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Pen & Paper - Spielsysteme => Weitere Pen & Paper Systeme => GURPS => Thema gestartet von: OldSam am 8.09.2010 | 00:43

Titel: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 00:43
hey,
wenn ich irgendwo rumsurfe und was zu systemübergreifenden Rollenspielthemen lese bzw. entsprechende Debatten verfolge,  passiert es irgendwie ständig, dass sobald GURPS erwähnt wird sofort 1-2 Leute mit irgendwelchen Anfeindungen draufhauen, obwohl diese zu 95% sachlich völlig unangemessen bzw. völlig übertrieben sind und meist auch Unkenntnis des Systems und insbesondere mangelnde Spielpraxis damit offenbaren... Oder auch bei irgendwelchen Vergleichen wird GURPS oft in einseitiger und unzutreffender Darstellung als Negativbeispiel für irgendetwas angeführt (meist sicherlich auch mit wenig echtem Wissen über das System)


<< Woran liegt das wohl, also woher kommen diese üblen, sachlich unberechtigten Anfeindungen des Systems? >>

Zwei Thesen dazu:

1) Der "Zugang" zu GURPS ist etwas komplexer als beim "Wald&Wiesen"-RPG (eher was für erfahrene Leute, die sich auch drauf einlassen), daher glaube ich, dass viele Probleme auch auf Missverständnisse im Umgang mit dem System zurückzuführen sind. Etwa das klassische ever-green-Problem, dass viele nicht checken, dass man zunächst nur ein Core-Set an Regeln benutzen sollte und dann "Rosinen pickt" etc. - Und das Grundsystem ist ja nun wirklich einfach und sauber...
Trotzdem scheint der Eindruck (und der Ruf) der extremen Kompliziertheit sich leider zu halten.

2) Das Marketing vom aktuellen GURPS ist IMHO auch nicht besonders gut, nicht zuletzt weil es an neuen starken Settings als Zugpferd fehlt und die Leute lassen sich nun mal massiv von Werbetricks beeinflussen... Das Gegenbeispiel scheint mir hier Savage Worlds zu sein, dass wirklich ein exzellentes Marketing hat, obwohl es zugleich wesentlich mehr Schein als Sein ist, also einfach behauptet besonders schnell und spaßig zu sein ohne das es dafür einen besonderen Grund gibt (es ist ja nicht so schlecht, aber systemtechnisch auch nicht gerade gut) - trotzdem glauben sehr viele an die plakativen Sprüche.
Bei GURPS scheint die entsprechende Bescheidenheit offensichtlich marketingtechnisch nicht die beste Wahl zu sein, da hier IMHO im Gegenteil sogar mehr Sein als Schein ist, weil im Detail soviel drinsteckt und die Systemdesigner ihre Entscheidungen wirklich gründlich durchdacht und getestet haben - und dies auch transparent diskutieren etc.


Der Effekt scheint überdies (subjektiv) auf deutschen Internetseiten viel stärker aufzutreten als auf englischsprachigen Websites, wo zwar auch vielerorts das Gerücht herrscht GURPS sei viel zu kompliziert, aber "Hasstyraden" habe ich da wesentlich weniger erlebt. - Möglicherweise liegt es mit daran, dass die 4th Ed. nur auf Englisch vorliegt und die Sprachbarriere ihr übriges getan hat, um zu verhindern, dass viele der Leute mit negativer Einstellung ihre Vorurteile mit besserem Verständnis überwinden konnten (ok, ein Großteil will dies sicherlich auch gar nicht, weil es ja offenbar "in Mode" ist mit fadenscheinigen Argumenten draufzuhauen)


Ok, that's it... musste ich mal loswerden ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 8.09.2010 | 00:50
Das ist mir auch schon aufgefallen und ich hab keine Ahnung woher das kommt. Vielleicht mal 8t88 fragen, der haut auch immer gerne und kräftig auf GURPS rum. (er hats ja gespielt, aber es ist soooooooooo schlecht)

Ich denke, es liegt wirklich an den Settings. Die Leute wollen kein gutes System sondern ein gutes Setting. (Dabei finde ich z.B. Banestorm/Yrrth echt toll)

Und an 8t88.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 8.09.2010 | 01:04
Ich hab GURPS ja das ein oder andere Mal ausprobiert.

Das, was ich denke, dass es will, macht es sehr gut, nur es hat bei mir immer den Eindruck hinterlassen, dass es eines ist

unsexy

Einen besseren Begriff dafür finde ich auch nicht, und es ist ein subjektives Empfinden, aber das hält mich eher davon ab, GURPS für irgendwas zu verwenden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:05
Und an 8t88.
~;D Einen Schuldigen haben wir also schon mal...

Ich würde ja zu gerne ein tolles Zugpferd-Setting haben in deutscher Sprache und mit in den Settingtext verwobener und aufgebohrter Lite-Version der Grundregeln... hach wär das schön...

Oder auch schon eine Art "Basic Lite mit Fluff" wäre genial, selbst wenn es nur auf englisch rauskommt. Also ein aufgebohrtes Lite-System mit einigen der wichtigsten Addons drin und zusätzlich mit etwas (optional weglassbarem) coolen, bewusst nicht-essentiellen, Drumherum bzw. Style-Kram gewürzt, weil viele eben drauf stehen! :)
In der Hinsicht ist GURPS halt sozusagen für den Massengeschmack "zu vernünftig", weil kaum SchnickSchnack dabei ist, sondern nur das Essentielle "roh". Viele können sich die "Gewürze" nicht vorstellen, sondern brauchen es vorgekocht - ist ja auch bequemer - insofern sollte SJG den Markt m.E. auch dementsprechend bedienen...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 01:08
Ich mags halt net, aber das ist eine irrationale Geschichte.
Wir haben es gespielt, als es noch keine Wahrnehmung gab und diese über Int lief...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:08
unsexy

Siehe meine Antwort mit dem "rohen" System... es erfordert etwas genaueres Hinsehen zu erkennen, dass es einfach sehr schlichte Eleganz ohne Gewürze ist!
Quasi vergleichbar mit einem richtig geilen Sportwagen-Motor, der aber in einem zwar sehr robusten, aber unlackierten Chassis steckt und auch noch nicht mit Komfort-Funktionen ausgerüstet ist. Diese liegen zwar im Raum, der Benutzer muss sie aber erst selbst nach seinem eigenen Geschmack auswählen und reinsetzen.



Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 8.09.2010 | 01:11
Ja, Settings machen Sexy. GURPS ist nicht sexy. Es ist funktional. Und das kanns sehr gut.

Schlimm finde ich wirklich, dass sobald jemand GURPS empfehlt irgendjemand aus dem Busch springt und schreit "bloß nicht! Alles, aber nimm kein GURPS! Du machst Dich nur unglücklich!" und das ist ja Schwachsinn.

Je nun, die Quellenbände sind ja super, aber meist zum erstellen eines eigenen Settings. Welche Settings gibts denn großartig ausser Banestorm? Ich hab zwar die vierte hier, aber bin da nicht up-to-date.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:12
P.S. Wenn man mal davon absieht, dass diese ganze Sache mit dem "sexy Charme" bzw. den "Gewürzen" eines Systems sowieso total subjektiv ist und ein Systemdesigner da keine klaren, vernünftigen Ziele haben kann, ausser die Unterstellung irgendeiner beliebten Geschmacksrichtung.... -- SOLLTE EIGENTLICH schließlich das SETTING den wesentlichen Charme ausmachen und das System einfach solide und flexibel ohne Barrieren und Bremsen funktionieren, so dass das Setting und die Charaktere sich entfalten können!

edit: Callisto war schneller mit den Settings, aber es schadet nicht es 2x gesagt zu haben ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:19
In der 4th z.B.

Traveller (viel davon alledings noch 3. Ed., aber portierbar)
Transhuman Space (viel davon allerdings noch 3. Ed., aber portierbar)
Infinite Worlds (Dimensionsreisen)
Vorkosigan Saga
Casey & Andy
Dungeon Fantasy (stereotypes Setting)
Action (stereotypes Movie-Setting)

Wenn man die Sachen aus der 3. Ed. nimmt (normalerweise leichte Portierung) gibt es sogar relativ viele coole Setting-Sachen, aber die stehen halt heute alle nicht mehr im Rampenlicht... :-|

Discworld
Vampire:The Masquerade (und noch mehr WoD-Kram)
Conan
World War II (auch Weird)
Reign of Steel
Deadlands
Cyberworld
Illuminati University
Autoduel: Car Wars
In Nomine
diverse historische Settings
...

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 8.09.2010 | 01:20
Mein "Problem" mit GURPS ist, dass es sich bei mir den direkten Vergleich mit dem HERO System stellen muss.

Bei HERO kann ich jedes Element eines Charakters genau so konstruieren wie ich will, bei GURPS habe ich da eher das Gefuehl schon vorgebaute Bauteile zu haben bei denen keine Erklaerung geliefert wird wie sich diese zusammensetzen (bzw. die Punkte berechnen) und auch keine Hilfestellung geliefert wird an den fertigen Teilen nachtraeglich noch was zu aendern.

Das ist nunmal mein Hauptkritikpunkt am SYSTEM.

Was die Settings angeht... Ich habe einige Sourcebooks, wuerde sie nur nie dafuer verwenden sie mit dem GURPS-System einzusetzen sondern aufgrund der GURPS-Angaben an das System anzupassen fuer das ich die Werte haben will (sofern ich sie nicht gleich selbst baue).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 01:25
THS *Sabberlechz*

Obwohl ich glaube, dass in ganz abgefahrenen Hightechsettings ein erzählerischer Ansatz beherschbarer ist, liebe ich die THSQuellenbücher. Gurps Space war auch schon immer großartig.
Neben solchen Büchern wie das Modern Firearms (für d20?) waren die Gurpsquellenbände auch systemfremd regelmäßig in Anwendung in unseren Runden.

WIe gesagt, wenn ich Gurps für ein wenig hölzern halte, kann das auch an der alten Version liegen (Lila Buch mit vier Bildern vorne drauf). Wir haben nachher festgestellt, dass viele unserer Hausregeln in den nächsten Versionen normale Regeln waren.
Spielbar wars und es hat Laune gemacht.
Es liegt nicht an dir (Gurps), es liegt an mir. *schnief* Aber ich bin sicher, dass Du (Gurps) bald wieder neue Spieler findest...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:34
Mein "Problem" mit GURPS ist, dass es sich bei mir den direkten Vergleich mit dem HERO System stellen muss.

Das is natürlich absolut berechtigt...

Bei HERO kann ich jedes Element eines Charakters genau so konstruieren wie ich will, bei GURPS habe ich da eher das Gefuehl schon vorgebaute Bauteile zu haben bei denen keine Erklaerung geliefert wird wie sich diese zusammensetzen (bzw. die Punkte berechnen) und auch keine Hilfestellung geliefert wird an den fertigen Teilen nachtraeglich noch was zu aendern.

Das ist nunmal mein Hauptkritikpunkt am SYSTEM.

Guter Einwand, kann ich auch zu einem guten Teil verstehen, es ist nämlich etwas versteckt... Die Hintergründe lassen sich jedoch erschließen, das ist nur nicht auf den ersten Blick ersichtlich - hier wurde quasi versucht die Leute neben den ganzen Bauteilen nicht auch noch mit der Bauanleitung zu verwirren ;)  ...für manchen ist das verständlicherweise halt auch wieder der falsche Weg...

Ein wesentliches Buch um die Builds bei GURPS nachzuvollziehen ist Powers. Hier wird an diversen Beispielen aufgezeigt wie das Advantage-/Powers-System in der 4. arbeitet und was man alles modifizieren kann.
Das ist auch eine Hilfestellung für die Veränderung der bestehenden Teile.
Kann man aber auch im Basic nachvollziehen, aber man muss sich i.d.R. entweder erstmal länger damit beschäftigen oder braucht etwas Hilfe um es zu verstehen - wenn man einem erstmal jemand gesagt hat wonach man schauen muss, ist es ziemlich einfach und elegant - mit den Enhancements und Limitations...
Ich hab es am Anfang auch nicht gleich gecheckt, aber dann... wow, geil! sehr flexibel und tatsächlich auch nicht schwierig...
Aber was das angeht ist Hero mit Sicherheit ebenbürtig, GURPS punktet IMHO v.a. damit dass es noch vielseitiger ist (etwa verschiedene verfügbare Magiesysteme, je nach Geschmack) und dass es halt auch viele Settings usw. direkt unterstützt.

Überdies sei auf das wirklich <großartige> SJG-Forum verwiesen, wo man neben einem tollen generellen Community-Support oft genug sogar von den System-Entwicklern selbst exzellente Beratung zu Systemfragen bekommt...

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Lyonesse am 8.09.2010 | 01:34
Dafür war GURPS aber, im Vergleich zu Hero, immer populärer - was mir ein Rätsel bleiben wird. Ich vermute aber ebenfalls, daß das Bashing (wenn es wirklich so ist) mit einem fehlenden hippen Setting und damit verbundenem Support (Kampagnen, Abenteuer, etc ...) zu tun haben könnte. Die Leute wollen in der Regel eben nicht mehr so viel selber machen, wie es bei generischen Systemen nun mal notwendig ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 01:38
Dafür war GURPS aber, im Vergleich zu Hero, immer populärer - was mir ein Rätsel bleiben wird. Ich vermute aber ebenfalls, daß das Bashing (wenn es wirklich so ist) ...

Im Vergleich mit Hero stellt sich diese Problematik wohl nicht, das kriegt ja, wenn es auch genannt wird, ebensoviel Prügel ab ;)
Das GURPS populärer als Hero ist, liegt wohl v.a. an den existierenden Settings, dass es noch mehr Auswahl an Mechanismen gibt und wohl auch v.a. die größere Verbreitung.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 8.09.2010 | 01:43
Ich bahs es nicht, ich mags aber auch nicht. Fehlende Settings sind natürlich (auch) ein Grund für die mangelnde Popularität. Ein anderer ist sicher, daß das System für Settingbastler wie mich schwerer zu handhaben ist als manch anderes. Anpassungen generischer Systeme an Settings sind nie einfach, aber GURPS zusätzlich sehr aufwendig, und (wie Selganor) finde ich es undurchschaubar.

Kenntnisstand: GURPS 3. Gibt eine 4er Probefahrt? Ich halt mich gern auf dem Laufenden, was Systeme angeht, die ich kenne.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 8.09.2010 | 02:08
Als ich mich mit GURPS beschäftigt habe (3. Ed, glaube ich) hat es bei mir den Eindruck eines typischen, chaotischen Universalsystems hinterlassen. Der Regelkern ist nichts besonderes und nicht eleganter oder universeller als irgend eines der 300 anderen Atribut-Fertigkeit-Systeme, und man findet immer irgendwas was gerade nicht passt. Und dann ist da so ein typisch, aufgeblasenes und arkanes Vorteil-Nachteil-System drangetackert mit völlig undurchsichtiger Jonglage von Charakterpunkten, die dann alles möglich machen soll. Also für mich einfach nichts Besonderes.
Das wesentliche Leistung von GURPS waren die ganzen Hintergundbände, deshalb ist es auch so bekannt geworden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Auribiel am 8.09.2010 | 02:27
*über den Thread stolper*

Da geht es mir so wie Dr.Boomslang.

+1
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: YY am 8.09.2010 | 02:36
Gibt eine 4er Probefahrt? Ich halt mich gern auf dem Laufenden, was Systeme angeht, die ich kenne.

Gibts, z.B. hier (http://asaha.com/ebook/ANjQy/GURPS-Lite-(Fourth-Edition).pdf#PDF%20Ebook).

Wobei ich dazu anmerken möchte, dass das Kampfsystem insbesondere mit (modernen) Schusswaffen auf diesem Detailgrad NICHT funktioniert.

Das liegt hauptsächlich an den nicht vorhandenen Lokationsregeln - die sind meiner bescheidenen Ansicht nach nicht optional, egal, was diesbezüglich erzählt wird  :P :)


Trennung.

Mir ist bislang gar nicht so sehr aufgefallen, dass GURPS sonderlich gebasht wird...es ist auch hier eher eine Randerscheinung.


Was ich aber sehr interessant finde, sind die Beschreibungen, welchen Eindruck das System auf verschiedene Leute macht -  wenn schon sonst nichts, dann bitte mehr davon  :)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: D. M_Athair am 8.09.2010 | 06:13
Warum ich mit GURPS nicht viel anfangen kann:

Nummer 1:
Bei HERO kann ich jedes Element eines Charakters genau so konstruieren wie ich will, bei GURPS habe ich da eher das Gefuehl schon vorgebaute Bauteile [...]
Zweimal habe ich mit GURPS Charaktere gebaut. Einmal von Grund auf und ein anderes mal von Savage Worlds auf GURPS konvertiert. Mit den Bauteilen, die mir GURPS an die Hand gegeben hat, bin ich nie wirklich zurecht gekommen. Kurz: Was Selganor schrieb.

Nummer 2:
Erfolgsprobe bei GURPS = Werte mit 3W6 unterwürfeln.
Weder gefällt mir die Glockenkurve, die mit 3W6 entsteht noch das Unterwürfeln.

Nummer 3:
Und dann ist da so ein typisch, aufgeblasenes und arkanes Vorteil-Nachteil-System drangetackert mit völlig undurchsichtiger Jonglage von Charakterpunkten, die dann alles möglich machen soll.
Auch das ist etwas, auf dessen Abwesenheit ich bei Rollenspielen Wert lege.

Nummer 4:
Und zu guter Letzt bringe ich nicht die Begeisterung für die Kombination aus Point-Buy und "Realismus" auf, die für GURPS wohl notwendig ist.




HERO, das einige Stellschrauben anders - für mich besser - setzt, werde ich mir mal noch zu Gemüte führen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Ein am 8.09.2010 | 07:08
GURPS ist halt Achtziger. Hässliche Farben, seltsame Muster und Schulterpolster.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Stahlfaust am 8.09.2010 | 07:42
GURPS ist ziemlich universell, man kann damit so gut wie alles umsetzen. Soviel zu den Vorteilen des Systems.

Nachteile die ich sehe:

-zu komplex mit zuviel Rechnerei (und ich mag eigentlich komplexe Regelsysteme)
-das Skill-System ist fürn Arsch, viel zu viele Skills die viel zu speziell sind
-das Kampfsystem kann in hohen Stufen leicht der "Angriff - pariert/ausgewichen!" Problematik unterliegen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 08:35
Warum GURPS gebasht wird:

- Zu viel Text, zu wenig Bilder (höre öfters "Bleiwüste")
- Zu viele Regel-Optionen, dass sich "niemand" so richtig traut, die wegzulassen (manche sagen, man könne gar nicht wirklich Optionen weglassen)
- Charakterbau bietet zu viel Auswahlwöglichkeiten, ist zu granular (was ich eigentlich als einen Vorteil des Systems empfinde)
- Zu wenig Beispiele im Regeltext (das hat mich anfags sehr gestört)
- Leider nicht wirklich ausformulierte Wealth-Regeln und nur durch Lesen verschiedener Forumsbeiträge lässt sich da was mit anfangen (falls man sich für das Thema überhaupt interessiert)
- Zumindest für die 4e keine SO tollen Settings
- Die 3e hat, ob ihrer chaotischen Art, ein schlechtes Bild hinterlassen und das deutsche 3e war auch nicht wirklich besser (konnte ich aufgrund diverser merkwürdiger Übersetzungen nicht leiden)
- Im Vergleich zur D20 OGL ist meines Erachtens bei GURPS die Latte für Dritte recht hoch gelegt, für dieses System zu veröffentlichen
- Ist zu 80er, da es sich im Kern treu bleibt, während andere Systeme ihre Grundmechanik schon mal gerne ändern
- Ist gerade nicht "Hip"

Das war ein Teil von dem, was ich so mitbekommen habe. Einiges kann ich verstehen, anderes nicht. GURPS 4e ist und bleibt mein Lieblingssystem.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 8.09.2010 | 08:43
Halli, Hallo,

ich habe nichts gegen GURPS, denn ich habe es nie richtig gespielt und mir fehlt jegliche Erfahrung.

[...]  passiert es irgendwie ständig, dass sobald GURPS erwähnt wird sofort 1-2 Leute mit irgendwelchen Anfeindungen draufhauen, obwohl diese zu 95% sachlich völlig unangemessen bzw. völlig übertrieben sind und meist auch Unkenntnis des Systems und insbesondere mangelnde Spielpraxis damit offenbaren[...]

<< Woran liegt das wohl, also woher kommen diese üblen, sachlich unberechtigten Anfeindungen des Systems? >>

Ich finde es aber schade das du eine berechtigte Frage stellst und dann im gleichen Posting den selben Scheiß machst den du anprangerst:

Das Gegenbeispiel scheint mir hier Savage Worlds zu sein, [...] obwohl es zugleich wesentlich mehr Schein als Sein ist, also einfach behauptet besonders schnell und spaßig zu sein ohne das es dafür einen besonderen Grund gibt (es ist ja nicht so schlecht, aber systemtechnisch auch nicht gerade gut) - trotzdem glauben sehr viele an die plakativen Sprüche.

Ich finde ja diese Aussage zu obwohl diese zu 95% sachlich völlig unangemessen bzw. völlig übertrieben, des weiteren offenbart sie auch Unkenntnis bezüglich SW und insbesondere mangelnde Spielpraxis ;)

Hiermit will ich jetzt nicht SW verteidigen sondern dir nur mal vor Augen führen das du auch nicht anders bist als all die GUPRS Querulanten welche dich so stören. Für deine Argumentation wäre es wirklich hilfreicher gewesen diesen Teil raus zu lassen und rein sachlich zu Argumentieren.

Gruß
sir_paul
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Der Nârr am 8.09.2010 | 08:46
Viele der Kritiker haben sich vor längerer Zeit mit Gurps beschäftigt, vor allem anscheinend mit der 3rd Edition oder im deutschen Raum mit der deutschen Ausgabe von Pegasus. Die deutsche Ausgabe kenne ich gar nicht, aber das Grundregelwerk der 3rd im Vergleich mit der 4th Edition. Die 4th Edition ist bei weitem besser strukturiert, die Regeln werden besser erklärt (mit vielen Beispielen und in bunt, Optionale Regeln bzw. Varianten sind deutlicher abgegrenzt), es ist gebündelter und vollständiger. Mein Verdacht ist, dass wer die 4th Edition kennt und gespielt hat, weniger zum Gurps-Bashing neigt. Oft werden auch Kritikpunkte wiederholt und wiederholt, die zumindest meiner Meinung nach auf die 4th Edition nicht mehr anwendbar sind. Daher gebe ich auf Gurps-Bashing im Allgemeinen auch nicht viel.
Es gibt auch einiges, das mir an Gurps nicht so gefällt. Trotzdem finde ich es für viele Dinge empfehlenswert.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: killedcat am 8.09.2010 | 08:55
Zu meinem Eindruck von GURPS: ich habe es voller Enthusiasmus gekauft, weil ich ein universelles, generisches Rollenspielsystem wollte. Ich war von dem Produkt schwer enttäuscht. Meine subjektiven Gründe will ich aber gar nicht aufführen.

<< Woran liegt das wohl, also woher kommen diese üblen, sachlich unberechtigten Anfeindungen des Systems? >>
Dass die Anfeindungen sachlich unberechtigt sind ist eine Verallgemeinerung. Kein System ist perfekt, sicher sind manche Kritikpunkte berechtigt. Die Gründe für manche Kritik führst Du ja selbst auf:

Der "Zugang" zu GURPS ist etwas komplexer als beim "Wald&Wiesen"-RPG (eher was für erfahrene Leute, die sich auch drauf einlassen)
Heißt: es gibt einfachere und einsteigerfreundlichere Systeme. Da ist es doch klar, dass GURPS sich das vorhalten lassen muss.

Und das Grundsystem ist ja nun wirklich einfach und sauber...
Trotzdem scheint der Eindruck (und der Ruf) der extremen Kompliziertheit sich leider zu halten.
Bei Rolemaster ist das Grundsystem "Rolle einen W100 und vergleiche mit der Tabelle". Ist auch einfach und sauber. Leider sagt das nichts über das Endprodukt aus.

Versuche doch zu verstehen, dass GURPS tatsächlich kein Leichtgewicht ist. Es gibt schlimmere Systeme, ja. Aber gerade im Bereich Universalsysteme muss sich GURPS inzwischen mit OMNI, Savage Worlds, FATE uvm. vergleichen lassen. Ich beneide die GURPSianer um ihre gut ausgearbeiteten Ergänzungsbände, aber nicht um das System.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 09:10
Ich finde den Thread inklusive Titel ganz süß. Inhaltlich schließe ich mich der massiven Kritik an GURPS an. Es handelt sich bei GURPS um ein rules heavy Simulationsmonster, dessen Publikationen zudem schlimme, unübersichtliche Textwüsten mit entsprechend katastrophalem Lesekomfort sind. Die jüngeren Nachfolger, insbesondere Savage Worlds und FATE, sind cleverer sowie thematisch fokussierter designed und leisten im jeweiligen Fokus deutlich mehr.

Die Kritik an GURPS besteht auch hier im Thread keineswegs aus "Verleumdungen", sondern aus klaren, gut durchdachten und kaum von der Handzu weisenden Argumenten. GURPS ist veraltete. Sowas braucht heute aus meiner Sicht abgesehen von nostalgischen oder gewohnheitsbezogenen Erwägungen niemand mehr.

Ansonsten siehe Waldgeist und sir_paul.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 09:12
In der 4th z.B.

Traveller (viel davon alledings noch 3. Ed., aber portierbar)
Transhuman Space (viel davon allerdings noch 3. Ed., aber portierbar)
Infinite Worlds (Dimensionsreisen)
Vorkosigan Saga
Casey & Andy
Dungeon Fantasy (stereotypes Setting)
Action (stereotypes Movie-Setting)
Von denen habe ich nur von Traveller etwas gehört.

Zitat
Wenn man die Sachen aus der 3. Ed. nimmt (normalerweise leichte Portierung) gibt es sogar relativ viele coole Setting-Sachen, aber die stehen halt heute alle nicht mehr im Rampenlicht... :-|

[..]
Vampire:The Masquerade (und noch mehr WoD-Kram)
[..]
Wieso sollte man 'oWoD Kram', was wenn man es spielt voraussetzt das man wohl die oWoD mag, mit etwas anderes spielen als der oWoD? Ich mein vielleicht ist es dann auch nur so unbeliebt weil man sich als oWoD Fan ein bisschen angemoppert davon fühlt das GURPS da vorgibt das eine Regelportierung nötig ist.

Ist World War II(Weird) und In Nomine eine Portierung oder org. Gurps?

Davon weiß ich zumindest das es eine "Gruppe" aus zwei bis drei Leuten angefangen hat zu spielen, ganz frisch und ohne Vorkenntnisse (weil ein WW II System gesucht wurde das simulierend ist)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 09:20
In Nomine eine Portierung oder org. Gurps?

Eine Portierung des gleichnamingen Rollenspiels aus dem gleichen Verlag (SJ Games).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dash Bannon am 8.09.2010 | 09:25
Es ist lange her das ich zuletzt GURPS gespielt habe, schon damals empfand ich es als "sperrig".
einfacher Zugang sieht anders aus und ich habe weder die Zeit noch die Lust mich nochmal in ein derart umfangreiches System einzuarbeiten.


Es gibt mit dem bereits angesprochenen FATE ein System das sich mir viel einfacher erschliesst und viel besser das bietet, was ich haben will. GURPS bietet das eben nicht. Das macht es jetzt nicht zu einem schlechten System im allgemeinen, aber eben zu einem schlechten System für mich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 09:29
OT

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Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Vash the stampede am 8.09.2010 | 09:31
Es ist lange her das ich zuletzt GURPS gespielt habe, schon damals empfand ich es als "sperrig".
einfacher Zugang sieht anders aus und ich habe weder die Zeit noch die Lust mich nochmal in ein derart umfangreiches System einzuarbeiten.

Es gibt mit dem bereits angesprochenen FATE ein System das sich mir viel einfacher erschliesst und viel besser das bietet, was ich haben will. GURPS bietet das eben nicht. Das macht es jetzt nicht zu einem schlechten System im allgemeinen, aber eben zu einem schlechten System für mich.

+1

Ich mag die Quellenbücher, das ist ja auch ein oft gehörtes Argument, das ich ein weiteres Mal untermauern kann. Aber das System ist einfach nichts für mich.

Die Portierung von Settings (Stichwort: Vampire) ist dabei für mich aber kein Makel, sondern Feature. Hier muss ich Teylen also widersprechen. Immerhin machen viele Leute selbiges mit SW oder Fate auch. Hier ist es halt nur mal kommerziell abgelaufen, anstatt auf Fanebene. Deswegen aber GURPS nicht zu mögen, ist in meinen Augen quatsch. Und das die oWoD Regeln jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei sind... jaja, ich höre mit dem fremdbashing schon auf. >;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 09:34
OT

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Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 8.09.2010 | 09:34
Ist World War II(Weird) und In Nomine eine Portierung oder org. Gurps?

GURPS stammt halt aus einer Zeit, wo man sich noch nicht über Spielstile Gedanken gemacht hat - außer vielleicht über die reif-unreif-Achse. Und das war halt schon der Ansatz vieler Leute bis in die späten 90iger hinein: "gute Regeln sind realistische Regeln, aber im Vordergrund soll ja das Charakterspiel stehen, also kann ich die Regeln am besten dadurch verbergen, dass ich immer dieselben verwende und ich sie deshalb durch Betriebsblindheit gar nimmer sehe. Dann kann ich Sciencefiction und Fantasy und sonst alles realistisch spielen, ohne dass meine Gruppe noch auf die Regeln achten muss"

Das war wohl der Ansatz, aber ich denke, der ist inzwischen ziemlich tot.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 09:38
Eine Portierung des gleichnamingen Rollenspiels aus dem gleichen Verlag (SJ Games).
Die Vorlage ist auch nur eine Übersetzung, das Original kommt aus Frankreich, die deutsche Lizenz liegt soweit ich weiß bei Truant, da auch in der Namensteilung des Original In Nomine Satanis für die Hölle und Magna Veritas für den Himmel. Wobei die englische Fassung nach dem was man liest wohl mehr als eine reine Übersetzung ist und neben der Vereinfachung des Namens auch andere Überarbeitungen enthält.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 8.09.2010 | 09:42
GURPS leistet leider bei der Charaktererschaffung eben nicht das, was es verspricht.
Beim Versuch, das Infinite Worlds Setting für eine lustige Crossover Runde zu verwenden, stießen wir bei 6 von 6 Charakteren auf nahezu unüberbrückbare Schwierigkeiten, sobald man nicht 08/15 Charaktere spielen will. Die Punktkosten selbst für mundane Charaktere sind viel zu hoch, die Skills absurd detailliert (und damit unbezahlbar teuer) aufgeschlüsselt, viele Sonderfähigkeiten leisten im bezahlbaren Bereich nicht das, was man sich vorgestellt hat und z.B. einen Martial Artist mit dem Grundregelwerk zu erstellen ist einfach nur eine Beleidigung für einen ambitionierten Spieler. Die Runde spielte dann auch nur zweimal und wurde dann abgebrochen, da die SCs auch nach 2 Wochen Optimierungsarbeit nicht das darstellten, was die Spieler sich vorgestellt hatten. Und das bei einem Punktekonto von 250 CP.  ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 09:53
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Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 09:57
Die Portierung von Settings (Stichwort: Vampire) ist dabei für mich aber kein Makel, sondern Feature.
Imho nur für Leute welche die Systeme des ursprünglichen Settings nicht mögen.
Für Leute die die ursprünglichen Systeme und Settings mögen ist die Aussage: Wir halten eure Regeln nicht für das gelbe vom Ei.
Und da ist es nicht verwunderlich wenn die dann so rein Reflex mäßig etwas gegen GURPS haben (oder D20, oder SW, oder Fate oder sonst was das sich an 'ihrem' System 'vergreift').

Gerade so bei oWoD Vampire, wo das Fandom eh zu einer sehr starken Komplett-Set treue neigt und selbst durch den org. Publisher nicht wirklich gut zu etwas anderen zu bewegen war (die Schwächen des eigenen Systems ignorierend).

Wobei ich denke das es auch allgemein Leute gibt die bei dem Motto "Ein System, ein Setting" beharren.
Heißt selbst wenn ich Fate toll finde und es mir bei Dresden Files sehr viel Spaß machte, würde ich es für Mage:tA oder oder V:tM nicht anfassen wollen oder da Settings portieren. Wirkt auf mich irgendwie unnatürlich und quasi so geklaut.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: MadMalik am 8.09.2010 | 10:02
Grobeinwurf zum OP ohne Faden zu lesen.
Ich spiel selbst gern GURPS, neben Space Gothic eines meiner Leibsysteme. Vieleicht bin ich zu engstirnig und eingeschränkt in meiner Leseweise, aber große Anfeindungen gegenüber GURPS sind mir bisher nicht untergekommen, klar, nicht jeder mag es und manch einem ist es zu Oldschoolig, aber wenn's ihm ney schmeckt, ney mein Problem.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 10:11
Einige Behauptungen werden auch hier nur wiederholt, ohne sie irgendwie herzuleiten.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 10:21
  • Viel Rechnerei? Wo denn genau?
Basic Move: Addition und Multiplikation
Verteidigung: Addition
Vorteile/Nachteile: Multiplikation, Division, Prozentrechnung
Springen und andere Leistungswerte: Addition, Multiplikation (?)
Sprinten: Prozentrechnung
Proben: Addition, Subtraktion, Vergleichsoperationen

und ganz schlimm Vehicles der 3e: zusätzlich Wurzeln, Potenzen

 ;D


EDIT: Vehicles mal außen vor (wer braucht das schon): am häufigsten kommt mE die Beschwerde bei der Prozentrechnung, die man aber im Spiel so gut wie nie braucht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 10:23
[...]
Ich würde ja zu gerne ein tolles Zugpferd-Setting haben in deutscher Sprache und mit in den Settingtext verwobener und aufgebohrter Lite-Version der Grundregeln... hach wär das schön...
[...]

Lass es uns schreiben. Als Basis würde ich Porta Nefastia (http://"http://www.heinscher.de/portanefastia/") in den Ring werfen... das würden wir dann einfach ein wenig überarbeiten und Lite-Regeln einfliessen lassen, und dann müssten wir nur noch SJG dazu bringen, zu einer PDF-Fanpublikation im Netz okay zu sagen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 10:25
Ja genau. Die Rechenoperationen sind ungefähr genau so komplex wie die in jedem beliebigen anderen Rollenspiel.

EDIT: Vehicles mal außen vor (wer braucht das schon):

Vor allem ist es in der 4e explizit um etwa vierzehn Dimensionen einfacher gehalten.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Madis am 8.09.2010 | 10:36
Ich habe den Eindruck, dass die dritte Version von GURPS die allermeisten abgeschreckt hat. Ich selbst habe mit GURPS 3th. Ed. angefangen Rollenspiel zu betreiben und musste damals sagen: "Was für ein sch**ß Dr*ckssystem!". Einen Monat später bin ich bei der klassichen Deadlands-Variante gelandet mit dem absolut einfachen Regelsystem, das später ausgebessert und die Basis für Savage Worlds legte(?!).

Als dann aber die vierte Edition von GURPS veröffentlich wurde, war ich echt baff! Schön neustrukturiert, schwachsinnige alte Regelkonstrukte ausgemustert, toll geschriebene Texte mit passenden Spielsituationsbeispielen! Heutzutage verwende ich die Regelbücher nur noch als Nachschlage, weniger als wirkliches "Regelwerk".

Was aber wirklich abschrecken kann, ist ein schlechter Spielleiter, bei dem zwar das Setting passt, der dann aber so regelversessen ist, dass nur noch nachgeschlagen werden muss... Da muss ich den Kritikern als überzeugter GURPSianer leider zustimmen, dass die kritische Masse besonders bei Anfängern (SL!!!) schnell erreicht werden kann.

\edit: Das heutige Savage Worlds finde ich übrigens lausig. Genau das, was mich an GURPS nervt/nervte, wird dort zur Regel. Ich sagen nur "Schieb mir mal das Lineal rüber..."
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 10:40
Ja genau. Die Rechenoperationen sind ungefähr genau so komplex wie die in jedem beliebigen anderen Rollenspiel.
Das ist doch echt Quatsch. Vergleich bitte mal z.B. FATE (hie und da mal nen +2 für Aspekte) mit GURPS. Fällt Dir da tatsächliche keine unterschiedliche Komplexität auf? Das kann ich kaum glauben.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 10:48
Nur weil es hier öfters aufgekommen ist, wenn ich länger als 2s überlegen muss ob ich lieber FATE oder GURPS nehme, weiß ich eigentlich gar nicht was ich spielen will, die beiden Systeme sind so dermaßen unterschiedlich, dass sie selbst mit ein paar Kompromissen nicht austauschbar sind. Die einzige Gemeinsamkeit, die ich sehe ist ein Würfelsystem mit einem Häufungswert, der die Abschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit erleichtert.

Wenn ich vergleichen will, dann auch mit Systemen, die ähnliche Spielstile unterstützen, davon gibt es ja auch mehr als genug SaWo, D20, Cortex, Unisystem, OMNI, TriStat, Fuzion... die haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen. Da lohnt sich grundsätzlich erstmal eine ausführliche Einzellfallbetrachtung, allerdings dürfte der am stärksten gewichtete Punkt meistens "Welches System kenne ich am besten" sein, weil man es mit viel Erfahrung natürlich leichter hat ein System den eignen Wünschen anzupassen und viel Erfahrung auch impliziert, dass man mit vielen Detailentscheidungen des Systems zufrieden ist.

Zitat
Das ist doch echt Quatsch. Vergleich bitte mal z.B. FATE (hie und da mal nen +2 für Aspekte) mit GURPS. Fällt Dir da tatsächliche keine unterschiedliche Komplexität auf? Das kann ich kaum glauben.
Nö für mich sind die 4 Grundrechenarten mit Ganzzahlen eine Komplexitätsstufe, das nächste wären dann Kommazahlen und da bei Divisionen bei GURPS gilt Nachkommastellen zu vernachlässigen (Einzige Ausnahme ist Basic Speed, aber der steht ja fest auf meinem Zettel) finde ich das nicht komplexer.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 10:50
In Ordnung. Dann hält also nicht nur Thot FATE und GURPS für ähnlich komplex und es erübrigen sich weitere Diskussionen angesichts einer fehlenden Gesprächsbasis. Viel Spaß noch beim Diskutieren!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 10:51
Also selbst in der oWoD wird man nicht genoetigt zu multiplizieren oder dividieren   :o
(Nu und zumindest in der Fate Runde die ich beim Treffen spielte wurde man auch nicht zum multiplizieren und dividieren genoetigt)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Madis am 8.09.2010 | 10:53
Anzumerken ist auch, dass es neben dem offiziellen Characterbuilder GCA auch eine kostenlose OpenSource Software gibt. Die lässt rechnen...
Während des Spielens einfach mal weniger Alk süffeln, dann klappts auch mit den Grundrechenarten. ;)

Hier der Link: http://sourceforge.net/projects/gcs-java/
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 1of3 am 8.09.2010 | 10:54
Ich hab in den Anfangszeiten meiner Rollenspielkarriere knapp 1 Jahr Gurps gespielt. Ich kannte da kaum andere Spiele. Es funktionierte ganz gut. Dann habe ich andere Spiele kennen gelernt, die mit viel einfacheren Mitteln Vergleichbares erreichen, größtenteils sogar "universeller" waren, obwohl sie es nicht im Titel stehen hatten.

Gurps hat eben ein Crunchy Bit für jeden Scheiß, was einer Unabhängigkeit vom Hintergrund (das wird wohl meist unter "Universalität" verstanden) eher abträglich ist. Es ist zusätzlich auch nicht generisch: Psi funktioniert anders als Magie funktioniert anders als Hochtechnologie funktioniert anders als... Insofern "lügt" Gurps bei allen Punkten, die es sich nominell als Ziel gesetzt hat. Das ist im Grunde das Schlimmste, was man einem Spiel vorwerfen kann.

Zusätzlich kann ich heute sagen, dass das Spiel im großen Stil die handwerklichen Tricks missachtet, die ich bei vernünftig designten Spielen annehmen würde. Das geht bei zusätzlichen Generierungspunkten für Nachteile los, bei der nicht pro-aktiven Liste der Fertigkeiten weiter etc. pp. Das Spiel war vielleicht mal state of the art, die Zeiten sind aber lange, lange vorbei.


Nö für mich sind die 4 Grundrechenarten mit Ganzzahlen eine Komplexitätsstufe, das nächste wären dann Kommazahlen[...]

Das ist sehr schön für dich. Ich bin als Mathe-Lehrer angemessen beeindruckt. Mathematik-Didaktiker sehen das jedenfalls anders; was du vielleicht nachvollziehen magst, wenn du dich an die Mathematik-Lehrpläne in der Grundschule erinnerst.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 10:57
Oh, jetzt ist hier aber was los... ;) naja, zumindest zu einigen Sachen kann ich "auf die Schnelle" noch was sagen...

-das Kampfsystem kann in hohen Stufen leicht der "Angriff - pariert/ausgewichen!" Problematik unterliegen.
(4th ed) Sowas passiert nicht wenn man grundsätzlich sehr empfehlenswerte Kampf-Regeln wie etwa die "Deceptive Attack" verwendet. Damit wird die aktive Verteidigung des Ziels gesenkt, wenn man im Vorfeld selbst einen freiwilligen Abzug auf den Angriffswurf in Kauf nimmt und überwindet - das ist sehr einfach und effektiv, kann man aus der Praxis sagen... (in der 3. weiss ich es diesbezüglich nicht genau)

Ich finde es aber schade das du eine berechtigte Frage stellst und dann im gleichen Posting den selben Scheiß machst den du anprangerst:
Ich verstehe was Du meinst, meine Aussage kann man aber wohl mitnichten als bashing darstellen! Zum einen hab ich das System nur relativiert und nicht beleidigt und zum anderen hab' ich dieses v.a. in Bezug auf die Werbeversprechungen getan und diese als übertrieben vollmundig rauszustellen ist IMHO durchaus sachlich. Es stimmt allerdings, dass ich mein Statement nicht wirklich begründet habe (weil das zuweit offtopic wäre), insofern sorry dafür ( Stichworte wären etwa das extrem zufällige Würfelsystem, kaum Differenzierung der Chars, willkürliche Ini u.a., aber das kann man in anderen thread diskutieren ;) )


Die Kritik an GURPS besteht auch hier im Thread keineswegs aus "Verleumdungen", sondern aus klaren, gut durchdachten und kaum von der Handzu weisenden Argumenten. GURPS ist veraltete.
Schön das auch dieser thread wieder die sachlichen Argumente anzieht... :>
Logisch das GURPS "veraltete" ist, wie konnte ich dieses entscheidende Argument nur vernachlässigen!?
Die 4. Ed. ist ja auch schon von 2004 das ist Jahrzehnte her und überhaupt haben sich soviele Revolutionen in den letzten Jahren ergeben, da interessiert es auch niemanden, dass diverse andere heute verbreiteten Systeme sogar teils noch von GURPS3 abgekupfert haben ;)

GURPS leistet leider bei der Charaktererschaffung eben nicht das, was es verspricht.
Beim Versuch, das Infinite Worlds Setting für eine lustige Crossover Runde zu verwenden, stießen wir bei 6 von 6 Charakteren auf nahezu unüberbrückbare Schwierigkeiten, ...

Schade das es nicht geklappt hat. Erstaunt mich aber schon etwas das ihr mit 250 CP Eure Wünsche nicht umsetzen konntet, hattet ihr denn niemanden dabei der das System schon aus aktiver Erfahrung kennt? Oder mal versucht Hilfe aus dem Forum zu holen (klappt fast immer)?
Übrigens wenn die builds sozusagen alle gleichermaßen so ein Problem haben wäre es auch kein Problem das CP-Level auf 300 o.ä. anzuheben, bei gemeinsam erstellter, sehr breiter Char-Ausrichtung wird das Powerlevel nicht mal angehoben...

Als ich mich mit GURPS beschäftigt habe (3. Ed, glaube ich) hat es bei mir den Eindruck eines typischen, chaotischen Universalsystems hinterlassen

Das Chaos stimmt für die 3. in der Tat, wenn man über das Basic hinausgeht!
Die Companion-Bände habe ich selbst damals mal angefasst und dann relativ schnell fallen lassen, weil ich's nicht gecheckt habe und es mir zu sehr durcheinander ging... (für das meiste was ich damals gespielt hatte war das Grundregelwerk sowieso völlig ausreichend)  Die 4th Ed ist in dieser Hinsicht deutlich besser, also stomlinienförmiger! Das war ein wichtiges Designziel.
Inzwischen gibt es ausserdem mit "Dungeon Fantasy" und "Action" zwei wirklich schicke Beispielimplementationen mit zugeschnittenen Templates, Skillsets, Equipmentlists usw. jeweils für dungeon-crawling oder action-movie-mäßige Spiele. Beides ist aber auch über die Genregrenzen hinaus gerade für Einsteiger sehr hilfreich, aber auch für Fortgeschrittene praktisch, weil man auch mal die "schnelle und faule" Charaktererschaffung machen kann und einfach nen Standard-Template für Demolition Man, Cleaner, Hacker, bzw. Knight, Wizard, Thief o.ä. übernehmen kann und aus der vorgegebenen Auswahl in sehr kurzer Zeit einen netten Char basteln kann, der sogar schon etwas Differenzierung drin hat (abgesehen davon, dass man ihn über Quirks und Rollenspiel natürlich auch noch herausstellen kann)

GURPS ist halt Achtziger. Hässliche Farben, seltsame Muster und Schulterpolster.
*Hach jo stimmt!* Die Systemdesigner tragen ja auch Hemdfarben, die gehen heute gar nicht mehr! Und die Schuhe erst...  ;D



Generell scheint in der Tat ein großer Teil der Kritik im wesentlichen nach wie vor auf die 3. Ed. zu zielen...
Da es die 4. nicht auf Deutsch gibt ist es aber wohl unwahrscheinlich das sich der Kenntnisstand da nochmal sehr stark ändern wird. Die andere Sache ist, dass sich die Verbesserungen gegenüber der 3. oft nicht auf den ersten Blick zeigen und somit all denen entgehen, die es sich nur mal ansehen und nicht selbst Charaktere bauen etc. Die Stellen wo sich die systemtechnische Eleganz offenbart, muss man also durch testen des Systems auftun bz.w sich zeigen lassen (generell werden die Regelhintergründe in entsprechenden Debatten sehr transparent gemacht) - aber natürlich will ich damit nicht sagen, dass es perfekt ist (einzelne Ausrutscher existieren), aber eben im Vergleich ein ziemlich hoher Qualitätsstandard. Systemtechnisch wurde hier feintuning und streamlining betrieben und nicht - wie es oft zu sehen ist - einfach mal was komplett neues begonnen, einfach um "neu" zu sein (statt vernünftiger Weiterentwicklung).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 10:58
Zitat
In Ordnung. Dann hält also nicht nur Thot FATE und GURPS für ähnlich komplex und es erübrigen sich weitere Diskussionen angesichts einer fehlenden Gesprächsbasis. Viel Spaß noch beim Diskutieren!
Wenn es um die mathematische Auswertung der Würfelwürfe geht ja, ein paar Zahlen addieren und subtrahieren ist für mich einfach die unterste Stufe dem Komplexität. Ansonsten hallte ich die Systeme für so Grundverschieden, das sich ein Vergleich schlicht nicht lohnt, Weil wenn für einen Anwendungsfall das eine geeignet ist, das andere aufgrund seiner völligen Andersartigkeit automatisch ziemlich ungeeignet ist. In diesem Fall ist das auch primär eine Frage des gewünschten Spielstils, das was FATE leistet, kann und will GURPS nicht leisten und umgekehrt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 11:03
Es ist zusätzlich auch nicht generisch: Psi funktioniert anders als Magie funktioniert anders als Hochtechnologie funktioniert anders als...
wtf? Äh, wie funktioniert anders? Mir kommt es ziemlich "gleich" vor. Kannst Du es kurz erklären?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 11:04
EDIT: Vehicles mal außen vor (wer braucht das schon): am häufigsten kommt mE die Beschwerde bei der Prozentrechnung, die man aber im Spiel so gut wie nie braucht.

Vehicles ist auch wirklich ein kranker Sonderfall, das werde ich höchstwahrscheinlich auch in der 4. wenn es rauskommt nie nutzen! ;) Das ist halt wirklich nur was für Leute, die massiv basteln wollen...

Prozent-Rechnung braucht man jedenfalls höchstens bei der Charakter-Erschaffung und das auch nur als Fortgeschrittener wenn man sich selbst Anpassungen von Advantages macht o.ä. ;)  (also mal "gerundet" -10% nehmen o.ä., mehr ist das auch nicht)  Viele andere Systeme hören an dem Punkt ja auch schon auf, d.h. man braucht es natürlich auch nicht nutzen und hat trotzdem sogar eine recht umfangreiche Auswahl... (und wenn man "bereit" ist, kann man dann losfliegen ;))

Die Ingame-"Rechnungen" sind IMHO sogar eher einfacher als bei manch anderem System... also zu schauen, dass ich bei ner gewürfelten 8 z.B. 5 unter 13 ist, halte ich für absolut akzeptabel und komplizierter wird es ja eigentlich nicht... ;)

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Pyromancer am 8.09.2010 | 11:05
Wenn es um die mathematische Auswertung der Würfelwürfe geht ja, ein paar Zahlen addieren und subtrahieren ist für mich einfach die unterste Stufe dem Komplexität.

Bei GURPS muss man auch noch multiplizieren, z.B. beim Schadenswurf. Das fand ich nervig, zumal der Faktor ja auch schwankt. Klar, man gewöhnt sich daran, aber zumindest die ersten paar Male war das doch ziemlich extrem, so von wegen: "Breitschwert gegen den Kopf, 7 Schaden gewürfelt, minus Helm, mal 1,5 crushing, mal 2 wegen Krit, müssen wir da nicht noch 4 wegen Schädeldecke abziehen? eins hin, zwei im Sinn, gehen 8 durch."  wtf?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 11:07
Lass es uns schreiben. Als Basis würde ich Porta Nefastia (http://"http://www.heinscher.de/portanefastia/") in den Ring werfen... das würden wir dann einfach ein wenig überarbeiten und Lite-Regeln einfliessen lassen, und dann müssten wir nur noch SJG dazu bringen, zu einer PDF-Fanpublikation im Netz okay zu sagen.

Das wäre wirklich ein cooles Projekt, sollten wir echt mal in's Auge fassen und mit anderen interessierten Leuten hier beraten! :)
Also auch in welche Genre-Richtung das am Besten gehen würde etc.
[Ich habe allerdings erst ab Mitte/Ende Oktober wieder Zeit für sowas, dann aber gerne]

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 11:08
Stimme meinen Vorrednern (besonders Selganor, Boomslang und Waldgeist) zu.

Mich hat die Illusion der Gleichwertigkeit, also dass mit der gleichen Anzahl von CP gebaute Charaktere auch ungefähr gleich viel reißen, immer gestört. Es gibt einfach zuviele Nulloptionen, so dass ein anhand seiner Hintergrundgeschichte gebauter Charakter viel zu dünn gestreut ist, um auch nur ansatzweise einen (hintergrundtechnisch) angemessenen Kompetenzgrad zu erreichen.

Man ist schon fast gezwungen seine Charaktere immer wieder zu optimieren und nachzurechnen, einfach damit keine Luschen rauskommen, was eine nicht zu unterschätzende Hürde für Einsteiger darstellt. Obendrein muss man immer MinMaxern eins auf den Deckel geben, weil es einfach verdammt einfach ist, ein One-Trick-Pony zu bauen, welches nur eine Sache kann, die dafür unschlagbar gut.

Organischere Charakterentwicklung (vielleicht über ein Lifepath-System?) würde dem Spiel gut tun (und nebenbei die Charaktererschaffung beschleunigen).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 11:16
Wie soll denn ein Universalsystem Lifepaths anbieten?!?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 11:19
Mich hat die Illusion der Gleichwertigkeit, also dass mit der gleichen Anzahl von CP gebaute Charaktere auch ungefähr gleich viel reißen, immer gestört.

Bevor man über Balance redet, muss man wirklich bedenken, dass es immer sehr stark darauf ankommt wie die Story nachher verläuft! (daher kann eine Pauschal-Abwertung von "Nullvorteilen" nie gültig sein ;))
Beispiel: Ein Super-Pro-Schwertfighter, Güte 1A mit allen Tricks tritt neben einem "Face"-Charakter praktisch nur mit sozialen Sachen an. Wie spielen ein Detektivabenteuer... Tja...  Moral von der Geschichte:
Spielleiter und Spieler sollten sich natürlich absprechen was von der Kampagne erwartet wird! Kommt viel Kampf, viel Soziales, Ermittlung o.ä. - D.h. welche Anforderungen sollte jeder Char mindest erfüllen, bzw. wo müsste er/sie Defizite <bewusst> in Kauf nehmen ;-)

One-Trick-Ponies sind gut möglich und das finde ich auch grundsätzlich gut so, weil es ja auch Situationen geben kann und wird in denen solche Charaktere gefragt sind... Diese Chars sind dann Spotlight-Helden auf Zeit, wichtig ist nur, dass der Spieler weiss, dass er abseits dieses Spotlights nichts kann und vom GM auch mit ungewöhnlicheren "Angriffen" / Konfrontationen kalt erwischt würde... Wenn damit alle einverstanden sind - go ahead! ;)  (Ansonsten Spieler ermutigen sich auf ein paar mehr Herausforderungen einzustellen)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 11:20
Bei GURPS muss man auch noch multiplizieren, z.B. beim Schadenswurf. Das fand ich nervig, zumal der Faktor ja auch schwankt. Klar, man gewöhnt sich daran, aber zumindest die ersten paar Male war das doch ziemlich extrem, so von wegen: "Breitschwert gegen den Kopf, 7 Schaden gewürfelt, minus Helm, mal 1,5 crushing, mal 2 wegen Krit, müssen wir da nicht noch 4 wegen Schädeldecke abziehen? eins hin, zwei im Sinn, gehen 8 durch."  wtf?

Hehe, das stimmt! Meine Spieler gucken meist leicht verwirrt, wenn ich das runterratter, aber einige machen es inzwischen schon selbst. Das ist echt ne witzige Eigenheit von GURPS.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 11:22
Zitat
Wie soll denn ein Universalsystem Lifepaths anbieten?!?
Als Option in Settingbänden, Templates und Lenses, die ausgewürfelt werden und sich dann zusammenfügen. Das fände ich auch eine sehr geile Idee, ist nur auch extrem arbeitsaufwändig.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 11:23
Als Option in Settingbänden, Templates und Lenses, die ausgewürfelt werden und sich dann zusammenfügen. Das fände ich auch eine sehr geile Idee, ist nur auch extrem arbeitsaufwändig.

Das macht Dr. Kromm wohl gerne für seine Kampagnen (nicht würfeln, aber immerhin Lifepath-artig aus diversen Paketen wählen). Ich such mal das Word-Dok. und verlinke es dann hier.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 11:30
Organischere Charakterentwicklung (vielleicht über ein Lifepath-System?) würde dem Spiel gut tun (und nebenbei die Charaktererschaffung beschleunigen).
Eigentlich dachte ich, dass die Templates diesen Part übernehmen würden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 11:30
Organischere Charakterentwicklung (vielleicht über ein Lifepath-System?) würde dem Spiel gut tun (und nebenbei die Charaktererschaffung beschleunigen).

Das ist ne gute Idee! :) Entsprechende Presets mit etwas Übergangs-Beschreibungen für den Werdegang könnte man ja leicht zusammenstellen...

Ansonsten für schnelle Chars gibt's, wie schon gesagt, gute Templates (DF, Action u.a.) mit denen man sehr schnell am Ziel sind.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 11:33
Zitat
Wie soll denn ein Universalsystem Lifepaths anbieten?!?
Durch entsprechende Kolorierung (benutze den CP-Lifepath bspw. ohne Probleme für Vampire und Fantasy).

Ein paar generische Zufallslisten (z.B. "Zivile/Kriegerische/Gelehrte Fertigkeiten Fantasy/Modern/Sci-Fi" oder ) auf die man bei entsprechenden Ereignissen würfelt (und dann noch etwas ähnliches für Vorteile/Nachteile) würden wirklich nicht viel Platz wegnehmen (und in Settingbänden könnte man den Lifepath ja immer noch verfeinern).

Bevor man über Balance redet, muss man wirklich bedenken, dass es immer sehr stark darauf ankommt wie die Story nachher verläuft!
Und wieder so ein Glückskeks-Spruch...

Da der Spieler das nicht wissen kann wie die Story verläuft, muss er entweder raten oder so breit streuen dass er alles (aber nicht wirklich gut) kann. Oder er akzeptiert dass es sowieso nichts bringt und konzentriert sich auf ein Kerngebiet.

Das Argument war aber, dass die Kluft zwischen dem, was man von Hintergrund her nehmen sollte und dem was rechnerisch sinnvoll ist sehr groß ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 11:36
[...]
Ein paar generische Zufallslisten (z.B. "Zivile/Kriegerische/Gelehrte Fertigkeiten Fantasy/Modern/Sci-Fi" oder ) auf die man bei entsprechenden Ereignissen würfelt (und dann noch etwas ähnliches für Vorteile/Nachteile) würden wirklich nicht viel Platz wegnehmen (und in Settingbänden könnte man den Lifepath ja immer noch verfeinern).
[...]

Sowas ähnliches ohne Würfeln gibt es schon. Die Templates.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 11:51
Zitat
Da der Spieler das nicht wissen kann wie die Story verläuft, muss er entweder raten oder so breit streuen dass er alles (aber nicht wirklich gut) kann. Oder er akzeptiert dass es sowieso nichts bringt und konzentriert sich auf ein Kerngebiet.
Ich finde man muss dem Spieler zwingend mitteilen was für Fähigkeiten benötigt werden um in einer Kampagne zurecht zu kommen und was der Fokus sein soll. Genauso wie man angeben muss um welches Genre es sich handelt, welche optionalen Regeln zur Anwendung kommen, wenn es Magie gibt welches Magiesystem wird benutzt und welche Vorteile/Nachteile sind zulässig. Sonst ist Niemand in der Lage einen passenden Charakter zu bauen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 11:56
Bei GURPS muss man auch noch multiplizieren, z.B. beim Schadenswurf.

das ist eigentlich recht easy, wenn man alles auseinanderhält und nich vermischt ;) -- Kann aber leider in der Tat AnfängerInnen beim ersten Kontakt wirklich verwirren...
Du machst jedenfalls einfach Waffenschaden und ziehst Rüstung ab = Schaden, genau so wie es in vielen Systemen der Fall ist.

Und nur am <Ende> schaust Du, ob eine Schadensart vorlag (wie z.B. Stiche) die noch mehr Schaden verursacht ("hinter der Rüstung") und verdoppelst das dann in diesem Beispiel nochmal [wegen inneren Verletzungen u.ä. ;) ] - Und jeder Spieler weiss ja nach 1-2x Benutzen seiner Waffe, ob der Schaden evtl. noch verdoppelt wird bzw. noch die Hälfte drauf kommt (mehr Optionen gibt's AFAIK auch schon nicht mehr)


Und wieder so ein Glückskeks-Spruch...

Da der Spieler das nicht wissen kann wie die Story verläuft, ...

Nein, das ist wirklich kein Glückskeks! Natürlich kann <der Spieler> das nicht wissen, darum soll er ja auch mit dem <Spielleiter> sprechen bzw. dessen Infos nutzen! ;) Im Basic Set gibt es sogar explizit zur Hilfe einen Kampagnen-Leitfaden mit Informationen, welche der GM den Spielern zukommen lassen soll, damit die wissen was auf sie zukommt! (Es IST sinnvoll und IMHO sogar notwendig den Spielern zu sagen, ob es z.B. kampflastig wird, viel Outdoor-Exploration o.ä.)
Kommunikation ist sowieso immer empfehlenswert, ich verstehe gar nicht woher immer die Idee kommt Chars im stillen Kämmerlein zu bauen ohne zu wissen warum und wofür - das gilt bei jedem System! (und führt auch überall regelmäßig zu Problemen, wenn Leute das machen)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 12:10
das ist eigentlich recht easy, [...]

Nein, eigentlich nicht. Aber es ist optional.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 12:14
Ich finde sogar die gemeinsame Charaktererschaffung in der Gruppe sehr sinnvoll, weil man da nicht nur die Infos des SL bekommt, sondern auch noch mit den anderen Spielern zusammenarbeiten kann um eine richtige GRUPPE zu bekommen und nicht eine Ansammlung von Individuen. Und man kann sehen auf was die anderen Spieler Wert legen, denn die Kampagne wird ja auch davon bestimmt wie die Spielercharaktere Handeln.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 12:26
Sowas ähnliches ohne Würfeln gibt es schon. Die Templates.
Ja, aber das ist dann nicht dein "eigener" Charakter. Bei SR gibt es auch die Archetypen, aber wer benutzt die wirklich?

@Woodman: Finde ich auch wichtig, allerdings wird das um so schwieriger, je mehr Optionen es gibt. Mit steigendem Komplexitätsgrad schaut man als Spieler nicht mehr vom eigenen Charakterbogen hoch, was die anderen so machen. nWoD und SaWo sind da schon hart an der Grenze (und selbst da benutze ich bei One-Shots lieber Pregens, als am Tisch bauen zu lassen), GURPS oder D&D 3+ geht gar nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 12:29
Ja, aber das ist dann nicht dein "eigener" Charakter. Bei SR gibt es auch die Archetypen, aber wer benutzt die wirklich?
[...]

Templates (und Lenses) sind keine Archetypen, sondern bloss vorkonfigurierte Pakete. Daran kann man sehr einfach und beliebig viel dran rumschrauben und auch mehere nehmen. Trotzdem sparen sie Arbeit und treffen eine Vorauswahl.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 12:36
nWoD und SaWo sind da schon hart an der Grenze (und selbst da benutze ich bei One-Shots lieber Pregens, als am Tisch bauen zu lassen), GURPS oder D&D 3+ geht gar nicht.

Bei One-Shots würde ich auch definitiv Templates nehmen - die Feinarbeit lohnt da nicht - in Absprache mit den anderen Leuten noch 1-2 Kleinigkeiten abändern und bam, here we go...
Ansonsten bzw. unabhängig davon sind in dem Zusammenhang für One-Shots ansonsten auch die Wildcard-Skills äusserst empfehlenswert!  Du gibst einfach jedem Spieler nach seinem Wunsch pauschal 1-2 davon (brauchst also nicht einmal die Punkte bestimmen) und schon ist das meiste gegessen, innerhalb von Sekunden... Dann noch ein paar einzelne Skills, Marotten usw. zum differenzieren und würzen and you're good to go ;)
Beispiele sind Professionen wie Knight!, Thief!, Soldier!, Driver! o.ä., bzw. weite Fertigkeitsbereiche wie Guns!, Swords!, Natural Sciences!, Social Engineer!, Sex Appeal!, Winter Sports! o.a. ;-)  [wird alles sehr großzügig ausgelegt und gibt den Spielern damit viele kreative Möglichkeiten. Guns! bspw. hilft nicht nur beim schiessen, laden und ziehen, sondern auch z.B. dabei einen Waffenladen zu finden und angemessene Preise zu erkennen]
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 1of3 am 8.09.2010 | 12:50
Mich hat die Illusion der Gleichwertigkeit, also dass mit der gleichen Anzahl von CP gebaute Charaktere auch ungefähr gleich viel reißen, immer gestört.

Das hast du auch völlig Recht. Ein wichtiger Stichpunkt.


wtf? Äh, wie funktioniert anders? Mir kommt es ziemlich "gleich" vor. Kannst Du es kurz erklären?

Magie kommt in Zaubersprüchen. Das sind Fertigkeiten, die in Bäumen angeordnet sind. Man muss oben am Baum anfangen und kann die Sprüche sukzessiv durchkaufen. Je nach Setzung für die Hintergrundwelt muss man, um überhaupt Sprüche kaufen zu können, noch einen Vorteil kaufen.

Psi kommt in mehreren Vorteilen, die es jeweils erlauben eine oder mehrere Kräfte als Fertigkeiten zu kaufen.

Drachenodem ist ein Vorteil und nur ein Vorteil.

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich sehe da deutliche strukturelle Unterschiede. Wäre das System generisch, wie es meint, wären mindestens Pyrokinese, Feuerballen und der Drachenodem alles das gleiche. Eventuell müsste man um dem Anspruch gerecht zu werden, sogar noch weiter fassen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 12:52
Das hast du auch völlig Recht. Ein wichtiger Stichpunkt.


Magie kommt in Zaubersprüchen. Das sind Fertigkeiten, die in Bäumen angeordnet sind. Man muss oben am Baum anfangen und kann die Sprüche sukzessiv durchkaufen. Je nach Setzung für die Hintergrundwelt muss man, um überhaupt Sprüche kaufen zu können, noch einen Vorteil kaufen.

Psi kommt in mehreren Vorteilen, die es jeweils erlauben eine oder mehrere Kräfte als Fertigkeiten zu kaufen.

Drachenodem ist ein Vorteil und nur ein Vorteil.

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich sehe da deutliche strukturelle Unterschiede. Wäre das System generisch, wie es meint, wären mindestens Pyrokinese, Feuerballen und der Drachenodem alles das gleiche. Eventuell müsste man um dem Anspruch gerecht zu werden, sogar noch weiter fassen.


Okay, Du magst die dritte Edition nicht. Aber wir reden hier von der Vierten.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 12:57
Bei OneShots finde ich die maximal sinnvolle Anpassung Namen und vielleicht Geschlecht (Kommt auf Setting an), alles andere stört nur. Wenn es ein OneShot mit Planungsvorlauf ist kann man ja fragen was die Spieler denn ungefähr haben möchten uns entsprechendes bauen, aber Charaktererschaffung am Tisch nimmt da nur potentielle Spielzeit weg und bringt keinerlei Mehrwert.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 8.09.2010 | 13:00
Bevor man über Balance redet, muss man wirklich bedenken, dass es immer sehr stark darauf ankommt wie die Story nachher verläuft!
Das ist etwas das jedem aufgefallen sein sollte der mit Vorteil-Nachteil-Systemen gespielt hat. Das Problem beim Rollenspiel ist nur: Niemand kennt die Story, weil das gerade das Spiel ist! Dieser Balancing-Ansatz ist also von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Man müsste sonst erst das Ende des Spiels abwarten und dann im Nachhinein einen Ausgleich zahlen.
Ein logischer Endpunkt dieser Überlegung zum Balancing ist dann sowas wie das Spotlight-Balancing bei FATE, wo alles gleich wertvoll ist und es nur drauf ankommt wie oft es vorkommt.

Bei GURPS hingegen beschäftigt man sich die ganze Charaktererschaffung und -entwicklung hindurch mit dem Punkteschieben, was einerseits enorm einschränkt und andererseits genau das wozu man es macht nicht leistet.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:07
Ich vermute, dass Du eine andere Vorstellung davon hast, wozu man das macht, als andere. :)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 13:11
Ich vermute, dass Du eine andere Vorstellung davon hast, wozu man das macht, als andere. :)
Hm, das interessiert mich jetzt doch. Was sind denn Deine diesbezüglich Vorstellungen und was reflektieren die Punktkosten nach Deiner Meinung?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Imion am 8.09.2010 | 13:15
Okay, Du magst die dritte Edition nicht. Aber wir reden hier von der Vierten.

In der Vierten hat man Psi im Zuge der Vereinfachung auf eine Ebene mit anderen Powern gestellt. Sprich: zB Pyrokinese *ist* nurmehr ein 'normaler' Vorteil.

Allerdings hat man bei der Magie (zumindest der als 'Standard' anzusehenden Magie aus Basic Set und Magic) das alte System beibehalten.

Persönlich bin ich nicht gerade begeistert von diesem aber ich kann verstehen, warum es nicht gänzlich gestrichen wurde. Ich bediene mich daher anderer Varianten wie zB Path/Book oder Magic Is Power aus Thaumatology.

(...)
Das Problem beim Rollenspiel ist nur: Niemand kennt die Story, weil das gerade das Spiel ist! Dieser Balancing-Ansatz ist also von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Man müsste sonst erst das Ende des Spiels abwarten und dann im Nachhinein einen Ausgleich zahlen.
(...)

Daher ist auch die Kommunikation zwischen Spieler und Spielleiter für diesen Punkt wichtig. Natürlich kennt man nicht in allen Details den Verlauf des Abenteuers/der Kampagne aber man kann von gewissen Genre-Konventionen ausgehen, die mir zB sagen, mit dem stereotypen Gelehrten werd ich bei Starship Troopers nicht unbedingt glücklich/viel reissen können.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:15
Punktekaufsysteme bieten ganz einfach die Möglichkeit, durch ein Shoppingbudget das zu spielen, was man will, und Dinge für den Spieler untereinander zu priorisieren.

Insbesondere dienen sie *nicht* dazu, Spotlightgleichheit oder gleiche Kompetenzniveaus sicherzustellen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 13:19
Also sind die Punktekosten (bzgl. Macht) völlig gleichgültig und sollen nur verhindern, dass jemand zuviel in sein Konzept packt?
Habe ich das richtig verstanden?

Und welcher Char ist denn kein Magnet für Außergewöhnliches (-15p)?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:19
[...]
Allerdings hat man bei der Magie (zumindest der als 'Standard' anzusehenden Magie aus Basic Set und Magic) das alte System beibehalten.

Allerdings erlaubt schon das Basic Set, Magie als Powers abzubilden. (Eben weil die Powers in der 4e auch nichts anderes sind als bei Hero System.)

Das "alte System" ist also im Grunde bloß ein Zusatzkapitel, das man verwenden kann oder nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:21
Also sind die Punktekosten völlig gleichgültig und sollen nur verhindern, dass jemand zuviel in sein Konzept packt?
[...]

Die beiden Teilsätze Deiner Frage widersprechen sich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 13:22
Die beiden Teilsätze Deiner Frage widersprechen sich.

Deshalb siehe edit.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Imion am 8.09.2010 | 13:25
Also sind die Punktekosten völlig gleichgültig und sollen nur verhindern, dass jemand zuviel in sein Konzept packt?
Habe ich das richtig verstanden?

Nein. Die Character Points geben IMO schon ein gewisses 'Kompetenzniveau' wieder. Allerdings nur im relativ Groben denn zB einen College-Professor und einen SAS-Mann kann man nicht so ohne weiteres vergleichen. Wenn man sich dann alleine auf die CP stützt geht das in die Hose.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 13:26
Hm, das interessiert mich jetzt doch. Was sind denn Deine diesbezüglich Vorstellungen und was reflektieren die Punktkosten nach Deiner Meinung?

Die Punktekosten reflektieren IMHO die "Balancing"-Wertigkeit wenn das gleiche "szenische Vorkommen" des Vorteils/Nachteils bzw. der Fähigkeit gegeben ist. D.h. z.B. innerhalb eines Kampfes wo alle PCs beteiligt sind, sollten auch alle Punkte für Kampffähigkeiten recht gut gegeneinander balanced sein usw.
Balancing über die verschiedenen Szenen hinweg funktioniert ebenfalls ganz ordentlich, wenn es nicht so ist, dass die Fähigkeiten eines Chars quantitativ deutlich mehr genutzt werden können (mehr Spotlight) als die von anderen. Oder man baut einen One-Time-Hero, der selten im Fokus ist, dann aber richtig, mag mancher ja auch.
Jedenfalls ist es auch deswegen so wichtig, dass der GM im Vorfeld erläutert welche Anforderungen im Spiel bestehen, also viel Kampf, viel rumschleichen o.ä. Bei Kampagnen variiert das natürlich auch mal, so dass in einem Kampf-Abenteuer Char X und in einem Detektiv-Abenteuer Char Y mehr im Fokus steht. Also unterm Strich meiner Erfahrung nach auch i.d.R. relativ ausbalanciert, sofern insgesamt die grobe Ausrichtung der Kampagne allen bekannt war und der GM sich auf seine Spieler eingestellt hat.



Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:29
Deshalb siehe edit.

Tut mir leid, ich versteh es immer nich nicht. Was willst Du wissen?  :)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 13:37
Zitat
Und welcher Char ist denn kein Magnet für Außergewöhnliches (-15p)?
Es ist für mich ein Unterschied ob ich los gehe um einen Dämon zu befragen oder ob die einfach mal so auf nen Kaffee vorbeikommen, gerade wenn die Eltern meiner Freundin da sind. Aber gerade weil schon recht schnell absurd wird, halte ich den Nachteil für sehr schwer in eine Spiel integrierbar.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.09.2010 | 13:42
  Welche Settings gibts denn großartig ausser Banestorm? Ich hab zwar die vierte hier, aber bin da nicht up-to-date.
http://www.sjgames.com/gurps/books/supers.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/alternate.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/cyberpunk.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/fantasy.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/traveller.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/space.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/historical.html

http://www.sjgames.com/gurps/books/post-apocalypse.html
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 13:43
Ich wollte nur deien Post oben in andere Worte fassen, was nicht klappte.
Die Punktekosten stellen weder eine Machtbalance noch eine Spotlightbalance dar. Sollen sie vielleicht nur verhindern, dass die Charaktere zu überladen wirken?


Die Sache mit dem Kompetenzniveau ist ja nur eine andere Formulierung von erwarteten Erfolgschancen und damit einer Machtbalance zwischen den Charakteren.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 8.09.2010 | 13:44
Ja, Herr Destruktur, Thot und OldSam widersprechen sich in dem Punkt massiv. Kann ja vorkommen.

Davon abgesehen: In Summe kann man das Balancing durch Punktkauf bei allen mir bekannten Systemen ab einer gewissen Komplexität in die Tonne kloppen. Das funktioniert nur mit massiven SL-Absprachen und dann kann man auch gleich drauf verzichten. "Handwedelfreies" Balancing funktioniert nur da gut, wo entweder stark abstrahiert wird (z.B. diverse Forgeklamotten oder mit Abstrichen Savage Worlds) oder das Balancing eines der obersten Designziele darstellt (z.B. D&D4 oder lustiger Weise ebenfalls mit Abstrichen Savage Worlds). Und da das eigentlich bekannt ist, verzichten "moderne rules heavy" Rollenspiele üblicher Weise auf Balancing über detaillierte Punktkaufsysteme. Im Vergleich kommt GURPS dann entsprechend altbacken daher und das ist nur einer der vielen Kritikpunkte.

Wie gesagt: GURPS kann bestimmt viel Spaß machen, wenn die Gruppe die Regeln im Schlaf beherrscht. Ein derartig monolithisches System entspricht aber schlicht nicht mehr dem aktuellen, sich aus vielerlei Erfahrungen zusammensetzenden Designparadigma und ist somit nicht mehr zeitgemäß. Das mag sich irgendwann auch wieder ändern. Für wahrscheinlich halte ich das aber nicht.

Da kann man aber endlos drüber diskutieren und gerade als Fan ist es bisweilen schwierig, sich von einer gewissen Befangenheit frei zu machen. Ich werfe Dir, OldSam, das also nicht vor, sondern erfreue mich an Deiner Begeisterung für GURPS. Ist ja nur gut fürs Hobby, wenn die Leute so enthusiastisch dabei sind  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 13:50
Wie gesagt: Die Punkte dienen nicht dem "Balancing", sondern der verlässlichen Erstellung eines Charakters nach Wunsch des Spielers, ohne reine Willkür zu verwenden. Natürlich werden die Punktekosten untereinander schon ins Verhältnis gesetzt, insbesondere bei ähnlichen Fähigkeiten, weil sonst berechtigte Fragen aufkommen ("Warum sollte ich x, mit y kann ich das gleiche für weniger Punkte?"). Aber das Ziel eines solchen Systems ist nicht, dass jeder "gleich gut" ist oder gleich viel Spotlight bekommt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 1of3 am 8.09.2010 | 13:53
Zitat von: Thot link=topic=60795.msg1191785#msg1191785 date=1283$943169
Okay, Du magst die dritte Edition nicht. Aber wir reden hier von der Vierten.

Ah, OK. Wie ist es denn da? Das würde mich interessieren.

Das berührt meine anderen Kritikpunkte zwar nicht, aber ich will ja zumindest nichts Falsches verbreiten.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: YY am 8.09.2010 | 13:54
Anmerkung am Rande:

Gerade den Kritikpunkt der Komplexität kann ich nicht so recht nachvollziehen.

Nicht hier im Forum, sondern "draußen" kommt der öfter von Leuten, die ohne mit der Wimper zu zucken DSA4, verschiedene D&D-Versionen mit einer Unzahl an Erweiterungen, oder diverse SR-Versionen (ebenfalls mit allen verfügbaren Erweiterungen) spielen...

Das ist mMn oft genug eher der Unwille, sich ein neues System beizubringen, das bei Licht betrachtet aber nicht komplexer ist als diejenigen, mit denen man rollenspielerisch "aufgewachsen" ist und die man daher in- und auswendig kennt; dass das ein jahrelanger Prozess war, an diesen Punkt zu kommen, wird dabei gerne vergessen.


Was bei GURPS wohl noch zum Eindruck ausufernder Komplexität beiträgt, ist der Umstand, dass die größte Rechnerei bei GURPS strategisch ist, d.h. bei der Charaktererschaffung und -optimierung geleistet werden muss.

Man kann sich im Vergleich zu anderen Systemem in viel geringerem Maße langsam herantasten und reinfinden, sondern muss das System von Anfang an ziemlich komplett erfassen - und das ist wohl eine ziemlich hohe Hürde.
 



Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 13:58
Wie gesagt: Die Punkte dienen nicht dem "Balancing", sondern der verlässlichen Erstellung eines Charakters nach Wunsch des Spielers, ohne reine Willkür zu verwenden. Natürlich werden die Punktekosten untereinander schon ins Verhältnis gesetzt, insbesondere bei ähnlichen Fähigkeiten, weil sonst berechtigte Fragen aufkommen ("Warum sollte ich x, mit y kann ich das gleiche für weniger Punkte?"). Aber das Ziel eines solchen Systems ist nicht, dass jeder "gleich gut" ist oder gleich viel Spotlight bekommt.
Ah, Danke! Wenn sie das Gefühl, sich eine besondere EIgenschaft geleistet zu haben erhalten sollen, dann passt es wieder.
Ich hätte noch gerne das Erhalten einer gewissen Wertigkeit der Charaktere, sodass sich keiner Überflüssig vorkommen muss. (Wie neulich der spez. Messerheini bei Frostzone.)

@Tafkakb
Auf den Unterschied wollte ich auch hinaus. Denn es gibt offensichtlich zwei versch. sehr positive Sichtweisen des Systems.

Ach und dass es leichte Unterschiede in der Problemlösungsmacht gibt, ist ja nicht so schlimm, solange es versch. Felder gibt und es keine Omnipotenten Charaktere gibt.
Wie Oldsam meinte, sollten Kampfbuilds in etwa gleich mächtig sein, wenn sie gleich geschickt gebaut sind. Und es darf ruhig mehr CP kosten einen Kämpfer mächtig zu bekommen als einen sozialcharakter, solange jeder einzelne CP spürbar bleibt.

Um eine diese Universalität zu erreichen sollte es noch eine Möglichkeit geben, soziale Aktionen durch erworbene Vorteile und Skills leichter zu lösen. Gibt es da auch Unterschiede zwischen der 3. und der 4.? In der dritten war das ja nur Handwedeln des SL im Gegensatz zu Trefferpunkten im Kampf.
(Ob jetzt soziale HP das wahre sind oder einfach das Schaffen neuer Lösungsmöglichkeiten, die vorher nicht offen standen, ist erstmal egal. Ich sage nur, "Ich kenne da jemanden...")
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 14:00
Man kann sich im Vergleich zu anderen Systemem in viel geringerem Maße langsam herantasten und reinfinden, sondern muss das System von Anfang an ziemlich komplett erfassen - und das ist wohl eine ziemlich hohe Hürde.

Was den "Überblick" angeht, stimmt das. Eben jenes meinte ich mit Problemen der Zugänglichkeit.
Wenn man allerdings erstmal ein wenig mit dem ziemlich leicht zugänglichen GURPS Lite spielt und dann in der "Ausbauphase" ggf. noch 1-2 Leute fragt, die sich damit auskennen (erfahrene GMs, Forenspieler o.ä.), kommt man auch ganz gut rein. Ist aber in der Tat etwas mehr "Eigenleistung", die da vorausgesetzt wird.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 8.09.2010 | 14:09
Aber das Ziel eines solchen Systems ist nicht, dass jeder "gleich gut" ist oder gleich viel Spotlight bekommt.
Die Balance- bzw. Vergleichsfunktion zu leugnen ist natürlich niedlich, auf dich mag es ja auch zutreffen, wie gesagt es würde ja auch gar nicht funktionieren (deswegen macht es letztlich auch fast niemand). Aber solche Systeme wurden schon dazu entworfen Gandalf mit Superman vergleichen zu können, und nachher auch noch das warme Gefühl zu haben zu wissen ob der Kampf "gerecht" wäre.

Wie gesagt: Die Punkte dienen nicht dem "Balancing", sondern der verlässlichen Erstellung eines Charakters nach Wunsch des Spielers, ohne reine Willkür zu verwenden.
Ohne reine Willkür zu verwenden hätte man einfach die Vor- und Nachteile völlig ohne Punktekosten dahin schreiben können. Oder man hätte sagen können wähle 2 aus Kategorie X und 3 aus Y oder, oder, oder. Wenn es nur um kreative Beschränkung des Charaktererschaffungsprozesses ginge, gäbe es so viele bessere Möglichkeiten, die das Hauptproblem der scheinbaren Vergleichbarkeit gar nicht erst aufkommen lassen.

Und zur Absprache: Wenn man innerhalb der Gruppe sowieso ein klares Verständnis davon hat was man spielen will und was gerecht und angemessen ist, warum es dann nicht einfach machen, so ganz ohne Punkte zählen und einarmige, tollwütige, gutaussehende Psioniker, die ganz bestimmt so sind weil der Spieler genau das mal spielen wollte?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 14:11
Ah, OK. Wie ist es denn da? Das würde mich interessieren.

Das berührt meine anderen Kritikpunkte zwar nicht, aber ich will ja zumindest nichts Falsches verbreiten.
Burning Attack (Dragonbreath) (1) (Cone (+2)) [9]
Burning Attack (Fireball) (1) (Area Effect (2 yd); magical) [7]
Burning Attack (pyrokinetic attack) (1) (psi) [5]
Sieht jetzt nicht so unterschiedlich aus oder?
Ist ein und derselbe Vorteil, für den Drachi halt mit Cone Enhancement, der Feuerball hat etwas Area Effect (man könnte noch explosion drannbasteln damit es "ausstrahlt") und der Pyrokinetiker macht einfach Feuerschaden auf Entfernung. Das Magical und Psi bedeutet, das der Vorteil anfällig ist für Maßnahmen, die diese Kräfte behindern.
Mit dem Powerssystem kann man sehr viel basteln, was Regeltechnisch absolut identisch abgehandelt wird und man kann es für so ziemlich alles einsetzen.
Das finde ich allerdings auch irgendwann schon recht komplex, weil man aus dem Vorteilsrohling durch Kombination von Modifikatoren sein Wunschobjekt basteln muss.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 14:13
Ohne reine Willkür zu verwenden hätte man einfach die Vor- und Nachteile völlig ohne Punktekosten dahin schreiben können. Oder man hätte sagen können wähle 2 aus Kategorie X und 3 aus Y oder, oder, oder.

Ja, hätte man. Und? Die verwendete Methode is nun mal flexibler als das, und das gefällt vielen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 14:17
[...]
Um eine diese Universalität zu erreichen sollte es noch eine Möglichkeit geben, soziale Aktionen durch erworbene Vorteile und Skills leichter zu lösen. Gibt es da auch Unterschiede zwischen der 3. und der 4.? In der dritten war das ja nur Handwedeln des SL im Gegensatz zu Trefferpunkten im Kampf. [...]

Du bist falsch informiert. Schon in der 3e gab  es da Möglichkeiten, Stichwort Reaktionstabelle. Vorteile und Nachteile, die sich ausschliesslich sozial auswirken, gab es da ebenfalls schon zuhauf. Status, Reputation, Charisma, abstoßende Angewohnheiten, etc. Das ist in 4e noch etwas ausgebaut worden, die Mechanik ist aber schon älter.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 8.09.2010 | 14:21
Mit Punkten ist flexibler als ohne? Interessant. Aber das muss man glaube ich nicht verstehen. Ich geh erstmal die Joule nachzählen die in Hitze freigesetzt werden wenn Superman dem Gandalf eine rein haut, und dann weiß ich vielleicht auch dass "Laseraugen" 15,3 CP mehr kosten muss als der Nachteil "lustige Zipfelmütze", damit die Spieler auch alle Freiheiten haben.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Ein am 8.09.2010 | 14:23
Zitat
*Hach jo stimmt!* Die Systemdesigner tragen ja auch Hemdfarben, die gehen heute gar nicht mehr! Und die Schuhe erst... ;D
Das eigentlich schlimme sind nicht die Hemden, sondern dass die Herren designtechnisch in den 80ern stecken geblieben sind. Robin Laws trägt z.B. auch hässliche Hemden und macht trotzdem moderne, gar innovative Spiele.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 14:26
Das eigentlich schlimme sind nicht die Hemden, sondern dass die Herren designtechnisch in den 80ern stecken geblieben sind. [...]

In welchem Punkt?

Und nein, "machen Simulation" zählt nun definitiv nicht als "stecken geblieben".:)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 14:26
Mit Punkten ist flexibler als ohne? Interessant. Aber das muss man glaube ich nicht verstehen. [...]

Müsstest Du schon. Willst Du aber nicht. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 14:27
Das ist gut zu hören. Die Version, die wir hatten, ist die lilane, deutsche mit dem viergeteilten Cover.
Die sozialen Lösungen waren da drin sehr unbefriedigend. (Wurf geglückt, der andere glaubt jetzt den Fakt...)

WIe ist in den neueren Editionen der gefühlte Machtzuwachs im Vergleich zum Kämpfer und wie leicht sind diese Regeln anzuwenden?

Anscheinend kommen viele Caveats wirklich von unzureichender Infolage.
Ganz kurz, wenn mein Char in einer schmierigen Bar Informationen aus einem vorsichtigen (anderer Char hat bereits unsere Gruppe bei ihm angemeldet und eine etwas ungünstige REaktion hervorgerufen) NSC herausquetschen möchte, wie kann ich mich darauf vorbereiten und wie unterstützt mich das System?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Ein am 8.09.2010 | 14:28
@Thot
Ich spare mir da jetzt Erläuterungen, da ich nichts wiederholen will, was schon hier im Thread lang und breit erläutert wurde. Außerdem würdest du es eh nicht verstehen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 14:32
Zitat
Aber solche Systeme wurden schon dazu entworfen Gandalf mit Superman vergleichen zu können, und nachher auch noch das warme Gefühl zu haben zu wissen ob der Kampf "gerecht" wäre.
Das mag allgemein zutreffen, aber bei GURPS sind die CP nicht zum Vergleich auf Encounterebenen geeignet oder gedacht. Das Konzept ist generischer, die Kompetenz wird an einer Vielzahl von unterschiedlichen Herausforderungen verglichen, und da sollten Charaktere  mit gleichem CP Niveau im Durchschnitt ähnlich gut abschneiden.
Wenn die Herausforderungen nicht gleichverteilt sind, ändert sich im Prinzip auch der Maßstab, da ist dann da Frage ob es sich lohnt diese Veränderung zu erfassen, oder ob man besseres zu tun hat
und es einfach reicht sich zu einigen was für die anstehenden Kampagne wichtig ist und was nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 14:35
[...]
Ganz kurz, wenn mein Char in einer schmierigen Bar Informationen aus einem vorsichtigen (anderer Char hat bereits unsere Gruppe bei ihm angemeldet und eine etwas ungünstige REaktion hervorgerufen) NSC herausquetschen möchte, wie kann ich mich darauf vorbereiten und wie unterstützt mich das System?

Es gibt Dir für Vorteile Boni, und für Nachteile Mali auf einer Tabelle, die die Reaktion eines oder mehrerer NSC bestimmt.  Bestechungsgelder, Talent für eine vom Ziel hochgeschätzte Fähigkeit oder (unvermeidlich vom SL bewertete) Boni für besondere Argumente, die die Situation des NSC berücksichtigen, kommen oben drauf. Dazu dann ein 3W6-Zufallselement für Laune des NSC und weitere Umstände.

Ich selbst spiele soziale Interaktion lieber aus, aber das System funktioniert für Leute, die sowas brauchen, höre ich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 15:14
Ich glaube, ich vertehe die Richtung dahinter. Wenn man es denn anwenden möchte, brauchts natürlich einen SL, der sich an die Anweisungen aus der Tabelle hält. (Kenne da einen, dem das ganz gewaltig stinken würde. ;o) )

Ist nicht die Variante, die ich bevorzuge, aber es scheint recht umfassend zu sein. Eine Lösung ohne Tabelle fände ich schöner, aber immerhin gibt es sie jetzt.

Zum Thema Ausspielen statt Würfeln:
Kennt man aus Vampirerunden, bei denen in der Praxis soziale Fertigkeiten nur über ihre Anwendung in sozialen Disziplinen gerechtfertigt sind und diese verhindern soziales Interagieren. Ich mag die Idee eines verbalen Schlagabtausches, der Spuren hinterlässt. Das gibt einem als Spieler eines soz.Chars ganz andere Mittel in die Hand. Man kann so Fakten schaffen und es entlastet den SL spürbar.


sers,
Alex
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 15:28
Ist nicht die Variante, die ich bevorzuge, aber es scheint recht umfassend zu sein. Eine Lösung ohne Tabelle fände ich schöner, aber immerhin gibt es sie jetzt.

Äh, die Tabelle ist doch meines Erachtens für rein zufällige Begegnungen gedacht. Ansonsten haben die meisten NSCs ne Grundeinstellung (meist wohl neutral) und durch Influence Rolls werden diese nach oben gepusht. Vorteile/Nachteile können die Grundeinstellung schon mal passiv modifizieren. Fertigkeiten/Zauber/etc. können dann aktiv zur Beeinflussung beitragen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 15:30
Ganz kurz, wenn mein Char in einer schmierigen Bar Informationen aus einem vorsichtigen (anderer Char hat bereits unsere Gruppe bei ihm angemeldet und eine etwas ungünstige Reaktion hervorgerufen) NSC herausquetschen möchte, wie kann ich mich darauf vorbereiten und wie unterstützt mich das System?

Das bringt erstmal einen gewissen Abzug auf der Reaktionstabelle, je nach Deiner Einschätzung "wie schlimm" es war - sagen wir mal -2, also ne signifikante verringerte Wahrscheinlichkeit auf ne positive Reaktion.
Charismatische Wirkung, Bestechungsgeld u.ä. gibt natürlich wiederum entsprechene Boni in die andere Richtung. Damit hast Du die grundsätzliche Haltung.

Wenn es um geheime, brisante Infos geht o.ä. sollte der Char nach Möglichkeit natürlich entsprechende soziale Fertigkeiten einsetzen, wie z.B. Fast Talk oder ggf. auch Intimidation oder so (bei allgemeineren Sachen reicht die allgemeine Haltung aus, um zu sehen wie hilfreich der NPC ist)  - Die allgemeinen Reaktionsabzüge bzw. Boni würde man dann dort mit reinnehmen (d.h. es ist natürlich schwieriger z.B. jemand zu belabern, der Dich eher unsympathisch findet und mißtrauisch ist)

Alternativ kannst Du auch die Reaktionssachen ganz außen vor lassen - abgesehen von Boni durch Charisma o.ä. welche dem Char zustehen könnten - und direkt mit entsprechenden Influence-Skills arbeiten, also eben erstmal ne Fast Talk-Probe und schauen ob das gut klappt. Wenn der NPC nen Motiv hat seine Infos schützen würfelst Du mit Willenskraft dagegen, um zu schauen wer obsiegt.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 15:31
@Oldsam
OK, die Tabelle gibt also vor, einfach der eigentliche Versuch ist.


Also funktionieren die Stufen auf der Tabelle als eine Art sozialer Hitpoints. Ab einer gewissen Stufe erreicht der Char sein Ziel.

Hat man mehrere Versuche und gibt es eine Möglichkeit, anderer Leute Leisten/Einstellung zueinander zu verändern oder den momentanen Stand zu v
erfestigen?

(Ich möchte nur herausfinden, ob es eine Rollenspielhilfe oder sogar ein Konfliktlösungssystem ist, sodass es eine Vergleichsgrundlage zwischen Kampfskills/Vorteilen und ihren sozialen Pendants gibt.)

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 15:35
Ich glaube, ich vertehe die Richtung dahinter. Wenn man es denn anwenden möchte, brauchts natürlich einen SL, der sich an die Anweisungen aus der Tabelle hält. (Kenne da einen, dem das ganz gewaltig stinken würde. ;o) )

Ist nicht die Variante, die ich bevorzuge, aber es scheint recht umfassend zu sein. Eine Lösung ohne Tabelle fände ich schöner, aber immerhin gibt es sie jetzt.

Ich nehme meistens auch die Variante ohne Tabelle (auch ganz offiziell) wenn ich grad mal ne zufällige Laune bestimmen will... Du arbeitest dann eben einfach mit Boni bzw. Abzügen auf soziale Fertigkeiten...
In meinen Runden spiele ich das meistens auch aus und es gibt dann für gutes Rollenspiel nochmal weitere Boni - aber ne Erfolgsgarantie eben auch nicht, sonst bräuchte ja niemand nen Face zu spielen wenn der Krieger das ebenso kann ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 15:40
Hat man mehrere Versuche und gibt es eine Möglichkeit, anderer Leute Leisten/Einstellung zueinander zu verändern oder den momentanen Stand zu verfestigen?

Ja, mehrere Versuche gibt es, kommt bei mir aber im Spiel eigentlich so gut wie nie vor, es werden dann alternative Wege probiert bzw. nen anderer Char probiert es oder so (ich glaube es gab nen zusätzlichen Abzug beim 2nd try).

Die Einstellungen anderer Leute zueinander... Ja, es gibt soziale Skills wie Persuasion, mit denen man andere von der eigenen Meinung überzeugen kann (auch über andere Leute). Damit kannst Du natürlich auch an anderen NPCs Abneigungen (Reaktionsabzüge) gegenüber anderen mitgeben. Das würde ich dann aber primär ausspielen (also davon ausgehen dass die Beeinflussung geklappt hat) und normalerweise keine Reaktionswürfe für NPCs untereinander machen - geht aber.

edit: Ach so, direkte Ähnlichkeiten zum Kampf gibt's da eigentlich nicht, wäre aber auch glaube ich zu übertrieben mit sozialen Schadensarten zu arbeiten o.ä. ^^
Ausser in einer Hinsicht, nämlich die "Contests" - man kann vom Debattieren bis zum Messer schnell ziehen o.ä. alles als (schnellen) Wettstreit der Fertigkeiten austragen, d.h. beide Kontrahenten würfeln auf die passende Fähigkeit und das bessere Ergebnis (relativ) siegt, beim Quick Contest (geht auch noch etwas ausführlicher).
- Wird jetzt aber sehr offtopic alles =)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 15:56
hm, dann hat sich da einiges zum Positiven Verändert.
Gerade in THS und ähnlich abgehobenen Kampagnen kommt es ja oft vor, dass Allianzen und soziale Lösungen einen ganz neuen Stellenwert bekommen, als sie in klassischen Settings haben.
Da verfolgen die SCs auf einmal viel komplexere Ziele, wie z.B. eine Umstrukturierung einer Arkologie oder der Erwerb neuer Verbündeter, um best. Lösungsoptionen erst zu ermöglichen. Ich denke da an Kontakt zu den HardVak-Vecs, um einen eigenen Upload vor dem Boss der örtlichen Tigersplices zu verstecken zweck Untertauchen (es gab da so eine Geschichte mit seiner Katze, die er nicht veröffentlicht sehen will.)...

Also ganz grob: Man bestimmt die Grundschwierigkeiten, unternimmt Aktionen bis die Einstellung des Gegenübers passt und dann versucht man sein Glück im eigentlichen Wurf. Dann heißt es Erfolg oder nicht und man kann das Ganze mit erhöhter Schwierigkeit nochmal starten, wenn die Umstände es zulassen.

OK, vielen  Dank für die Geduld!

(Da Ich 1)Fanboy bin und b)Gurps als Universalsystem in Konkurrenz zu SW, Fate, etc. steht eine kurze Erklärung meiner Motivation hinter dem ganzen Nachhaken:
 Bei Fate bereitet man mit Maneuvern die eigentlichen "Angriffe" vor, mit denen man jemanden auch gewissermaßen auslaugen kann, bis derjenige aufgibt oder ihn Konsequenzen dazu "zwingen". Man tauscht die unmittelbare Niederlage gegen höhere Empfindlichkeit. So ist es möglich, in sozialen Situationen Scheingefechte zu führen, bewusst einige Punkte zu verlieren, um vielleicht beim anderen etwas Stress verursacht zu haben, um anschließend den wichtigen Punkt durchzubringen...es ist genauso taktisch wie der eigentliche Kampf und das reizt mich.
Ich vermisse in der Retrospektive an der alten Version über haupt eine Lösung. Aber es ist jetzt ja ein (anscheinend) funktionierendes System vorhanden.)

Eine Verleumdung weniger. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: eustakos am 8.09.2010 | 16:00
Moin,

hier
http://forums.sjgames.com/showthread.php?t=70097
wird noch erwähnt, das es ein Extra pdf zu diesem thema geben wird.

-GURPS Social Engineering (final draft received week of July 9th)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:01
Wobei die hier im Thread beschriebenen Regeln, wie gesagt, nicht in der 4e neu sind. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:03
Das eigentlich schlimme sind nicht die Hemden, sondern dass die Herren designtechnisch in den 80ern stecken geblieben sind. Robin Laws trägt z.B. auch hässliche Hemden und macht trotzdem moderne, gar innovative Spiele.

Wenn Du Dir die 4th ed. ernsthaft angesehen hättest, bzw. sie v.a. mal ausprobiert hättest, wüsstest Du das dies Unsinn ist.
Beispielsweise so Settings wie "Action" zeigen schön, dass hier ein neuer und erfrischender Zugang da ist, wo man auch mal bewusst von der Simulation weggegangen ist und mit Template-Klischees arbeitet, cinematische Geschichten wie "bulletproof nudity" zelebriert (halbnackte hübsche Frauen werden in Action-Movies natürlich nicht angeschossen) und vereinfachte Regeln für mooks einsetzt etc.

Mal ganz abgesehen davon, dass die 3. Ed. v.a. ein Phänomen der 90er Jahre ist.
Und übrigens war Herr Laws u.a. auch Ko-Autor vom alten GURPS Fantasy II ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:08
Tschuldigung, aber "Punktekosten, damit der Charakter nicht vollgepackt wird" ist in der Tat stecken geblieben.

@Templates modifizieren: da muss man ja wieder an das Erschaffungssystem ran (und wenn das Template sowieso aufbricht, kann man es gleich komplett zum eigenen machen). Zumal die Templates (wenn ich dich da richtig verstanden habe) dann doch wieder Punktekosten dran getackert haben und deshalb nicht nahtlos zusammenpassen ("Ich kombiniere Template A mit Template X...hmm, jetzt habe ich noch 15 CP übrig...gib mir mal das Regelbuch).

Warum nicht auf diesen Teil des Regelsystems verzichten wenn man Templates konstruiert und einfach die Werte vergeben, die sinnvoll sind (solange die Charaktere ungefähr gleich viel können interessiert es keinen, mit wievielen Punkten dieses konstruiert wurde). Diesen Ansatz benutzt z.B. Feng Shui und die dort verwendeten Templates (dort heißen sie Archetypen) sind schon recht flexibel.

@ungleichwertige Optionen: "Wieso bezahle ich dieselbe Anzahl Punkte für 15 verschiedene Fertigkeiten in denen mein Charakter nur versagt, wie für eine Fertigkeit in der er in 99% der Fälle immer Erfolg hat?"
Ketzerisch gefragt: Wäre es da nicht sinnvoller, diese 15 Fertigkeiten als Nachteil zu nehmen? ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 16:16
@ungleichwertige Optionen: "Wieso bezahle ich dieselbe Anzahl Punkte für 15 verschiedene Fertigkeiten in denen mein Charakter nur versagt, wie für eine Fertigkeit in der er in 99% der Fälle immer Erfolg hat?"
Ketzerisch gefragt: Wäre es da nicht sinnvoller, diese 15 Fertigkeiten als Nachteil zu nehmen? ;)
wtf? Das verstehe ich nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:18
Tschuldigung, aber "Punktekosten, damit der Charakter nicht vollgepackt wird" ist in der Tat stecken geblieben.

Es ist ein Mittel, das die Anforderungen sehr gut erfüllt. Ebenso gut könntest Du das Konzept "Rad" für veraltet erklären, nur weil es ja auch Kettenfahrwerke gibt, die in bestimmten (anderen) Situationen besser geeignet sind.

Zitat
@Templates modifizieren: da muss man ja wieder an das Erschaffungssystem ran (und wenn das Template sowieso aufbricht, kann man es gleich komplett zum eigenen machen). Zumal die Templates (wenn ich dich da richtig verstanden habe) dann doch wieder Punktekosten dran getackert haben und deshalb nicht nahtlos zusammenpassen ("Ich kombiniere Template A mit Template X...hmm, jetzt habe ich noch 15 CP übrig...gib mir mal das Regelbuch).

Das zeigt dann ja nur, dass Du mit einem Punktekaufsystem etwas flexibler bist als mit einem "Nimm drei Templates"-Ansatz, den man aber natürlich immer mit jedem System fahren kann.

Zitat
Warum nicht auf diesen Teil des Regelsystems verzichten wenn man Templates konstruiert und einfach die Werte vergeben, die sinnvoll sind (solange die Charaktere ungefähr gleich viel können interessiert es keinen, mit wievielen Punkten dieses konstruiert wurde). Diesen Ansatz benutzt z.B. Feng Shui und die dort verwendeten Templates (dort heißen sie Archetypen) sind schon recht flexibel.

Weil das für manche Kampagnen und Spielstile velleicht geeignet wäre, aber eben nicht für alle.

Zitat
@ungleichwertige Optionen: "Wieso bezahle ich dieselbe Anzahl Punkte für 15 verschiedene Fertigkeiten in denen mein Charakter nur versagt, wie für eine Fertigkeit in der er in 99% der Fälle immer Erfolg hat?"
Ketzerisch gefragt: Wäre es da nicht sinnvoller, diese 15 Fertigkeiten als Nachteil zu nehmen? ;)

Nur wenn Du jede Fertigkeit, die der Char überhaupt nicht kann, auch als Nachteil wertest.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:25
Das zeigt dann ja nur, dass Du mit einem Punktekaufsystem etwas flexibler bist als mit einem "Nimm drei Templates"-Ansatz, den man aber natürlich immer mit jedem System fahren kann.
Du verstehst offensichtlich nicht:

"Der Charakter kann eigentlich alles, was er können sollte... aber es sind noch Punkte übrig, also muss er nch etwas mehr können"
Das ist nicht "flexibler", das ist einfach nur beschränkt.

Zitat
Nur wenn Du jede Fertigkeit, die der Char überhaupt nicht kann, auch als Nachteil wertest.
Von denen erwarte ich ja nicht, dass sie was bringen.
Bei den 15 Niedrig-Fertigkeiten habe ich folgende Möglichkeiten:
a) sie im Spiel nicht einsetzen
b) sie im Spiel einsetzen und auf die Fresse kriegen
in beiden Fällen sind die Punkte verschwendet.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:26
Es ist ziemlich sinnlos, ein System, das simulieren will (weil das eben die gewünschte Art von Spaß und Illusion erzeugt) nach den Kriterien eines Geschichtenerzählspiels zu beurteilen. Du bist hier einfach falsch, denn Du beschwerst Dich gerade, dass man beim Schach keinen Ball benutzt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:28
Lies den Post nochmal.
Mein Kritikpunkt ist ja gerade der, dass es eben nicht (oder zumindest nicht sehr gut) simuliert.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:30
@ungleichwertige Optionen: "Wieso bezahle ich dieselbe Anzahl Punkte für 15 verschiedene Fertigkeiten in denen mein Charakter nur versagt, wie für eine Fertigkeit in der er in 99% der Fälle immer Erfolg hat?"

Falsch. Weil Du bei GURPS eben in den 15 Fertigkeiten _nicht_ versagen wirst, wenn Du dafür ein solides Basis-Attribut hast! (andernfalls wurde der Char ineffektiv gebaut, das geht natürlich auch - bzw. manchmal will man vielleicht sogar einen irgendwie tragischen / komischen Char darstellen, der bspw. kaum Intelligenz hat, sondern eher der Holzfäller ist, aber sich in den Kopf gesetzt hat Schachprofi zu werden...)
Teste das mal aus mit den vielen Fertigkeiten! Bspw. mit ner guten Intelligenz (bzw. auch Geschicklichkeit) von 13-14 oder so kannst Du richtig viel geilen Scheiss äusserst günstig nehmen und überall bist Du gut! Ich finde das teilweise schon eher im Gegenteil so, dass es erstaunlich ist wieviele Bereiche man locker abdecken kann - so hätte ich das gerne mal im echten Studium (aber leider hat man IRL wohl nicht so viele CP)

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 16:30
Du verstehst offensichtlich nicht:

"Der Charakter kann eigentlich alles, was er können sollte... aber es sind noch Punkte übrig, also muss er nch etwas mehr können"
Warum? Wenn er so fertig ist, dann würde ich mir die CP für Würfewiederholungen lassen, falls ich was verpatze.

Bei den 15 Niedrig-Fertigkeiten habe ich folgende Möglichkeiten:
a) sie im Spiel nicht einsetzen
b) sie im Spiel einsetzen und auf die Fresse kriegen
in beiden Fällen sind die Punkte verschwendet.
Äh, wenn Du CP in Fertigkeiten steckst, dann bist Du doch besser dran, als wenn Du sie nicht reinsteckst. Die Wahrscheinlichkeit, dass du auf die Fresse kriegst, ist mit 1 CP geringer als mit 0 CP. Oder entgeht mir gerade etwas?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 16:36
Es ist ziemlich sinnlos, ein System, das simulieren will [..] nach den Kriterien eines Geschichtenerzählspiels zu beurteilen.
Dann koennte man aber anfuehren das ein Teil der "Verleumdungen" bzw. Kritikpunkte daher kommen das dem Anspruch ein generisches universal RPG System zu sein entgegen steht das es sich mit den Erwartungen aus Narrativer Stil Sicht nicht vertraegt.

Ebenso wie ich noch nicht ganz entkraeftet sehe das GURPS im Spiel der Schilderung hier nach, selbst nach der Charaktererschaffung, 2 Grundrechenarten mehr zu verlangen scheint.
[Nun oder nur eine wenn man doch nicht dividieren muss]
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:36
Mein Kritikpunkt ist ja gerade der, dass es eben nicht (oder zumindest nicht sehr gut) simuliert.

!? Du weisst schon, dass es zig Optional-Regeln mit Realismus-Details gibt, die man nutzen kann, wenn man simulieren will, oder? Und die Autoren machen jede Menge reality-checks in dem sie mit historischen Daten abgleichen (z.B. vom Militär), es werden Playtests durchgeführt usw. - Entsprechende Hintergrund-Infos zum Realismus kannst Du Dir auch locker im SJG-Forum holen.
Also dass die Simulationsergebnisse nicht gut sind, habe ich fast nie gehört. Eher das Problem, dass es einem zu aufwändig wäre sie zu erreichen - die meisten Leute, inkl. mir, benutzen in der Praxis daher ja auch nur einen Teil der Regeln weil es eh schon recht solide Resultate gibt und dann der Fluß und Spielspaß viel wichtiger sind als genauere Details.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:36
Mein Kritikpunkt ist ja gerade der, dass es eben nicht (oder zumindest nicht sehr gut) simuliert.

Das steht in Deinem Posting nicht. In Deinem Posting steht, dass Du verleitet wirst, zuviel Gedanken auf Punkteverteilung zu verwenden, und dass Du lieber ein einfacheres Spiel hättest, das Dir weniger Optionen bietet.

Und darüber hinaus steht da, dass Du eine Meta-Erwägung gern in die Punktebewertung eingeflossen haben möchtest.

Kurz, Du bist einfach im falschen Film.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:39
Dann koennte man aber anfuehren das ein Teil der "Verleumdungen" bzw. Kritikpunkte daher kommen das dem Anspruch ein generisches universal RPG System zu sein entgegen steht das es sich mit den Erwartungen aus Narrativer Stil Sicht nicht vertraegt.

Na, also wenn das alles wäre, benennen wir es halt um. "Great many Universes Role Playing game for Simluation" oder so.

Dann wäre aber der einzige verbleibende Kritikpunkt der Name, der nun mal, ja, tatsächlich eine Hinterlassenschaft aus der Geschichte des Systems ist.

Zitat
Ebenso wie ich noch nicht ganz entkraeftet sehe das GURPS im Spiel der Schilderung hier nach, selbst nach der Charaktererschaffung, 2 Grundrechenarten mehr zu verlangen scheint.
[Nun oder nur eine wenn man doch nicht dividieren muss]

Hm, zwei Grundrechenarten mehr als wer? Multiplizieren und dividieren muss man selbst bei D&D4 hin und wieder.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:40
(andernfalls wurde der Char ineffektiv gebaut, das geht natürlich auch...
OldSam bringt es auf den Punkt.

Aus genau diesen Grund ist das System einsteigerfeindlich

@gunware: der Punkt ist, dass ich für etwas bezahle, welches mir mehr Nachteile als Vorteile bringt. Klar, die Nachteile sind (geringfügig!) geringer, als wenn man die Fertigkeit nicht nehmen würde, aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem VORTEIL!!! und mehreren Nachteil-light, dann weiß ich, was ich wähle.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:42
Das steht in Deinem Posting nicht. In Deinem Posting steht, dass Du verleitet wirst, zuviel Gedanken auf Punkteverteilung zu verwenden, und dass Du lieber ein einfacheres Spiel hättest, das Dir weniger Optionen bietet.

Und darüber hinaus steht da, dass Du eine Meta-Erwägung gern in die Punktebewertung eingeflossen haben möchtest.

Kurz, Du bist einfach im falschen Film.

Ich möchte das ein "Polizist" auch genau das kann, was ein Polizist können soll und nicht aus Meta-Gründen (CP-Kosten) mehr oder weniger.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ErikErikson am 8.09.2010 | 16:44
Gurps Space (oder so ähnlich) war staubtrocken und schwer lesbar. Andere Gurps Sachen sind cool. Das Charaktererschaffungssysttem hab ich aber nie richtig kapiert, es erscheint mir sehr komplex, ob nötig oder ncht, kann ich nicht beurteilen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:46
Ich möchte das ein "Polizist" auch genau das kann, was ein Polizist können soll und nicht aus Meta-Gründen (CP-Kosten) mehr oder weniger.

Ich sag ja, Du willst keine Simulation. Echte Polizisten unterscheiden sich nun mal, sie sind alle Individuen. Außer einem.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 16:47
!? Du weisst schon, dass es zig Optional-Regeln mit Realismus-Details gibt, die man nutzen kann, wenn man simulieren will, oder? Und die Autoren machen jede Menge reality-checks in dem sie mit historischen Daten abgleichen (z.B. vom Militär), es werden Playtests durchgeführt usw. [..]
Naja, das zeigt doch recht deutlich wo dann der Vorwurf her kommt GURPS sei zu komplex, oder?
Naja und wenn du jemanden vorschlaegst das weg zu lassen, ist doch ein bisschen als "Narra'isten" zu empfehlen den Metaplot zu ignorieren?

@Thot
Also ich habe bisher nur oWoD, Fate 3, Dramatik, Earthdawn, SR, DSA, Amber, Mystix, Die Reise gespielt, das teilweise recht kurz, aber da kam man im Spiel selbst mit einfachen plus und minus zurecht. Allenfalls beim steigern um zu sehen wieviel EP man braucht wurde mal Multiplikation faellig, aber nun nicht im Kampf, waehrend des Spiels..
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 16:47
Ich möchte das ein "Polizist" auch genau das kann, was ein Polizist können soll...

Nimm die Fertigkeit "Polizist!", stecke alle deine Punkte darein, fertig.  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Christoph am 8.09.2010 | 16:48
Gurps Space (oder so ähnlich) war staubtrocken und schwer lesbar. Andere Gurps Sachen sind cool. Das Charaktererschaffungssysttem hab ich aber nie richtig kapiert, es erscheint mir sehr komplex, ob nötig oder ncht, kann ich nicht beurteilen.

Gurps Space war für Leute die gerne ein ganzes Universum bauen wollten. Eine Bauanleitung - keine Unterhaltungsliteratur.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 16:49
Klar, die Nachteile sind (geringfügig!) geringer, als wenn man die Fertigkeit nicht nehmen würde, aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem VORTEIL!!! und mehreren Nachteil-light, dann weiß ich, was ich wähle.
Ich möchte das ein "Polizist" auch genau das kann, was ein Polizist können soll und nicht aus Meta-Gründen (CP-Kosten) mehr oder weniger.
Ich verstehe dann, was Du meintest, aber ich verstehe nicht, wie Du dann diese zwei Aussagen in Einklang bringen willst.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:51
Dann koennte man aber anfuehren das ein Teil der "Verleumdungen" bzw. Kritikpunkte daher kommen das dem Anspruch ein generisches universal RPG System zu sein entgegen steht das es sich mit den Erwartungen aus Narrativer Stil Sicht nicht vertraegt.

Das ist ein Stück weit berechtigt, weil dann ein Großteil aller Optionen und Builds "obsolet" sind, allerdings steht dem Narrativismus auch gar nichts entgegen wenn man entsprechend fast alles weglässt.
Arbeitet man z.B. mit ganz groben Sachen, also praktisch nur Attribute, 1-2 Vorteile/Nachteile und Wildcard-Skills ("Dieb!", "Schuhverkäufer!", "Schusswaffen!" usw.) ist das System super-leicht auch in der Char-Erstellung und auch für primär erzählspielbasierte Runden gut geeignet.
Und man kann ggf. einen zugeschnittenen Kompromiss aus Crunch und Freiheit bauen für seine eigene Gruppe, wenn der Geschmack da weit gestreut ist.


Ebenso wie ich noch nicht ganz entkraeftet sehe das GURPS im Spiel der Schilderung hier nach, selbst nach der Charaktererschaffung, 2 Grundrechenarten mehr zu verlangen scheint.
[Nun oder nur eine wenn man doch nicht dividieren muss]

Es muss eigentlich auch nicht "multipliziert" werden, so gefährlich wie sich das anhört!
Denn es können eigentlich im wesentlichen nur 2 Rechnungen dabei vorkommen, nämlich verdoppeln oder die Hälfte drauf schlagen (jeweils "grob" abgerundet) - und das sollte jeder locker auf Anhieb kriegen (trotzdem kann es sogar der GM komplett übernehmen). Also sowas wie aus 3 Schaden wird 6 (also x2) oder im zweiten Fall (x1,5) aus 3 Schaden wird 4 (einfach gerundet).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:52
[...]
Also ich habe bisher nur oWoD, Fate 3, Dramatik, Earthdawn, SR, DSA, Amber, Mystix, Die Reise gespielt, das teilweise recht kurz, aber da kam man im Spiel selbst mit einfachen plus und minus zurecht. Allenfalls beim steigern um zu sehen wieviel EP man braucht wurde mal Multiplikation faellig, aber nun nicht im Kampf, waehrend des Spiels..

Findest Du Systeme, die Erfolge zählen wie oWoD und SR, wirklich einfacher als eines, wo man hin und wieder beim Schaden x2 oder x1,5 ausrechnen muss?

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 16:53
Ich sag ja, Du willst keine Simulation. Echte Polizisten unterscheiden sich nun mal, sie sind alle Individuen. Außer einem.
Wie jetzt?
Simulation (Modell) oder "Echte Polizisten" (kein Modell)? Beides geht nicht.

Tatsache ist: du wirfst mir vor, das CP-System durch Meta-Erwägungen verändern zu wollen, wo doch der einzige Grund für die Existenz des CP-Systems besagte Meta-Erwägungen sind.

@Waldgeist: wenn man bei dem was in dem Skill "Polizist!" drin steckt nach den Logik und nicht nach CP-Kosten geht, dann wäre mir das durchaus recht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 16:55
@Waldgeist: wenn man bei dem was in dem Skill "Polizist!" drin steckt nach den Logik und nicht nach CP-Kosten geht, dann wäre mir das durchaus recht.

Genau, Inhalt wird mit SL und auf Basis der gemeinsamen Vorstellung abgestimmt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:56
OldSam bringt es auf den Punkt.
Aus genau diesen Grund ist das System einsteigerfeindlich
Das ist kein Exklusiv-Merkmal von GURPS dass man Chars ineffektiv bauen kann (wäre IMHO sogar wirklich blöd wenn es nicht bewusst möglich wäre!) und dass z.B. ein Kämpfer geschickt sein sollte oder ein Wissenschaftler intelligent ist jetzt nicht sooo eine große Denkleistung, oder? Bei z.B. Shadowrun o.ä. ist das nicht anders und das ist auch kein "Profi-System".
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 16:57
Findest Du Systeme, die Erfolge zählen wie oWoD und SR, wirklich einfacher als eines, wo man hin und wieder beim Schaden +x2 oder +1,5 ausrechnen muss?
Ja.
Zumal man dort auch nur Erfolge abzaehlt, und keine Wuerfelergebnisse addieren muss.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 1of3 am 8.09.2010 | 16:57
Also ich bin fasziniert. Die Behauptung, dass das CP-Budget nicht für Balancing gedacht ist, besticht durch Dreistigkeit.

Es soll also nicht auf Encounter-Ebene gedacht werden. Aha. Auf welcher Ebene denn dann? Sicherlich nicht auf Kampagnen-Ebene oder so etwas, denn ein Spieler kann sich was den Aufbau der Kampagne angeht, nicht auf das Regelwerk berufen. Das wäre aber die einzige Möglichkeit, dann von Balancing zu sprechen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 16:58
Wie jetzt?
Simulation (Modell) oder "Echte Polizisten" (kein Modell)? Beides geht nicht.

Unsinn, was willst Du hier erreichen? Es ist doch wohl offensichtlich, dass es einen Unterschied zwischen "einfachen" und "komplexen" Modellen gibt, also solche bei denen alle Polizisten 1,80m sind und Hermann heissen und solche wo zwar alle die gleiche Uniform tragen und ne gleiche Grundausbildung haben, es aber ansonsten differenziert ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 16:58
Im Prinzip hat man beim Erfolgezählen ja auch einen Abakus auf dem Tisch, die Systeme mogeln also indem sie eine mechanische Rechenhilfe einbauen. Zum Ausgleich müsste man anderen Systmen auch einen einfachen Rechner zugestehen  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 16:58
Wie jetzt?
Simulation oder "Echte Polizisten"? Beides geht nicht.

Verstehe ich nicht. Natürlich wird ein echter Polizist die Vorlage für die Simulation sein, und keine "Charakterklasse Polizist", die Du scheinbar im Sinn hast.

Zitat
du wirfst mir vor, das CP-System durch Meta-Erwägungen verändern zu wollen, wo doch der einzige Grund für die Existenz des CP-Systems besagte Meta-Erwägungen sind.

Und Du willst das durch ein allgemeines Template ersetzen, welches dann viel weniger Individät erlaubt. Und das weniger simulierend. Was okay wäre. Wenn wir hier nicht über ein explizit simulierendes System sprechen würden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:00
Also ich bin fasziniert. Die Behauptung, dass das CP-Budget nicht für Balancing gedacht ist, besticht durch Dreistigkeit.

Der Gedanke war Dir also neu. Das ist doch schön, wenn eine Diskussion neue Erkenntnisse bringt.

Zitat
Es soll also nicht auf Encounter-Ebene gedacht werden. Aha. Auf welcher Ebene denn dann?[...]

Auf der Ebene "Anwendung für SC einer Rollenspielkampagne". Nicht für NSC, nicht für Schwanzlängenvergleiche, und auch nicht für Kuchen oder Kekse.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:04
Ja.
Zumal man dort auch nur Erfolge abzaehlt, und keine Wuerfelergebnisse addieren muss.

Das stimmt zwar, das "Suchen" nach Erfolgen in Würfelhaufen dauert aber IMHO sogar oft länger, bei z.B. Systemen wie Shadowrun4 ist das meine Praxiserfahrung. FATE mit Fudge-Würfeln ist hier natürlich super.
Auf der anderen Seite kommt auch noch hinzu, dass die typische Würfel-Kombi aus Attribut+Fertigkeit ebenfalls erst zusammengesucht werden muss, während bei statischen Würfelsystemen wie GURPS in der Zeit schon die Probe fertig ist, weil man egal was, einfach sofort würfeln kann ohne Vorbereitung.

Es gilt hier: Erst würfeln dann denken! :)
Das ist wirklich effektiv! ...weil man vielfach schon sieht "das ist eh gut" oder "kann nix werden" und braucht dann oft schon gar nicht mehr genauer hinschauen.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 17:06
Das ist kein Exklusiv-Merkmal von GURPS dass man Chars ineffektiv bauen kann (wäre IMHO sogar wirklich blöd wenn es nicht bewusst möglich wäre!) und dass z.B. ein Kämpfer geschickt sein sollte oder ein Wissenschaftler intelligent ist jetzt nicht sooo eine große Denkleistung, oder? Bei z.B. Shadowrun o.ä. ist das nicht anders und das ist auch kein "Profi-System".
Das mag stimmen, aber in letzter Zeit bin ich halt verwöhnt von Systemen, welche es "besser" machen (z.B. Savage Worlds).

Bei SR4 hat man mit einem komplett ineffizient gebauten Charakter (nur Fertigkeiten auf 1... und die gehen alle auf ein Attribut, welches auch 1 beträgt) immer noch eine ganz halbwegs akzeptable Erfolgschance (10%). Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:08
Also ich bin fasziniert. Die Behauptung, dass das CP-Budget nicht für Balancing gedacht ist, besticht durch Dreistigkeit.

Ich denke was Thot sagen wollte ist, dass es in seinen Runden nicht so gelesen bzw. interpretiert wird und das ist doch auch völlig ok - man hat dann einfach einen Rahmen dessen "was man nehmen kann", wie z.B. Geld.
Die Systemdesigner hatten natürlich gewisse Balancing-Absichten (ist auch nachzulesen), aber behaupten auch nicht, dass dadurch alles gleich perfekt sei oder immer automatisch ausgeglichen usw. - da müssen eben bestimmte Bedingungen erfüllt sein und es ist letztlich immer auch nur eine Näherung - IMHO aber eine schon ganz Gute. Jeder GM sollte sich darüber klar sein, dass er nicht einfach sagen kann, "Ihr kriegt 150 CP! MACHT IRGENDWAS, IHR DÜRFT ALLES!" - das wird natürlich nix, aber das gleiche Problem hat man bei anderen Systemen in anderer Farbe auch.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:09
[...]Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.

Wie baut man denn aus Versehen einen Versager-Char in GURPS?  :o
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 17:10
Und Du willst das durch ein allgemeines Template ersetzen, welches dann viel weniger Individät erlaubt. Und das weniger simulierend. Was okay wäre. Wenn wir hier nicht über ein explizit simulierendes System sprechen würden.
Simulationen sind Modellbildend.

Ein Beispiel:
Ein Crash-Test-Dummy ist eine Simulation eines echten Körpers.
Eine Leiche ist KEINE Simulation eines echten Körpers.

Exemplarische Polizisten-Fertigkeiten sind eine Simulation echter Polizisten-Erfahrung.
Willkürlich und individuell ausgewählte Polizisten-Fertigkeiten sind KEINE Simulation echter Polizisten-Erfahrung.

Jetzt verstanden?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:11
[...]
Willkürlich und individuell ausgewählte Polizisten-Fertigkeiten sind KEINE Simulation echter Polizisten-Erfahrung.
[...]

Doch, sind sie. Echte Polizisten wählen nämlich ihre Hobbies und Spezialisierungen auch willkürlich und individuell aus.

Jetzt verstanden?  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 17:13
Bei SR4 hat man mit einem komplett ineffizient gebauten Charakter (nur Fertigkeiten auf 1... und die gehen alle auf ein Attribut, welches auch 1 beträgt) immer noch eine ganz halbwegs akzeptable Erfolgschance (10%). Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.
:o 10% das ist bei GURPS ca. der Wert 6 - das hat man bei einer Fertigkeit, in die man gar kein CP investiert hat. Bist Du Dir sicher, dass Du da die GURPS-Chara als Versager siehst? Ist es nicht eher eine falsche Anwendung der Regel?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 17:13
Wie baut man denn aus Versehen einen Versager-Char in GURPS?  :o

Fantasy-Charakter: 100 CP Budget, die ich komplett in Extra Starting Money investiere (bei TL 3 bekommen ich damit zu meinen $1000 nochmal $10.000). Jetzt hab ich Geld zum Verprassen, aber kann nix, bin nix, ...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: YY am 8.09.2010 | 17:14
@gunware: der Punkt ist, dass ich für etwas bezahle, welches mir mehr Nachteile als Vorteile bringt. Klar, die Nachteile sind (geringfügig!) geringer, als wenn man die Fertigkeit nicht nehmen würde, aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem VORTEIL!!! und mehreren Nachteil-light, dann weiß ich, was ich wähle.

Das ist schlicht falsch.

Man bezahlt CP und bekommt dafür eine deutliche Leistungssteigerung.

Die allermeisten Skills kann man in GURPS nämlich kostenlos auf einem default-Wert, der sich je nach Skill von einem zugeordneten Attribut ableitet.

Sobald ich einen einzigen CP rein stecke, habe ich den Skill je nach Lernschwierigkeit auf Attributhöhe oder knapp drunter (die richtig schwer zu lernenden Skills haben oft keinen default).

Einen Skill überhaupt einmal zu lernen ist absolut betrachtet oft genug die größte prozentuale Leistungssteigerung für diesen Skill, auch deswegen, weil eine ganze Anzahl an Skills untereinander günstigere default-Beziehungen hat als übers Attribut.

Dazu auch:
Bei SR4 hat man mit einem komplett ineffizient gebauten Charakter (nur Fertigkeiten auf 1... und die gehen alle auf ein Attribut, welches auch 1 beträgt) immer noch eine ganz halbwegs akzeptable Erfolgschance (10%). Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.

Er wäre doch sicherlich noch ineffizienter, wenn er die Fertigkeit gar nicht hätte  ;)

Ein GURPS-Männel kann wegen der Skill-defaults zwangsläufig mehr als ein ähnlich ineffizient gebautes SR4-Männel - da gehört wesentlich mehr "Böswilligkeit" dazu, die GURPS-Attribute auf unbrauchbare Werte abzusenken, als SR-Attribute auf 1 zu belassen oder abzusenken.
Gerade zu den Attributwerten werden in GURPS4: Characters wesentlich brauchbarere Aussagen gemacht als im SR4-GRW.

Mein Fazit: Der SR4-Versager ist nicht nur leichter zu erstellen, er ist auch leichter versehentlich erstellt.


Das ist wirklich effektiv! ...weil man vielfach schon sieht "das ist eh gut" oder "kann nix werden" und braucht dann oft schon gar nicht mehr genauer hinschauen.

 :d
In unseren Runden auch bekannt als "Würfel erst mal was, dann fang ich vielleicht an zu überlegen."  ;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Christoph am 8.09.2010 | 17:15
Fantasy-Charakter: 100 CP Budget, die ich komplett in Extra Starting Money investiere (bei TL 3 bekommen ich damit zu meinen $1000 nochmal $10.000). Jetzt hab ich Geld zum Verprassen, aber kann nix, bin nix, ...

Und das macht man zufällig ?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 17:15
Zitat
Bei SR4 hat man mit einem komplett ineffizient gebauten Charakter (nur Fertigkeiten auf 1... und die gehen alle auf ein Attribut, welches auch 1 beträgt) immer noch eine ganz halbwegs akzeptable Erfolgschance (10%). Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.
Um so schlechte Chancen (10%) in etwas zu haben was ich können will muss ich mich bei GURPS aber auch echt anstrengen, das wäre ein Skillwert von 6, selbst bei nem 10er Attribut krieg ich die schwersten Skills mindestens auf -3 also 7 wenn ich da auch nur 1CP reinstecke. Und das man Skill die man einsetzen möchte und die Attribute auf denen die basieren möglichst hoch haben möchte sollte jedem klar sein.
Wenn ich mich also in Sachen die ich können will absichtlich verschlechtere in dem ich ZB. eine benötigtes Attribut senke ist das für mich auch böswillig.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Mentor am 8.09.2010 | 17:16
Mein Senf zur Ursprungsfrage:

Ich hab mit 3E eine Kampagne gespielt gehabt, 4E kenn ich nur vom Querlesen. Mein Problem ist jedoch in beiden Editionen gleich (glaub ich):

Die Lite-Regeln sind schön knapp und gut. Doch sowie man beginnt, eine nette Detailregel aus den Büchern rauszuzupfen, hat man auf einmal den ganzen Schwall an Regeln hinten dran hängen, die mitkommen müssen. Dann ist es schwer, diese Regeln wieder wegzugeben, wenn sie einmal angefasst wurden.

Das ist für mich ähnlich wie D&D4 (jetzt krieg ich sicher gleich Haue ;): Natürlich kann man da sagen: wir spielen nur mit PHB1 und sonst nix. Aber kaum macht wer den Character Builder auf und sieht, was es da nicht noch alles tolles gibt, hat man verloren, und das Bitten und Betteln geht los. Bei GURPS gibt es halt auch verdammt viel Tolles rundherum... seien das nun weitere Charaktersachen, oder Detailregeln für dies und das, mit der findige Spieler mal da mal dort ein +1 rausholen kann. Damit stellt sich finde ich automatisch eine Grundkomplexität ein, die weit über einem Lite-Regelwerk liegen, und ein Wettrüsten, wer die besseren Regeln kennt, beginnt.

Dass ich nicht gerne 3 Würfel bei jeder Probe addiere, ist vermutlich nur eine persönliche Rechenabneigung.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:16
Fantasy-Charakter: 100 CP Budget, die ich komplett in Extra Starting Money investiere (bei TL 3 bekommen ich damit zu meinen $1000 nochmal $10.000). Jetzt hab ich Geld zum Verprassen, aber kann nix, bin nix, ...

Die Frage war: "Aus Versehen".
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 8.09.2010 | 17:16
Und das macht man zufällig ?

Wenn man dumm/naiv/destruktiv/etc. genug ist, die Augen zumacht, oder was weiß ich was...  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 17:18
Dazu auch:
Er wäre doch sicherlich noch ineffizienter, wenn er die Fertigkeit gar nicht hätte  ;)
In SR4 wären ihn von den 2 Würfeln genau 0 geblieben, weil man mit Attribut-1 defaultet und wenn Attribut 1 ist...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:18
Das mag stimmen, aber in letzter Zeit bin ich halt verwöhnt von Systemen, welche es "besser" machen (z.B. Savage Worlds).

Bei SR4 hat man mit einem komplett ineffizient gebauten Charakter (nur Fertigkeiten auf 1... und die gehen alle auf ein Attribut, welches auch 1 beträgt) immer noch eine ganz halbwegs akzeptable Erfolgschance (10%). Und ich denke in dem System ist es deutlich schwerer einen solchen Versager-Charakter zu bauen (da gehört schon etwas Böswilligkeit dazu), als bei GURPS.

10% ist halbwegs akzeptabel bei SR4??!! OMG. Hast Du im Vergleich GURPS4 eigentlich mal gespielt?! Wenn Du bei nem Skill <schlecht> bist, z.B. FW 11, hast Du schon 62,5% Chance. Nen normaler solider Expert-Skill (z.B. nen einfacher Berufssoldat) hat 13 (83,8%) und wenn Du was gut können willst hast Du auch gut mal ne 15+ (95,4% aufwärts). Wobei natürlich auch Abzüge kommen bei schwierigen Sachen, aber normale Sachen rockt man ziemlich weg - also bei GURPS sind Skills meistens ziemlich gut und verlässlich  - nicht zuletzt auch wegen der Normalverteilung der Würfe.

Und zu Savage Worlds: Ich hab's letztes 2x gespielt und gerade da haben mich die Skills ziemlich genervt!  Zunächst mal basieren sie nicht vernünftig auf den Attributen. Dann kann man nur wenig, vielleicht so 6-7 Skills, und davon die Hälfte auch noch ziemlich scheisse, Chancen deutlich unter 2/3 oder so. Das ganze System funktioniert nur deswegen halbwegs ordentlich, weil Bennies rausgehauen werden, damit die Würfe mal klappen (finde ich sehr unschön, dass die dadurch zum zwingenden Schmiermittel werden statt zum add-on). Darüber hinaus ist die Sache mit dem "explosive die" jawohl auch total unsauber, also dass man z.B. als looser mit shooting d4 ne bessere Chance hat hochzuwürfeln als jemand mit shooting d8 ... da kann ich wirklich nur sagen, die System Designer haben Mist gebaut, weil sie kurzfristige Coolness (man hat mal stylische Würfelkombis) dauerhaft sinnvollen Mechanismen vorgezogen haben.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 17:19
Gurps ist halt ein System, das weder nach Spotlights noch nach Stärke der Charaktere noch nach Konfliktlösungspotential balanciert.

Wer damit nicht zurechtkommt, oder einfach mal als SL einem entsprecheden Char etwas mehr CP zugesteht, ist halt falsch mit Gurps. Wen es nicht stört, dass die Erschaffung etwas mehr Hirnschmalz erfordert als bei Fate oder SW und wem es nichts ausmacht, dass dabei trotzdem große Unterschiede in Effektivität herauskommen, ist hier richtiger.

(z.B. würde ich für Magnet f. A. fast schon Punkte zahlen. ;D Man bekommt Spotlight und lustige/spannende/ungewühnliche Erlebnisse. SO wie jetzt wird man auch noch mächtiger dadurch! Klasse!)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: YY am 8.09.2010 | 17:24
OT:
Darüber hinaus ist die Sache mit dem "explosive die" jawohl auch total unsauber, also dass man z.B. als looser mit shooting d4 ne bessere Chance hat hochzuwürfel als jemand mit shooting d8 ...

Höhere Chance, hochzuwürfeln - ja.

Höhere Erfolgschance - nein.

Nur wenn der Mindestwurf der Maximalzahl des nächsthöheren Würfels entspricht, ist der niedrigere besser; also z.B. auf eine 6 würfelt man besser mit einem W4 als mit einem W6, auf eine 8 besser mit einem W6 als mit einem W8 usw.

Das ist zwar dem mathematischen Ästhetiker ein Dorn im Auge, spielt sich aber in vernachlässigbaren Größenordnungen ab.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:29
Gurps ist halt ein System, das weder nach Spotlights noch nach Stärke der Charaktere noch nach Konfliktlösungspotential balanciert.
Mal vom unnötigen Sarkasmus abgesehen - IMHO funktioniert das "Balancing", also das Erstellen von verschiedenen Charakteren, die alle ihren nützlich Beitrag zur Kampagne leisten können und zur Geltung kommen, ganz gut...
(Verfahren quasi so: GM gibt Kampagnen-Infos raus, Spieler bauen Chars, GM gibt dazu noch 1-2 Kommentare ab => x würde ich noch empfehlen, y darf nicht)
Und dass Leute ineffektive Chars "versehentlich" gebaut haben, ist bei mir (allerdings i.d.R. mit etwas Beratung) noch nicht vorgekommen. Zumal auch hier wieder "geredet" werden darf, also "Hilfe lieber GM, was kann ich nehmen wenn ich ein guter Kämpfer sein will?".
Magnet f.A. ist in der Tat ein "Ausrutscher", der Assistant Line Editor empfiehlt z.B. auch in seinen semi-offiziellen Guidelines den rauszustreichen. In manchen (speziellen) Kampagnen kann der aber auch funktionieren.

edit: Und nochmal zum Savage Worlds-Vergleich weil das als Positiv-Beispiel angeführt wurde: Ich hatte z.B. auch letztens bei meinen ersten SW-Runden nen relativ ineffektiven Soldier-Build, weil ich nicht wusste, dass man soviel "Pech" bei dem System hat (schlechte Wahrscheinlichkeiten und dachte auch die Attribute zählen irgendwie mit rein) - habe meinen Char zu breit aufgestellt, so dass er (ausser Schiessen) nix richtig konnte und meine Proben meist verhunzt waren. Tja, wenn einem sowas passiert (ja eben auch bei SW!) weiss man beim 2. Mal Bescheid, das gilt für alle Systeme.


Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 8.09.2010 | 17:35
Und zu Savage Worlds: Ich hab's letztes 2x gespielt und gerade da haben mich die Skills ziemlich genervt!  Zunächst mal basieren sie nicht vernünftig auf den Attributen. Dann kann man nur wenig, vielleicht so 6-7 Skills, und davon die Hälfte auch noch ziemlich scheisse, Chancen deutlich unter 2/3 oder so. Das ganze System funktioniert nur deswegen halbwegs ordentlich, weil Bennies rausgehauen werden, damit die Würfe mal klappen (finde ich sehr unschön, dass die dadurch zum zwingenden Schmiermittel werden statt zum add-on). Darüber hinaus ist die Sache mit dem "explosive die" jawohl auch total unsauber, also dass man z.B. als looser mit shooting d4 ne bessere Chance hat hochzuwürfeln als jemand mit shooting d8 ... da kann ich wirklich nur sagen, die System Designer haben Mist gebaut, weil sie kurzfristige Coolness (man hat mal stylische Würfelkombis) dauerhaft sinnvollen Mechanismen vorgezogen haben.

Na, diese Aussage ist ja wohl sachlich völlig unangemessen bzw. völlig übertrieben und offenbart auch deine Unkenntnis und mangelnde Spielpraxis bezüglich Savage Worlds... Nur um mal nebenbei wieder auf das eigendliche Topic zu kommen  >;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:41
Halten wir also fest: Versager zu bauen ist bei GURPS eher schwerer als bei anderen Systemen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 17:41
Ein so umfassendes Punktekaufsystem in dem Detailgrad ist mMn auch kaum zu balancieren. Entweder man streicht an Effektbreite (Fate) oder an Auswahltiefe (SW) zusammen oder man regelt die POunktekosten nach Effekt (Herosys (noch unhandlicher?) k.A., Tristat (auch nicht so richtig fair.)).
GURPS wählte den am schwersten zu gehenden Weg.

Immerhin haben wir es vier Jahre lang gezockt und es hat DSA abgelöst, also so schlecht kanns net sein. ;)
Es erfordert halt ordentlich Energie, bevor man loslegen kann. Das ist etwas, das ich SR4 auch vorwerfe.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 17:41
Gurps ist halt ein System, das weder nach Spotlights noch nach Stärke der Charaktere noch nach Konfliktlösungspotential balanciert.
Die Charaktere werden nach "Abstract Ableness" eingestuft und in der Praxis läuft das recht gut, weil zumindest bei uns bisher Niemand auf die Idee gekommen ist mit nem 250CP Verwaltungsangestellten anzukommen, der zwar die Stadtverwaltung alleine rocken könnte aber für Abenteuer völlig ungeeignet ist.

Zitat
Wer damit nicht zurechtkommt, oder einfach mal als SL einem entsprecheden Char etwas mehr CP zugesteht, ist halt falsch mit Gurps. Wen es nicht stört, dass die Erschaffung etwas mehr Hirnschmalz erfordert als bei Fate oder SW und wem es nichts ausmacht, dass dabei trotzdem große Unterschiede in Effektivität herauskommen, ist hier richtiger.
Ich finde die Charaktererschaffung von FATE braucht auch ne Menge Hirnschmalz, blos nicht in Form von mathematisch logischem Denken sondern in Form von Kreativität. Und wenn man in der Gestaltung von Effektiven Aspekten und Stunts gut ist bekommt man auch einen effektiveren Charakter als jemand der da drin nicht so gut ist.

Zitat
(z.B. würde ich für Magnet f. A. fast schon Punkte zahlen. ;D Man bekommt Spotlight und lustige/spannende/ungewühnliche Erlebnisse. SO wie jetzt wird man auch noch mächtiger dadurch! Klasse!)
Ich finde den speziellen Nachteil eigentlich unspielbar, weil er wenn er richtig angewendet wird dauernd das eigentliche Spiel stört mit irgendwelchen Vorkommnissen oder es einfach Gratispunkte sind weil der SL den Nachteil zugunsten der Kampagne nicht richtig zur Wirkung kommen lässt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:42
Na, diese Aussage ist ja wohl sachlich völlig unangemessen bzw. völlig übertrieben und offenbart auch deine Unkenntnis und mangelnde Spielpraxis bezüglich Savage Worlds... Nur um mal nebenbei wieder auf das eigendliche Topic zu kommen  >;D

Wieso "offenbart"?! Ich hab doch selbst geschrieben, dass ich es nur 2x gespielt habe, also habe ich natürlich nicht viel Praxis - wobei das i.d.R. noch mehr Praxis ist, als viele der GURPS4-Kritiker haben. Trotzdem hat nichts mit "Unkenntnis" zu tun, ich kann lesen und rechnen und die genannten Aspekte sind recht gut begründet. Ausserdem ist die grundsätzliche Systemkritik da nix neues und das haben auch schon andere vor mir so geschrieben, ich hab u.a. auch entsprechende Online-Rezensionen gelesen. Du musst auch nur mal nachrechnen dann siehst Du auch leicht, dass es stimmt, das hat nix mit fehlender Kenntnis zu tun (zumal ich bei den beiden Spielrunden die geschilderten Probleme selbst wahrgenommen habe)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 8.09.2010 | 17:42
Wen es nicht stört, dass die Erschaffung etwas mehr Hirnschmalz erfordert als bei Fate oder SW und wem es nichts ausmacht, dass dabei trotzdem große Unterschiede in Effektivität herauskommen, ist hier richtiger.
Die "wen es nicht stört" -Verteidigung macht ja nur Sinn, wenn man über die störenden Aspekte hinaus geht (weil man das ganze eben erst mal nur im Bündel bekommt), aber nicht um den störenden Aspekt selbst zu verteidigen. Sonst müsste man ja sagen: GURPS ist ein "wen es nicht stört"-System, das aber ansonsten nichts bringt, zumindest nicht da wo man sich nicht stören darf, dass es so ist wie es eben niemand braucht, außer dass es einen eben nicht stört und man das deshalb toll finden kann. Das ist völlig zirkulär und daher natürlich auch nicht angreifbar.

Und OldSam ist ja auf einer ganz anderen Schiene, es ginge ja doch ums Balancing und es funktioniere sogar ganz gut. Entweder geht's gar nicht ums Balancing und Punkte sind nur da "weil sie nicht stören" bzw. "weil Punkte einfach toller (flexibler???) sind (und nicht stören)", oder Balancing funktioniert ganz gut (wegen der Punkte). Eins von beiden kann ja nun nur stimmen. Aber wahrscheinlich ist GURPS so toll dass man sich das auch noch nach belieben aussuchen kann (wenn's einen nicht stört).
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:45
Punkte sind dazu da, um als Währungs fürs Einkaufen zu dienen. "Fantasy Shopping for guys" nannte Rob D. Laws das.

Das Argument kann man zur Kenntnis nehmen oder es sein lassen. Aber im letzteren Fall möge man bitte dazu stehen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:46
Es erfordert halt ordentlich Energie, bevor man loslegen kann.

Das ist allerdings wahr!
Ausser man ist so glücklich mit Lite und dann "GURPS Dungeon Fantasy" anzufangen, dann startet man wirklich ziemlich simpel und "vorgekocht" dank Templates usw. und kann langsamer in die Details reinkommen... (aber das gab's damals noch gar nicht)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:49
Das ist zwar dem mathematischen Ästhetiker ein Dorn im Auge, spielt sich aber in vernachlässigbaren Größenordnungen ab.

Nein, das merkt man IMHO schon in der Praxis. Ich hab z.B. in den beiden zwei Spielsessions (glaube) 2x nen W4 hochgewürfelt, aber 0x nen W8. Und das ist auch "gefühlt" nicht nur mathematische Ästhetik sondern einfach "falschherum" - unlogisch.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 8.09.2010 | 17:52
in den beiden zwei Spielsessions (glaube) 2x nen W4 hochgewürfelt, aber 0x nen W8.
Na ja, aber den w8 braucht man nicht so oft hochwürfeln, wie einen w4. Mit einem w8 kannst Du schon auch so eine Steigerung hinkriegen, wohingegen Du mit w4 für eine Steigerung hochwürfeln muss.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 17:53
Wenn jetzt jemand zfällig in den Thread schaut, denkt er, GURPS wäre ein SW-Klon...  ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:54
Und OldSam ist ja auf einer ganz anderen Schiene, es ginge ja doch ums Balancing und es funktioniere sogar ganz gut. Entweder geht's gar nicht ums Balancing und Punkte sind nur da "weil sie nicht stören" bzw. "weil Punkte einfach toller (flexibler???) sind (und nicht stören)", oder Balancing funktioniert ganz gut (wegen der Punkte).

Ich hab "Balancing" ja auch in Anführungsstrichen geschrieben, weil ich es nicht als so striktes Balancing wie z.B. d&d-Klassen sehe (die Autoren sagen auch selbst dass das so nicht hinhauen kann wegen zuvielen Situationen/Möglichkeiten), sondern eher als Tendenz in die Richtung und eben auch als Optionen-Sammlung ("der Shop").
Woodman hat weiter vorne im thread ne ganz schöne Definition gegeben was das System versucht - ein d&d-like-Figher-Balancing kriegt man übrigens bei GURPS mit den Dungeon Fantasy Templates geliefert.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 17:55
@Woodman
Bei der Lila Gurpsversion gab es einfach einen optimalen Build, der offensichtlich war. Die Punkte für Int holte man alleine durch den Skill Schusswaffen wieder rein, der daurch billiger wurde etc. Das war wie eine Steuererklärung inklusive Freibeträge, Spendenquittungen etc.

Bei Fate kann es passieren, dass man nach allzuviel Aspektetrimmen mit einem langweiligen Charakter gestraft wird. ("Neugierig", "Geduldig", "Unnachgiebig", "Für meine Freunde!" *gähn*) Das ist das Schlimmste, was einem im Rollenspiel passieren kann. Wenn man richtig SPaß haben will, dann hilft es, hier auch ein wenig Übung drin zu haben.

Der Magnet war bei uns immer obligatorisch und wurde auch oft genug angespielt. ;D

@Woodman
Sorry, wollte keinen Nerv treffen.
Ich sehe die Schwächen von Gurps im hohen Startaufwand und einer etwas unglücklichen Charaktergenerierung, sowie in einem sehr kleinen Sweetspot (Unterwürfeln + Glockenkurve).
Wen das nicht stört... ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 17:57
@Woodman
Bei der Lila Gurpsversion gab es einfach einen optimalen Build, der offensichtlich war.

Das stimmt, diese Fehler haben sie in der 4e ausgeglichen (also damals, dass man DX u. IQ nur hochpushen musste und dann dutzende 1/2cp hohe skills hatte usw. - inzwischen sind DX u. IQ u.a. auch teurer)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 8.09.2010 | 18:02
Bin ich eigentlich der einzige, der den ganzen Thread hier für relativ lächerlich hält, weil er schon auf tönernen Füssen erbaut wurde?

OldSam, du predigst Wasser und säufst Wein und Gurps ist für dich offenbar der Hammer, der es unmöglich macht, etwas anderes als Nägel zu sehen.
Ich wünsche dir noch ganz, ganz lange ganz, ganz viel Spaß mit deinem Lieblingssystem!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 18:05
Wenn jetzt jemand zfällig in den Thread schaut, denkt er, GURPS wäre ein SW-Klon...  ::)
Wenn man zufaellig in den Thread schaut waerend man gerade uebelst angeschickert ist, sieht man nur noch SW und GURPS und zahlen und fragt sich wo das eigentliche thema hin ist.
(ausser das mir die diskussion hochgradig komplex erscheint)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 18:06
OldSam, [...] Gurps ist für dich offenbar der Hammer, der es unmöglich macht, etwas anderes als Nägel zu sehen.

Neh, er will einfach Nägel einschlagen und findet Leute, die sich beschweren, dass sein Hammer nicht für Schrauben taugt, eher nervig.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 18:06
10% ist halbwegs akzeptabel bei SR4??!! OMG. Hast Du im Vergleich GURPS4 eigentlich mal gespielt?! Wenn Du bei nem Skill <schlecht> bist, z.B. FW 11, hast Du schon 62,5% Chance. Nen normaler solider Expert-Skill (z.B. nen einfacher Berufssoldat) hat 13 (83,8%) und wenn Du was gut können willst hast Du auch gut mal ne 15+ (95,4% aufwärts). Wobei natürlich auch Abzüge kommen bei schwierigen Sachen, aber normale Sachen rockt man ziemlich weg - also bei GURPS sind Skills meistens ziemlich gut und verlässlich  - nicht zuletzt auch wegen der Normalverteilung der Würfe.

Und zu Savage Worlds: Ich hab's letztes 2x gespielt und gerade da haben mich die Skills ziemlich genervt!  Zunächst mal basieren sie nicht vernünftig auf den Attributen. Dann kann man nur wenig, vielleicht so 6-7 Skills, und davon die Hälfte auch noch ziemlich scheisse, Chancen deutlich unter 2/3 oder so. Das ganze System funktioniert nur deswegen halbwegs ordentlich, weil Bennies rausgehauen werden, damit die Würfe mal klappen (finde ich sehr unschön, dass die dadurch zum zwingenden Schmiermittel werden statt zum add-on). Darüber hinaus ist die Sache mit dem "explosive die" jawohl auch total unsauber, also dass man z.B. als looser mit shooting d4 ne bessere Chance hat hochzuwürfeln als jemand mit shooting d8 ... da kann ich wirklich nur sagen, die System Designer haben Mist gebaut, weil sie kurzfristige Coolness (man hat mal stylische Würfelkombis) dauerhaft sinnvollen Mechanismen vorgezogen haben.
Die Chance dass man ein Attribut auf 13+ hat ist gering. Entsprechend schwer ist es auch, die skill levels ausreichend hoch zu ziehen. Und entsprechend viele Charaktere mit Skill Level 8-10 bei Skills die vermeintlich "Average" sind rennen rum.

Du kannst über SW lästern soviel du willst, aber mit einem W4 habe ich zumindest eine realistische Chance auf Erfolg (ohne das ich drei Fertigkeitsstufen später schon an 95%+ stoße, was ein klares versagen des Systems anzeigt).

@Thot: werde bei Gelegenheit mal einen GURPS-Versager bauen, um zu zeigen wie einfach das ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 18:08
[...]
Thot: werde bei Gelegenheit mal einen GURPS-Versager bauen, um zu zeigen wie einfach das ist.

"Aus Versehen" war gefordert. Absichtlich geht bei jedem System alles in der Hinsicht, aber das wäre für die Diskussion ziemlich nutzlos.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 18:11
Ich werde auch die Begründungen mitliefern, warum ein Einsteiger gerade diese Kombination wählen sollte (deswegen wird es ja länger dauern, weil ich mich in meine "Rolle" reindenken muss  ;)).

Doch, sind sie. Echte Polizisten wählen nämlich ihre Hobbies und Spezialisierungen auch willkürlich und individuell aus.
Aber ihre Hobbies und Spezialisierungen sind kein Teil ihrer Polizisten-Erfahrung.
MODELLbildend bitte!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 18:13
[...]Aber ihre Hobbies und Spezialisierungen sind kein Teil ihrer Polizisten-Erfahrung.
MODELLbildend bitte!

Dafür hast Du das Template, welches die Ausbildung des Polizisten beschreibt. Aber Du hast Dich beschwert, dass er dann außerdem auch noch anderes kann. Und das ist, aeh, unverständlich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 8.09.2010 | 18:14
Aye! Man kann sich doch in jedem System Nieten bauen.
Die im vergleich zu den andern Chars einfach nix koennen.
So auf die Runde bezogen.
Nu weil gerade wenn's simulationistisch ist haben alle Spieler die Regeln mehr lieben als der Spieler eine Lusche in Spe halt einen Vorteil.
Genauso wie man Fate Chars versieben kann wenn man keinen Plan vom effektiven Gestalten der Aspekte hat oder so.

Wobei ich mich ehrlich frag wo GURPS so haeufig verleumdet wird.
So gerade als oWoD Spieler hoert man ja das man wohl nach Patchouli mufft, Schwarz gewandet ist, Halb-Frei-oder Vollzeit Goth, das das System kroppig ist (naja das es besser gibt mag schon sein), das man mal von wem brain-damaged genannt wurde, das das System das schlimmste ist was der Rollenspielwelt jeh zugestossen ist und ueberhaupt man ein storyteller - also in nem noch aergeren Tonfall als man powergamer abwertend sagen kann - und das man vielleicht gar kein Rollenspiel spielt oder so.

Naja und bei GURPS heisst es halt, es sei komplex.
Und vielleicht was schwierig.
Nu und alt (aber das passiert)
Also ich find da gibt es echt uebleres was man sich zu nem System anhoeren kann.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 8.09.2010 | 18:17
Thot, gleich und gleich...?

Edit:
Brauchst nicht antworten. Ob man mit dir redet oder einer nassen Raufasertapete beim trocknen zuschaut... Letzteres ist wohl produktiver...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 8.09.2010 | 18:20
@Teylen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 8.09.2010 | 18:24
Dafür hast Du das Template, welches die Ausbildung des Polizisten beschreibt. Aber Du hast Dich beschwert, dass er dann außerdem auch noch anderes kann. Und das ist, aeh, unverständlich.
Ich habe mich nicht darüber beschwert dass er etwas anderes kann.

Ich habe mich darüber beschwert, dass Templates die (in einer 125CP-Kampagne) mit 80CP erstellt werden über VIELE Hobbies und Spezialisierungen verfügen, während Templates mit 125CP keine Hobbies oder Spezialisierungen aufweisen.

Mit anderen Worten: jeder Polizist hat Hobbies und Spezialisierungen, aber kein einiziger Elitesoldat hat irgendwelche definierenden Merkmale, welche ihn von anderen Elitesoldaten abheben. Das ist es, was mich ankotzt und wo ich den Simulationsaspekt von GURPS versagen sehe.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 8.09.2010 | 18:27
[...]
Mit anderen Worten: jeder Polizist hat Hobbies und Spezialisierungen, aber kein einiziger Elitesoldat hat irgendwelche definierenden Merkmale, welche ihn von anderen Elitesoldaten abheben. Das ist es, was mich ankotzt und wo ich den Simulationsaspekt von GURPS versagen sehe.

Dann frage Dich mal, wie viel Lebenszeit in einer Elitesoldatenausbildung steckt und wie viel in einer Polizistenausbildung.

Ehrlich, es ist gar nicht so unplausibel, dass Leuten, die extrem harte und forderende Ausbildung in ihrem Job erhalten haben, dann nicht Zeit und Energie für Feierabendaktivitäten aufbrachten.

Aber: Ja, natürlich ist das Punktekonto als solches nicht rein simulationistisch. Will es ja auch gar nicht sein, es ist eben in erster Linie ein Shoppingbudget.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 8.09.2010 | 18:30
Zitat
Ich habe mich darüber beschwert, dass Templates die (in einer 125CP-Kampagne) mit 80CP erstellt werden über VIELE Hobbies und Spezialisierungen verfügen, während Templates mit 125CP keine Hobbies oder Spezialisierungen aufweisen.
Machst du das eigentlich mutwillig?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: eustakos am 8.09.2010 | 18:55
125CP-Kampagne mit 125-CP Templates?
Dann ist das Template zu teuer oder der Punktlevel der Kamoangne zu niedrig. Den Ratschlag findet man in Basic S.446.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 8.09.2010 | 21:42
OldSam, du predigst Wasser und säufst Wein und Gurps ist für dich offenbar der Hammer, der es unmöglich macht, etwas anderes als Nägel zu sehen.
Ich wünsche dir noch ganz, ganz lange ganz, ganz viel Spaß mit deinem Lieblingssystem!

Spaß werde ich auch noch viel haben, ich frag mich eher was Du von Deiner komischen Einstellung hast...
Auf dem Niveau diskutiere ich jedenfalls nicht.
Und zur Info: Ich spiele sehr wohl auch diverse andere Systeme und GURPS ist sicherlich weder perfekt noch die beste Lösung für alles, aber IMHO klar unterschätzt was seine Leistung und Flexibilität angeht - während bestimmte andere Systeme, die halt z.Z. in Mode sind, dagegen systematisch überschätzt werden...

Die Chance dass man ein Attribut auf 13+ hat ist gering. Entsprechend schwer ist es auch, die skill levels ausreichend hoch zu ziehen. Und entsprechend viele Charaktere mit Skill Level 8-10 bei Skills die vermeintlich "Average" sind rennen rum.

hmm?! bei welchem GM und in welchem Setting hast Du denn GURPS gespielt...? Klingt für mich danach, als ob es ne Kampagne war, wo die Spieler in ihrer Kindheit gestartet sind und 50 CP hatten o.ä.
Also ich hab noch niemals nen Spieler-Char in irgendeiner normalen Kampagne oder sowas gesehen, der nen Skill unter 10 hatte - es würde auch einfach keinen Sinn machen, wenn man nicht wirklich simulieren will wie man als Kind o.ä. unfähig startet. Es ist definitiv so, dass man auf normalen Powerniveaus - d.h. bei GURPS4 üblicherweise 150 CP und aufwärts - im Normalfall Skill-Levels von 12-13 oder so hat und eben ein paar gute Skills auch höher.
Und dass das System bei 95%-Chance "versagt" hätte ist auch ziemlicher Unsinn, Du müsstest es Dir nur mal durchlesen... 
Was dies bedeutet ist lediglich, dass der Char Vollprofi ist, d.h. bei Standardtasks praktisch nie versagt, wenn er nicht gerade übel Pech hat (Critical Failure - je nach Style könnte man bei 08/15-Tasks dann sogar die Probe gleich weglassen, wenn einem die CritFail-Chance egal ist). Wie fast überall vom Film bis zum echten Leben versauern Vollprofis aber nicht in der Oberliga sondern suchen Ruhm, Ehre und Kapital in der Bundesliga. Dort gibt es natürlich auch regelmäßig ordentliche Erschwernisse (Abzüge auf den Skill), weil die Gegner ähnlich gut sind, ergo sind wir wieder im Rennen - denn jetzt geht es z.B. darum, wer die größeren "Erfolgsdifferenzen" würfelt und da wird dann auch ein Skill jenseits von 20 nützlich etc.

Und in Bezug auf SW habe ich ja gerade <nicht> gelästert, sondern eben nur im konstruktiven Vergleich begründete Kritik auf einzelne Stellen bezogen wo es Mängel gibt. Und die gibt's nun mal wie bei jedem System. Und ich finde SW im Vergleich zu manch anderem System auch gar nicht schlecht, aber insgesamt auch nicht allzu gut.
Was ich aber z.B. in dem Kontext niemals tun würde, wäre bashing oder sowas unsinniges zu behaupten wie "Mit SW kann das Setting ja keinen Spaß machen", aber leider tun das umgekehrt etliche mit GURPS, obwohl das grundsätzlich - egal welches System es jeweils betrifft - einfach nur daneben ist.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 8.09.2010 | 22:42
Und in Bezug auf SW habe ich ja gerade <nicht> gelästert, sondern eben nur im konstruktiven Vergleich begründete Kritik auf einzelne Stellen bezogen wo es Mängel gibt. Und die gibt's nun mal wie bei jedem System.

Die von dir angeführten Mängel sind aber gar nicht vorhanden. Etwa:

Zitat
Dann kann man nur wenig, vielleicht so 6-7 Skills, und davon die Hälfte auch noch ziemlich scheisse, Chancen deutlich unter 2/3 oder so.

Mit w4 in einem Skill hat man als Spielercharakter bzw. WildCard 63% Erfolgschance. Hier die genaue Aufschlüsselung (http://www.hackslash.net/?p=14). Außerdem sollte man anmerken, dass 6-7 Skills ein Drittel aller existierenden Skills sind. Das ist ein Riesenunterschied zu GURPS. (Meine Charaktere hatten zudem auch immer eher 11-12 Skills, also bei 2/3 aller Skills 63% Erfolgschance.)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 9.09.2010 | 00:13
Mit w4 in einem Skill hat man als Spielercharakter bzw. WildCard 63% Erfolgschance.

ok, dann liegt es eben nur knapp unter 2/3, so genau hab ich das ja auch nicht festgelegt - ich habe diese SW-Aspekte hier im Kontext sowieso eigentlich gar nicht detaillierter diskutieren wollen, sondern es war nur "im Vorbeigehen" die Reaktion auf andere Beispiele mit SW usw. - Um es kurz zu ergänzen (weil die Argumente schon gut begründet sind, nur etwas grob und verkürzt), was mich an der SW-Wahrscheinlichkeit dabei v.a. auch stört ist die hohe Zufälligkeit! Das macht die Fertigkeiten objektiv weniger verlässlich und für mich subjektiv (und leider ebenfalls aus meinen bisherigen Spielerfahrungen) damit auch weniger erfolgsversprechend (es gibt natürlich auch Leute, die mögen es wenn das System sehr häufig chaotische Ergebnisse produziert - aus Sicht eines zweck-rationalen, professionellen System-Designs ist es aber halt unsauber.) In der Tat ist das aber hier offtopic... ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 9.09.2010 | 00:53
2/3 ist nicht wirklich schlecht, damit kann man arbeiten. Und bei unwesentlich höheren Stufen kommt man auch relativ schnell bei 80% an (danach kommt man - ohne Edges wohlgemerkt - an ein Plateu, was ich persönlich sehr elegant gelöst finde). Ich habe es jedenfalls nicht wesentlich zufälliger als GURPS empfunden (die Wahrscheinlichkeiten sind ja ähnlich).

Einen wirklich inkompetenten Charakter zu bauen ist bei SW nur sehr bedingt (und in der Regel nur in Bereichen, welche durch Handicaps modifiziert werden) möglich, egal ob aus Versehen oder mit Absicht.

@Punkte: mit IQ auf 13 ist man bereits auf 60CP, dann DX auf 11 und die restlichen auf 10 lassen, dann hat man schon 80 von 125 CP nur für Attribute verbraten (und die sind nicht besonders hoch). Besonders viele Punkte für Skills etc. bleiben da nicht übrig. Wenn man die Anzahl der Skills bedenkt, dann ist das nicht sehr viel (besonders wenn man ein paar exotischere Skills mit rein nehmen will). Die IQ 13 (für die man endlos viele Punkte rausgeschmissen hat) bringt gerade mal 74% (bei "easy" skills...mit steigendem Komplexitätsgrad wird es progressiv schwieriger). Bei SW sind es in ähnlicher Situation zwar auch nur 63% (+2 Bonus, wegen "einfach", -2 wegen "ungelernt"), aber wenigstens hat man dafür nicht 50% der Bauressourcen rausgeblasen.

Aber genug davon...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 00:57
Einen wirklich inkompetenten Charakter zu bauen ist bei SW nur sehr bedingt (und in der Regel nur in Bereichen, welche durch Handicaps modifiziert werden) möglich, egal ob aus Versehen oder mit Absicht.

Doch, es reicht wenn man sich die Edges nimmt ohne sie groß durchzulesen und dann kaum in die nötigen Skills investiert, oder der Charakter recht breit anlegt. Wenn Zornhau nicht immer betonen würde, das Edges viel wichtiger als Skills sind, wer weiß wie schlecht meine Shiny geworden wäre.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 9.09.2010 | 01:02
Naja, das ist nicht ganz richtig: oft braucht man ja den Skill erstmal auf einem bestimmten Niveau, bevor man das Edge überhaupt nehmen darf, insofern hat man schon das entsprechende Handwerkszeug an der Hand (und die Edges ohne Skill-Vorausetzung (wie Beziehungen, Schnell etc.) bringen auch etwas, wenn man überhaupt nicht in "passende" Skills investiert hat).

Aber das ist jetzt wirklich OT.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 01:07
Naja, das ist nicht ganz richtig: oft braucht man ja den Skill erstmal auf einem bestimmten Niveau, bevor man das Edge überhaupt nehmen darf, insofern hat man schon das entsprechende Handwerkszeug an der Hand (und die Edges ohne Skill-Vorausetzung (wie Beziehungen, Schnell etc.) bringen auch etwas, wenn man überhaupt nicht in "passende" Skills investiert hat).

Aber das ist jetzt wirklich OT.

und damit ist SW eindeutig komplizierter als GURPS. qed.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 9.09.2010 | 01:23
Inwiefern? Es beweist doch nur, dass einen das System an die Hand nimmt und vor suboptimalen Entscheidungen bewahrt (indem man bei Edges die Skills verbessern den entsprechenden Skill erst einmal haben muss).

Wenn überhaupt, dann ist es dadurch weniger komplex, nicht mehr.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 01:40
Inwiefern? Es beweist doch nur, dass einen das System an die Hand nimmt und vor suboptimalen Entscheidungen bewahrt (indem man bei Edges die Skills verbessern den entsprechenden Skill erst einmal haben muss).

Wenn überhaupt, dann ist es dadurch weniger komplex, nicht mehr.

in dem Skills recht unwichtig sind und du Edges nehmen musst, legst du deinen Chara schon ganz anders fest und musst dir zu jedem Edge die Regeln durchlesen. Bei GURPS musst du wissen, was dein Skill macht und die Sache ist gegessen. Bei SW musst du wissen, was die Skills machen, was dir der dazupassende Edge bringt und wasweißich. Ich hab beides gespielt, ohne in einem von beidem Profi zu sein. Aber trotz 3w6 und unterwürfeln (was ich schon bei DSA gehasst habe) ist SW's Grundsystem komplizierter als GURPS.

@Topic: ich denke ein weiterer Grund für den Schlechten Ruf ist DSA4. DSA4 hat das Point&Buy von GURPS geklaut aber schlecht umgesetzt. Man findet das bei DSA doof und weiß nur, dass diese Sache von GURPS geklaut wurde, ergo ist GURPS genauso scheisse. Ist so aber nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 9.09.2010 | 01:53
Du brauchst kein Edge, um kompetent in deinem Skill zu sein. Mit W6 bist du gut unterwegs. Dir wird außerdem durch das Regelwerk mitgeteilt, dass ein Experten-Talent eine ziemliche Spezialisierung darstellt, über welche nur diejenigen verfügen, welche ihren Lebensunterhalt von dieser spezialisierten Anwendung ihrer Fertigkeiten abhängig machen.

Bei GURPS wird dir gesagt, dass ein 10er Attribut der Durchschnitt für Menschen ist. Folglich ist es logisch anzunehmen, dass auch ein 10er Skill ein solider Durchschnitt ist. Ist er aber nicht! Bei den Skills wird dir dann plötzlich gesagt, dass du Werte von 12-13 brauchst, um damit "deinen Lebensunterhalt verdienen" zu können (also das, was SW mit Experten-Talenten macht). Auch nicht wirklich einfacher...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 02:11
Es wird dir auch gesagt, das 12 das Level für jemanden ist, der davon lebt, weil man für Routineaufgaben +2 - +4 dazu bekommt und so das meiste gut klappt, und Kampfskills, die man eigentlich nie für Routineaufgabe einsetzt sollten darüber liegen, wenn man davon leben und überleben will.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: YY am 9.09.2010 | 03:17
Zum Vergleich: bei GURPS wird dir gesagt, das ein 10er Attribut der Durchschnitt für Menschen ist. Folglich ist es logisch anzunehmen, dass auch ein 10er Skill ein solider Durchschnitt ist. Ist er aber nicht!

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass du dich entweder absichtlich dumm stellst oder GURPS(4) nicht kennst/ nicht gelesen hast.


Zu Beginn des Skill-Kapitels beschäftigen sich fast zwei komplette Seiten mit dem Thema, was ein angemessener Skillwert ist bzw. wie die Skillwerte einzuordnen sind - inklusive Prozentwerttabelle, Hinweisen auf Abzüge in besonderen Situationen etc. pp..

Wie man da auf die Idee kommen soll, mit einem Skillwert von 10 gut unterwegs zu sein, ist mir schleierhaft.


Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: alexandro am 9.09.2010 | 03:21
Siehe mein edit. Bei SW steht auch sehr deutlich, was Experten-Talente sind, trotzdem geht Callisto davon aus, dass Einsteiger das nicht kapieren (oder einfach überlesen), von daher...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Zornhau am 9.09.2010 | 05:30
Dieser Thread hat leider im Eingangsbeitrag schon etwas arg paranoide begonnen, aber was hier über viele, viele Beiträge abgeht, hilft nicht nur nicht weiter, sondern VERSTÄRKT die im Eingangsbeitrag geäußerte Paranoia nur.

Mal an ALLE GURPS-Freunde:
NIEMAND hat die Absicht GURPS schlecht zu machen, Leute am GURPS-Spielen zu "hindern", Systemsuchenden böswillig von GURPS abzuraten oder so etwas.

GURPS ist ein langgedientes, bewährtes und - im Gegensatz zu BRP - auch immer wieder aktualisiertes Regelsystem für viele verschiedene Settings. GURPS hat sich seit Langem schon durch EXZELLENTE Quellenbände zu unterschiedlichen Themen und Settings (gerade hier seien Literatur-Settings wie Lensmen, Conan, Humanx, Discworld, u.a. erwähnt) ausgezeichnet.

Die Meriten, welche GURPS sogar über die eigentlichen, praktischen GURPS-Spielenden hinaus erworben hat, sind vielfältig. - Ja, auch DSA4 und andere Spiele orientieren sich an GURPS-Elementen. Warum das? Natürlich weil sie vom BESSEREN abgucken wollen, um ihr System zu optimieren! - Keiner klaut beim Schlechten!

Macht Euch das mal klar, ihr angstvollen Dauerbewohner von völlig UNNÖTIGEN "Schützengräben" gegen "Feindbeschuß".

Es mag sein, daß einige Leute GURPS nicht spielen mögen.

Na und?

Offengestanden mag ICH sogar DIE MEISTEN Rollenspiele, die mir bekannt sind, NICHT spielen. - Das kann alles, wie dieser Thread ja auch gezeigt hat, völlig unterschiedliche, rein individuelle, persönliche Gründe haben. - Der eine mag nicht W6 würfeln, schon garnicht mehrere. Der nächste mag lieber Stufensysteme. Noch ein anderer ist ohne Pool-System nicht glücklich.

NA UND?

Ich habe aus der Vehemenz der im Eingangsbeitrag und im folgenden Thread dargebotenen AGGRESSIVEN DEFENSIV-Einstellung mancher GURPS-Freunde hier, sowie aus der Wortwahl "Verleumdungen" über MEINUNGEN, persönliche Geschmacksäußerungen von anderen Menschen, daß hier eine Art "Minderwertigkeitkomplex" vorhanden ist.

ÜBERWINDET DAS!

Wer so auftritt, daß er Leute, die GURPS einfach nicht mögen und das auch ganz unbefangen offen sagen, als "Verleumder" darstellt, der ist sich der Stärken von GURPS und seiner Meriten UNSICHER!

Der GLAUBT nicht wirklich daran, daß GURPS für IHN das beste und geeignetste Spiel ist!

Der hat ANGST und beißt aus ANGST um sich!

Das halte ich für BESCHEUERT.

Werdet Euch mal über die ERFOLGSGESCHICHTE von GURPS über die vielen, vielen Jahre hinweg KLAR!

Führt Euch mal vor Augen, WAS ALLES für GURPS erschienen ist, wieviele GENERATIONEN an Rollenspielern mit GURPS aufgewachsen sind!

Das ist doch nicht "nichts"! - Da ist sogar eine ERNORME LEISTUNG!

Wenn Ihr aber mit Euren "Verschwörungstheorien" solche Paranoia-Threads wie diesen hier aufmacht, dann SCHMÄLERT ihr SELBST diese Leistung! - Denn dann stellt ihr SELBST GURPS so dar, als hättet ihr BEGRÜNDETE ZWEIFEL an seinen Meriten, an seinem Erfolg, an seinen Stärken.

Wie?

Das war nicht die Absicht?

Aber GENAU DAS ist es, was mit diesem Thread (leider sogar "mal wieder") vermittelt wird.

GURPS-Fans, die so unsicher und ängstlich sind, daß sie nicht mit dem Funken der BEGEISTERUNG aufzuwarten vermögen, sondern nur mit dem SPERRFEUER gegen vermeintliche "Feinde".

Das finde ich BEJAMMERNSWERT. - Denn, wenn ICH ein Spiel MAG, dann WEISS ICH SICHER um dessen Stärken und dessen Vorzüge und muß es NICHT durch "Schlechterreden" anderer Rollenspiele "aus dem Sumpf der Unspektakulären" ein wenig herausschieben.

Was ICH mag, das finde ICH GUT! - OHNE ZWEIFEL! UND OHNE ANDERE ROLLENSPIELE AN DIE WAND ZU STELLEN!

Der Threaderöffner hat sich hier auf Savage Worlds "eingeschossen".

Natürlich kommt er dabei mit den von anderen UNINFORMIERTEN, KENNTNISFREIEN Meckerern bereits immer wieder vorgepredigten "Schwächen" von SW daher.

Savage Worlds HAT seine Schwächen. Aber NICHT DIESE! Nicht dieser tatsächlich nur als UNFUG zu bezeichnende Versuch Sperrfeuer gegen SW zu legen, statt GURPS in seiner eigenen Pracht mal herauszustellen.

Savage Worlds ist NICHT der "Feind" von GURPS!

SW ist wie GURPS, BRP, HERO, FUDGE, FATE, Fuzion, Unisystem, D20 Modern, uvam. einfach ein weiteres generisches System.

Nicht mehr. - Aber auch nicht weniger.

SW kann eine ganze Menge. Eine ganze Menge aus nur einem KLEINEN Grundregelwerk heraus, wozu  tatsächlich andere Generika mehrere Zusatzbände benötigen. - Diese Form der Kompaktheit ist eines der Alleinstellungsmerkmale von SW unter den Generika.

ABER: Die Kompaktheit bei SW kostet einen PREIS!

Sie geht auf Kosten der Detaillierung.

Wo immer ich MEHR Details haben möchte oder gar MUSS, da rutsche ich aus dem Anwendungsbereich von SW heraus.

Ich hatte neulich im Tanelorn-Chat SW mit Lego verglichen. Wenn mich die "Knubbeligkeit" der fertigen Bausteine nicht stört, dann ist SW sehr schnell in der Lage mir ein für genau diese Art von Spiel-"Knubbeligkeits"-Ansprüchen GENÜGENDE Umsetzung zu geben.

Will ich MEHR Details, will ich KEINE Knubbel, sondern Maßarbeit, dann muß ich ein ANDERES Regelsystem nehmen.

Und dies ist ein FAKT über Savage Worlds, der VON KEINEM SAVAGE bestritten wird!

Nochmal: SW ist NICHT der "Feind" von GURPS.

SW ist jedoch dort in der Lage den interessierten Rollenspielern eine einfache Lösung (mit allen Abstrichen an Detaillierung) zu bieten, bei denen diese mit einem schwergewichtigeren Regelwerk mit einer größeren Fülle an Optionen und einer Komplexität durch schiere Quantität, die es zu bewältigen gilt, aufgeschmissen wären.

Anders ausgedrückt: Will ich ein kleines "Autole" mit Legosteinen bauen, das ein paar Räder hat und rollt, wenn ich es anschubse, dann kann ich NICHT eine Modellauto-Werkstattausrüstung gebrauchen, die für Fernlenk-Automodelle mit getreuem Maßstab und echtem Motor ausgestattet ist. - BEIDES sind Automodelle. Aber wenn ich nur zum schnell mal SPIELEN eines haben will, dann möchte ich nicht ein paar Wochen lang rumtun, bis der Motor getunt ist.

Rollenspieler gehen mit SEHR unterschiedlichen Ansprüchen an Regelsysteme heran.

Bastler unter den Rollenspielern auch.

SW UND GURPS sind BEIDE etwas für Bastler. - Aber für jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzende Bastler!

Es mag sein, daß der Eindruck entsteht, bei Empfehlungen von generischen Systemen an Leute, die auf der Suche nach einer "Engine" sind, um ein eigenes oder ein bereits bestehendes Setting zu bespielen, Savage Worlds oft empfohlen wird. - Öfter jedenfalls als vor Anfang 2009 (als die SW-GE herauskam) und auch öfter als vor 2003 (da SW vor 2003 ja NICHT existierte!).

Das macht schon ein wenig neidisch, kann ich mir vorstellen.

Dieser Thread zeigt ja, daß SW nicht nur eine von vielen Möglichkeiten eines generischen Regelsystems ist, sondern daß SW die SAVAGES hat.

Die SAVAGES sind ein besonderer Schlag Rollenspieler. Es sind die Rollenspieler, die einfach SPASS daran haben auf einfache Art Dinge zu tun, die früher kompliziert waren, und auf nicht ganz so einfache Art Dinge zu tun, die früher UNMÖGLICH waren.

Die BEGEISTERUNG der SAVAGES ist EHRLICH. Sie kennen die Vorzüge wie die Macken von SW und haben sich WEGEN der Vorzüge und TROTZ der Macken für SW als ihr generisches Baustein-Set entschieden.

Und man glaube nur ja nicht, daß diese SAVAGES nicht jede Menge anderer generisches Regelsysteme kennen. - Sie kennen oftmals sogar SEHR VIELE. Mehr als nur "Ein-System-Spieler".

Warum?

Weil sie ganz unbefangen Material ANDERER Rollenspiele einfach für ihre SW-Projekte verwenden!

Ich selbst habe seit SW mehr D20- Bücher und mehr GURPS-Bände gekauft, als ich je vor hatte zu erwerben und als ich je erworben hätte, wenn ich nicht diese so einfach zugängliche "Engine" namens Savage Worlds als Motor für die Produkte meiner Bastellust hätte.

So sind meine Top-3 der GURPS-Quellenbände GURPS Religion, GURPS Humanx und GURPS Old West. Und das ist nur ein BRUCHTEIL der Bände, die in meinem Regal als wirklich tolle Bastel-Referenz-Bibliothek stehen.

Die SAVAGES sind NICHT die "Feinde" der GURPS-Spieler!

SW-Spieler MÖGEN GURPS!

Sie mögen nur die "GURPS Engine" nicht so aber sie SCHÄTZEN die Quellenbände!

Ich habe den Eindruck, SAVAGES mögen GURPS MEHR als die angsterfüllten GURPS-Spieler, die von "Verleumdungen" reden.

GURPS ist, wie ich schon sagte, ein langbewährtes, an manchen Stellen sicherlich auch  "in die Jahre  gekommenes" generisches Regelsytem UND MEHR.  Es wird aber STÄNDIG aktualisiert (jedoch traut sich der Verlag nicht so recht harte Schnitte zu machen, wie dies WotC mit D&D gemacht haben, oder Pinnacle mit dem Abschied von ihrem Deadlands Classic System, welches übrigens auch viel von GURPS übernommen hatte).

SW ist einfach, leicht zugänglich und bekennt sich dazu EIN SPIEL zu sein! Das Basteln mit SW ist schon ein Spiel für sich. Und das Spielen noch mehr. - Realismus ist nicht, was bei SW von Belang ist. Nur die Stimmigkeit für das gewählte Genre (und die sind z.T. SEHR überkandidelt, so daß Realismus nicht einmal als Gedankenwolke vorbeizieht und den Spaßsonnenschein trübt).

GURPS bedient ANDERE Interessen.

Warum also über GURPS Lite versuchen den bereits von anderen (nicht nur SW sondern auch Cortex, BRP, Ubiquity, uam.) gut bedienten Interessensbereich der "Leicht&Locker"-Generika anzugehen?

GURPS hat EIGENE STÄRKEN.

Und wenn GURPS es zu einer genauso AKTIVEN und GEDULDIG jedem Interessierten das System nahebringenden Community bringt, wie die SAVAGES, dann wird eh kein Platz für ANGST mehr sein.

Und wenn GURPS es auch Drittanbietern leicht macht Produkte FÜR GURPS zu entwickeln, dann sieht man auch einfach mal mehr und anders aufgemachte GURPS-Produkte!

Mal dazu: Als die D20-Blase platzte und die D20-Welle lauter kleine Verlage ertränkte oder zu ertränken drohte, da kam SAVAGE WORLDS, eine KOSTENLOSE kommerzielle Lizenz in der Hand, um sich selbst als Retter dieser Verlage anzubieten und so viele interessante Settings in SW-Form am Leben zu erhalten.

Das hätte AUCH GURPS sein können!

An dieser Stelle ist es eine Frage der Verlagspolitik, ob solche wirtschaftlichen Chancen, solche Market Opportunities gesehen und genutzt werden.

Das D6-System, obschon in vielen Bereichen meiner Meinung nach DIE Alternative zu SW, wenn man doch ein wenig mehr Details haben will, aber immer noch eine gewisse Leichtläufigkeit behalten möchte, kam zu spät als offene, frei verwendbare Lizenz. Da war D6, da war die COMMUNITY schon tot.

Die GURPS-Community ist aber noch aktiv. - Nur, wie es scheint, auch DEPRESSIV. - Und das OHNE GRUND!

GURPS ist LEBENDIG.

Was GURPS braucht, sind jedoch weniger griesgrämige Andere-Spiele-Schlechtmacher, sondern BEGEISTERTE GURPS-Fans, die mit Freude und Geduld und wachem Blick für die Vorzüge und Schwächen ihres Lieblingssystems Interessierten Auskunft geben.

Lernt erst einmal EUCH SELBST zu begeistern!

Dann BEGEISTERT Ihr auch ANDERE!

Und dann seht ihr vielleicht, was GURPS und Savage Worlds in Wirklichkeit sind: WAFFENBRÜDER! KAMERADEN!

Shane Hensley, der Entwickler von SW, MAG GURPS - und er hatte ja auch die GURPS Deadlands-Bände als OFFIZIELLE Lizenz vergeben.

Wenn schon die Entwickler, Autoren, Verlagsleiter KEINE solchen Animositäten pflegen, warum sollten dann die Fans welche entwickeln?

GURPS und SW haben DASSELBE ZIEL!

HABT SPASS BEIM SPIELEN!



Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 9.09.2010 | 07:53
 :d @Zornhau, Du hast mir gerade aus der Seele gesprochen. Ich mache den PC an, will so etwas schreiben, wie: "GURPS unterscheidet sich gar nicht so sehr von SW, nur die Detailtiefe ist bisschen anders." Und dann entdecke ich Deinen Beitrag, der mir so was von der Seele spricht. So schön hätte ich es nicht formuliert. Du hast es perfekt erfasst.  :d
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 9.09.2010 | 08:47
Wieso "offenbart"?! Ich hab doch selbst geschrieben, dass ich es nur 2x gespielt habe, also habe ich natürlich nicht viel Praxis - wobei das i.d.R. noch mehr Praxis ist, als viele der GURPS4-Kritiker haben.

Also offenbart dieser Post doch ganz klar deine Mangelnde Spielpraxis, oder?

Trotzdem hat nichts mit "Unkenntnis" zu tun, ich kann lesen und rechnen und die genannten Aspekte sind recht gut begründet.

Da muss ich dir wiedersprechen, du hast keine fundierte Begründung für deine Kritikpunkte gebracht. Und ja, auch Leute die das Lesen und Rechnen beherrschen können durch Unkenntniss glänzen.

Ausserdem ist die grundsätzliche Systemkritik da nix neues und das haben auch schon andere vor mir so geschrieben, ich hab u.a. auch entsprechende Online-Rezensionen gelesen.

Das willst du doch nun nicht wirklich als Begründung für deine Verleumdungen anbringen, oder?

Das haben schon andere Geschrieben: Das ist ja wohl auch für alle Verleumdungen bezüglich GURPS so!

Dann gib mir noch ein bischen Zeit und ich werde dir ein paar Online-Rezensionen suchen in denen GRUPS so richtig auseinander genommen wird.

Würde das dann Verleumdungen von meiner Seite aus rechtfertigen? Reicht es also schon wenn irgendeine Person eine miese Online-Reszension geschrieben hat das man auf dem System rumhacken kann?

Entschuldige, aber so langsam kann ich deine Entrüstung aus dem Startpost nicht mehr nachvollziehen.


Du musst auch nur mal nachrechnen dann siehst Du auch leicht, dass es stimmt, das hat nix mit fehlender Kenntnis zu tun (zumal ich bei den beiden Spielrunden die geschilderten Probleme selbst wahrgenommen habe)

Du machst hier aber den gleiche Fehler wie die sogenannaten GURPS Verleumder. Oh Wunder ein W4 explodiert eher wie ein W8... Das sehe ich auf den ersten Blick da muss ich nicht rechnen ;) Aber welche Auswirkungen hat das im Spiel? Und da ist es immer noch so das man einen gewaltigen Vorteil hat wenn man einen W8 hat gegenüber einem W4. Aber das Konntest du aufgrund deiner Mangelnden Spielpraxis leider nicht wissen (und 1-2 mal Spielen fällt bei mir noch nicht unter Spielpraxis).


Abschließend denke ich das du nicht viel anders bist als die GURPS Verleumder über die du dich so aufregst, du Kritisierst ohne fundierte Kenntnisse und Spielpraxis, nimmst Gerüchte aus Online-Rezensionen und von anderen Foren-Usern für voll und stellst deine Argumente vollkommen undifferenziert da. Doch einen Unterschied sehe ich, dein Ton ist zumindest noch höflich.

Nachtragend möchte ich natürlich noch sagen das ich mich irren kann, ich lese halt nur deine Foren-Posts und kenne dich nicht. Eventuell hast du genug Kenntnisse bezüglich SW und hast über deine Kritikpunkte reflektiert. Und natürlich kann es sein das SW wirklich nicht dein System ist das es für dich eklatante Schwächen hat!

...

Aber könnte das nicht auch bei vielen GUPRS Verleumdern so sein?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 08:49
:d @Zornhau, Du hast mir gerade aus der Seele gesprochen. Ich mache den PC an, will so etwas schreiben, wie: "GURPS unterscheidet sich gar nicht so sehr von SW, nur die Detailtiefe ist bisschen anders." Und dann entdecke ich Deinen Beitrag, der mir so was von der Seele spricht. So schön hätte ich es nicht formuliert. Du hast es perfekt erfasst.  :d

Stimmt. Wenn auch vielleicht ein bisschen lang, aber manchmal sind viele Worte ja besser, damit was einsickert.  ;)

Allerdings: Das Thema des Threads sind ja nun mal tatsächlich häufig kolportierte Behauptungen über GURPS, die schlicht


falsch


sind. Sie wurden auch hier von manchen in den Thread gekippt, ohne sie begründen zu können. Dass sie falsch sind und warum, das ist hier das Thema. Vergleiche mit anderen schönen Systemen, die ihre eigenen Stärken und Schwächen haben, sind da eigentlich fehl am Platz. (Finde ich. Bin ja nicht der Threadersteller.)

GURPS ist weder besonders kompliziert, noch besonders viel Rechnerei. Es bietet einfach optional viele Details, die man vielleicht haben will und deswegen verwenden kann, aber nicht muss.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 08:52
Hinter Verleumdung steckt ja auch eine Absicht und das bewusste Verbreiten von Falschinformation.
Ein etwas hartes Wort.

btw. THS würde ich nicht Savagen wollen. Da finde ich die GURPS-Templates zu praktisch. Allenfalls Tristat wäre noch ein Konkurrent, wenn es um eine sim-Umsetzung geht.
(Obwohl ich wahrs. einfach den Baukasten nehmen würde, in dem ich am fittesten bin und auf den Sim-Teil verzichten würde. ;) )
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 9.09.2010 | 08:53
Allerdings: Das Thema des Threads sind ja nun mal tatsächlich häufig kolportierte Behauptungen über GURPS, die schlicht falsch sind


falsch

Das eigendliche Thema ist die Frage "Warum diese Verleumdungen vorgebracht werden" (siehe bitte nochmal den Eingangspost) und nicht ob diese falsch oder richtig sind!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Vash the stampede am 9.09.2010 | 08:54
btw. THS würde ich nicht Savagen wollen. Da finde ich die GURPS-Templates zu praktisch. Allenfalls Tristat wäre noch ein Konkurrent, wenn es um eine sim-Umsetzung geht.
(Obwohl ich wahrs. einfach den Baukasten nehmen würde, in dem ich am fittesten bin und auf den Sim-Teil verzichten würde. ;) )

Kein Diaspora-THS? ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 08:56

falsch

Das eigendliche Thema ist die Frage "Warum diese Verleumdungen vorgebracht werden" (siehe bitte nochmal den Eingangspost) und nicht ob diese falsch oder richtig sind!


In "Verleumdung" ist ja "falsch" schon enthalten:

Zitat von: http://de.wikipedia.org/wiki/Verleumdung
"Verleumdung bedeutet in Deutschland und der Schweiz, dass jemand über eine Person ehrverletzende Behauptungen aufstellt, obwohl er weiß, dass sie unwahr sind."

;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ErikErikson am 9.09.2010 | 08:58
Ich verleumde Gurps eigentlich nur, damit ich mich nachher an der Pein der Fanboys weiden kann.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 08:58
Na, das ist doch mal ne Antwort. Thread kann geschlossen werden. :D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 09:00
Kein Diaspora-THS? ;)
(Obwohl ich wahrs. einfach den Baukasten nehmen würde, in dem ich am fittesten bin und auf den Sim-Teil verzichten würde. ;) )
;)

oder genauer: Für ein Descent, Iwars, Mechwarrior, Iain Banks beeinflusstes Spiel GURPS und für ein Lem, OA, orientiertes Spiel Diaspora und für den Reynoldstwist einen guten Schuss SBA (und nochmal einen hinterher. Gibt es zu viel Wein in der Soße? Wenn man selbst kocht nicht.)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 09:10
Wenn man Wert auf Storytelling legt und einem Sim nicht wichtig ist, ist man mit FATE ja auch besser bedient, dafür ist das System schließlich da. Im Gegensatz zu GURPS, das ist für Sim da und kann dafür kein Storytelling.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 09:19
GURPS ist weder besonders kompliziert, noch besonders viel Rechnerei.
Es ist komplizierter und fordert mehr Rechnerei als z.B. die oWoD.
Man muss Zahlen addieren, und ab und zu gar multiplizieren (und vielleicht auch noch dividieren) und bei der Char Erschaffung auch ggf. noch Prozent Rechnung nutzen. Das ist schlicht während des Spiels eine Grundrechenart mehr.

Zu behaupten GURPS sei nicht kompliziert wäre so als würde man behaupten das es bei der oWoD, DSA und ggf. noch SR einen total kompakten und übersichtlichen Metaplot gibt.

Das wäre dann keine Verleumdung sondern Betrug.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 09:23
Es ist komplizierter und fordert mehr Rechnerei als z.B. die oWoD.
Man muss Zahlen addieren, und ab und zu gar multiplizieren (und vielleicht auch noch dividieren) und bei der Char Erschaffung auch ggf. noch Prozent Rechnung nutzen. Das ist schlicht während des Spiels eine Grundrechenart mehr.
[...]

Das hatten wir doch schon? Die OWoD zum Beispiel verlangt, dass ich sogar eine komplett neue Arithmetik lerne, nämlich das so genannte "Erfolge zählen". Das ist sogar noch schlimmer als eine Grundrechenart.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 09:35
Das hatten wir doch schon? Die OWoD zum Beispiel verlangt, dass ich sogar eine komplett neue Arithmetik lerne, nämlich das so genannte "Erfolge zählen". Das ist sogar noch schlimmer als eine Grundrechenart.
Uhm, nein? Also das Zählen von Dingen anhand eines Kriterium hatte ich noch vor der Schule und den Grundrechenarten gelernt..
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 09:38
Wenn man Wert auf Storytelling legt und einem Sim nicht wichtig ist, ist man mit FATE ja auch besser bedient, dafür ist das System schließlich da. Im Gegensatz zu GURPS, das ist für Sim da und kann dafür kein Storytelling.
Für die GURPS-Fraktion:
Fate kann kein SIm!!!eins11

Und damit sollte das Thema Fate hier durch sein und ich meine Rolle als Fatefanboy erfüllt haben, oder?
;D

P.S.
Hört auf mich zu triggern! grrrr

P.P.S.
oWoD ist einfacher als Gurps.
Alleine die Unterteilung bei der CHargen in Attributspunkte, Fertigkeitspunkte und Hintergrundpunkte und Freebes erleichtert den Charakterbau ungemein. Natürlich "schränkt" das auch ein, aber es hilft auch mit der Balance. (Die wird in der oWoD an anderer Stelle komplett vernichtet. Ich sage nur Potence 3 vs. Auspex 3  vs. Celerity 3 vs. Obfuscate 3 vs. Dominate 3 vs...).
GURPS stellt an sich den Anspruch, jedes Spielwelt (mit Gurps-Geschmack) emulieren zu können. Die oWoD-Regeln funktionieren selbst in ihren spezialisierten Rahmen nicht flüssig, was allerdings an den konkreten Umsetzungen liegt (Mage? Tolle Welt miserable Regelumsetzung.). GURPS will alles gleichzeitig erreichen und stößt auf Schwierigkeiten. Natürlich, wäre es einfach, hätten die Jungs von WW nicht so oft komisches Zeug  produziert (Werwolf? Thema verfehlt, V:tM ?Thema verfehlt...).
Alleine die Art Schwierigkeiten festzulegen ist bei Gurps gewöhnungsbedürftig. Man vergibt Mali, so dass die zugehörigen KOmpetenzniveaus sich bei 13-14 einpendeln. Man hat also eine Glockenkurve und Fertigkeitswerte und verschiebt diese gegeneinander. Das ist etwas komplizierter als die Schwierigkeit vs. Erfolgsgrad-Geschichte, die aber auch nicht so einfach ist.
Was an GURPS gut ist, ist nicht die Grundidee, sondern die REcherche und die Anpassungsarbeit in den Ergänzungswerken. GURPS ist ein Zeichen dafür, was man mit hervorragender Arbeit aus einem mittelmäßigen Ansatz zaubern kann.
GURPS hat seinen Platz und es hat ihn sich hart erarbeitet. Allerdings braucht man nicht aus Werbegründen Dinge zu behaupten, die nicht stimmen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 09:38
Uhm, nein? Also das Zählen von Dingen anhand eines Kriterium hatte ich noch vor der Schule und den Grundrechenarten gelernt..

Das Kriterium ist in dem Fall aber eine numerische Vergleichsoperation, und die hast Du auch erst in der Schule gelernt. Das Ganze dann so als Prozedur innerlich abzuspeichern, dass das einigermaßen fix geht, ist definitiv Lernaufwand. ;)

Aber insgesamt ist es natürlich egal, welchen Teil von Dingen, die wir in der Grundschule (!) gelernt haben, man für ein Rollenspiel braucht, einfach bleiben sie alle.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 09:41
@Punkte: mit IQ auf 13 ist man bereits auf 60CP, dann DX auf 11 und die restlichen auf 10 lassen, dann hat man schon 80 von 125 CP nur für Attribute verbraten (und die sind nicht besonders hoch). Besonders viele Punkte für Skills etc. bleiben da nicht übrig. Wenn man die Anzahl der Skills bedenkt, dann ist das nicht sehr viel (besonders wenn man ein paar exotischere Skills mit rein nehmen will). Die IQ 13 (für die man endlos viele Punkte rausgeschmissen hat)...

Hast du schon mal über Talente nachgedacht?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 09:52
Und wenn GURPS es auch Drittanbietern leicht macht Produkte FÜR GURPS zu entwickeln, dann sieht man auch einfach mal mehr und anders aufgemachte GURPS-Produkte!

Das sehe ich auch so.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: MadMalik am 9.09.2010 | 10:08
Ich verleumde Gurps eigentlich nur, damit ich mich nachher an der Pein der Fanboys weiden kann.

Versuch's doch. Ich als echter GURPS Fanboy habe keinerlei Gefühle für Freude, Leid oder Scham.  :gasmaskerly:
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 10:16
Versuch's doch. Ich als echter GURPS Fanboy habe keinerlei Gefühle für Freude, Leid oder Scham.  :gasmaskerly:
Das liegt am subtilen Einfluss DES SYSTEMS. In Wahrheit ist nämlich GURPS ein aufgrund mangelnder Nachfrage längst gescheitertes Vehikel der Technokratie, das Menschen in seelenlose Befehlsempfänger verwandelt. Das Ziel war, die TOTALE Quantifizierung aller Lebensbereiche voranzutreiben. Geplant waren nämlich als zukünftige Sourcebooks Erweiterungen auf alle Lebensbereiche, beispielsweise GURPS Kitchen mit einer langen Werteliste aller Küchenartikel und Topfgrößen, GURPS Garden mit Tips für Aufzucht, Pflege und Ernte von Nutz- und Zierpflanzen sowie für junge Eltern GURPS Education mit quantifizierten Informationen über den Nachwuchs inklusive Rastern aller U-Untersuchungen, Vermessungsregeln für den Tag/Nacht-Rhythmus der Kinder sowie Bauanleitungen und Spielwerte für Teddybären.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 10:18
Wenn ich mir angucke wieviel SCHROTT über die OGL rausgekommen ist, kann ich aber auch verstehen warum Evilstevie da kein Interesse dran zu haben scheint. Den Ruf mit den guten Quellenbüchern haben sie sich durch ihre akribische Qualitätskontrolle erarbeitet, und was den Regelteil angeht ist diese auch auf 3rd Party Produkte ausgedehnt. Diesen Ruf würden sie mit einer offenen Lizenz riskieren.
Zitat
Das liegt am subtilen Einfluss DES SYSTEMS. In Wahrheit ist nämlich GURPS ein aufgrund mangelnder Nachfrage längst gescheitertes Vehikel der Technokratie...
Das offenbart die völlige Unkenntnis der Materie, es fehlen ja die geplaneten Veröffentlichungen wie Cabarett Chicks on Ice, das sich minutiös mit Eis Revuen auseinandersetzt und natürlich die PDF Reihe Bonnets Through Times über die Rolle dieser Kulturhistorisch immens wichtigen Kopfbedeckung beschäftigt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 10:39
Das Kriterium ist in dem Fall aber eine numerische Vergleichsoperation, und die hast Du auch erst in der Schule gelernt.
Nein. Das Zaehlen von Dingen, auch nach Kritieren, war Teil der vorschulischen Ausbildung.
Ob nun rote Autos, gruene Krokodile im Kasperltheater oder was man sonst noch so zaehlen kann.

Es gibt ja sogar bei der Sesamstrasse einen Graf Zahl.
Der bezeichnender Weise nichts macht als Sachen zu zaehlen.

Zitat
Aber insgesamt ist es natürlich egal, welchen Teil von Dingen, die wir in der Grundschule (!) gelernt haben, man für ein Rollenspiel braucht, einfach bleiben sie alle.
Es ist schlichtweg mathematischer groebster Unfug zu behaupten das Zaehlen befaende sich auf dem selben Level wie das Addieren, Substrahieren und das auf dem selben Level wie die Multiplikation oder gar Division oder dann gar die Prozent Rechnung.

Die Funktionen nehmen dahingehend an Anspruch zu.
Das heisst du kriegst einem Rechner einfacher eine Schaltung bei gebracht die nach einem Kriterium zaehlt, als eine die addiert bzw. substrahiert. Nun und zumindest die alten Rechner multiplizieren dann auch nicht wirklich [sondern loesen es ueber entsprechende Additions Operationen].

Es ist nun mal ein bloody fact das multiplizieren komplexer ist als addieren und addieren komplexer als zaehlen..
Egal wann man das ganze gelernt hat oder fuer wie einfach Du das haelst.


Insofern ist die Behauptung das GURPS kompliziert ist, bzw. komplizierter als andere Systeme [bei denen man eher nur zaehlt], faktisch schlicht weg richtig.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 10:49
Nein. Das Zaehlen von Dingen, auch nach Kritieren, war Teil der vorschulischen Ausbildung.

Hm, Du hast mich missverstanden. Das Kriterium "Zahl gleich oder größer als X" zu verstehen und anzuwenden ist etwas, was die allermeisten von uns erst in der Schule zu verstehen und zu bewerten gelernt haben.

Zitat
Es ist schlichtweg mathematischer groebster Unfug zu behaupten das Zaehlen befaende sich auf dem selben Level wie das Addieren, Substrahieren und das auf dem selben Level wie die Multiplikation oder gar Division oder dann gar die Prozent Rechnung.

Sage ich ja auch nicht. Ich sage: Die Vergleichsoperation, die man ausführen muss, um überhaupt zu wissen, ob man einen "Erfolg" hat, den man zählen kann, ist ähnlich komplex wie addieren, subtrahieren, dividieren oder multiplizieren, besonders, weil man diese Vergleichsoperation so erst mal verinnerlichen muss, während man die Grundrechenarten im Raum 1 bis 20 üblicherweise schon drauf hat.

Aber vor allem bin ich der Meinung, dass, selbst wenn man Deine Auffassung teilt, die Unterschiede zwischen der Komplexität der Systeme nicht ins Gewicht fallen - eben weil das alles Grundschullehrstoff (!) ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 11:06
Aber vor allem bin ich der Meinung, dass, selbst wenn man Deine Auffassung teilt, die Unterschiede zwischen der Komplexität der Systeme nicht ins Gewicht fallen - eben weil das alles Grundschullehrstoff (!) ist.
Das ist aber irrelevant für die Beurteilung des Aufwands. Das übersiehst (nicht nur) Du im Falle von GURPS. Die Ballung von Grundrechenoperationen, wie sie bei GURPS vorkommt, ist zwar Grundschullehrstoff, übersteigt aber einen Grad von Aufwand, den einige Leute zu investieren bereit sind. Das nennen sie dann halt etwas unscharf "komplex" und prallen damit an Deinem Unverständnis ab. Nun klarer?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 11:13
Das Kriterium "Zahl gleich oder größer als X" zu verstehen und anzuwenden ist etwas, was die allermeisten von uns erst in der Schule zu verstehen und zu bewerten gelernt haben.
Ob eine Zahl groesser oder kleiner ist lernt man beim Zaehlen. Weil die Zahlen dort geordnet sind.

Zitat
Ich sage: Die Vergleichsoperation, die man ausführen muss, um überhaupt zu wissen, ob man einen "Erfolg" hat, den man zählen kann, ist ähnlich komplex wie addieren, subtrahieren, dividieren oder multiplizieren
Nein, ist es nicht.
Weder von der Verstandsleistung und erst recht nicht auf der Rechner Ebene. Man muss naemlich nicht wissen ob 6 um 1 oder 2 groesser ist als 7 sondern nur ob das Potential groesser, gleichgross oder kleiner ist.

Wenn du einen Rechner auf Register Ebene designst bzw. "programmierst" kriegst du das Ding *sehr* viel schneller zum zaehlen, auch anhand von schwell werten, als zum Addieren oder Substrahieren.
Rechner koennen auf Register Ebene nicht [einfach] multiplizieren oder dividieren.

Zitat
Aber vor allem bin ich der Meinung, dass, selbst wenn man Deine Auffassung teilt, die Unterschiede zwischen der Komplexität der Systeme nicht ins Gewicht fallen - eben weil das alles Grundschullehrstoff (!) ist.
Natuerlich fallen sie in's Gewicht.
Einerseits _sind_ sie Komplexer.
Andererseits _sind_ sie entsprechend schwieriger anzuwenden.
Dazu braucht man im normalen Leben Multiplikation und Division viel seltener als den Rest.

In sofern entgegen deines persoenliches empfinden des Schwierigkeitsgrad und des Umfang der Komplexitaet ist GURPS komplexer als einige andere Systeme.
Wenn jemand sagt GURPS ist komplex oder wenn jemand sagt GURPS ist komplex als <System mit weniger fordernden Rechenoptionen> ist das Keine Verleumdung.

Es ist imho eher ein absichtlicher Betrug an dem Spieler wenn man entgegen der Fakten behauptet es sei keine hoehere Komplexitaet geben oder gar anfaengt solche Nebelkanonen aufzubauen in dem man wider besseren mathematischen Wissen unterstellt das es keinen Unterschied in der Komplexitaet der Grundrechenarten gibt weil sie angeblich aufgrund der Grundschule gleichwertig seien.
Weil in der Grundschule lernt man eigentlich auch das es sich gerade bei Multiplikation (als auch bei Division iirc) um eine erweiterte Anwendung der Grundformen der Addition und Substraktion handelt. 
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 11:49
[...] Ballung von Grundrechenoperationen [...]

Wo genau?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 11:50
[...]
Es ist imho eher ein absichtlicher Betrug an dem Spieler wenn man entgegen der Fakten behauptet es sei keine hoehere Komplexitaet geben oder gar anfaengt solche Nebelkanonen aufzubauen[...]

Na gut, ich reformuliere: Die Leute, die ich kenne, nehmen keine höhere Komplexität wahr.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 12:01
Wo genau?
Wahrscheinlich in dem alltäglichen Fall, das man mehrere Treffer einer Waffe mit Armordivisor gegen ein gepanzertes Ziel mit Hardening auf spezielle Hitloactions auswerten muss, am besten noch mit einem Follow-Up Effekt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 12:14
Wahrscheinlich in dem alltäglichen Fall, das man mehrere Treffer einer Waffe mit Armordivisor gegen ein gepanzertes Ziel mit Hardening auf spezielle Hitloactions auswerten muss, am besten noch mit einem Follow-Up Effekt.


Hach, schönstes Denglisch  ;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 12:19
OK ich hätte anstatt Hitlocations noch Trefferzonen schreiben können, aber für die anderen Regelbegriffe kenne ich keine deutschen Bezeichnungen
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 12:20
Wahrscheinlich in dem alltäglichen Fall, das man mehrere Treffer einer Waffe mit Armordivisor gegen ein gepanzertes Ziel mit Hardening auf spezielle Hitloactions auswerten muss, am besten noch mit einem Follow-Up Effekt.

Da verwendet man dann aber schon eine Reihe von Detailregeln. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 12:27
OK ich hätte anstatt Hitlocations noch Trefferzonen schreiben können, aber für die anderen Regelbegriffe kenne ich keine deutschen Bezeichnungen

Ne, hast ja recht... Hört sich fast immer so an, wenn ein englisches Spiel gespielt wird, aber es stach halt gerade so ins Auge  ;)

EDIT: aber das bringt mich auf eine Idee...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: WitzeClown am 9.09.2010 | 12:30
Das Gegenbeispiel scheint mir hier Savage Worlds zu sein, dass wirklich ein exzellentes Marketing hat, obwohl es zugleich wesentlich mehr Schein als Sein ist, also einfach behauptet besonders schnell und spaßig zu sein ohne das es dafür einen besonderen Grund gibt (es ist ja nicht so schlecht, aber systemtechnisch auch nicht gerade gut) - trotzdem glauben sehr viele an die plakativen Sprüche.

Okay.
Und GURPS ist im Gegensatz dazu "systemtechnisch gut"?

*verwirrtist*
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 12:33
Es ist ein System, das die ihm gestellte Aufgabe, also die Simulation, ganz gut erfüllt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 9.09.2010 | 12:39
Und SW erfüllt die gestellte Aufgabe, FFF zu sein, auch ganz gut.

Deswegen habe ich ein Problem, dort ein Problem zu sehen.  ~;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 13:03
Da verwendet man dann aber schon eine Reihe von Detailregeln. ;)
Und inwiefern widerspricht das "der Ballung von Grundrechenoperationen"? Siehste. Ich will hier ja wirklich niemandem an den Karren pinkeln und GURPS ist bestimmt ein ganz tolles System und bedient Simulationsfreunde ganz phantastisch. Aber es kann doch wohl kaum wegdiskutiert werden, dass GURPS in Relation zu jüngeren/moderneren Systemen eine größere Komplexität aufweist.

Das ist dann auch keine "üble, sachlich unberechtigte Anfeindungen und Verleumdung", sondern eine aus meiner Sicht eine durchaus berechtigte Schlussfolgerung. Ihr findet GURPS toll. Hervorragend. Aber eierlegende Wollmilchsäue gibts auch im Rollenspiel nicht und selbstredend weist GURPS bei allen Stärken auch ein paar Schwächen auf. Man kann sich da mit genügend Routine reinspielen, aber die Hürden existieren und müssen genommen werden. Das ist anderswo doch genauso. Bei Savage Worlds tauchen doch auch zu Anfang andauernd Regelfragen auf. Und bei FATE isses zu Beginn nun mal schwierig, Aspekte zu finden, die sich in beiden Richtungen gut nutzen lassen. Und bei Rolemaster muss man sich nun mal in all den Tabellen orientieren lernen. Und wenn man bei HERO Probleme mit dem Kopfrechnen hat, dann ist es nun mal keine Wonne, den Schaden von 14W6 auszurechnen, wenn der Rest der Runde mit den Hufen scharrt. So ist die Welt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 13:04
Und inwiefern widerspricht das "der Ballung von Grundrechenoperationen"?
[...]

Insofern, als diese "Ballung" nur dann auftritt, wenn man das System daraufhin anpasst.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: WitzeClown am 9.09.2010 | 13:10
Und SW erfüllt die gestellte Aufgabe, FFF zu sein, auch ganz gut.

Deswegen habe ich ein Problem, dort ein Problem zu sehen.  ~;D

Geht mir genauso.
Aber vielleicht sagt Oldsam da nochmal etwas zu.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 13:33
Zitat
Und inwiefern widerspricht das "der Ballung von Grundrechenoperationen"?
Insofern, dass ich absichtlich ein Beispiel gewählt habe, was eine maximale Komplexität aufweist, jeder, der das System zumindest mal gelesen, hat wird feststellen, dass man diesen Grad an Komplexität absichtlich herbeiführen muss. In meiner bisherigen Spielerfahrung ist das von mir beschriebene noch nie aufgetreten.
Der Normalfall ist, dass man 3W6 addiert und mit nem Zielwert vergleicht, und dann in Kampfsituationen nochmal den Schaden auswürfelt. GURPS ist nicht besonders kompliziert, man kann es aber sehr kompliziert machen wenn man das möchte, dann darf man sich aber auch nicht beschweren, wenn man etwas mehr Rechenaufwand hat.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 13:49
@Daruis
Spar es Dir.
Wenn Du was von GURPS willst, nimm die Quellenbände.
Finger weg vom Regelsystem!

Sollte der Schreiberling des Potter-GURPS-Dingens da echt was drin haben, was man für andere Systeme verwenden kann: Nimms mit.
Den Rest lass liegen!

Wenn Du magst setze ich Dir gerne auseinander warum.
Aber in aller Kürze:
[/spoiler-spoilertag von mir unschädlich gemacht]Ich würde das GURPS System genau so liegen lassen wie einen Typen der meine Familie umgebracht hat, nachdem er von einem LKW-Überrollt wurde.
IMHO: Finger weg von GURPS![/spoiler]
...

Zu was anderem:
Ich bin sicher WoD ist auch furchtbar kompliziert, wenn man es mit 1w6-Freunde  vergleicht...

Zornhau hat mit seinem Post ja völlig recht. Und das die "Paranoia" durch die Antworten nur verstärkt wird, beweist doch nur, dass die Paranoia nicht vom klaren blauen Himmel verursacht wurde.

Versuchen wir es so: Der Regelkern von GURPS ist nicht sonderlich kompliziert. Wer gegen diese Aussage Einspruch erhebt, LÜGT.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 14:00
Zornhau hat mit seinem Post ja völlig recht. Und das die "Paranoia" durch die Antworten nur verstärkt wird, beweist doch nur, dass die Paranoia nicht vom klaren blauen Himmel verursacht wurde.
Eigentlich nicht.
Ich mein nur wer sich wer auf dem Boden wirft und anfaengt zu jammern als waere ihm ein Koerperteil abgerissen worden heisst das nicht das es nicht auch eine Schwalbe gewesen sein kann.

Und im Gegensatz zur (o)WoD habe ich zu GURPS hier im Forum noch keine Anfeindungen gegen Spieler gesehen oder anhaltendes "da gegentreten" bemerkt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 14:03
Versuchen wir es so: Der Regelkern von GURPS ist nicht sonderlich kompliziert. Wer gegen diese Aussage Einspruch erhebt, LÜGT.
Na klar. Ich kenne aber kein einziges System, dessen Regelkern kompliziert ist. Selbst bei Rolemaster ist der Regelkern nicht sonderlich kompliziert. Insofern ergibt so eine Aussage aus meiner Sicht wenig Sinn.

Was für eine Paranoia meint Ihr ansonsten eigentlich? Ich kenne das nur als Wahnvorstellung und ja, tatsächlich, als solche erscheinen mir Teile dieser Diskussion. Ihr könnt meinetwegen gerne aus GURPS ein luftig-leicht-lockderes Regelsystem machen und auf Wolkenschlössern Trampolin springen, wenns Euch Spaß macht!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ErikErikson am 9.09.2010 | 14:05
Rolemaster ist ja auch kein kompliziertes System. Wie kommst du auf sowas? Les dir doch mal den Thread dazu durch.  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 14:06
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Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 14:07
Eigentlich nicht.
Ich mein nur wer sich wer auf dem Boden wirft und anfaengt zu jammern als waere ihm ein Koerperteil abgerissen worden heisst das nicht das es nicht auch eine Schwalbe gewesen sein kann.

Und im Gegensatz zur (o)WoD habe ich zu GURPS hier im Forum noch keine Anfeindungen gegen Spieler gesehen oder anhaltendes "da gegentreten" bemerkt.

Tja. Und ich nehme keine Anfeindungen gegen WoD wahr. Was bringt uns das jetzt? Wenn dich GURPS weder im guten noch im schlechten juckt, warum postet du dann hier rein?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 14:09
Guter Hinweis, Erik, genau. Ich habe ja gar nichts gegen komplizierte Systeme, siehe meine Affinität zu Rolemaster. Aber andererseits ist es doch ein wenig blauäugig, einen Wal krampfhaft als Schmetterling verkaufen zu wollen.

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Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 14:18
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Und ich nehme keine Anfeindungen gegen WoD wahr.
Ich koennte nu die Arme hochreissen, in die Storyteller Ecke laufen und einen Thread auf machen "Woher kommen eigentlich  die ganzen [V:tM] Verleumdungen?", mit lauter kleinen Beispielen und vielleicht noch 'nem Chat Log vom Montag, allerdings liegt mir das nicht.

Zitat
Wenn dich GURPS weder im guten noch im schlechten juckt, warum postet du dann hier rein?
Weil dort Vampire die Maskerade erwaehnt wurde:
http://tanelorn.net/index.php/topic,60795.msg1191485.html#msg1191485
Und wegen des Verweis auf Storyteller Systeme hier:
http://tanelorn.net/index.php/topic,60795.msg1191943.html#msg1191943

Ausserdem war ich neugierig weil ein Spieler meiner Gruppe neben her GURPS Weird Wars spielt. Trotz respektive gerade wegen der "Luege" das es komplex sei.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 14:22
Zitat
Was für eine Paranoia meint Ihr ansonsten eigentlich? Ich kenne das nur als Wahnvorstellung und ja, tatsächlich, als solche erscheinen mir Teile dieser Diskussion.
Es geht darum, das man anscheinend jedes mal wenn man es wagt jemandem GURPS zu empfehlen so etwas als Antwort erhält:
Zitat
Ich würde das GURPS System genau so liegen lassen wie einen Typen der meine Familie umgebracht hat, nachdem er von einem LKW-Überrollt wurde.
IMHO: Finger weg von GURPS!

Und wenn es überhaupt begründet wird, dann meist mit aufgeschnappten Vorurteilen oder Begründungen, die auf veralteten Informationen beruhen. Die D&Dler würde sich ja zb. auch blöd vorkommen, wenn ich D&D4 Vorwerfe das der TAHC0 eine echt blöde Idee ist und gute Rüstung mit möglichst kleinen Zahlen zu belegen auch nicht der Höhenflug der intuitiven Regel ist.
Der wesentliche Unterschied ist, bei D&D ist recht allgemein bekannt, dass es Teils größere Veränderungen gegeben hat, das sich bei GURPS 4 etwas gegenüber GURPS 3 geändert haben könnte scheinen einige aber irgendwie für völlig unmöglich zu halten.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 14:23
Der Regelkern von GURPS ist nicht sonderlich kompliziert.

Es gibt einen Unterschied zwischen kompliziert und komplex und das "nicht sonderlich" trägt ebenfalls zur Bedeutung des Satzes bei, genauso wie die Beschränkung auf den Regelkern. Man kann GURPS verkomplizieren und sehr komplexe Regeln nutzen. Man KANN.

Und was die oWoD anbelangt, hast du nur olle Kammellen erzählt bekommen.

ansonsten das was Woodman schreibt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 9.09.2010 | 14:33
Es gibt einen Unterschied zwischen kompliziert und komplex und das "nicht sonderlich" trägt ebenfalls zur Bedeutung des Satzes bei, genauso wie die Beschränkung auf den Regelkern.
Das "nicht sonderlich" ist eine Geschmackssache, und nach der Schilderung hier hinsichtlich des Regelkern nunmal so das der Regelkern komplexer ist als andere Regel(kerne).

Zitat
Und was die oWoD anbelangt, hast du nur olle Kammellen erzählt bekommen.
Ahjo, die bekommt man aber fast woechentlich in der ein oder anderen Form, seit Jahren.
Nun und es waren olle Kamellen gemisch OMFG wie kann man das nur spielen und anderen kombiniert..

Wobei ich es immernoch sinnlos finde sich groesser drueber aufzuregen, nu und da finde ich es noch sinnloser sich ueber ziemlich fiktive Verleumdungen aufzuregen. Zumal ja nu nicht erst seit letzter Seite im Raum steht wo die ganze Aufregung denn her kommt.
Plus dann kommt noch hinzu das waehrend man sich gerade drueber aufregt das eventuell ueber das eigene System abgeledert wird oder wurde man selbst ueber andere abledert (wie SW)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ErikErikson am 9.09.2010 | 14:35
Ich wusste bis jetzt gar nicht, das es überhaupt eine 4. Edition gibt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Laivindil am 9.09.2010 | 14:37
Eins vorweg: ich habe GURPS jahrelang gespielt. Und ich habe es geleitet. NICHT jahrelang.
Man kann GURPS verkomplizieren und sehr komplexe Regeln nutzen. Man KANN.
Mein Eindruck ist, dass man GURPS erst in seiner Komplexität verstanden haben sollte/muss, bevor man in der Lage ist, es so zu vereinfachen, dass es passt.
Mein derzeit bevorzuges System fängt erst einmal einfach an und stellt sich zwischendurch als komplexer als gedacht heraus. Mir ist das lieber.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 14:38
Es geht darum, das man anscheinend jedes mal wenn man es wagt jemandem GURPS zu empfehlen so etwas als Antwort erhält:
Zitat
Ich würde das GURPS System genau so liegen lassen wie einen Typen der meine Familie umgebracht hat, nachdem er von einem LKW-Überrollt wurde.
IMHO: Finger weg von GURPS!

Und wenn es überhaupt begründet wird, dann meist mit aufgeschnappten Vorurteilen oder Begründungen, die auf veralteten Informationen beruhen. Die D&Dler würde sich ja zb. auch blöd vorkommen, wenn ich D&D4 Vorwerfe das der TAHC0 eine echt blöde Idee ist und gute Rüstung mit möglichst kleinen Zahlen zu belegen auch nicht der Höhenflug der intuitiven Regel ist.
Der wesentliche Unterschied ist, bei D&D ist recht allgemein bekannt, dass es Teils größere Veränderungen gegeben hat, das sich bei GURPS 4 etwas gegenüber GURPS 3 geändert haben könnte scheinen einige aber irgendwie für völlig unmöglich zu halten.

Teylen, lies dir einfach mal Woodmans Post durch.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 14:49
Mein Eindruck ist, dass man GURPS erst in seiner Komplexität verstanden haben sollte/muss, bevor man in der Lage ist, es so zu vereinfachen, dass es passt.

Ich glaube, das kann ich so unterschreiben. Das war es u.a. auch, was ich mit fehlenden Beispielen meinte. Besonders krass war das bei der 3e. Die 4e ist deutlich aufgeräumter und übersichtlicher. Eigentlich wurde GURPS erst mit der 4e so richtig interessant für mich. Und erst seit kurzem gibt es Serien (Action!, Dungeon Fantasy), die auch mal ordentlich vormachen, wie sowas (Vereinfachung, Selektion) funktioniert.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 9.09.2010 | 15:11
Versuchen wir es so: Der Regelkern von GURPS ist nicht sonderlich kompliziert. Wer gegen diese Aussage Einspruch erhebt, LÜGT.

Da sowohl sonderlich als auch kompliziert rein subjektive und dazu auch noch recht schwammige Begriffe sind kann ich ohne Probleme gegen deine Aussage Einspruch erheben ohne zu Lügen!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 15:13
Da sowohl sonderlich als auch kompliziert rein subjektive und dazu auch noch recht schwammige Begriffe sind kann ich ohne Probleme gegen deine Aussage Einspruch erheben ohne zu Lügen!

Aber du könntest die subjektiven Begriffe auch so interpretieren dass du nicht lügen/Einspruch erheben MUSST, oder?

edit: ich meine, es gibt hier die Prämisse, dass man wohlwollend lesen sollte. Da muss man doch nicht immer GEGENeinander reden, oder?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 9.09.2010 | 15:29
Nein natürlich nicht, aber diese Diskussion ist doch ziemlich über. Ich meine die eigentliche Frage welche von oldsam gestellt worden ist war doch: Warum jemand solche Verleumdungen schreibt.

Da gibt es doch nun nur zwei Sachen zu zu sagen.

1) Manchmal sind es gar keine Verleumdungen, sondern Tatsachen welche oldsam (oder anderen GURPSlern) einfach nicht in den Kram passen (oder welche sie halt nicht als negativ anssehen). Wobei man hier natürlich auch bedenken muss das es in solchen Diskussionen immer um subjektieve Bewertungen geht.

2) Es sind Verleumdungen und dann gibt es so mannigfaltige Gründe das man sie nicht komplett aufzählen kann (Mißverständnisse, veraltete Kenntnisse, Spaß am baschen, Verteidigung des eigenen Systems, etc, pp.)


Mehr gibt es dazu glaube ich nicht zu sagen!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Visionär am 9.09.2010 | 15:40
Ich sag euch vorher es kommt: Jede Verleumdung ist auf Witzeclown und Face of Freedom zurückzuführen. Die sind es, die sie dann auf die Welt loslassen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 15:44
Ich sag euch vorher es kommt: Jede Verleumdung ist auf Witzeclown und Face of Freedom zurückzuführen. Die sind es, die sie dann auf die Welt loslassen.
Nein, du bist keine Ursache. Du kannst nur Öl ins Feuer giessen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Visionär am 9.09.2010 | 15:51
Nein, du bist keine Ursache. Du kannst nur Öl ins Feuer giessen.
???

Nicht lustig aber latent aggressiv.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 15:53
???

Nicht lustig aber latent aggressiv.
Nur latent?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 15:53
Also sonderlich latent kommt mir das nicht vor. Aber der Thread wandelt ja ohnehin konstant an der Grenze zum Überschwappen - wobei mir der Grund dafür vollkommen schleierhaft ist.

sir_paul hat das schon ganz korrekt zusammengefasst.

EDIT: Der Zwischenpost war zu schnell für einen alten Mann. Ich seh da nur noch Callistos Kondensstreifen. Also: Veraltet-obsoletes durchgestrichen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 15:55
Spaß am bashen: Check (aber ich bin da in der Regel Gutmütig... wenn es nicht direkt als Bash gekennzeichnet ist, meine ich auch etwas anderes.)
Unkenntnis: Check (das hindert aber nicht an Punkt 1 )
Verteidigung des eigenen Systems: Check (aber deshalb bashen? als ob mehr Begründung bräuchte als Spaß an der Sache. Man sehe sich an, welchen Systemfrankenstein ich im Moment bespiele. Gru-se-lig! Aber besser als nichts.)

Nochmal zum Thema, oder zum "drum zu":
Welche Version ist denn jetzt die lilane deutsche? Ich habe die leider nicht hier rumliegen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Visionär am 9.09.2010 | 15:59
Nur latent?
ErklÄre mir bitte, welchen Konflikt wir beide haben, dass du einen nonsense-Kommentar meinerseits, der überhaupt nicht an dich gerichtet war, zum Anlass nimmst aus dem Nichts eine solche Anfeindung hier hin zu schreibeb. Und bitte öffentlich und nicht per PN.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 16:00
Also sonderlich latent kommt mir das nicht vor. Aber der Thread wandelt ja ohnehin konstant an der Grenze zum Überschwappen - wobei mir der Grund dafür vollkommen schleierhaft ist.

sir_paul hat das schon ganz korrekt zusammengefasst.

EDIT: Der Zwischenpost war zu schnell für einen alten Mann. Ich seh da nur noch Callistos Kondensstreifen. Also: Veraltet-obsoletes durchgestrichen.
Da gabs einen Zwischenpost?

@Visionär: och nee, ich versuch mich ja zurückzuhalten.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Visionär am 9.09.2010 | 16:02
Da gabs einen Zwischenpost?

@Visionär: och nee, ich versuch mich ja zurückzuhalten.
Dann unterlass es auch mich aus dem Nichts dumm anzumachen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: ErikErikson am 9.09.2010 | 16:04
Aus dem Nichts, Visionär? Du machst genau dieselben dummen Posts wie ich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Visionär am 9.09.2010 | 16:05
Stimmt nicht. Bei mir steht was ganz anderes drin als bei dir.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Imion am 9.09.2010 | 16:09
(...)
Nochmal zum Thema, oder zum "drum zu":
Welche Version ist denn jetzt die lilane deutsche? Ich habe die leider nicht hier rumliegen.

IIRC müsste das die dritte nicht revised sein.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 16:11
Welche Version ist denn jetzt die lilane deutsche? Ich habe die leider nicht hier rumliegen.

Ich kenn nur die: http://www.drosi.de/systeme/gurps.htm ...und das ist die Dritte (Revised, glaube ich)

Die 4e gibt es nicht auf Deutsch.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 9.09.2010 | 16:12
Die D&Dler würde sich ja zb. auch blöd vorkommen,

Vielleicht ist es einfach eine unterschiedliche Grundeinstellung, aber mit würde der blöd vorkommen, der falschen Informationen in Umlauf bringt. Allerdings sind die Vor- und Werturteile über GURPS in vielen Fällen ja keine Falschinformationen, sondern basieren auf spielerischen Präferenzen.

Ich fand z.B. die Charaktererstellung bei unserer letzten GURPS-Kurzkampagen recht aufwändig. Aufwändiger als bei den meisten andere Spielen, die ich so spiele. Der SL hätte mir viel Aufwand ersparen können, indem er z.B. eine Liste mit relevanten Fertigkeiten, und Vor- und Nachteilen zur Vefügung gestellt hätte, was ihm aber vermutlich nie in den Sinn kam, da er langjähriger GURPS-Spieler ist.
Die Regelnutzung im Spiel war recht gut handhabbar, allerdings lag das z.T daran, dass der SL die meiste "Regelarbeit" verrichtet hat und wir uns im Spiel nicht eingehender mit dem System beschäftigen mußten. Die Regelteile, die ich so zu Gesicht bekommen habe, waren aber auch einigermaßen komplex, vergleichbar mit vielen anderen Spielen aus den 80ern und 90ern (Shadowrun, Rolemaster uvm.).  

Hab' ich nun recht mit diesen Aussagen, oder tue ich GURPS unrecht? Wie dem auch sei, ich finde die Vorgehensweise mancher GURPS-Veteidiger nicht wirklich zielführend, wenn sie allen, denen GURPS nicht zusagt, Uninformiertheit oder schlimmeres vorwerfen.

Wenn es um persönliche Einschätzungen geht, hilft es meiner Erfahrung nach nicht, einfach mit eigene Einschätzungen dagegenzuhalten oder gar auf sein eigenes, überlegenes Verständnis der Materie zu pochen. Zeigt den Leuten einfach mal, was man tolles mit GURPS machen kann.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 16:23
Denkt ihr, ich finde ein Bild von der im Netz?
Also dritte revised ist es schonmal nicht und alle Attribute kosteten gleichviel und Wahrnehmung war noch kein Attribut. De rCharakter im Abenteuer hier Dai Blackthorn, wenn ich mich recht erinnere.

Naja, ist ja auch nicht so wichtig. Anscheinend ist es in der Tat spielbarer geworden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 16:26
[...]
Ich fand z.B. die Charaktererstellung bei unserer letzten GURPS-Kurzkampagen recht aufwändig. Aufwändiger als bei den meisten andere Spielen, die ich so spiele. Der SL hätte mir viel Aufwand ersparen können, indem er z.B. eine Liste mit relevanten Fertigkeiten, und Vor- und Nachteilen zur Vefügung gestellt hätte, was ihm aber vermutlich nie in den Sinn kam, da er langjähriger GURPS-Spieler ist.
Die Regelnutzung im Spiel war recht gut handhabbar, allerdings lag das z.T daran, dass der SL die meiste "Regelarbeit" verrichtet hat und wir uns im Spiel nicht eingehender mit dem System beschäftigen mußten. Die Regelteile, die ich so zu Gesicht bekommen habe, waren aber auch einigermaßen komplex, vergleichbar mit vielen anderen Spielen aus den 80ern und 90ern (Shadowrun, Rolemaster uvm.).  

Meinst Du vielleicht statt "komplex" sowas wie "detailliert"?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Waldgeist am 9.09.2010 | 16:33
Denkt ihr, ich finde ein Bild von der im Netz?
Also dritte revised ist es schonmal nicht und alle Attribute kosteten gleichviel und Wahrnehmung war noch kein Attribut. De rCharakter im Abenteuer hier Dai Blackthorn, wenn ich mich recht erinnere.

Ich konnte auch kein Bild finden. Ich kenne nur 3e und 4e. Die Attribute haben in der 3e jedenfalls noch gleich viel gekostet (wenn ich mich nicht ganz täusche), die Kosten stiegen da aber nicht linear. Den Dai gibt's auch wieder in der 4e, da ist er aber mit neuen (?) Talenten gesegnet.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 9.09.2010 | 16:34
Wir atmen tief durch und erinnern uns:
Die Ballung von Grundrechenoperationen, wie sie bei GURPS vorkommt, ist zwar Grundschullehrstoff, übersteigt aber einen Grad von Aufwand, den einige Leute zu investieren bereit sind. Das nennen sie dann halt etwas unscharf "komplex" und prallen damit an Deinem Unverständnis ab. Nun klarer?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 16:35
Meinst Du vielleicht statt "komplex" sowas wie "detailliert"?

ach gegen komplex ist nichts einzuwenden. Wenn die Kampagne darauf ausgelegt ist, kann das ja durchaus so sein. Es gibt ja durchaus einen Unterschied zwischen komplex und kompliziert.

(und detailliert finde ich die Charaktererschaffung bei UA, aber das is ja auch nicht schlimm. Nur anders)

aber langsam kriege ich Lust in meiner Ausgabe 4e zu blättern.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 9.09.2010 | 16:42
Zitat
Hab' ich nun recht mit diesen Aussagen, oder tue ich GURPS unrecht?
Ich glaube nicht, der schiere Umfang aller Optionen bei der Charaktererschaffung ist ohne Hilfen aufwendiger als bei vielen anderen Spielen, und es gibt durchaus einige komplexe Regeln, ich weiß ja nicht welche du zu Gesicht bekommen hast.
Die Hilfen für die Charaktererschaffung sind aber zumindest in der aktuellen Edition (das was ich aus den Quellenbüchern der letzten Edition kenne kann da leider kaum mithalten) durchaus vorhanden, es gibt Templates, die einem eine Art Archetypen zur Verfügung stellen, und bei denen man nur ein paar einfache Fragen beantworten muss und die Optionen einfach aus der Liste aufs Charakterblatt überträgt. Die fertigen Settingbände enthalten zb. alle einen Haufen solcher Templates für das jeweilige Setting.
Damit empfinde ich die Charaktererschaffung meist als recht simpel, vergleichbar mit anderen Systemen wo einem begrenzt anpassbare Klassen angeboten werden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 16:48
Dann unterlass es auch mich aus dem Nichts dumm anzumachen.

Btw: Die Wahrheit darf man jawohl noch sagen. Und was an der Feststellung, dass du nicht die Ursache für das Übel der Welt bist, so böse ist, weiß ich auch nicht.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 9.09.2010 | 16:49
Meinst Du vielleicht statt "komplex" sowas wie "detailliert"?

Ich meine dass Detailreichtum, Komplexität und Kompliziertheit oft fließend ineinander übergehen und es meist nur eine Frage des eigenen Standpunktes ist, wo man ein System einordnet.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 16:52
Ich meine dass Detailreichtum, Komplexität und Kompliziertheit oft fließend ineinander übergehen und es meist nur eine Frage des eigenen Standpunktes ist, wo man ein System einordnet.

Naja, der Punkt ist dann aber: Den Detailgrad wählt der SL, das System gibt dafür Werkzeuge.  Mit anderen Worten, wenn Dir das System "zu komplex" erscheint, ist das nicht wegen GURPS, sondern wegen Spielleiter. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Vorbehalte?
Beitrag von: Roland am 9.09.2010 | 19:31
Du meinst er hätte es weniger kompliziert gestalten und einiges aus dem normalen GURPS streichen sollen?

 
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Vorbehalte?
Beitrag von: Callisto am 9.09.2010 | 19:38
Du meinst er hätte es weniger kompliziert gestalten und einiges aus dem normalen GURPS streichen sollen?

 

Nein. Er hätte das normale statt dem ausgestaltetem GURPS verwenden sollen  ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 20:58
Genau. Oder anders gesagt: Wenn man Erfahrungen wie diese vermeiden will, ist es nicht wichtig, GURPS zu meiden, sondern eben diesen Spielleiter.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 9.09.2010 | 21:11
Aber es gibt Spiele, die es einem Spielleiter leichter machen und solche, die das nicht tun. Letzteres muss ja auch kein Fehler sein, aber ich habe leider nicht die nötige Hirnmasse mich mit Regeln und Kampagne gleichzeitig rumzuschlagen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 9.09.2010 | 21:14
Dann bist du ein schlechter Spielleiter. Tu Dir und deinen Spielern den Gefallen und überlass die hohe Schule denen, die es auch können.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
[/s]
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Vorbehalte?
Beitrag von: Roland am 9.09.2010 | 21:18
Nein. Er hätte das normale statt dem ausgestaltetem GURPS verwenden sollen  ;)

Was ist denn das normale GURPS?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 8t88 am 9.09.2010 | 21:22
Versuchen wir es so: Der Regelkern von GURPS ist nicht sonderlich kompliziert. Wer gegen diese Aussage Einspruch erhebt, LÜGT.
Zustimmung!

Ich mag trotzdem keine Erdbeeren. :-[
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 9.09.2010 | 21:54
Zustimmung!

Ich mag trotzdem keine Erdbeeren. :-[

Das ist ja auch okay, aber deswegen muss man ja nicht jedem, der nach Obst fragt, von der Ekelhaftigkeit von Erdbeeren erzählen, oder? ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: 8t88 am 9.09.2010 | 22:20
Ney, mach ich auch nicht. Das Thema kam nur damals auf Erdbeeren, dazu hab ich dann was gesagt.
Nicht dass ich ständig auf GURPS einbashen würde. Das war ein Post, und ab da nur Rechtfertigung meiner Meinung.

So, und damit bin ich raus aus dem Thread!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 9.09.2010 | 23:43
Bei GURPS wird dir gesagt, dass ein 10er Attribut der Durchschnitt für Menschen ist. Folglich ist es logisch anzunehmen, dass auch ein 10er Skill ein solider Durchschnitt ist. Ist er aber nicht! Bei den Skills wird dir dann plötzlich gesagt, dass du Werte von 12-13 brauchst, um damit "deinen Lebensunterhalt verdienen" zu können (also das, was SW mit Experten-Talenten macht). Auch nicht wirklich einfacher...

.oO( Wenn jeder durchschnittliche Mensch (10) jeden Beruf (=Lebensunterhalt) einfach so ausüben könnte, bräuchten wir kein Ausbildungssystem mehr, darum professionelle Skills mindestens Lvl 12/13 ... ;) )
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 00:01
Mal an ALLE GURPS-Freunde:
NIEMAND hat die Absicht GURPS schlecht zu machen, Leute am GURPS-Spielen zu "hindern", Systemsuchenden böswillig von GURPS abzuraten o der so etwas.
Insbesondere@Zornhau:
Es wäre schön wenn das wirklich so wäre ("NIEMAND"), dann hätte ich diesen thread nämlich gar nicht erst aufgemacht, aber leider wurde schon mehrmals (auch in diesem Forum) von einigen Leuten entsprechend draufgehackt, wenn nur der Name GURPS gefallen ist, bspw. bei der Erwähnung eines Settings o.ä.  - Und dann kommen tatsächlich so pauschale statements wie "mit GURPS kann XY grundsätzlich gar keinen Spaß machen!" etc. und so ein Diskussionsverhalten pisst mich halt an...
Aber grundsätzlich mal:
Vielen Dank für Deinen sehr guten Beitrag, finde ich echt klasse und überwiegend sehr differenziert was Du geschrieben hast!
(abgesehen von einigen psychologischen Unterstellungen, die sind hier unnötig und treffen auch nicht zu, wenn Du einige andere posts genauer gelesen hättest bzw. meine Intention genauer kennen würdest, aber ich nehme das nicht persönlich ;))

Jedenfalls gibt's leider eben genug Leute, die nicht so differenziert kritisieren und vergleichen, sondern einfach pauschal Beleidigungen raushauen oft genug ohne die 4. Edition auch nur getestet zu haben (aber natürlich gibt's das auch bei anderen Systemen und nicht nur bei GURPS, hierbei ist es nur mir selbst in letzter Zeit vermehrt aufgefallen)
Es geht mir also nicht um "Unsicherheit" in Bezug auf das eigene System und "Beiss-Verteidigung" o.ä., da ich ja auch selbst geschrieben habe, dass jedes System seine Schwächen etc., sondern in erster Linie ging es mir darum, dass dieses absolut unangemessene Bashing bzw. Diskussionsverhalten einfach nicht sein muss und um die Frage woher das eigentlich kommt...
Und meine kleinen "Seitenhiebe" gegen SW bitte ich zunächst insofern zu entschuldigen, als sie zum einen nur "en passant" kurze Reaktionen auf die "übertriebenen Positiv-Beispiele" sind, die wiederum das GURPS-System im Vergleich kaum richtig erfasst haben und die ich zum anderen auch nicht genauer ausgeführt habe, weil es offtopic wäre (ich hätte die eigentlich auch gar nicht genannt ohne "Steilvorlagen"). Es ist auch möglich, dass mancher der Kritikpunkte nicht völlig treffend ist (wobei IMHO alle einen wahren Kern haben), da meine SW-Kenntnisse nicht die Besten sind. Es ging mir da auch nur darum das dargestellte "Glanzbeispiel" SW zu relativieren, weil es eben auch seine Probleme hat - und ich hab es auch nicht per se abgewertet, man kann schließlich in der Tat coole Sessions damit spielen, auch wenn es mir persönlich für Kampagnen i.d.R. nicht differenziert genug wäre. Umgekehrt trat aber sogar in diesem Thread schon an einigen Stellen Kritik an GURPS auf, die nicht argumentierte, sondern eben bashing-Charakter hatte bzw. reine Provokation war - oder was auch immer... - "Was sowas immer soll?" frage ich mich ja gerade...


Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 00:13
Ich fand z.B. die Charaktererstellung bei unserer letzten GURPS-Kurzkampagen recht aufwändig. Aufwändiger als bei den meisten andere Spielen, die ich so spiele. Der SL hätte mir viel Aufwand ersparen können, indem er z.B. eine Liste mit relevanten Fertigkeiten, und Vor- und Nachteilen zur Vefügung gestellt hätte, was ihm aber vermutlich nie in den Sinn kam, da er langjähriger GURPS-Spieler ist.

Leider ein durchaus nicht selten anzutreffender SL-Fehler... 3. oder 4. Edition?
In der 4. haben sie im Basic extra sogar ein Campaign-Sheet drin, was dem SL bei sowas helfen soll...
Also ein Formular wo er für die Spieler und sich selbst (zur Kontrolle) alle relevanten Rahmendaten einer Kampagne einträgt, dabei auch z.B. ein paar grobe Infos in welche Richtung das geht, was für Skills, Advantages empfehlenswert wären etc.
Und generell hat der SL auch einfach zuwenig kommuniziert, ebenfalls sehr schade und ich habe leider oft den Eindruck, dass viele Systeme mit mehr Regel-Komplexität tendenziell auch häufiger SLs haben, die wenig kommunizieren - was natürlich eine ziemlich schlechte Kombination ist und dementsprechend rufschädigend ...

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 00:40
Aber es gibt Spiele, die es einem Spielleiter leichter machen und solche, die das nicht tun.

sofern man sich nicht auf "GURPS Lite" beschränkt, was ein Anfänger-System ist...
...ist diese Aussage in Bezug auf das vollwertige GURPS-System IMHO absolut richtig!
Und in dem Fall würde ich auch sofort unterschreiben, dass es ein System für <erfahrenere Spielleiter> ist - nämlich weil Anfänger sich aufgrund der Optionsvielfalt oft verlaufen und überladen, weil sie ohne Erfahrung und genug Einarbeitungszeit, oder eben fremder Hilfe, am Anfang nicht entscheiden können was gut für sie ist. (inzwischen gibt's aber sogar tolle, einfache "ready-to-go"-Pakete wie "Dungeon-Fantasy", die den Einstieg auch für den SL recht simpel machen)

Zu betonen ist, dass ich explizit <erfahrene Spielleiter> sagte, <nicht> Spieler, denn wenn der SL seinen Job halbwegs vernünftig macht ist GURPS für Spieler sogar ziemlich einfach und bequem!
Ich hab in einer meiner Runden z.B. sogar 2 totale Anfänger, die praktisch komplett neu beim RPG sind und die haben das simple GURPS-Würfelsystem für Attribute, Skills etc. auch nach 2-3x würfeln alleine drauf gehabt.
Selbst die Charakter-Erschaffung ist ziemlich simpel und trotzdem sehr differenziert, wenn man das mit einem PC-Char-Editor wie dem GCA oder GCS macht. Einige meiner alten Spieler sind dabei sogar praktisch ohne Regelwerk, mit nur sehr groben Grund-Kenntnissen ausgekommen... Die haben sich einfach was gut klingendes zusammengeklickt, dann am Ende noch 1-2 Tipps von mir eingeholt und gut war's.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Lyonesse am 10.09.2010 | 00:54
Jetzt läuft der Thread schon über 13 Seiten und wir wissen noch immer nicht, woher die ganzen Verleumdungen gegen GURPS eigentlich kommen - also sind da doch die Macher von Hero am Werk, oder mal wieder die Freimauer, oder ...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Heretic am 10.09.2010 | 01:12
Nein, es ist...

DER ZWEITE MITTELFINGER TSAS!

Und er nimmt öfters halt mal gern die Temperatur von GURPS...


Ernsthaft:
Jedes System hat Hater, und meistens ist die Zahl der Hater proportional zum Erfolg oder der Präsenz.

Always remember, kids:
"Haters gonna hate."
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 07:06
Jetzt läuft der Thread schon über 13 Seiten und wir wissen noch immer nicht woher die ganzen Verleumdungen gegen GURPS eigentlich kommen - also sind da doch die Macher von Hero am Werk, oder mal wieder die Freimauer, oder ...

Stimmt nicht! (http://tanelorn.net/index.php/topic,60795.msg1192414.html#msg1192414) ;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 07:08
[...]ich habe leider nicht die nötige Hirnmasse mich mit Regeln und Kampagne gleichzeitig rumzuschlagen.

Also leitest Du nie?  :o

Man muss sich doch immer mit Regeln und Kampagne zugleich befassen. Das geht doch gar nicht anders?

Natürlich sind Baukastensysteme wie GURPS besser geeignet für SLs, die sich damit eingehend befassen. Aber GURPS bietet schon eine ganze Reihe von Hilfen dazu, die den meisten anderen Universalsystemen fehlen. Ich finde es deutlich einfacher, aus dem Stand eine SF-Kampagne mit GURPS zu machen als mit Hero System, BESM, Risus oder auch Ephorân. Einfach, weil es wesentlich mehr nützliche Unterstützungsbücher und -PDFs gibt.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 10.09.2010 | 11:44
Also leitest Du nie?  :o

Nein, ich beschäftige mich mit allen möglichen potentiellen Umgebungen, die meine SCs be- oder heimsuchen könnten. Ich will ihnen für möglichst viele potentielle Entscheidungen etwas interessantes (und ineinander verzahntes) bieten können. Wenn ich stattdessen NSCs basteln oder Regeln pauken müsste, wäre weniger Zeit für die Vorbereitung der Spielwelt vorhanden.

Und während des Spiels denke ich auch lieber ausführlicher darüber nach, wie sich die Handlungen der Spieler auf die Umgebung auswirken könnten, als Regeln nachzuschlagen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 11:46
Nein, ich beschäftige mich mit allen möglichen potentiellen Umgebungen, die meine SCs be- oder heimsuchen könnten. Ich will ihnen für möglichst viele potentielle Entscheidungen etwas interessantes (und ineinander verzahntes) bieten können. Wenn ich stattdessen NSCs basteln oder Regeln pauken müsste, wäre weniger Zeit für die Vorbereitung der Spielwelt vorhanden.

Und während des Spiels denke ich auch lieber ausführlicher darüber nach, wie sich die Handlungen der Spieler auf die Umgebung auswirken könnten, als Regeln nachzuschlagen.

Soweit, so normal. Wo siehst Du da bei GURPS grundsätzliche Probleme?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: MadMalik am 10.09.2010 | 11:52
Ich versteh schon was er meint. Mit GURPS kann ich zwar feinskaliertere Encounter für meine Gruppe bauen, es verlangt aber schon mehr vorbereitung als zB bei DnD wo ich ein allgemeines Ratingsystem habe an dem ich fast schon ablesen kann was meine Gruppe schafft, oder Savageworlds, welches ein schnelleres, zielgeführteres Charakterdesign aufweist. Über die CP selbst kann man praktisch nicht ablesen wie stark der gebaute Mob ist, man muss ihn schon selbst durchtesten, bzw eine weile Erfahrung mitbringen um das gut einzuschätzen.
Mir persönlich gefällt das, auch wenn ich heutzutage keinerlei Lust oder Laune mehr habe mich selbst um Vorbereitung und Leiten zu kümmern, aber dieser Unmut ist alles andere als Systemgebunden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 11:57
Das ist ja auch okay, aber deswegen muss man ja nicht jedem, der nach Obst fragt, von der Ekelhaftigkeit von Erdbeeren erzählen, oder? ;)
Genau. Wo kaemen wir den hin wenn kritische Stimmen zugelassen waere, oder jemand nur seinen Geschmack aeussert. Da muss man den Kritikern / negativen gleich vorwerfen das sie LUEGEN und VERLEUMDEN weil so bekommt man sie dann auch bequem MUNDTOT.
...Koennte auch ein Indikator sein woher die "verleumdungen" kommen.

Es wäre schön wenn das wirklich so wäre ("NIEMAND"), dann hätte ich diesen thread nämlich gar nicht erst aufgemacht
Es wurde wiederholt nach Beispielen gefragt.
Weil nur von einem Thread aufmachen leiten sich nicht hinreichend viele negativ Beispiele ab die das recht fertigen.

Zitat
Und meine kleinen "Seitenhiebe" gegen SW bitte ich zunächst insofern zu entschuldigen, als sie zum einen nur "en passant" kurze Reaktionen auf die "übertriebenen Positiv-Beispiele" sind,
Also anders formuliert:
Bei dir ist es okay kurz mal an anderen Systemen Seitenhiebe zu verteilen weil die halt so existieren und Fans haben.
Umgekehrt darf man aber nicht, weil,...?

Zitat
und die ich zum anderen auch nicht genauer ausgeführt habe, weil es offtopic wäre
Ist ja toll das du nicht noch gegen andere getreten hast, obwohl dir im Gegensatz zu den GURPS Kritikern das Recht zustuende?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 10.09.2010 | 12:01
Um nochmal kurz auf meine Frage zurückzukommen ...

Nein. Er hätte das normale statt dem ausgestaltetem GURPS verwenden sollen  ;)

Was ist denn das normale GURPS?

Ich dachte nämlich eigentlich, wir hätten es gespielt.

Edt: Mir gehts hier nicht um Spitzfindigkeiten, aber wie gesagt, ist das GURPS aus Characters (exkl. den als optional gekennzeichneten Regeln) nicht das normale GURPS?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 10.09.2010 | 12:04
Soweit, so normal. Wo siehst Du da bei GURPS grundsätzliche Probleme?

Ich habe mich gar nicht so sehr auf GURPS, sondern auf diese Aussage von dir bezogen:

Zitat
Oder anders gesagt: Wenn man Erfahrungen wie diese vermeiden will, ist es nicht wichtig, GURPS zu meiden, sondern eben diesen Spielleiter.

Ich meide also nicht mich selbst als Spielleiter, sondern lieber GURPS.

Deine Aussage ist halt ungefähr so sinnvoll, wie das alte Argument "Das kann man ja alles hausregeln" bei anderen Systemen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 12:05
Ich habe mich gar nicht so sehr auf GURPS, sondern auf diese Aussage von dir bezogen:

Ich meide also nicht mich selbst als Spielleiter, sondern lieber GURPS.

Deine Aussage ist halt ungefähr so sinnvoll, wie das alte Argument "Das kann man ja alles hausregeln" bei anderen Systemen.

Aber diese Aussage von mir war doch auf jemand ganz anderen bezogen. ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 10.09.2010 | 12:07
Aber diese Aussage von mir war doch auf jemand ganz anderen bezogen. ::)

Ja, aber ich konnte das Argument des anderen nachvollziehen und wollte es unterfüttern.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 12:15
Das Argument mit der Vorauswahl der benötigten Optionen beim Charakterbau finde ich ehrlich gesagt nicht sehr zielführend. Bei GURPS handelt es sich ja nicht um "Wir verwenden nur die Regelbände A, C und F!", sondern um detaillierte Listen von erlaubten und/oder unerwünschten Skills und/oder (Dis-)Advantages. Und DIE muss man dann wieder durcharbeiten und die erlaubten und/oder unerwünschten Sachen im PHB finden. Ergo: Zusätzlich zu der überwältigenden Vielfalt muss man jetzt auch noch auf einer Liste abchecken, ob die coole Idee, die man gerade hat, auch mit den erlaubten Optionen möglich ist. Macht bei der Erschaffung NOCH mehr Arbeit. Yeah ...

Davon abgesehen, dass GURPS ohne seine optionalen Sachen oft noch unflexibler bei der Charaktererschaffung wird, als es ohnehin schon ist.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 12:15
Ja, aber ich konnte das Argument des anderen nachvollziehen und wollte es unterfüttern.

Nur hat der von sich als Spieler gesprochen, der mit "dem System" unzufrieden war, obwohl das Problem offensichtlich eher die Technik des SL war. Darum ging es mir.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 12:25
[...]
Davon abgesehen, dass GURPS ohne seine optionalen Sachen oft noch unflexibler bei der Charaktererschaffung wird, als es ohnehin schon ist.

Verstehe ich nicht. Kannst Du dafür ein Beispiel bringen?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: tartex am 10.09.2010 | 12:28
Nur hat der von sich als Spieler gesprochen, der mit "dem System" unzufrieden war, obwohl das Problem offensichtlich eher die Technik des SL war. Darum ging es mir.

Ja, aber dieses Problem wurde durch den Aufbau von GURPS ja erst geschaffen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 10.09.2010 | 12:29
Nur hat der von sich als Spieler gesprochen, der mit "dem System" unzufrieden war, obwohl das Problem offensichtlich eher die Technik des SL war. Darum ging es mir.

Wo hat mein SL den Fehler gemacht, die sch nicht mit der üblichen "Betriebsblindheit", die sich auch hier im Thread beobachten läßt, erklären kann? Ums nochmal zu fragen, hätte er bei den Regeln aus "Characters" Abstriche machen sollen?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 12:37
Wo hat mein SL den Fehler gemacht, die sch nicht mit der üblichen "Betriebsblindheit", die sich auch hier im Thread beobachten läßt, erklären kann? Ums nochmal zu fragen, hätte er bei den Regeln aus "Characters" Abstriche machen sollen?

Naja, ich kann ja nur anhand Deines Postings schlussfolgern, in dem stand:

Zitat
Der SL hätte mir viel Aufwand ersparen können, indem er z.B. eine Liste mit relevanten Fertigkeiten, und Vor- und Nachteilen zur Vefügung gestellt hätte, was ihm aber vermutlich nie in den Sinn kam, da er langjähriger GURPS-Spieler ist.
[...] Die Regelteile, die ich so zu Gesicht bekommen habe, waren aber auch einigermaßen komplex, vergleichbar mit vielen anderen Spielen aus den 80ern und 90ern (Shadowrun, Rolemaster uvm.).

Und da hast Du ja im ersten der beiden zitierten Sätze bereits selbst erkannt, was sein Fehler war - schiebst ihn dann aber wieder dem System zu, was ich nicht so recht nachvollziehen kann. Beim zweiten Satz hast Du selbst auf Nachfrage bestätigt, dass das auch durch den Detailgrad kommt, und da ist einfach der Punkt: Dieser SL steht auf einen anderen Detailgrad als Du, also meide den detailverliebten SL, anstatt das System.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 12:39
Genau. Wo kaemen wir den hin wenn kritische Stimmen zugelassen waere, oder jemand nur seinen Geschmack aeussert. Da muss man den Kritikern / negativen gleich vorwerfen das sie LUEGEN und VERLEUMDEN weil so bekommt man sie dann auch bequem MUNDTOT.
[...]

Aber Teylen. :)

Es ging in dem von Dir zitierten Absatz ja genau nicht um Kritik, sondern um Aussagen der Güteklasse von "Erdbeeren schmecken scheisse, rühr die bloss nicht an". Und das ist, egal in was für einer Diskussion, einfach keine Art, und da darf man auch allergisch reagieren.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 13:01
Verstehe ich nicht. Kannst Du dafür ein Beispiel bringen?
Ohne die Benutzung der "optionalen" Enhancements und Limitations sind viele Advantages unflexibel und gleichen eher Playmobil als Lego. Und selbst MIT diesen "Optionen" sind viele Sachen nur blöd umzusetzen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 13:03
Ohne die Benutzung der "optionalen" Enhancements und Limitations sind viele Advantages unflexibel und gleichen eher Playmobil als Lego. [...]

Hm. Verglichen mit welchen (und ungefähr wie vielen) Alternativen unter den Rollenspielen dieser Welt?

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Funktionalist am 10.09.2010 | 13:11
Fingerhebel im Forenjudo...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 13:13
Mutant & Masterminds z.B.
Ein schönes Beispiel für ein flexibles Point-Buy-System bei der Charaktererschaffung.

Bau mal mit GURPS folgende Fähigkeit:
Der Charakter wird "trüb". Man sieht ihn nicht, weil man nicht hinguckt. Das Auge gleitet immer wieder von ihm ab. Das gilt für alle Sinne, aber nicht für technische Geräte wie z.B. Sicherheits-Kameras, da eine Kamera nicht von sich aus abschweifen kann und die Fähigkeit nicht über das Medium "Monitor" funktioniert. Er ist NICHT unsichtbar. Man schaut einfach nur immer an ihm vorbei.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 13:13
Fingerhebel im Forenjudo...
Ist das nen IQ Average oder Easy Skill?  ;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 13:17
Ist das nen IQ Average oder Easy Skill?  ;D
IQ Hard oder Very Hard.
Nicht zu verwechseln mit Foren-Brawling! ;D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 13:18
Es ging in dem von Dir zitierten Absatz ja genau nicht um Kritik, sondern um Aussagen der Güteklasse von "Erdbeeren schmecken scheisse, rühr die bloss nicht an". Und das ist, egal in was für einer Diskussion, einfach keine Art, und da darf man auch allergisch reagieren.
Wieso sollte man darauf allergisch reagieren?
Ich bin z.B. der Ansicht das "Natto so richtig scheisse schmeckt und keiner das anrueheren sollte. Es schmeckt widerlich, es stinkt ekelhaft und belastet die Geschmacksnerven noch Stunden danach" wuerde ich auch jedem sagen der Fragt "Ist Natto etwas fuer mich?", "Erzaehlt mir eure Eindruecke von Natto", "Was haltet ihr von vergorenen Soja Gerichten", "Worauf soll ich in der jap. Kueche achten?" oder halt so zum Thema japanische Kueche.
Und es waere nichtmal gelogen.

Normalerweise regt das auch keine Natto Fans auf @.@
Plus, bei Natto kann ich dir zeigen wo solche 'luegenhafte Verleumdungen' [aka Meinungs/-Geschmacksaeusserungen] stehen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 10.09.2010 | 13:21
Der Charakter wird "trüb". Man sieht ihn nicht, weil man nicht hinguckt. Das Auge gleitet immer wieder von ihm ab. Das gilt für alle Sinne, aber nicht für technische Geräte
In wie weit unterscheidet sich das von Unsichtbarkeit? Wenn er nicht wahrnehmbar ist, dann ist er unsichtbar. Im Grunde genommen wie Unsichbarkeit als Mana-Zauber bei Shadowrun, oder meinst Du das anders?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 13:23
Mutant & Masterminds z.B.
Ein schönes Beispiel für ein flexibles Point-Buy-System bei der Charaktererschaffung.

Bau mal mit GURPS folgende Fähigkeit:
Der Charakter wird "trüb". Man sieht ihn nicht, weil man nicht hinguckt. Das Auge gleitet immer wieder von ihm ab. Das gilt für alle Sinne, aber nicht für technische Geräte wie z.B. Sicherheits-Kameras, da eine Kamera nicht von sich aus abschweifen kann und die Fähigkeit nicht über das Medium "Monitor" funktioniert. Er ist NICHT unsichtbar. Man schaut einfach nur immer an ihm vorbei.
Invisibility mit Glamour Limitation entspricht genau der Beschreibung, oder Obscure Vision mit Stealthy Enhancement.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 13:28
Invisibility mit Glamour Limitation entspricht genau der Beschreibung, oder Obscure Vision mit Stealthy Enhancement.
Was für eine Limitation???
Und Obscure Vision ist ein Area Effect, was nicht beabsichtigt ist.

@gunware
Wenn es für einen Beobachter aus welchen Gründen auch immer keine Möglichkeit geben würde, NICHT hinzugucken, dann würde er den SC sehen. Invisibility ist was anderes.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 10.09.2010 | 13:31
Und da hast Du ja im ersten der beiden zitierten Sätze bereits selbst erkannt, was sein Fehler war - schiebst ihn dann aber wieder dem System zu, was ich nicht so recht nachvollziehen kann.

In den Systemen, die ich als weniger komplex als GURPS bezeichnen würde, wäre so eine "Vorab-Auslese", wenn überhaupt, dann nur sehr eingeschränkt nötig. Meine Feststellung GURPS ein komplexes (kompliziertes/detailreiches) Spiel, wird damit ja unterstützt, denn man muß im Vorfeld aufwändig unter den Regelkomponenten auswählen.

Dieser SL steht auf einen anderen Detailgrad als Du, also meide den detailverliebten SL, anstatt das System.

Dieser SL hat "normale" GURPS Regeln benutzt. Wenn Du sagst die detaillierter, komplexer, komplizierter sind, als ich es bevorzuge, dann sind wir einer Meinung. Wenn ich mit dem SL andere Systeme bespiele, dann sind die üblicherweise weniger detailliert, komplex, kompliziert. 

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 10.09.2010 | 13:35
@gunware
Wenn es für einen Beobachter aus welchen Gründen auch immer keine Möglichkeit geben würde, NICHT hinzugucken, dann würde er den SC sehen. Invisibility ist was anderes.
Danke, jetzt verstehe ich.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 10.09.2010 | 13:36
Der Charakter wird "trüb". [...]

Du willst quasi das "Problem anderer Leute Feld" modellieren :)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 13:41
Mutant & Masterminds z.B.
Ein schönes Beispiel für ein flexibles Point-Buy-System bei der Charaktererschaffung.

Und damit kann ich dann ganz flexibel einen Soldaten aus dem Golfkrieg erschaffen, der von Aliens entführt wurde und nun sein Geld als einfachere Sicherheitsmann auf einem Raumschiff verdient? Und einen Hund mit Cyberware-Erweiterung, so dass er menschliche Intelligenz und die Fähigkeit zu Sprechen erhält? Und einen Piratenkapitän aus dem 17. Jahrhundert.

Wohl kaum. Mutants&Masterminds ist definitiv weniger flexibel als ein beliebiges Universalsystem, das ist doch gar keine Diskussion wert.

Es ist doch auch vollkommen klar, dass ein System, das nur für ein spezielles Genre geschaffen wird, sich für dieses dann einfacher spielt als eines, das man erst mal für die Kampagne anpassen muss (was für jedes Universalsystem gilt). Aber das ist dann eben nicht so flexibel.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 13:43
In den Systemen, die ich als weniger komplex als GURPS bezeichnen würde, wäre so eine "Vorab-Auslese", wenn überhaupt, dann nur sehr eingeschränkt nötig. Meine Feststellung GURPS ein komplexes (kompliziertes/detailreiches) Spiel, wird damit ja unterstützt, denn man muß im Vorfeld aufwändig unter den Regelkomponenten auswählen.

Nenn doch mal bitte drei bis sechs Namen.

Zitat
Dieser SL hat "normale" GURPS Regeln benutzt. Wenn Du sagst die detaillierter, komplexer, komplizierter sind, als ich es bevorzuge, dann sind wir einer Meinung. Wenn ich mit dem SL andere Systeme bespiele, dann sind die üblicherweise weniger detailliert, komplex, kompliziert.  

Naja klar, wenn ein detailverliebter SL GURPS anbietet, dann, weil er detailliert leiten will. Wenn ein anderes System ihm dazu die Möglichkeit nimmt, dann hat er sie nicht, das ist logisch, aber er wird im Laufe einer Kampagne trotzdem dazu neigen, Details dieser Art einführen zu wollen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 13:46
Wieso sollte man darauf allergisch reagieren?
Ich bin z.B. der Ansicht das "Natto so richtig scheisse schmeckt und keiner das anrueheren sollte. Es schmeckt widerlich, es stinkt ekelhaft und belastet die Geschmacksnerven noch Stunden danach" wuerde ich auch jedem sagen der Fragt "Ist Natto etwas fuer mich?", "Erzaehlt mir eure Eindruecke von Natto", "Was haltet ihr von vergorenen Soja Gerichten", "Worauf soll ich in der jap. Kueche achten?" oder halt so zum Thema japanische Kueche.
Und es waere nichtmal gelogen.

Normalerweise regt das auch keine Natto Fans auf @.@
Plus, bei Natto kann ich dir zeigen wo solche 'luegenhafte Verleumdungen' [aka Meinungs/-Geschmacksaeusserungen] stehen.

Hm, wenn Du viel Mühe investieren würdest, um Natto zu machen, und das oft und mit viel Freude daran, weil es eben so lecker schmecht, dann würde Dich so eine Aussage schon stören, da kannst Du sicher sein. ;)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 13:47
Und damit kann ich dann ganz flexibel einen Soldaten aus dem Golfkrieg erschaffen, der von Aliens entführt wurde und nun sein Geld als einfachere Sicherheitsmann auf einem Raumschiff verdient? Und einen Hund mit Cyberware-Erweiterung, so dass er menschliche Intelligenz und die Fähigkeit zu Sprechen erhält? Und einen Piratenkapitän aus dem 17. Jahrhundert.

Wohl kaum. Mutants&Masterminds ist definitiv weniger flexibel als ein beliebiges Universalsystem, das ist doch gar keine Diskussion wert.
Wie bitte??? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ...

Erstes Beispiel: Problemslos möglich. Zudem handelt es sich ja nur um einen Soldaten mit Zugang zu anderen Wissensgebieten. Der Rest ist Fluff, der durch keine Regel abgebildet werden muss.
Zweites Beispiel: Von mir persönlich in ähnlicher Form (vollständige Roboterkatze) als SC erschaffen und gespielt.
Drittes Beispiel: Noch einfacher zu lösen. Mit niedrigerem Powerniveau als die offzielle Vorgabe.

Oh Mann, das war wirklich Selfdisqualifying der allerbesten Sorte.  ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 13:50
Wie bitte??? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ...

Erstes Beispiel: Problemslos möglich. Zudem handelt es sich ja nur um einen Soldaten mit Zugang zu anderen Wissensgebieten. Der Rest ist Fluff, der durch keine Regel abgebildet werden muss.
Zweites Beispiel: Von mir persönlich in ähnlicher Form (vollständige Roboterkatze) als SC erschaffen und gespielt.
Drittes Beispiel: Noch einfacher zu lösen. Mit niedrigerem Powerniveau als die offzielle Vorgabe.

Oh Mann, das war wirklich Selfdisqualifying der allerbesten Sorte.  ::)

Nein, ist nicht "problemlos möglich" (sondern gar nicht), aber dazu mach ich jetzt einen eigenen Thread auf, das gleitet ja ins OT.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 13:55
Hm, wenn Du viel Mühe investieren würdest, um Natto zu machen, und das oft und mit viel Freude daran, weil es eben so lecker schmecht, dann würde Dich so eine Aussage schon stören, da kannst Du sicher sein. ;)
Eh, nein? Die Aussage waere schlichtweg ein geschmacklicher Fakt.
Ich sag ja nicht sowas wie das alle Natto Koeche "bescheisser" an den Gaesten sind, oder alle Natto Esser "scheisse" sondern nur das (imho) Natto so etwas von scheisse schmeckt und ich wirklich keinem empfehlen kann das zu essen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 13:57
Was für eine Limitation???
Glamour Powers Seite 111, der Begriff bezeichnet eigentlich die Illusionsfähigkeiten von Feenwesen, die Effekte wie Unsichbarkeit, Cameleon, Elastic Skin usw. dadurch erreichen, dass man die Wahrheit nicht sehen will.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 14:11
Glamour Powers Seite 111, der Begriff bezeichnet eigentlich die Illusionsfähigkeiten von Feenwesen, die Effekte wie Unsichbarkeit, Cameleon, Elastic Skin usw. dadurch erreichen, dass man die Wahrheit nicht sehen will.
Ich redete aber schon von den Möglichkeiten des GRW ohne Zusatzbände.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Roland am 10.09.2010 | 14:12
Nenn doch mal bitte drei bis sechs Namen.

Falls Du Namen von Systemen lesen willst, die ich für weniger kompliziert als GURPS halte: Trail of Cthulhu, Heroquest 1 & 2, The Shadow of Yesterday und viele andere FATE Varianten, Risus, die Spiele aus der Barbarians of Lemuria Serie uvm.. Ich würde auch Savage Worlds nennen, aber mit dem Spiel habe ich mich etwas beschäftigt, so das mir die eventuelle Komplexität nicht mehr so sehr auffiele, daher zögere ich.

Naja klar, wenn ein detailverliebter SL GURPS anbietet, dann, weil er detailliert leiten will.

Thot, dass mein SL detaillverliebt sein soll, hast Du Dir herbeifantasiert. Um es nochmal zu sagen, wir haben nach meinem Kenntnisstand die "normalen" GURPS Regeln benutzt. Weder Dinge vereinfacht, noch optionale Regeln dazugenommen.  
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 14:24
Ich redete aber schon von den Möglichkeiten des GRW ohne Zusatzbände.
Dann nimm halt Resistable, das steht im Basic Set und hat im Prinzip denselben Effekt und dieselben Kosten, nur keinen so passenden Namen und keinerlei Flufftext.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 10.09.2010 | 14:37
Dann nimm halt Resistable, das steht im Basic Set und hat im Prinzip denselben Effekt und dieselben Kosten, nur keinen so passenden Namen und keinerlei Flufftext.
Man muss diese Limitation modifizieren, da sie normalerweise den Schaden von Angriffen widerstehbar macht.

In GURPS muss man für eine solche Kraft (die de facto nur einen fetten Malus auf Wahrnehmung in Bezug auf den SC gibt) mit den vorhandenen Optionen etwas jonglieren und zum Schluss hat man eine recht teure Kraft, die auch nur nahe an dem dran ist, was man eigentlich möchte.  Und so zieht es sich leider durch den gesamten Erschaffungsprozess.

Und im Spiel selbst haben wir teilweise länger mit dem Buch hantiert als zu rollenspielen. Nicht ganz das, was wir uns unter "nicht kompliziert" vorstellen.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: gunware am 10.09.2010 | 14:44
In GURPS muss man für eine solche Kraft (die de facto nur einen fetten Malus auf Wahrnehmung in Bezug auf den SC gibt) mit den vorhandenen Optionen etwas jonglieren und zum Schluss hat man eine recht teure Kraft, die auch nur nahe an dem dran ist, was man eigentlich möchte.  
Ohne jetzt mit Büchern zu jonglieren (weil ich sie nicht zur Hand habe), hätte ich es vielleicht mit Chameleon und Cosmic gelöst. Aber so wie ich sage, das wäre mir jetzt auf die Schnelle ohne Buch eingefallen, vielleicht beim Durchlesen würde ich auch zu Unsichtbarkeit tendieren. Keine Ahnung.

Und im Spiel selbst haben wir teilweise länger mit dem Buch hantiert als zu rollenspielen.
Das passiert uns in anderen RPG auch, meistens da, wenn unsere altersschwachen Gedächtnisse unterschiedliche Informationen liefern. Aber ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich kein RPG kenne, wo ich es ausschließen würde (wobei ich jetzt Wushu usw. zu der Art der RPG nicht zähle, die ich damit anspreche, ich meine schon die RPG, wo die Werte der Charaktere etwas gelten), dass uns das nicht passieren würde. Keins.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 14:58
Falls Du Namen von Systemen lesen willst, die ich für weniger kompliziert als GURPS halte: Trail of Cthulhu, Heroquest 1 & 2, The Shadow of Yesterday und viele andere FATE Varianten, Risus, die Spiele aus der Barbarians of Lemuria Serie uvm.. [...]

Aus der Liste sind anderthalb Universalsysteme, und die sind narrative Systeme und keine Simulationsspiele. ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 15:03
Eh, nein? Die Aussage waere schlichtweg ein geschmacklicher Fakt.
Ich sag ja nicht sowas wie das alle Natto Koeche "bescheisser" an den Gaesten sind, oder alle Natto Esser "scheisse" sondern nur das (imho) Natto so etwas von scheisse schmeckt und ich wirklich keinem empfehlen kann das zu essen.

Hm, dann ist Essen wohl weniger herzblutkostend als P&P-Rollenspiele leiten. :)

Geh mal ins, sagen wir mal zufällig ausgewählt.... Midgard-Unterforum und sage ein paar nichtvorteilhafte Dinge. Oder, nein, tue es bitte nicht. Stelle Dir nur vor, Du tätest es. :)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: sir_paul am 10.09.2010 | 15:09
Midgard Spieler sind ja wohl der gelassenste Haufen den es gibt, naja gleich nach der Savage Worlds Mannschaft :D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 15:12
Hm, dann ist Essen wohl weniger herzblutkostend als P&P-Rollenspiele leiten. :)
Naja, ich habe gehoert das Liebe durch den Magen gehen soll, aber nicht das Lieber ueber das Characterblatt oder RPG System muss ^^;

Zitat
Geh mal ins, sagen wir mal zufällig ausgewählt.... Midgard-Unterforum und sage ein paar nichtvorteilhafte Dinge. Oder, nein, tue es bitte nicht. Stelle Dir nur vor, Du tätest es. :)
Ich hielt bisher die SW Ecke fuer's gefaehrlichste?
Und dann geht es doch um vermeintliche Verleumdungen [Geschmacksaeusserungen] ausserhalb?
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 15:14
Naja, ich habe gehoert das Liebe durch den Magen gehen soll, aber nicht das Liebe ueber das Characterblatt oder RPG System muss ^^;

Es sind ja auch meist eher die Spielleiter, die entschieden reagieren. ;D

Zitat
Ich hielt bisher die SW Ecke fuer's gefaehrlichste?
Und dann geht es doch um vermeintliche Verleumdungen [Geschmacksaeusserungen] ausserhalb?

Deswegen hab ich eins zufällig ausgewählt, weil es da eigentlich egal ist, welches System Du "geschmacksäußerst".
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 15:15
Es wurde wiederholt nach Beispielen gefragt.
Beispiele wurden sogar bereits in diesem thread verlinkt und ich wollte darauf auch nicht weiter rumreiten (diese erneut verlinken o.ä.). Glaubst Du nicht, dass diese existieren? Entweder lies nach oder glaub es halt nicht, ich habe nicht das Ziel einer Anprangerung konkreter Einzelpersonen, darum verfolge ich das auch nicht weiter...

Bei dir ist es okay kurz mal an anderen Systemen Seitenhiebe zu verteilen weil die halt so existieren und Fans haben.
Umgekehrt darf man aber nicht, weil,...?
?! *sigh*
Du willst offensichtlich den Unterschied zwischen Bashing und Kritik nicht sehen. Letztere ist in Bezug auf jedes System absolut okay und die ist hier auch nicht Thema! Es ging nur um pauschale Abwertungen, Beleidigungen wenn nur das Stichwort fällt etc., ich will das aber auch nicht zig-mal wiederholen was ich und andere bereits sagten...
(und meine "Seitenhiebe" waren zum einen eben nur begründete Kritik (nicht pauschale Abwertung!) und zum anderen, wie ich ebenfalls bereits erklärt habe (!), nur Reaktionen in einer bestehenden Ausseinandersetzung, also lediglich der Gegenpol zu entsprechenden Äußerungen in der anderen Richtung! Das ist etwas gänzlich anderes als initial, bzw. sogar ohne Anlass, loszuschlagen!)
Mal ganz davon abgesehen, dass es hier das GURPS-Unterforum ist und kein "allgemeiner" Bereich, im Cthulhu-Bereich würde sich auch niemand wundern, dass z.B. Risus mit Sicherheit stark kritisiert würde, wenn man es dort als die beste Alternative vorschlägt - also auch dies eine ganz andere Baustelle!
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 15:27
Bau mal mit GURPS folgende Fähigkeit:
Der Charakter wird "trüb". Man sieht ihn nicht, weil man nicht hinguckt. Das Auge gleitet immer wieder von ihm ab. Das gilt für alle Sinne, aber nicht für technische Geräte wie z.B. Sicherheits-Kameras, da eine Kamera nicht von sich aus abschweifen kann und die Fähigkeit nicht über das Medium "Monitor" funktioniert. Er ist NICHT unsichtbar. Man schaut einfach nur immer an ihm vorbei.

Das gab es sogar schon im alten GURPS3 als fertige Kraft im Vampire the Masquerade - Sourcebook, also psychische Unsichtbarkeit effektiv. Hab keine Bücher hier, aber AFAIK gibt es dafür ne entsprechende Limitation für Invisibility im Powers, auch in der 4., also sehr schnell und locker gemacht. Alternativ könnte man es z.B. auch als "Obscurity" abhandeln, also eine Unschärfe im Sichtfeld (mit gewisser Chance gesehen zu werden, je nachdem wie gut es ist).
Und wenn man zu faul ist zu suchen und es nur ungefähr hinkommen soll - womit es schon nicht schlechter ist als bei vielen anderen RPGs auch ;) - kann man das auch ziemlich schnell mit so allgemeineren limitations wie "accessibility" abfertigen, also meinetwegen über den Daumen -40% weil es bei technischen Gerätschafen nicht geht (nicht zugänglich ist).

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 15:31
Beispiele wurden sogar bereits in diesem thread verlinkt und ich wollte darauf auch nicht weiter rumreiten (diese erneut verlinken o.ä.).
Bisher sah ich nur einen Post im Thread verlinkt, gleich mit einem Smiley weil der Post nicht ernstgemeint war.

Zitat
Du willst offensichtlich den Unterschied zwischen Bashing und Kritik nicht sehen.

Bisher macht es auf mich den Eindruck das es okay ist SW zu "kritisieren".
Was in dem konkreten Fall heisst ohne es gespielt zu haben, halbgare, negative Aussagen zu treffen, nur damit es nicht "glaenzt" und das eigene System aufgewertet wird.
Bei GURPS heisst es bisher offensichtlich das man NICHTS irgendwie negatives ueber das System sagen darf, egal ob es sich um inhaltlich faktisch belegbare Kritik handelt oder um persoenliches Geschmacks empfinden, weil alles zu einer Verleumdung stilisiert wird, dem Kritiker niedere Motive unterstellt und er anschliessend persoenlich beschimpft.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 15:34
Was in dem konkreten Fall heisst ohne es gespielt zu haben, halbgare, negative Aussagen zu treffen, nur damit es nicht "glaenzt" und das eigene System aufgewertet wird.
Also echt mal, was soll das?! Willst Du hier Streit provozieren? Wie wäre es mal zu lesen statt zu unterstellen?!
Falls Du damit mich meinst, habe ich mich bereits zur Genüge dazu geäussert, dass ich SW schon gespielt habe und es auch für One-Shots nicht schlecht finde usw. und ich hab keinen Bock mehr hier über irgendwelchen offtopic-Unsinn zu reden.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 15:40
Wie wäre es mal zu lesen statt zu unterstellen?!
Wie waere es einmal damit das gleiche zu tun?

Ich frage mich immer noch wieso hier Personen die einfach nur festellen das GURPS Komplexer ist als ihr System oder nach deren Empfinden es komplizierter ist boeswillig den Vorwurf der Verleumdung untergeschoben bekommen, sich anhoeren duerfen Luegner zu sein oder doch bitte den Mund verbieten lassen sollen, weil Meinungsaeusserungen ja eh nicht angesehen sind.
Waehrend gleichzeitig gegenueber anderen Systemen genau das von Leuten gemacht wird die sich dann bei GURPS darueber aufregen.

Nun und die Frage nachdem Stein des Anstoss bleibt immer noch offen.


Insofern hatte ich bisher keine Vorurteile oder Bedarf an GURPS.
Ausser das durch den Thread der Eindruck entsteht das einige Spieler halt Kritik oder einem Meinungsaustausch scheinbar nur eingeschraenkt aufgeschlossen sind.

(Ansonsten bin ich damit aus der "Diskussion" raus)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 15:46
P.S. Wie man an dem "Natto"-Beispiel gesehen hast, argumentierst Du hier leider - vermutlich wegen Missverständnissen - mehrmals schon am Thema vorbei. Es geht _natürlich nicht_ darum, dass es nicht erlaubt ist, eine negative Meinung zu äussern, wenn jemand danach fragt, wie ist System X? Es geht auch nicht darum, dass es nicht akzeptabel wäre, dass jemand auf den Vorschlag "Nimm System X" sagt, "Meiner Meinung nach ist das für das Setting ungeeignet" (am Besten mit Grund).
Es geht aber darum, dass "X ist totale Scheisse!" und "X kann keinen Spaß machen, nimm das bloß nicht!" einfach grundsätzlich unangemessen sind in einer Diskussion. Und das v.a. in Fällen, wo es noch nicht mal eine konkrete (evtl. hitzige) Debatte um ein System ist, sondern die bloße Erwähnung des Namens reicht, um manche Leute ausklinken zu lassen. Diese haben IMHO ein Problem und DAS sind für mich dann Verleumdungen - nicht anders als in RL-Diskussionen auch.

Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 15:48
Ich frage mich immer noch wieso hier Personen die einfach nur festellen das GURPS Komplexer ist als ihr System oder nach deren Empfinden es komplizierter ist boeswillig den Vorwurf der Verleumdung untergeschoben bekommen,
Siehe mein Post eben, Du bist leider am Thema vorbei... Niemand hat hier ein Problem mit der Kritik, dass es Komplexität gibt o.ä.
Aber schön, dass dieser Exkurs damit endlich auch beendet ist.

edit: Um es entsprechend zu reflektieren, habe ich den Thread-Titel nochmal entsprechend retrospektiv präzisiert von Verleumdungen zu Bashing, weil es ja die ganze Zeit nicht um begründete Kritik (was aber auch keine Verleumdung wäre), sondern um pauschale Verurteilungen, Beleidigung bzw. Bashing etc. ging (und natürlich auch wobei die "historische" Pauschalkritik, wo Fehler oder auch nur vermeintliche Probleme der 3. Ed. einfach "auf Verdacht" auf die 4. angewendet werden ohne sie überhaupt zu kennen)
Ich hatte eigentlich auch gehofft gehabt, dass das über zig Seiten voller Erklärungen schon von alleine rausgekommen wäre, aber naja...
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 15:54
Zur Entspannung jetzt ein wenig Fahrstuhlmusik:

Dimdumdidummdummdididummdum...

Danke. Es geht weiter im Programm. Etwas gelassener als zuvor.


 :D
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Lyonesse am 10.09.2010 | 16:36
Ich finde es deutlich einfacher, aus dem Stand eine SF-Kampagne mit GURPS zu machen als mit Hero System, BESM, Risus oder auch Ephorân. Einfach, weil es wesentlich mehr nützliche Unterstützungsbücher und -PDFs gibt.

Weil wir ja schon ewig off-topic sind und mir Kritik an Hero völlig unerträglich ist, muß ich darauf hinweisen, daß gerade für Star Hero einige Quellenbücher erschienen sind, mit denen sich problemlos eine SF-Kampagne aus dem Boden stampfen läßt.
Im übrigen würde ich mich nur wegen nützlicher Unterstützungbücher, noch lange nicht für ein System entscheiden um eine Kampagne zu leiten. Ich habe mir nie ein GURPS-Quellenbuch mit der Absicht gekauft, auch tatsächlich GURPS zu spielen.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 10.09.2010 | 16:42
Die ganzen "(Genre) Hero"-Buecher waren alle "nice to have" aber nie ein "need to have" (also Buecher die man haben WILL wenn man was in dem Genre macht, aber nicht haben MUSS) und nehmen einem viel Denk- und Rechenarbeit ab. Mit den Paketen aus diesen Buechern habe ich schneller einen Charakter zusammengebaut als in fast allen d20-Systemen.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 17:10
Warum sollte man auch nicht die Sourcebooks anderweitig nutzen dürfen? ;)
Wird ja gewissermaßen sogar "explizit unterstützt" durch die Autoren.

Je nach Setting würde ich zwar empfehlen ruhig GURPS mal zu testen... ;)
...aber wenn man schon ein gut funktionierendes System hat und dort auch alle entsprechend nützlichen "features" gut unterstützt werden, ist eine Portierung zum "Heimat"-System - sofern sie ohne viel Aufwand und Probleme erfolgen kann - sicherliche eine der besten Lösungen... IMHO ist es in so einem Fall in der Tat am Besten den Vorteil zu nutzen, dass man ein bestimmtes System gut kennt und damit auch am Besten am Spieltisch umsetzen kann...
Umgekehrt mache ich das ja auch so - u.a. darum mache ich mir z.B. auch nicht die Mühe tiefer ins originale oWoD-System einzusteigen, weil es schon eine Original-Portierung zu GURPS gibt und das WoD-System ohnehin keine besondere gute Wahl zu sein scheint (muss natürlich jeder für sich entscheiden - und es hat sicherlich auch seine Vorteile)

In Bezug auf die "Expansion"-Sourcebooks, also bspw. so Sachen wie Fantasy, Ultra-Tech o.ä. ist es bei GURPS übrigens auch so, dass die nicht erforderlich sind für das Genre, sondern halt hilfreich, mit praktischen Lösungen, Ergänzungen, Tipps u.ä. Was diese ganzen Sachen angeht, scheinen GURPS und Hero sowieso sehr ähnliche Wege zu gehen wie mir scheint.


Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 10.09.2010 | 17:22
[...] und das WoD-System ohnehin keine besondere gute Wahl zu sein scheint [...]
Und dir ist wirklich nicht klar, dass das, was du so schreibst genau in die Kategorie dessen fällt, was du hier angeblich anprangern möchtest?
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 17:29
Und dir ist wirklich nicht klar, dass das, was du so schreibst genau in die Kategorie dessen fällt, was du hier angeblich anprangern möchtest?

Ich hatte erwartet, dass dieser Kommentar kommt... ;)
Und: Ja, es ist mir nicht klar, weil es eben nicht so ist!

Erstens beachte mal die genaue Wortwahl:
"scheint" bedeutet <nicht> "es muss so sein", sondern es ist mein Eindruck, also schon mal relativiert und definitiv kein festes Statement (d.h. offen für Argumente und nicht pauschal). Zweitens: "Nicht besonders gut", ist ebenfalls keinerlei Beleidigung o.ä., sondern nur meine Einschätzung einer nicht optimalen Eignung, also sogar noch eine äusserst gemäßigte Form von Kritik! Zu guter letzt habe ich sogar explizit angefügt: "muss natürlich jeder für sich entscheiden - und es hat sicherlich auch seine Vorteile"! Womit ich dem System konkret seine Zielgruppe zugestanden habe, denn ich habe niemals jemand hier aberkannt, dass er z.B. GURPS für sich als zu komplex empfindet und dies auch deutlich ausspricht - derartiges ist selbstverständlich absolut ok! (um es gefühlt zum 5. Mal zu sagen) - Dieses kleine statement eben kann man IMHO sogar fast noch nicht mal als Kritik bezeichnen, sondern nur als verhaltene Einschätzung meines eigenen Geschmacks in Bezug auf ein anderes System...
Und auch "echte Kritik" ist eben völlig in Ordnung, wenn es kein bashing ist!

Also wenn Dir das nicht reicht, um den - definitiv vorhandenen und IMHO sehr relevanten - Unterschied zu verstehen, gebe ich es auf...
[ Und wenn die Mehrheit der Leute hier, in Bezug auf die akurate Diskussionskultur dieser Äußerung, anderer Ansicht ist als ich, bin ich auch bereit mein Weltbild zu ändern, aber ich würde mich doch seeehr wundern... ;) ]
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 10.09.2010 | 17:46
[ Und wenn die Mehrheit der Leute hier, in Bezug auf die akurate Diskussionskultur dieser Äußerung, anderer Ansicht ist als ich, bin ich auch bereit mein Weltbild zu ändern, aber ich würde mich doch seeehr wundern... ;) ]
Ich wär auch erstaunt, wenn sich noch jemand fände, der dir sagt, dass du quasi "en passante" basht. Schlißlich hast du alle bisherigen Kommentare dazu ja auch ignoriert und es besteht wohl wenig Grund anzunehmen, dass das künftig anders sei..
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Teylen am 10.09.2010 | 18:12
Zweitens: "Nicht besonders gut", ist ebenfalls keinerlei Beleidigung o.ä., sondern nur meine Einschätzung einer nicht optimalen Eignung, also sogar noch eine äusserst gemäßigte Form von Kritik!
"Nicht besonders gut" ist die nette Version von "scheisse" bzw. "unterlegen".

Du triffst eine negative Aussage ueber ein System ohne es gelesen zu haben oder es lesen zu wollen.

Als waere das nicht genug behauptest du danach tatsaechlich noch das die hingeschmierten Vorurteile zu dem System auch noch Kritik sind und entziehst danach die Aussage auch noch jeder Kritik durch die Befuerworter des Systems die vielleicht anfuehren wollen wieso sie ihr System nicht fuer im Vergleich zu GURPS "nicht besonders gut" bzw. "scheisse" halten.

Zitat
Zu guter letzt habe ich sogar explizit angefügt: "muss natürlich jeder für sich entscheiden - und es hat sicherlich auch seine Vorteile"!
Weniger nett ausgedrueckt: "Ist zwar scheinbar scheisse, aber vielleicht noch in einem anderen Bereich gut [die ich mir aber nicht kenne und auch nicht anschaue weil es so stinkt]."

Zitat
Dieses kleine statement eben kann man IMHO sogar fast noch nicht mal als Kritik bezeichnen, sondern nur als verhaltene Einschätzung meines eigenen Geschmacks in Bezug auf ein anderes System...
Imho ist es ein anhaltsloses, unprovoziertes Bashing von anderen Systemen, nur um das eigene weiter raus zu putzen und glaenzen zu lassen.
Dabei weder argumentiert, ausgefuehrt oder auch nur im Ansatz sachlich sondern einmal voll drauf.

Das ist imho wie die Aeusserung:
Ich spiele nur Fate, ich finde das ganz toll, die Erleuchtung, es macht Spass und ich habe gar keinen Bock mir das GURPS System im Vergleich zum FATE System auch nur anzugucken weil das scheinbar keine besonders gute Wahl [Rotz] ist. (Hat aber bestimmt auch irgendwelche Vorteile [Mir fallen keine ein und ne bessere Wahl wirds auch nicht Ha!])

Zitat
[ Und wenn die Mehrheit der Leute hier, in Bezug auf die akurate Diskussionskultur dieser Äußerung, anderer Ansicht ist als ich, bin ich auch bereit mein Weltbild zu ändern, aber ich würde mich doch seeehr wundern... ;) ]
Ich finde das Darkling es auf den Punkt trifft.
Insofern, beziehe dich was das angeht doch bitte nicht auf die schweigende Mehrheit.
Zumal du bereits von anderen darauf hingewiesen wurdest das deine Aussagen gegenueber anderen Systemen genau dem entspricht was du als Bashing anprangerst.

soviel zum vorhaben
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Thot am 10.09.2010 | 18:31
Weil wir ja schon ewig off-topic sind und mir Kritik an Hero völlig unerträglich ist, muß ich darauf hinweisen, daß gerade für Star Hero einige Quellenbücher erschienen sind, mit denen sich problemlos eine SF-Kampagne aus dem Boden stampfen läßt.

Tut mir leid, für das, was ich von solchen Büchern erwarte, sind die Hero-Quellenbücher ausnahmslos ungeeignet. Star Hero selbst bietet exzellente Genrehilfen und allgemeine rollenspielerische Hinweise (wie auch Fantasy Hero in dem Teil besser ist als GURPS Fantasy für 4th ed.), aber ein Ultra Tech gibt es für Hero beispielsweise nicht.

Zitat
Im übrigen würde ich mich nur wegen nützlicher Unterstützungbücher, noch lange nicht für ein System entscheiden um eine Kampagne zu leiten. Ich habe mir nie ein GURPS-Quellenbuch mit der Absicht gekauft, auch tatsächlich GURPS zu spielen.

Stimmt, ist allerdings etwas mit GURPS natürlich einfacher.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 21:16
Ich wär auch erstaunt, wenn sich noch jemand fände, der dir sagt, dass du quasi "en passante" basht. Schlißlich hast du alle bisherigen Kommentare dazu ja auch ignoriert und es besteht wohl wenig Grund anzunehmen, dass das künftig anders sei..

Wenn das für Dich Bashing ist, ok, dann bashe ich gerne - wie übrigens fast jeder in solchen Foren... (habe das zugegebenermaßen sogar bewusst geschrieben, um zu sehen ob diese Reaktion kommt...)
Also ich habe ja nichts gegen die Utopie einer "total heile Welt"-Argumentationskultur in Foren und wenn ich das wollte, wäre es mir ein leichtes nur noch im "Peace Bruder"-Modus zu fahren, aber es wäre total unrealistisch zu versuchen das im ganzen Forum einzufordern, wenn man sich ansieht wie die meisten Leute in Foren (auch hier) diskutieren und eben auch z.T. sogar "wirklich" bashen. Falls Du auch nur die Mehrheit dazu kriegen würdest bin ich von mir aus sofort dabei, aber ich sage Dir Du hast keine Chance...Du müsstest allermindestens jeden 3. Forenteilnehmer persönlich verpflichten, ich würde sogar eher jeden 2. annehmen wenn Du alle threads von jeder Person nach sowas durchforstet usw. - Ich könnte mir sogar mal den Spaß machen mal bei Dir zu recherchieren, aber es interessiert halt überhaupt nicht ;) [weil es IMHO irrelevant ist]
So oder so hätte ich nämlich auch gar kein Interesse mich da als Moralapostel hinzustellen, weil ein wenig "Leidenschaft" in Diskussionen das Ganze sowieso lebendiger und interessanter macht und Du auch niemanden Mundtod machen können wirst - was die letzte Folgerung ist, wenn Du so argumentierst...

MIR ging es NUR darum eine gewisse "Grund-Fairness" bei Debatten reinzukriegen, etwa in Bezug auf die FORM von Kritik usw., d.h. eben keine Beleidigungen etc. etc., alles was ich bereits ausgeführt habe.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 21:32
"Nicht besonders gut" ist die nette Version von "scheisse" bzw. "unterlegen".
Deine Wertung und nicht objektiv!

Du triffst eine negative Aussage ueber ein System ohne es gelesen zu haben oder es lesen zu wollen.
Unterstellung! Woher weisst Du das - wo steht es? Es stimmt auch nicht! Ich kenne das System, habe sogar 2 Sourcebooks davon, wollte hier aber keine Diskussion über das WoD-System eröffnen, da es nur ein sehr unwichtiges Beispiel ist... [ zumal es IMHO recht bekannt sein sollte, das White Wolf selbst ihr Regelwerk nicht als übermäßig anspruchsvoll/hochwertig bewertet (deren Kompetenz liegt v.a. im exzellenten Setting), warum sonst glaubst Du, haben sie SJG eine entsprechende Lizenz für neue Regeln gegeben? ;) Und ich finde das System für "leightweight"-Games auch völlig ok, nur es ist damit für mich nicht "gut" und es gibt hierfür auch jede Menge (offtopic-)Begründungen]

Den Wust von merkwürdigen Äusserungen und Beschimpfungen im Folgenden, die für mich wenig Sinn ergeben, erspare ich mir mal im Detail zu analysieren...


Das ist imho wie die Aeusserung:
Ich spiele nur Fate, ich finde das ganz toll, die Erleuchtung, es macht Spass und ich habe gar keinen Bock mir das GURPS System im Vergleich zum FATE System auch nur anzugucken weil das scheinbar keine besonders gute Wahl [Rotz] ist. (Hat aber bestimmt auch irgendwelche Vorteile [Mir fallen keine ein und ne bessere Wahl wirds auch nicht Ha!])
Wenn das so geschrieben würde - ohne die wiederum völlig unnötigen, provokativen Anmerkungen in eckigen Klammer, die eine total subjektive inhaltliche Aufladung Deinerseits sind - alright, das ist völlig in Ordnung!
Absolut ok für mich - weil es eine <Ich>-Aussage ist, d.h. derjenige gibt seine Meinung wieder, die gerne auch sehr negativ sein kann, aber stellt es nicht als unzweifelhaften Sachverhalt dar, bzw. beleidigt gar oder wird sogar persönlich!
Anmerkungen dagegen wie "Rotz" sind Beleidigungen und direkte Wertungen. Und Anmerkungen wie "ne bessere Wahl wirds nicht" sind halt auch reine Provokation und daher ebenfalls was völlig anderes.

Unterschiede in der Formulierung <machen es aus>!  Es ist eine totale Unterstellung, dass sowas unterschwellig "totale scheisse" bedeutet und selbst wenn es das für denjenigen bedeuten könnte (was ja nicht ganz auszuschließen ist), macht es dennoch einen massiven Unterschied in der Höflichkeit und im Umgang weil es das _eben nicht_ bedeuten muss und somit auch kein Bashing ist!
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: carthoz am 10.09.2010 | 22:31
Unterstellung! Woher weisst Du das - wo steht es? Es stimmt auch nicht! Ich kenne das System, habe sogar 2 Sourcebooks davon, wollte hier aber keine Diskussion über das WoD-System eröffnen, da es nur ein sehr unwichtiges Beispiel ist... [ zumal es IMHO recht bekannt sein sollte, das White Wolf selbst ihr Regelwerk nicht als übermäßig anspruchsvoll/hochwertig bewertet (deren Kompetenz liegt v.a. im exzellenten Setting), warum sonst glaubst Du, haben sie SJG eine entsprechende Lizenz für neue Regeln gegeben? ;) Und ich finde das System für "leightweight"-Games auch völlig ok, nur es ist damit für mich nicht "gut" und es gibt hierfür auch jede Menge (offtopic-)Begründungen]
Ganz im Ernst, du demontierst dich mit diesem Abschnitt sowas von selbst. Bemerkenswert.

Ich lese damit ab jetzt nicht einmal mehr mit, weil du absolut unredlich argumentierst und handelst.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 10.09.2010 | 22:35
Wo ist der schöne Titel hin? Und warum diskutieren wir jetzt über WoD?
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Bad Horse am 10.09.2010 | 22:38
Bitte regt euch alle wieder ab und kommt zurück zum Thema.

@OldSam: Du fühlst dich gebasht, wenn jemand dein Lieblingssystem unmäßig kritisiert; Teylen fühlt sich gebasht, wenn das jemand mit ihrem tut. "Unmäßig" liegt nun aber im Auge des Betrachters, und bitte verstehe, dass andere Leute ihr System mit genauso viel Herzblut lieben wie du GURPS und sich eben irgendwie angegriffen fühlen, wenn du es kritisierst.

@Teylen: Es gibt einen Unterschied zwischen "Ich mag die WoD nicht" und "Ich würde nicht mal ne Blutspende von GURPS annehmen, wenn ich im Sterben läge". Ja, die WoD wird auch ziemlich übel runtergemacht, aber darum geht es hier im Thema nicht - es geht um die teilweise irrationale Abneigung, die viele gegenüber GURPS haben und auch gerne mal äußern.

Und daher, zurück zum Thema, ich gehör nämlich zu den Leuten, die eine irrationale Abneigung gegenüber GURPS empfinden: Warum kann ich nicht genau sagen, denn die Abneigung ist mit Sicherheit irrational. Das System ist mir einfach unsympathisch. Ich habe damit gespielt, aber ich mag es nicht. Das kann ich nicht an einem bestimmten Punkt festmachen und so richtig begründen (ich akzeptiere ja bei anderen Systemen auch Schwächen). Sorry, OldSam, aber das ist nun mal ein Bauchgefühl, und dagegen können alle Argumente der Welt nicht an.  :-\
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Callisto am 10.09.2010 | 22:40
Ganz im Ernst, du demontierst dich mit diesem Abschnitt sowas von selbst. Bemerkenswert.

Ich lese damit ab jetzt nicht einmal mehr mit, weil du absolut unredlich argumentierst und handelst.

Nee, du verstehst nur seine Argumentation nicht. Findet du denn, das Teylen redlich argumentiert und handelt? Die kennt GURPS nicht mal.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 10.09.2010 | 22:43
Ich habe fast alle Gurps 3 Sourcebooks gelesen, Voodou, Scheibenwelt, Masquerade, Zeitreise, Space, Conan, Illuminati usw.

Alle waren cool, bis auf Space, das ging so, war echt sehr drocken. Aber nie, nie hab ich die Regeln wirklich gelernt oder verstanden. Obwohl die in jedem Buch hintendrinstanden. Ich hab ein bisserl drin gelesen, nicht viel kapiert undsdann wieder gelassen. Ich konnrte mich auch in der ganzen Zeit nie aufraffen, das mal systematisch anzugehen. Dabei habe ich sogar das Grundregelwerk, das übrigens einschüchternd dick ist und nie wirklich angefasst wurde.

Alles Gurps 3!  
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Pyromancer am 10.09.2010 | 22:53
Ich habe fast alle Gurps 3 Sourcebooks gelesen, Voodou, Scheibenwelt, Masquerade, Zeitreise, Space, Conan, Illuminati usw.

Alle waren cool, bis auf Space, das ging so, war echt sehr drocken.

GURPS Space ist ein Juwel für jeden, der damit anfängt, ein SciFi-Setting zu entwerfen.

Und ich hab mir kein einziges meiner GURPS-Quellenbücher mit dem Hintergedanken gekauft, sie mit den GURPS-Regeln zu benutzen.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 22:57
Ich habe fast alle Gurps 3 Sourcebooks gelesen, Voodou, Scheibenwelt, Masquerade, Zeitreise, Space, Conan, Illuminati usw.
Was?  :o Das sind um die 300 Stück, soviele Rollenspielbücher hab ich nichtmal insgesamt gelesen
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 10.09.2010 | 23:00
Was?  :o Das sind um die 300 Stück, soviele Rollenspielbücher hab ich nichtmal insgesamt gelesen

Nie im Leben! Worüber sollen die denn bitte alle sein?
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: carthoz am 10.09.2010 | 23:02
Nee, du verstehst nur seine Argumentation nicht. Findet du denn, das Teylen redlich argumentiert und handelt? Die kennt GURPS nicht mal.
Es geht nicht darum, ob Teylen falsch argumentiert. Es geht darum, dass er sich darüber aufregt, dass gegen Gurps gebasht werde, dann aber selbst mit haarsträubenden "Argumenten" White Wolf unterstellt, dass die Gurps-Lizenz für Maskerade der Erkenntnis entsprungen sei, das eigene System sei wohl nicht sonderlich gut für irgendwas. Das ist einfach eine bemerkenswerte Behauptung.
In Verbindung mit der Aussage, das System sei zwar "leichtgewichtig", aber nicht gut, eben weil es "leichtgewichtig" sei, macht das halt einen deutlichen Eindruck. Denn lustigerweise gelten gleicherart "begründete" Meinungen gleich als "Gurps-Gebashe".
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Pyromancer am 10.09.2010 | 23:03
Nie im Leben! Worüber sollen die denn bitte alle sein?
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_GURPS_books#Third_Edition_.28and_previous_editions.29
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 10.09.2010 | 23:05
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_GURPS_books#Third_Edition_.28and_previous_editions.29
Hmm. Ok, aber es sind eher 250.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 23:07
Nie im Leben! Worüber sollen die denn bitte alle sein?
GURPS Worldbook Index (http://www.sjgames.com/gurps/books/)
Für die 3E sind da 271 Bücher gelistet
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 10.09.2010 | 23:13
Gurps hat ja voll die Anhängerschaft in USA.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Callisto am 10.09.2010 | 23:16
Es geht nicht darum, ob Teylen falsch argumentiert. Es geht darum, dass er sich darüber aufregt, dass gegen Gurps gebasht werde, dann aber selbst mit haarsträubenden "Argumenten" White Wolf unterstellt, dass die Gurps-Lizenz für Maskerade der Erkenntnis entsprungen sei, das eigene System sei wohl nicht sonderlich gut für irgendwas. Das ist einfach eine bemerkenswerte Behauptung.
In Verbindung mit der Aussage, das System sei zwar "leichtgewichtig", aber nicht gut, eben weil es "leichtgewichtig" sei, macht das halt einen deutlichen Eindruck. Denn lustigerweise gelten gleicherart "begründete" Meinungen gleich als "Gurps-Gebashe".

Gar nicht wahr. GURPS Gebashe ist, wenn jemand sagt "Ich such ein neues System, am besten ein generisches" dann sagt jemand nimm SW, ein anderer spricht sich für Fate aus, der nächste für Hero. Irgendeiner davon sagt, SW schön und gut, aber Fate könnte für dich besser sein, weil bla, der SWler schlägt zurück mit "Fate kann ja gar keine Battlemaps und bla" . Dann kommt einer und empfiehlt GURPS. Dann sagt irgendeiner "Bäh, dann lieber Fate wenn du Storytelling willst oder SW wenn du Miniaturenkämpfe willst. GURPS ist der letzte Dreck, lass die Finger davon. Sourcebooks sind ja ok, aber das System ist igitt !
WoD wird schon laaaaaaaaaange mit bestimmten Kritikpunkten beworfen, weil manche davon richtig sind. WoD kann superleicht von Powergamern ausgenutzt werden. OldSam hat nicht geschrieben, das WoD der letzte Dreck ist, im Gegenteil, er hat gesagt, dass die Settings dir Stärke von WoD sind. Damit hat er ja auch recht. Dabei mag ich die Werwolfregeln, aber Vampire geht so. Da hab ich WoD aber noch nich als letzten Dreck bezeichnet und das mit "Vampirelive-SPieler stinken" und "WoDler sind alles Powergamer" und "... haben einen Hirnschaden" hat nicht OldSam geschrieben, sondern Teylen hat diese Vorurteile und Diffamierungen erwähnt, weil sie findet, das über WoD viel mehr gelästert wird. Stimmt auch, über WoD wird mehr gelästert und existieren mehr Vorurteile. Aber WoD wird selten empfohlen, wenn jemand ein neues System sucht, weils eben ein spezifisches Setting hat, WoD wird quasi nur empfohlen, wenn jemand etwas sucht, auf das die Beschreibung "Welt der Dunkelheit, jetztzeit, Vampire und so" passt. Deswegen nehm ich diese Beleidigungen im Forum nicht wahr. Sie finden selten statt. Und im Chat wurde Teylen auch nur drüber aufgeklärt, dass es diese Vorurteile gibt. Deswegen frag ich mich ja die ganze Zeit, warum sie hier postet. Es geht schließlich nicht um WoD.

Es geht um GURPS !

Es ist völlig legitim wenn jemand GURPS nicht mag. Es ist auch völlig legitim nur die Sourcebooks zu nutzen und es nicht zu empfehlen. Was nicht legitim ist, ist, auf jede Empfehlung von GURPS einzuhämmern, als wäre GURPS der Teufel, der ausgetrieben werden muss. Das machen die wenigsten, klar. Aber ...


*seufz*
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Woodman am 10.09.2010 | 23:23
Gurps hat ja voll die Anhängerschaft in USA.
Nicht nur da, in Brasilien war GURPS lange Zeit das verbreitetste RPG, noch vor D&D, ob das immer noch so ist weiß ich nicht, weil sich der Lizenznehmer da in letzter Zeit wohl nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und die Fans ziemlich abgenervt waren.
Ansonsten ist die Community im Verlagsforum ziemlich international,
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 10.09.2010 | 23:27
Bitte regt euch alle wieder ab und kommt zurück zum Thema.
...
Es gibt einen Unterschied zwischen "Ich mag die WoD nicht" und "Ich würde nicht mal ne Blutspende von GURPS annehmen, wenn ich im Sterben läge".
...
Und daher, zurück zum Thema, ich gehör nämlich zu den Leuten, die eine irrationale Abneigung gegenüber GURPS empfinden:

@BadHorse:
Ernsthaft, vielen Dank für diese sehr sachliche, rationale Klarstellung, ich stimme Dir wirklich vollends zu! Es ging mir - auch wenn das irgendwie mancher nicht zu glauben scheint - die ganze Zeit, im wesentlichen um nicht mehr als etwas Mäßigung bei der Kritik und Diskussionskultur...
Und dass ich kein Problem damit habe, dass Dir GURPS nicht so sympathisch ist, solltest Du ja eh von neulich irgendwann noch wissen ;)  Solange Kritik nicht ausfallend, pauschal-abwertend oder gar persönlich wird u.ä., sondern im normalen Rahmen bleibt, können denke ich alle ganz gut mit der Pluralität der Meinungen leben...

Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 11.09.2010 | 00:20
edit - kurze generelle Anmerkung noch:
Falls es irgendwie überheblich angekommen ist, dass ich einige Argumente hier analytisch recht hart "abgefertigt" habe, möchte ich nachträglich um Verzeihung dafür bitten! Das ist weder boshaft noch rechthaberisch oder persönlich gemeint o.ä., aber (auch) ich bin irgendwann bei so ellenlangen Diskussionen einfach genervt davon, wenn manche Argumente schon wieder provozieren weil sie (un-/absichtlich) am Thema bzw. Kern der Debatte vorbei gehen oder einfach falsch/unsachlich sind, weil einiges nicht gelesen wurde o.ä., bzw. schon wieder ein neues Fass aufgemacht wird etc. - Ich ignoriere es förderhin einfach, bitte aber "Querschiesser" auch darum vorher 2x zu überlegen bzw. nachzulesen was eigentlich gemeint ist - das sorgt allgemein für weniger Stress.

In Verbindung mit der Aussage, das System sei zwar "leichtgewichtig", aber nicht gut, eben weil es "leichtgewichtig" sei, macht das halt einen deutlichen Eindruck. Denn lustigerweise gelten gleicherart "begründete" Meinungen gleich als "Gurps-Gebashe".
Nein, wie mehrmals im Thread bereits gesagt wurde, wäre eine Aussage wie "X finde ich nicht gut, weil es mir viel zu kompliziert für das Setting ist" oder so, <kein Gebashe>.
Dazu noch kurz abschließend die Anmerkung, dass ich keinesfalls etwas gegen das WoD-System habe, sondern nur darauf in einem Nebenbei-Kommentar  (ohne Debatten-Wunsch) ursprünglich anmerken wollte, dass IMHO auch die White Wolf-Leute selbst sagen würden, dass sie primär Setting-Spezialisten sind - und das meine ich nicht abschätzig und man kann trotzdem auch gerne in jedem Punkt anderer Meinung sein (weil es eben nicht mehr als meine Meinung war und das auch IMHO keinesfalls in unangebrachtem Ton oder so)! Es heisst für mich auch <nicht>, dass das Regelwerk untauglich ist o.ä., sondern das es halt für den Storyteller-Spielstil gebaut ist, der IMHO nicht so viel Fokus auf tiefergehende Regeln legt. Im Vergleich finde ich die WoD-Regeln schon ok, nur eben nicht gut und ich wundere mich echt wieso z.B. in so einen beiläufigen, leicht kritischen, aber nicht offensiven Kommentar soviel reininterpretiert wird - wenn auf der anderen Seite offenbar vielfach kein Problem besteht, dass in anderen Kontexten übles bashing und regelrechtes flaming losbricht... [ das ist ja normal ;) ]
Aber ich belasse es jetzt auch wirklich dabei, weil irgendwie scheint es mehrfach nur zu weiteren Misinterpretationen zu führen, wenn ich versuche was zu erläutern...
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Lyonesse am 11.09.2010 | 01:37
GURPS hat mir immer zu sehr Hero nachgeahmt, ohne dessen Komplexität zu erreichen. Die Quellenbücher von GURPS waren dafür jedoch cool - leider stand so etwas nie auf der Agenda von Hero.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Sashael am 11.09.2010 | 02:13
Das gab es sogar schon im alten GURPS3 als fertige Kraft im Vampire the Masquerade - Sourcebook, also psychische Unsichtbarkeit effektiv. Hab keine Bücher hier, aber AFAIK gibt es dafür ne entsprechende Limitation für Invisibility im Powers, auch in der 4., also sehr schnell und locker gemacht.
Äh ... nein.

Alternativ könnte man es z.B. auch als "Obscurity" abhandeln, also eine Unschärfe im Sichtfeld (mit gewisser Chance gesehen zu werden, je nachdem wie gut es ist).
Obscurity ist ein Area-Effect. Zudem muss man für den Effekt jede Menge Enhancements hinzunehmen, sodass für einen effektiven Obscure mal ganz schnell 60+ CP zusammenkommen. Für einen Effekt, der eine Menge eingebauter Limitations hat, der nett, aber nicht vollkommen überpowert ist und zum Schluss hat man auch nur eine Näherung an das, was man eigentlich wollte. Der Sinn wird ja nicht blockiert, sondern abgeleitet.

Und wenn man zu faul ist zu suchen und es nur ungefähr hinkommen soll - womit es schon nicht schlechter ist als bei vielen anderen RPGs auch ;) - kann man das auch ziemlich schnell mit so allgemeineren limitations wie "accessibility" abfertigen, also meinetwegen über den Daumen -40% weil es bei technischen Gerätschafen nicht geht (nicht zugänglich ist).
Und du darfst es dir verkneifen, uns unterschwellig als "faul" zu bezeichnen.
Es sollte eben NICHT nur ungefähr hinkommen, aber genau DAS ist ja das Hauptproblem bei GURPS. JEDE MENGE Rechnerei, Jongliererei, Interpretation, Gemauschel und zum Schluss hat man UNGEFÄHR das, was man wollte. Das ist soooooooooo Scheisse, dass ich es hier laut und deutlich nochmal sage: DAS IST SCHEISSE!

GURPS verregelt alle seine (Dis)Advantages mit expliziten Anweisungen, wie sich die Designer diesen (Dis)Advantage gedacht haben, inklusive Anwendung, und DANN muss man diese Anweisungen ignorieren oder brechen, um das gewünschte Resultat zu bekommen. Das ist weder generisch noch universell.

Witzig hier ist, dass Leute, die einfach sagen "Ich mag GURPS nicht, weiß nicht genau wieso" wohlwollend mit einem "Ist ja auch ok, ich will dir ja nichts vorschreiben, was du zu spielen hast" bedacht werden, aber sobald man explizite Fehler im Design aufzeigt, wird von Bashing gesprochen oder demjenigen allgemein Regelunkenntnis unterstellt.

 ::)
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: OldSam am 11.09.2010 | 02:43
Zitat von: Sashael
Äh ... nein.
Stimmt, grad nachgesehen, ist nicht im Powers, hab' mich falsch erinnert - habe ich ja auch als unsichere Vermutung geäussert - wobei es aber definitiv stimmt, dass es in Vampire 3rd drin ist, falls du das angezweifelt haben solltest.

Das überaus Witzige ist: Ich hab grad kurz im Basic nachgesehen... und es ist sogar schon automatisch so bei Invisibility! :D
(hatte ich aber auch nicht mehr auswendig auf dem Schirm)

Sprich man braucht original nichts weiter zu tun als Unsichtbarkeit aufzuschreiben und ist fertig! Der default ist nämlich praktisch schon als etwas wie eine psychische Unsichtbarkeit zu verstehen, was man leicht daran sieht, dass "Affects Machines" ein Enhancement ist (Zusatzvorteil) - d.h. im Normalfall funktioniert es also gegen alle "lebenden" Wesen, bzw. solche Wesen, die keine Maschinen sind.

Und du darfst es dir verkneifen, uns unterschwellig als "faul" zu bezeichnen.
Es sollte eben NICHT nur ungefähr hinkommen, [...]
Äh... mal locker bleiben ;)
Mit "faul" meinte ich einfach nur, dass auch ich selbst, durchaus mal keine Lust oder Zeit habe noch lange rumzusuchen wenn ich z.B. mal eben nen One-Shot-Char bauen will , der sowas können soll.  Das geht dann auch ggf. mal "instinktiv", bzw. grob hinzubasteln. Wenn man nen ganz gutes feeling vom System hat, klappt es meiner Erfahrung nach sogar recht gut, also ich bin dann meistens +/-10% am RAW dran, wenn ich das hinterher nachprüfe. Bei ner Kampagnen-Planung würde ich natürlich nicht empfehlen es so grob zu machen, es sei denn jemand beherrscht das System wirklich übermäßig exzellent aus dem FF...
Und im Detail jetzt auszudiskutieren, was alles systemtechnische Vor-/Nachteile von sauber durchgeführten Advantage-Builds sind, würde mir jetzt hier ehrlich gesagt in dem thread wieder viel zu offtopic, aber mach doch gerne nen neuen thread dafür auf - wäre sicherlich auch ne interessante Debatte...

Aber es zeigte sich ja in diesem Beispiel-Fall sowieso, dass die Lösung sogar wunderbar einfach war und nicht mal Limitations oder so nötig waren, also hier alles schick, simpelst und trotzdem genau ;)

Zitat
Witzig hier ist, dass Leute, die einfach sagen "Ich mag GURPS nicht, weiß nicht genau wieso" wohlwollend mit einem "Ist ja auch ok, ich will dir ja nichts vorschreiben, was du zu spielen hast" bedacht werden, aber sobald man explizite Fehler im Design aufzeigt, wird von Bashing gesprochen oder demjenigen allgemein Regelunkenntnis unterstellt.
...wird es das? Also ich würde Dir jetzt kein Bashing unterstellen, bis auf das "Scheisse-Schreien" hätte nicht Not getan und geht leicht in diese Richtung - fand ich hier jetzt aber in dem Fall auch nicht dramatisch - aber ansonsten ist das IMHO völlig ok, wie Du kritisierst...
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Heretic am 11.09.2010 | 04:17
ErikErikson:
"drocken" ???

Bad Horse:
"dagegen können alle Argumente der Welt nicht an." ???

Leute, ihr enttäuscht mich.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Vash the stampede am 11.09.2010 | 09:38
GURPS Space ist ein Juwel für jeden, der damit anfängt, ein SciFi-Setting zu entwerfen.
...

+1

Super Buch, wenn man z.B. ein Planetensystem bauen will. Traveller kann das sicherlich auch, wenn nicht besser, aber für eine schnelle Lösung ist GURPS Space (auch in der 3. Edition, deutsche Ausgabe) hervorragend geeignet.


... Aber WoD wird selten empfohlen, wenn jemand ein neues System sucht, weils eben ein spezifisches Setting hat, WoD wird quasi nur empfohlen, wenn jemand etwas sucht, auf das die Beschreibung "Welt der Dunkelheit, jetztzeit, Vampire und so" passt. ...

+1 für selten empfohlen, 0 für "quasi nur"
Für mich ist die WoD, in der neuen Version, ein super System, das für vieles einsetzbar ist. Und ich verwende es z.B. überhaupt nicht, um damit Vampire, Werwölfe oder andere White Wolf Reihen zu spielen. Empfehle sie daher auch für anderes. Und spätestens mit der Kombination aus Core Book und Mirrors hat man ein sehr cooles Baukasten-System.

Einmal allgemein: WoD != WoD
Es kommt schon darauf an, von welcher WoD ihr sprecht. Denn die New World of Darkness ist sehr gut geschrieben und geregelt.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Thot am 11.09.2010 | 10:09
+1

Super Buch, wenn man z.B. ein Planetensystem bauen will. Traveller kann das sicherlich auch, wenn nicht besser, aber für eine schnelle Lösung ist GURPS Space (auch in der 3. Edition, deutsche Ausgabe) hervorragend geeignet.

Als kleine Ergänzung sei angemerkt, dass Traveller da hoffnungslos veraltet ist, was die dahinterliegende Astronomie angeht (die Ergebnisse der Exoplanetenforschung fehlen da natürlich völlig).  GURPS Space für 4e ist wirklich um Dimensionen näher am wissenschaftlichen Konsens, und ein Fremdintelligenzen-Generierungssystem wie das in GURPS Space 4e fehlt in Traveller meines Wissens völlig.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Woodman am 11.09.2010 | 10:49
Mutant & Masterminds z.B.
Ein schönes Beispiel für ein flexibles Point-Buy-System bei der Charaktererschaffung.

Bau mal mit GURPS folgende Fähigkeit:
Der Charakter wird "trüb". Man sieht ihn nicht, weil man nicht hinguckt. Das Auge gleitet immer wieder von ihm ab. Das gilt für alle Sinne, aber nicht für technische Geräte wie z.B. Sicherheits-Kameras, da eine Kamera nicht von sich aus abschweifen kann und die Fähigkeit nicht über das Medium "Monitor" funktioniert. Er ist NICHT unsichtbar. Man schaut einfach nur immer an ihm vorbei.
Wo finde ich diese Kraft bei M&M? Wir konnten grad nur Invisibility mit Affects only Creatures im Core Book (Green Ronin von 2002) finden, und das funktioniert ziemlich genauso wie die unmodifizierte Invisibility bei GURPS.
Titel: Re: Woher kommen eigentlich die ganzen Verleumdungen?
Beitrag von: Valeeoandh am 11.09.2010 | 11:14
Wo finde ich diese Kraft bei M&M? Wir konnten grad nur Invisibility mit Affects only Creatures im Core Book (Green Ronin von 2002) finden, und das funktioniert ziemlich genauso wie die unmodifizierte Invisibility bei GURPS.
Aus dem Stegreif könnte man das wie so vieles über den Flaw „Limited” lösen: Limited – only affects creatures not paying attention oder so ähnlich. Es wäre quasi die Umgekehrte Form des Flaws Sense-Dependent. M&M geht eher den Weg der freien Beschreibungen und überlässt die genauen Details den Spiel(leit)ern. Letztlich ist es ja auch für das SYSTEM nur wichtig, wieviel ein bestimmter Nachteil an Punkten wert ist. Generell ist trüb in der Kingschen (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Augen_des_Drachen) Form so oder so ein Quell ewiger Spieler-SL-ingame-Diskussion.  ;D

Aber das ist hier off-topic. Zurück zu GURPS.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Woodman am 11.09.2010 | 12:56
M&M war ja explizit als bessere Beispiel angeführt, deswegen wollte ich mir das mal anschauen, speziell weil Sashael ja jeglichen für nicht absolut perfekten Lösungsvorschlag ans ungenügend abgelehnt hat. So sehe ich mich bei M&M aber genauso gut oder schlecht unterstützt wie bei GURPS, aber ich habe mir bei M&M halt auch nur kurz das Superkräfte Kapitel angeschaut, da wäre es gut möglich, dass ich etwas übersehen habe.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Sashael am 11.09.2010 | 13:36
(Nicht nur) Mein Problem mit GURPS ist die sehr festgelegte Auslegung der Fähigkeiten, welche aber in DIESER Form vielleicht gar nicht gewünscht sind. Natürlich KANN man z.B. Resistable auch auf Invisibility anwenden, aber nur, wenn man aktiv explizite Regelbeschreibung dieser Limitation ignoriert. Da stellt sich irgendwann die Frage, ob es nicht viel sinnvoller ist, ein bereits offenes System zu verwenden und die "weichen" (böse Zungen würden sagen "schwammigen") Beschreibungen für seine eigenen Zwecke in passenden Fluff umzuformulieren, anstelle irgendwie das Gefühl zu haben, beim Charakterbau "beschissen" zu haben.

Aber das sind ja nicht die einzigen Ärgernisse bei GURPS. Nehmen wir mal die Kosten für Vor- und Nachteile.
Nehmen wir mal an, ich möchte auf Wunsch nicht hörbar sein. Das ganze Spektrum von Infra- bis Ultraschall. Natürlich möchte ich selber noch was hören. Und man soll nicht wahrnehmen, dass ich eine Zone der Stille erschaffen habe (was bereits ein vollkommen beklopptes Gedankenkonzept ist, aber regeltechnisch so geregelt wird).
Zitat
Obscure Level 10, Defensive, Extended (2 additional related senses), stealthy -> 58 points (wenn ich mich nicht verrechnet habe, kann aber nur mehr werden)
Im Gegenzug mal Enemies
Zitat
Enemies: An entire government, ... an organization of supers(!!!)  -40 points

Das ist nicht einmal mit freundlichster Wahrnehmung noch balanciert. JEDES Konzept, das nicht 08/15 ist, hat imho dieses Problem. Wenn man nicht einen Bleppo spielen will, stellt man fest, dass "coole" Sachen einfach nicht bezahlbar sind. Nochmal: Das ist NICHT universell. Warum gibt man mir ein System, dass ganz viele tolle Sachen kann, nur damit ich dann beim Charakterbau feststellen muss, dass ich diese tollen nicht nutzen darf, weil ich sie mir nicht leisten kann? Wieso ist es z.B. mit dem GRW UNBEZAHLBAR, einen fähigen und flexiblen Martial Artist zu spielen?  Was ist z.B. an einem Shapechange in eine einzige andere Kreatur so überpowert, dass man ausser dem Shapchange nahezu nichts anderes mehr kann, wenn man den Shapechange nicht mit Limitations bis zum Mond zuballert? wtf?

Dazu kommen so lustige Sachen wie Ranged Combat, bei dem man für einen wirklichen Experten (á la Legolas) so viele CP in einen einzigen Skill (plus techniques) investieren muss, für die andere ganze Charaktere bauen können. Sofern es sich dabei um vollkommen mundane und nicht außergewöhnliche SC handelt. ::)

Und DANN kommen Leute, die sagen, dass man mit GURPS coole Kampagnen mit 150 CP spielen kann und dass 250 CP ja schon ziemliches Powergaming ist. Und die wundern sich dann, wenn Menschen, die sich von GURPS verscheißert vorkommen, irgendwann anfangen, das System zu "bashen".
Imho selfmade enemies.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Thot am 11.09.2010 | 13:48
Das ist nicht einmal mit freundlichster Wahrnehmung noch balanciert.

Aber ja, natürlich ist es das. Nur liegt der Schwerpunkt für die Balance an einem anderen Punkt als den, an dem Du es bevorzugen würdest.

Zitat
JEDES Konzept, das nicht 08/15 ist, hat imho dieses Problem. Wenn man nicht einen Bleppo spielen will, stellt man fest, dass "coole" Sachen einfach nicht bezahlbar sind.

Aber natürlich sind sie bezahlbar! Mit entsprechend vielen CP. Die Frage ist dann nur noch, passen die Vorstellungen Deines Spielleiters und Deine zusammen, soweit es das CP-Budget angeht.

Zitat
Dazu kommen so lustige Sachen wie Ranged Combat, bei dem man für einen wirklichen Experten (á la Legolas) so viele CP in einen einzigen Skill (plus techniques) investieren muss, für die andere ganze Charaktere bauen können.

Das ist ja eine Nullaussage, man kann auch mit 8 CP einen Charakter bauen. XD

Abgesehen davon verstehe ich das Problem nicht. 800 Jahre alte Elben, die Fliegen Augen ausschiessen, sinst halt teuer. Sollte doch nicht überraschen.


Zitat
Und DANN kommen Leute, die sagen, dass man mit GURPS coole Kampagnen mit 150 CP spielen kann und dass 250 CP ja schon ziemliches Powergaming ist.[...]

Powergaming in dem Sinn, wie ich den Begriff verstehe, ist eine 250 CP-Kampagne nicht. Aber es ist definitiv ein Spiel, das auf einem anderen Machtniveau stattfindet als eine 150CP-außergewöhnlich-aber-grad-noch-menschlich-Kampagne.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Callisto am 11.09.2010 | 20:32
+1 für selten empfohlen, 0 für "quasi nur"
Für mich ist die WoD, in der neuen Version, ein super System, das für vieles einsetzbar ist. Und ich verwende es z.B. überhaupt nicht, um damit Vampire, Werwölfe oder andere White Wolf Reihen zu spielen. Empfehle sie daher auch für anderes. Und spätestens mit der Kombination aus Core Book und Mirrors hat man ein sehr cooles Baukasten-System.

Einmal allgemein: WoD != WoD
Es kommt schon darauf an, von welcher WoD ihr sprecht. Denn die New World of Darkness ist sehr gut geschrieben und geregelt.

Teylen, und damit auch ich, sprach von alter WoD.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Sashael am 12.09.2010 | 00:14
Aber ja, natürlich ist es das. Nur liegt der Schwerpunkt für die Balance an einem anderen Punkt als den, an dem Du es bevorzugen würdest.
Und du kannst mir bestimmt erklären, wo dieser Punkt ist, oder?

Aber natürlich sind sie bezahlbar! Mit entsprechend vielen CP. Die Frage ist dann nur noch, passen die Vorstellungen Deines Spielleiters und Deine zusammen, soweit es das CP-Budget angeht.
Das ist eine Nullaussage!

Abgesehen davon verstehe ich das Problem nicht. 800 Jahre alte Elben, die Fliegen Augen ausschiessen, sinst halt teuer. Sollte doch nicht überraschen.
Polizisten einer Speziellen Eingreiftruppe, die mit einer Waffe auch mal treffen, obwohl sie weder 800 Jahre alt sind noch ihren gesamten CP-Pool auf einen einzelnen Skill verballert haben, sind aber anscheinend schon eine große Überraschung.

Powergaming in dem Sinn, wie ich den Begriff verstehe, ist eine 250 CP-Kampagne nicht. Aber es ist definitiv ein Spiel, das auf einem anderen Machtniveau stattfindet als eine 150CP-außergewöhnlich-aber-grad-noch-menschlich-Kampagne.
Öhm ... nein, tut es nicht.
Weil man für die 100 CP mehr gerade mal einen oder vielleicht zwei nette Tricks dazu bekommt, die aber den Bock auch nicht wirklich fett machen.

66% mehr CP und die Charaktere unterscheiden sich nur in ein paar kleinen Details, weil die CP-Kosten für Advantages in unglaubliche Höhen explodieren können, weil irgendjemand sich gedacht hat, dass Bürokaufleute ein guter Standard-SC sind, an deren Fähigkeiten man die Kosten für außergewöhnliche Talente berechnen sollte. Das ist doch mal durchdachtes Design.  ::)

Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Bad Horse am 12.09.2010 | 00:17
Hey, nichts gegen Bürokaufleute! Eine Buchhalterin, die ich mal kannte, war Sportschützin und Snowboarderin...  :D
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Sashael am 12.09.2010 | 00:24
Hey, nichts gegen Bürokaufleute! Eine Buchhalterin, die ich mal kannte, war Sportschützin und Snowboarderin...  :D
Die war definitiv kein 150 CP Charakter!  >;D
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Thot am 12.09.2010 | 01:19
Und du kannst mir bestimmt erklären, wo dieser Punkt ist, oder?

Klar, könnte ich. Das wäre aber einen eigenen Thread wert.

Zitat
Das ist eine Nullaussage!

Nein, as ist des Pudels Kern. Der SL wollte gern für weniger kompetente Charaktere leiten als Du spielen wolltest.

Zitat
Polizisten einer Speziellen Eingreiftruppe, die mit einer Waffe auch mal treffen, obwohl sie weder 800 Jahre alt sind noch ihren gesamten CP-Pool auf einen einzelnen Skill verballert haben, sind aber anscheinend schon eine große Überraschung.

Das ist schon mit 50 CP drin.

DX 12 (+40 CP)
Guns (Pistol oder was Du nehmen willst) 8 CP, skill level 15 (DX+3)

Könntest Du das Problem, das Du da siehst, näher erläutern?





Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: YY am 12.09.2010 | 01:46
OT:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Die war definitiv kein 150 CP Charakter!  >;D

Ach was, Guns ist DX/Easy und auf dem Schießstand gibts ordentlich TDM...für Sportschützenbedürfnisse reichen da ein paar Punkte  ;)

Snowboarden müsste ich nachschlagen... :)

Das ist schon mit 50 CP drin.

DX 12 (+40 CP)
Guns (Pistol oder was Du nehmen willst) 8 CP, skill level 15 (DX+3)

Als Grundlage DX auf 12 zu setzen ist einerseits sehr teuer, andererseits aber auch für eine ganze Anzahl anderer Sachen praktisch...
Die billigste Variante, einen akzeptablen Schützen zu bekommen, ist das sicher nicht - wenn auch eine für Kämpfer und andere physisch Aktive sinnvolle.


Generell zu den Punktekosten für Charaktere:

Es ist meiner Erfahrung nach so, dass ganz schnell jede Menge Punkte zusammenkommen, wenn man tatsächlich jedes Detail auch auf dem Sheet stehen haben will - und als "Abenteurer" unterliegt man ja auch oft dem Zwang, ein rechter Tausendsassa zu sein.
Da will/muss man auf brauchbarem Niveau schwimmen und klettern sowie verschiedene Fahrzeuge unter Stress bedienen können uvm.

Einen in allen Details regeltechnisch umgesetzten SC gibt es mMn nicht unter 200 CP, eher 250.

Vor einiger Zeit habe ich mich selbst mal spaßeshalber vergurpst und bin ohne techniques auf knapp über 300 Punkte gekommen...

Das liegt zu einem sehr großen Teil an der Art, wie -insbesondere wie detailliert- man SCs erstellt.
Ich halte 150 CP für eine Zumutung - andere hadern da schon, ob sie auf einem so hohen Powerniveau glücklich werden...

Da ist GURPS in der Tat sehr schwammig und erfordert einiges an Erfahrung/Feingefühl.
 
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Thot am 12.09.2010 | 01:51
Es ist meiner Erfahrung nach so, dass ganz schnell jede Menge Punkte zusammenkommen, wenn man tatsächlich jedes Detail auch auf dem Sheet stehen haben will - und als "Abenteurer" unterliegt man ja auch oft dem Zwang, ein rechter Tausendsassa zu sein.
Da will/muss man auf brauchbarem Niveau schwimmen und klettern sowie verschiedene Fahrzeuge unter Stress bedienen können uvm.

Einen in allen Details regeltechnisch umgesetzten SC gibt es mMn nicht unter 200 CP, eher 250.

 :o Niemals! Aber das sollten wir in einem eigenen Thread besprechen.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 12.09.2010 | 01:58
Polizisten einer Speziellen Eingreiftruppe, die mit einer Waffe auch mal treffen, [...]
Hmm? von was für Werten gehst Du denn aus...?
Also bei sowas wie nem einfachen SWAT-Officer (also noch keine Delta Force oder so), kann man von einem moderaten, aber professionellen Guns-Skill von 14 ausgehen. Sagen wir mal der hat ne MP5A3 (Acc 4). Als Profi kann der mit Waffen umgehen, zielt also 1 Sek., d.h. wir haben nen effektiven FW von 18, bzw. sogar 19 wenn er sich komplett nur auf das Schiessen konzentriert - was bei Team-Operationen mit Covering Fire etc. durchaus nicht selten wäre (All-Out determined). Sagen wir mal das Ziel ist in einer 30m - Range, d.h. -7, dann sind wir bei 11 o. 12. Die MP5A3 kann bis zu RoF 13, sagen wir mal er feuert sogar "nur" 9 Kugeln raus, damit kriegt er nen RapidFire-Bonus von +2, d.h. wir liegen letztlich bei 13 oder 14...
Sprich schon ca. 83%-90% Trefferwahrscheinlichkeit mit nur einer Salve! ("dodge"- RapidFie-Abzüge jetzt mal der Einfachheit halber außen vor gelassen)
Findest Du das zu schlecht?! Die Autoren haben sogar den Aufwand betrieben die Trefferchancen im System mit historischen Militär-Statistiken abzugleichen etc. ;)

Zitat von: Sashael
66% mehr CP und die Charaktere unterscheiden sich nur in ein paar kleinen Details, weil die CP-Kosten für Advantages in unglaubliche Höhen explodieren können, weil irgendjemand sich gedacht hat, dass Bürokaufleute ein guter Standard-SC sind, an deren Fähigkeiten man die Kosten für außergewöhnliche Talente berechnen sollte.
Also ich finde den Vergleich mit den Bürokaufleuten schon humorvoll... :)
Aber wie Deine Rechnung konkret zustande kommen verstehe ich nicht... z.B. 100 CP mehr macht je nach Characterbuild schon nen sehr deutlichen Unterschied, v.a. wenn ich ausgewählte advantages mit limitations dazukaufe, da kann man Menge "sparen"  :d
Nur mal ein kleines Beispiel wenn ich z.B. ne "Shadow Form" haben will, was für 50 CP ein cooles feature ist, kann ich mir diese auch mit ein paar Einschränkungen auch schon für 25 CP holen... Zunächst mal als PSI-Power -10%, dann nehme ich 1 Min. Vorbereitungszeit in Kauf -20% und kann es auch nur 3-4x am Tag machen -20%.
Und auf der anderen Seite sind krasse Skill-Steigerungen möglich - wenn man bspw. 20 CP mehr in einen Gun-Skill packt, gibt das (schon auf Profi-Niveau) eine Erhöhung um 5 und das ist verdammt viel... Man kann z.B. auf 50m so gut feuern wie andere auf 7m.
D.h. wenn Du mit konkreten CP-Kosten - die Deiner Meinung nach zu teuer sind - argumentieren willst, wäre es sinnvoll mal ein entsprechendes Beispiel-Template reinzuposten bzw. zu verlinken, um wirklich ne reale Bezugsgröße zu haben ;)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: gunware am 12.09.2010 | 02:04
Vor einiger Zeit habe ich mich selbst mal spaßeshalber vergurpst und bin ohne techniques auf knapp über 300 Punkte gekommen...
Normale Leute haben so in etwa -50 bis +50 CP. Hier sind einige Beispiele, auch wenn der Titel bisschen irreführend ist, weil die Werte in dem von mir angegebenem Bereich schwanken: http://forums.sjgames.com/showthread.php?t=5020
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 12.09.2010 | 02:12
Vor einiger Zeit habe ich mich selbst mal spaßeshalber vergurpst und bin ohne techniques auf knapp über 300 Punkte gekommen...
Hast Du irgendwelche Superkräfte von denen man wissen sollte? ;)
Ist mir aber echt ein Rätsel wie das zustande kommt - hast Du mal im SJG-Forum in diesen "statting me"-threads gelesen, wo die Leute sowas machen? Und auch Erläuterungen zu den Attributswerten und ihrem Realbezug?
Das typische ist nämlich, dass man seine eigenen Attribute relativ zum System deutlich zu hoch einschätzt, wenn man nicht gelesen hat, was für ein Modell der Populations-Verteilungen dahinter steht... (ist für normales RPG mit Helden ja auch nicht so wichtig, aber in so einem Fall schon ;))
Weiss es aus dem Kopf auch nur noch grob, aber als Faustwert kann man etwa sagen, dass z.B. ein IQ-Attribut von 12-13 schon verdammt hoch ist im Bezug zur Norm von 10. Das finde ich tatsächlich beim IQ-Attribut auch nicht so schön, das die Differenzierung im Normalbereich zu gering ist (kann aber zum Glück über Talente/Disads o.ä. noch verfeinern). Irgendwo Attribute größer als das zu haben ist schon sehr unwahrscheinlich, aber Du kannst ja mal im SJG-Forum den entsprechenden Kram raussuchen und nachlesen wenn es Dich interessiert...
Und zur Schätzung der Fertigkeitswerte ist es IMHO ganz geschickt sich am "Learning"-System zu orientieren, d.h. grob gesagt 100-200 Stunden Training für 1 CP, je nach Qualität der "Lehre" usw.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: YY am 12.09.2010 | 04:32
Normale Leute haben so in etwa -50 bis +50 CP. Hier sind einige Beispiele, auch wenn der Titel bisschen irreführend ist, weil die Werte in dem von mir angegebenem Bereich schwanken: http://forums.sjgames.com/showthread.php?t=5020

Auf den ersten Blick: ungeschickte halbe Hemden, radikale Pazifisten, marginal ausgebildete Alkoholikercops und Rollstuhlfahrer...kein Wunder, dass die so niedrig bleiben  :P ;D


Hast Du irgendwelche Superkräfte von denen man wissen sollte?

Nein, das passiert einfach, wenn man jeden Scheiß, den man empirisch auf mehr als default kann, auch als Skill kauft...ansonsten schlage ich vor:
weiter im von Thot aufgemachten Nachbarthread und hier zurück zum Thema Bashing  :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 12:36
Hi Folks,

interessante Diskussion wo ich eine Kleinigkeit beisteuern möchte.

Ich habe nur die ersten 6 Seiten gelesen, daher weiss ich nicht, ob die Beschreibung schonmal kam, aber grade was Balance angeht mit CPs, kann man sich das mit einem recht einfachen Bild klar machen:

Wir stellen uns ein Koordinatensystem vor, und teilen alle Fertigkeiten/Vorteile in verschiedene Kategorien ein. Sagen wir Kampf, Sneaky, Sozial, Wissenschaft, Handwerk usw.
Diese Kategorien stellen wir jetzt unter die X-Achse, und machen für jeden Char ein eigenes Koordinatensystem.
Intern erhöhen wir nun die Granularität dieser Kategorien mit den Skills/Vorteilen die jeder Charakter dort hat, und stellen die nebeneinander.
Nun ziehen wir über diese Kategorien eine Kurve, wo die Y-Achse die Kompetenz in diesen Kategorien(bzw. Einzelskills) darstellt(-> dünne Balken).

Der Sinn der CPs als Balancing-Faktor ist der, dass jetzt als Integral unter diesen Kurven(ich weiss, es sind keine RICHTIGEN Kurven), ca. die gleiche Fläche, eben die CP-Summe herauskommt.
Die Spitzen und Verläufe sehen in jeder Kategorie bei jedem Char anders aus. Beim Professor hat man vielleicht in 4 Kategorien garnichts, aber in der Wissenschafts-Kategorie einen hohen und zackigen Berg, wärend die Verteilung beim Jack of all Trades vielleicht eher ein leicht hügeliges und niedriges Plateau über alle Kategorien verteilt darstellt.

Ich behaupte nicht, dass diese Balance perfekt ist. Das kann sie garnicht, denn jede Kompetenz wird in jeder Situationen unterschiedliche Auswirkungen haben, aber zumindest ist es ein Versuch, der meiner Ansicht nach recht gut geglückt ist.

Eine andere Sache die bis Seite 6 ebenfalls noch schwer in der Diskussion war, ich glaube alexandrio hatte damit Probleme, wegen dem Polizisten?
Dort würde ich auch gerne folgende Dinge beitragen:

1. Du MUSST deine Punkte nicht komplett ausgeben, wenn du das nicht möchtest.
2. Es gibt nicht "DEN" Polizisten. Eine Figur besteht ja nicht nur aus seinem Beruf. Als NPC, der Einfachheit halber, kann man sicher einen stereotypen Polizisten bauen, aber als Person besteht er aus mehr, als aus seinem Beruf. Er hat eine Hintergrundgeschichte, hat vielleicht einen Unfall gehabt, oder kocht sehr gerne, oder hat eine kleine Tochter, die er beschützen muss, oder er hat ein Drogenproblem, oder er geht gern Fallschirmspringen, Radfahren oder ist bei Mafiosis verschuldet. Die Möglichkeiten sind unendlich, aber alles dies sind Dinge die sich in Skill, Vorteilen, Nachteilen ausdrücken lassen.
Wenn es dir zuviele CPs sind, kannst du ja einige wieder abgeben oder verfallen lassen, kein Problem.

Grade hier finde ich macht GURPS etwas, was viele Systeme NICHT hinbekommen: Anstatt dir vorzugeben, in welchem Rahmen du etwas bauen kannst, zäumt GURPS das Pferd von hinten auf: Was möchtest du spielen lieber Spieler? Welche Ideen hast du, wie detailliert möchtest du ihn haben? Bei GURPS ist also die Vorgehensweise umgekehrt. Ich schaue nicht, was bietet mir das System, womit ich
halbwegs an die Figur komme die ich mir vorstelle, sondern ich stelle mir etwas vor, in allen Details, und dann baue ich das haarklein in GURPS nach. GURPS blockiert und behindert mich also nicht.

Der grosse Vorteil, der für mich darin liegt ist: Ich kann mich viel schneller und viel besser mit meinem Charakter identifizieren und ich habe mehr Spass daran, ihn zu spielen.
Das Problem was ich dabei habe ist: Wenn ich GURPS gespielt habe, und dann etwas anderes spiele, z.B. Rolemaster, dann fehlt mir das richtig stark.
Ich schaue rein, sehe diese ganzen vorgefertigten Ausbildungspakete, die vorgefertigen Bonis/Malis von den Rassen usw. und die Lust etwas zu bauen geht zum Fenster raus, denn das System lässt mich nicht das machen, was ich spielen möchte. Ich kann mich dem maximal annähern, aber auch das nur sehr begrenzt.

Ich denke GURPS ist ein System, was für eine spezielle(wertungsfrei) Art von Leuten konzipiert ist. Diese Leute möchten Freiheit und Flexibilität im Char und Settingbau, sie möchten das möglichst viel der Regeln realitätsnahe ist, und so eine Simulation aufbaut, die es einfacher macht, das zu "glauben" um so die Immersion zu fördern.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, als ich glaubte die Fernkampf-Entfernungsmali-Tabelle in GURPS wäre zu hart, in einem grossen Waffenforum, den Schützen das System zu erklären, und sie um ihre Erfahrungen und Einsichten zu bitten, ob diese Abzüge realistisch sind. Nach erster Überraschung, kam extrem schnell grosses und begeistertes Interesse auf, und viele NICHT-Rollenspieler sahen sich die Tabelle und die Erklärungen an, und meinten: "Das ist recht nahe dran. Wenn, dann ist es vielleicht sogar noch eine Ecke schwieriger als dort steht.".
Ich zumindest, bin mit dem Grad an Realismus zufrieden ;)

Eine Sache die ich aber zum Verbessern mal fragen wollte:

Es gibt eine Sache, die mir beim GURPS immer wieder etwas negativ aufstösst, obwohl ich das System generell sehr mag, und gerne spiele/leite.
Hat jemand einen Verbesserungsvorschlag bezüglich der hohen Abhängigkeit der Skillbasis vom einzelnen Attribut?
Wenn jemand z.B. 60 IQ-Skills hat, und 20 Punkte für 1 Punkt IQ ausgibt, steigt jeder Skill dort um 1 mit.
Das ist zwar ein sehr guter Deal(für den Spieler), ist in der Essenz aber viel zu mächtig.

Mir fielen ad hoc nur 2 Ideen ein:

Die stark ansteigende Power-Kurve mit einer Funktion zu glätten, oder die Basis des Skills von mehr als einem Attribut abhängig zu machen(Was im Prinzip das gleiche ist, nur simpler).
Hat jemand vielleicht eine andere, simple Idee, die es nicht erfordert, dass ganze Attribussystem umzubauen, und ohne Oberstufenmathematik Rollenspiel zu betreiben?

Danke! :)

PS: Ich hoffe ich bin nicht zusehr abgeglitten.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Thot am 1.01.2011 | 12:50
Ich glaube, dass die Leute, die GURPS "wegen der hohen Komplexität" nicht mögen, bei dem Artikel sehr schnell in den Dummy-Mode schalten.  ;)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 12:53
Ich glaube, dass die Leute, die GURPS "wegen der hohen Komplexität" nicht mögen, bei dem Artikel sehr schnell in den Dummy-Mode schalten.  ;)

Hmm..das ist schade.
Es ist natürlich eine Binsenweisheit, das Freiheit und Flexibilität in einem RPG-System eine gewisse Komplexität erfordert. Aber das spielen an sich ist ja nicht sonderlich komplex und geht recht schnell ins Blut über. Die Regeln sind alle recht einfach zu verstehen, aber die Chargen ist halt etwas "anspruchsvoller"..wenn man das den möchte :)

Soll aber nicht heissen, das ich ein Irrer bin, der sich an Mathe aufgeilt(eher im Gegenteil!).
Ich habe 2 Jahre lang eine Warhammer-Kampagne mit WFRP-System 2nd Edition gespielt.
Ein sehr simples System, was auch Spass gemacht hat :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: YY am 1.01.2011 | 13:03
Hat jemand vielleicht eine andere, simple Idee, die es nicht erfordert, dass ganze Attribussystem umzubauen, und ohne Oberstufenmathematik Rollenspiel zu betreiben?

Für "bodenständige" Runden begrenze ich i.d.R. die maximalen Attributshöhen.

Ansonsten würde ich die Steigerungskosten neu festlegen, so dass hohe Werte unverhältnismäßig viel teurer werden.

Das Problem besteht dann zwar immer noch, wenn dann einer IQ von 7 auf 8 steigert - aber das soll mir recht sein  :)

OT:
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, als ich glaubte die Fernkampf-Entfernungsmali-Tabelle in GURPS wäre zu hart, in einem grossen Waffenforum, den Schützen das System zu erklären, und sie um ihre Erfahrungen und Einsichten zu bitten, ob diese Abzüge realistisch sind.

War das auf WO oder GB und hast du da noch einen Link zu?

Ich meine mich zu erinnern, das damals gelesen zu haben...
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Waldgeist am 1.01.2011 | 13:09
[...] oder die Basis des Skills von mehr als einem Attribut abhängig zu machen [...]

Diesen Weg würde ich gehen.

Hat jemand vielleicht eine andere, simple Idee, die es nicht erfordert, dass ganze Attribussystem umzubauen, und ohne Oberstufenmathematik Rollenspiel zu betreiben?

Vielleicht hilft dir dieser Thread schon mal weiter: http://forums.sjgames.com/showthread.php?t=33032&highlight=skill+attribute+relation
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 13:20
@YY

War bei Waffen-Online..habs sogar wiedergefunden:

http://forum.waffen-online.de/lofiversion/index.php/t303608.html

Hatte es aber etwas "lebhafter" in Erinnerung. Wenn ich jetzt so durchschaue, waren das meist selber Rollenspieler ;)

@Waldgeist

Danke für den Link, schaue ich mir mal an! :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Terrorbeagle am 1.01.2011 | 13:21
Für Zauber gibt es ja die Option, einfach an Stelle von Attributen alle Fertigkeiten auf einem Wert von 10 aufzubauen, und dann massiv mit Talenten zu arbeiten, um individuelle Unterschiede zu verdeutlichen.
Wenn man dann doch noch einen - geringeren - Einfluss von Eigenschaften auf Fertigkeiten haben will, kannn man ja noch einen entsprechenden Bonus (sagen wir mal: passende Eigenschaft 12+: Fertigkeit +1, Eigenschaft 14+: Fertigkeit+2, usw.)  mit einbauen.

Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Morvar am 1.01.2011 | 13:37
Hallo,

um das "Problem" der hohen Wertigkeit von IQ und GE zu lösen, habe ich für meine Runde folgende Dinge geändert:

Magiebegabung = 10+MB (IQ hat keinen so großen Einfluss mehr)
Fertigkeiten = basieren auf bis zu 4 Attributen (jeweils geteilt durch Anzahl dieser)
Will= 10+ Starker Wille

usw.

das hat die Kosten relativiert.

Gruß

Morvar
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 14:12
Ja das mit den Attributen habe ich auch schon überlegt.
Aber ich müsste es halt für jeden Skill einzeln machen, und manchmal passt kein weiteres Attribut in einen Skill.
Ausserdem stellt es das ganze System auf den Kopf wohingegen diese D&D-Sache mit 12=+1 usw. wohl irgendwie, zumindest auf dem Papier, umsetzbar ist.
Wie ich das allerdings in den GCA einbauen soll, das ist mir auch noch schleierhaft.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Morvar am 1.01.2011 | 14:18
Warum stellt es das ganze System auf den Kopf?

Und die tatsache das einige Skills trotzdem nur auf GE/IQ basieren ist bei uns kein Problem...
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: killedcat am 1.01.2011 | 14:20
Es ist natürlich eine Binsenweisheit, das Freiheit und Flexibilität in einem RPG-System eine gewisse Komplexität erfordert.

Das ist keine Binsenweisheit, das ist ein Irrtum. Systeme wie Savage Worlds, FATE und cinematic Unisystem beweisen das Gegenteil: gerade Freiheit und Flexibilität lassen sich eben ohne Komplexität besser fördern.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 14:23
Warum stellt es das ganze System auf den Kopf?

Und die tatsache das einige Skills trotzdem nur auf GE/IQ basieren ist bei uns kein Problem...

Ich meine das immer in dem Zusammenhang, dass man den GCB oder den GCA irgendwie anspassen kann.
Mit einem 150CP-Char der 80 Skills hat, möchte ich ehrlich gesagt ohne diese Tools nicht rumjonglieren.

Das mit +1, +2 usw. je nach Ausprägung kriege ich vielleicht auf dem Papier nachträglich noch hin, aber summieren, teilen und für jeden Skill weitere Abhängigkeitsattribute festlegen, ist einfach extrem hoher Aufwand.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 14:29
Das ist keine Binsenweisheit, das ist ein Irrtum. Systeme wie Savage Worlds, FATE und cinematic Unisystem beweisen das Gegenteil: gerade Freiheit und Flexibilität lassen sich eben ohne Komplexität besser fördern.

Ist das so?

Kann ich in diesen Systemen einen Superhelden basteln, der unter Erschöpfung fliegen kann(3 mal am Tag), durch Wände gucken, die nicht mehr als 1m dick sind, gegen Spinat allergisch ist und 3 mal am Tag seine Stärke für 2min verzehnfachen kann?
Kann ich das regeltechnisch und wirkungstechnisch abbilden, ohne einen anderen Char der ähnlich stark sein soll zu übervorteilen?

Und wenn ich sage regeltechnisch, meine ich nicht: "Ok, dies und jenes ist Fluff, erzähle es einfach dazu, muss ja nicht in Regeln stecken".
Ich meine Regeln, keinen "Beschreibungsersatz".

Ist nur eine Frage! Ich kenne die Systeme die du erwähnst nicht genug um das beurteilen zu können.

PS: Savage Worlds habe ich mir mal angesehen, aber das kommt mir sehr grobkörnig vor, wo ich Probleme habe mir vorzustellen, wie das was GURPS in Regeln giessen kann, abgebildet werden soll.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Waldgeist am 1.01.2011 | 14:31
Ja das mit den Attributen habe ich auch schon überlegt.
Aber ich müsste es halt für jeden Skill einzeln machen, und manchmal passt kein weiteres Attribut in einen Skill.
Ausserdem stellt es das ganze System auf den Kopf wohingegen diese D&D-Sache mit 12=+1 usw. wohl irgendwie, zumindest auf dem Papier, umsetzbar ist.
Wie ich das allerdings in den GCA einbauen soll, das ist mir auch noch schleierhaft.

Es gab mal einen Artikel, der jeweils 2 Attribute zu einem "abgeleiteten Attribut für Fertigkeitszwecke" zusammengefasst und alle Fertigkeiten entsprechend zugeordnet hatte. Das ist dann in GCA leicht zu realisieren, da man die Zwischenattribute einfach im Hintergrund berechnen lässt und dann "nur" die Skillliste auf diese Zwischenattribute umstellen muss. Der Rest bleibt dann gleich. Leider finde ich den Artikel partout nicht wieder...
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 14:32
Es gab mal einen Artikel, der jeweils 2 Attribute zu einem "abgeleiteten Attribut für Fertigkeitszwecke" zusammengefasst und alle Fertigkeiten entsprechend zugeordnet hatte. Das ist dann in GCA leicht zu realisieren, da man die Zwischenattribute einfach im Hintergrund berechnen lässt und dann "nur" die Skillliste auf diese Zwischenattribute umstellen muss. Der Rest bleibt dann gleich. Leider finde ich den Artikel partout nicht wieder...

Echt? Das wäre extrem hilfreich.
Wenn du das wiederfindest, gib mir bitte Bescheid!
Gerne auch per PN, denn dafür habe ich wirklich aktiv Verwendung :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: killedcat am 1.01.2011 | 14:55
Ist das so?

Kann ich in diesen Systemen einen Superhelden basteln, der unter Erschöpfung fliegen kann(3 mal am Tag), durch Wände gucken, die nicht mehr als 1m dick sind, gegen Spinat allergisch ist und 3 mal am Tag seine Stärke für 2min verzehnfachen kann?
Kann ich das regeltechnisch und wirkungstechnisch abbilden, ohne einen anderen Char der ähnlich stark sein soll zu übervorteilen?
Kann ich in GURPS einen Charakter basteln, dessen Hirn alle 5 Minuten Kaffe kocht, der daraufhin zum Papst teleportiert? Nur mit den Regeln. Ohne Beschreibungen. Also auf gut Deutsch: steht das als Beispiel in den Regeln drin?   ::)

In Fate ließe sich dein o.g. Beispiel umsetzen, kein Problem. In Unisystem und Savage Worlds würden hierfür schlicht entsprechende Edges / Powers eingebaut. Fertig.

Von Ausgewogenheit war übrigens nicht die Rede. Gerade Unisystem verzichtet z.T. bewusst darauf und führt sog. Whitehats ein, die als Unterstützer für die Hauptprotagonisten dienen.

Und wenn ich sage regeltechnisch, meine ich nicht: "Ok, dies und jenes ist Fluff, erzähle es einfach dazu, muss ja nicht in Regeln stecken".
Ich meine Regeln, keinen "Beschreibungsersatz".
Wenn Du wissen willst, ob es in den Regeln zu allen Powers alle möglichen Einschränkunen gibt, so dass ich ein so dickes und komplexes Regelwerk wie in GURPS brauche, dann nein. Aber das braucht es eben nicht für Freiheit. Das, was Du beschreibst, ist das Gegenteil von Freiheit und Flexibilität. Es ist schlicht ein komplexer Simulationsansatz, den die anderesn Systeme eben nicht verfolgen. Freiheit und Flexibiltät brauchen wenig bis keine Regeln. Die ultimative Freiheit und Flexibilität hast Du in einem reinen Erzählspiel. Freier und flexibler geht es nicht mehr.

Die Notwendigkeit zur Komplexität kommt mit ganz anderen Ansprüchen. Z.B. mit dem Zwang zur Balance. Mit betonten simulations-Ansätzen (sowas ähnliches wie "Realismus" im Rollenspiel) oder mit dem Anspruch, dass nur gilt, was fest in Regeln gegossen ist. Aber all das ist für ein freies Regelsystem nicht erforderlich. Sieh dir mal FATE an! Ich mag das System überhaupt nicht. Ich finde es furchtbar. Aber es ist hier im Forum sehr beliebt und mit den Aspekten kannst du fast alles abbilden und es wird sogar noch die Balance gewahrt (durch den Verbrauch von Ressourcen etc.). Aber es ist ein ganz anderes Spielen als du es von GURPS gewohnt bist. Die Spieler stehen mehr in der Verantwortung und beteiligen sich stärker an der Handlung.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: alexandro am 1.01.2011 | 15:02
Ganz kurze Anmerkung:
Kann ich das regeltechnisch und wirkungstechnisch abbilden, ohne einen anderen Char der ähnlich stark sein soll zu übervorteilen?

Ein solcher Charakter ist niemals (nicht bei GURPS, nicht bei HERO, nicht bei sonst einem Punktekaufsystem) "gleich stark" wie ein Charakter der mit der gleichen Zahl von Punkten gebaut ist, und deren Kräfte immer wirken.

Entweder das Abenteuer ist so speziell auf ihn zugeschnitten, dass er seine Superkräfte einsetzen kann (in dem Fall übervorteilt er die anderen Charaktere) oder, was häufiger der Fall sein dürfte, er kann sie eben nicht/kaum einsetzen (und wird von den Anderen übervorteilt).

Deswegen mag ich so spezielle Systeme nicht, da die "Balancierung" der Vor- und Nachteile eine Milchmädchenrechnung ist.

Zum Thema:
Ich mag die (3e) GURPS-Quellenbücher mit eingebautem Setting (Conan, Lensman, Scheibenwelt, Illuminati University...), da sie sehr gut entworfen sind. Die Bücher ohne implizites Setting (Zeitreise, Illuminati, Ultra-Tech...) fand ich ziemlich nutzlos, da sie nicht so universell sind, wie sie behaupten (gerade Zeitreise steckt voll in der Denkweise der Zeitreisefernsehserien, in denen die Protagonisten im höchsten Fall die Veränderungen von anderen rückgängig machen, fest und bietet daher nichts, worauf man (ich) nicht selber kommen könnte).
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 15:25
Ganz kurze Anmerkung:
Ein solcher Charakter ist niemals (nicht bei GURPS, nicht bei HERO, nicht bei sonst einem Punktekaufsystem) "gleich stark" wie ein Charakter der mit der gleichen Zahl von Punkten gebaut ist, und deren Kräfte immer wirken.

Das dies nie 100%ig möglich ist, habe ich ja schon gesagt. Aber ehrlich gesagt habe ich lieber einen Balance-Versuch, der zumindest als einigermassen gelungen eingeschätzt werden kann, als wenn ich mich als Designer hinstelle und sage" Balance kriegen wir da eh nie rein, also lassens wirds einfach". Das ist faul und nicht hilfreich.

Zitat
Entweder das Abenteuer ist so speziell auf ihn zugeschnitten, dass er seine Superkräfte einsetzen kann (in dem Fall übervorteilt er die anderen Charaktere) oder, was häufiger der Fall sein dürfte, er kann sie eben nicht/kaum einsetzen (und wird von den Anderen übervorteilt).

Bei Balance muss man vielleicht etwas unterscheiden: Es gibt die Kraft-Balance und dann die Nützlichkeit-Balance. Die Kraft-Balance(Wie gut jemand x kann) ist glaube ich ganz gut in GURPS gelungen. Sie ist nicht perfekt, das ist klar, aber von der Stärke und den Auswirkungen her, denke ich, wurde gute Arbeit geleistet. Die Nützlichkeits-Balance lässt sich leider nur extrem schwer ohne Mithilfe des SL herstellen.
Denn: Habe ich einen Kraftbolzen, der in 80% der Situationen Spotlight hat, dann ist der soziale Talker gefühlt natürlich schwach, obwohl er auf sozialem Gebiet eine ähnliche Kraft/Kompetenz hat. Es ist hier also notwendig, dass der SL es jedem Char möglich macht, sich ähnlich häufig nützlich zu machen, und entscheidend zu sein.

Zitat
Deswegen mag ich so spezielle Systeme nicht, da die "Balancierung" der Vor- und Nachteile eine Milchmädchenrechnung ist.

Ich denke nicht das das eine Milchmädchenrechnung ist. Es ist keine genaue Rechnung, die auf jeden Fall ein 100%ig korrektes Ergebnis erreicht. Aber wenn ich in einer Fehlertoleranz von sagen wir 20-25% bleibe, dann ist das mehr, als viele andere Systeme erreichen. Schau dir DSA an. dort hat man auf Balance fast völlig verzichtet. Ist das jetzt besser? Also ich finde: Nein.

Zitat
Zum Thema:
Ich mag die (3e) GURPS-Quellenbücher mit eingebautem Setting (Conan, Lensman, Scheibenwelt, Illuminati University...), da sie sehr gut entworfen sind. Die Bücher ohne implizites Setting (Zeitreise, Illuminati, Ultra-Tech...) fand ich ziemlich nutzlos, da sie nicht so universell sind, wie sie behaupten (gerade Zeitreise steckt voll in der Denkweise der Zeitreisefernsehserien, in denen die Protagonisten im höchsten Fall die Veränderungen von anderen rückgängig machen, fest und bietet daher nichts, worauf man (ich) nicht selber kommen könnte).

Davon kenne ich leider nur das Ultra Tech, und im Gegensatz zu dir, halte ich es für eins der besten Supplements die man für Geld kaufen kann. Die Physik stimmt in den Hard-Science-Fällen meist sehr gut, und es lassen sich schnell Änderungen einführen, falls einem z.B. Gausswaffen einen zu hohen Armor Divisor haben oder ähnliches. Grade so abgespacete Sachen wie Zeitreise usw. würde ich in einem RPG nicht anfassen oder nur sehr widerwillig. Ob es ein Supplement gibt, was Tech um Zeitreisen besser behandelt? Keine Ahnung.
Aber das Ultra Tech als ganzes als nutzlos zu betrachten, nur weil dir ein paar Sachen da drin nicht gefallen, halte ich für übertrieben. Die ganzen Waffen und Rüstungen sind doch nicht schlecht, nur weil einem die Einträge für z.B.  dimensionsstabilisierte Schutzschilde nicht gefallen. Dann darfste ja keine Supps mehr kaufen, denn nichts ist zu 100% nützlich.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Terrorbeagle am 1.01.2011 | 15:27
Zitat von: killedcat
Das ist keine Binsenweisheit, das ist ein Irrtum. Systeme wie Savage Worlds, FATE und cinematic Unisystem beweisen das Gegenteil: gerade Freiheit und Flexibilität lassen sich eben ohne Komplexität besser fördern.

man kann natürlich mit so einer Vorlage hervorragend Argumente Tennis Spielen (Der Irrtum liegt bei dir!"- Nein, bei dir! Nein, Doch, usw.), aber letztendlich ist es eine Frage der Herangehensweise.

Letztendlich muss jeder selber wissen, ob man es eher feinmaschig oder oberflächlich mag. Die Behauptung, dass ein grobmotorisches und ungenaues System oder ein pointiertes, exaktes und fein justiertes System eine bessere Wahl ist. Letzteres ist zwar *völlig eindeutig und total ironiefrei* die angemessenere Wahl, aber eben nicht unbedingt die populärere.

 Nur sollte man man dann doch darauf achten, die eigenen subjektiven Eindrücke nicht als Tatsachenstatement aufzufassen. Unterschiedliche Ansätze - und Zielvorgaben  - erfordern unterschiedliche Werkzeuge genauwie unterschiedliche persönliche Präferenzen.


So.
Und du hast übrigens komplett unrecht.  ;)


Zitat
Kann ich in GURPS einen Charakter basteln, dessen Hirn alle 5 Minuten Kaffe kocht, der daraufhin zum Papst teleportiert? Nur mit den Regeln. Ohne Beschreibungen. Also auf gut Deutsch: steht das als Beispiel in den Regeln drin?

Jepp. Wäre eine Affliction (grants Advantage: Snatcher (only hot coffee) mit der Beschränkung Accessibility: only the pope. Spielt es eine besondere Rolle, dass es das Gehirn tut? Dann kann man noch ein entsprechenden Power Modifier einziehen, und möglicherweise einen ausschliesslich auf diese Fertigkeit fokussiertes zweites Bewustsein (Compartmentaized Mind) respektive eine völlig unbewusste Fähigkeit darstellt. Man kann das noch mit verschiedenen Zusatzkräften und Modifikatoren ausstatten, um beispielsweise dem Papst auch Kaffee zuzufaxen wenn einer der beiden gerade in einer Paralelldimension weilt (cosmic), oder der Papst oder der Kaffeeteleportierer keinerlei Kontrolle darüber haben, ob sie den Kaffee nun versenden oder erhalten...

Und neue Eigenschaften kann ich bei Gurps exakt genausogut dazu dichten wie bei Savage Worlds (glaub ich) oder Unisystem (da weiß ich es exakt). Das Bedürfnis danach ist nur einfach nicht sonderlich oft gegeben.
Das obige Beispiel dürfte man, wenn ich mich nicht komplett verrechnet habe, auch als Perk: can teleport delicious hot coffee to the pope" beschreiben. Falls man die Regeln etwas abkürzen will. Letzteres würde u.U. einen Bnus auf Reaktionswürfe mit sich bringen; spannend dabei ist eigentlich nur, wie gewöhnlich oder ungewöhnlich Kaffeebereitstellungskräfte in dem jeweiligen Setting sein sollen und ob die entsprechende Gabe eher exotisch oder eher normal ist.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 15:49

In Fate ließe sich dein o.g. Beispiel umsetzen, kein Problem. In Unisystem und Savage Worlds würden hierfür schlicht entsprechende Edges / Powers eingebaut. Fertig.

Mit oder ohne Versuch zu schauen ob Edge 1 vergleichbar stark zu Edge 2 ist?

Zitat
Wenn Du wissen willst, ob es in den Regeln zu allen Powers alle möglichen Einschränkunen gibt, so dass ich ein so dickes und komplexes Regelwerk wie in GURPS brauche, dann nein. Aber das braucht es eben nicht für Freiheit. Das, was Du beschreibst, ist das Gegenteil von Freiheit und Flexibilität. Es ist schlicht ein komplexer Simulationsansatz, den die anderesn Systeme eben nicht verfolgen. Freiheit und Flexibiltät brauchen wenig bis keine Regeln. Die ultimative Freiheit und Flexibilität hast Du in einem reinen Erzählspiel. Freier und flexibler geht es nicht mehr.

Wenn du Freiheit und Flexibilität so verstehst, dann benötigst du eigendlich garkein Regelwerk. Dann kannst du auf den ganzen Regelmist verzichten, und ihr macht eine Theaterstunde. Das mag für einige funktionieren.

Unter Freiheit und Flexibilität verstehe ich im Rollenspiel ein System, was mir charaktermässig und spieltechnisch alles offen lässt, ohne "Balance" und Nachvollziehbarkeit völlig zu vernachlässigen.
Regeln sind dafür da, nicht um die Spieler zu quälen, sondern u.a. dafür zu sorgen, dass jeder gleich behandelt wird. Sie stellen also ein Gerüst, auf das jeder bauen kann.
Man kann sich mit GURPS auch eine völlig abgespacte Welt ausdenken, wo die Naturgesetze anders sind usw. Geht alles. Aber auch hier stellen die Regeln ein Fundament, auf das man zurückkommen kann, für Fairness für alle.

Rules light-Systeme haben für mich 2 entscheidene Probleme:

1. meist geben sie wenig auf Balance
2. Gibt es keine Gleichbehandlung. Dies einfach aus dem Fakt, dass viele Situationen von den Regeln nicht abgedeckt sind, und der SL, als immer wieder neu entscheidener und unvollkommener Mensch, muss Entscheidungen treffen. Mal trifft er sie so, mal so. Da kann ich mir schon die Diskussion vorstellen, wenn sich Spieler A beschwert, warum dies und jenes nicht geht, weil Spieler B hat das vor 2 Sessions doch auch gemacht.

Hier bieten gute und viele Situationen abdeckende Regeln eine Basis, auf die sich jeder Spieler verlassen kann.

Zitat
Die Notwendigkeit zur Komplexität kommt mit ganz anderen Ansprüchen. Z.B. mit dem Zwang zur Balance. Mit betonten simulations-Ansätzen (sowas ähnliches wie "Realismus" im Rollenspiel) oder mit dem Anspruch, dass nur gilt, was fest in Regeln gegossen ist. Aber all das ist für ein freies Regelsystem nicht erforderlich. Sieh dir mal FATE an! Ich mag das System überhaupt nicht. Ich finde es furchtbar. Aber es ist hier im Forum sehr beliebt und mit den Aspekten kannst du fast alles abbilden und es wird sogar noch die Balance gewahrt (durch den Verbrauch von Ressourcen etc.). Aber es ist ein ganz anderes Spielen als du es von GURPS gewohnt bist. Die Spieler stehen mehr in der Verantwortung und beteiligen sich stärker an der Handlung.

Nicht nur Balance. Auch Fairness/Gleichbehandlung in Entscheidungen, und Nachvollziehbarkeit der Aktionsergebnisse.

Was der letzte Satz soll, ist mir hingegen nicht klar. Ich habe schon viele GURPS-Runden gespielt, und in keiner an die ich mich erinnern kann, musste ich als SL viel machen, oder mich als Spieler bespassen lassen, weil sich alle mit ihren Charakteren (mit denen sie sich grade wegen der Detailfülle gut idenztifizieren konnten) mit Leidenschaft ins Game gestürzt haben.
Grade bei GURPS müssen sich die Spieler ihrer Verantwortung bewusst sein, denn GURPS ist ein System was (relativ) leicht zu brechen ist, wenn die Spieler nicht vernünftig und die SLs nicht vorsichtig genug sind.
Was die Regeln mit der Handlung zu tun haben ist mir schleierhaft.
Ich spiele seit fast 20 Jahren RPG, und grade die GURPS-Sessions, in Star Wars, vor 10 Jahren oder die 1 jährige Warhammer-Kampagne die ich vor Jahren gespielt habe, sind Sternstunden meines RPG-Werdegangs, an die ich gerne zurückdenke. Freies Spiel, Story, und Charakterentwicklung waren einfach nur genial.
Im Star Wars hat mich die ganze Sache innerhalb eines Jahres(Also ca. 40 Sessions) durch Erlebnisse und Entscheidungen von einem machtbegabten aber pazifistisch eingestellten Arzt zu einem grimmigen grauen Laserschwertschwinger gemacht.

ABER: Um nichts anbrennen zu lassen: Ich weiss das vielen Leuten Balance, Struktur, Verlässlichkeit usw. in einem RPG nicht so wichtig sind. Dies respektiere ich.
Ich selber sehe es aber anders. Ich finde eine gleiche und faire Behandlung die nicht auf Willkür beruht wichtig, und dies lässt sich eben u.a. mit einem viele Situationen abdeckenden Regelwerk herstellen.
Auch wenn die Balance nicht perfekt ist, nehme ich ihre Fehler lieber in kauf, als völlig darauf zu verzichten.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 1.01.2011 | 15:54
Uhm Rules light Systeme haben oft einfach einen höheren Abstraktionsgrad (SW) oder beziehen sichbei der Balancegleich auf die Wirkung am Spieltisch, setzen also anders an (Fate).
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 15:59
Uhm Rules light Systeme haben oft einfach einen höheren Abstraktionsgrad (SW) oder beziehen sichbei der Balancegleich auf die Wirkung am Spieltisch, setzen also anders an (Fate).

Hier liegt für mich persönlich ja auch grade das Problem. Je unspezifischer etwas wird, desto schwerer werden die Entscheidungen im Detail nachvollziehbarer.
Durch Abstraktion verliere ich einfach den Effekt wie Details Wirkungen zeigen. Ist ja in hochaggregierten Modellen auch so. Die Aussagen gelten für mehr Fälle, müssen aber gleichzeitig immer allgemeiner werden, um das Modell nicht zu sprengen. Im Klartext es wird immer grobkörniger.

Und Balance die ich nicht überprüfen kann, ist eine subjektive Balance...würde mich nicht befriedigen.
Na obwohl..vieleicht doch, wenn der SL das gut macht :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: ErikErikson am 1.01.2011 | 16:11
Hier liegt für mich persönlich ja auch grade das Problem. Je unspezifischer etwas wird, desto schwerer werden die Entscheidungen im Detail nachvollziehbarer.
Durch Abstraktion verliere ich einfach den Effekt wie Details Wirkungen zeigen. Ist ja in hochaggregierten Modellen auch so. Die Aussagen gelten für mehr Fälle, müssen aber gleichzeitig immer allgemeiner werden, um das Modell nicht zu sprengen. Im Klartext es wird immer grobkörniger.

Und Balance die ich nicht überprüfen kann, ist eine subjektive Balance...würde mich nicht befriedigen.

Stimmt. Aber das Spiel an sich hat ja auch einen bestimmten Abstraktionsgrad. Die Balance bleibt erhalten, wenn Regeln und Spiel auf gleichem Abstraktionsgrad liegen. Also ändert sich im Prinzip zwar der Abstraktionsgrad des Spieles, die Balance bleibt aber erhalten.

Die Wirklichkeit hat ja immer den vollen Detailgrad, die Spielwirklichkeit nicht.

Die Balance orientiert sich ja an den Regeln. Der Abstraktionsgrad scheint mir da nicht reinzuspielen. 
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 16:28
Stimmt. Aber das Spiel an sich hat ja auch einen bestimmten Abstraktionsgrad. Die Balance bleibt erhalten, wenn Regeln und Spiel auf gleichem Abstraktionsgrad liegen. Also ändert sich im Prinzip zwar der Abstraktionsgrad des Spieles, die Balance bleibt aber erhalten.

Die Wirklichkeit hat ja immer den vollen Detailgrad, die Spielwirklichkeit nicht.

Naja, hier ist problematisch, dass bei zu hohem Abstraktionsgrad, Situationen schnell unterschiedlich wahrgenommen werden, und dann kann bei pauschaler Gleichbehandlung schon Unzufriedenheit aufkommen. Da wackelt die Balance also schon.

Das der Detailgrad nicht wie im RL ist, auch bei GURPS nicht, ist natürlich richtig.
Ich glaube das wäre auch zu aufwendig.
Aber ich mag persönlich lieber mehr Details als bei zuvielen Situationen regeltechnisch im Regen zu stehen.
Und grade diese Detailfülle in Charakter und Regeln, gibt mir persönlich das Gefühl, ich spiele sehr nahe das was ich mir vorgestellt habe, und ich habe das Gefühl die Welt ist "echter".
Mein Immersionsfaktor geht da also rauf.
Daher gefällt mir GURPS gut, weil es mir als System einen Immersionsbonus gibt, egal welches Setting ich spiele :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: killedcat am 1.01.2011 | 16:37
man kann natürlich mit so einer Vorlage hervorragend Argumente Tennis Spielen (Der Irrtum liegt bei dir!"- Nein, bei dir! Nein, Doch, usw.), aber letztendlich ist es eine Frage der Herangehensweise.

Letztendlich muss jeder selber wissen, ob man es eher feinmaschig oder oberflächlich mag. Die Behauptung, dass ein grobmotorisches und ungenaues System oder ein pointiertes, exaktes und fein justiertes System eine bessere Wahl ist. Letzteres ist zwar *völlig eindeutig und total ironiefrei* die angemessenere Wahl, aber eben nicht unbedingt die populärere.

 Nur sollte man man dann doch darauf achten, die eigenen subjektiven Eindrücke nicht als Tatsachenstatement aufzufassen. Unterschiedliche Ansätze - und Zielvorgaben  - erfordern unterschiedliche Werkzeuge genauwie unterschiedliche persönliche Präferenzen.
Das ist alles völlig richtig, aber am Thema vorbei. Ich habe mit keiner Silber von "besser" oder auch nur von "gut" gesprochen und auch gar nicht gewertet. Ich mag GURPS nicht, aber mich mag auch FATE nicht. Ich halte nur den Ansatz "frei = komplex" für erwiesener Maßen falsch (erwiesen im Sinne von "es gibt freiere und weniger komplexe Systeme als GURPS"). Und nichts anderes habe ich geschrieben. Wenn du meinst, dass ich damit unrecht habe, gerne. Ich gebe mir aber weiterhin Mühe, meine Meinung zu begründen, womit ich hoffentlich das Gegenteil von Tennisspielen mache.




ABER: Um nichts anbrennen zu lassen: Ich weiss das vielen Leuten Balance, Struktur, Verlässlichkeit usw. in einem RPG nicht so wichtig sind. Dies respektiere ich.
Ich selber sehe es aber anders. Ich finde eine gleiche und faire Behandlung die nicht auf Willkür beruht wichtig, und dies lässt sich eben u.a. mit einem viele Situationen abdeckenden Regelwerk herstellen.
Auch wenn die Balance nicht perfekt ist, nehme ich ihre Fehler lieber in kauf, als völlig darauf zu verzichten.
JETZT sind wir beim Punkt. Nimm einfach an, dass nicht jeder die gleichen Ansprüche an ein System stellt, wie du. Und dennoch können sie frei und flexibel spielen. Ohne Komplexitätszuwachs, sondern mit weniger Komplexität. Aber sie spielen anders.

Ich wollte einfach nicht stehen lassen, dass Freiheit und Flexibilität mit Komplexität erkauft werden MÜSSEN. Das KÖNNEN sie, wenn man auf sowas steht. Das ist auch nicht schlechter oder besser. Aber es muss eben nicht sein. Und das ist keine Binsenweisheit.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Roland am 1.01.2011 | 16:37
Balance, Detailliertheit, Flexibilität, Freiheit und Immersion haben wenig miteinander zu tun (wenn nicht gerade eine bestimmte Konstellation in der persönlichen Betrachtung besonders wünschenwert ist).

Ich finde RISUS sehr gut balanciert (jeder Charakter verfügt über die gleiche Würfel-/Stufenanzahl) und fand dass der höhere Detaillgrad bei GURPS sehr oft zu unbalancierenden Entscheidungen führt.  
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 1.01.2011 | 16:40
Das, was Du beschreibst, ist das Gegenteil von Freiheit und Flexibilität. Es ist schlicht ein komplexer Simulationsansatz, den die anderesn Systeme eben nicht verfolgen. Freiheit und Flexibiltät brauchen wenig bis keine Regeln. Die ultimative Freiheit und Flexibilität hast Du in einem reinen Erzählspiel. Freier und flexibler geht es nicht mehr.

IHMO ist es richtig, dass hier der Begriff Simulation, d.h. der Versuch von Realitätsnähe, mit in die Beschreibung aufgenommen werden sollte, da z.B. regelleichte Systemen mit cinematischer Ausrichtung prinzipiell natürlich "Freiheit und Flexibilität" gut umsetzen können - in einem bestimmten Verständnis davon.

! ABER... Es ist nicht richtig, dass Simulation prinzipiell das Gegenteil von Freiheit und Flexibilität ist!
Es liegt hier schlicht ein unterschiedliches Verständnis von Freiheit vor. Ich kann das mal kurz (etwas vereinfacht und grob dargestellt) an der Idee von politischer Freiheit erläutern:

Analog zu den freien Spielsystemen würde mancher vielleicht sagen: "Wenn alle machen können, was sie wollen, dann ist das Freiheit." Dies ist jedoch sehr offensichtlich eine naive Betrachtung, denn wenn Person A etwas will, das mit den Wünschen von Person B in Konflikt gerät, haben wir ein Problem. Noch deutlicher wird es wenn z.B. eine große Gruppe C bestimmte Ansichten durchsetzt, welche die individuellen Wünsche von Person A ablehnen bzw. deren Entfaltungsmöglichkeiten unterdrücken.  --> Es fehlt also der Schutz der Privatsphäre, welche durch Gesetze, bzw. einen Gemeinschaftsvertrag o.ä. hergestellt wird, ob dieser nun in schriftlicher oder mündlicher Form besteht ist dabei egal. DURCH diese Regeln entsteht individuelle Freiheit in einer Gesellschaft! Denn nun kann jeder mit Rücksicht auf die Rechte anderer sich (geschützt) in einem gegebenen Rahmen ausleben, der prinzipiell für alle gleich ist, also eine Idee von Gerechtigkeit umsetzt.

Die Analogie zum Regelwerk im RPG ist dabei relativ deutlich denke ich... Regeln schützen z.B. in einem gewissen Rahmen vor der Beliebigkeit des GM (eine Vertrauensstellung existiert natürlich trotzdem immer), bzw. dieser bekommt v.a. eine Hilfe zu vermeiden aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis bestimmte unfaire, beeinträchtigende Regelungen aus dem Ärmel zu schütteln, die vielleicht sogar noch mit dem Realitätsempfinden eines oder mehrerer Spieler im Widerspruch stehen.  Ausserdem ist eben mit der Freiheit auch die Gerechtigkeit verbunden, da meine "Freiheit" durch Beliebigkeit beeinträchtigt werden kann.
Bspw. ist jemand frei einen ausgefeilten, taktischen Kämpferchar spielen zu wollen, würde aber in diesem Wunsch benachteiligt, wenn dann im Kampf während des Spiels sehr großzügige, beliebige Regelungen zugelassen werden, so dass die individuelle Wertigkeit dieses Chars vermindert wird, weil alle Chars im Kampf gut bestehen. Seine Existenz basiert darauf diesen Vorteil zu haben und wird dieser nicht durch Regeln geschützt, kann das für den Spieler (zu Recht) ein sehr negatives Erlebnis sein. Dies zu verhindern ist Freiheit durch Regeln.




Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 16:47
Ich halte nur den Ansatz "frei = komplex" für erwiesener Maßen falsch (erwiesen im Sinne von "es gibt freiere und weniger komplexe Systeme als GURPS"). Und nichts anderes habe ich geschrieben. Wenn du meinst, dass ich damit unrecht habe, gerne. Ich gebe mir aber weiterhin Mühe, meine Meinung zu begründen, womit ich hoffentlich das Gegenteil von Tennisspielen mache.

Ich bin zwar nicht der Angesprochene, aber ich wollte noch einwerfen das hier vielleicht das Wort "Freiheit" und Flexibilität" unterschiedlich interpretiert/benutzt wurde. Ich persönlich sehe in GURPS keine Einschränkungen dieser 2 Konzepte, sondern ich sehe diese mit Regeln untermauert. GURPS gibt einem die Freiheit alles so zu basteln wie man das gerne möchte, ohne dabei aber den Regelunterbau zu vernachlässigen. Vielleicht könntest du schreiben, was du genau mit diesen 2 Wörtern im RPG-Kontext meinst, damit ich es besser verstehen kann :)

Zitat
JETZT sind wir beim Punkt. Nimm einfach an, dass nicht jeder die gleichen Ansprüche an ein System stellt, wie du. Und dennoch können sie frei und flexibel spielen. Ohne Komplexitätszuwachs, sondern mit weniger Komplexität. Aber sie spielen anders.

Sicher. Habe ich ja damit eingeräumt :)

Zitat
Ich wollte einfach nicht stehen lassen, dass Freiheit und Flexibilität mit Komplexität erkauft werden MÜSSEN. Das KÖNNEN sie, wenn man auf sowas steht. Das ist auch nicht schlechter oder besser. Aber es muss eben nicht sein. Und das ist keine Binsenweisheit.

Ja gut, dann korrigiere ich das dahingehend, dass mein Wunsch nach der Art Freiheit und Komplexität ohne Verlust des Detailgrades mit Komplexitätserhöhung einher geht :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 16:55
Balance, Detailliertheit, Flexibilität, Freiheit und Immersion haben wenig miteinander zu tun (wenn nicht gerade eine bestimmte Konstellation in der persönlichen Betrachtung besonders wünschenwert ist).

Ich finde RISUS sehr gut balanciert (jeder Charakter verfügt über die gleiche Würfel-/Stufenanzahl) und fand dass der höhere Detaillgrad bei GURPS sehr oft zu unbalancierenden Entscheidungen führt.  

Naja, es sind Konzepte denen man als Rollenspieler eine bestimmte, subjektive Wertigkeit zuordnet, und die für bestimmte Leute auch durchaus eine, wenn auch u.U. eine nur transitive Abhängigkeit haben können.
RISUS kenne ich nicht. Gibt es da einen Link zum reinschnuppern?
Das der hohe Detailgrad von GURPS zu unbalancierten Entscheidungen führt ist mir persönlich jetzt noch nicht untergekommen.
Meist hat er sie eher verhindert, oder erst garnicht aufkommen lassen.
Aber persönliche Erfahrungen können ja durchaus unterschiedlich sein :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: killedcat am 1.01.2011 | 17:00
! ABER... Es ist nicht richtig, dass Simulation prinzipiell das Gegenteil von Freiheit und Flexibilität ist!
DAS wollte ich auch nicht gesagt haben. Um Himmelswillen. Zugegeben: man kann meine Aussage an der zitierten Stelle so verstehen, wofür ich mich entschuldigen möchte.

Der von dir Beschriebene Schutz vor der Willkür eines Spielleiters ist aber sicher eine der wichtigen Aufgaben von Regeln.

Es ist schlicht nicht möglich vorherszusagen, welche Gruppe wieviele Regeln und welche Art Regeln benötigt, um gut zusammenzuarbeiten, weswegen ich jede verallgemeinerte Form von Einteilungen in "gut" und "schlecht" auch ablehne. Manche brauchen komplexe Regeln. Manche wollen komplexe Regeln. Manche blühen auf, wenn sie eine wahre Bibliothek an Regeln finden. Und andere wollen weitestgehend interpretierbare Regeln. Oder wenige. Oder...

Ich will mal wieder zum Ursprung zurückkehren: es gibt keinen Grund GURPS zu bashen. GURPS bietet mehr Hintergrundmaterial als so ziemlich jedes andere System. GURPS ist eindeutig das richtige System für viele Spieler. GURPS macht nichts besonders einfach. Die Flexibilität von GURPS mag subjektiv sein. Aber genauso kann auch jedes andere System zu viel oder zuwenig Regeln haben, zuviel oder zuwenig Brettspielanteil, oder einfach nur an den eigenen Ansprüchen vorbeigeschrieben.

GURPS ist ein Langläufer unter den Rollenspielsystemen. Ein alter Hase. Und GURPS wird noch immer gespielt werden, wenn viele von den Kritikern ihr System schon wieder vergessen haben.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 17:07
Glaube das unterschreibe ich jetzt einfach mal ;) *sign*

Nette Diskussion. Sachlich, ohne gereizte Stimmung oder unsachliche Äusserungen.
Macht Spass :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: killedcat am 1.01.2011 | 17:24
Ich bin zwar nicht der Angesprochene, aber ich wollte noch einwerfen das hier vielleicht das Wort "Freiheit" und Flexibilität" unterschiedlich interpretiert/benutzt wurde. Ich persönlich sehe in GURPS keine Einschränkungen dieser 2 Konzepte, sondern ich sehe diese mit Regeln untermauert. GURPS gibt einem die Freiheit alles so zu basteln wie man das gerne möchte, ohne dabei aber den Regelunterbau zu vernachlässigen. Vielleicht könntest du schreiben, was du genau mit diesen 2 Wörtern im RPG-Kontext meinst, damit ich es besser verstehen kann :)
Ich glaube, ich meine das gleiche wie du  :D Die Freiheit in jedem Setting praktisch alles passende zu spielen. Vielleicht auch die Handlung zu beeinflussen. Einfach selten an seine Grenzen zu stoßen, sei es als Spielleiter, als Spieler oder als Setting-/Abenteuer-Designer.

Bauen wir mal Popeye in Fate, dann kann ich einfach die Aspekte "Spinat macht mich stark!" und "Was macht Olive jetzt schon wieder?" reinhauen. Ich kann diese Aspekte zu Popeyes Vor- und Nachteil gebrauchen. Es gibt kein Ausbauset-Popeye. aber ich muss dennoch wenig basteln um in diesem Setting zu spielen. Aber alles hat seinen Preis. Ich will das nicht näher ausführen, aber FATE hat vor allen Dingen eines: ein ganz anderes Spielgefühl.

Ja gut, dann korrigiere ich das dahingehend, dass mein Wunsch nach der Art Freiheit und Komplexität ohne Verlust des Detailgrades mit Komplexitätserhöhung einher geht :)
Ah, der "Detailgrad". Nach dieser Vokabel hab ich vorhin gesucht wie ein Kreuzer. Super, ich weiß inzwischen, wie du es meinst und kann (mit Einschränkungen) zustimmen.  :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 17:56
Freut mich, dass wir da noch verständnismässig zusammengekommen sind.  :d
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2011 | 17:58
es wundert mich immer wieder, daß GURPS aufgefahren wird, wenn die Worte Spielbalance (im Sinne von "ein Charakter in SEINER Nische ist genauso stark wie ein anderer Charakter in SEINER Nische") und Detailgrad fallen.
Denn aus Mangel dieser beiden Punkte, habe ich aufgehört es zu spielen:

die Spielbalance ist allein schon nicht durch das Attributs/Skillkostenverhältnis gegeben (ab ca.21 Skills ist es günstiger, das Attribut zu steigern, die CP sind also unterschiedlich viel wert), was für mich einfach nur ein Designfehler ist und zudem MinMaxing auf Grundschulniveau ermöglicht (MinMaxing dürfte in einem ausgeglichenen System nicht möglich sein); und der Detailgrad ist nicht gegeben durch das einfache Attributsverhältnis zu den Skills, bei dem alle Charaktere über den Dex- oder Int-Kamm geschoren werden, ich mir also nicht den detaillierten Charakter bauen kann, denn ich möchte.

Beide Punkte sind mir sehr wichtig bei einem regellastigen System und beides erfüllt GURPS nicht imho.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 18:17
es wundert mich immer wieder, daß GURPS aufgefahren wird, wenn die Worte Spielbalance (im Sinne von "ein Charakter in SEINER Nische ist genauso stark wie ein anderer Charakter in SEINER Nische") und Detailgrad fallen.
Denn aus Mangel dieser beiden Punkte, habe ich aufgehört es zu spielen:

die Spielbalance ist allein schon nicht durch das Attributs/Skillkostenverhältnis gegeben (ab ca.21 Skills ist es günstiger, das Attribut zu steigern, die CP sind also unterschiedlich viel wert), was für mich einfach nur ein Designfehler ist und zudem MinMaxing auf Grundschulniveau ermöglicht (MinMaxing dürfte in einem ausgeglichenen System nicht möglich sein); und der Detailgrad ist nicht gegeben durch das einfache Attributsverhältnis zu den Skills, bei dem alle Charaktere über den Dex- oder Int-Kamm geschoren werden, ich mir also nicht den detaillierten Charakter bauen kann, denn ich möchte.

Beide Punkte sind mir sehr wichtig bei einem regellastigen System und beides erfüllt GURPS nicht imho.

Hi Falcon,

da gebe ich dir völlig recht, GURPS ist grade an dem Punkt nicht optimal. Schau mal 1 Seite vorher, da habe ich nach Lösungsvorschlägen bei diesem Problem gefragt, und es kamen schon einige gute Ideen. Auch beschäftigt sich doch ein gehöriger Teil des GURPS-Community im SJGames-Forum mit diesem Problem.
Da rennst du also bei mir zumindest offene Türen ein ;)

Eine Idee ist, die D&D-Richtung zu gehen, und anstatt den Wert als Basis zu nehmen, 10+1 je 2 Punkte zu nehmen. Also +1 bei 12-13, +2 bei 14-15 usw.
Alternativ gab es die Idee einfach die Skills von 2 oder mehreren Stats abhängig zu machen.
Bei dem GCA geht das z.B. ganz locker über die Modify-Funktion. Ist zwar etwas Arbeit, aber sicher worthwhile.

Glaub mir..jeder der GURPS etwas kennt weiss: Es ist nicht perfekt.
Es wird ebenso von Problemen geplagt wie jedes andere System auch :)

Ich denke aber GURPS hat das Potenzial das zu lösen ohne durch das Problem wertlos zu werden. Es gibt Systeme da wären die notwendigen Umbauaktionen so umfangreich, dass es nicht lohnt, und man sich lieber ein anderes System sucht. Ich persönlich glaube, das GURPS soviel Sinnvolles und Nützliches an den Tisch bringt, dass es die Arbeit wert ist, es zu verbessern.

Aber das ist nur meine Meinung :)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2011 | 18:26
hi,

die Vorschläge zum Alternativsystem habe ich gelesen. Deswegen habe ich den Punkt auch angeführt, und nicht, weil ich widersprechen will.
das D&D System empfinde ich nicht als Alternative, weil die Abhängigkeit von nur zwei Attributen bestehen bleibt.Ich finde es in solchen Systemen wichtig, daß Skills von mehreren Attributen abhängen.
Insgesamt habe ich bei GURPS also ein vielfaches der Kompliziertheit, aber habe dasselbe Ergebnis wie ein einfacheres System wie Unisystem z.b.

zu Hausregeln:
Es ist aber irrsinnig viel Aufwand den ganzen Skills mehrere Attribute zuzuweisen. Ich denke durch die ganzen Parameter (Skillschwierigkeit,unterschiedliche Attributskosten, Einfluss der Vor-Nachteile auf Attribute und Skills) macht man auch ganz schnell die Mathematik der Kosten darin kaputt (also noch kaputter, als sie es jetzt ist). Ich würds mir nicht zutrauen. Und es wäre mir auch zu viel Arbeit.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 18:46
Stimmt natürlich, es wäre viel Arbeit.
Es gibt sicher eine Alternativ, die einfacher umzusetzen ist, und wenn es einfach nur ein Antieg der Kosten für IQ und DX ist, oder das man sagt, die Kosten für ein Punkt IQ/DEX ist abhängig von der Menge der Skills die man hat, die davon profitieren(Kosten=MAX(Skillanzahl;20)). Das ist zwar von der Logik ziemlicher Kappes, aber es könnte die "Balance" wiederherstellen.

Gefallen tuts mir aber nicht.

Bezüglich der Balance ist das aber ingame garnicht schlimm, denn wenn diese Regeln für alle gelten, dann ist MinMaxen zwar möglich, aber eben für ALLE..auch die Gegner ;)
Aber du hast recht, schön ist es nicht.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 1.01.2011 | 19:06
die Spielbalance ist allein schon nicht durch das Attributs/Skillkostenverhältnis gegeben (ab ca.21 Skills ist es günstiger, das Attribut zu steigern, die CP sind also unterschiedlich viel wert), was für mich einfach nur ein Designfehler ist und zudem MinMaxing auf Grundschulniveau ermöglicht (MinMaxing dürfte in einem ausgeglichenen System nicht möglich sein);

Ich sehe das eigentlich nicht als wirkliches Problem, bzw. es lässt sich leicht auflösen, indem man sich richtig klar macht, dass  GURPS auf der Bedeutungsebene eine bestimmte Verbindung zwischen Attributen und Skills herstellt. In einem Attribut wie IQ oder DX steckt eben auch mit drin, dass derjenige körperlich bzw. geistig trainiert ist - wer sich den ganzen Tag mit verschiedenen mentalen Anforderungen auseinandersetzt, z.B. wissenschaftlich und künstlerisch, der wird höchstwahrscheinlich auch einen Anstieg des (GURPS-)IQ aufweisen, da dieser eben nicht den "fixen" IQ-Messwert von "Intelligenz" darstellt (der tatsächlich sogar auch gewissen Schwankungen unterliegt), sondern auch mentale Erfahrungen, Weisheit etc. beinhaltet.

Wenn z.B. jemand dutzende Sportarten trainiert hat, d.h. sehr viel körperliches Training absolviert, ist davon auszugehen, dass sich dies nicht einfach nur darin ausdrückt, dass alle einzelnen Skills gesteigert werden, sondern in diesem Fall wird durch die Menge der partikularen körperlichen Erfahrungen eine generelle körperliche Erfahrung ausgedrückt!
Für genau diese Problematik existiert daher die Regelung, dass der GM es zulassen kann (ich mache dies daher auch), dass später mit dem Erfahrungsgewinn von Charakteren CP-Umverteilungen zugunsten der Attributserhöhungen vorgenommen werden, konkret wäre das hier also eine Erhöhung des DX-Attributs!
D.h. wenn ein Char im Laufe seiner Abenteurer-Karriere eine entsprechende größere Zahl an CP in physischen Skills (plus freier CP) angesammelt hat, kann der Spieler diese in einen passenden Attributsanstieg umwandeln! Das geht natürlich nur wenn es in der Summe passt, d.h. dass vorhandene Skill-Level dabei nicht abgesenkt werden.
Dies ist natürlich für alle Spieler gestattet und daher auch ein faires Verfahren. "Min-Maxing" bei der Charerstellung ist absolut ok und ein rationales Spielerverhalten, das System muss nur darauf vorbereitet sein, was bei GURPS definitiv der Fall ist (höchstens der GM könnte es nicht sein, das ist aber lösbar). Manche System würden derartiges als "schlechtes Rollenspielerisches Verhalten" ansehen, richtig umgesetzt wird aber eine Spezialisierung bei GURPS immer auch den Preis haben  in anderen Bereich Probleme zu kriegen und dies ist für den GM sehr transparen und meiner Erfahrung nach gut umsetzbar.
 

--

Das Einzige was daran nicht ganz so schön ist, ist dass die tatsächliche "Erfahrung" in einem Skill im Kontrast zum reinen "Talent" dann technisch kaum differenziert wird. Dies ist aber ein Detail und ohnehin selten relevant, kann aber auch IMHO rein rollenspielerisch gelöst werden - die meisten System hätten sowieso keine Regelung dafür (ich beziehe mich auf die Regel zum Vergleich von relativen Skill-Levels, wo mehr CP bei gleichem Skill-Level auch mehr Erfahrung ausdrücken würden, was durch die Umverteilungsregelung nur noch begrenzt gilt - ist aber wie gesagt ein eher vernachlässigbares Nebenproblem, da ja bekannt ist, welcher Char erfahren ist und man kann ggf. einfach einen kleinen Pauschalbonus geben).







Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2011 | 19:17
Zitat von: B.
Bezüglich der Balance ist das aber ingame garnicht schlimm, denn wenn diese Regeln für alle gelten, dann ist MinMaxen zwar möglich, aber eben für ALLE..auch die Gegner Wink
Da hast du natürlich Recht, aber es schränkt die Freiheit ein. Ich würde z.b. niemals unter keinen Umständen die teurere Variante wählen, selbst wenn es in eine Richtung geht, in die ich meinen Charakter gar nicht bringen will (z.b. keinen hohen Dexwert). Und das würden auch einige Spieler nicht, mit denen ich spiele.
D.h. ich wäre dazu gezwungen immer diesen Charaktertyp zu spielen.

@oldSam: ich weiss, was du meinst. Dann kann man natürlich nicht von Designfehler reden, allerdings macht es die Sache eben weniger flexibel für Powergamer wie meiner Einer. Deswegen spiele ich lieber Systeme ohne Powergamingpotential.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 1.01.2011 | 19:22
Es gibt eine Sache, die mir beim GURPS immer wieder etwas negativ aufstösst, obwohl ich das System generell sehr mag, und gerne spiele/leite.
Hat jemand einen Verbesserungsvorschlag bezüglich der hohen Abhängigkeit der Skillbasis vom einzelnen Attribut?
Wenn jemand z.B. 60 IQ-Skills hat, und 20 Punkte für 1 Punkt IQ ausgibt, steigt jeder Skill dort um 1 mit.
Das ist zwar ein sehr guter Deal(für den Spieler), ist in der Essenz aber viel zu mächtig.

Mir fiel ein, dass Du diesen Punkt auch angesprochen hattest, ich denke dass ich mit meinem obigen Post darauf auch grundsätzlich  geantwortet habe... Generell ist es gewollt, dass diese Steigerungen so "mächtig" sind - ich meine <60> IQ-Skills, die musst Du erstmal haben! Du bist dann halt der totale mental-skill Spezialist... Es gilt für alle gleich und wenn man wie ich schrieb nachträglich die Umverteilung zulässt, regelt sich das auch im Nachhinein immer ganz gut (zumal ja Attributssteigerungen auch nachträglich sowieso gehen).

Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 1.01.2011 | 19:29
@oldSam: ich weiss, was du meinst. Dann kann man natürlich nicht von Designfehler reden, allerdings macht es die Sache eben weniger flexibel für Powergamer wie meiner Einer. Deswegen spiele ich lieber Systeme ohne Powergamingpotential.

Ich verstehe jetzt nicht wie Du das meinst, dass Du einerseits Powergamer bist, aber andererseits kein Powergamingpotential willst?!
Ich nehme an, dass Du powergaming jetzt nicht grundsätzlich negativ meinst oder doch? IMHO kommen bei GURPS Spieler, die gerne basteln und das Bestmögliche herausholen wollen sehr gut auf ihre Kosten, andererseits gibt es aber (sofern ein fähiger GM bzw. klare Kampagnenregelungen da sind) glücklicherweise wenig Raum für "bug using" (wenn man mal von abgefahrenen features wie "cosmic" absieht, die aber auch explizit für "GM Approval" vorgesehen sind).
Also ich meine mit "bug using" so Geschichten wie sie durch das Ausnutzen diverser Regellücken z.B. bei DSA4 viel vorkommen , was dann auch - wie ich finde berechtigt - in diesem Kontext einen negativen Powergaming-Begriff erzeugt. Solche Probleme hatte ich mit GURPS eigentlich nie.

Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 19:32
Mir fiel ein, dass Du diesen Punkt auch angesprochen hattest, ich denke dass ich mit meinem obigen Post darauf auch grundsätzlich  geantwortet habe... Generell ist es gewollt, dass diese Steigerungen so "mächtig" sind - ich meine <60> IQ-Skills, die musst Du erstmal haben! Du bist dann halt der totale mental-skill Spezialist... Es gilt für alle gleich und wenn man wie ich schrieb nachträglich die Umverteilung zulässt, regelt sich das auch im Nachhinein immer ganz gut (zumal ja Attributssteigerungen auch nachträglich sowieso gehen).

Ja sicher, aber es kommt einem doch ab und zu sehr heftig vor.
In SF-Settings spiele ich supergerne kleine Genies, und wenn ich 60 IQ-Skills habe, ist das wenig.
Mein SPACE-Techie hatte 89 IQ-Skills ;)

Ich dachte es gibt vielleicht eine simple Lösung, aber ganz ehrlich: Ab und zu betreibe ich auch gerne mal ein wenig Powergaming, daher stört mich das im Spiel selber nicht so stark. ;)
Ich kann aber verstehen, wenn es manchen Leuten sauer aufstösst.

Aber da die Anhebung meist eh limitiert ist auf 2 oder 3 Punkte, ist das im Ernstfall zu verschmerzen.
Bei Menschen ist ja eh DEX und IQ bei 16 max. 17 Schluss.

Da hast du natürlich Recht, aber es schränkt die Freiheit ein. Ich würde z.b. niemals unter keinen Umständen die teurere Variante wählen, selbst wenn es in eine Richtung geht, in die ich meinen Charakter gar nicht bringen will (z.b. keinen hohen Dexwert). Und das würden auch einige Spieler nicht, mit denen ich spiele.
D.h. ich wäre dazu gezwungen immer diesen Charaktertyp zu spielen.

Echt? Also ich würde das machen. Ist sicher nicht optimal, aber wenn der Char so auch Spass macht, würde es mich nicht stören.
Ab einem bestimmten Grad, hast du eh keine andere Wahl, als teuer den Skill zu steigern.
Von der Vorteilshierarchie ist das eigendlich die Reihenfolge: Stats -> Talente -> Skills.
Heisst auch ohne Dex auf max. kannste mit Talenten was roppen.  Du kannst dir z.B. eine Reihe von Skills definieren, die zusammenpassen, und daraus ein Talent bauen. Dann kannst du für 5CP diese SKills anheben, was spätestens ab den 2er Skillkosten lohnt. So haste deine 5 Skills die du möchtest hoch, aber deine DX bleibt "niedrig", und soviel "unmächtiger" sind Talente meines erachtens auch nicht.
Talent auf 4, für die Kosten von 1 mal Dex gesteigert, -> +4 auf die Skills die du hoch haben wolltest.

Wäre das keine Lösung für dich?


Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2011 | 19:55
ich meine Powergaming nicht negativ, allerdings mag ich kein Powergaming. Und das ist sowieso das falsche Wort, ich meinte eigentlich MinMaxing.

MinMaxing steht für mich im Gegensatz zu einem ausgeglichenen Regelwerk. In einem ausgeglichenen Regelwerk wähle ich die Optionen ja wirklich nur nach persönlichem Geschmack, ganz uneingeschränkt (wir gehen natürlich von Situationen aus, in denen Charaktere glänzen können, wer immer noch Probleme mit dem Begriff "Ausgeglichenheit" hat). MinMaxen kann ich aber nur, wenn das System nicht ausgeglichen ist. Und da ich mich als Spieler nicht bewusst benachteiligen würde, wäre ich dazu genötigt zu Minmaxen, das schränkt natürlich die Charakterwahl ein.
Anders würde mir der Charakter keinen Spass machen, weil ich immer an die verschwendeten CP denke.
Bloß weil ich MinMaxe, bedeutet das nicht, daß ich das gerne mache.

Talente wären evt. eine Alternative aber ehrlich gesagt ist mir das zu viel Aufwand da herum zu definieren. Ich spiele gerne Systeme, die aus dem Buch heraus spielbar und fertig sind.
Auch einer der Gründe, warum ich kein GURPS mehr spiele.
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: OldSam am 1.01.2011 | 20:11
Da hast du natürlich Recht, aber es schränkt die Freiheit ein. Ich würde z.b. niemals unter keinen Umständen die teurere Variante wählen, selbst wenn es in eine Richtung geht, in die ich meinen Charakter gar nicht bringen will (z.b. keinen hohen Dexwert).

Zum einen sollte man wohl bei der "Charakterrichtung" versuchen im Vorfeld nicht zuviel technisches mit inhaltlichem zu vermischen, will sagen z.B. ein hoher DX-Wert kann unterschiedlich interpretiert werden, auch wenn es auf den 1. Blick im Widerspruch zum Konzept steht  - bspw. wenn ich jmd. spielen will, der zwar nicht per se mit einer hohen Geschicklichkeit gesegnet wurde, aber durch lange  athletische und kämpferische Ausbildung viel Erfahrung gewonnen hat, kann ich ihm trotzdem einen höheren DX-Wert geben, der retrospektiv interpretiert wird, also eine Folge seiner Ausbildung ist.
Überdies werden die Attribute in GURPS ja v.a. auch durch (dis)advantages reguliert. Bspw. könnte man ja sogar sowas bauen wie Reduced Attribute als temporary disadvantage, der immer dann auftritt, wenn der Char einen Tag lang eine bestimmte Droge nicht konsumiert hat o.ä.

Wie schon gesagt wurde sind Talents darüber hinaus eine wichtige Möglichkeit in speziellen, einzelnen Anwendungsbereichen zu glänzen, die das Attribut übertreffen (es gibt da neben den Basic-Samples übrigens auch nette Listen von verschiedenen fertigen Beispielen im Inet bzw. in anderen Publiaktionen). Eine andere, weniger bekannte (weil nicht im Basic Set vorhandene) Methode sind übrigens "Anti-Talents", die genau umgekehrt funktionieren, also wie ein Disadvantage.

P.S. Im Grunde wird das jetzt aber schon ziemlich speziell zu diversen technischen Aspekten des Regelwerks, die eigentlich eher in einem eigenen thread diskutiert werden sollte denke ich... Sollten wir an dieser Stelle wohl nicht mehr allzu vertiefen ;)
Titel: Re: Woher kommt eigentlich das ganze Bashing?
Beitrag von: Brakiri am 1.01.2011 | 20:20
Talente wären evt. eine Alternative aber ehrlich gesagt ist mir das zu viel Aufwand da herum zu definieren. Ich spiele gerne Systeme, die aus dem Buch heraus spielbar und fertig sind.
Auch einer der Gründe, warum ich kein GURPS mehr spiele.

Dann ist GURPS wirklich nichts für dich :)
Es lebt nämlich u.a. auch davon, grade das man soviel basteln kann.

Solche Definierarbeit ist aber mit dem GCA recht schnell gemacht. Ein Talent zu definieren kostet kaum 3min zeit.