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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Werkstatt => Thema gestartet von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:08

Titel: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:08
Um mein DSA Trauma zu verarbeiten, denke ich gerade über ein Bettler und Bauern-Spiel nach. Es soll realistisch sein, und in einer Zeit spielen, die solche Leute gezielt ausgrenzt und Ihnen das Leben schwer macht.

Dazu bräuchte ich eigentlich nur gute Regeln und Infos, wie so das leben eines mittelalterlichen Bauern/Bettlers eigentlich aussah. Die Regeln sollten vor allem solche Sachen wie Flucht, soziale Interaktion und Schlägereien abdecken.
Auf echte Waffen unfd Rüsdtungen, Reiterkampf oder ausgefeilte Fechtschulen bsp. kann man da verzichten.

Interessant wäre vor allem, mit was für Widrigkeiten so ein Bettler/Bauer zu kämpfen hatte, ob die wirklich so ausahen wie wir uns das heute vorstellen, und ob es die Chance auf Aufstieg gab. Interessant wäre auch zu wissen, ob das irgendjemand freiwillig spielen würde.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Wulfhelm am 14.08.2010 | 12:17
Dazu bräuchte ich eigentlich nur gute Regeln und Infos, wie so das leben eines mittelalterlichen Bauern/Bettlers eigentlich aussah. Die Regeln sollten vor allem solche Sachen wie Flucht, soziale Interaktion und Schlägereien abdecken.
Auf echte Waffen unfd Rüsdtungen [...]bsp. kann man da verzichten.
Das glaube ich eher weniger...
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 14.08.2010 | 12:22
Die Frage ist doch: Was für Geschichtenwillst du damit spielen? Was sollen die SCs tun (können)?

Der tägliche Ackerbau ist sicher nicht abwechslungsreich genug auf Dauer. Also braucht man Probleme und Konflikte. Vielleicht nicht gleich Krieg und Seuchen, aber doch wenigstens Ärger mit dem Voigt, harte Winter, ein vrobeireisender Edler, der bewirtet werden will etc.
Ich denke, dass Du nicht umhin kommst, auch die Welt der Bessergestellten in Regeln zu fassen (inklusive einiger Waffen und Rüstungen), denn ohne Berührungspunkte mit dieser Welt könntest du vielleicht am besten MouseGuard spielen, da sind alle Menschen unerreichbar groß.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:25
Also mit Bauern meine ich natürlich unterste Leibeigene.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie es funktionieren soll. Ziel ist auf jeden Fall der finanzielle und gesellschaftliche Aufstieg. Das sollte extrem schwer sein. Eigentlich sollen kriminelle Aktionen von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein, weil alle Spieler körperlich so anfälllig sind, das sie da nicht weit kommen. Die Attribute sollten also alle im unteren Durchschnitt liegen. Aufstieg durch langwierige, harte und langweilige Arbeit sollte ein klein bisschen   erfolgsversprechender sein. Aber nicht viel. Ganz wichtig sind auch Krankheiten, die SC relativ zufällig dahinraffen.

Vielleicht eher als ne Art abstrakte Simulation, wo man längere Zeitspannen einfach überspringt.

Also ich stell mir das so vor, das die SC höchstens dann mal mit nem Schwert in Kontakt kommen, wenn ihnen der Vogt damit den Kopf abschlägt um mal zu testen, ob er die Klinge gut geschärft hat. Dafür brauch ich dann keine Werte.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: carthoz am 14.08.2010 | 12:25
Naja, Geschichten ist klar: Spieler klein halten, Lebensweltsimulation mit "hartem Kampf ums tägliche ÜberlebenTM", keinerlei Einfluss auf die großen Dinge in der Welt, keine Macht, kein Geld, kein Ruhm.
Also DSA pur, nur ohne die Fassade.  >;D
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:31
Also das Konzept: Die Spieler nehmen eine Gruppe, etwa nen Haufen Bettler oder Leibeigene auf nem Dorf. Ziel ist der soziale Aufstieg.

Das ganze wird in großem Maßstab gespielt. Man kann ganze generationen führen, also auch die Nachfahren des SC.

Es gibt zwei Ebenen: Eine strategische, wo man ganz grob angibt, was man seinen SC tun lässt. Etwa, das er sich als Straßenräuber betätigt, oder das er sich mit besonders harter Arbneit hervortun will. Damit überspringt mna alles langweilige.

In der Nahaufnahme spielt man dann besonders relevante Szenen aus, etwa eine Auseinandersetzung mit dem Großbauern oder ein wichtiger Diebstahl.

Wichtig wären da gute Zufallstabellen für den strategischen Teil, mit Wettereinflüssen, sozialen Einflüssen, usw. in Stadt und Land.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 14.08.2010 | 12:32
Lass mihc zusammenfassen:

Das Ziel der SCs ist sozialer Aufstieg.
Der erfolgversprechendste Weg dorthin ist harte langweilige Arbeit.
Kriminele Wege sind sehr gefährlich und wenig Erfolg versprechend.
Zufällige tödliche Krankheiten sollen vorkommen.

Ich würde sagen, das Spiel, das Du suchst gibt es schon: Russisch Roulette.

Ansonsten kann man natürlich ein Brettspiel entwerfen, das mit kurzen Rollenspielmomenten unterbrochen wird. Ist nur die Frage, was die Spieler machen, deren SCs in den ersten Minuten sterben.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Bombshell am 14.08.2010 | 12:33
Hallo,

Also ich stell mir das so vor, das die SC höchstens dann mal mit nem Schwert in Kontakt kommen, wenn ihnen der Vogt damit den Kopf abschlägt um mal zu testen, ob er die Klinge gut geschärft hat. Dafür brauch ich dann keine Werte.

Was sollen die Spieler machen? Außer bei deinen Allmachtsphantasien Stichwortgeber zu spielen? Das hier ist die bescheuerste Idee für ein Spiel, die ich seit langem lese. Wie soll eine typische Abenteuergruppe aussehen? Wenn du etwas über das Mittelalter wissen willst, dann geh zur Wikipedia und sieh dir die Literaturverweise an.

MfG

Stefan
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Oberkampf am 14.08.2010 | 12:36
Naja, Geschichten ist klar: Spieler klein halten, Lebensweltsimulation mit "hartem Kampf ums tägliche ÜberlebenTM", keinerlei Einfluss auf die großen Dinge in der Welt, keine Macht, kein Geld, kein Ruhm.
Also DSA pur, nur ohne die Fassade.  >;D

Dazu empfehlenswert: der DSA-Bornland-Abenteuerband Rittererbe (http://www.alveran.org/?id=157&publikationID=534), wo man genau solche Leibeigenen ohne Rechte, Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven spielen darf  >;D

(PS: löst das nicht eher DSA-Traumata aus?)

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:48
Derjenige gewinnt, dessen Char am längsten überlebt, oder der als erster nen soziale nAufstieg schafft. Damit kann man mehr auf Risiko gehen, oder sicher spielen.

Man bekommt am Anfang Punkte, die man auch in Verwandte investieren kann. Wenn dann der Char stirbt, kann man diese Verwandten weiterspielen.

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 14.08.2010 | 12:50
Ok, mit Verwandten ist das Problem zumindest reduziert, aber es bleibt bestehen: Es ist recht wahrscheinlich, dass einige Spieler deutlich vor den anderen ausscheiden.

Außerdem denke ich immer noch, dass das als Brettspiel besser umsetzbar ist.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 12:56
Die ausgeschiedenen Spieler übernehmen dann NSC.

Als Brettspiel wäre echt ganz cool. Dann könnte man den sozialen Aufstieg als Wegstrecke darstellen. Es wäre dann aber auf jeden Fall ein Brettspiel/Rollenspiel Hybrid. Weil die Demütigung, Hoffnungslosigkeit, die Kälte der Bürokratie und Gesellschaft, und der Fatalismus, der kommt nur im Rollenspiel richtig raus.

Ich würde dann den Spielern zugestehen, die Szenen auszuspielen, die sie wollen. Dann kann man die Demütigung am Pranger spielen, die Verzeweiflung, wenn man ein Bein an den Wundbrand verliert, oder auch die Freude, wen man Geld beim Spiel gewinnt, oder einen spannenden Kampf mit einem Rivalen um eine Frau oder die Flucht vor der Stadtwache.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Roland am 14.08.2010 | 13:01
Das Spiel gibts schon, allerdings in der urbanen Variante - GURPS Goblins (http://www.sjgames.com/gurps/books/Goblins/). Goblin-Proletariat will nach oben, nachdem es in der Kindheit zu allerlei miesen Dingen mißbraucht wurde (Mißhandlungs Tabelle (http://www.sjgames.com/gurps/books/Goblins/mistreat.html)), ein umfangreiches Krankheitenkapitel ist auch vorhanden.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Maarzan am 14.08.2010 | 13:48
Mit den Seuchen würde ich vorsichtig sein. Zu viel Tote machen Arbeitskraft wertvoll und führen damit zu einer Aufwertung der Überlebenden.

Insgesamt hört sich das aber eher nach einer kindischen Frustreaktion denn einem ernst zunehmenden Spielansatz an.

Je nach Zeit und Örtlichkeit war die Lage der Bauern deutlich unterschiedlich und Leibeigen/hörig oder frei war erst einmal eine Rechtsfrage, welche nicht unbedingt zwingend mit der persönlichen Lebensqualität zu tun hatte. Ganz Besitzlosen ging es natürlich ziemlich dreckig, aber deren Zahl war wiederum anteilsmäßig nicht so umwerfend groß, insbesondere auf dem Land.

Aufstiegschancen gibt es für Landhalter halt über wirtschaftlichen Erfolg, dann aber primär durch die so eher offen stehenden Dienste und Ämter.
Ansonsten muss man halt sehen, dass man in den Dienst des richtigen Herren gelangt oder in eine halbwegs offene Stadt oder eine Kolonisation, welche durch ihren Menschenbedarf eben weniger wählerisch und großzüger sein müssen.
Auch die Kirche bietet (je nach Zeit und Ort unterschiedlich gute) Karrierechancen.

Was Armut, Waffenbesitz etc angeht. Das hat sicher oft einen wahren Kern, aber die immer wieder auftretenden Bemühungen von Kirche und Adel da regelnd einzugreifen ist dann doch primär ein Zeichen, dass es eben oft anders zuging als von diesen Herren idealerweise angedacht.

Da Automatismen des Scheitern einzubauen ist geradezu spielzerstörend, wäre das doch ein primäres Spielelement mit Risiko und Chancen.

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 13:51
Jeder Char kann ein Ziel verfolgen. Das Ziel ermöglicht ihm den Aufstieg. Bsp. eine Flucht in die Stadt, die Heirat mit der dritten Sohn eines freien Bauern usw.
Er muss aber kein Ziel verfolgen, sondern kann stattdessen auch einfach zufrieden sein mit seinem Los und sehen, das er möglichst lange überlebt.

Es gibt zwei abstrakte Werte: Negatives Auffallen und Beliebtheit. Die sind antagonistisch und funktionieren ähnlich wie die Werte in "Der Sünder und die Oper".

Seuchen oder Kriege sind Zufallsereignisse, die die Chancen aber auch die Sterberate der SC deutlich erhöht.

Die SC sind per Definition arme Würstchen. Wenn sie Leibeigene sind, dann welche mit niedrigem Lebenstandard.

Mögliche Aufstiegschancen: Wirtschaftlicher Erfolg, erfolgreiches Geldanhäufen durch Verbrechen, Einschmeicheln bei wichtigen Personen, richtige Heirat, Abwandern in Gebiete, wo man gebraucht wird. Aufstieg anhand von Fähigkeiten sollte fast unmöglich sein, dafür sind die Werte der SC zu schlecht.

Ein Erfolgreicher Aufstieg sollte etwas zu 5% pro SC möglich sein. Das Moment des Scheiterns ist ein wichtiger Aspekt des Spiels.




Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 13:59
Das Hauptproblem Deiner Idee:
Sie läuft gänzlich quer zum Mittelalter. Sozialer Aufstieg ist eine Idee der Neuzeit.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 14:06
Ich gehe von der Realismusidee weg. Es soll um drei zentrale Fragen gehen: Die Fruchtlosigkeit von Bemühungen, inklusive vorhersehbares Scheitern, Fatalismus usw. aber nicht wie Vanitas im 30-jährigen Krieg, sondern ne Stufe weniger dramatisch.

Dann ein masochistischer Aspekt, Demütigung, Unterwerfung unter die Obrigkeit und die Umstände. (vielleicht etwas schwierig und eher optional)

Und Zufall, willkürliche Ereignisse, Unabsehbarkeit.


Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 14:08
Nimm die Bauernaufstände als Grundlage:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Jacquerie
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: korknadel am 14.08.2010 | 14:13
Das Hauptproblem Deiner Idee:
Sie läuft gänzlich quer zum Mittelalter. Sozialer Aufstieg ist eine Idee der Neuzeit.

Ja und nein. Immerhin sind im Mittelalter die Städte "aufgestiegen". Handwerk und Handel erfuhren einen Machtzuwachs, und vor allem noch im Hochmittelalter gab es ja die Minsterialen, die sich von Beamten teilweise zu Adligen hocharbeiteten. In den italienischen Stadtstaaten schafften Patrizier zum Teil quasi den Sprung in den europäischen Adel (Medici) oder auf den Papstthron, und in Venedig z.B. konnte man sich immer mal wieder in das Patriziat einkaufen, wenn die Staatskassen zu leer waren. Was natürlich nicht heißt, dass man es vom Tellerwäscher zur Spülmaschine geschafft hätte ...
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 14:19
Schon richtig, Aber die Idee des Individuums mit Karriere  ist so gar nicht das Leitbild der Zeit. Auch den Klerus kann man ja teilweise als eine Organisation zum soz. Aufstieg sehen.
Italien/Venedig ist eigenes Ding.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: korknadel am 14.08.2010 | 14:29
Darum meinte ich auch ja und nein.  :d

Italien/Venedig hat so eine bedeutende Rolle auch für den Rest Europas gespielt, das ich nciht verstehe, wieso das etwas anderes sein soll. Mit denen hatte zwangsläufig jeder zu tun, der sich in Politik und Handel bewegt hat. Schließlich war Rom in Italien, und kein Kreuzzugsschiff fuhr seinen glorreichen Taten entgegen, ohne dass man sich nicht zuvor mit den Spaghettifressern hätte abgeben müssen. Ganz zu schweigen, wenn man auch nur irgendein Luxusgut erwerben wollte.

In diesem Zusammenhang (und nicht nur in diesem, sondern überhaupt) übrigens extrem lesenswert: Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz, wo tatsächlich ein "Bauer" zum Provinzadligen aufsteigt. Aber auch davon abgesehen eine Wucht von einem Roman. (Kennen viele aber bestimmt schon ...)
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Maarzan am 14.08.2010 | 14:54
Direkter Aufstieg durch Besitz ist unmittelalterlich, aber ansonsten war das Mittelalter immer wieder eine Zeit der Aufsteigenden und einer Bekämpfung der Aufsteigenden durch die alteingesessenen hohen Herren oder bereits Aufgestiegene.

Aber mit Besitz kommt Bildung, Beziehungen und verfügbare Zeit und so stehen Ämter offen und Ressourcen um sich als guter Bürger zu zeigen und so weiter informellen Einfluss zu sammeln, bis die Gelegenheit kommt solchen formell zu zementieren oder zunmindest den Nachwuchs den Fuß in die nächste Klasse stellen zu lassen.

Der Aufstieg war vielleicht ein weing langsamer und brauchte die eine oder andere Generation, aber gerade dieses erblich machen von Pfründen gegenüber den ursprünglichen Gönnern ist ein Kernkonflikt zumindest des deutschen Mittelalters.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 15:07
@korknadel:
Italien/Venedig hat so eine bedeutende Rolle auch für den Rest Europas gespielt, das ich nciht verstehe, wieso das etwas anderes sein soll.
Du hast vollkommen recht. Man müsste eigentlich auch Byzanz nennen.
Mir ging es nur darum, dass der Bauer im nordalpinen Reich (den EE ja offenbar im Auge hatte) etwas ganz anderes ist, als die italienischen Städter.

Eine Nachfrage: ist dieser Roman auch lesbar? Das ist ja das Hauptproblem aktueller historischer Romane.

@Maarzan:
Ganz klar.
Ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass EE's Idee doch sehr der ständischen Verfasstheit der Zeit entgegenläuft.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 15:11
Würde das denn überhaupt jemand spielen wollen?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 15:12
Ich dachte, Du wolltest das spielen?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 15:14
Aber micht allein.  ;D Ich würd es ganz gern spielen. Aber es muss nicht sein. Ich bin nicht so der Bastler aus Selbstzweck,
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Maarzan am 14.08.2010 | 15:19
Bauernlevelspiel würd ich schon spielen, wenn es denn gut gemacht ist. Nur beschneiden und dann doch in den Dungeon schicken oder äquivalent oder aber auch gezwungen depro bräuchte es nicht.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 15:26
Das mit dem Dungeon hast du selber erfunden.

Man kann natürlich auch Standard-Bauern spielen. Aber dazu braucht man kein neues Spiel, das kann man mit DSA prima machen. Dafür hat man ja H&K.

Wenn man die Aussichtslosigkeit weg lässt, dann wird das Spiel IMO nicht das, was ich will. Aber ich glaube, es gibt einfach kein Publikum dafür. Die DSA-geschädigten versuchen einfach nur, zu vergessen. Sollte ich vielleicht auch tun.
Bei Cthulhu wird der Aspekt ja auch nicht von allen geschätzt.

Ich lass es bleiben. Hab eh kaum Zeit dafür.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: korknadel am 14.08.2010 | 15:31
@Kirilow: sihe Spoiler, weil OT

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: kirilow am 14.08.2010 | 15:36
@korknadel
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Maarzan am 14.08.2010 | 15:37
Das mit dem Dungeon habe ich reingebracht um auf eine Problematik hinzuweisen, welche ich bei einem ähnlich gelagerten anderen Versuch gemacht habe. Nach dem "Aufstellen" sind dem SL in kürzester Zeit die Ideen ausgegangen oder über den Kopf gewachsen und plötzlich stand man wieder im Dungeon. Wenn man so etwas macht, muss man sich halt auch komplett auf dieses Setting einlassen und nicht nur ein wenig color einbringen.  

Aussichtslosigkeit als Grundprinzip wäre dann aber das depro und ich damit weg.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 14.08.2010 | 15:43
Low Level Spiel ist schon cool. Man könnte ja mal was mit H&K machen. Da muss mna sich halt entsprechend einlesen.

Ne Idee wäre auch, mal mit Bettlern anzufangen. Da kann sich eigentlich jeder vorstellen, wie das Setting ausschaut. Wäre mal ganz lustig.

Ich hab ja schon einmal Low-level bauern gespielt. Das Problem dabei war, das die Spieler wie bei dir nicht aus ihrer Rolle raus sind.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Naldantis am 15.08.2010 | 01:06
Also mit Bauern meine ich natürlich unterste Leibeigene.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie es funktionieren soll. Ziel ist auf jeden Fall der finanzielle und gesellschaftliche Aufstieg. Das sollte extrem schwer sein. Eigentlich sollen kriminelle Aktionen von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein, weil alle Spieler körperlich so anfälllig sind, das sie da nicht weit kommen. Die Attribute sollten also alle im unteren Durchschnitt liegen. Aufstieg durch langwierige, harte und langweilige Arbeit sollte ein klein bisschen   erfolgsversprechender sein. Aber nicht viel. Ganz wichtig sind auch Krankheiten, die SC relativ zufällig dahinraffen.

Vielleicht eher als ne Art abstrakte Simulation, wo man längere Zeitspannen einfach überspringt.

Also ich stell mir das so vor, das die SC höchstens dann mal mit nem Schwert in Kontakt kommen, wenn ihnen der Vogt damit den Kopf abschlägt um mal zu testen, ob er die Klinge gut geschärft hat. Dafür brauch ich dann keine Werte.

Götter mit rosa Federn...!

Wer bitte WILL soetwas spielen?
Das ist ja NOCH schlimmer als die Realität.
...das kann man doch nur schreiend weglaufen (oder sich still in die Drogen flüchten).
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Naldantis am 15.08.2010 | 01:14
Der Aufstieg war vielleicht ein weing langsamer und brauchte die eine oder andere Generation, aber gerade dieses erblich machen von Pfründen gegenüber den ursprünglichen Gönnern ist ein Kernkonflikt zumindest des deutschen Mittelalters.

Plus noch der einen oder anderne Schwierigkeit - so benötigten die Knechte und Mädgen in Deutschland bis ins 19.Jh. hinein die ERLAUBNIS ihrer Herren um Heiraten und Kinder kriegen zu dürfen.
Oder eben das Lernen andere Fähigkeiten außer hinterm Pflug zu stehen: es bedarf des Reisens in eine Stadt - dazu wiederum benötigte man die Erlaubnis seines Fürsten, ansonsten wurde man schlicht gejagt.

...war halt eine Scheißzeit (in der Realität), vorallem für die unteren Stände.

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 15.08.2010 | 12:05
Um noch einen (verzweifelten ;) ) Versuch zu machen, hier konstruktiv zu sein:
Könnte man eventuell Paranoia adaptieren?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 15.08.2010 | 18:13
Würde das denn überhaupt jemand spielen wollen?
Ich bin jemand, der Low-Level-Charaktere zu schätzen weiß, aber unter der Bedingung, daß sie das nicht bleiben müssen. Ich würde es daher nicht spielen wollen.

Für Hoffnungslosigkeit könnte man es noch mit Vampiren versuchen, die das Pech haben, in den eigenen Reihen aus welchem Grund auch immer in die Rolle des Schiffsjungen gerutscht zu sein. Die haben auch nicht das Problem mit dem schnellen Sterben. Ihrem Schicksal entkommen werden sie trotzdem nicht. Mehr Hoffnungslosigkeit ist meines Erachtens eigentlich auch nicht notwendig.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Skele-Surtur am 15.08.2010 | 18:28
Der Bettler ist im mittelalterlichen Setting streng genommen vom sozialen Aufstieg ausgeschlossen. Bettler wird im allgemeinen auch niemand, der noch arbeiten kann, sondern Aussätzige, Behinderte, Krüppel und Greise. Der Bettler hat aber ein nicht zu unterschätzendes Sozialprestige, weil er den Geber segnet und damit eine wichtige Funktion erfüllt.
Erst durch die protestantische Arbeitsmoral wird Betteln zu etwas anrüchigem.

Der Leibeigene hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten zu sozialem aufstieg, da er keine Ressourcen anhäufen kann. Er leistet im Regelfall so viel Arbeit, wie er muss, um seinen Lebensstandard zu halten. Sobald er die dafür notwendige Menge gearbeitet hat, macht er Feierabend. Das mag für uns heutzutage seltsam klingen, war damals aber tatsächlich so.

Ich würde so ein Setting in Bereich germanischer Stämme ansiedeln. Es war durchaus üblich, dass Sklaven ein Stück Land zur Verfügung bekamen und darauf für den Eigenbedarf anbauen durften. Es war bei den Germanen auch üblich, dass ein Sklave sich auf Dauer so viel aneignen konnte, dass er sich freikaufen konnte.
Dann wurde er zu einem "Halbfreien". Er konnte nicht an der Versammlung der freien Männer, dem "Thing" teilhaben und durfte keine Waffen tragen, war ansonsten aber erstmal sein eigener Herr.
Der Thing konnte aber einen Mann per Abstimmung zu einem freien erklären und in die Versammlung als vollwertiges Mitglied aufnehmen. Die Voraussetzung dafür war ein guter Leumund.
Wenn der Sklave Familie hatte und diese in seinen Hausstand aufnehmen wollte, dann musste er sich nach und nach seine Familie freikaufen, nachdem er selbst freigekommen war. Da er keine Waffen tragen durfte, solange er noch halbfrei war, konnte er sich das Geld dafür nur durch Arbeit verdienen.
Sobald er aber frei war und einen Hof besaß, fehlen die Werkzeuge, um einen weiteren Aufstieg durch Kriegsdienst zu unterbinden, auch wenn es nicht die einzige Möglichkeit war.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Uga am 18.08.2010 | 14:42
Mir fällt dazu der Ausdruck "Bauern-Gaming" ein. Oder "Grinding".


Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 18.08.2010 | 14:47
Das Spiel war ja eigentlich dafür gedacht, Sinnlosigkeit Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zu verdeutlichen. Ist aber aufgrund mangelnden Interesses eingestellt.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Naldantis am 18.08.2010 | 23:23
Das Spiel war ja eigentlich dafür gedacht, Sinnlosigkeit Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zu verdeutlichen. Ist aber aufgrund mangelnden Interesses eingestellt.

...widerspricht halt etwas der Idee vom RPG als Escapismus...
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: YY am 18.08.2010 | 23:28
...widerspricht halt etwas der Idee vom RPG als Escapismus...

So ein Ansatz ist eben nur was für Leute, denen es IRL viel zu gut geht  ~;D

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 10:29
Ich dachte der wäre out, weil ja jeder zweite darque spielen will. Ausserdem dachte ich, die ganzen DSAler kommen gerannt, weil die spielen ja schon immer so. Aber leider nein. Die Leute mögens halt nicht, wenn die Wahrheit allzu unverblühmt daherkommt. Es wäre auch nicht gutgegangen, wenn man Vampire offen als Sexspiel verkauft hätte.  ;)
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 21.08.2010 | 10:36
Ausserdem dachte ich, die ganzen DSAler kommen gerannt, weil die spielen ja schon immer so. Aber leider nein.
In der Tat - leider nein, aber ich finde erstaunlich, wie Du Dir selbst einreden kannst, es läge an anderen, daß Deine Annahme sich als unzutreffend erwiesen hat. Naja, Haß macht ebenso blind wie Verliebtsein. Oder sogar noch etwas mehr, bin mir da nicht ganz sicher.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 10:41
Klingt logisch, aber ich hab mir mal vor paar Jahren ca. 15 DSA-Gruppen jeweils stundenlang angehört. Wild rausgesucht, Vorauswahl war nur eben das spielen auf der Drachenzwinge. Und die spielen alle so. Die SC reissen wirklich nix und lassen sich am laufenden Band von NSC demütigen. Es gibt sicher Ausnahmen, wie Xermides (und alle anderen Tanelorner) oder jüngere Spieler, die mehr auf PG gehen, aber das ist nicht die Masse. Wenn du mir nicht glaubst, schau selber rein. Es ist alles da, man darf und soll reinhören. Los! Geh hin! Hörs dir selber an! Und dann komm zurück und sag mir ich lüge.

Ich erinnere mich an eine Szene, der mysteriöse NSC hat die SC so von oben zugelabert und null Info rübergebracht. Die Spieler ham dann auch gebohrt sind aber voll aufgelaufen. Oder die Szene, wo der Wirt von ner alten Hinterwältlertaverne die Krieger-Magier und was weiss ich SC gnädigerweise mit Ausrüstung ausgestattet hat, damit sie weingstens ne Chance haben. Oder die Szene, wo die SC erstmal im Ring gegen paar Dorftrottel kämpfen durften, damit sie wenigstens mal nen Erfolgserlebniss haben, oder die Szene, wo sie darum gebettelt haben, nen megalbilligzauber beigebracht zu kriegen, oder die Szene, wo man ihnen zum drölfzigsten Mal die AUsrüstung abgenommen hat, oder die Szene, wo sie zum hundertsten Mal die NSC um Hilfe angebettelt haben, um sie dann doch nicht zu kriegen oder....

Ich akzeptiere gerne Widerspruch von jedem, der sich schon wenigstens ein paar DSA Gruppen angehört hat, die nicht aus seinem persönlichen Umfeld stammen.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 21.08.2010 | 10:46
Ich halte Deine Überlegungen zur Motivation tatsächlich für zu kurz gedacht.

DSA kann man vielleicht so ähnlich spielen, aber ich kenne keien Gruppe, die das tut.

Darque ist meinem Verständnis nach auch mehr Horror (durch Übernatürliches) und persönlicher Herz- bzw. Weltschmerz, weniger mächtige Diktatoren(TM) oder ein unterdrückerisches System, auf das es ja bei Dir hinausläuft.

Fazit: Manche Rollenspieler wollen vielleicht leidende SCs, aber kaum einer will machtlose SCs in ihrem langweiligen Alltag spielen. Denn die "Hauptstrafe" für Misslingen einer Aktion bei Dir scheint ja nicht Verwundung, Gefangenschaft, Ansehensverlust oder Tod, sondern Langeweile zu sein.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 10:54
Nein, die Strafe ist Ansehensverlust usw. Die Langeweile ist ja dadurch rausgenommen, das diese Szenen übersprungen werden, obwohl sie theoretisch da sind. Das würde dann ja wirklich niemand mehr spielen wollen.

Der Thread war aber auch teilweise dazu da, meiner Verwunderung über viele, viele merkwürdige DSA Gruppen Ausdruck zu verleihen. Diesen Zweck hat er erfüllt, und damit werde ich euch nicht mehr länger damit belästigen. Aber alle die so Sachen sagen wie "bei meinen DSA Gruppen kommt ja sowas gar nicht vor", die sollten sich wirklich mal auf der DZ umhören, die IMO nen guten Querschnitt repräsentiert. Oder auch nicht, wenn ihr euer Bild von der Standard-DSA Gruppe behalten wollt.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 11:14
Wisst ihr was? Ich fordere euch heraus: Ich stelle mich einer Wette. Wir wählen zufällig eine DSA Gruppe von der DZ aus. Und einen neutralen Beobachter. Und dann hören wir rein, für nur eine Stunde. Und wenn in dieser Stunde deutliche Anzeichen für langweilige Szenen oder Demütigung der Spieler zu sehe sind, hab ich gewonnen, andernfalls der Herrausforderer. Und der wo verliert, der muss den nächsten Monat den Gewinner mit Erhabener Meister anreden nud ihm in allem rechtgeben. Na, traust du dich, Tjorne? Oder du, Merlin?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 21.08.2010 | 11:20
Ich kenne DZ nicht. Weiß nichtmal wofür das Kürzel steht. Weiß nicht, was da für Leute sind.




...aber eine Wette ist gut. ;) Gib mal nen Link, dann überleg ich es mir.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 11:37
http://www.drachenzwinge.de/ die spieln über TS. Ganz normale DSAler aus ganz Deutschland, aus allen Mileus.

Ich würd sagen, Tag wird ausgewürfelt, und dann die oberste DSA Gruppe im TS. Neutralen darfst ruhig du dir aussuchen, oder es meldet sich jemandfreiwillig.  ;D


Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 21.08.2010 | 12:00
Na denn. Abends geht bei mir ab Dienstag. Einen neutralen Beobachter bräuchten wir noch, ich kenn hier im :T: noch kaum jemanden.

Seh ich das richtig, dass die Gruppe zustimmen muss, wenn man mithört? Ich geh mal davon aus. In diesem Fall kann es natürlich sein, dass die Spieler (wozu ich hier auch den SL zähle) sich nicht völlig wie sonst verhalten. Die Stärke der Verfälschung zu schätzen wird schwierig, fürchte ich, abe die Vorbereitung des SL wäre ja auch schon etwas, was man beobachten kann.

Weiteres Problem ist, das ich im Moment kein funktionierendes Headset habe. Zur Not gehts hja auch ohne Mikro (wir wollen ja nur zuhören), aber ich seh mal zu, ob ich noch ein Headset besorgt kriege.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 12:14
Ne, das ist ja das coole. Ungefragtes Zuhören ist in den "AGB"s explizit als völlig normal akzeptiert, und es machen auch viele so. Normalerweise frag ich zwar immer, aber ein muss ist das nicht. Und selbst wenn man fragt, die Leute sind das so gewohnt, da ändern die sich nicht. Die allerschlimmsten lassen natürlich trotzdem keine Zuhörer zu und schmeissen sie wieder per Hand raus,, aber damit muss ich leben.

Headset brauchst du eigentlich gar nicht. Sich sprachlich vorszustellen oder so wäre extrem unüblich. Wenn du höflich bist, fragst du kurz per Chat, das wars.

Und ich werd auch nicht die ganze Stunde zuhören, höchstens mal 15 Minuten reinhören, ich werd mein Trauma nicht erneuern. Ne Stunde zuhören muss eigentlich nur der Neutrale.

Ausschnitt aus den Hinweisen der DDZ:

Zuhörer setzen bitte ein "Z" vor ihren Nicknamen und schalten ihr Mikro stumm. Grundsätzlich gilt, dass Zuhörer Zutritt zu jedem Raum haben, damit neue Mitglieder und Interessierte schnell einen guten Eindruck von der Sache bekommen können. Wer sich frei bewegen kann (alle Mitglieder der Rechtegruppe "Normal"), kann das selber erledigen.
 
Sollte eine Spielgruppe keine Zuhörer wünschen, ist dies im Raumlnamen bzw. der Beschreibung kenntlich zu machen! Räume mit einem "P" hinter dem Raumnamen werden als privat angesehen und sollten nur mit Erlaubnis betreten werden.

(Die P Räume sind sehr selten, und fallen natürlich raus. Wir würden dann halt die nächstoberen nehmen oder auf nächsten Tag verschieben, wenns keine gibt.)

Achja, nochwas: Ich find die DZ extrem, extrem cool! Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, dass auch wenn ich die typische DSA Spielweise schrecklich finde, ich mich trotzdem freue, wenn sie anderen Spass macht. Und es gibt auch nicht nur DSA Gruppen, sondern auch andere Spiele werden gespielt. Und natürlich gibt es auch gute DSA Gruppen, z.B. meine.  ;D

Normalerweise würd ich auch ne andere Gruppe nicht versuchen so vorzuführen, aber die eklatante Realitätsverweigerung hier zwingt mich dazu.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 12:52
Hab nochmal drüber nachgedacht, wir müssens bleiben lassen. Es ist ziemlich fair von den Leuten, so ohnen weiteres reinhören zu lassen. Da sollt man solche Dinge absolut nicht tun. Ich meine, was kümmerts mich, ob ihr mir glaubt oder nicht? Aber man sollte so eine möglichkeit nicht dafür ausnutzen, die Schwächen anderer aufzuzeigen. Sorry.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 21.08.2010 | 13:13
Naja, man könnte es vorher (z.B. per Chat) sagen, was wir vorhaben. Das wäre dann fair, würde aber wohl möglicherweise das Ergebnis verfälschen (wie ich oben schon schrieb).
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 13:15
Ja, so könnte mans machen, denk ich. Verfälschungstendenz wär mir aber egal, da ich ja glaube, das die zumindest die Langweile gar nicht richtig als solche empfinden und selbst wenn sie nicht so ohne weiteres abschalten können.

Also wenn sich ein Neutraler finden würde und mit Ankündigung im Chat, dann wärs wohl ok.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Naldantis am 21.08.2010 | 13:29
Ich dachte der wäre out, weil ja jeder zweite darque spielen will. Ausserdem dachte ich, die ganzen DSAler kommen gerannt, weil die spielen ja schon immer so. Aber leider nein. Die Leute mögens halt nicht, wenn die Wahrheit allzu unverblühmt daherkommt. Es wäre auch nicht gutgegangen, wenn man Vampire offen als Sexspiel verkauft hätte.  ;)

Nene, Dark heißt ja nicht inkompetente Luschen, sondern eben nur düsteres Ambiente, Abgründe der Seele, usw.
Auch der verzweifelste Wraith kann immer noch Rache an seinen Peinigern nehmen; aber genau das wird ihnen bei Deinem Ansatz verwehrt.
Und auch in DSA ist ein ein Charakter immer noch in der Hackordnung über den gewöhnlichen Bauern, Räubern, Söldnern, etc.
Wenn ein paar Dörfler einen verarschen, kann man immer noch den Hof plündern und schleifen, wenn ein offizieller einen über die Maßen anpisst, kann man die Seiten wechseln; in der richtigen Gegend kann man nervende NPCs in Sklaverei verkaufen usw.

Diese regelmäßig möglichen Racheaktionen unterschieden halt jedes konventionelle RPG von Deinem Ansatz, wo das ja per se ausgeschlossen ist.




Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 13:41
Nene, Dark heißt ja nicht inkompetente Luschen, sondern eben nur düsteres Ambiente, Abgründe der Seele, usw.
Auch der verzweifelste Wraith kann immer noch Rache an seinen Peinigern nehmen; aber genau das wird ihnen bei Deinem Ansatz verwehrt.
Und auch in DSA ist ein ein Charakter immer noch in der Hackordnung über den gewöhnlichen Bauern, Räubern, Söldnern, etc.
Wenn ein paar Dörfler einen verarschen, kann man immer noch den Hof plündern und schleifen, wenn ein offizieller einen über die Maßen anpisst, kann man die Seiten wechseln; in der richtigen Gegend kann man nervende NPCs in Sklaverei verkaufen usw.

Diese regelmäßig möglichen Racheaktionen unterschieden halt jedes konventionelle RPG von Deinem Ansatz, wo das ja per se ausgeschlossen ist.






Seiten wechseln bei ner Standard- DSA Gruppe? Nur zu, probiers. Und einmal wurde meine Gruppe aus Thorwaler, Krieger Magier usw. von paar Bauern mit Heugabel stundenlang aufgehalten, bis zu Ende des Abends haben wir sie nicht überzeugen können, das wir nicht "böse" sind, Angriff wäre ob harter Interpretation der Überzahlregeln lebensmüde gewesen. Ich hab die Runde dann verlassen.

Ich finde es erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit hier die Realität geleugnet wird. Sicher ist B&B eine satirische Übertreibung, aber im Kern passiert bei der Standard-DSA-Gruppe genau das, nur das es halt etwas kaschiert ist.
Mir geht das Thema jetzt aber echt auf die Nerven, ihr glaubt mir das eh nie, obwohl ich imer und immer wieder dasselbe auf dieselben Aussagen antworte, und ich sage jetzt wirklich nichts mehr dazu.

In mühevoller Kleinarbeit habe ich mich inzwischen glaub ich über alles beschwert, was mir bei den Standard-DSA Gruppen nicht passt, und damit ist jetzt gut.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Christoph am 21.08.2010 | 14:16
Einfach selber leiten, dann ist das Problem aus der Welt. Aber ja die Ironie ist oft in DSA, dass die Weltrettungsgruppe nen +1 Schwert kriegt was gerademal 30 Dukaten wert ist...  aus irgend einem Grund ist das dann "gutes" Rollenspiel ~;D
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Dr.Boomslang am 21.08.2010 | 14:41
Erik, ich glaube dir sofort was deine Einschätzung des durchschnittliche DSA-Spiels angeht. Ich glaube sogar das geht noch weiter und kommt auch häufig bei anderen Spielen vor, und zwar deshalb weil das alles typische Anfängerfehler sind, die sich zur "Kultur" auswachsen können und dann nicht mehr so leicht weg zu bekommen sind.
Der Grund warum solche Spielweisen (Demütigung, Hartwurst, etc.) mit DSA verbunden sind, ist weil DSA das meist gespielte System ist und weil Spieler die DSA spielen in der Regel weniger Erfahrung (mit unterschiedlichen Spielweisen) haben.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 14:44
Das stimmt. Aber zu sagen dass dies ein Fakt des Rollenspiels allgemein ist, das hab ich mich dann doch nicht getraut. Bei vielen SR, Cthulhu, Vampire und Warhammer Gruppen ist es wohl nicht viel anders. DSA ist aber das einzige System, das des auch noch in den Publikationen unterstützt, und eben auch das System, wo ich die meisten Erfahrungen damit gemacht habe. Also das einzige System, wo ich genügend Erfahrung habe zu sagen, das es ganz definitiv so ist.

Obwohl es nur ein Spiel ist, kann einem sowas erstaunlich auf die Nerven gehen. Zornhau oder auch Jörg haben z.B. manchmal komische Vorstellungen, aber bei ihnen würd ich sofort mitspielen, weil ich zumindest vor Langeweile mit Sicherheit verschont bleibe.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 21.08.2010 | 15:02
Wild rausgesucht, Vorauswahl war nur eben das spielen auf der Drachenzwinge.
Was ja schon sehr viel Vorauswahl ist: Nicht nur PC-Affinität wird da vorausgesetzt, sondern auch die Bereitschaft, sich irgendwelchen "Zuhörern" auszusetzen, wenn ich das richtig verstanden habe. Es ist Dein Umfeld, in dem Du "wild rausgesucht" hast, denn die Drachenzwinge ist ja Teil Deines Umfelds. Wen wundert's da, daß Du nichts anderes herausfinden konntest?

Wisst ihr was? Ich fordere euch heraus: Ich stelle mich einer Wette. Wir wählen zufällig eine DSA Gruppe von der DZ aus. Und einen neutralen Beobachter.
Es gibt wenig, das so schwer zu beweisen ist, wie, daß eine Auswahl zufällig war. Und die Einschränkung auf Dein Umfeld - denn die Drachenzwinge ist ja mein Umfeld nicht, Du findest sie nach Deinen eigenen Worten "cool" - macht die Wette sehr bequem für Dich und schließt jeden Zufall von vorneherein aus. Ich halte dagegen: Laß uns eine Runde unter denen auswählen, die von "Alveraniaren" geleitet werden. Was immerhin wäre naher als "dem DSA" als eine redaktionsgeleitete Runde? Traust Du Dich? Würdest Du Dich trauen, mal Dein Umfeld, in dem Du keine Wahrnehmung befürchten mußt, die nicht Deinen Haß füttert, zu verlassen?
Denn einen "neutralen Beobachter" gibst Du so gut wie jeder andere ab, "neutral" ist eh niemand, wenn es um Auslegungssachen geht. Wie auch? Es braucht ja ein Subjekt, um eine Wahrnehmung zu deuten.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 15:30
Merlyn, die DZ ist die einzige Möglichkeit, überhaupt mal ohne großen Aufwand zuzuhören. Von mir aus wählen wir auch unter den Alverianern aus, aber wie soll das bitte gehen?

Und inwiefern soll bei der DZ nen Selektionseffekt auftreten? Das sind Rollenspieler, deren einzige Gemeinsamkeit die ist, das sie gern per TS spielen. Es gibt auch überhaupt keine Konkurrenzseite. Und die DZ ist nicht mein Umfeld, ich weiss von sehr vielen Gruppen nicht mla ansatzweise, was die treiben. Die paar Leute die ich dort kenne, die sind mein Umfeld.

Ein neutraler Beobachter wär für mich schon jemand, der DSA weder sonder mag noch ablehnt.

Und wirklich, ich hasse die Standard-DSA Gruppen nicht. Jetzt schon recht nicht mehr, wo ich mich mal ausheulen konnte. DIr ist auch klar, das ich zwei DSA Gruppen spiele?

Also ja, ich gehe auch eine Wette mit Alveraniern ein, solange ich nicht längers zuhören muss, wenns mir nicht gefällt.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 21.08.2010 | 16:35
Und inwiefern soll bei der DZ nen Selektionseffekt auftreten?
Wenn 100% aller Rollenspieler auf der Drachenzwinge spielen und 0% aller Rollenspieler es nicht tun, wäre die Auswahl in der Tat ohne zusätzlichen Selektionseffekt. So ist es aber nicht, ganz im Gegenteil: Die überwiegende Mehrzahl spielt ja doch wohl lieber "Auge in Auge". Das könnte sogar etwas mit der Auswahl des Hobbies zu tun haben...

Und die DZ ist nicht mein Umfeld,...
Doch, offenbar gehört sie zu Deinem Umfeld. Schließlich kannst Du Dir ein Urteil über sie erlauben ("cool" oder so), du hörst Dich dort um, kennst Leute, die dort spielen... Sie ist nicht Dein einziges Umfeld, klar, aber sie gehört zu Deinem Umfeld. Zu meinem dagegen gehört sie nur am äußersten Rande (- denn da wir zwei uns ja hier über sie austauschen, ist "sie ist nicht mein Umfeld" jetzt streng genommen schon nicht mehr ganz korrekt).

DIr ist auch klar, das ich zwei DSA Gruppen spiele?
Und? Was heißt das schon? Daß Du Deinen Haß regelmäßig füttern läßt?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 16:47
Ok, ich gebs ja zu. Ich hasse DSA! Grrr!!! Zerstören!

Klar ist es ein Sekektionseffekt, aber ich finde wirklich nicht, das der sich irgendwie auf die Fragestellung auswirkt. Ehrlich gesagt finde ich, das sich kaum eine representativere Stichprobe für Rollenspieler finden lässt als auf der DZ. Die meisten Rollenspieler nuten das Netz, viele finden so keine Gruppe in der Nähe und suchen dann im Netz.

Naja, jetzt geh ich erstmal genüßlich DSA Bücher zerreissen.

Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Tjorne am 21.08.2010 | 16:57
Wo man Bücher verbrennt...  :gasmaskerly: >;D
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 21.08.2010 | 17:33
Ich weiß, wofür das "RSP" in Deinem Avatar wirklich steht...  ::) Ich bin kein DSA-Spieler, ich habe große Vorbehalte gegen Setting, System, Macher und Nutzer von DSA, aber die DZ für irgendwas als Maßstab herzunehmen ist- kühn. Wer das tut, der checkt den Gesundheitszustand einer Gesellschaft auch mittels statistischer Erhebung auf einer Intensivstation.

Zitat
Und einmal wurde meine Gruppe aus Thorwaler, Krieger Magier usw. von paar Bauern mit Heugabel stundenlang aufgehalten, bis zu Ende des Abends haben wir sie nicht überzeugen können, das wir nicht "böse" sind, Angriff wäre ob harter Interpretation der Überzahlregeln lebensmüde gewesen. Ich hab die Runde dann verlassen. 

Wer sich nur wegen der Überzahlregel von heugabelschwingenden Bauern aufhalten läßt, hat das taktische Verständnis einer Milchkuh....
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 21.08.2010 | 17:56
Klar ist es ein Sekektionseffekt, aber ich finde wirklich nicht, das der sich irgendwie auf die Fragestellung auswirkt. ... Die meisten Rollenspieler nuten das Netz, ...
Die wenigsten Rollenspieler nutzen das Internet, um dort zu spielen - jedenfalls meiner Erfahrung nach; schulische / studentische / berufliche Nutzung dagegen mag es sehr wohl bei ihnen geben. Es aber ist nur eine bestimmte Alters- und Interessengruppe, die das Netz auch als "geeignete Spielumgebung" betrachtet. Und eben weil es eine ganz bestimmte "Interessen"gruppe ist, ist der Selektionseffekt von ausschlaggebender Bedeutung für die Fragestellung: Der rein akustische Kontakt ist ein anderer als der, der sich bei gemeinsamer Anwesenheit ergibt, vor allem dann, wenn die gemeinsame Anwesenheit durch Wände und eine geschlossene Tür gegenüber vielen Einflüssen abgeschottet ist. Da ist der Mensch immer noch ein Körperwesen: die pure Umgebung, selektiv Beachtetes, unbewußt Wahrgenommenes bestimmt sein Handeln mit. Bestimmte Merkmale der Umgebung wirken auf die Vermittlung von Spielinhalten ein, und bei gemeinsamer Anwesenheit tun sie es kongruenter als, wenn man sich nur "virtuell" trifft. Schon, ob man das von Bedeutung findet oder nicht, macht einen gewaltigen Unterschied, nicht zuletzt in der Wahl der Mitspieler. Die Wahl der Mitspieler bestimmt wiederum die Art, wie man spielt: Wenn man sich nicht gut kennt und nicht in abgeschlossener Umgebung ist, ist es leichtsinnig (oder Wahnsinn), sich allzu sehr zu öffnen, aber damit bleiben bestimmte Spielerfahrungen dann eben verschlossen. Wer also in einer prinzipiell nicht-abgeschlossenen Umgebung und mit praktisch Unbekannten spielt, kann (und will vermutlich) nicht dieselben Spielerfahrungen machen wie jemand, der sich mit Bekannten, denen er zumindest in Belangen des Rollenspiels traut, in einem Raum zusammensetzt und die Tür hinter sich zumacht. Das bedeutet aber, daß man von der Rollenspielerfahrung im einen Rahmen (offen, Gefahr von Inkongruenzen, Notwendigkeit unausgesetzter Vorsicht) nicht auf die eines gänzlich anderen Rahmens (nach außen abgeschirmt, mit vielfältigen Möglichkeiten, Inkongruenzen zu vermeiden oder, wenn sie aufgetaucht sind, zu bemerken und zu klären, mit Menschen, von denen man weiß, was man von ihnen erwarten kann) schließen kann. Spielweisen, die in dem einen Rahmen "gehen", sind mit dem anderen unter Umständen nicht vereinbar - und ich denke, genau deswegen ist es sehr wohl möglich, daß Deine Wette bezüglich der Drachenzwinge für Dich gänzlich gefahrlos ist. Weil man dort gar keine anderen Ergebnisse bekommen kann... oder wenn, dann nur, indem man unter anderem auf das "P" pocht, mithin in genau denjenigen Gruppen, die ja aus der Stichprobe 'rausfallen...

Wer das tut, der checkt den Gesundheitszustand einer Gesellschaft auch mittels statistischer Erhebung auf einer Intensivstation.
Wo auch sonst? Schließlich werden nur da ständig Blutdruck, Herzschlag, Atemfrequenz usw. der zu Untersuchenden gemessen, d.h. man hat geradezu perfekte Datensätze. Das darf man nicht unterschätzen, auch wenn das natürlich nur einen Teil der Daten betrifft und ... öh... oder so ähnlich, jedenfalls.

;-)
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 18:05
Die wenigsten Rollenspieler nutzen das Internet, um dort zu spielen - jedenfalls meiner Erfahrung nach; schulische / studentische / berufliche Nutzung dagegen mag es sehr wohl bei ihnen geben. Es aber ist nur eine bestimmte Alters- und Interessengruppe, die das Netz auch als "geeignete Spielumgebung" betrachtet. Und eben weil es eine ganz bestimmte "Interessen"gruppe ist, ist der Selektionseffekt von ausschlaggebender Bedeutung für die Fragestellung: Der rein akustische Kontakt ist ein anderer als der, der sich bei gemeinsamer Anwesenheit ergibt, vor allem dann, wenn die gemeinsame Anwesenheit durch Wände und eine geschlossene Tür gegenüber vielen Einflüssen abgeschottet ist. Da ist der Mensch immer noch ein Körperwesen: die pure Umgebung, selektiv Beachtetes, unbewußt Wahrgenommenes bestimmt sein Handeln mit. Bestimmte Merkmale der Umgebung wirken auf die Vermittlung von Spielinhalten ein, und bei gemeinsamer Anwesenheit tun sie es kongruenter als, wenn man sich nur "virtuell" trifft. Schon, ob man das von Bedeutung findet oder nicht, macht einen gewaltigen Unterschied, nicht zuletzt in der Wahl der Mitspieler. Die Wahl der Mitspieler bestimmt wiederum die Art, wie man spielt: Wenn man sich nicht gut kennt und nicht in abgeschlossener Umgebung ist, ist es leichtsinnig (oder Wahnsinn), sich allzu sehr zu öffnen, aber damit bleiben bestimmte Spielerfahrungen dann eben verschlossen. Wer also in einer prinzipiell nicht-abgeschlossenen Umgebung und mit praktisch Unbekannten spielt, kann (und will vermutlich) nicht dieselben Spielerfahrungen machen wie jemand, der sich mit Bekannten, denen er zumindest in Belangen des Rollenspiels traut, in einem Raum zusammensetzt und die Tür hinter sich zumacht. Das bedeutet aber, daß man von der Rollenspielerfahrung im einen Rahmen (offen, Gefahr von Inkongruenzen, Notwendigkeit unausgesetzter Vorsicht) nicht auf die eines gänzlich anderen Rahmens (nach außen abgeschirmt, mit vielfältigen Möglichkeiten, Inkongruenzen zu vermeiden oder, wenn sie aufgetaucht sind, zu bemerken und zu klären, mit Menschen, von denen man weiß, was man von ihnen erwarten kann) schließen kann. Spielweisen, die in dem einen Rahmen "gehen", sind mit dem anderen unter Umständen nicht vereinbar - und ich denke, genau deswegen ist es sehr wohl möglich, daß Deine Wette bezüglich der Drachenzwinge für Dich gänzlich gefahrlos ist. Weil man dort gar keine anderen Ergebnisse bekommen kann... oder wenn, dann nur, indem man unter anderem auf das "P" pocht, mithin in genau denjenigen Gruppen, die ja aus der Stichprobe 'rausfallen...
Wo auch sonst? Schließlich werden nur da ständig Blutdruck, Herzschlag, Atemfrequenz usw. der zu Untersuchenden gemessen, d.h. man hat geradezu perfekte Datensätze. Das darf man nicht unterschätzen, auch wenn das natürlich nur einen Teil der Daten betrifft und ... öh... oder so ähnlich, jedenfalls.

;-)

Also das P habe ich noch niemals gesehen. Das hab ich auch geschrieben. Ich wurde nur mal rausgeworfen, weil die Leute nix vom P wussten aber privat bleiben wollten. Das ist ein Mal passiert. Und die meisten Leute die privat bleiben wollen neigen grade besonders zu extensivem Stimmungsspiel, was manchmal das kritisiette mit sich bringt.

Und der Unterschied zwischen Tisch- und TS Runden halte ich für die Fragestellung nach dem hier genannten Spielstil für irrelevant. Es hat zwar einen anderen Touch wenn man per TS spielt, aber der hauts IMO nicht raus. Ich habe schon fast alle SPielstile auch im TS gesehen, Brot und Bretzel genauso wie "Wir öffnen uns und haben Cybersex" (leicht übertrieben) Runden. Klar, man hat mehr Distanz, aber der Großteil beim Rollenspiel wird IMO über die Stimme tranzportiert. Es gibt bei Tischrunden eher sogar noch mehr Stimmungspieler, denke ich. Bei TS konzentriert man sich etwas mehr auf konkrete Handlungen. Bei Tischrollenspiel gibt es auch viel mehr Brot und Bretzel. Das ist alles nix, was die Wette zu meinen Gunsten verschieben würde.

Und das ist jetzt das letzte was ich dazu schreibe, weil sonst gibts Zoff und ich muss gegen mehrere andere Leute argumentieren, was ich ehrlich gesagt hasse.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Merlin Emrys am 21.08.2010 | 18:10
Und der Unterschied zwischen Tisch- und TS Runden halte ich für die Fragestellung nach dem hier genannten Spielstil für irrelevant.
Das kannst Du natürlich tun. Und es wird niemals passieren, daß Dich Erfahrungen erreichen und beunruhigen, die Deine festgefügten Vorstellungen in Gefahr bringen. Auch darüber kann man tatsächlich Sicherheit erreichen... und das ist ja auch nichts Schlechtes, nicht wahr?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 18:21
Also gut, nachdem ich deinen Vorstellungspost gelesen habe, führ ich die Diskussion mal weiter.

Erstmal leg ich immer Weet drauf zu sagen, das es sich nur um meine subjektive Meinung handelt. Das schreib ich andauernd. Hast du das überlesen? Ich stelle hier keinen Absolutheitsanspruch. Andererseits ist das hier keine wissenschaftliche Fragestellung, sondern ich habe mein DSA "Trauma" verarbeitet. Tut mir leid, wenn dabei die Objektivität etwas auf der Strecke bleibt.

Die Frage ist: Unterscheiden sich TS und Tischgruppen in Hinsicht auf die Produktion von Langeweile und Spielerdemütigung?

IMO unterscheiden sich die Gruppen grob in folgendem. (Ich kenne auch genug Tischgruppen)

Tischgruppen haben mehr Brot und Bretzel und mehr Stimmungspiel. Selber vermisse ich beim TS am meisten, das man die Leute nicht vor sich hat, das ist echt schade. Weil das Kumpels sind, und man die um sich haben möchte. Aus Rollenspiel an sich hat das aber nur in Hischt auf Brot- und Bretzel Auswirkungen. Meine Erfahrung.

Deine Erklärung warum die unterschiedlcih sind versteh ich ganz ehrlich nicht so ganz. Kannst du das etwas klarer auf den Punkt bringen? Ich hab den Eindruck du sagst, dass man sich am Tisch mehr selbst offenbart. Aber inwiefern hat das jetzt was mit der Fragestellung zu tun?
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Naldantis am 21.08.2010 | 20:50
Seiten wechseln bei ner Standard- DSA Gruppe? Nur zu, probiers.

Ja, schon gemacht, wo liegt das Problem,
Sicher, in einigen Szenarien ist das größtenteils verbaut, aber in der Regel hindert einen wenig daan, mit dem 'Feind' Kontakt aufzunehmen und das Arteefakt, den NPC, die Information, die diese wünschen zu verkaufen.

Zitat
Und einmal wurde meine Gruppe aus Thorwaler, Krieger Magier usw. von paar Bauern mit Heugabel stundenlang aufgehalten, bis zu Ende des Abends haben wir sie nicht überzeugen können, das wir nicht "böse" sind, Angriff wäre ob harter Interpretation der Überzahlregeln lebensmüde gewesen.

Das waren sie wohl nicht so gut wie Du meinst.
Und damit war das Finden von Verbündeten und die geringen Belohnungen auch ledigtim.
Normalerweise reicht eine Flammenlanze, Poly other, Todeswolke in den Wortführer so eines Mob und die Sache hat sich...
...alternativ verpisst man sich und zündet - so man rachedurstig ist - in der Nacht ein paar Häuser an klaut ein paar Tiere, verschleppt ein paar Kinder zum nächsten Sklavnemarkt, whatever.

Zitat
Ich finde es erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit hier die Realität geleugnet wird. Sicher ist B&B eine satirische Übertreibung, aber im Kern passiert bei der Standard-DSA-Gruppe genau das, nur das es halt etwas kaschiert ist.

Deine Realität ist nicht meine Realität.
Natürlich gibt es immer wieder Arschloch-NPCs, aber wenn die nicht von der nötigen Macht gestützt werden, kann man es denen auch wieder reinwürgen.
Und in dem Großteil meiner DSA-Gruppen lief es ehe so, als wie von Dir beschreiben - schon weil wir bei stundenlangen Diskussionen mit dem Mob dem SL die Meinung zu seinem/ihrem Verständnis von Spannungskurven gegeigt hätten.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: Dr.Boomslang am 21.08.2010 | 20:54
@ Erik
Merlin sagt ja nicht dass du Unrecht hast, sondern nur dass dein Eindruck theoretisch falsch sein kann, weil du keinen repräsentativen Überblick hast, und du uns nichts "beweisen" kannst, was ja auch stimmt (aber wenig daran ändert dass du wahrscheinlich Recht hast). Da er es auch nicht besser weiß und ebenso nichts beweisen kann, nehme ich mal an dass ihm einfach nur langweilig ist.
Titel: Re: Bettler und Bauern
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2010 | 21:10
Das vermut ich auch.

Toll, Naldantis ruft faktisch zum SL-Boykott auf, Merlin reitet auf wissenschaftlichen Spitzfindigkeiten rum, das hat man davon wenn man solche fragwürdigen Themen aufmacht. Naja, wenigstens ist es jetzt ruhig.

Wenn ich ehrlich bin, ist mir der ganze Scheiss inzwischen auch ziemlich egal. Ich hab irgendwie Lust, was halbwegs sinnvolles zu machen. Vielleicht schreib ich Secret of Appleton weiter. Am besten ich nehms mal aus der Challenge raus und stells in den Brainstorming Bereich. Wenns dann wieder nur Genörgel gibt, mach ich zu und geh mirn EIskaufen.