PDF des Basisbuchs zu kommen, die es sonst nicht gab. Also eigentlich auch wieder bekloppt (oder clever, weil man dadurch ja DSA-Spieler zum Drakensang-Kauf "animiert").

Einer meinte, er wolle sich nicht durch mehrere hundert Seiten PDF durcharbeiten, um die Regeln im Spiel selbst zu verstehen (zu können).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 18:04
Das ist eine Frage der UNTERSTÜTZUNG durch den Verlag.

PG läßt die SW-Produktreihe sozusagen "austrocknen", nachdem NICHT PG, sondern die hochmotivierten deutschen Savages sowohl die deutsche Ausgabe GEWOLLT, sie GEFÖRDERT und auch PROPAGIERT hatten.

Das ist ein Problem der Verlags-ETHIK, welches PG hier in keinem guten Licht dastehen läßt.

Andere SW-Lizenznehmer wie Triple Ace Games machen hier vor, wie man die Savages mobilisiert, informiert, einbezieht, bei (Kauf-)Laune hält. - Das führt zu SEHR LOYALEN Kunden, die einem auch mal ein mäßiges Produkt verzeihen.
Ich weiß zwar nicht, wie die genaue Situation ist, aber du sagst es doch selbst: Lizenz ist das Zauberwort.
Anstatt PG immer wieder Untätigkeit vorzuwerfen, sollte man dann vielleicht eher mal sehen, ob man da nicht selbst aufspringen kann. Machen doch bei D&D auch alle dank OGL (oder auch nicht, wie oben jemand schrub). Damit meine ich dich jetzt nicht persönlich, sondern "die Savages", die ständig rummosern.
Warum sollte man nicht auch in Deutschland eigenes SW-Zeug machen können? Wer zwingt einen, nur die englischen Sachen zu übersetzen? Und sollte das nicht gehen: Was hat PG geritten, sowas zu unterbinden? (das wäre dann ein gutes Beispiel für schlechtes Marketing bzw. verfehlte Verkaufsstrategie für ein Basisbuch, das explizit spieltechnisch savagen zulassen will, aber es dann wieder nicht rechtlich zulässt).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 18:12
Einer meinte, er wolle sich nicht durch mehrere hundert Seiten PDF durcharbeiten, um die Regeln im Spiel selbst zu verstehen (zu können).
Womit wir wieder bei der mangelnden Einsteigerfreundlichkeit sind.
Im Ernst, wie will man einem Neuling per Cross-Marketing Rollenspiel als DAS Hobby verkaufen, wenn man für alles dicke Wälzer oder gleich mehrere Bücher braucht, um überhaupt loslegen zu können?
Da verfehlt z.B. auch FFG (und demnächst dann auch Feder&Schwert) das Ziel, mit einem 100$ teuren Warhammer Fantasy-Grundset neue Spieler zu motivieren. Alte vielleicht, vielleicht auch andere Rollenspieler. Aber komplette Neulinge? (In dem Zusammenhang wär ebenso interessant, ob sich tatsächlich auch Neulinge die Table-Top-Starterboxen kaufen oder ob da der Kundenkreis auch aus alten Spielern generiert wird)
Was man bräuchte, wären mehr Spiele wie die Produkte der Pocket RPG-Reihe oder Inspectres damals, vielleicht sogar noch wie das John-Sinclair-Rollenspiel. Damit kann man Leute locken - nicht zu dick, nicht zu teuer, alles drin, was man braucht.
Da läge es dann wiederum in der Strategie des Verlags, neuen Content zu generieren, um die Käufer an der Stange zu halten (für ein fiktives Harry-Potter-Rollenspiel ganz klar das "Jahr 2"-Buch als erste Ergänzung des Grundbuchs, vielleicht noch eine Todesser-Erweiterung, ein eigenes Monsterkompendium...).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 18:17
Bin ganz deiner Meinung.

Völlig OT: Was für ein Setting ist John Sinclair genau?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Zornhau am 4.08.2010 | 18:24
Völlig OT: Was für ein Setting ist John Sinclair genau?
Das John-Sinclair-Setting nach der John-Sinclair-Heftromanserie, welche im Grusel-Genre angesiedelt ist.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 18:32
Aha. Okay, danke.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Belchion am 4.08.2010 | 18:33
Warum sollte man nicht auch in Deutschland eigenes SW-Zeug machen können? Wer zwingt einen, nur die englischen Sachen zu übersetzen? Und sollte das nicht gehen: Was hat PG geritten, sowas zu unterbinden?
Faulheit, Kapitalmangel, Ideenlosigkeit, mangelnde SW-Praxiserfahrung… Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. ;)

Grundsätzlich sind aber deutsche Veröffentlichungen für Savage Worlds möglich, Prometheus bietet die gleichen Lizenzbedingungen wie Pinnacle es auch tut. (Fan-Lizenz und offizielle Lizenz).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 4.08.2010 | 18:43
Dann sollte jetzt nur noch jemand Twilight savagen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Vash the stampede am 4.08.2010 | 18:44
Dann sollte jetzt nur noch jemand Twilight savagen.

Ja, nee, is' klar. ::)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 18:46
Vorallem ohne Lizenz von Twilight ^^;
Ich mein der erste Schritt, noch vor dem Marketing, ist beim anhaengen an Franchises, die Leute darauf ansprechen was die Lizenz kostet respektive welche Anforderung sie haben damit es offiziell auf der Merchandise Welle mitschwimmen kann.

Eine aktuelle TV Serie wo das mit dem RPG wohl klappt ist btw. Doctor Who. Da kommt nu nach kaum einem Jahr auch eine neue Edition raus, mit neuem Doctor und so..
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Haukrinn am 4.08.2010 | 19:06
Um nochmal das Beispiel White Wolf aufzugreifen. Weiß denn hier jemand überhaupt, wie deren Verkaufszahlen nach der Neueditionierung so ausgesehen haben? Außerhalb Deutschlands ist die neue Edition ja eigentlich sehr positiv aufgenommen worden. Und White Wolf schert sich um den deutschen Markt wahrscheinlich einen feuchten Kehricht (hoffe ich zumindest, so undankbar wie der ist).
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: kirilow am 4.08.2010 | 19:08
Lieber TAFKAKB,

schön, dass Du jetzt endlich auch eingesehen hast, dass ein DSA5 her muss. :D

Mir scheint neben einer Orientierung an doch immer etwas im Allgemeinen bleibenden Managementansätzen (so erschien es mir zumindest bei dem Change-Management-Kram) wäre es erstrebenswertdie konkreten good practices anzusehen. Das beste Beispiel ist natürlich D&D3. Ich habe die Frage ja schon im Schwesterthread drüben (http://www.the-prussian-gamer.de/index.php?topic=2204.0) gestellt: was sorgte eigentlich für den außerordentliche Erfolg und was davon ist übertrag- bzw. reproduzierbar?

Nebenbei: hör Dir mal das verlinkte Dancey-Interview an, das lohnt wirklich. RD beschreibt da auch die Probleme am Ende der 2nd Ed., und was er da sagt, hört sich sehr nach dem aktuellen DSA an.

Grüße
kirilow


Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 4.08.2010 | 19:38
Das liegt daran, dass es unter dem Namen Harry Potter ein Leichtes gewesen wäre Erfolg zu haben und ohne den Namen eben nicht.

Wobei Harry Potter ja durchaus ein eigenes Jugendbuchsegment mit massenhaft (auch erfolgreichen) Trittbrettfahrern begründet hat.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 4.08.2010 | 20:07
Wobei Harry Potter ja durchaus ein eigenes Jugendbuchsegment mit massenhaft (auch erfolgreichen) Trittbrettfahrern begründet hat.
Eben, ein "School of Magic & Wizardry" betiteltes Rollenspiel hätte da völlig ins Segment gepasst, bei dem jeder dennoch gleich verstünde, worum es geht und an was es angelehnt ist.
Funktioniert bei den Twilight-Trittbrettfahrern ja auch.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 20:51
Hey kirilow,

es wundert mich natürlich nicht, dass Du als windelweicher Geisteswissenschaftler den induktiven Pfad über Best Practices zu beschreiten vorziehst  ;)

Aber im Ernst: der verlinkte CM-Kram ist selbstredend ebenso oberflächlich wie holzschnittartig. Das lässt sich aber nicht vermeiden, wenn man erstens einen hohen Generalisierungsgrad anstrebt und die Leser hier im Forum zweitens nicht mit Fachchinesisch vollballern will. Außerdem steckt hinter dem resultierenden Kochrezept von Kotter schon noch ein bisschen Hirnschmalz bei der Herleitung. Der Knilch hat seinen Lehrstuhl in Harvard schließlich ebensowenig geschenkt bekommen wie die dauernden Empfehlungen, ihm dem Wirtschaftsnobelpreis zu verleihen, ihren Ursprung haben.

Als "Schwesterthread" empfinde ich Deine Frage nach dem Indian Summer aber eigentlich nicht so richtig. Da geht es nach meinem Empfinden eher um interkulturelle Unterschiede. Es mag arrogant klingen, aber: die ganze Diskussion dort schreit doch förmlich nach einer interkulturellen Betrachtung, aber niemand kommt auf diesen Trichter oder kann das neben aller Pöbelei und Hetze leisten. Ne danke. Aber das Zeug von Silent Pat fand ich aufschlußreich. Und wenn Du es empfiehlst, hör ich mir den Podcast auch noch gerne an.

Schönen Abend noch!

Übrigens: Ich empfinde sehr viele Beiträge ebenso wie die Diskussion in diesem Thread als informativ, kontrovers, facettenreich, spannend UND harmonisch. Das ist eine echte Leistung im Theoriebereich eines Rollenspielforums. So macht das wirklich Spaß. Vielen Dank dafür!

Lieber TAFKAKB,

schön, dass Du jetzt endlich auch eingesehen hast, dass ein DSA5 her muss. :D

Mir scheint neben einer Orientierung an doch immer etwas im Allgemeinen bleibenden Managementansätzen (so erschien es mir zumindest bei dem Change-Management-Kram) wäre es erstrebenswertdie konkreten good practices anzusehen. Das beste Beispiel ist natürlich D&D3. Ich habe die Frage ja schon im Schwesterthread drüben (http://www.the-prussian-gamer.de/index.php?topic=2204.0) gestellt: was sorgte eigentlich für den außerordentliche Erfolg und was davon ist übertrag- bzw. reproduzierbar?

Nebenbei: hör Dir mal das verlinkte Dancey-Interview an, das lohnt wirklich. RD beschreibt da auch die Probleme am Ende der 2nd Ed., und was er da sagt, hört sich sehr nach dem aktuellen DSA an.

Grüße
kirilow
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 4.08.2010 | 21:00
Mir scheint neben einer Orientierung an doch immer etwas im Allgemeinen bleibenden Managementansätzen
Management respektive Marketing Ansätze sind prinzipiell allgemein und werden dann in entsprechender Literatur, bei dem Link im Startpost war ein Buch angegeben, verlinkt.

Mit dem etwas längeren Text auf Seite 5 versuchte ich grob zu strukturieren wie man aus Marketing Sicht einen Produkt Verkauf / Vertrieb betrachtet. (Abstrahiert auf tatsächlichen Diskussionen in der Marketing Abteilung in der ich arbeite)

Zitat
Das beste Beispiel ist natürlich D&D3.
Wenn du das D&D3 Marketing für eine best practice hält's könntest du es auch hier ausführen und ggf. Vergleiche zu der vierten Edition ziehen die nunmehr aktuell ist?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 4.08.2010 | 21:05
Wenn du das D&D3 Marketing für eine best practice hält's könntest du es auch hier ausführen und ggf. Vergleiche zu der vierten Edition ziehen die nunmehr aktuell ist?
Also ich hatte den guten kirilow ja gerade mit einem kleinen Augenzwinkern rüde abgeschmettert, aber eigentlich stimme ich seiner Beobachtung, dass insbesondere die Einführung der 3E ein toller Beispielcase ist, absolut zu. Das ist ein bisschen langweilig, lässt sich in diesem konkreten Fall aber kaum anders drehen. Habe leider gerade keine Zeit, aber mit ein wenig Mühe lassen sich sehr schön die Parallelen zwischen 3E und Kotter zeigen. Das hatte ich damit andeuten wollen:
Vergleich das mal mit der Open Gaming License oder dem D20-Konzept von D&D3. DAMIT verbinden sich gelungene Visionen und Strategien!
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 4.08.2010 | 22:59
Wobei Harry Potter ja durchaus ein eigenes Jugendbuchsegment mit massenhaft (auch erfolgreichen) Trittbrettfahrern begründet hat.

Hat Twilight das nicht auch ?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: kirilow am 4.08.2010 | 23:50
Lieber TAFKAKB,

Aber im Ernst: der verlinkte CM-Kram ist selbstredend ebenso oberflächlich wie holzschnittartig. Das lässt sich aber nicht vermeiden, wenn man erstens einen hohen Generalisierungsgrad anstrebt und die Leser hier im Forum zweitens nicht mit Fachchinesisch vollballern will. Außerdem steckt hinter dem resultierenden Kochrezept von Kotter schon noch ein bisschen Hirnschmalz bei der Herleitung. Der Knilch hat seinen Lehrstuhl in Harvard schließlich ebensowenig geschenkt bekommen wie die dauernden Empfehlungen, ihm dem Wirtschaftsnobelpreis zu verleihen, ihren Ursprung haben.
Nun habe ich ja des Herrn Kotters Bücher nicht gelesen (vertraue aber da auf Dein Urteil), sondern nur den verlinkten Werbetext der Consulting-Firma. Und zumindest eine Spitze muss ich doch loswerden:
Zitat
Die Vision lautete folgendermaßen:
„Wir sind davon überzeugt, dass wir im kommenden Jahrzehnt wettbewerbsfähig sein werden. Wir werden ein wertvoller, allseits geschätzter Teil des Gesamtunternehmens
sein und dies durch hohe Serviceorientierung und –qualität unter Beweis stellen. Die Zufriedenheit unserer Kunden wird dabei unser Maßstab sein. “„Dieses Ziel erfordert große Anstrengungen seitens der Mitarbeiter/-innen und des Managements. Das Management
ist sich seiner Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber der Belegschaft bewusst. Deshalb handeln wir und wollen die Mitarbeiter/innen für den Veränderungsprozess
gewinnen und – wo möglich - in den Prozess aktiv einbinden.“„Es gibt für die Zukunft keine absolute Sicherheit, aber wir wollen den Zukunftssicherungsvertrag operativ umsetzen
und darüber hinaus die Weichen für die Zukunft stellen.“

Das soll nun eine beispielhafte zukunftsweisende Vision sein? Das sind lauter banale Allgemeinplätze, die mir vor allem nach DDR-Brigadetagebuch klingen. :D

Glaube aber gerne, dass hinter Kotters Modell sinnvolle und schlaue Überlegungen&Erkenntnisse stecken. (Habe das ja auch gar nicht kritisiert.)

Mal eine ernsthafte Frage: so wie ich die 8 Punkte verstanden habe, geht es dabei doch um Wandel im Unternehmen, z. B. strategische und organisationelle Ausrichtung. Wieweit hältst Du das übertragbar auf die hier vorliegende Situation einer Neuedition? Es handelt sich dabei doch nicht um einen inneren, sondern einen nach außen gerichteten Wandel, der vor allem die Kunden betrifft.
Oder geht es Dir darum, dass sich die Verlage (bzw. der Verlag, wir reden ja hier über Ulisses) selbst wandeln sollten? (Nebenbei: das denke ich sogar auch, hat aber nicht so viel mit einer Neuedition zu tun.)

Da geht es nach meinem Empfinden eher um interkulturelle Unterschiede.
Na, da will Sett ja auch immer drauf hinaus. Ich bin da aber gar nicht so von überzeugt. Die Frage, warum DSA ist wie es ist und D&D ist, wie es ist, hat gewiss mit kulturellen Unterschieden zu tun. Die Frage, ob eine Generation (oder wie Du als knüppelharter Sozialwissenschaftler wohl lieber sagen würdest: Kohorte) ein zweites mal zum Kunden wird bzw. eine neue Generation erreicht werden kann* aber nur bedingt.


Liebe Grüße
kirilow


*was von beiden finde ich übrigens die wirklich spannende Frage. Dancey sagt ja, dass sie in ihrer Befragung nur die unter 35jährigen befragt haben, da ältere weniger kaufen. Unter diesem Gesichtspunkt muss es also so erscheinen, als wäre es eine neue Generation. Aber ehrlich gesagt, so aus dem Bauch heraus scheint es mir einfach zu naheliegend, dass hier Altkäufer reaktiviert wurden. Nun ja.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: kirilow am 4.08.2010 | 23:56
Wenn du das D&D3 Marketing für eine best practice hält's könntest du es auch hier ausführen und ggf. Vergleiche zu der vierten Edition ziehen die nunmehr aktuell ist?
Dazu erst mal nur zwei Bemerkungen:
1. Ich halte den Vergleich zur vierten Edition für nicht sehr schlau, da keiner von uns weiß, ob und wie weit die sich gut verkauft. Dagegen ist klar, dass die dritte Edition ein ausgesprochener Erfolg war, vor allem im Gegensatz zur Situation am Ende der Zeit der zweiten Edition. Zudem finde ich es ja eine interessante Frage, und darum ging es mir drüben, wieweit es für solche (nochmaligen und späten) Erfolge gewissermaßen Zeitfenster gibt.

2. Ehrlich gesagt bin ich nicht mal sicher, wie weit der Erfolg der 3.Ed. auf a) Marketing, b) Strategie oder c) Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Ich bin hier selbst eher Fragender.

Liebe Grüße
kirilow
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Humpty Dumpty am 5.08.2010 | 05:46
Mist, gute Punkte und leider kaum Zeit, weil auf dem Sprung und dann länger nicht verfügbar. Auf die Schnelle:
Das soll nun eine beispielhafte zukunftsweisende Vision sein? Das sind lauter banale Allgemeinplätze, die mir vor allem nach DDR-Brigadetagebuch klingen. :D
Ja. Ich hatte Kotter schnell gegoogelt und der Quatsch der Consultants tauchte weit oben auf. Der Abschnitt war mir beim Überfliegen aber auch ins Auge gefallen. Ebenso lustig wie erbärmlich, keine Frage.

Mal eine ernsthafte Frage: so wie ich die 8 Punkte verstanden habe, geht es dabei doch um Wandel im Unternehmen, z. B. strategische und organsiationelle Ausrichtung. Wieweit hältst Du das übertragbar auf die hier vorliegende Situation einer Neuedition? Es handelt sich dabei doch nicht um einen inneren, sondern einen nach außen gerichteten Wandel, der vor allem die Kunden betrifft.
Das hatte ich in der Tat vielleicht zu skizzenhaft dargestellt. Das hier wird mangels Zeit auch nicht länger, trägt aber vielleicht zur Klärung bei. Kotter beschreibt einen inneren Wandel. Er stellt fest, dass die meisten Veränderungsprozesse scheitern, weil die Mitarbeiter sich gegen den Wandel sträuben, keinen Sinn darin sehen, am Alten festhalten wollen, das Neue fürchten und so weiter. All diese Prozesse des Widerstands, und da sind wir wieder bei Zornhau mit seiner Feststellung, dass der RPG-Markt Besonderheiten aufweist, scheinen mir in sehr ähnlicher Form für Rollenspieler zu gelten. Insofern fand ich es naheliegend, mit den Kotterschen Schritten einen äußeren Wandel in Form eines Editionswechsels zu begleiten. Dass da noch ein sinnvolles Marketing etc. zugehört: klar. Aber als grober Leitfaden der Dinge, an die man denken könnte, erschien mir Kotters Kochrezept nicht unplausibel (mit Ausnahme einiger der 8 Schritte, given). Die Reihenfolge meines Gedankengangs war nämlich ursprünglich erst einmal nur ziemlich destruktive Kritik: "Boah, sind die Rollenspielverlage dämlich, dass die die Einführung von Neueditionen dauernd versemmeln." Da wollte ich zumindest noch den Funken eines konstruktiven Vorschlags einfügen. Vermutlich gibbet dafür viel bessere Ideen und Ansätze als den von mir aufgezeigten Kram. Ist mir aber nicht eingefallen. Und so wahnsinnig unpassend finde ich das mit ein bisschen Abstand auch gar nicht.

knüppelharter Sozialwissenschaftler
Der ist gleich in mehrfacher Hinsicht gelungen. Chapeau!

Küsschen vom kleinen Trommler
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Belchion am 5.08.2010 | 08:20
Ich glaube, viele der Stufen lassen sich nur schwer in den Bereich Marketing übertragen, weil dafür die Reihenfolge einfach falsch ist. Nur zur Erinnerung, so sieht die Kommunikation für innerbetrieblichen Wandel aus:

Stufe 1: Gefühl der Dringlichkeit erzeugen
Stufe 2: Eine Führungskoalition aufbauen
Stufe 3: Vision und Strategien entwickeln
Stufe 4: Die Vision des Wandels kommunizieren
Stufe 5: Empowerment auf breiter Basis
Stufe 6: Generierung von Short-Term-Wins
Stufe 7: Erfolge konsolidieren und weitere Veränderungen ableiten
Stufe 8: Neue Ansätze in der Kultur verankern

Während er bei der Einführung einer neuen Ausgabe eher so aussehen müsste:

Stufe 1: Fehlersuche - Was ist gut an unseren bisherigen Regeln, was ist schlecht? Welche Probleme tauchen im Spiel mit den Regeln auf? Was stört die Spieler an den Regeln, was finden sie toll?

Stufe 2: Überprüfung - Feststellen, ob die erforderlichen Änderungen eine neue Ausgabe rechtfertigen oder ob eine fehlerbereinigte Neuauflage genügt.

Stufe 3: Vision und Strategien entwickeln - Hier werden die Ziele für das neue Regelwerk definiert. Zielgruppe, Regelanwendung, Aufmachung, Unterstützung durch Zusatzmaterial (welches?) usw.

Stufe 4: Regelwerk schreiben und testen, erstes Zusatzmaterial vorbereiten.

Stufe 5: Gefühl der Dringlichkeit erzeugen - nochmal das Mißfallen der Spieler am alten Regelwerk verstärken, aber gleichzeitig zeigen (durch erste Vorschauen), wie diese Punkte im neuen Regelwerk behoben werden. (Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da man durch schlecht gewähltes Vorschaumaterial genau das Gegenteil erreicht)

Stufe 6: Die Vision des Wandels erklären - Dies gilt nach innen und nach außen, besonders für SL und Autoren. Die Abenteuer und das Zusatzmaterial müssen in Zukunft auf das neue Regelwerk und dessen Stärken angepasst werden, das heißt aber auch, SL und Autoren müssen wissen, welche Stärken es überhaupt hat und wie man sie herausstreicht.

Stufe 7: Werbung - Kurz vor Verkaufsstart sollte man dafür sorgen, dass auch jeder weiß, dass es eine neue Ausgabe gibt.

Stufe 8: Erfolge konsolidieren und weitere Veränderungen ableiten - während der Startphase genau zuhören, wo es Probleme gibt und schnell Fehler bereinigen sowie Unklarheiten aufklären.

Stufe 9: Neue Ansätze in der Kultur verankern - Bei neuen Abenteuern und Zusatzmaterial darauf achten, dass sie den Stärken und Zielen des neuen Regelwerks entsprechen. Weiterhin Kritik anbieten.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 5.08.2010 | 13:18
Ich habe Ugas Beitrag mal verschoben.
http://tanelorn.net/index.php/topic,57603.msg1168342.html#msg1168342

Zukünftig bitte Witzeleien und Smalltalk im Smalltalk abhalten.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: ErikErikson am 5.08.2010 | 13:38
Ich fands passend. Solche Sachen leiden teilweise wirklich etwas unter dem Problem, das der Aufwand den Ertrag nicht wert ist. Das hat er eigentlich gut angesprochen. Womit ich nicht sagen will, das es hier der Fall ist.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 5.08.2010 | 13:46
@Belchion: Du meinst jetzt mit deinen Punkten aber "nur" die EInführung einer neuen Edition eines bestehenden Rollenspiels, oder? Ich fände es ja immer noch spannend, wie man Nicht-Rollenspieler auf ein Spiel aufmerksam macht, auch wenn wir dazu ja schon einiges in diesem Thread gesagt haben.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Belchion am 5.08.2010 | 15:54
@Belchion: Du meinst jetzt mit deinen Punkten aber "nur" die EInführung einer neuen Edition eines bestehenden Rollenspiels, oder?
Ja, die Punkte beziehen sich auf eine neue Ausgabe eines bestehenden Rollenspiels. Bei der Einführung eines komplett neuen Rollenspiels ändert sich aber gar nicht so viel, eigentlich müssten nur Stufe 1, 2 und 5 stark verändert werden.

Bei Stufe 1 und 2 wäre der größte Unterschied, dass ich mich stärker mit dem Nicht-Rollenspiel-Markt auseinandersetzen müsste: Welcher Bereich bietet Potenzial für ein Rollenspiel? Wer sind potenzielle Kunden? Wie müsste ich das aufziehen, um die entsprechenden Fans anzusprechen?

Bei Stufe 5 müsste das Gefühl der Dringlichkeit natürlich anders erzeugt werden. Anstatt "DSA wäscht ihr Rollenspiel jetzt noch abenteuerlicher" müsste da halt ein "Jetzt endlich die Abenteuer von Glitza der Vampirette nachspielen" rein.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 5.08.2010 | 21:14
Ich habe Ugas Beitrag mal verschoben.
http://tanelorn.net/index.php/topic,57603.msg1168342.html#msg1168342

Zukünftig bitte Witzeleien und Smalltalk im Smalltalk abhalten.

War eigentlich gar nicht als Witzelei gemeint - sondern als ein Versuch, diese Regeln einmal sehr erdig an einem Beispiel darzustellen.

Ich knn mir nur unter abstrakten Konzepten etwas vorstellen, wenn ich mir auch darunter etwas vorstellen kann.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Kriegsklinge am 7.08.2010 | 13:51
Ich glaube, alles was hier über Marketing gesagt wird, ist an und für sich gut und richtig. nur kommt man um die unangenehme Tatsache nicht herum, dass außer Rollenspielern niemand Rollenspiele haben will. Ich weiß, das tut uns allen weh, weil wir halt Rollenspieler sind, bloß: der Rest der Welt kennt es nicht, will es nicht kennen oder kennt es und will aktiv nichts damit zu tun haben. Rollenspiel ist ein Hobby aus einer anderen Zeit, das in einer kleinen Nischen von einer schrumpfenden Zahl von Enthusiasten am Leben erhalten wird. Warum interessieren sich diese Leute noch dafür und andere nicht? Individuelle Charakterdeformation und biografische Zufälle. Da kann man sich auf den Kopf stellen. Es liegt nicht am Marketing, es liegt am Produkt selbst.

Die Frage, wie man Rollenspiele geschickter vermarkten könnte, erinnert so ein bisschen an die Frage, wie man tote Ratten besser verkaufen kann. Natürlich kann man sich allerlei moderne Strategietools zurechtlegen. Man kann in Zukunft von "Grufti-Rodents" sprechen, und betonen, dass in China selbst ganz angesagte Leute so was essen, und wieviel Protein die haben und dass sie ganz bestimmt schlank machen und dass man dabei noch lernt, geschundenen Kreaturen Toleranz entgegen zu bringen und außerdem, die neuen rules-light-Rodents essen sich viel schneller weg mit viel geringerer Vorbereitung, einfach rein in die Mikrowelle und ding!, und hey, auf jeder Ratte ist ein Code, mit dem kriegst du im Netz voll crazy Rattennews und Rattenklingeltöne, aber am Ende bleiben tote Ratten einfach tote Ratten, und die stinken und keiner will sie haben.

Und ungefähr genau so beliebt sind Rollenspiele heutzutage. Für ein paar Jahre, zwischen wasweißich, 1975 und 1990 war die kulturelle Großwetterlage so, dass ziemlich viele Leute das Zeug mochten, aber heute nicht mehr, zumal in Deutschland.

Im englischsprachigen Raum mag das anders sein, aber da müsste wirklich eine interkulturelle Großstudie her, wie hier schon jemand angemerkt hat. Was man sich aber auch schenken kann, weil vermutlich eh nur dabei rauskäme, dass dort halt alles ganz anders ist, irgendwie.

Sinnvoller fände ich, wenn man sich überlegt, wie die aktiven Spieler sich selber helfen können. Massenkompatibel wird es nicht mehr.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 7.08.2010 | 14:07
Es liegt nicht am Marketing, es liegt am Produkt selbst.
Marketing ist aber gerade die Kunst einem Produkt eventuell ein völlig neues Image zu geben, oder das Produkt oder die Umstände des Kaufs so zu verändern, dass es wieder Kunden findet. Wer hätte z.B. vor dem Gameboy gedacht das Hausfrauen oder Rentner sich ne Handheld-Spielkonsole kaufen um Tetris spielen zu können? Oder wer dachte in den 80ern, dass mobile Telefone für irgendwen anders als Geschäftsleute interessant sind?
Man kann die Lösung eines (Marketing)Problems eben nicht kennen bevor sie da ist. Marketing beschäftigt sich nicht mit Naturgesetzen. Es ist kein Naturgesetz dass Rollenspiele sich nicht gut verkaufen.
Tote Ratten könnte man z.B. auch besser verkaufen wenn man sie mit der richtigen Soße zwischen einem Brötchen für einen Euro bei McDonalds anbietet. ;)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 7.08.2010 | 14:11
Ich glaube, alles was hier über Marketing gesagt wird, ist an und für sich gut und richtig. nur kommt man um die unangenehme Tatsache nicht herum, dass außer Rollenspielern niemand Rollenspiele haben will. Ich weiß, das tut uns allen weh, weil wir halt Rollenspieler sind, bloß: der Rest der Welt kennt es nicht, will es nicht kennen oder kennt es und will aktiv nichts damit zu tun haben. Rollenspiel ist ein Hobby aus einer anderen Zeit, das in einer kleinen Nischen von einer schrumpfenden Zahl von Enthusiasten am Leben erhalten wird. Warum interessieren sich diese Leute noch dafür und andere nicht? Individuelle Charakterdeformation und biografische Zufälle. Da kann man sich auf den Kopf stellen. Es liegt nicht am Marketing, es liegt am Produkt selbst.
Mit Verlaub, das halte ich für Blödsinn. Es gibt so viele Formen des Eskapismus, die aktuell UND populär sind (und ja, auch Farmville oder ähnliches Gedöns IST für mich Eskapismus, denn die Leute spielen das, um mit anderen Leuten gemeinsam etwas zu erleben, "ich helf dir, du hilfst mir" und gleichzeitig ist noch Schwanzvergleich möglich, weil ich die tollere Farm, das höhere Level etc. habe) - ich bin eher der Meinung, dass viele Leute Rollenspiel einfach nicht kennen und nicht einmal wissen, was das genau ist, geschweige denn sich ein 300-Seiten-Regelwerk kaufen würden, nur um das mal auszuprobieren. So gesehen liegt es am Produkt, aber eben nicht am "Rollenspiel" an sich, sondern an der Art der Bereitstellung und der relativ hohen Schwelle, es "richtig" zu spielen (wobei dieses "richtig" jetzt das jeweilige Produkt meint - Rollenspiel an sich ist total einfach, komisch und kompliziert wird es ja erst, wenn man mit Regelwerken anfängt, da haben vermutlich die Rollenspieler - vermutlich genau deine "Enthusiasten" - selbst viel kaputt gemacht, in dem sie nach "größer, detaillierter, besser" gebrüllt haben und vergessen haben, dass es NICHT in erster Linie um die Mechaniken gehen sollte).
Komischerweise laufen ja Brettspiele und Kartenspiele durchaus besser, Computerspiele auch. Spielen ist also angesagt und wird praktiziert. Daran kann es also nicht liegen - denn Leute sind bereit, Feldherren, Raumschiffpiloten, Orkkrieger oder sonstwas zu sein und haben offenbar auch Spaß daran!
  
Die Frage, wie man Rollenspiele geschickter vermarkten könnte, erinnert so ein bisschen an die Frage, wie man tote Ratten besser verkaufen kann. Natürlich kann man sich allerlei moderne Strategietools zurechtlegen. Man kann in Zukunft von "Grufti-Rodents" sprechen, und betonen, dass in China selbst ganz angesagte Leute so was essen, und wieviel Protein die haben und dass sie ganz bestimmt schlank machen und dass man dabei noch lernt, geschundenen Kreaturen Toleranz entgegen zu bringen und außerdem, die neuen rules-light-Rodents essen sich viel schneller weg mit viel geringerer Vorbereitung, einfach rein in die Mikrowelle und ding!, und hey, auf jeder Ratte ist ein Code, mit dem kriegst du im Netz voll crazy Rattennews und Rattenklingeltöne, aber am Ende bleiben tote Ratten einfach tote Ratten, und die stinken und keiner will sie haben.
Auch wenn der Vergleich hinkt: Ja, sowas wie "Code im Deckel", "hier jetzt im Netz tolle Zusatzfunktionen freischalten" oder "3 Rubbelbilder gratis!" funktioniert nun mal. Warum es dann wieder verpönt ist, sowas zu machen, versteh ich nicht. Das ist wieder der Snobismus der "Enthusiasten": "Wenn der Nachwuchs Twilight mag, dann will ich keinen Nachwuchs." Ja, am Arsch! Wenn die älter werden, dann spielen sie vermutlich nicht nur das "Twilight"-Rollenspiel, sondern auch andere (oder nur noch andere). Oder sie lassen es vielleicht auch wieder. Das kann dem Verlag eigentlich auch wieder egal sein, solange sie mindestens einmal das Twilight-Regelwerk gekauft haben. Und wenn Leute den Szenarioband "Washington State" nur kaufen, weil 3 Poster von Edward und fünf Rubbeltattoos dabei sind, so what?
Ich find Poster in Rollenspielprodukten auch total geil, von manchen würde ich liebend gern Artbooks kaufen (gibt es nicht, dafür gäbe es aber schon Herr-der-Ringe- oder Harry-Potter-Posterhefte, auch "die Karte des Herumtreibers" als Merchandising-Produkt, dass man locker auch für das Spiel in Hogwarts zweckentfremden könnte...

Und ungefähr genau so beliebt sind Rollenspiele heutzutage. Für ein paar Jahre, zwischen wasweißich, 1975 und 1990 war die kulturelle Großwetterlage so, dass ziemlich viele Leute das Zeug mochten, aber heute nicht mehr, zumal in Deutschland.
Könnte eher was damit zu tun haben, dass die Leute, die es gerade spielen, nicht bereit sind, neue Wege zu gehen und die Verlage daher auch nicht auf ausgelatschten Wegen bleiben können (was ja eh meist der sicherer Weg ist). Komisch nur, dass das auch bei Presse und Buchhandel offenbar nicht mehr der Weg ist, der eingeschlagen werden sollte, aber ständig wird...

Sinnvoller fände ich, wenn man sich überlegt, wie die aktiven Spieler sich selber helfen können. Massenkompatibel wird es nicht mehr.
Juhu, zweckdienlicher Pessimismus!

Und wie oben schon einmal gesagt wurde: Wenn auf einmal Frauen und "Casual Gamer" Konsolen wie die Wii toll finden, weil sie damit was anfangen können, ja Herrgott, wieso soll das bei Rollenspielen nicht auch für bisher nicht erschlossene Zielgruppen funktionieren? Bedeutet nur, dass man denen vielleicht nicht unbedingt die bisherigen Systeme und Mechanismen versuchen sollte anzudrehen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 7.08.2010 | 14:16
Ich glaube, alles was hier über Marketing gesagt wird, ist an und für sich gut und richtig. nur kommt man um die unangenehme Tatsache nicht herum, dass außer Rollenspielern niemand Rollenspiele haben will.
Die Annahme halte ich für unsinnig.
Wieso sollte niemand Rollenspiele haben wollen?

Ich mein, okay, es mag ja ganz cool sein sich einzureden das man fast der letzte Spieler ist und teil einer kleinen verschworenen Subkultur. Aber abgesehen vom pushenden Effekt hinsichtlich des Egos bringt es nichts.
Im Grunde ist es doch auch gar nicht mehr als der versuch jegliche Massenkompatibilität im Keim zu ersticken,.. weil dann wäre man ja nimmer so Special. [Aber bevor man das zu gibt wird schnell noch die Forderung nach einer Studie zu den wirklich gewaltigen sozial kulturellen Differenzen der Menschen in Deutschland und Amerika laut. Kauft einem auch bestimmt wer ab, muß man nur wen noch schnell hackedicht machen]
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Niniane am 7.08.2010 | 14:42
Ich glaube, alles was hier über Marketing gesagt wird, ist an und für sich gut und richtig. nur kommt man um die unangenehme Tatsache nicht herum, dass außer Rollenspielern niemand Rollenspiele haben will.

Es ist doch der Sinn von Marketing und Werbung, dass man ein Kaufinteresse für Dinge weckt, die manch einer nicht wirklich "braucht". Ich muss meine Katze nicht mit Sheba füttern oder meine Küche mit Swiffer wischen, aber die Werbung macht neugierig, man kennt das Produkt und sagt sich, "ach guck mal, das ist doch das Produkt X aus dem Spot, den wir neulich gesehen haben".
Und mal ehrlich, würden wir uns iPhones, iPads, iBooks und was weiss ich nicht alles kaufen, wenn Apple nicht mit einer ausgeklügelten Kampagne das Interesse daran wecken würde? Denn "brauchen" zum täglichen Leben tu ich allerhöchstens einen analogen Apfel ;)
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: korknadel am 7.08.2010 | 15:04
ich bin eher der Meinung, dass viele Leute Rollenspiel einfach nicht kennen und nicht einmal wissen, was das genau ist, geschweige denn sich ein 300-Seiten-Regelwerk kaufen würden, nur um das mal auszuprobieren. So gesehen liegt es am Produkt, aber eben nicht am "Rollenspiel" an sich, sondern an der Art der Bereitstellung und der relativ hohen Schwelle, es "richtig" zu spielen (wobei dieses "richtig" jetzt das jeweilige Produkt meint - Rollenspiel an sich ist total einfach, komisch und kompliziert wird es ja erst, wenn man mit Regelwerken anfängt, da haben vermutlich die Rollenspieler - vermutlich genau deine "Enthusiasten" - selbst viel kaputt gemacht, in dem sie nach "größer, detaillierter, besser" gebrüllt haben und vergessen haben, dass es NICHT in erster Linie um die Mechaniken gehen sollte).

Ich würde carthinius im meisten recht geben. Vor allem das Argument mit den 300-Seiten-Regeln finde ich beachtlich, denn ich bin ziemlich überzeugt, dass ich kein Rollenspieler geworden wäre, wenn ich damals nicht die DSA-Basis-Box mit den zwei dünnen Heftchen gehabt hätte. Von Freunden hatte ich damals die D&D-Grundbox ausgeliehen (ich glaube, das war die rote), die war ähnlich. Das waren einfach noch Produkte, die sich wie "Spiele" anfühlten. Die 2000 Seiten DSA4-Regeln sind mir ja als Rollenspieler schon fast zu abschreckend. Wie viel mehr dann für jemanden, der einer runde Drachentöten am PC mal in ein Pen&Paper hineinschnuppern will? Von daher begrüße ich ja in gewisser Weise auch die 3. Warhammer-Edition, weil die wieder so ein lustiges, kindliches Spiel-Gefühl hervorruft.

Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Zornhau am 7.08.2010 | 16:06
Das waren einfach noch Produkte, die sich wie "Spiele" anfühlten. Die 2000 Seiten DSA4-Regeln sind mir ja als Rollenspieler schon fast zu abschreckend. Wie viel mehr dann für jemanden, der einer runde Drachentöten am PC mal in ein Pen&Paper hineinschnuppern will? Von daher begrüße ich ja in gewisser Weise auch die 3. Warhammer-Edition, weil die wieder so ein lustiges, kindliches Spiel-Gefühl hervorruft.
Hier gibt es ja durchaus einen Konflikt:

Rollenspiele, die als SPIEL daherkommen, die Spielmaterial (Figuren, Würfel, Marker, Karten, Chips, usw.) verwenden, sind ja gerade von "Bestandsrollenspielern" oft mit dem abwertenden "Ich will doch kein Brettspiel spielen" oder "Das ist doch bloß Tabletop" belegt worden.

Richtiges Rollenspiel (tm) scheint also nur eines zu sein, welches sich NICHT als Spiel versteht, sondern als "gehobene Kunstform" oder als "Literatur" oder so etwas.

Wie einsteigerfreundlich diese Sicht auf Rollenspiele ist, kann man sich denken.

Brettspiele sind hierzulande SEHR BELIEBT und es erscheinen jedes Jahr UNMENGEN davon, die auch ABSATZ finden. Sogar genügend Absatz, daß es auch kleine Verlage schaffen mit FESTANGESTELLTEN als Mitarbeitern über die Runden zu kommen und ihre Angestellten und ihre Inhaber zu ernähren.

Ist also der "Goldene Weg" für Pen&Paper-Rollenspiel-Verbreitung das Anheben der "Spieligkeit" in den Produkten?

Offensichtlich wird und WURDE das auch schon immer praktiziert. - Ob Midgard- oder DSA-Brettspiele, Cthulhu-Brettspiele, oder das Munchkin-Kartenspiel (dessen Wurzeln im überzogen verklärten D&D-Monty-Haul-Game stecken), usw. - Da gibt es jede Menge "rollenspielnahe" Spielformen.

Was haben diese für einen ÜBERTRAG von Spielern auf "eigentliche" Rollenspiele ergeben?

Wieviele Munchkin-Spieler wurden zu D&D-Spielern?

Einsteigerfreundlichkeit ist einerseits eine PRODUKTeigenschaft, andererseits ist es eine Eigenschaft, die den gesamten ZUGANG ZUM HOBBY Rollenspiele bestimmt. (Vor allem: Bei Fehlen solcher einsteigerfreundlichen Produkte kann und wird dieser Zugang in erheblich geringerem Maße erfolgen, als es sein könnten und auch sollte. Man kann sich nicht darauf verlassen, daß neue Spieler durch Bestandsspieler "angefixt" werden.)

Ist aber eine "Lösung des Nachwuchsproblems" tatsächlich eine Frage oder eine Aufgabe für NEUE Editionen bestehender Rollenspiele?
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 7.08.2010 | 16:43
Wieviele Munchkin-Spieler wurden zu D&D-Spielern?
Wieviele Munchkin Spieler spielen das Spiel obwohl sie keine Rollenspieler sind?
Schliesslich ergibt das Spiel ohne RPG Hintergrund nicht wirklich viel Sinn.

Zitat
Ist aber eine "Lösung des Nachwuchsproblems" tatsächlich eine Frage oder eine Aufgabe für NEUE Editionen bestehender Rollenspiele?
Wenn sich die Sachen verkaufen wollen, sehr wohl.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 7.08.2010 | 16:46
Mir stellt ich auch die Frage, inwiefern die bsherige Klientel der "Bestandsrollenspieler" überhaupt an der "Zuführung" des Rollenspiel-Nachwuchses überhaupt interessiert ist.
Und das auf mehreren Ebenen.
Gerade auch wegen, der vielen Punkte, die du ansprichst @Zornhau
Zum Beispiel, weil sie befürchten könnten (jetzt reine Vermutung von mir), daß Neulinge "ihre" Art des Rollenspiels "verwässern" könnten.
Hinzukommt, inwiefern ein Verlagshaus auf sie hören sollte, wenn es um die Entwicklung von einsteigerfreundlichen Materialien geht.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 7.08.2010 | 17:50
Hinzukommt, inwiefern ein Verlagshaus auf sie hören sollte, wenn es um die Entwicklung von einsteigerfreundlichen Materialien geht.
Wenn es danach geht, möglichst wenig - denn oft genug sind doch offenbar die Bestandsrollenspieler "Schuld" daran, dass solche Schinken an Regelwerken entstehen.
Der "Nachteil" wäre, dass man für neue Spiele vermutlich keine "alten Hasen" findet, die es einem zeigen. Aber was spricht dagegen, ohne alte Hasen anzufangen? Haben schon früher Leute geschafft!

Ist also der "Goldene Weg" für Pen&Paper-Rollenspiel-Verbreitung das Anheben der "Spieligkeit" in den Produkten?
"Golden" vermutlich nicht, aber es wäre überhaupt erst mal ein Weg - zur Zeit wird ja k(aum )einer gegangen. Vermutlich müsste man den interessierten Spielern auch klar machen, dass überbordendes Spielmaterial in den meisten Fällen überhaupt nicht nötig ist (was ja vermutlich auch Teil des Verständnisproblems ist).
Wobei ich prinzipiell den Weg von Warhammer interessant finde und mir teilweise ähnliches von anderen Spielen schon häufiger gewünscht hätte (und auch schon deutlich früher).

Offensichtlich wird und WURDE das auch schon immer praktiziert. - Ob Midgard- oder DSA-Brettspiele, Cthulhu-Brettspiele, oder das Munchkin-Kartenspiel (dessen Wurzeln im überzogen verklärten D&D-Monty-Haul-Game stecken), usw. - Da gibt es jede Menge "rollenspielnahe" Spielformen.

Was haben diese für einen ÜBERTRAG von Spielern auf "eigentliche" Rollenspiele ergeben?
Ich gestehe hiermit, dass ich über das erste DSA-Brettspiel, das ich mir kaufte, weil ich kein eigenes HeroQuest hatte, in Kontakt mit dem Rollenspiel gekommen bin. Denn: Hinten in der Anleitung des Spiels war ein Verweis auf die Rollenspiel-Reihe. Deshalb glaube ich auch, dass Cross-Marketing durchaus was bringen würde.

Ist aber eine "Lösung des Nachwuchsproblems" tatsächlich eine Frage oder eine Aufgabe für NEUE Editionen bestehender Rollenspiele?
Vermutlich nicht. Man sieht ja an D&D4, dass etliche "alte Hasen" gleich "MMORPG!" schreien, wenn es um die Designentscheidungen und Spielkonzepte geht (ob das nun stimmen mag oder nicht). Gleichzeitig wäre ja so eine Verbindung wünschenswert, um Online-Rollenspieler anzusprechen. Bei D&D wäre der Vorteil, dass es als Name schon Bestand und damit auch in seiner neuesten Inkarnation Spieler hat sowie teilweise auch Nicht-P&Plern etwas sagt (z.B. über PC-Spiele). Jedes neue Spiel, dass entsteht, müsste sich sozusagen bewähren - bei Bestandsrollenspielern, noch schlimmer den Nicht-über-den-Tellerrand-Schauern unter ihnen, wird das für jedes Spiel schwierig, für explizit "anfängergeeignete Rollenspiele" vermutlich noch mehr.
Daher würde ich meinen, dass das Anwerben neuer Spieler kaum über die "alten Spiele" funktionieren wird, zumindest nicht im großen Rahmen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dr.Boomslang am 7.08.2010 | 18:32
Hinten in der Anleitung des Spiels war ein Verweis auf die Rollenspiel-Reihe. Deshalb glaube ich auch, dass Cross-Marketing durchaus was bringen würde.
Da besteht einfach ein Problem mit den unterschiedlich gelagerten Interessen im Rollenspielgeschäft. Cross-Marketing bringt sicher was, aber wahrscheinlich lange nicht so viel wie Werbung in Rollenspielkreisen. Wenn du ein neues, kleines Rollenspiel raus bringst, wer ist dein wahrscheinlichster Neukunde? Ein Rollenspieler, ist doch klar. Wie viele Rollenspiele habt ihr nur gekauft weil ihr schon Rollenspieler wart? Nur wenn ein Rollenspiel schon so groß ist dass jeder Rollenspieler es schon kennt, lohnt es sich Cross-Marketing zu machen, weil der große Verlag dann wohl oder übel auch selbst für den Zuwachs im Markt sorgen muss um zu expandieren, selbst wenn es kostspielig ist.
D.h. umgekehrt auch dass es relativ dumm für einen kleinen Verlag wäre sich an nicht-Rollenspieler zu richten: Hoher Aufwand, geringer Erfolg.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: El God am 7.08.2010 | 18:34
Klingt logisch.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: carthoz am 7.08.2010 | 19:20
Da besteht einfach ein Problem mit den unterschiedlich gelagerten Interessen im Rollenspielgeschäft. Cross-Marketing bringt sicher was, aber wahrscheinlich lange nicht so viel wie Werbung in Rollenspielkreisen. Wenn du ein neues, kleines Rollenspiel raus bringst, wer ist dein wahrscheinlichster Neukunde? Ein Rollenspieler, ist doch klar. Wie viele Rollenspiele habt ihr nur gekauft weil ihr schon Rollenspieler wart? Nur wenn ein Rollenspiel schon so groß ist dass jeder Rollenspieler es schon kennt, lohnt es sich Cross-Marketing zu machen, weil der große Verlag dann wohl oder übel auch selbst für den Zuwachs im Markt sorgen muss um zu expandieren, selbst wenn es kostspielig ist.
D.h. umgekehrt auch dass es relativ dumm für einen kleinen Verlag wäre sich an nicht-Rollenspieler zu richten: Hoher Aufwand, geringer Erfolg.
Ja und nein.
Beispiel: Für ein Twilight-Rollenspiel würde sich das Werben im klassischen Rollenspiel-Umfeld vermutlich kaum lohnen (eben auch wegen der schon angesprochenen verbreiteten Snobhaltung gegenüber Mainstream-Inhalten oder -Gruppen, aber auch, weil ein Rollenspieler vermutlich sagen würde: "Twilight? Das spiel ich, wenn überhaupt, mit Vampire/SW/Wunschsystem, das brauch ich daher nicht als eigenes Produkt/ist sowieso besser/würde ich eh nicht spielen"), unter Nichtrollenspielern dafür vermutlich umso mehr. Sicherlich könnte das ein Verlag mit einem schon bestehenden System verknüpfen, was aber die schon angesprochene Einsteigerhürde vermutlich sehr hoch macht (wegen der umfangreichen Regelwerke und -mechnismen), weswegen sich wieder ein leichtes System (wenn überhaupt) lohnen würde, das dann wieder bei klassischen Bestandsspielern keine Blumentöpfe bekommen würde. Heißt also: Produkte für den Mainstreammarkt KÖNNEN vermutlich gar keine klassischen Rollenspielprodukte sein. Man beachte das John-Sinclair-Rollenspiel, das ja auch auffallend unklassisch daher kommt.
Der einzige Sinn für einen Verlag, Cross-Marketing-Produkte zu machen, wäre, den potentiellen Käufer auf weitere Produkte seiner Palette aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit des Umstiegs zu generieren ("Twilight ist nur der Anfang, spielt doch einfach auch XY in einer Z-Welt voller Q!"). Dafür braucht er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Produkte als die x-te Edition seines Standardwerks. Bleibt also die Frage, ob er sich mit einem Spiel, dass versucht, bestimmte Aspekte eines Mainstream-Phänomens spielbar zu machen, überhaupt Klientel für die Standardprodukte generieren kann. Bzw. ob es auf Dauer sinnvoll ist*, an den Standardprodukten festzuhalten (wir erinnern uns: überschaubare Klientel der Bestandsspieler), wenn er mit anderen Produkten potentiell viel mehr Käufer erreichen könnte.

*Gesetzt den Fall, man würde merklich neue Käuferschichten ansprechen.
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Teylen am 9.08.2010 | 15:55
unter Nichtrollenspielern dafür vermutlich umso mehr. Sicherlich könnte das ein Verlag mit einem schon bestehenden System verknüpfen, was aber die schon angesprochene Einsteigerhürde vermutlich sehr hoch macht (wegen der umfangreichen Regelwerke und -mechnismen), weswegen sich wieder ein leichtes System (wenn überhaupt) lohnen würde, das dann wieder bei klassischen Bestandsspielern keine Blumentöpfe bekommen würde. Heißt also: Produkte für den Mainstreammarkt KÖNNEN vermutlich gar keine klassischen Rollenspielprodukte sein. Man beachte das John-Sinclair-Rollenspiel, das ja auch auffallend unklassisch daher kommt.
Der einzige Sinn für einen Verlag, Cross-Marketing-Produkte zu machen, wäre, den potentiellen Käufer auf weitere Produkte seiner Palette aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit des Umstiegs zu generieren ("Twilight ist nur der Anfang, spielt doch einfach auch XY in einer Z-Welt voller Q!"). Dafür braucht er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Produkte als die x-te Edition seines Standardwerks. Bleibt also die Frage, ob er sich mit einem Spiel, dass versucht, bestimmte Aspekte eines Mainstream-Phänomens spielbar zu machen, überhaupt Klientel für die Standardprodukte generieren kann. Bzw. ob es auf Dauer sinnvoll ist*, an den Standardprodukten festzuhalten (wir erinnern uns: überschaubare Klientel der Bestandsspieler), wenn er mit anderen Produkten potentiell viel mehr Käufer erreichen könnte.
Ich habe mir am Wochende zwei halbwegs aktuelle Filme mit Vampire Thematik angesehen, also einmal den ersten Teil von Twilight und danach Cirque du Freak: Vampires Assistant.

Nun und gerade bei letzteren sehe ich nicht wieso man nicht ein 20-50 seitiges nWoD Destilat macht womit die Zuschauer allerlei des herumlaufenden Zeug [Affenmenschen, Baertige Frauen, Schlangenmenschen, Grosse Menschen, Gnome] spielen koennen.
Zumindest so auf den ersten Blick muesste man dafuer an der nWoD nicht mal etwas verbiegen.
Sondern nur eine W00t schaut mal sieht aus wie ein Darren Shan Roman Cover, halt etwas destilliert und fertig. Naja und wenn die Spieler viel mehr von den ganzen Mythen Zeug spielen wollen, sollen sie sich halt das GRW kaufen und die ganzen anderen Buecher.

Aber nope.
Nachdem man den Film sah hat man ja noch nichtmal die Idee das es ein RPG dazu gibt. Nu oder wenn man nur D&D(US) oder DSA(DE) kennt, weiss man wohl kaum das "Die Welt der Dunkelheit" sich eignet so eine doch bunte Freakshow zusammen zu stellen.


Naja und Twilight, abgesehen von dem dummen rumgeglitzere, passiert in dem Film ja relativ wenig und das was passiert kann man auch in einen 10-20 seitiges Heftchen packen von dem dann einen Edward entgegen starrt und/oder glitzert. Durchaus auch wohl mit nWoD Regeln. Womit dann die gestandenen Vampire Liebhaber die auch Twilight moegen ihr offizielles Source Material haetten und neue einen Einstieg. Naja und die alten Fans kaufen ja auch sowas wie V:tR <> V:tM Conversion. Da ist so ein Twilight Buch sicherlich kein "Regalblei".
Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 10.08.2010 | 11:37
Und LotFP ist, obwohl ein D&D-Klon, ganz ohne OGL erschienen (was mich sehr erstaunt hat)!

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Titel: Re: Einführung neuer Editionen
Beitrag von: Uga am 13.08.2010 | 23:51
Naja und Twilight, abgesehen von dem dummen rumgeglitzere, passiert in dem Film ja relativ wenig

Das sehen viele weibliche Fans etwas anders, wenn ich das so richtig verstanden habe.