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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: YY am 15.12.2010 | 21:23

Titel: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 15.12.2010 | 21:23
Mir geistert da seit einiger Zeit das genannte Thema in der Rübe umher und ich mache jetzt einfach mal einen Umhör-Thread dazu auf...

Zum Einstieg erst mal ein Zitat aus einer PN (mit "Genehmigung" und erst mal anonymisiert, weil es mir gar nicht so sehr um die Diskussion mit dem betreffenden Nutzer geht, es aber eben der letzte Tropfen war, der den Post hier ins Rollen gebracht hat)

Zitat von: Keiner weiß es
Für mich (und das ist natürlich sehr subjektiv) hat Sci-Fi in gewissen Grenzen einen höheren "Realismus" als Fantasy, auch wenn ich mir bewusst bin, dass "Realismus" im Rollenspiel nichts zu suchen hat. Ich kann mir in Sci-Fi einfach nicht vorstellen, dass die Menschheit technische Fortschritte macht, ohne noch tötlichere Waffen als heutzutage zu erfinden. Im Grunde ist die Waffentechnik doch in den letzten 400 Jahren immer ausgereifter und tötlicher geworden, und ich sehe keinen Grund, warum das sich in der Zukunft ändern sollte. Deswegen nehme ich einfach an, dass ein Laserkarabiner - eine Einstiegswaffe bei Warhammer 40K - von halbwegs kundiger Hand geführt (also ein Inquisitor mit Kampftraining) einen ungerüsteten Menschen einfach umpustet. Tut er mit seinem d10 + 2 Schaden (und einer Trefferchance von rund 30%) aber einfach nicht. Und das stört mich.

Meine Gedanken dazu:

- Konkret am System/Setting:
Der Laserkarabiner ist tatsächlich eine "Einstiegswaffe" und daher erst mal rein spielmechanisch nicht dazu gedacht, alles und jedes umzupusten; so wird er auch im Fluff nicht beschrieben.

Interessanterweise gibt es bei 40K tatsächlich Waffen, gegen die ein normaler, ungerüsteter Mensch so gut wie keine Überlebenschance hat, z.B. die Melta-/Inferno- oder die Plasma-Waffen.
Diese taugen allerdings aus verschiedenen Gründen nicht als Standardbewaffnung.


Also: Es gibt solche Waffen wie die "gewünschten" - aber es sind eben nicht alle futuristischen Waffen so (was meist auch plausibel ist - s.u.).


- Im historischen Kontext:
Ja, moderne Waffen sind i.d.R. effektiver/besser als veraltete.
Das liegt aber zu großen Teilen daran, dass sie zuverlässiger, leichter, einfacher zu bedienen sind, im Falle von Fernwaffen wesentlich höhere Feuerraten erreichen, genauer sind etc. pp.
(das ist übrigens beim 40K-Laserkarabiner auch gegeben - nur, dass Vieles davon im Regelsystem nicht zum Tragen kommt).

Der einzelne Schuss aus einer modernen Waffe ist aber nicht zwingend wirksamer/tödlicher als ein Angriff mit einer veralteten Waffe - wir hatten es letztens an anderer Stelle davon:
Je nach Geschossart kann eine Musketenkugel deutlich gefährlicher/wirksamer sein als ein
Geschoss aus einem modernen Gewehr.

Eine zwingende lineare Entwicklung hin zu höherer Wirksamkeit/Gefährlichkeit der einzelnen Angriffe halte ich für nicht gegeben, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Waffen nicht immer auf höchste Wirksamkeit hin konstruiert werden (können), sondern des Öfteren andere Eigenschaften weiter oben auf der Prioritätenliste stehen.

Dazu auch:
Ab einem gewissen Punkt ist es egal, wie viel Energie ich hinter dem Ziel in die Landschaft blase - will heißen, solange ich eine punktgenau einsetzbare Waffe, wie z.B. eine Feuerwaffe, habe, sind mir in Sachen Wirksamkeit recht schnell biologische Grenzen gesetzt.
Mehr als kaputt geht eben nicht, nur kann (in diesem Kontext:) dummerweise an einem Menschen ziemlich viel kaputt gehen, bevor er stirbt - und sofortige Handlungsunfähigkeit ist dann noch mal ein Thema für sich.

Wesentliche Verbesserungen erreicht man da nur mit Waffen, die irgendwelche großflächige(re)n Effekte haben; ob das nun Flammenwerfer, Waffen mit entsprechend leistungsfähigen Explosivgeschossen, die Plasma-Waffen aus 40K oder sonstwas sind, ist dabei eigentlich auch wieder egal; das hängt also nur bedingt am Tech-Level.

Solche Waffen haben natürlich wieder deutliche, teils Tech-level-bedingte, teils aber auch inhärente Nachteile - nichtsdestotrotz findet man sie in vielen zeitgenössischen und futuristischen Settings, und i.d.R. entfalten sie auch eine erwartungsgemäße (beachtliche) Wirkung.


Trennung.


Was tödliche Waffen angeht, nehme ich an, dass sich da in Sachen Wirkmechanismen und Design so schnell nicht sonderlich viel ändern wird.

Und wenn große Änderungen kommen, werden diese wohl eher an anderer Stelle ansetzen, z.B. voll computerisierte Zielsysteme und intelligente/gelenkte Geschosse - die ersten Gehversuche (für infanteristische Standardwaffen, versteht sich - für Großgerät ist das ja mehr oder weniger ein alter Hut) gibts ja schon.


Die größeren Entwicklungsmöglichkeiten würde ich eher den weniger tödlichen Waffen zugestehen - da gibts momentan nichts, was einen wirklich vom Hocker reißen würde, aber denk- und absehbar ist eben so manches.


Falls jetzt noch jemand liest  ;):
Was sind eure Probleme und Problemchen bei der Umsetzung von futuristischen Waffen in verschiedenen Settings und Systemen?

Was sind pauschal eure diesbezüglichen Vorstellungen und Erwartungen?

"Reichen" euch leicht futuristische Waffen in Richtung pulse rifle (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/b/ba/Aliens-The_M41A_Pulse_Rifle.png) oder muss es ein Alleskönner sein wie der Star-Treksche Phaser, der nicht nur mit erschreckender Zuverlässigkeit betäuben, sondern auch ein Ziel restlos auflösen kann (und dabei noch zwischen Ziel und nicht zu zerstörender Umgebung unterscheidet ;) ~;D)?


P.S./semi-off-topic:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chaos am 15.12.2010 | 21:38
Das Problem mit realistischen, d.h. tödlichen modernen und futuristischen Feuerwaffen scheint mir, dass sie den Kampf zu tödlich machen. Bei "ein Treffer und weg" ist nicht viel Platz für Fehler, oder für Heldenmut (außer Heldenmut der Sorte "sich selbst opfern, damit die anderen überleben"). Je nach System und Setting mag das der Sinn der Sache sein, oder auch nicht - bei WH40K zum Beispiel würde es sehr gut passen, bei Star Wars vielleicht eher weniger.

Ich gehe dabei davon aus, dass auch das Kampfsystem relativ realistisch, also tödlich, ist.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 15.12.2010 | 21:39
Ich würde das vom Umfeld abhängig machen.
Fangen wir mal mit "bodenständiger SciFi" an: Ich würde davon ausgehen, daß es da in bezug auf den Einzelkampf am ehesten noch Entwicklungen im Bereich gezielt "nicht-tödlicher" Waffen gibt, die den anderen lähmen, aber nicht töten und am besten nicht einmal groß verletzen. Ist halt "comme il faut".
Bei "harter und dreckiger" bzw. "schwarzer" SciFi dagegen würde ich schon erwarten, daß Waffen schwere Verletzungen und tödliche Folgen haben. Aber auch das könnte man abstufen - schon, weil man ja gar nicht immer töten will. Also sähe ich auch da Raum für weniger zerstörerische und mehr zerstörerische Waffen.
Und bei weitergedachten Entwicklungen der Gegenwart, also SciFi als Extrapolation, würde ich sagen: Geschosse? Laser? Die Waffen eines Könners sind Köpfchen, Zugangscodes, "interessante" Informationen und die richtigen Kontakte. Für die armen Verlierer reicht, was es an Waffen gibt - auch heute werden noch Morde mit Messern begangen, dabei sind sie als Waffe gewiss schon ein sattes Jahrzehntausend alt, soweit muß es die gute, noch gar nicht soo alte Kalaschnikow erstmal bringen ;-) .

Und sowas wie "Space Opera"... naja, da erwarte ich eigentlich gar nichts Genaues.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 15.12.2010 | 21:58
Ich werfe mal die Begriffe Effektivität und Effizienz in den Raum. In Sachen Effektivität hatte die Menschheit relativ früh schon viel erreicht. Es ist sehr effektiv einen spitzen Holzstab in den Körper eines Gegners zu rammen, um diesen kampfunfähig zu machen oder zu töten. In Sachen Effizienz lässt sich noch einiges rausholen. Ich könnte mir vorstellen, dass da Miniaturisierung und Energieverbrauch sowie Logistik (Munition...) die Ansatzpunkte zu Verbesserungen sind.

Zu Laserwaffen: schön und gut. Ist halt nur blöd, wenn das Ziel reflektiert... Außerdem sollte man nicht vergessen, dass sich die Schadenswirkung gänzlich von einem Projektil unterscheidet.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 15.12.2010 | 22:13
Richtig Laserwaffen sind doof.

Kauterisiert sofort eine Wunde. EIn Projetkil lässt ihn vielleicht noch verbluten, der Laser hat das vielleicht schon unterbunden. Desweiteren wird der Laser eine Wolke aus Gas erzeugen (aufgrund der Hitze wird das getroffene Material verdampfen) und daran weiteren Schaden minimieren. 40k liegt nicht weit daneben mit Boltern die tödlicher als kleine Laserwaffen sind.

Ein hoher Tödlichkeitswunsch vergisst meist eine Sache. Eine AK-47 schaltet meist jedes Ziel aus, auf das es trifft. Macht es aber im Falle einer Kevlarweste aber nicht tot, sondern ohnmächtig, mit dem einen oder anderen Rippenbruch.

Sci-fi und Jetzt-welt Systeme haben leider viel zu selten eine gute Trennung von tödlichem Schaden, der aber jemanden einfach nur "träumen" schickt. Ein Traum aus dem er vielleicht nicht erwacht, aber er wird nicht sofort sterben.

Ich nehme an es geht Speziell um das 40k System. Er sollte sich von dem einzelnen Schuss trennen. Den setzen meist nur Scharfschützen so zielgenau, dass er tötet. Ich empfehle eine kleine Lektüre über Artillerie, die erreicht seltenst Killraten von 1 pro Geschoss. Selbst moderene M-16 (die ja nicht so modern sind) treffen gar nicht so häufig. Insofern müsste für mehr Realismus, der Schaden etwas hichgedreht werden, aber bei heftiger Ungenauigkeit der Waffen. Aktionen im RPG sind meist um die Säule rennen und einen auf 30m ausknipsen. Gut dass kann der Special Ops Soldat, der seltenst von RPGlern gespielt wird. In 40k sogar eher von keinem.

2 Selbstversuche: Innerhalb 40k: Man nehme einen mäßig guten Schützen, klebe einiges an Gerät an eine Autogun und erziele damit ein paar Treffer auf kurze Reichweite. Ist nicht allzu unwahrscheinlich, wenn jemand um die Ecke zu kommt den gut zu treffen. Selbst ein gut gepanzerter Char wird das meist kein bisschen überleben.
Aufm PC, zB Rainbow Six: Rennen und dann einen auf 30m mal schnell kriegen ist verdammt schwer. Wenn das Ziel rennt, verkommt das immer mehr zum ungefähr draufhalten. Die US Army hatte mal nen kostenlosen Shooter draußen, da war Schussgenauigkeit auch nciht viel besser.


Mein Fazit ist einfach. So lange Waffen aus irgendeinem Grund nicht selbstsuchend werden, wären Spieler im RPG genervt wie wenig sie treffen würden im Kampf, wenn der Gegner nicht gerade überrascht wurde, oder sie einen asymmetrischen Kampf auf der besser ausgebildeten Seite führen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 15.12.2010 | 22:26
Ich finds halt unlogisch, sobald die modernen Waffen schlechter sind als die heutigen. Warum soll ich so nen Laserkarabiner verwenden (oder überhaupt bauen), wenn ne HK 47 oder sogar ne Pistole besser ist? Laserkarabiner klingt kompliziert und teuer. Zusätzlich erwarte ich eine gewisse verbeserung, nicht unbedingt in der Tödlichkeit aber irgendwo schon. Eine feuerwaffe ist in vielerlei Hinsich und im Gesamtpaket in ner typischen SF-Umwelt nem Schwert überlegen. Und so soll bitte die SF Waffe auch wieder im Gesamtpaket besser sein. Logisch sit das nicht unbedingt, aber es ist plausibel.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Morvar am 15.12.2010 | 22:28


Hallo,

Vielleicht ist der Laser leiser? Oder die Reichweite größer?

Das könnten Gründe sein....
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: 1of3 am 15.12.2010 | 23:20
Zitat
Was sind pauschal eure diesbezüglichen Vorstellungen und Erwartungen?

Es ist hübsch bunt. Und hat vor der Bezeichnung irgendeiner gewöhnlichen Waffe irgendein futuristich anmutendes Präfix. Es verschießt jedenfalls keine Projektile, denn dann würde Blut spritzen und man hätte keine Altersfreigabe ab 12 oder sogar 6 Jahren mehr.

Es sollte auch keinesfalls effektiver sein als gewöhnliche Waffen, denn das ist schlecht für die Dramatik. Insbesondere wenn man SciFi benutzen will, um Parabeln auf reale Verhältnisse zu schreiben - wofür sie ja mal irgendwie mal gedacht war.

Und ja in der Tat, Realismus stinkt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.12.2010 | 23:25
Ich finds halt unlogisch, sobald die modernen Waffen schlechter sind als die heutigen. Warum soll ich so nen Laserkarabiner verwenden (oder überhaupt bauen), wenn ne HK 47 oder sogar ne Pistole besser ist?
Definiere besser?

Grössere Reichweite, Präzisison, Durchschlagskraft, panzerbrechend oder zuverlässiger, wartungsärmer, geringerer Logistischer Aufwand oder ressourcenschonender, unaufwendiger zu produzieren....?
Zitat
Gesamtpaket in ner typischen SF-Umwelt nem Schwert überlegen.
Kelar hält Kugeln auf, Klingen not so much nun extrapolieren wir
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 15.12.2010 | 23:47
Und ja in der Tat, Realismus stinkt.

Auch ein wichtiger Aspekt. Will keiner ernsthaft eine 100% harte Sci fi Space Opera aus genau dem Grund spielen, ist halt ienfach keine Space Opera wenn alles ewig dauert.

Neuer heißt nicht unbedingt besser. Denn es wurde ja schon geklärt, mehr als kaputt kann man den menschlichen Körper nicht machen. Man kann noch Waffen erfinden, die den Gegner einfach wegzappen. Also Treffer und dann würfelt man einfach nicht mehr, weil er im Limbus/Warp/Nirvana verschwindet.

Aber wer will sowas spielen? Helden gibt es keine mehr, nur Materialschlachten. Also Menschenmaterialschlachten um genau zu sein.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Quaint am 16.12.2010 | 00:21
Ich ziehe es gemeinhin vor, wenn SciFi Waffen nachvollziehbar besser sind als heutige. Das ist bei den WH40K Lasern bedingt gegeben (Preis, Logistik usw.), es ist mir aber schon öfter untergekommen, dass man einfach hahnebüchen schlechte Waffen in SciFi-RPGs bringt, etwa die tolle ballistische Pistole aus dem Jahre 2300irgendwas die 10 Kugeln im Magazin hat die auch nicht selbst ihr Ziel finden oder supertödlich wären. Warum dann nicht sowas wie die FN FiveSeven nehmen, die hat doppelt soviele Kugeln, ist nett panzerbrechend und scheinbar durchaus ausreichend in der Wirkung. Ohja, und wurde vor 300+ Jahren erfunden...
Wie fortschrittlich die Waffen sind ist mir letzlich Hupe, aber es soll halt irgendwie insgesamt stimmen. Die Waffen aus Aliens mag ich etwa sehr, die Phaser aus Star Trek wiederrum nur bedingt. Sehr viel Spaß hatte ich mal in einem eigenen Setting in dem eine Art fusionsgetriebener Plasmastrahlwaffen üblich war - natürlich gab es dann auch verbesserte Schutztechnologie inklusive tragbarer Energieschilde. Aber die Dinger haben dicke Stahlschotte zerschnitten als wären sie aus Butter und konnten einen ungeschützten Menschen in eine lebende Fackel verwandeln indem man nur einen Meter daneben schoß.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Terrorbeagle am 16.12.2010 | 00:35
Zitat
...auch wenn ich mir bewusst bin, dass "Realismus" im Rollenspiel nichts zu suchen hat.

*Stöhn* Der Schwachsinn nun wieder. Die ewige Nummer eins der Überflüssigsten Rollenspielmythen.
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Konkret auf die Frage bezogen: Der erste Schritt ist natürlich der Vergleich mit dem einzgen, was man sinnvoll vergleichen kann und das sind nun mal a) wie funktionieren und b) Genrekonventionen - in der Reihenfolge. Wenn ich also davon ausgehe, dass die Waffen der Zukunft weiter entwickelt sind als heutzutage, dann sollten sie auch effizienter oder sonst wie besser sein, sprich irgendwelche Vorteile nutzen (ich meine mich zu entsinnen, dass bei Bablyon 5 Energiehandfeuerwaffen verwendet wurden, obwohl sie schlechter funktionierten als ballistische Waffen, weil bei letzteren dass Problem bestand, dass man Löcher in die Aussenwände der Raumstation reisst, mit katastrophalen Auswirkungen für die Bewohner).
Es gibt nur zwei gute Lösungen: Entweder, die Waffen sind klar besser und eine Entwicklung hat statt gefunden, die für den Spieler nachvollziehbar ist oder es gibt plausible Gründe, die sich gegen eine solche Entwicklung aussprechen. Alles andere ist schlicht dumm.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 16.12.2010 | 01:47
Ich ziehe es gemeinhin vor, wenn SciFi Waffen nachvollziehbar besser sind als heutige. Das ist bei den WH40K Lasern bedingt gegeben (Preis, Logistik usw.), es ist mir aber schon öfter untergekommen, dass man einfach hahnebüchen schlechte Waffen in SciFi-RPGs bringt, etwa die tolle ballistische Pistole aus dem Jahre 2300irgendwas die 10 Kugeln im Magazin hat die auch nicht selbst ihr Ziel finden oder supertödlich wären. Warum dann nicht sowas wie die FN FiveSeven nehmen, die hat doppelt soviele Kugeln, ist nett panzerbrechend und scheinbar durchaus ausreichend in der Wirkung. Ohja, und wurde vor 300+ Jahren erfunden...
Wie fortschrittlich die Waffen sind ist mir letzlich Hupe, aber es soll halt irgendwie insgesamt stimmen. Die Waffen aus Aliens mag ich etwa sehr, die Phaser aus Star Trek wiederrum nur bedingt. Sehr viel Spaß hatte ich mal in einem eigenen Setting in dem eine Art fusionsgetriebener Plasmastrahlwaffen üblich war - natürlich gab es dann auch verbesserte Schutztechnologie inklusive tragbarer Energieschilde. Aber die Dinger haben dicke Stahlschotte zerschnitten als wären sie aus Butter und konnten einen ungeschützten Menschen in eine lebende Fackel verwandeln indem man nur einen Meter daneben schoß.

Moment ist das nicht etwas übetrieben, einen tragbaren Fusionsgenerator für eine Plasmastrahlwaffe nachvollziehbar zu nennen? Und den Star Trek Phaser nicht?

Du magst 40k Laser nicht so sehr, weil zu schlecht, hast aber nie in Erwägung gezogen, das 40k Flakwesten vielleicht einfach Kevlar Mk250 sein könnten? Energieschilde, sind nebenbei nunmal keinesfalls nachvollziehbar, bekannt ja, aber ungefähr so wie Magie nicht mit irgendeinem Naturgesetz belegbar.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Quaint am 16.12.2010 | 03:06
@ Voronesh
"nachvollziehbar besser" in Kombination, nicht einfach "nachvollziehbar". Ich bin kein Freund von übertriebenem Realismus.

Und bei Star Trek hab ich mir schon häufiger gedacht, dass die jetzt mal nen US Marine (oder nen Squad davon) mit M16 und M203 bestens gebrauchen könnten.

Das ich WH40k-Laser nicht mag habe ich so nicht gesagt. Gerade im Fluff, etwa in der Gaunt's Ghosts Reihe, gefallen die mir super. Ein bißchen Schade ist halt, dass im Rollenspiel die Autogun, an sich ja das vergleichbare Äquivalent aus den ballistischen Waffen, deutlich "wirksamer" ist, nicht unbedingt vom Schaden, aber von den Optionen, speziell kann sie eben Autofeuer und Manstopper Munition verwenden und zieht damit weit an der Lasgun vorbei.
Das WH40K-Flakpanzerungen irgendwie besonders modern/toll wären, ist aber nicht wirklich in Betracht zu ziehen wenn man sich mal andere Sachen anguckt (Vergleich mit ungerüstet, Vergleich mit anderen Rüstungen).

Abgesehen davon, dass mir da mal wieder einen riesenhaufen Sachen in den Mund gelegt werden, die ich so nicht gesagt habe.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ArneBab am 16.12.2010 | 04:00
Es könnte auch einfach sein, dass größere Waffen bei Todesstrafe verboten sind und ihre Spuren gefunden werden können.

Es ist völlig belanglos, ob es den Gruppentötenden Laser gibt, wenn eine Benutzung dir die Raumpatroullie auf den Hals hetzt.

Oder nimm Dune: Die dämlichen Energieschilde locken Würmer an, deswegen nimmt sie auf Arrakis keiner. Außerhalb von Arrakis gibt es aber nur die Möglichkeit, entweder mit Nahkampfwaffen zu kommen oder eine termonukleare Explosion zu provozieren (und danach vom Zentralsystem zu Staub zermalen zu werden).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 16.12.2010 | 08:54
Wie wäre es mit einer Wumme wie der gute alte Judge Dredd sie benutzt? Biometrisch gesichert, kapselt DNA in die Kugeln mit ein um Schützen zu identifizieren und ist stimmgesteuert um verschiedene Muni  zu wechseln.
Ach ja, hat verschiedene Munitypen auf Lager.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Laivindil am 16.12.2010 | 08:58
Im Grunde aber ist das doch wieder eine Realismus-Diskussion. Mein erster SL pflegte immer zu fragen: "Möchtest Du, dass Deine Gegner so eine Waffe gegen Dich einsetzen?", im Fall des Lasergewehrs: es reicht eine winzige Öffnung, der Strahl ist lichtschnell und der Getroffene PC ist tot. Meist endet der Wunsch nach realistischen Waffen umgehend.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 16.12.2010 | 09:07
Das ist wiederum aber nur eine Fortsetzung des alten Wettlaufs Rüstung vs. Waffe. In SR ballern die Gegner auch mit Sturmgewehren auf die Runner. Wenn die dann nur im Hawaiihemd rumlaufen, sind sie halt selbst schuld.

Bei WH40K ist es auch nur eine Frage der Rüstung. Rennen die Chars in Westen der imperialen Truppen rum oder in Terminatorrüstungen? Andere SF Universen bieten eben entsprechende Variatonen.
Darüberhinaus hängt es auch von der Aufgabe ab die zu erledigen ist, oder von den Ressourcen. Bei einem Schleichjob ist eben eine chamälonidrüstung besser als ein Schlachtfeldpanzer.

Bei Dune war es auch noch so das ein Lasertreffer auf einen Körperschild eine nuklearähnliche Explosion auslöste. Deswegen waren die Dinger mit Vorsicht zu genießen und es wurden auch immer wieder Nahkampfwaffen eingesetzt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 16.12.2010 | 09:45
@YY
Ich bin da ganz auf deiner Linie.

Moderne Waffen sind meist nicht tödlicher als ältere Waffen, sondern effizienter. Erhöhte Schadenswirkung bei Menschen geht ja vor allem über Flächenwirkung. Mehr Flächenwirkung bedeutet bei Geschossen aber größere Geschosse. Größere Geschosse sind schwerer und erfordern deswegen mehr Energie um abgefeuert zu werden. Der Körper des Schützen hält aber eben nur eine gewisse Belastung an Kraft aus.

Daher hat sich die Tödlichkeit von Feuerwaffen ja auch in den letzten 100 Jahren kaum erhöht. Und ich denke auch in den anderen Bereichen ist sicherlich nicht mehr viel herauszuholen.

Bei jeder Technologie wird jede Verbesserung zum Maximum hin immer schwieriger und irgendwann ist es einfach leichter eine neue Technologie (Streitwagen->Kavallerie, Nahkampf->Feuerwaffen, Kanonen->Raketen) zu entwickeln, als die bereits vorhandene noch zu verfeinern.

Von daher ist der Gedanke des Übergangs zu echten Energiewaffen für SciFi-Settings schon verständlich. Wobei das im Grunde auch nur eine Weiterentwicklung von Feuerwaffen ist und damit im Grunde keine gänzlich neue Technologie. Da harpert es dann auch leider immer etwas an der Vorstellungskraft.

Wer weiß zB, ob in Zukunft bei der militärischen Kriegsführung physikalische Gewalt überhaupt noch eine große Rolle spielt, vielleicht kommt da auch endgültig der Übergang zu gezielten Angriffe gegen die Psyche und Infrastruktur des Gegners durch Meme (Terror) und Hackerangriffe.

Das gilt natürlich nur für unsere Erde. Wenn plötzlich viel Platz für Expansion besteht (SpaceOpera), dann benötigt man auch keine neue Technologien. Da man einfach ausweichen bzw. weiterhin gewohnte Technologien einsetzen kann, da man zB mit Massenvernichtungswaffen nicht zwangsläufig die eigene Lebensgrundlage gefährdet.

Ansonsten ist mir das jetzt relativ gleich, mit was man sich in SciFi-Settings beharkt. Die Waffen sollten nur in sich konsistent sein. Sprich Anfängerwaffen sollten auch wirklich weniger effektiv sein als Profi/Spezialwaffen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ArneBab am 16.12.2010 | 09:52
Im Grunde aber ist das doch wieder eine Realismus-Diskussion. Mein erster SL pflegte immer zu fragen: "Möchtest Du, dass Deine Gegner so eine Waffe gegen Dich einsetzen?"

Das habe ich in SR mit Granaten auch immer so gehandhabt. Entsprechend hat niemand Granaten verwendet :)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 16.12.2010 | 09:58
Ich finde das schon in Fantasysettings interessant. Bsp. in DSA, wo beide Parteien über das Äquivalent taktischer Nuklearwaffen verfügen. Die Spieler setzen das auch ein, und ich bin jetzt soweit, das ich das ebenfalls tue. Wenn sie bei draufgehen, ist das nicht mein Prob. 
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: El God am 16.12.2010 | 10:03
Gerade StarTrek-Phaser sind da ein perfektes Beispiel. Unrealistisch wie Sau, gegen Gegnergruppen mitunter nur beschränkt wirksam, aber im Grunde recht effektiv. Warum? Man kann die Waffe den Bedingungen anpassen - vom leichten Betäubungsstrahl bis zum Desintegrationsstrahl, der hunderte Kubikmeter Gestein auflöst, darüber hinaus kann man die Waffe modifizieren, um Schilde zu durchdringen, Gänge in Gestein zu schneiden oder mehrere Gegner mittels eines gestreuten Strahles zu treffen... Und das alles in einer Faustfeuerwaffe, die afaik noch nie Probleme mit Munition hatte... (bei den Phasergewehren sieht das irgendwie anders aus). Der Phaser ist besser als sein Ruf, das Problem ist einfach, dass er von der Sternenflotte nur sehr ineffizient eingesetzt wird...

So, genug herumgenerdet. YY hat Recht. So einfach sieht das aus. Waffen, die weniger tödlich sind, müssen nicht zwangweise schlechter sein. Der Schaden, den man am Ziel anrichtet, ist gerade mal ein einziger Parameter neben dutzenden anderen ...
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Timo am 16.12.2010 | 11:05
Noch was zu 40K im generellen, ihr wisst schon, das das Setting A) eine Parodie ist und B) Die Menschheit ihr vollständiges Technikwissen verloren hat, nichtmal mehr evtl. noch vorhandene Bauschablonen kapiert und eigentlich nur die Maschinen nutzt die irgend ein Depp(okay der Imperator) vor tausenden Jahren improvisiert aus dem Gedächtnis zusammengeschustert hat....

und da wundert man sich über Effizienz?

außerdem wirken bei uns in der Gegenwart noch die Genfer Konventionen dagegen.(HK Flechette, anyone?)

Effiziente Waffen der Zukunft bei uns wären vermutlich:
-Pocken ausgelöscht aber ja noch in Labors vorhanden
-Hochzüchten und kreuzen für schnellere und lethalereWirkung auf den Menschen
-Nur die eigene Bevölkerung immunisieren
-Mutierte Pocken per Drohne in Regenwolken über dem Zielland abwerfen am besten kombiniert mit Sachen die Regen auslösen
-Immunisierte TruppenHilfskonvois ins Land schicken für die finale Klärung.

Das ganze dann kombiniert mit ferngelenkten Raketen und optimierten Raketendrohnen gegen feindliche Bunker
Würde bestimmt prima im Kongo oder Mittel-/Südamerika funktionieren.

Mann zu Mann Kampf ist sowas von gestern und wird einfach nur noch eingesetzt weil es günstiger ist und man ja den Kollateralschaden niedrig halten muss(und Interventionen anderer Mächte verhindern möchte).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 16.12.2010 | 11:12
Bevor man sich aber über mögliche Waffen hermachen will, sollte doch erst mal bedacht werden was für SF man generell spielen will. Wie bei Fantasy gibt es hier ja auch eine Skala von Low SF wie Firefly oder BSG bis zu High SF wie StarTrek wo die Technik schon an Magie heranreicht.
Wo ich bei Low SF noch mit Projektilwaffen arbeite habe ich bei High SF dann Strahlenwaffen oder visialisierbare Energiefelder wie ein GL Ring oder ähnliches.


Das mit der vergessenen Technik ist doch bei Battletech ähnlich, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei 40K.

Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Funktionalist am 16.12.2010 | 11:49
Es gibt auch andere Umgebungen, die andere Anforderungen stellen.
Du willst in 0G nichts mit Rückstoß abfeuern und in Raumschiffen sollten Waffen auch nicth allzu Panzerbrechend sein...

Allerdings wären in der Tat noch andere Waffen denkbar.
Kugeln, die nach dem Treffer anfangen wie ein irrer Kreisel umherzuspuken oder sich zerlegen und als Virus in den Cyberelementen des Zieles wirken oder im Inneren einen EMP auslösen, um technik zu stören...

Naja in 40k schauts wieder anders aus. Waren Orkwaffen nicht einfach aus massivem Metall und schossen trotzdem?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 16.12.2010 | 11:55
@Quaint.

Ich wollte dir nicht absichtlich was in den Mund legen. Es bot sich nur an  ~;D. Nur die 40k Flakweste ist ungefähr so gut wie nen Eldar Vollkörperpanzer. Man kann sich aus anderen Gründen über das System lustig machen, aber konsequent eine Parodie zu sein muss auch erstmal geschafft werden.

Orkwaffen funktionieren weil Orks dran glauben. Tyraniden löschen Planeten aus irgendeinem Grund nicht per Biowaffen aus dem Orbit aus.

Jaja das gute 40k Universum. Realismus ging da schon recht früh aus Fenster, ist aber an genug Stellen noch hartnäckig zu finden.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 16.12.2010 | 12:01
So ähnlich. Aber das war auch nicht obskurer als die Shurikenkatapulte der Eldar oder die Waffensymbionten der Tyraniden, die Fleischfressende Käfer und ähnlich nette Sachen verschossen.
Aber man sollte da auch nicht vergessen das sich WH40K (früher zumindest) selbst nicht sehr ernst nimmt.

Kennt noch einer UFO: enemy unknown oder UFO: terror from the deep?
Da fing man mit ziemlich Standardwaffen und Fahrzeugen an und konnte dann auf Basis der erbeuteten Alienwaffen selbst immer bessere Sachen entwickeln bis hin zu Schallwaffen oder Psiwaffen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chaos am 16.12.2010 | 17:00
So ähnlich. Aber das war auch nicht obskurer als die Shurikenkatapulte der Eldar oder die Waffensymbionten der Tyraniden, die Fleischfressende Käfer und ähnlich nette Sachen verschossen.
Aber man sollte da auch nicht vergessen das sich WH40K (früher zumindest) selbst nicht sehr ernst nimmt.

Kennt noch einer UFO: enemy unknown oder UFO: terror from the deep?
Da fing man mit ziemlich Standardwaffen und Fahrzeugen an und konnte dann auf Basis der erbeuteten Alienwaffen selbst immer bessere Sachen entwickeln bis hin zu Schallwaffen oder Psiwaffen.

Man fing mit Pistole, Sturmgewehr, Raketenwerfer und Autokanone an, konnte dann Laserwaffen entwickeln und die Plasawaffen der Aliens erforschen. Wobei "Plasma" hier reiner Fluff war - das waren einfach nur stärkere Schusswaffen.


Ich finde die Sache in Traveller ganz gut gelöst - da gibt es zwar supermoderne Laser- und Plasmawaffen, aber altmodische Feuerwaffen sind noch weit verbreitet, eben weil man damit einen ungepanzerten oder mit zivilen Mitteln gepanzerten Gegner damit immer noch gut genug erledigen kann, und weil viele Welten auch nicht die technologische Basis für etwas Besseres haben. Gegen Marines im Battle Dress kann man mit normalen Feuerwaffen allerdings einpacken, da muss dann schon was Härteres her - aber solchen Gegner dürften die meisten Gruppen auch gegenüber stehen.

Traveller behandelt Energiewaffen und Schusswaffen auch unterschiedlich. Feuerwaffen sind billig, leicht verfügbar, und viele können Salven feuern; dafür sehen sie gegen moderne Panzerung matt aus, und haben das Problem mit dem Rückstoß. Energiewaffen sind teuer und feuern nur relativ langsam, aber dafür haben sie keinen Rückstoß und die meisten Panzerungen schützen nicht gegen sie.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 16.12.2010 | 21:49
So, Zitatorgie  ;D


Das Problem mit realistischen, d.h. tödlichen modernen und futuristischen Feuerwaffen scheint mir, dass sie den Kampf zu tödlich machen.

Mir scheint das Problem eher, dass viele Spieler unter "realistischem" Schaden eine viel zu hohe Tödlichkeit verstehen.

Z.B. zwei Faktoren, die dabei oft übersehen werden, hier aber schon genannt wurden:

- Je nach Art und Lokation der Verletzung ist ein Mensch geradezu absurd widerstandsfähig.
Das modellieren viele Schadenssysteme nur ungenügend*.

- Auch futuristische persönliche Waffen werden, sofern sie ungelenkt sind (und auch für bestimmte Formen von Lenkwaffen!) mit nutzerbedingter Ungenauigkeit und anderen Bedienfehlern zu kämpfen haben.
In den meisten RPGs sind die Trefferquoten tatsächlich viel zu hoch - aus verschiedenen Gründen.
Manche machen das aber auch "richtig", und wenn sie gut genug aufgezogen sind, hat man auch entsprechende Möglichkeiten, die Trefferquote zu erhöhen, wenn man z.B. die richtigen taktischen Entscheidungen trifft.

*
Sci-fi und Jetzt-welt Systeme haben leider viel zu selten eine gute Trennung von tödlichem Schaden, der aber jemanden einfach nur "träumen" schickt. Ein Traum aus dem er vielleicht nicht erwacht, aber er wird nicht sofort sterben.

+1.
Aber auch manche recht "mainstreamige" Systeme wie SR machen das schon ganz gut, indem sie eine ziemlich große "Komazone" haben, also einen Bereich, in dem man zwar handlungsunfähig, aber eben noch nicht tot ist.

Warum soll ich so nen Laserkarabiner verwenden (oder überhaupt bauen), wenn ne HK 47 oder sogar ne Pistole besser ist? Laserkarabiner klingt kompliziert und teuer.
1. Es gibt keine HK 47  ;D

2. Das klingt vielleicht kompliziert und teuer, ist es aber zumindest in 40K per Definition nicht.
Die Laserkarabiner sind da zuverlässig, billig und leicht zu bedienen.
Dass Laserwaffen im Vergleich zu Projektilwaffen wesentlich präziser sind, kommt in 40K regeltechnisch nicht zum Tragen.

Dafür kann man die Batterien für die Lasergewehre ins Feuer schmeißen und sie so wieder aufladen(!) - davon gehen sie zwar auf Dauer kaputt, aber allein für dieses "feature" hätte wohl schon so mancher Frontsoldat seine Großmutter in ein arabisches Bergwerk verkauft...

Es könnte auch einfach sein, dass größere Waffen bei Todesstrafe verboten sind und ihre Spuren gefunden werden können.

Es ist völlig belanglos, ob es den Gruppentötenden Laser gibt, wenn eine Benutzung dir die Raumpatroullie auf den Hals hetzt.

Ich weiß nicht - die Verbotskeule zieht mMn nur dann, wenn man auch in zivilisierten Gegenden unterwegs ist.

Heutzutage kann man in manchen Landstrichen Afrikas ja auch relativ ungehemmt mit RPGs und schweren MGs rumholzen, ohne dass ALLEIN deswegen die UN anrückt ;)

Als Zivilist bzw. generell als Unberechtigter kommt man ja meist nur in Gegenden an solche Waffen, wo staatliche Strukturen so weit erodiert oder erst gar nicht vorhanden sind, dass das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr aufrecht erhalten werden kann bzw. noch nicht etabliert wurde.

Mein erster SL pflegte immer zu fragen: "Möchtest Du, dass Deine Gegner so eine Waffe gegen Dich einsetzen?"

Nicht falsch verstehen, aber das ist ein Gedankengang, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollen.

Der Gegner setzt ein, was er für richtig und sinnvoll hält, und die SCs machen das auch.

Dass die Gegner aber bestimmte Waffen einzig und allein als Reaktion auf den Einsatz durch die SCs nutzen (und auch: darauf überhaupt nur Zugriff haben, weil die SCs sie auch haben...), ist mMn ziemlicher Unfug - zumal ja oft genug die SCs zunächst gar nicht als Opposition bekannt sind.

Es gibt zwar einige Präzedenzfälle für solche Vorgänge (z.B. die Manipulation der eigenen Vollmantelgeschosse, weil vom Gegner angenommen wird, dass er (verbotene) Dum-Dum-Geschosse einsetzt) - die sind aber längerfristiger angelegt und funktionieren eigentlich nur mit großen, vernetzten Parteien (z.B. Armeen) wirklich nachvollziehbar.


Natürlich kann es zwischen Gegnergruppe X und SC-Gruppe Y zu einer stufenweisen Eskalation kommen, in deren Verlauf von beiden Seiten immer schwerere Waffen eingesetzt werden - aber auch dann sollte sich das immer noch daran bemessen, was denn die Gegnergruppe hat und zum derzeitigen Stand des Konfliktes einzusetzen gewillt ist, und nicht konkret (also im Sinne einzelner Waffentypen) daran, was die SCs vorher eingesetzt haben oder einzusetzen gedenken.

*total gegen solche "gentlemen´s agreements" auf Meta-Ebene*

Effiziente Waffen der Zukunft bei uns wären vermutlich:
-Pocken ausgelöscht aber ja noch in Labors vorhanden
-Hochzüchten und kreuzen für schnellere und lethalereWirkung auf den Menschen
-Nur die eigene Bevölkerung immunisieren
-Mutierte Pocken per Drohne in Regenwolken über dem Zielland abwerfen am besten kombiniert mit Sachen die Regen auslösen
-Immunisierte TruppenHilfskonvois ins Land schicken für die finale Klärung.

C- und B-Waffen sind nur auf dem Papier wirklich tauglich - i.d.R. scheitert es an den nötigen Größenordnungen, die für einen effektiven Einsatz nötig sind.
Effizient ist der Einsatz als hauptsächliches Kampfmittel, speziell im Gefecht, von C-Waffen nie und der von B-Waffen so gut wie nie.

Unterstützend und abseits der eigentlichen Gefechtshandlungen können (auch improvisierte) B-Waffen nützlich sein, aber insbesondere im SF-Kontext (wo die Wirkungs- und Verbringungsweise schnell bekannt sein dürfte und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können) dürfte der massive Einsatz von B-Waffen nur dann sonderlich erfolgreich sein, wenn er eine wirkliche Überraschung ist.


Und zum Schluss einer meiner liebsten Einsprüche  :):
Wer weiß zB, ob in Zukunft bei der militärischen Kriegsführung physikalische Gewalt überhaupt noch eine große Rolle spielt, vielleicht kommt da auch endgültig der Übergang zu gezielten Angriffe gegen die Psyche und Infrastruktur des Gegners durch Meme (Terror) und Hackerangriffe.
Ich weiß das  ;D

Psychologische Kriegsführung gibt es seit Menschengedenken; insbesondere bei asymmetrischen Konflikten spielt sie zwar eine große Rolle, kann aber genau genommen immer nur im Kielwasser von bzw. im Zusammenspiel mit physischer Gewaltanwendung stattfinden.

"Meme warfare" hört sich zwar schick und neu an, ist aber eigentlich nichts anderes - und während unsere Gesellschaft dafür relativ empfindlich ist, ist es sehr leicht denkbar, dass und wie soziale Strukturen (und Einzelpersonen) dagegen "gehärtet" werden können.


Für den Cyberkrieg gilt Ähnliches; hier ist durch technischen Fortschritt "lediglich" eine Verwundbarkeit entstanden, die es vorher nicht gab.
Sobald die Verteidigung entsprechend nachzieht, relativiert sich das schnell wieder - damit meine ich nicht nur die rein softwareseitige Verteidigung, sondern auch eine entsprechende Gesamtkonfiguration relevanter Infrastrukturen inklusive Notfallplänen usw..

Das steckt derzeit noch in den Kinderschuhen - auch deswegen, weil die Schäden durch Cyberkriegsführung bei uns im Westen bei Weitem noch nicht groß genug sind, als dass das ernsthaft in Angriff genommen werden würde.


Davon ab/grundsätzlich:

Solange der Gegner eine physikalische Komponente hat, ist diese auch Angriffsziel (Preisfrage und Rückgriff zum Thema Cyberkrieg: Was passiert wohl mit einem ideologisch gefestigten und hoch kompetenten gegnerischen Hacker, dessen Standort bekannt und mit vertretbarem Aufwand erreichbar ist? ;)).

Physische Gewalt bzw. die Mittel, diese anzuwenden, sind für praktisch jeden leicht verfügbar und es ist schwer, sich wirksam dagegen zu schützen.
Sie ist daher oft das einfachste und bisweilen das einzige kurzfristig anwendbare Mittel.

Vom militärischen Bereich weg:
Manche Ziele können nur durch physische Gewalt erreicht werden (Beispiele auf Anfrage  ;D).


Umgekehrt haben manche Anwendungen von physischer Gewalt keinen rationalen Hintergrund und andere Kampfweisen stellen daher für den Anwender keine "sinnvolle" Alternative dar.


Keine Sorge ( :P ;)) - physische Gewalt wird uns noch seehr lange begleiten.

Geschosse? Laser? Die Waffen eines Könners sind Köpfchen, Zugangscodes, "interessante" Informationen und die richtigen Kontakte.

Neben dem oben Gesagten:
Z.B. in einer konkreten Defensivsituation helfen die besten Kontakte und die schönsten Zugangscodes nichts - da braucht es (physische) Waffen, und zwar die wirksamsten, die jeweils verfügbar sind...
  
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 16.12.2010 | 22:28
Superpost YY  :d.

Muss dennoch noch ein paar Dinge loswerden.

C-Waffen wurden im 2. WK nicht im großen Stil aufgrund des BLitzkrieges eingesetzt. Warum das Zielgebiet unzugänglich machen, wenn die eigenen Panzer 15 Minuten später den Hügel erobern sollen?

Einen gewissen Rahmen haben Kampfroboter/drohnen. Die sind nur durch physische Gewalt auslöschbar.

Meme warfare / psychologische Kriegsführung und Propaganda. Ist auch erst als Verwundbarkeit entstanden, weil die westliche Welt (1. Welt) seit sehr langer Zeit keinen Krieg mehr selbst erleben musste. Es leben nur noch sehr wenige als Zeitzeugen jener Zeit. Die Amerikaner haben es da noch einfacher. Zivilisten mussten sich bei denen seit dem Bürgerkrieg keine Kriegsverbrechen mehr seit dem Bürgerkrieg mehr angucken. (Erklärt auch vielleicht den massiven Einsatz der Propaganda um deren Kriege unter der einfachen Bevölkerung durchzukriegen.)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 16.12.2010 | 23:05
Ich geh mal auf die einfache Frage ein: Was erwarte ich von Sci-Fi Waffen? Eigentlich nichts. Sie sollten nicht hinter dem zurückfallen, was unsere Waffensysteme heute schon leisten, ob sie sehr viel weiter gehen oder mehr oder weniger auf dem Level stagnieren ist mir eigentlich egal.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Laivindil am 16.12.2010 | 23:10
Nicht falsch verstehen, aber das ist ein Gedankengang, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollen.

Ich glaube, Du hast mein Beispiel missverstanden. Es geht um die Tödlichkeit der Waffe. Wenn der Spieler darauf besteht, dass sein Lasergewehr mit einem Schuss töten kann, dann gilt das auch für die NSCs, sprich: auf einmal ist der SC tot, weil der Gegner das gleiche Lasergewehr hat und auch mit einem Schuss töten kann.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 17.12.2010 | 08:43
@YY/Meme- und Cyberkrieg
Das war in diesem Sinne zu verstehen: In einem SciFi-Setting, welches nur 20 minutes into future ist, braucht es keine noch effektivere Waffen, da bereits die Möglichkeiten, die existieren mehr als ausreichend sind, um Krieg zu führen. Momentan sind wir halt (mal wieder) in einer Phase, in der assymmetrischer Krieg rulet. Man sehe da einfach nur auf die einschneidende und bis heute nachwirkende Wirkung der RAF an, die weiß Gott keine Hitech zur Verfügung hatten.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chaos am 17.12.2010 | 09:24
@YY/Meme- und Cyberkrieg
Das war in diesem Sinne zu verstehen: In einem SciFi-Setting, welches nur 20 minutes into future ist, braucht es keine noch effektivere Waffen, da bereits die Möglichkeiten, die existieren mehr als ausreichend sind, um Krieg zu führen. Momentan sind wir halt (mal wieder) in einer Phase, in der assymmetrischer Krieg rulet. Man sehe da einfach nur auf die einschneidende und bis heute nachwirkende Wirkung der RAF an, die weiß Gott keine Hitech zur Verfügung hatten.

Mehr noch... die Attentäter vom 11. September 2001 hatten auch bloß Teppichmesser, und nachher waren an die 3000 Leute tot. Mal ganz davon abgesehen, dass ein paar hundert Millionen sich in die kollektive Hose gemacht haben (und in geringerem Maße immer noch machen) vor Angst.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 17.12.2010 | 09:55
Meme warfare / psychologische Kriegsführung und Propaganda. Ist auch erst als Verwundbarkeit entstanden, weil die westliche Welt (1. Welt) seit sehr langer Zeit keinen Krieg mehr selbst erleben musste. Es leben nur noch sehr wenige als Zeitzeugen jener Zeit. Die Amerikaner haben es da noch einfacher. Zivilisten mussten sich bei denen seit dem Bürgerkrieg keine Kriegsverbrechen mehr seit dem Bürgerkrieg mehr angucken. (Erklärt auch vielleicht den massiven Einsatz der Propaganda um deren Kriege unter der einfachen Bevölkerung durchzukriegen.)

Es ist es schon immer Teil des Kriegs gewesen den Feind als minderwertig und/oder unmenschlich an die eigenen Leute zu verkaufen und dem Feind zu zeigen was für dicke Eier man hat. Wenn etwas die Art und Weise stark verändert hat, dann eher das auf einmal so viele Leute lesen können, es billig ist Flugblätter zu produzieren und neue Techniken wie Radio es erlauben Propaganda ins Feindlager zu funken ohne etwas zu riskieren.

Und das die USAmerikaner keine Kriegsverbrechen seid dem Bürgerkrieg kennen (der auch nur 50 Jahre her war) stimmt auch nur wenn man den nativen Einwohnern weglässt. Einwohner Puerto Rica könnten da auch anderer Meinung sein, wobei das mehr Nachkriegsausbeutung als direkte Kriegsverbrechen waren.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.12.2010 | 10:10
Z.B. in einer konkreten Defensivsituation helfen die besten Kontakte und die schönsten Zugangscodes nichts - da braucht es (physische) Waffen, und zwar die wirksamsten, die jeweils verfügbar sind...
Ich zitiere mal einen nicht näher genannten "Kampfexperten":
Zitat
Was bewirken sie alle, die Fleischfäller und Leuteplättner, Schädelschmiede und Leibmetze? Schon ein Meuchler, der zu schleichen statt mit der Faust auf den Tisch zu schlagen versteht, ist viel gefährlicher. Ja, Schaden zuzufügen tröstet das heiße Herz, kühlt für einen Moment vielleicht gar das Brennen von Haß und Rachsucht. Doch der wirklich gefährliche Gegner ist der, der mit kaltem Herzen und scharfem Geist kalkuliert, was er tut, der mächtige Freunde hat, geduldig abwarten und dann zuschlagen kann, wenn der Moment gekommen ist, zielgenau und notfalls tödlich. ...
Einzig vor der Torheit hüte man sich: für einen Verletzen stehen zwei seiner Freunde auf vor Dir, für einen Toten treten Dir vier seiner Verwandten gegenüber, aber der Entehrte hat niemanden mehr, der für ihn einträte, und wirklich besiegt ist, wer an Geist und Seele niedergerungen ist.
Daß man zuweilen nicht die nötige Zeit hat (z.B. in der von Dir genannten Defensivsituation), würde ich allerdings zugeben. Andererseits würde ich denen nicht zuviel Gewicht beimessen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 10:43
Und das die USAmerikaner keine Kriegsverbrechen seid dem Bürgerkrieg kennen (der auch nur 50 Jahre her war) stimmt auch nur wenn man den nativen Einwohnern weglässt. Einwohner Puerto Rica könnten da auch anderer Meinung sein, wobei das mehr Nachkriegsausbeutung als direkte Kriegsverbrechen waren.

Ahh sry, ich meinte auf eigenem Boden. Der Durchschnittseuropäer hat den 2. WK am eigenen Leib erfahre müssen. Bei den Amis waren die Soldaten hier ja, aber die Zivilisten eben nicht.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Wulfhelm am 17.12.2010 | 11:04
Ich zitiere mal einen nicht näher genannten "Kampfexperten":
Namedropping war noch nie ein gutes Argument, aber Namedropping ohne Namen ist schon eher grotesk.
Solange nicht am Ende Deiner Zugangscodes und 1337 hacking skillz und wasweißichnicht irgend etwas zum Leuteabmurksen steht, ist jeder Buschmann mit einer alten Kalaschnikow militärisch wertvoller.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 17.12.2010 | 11:16
Um wieder auf die Waffenfrage zu kommen. Generell würde ich so sehen das SF Waffen das gleiche machen wie heutige Waffen. Nur zuverlässiger, dh. zielsicherer, größere Reichweite, witterungsbeständiger und so was.
Einiges hängt aber auch vom techlevel ab. Eine Projektilwaffe nach heutigem Stand macht grob gesagt Löcher in den Feind. Ein SF Strahler der einen kohärenten Strahl schießt könnte den Gegner zerschneiden. Ein Nadler könnte mit einem chemischen Stoff vesehen sein der schockfrostet, oder Naniten in die Blutbahn injiziert.
Eine SF Waffe könnte ohne Munition auskommen, weil sie die Luftfeuchtigkeit zu Projektilen gefriert oder die Atome im Körper des Gegners zum schwingen bringt, damit er verbrennt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 17.12.2010 | 12:06
Nu, dann bräuchte sie aber immer noch eine Energiereserve. Mag sein, dass die wesentlich länger hält, aber am Ende ist es doch eine Art Munition.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: McCoy am 17.12.2010 | 12:09
Interner Minireaktor! Hatte Captain Future sogar in seiner Armbanduhr ;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2010 | 12:42
Ich versteh noch nicht, warum ich mir die Mühe mache, irgendwas in Masse zu produzieren, das nicht viel besser ist als heutige Waffen.
Dieser Laserkarabiner ist ja nett, und ich akzeptiere ihn auch gern als zusätzliche Waffe zu heutigen Waffen, aber nicht als Ersatz derselben.

Von einer SciFi-Waffe erwarte ich immer noch, das sie besser ist als heutige Feuerwaffen, und zwar in mehreren Bereichen, inklusive ganz besonders der Tödlichkeit. Und zwar, weil die Waffen bisher immer tödlicher geworden sind, bei sonst gleichen Parametern. Bsp. Schwerter, die ich heute in besserer Qualität produzieren kann, wie sie früher geschmiedet werden mussten. Bze. ich kann das gleiche massenproduzieren, was früher nur als Einzelstück ging. Da ist es ein und dieselbe Waffe, die rein durch die bessere Technik tödlicher wird.

Zusätzlich erwarte ich von ScFi-Waffen, das sie neue Prinzipien entwicklen, um Leute umzubringen. Prinzipien, die besser geeignet sind als heutige, um leute ins Jenseits zu befördern. Das war auch schon immer so.  
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 17.12.2010 | 12:46
Erstmal kurz vorneweg zur Tödlichkeit: da muss im Rollenspiel das System entsprechende Lösungen anbieten. Ich finde es jedenfalls suboptimal, wenn ein SL seine NSCs absichtlich auf kleine Flamme zurückdrehen muss, damit es nicht beim ersten kleinen Scharmützel einen TPK gibt.

Realistisch (sic) betrachtet, ist im Rahmen der "Small Arms", also Handfeuerwaffen, imo so ziemlich das Ende der Fahnenstange erreicht. Will heißen, das moderne Kleinkaliber-Sturmgewehr ist technisch so weit optimiert, wie es für chemisch betriebene Projektilschleudern möglich ist. Man kann vielleicht die Ergonomie noch etwas verbessern, bessere Zielgeräte draufschrauben, Gewicht ein wenig reduzieren, aber das wars dann schon.
Würde es bei den Körperpanzerungen starke Verbesserungen geben, die leichten und hocheffektiven Schutz ermöglichen (heutzutage gibt es nur entweder-oder), müsste man aber neue Kaliber und evtl. Munitionstypen benutzen.

Auch anderen Konzepten gegenüber haben unsere heutigen Feuerwaffen handfeste Vorteile. Mit der Einheitspatrone hat man Projektil, Energiepackung und Kühlsystem in einem. Der Gesamtwirkungsgrad (also Mündungsenergie vs. chemische Energie der Treibladung) ist etwa 35%. Das hört sich zwar nicht so pralle an, aber ist zumindest deutlich besser als heutige elektrisch betriebene Waffen (Laser, Rail- oder Coilguns), die nur bei ca. 20% liegen. Ein großer Teil der Verlustwärme wird über die Hülsen abtransportiert, während ein Teil der Energie ungenutzt, aber wärmeneutral verpufft.

Bei elektrischen Waffen hat man also erstmal das Theater der Energiespeicherung, zweitens bleibt fast die ganze Abwärme in der Waffe und heizt diese auf. Das sind handfeste technische Probleme. Man muss also den Wirkungsgrad enorm erhöhen, und das wiederum hat physikalische Grenzen. Ein extra Kühlsystem anzubringen, würde wiederum das Gewicht deutlich erhöhen (früher gab es auch schonmal MGs mit Wasserkühlung). Außerdem müsste der Soldat totes Gewicht mit sich herumschleppen, da leere Energiezellen genau so schwer sind wie volle. Auch die Energiedichte von Stromspeichern hat physikalische Grenzen.

Würde man jedoch all das in den Griff bekommen, und könnte leichte Gaussgewehre mit hohem Wirkungsgrad und großen Energiereserven einführen, ließen sich wesentlich höhere Mündungsgeschwindigkeiten erreichen, was wiederum wichtig für den Einsatz gegen Panzerung ist. Also ich sag ja nicht, dass es völlig sinnlos wäre. Aber halt schwierig.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.12.2010 | 12:47
Von einer SciFi-Waffe erwarte ich immer noch, das sie besser ist als heutige Feuerwaffen, und zwar in mehreren Bereichen, inklusive ganz besonders der Tödlichkeit. Und zwar, weil die Waffen bisher immer tödlicher geworden sind, bei sonst gleichen Parametern.

Das ist so imo nicht richtig. Eine Gewehrkugel ist nicht tödlicher als ein Armbrustbolzen. Ich würde sogar sagen, das Gegenteil ist der Fall. Die Vorteile liegen woanders. Handlichkeit der Waffe, Durchschlagskraft, Feuerrate...
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 17.12.2010 | 13:13
Ja, aber könnten wir heute nicht auch bessere Armbrüste bauen als vor 250 Jahren?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Zwart am 17.12.2010 | 13:22
Das tun wir doch auch.
Ich behaupte die Armbrüste die heute hergestellt werden, sind ihren Urahnen weit, weit in allen Bereichen überlegen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 13:34
Supi das Feuersänger den Weg hierher gefunden hat :D.

Apropos Wasserkühlung und Hülsen die eine Menge der Wärme abtransportieren.

Die Deutschen wurden für ihr "nur" luftgekühltes MG belächelt, daraus wurde das MG42 das hinreichend gefürchtet war und entsprechende Namen bekam.

Sci Fi Waffen müssen besser sein? Nein müssen sie nicht. Billiger ist auch ein sehr! gutes Argument.

Musketen waren schlechter als Langbögen, haben sich aber durchgestzt, weil ein Musketenschütze billiger auszubilden ist, als ein Langbogenschütze. Eine Gruppe Ritter hat wahrscheinlich eine gleich große Truppe Musketenschützen besiegt, dummerweise konnte man statt 10 Rittern aber ein paar (ok eine Menge) mehr Musketenschützen bezahlen und ausbilden.

Neu muss nicht besser sein. Es kommt unterm Strich einfach auf die Anzahl toter Gegner bei eingesetzter Menge Geld/Gold/wasauchimmer drauf an. Die Möglichbarmachung aufgrund der Abwärme ist auch immer ein gutes Argument.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.12.2010 | 13:37
Ja, aber könnten wir heute nicht auch bessere Armbrüste bauen als vor 250 Jahren?

Ja, vermutlich. Aber das war ja nicht der Kerngedanke. Jetzt wo du es schon erwähnt hast: Warum dann Pistolen nehmen, wenn wir doch so gute Armbrüste haben?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2010 | 14:03
Supi das Feuersänger den Weg hierher gefunden hat :D.

Apropos Wasserkühlung und Hülsen die eine Menge der Wärme abtransportieren.

Die Deutschen wurden für ihr "nur" luftgekühltes MG belächelt, daraus wurde das MG42 das hinreichend gefürchtet war und entsprechende Namen bekam.

Sci Fi Waffen müssen besser sein? Nein müssen sie nicht. Billiger ist auch ein sehr! gutes Argument.

Musketen waren schlechter als Langbögen, haben sich aber durchgestzt, weil ein Musketenschütze billiger auszubilden ist, als ein Langbogenschütze. Eine Gruppe Ritter hat wahrscheinlich eine gleich große Truppe Musketenschützen besiegt, dummerweise konnte man statt 10 Rittern aber ein paar (ok eine Menge) mehr Musketenschützen bezahlen und ausbilden.

Neu muss nicht besser sein. Es kommt unterm Strich einfach auf die Anzahl toter Gegner bei eingesetzter Menge Geld/Gold/wasauchimmer drauf an. Die Möglichbarmachung aufgrund der Abwärme ist auch immer ein gutes Argument.

Das seh ich alles ein. Aber in Warhammer gibt es Riesenraumschiffe due durch die Galaxis ziehen. Wenns dann für mich plausibel sein soll, dann brach ich entsprechedne Waffen. Bsp. eine Waffe die immer trifft und mit dem Ziel macht, was es will. Da fand ich den Phaser aus Startrek eigentlich richtig gut. Klein handlich, mit Zielsuchsystem, keine Munitionsprobleme, varialbel einsetzbar. Die Handwaffe von ner Zivilisation, die durch die Galaxis reist.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2010 | 14:11
Grundsätzlich erwarte ich bei Sci-Fi einfach eine höhere Tödlichkeit der Waffen als bei Fantasy. Es gibt zwar immer wieder Vergleiche von Musketen und Langbögen, die mal dieses, mal jenes behaupten, aber ich glaube schon, dass eine moderne Handfeuerwaffe des 21. Jahrhunderts einem Bogen, einer Muskete oder einem alten Colt des 19. Jahrhunderts in vielen bereichen überlegen ist, darunter auch Reichweite, Treffsicherheit und Durchschlagskraft, was die Tödlichkeit ausmacht.

Von "zukünftigen" technologischen Apparaten in einem "hard" Sci-Fi-Setting (im Gegensatz zur Space Opera oder explitit pulpigen SF) möchte ich den Eindruck haben, dass sie noch besser, und das heißt bei Waffen auch "noch tötlicher" (und nicht nur: noch billiger) sind, als gegenwärtige Produkte. Und von einer Waffe aus der Gegenwart möchte ich persönlich nicht angeschossen werden. Von Waffenprodukten jenseits der Handfeuerwaffen mal ganz abgesehen.

Und diese Erwartungshaltung führt eben zu Problemen, weswegen ich persönlich nicht gerne Sci-Fi spiele: ein Sci-Fi Setting müsste dann nämlich so grim&gritty sein, dass Kämpfe kurz und brutal sind und SCs oft einen hohen Blutzoll zahlen. Wenn man das aber nicht will, muss man Waffen entschärfen - und das beißt sich mit meinem Bild von Technik in der ("hard") Science Fiction. Übrigens fände ich es auch bei Star Trek unpassend, wenn ein Charakter von einem Phaser getroffen wird und das abschüttelt - die Filme/Serienfolgen lösen das, indem sie einfach keine Treffer auf Hauptcharaktere zulassen - was man beim Rollenspiel eben dadurch umsetzen müsste, dass Mooks eine niedrige Verteidigung haben und "named characters/creatures" eine fast unknackbare Verteidigung.

Wie gesagt, mit Fantasy habe ich da keine Probleme, obwohl ein Schwert genauso tötet wie eine MP. Aber bei Fantasy erwarte ich nichts vergleichbares zur bekannten Welt. Bloß bei SF hängt halt an der Fiction noch das "Science" dran.

Bei Warhammer 40K ärgere ich mich einfach darüber, dass ich aufgrund der Kampfregeln/bisher erlebten Kämpfe das Setting eher als eine reine Spaßveranstaltung im "Flash Gordon"-Stil (ohne Mooks) ansehe, aber den Eindruck habe, es soll da irgendwo auch ähnlich wie im Fantasysetting ein ernstzunehmender "dunkler" Unterton dabei sein, der mir irgendwie entschlüpft, wenn ich als ausgebildeter Inquisitor mit passablen Waffenskills ewig und drei Tage brauche, um halbbewaffneten Kultistenfanatiker zu erschießen - aber umgekehrt auch nicht umklappe, wenn ich getroffen werde.

OT:
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Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 14:11
@EE

Ehh bei Warhammer mit irgendwas argumentieren zu wollen ist recht sinnfrei  ~;D.

Warhammer 40k war doch mal Warhammer Fantasy in space.

Gibt sogar Orks/Elfen/Zwerge nur heißen die anders (bei Orks nichtmal das) und haben etwas anderen background.

In 40k, ist die Technologie vielleicht nutzbar, verstehen tut sie kaum einer, teilweise einfach niemand. Es gibt Waffensysteme die zwar funktionieren, die aber nichtmehr hergestellt werden können. Oder produktionsraten haben die einfach grottig sind.

Du kannst nicht einfach davon ausgehen, dass alle Zielsuchsysteme haben, wenn das Oberkommando Regimenter einfach nur nach Masse bestellt.

Ein Mensch der sich als Geisel nehmen lässt, (ist entweder Planetengouverner, also wichtig) oder hat ein Verbrechen begangen. Das Adeptus Arbites wird kommen, die Tür aufsprengen und alle! umbringen. Gerichtsverfahren im Schnellverlauf, der Richter hat sogar vielleicht die Tür aufgesprengt.

40k ist Parodie und Dystopie (wenn es versucht ernst zu werden).

@Tümpelritter:

Sei froh, dass ihr nicht das auftauchen lasst was wirklich im 40k Universum abgeht. Ein Symbiont wird sogar nach den laschen Regeln die gesamt Gruppe innerhalb von wenigen Kampfrunden zerlegen. Sogar ein Gant kann die Gruppe fast umbringen. Und die sind das Kanonenfutter. Das TT rotiert um den Space Marine, entsprechend ist glaube ich auch das RPG geschnitten. Normales Menschenmaterial mag zwar genetisch rein sein, ist aber wertlos wenn es wirklich darum geht etwas zu reißen, außer es taucht in Massen auf. Wird doch gut porträtiert. Die Heldengruppe ist halt unfähig auch nur einen Space Marine aufzuhalten  ~;D.

@allgemein etwas ernsthafter:

Warum müssen Waffen zielgenauer werden. Wie soll das gehen, jeder rennt mit einem vollautomatischen Turm durch die Gegend? Wenn die mal so billig und leicht werden vielleicht.

Es ist einfacher und billiger sowie sinnvoller tragbar den Sensor: Eyeball Mk Zero zu benutzen. Selbst ein Lasergewehr (soweit es mit der eigenen Hitze klarkommt und trotzdem tragbar ist) muss erstmal aufs Ziel gerichtet werden. Und der normale Menschsoldat ist eben kein Scharfschütze und wird den Großteil seiner Schüsse in die Deckung des Gegners semmeln. Wer gleicht mit Kanonen auf Spatzen schießt kann trotzdem Kills erreichen, doch meist sind 2 dutzend Schuss Kleinmunition billiger als ein dicker Schuss. Oder man ist im Weltall, dann will keiner die dicken Wummen rausholen. Nur in der Situation des Hinterhalts oder des Flankenangriffs (deshalb ist der so fies effektiv) kann ich schnell und ohne gegnerische Deckung ein Maximum an Tödlichkeit aus den Waffen herausholen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2010 | 14:20
@Voronesh:
Das mit Warhammer ist auch eine spezielle Angelegenheit. Warhammer 40K ist kein "hard" Sci-Fi, darum könnte ich das wie Fantasy behandeln... es klappt aber nicht. Ich hab immer das Gefühl, wenn ich Warhammer 40K spiele, spiele ich ein Sci-Fi, das sich für mich nicht wie Sci-Fi anfühlt (genau wie ich bei Shadowrun immer das Gefühl hatte, ich spiele ein Cyberpunkspiel ohne Cyberpunk).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.12.2010 | 14:23
Das seh ich alles ein. Aber in Warhammer gibt es Riesenraumschiffe due durch die Galaxis ziehen. Wenns dann für mich plausibel sein soll, dann brach ich entsprechedne Waffen.

Und was genau hat die eine Technologie mit der anderen zu tun? Nur weil es auf dem einem Sektor einen technologischen Durchbruch gab, muss es den nicht auch auf anderen Sektoren gegeben haben.

Für Bodenfahrzeuge ist z.B. das Rad heute immernoch ungeschlagen. Seit 6 Tausend Jahren oder so  ;) Es gab nur einige Verbesserungen, aber an der grundlegenden Technologie hat sich nichts geändert...

Wenn man das jetzt mal überträgt, würde an die Stelle des Rades das Projektil treten. Die Geschichte hat viele Vorrichtungen gesehen, die Projektile der verschiedensten Art verschossen, aber die grundlegende "Technologie" (ein Geschoss beschleunigen), hat sich nicht groß geändert.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 14:25
@ Tümpelritter:

Da hast schon Recht, und das da ein RIESEN Problem von 40 begraben ist, werd ich nicht bestreiten. Es ist halt Fantasy in Space, was nun na ja; macht halt auch keiner Apfelstrudel mit Gummibärchen. Gut so schlimm mags dann auch nicht sein, aber das ist wie in DSA mit Bauernspiel und gleich danach macht Redaxchar die halbe Welt kaputt (da weiß ich auch nicht ob ich Bauernspiel oder High fantasy betreibe).

Dann bin ich froh, dass mir Cyberpunk noch nicht wirklich bekannt ist, und deshalb mir SR so gut gefällt  ~;D. Ist ja auch so ein SciFi Fantasy Setting.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.12.2010 | 14:26
darunter auch Reichweite, Treffsicherheit und Durchschlagskraft, was die Tödlichkeit ausmacht.

Das ist ja auch richtig. Und in Sachen Treffsicherheit und Reichweite dürfte jede fiktionale Laserwaffe einer Waffe auf Projektilbasis weit überlegen sein! Daher finde ich den Laserkarabiner jetzt nicht daneben.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 17.12.2010 | 14:34
Moderne Feuerwaffen schießen zielgenau so weit, dass man ein ausgebildeter Scharfschütze sein muss, um diese Reichweite noch sinnvoll zu verwenden. Und in vielen Kampfsituationen ist diese maximale Reichweite eh nicht verwendbar. Im Häuserkampf schießt man meist auf 10-15m, im Stadtkampf auf 50-100m. Das sind Distanzen, bei denen moderne Feuerwaffen schon überpräzise sind. Meist harpert es einfach nur am Schützen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 17.12.2010 | 15:02
Stimmt, die eigentliche Präzision ist schon da, und zwar bereits seit 100 Jahren. Da kommt es eigentlich nur noch auf die Zieloptik an. Natürlich gilt auch hier wieder, dass eine höhere Geschossgeschwindigkeit die Rasanz erhöht und somit das Zielen erleichtert, außerdem weniger anfällig für Seitenwind und dergleichen macht.

Was also hier SF-technisch interessant wäre, sind eher Mechanismen zur Zielerfassung. Z.B. wie bei Shadowrun die Smartgun, das ist schon ziemlich SF. Oder: einen eingebauten Zielcomputer, der die gewünschten Ziele anhand ihrer Silhouette / Wärmesignatur erfasst, den Haltepunkt berechnet und ins Visier einblendet, den der Schütze dann nur noch mit dem Retikel zur Deckung bringen muss. Der Zielcomputer könnte sogar den Schuss per elektrischer Zündung selbsttätig auslösen.

Kurz zum Thema Warhammer: 40K kenne ich zwar nicht, also nie gespielt, aber das FRP zeichnet sich ja schon durch eine slapstickartige Inkompetenz der SCs aus, damit komm ich absolut nicht klar. Liegt aber eventuell die mangelhafte Tödlichkeit der 40K Waffen daran, dass dort allgemein von fetter Körperpanzerung ausgegangen wird, die die meisten Treffer einfach schluckt?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Quaint am 17.12.2010 | 15:09
Bei den WH40K Laserwaffen muss man auch unterscheiden zwischen dem Fluff und der Umsetzung im Rollenspiel. Laut Beschreibung reißen die ungeschützten Zielen schonmal Gliedmaßen ab und können, insbesondere auf höheren Energieeinstellungen, auch durchaus wirksam gegen Panzerung sein. Und in Gaunt's Ghosts etwa sind die auch durchaus vollautomatisch. Das zuzüglich zu einem eher billigen Preis, einfacher Massenfertigung und geradzu lächerlich vereinfachter Logistik.
In der Rollenspielumsetzung hat man das nicht sehr gut wiedergespiegelt und sich IMHO eher an den Ruf der "Taschenlampen" aus dem Tabletop gehalten. Das führt dann zu einer Waffe, mit der man schon mal 3 bis 4 Treffer auf einen eher ungerüsteten Gegner braucht bis der richtig tot ist (Schaden 1w10+3; Ziel mit TB 3 und 10 Wounds, statistisch 2 Treffer bis die Wounds alle sind und der erste kritische Schaden haut ihn nicht unbedingt kaputt). Und die gegen besser gerüstete Ziele extrem an Wirksamkeit vermissen lässt - wenn man nicht gerade mit Würfelglück gesegnet ist. Auffälligerweise fehlen eben auch Möglichkeiten die Laser im Fluff durchaus haben (einstellbare Energie, Autofeuer) abgesehen von den einfachen Charakteristiken im Kampf (bei Gaunt's Ghosts sind schwach gerüstete Ziele bei einem Treffer mit halber Energie meistens tot oder zumindest raus aus dem Kampf und bei maximaler Energie war sogar eine gewisse Wirksamkeit gegen Chaos Space Marines zu beobachten).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 16:06
Man muss halt unterscheiden zwischen Autoren die keine Ahnung haben.

Und dem TT welches eine objektive Grundlage gibt. Mehr oder weniger.

Lasergewehre waren da schon immer so gut wie ein normales Sturmgewehr namens Autogun. (HE Lasergewehre sind da schon eine andere Geschichte, die sind aufm TT spielbar geworden), da hat dann vielleicht ein (GG soll ja gut sein) guter Autor sich zu sehr dem Wunschdenken hingegeben. Marines mögen keine HE-Lasergewehre. Einstellbare Energie war aber jeher schon bei dem Plasmawaffen vorhanden, bei Lasergewehren wäre das neu. Oder aus einem normalen Lasergewehr ein HE-Lasergewehr zu machen ist meines Wissens keine Feldeinstellung.

Ein Space Marine (die Durchschnittsdose des TT) kann sogar mit nem 5 Mann Trupp Imperiale Soldaten alleine aufräumen. Der Durchschnittsmensch ist da halt eher die Baseline als Durchschnitt. Laut Fluff im Alleingang auch gerne mit 10-100 je nachdem wie neu der Fluff geschrieben wurde. Es kommt immer drauf an, wo ich grad lese, dementsprechend ist der Hintergrund beschrieben. Gehts im Imperiale Soldaten, haben die auf einmal echte Waffen (echt im Sinne von die können damit was anstellen), lese ich ein Buch über Marines, löschen die mal nebenbei eine 20fache Übermacht aus Soldaten aus.

Laut Autoren sind sogar Eldar Avatare (Splitter eines Gottes) von solchen Space Marines im Nahkampf mano a mano zu besiegen. Deshalb habe ich mich auch inzwischen größenteils vom fluff verabschiedet, da dieser sich immer mehr von der Realität verabschiedet. Sätze und Beschreibungen bei denen ein paar dutzend Marines einen Planeten vor Invasionen bewahren sollen entspringen da halt mehr dem Mary Sue Wunschdenken irgendeines solala SciFi Autoren als einer halbwegs glaubwürdigen Auseinandersetzung mit dem Thema.

so /rant off  ~;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 17.12.2010 | 16:31
Das hat mit Autoren die keine Ahnung haben wenig zu tun, sondern mit dem absolut inkonsitenten WH40K Fluff der sich ab un an gerne sogar innerhalb der selben Edition wiederspricht und jede neue Edition sachen komplett umwirft. Im 2nD Edition Wargear werden Lasguns jedenfalls noch als Waffen beschrieben die einen 'high Energy-Blast' verfeuern die in ihrer Wirkung und Tödlichkeit mit Autoguns und anderen Projektilwaffen gleichzieht. Im recht neuen 'Imperial Munitorum Manual' wird davon geredet, dass die Lasgun einiges an Stoppkraft und Wundwirkung gegen Zuverlässigkeit, einfache Handhabungt und einen geringeren Produktions/Versorgungsaufwand eintauscht. An eine Fluffstory mit Körperteilabtrennung erinnere ich mich auch noch, da ich keine 40K Romane lese muss sie aus einem (scheinlich veralteten) Regelwerk stammen.
Aber wie gesagt, Fluff ist kein Stück konsistent wenn's um 40K geht. Und selbst die Sachen die Konsistent sind werden oft für's TT ausgeblanaced, daher kann man die TT Werte zwar schön als Balancingargument heranziehen aber nur begrenzt bist gar nicht zur begründung irgendwelcher Fluffauslegungen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.12.2010 | 17:17
Solange nicht am Ende Deiner Zugangscodes und 1337 hacking skillz und wasweißichnicht irgend etwas zum Leuteabmurksen steht, ist jeder Buschmann mit einer alten Kalaschnikow militärisch wertvoller.
Nö. Es wäre problemlos möglich, den Iran mit ein paar Atombomben davon abzubringen, selbst welche zu bauen. Wird trotzdem nicht gemacht, weil es mititärisch schwachsinnig wäre: Glaubensbrüder sind von genetischen Verwandten nicht so weit entfernt. Leute umzubringen, ist das Ziel von Psychopathen, nicht das von denkenden Menschen. Anständige "Militärs" werden niemals Leute killen um der Zahl an Toten willen - das war nicht einmal bei Nagasaki das Ziel. Das Ziel war, Japan zu demoralisieren, und die Toten das Mittel. Aber dann wiederum kommt: Verbrechen werden nicht verziehen. Bis heute verzeihen die Japaner den Amerikanern sowenig wie die Chinesen den Japanern.

Töten ist eine Frage des Hungers (man kann lebende Pflanzen essen, aber keine lebenden Menschen, die muß man vorher töten), der Gier (lebende Menschen lassen sich nicht so leicht was wegenehmen, also macht man vorher tote Menschen aus ihnen), der Selbstverteidigung (er oder ich - einer von uns beiden ist bei, einer mehr oder weniger kurz nach dem Kampfende tot) oder das Mittel zur Einschüchterung anderer (mit den o.g. Einschränkungen).
Aber "Leuteabmurksen" ist militärisch in keiner Weise wertvoll, es ist ein psychopathischer Trieb, der in unserer Gesellschaft aus gutem Grund als behandlungsbedürftig angesehen wird. 
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 17:30
@ Face of Freedom.

Hast Recht, aber Herr Multilaser ist doch nen Superbeispiel für Autor ohne Ahnung. Natürlich sind auch die Fluffautoren der Codices inzwischen auf diesem Niveau angekommen.

Das TT bei Lasergewehren bot sich nur an, weil diese sich kein bisserl über die letzten 3 Editionen und 3 Codices verändert haben.

Aber kein Hobby ohne Probleme.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Wulfhelm am 17.12.2010 | 18:59
Aber "Leuteabmurksen" ist militärisch in keiner Weise wertvoll,
Der war gut. ~;D
Es ist natürlich kein "Ziel" - keine Ahnung, wo Du das nun wieder gelesen haben willst - sondern ein Mittel. Das man meistens nur haben muss, um seine Ziele zu erreichen.
Besonders zum Lachen ist Dein Beispiel mit dem Iran: Wieso fürchten sich denn alle vor dessen Atombombe? Wegen der potentiellen Umweltverschmutzung?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: El God am 17.12.2010 | 19:03
Der Iran ist wie Nordkorea ein tolles Beispiel, dafür, dass es reicht, alle Leute glauben zu lassen, man habe ein unschlagbares Militär. Insofern ist Propaganda durchaus die wirkungsvollere Waffe. Im Zweifel kann man beim Gegner mittlerweile mit wirtschaftlichen und informationsdienstlichen Mitteln größeren Schaden anrichten als mit Soldaten. Gerade in symmetrischen Konflikten ist es heute eher so, dass man um jeden Preis verhindern will, Soldaten in den Krieg zu schicken!
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 17.12.2010 | 19:41
Ich versteh noch nicht, warum ich mir die Mühe mache, irgendwas in Masse zu produzieren, das nicht viel besser ist als heutige Waffen.
Dieser Laserkarabiner ist ja nett, und ich akzeptiere ihn auch gern als zusätzliche Waffe zu heutigen Waffen, aber nicht als Ersatz derselben.

Logistik, Robustheit, Zuverlässigkeit, Bedienbarkeit und btw die Lasguns bei 40k sind nicht unbedingt als Militörwaffen designt worden.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.12.2010 | 19:44
Das seh ich alles ein. Aber in Warhammer gibt es Riesenraumschiffe due durch die Galaxis ziehen. Wenns dann für mich plausibel sein soll, dann brach ich entsprechedne Waffen. Bsp. eine Waffe die immer trifft und mit dem Ziel macht, was es will. Da fand ich den Phaser aus Startrek eigentlich richtig gut. Klein handlich, mit Zielsuchsystem, keine Munitionsprobleme, varialbel einsetzbar. Die Handwaffe von ner Zivilisation, die durch die Galaxis reist.
Warhammer lebt aber vom "Bildeindruck" und bei Warhammer stürmen halt nunmal Spacemarines durch's Feuer um mit ihren Kettenschwertern in den Nahkampf überzugehen und Orks machen das Gleiche.

Du musst bei WH40K anders an die Sache herangehen.
In Warhammer ist Nahkampf oft eine echte alternative, deswegen KÖNNEN die Waffen nicht so effektiv sein, dass sie einen Menschen mit einem Schuss rösten.
Und mal neben bei selbst nach den Werten in DH wo Laser weniger Schaden machen als Projektilwaffen. Für die IG würde sich das trotzdem massivst lohnen, da die Lasergewehre zuverlässiger sind und jetzt kommt der entscheidende Vorteil: Eine Energiezelle speichert wesentlich mehr Schüsse, wenn ein Soldat genau so viele Schüsse in Patronen mitschleppen wöllte so schleppte er sich tot.
Außerdem kannst du die Energiezellen an jedem Feldgenerator wieder aufladen.
Die Logistik ist einfach ein massiver Vorteil, der Laserwaffen.

(Nebenbei ist mMn der WH40K Flausch an vielen stellen so inkonsistent und an anderen saugt er einfach nur extrem hart (stichwort Imperator, der einfach ALLES für die Menschheit gemacht hat - komisch dass sie nicht nach seiner Invalidisierung noch alleine athmen kann), so dass sich jeder SL da selber die Rosinen rauspicken muss.
Aber von einem SPIELMECHANISCHEN Gesichtspunkt finde ich es schon gut, wie Laser und Projektilwaffen umgesetzt sind (ob das jetzt flauschtechnisch "akkurat" ist oder nicht sei mal dahin gestellt), denn so hat jeder Waffentyp vor und Nachteile (für Akkolythen sind meistens SP Waffen sinvoller als Laser), aber es ist nicht so, dass eine Entscheidung ein No-brainer wäre.)

[...]
Von "zukünftigen" technologischen Apparaten in einem "hard" Sci-Fi-Setting (im Gegensatz zur Space Opera oder explitit pulpigen SF) möchte ich den Eindruck haben, dass sie noch besser, und das heißt bei Waffen auch "noch tötlicher" (und nicht nur: noch billiger) sind, als gegenwärtige Produkte. Und von einer Waffe aus der Gegenwart möchte ich persönlich nicht angeschossen werden. Von Waffenprodukten jenseits der Handfeuerwaffen mal ganz abgesehen.
[...]
Ich würde mich lieber von einer modernen Pistole anschießen lassen, als von einem normalen Bogen.
Schon ein Bogen mit wenigen Pfund zugstärke schießt den Pfeil glatt durch dich durch (wenn er nicht im Knochen stecken bleibt).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.12.2010 | 21:05
... ein Mittel. Das man meistens nur haben muss, um seine Ziele zu erreichen.
Ja, aber wenn man offenkundig bessere hat, nimmt man die. Und Leute töten ist von allen möglichen Mitteln meist eines der allerschlechtesten. Weswegen Dein Kerlchen mit Kalaschnikow keinerlei militärischen Wert hat, verglichen mit einem "guten, starken Freund".
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 17.12.2010 | 23:02
Ja, aber wenn man offenkundig bessere hat, nimmt man die. Und Leute töten ist von allen möglichen Mitteln meist eines der allerschlechtesten. Weswegen Dein Kerlchen mit Kalaschnikow keinerlei militärischen Wert hat, verglichen mit einem "guten, starken Freund".

Starship Troopers lesen/gucken. Wobei das Buch besser ist.

Krieg IST eine Lösung.

Nordkorea, Chemie und Biowaffen SIND eine Lösung. Vielleicht keine nette und freundliche, aber die glaubhafte! Drohung jemanden Umzubringen kann sehr viel Kooperation bedeuten.

BTW Nordkorea hat tausende von Artillerierohren auf Seoul gerichtet. 11 Millionen tote Menschen sind ein Verhandlungsmittel. Wie viel der tolle, starke Freund USA da erreicht sieht man mal wieder eindrucksvoll.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 18.12.2010 | 02:16
Ich glaube, Du hast mein Beispiel missverstanden. Es geht um die Tödlichkeit der Waffe. Wenn der Spieler darauf besteht, dass sein Lasergewehr mit einem Schuss töten kann, dann gilt das auch für die NSCs

Ok, so ist das schon eher nachvollziehbar.

Wobei mit einem Schuss töten können ja noch kein großartiges Problem ist - erst, wenn der eine Schuss bzw. der eine Treffer (so gut wie) garantiert zum Tod führt, wirds relativ unsinnig.

Wenn man so eine "Instagib"-Regelung fordert, sollte man zusehen, dass anderweitig Verteidigungs- und taktische Einflussmöglichkeiten vorhanden sind oder geschaffen werden, sonst nimmt man sich enorm viel Spieltiefe - und wofür?
Um einen im Kontext "normaler" Waffen völlig fehlgeleiteten/durchgedrehten Realismusanspruch zu befriedigen?

"Das gilt dann auch für die Gegner" ist zwar quasi die natürliche Reaktion auf so eine Forderung, aber wenn man mal darum bittet, die Hintergründe zu beleuchten, fällt das ohnehin in sich zusammen - so meine Erfahrung.

Ich versteh noch nicht, warum ich mir die Mühe mache, irgendwas in Masse zu produzieren, das nicht viel besser ist als heutige Waffen.
Dieser Laserkarabiner ist ja nett, und ich akzeptiere ihn auch gern als zusätzliche Waffe zu heutigen Waffen, aber nicht als Ersatz derselben.

Wie gesagt: Der Laserkarabiner ist der Beschreibung und der Logik nach deutlich besser als die heutigen Gegenstücke - nur kommt das im 40K-Regelwerk spielmechanisch nur sehr bedingt zum Tragen.

Zusätzlich erwarte ich von ScFi-Waffen, das sie neue Prinzipien entwicklen, um Leute umzubringen. Prinzipien, die besser geeignet sind als heutige, um leute ins Jenseits zu befördern. Das war auch schon immer so. 

Ähhm...nö  :P  ;)

Es gab neue Funktionsprinzipien von Waffen, aber die Wirkungsweise(n) haben sich nicht geändert bzw. es sind keine neuen hinzugekommen - diese sind nämlich bis auf Weiteres durch das Ziel bedingt.

Das ändert sich auch erst, wenn Sachen wie Zersetzung auf molekularer Ebene durch irgendwelche aberwitzigen Strahlen oder Felder u.Ä. ins Spiel kommen.


Das seh ich alles ein. Aber in Warhammer gibt es Riesenraumschiffe due durch die Galaxis ziehen. Wenns dann für mich plausibel sein soll, dann brach ich entsprechedne Waffen. Bsp. eine Waffe die immer trifft und mit dem Ziel macht, was es will.

Siehe meinen Eingangsbeitrag:
Waffen, die zumindest schwer in diese Richtung gehen, GIBT ES in 40K.
Die sind nicht allgemein verfügbar, aber die Masse der Bevölkerung besteht eben auch aus Habenichtsen.

Z.B. die Herren der genannten Raumschiffe verfügen aber sehr wohl über Waffen, die heutigen Waffen UND dem genannten Laserkarabiner in den meisten Belangen um ein Vielfaches überlegen sind.

Und diese Erwartungshaltung führt eben zu Problemen, weswegen ich persönlich nicht gerne Sci-Fi spiele: ein Sci-Fi Setting müsste dann nämlich so grim&gritty sein, dass Kämpfe kurz und brutal sind und SCs oft einen hohen Blutzoll zahlen. Wenn man das aber nicht will, muss man Waffen entschärfen - und das beißt sich mit meinem Bild von Technik in der ("hard") Science Fiction. 

Ich weiß nicht - Waffen "entschärfen" kann man ja auch über recht plausible Umwege, allen voran verbesserte Panzerungen und notfallmedizinische Möglichkeiten.

Oder man postuliert keine großartigen Entwicklungen in Sachen praktisch umsetzbarer Genauigkeit - dann ändert sich im Bereich persönlicher Waffen gar nicht soo viel, auch wenn die Waffen selbst leichter, zielgenauer und leistungsstärker werden.


In den meisten Fantasy-Rollenspielen ist es ja übrigens auch so, dass die Waffen z.B. über sehr gnädige Schadensregeln oder leicht verfügbare Heilmagie entschärft werden.

Ich sehe da keinen allzu großen Unterschied, aber über Geschmack und Vorlieben lässt sich eben schlecht streiten.

wenn ich als ausgebildeter Inquisitor mit passablen Waffenskills ewig und drei Tage brauche, um halbbewaffneten Kultistenfanatiker zu erschießen - aber umgekehrt auch nicht umklappe, wenn ich getroffen werde.
Da muss man sagen:
Das ist wirklich zum großen Teil regelbedingt.
Einzelschuss zieht keinem die Butter vom Brot, wenn man nicht z.B. die vorhandenen Regeln zur Schadenserhöhung durch gute Treffer für eine breitere Auswahl an Waffen verfügbar macht.

Vollautomatische Waffen sind in so vielen Bereichen so deutlich besser, dass man um sie nicht drumherum kommt - allein schon deswegen ist z.B. die Autogun auch um Längen besser als die Lasgun.

Aber ich muss auch sagen:
Mut zu besseren Waffen  :)

Wenn man die jeweils leistungsfähigsten Waffen ihrer Kategorie/ihres Typs aus dem Inquisitor´s Handbook nimmt, relativiert sich das "Untödlichkeitsproblem" meiner Erfahrung nach sehr schnell.

Es liegt nämlich nur an wenigen Punkten Schaden und Pen., ob was rumkommt oder nicht, und dann sind Waffen wie z.B. die Armageddon-Autogun oder die Vanaheim-Schrotflinte schon eine Offenbarung, was das betrifft.

Die Heldengruppe ist halt unfähig auch nur einen Space Marine aufzuhalten  ~;D.

Nuaja...zumindest der Techpriester aus meiner DH-/RT-Runde wischt mit einem DW-Startmarine den Boden auf.

Moderne Feuerwaffen schießen zielgenau so weit, dass man ein ausgebildeter Scharfschütze sein muss, um diese Reichweite noch sinnvoll zu verwenden.

Ich würde eher etwas allgemeiner sagen, dass ein durchschnittlich ausgebildeter/trainierter Schütze die Präzision einer modernen Feuerwaffe nicht voll ausnutzen kann.

Aber: Beim Laser muss ich mir (für manche Faktoren: zumindest im infanteristischen Bereich) keinerlei Gedanken über Flugbahn, Flugzeit, Windempfindlichkeit und munitionsbedingte Streuung machen.
Damit fallen einige der häufigsten Ursachen von Fehlschüssen einfach weg - das ist schon ein großer Fortschritt (der aber, wie schon erwähnt, gerade in 40K nicht zum Tragen kommt, weil er regelseitig nicht umgesetzt wird).

Liegt aber eventuell die mangelhafte Tödlichkeit der 40K Waffen daran, dass dort allgemein von fetter Körperpanzerung ausgegangen wird, die die meisten Treffer einfach schluckt?

Nein, die mangelhafte Tödlichkeit liegt mMn zum größten Teil an der Schadensberechnung, die Toughness und Panzerung zu einem pauschalen Schadensreduktionswert zusammenfasst, den man dann mit dem Schaden erst mal überbieten muss.

Bei dem 1d10+3 der normalen Lasgun (wo also der Zufallsanteil am Gesamtschaden recht groß ist) kann man da mit etwas Pech auch über einige Treffer mal keinen oder nur sehr wenig Schaden erwürfeln. 

Das führt dann zu einer Waffe, mit der man schon mal 3 bis 4 Treffer auf einen eher ungerüsteten Gegner braucht bis der richtig tot ist (Schaden 1w10+3; Ziel mit TB 3 und 10 Wounds, statistisch 2 Treffer bis die Wounds alle sind und der erste kritische Schaden haut ihn nicht unbedingt kaputt).

Das finde ich ja nicht unbedingt so schlimm - dafür, dass die Lasgun zu den schadensschwächeren nicht-primitiven Waffen gehört und auch in Sachen Feuerrate eher mau ist, ist das doch ok.
2 oder 3 Treffer sind ja auch mal in einer Aktion gesetzt.

Da muss man in vielen Systemen doch deutlich mehr "ackern", bis ein Gegner weggemacht ist.

Wenn aber ein noch nicht mal allzu großes Missverhältnis zwischen Waffe und feindlicher Panzerung besteht, quält es sich bei den 40K-RPGs doch sehr - aber das ist dann ja nicht nur regeltechnisch bedingt, sondern auch intern recht plausibel.


Du musst bei WH40K anders an die Sache herangehen.
In Warhammer ist Nahkampf oft eine echte alternative, deswegen KÖNNEN die Waffen nicht so effektiv sein, dass sie einen Menschen mit einem Schuss rösten.

Nahkampf ist nur für diejenigen eine Alternative, die über Panzerungen verfügen, die sie vor einem Großteil der angetroffenen Schusswaffen schützen UND gescheite Nahkampfwaffen haben; die sind nämlich auch High-Tech - es liegt also nicht daran, dass alle Schusswaffen grottenschlecht wären, sondern dass es sehr gute Panzerungen und Nahkampfwaffen gibt.

Für "normale" Soldaten mit entsprechender Bewaffnung und Panzerung ist im Kampf gegen gleichwertige Gegner Nahkampf totaler Unfug.

Bei einem Space Marine mit Power-Schwert gegen die besagten Soldaten sieht das schon ganz anders aus.
 
Im Zweifel kann man beim Gegner mittlerweile mit wirtschaftlichen und informationsdienstlichen Mitteln größeren Schaden anrichten als mit Soldaten.

Das kommt doch schwer auf die jeweiligen Kapazitäten an.
Einen symmetrischen Krieg können nur wenige Staaten in brauchbarer Weise führen, und dann auch i.d.R. nur gegen die Nachbarn und nicht über große Entfernungen hinweg.
Jedoch sind es meist auch die Staaten, die das könn(t)en, die über die genannten wirtschaftlichen und nachrichtendienstlichen Möglichkeiten verfügen.
Da gibt es nur sehr wenige, die da groß aus der Art schlagen in dem Sinne, dass ihre militärischen, nachrichtendienstlichen und wirtschaftlichen Kapazitäten großartig auseinander gehen.

Weswegen Dein Kerlchen mit Kalaschnikow keinerlei militärischen Wert hat, verglichen mit einem "guten, starken Freund".
HÄ?

Woran bemisst sich denn der militärische Wert des "guten, starken Freundes", wenn nicht an seiner Fähigkeit, tödliche Gewalt abzuwehren und selbst anzuwenden?


Wulfhelm und Voronesh haben da schon Recht:
Egal, welche Mittel ich anwende, am Ende muss was Brauchbares rauskommen.

Und der Witz an tödlicher Gewalt ist, dass sie endgültig ist - im Gegensatz zu Hackerangriffen und den nebulösen "interessanten Informationen" und richtigen Kontakten.

Andersrum:
Wenn tödliche Gewalt tatsächlich so oft eines der allerschlechtesten Mittel zur Erreichung militärischer oder politischer Ziele wäre, würde sie nicht so oft (erfolgreich) angewendet.

Die Liste an brauchbaren/umsetzbaren Alternativen ist da meist sehr kurz.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 18.12.2010 | 11:35
Starship Troopers lesen/gucken.
Wann? Der Tag kommt doch ohnehin schon jedesmal bei -2 Stunden 'raus. 

Krieg IST eine Lösung.
Als ultima ratio, sicher. Aber - Nordkorea hat Südkorea noch nicht angegriffen. China hat Japan, ja selbst Taiwan noch nicht angegriffen. Kein iranischer Staatschef hat Israel bisher angegriffen. Es gab im Kalten Krieg keinen Angriff. Überall posen die Leute, klopfen auf ihre (realen oder behaupteten) Waffensysteme und sagen: "Ich könnte..." - und dann töten sie niemanden. Warum nicht? Weil ihnen Reste von Intelligenz verblieben sind? Das Problem in Nordkorea und im Iran ist doch, daß die Intelligenz unter Umständen unterliegt. Keines von beiden Ländern würde in unseren Augen etwas gewinnen, wenn es den ersten Angriff führt - aber vielleicht tut es trotzdem einer. Ein Greis an der Schwelle des Todes, der andere in seinen "Todeskampf" hineinzureißen wagt, oder einer, der einen göttlichen Auftrag auszuführen meint, handeln nicht mehr nach militärischen, sondern nach gänzlich anderen Maximen.

Und da, wo Mord und Totschlag herrschen - Mexiko, Uganda / Burundi, Indien / Pakistan, USA / Afghanistan, Somalia, da müsste doch militärisch alles in Butter sein, schließlich pflastern die Toten die Straßen nur so. Und was sehen wir? Der Bürgerkrieg ist ein "stabiler Zustand"; niemand kann einen Vorteil erreichen, der die Situation lösen würde. D.h., ich schließe aus der Faktenlage: In dem Moment, wo jemand die Waffen nicht präsentiert, sondern nutzt, herrscht militärische Stagnation; Erfolge sind selten und allenfalls erreichbar, wenn der eine Gegner dem anderen lächerlich weit unterlegen ist (Irak <- USA). Und selbst im Irak ist der Bürgerkrieg längst eine dauerhafte Angelegenheit.

Woran bemisst sich denn der militärische Wert des "guten, starken Freundes", wenn nicht an seiner Fähigkeit, tödliche Gewalt abzuwehren und selbst anzuwenden?
Daran, sie in solchem Maß zu haben, daß er sie niemals anwenden muß, sondern posen reicht. Die USA hat diese Lektion im Irak hoffentlich gelernt.

Wenn tödliche Gewalt tatsächlich so oft eines der allerschlechtesten Mittel zur Erreichung militärischer oder politischer Ziele wäre, würde sie nicht so oft (erfolgreich) angewendet.
Verglichen an den Möglichkeiten (und unsere Waffen würden reichen, sämtliche Menschen auf dieser Welt niederzumetzeln) wird sie eher selten angewendet. Wieviele Schweizer könnten ihre Waffe aus dem Schrank nehmen, und wie wenige tun es? Und wenn es passiert, dann in vielen Fällen genau darum, weil die militärischen Überlegungen bzw. Effizienzerwägungen durch anderes regelrecht ausgeschaltet werden. Das beste Beispiel dürften Amokläufe sein: Die Effizienz "ist nur darum gegeben", weil das eigene Überleben und die Bedingungen desselben keine Rolle mehr spielen.

Anders ausgedrückt: Selbst wenn es nur eine einzige bessere Alternative gibt, ist ein Krieg keine sinnvolle Option. Aber Menschen tun nicht immer nur das, was "sinnvoll" ist. Darum töten sie.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 11:48
Merlin hast Recht, du hast zuwenig Zeit um Nachrichten zu schauen. Tus einfach mal ab und zu.

Nordkorea ist mit Südkorea im Krieg.

Sie haben angegriffen.

Was muss ich noch sagen.

Soladten und Zivilisten sind schon gestorben.

Nein dieses Jahr.

Schöne Theorie, dummerweise ist Kim Jong Il da anderer Meinung.


China greift Taiwan nicht an. Schießen kann man trotzdem. Frieden ist nicht einfach keinen umbringen. Raketen in die gegnerische Richtung tuns auch schon.


*kopfschüttel*
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 18.12.2010 | 12:02
Korea und Nordkorea stehen seit 60 Jahren säbelrasselnd an der Grenze. Regelmäßig werden Schüsse ausgetauscht. Regelmäßig erschießen sich Patroillen gegenseitig. Immer wieder sterben Soldaten in dem umfangreichen Minengürtel, der die beiden Länder trennt. Aber trotzdem passiert kaum etwas, weil es eben hauptsächlich nur Säbelrasseln ist.

Der neuliche Vorfall ist nur deswegen bemerkenswert, weil Zivilisten getötet wurden. Gerade Südkorea will aber keine toten Zivilisten sehen, vor allem seitdem es keine Militärdiktatur mehr ist. Unter anderem auch deswegen, weil es ein Brüderkrieg ist und die sehr familären Koreaner nicht so darauf stehen, wenn ihre Verwandten im Norden in einem unnötigen, offenen Konflikt ums Leben kommen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 12:04
Es passiert eben nicht nichts.

Nordkorea erpresst damit regelmäßig Lebensmittel, ohne die es zusammenbrechen würde. Ohne all das Säbelrassln wäre die ganze Chose schon vor Jahren beendet worden.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 18.12.2010 | 12:31
Nein, der Hauptgrund für die regelmäßigen Nahrungslieferungen an Nordkorea liegen bei den Südkoreaner vor allem daran, dass man trotz aller Feindschaft seine Verwandten nicht verhungern lassen will. (Ich habe koreanische Bekannte.)

Südkorea war fast 30 Jahre eine Militärdiktatur und die modernen Südkoreaner wollen einfach keinen Krieg, sondern setzen darauf, dass das Regime in Nordkorea früher oder später selbst zusammenbrechen wird. In dieser Hinsicht ist Deutschland das große Vorbild für Südkorea. Und im Grunde sind die Verhältnisse auch relativ ähnlich wie anno dazumal bei uns, nur dass die Koreaner ein etwas weniger lethargisches Gemüt wie wir haben und es daher öfters funkt, ohne aber zu explodieren.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 12:46
Heh ich bin (auch?) halber Koreaner.

Die sunshine Policy war mal, deshalb nehmen die ganzen Zwischenfälle ja zu......auf jeden Fall ist sunshine nicht mehr ganz so gorß geschrieben.

Früher hat man sich wegen Krebsfischgründen beschossen, inzwischen mehr wegen elementaren Dingen. Der Torpedoangriff war ja auch eher eine Steigerung als ein Weiterplätschern des Üblichen. Früher hat man Raketen über Japan geschossen, inzwischen dürfen fürs Regime gerne auch ein paar Tote sein.

Wichtig ist doch nicht, was die Südkoreaner machen. Für die Kommunisten ist dpch Gewalt eines der wenigen Mittel die sie noch einsetzen können.

Südkorea ist inzwischen ine halbwegs normale Demokratie, die gut auf eigenen Beinen stehen kann, wäre da nicht die andere Hälfte Koreas...
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 18.12.2010 | 12:54
Naja, ich sehe es so, dass das Regime in den letzten Zügen liegt. Laut den Cables scheinen es die Chinesen ja auch ähnlich zu sehen und die ehemalige, starke Unterstützung durch den großen, roten Bruder scheint ja auch nicht ganz so gegeben zu sein, seitdem der rosa wird.

Ich bin mir im Übrigen nicht einmal so sicher, ob NK überhaupt noch in der jetzigen Form bestände, wenn dem Regime nicht die übertriebene Aufmerksamkeit geschenkt würde, die es jetzt bekommt. Zu einem guten Stück könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Trennung durch Japan (evtl auch durch China) künstlich am Leben gehalten wird (quasi als Fortsetzung der Kalte-Krieg-Politik), weil beide Länder kein Interesse an einem Korea haben, dass wirtschaftlich noch stärker aufgestellt wäre.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tjorne am 18.12.2010 | 13:16
Könnt Ihr diese (sehr interessante) Diskussion z.B. dort (http://tanelorn.net/index.php/topic,64155.0.html) weiterführen und dafür hier im Thread beim Thema bleiben?



Ich selbst sehe es so: Wenn ich SF spielen will, erwarte ich vorher eine Definition des Realismusgrades. Wenn der hoch sein soll, sind die meisten Waffen sehr effektiv und effizient. Je niedriger Realismusgrad sein soll, desto ineffizienter dürfen sie sein.

WH40k ist inkonsistent, generell aber für mich eher im unteren Teil der Realismusskala angesiedelt. Das kann Spaß machen, wenn man seine Erwartungshaltung entsprechend anpasst.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 18.12.2010 | 14:29
In dem Moment, wo jemand die Waffen nicht präsentiert, sondern nutzt, herrscht militärische Stagnation; Erfolge sind selten und allenfalls erreichbar, wenn der eine Gegner dem anderen lächerlich weit unterlegen ist (Irak <- USA).

Als Antwort und als Gegenbeispiele zu deiner recht selektiven Auswahl von oben: Zweiter Weltkrieg; Falklandkrieg - symmetrische Kriege mit militärischen Kapazitäten, die zumindest in der gleichen Größenordnung waren.
Zumindest in manchen Bereichen wurde da sehr wohl "auf Augenhöhe" agiert.

Und die Erfolge für die jeweiligen Sieger sind doch recht eindeutig.

Daran, sie in solchem Maß zu haben, daß er sie niemals anwenden muß, sondern posen reicht. Die USA hat diese Lektion im Irak hoffentlich gelernt.

Andersrum:
Allerspätestens am 11.09.2001 hat selbst der Uninteressierteste feststellen können, dass auch die unbestritten große militärische Leistungsfähigkeit der letzten verbliebenen Supermacht in asymmetrischen Konflikten keine Abschreckungskapazität besitzt.

Und militärische Leistungsfähigkeit taugt auch in symmetrischen Konflikten i.d.R. eben nur zur Abschreckung, also defensiv.

Offensiv ist da nicht viel zu holen - so haben es sich die USA seinerzeit zum Beispiel direkt mal gespart, Saddam auf politischer Ebene in epischer Breite unter Androhung von Militärschlägen zum Rücktritt aufzufordern.
Der hätte nämlich nur "Fickts aich, ihr Saupreißn" gesagt und man hätte ohnehin aktiv werden müssen.

Kurz:
Die "Abschreckungslogik" des Kalten Krieges greift unterhalb der nuklearen Schwelle kaum und im Kontext asymmetrischer Kriegsführung gar nicht.


Vom militärischen/staatlichen Bereich weg zurück zur "privaten" Gewaltanwendung im SF-Kontext:
Da funktioniert waffentechnische Abschreckung meist in noch begrenzterem Maße als zwischen Staaten.
Oft hat etwa mindestens eine der beteiligten Parteien/Gruppen nicht die Fähigkeiten/Möglichkeiten, die Kapazitäten der Gegenseite verlässlich zu beurteilen, und damit ist das Thema schon erledigt.

Zwischen Kleingruppen und Einzelpersonen ist das noch schwieriger, weil hier (teils auch sehr kurzfristig auftauchende und verschwindende) taktische Kleinigkeiten wesentlich über Erfolg und Misserfolg eines Angriffes entscheiden können.

Wieviele Schweizer könnten ihre Waffe aus dem Schrank nehmen, und wie wenige tun es?
Wie viele Schweizer haben denn militärische und politische Motive dafür?  ::)
Und WOFÜR überhaupt?
Gegen wen sollte denn warum durch x-beliebige Schweizer Bürger tödliche Gewalt eingesetzt werden?  :gaga:

Das hat doch mit militärischen Überlegungen gar nichts mehr zu tun, ebensowenig wie Amokläufe.

Anders ausgedrückt: Selbst wenn es nur eine einzige bessere Alternative gibt, ist ein Krieg keine sinnvolle Option.

Wenn es eine RUNDUM BESSERE Alternative gibt, ja.

Sobald es aber "nur" auf die jeweiligen Prioritäten ankommt, kann ein Krieg auch dann sinnvoll sein, wenn es andere taugliche Optionen gibt.

Nur mal als Denkanstoß: Die Entscheidung, einen Krieg zu führen, trifft i.d.R. keine Enzelperson im "luftleeren Raum".


Wenn ich SF spielen will, erwarte ich vorher eine Definition des Realismusgrades. Wenn der hoch sein soll, sind die meisten Waffen sehr effektiv und effizient. Je niedriger Realismusgrad sein soll, desto ineffizienter dürfen sie sein.

Ui, jetzt wirds wieder richtig interessant :)

Da muss ich direkt mal eine Gegenthese aufstellen:
Wenn der Realismusgrad hoch ist, muss es aus verschiedenen Gründen auch viele ineffektive und ineffiziente Waffen geben - z.B., weil die neueste Generation von Panzerung schon "fertig" und beschafft ist, aber noch die alten Waffen verwendet werden.

Oder, weil aus politischen Gründen lieber die Scheiße aus der heimischen Waffenindustrie genutzt wird statt der gute Kram aus der Fremde.

Oder, weil die Konstruktionsgruppe das Ding praxisfern im Elfenbeinturm zusammengenagelt hat und es nur sehr bedingt unter realen Bedingungen einsetzbar ist (oder auch einfach nur eine ganze Reihe Kinderkrankheiten hat).

Oder, weil die schlechte Ersatzteil- und Munitionsversorgungslage im aktuellen Aufenthaltsgebiet den Einsatz der besten Waffen unmöglich macht.

Oder, weil die guten bzw. besseren Waffen gerade schlicht und ergreifend nicht in Mode sind.


Kurz: Mit steigendem Realismusgrad sollten die Waffen zwar grundsätzlich tauglich sein (oder vielmehr: bewaffnete Konflikte sollten grundsätzlich gefährlich sein), aber dann müsste man genau genommen auch Sachen berücksichtigen, die bei niedrigerem Realismus- und Detailgrad hinten runter fallen (dürfen).


Und andersrum:
Wenn es richtig unrealistisch sein darf, kann es auch absurd wirksame/gute Waffen geben wie z.B. den Phaser aus Star Trek.

Das wäre auch eher meine Haltung zu diesem Gedankengang:
Je unrealistischer, desto besser dürfen die Waffen sein und desto besser sollten sie eigentlich auch sein.

Unrealistisch spielt man ja meist, weil man Action ohne große Bremsklötze will - und da hat man ja mehr als genug Möglichkeiten, das ganze auch mit sehr guten Waffen nicht zur SC-Knochenmühle werden zu lassen, z.B. unterschiedliche Behandlung von SCs und NSCs, Gummipunkte usw..

Aber auch entsprechend gute Panzerungen und sonstige Defensivmittel wären denkbar - ich hab dann lieber spektakuläre Waffen und hervorragende Panzerungen als absurd schlechte Waffen und schlechte/keine Panzerung. Das macht einfach mehr her  ;)

Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Eulenspiegel am 18.12.2010 | 14:45
Wenn der Realismusgrad hoch ist, muss es aus verschiedenen Gründen auch viele ineffektive und ineffiziente Waffen geben - z.B., weil die neueste Generation von Panzerung schon "fertig" und beschafft ist, aber noch die alten Waffen verwendet werden.
Klar können die Waffen gegen die neueste Panzerung schlecht abschneiden.

Aber zumindest gegen ungepanzerte Ziele oder gegen Ziele mit älterer Panzerung sollten sie recht effektiv sein.

Zitat
Oder, weil die Konstruktionsgruppe das Ding praxisfern im Elfenbeinturm zusammengenagelt hat und es nur sehr bedingt unter realen Bedingungen einsetzbar ist (oder auch einfach nur eine ganze Reihe Kinderkrankheiten hat).
Das fällt dann aber eher in den Bereich "experimentelle Waffe".
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tjorne am 18.12.2010 | 14:50
Das ist wohl wirklich Geschmackssache. Meine Sicht:

(Pseudo-)Realismus:
Natürlich gibt es immer noch ineffektive Waffen. Es gibt aber auch Waffen, die effektuiver und effizienter als heutige sind. Diese Waffen sind auch mindestens so verbreitet wie heutige Waffen. Es gibt natürlich weiterhin schlechte Waffen.

Zunehmend unrealistisch:
Waffen, die gegen SCs ineffektiv/ineffizient sind, sind die Norm. Ob das an tatsächlich schlechten Waffen liegt, oder daran, dass ein großer Unterschied zwischen SCs und Mooks (z.B. über Gummipunkte) aufgespannt wird, ist dafür egal. Die Folge ist, dass die SCs sich auch durch einen Haufen NSCs schnetzeln können (wenn sie bessere Waffen/Rüstungen/Gummipunkte/sonstige Ressourcen haben).

"UBER"-Waffen wie Phaser sind natürlich auch eher unrealistisch, mMn aber auch uninteressant für Rollenspiel. Unter Umständen können UBER-Waffen mit PseudoScience erklärt werden, dann sind wir aber (in meiner einfachen schwarz/weiß Sicht) schon wieder nah am (Pseudo-)Realismus.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 14:52
Nein nichtmal.

Die kackige, alte AK-47. Fällt inden Schlamm kann sie trotzdem benutzt werden. In der Wüste trotzdem funktional.

Das tolle neue G36 aus elitären Rüstungsschmieden dieser Lande. Zwar besser schneidet aber mehr so lala in der Wüste ab, dank häufigem putzen. (In dem Fall vielleicht mit Quelle; Zeitsoldat der Bundeswehr)

Wer hohen Realismus will, bei tödlichen Waffen, muss aber auch begründen können warum man besser als 2010 treffen kann. Das normale Sturmgewehr reicht volkommen aus und kann kaum tödlicher werden, da dies nur durch höhere Kaliber erreichbar wäre. Und die Treffsicherheit ist meist beim Schützen verlustig gehend, während die Waffe noch durchaus als präzise in den Händen eines Scharfschützen wäre.

Für mich ein tolles System ist SR. Das liegt aber mehr am Hintergrund als an den Regeln. Ähnlich wie Rogue Trader statt DH ist relativ schnell erklärt warum die Spieler das bessere Material haben. Die sind dafür ausgerüstet, während die Opposition meist eher mit Gangs oder schlechten Dieben zu tun hat, nicht mit Profi-verbrechern.

RT erreicht eine gute Tödlichkeit, da kann man mal mit nem Plasmawerfer starten, der kein Graß mehr wachsen lässt. Damit wird dann auch mal sonstwer umgemäht, weil der nicht unbedingt erwartet mit solchen AUsrüstung konfrontiert zu werden. Sturmbolter sind auch tolle Optionen. Gegner die Imperiale Soldaten erwarten, haben wenig Handhabe eben weil die Helden nicht einen unter tausenden spielen, sondern eben einfach ein paar soziale STufen drüber stehen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Eulenspiegel am 18.12.2010 | 14:56
Die Tödlichkeit von heutigen Sturmgewehren, ist ja bei ungepanzerten Zielen schon vollkommen in Ordnung und würde mir auch in SF-Szenarien ausreichen.
Häufig ist es aber so, dass in pseudo-realistischen Settings die Waffen sogar schlechter abschneiden als heutige Waffen.

(Heutiges Sturmgewehr: Ein gut platzierter Treffer gegen Ungepanzerte bedeutet meistens "kampfunfähig bis tot".)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 14:58
Ehh ja stimmt Eulenspiegel.

Dummerweise haben Systeme mit diesen schlechten Waffen auf einmal Trefferquoten von 30%+ oder mehr auf 100m, was in keinster Weise irgendetwas entspricht. Fast nen Doppelpost. Aber ich wollts nicht in nen Edit packen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.12.2010 | 14:59
[...]
Das fällt dann aber eher in den Bereich "experimentelle Waffe".
Da gab es doch mal dieses Gewehr mit den total beschissen durchzuladenden Ladestreifen.
http://de.wikipedia.org/wiki/HK_G11

[...]
Aber auch entsprechend gute Panzerungen und sonstige Defensivmittel wären denkbar - ich hab dann lieber spektakuläre Waffen und hervorragende Panzerungen als absurd schlechte Waffen und schlechte/keine Panzerung. Das macht einfach mehr her  ;)
Ich sehe hier eher das Problem, dass Waffen immer schnell effizienter als Rüstungen sind.
Sobald es eine wirksame Rüstung gibt braucht es nur sehr kurz um dagegen eine wirksame Waffe zu basteln aber sehr lange um darauf wieder eine wirksame Rüstung zu entwickeln.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 18.12.2010 | 15:16
Klar können die Waffen gegen die neueste Panzerung schlecht abschneiden.

Aber zumindest gegen ungepanzerte Ziele oder gegen Ziele mit älterer Panzerung sollten sie recht effektiv sein.

Grundsätzlich schon, ja.

Ein Sonderfall fiele mir auf Anhieb ein:
Es ist denkbar, dass Waffen, die gegen zeitgemäß gepanzerte Ziele gut wirken, gegen ungepanzerte Ziele nicht so gut wie eigentlich veraltete Waffen.

Zum Beispiel langsam feuernde und/oder zeitraubend nachzuladende Energie- oder Lenkwaffen gegen Power Armor - die wären dann unter Umständen gegen ungepanzerte Ziele (insbesondere in Massen) schlechter als ältere Waffen wie Sturm- oder Maschinengewehre.


Das fällt dann aber eher in den Bereich "experimentelle Waffe".

Dazu die offensichtlichen Stichworte: M16 und SA80/L85.

Es gibt darüber hinaus eine ganze Anzahl an (auch zivilen) Waffen, die zu Recht einen schlechten Ruf haben und die mMn in der Praxis nicht wirklich zu gebrauchen sind.

Das kann auch an aus Konstrukteurssicht gesehen relativen Kleinigkeiten wie der Gestaltung/Positionierung von Bedienelementen, aber auch an Feinheiten in der Handhabung liegen.

Eigentlich sollte das schon heutzutage kein Thema mehr sein - Erfahrungswerte gäbe es ja eigentlich genug.
Aber manche Hersteller wissen wirklich nicht, worauf es ankommt - oder (meiner Wahrnehmung nach viel häufiger) die Kunden, insbesondere Behörden, fordern aufgrund von Ignoranz Scheiße und kriegen sie dann eben auch.

Kinderkrankheiten kann jedes High-Tech-Produkt haben - da bilden (SF-)Waffen keine Ausnahme, insbesondere dann nicht, wenn sie viel Elektronik beinhalten.

Natürlich könnte das allermeiste getestet, erkannt und behoben sein, bevor das Ding in Serie geht - ist es aber aus unterschiedlichen Gründen oftmals nicht, und diese Gründe werden wohl auch in Zukunft noch bestehen.


Häufig ist es aber so, dass in pseudo-realistischen Settings die Waffen sogar schlechter abschneiden als heutige Waffen.

Ich behaupte einfach mal, dass das in einer Vielzahl der Fälle am Regelsystem liegt.

Ich sehe hier eher das Problem, dass Waffen immer schnell effizienter als Rüstungen sind.
Sobald es eine wirksame Rüstung gibt braucht es nur sehr kurz um dagegen eine wirksame Waffe zu basteln aber sehr lange um darauf wieder eine wirksame Rüstung zu entwickeln.

Jo.

Bei unrealistischen Sachen kann man darüber ja recht leicht hinwegsehen oder sich durchmogeln, indem man z.B. ein wie auch immer geartetes Ende/ eine Stagnation der technischen Entwicklung an einem Punkt postuliert, wo die Rüstungen bzw. die Defensivmöglichkeiten* gerade vorne liegen.

*da gibts ja viele, viele Möglichkeiten, wenn man den (auch noch unrealistischen) Techlevel nur hoch genug schraubt.
Von Kraftfeldern über persönliche Teleporter zu Phasenverschiebung und hastenetgesehen...da ist man schnell an dem Punkt angelangt, wo man das Ganze einfach so formulieren kann, wie man es gerne haben will.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.12.2010 | 15:28
[...]
*da gibts ja viele, viele Möglichkeiten, wenn man den (auch noch unrealistischen) Techlevel nur hoch genug schraubt.
Von Kraftfeldern über persönliche Teleporter zu Phasenverschiebung und hastenetgesehen...da ist man schnell an dem Punkt angelangt, wo man das Ganze einfach so formulieren kann, wie man es gerne haben will.

Spätestens jetzt ist man aber an dem Punkt angekommen, an dem das Argument "unrealistisch bzw. unplausibel" schlechte bzw gute Waffen nicht mehr zieht. Weil es schon lange nicht mehr realistisch ist und plausibilisieren kann man so ziemlich alles irgendwie auf diesem gebiet.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 18.12.2010 | 15:35
Spätestens jetzt ist man aber an dem Punkt angekommen, an dem das Argument "unrealistisch bzw. unplausibel" schlechte bzw gute Waffen nicht mehr zieht.

Klar.

Wenn ich in einem Setting in dieser Weise auf die Kacke haue und ein Spieler fängt plötzlich an mit "das ist aber unrealistisch, weil...", dann bleibt ja wohl nur noch die Notschlachtung  ;D

Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.12.2010 | 15:37
Klar.

Wenn ich in einem Setting in dieser Weise auf die Kacke haue und ein Spieler fängt plötzlich an mit "das ist aber unrealistisch, weil...", dann bleibt ja wohl nur noch die Notschlachtung  ;D



Wie bei so scheiße ineffektiven Waffen?  >;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Wulfhelm am 18.12.2010 | 15:54
Könnt Ihr diese (sehr interessante) Diskussion z.B. dort (http://tanelorn.net/index.php/topic,64155.0.html) weiterführen und dafür hier im Thread beim Thema bleiben?
Okay.
Ich sehe ein Problem in dem, was für SF allgemein schon mal angesprochen wurde: Welches Subgenre ist gemeint?
Bei Cyberpunk-Spielen erwarte ich eher bodenständiges. Am besten wiedererkennbare Waffen, wie MP5 oder irgendwas AK-verwandtes, dazu cyber-spezifisches wie Cyberschlange und Smartgun.
Bei WH40K erwarte ich große, klobige Waffen mit archaischem Look, die vor allem durch "brute force" wirken.
Bei Traveller-ähnlichen Settings erwarte ich eine große Bandbreite von Waffen und Rüstungen, die von normalen Pistolen bis zu "da bleibt nur ein Krater übrig" reichen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Wulfhelm am 18.12.2010 | 15:58
Wer hohen Realismus will, bei tödlichen Waffen, muss aber auch begründen können warum man besser als 2010 treffen kann. Das normale Sturmgewehr reicht volkommen aus und kann kaum tödlicher werden, da dies nur durch höhere Kaliber erreichbar wäre.
Wobei das eine definitiv mögliche Entwicklung ist. Bei Körperpanzerung ist noch einiges drin, und wenn die schließlich so weit ist, dass sie zuverlässig 5.56x45mm bzw. 5.45x39mm abhält, wird man sich was neues überlegen müssen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 16:04
Stimmt.

Aber prinzipiell hatte man zB schon festgestellt, dass normale Muni zu gut war, sprich zu schnell und dabei zu wenig Schaden macht, und ist wieder eine Schritt zurück gegangen.

Das ist immer so ein austarieren. INteressant werden würde es nur, wenn irgendjemand eine bahnbrechende Entikclung auf dem Rüstungssektor für Personenpanzerung durch irgendwelche Verbundstoffe oder sonstiges rausbringen würde, was Menschen auch noch vor der Impulsübertragung der Kugeln schützt. Gebrochene Rippen verhinden weiterkämpfen ebenfalls sehr gut.

Der Genreeinwurf ist aber auch sehr wichtig, dadurch kann man ungefähr festlegen, auf welchem Techniveau man sich befindet.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.12.2010 | 16:08
Die Frage ist eher die OB es der bestmöglichen Personenschutzausrüstung möglich ist dem Bestmöglichen Sturmgewehr standzuhalten, oder ob da nicht die naturgesetze der Matierialeigenschaften oder der biomechanische Grenzwert des Systems hinter der Rüstung einen Riegel vorschieben.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 18.12.2010 | 17:02
Zweiter Weltkrieg; Falklandkrieg - symmetrische Kriege
Der zweite Weltkrig war symmetrisch? Bis wann und wohin? Es tut mir ja leid, Deinen Patriotismus enttäuschen zu müssen... aber: nein, nicht, nachdem ein Psychopath und ein paar Größenwahnsinnige alles gegen sich aufgebracht haben, was in der Nähe und Ferne überhaupt aufzubringen war. Und Falkland? Wo war da die Symmetrie? Allenfalls doch darin, daß beide Seiten sich wie Idioten verhalten haben. Aber das ist in Kriegen ja eigentlich fast immer so. Vor allem, um's nochmal anzuführen, wenn der Gegner nicht militärische, sondern psychopathische oder ideologische Ziele verfolgt. 

Wenn es eine RUNDUM BESSERE Alternative gibt, ja.
Leute töten ist nahezu immer die schlechteste Alternative - denn Verbrechen werden nicht verziehen. Darum halten sich die Kriege ja in Grenzen, selbst wenn sie möglich wären. Die angeführten Grenzscharmützel sind doch das beste Beispiel: Da sterben haufenweise Leute und es ändert sich nichts. Verlierer sind die Toten und ihre Familien, Gewinner sind nicht auszumachen, der Krieg geht weiter. Was ist daran nun militärisch "wertvoll" oder "erfolgeich"? - Na gut, wenn Tote das sind, was man vom Krieg erwartet, ist das vielleicht alles, was militärisch überhaupt zu erreichen ist. Aber wenn es darum geht, eine schwierige Situation zu lösen, kommt man mit Toten nicht weiter. Mit Verhandlungen schon. Mit Erpressung noch weiter.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 18.12.2010 | 17:06
Ehh du bist das perfekt Beispiel für Heinlein.

Echt wirklich.

Frankreichfeldzug, war symmetrisch. Gut für die französischen Generäle kann man jetzt nix. Polen war fast symmetrisch, hätte Frankreich mehr gemacht.

So ich hoffe damit keinem Franzosen auf die Füße getreten zu sein.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 18.12.2010 | 17:36
Der zweite Weltkrig war symmetrisch?
....
Und Falkland? Wo war da die Symmetrie?

Heieieiei (http://de.wikipedia.org/wiki/Symmetrischer_Krieg), da hab ich die militärischen Kapazitäten extra noch getrennt erwähnt  ::)

Und gerade beim Falklandkrieg war die Ausgangslage keineswegs so eindeutig, wie man heute im Rückblick meinen könnte.

Leute töten ist nahezu immer die schlechteste Alternative - denn Verbrechen werden nicht verziehen.
Das ist so pauschal nicht richtig.
Man frage die amerikanischen Ureinwohner  :P

Aber wenn es darum geht, eine schwierige Situation zu lösen, kommt man mit Toten nicht weiter. Mit Verhandlungen schon. Mit Erpressung noch weiter.
Und das Beginnen oder Fortführen von für den Erpressten entsprechend verlustreichen Kriegshandlungen ist kein gutes Druckmittel?

Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.12.2010 | 19:37
Gebrochene Rippen verhinden weiterkämpfen ebenfalls sehr gut.

Ist imo ein wichtiger Punkt. Häufig geht es ja gar nicht darum, den Gegner unbedingt zu töten. Kampfunfähig genügt vollkommen. Manchmal ist das sogar besser als tot (Lösegeld, Verhör, Auslieferung...).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 18.12.2010 | 19:47
Im militärischen Sinn ist es sogar vorteilhaft Leute nicht zu töten, sondern nur zu verwunden. Denn verwundete Soldaten binden weitere Soldaten.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Merlin Emrys am 18.12.2010 | 22:39
Und das Beginnen oder Fortführen von für den Erpressten entsprechend verlustreichen Kriegshandlungen ist kein gutes Druckmittel?
Bei weitem nicht so gut wie, die Handlungen einzustellen und nur damit zu drohen, sie jederzeit wieder aufnehmen zu können...

@ Voronesh: Beleidigend werden muß nur, wer seinen eigenen Argumenten nicht mehr traut...
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 18.12.2010 | 22:42
Als Fazit kann man also festhalten, das die Waffen zum Stil des Settings passen müssen, dann sind sie gut und entspreche nden Erwartungen (der meisten).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chaos am 18.12.2010 | 23:36
Im militärischen Sinn ist es sogar vorteilhaft Leute nicht zu töten, sondern nur zu verwunden. Denn verwundete Soldaten binden weitere Soldaten.

Dazu muss man sie aber einerseits schwer genug verwunden, dass sie weder weiterkämpfen noch sich alleine davonmachen können, andererseits aber nicht so schwer, dass sie sterben, bevor sie die weiteren Soldaten binden können. Das ist eine ziemlich Gratwanderung; wahrscheinlich ist das der Grund, warum man sich in der Regel mit Töten zufrieden gibt - wenn stattdessen ein Ziel verwundet ist, um so besser, wenn nicht, ist auch nicht schlimm.

Natürlich hat Verwunden auch zusätzlich den Nutzen, dass man Verwundete gefangen nehmen und ggf. verhören kann.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 19.12.2010 | 00:41
Es kommt dabei auch stark darauf an, _wer_ in _welcher_ Situation verwundet wird. Man betrachte z.B. einen Krieg, in dem auf der einen Seite irgendwelche Wehrpflichtigen stehen, die mit Kusshand jede Fahrkarte weg von der Front annehmen würden. Und die außerdem annehmen können, dass es ihrem Gegner (also dir) reicht, wenn sie nicht mehr weiterkämpfen, ohne sie unbedingt tot sehen zu wollen.
Und im Gegensatz dazu eine Situation, in der die eine Seite die andere auslöschen will. Oder seiner Sache fanatisch ergeben ist, und auch trotz Verwundung weiterkämpfen würde. Alles klar?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.12.2010 | 00:44
Dazu muss man sie aber einerseits schwer genug verwunden, dass sie weder weiterkämpfen noch sich alleine davonmachen können, andererseits aber nicht so schwer, dass sie sterben, bevor sie die weiteren Soldaten binden können. Das ist eine ziemlich Gratwanderung; wahrscheinlich ist das der Grund, warum man sich in der Regel mit Töten zufrieden gibt - wenn stattdessen ein Ziel verwundet ist, um so besser, wenn nicht, ist auch nicht schlimm.

Natürlich hat Verwunden auch zusätzlich den Nutzen, dass man Verwundete gefangen nehmen und ggf. verhören kann.

Hast du meinen Beitrag nicht gelesen? Genau darum ging es doch.

Ist imo ein wichtiger Punkt. Häufig geht es ja gar nicht darum, den Gegner unbedingt zu töten. Kampfunfähig genügt vollkommen. Manchmal ist das sogar besser als tot (Lösegeld, Verhör, Auslieferung...).

Und eine Gratwanderung ist das imo nicht. Schwer verwunden ist viel einfacher als töten. Für einen instant kill muss der Angriff entweder sehr heftig (Flächenangriff) oder sehr gezielt sein (Lebenswichtige Körperteile); beides verbraucht dabei mehr Ressourcen als "einfach drauf" zu halten.



Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 19.12.2010 | 03:05
@ Voronesh: Beleidigend werden muß nur, wer seinen eigenen Argumenten nicht mehr traut...

Du hast Heinlein nicht gelesen. Tut mit leid wenn du das als Beleidigung verstehst, aber Heinlein hat da eine sehr gute Stelle zu genau deiner Einstellung. Menschen mit deiner Einstellung haben aber keine objektive Einstellung zum Krieg, um den sich die Diskussion hier dreht. Ich wollte bloss keinen Franzosen auf die Füße treten, aber deren Generäle zum 2. WK waren einfach unfähig.

Kurzum deine Einstellung ist, dass Krieg keine Lösung ist. Und die willst du nicht ändern. Natürlich nicht. Musst du auch nicht. Aber du musst akzeptieren, dass nicht alle Welt auf dem hohen Ross sitzen kann, und dabei erwarten dass die anderen das auch tun. Wer keine Antwort hat auf aggressive Mächte die mit tödlicher Gewalt vorwärts marschieren wollen, wird enden wie Chamberlain. Der hat auch gedacht man könne drüber reden.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.12.2010 | 07:33
Nein nichtmal.

Die kackige, alte AK-47. Fällt inden Schlamm kann sie trotzdem benutzt werden. In der Wüste trotzdem funktional.
und nicht gerade präzise.


Zitat
Das tolle neue G36 aus elitären Rüstungsschmieden dieser Lande.
Das Problem ist, das G 36 ist nicht für diese Art von Krieg designt worden,  dasmacht das G 36 nicht schlecht.

 .
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 19.12.2010 | 11:15
Im militärischen Sinn ist es sogar vorteilhaft Leute nicht zu töten, sondern nur zu verwunden. Denn verwundete Soldaten binden weitere Soldaten.

Das ist taktisch je nach Betrachtungsweise/Situation falsch oder nicht relevant - in vielen Gefechtssituationen hat man zum Einen ohnehin nicht die Wahl, ob man tötet oder verwundet und muss nehmen, was man kriegen kann, und zum Anderen wird sich der Gegner nicht im laufenden Feuerkampf schwerpunktmäßig um seine Verwundeten kümmern, sondern eben den Feuerkampf führen.

Auf strategischer Ebene belasten Verwundete natürlich das Sanitätssystem* und die Gesellschaft als Ganzes - das ist aber auch nur dann "interessant", wenn der Gegner überhaupt ein nennenswertes Sanitätssystem hat und/oder der Konflikt groß/langfristig genug ist, um solche Faktoren relevant werden zu lassen.

*Und meist auch nur dieses - wenn die Verwundeten den Sanis übergeben worden sind, binden sie weder Frontsoldaten noch anderes Personal abseits der Sanitäter, die dafür sowieso abgestellt sind und auch dann keine anderen militärischen Aufgaben erfüllen, wenn sie gerade mal keine Verletzten zu versorgen haben.


(Ein Kommentar eines britischen Panzermannes, den ich mal vor einiger Zeit gelesen habe, bezog sich auf dieses Thema im -auch laut Zeitzeugen- relativ "ritterlich" geführten Afrikafeldzug:
Er hatte es sich zunächst zur Angewohnheit gemacht, die Besatzungen kampfunfähig geschossener Feindpanzer nicht weiter zu beschießen - bis ihm im Gespräch mit einem Kameraden aufgegangen ist, dass damit fronterfahrene Soldaten die Gelegenheit erhalten, mit einem neuen Panzer wieder an den Kriegshandlungen teilzunehmen.)


In der Pauschalität/Absolutheit, wie mir die besagte Behauptung immer mal wieder begegnet, halte ich sie für eine BW-Scheisshausparole aus dem Kalten Krieg, die mit der Einführung des G36 noch mal Aufwind erhalten hat - da hätten viele, viele BW-Ausbilder einfach mal den Nuhr beherzigen können.

und nicht gerade präzise.

Es gibt auch präzise Varianten - ich habe schon zivile AKs in 5,56x45 gesehen und selbst geschossen, die sich präzisionsmäßig vor keinem anderen Sturmgewehr verstecken müssen, im Gegenteil.

Wenn die Dinger vernünftig gebaut sind, sind die mehr als ausreichend genau, ohne an Zuverlässigkeit einzubüßen.

Die "normalen" Militärfertigungen in 7,62x39 sind in Sachen Präzision freilich nicht so das Gelbe vom Ei.

Das Problem ist, das G 36 ist nicht für diese Art von Krieg designt worden,  dasmacht das G 36 nicht schlecht.
Wieso diese Art von Krieg?
Höchstens diese Art von Umgebung - und da muss ich persönlich sagen, dass ich mit dem G36 da keine schlechten Erfahrungen gemacht habe.
Ich habe meines in 6 Monaten Einsatz genau 2 mal außer der Reihe (also: nicht nach dem Schießen) geputzt und hatte nie Probleme; andere haben das mit gleichem Ergebnis ähnlich gemacht.

Wenn man natürlich in offenen Fahrzeugen unterwegs ist o.Ä., muss man da öfter ran - aber dann muss man auch nur grob den ärgsten Sand rausholen und fertig. Das ist eine Sache von wenigen Minuten.

Unzuverlässig ist das G36 nicht; die Schwachpunkte liegen woanders - u.A. bei der unterirdisch schlechten HKV.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.12.2010 | 11:48

Wieso diese Art von Krieg?
Reichweite und Durchschlagskraft.

Das G 36 soll nach einigen Ausagen nicht genug davon für Afghanistan haben, bzw für die grösseren Reichweiten, dafür ist es allerdings auch nie gedacht gewesen.

HKV?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Oberkampf am 19.12.2010 | 12:12

Kurzum deine Einstellung ist, dass Krieg keine Lösung ist. Und die willst du nicht ändern. Natürlich nicht. Musst du auch nicht. Aber du musst akzeptieren, dass nicht alle Welt auf dem hohen Ross sitzen kann, und dabei erwarten dass die anderen das auch tun. Wer keine Antwort hat auf aggressive Mächte die mit tödlicher Gewalt vorwärts marschieren wollen, wird enden wie Chamberlain. Der hat auch gedacht man könne drüber reden.

Naja, Fakt ist nunmal, das Krieg in den meisten Fällen keine Lösung ist und es sehr, sehr selten in den lezten paar Jahrhunderten erfolgreiche Angriffskriege gab, die sich auch nachhaltig ausgezahlt haben - bestenfalls im kolonialen Zeitalter, und auch da fast nur für England und nur mit verbündeten Truppen aus den Kolonialgebieten. Selbst die USA, die zwei Kriege fast spielend gewonnen hat, schafft es nicht, ihre Siege dauerhaft abzusichern.

Chamberlain ist nochmal ein eigenes Problem. Man kann durchaus darüber diskutieren, ob durch seine Verzögerungstaktik es GB möglich wurde, den Vorsprung der deutschen Rüstungsindustrie zu kompensieren. Chamberlain hat nämlich signalisiert, dass Englands Toleranz gegenüber deutschen Ambitionen begrenzt ist, obwohl er bereit war, Deutschland wieder einen bestimmenden Platz auf der europäischen Landkarte einzuräumen.
Die Vergleiche mit der Appeasement-Politik Chamberlaisn aus den letzten 20 Jahren (beginnend mit dem 2. Golfkrieg) hinken daran, dass in den 1930ern GB vor einem waffenstarken Deutschland stand und gleichzeitig eine potentiell aggressive und hochgefährliche Macht, die Sowjetunion, im Hintergrund drohte - das ist nicht vergleichbar mit einer arabischen oder persischen Mittelmacht, die regionale Ambitionen hat und einem waffenstarrenden Westen und der wahrscheinlich atomar bewaffneten Mittelmacht Israel gegenübersteht.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 19.12.2010 | 12:27
Reichweite und Durchschlagskraft.

Das G 36 soll nach einigen Ausagen nicht genug davon für Afghanistan haben, bzw für die grösseren Reichweiten, dafür ist es allerdings auch nie gedacht gewesen.

Mangelnde Durchschlagskraft ist da mMn nicht relevant in dem Sinne, dass es in der gleichen Waffenkategorie keine brauchbare Alternative gibt.

Eines der großen Probleme in Afghanistan sind z.B. die enorm widerstandsfähigen Lehmwände - die halten aber auch 7,62x51 ab und widerstehen teilweise auch .50 BMG und einigen Maschinenkanonen (!!).
Da ist man mit jedem Sturmgewehr schlicht angeschissen.

Die Reichweite hätte es auch - nur kann man sie mit der HKV nicht umsetzen.
Die BW hat sich aber dafür entschieden, als Notlösung wieder das G3ZF zu nutzen und keine DMR-Version des G36 zu beschaffen.

Andere machen das anders; das USMC und andere US-Truppen fahren z.B. mit ihren Mk12-Büchsen nicht schlecht - und die sind in 5,56x45 (aber ja, es werden auch andere Gewehre in 7,62x51 genutzt).

Ab einer gewissen Entfernung wird der Feuerkampf durch Flachfeuerwaffen eben nur noch mit DMR/SSG und MGs geführt - das ist halt so.
Da muss man in diesem Bereich eben entsprechende Kapazitäten haben/aufbauen; die mangelnde Reichweite kann man dann ja jedem Sturmgewehr "vorwerfen" - was aber eigentlich Quatsch ist.

Dass die BW keine leichte Steilfeuerkomponente mehr hat, ist da aber mMn ein viel größerer bzw. ein echter Mangel.

HKV?
Hauptkampfvisier - die duale Visierung, die insbesondere in der ursprünglich beschafften Version ziemlich scheiße ist.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 19.12.2010 | 12:42
Meine zwei Cent vorab:

Perry Rhodan und der Geschütz-Kaliber-und-Umpuster-Wahnsinn
http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Waffensysteme (http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Waffensysteme)

Sicherlich aber ein Quelle der Inspiration für peudowissenschaftliche Erklärungen ;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 19.12.2010 | 12:45
Ja, der Impulsstrahler zB ist was solides. Leistung 1t TNT beim Handstrahler. Dank Schutzschilde kann man dieser Zerstörungskraft aber auch gleich was entgegen stellen. Aber PR spielt einfach in einer ganz anderen Liga als übliche SciFi.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 19.12.2010 | 18:45
Aber PR spielt einfach in einer ganz anderen Liga als übliche SciFi.

Oh ja...ich bin eben wieder auf der perrypedia vom Hundertsten ins Tausendste gekommen und jetzt ist mir ganz blümerant  ;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 19.12.2010 | 19:20
PR hat sich aber auch immer ans Plotonium gehalten. Der Impulsstrahler dürfte doch eigentlich seit dem HÜ-Schirm aufm Altmetall gelandet sein, aber andereseits schleifen sie ja sogar Heissluftballons mit sich rum, für wenn mal wieder die Energie ausfällt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Eulenspiegel am 19.12.2010 | 19:56
PR hat sich aber auch immer ans Plotonium gehalten. Der Impulsstrahler dürfte doch eigentlich seit dem HÜ-Schirm aufm Altmetall gelandet sein, aber andereseits schleifen sie ja sogar Heissluftballons mit sich rum, für wenn mal wieder die Energie ausfällt.
Im Rhodan RPG ist der Impulsstrahler extrem effektiv, wenn der Schutzschirm ausgefallen ist. (Man schaltet den Schutzschirm im Bodenkampf am besten mit Thermostrahlern aus und sobald der Schirm zusammengebrochen ist, wechselt man auf den Impulsstrahler.)

Ansonsten ist der Impulsstrahler auch sehr gut gegen mehrere ungeschützte Ziele (oder gegen große ungeschützte Ziele) geeignet, da er einen Explosionsradius hat. Wenn man es z.B. schafft, den gegnerischen Verteidigungsschirm einer Basis zu unterlaufen, kann man mit dem Impulsstrahler verheerende Vernichtung anrichten (wo Thermostrahler oder Desintegrator nur kleine Löcher schießen).
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 19.12.2010 | 20:17
Hm, ok. Ich bin eh nur bis Band 600 gekommen, und da wurde der Bodenkampf meiner Erinnerung nach recht stiefmütterlich behandelt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 22.12.2010 | 23:52
Och Bodenkampf ging da immer schnell, weil die haben ihre Handstrahler dann mal kurz auf Breitfächer-Modus gestellt und einfach den Bodentruppen ihren Boden geschmolzen ;)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 23.12.2010 | 01:30
offtopic: Chief Sgt. Bradley, würd es dir etwas ausmachen, deine Signatur einen _Tick_ kleiner zu machen? Was ist an 12pt auszusetzen?

ontopic:
Ich versuche grade, die wichtigsten Eckdaten einer Induktions-Coilgun (Gauss Rifle) zu berechnen bzw. herauszufinden. Ist aber nicht so leicht. Jedenfalls könnte dieser Waffentyp besonders interessant für Kämpfe im luftleeren Raum sein. Denn das Funktionsprinzip erlaubt absurd hohe Mündungsgeschwindigkeiten. In einer Atmosphäre wird das aber wieder durch den Luftwiderstand begrenzt. In der Praxis sind so "einige km/s", also wohl so im Bereich 3-5km/s möglich. Zum Vergleich: eine moderne Glattrohrkanone wie im Leo 2 liefert auch schon 3km/s.
Im Vakuum hingegen kann man da so richtig aufdrehen. Man kann z.B. ein Aluminiumgeschoss hernehmen und dieses beim Abschuss durch Induktionsstrom bis zum Plasma aufheizen. Dabei kann es bis auf ca. 100km/s beschleunigt werden. Soweit Quelle: Wikipedia.
Wenn man nun mal annimmt, dass man Strom im bereich von hunderten Megawatt zur Verfügung hat, kann man statt Aluminium auch Wolframgeschosse hernehmen. Die vertragen wesentlich mehr Energie ehe sie zu Plasma verdampfen. Entsprechend sind so noch höhere Mündungsgeschwindigkeiten möglich.
Und was dann im Ziel ankommt, ist superheißes Wolframplasma auf ~10.000K, das mit ein paar hundert Kilometern pro Sekunde reinzischt.

Nehmen wir mal ein einziges Geschoss von 20g und geben uns mit 100km/s zufrieden: 0,5 * 0,02kg * 100.000^2 = 100 Megajoule kinetische Energie. Plus die Hitze des Plasmas - das auszurechnen übersteigt meine Physik, aber es könnte sich nochmal in der gleichen Größenordnung aufhalten. Also insgesamt ca. 2*10^8J, das entspricht ca. 45kg TNT.

Also. Das ist jetzt wohlgemerkt keine Handwaffe, sondern eher ein ausgewachsenes Bordgeschütz für ein Raumschiff, wo es auf eine möglichst hohe Geschossgeschwindigkeit ankommt, um eine vernünftige effektive Reichweite zu erzielen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Ein am 23.12.2010 | 07:37
Oh ja...ich bin eben wieder auf der perrypedia vom Hundertsten ins Tausendste gekommen und jetzt ist mir ganz blümerant  ;D
Ich darf in der nicht zuviel drin rumhängen, sonst krieg ich nur Lust das mit Rollenspiel zu spielen. ;)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 23.12.2010 | 11:56
offtopic: Chief Sgt. Bradley, würd es dir etwas ausmachen, deine Signatur einen _Tick_ kleiner zu machen? Was ist an 12pt auszusetzen?

Hach, ich habe nur versucht Aufmerksamkeit zu erheischen, ich Schlingel. >;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 23.12.2010 | 13:47
Habe entdeckt, dass es auf Project Rho jetzt auch eine Anleitung für Coilguns gibt. Zwar für die Sorte mit ferromagnetischen Projektilen, aber das lässt sich sicher auch auf induktive Coilguns übertragen.

http://www.projectrho.com/rocket/spacegunconvent.php#Kinetic_Kill_Weapons~Coil_Guns

Also: was ich weiter oben über Plasma schrieb, lassen wir besser mal wieder stecken, weil man dazu aus bestimmten Gründen wieder Sprengstoff braucht. Ist also sowas wie eine "bombengepulste Coilgun".
Aber das Gute ist, dass Coilguns technisch gesehen verdammt hohe Wirkungsgrade haben können, insbesondere bei supraleitenden Magnetspulen, da es sich im Prinzip um einen Elektromotor handelt.
Als ideale Projektilform für den Einsatz im Vakuum stellt sich eine aufrecht stehende Scheibe heraus - denn die erforderliche Baugröße steht im Verhältnis zur Geschosslänge, also will man das möglichst kurz halten.

Ich hab da jetzt mal ein Excelsheet draus gebastelt, aber das Ergebnis ist relativ ernüchternd, außer ich habe irgendwo einen fetten Kommafehler drin. Bisher konnte ich aber keinen entdecken. Denn meinen Berechnungen zufolge wird das Projektil selbst bei 99% Effizienz durch die Induktion so stark aufgeheizt, dass die effektiv mögliche kinetische Energie sich "nur" im Bereich von ca. 15km/s bewegt.
Als ideales Material für eine möglichst hohe Geschwindigkeit hat sich dabei übrigens nicht Wolfram, sondern Aluminium erwiesen, da dies zwar einen niedrigeren Schmelzpunkt, aber eine höhere spezifische Wärmekapazität besitzt.

Die maximale Geschwindigkeit lässt sich deutlich erhöhen, wenn man hinnimmt, dass die Projektile im Rohr schmelzen und bis knapp unterhalb des Siedepunkts aufgeheizt werden. Dann kommt man auf ca. 30km/s, aber auch hier ist das Ende der Fahnenstange schnell erreicht. (Wenn die Magnetspulen auf das flüssige Metall überhaupt noch so wirken, wie sie sollen)

Zur allgemeinen Kontrolle hier mein Rechenweg, vielleicht findet ihr ja einen Fehler:

Aluminium (Dichte 2,7g/cm³, spez. Wärme C = 0,896 J/gK, Schmelzpunkt 933K)
Projektilmasse (gesetzt): 0,21g (Scheibe mit 0,1cm Dicke und 1cm Durchmesser)
Wärmekapazität: 933K * 0,896J/gK * 0,21g = 177J
Wirkungsgrad: 0,99
Ferner nehme ich an, dass von dem 1% Verlust _die Hälfte_ das Projektil aufwärmt.
Berechnung der möglichen kinetischen Energie:
Ekin = Wärme / [0.5 * (1/e - 1)] = 177J * 2 / (1/0,99 - 1) =  35kJ
V = sqrt(2E*m) = sqrt(2*35.000J/0,00021kg) = 18.257m/s

oder wenn man statt den 933K eben 2660K einsetzt (40K unter Siedepunkt), kommt man auf eine kinetische Energie von ca. 100kJ, woraus sich eine Geschwindigkeit von knapp 31km/s ergibt.

Der Knackpunkt liegt also wohl in der obigen Annahme mit der hälftigen Verlustwärme. Nähme das Projektil nur, sagen wir, 10% der Abwärme auf, lässt sich eine Geschossgeschwindigkeit von 40 (fest) bzw 70 (flüssig) km/s erzielen. Das ist aber meines Erachtens wirklich "guesswork", da man das ja schlecht überprüfen kann.

Die erforderliche Baugröße des Rohrs zu guter letzt verhält sich direkt proportional zur Geschosslänge und invers quadratisch zur Feldstärke. Unsere Beispielkanone mit 1mm langen Projektilen wäre bei 1 Tesla Feldstärke bescheidene 3200 Meter lang. Bei 20 Tesla Feldstärke hingegen (bereits heute mit supraleitenden Magneten erreichbar) benötigen wir nur noch überschaubare 8 Meter Rohrlänge (jeweils für flüssige Projektile).
Bei einem Energieaufwand von nur etwa 100kJ/Schuss könnte entsprechend eine z.B. 20MW-Gausskanone satte 200 Schuss pro Sekunde rausheizen. 12.000/Minute, das stellt jede Maschinenkanone in den Schatten. Entsprechend mehr bei höheren Wattzahlen.

Wie gesagt, mir ging es soweit um Raumschiffbewaffnung. Wollte man das nun auf Sturmgewehrgröße runterskalieren, wäre halt die Frage, welche Auswirkungen derart starke Magnetfelder auf den Schützen haben. Selbst wenn sie ihn nicht direkt beeinträchtigen, wäre es suboptimal, wenn er sich nicht in die Nähe von ferromagnetischen Gegenständen bewegen darf. Da müsste der Feind dann nur großzügig eiserne Nägel über das Schlachtfeld verteilen, und schon verliert man die Lust am Gaussgewehr.

EDIT: hab das auch mal eben ausgerechnet. Weil man für Handwaffen ja in der Rohrlänge stark eingeschränkt ist, wird sich entsprechend auch das Projektil durch die Induktion kaum erwärmen (wohl aber durch die Reibung mit der Luft). In Bullpup-Bauweise sind vielleicht 80cm Rohrlänge gerade noch praktikabel. Als Feldstärke habe ich 3 Tesla gewählt, weil solche Stärken auch bei Kernspintomographien am Menschen zum Einsatz kommen.
Daraus ergibt sich ein Temperaturanstieg um nur 6 Kelvin, eine kinetische Energie von 225J bei einer beachtlichen Mündungsgeschwindigkeit von 1500m/s. Allerdings ist die 10x1mm-Scheibe nicht gerade aerodynamisch, besser wäre hier ein ringförmiges Geschoss.
Zum Vergleich: ein heutiges 5,56mm Nato-Sturmgewehr hat eine kinetische Energie von ca. 2000J pro Schuss und ca. 930m/s V_0.

Langer Rede kurzer Sinn: ich bleibe dabei; für Handfeuerwaffen lohnen sich solche Sperenzchen à la Gausswerfer einfach nicht; da sind herkömmliche Feuerwaffen wesentlich einfacher, zuverlässiger, komplikationsloser und dabei kaum weniger effektiv.

Edit 2:
Wenn man Magnetfelder > 4-5 Tesla beherrscht, ist man eigentlich gar nicht mehr so auf möglichst kurze Projektile angewiesen. Schon mit 8 Tesla benötigt eine Bordkanone für 1cm lange feste Geschosse nur noch 3,25 Meter Rohrlänge. Und so weiter.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 23.12.2010 | 20:27
Nitpickerei zuerst:
Zum Vergleich: eine moderne Glattrohrkanone wie im Leo 2 liefert auch schon 3km/s.

Mit der L/55 kommt man "nur" auf ca. 1750 m/s.

Die L/44 schafft ca. 1640 m/s.

Als ideale Projektilform für den Einsatz im Vakuum stellt sich eine aufrecht stehende Scheibe heraus - denn die erforderliche Baugröße steht im Verhältnis zur Geschosslänge, also will man das möglichst kurz halten.
...
Als ideales Material für eine möglichst hohe Geschwindigkeit hat sich dabei übrigens nicht Wolfram, sondern Aluminium erwiesen, da dies zwar einen niedrigeren Schmelzpunkt, aber eine höhere spezifische Wärmekapazität besitzt.

Aha, es gibt also auch bei coil guns das ballistische Dilemma - die aufrecht stehende Scheibe ist innenballistisch (also im Lauf) am Günstigsten; im Vakuum entfällt zwar die Außenballistik, aber zielballistisch ist eine aufrecht stehende, dünne Scheibe geradezu absurd ungeeignet, wenn es um Durchschlagsleistung geht.

Und vergleichsweise leichtes Material wie Aluminium ist da natürlich auch nicht so der Bringer.

Da müsste man noch was dran machen...

Wie gesagt, mir ging es soweit um Raumschiffbewaffnung. Wollte man das nun auf Sturmgewehrgröße runterskalieren, wäre halt die Frage, welche Auswirkungen derart starke Magnetfelder auf den Schützen haben. Selbst wenn sie ihn nicht direkt beeinträchtigen, wäre es suboptimal, wenn er sich nicht in die Nähe von ferromagnetischen Gegenständen bewegen darf. Da müsste der Feind dann nur großzügig eiserne Nägel über das Schlachtfeld verteilen, und schon verliert man die Lust am Gaussgewehr.

Da braucht der Feind keine eisernen Nägel streuen; mehr als genug Ausrüstung kann nicht ohne ferromagnetisches Material hergestellt werden - zumindest nicht in gleicher Leistungsfähigkeit.

Und man hat ja auch mehr als genug Elektronik am Mann, die man sich eigentlich nicht grillen will...

Zu den Auswirkungen direkt auf den Schützen:
Zitat von: Wikipedia

Werden 3 Tesla überschritten, können die Probanden nur sehr langsam in den Magneten gefahren werden, da es infolge der entstehenden Wirbelströme im Gehirn sonst zu Schwindel und Übelkeit kommen kann.

 :o ;D :gasmaskerly:


Daraus ergibt sich ein Temperaturanstieg um nur 6 Kelvin, eine kinetische Energie von 225J bei einer beachtlichen Mündungsgeschwindigkeit von 1500m/s.

225J - das ist ja fast gar nichts, insbesondere für ein ring- oder scheibenförmiges, leichtes und derart schnelles Geschoss, das sich an harten Zielen dann nur mehr oder weniger sehenswert selbst zerlegen und keine großartigen Schäden hinterlassen dürfte.


Ich fasse also zusammen:
Wir haben momentan ein Gewehr, das unsere Elektronik grillt, Teile der Ausrüstung herumbeschleunigt, dem Schützen die Sinne benebelt und dabei gerade mal so viel Mündungsenergie erreicht wie knackig geladene .22 lfB, und das auch gleich noch mit zielballistisch recht ungünstig geformten Geschossen.

Dafür muss man dann auch nur 80 cm lange Rohre rummanövrieren...

Wenn das alles so hin kommt, dürfte das Ding wohl irgendwo in der Waffenkammer vor sich hin oxidieren, sofern sich die Buben aussuchen können, was sie mit raus nehmen  ;)

Kannst du / magst du noch grob etwas zur entstehenden Abwärme an der Waffe und Gewicht und Volumen der nötigen Energieversorgung sagen?
Mir schwant da Übles  ;D


Und abschließend: Was spricht der Feuersänger denn zum Thema Leichtgaskanonen?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 23.12.2010 | 20:32
Ah ja. Jetzt noch mal auf deutsch.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 23.12.2010 | 20:36
Die Infanterieversion bringt massenhaft nachteile und dabei nur soviel Energie ins Ziel wie Munition die zur Ratten und Eichhörnchenbekämpfung taugt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 23.12.2010 | 20:48
Soweit war ich schon. Die Frage ist mehr, warum das Prinzip für eine Bordkanone gut ist, für eine Infanteriewaffe aber nichts bringt. Liegt das am Vakuum oder an den umsetzbaren Größendimensionen?
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 23.12.2010 | 20:55
So weit ich das verstanden habe (und ich könnte mich irren) dass es eben sich nicht gut runterskalieren lässt. In der Schiffsversion hat man gut zweieinhalb moderne 155mm artilleriegranaten an Energiestärke die man ins Ziel bringt, das ist ordentlich für die größe und wenn Energie selbst kein großes Problem ist auch sehr brauchbar aber wie gezeigt bekommt man beim kleineren Model nicht genug heraus um mit modernen Infanteriewaffen mithalten zu können.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 23.12.2010 | 20:57
Was die Frage aufwirft, ab welcher Mindestgröße sich die Technologie lohnt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Christoph am 23.12.2010 | 21:15
Die Frage lautet "Ab welcher Mindestpanzerung ?".
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 23.12.2010 | 21:36
Okay, der Reihe nach.

Erstmal danke für die Korrektur bzgl 120mm Kanone; das kommt davon, wenn man sich im fortgeschrittenen Alter auf sein Gedächtnis verlässt, anstatt selber nachzuschauen. :/

Zitat
Kannst du / magst du noch grob etwas zur entstehenden Abwärme an der Waffe und Gewicht und Volumen der nötigen Energieversorgung sagen?
Mir schwant da Übles

Also,  was die Abwärme angeht, das ist zumindest von den theoretischen Limits her gar nicht so schlecht! Wie oben schon beschrieben, sind da Wirkungsgrade über 90% erreichbar, mit Supraleitern vielleicht sogar 98-99%, jeweils "ab Steckdose". Also um Größenordnungen besser als eine normale chemische Feuerwaffe, die aufgrund von Reibung und nicht ausgenutztem Gasdruck nur auf etwa 35% kommt.

Für Infanteriewaffen wäre natürlich die Energieversorgung ein Problem, denn wie wir ja alle wissen: elektrischer Strom lässt sich ganz schlecht speichern. Als zusätzliche Schwierigkeit muss der Strom ja in schneller Folge schlagartig freigesetzt werden, man braucht also Kondensatoren.
Die einzige halbwegs erfolgversprechende Methode, die ich mir vorstellen kann, wäre mittels Radionuklidbatterie. Dürfte sich eigentlich ganz gut miniaturisieren lassen. Problem ist hier wieder der ziemlich bescheidene elektrische Wirkungsgrad von 3-8%. Es kommt zwar genug Strom dabei rum, aber halt eben noch mehr Abwärme. Und dass die Dinger radioaktiv sind, versteht sich von selbst, mit allen zugehörigen Folgeproblemen. Strahlenschutz wiegt wieder ne Menge.

Das zieht dann natürlich wieder den Gesamtwirkungsgrad in den Keller, denn ~95% "ab Steckdose" sind halt dann doch wieder nur ~7% insgesamt, wenn deine Stromquelle nur mit ~8% Effizienz arbeitet.

Soweit war ich schon. Die Frage ist mehr, warum das Prinzip für eine Bordkanone gut ist, für eine Infanteriewaffe aber nichts bringt. Liegt das am Vakuum oder an den umsetzbaren Größendimensionen?

Ja, sowohl auch. Also das ist so: im Weltraumkampf hat man es ja schnell mit viel größeren Distanzen zu tun. Darum sind möglichst schnelle Geschosse wichtig (wenn aus irgendwelchen Gründen Laser nicht interessant sind). Und da bieten Coilguns das größte Potential. (Railguns prinzipiell auch, aber die arbeiten nach einem anderen Prinzip und haben ganz andere, meiner Meinung nach schwerwiegendere Probleme, z.B. Reibung und Verschleiss.)
Im atmosphärischen Einsatz hingegen bringen zu hohe Mündungsgeschwindigkeiten nichts, weil das Geschoss sonst schon im Flug verdampft wie eine Sternschnuppe. Also, wesentlich über 3km/s braucht man nicht versuchen.

Zweitens ist beim raumschiffgestützten Einsatz die Baugröße nicht so wichtig. Wenn es sein muss, macht man das Rohr halt meinetwegen 50 Meter lang. Infanteriewaffen hingegen sind qua Definition in ihrer Größe beschränkt; da wäre schon 1 Meter Rohrlänge grenzwertig, aber mehr als das kommt einfach nicht in Frage.

Drittens kommt es ja im Vakuum nicht so auf die Projektilform an. Bei den erreichbaren Geschwindigkeiten von ~15km/s verdampft das Geschoss beim Aufprall zu Plasma und verursacht dadurch eine kleine Explosion - diese kann zwar z.B. durch Whipple-Schilde abgefangen werden, aber in Kombination mit den genannten Kadenzen von mehreren hundert Schuss pro Sekunde ist von dem Schild bald nichts mehr übrig.

Viertens eben wie gesagt die Sache mit dem Magnetfeld. Als Bordwaffe eines Raumschiffes, das womöglich sowieso mit Supraleitern und starken Magnetfeldern arbeitet, um den Antriebsstrahl zu beherrschen, kann man da mit ganz anderen Feldstärken hantieren. Prinzipiell kann man sogar lange Darts verschießen, die im Ziel _erst_ die Hülle durchschlagen und _dann_ verdampfen, wie eine 120mm Panzerkanone -- wenn man nur das Magnetfeld stark genug machen kann, muss dafür nichtmal das Rohr so unhandlich lang werden.

--

Zu Leichtgaskanonen kann ich im Moment noch nicht viel sagen. Das Prinzip erscheint mir relativ komplex; da eine militärische Schnellfeuerwaffe draus zu machen dürfte nicht ganz leicht sein. Am Ende stünde man wahrscheinlich wieder mit großen, schweren Kartuschen da, die Treibladung, Treibgas, Treibspiegel und Treibgeschoss [;)] kombinieren.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 23.12.2010 | 21:44
Ausgezeichnet. So verstehe ich das auch. ;)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 23.12.2010 | 22:41
Die Frage lautet "Ab welcher Mindestpanzerung ?".

Nein - das ist ja gerade der Witz daran, dass Feuersänger (hoffentlich korrekt  :)) festgestellt hat, dass das Ganze in infanteristisch geeignetem Maßstab noch nicht mal ordentlich Durchschlagsleistung zum Ausgleich für all die Nachteile auf die Bühne bringt, weil entweder die Rohre viel zu lang sein müssen oder wir mit schlicht utopischen Feldstärken jonglieren müssten - die man ja auch erst einmal zustande bringen müsste (mit allem, was da dann wieder dranhängt).



Und auch coil guns entwickeln Rückstoß und Hitze...insbesondere dann, wenn dabei auch ordentlich was rumkommen soll.

Das muss der Infanterist auch irgendwie abgearbeitet bekommen - bei Großgerät wie (Raum)Schiffen hat man da ja ganz andere Möglichkeiten.

Wenn der kleine Stoppelhopser zu seiner coil gun noch eine Feldlafette und Kühlungsmöglichkeiten rumschleppen muss (oder das Ding gleich ein counter-mass- und ein Kühlsystem integriert bekommt und dadurch entsprechend unhandlich wird), sind wir ganz schnell weg von der massentauglichen Standardwaffe und bewegen uns im Bereich spezialisierter schwerer Waffen
(und auch da nehme ich schwer an, dass wir uns mit Rohrlängen von 2-3 m noch nicht in einem Bereich bewegen, wo das Ding mit vergleichbaren existierenden Waffensystemen mithalten kann).


Es hat ja schon Gründe, warum Infanteristen heutzutage auf Raketen zurückgreifen, wenn es um Durchschlagsleistung insbesondere gegen Großgerät geht.

Mit Projektilwaffen ist da einfach recht früh der Punkt erreicht, wo das Ganze zu unhandlich und insgesamt einfach unpraktikabel wird - unabhängig davon, ob nun Waffen mit klassischen Treibladungen oder coil guns verwendet werden.

In der Atmosphäre ist, wie Feuersänger gerade angemerkt hat, ja auch irgendwann einfach Schluss mit noch mehr V0 - dann machts *fizz* und das Projektil löst sich in Wohlgefallen auf.
Aber so weit kommt man wohl nicht, weil Rückstoß und Hitze viel früher unüberwindbare Probleme werden.

Für Infanteriewaffen wäre natürlich die Energieversorgung ein Problem, denn wie wir ja alle wissen: elektrischer Strom lässt sich ganz schlecht speichern. Als zusätzliche Schwierigkeit muss der Strom ja in schneller Folge schlagartig freigesetzt werden, man braucht also Kondensatoren.
Die einzige halbwegs erfolgversprechende Methode, die ich mir vorstellen kann, wäre mittels Radionuklidbatterie. Dürfte sich eigentlich ganz gut miniaturisieren lassen. Problem ist hier wieder der ziemlich bescheidene elektrische Wirkungsgrad von 3-8%. Es kommt zwar genug Strom dabei rum, aber halt eben noch mehr Abwärme. Und dass die Dinger radioaktiv sind, versteht sich von selbst, mit allen zugehörigen Folgeproblemen. Strahlenschutz wiegt wieder ne Menge.

Hm...Radionuklidbatterien laufen ja permanent und sind daher immer warm/heiß - das könnte man ja aber noch recht bequem abschirmen, weil da keine plötzlichen Spitzenwerte auftreten, sondern immer die gleiche Abwärme produziert wird
(Da nimmt man das Ding doch auch viel lieber mit in den Schlafsack als so einen arschkalten Metall- und Plastikstock. Scheiß auf Krebs in 10 Jahren, Hauptsache jetzt warm ;D).


Aber da fällt mir noch was Anderes ein:
Wie schnell können denn Radionuklidbatterien Strom bereitstellen bzw. andersrum, wie viel Strom produzieren die gängigsten (Plutonium-238?) in Zeitspanne X?
Wenige Sekundenbruchteile Verzögerungszeit, bis nach der Kondensatorentladung wieder Feuerbereitschaft hergestellt ist, sind ja bereits relevant, u.A. für die erreichbare Kadenz, und einige Sekunden Ladezeit machen die Waffe bereits ziemlich unbrauchbar.

Wenn sich das überhaupt in dem Bereich bewegt - ich weiß es zwar nicht genau, aber ich hab da schwer die Vermutung, dass Radionuklidbatterien dafür recht schlecht geeignet sind.

In kürzestmöglicher Zeit relativ viel Strom bereitzustellen, klingt so gar nicht nach RNB  :-\


Als Bordwaffe eines Raumschiffes, das womöglich sowieso mit Supraleitern und starken Magnetfeldern arbeitet, um den Antriebsstrahl zu beherrschen, kann man da mit ganz anderen Feldstärken hantieren.

Die wohl auch irgendwann Probleme im Schiff verursachen werden...gibts dazu Schätzungen/Theorien?

Zu Leichtgaskanonen kann ich im Moment noch nicht viel sagen. Das Prinzip erscheint mir relativ komplex; da eine militärische Schnellfeuerwaffe draus zu machen dürfte nicht ganz leicht sein.
War auch eher als Alternative zur coil gun für relativ langsam schießende Waffen gedacht, insbesondere (Schiffs-)Artillerie.

Hohe Kadenzen (ich sag mal dreistellig aufwärts) werden sich da wahrscheinlich nicht erreichen lassen, nein.

Für den "Hochleistungsbereich" im Weltraumeinsatz ist das ohnehin wieder nichts, weil die erreichbaren Maximalgeschwindigkeiten aufgrund von Materialverschleiss im Schuss eher theoretisch bleiben.


Und für Raumschiffe wärs ja auch ärgerlich, wenn man nicht mit dem ganzen Strom auf die Kacke hauen kann, den der Reaktor so ausspuckt - da will man dann eh keine Leichtgaskanonen  ;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 23.12.2010 | 23:57
re Radionuklidbatterie:
großes Problem ist natürlich, dass man hier einen möglichst hohen Wärmegradienten braucht. Man kann also die Hitze nicht beliebig abschirmen, weil die RNB nicht mehr funktioniert, wenn sie ihre Abwärme nicht abstrahlen kann. Wenn sie sie aber abstrahlt, ist man ein gefundenes Fressen für jede Art von Wärmebildgerät, Hitzesuchraketen etc.

Wieviel Strom die bereitstellen, hält extrem vom verwendeten Isotop ab. Üblicherweise umso mehr Strom, je geringer die Halbwertszeit ist. Heisst also, wenn du z.B. 242 Curium nimmst - das stärkste Isotop, das die WP zu bieten hat - hast du bei ner frischen RNB satte 120W/g, aber Halbwertszeit ca. 5 Monate, d.h. nach dieser Zeit nur noch 60W/g.

Dürfte aber trotzdem reichlich sein. Stell dir eine RNB mit 500g Brennstoff vor, das gibt also selbst nach einer Halbwertszeit noch 30kW. Heisst also - ohne das jetzt im Detail durchzurechnen - wenn wir den einzelnen Schuss auf 1000 Joule aufpumpen, sind da 30-60 Schuss pro Sekunde (!) drin.

Rückstoß: ist nicht so tragisch, weil ja die Projektile meist viel leichter sind. Vergleiche 5,56 Nato - da hat ein längerer (ca 1s) Feuerstoß mit 10 Schuss insgesamt 40N Rückstoß. Eine Coilgun mit 1g schweren Projektilen, 1400m/s V0 und 30kW RNB rotzt in derselben Sekunde eben 28 Schuss raus, und kommt dabei auf etwa denselben Rückstoß.
Schönheitsfehler: um diese Leistung in einen Sturmgewehrrahmen zu packen, brauchen wir kleine 15 Tesla Feldstärke. oÔ

Zitat
Die wohl auch irgendwann Probleme im Schiff verursachen werden...gibts dazu Schätzungen/Theorien?

Nein, keine Ahnung. Da wird auch in der Hard-SF-Ecke relativ viel "durchgewunken", solang man sich Mühe gibt, die Teslas so niedrig wie möglich anzusetzen. Aber da kann man ja auch viele Probleme umgehen, indem man mit amagnetischen Materialien arbeitet, zum Beispiel DLC oder dergleichen.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Eulenspiegel am 24.12.2010 | 01:35
Die wohl auch irgendwann Probleme im Schiff verursachen werden...gibts dazu Schätzungen/Theorien?
Wenn man die Bordwaffen hauptsächlich außen befestigt und das Rohr evtl. ausfährt, kann das Innere des Schiffes durch einen Faradayschen Käfig geschützt sein. (Sprich, man verwendet eine leitende Außenhaut, die zwischen Waffe und Schiffsinnerem ist.)
Wenn man dafür irgendein supraleitendens Material verwendet, erhitzt sich der Faradaysche Käfig auch nicht so sehr. (Normale Faradaysche Käfige würden sich ziemlich schnell erhitzen, wenn man mit sehr großen und schnell wechselnden elektromagnetischen Feldern hantiert.)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Funktionalist am 24.12.2010 | 12:28
So eine Coilgun könnte doch ganz gut unter Wasser funktionieren, oder?

Kühlmittel sind en masse vorhanden und die Scheibenform könnte einen Stab (damit das Geschoss Masse bekommt) in der superkavitationsblase hinter sich herziehen und die hohe Kadenz hält das Rohr wasserfrei.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 24.12.2010 | 13:05
Wie wird die Superkavitätsblase erzeugt? Allein durch die Hitze des Geschosses ohne das selbiges Wasserkontakt hat? Ich bezweifle dass man damit eine brauchbare Blase hinbekommt die ein stabiles, bei Wasserkontakt ist eine recht spezifische Form nötig um die passende Blase zu erzeugen, diese ist auch nicht vollkommen Reibungsfrei aber reibungsärmer und steigt nur Linear zum Geschwindigkeitszuwachs. Wobei diese Leute (http://www.navsea.navy.mil/nuwc/default.aspx) mit konventioneller Waffentechnick und einer passenden Geschossform 1997 auch schon 1.5km/s unter wasser geschafft hat... wenn auch nur für eine recht überschaubare Strecke. Ein flacher Ring ist allerdings innerhalb eines Gases oder einer Flüssigkeit keine wirklich stabile fliegende Form.

Ob es dem Lauf so gut tut wenn im ständig Kavitationsblasen explodieren ist auch eine interessante Frage, zumindest wenn man aufhört zu feuern ist dies ja umumgänglich.

Ich wil das nicht kaputtreden, dass sind nur ein paar Punkte die mir einfallen, vieleicht habt ihr ja schon was passendes an Lösungen im Kopf.  :)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Funktionalist am 24.12.2010 | 13:19
Die Blase wird schon durch die Geschossform erzeugt und soweit ich mich erinnere, hatten die Geschosse immer eine T-Form.

Der Lauf müsste vor jeder Salve natürlich erst wieder geleert/evakuiert? werden. Dafür könte man ja einfach ein spezielles Projektil nehmen, das langsamer beschleunigt wird und im Wasser sofort zur Seite trudelt.

ist ja nur eine Idee. ;)
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: MadMalik am 24.12.2010 | 13:31
Sie haben eine flachere Nase sind danach aber meist konisch, jedenfalls die welche ich bisher gesehen habe. Bei einer T-Form würde die Blase wahrscheinlich gleich hinter der Nase wieder explosionsartig kolabieren. Und das Problem sehe ich nicht darin die Läufe zu leeren, das kann man notfalls auch mit Pressluft sondern wenn das Geschoss den lauf verlässt zu verhindern das die Blase explodiert und dadurch den Lauf beschädigt. Bei Schiffsschrauben minimiert man dieses Problem mit den passenden Formen, der Lauf ist allerdings technisch nicht in der Lage seine Grundform diesem Problem anzupassen. Wobei ich auch nicht weiss welchen Kräften der Lauf selbst eh standhalten muss und daher das Problem sich nicht vieleicht einfach mit simplen Laufwechsel nach der Mission beheben lässt.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 24.12.2010 | 13:46
Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass Coilguns besonders gut für den Unterwasserbetrieb geeignet sind. Eben aus den genannten Gründen, dass man das Rohr wasserfrei haben muss und so weiter. Auch mit Kavitationsblase ist man meines Erachtens auf maximal die Schallgeschwindigkeit im Wasser beschränkt (eben knapp 1,5km/s), weil sich die Blase nicht überschallschnell ausbreiten kann. Und ohne Blase macht einem der Widerstand des Wassers alles kaputt.

Also kurz und gut würde ich verallgemeinern: je dichter das Medium, desto mehr spricht für raketenartige Geschosse, die vergleichsweise langsam beschleunigen und ihren Antrieb selber dabeihaben.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 24.12.2010 | 15:26
re Radionuklidbatterie:
großes Problem ist natürlich, dass man hier einen möglichst hohen Wärmegradienten braucht. Man kann also die Hitze nicht beliebig abschirmen, weil die RNB nicht mehr funktioniert, wenn sie ihre Abwärme nicht abstrahlen kann. Wenn sie sie aber abstrahlt, ist man ein gefundenes Fressen für jede Art von Wärmebildgerät, Hitzesuchraketen etc.
Dann hieße "Klar zum Gefecht" mit RNB-coil guns eben Abdeckung auf und erste Ladung auf die Kondensatoren  :)


Vor Wärmebildgeräten kann man sich bei "ungeschützter" direkter Sichtlinie auf den eigenen Körper sowieso nicht großartig verbergen - und wenn geeignete Tarnmittel zur Verfügung stehen, tarnen die auch die RNB-Abwärme ab, solange das Ding die Umgebung nicht zu sehr aufheizt. Andererseits: Es muss ja nur "laufen" bzw. nicht abgeschirmt sein, wenn auch (demnächst) geschossen wird, dann ist Tarnung ohnehin zweitrangig, weil nicht 100% machbar.

Über praxistaugliche hitzesuchende Raketen im Infanteriemaßstab mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist  ;D

Wenn die vom Esbitkocher bis zur RNB alles auffassen (können), kann man sich da vor sauteuren (in vielerlei Hinsicht) Fehlschüssen ja gar nicht mehr retten  ;)

Wieviel Strom die bereitstellen, hält extrem vom verwendeten Isotop ab. Üblicherweise umso mehr Strom, je geringer die Halbwertszeit ist. Heisst also, wenn du z.B. 242 Curium nimmst - das stärkste Isotop, das die WP zu bieten hat - hast du bei ner frischen RNB satte 120W/g, aber Halbwertszeit ca. 5 Monate, d.h. nach dieser Zeit nur noch 60W/g.

Und 242 Curium ist abartig selten und teuer...das ist für Sturmgewehrbatterien absolut utopisch, genau wie 210 Polonium mit (lt. Wiki) einer Weltjahresproduktion von 100 g  :o ;D
Die geringen Halbwertszeiten machen das nicht besser, auch im Hinblick auf militärische Logistik/Vorratshaltung - da ist ein halbes Jahr ja gar nichts.

Die anderen im WP-Artikel genannten Isotope haben deutlich geringere Leistungen, teils so gering, dass das Ganze wirklich sinnlos wird, und/oder sie sind schwer abzuschirmen.

Praxistauglich ist das also jeweils aufgrund von Preis/Verfügbarkeit oder Leistung nicht.

Dürfte aber trotzdem reichlich sein. Stell dir eine RNB mit 500g Brennstoff vor, das gibt also selbst nach einer Halbwertszeit noch 30kW. Heisst also - ohne das jetzt im Detail durchzurechnen - wenn wir den einzelnen Schuss auf 1000 Joule aufpumpen, sind da 30-60 Schuss pro Sekunde (!) drin.

Da gehen doch noch irgendwo ca. 92% Verlust ab wtf?

Dann sind wir wieder so weit, wie konventionelle Munition schon lange ist, und das mit viel weniger zugehöriger Abwärme.


Und umgekehrt: Wenn wir mit unserer Leistung wesentlich über konventionelle Munition hinausgehen, wird die Abwärme ein enormes Problem.
Die Batterie ständig abzuschirmen und wieder freizulegen, wird ja im laufenden Gefecht eher nicht praxisnah möglich sein, und das bedeutet, dass die ihre volle zugehörige Abwärme für die jeweils spezifizierte Feuerkraft kontinuierlich in die Weltgeschichte föhnt, auch wenn nicht geschossen wird.

Das wird ziemlich schnell ziemlich scheiße...

Rückstoß: ist nicht so tragisch, weil ja die Projektile meist viel leichter sind. Vergleiche 5,56 Nato - da hat ein längerer (ca 1s) Feuerstoß mit 10 Schuss insgesamt 40N Rückstoß. Eine Coilgun mit 1g schweren Projektilen, 1400m/s V0 und 30kW RNB rotzt in derselben Sekunde eben 28 Schuss raus, und kommt dabei auf etwa denselben Rückstoß.
Schönheitsfehler: um diese Leistung in einen Sturmgewehrrahmen zu packen, brauchen wir kleine 15 Tesla Feldstärke. oÔ

Selbst wenn wir die 15 Tesla aus dem Ärmel schütteln und praxistauglich beherrschen könnten:

Zu leichte Projektile sind nichts - irgendwo muss ja auch noch ein bisschen Schmackes (techn. Fachbegriff  ~;D) herkommen.

Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Feuersänger am 24.12.2010 | 17:19
RNB:
In einem SF-Setting mit leicht verfügbaren Supraleitern usw kannst du evtl auch solche heute seltenen Elemente vergleichsweise billig herstellen oder zur Not auf anderen Planeten abbauen.
Aber egal. Die Betastrahler kannst gleich ganz vergessen, und die anderen Alphastrahler sind leistungstechnisch uninteressant.

Aber: die 92% Verlustleistung _sind_ da schon abgerechnet. Das heisst, auf 30kW elektrische Leistung fallen, richtig, über 330kW Wärme an. Das vergleiche man jetzt mal mit einem Porsche... kurz, die RNB wird wirklich _verdammt_ heiss und braucht bestimmt einen extra Kühlkreislauf.
Das Poloniumisotop kannst du aufgrund des niedrigen Schmelzpunktes aus demselben Grund komplett vergessen.

Also wie du schon sagst: man macht sich unnötig einen Haufen Ärger, den man mit "Gasgewehren" einfach nicht hat.

Aber nochmal zu Coilguns im Allgemeinen, ich hab da nämlich grad wieder was gelernt:

meine vorherige Berechnung, die die Wärmekapazität des Projektils voll ausschöpft, ist leider hinfällig.
Für die angestrebten Wirkungsgrade von >99% muss nämlich das Projektil _selbst_ ein Supra- oder mindestens Hyperleiter sein. Das heisst, das Projektil bzw. der Konduktor darf nur bis wenige Kelvin über dem absoluten Nullpunkt aufgeheizt werden. Aluminium 1,5K, das ist ein kompletter Witz, etwas rosiger schaut es mit Späén wie MgB2 aus, supraleitend bis ca. 39K.
Lichtblick 1: es ist gar nicht gesagt, dass die Hälfte der Abwärme ins Projektil geht. Es wird auch der Rest der Kanone erwärmt. Nun weiss keiner so genau, wieviel nun wirklich im Projektil landet, aber solange dieses supraleitend bleibt, dürfte das sogar machbar sein.
Also etwa: wenn der Wirkungsgrad 99% ist, von von dem 1% Verlustleistung wiederum nur 1% ins Projektil geht, geht da was auch ohne nennenswerte Erwärmung des Projektils.

Lichtblick 2: anscheinend ist es gar nicht so schwer, eine effektive Abschirmung zu realisieren; die Rede war sogar von einem langen Wolfram-Penetrator, der abgeschirmt und von einem supraleitenden Konduktur umgeben werden könnte. So würde das natürlich viel mehr Laune machen.

So, jetzt muss ich los, Fest der Liebe und so.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: YY am 24.12.2010 | 17:26
Aber: die 92% Verlustleistung _sind_ da schon abgerechnet.

Ahso...ich hatte die Wiki-Tabelle so verstanden, dass die Leistungsdichte die insgesamt abgegebene Energie ist - aber macht nix, wir haben ja beide Fälle behandelt  :)

Lichtblick 2: anscheinend ist es gar nicht so schwer, eine effektive Abschirmung zu realisieren; die Rede war sogar von einem langen Wolfram-Penetrator, der abgeschirmt und von einem supraleitenden Konduktur umgeben werden könnte. So würde das natürlich viel mehr Laune machen.
Ja, Wolframpfeile klingen doch gleich viel besser als Aluminiumscheiben  ;D
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: Voronesh am 25.12.2010 | 22:39
Naja, Fakt ist nunmal, das Krieg in den meisten Fällen keine Lösung ist und es sehr, sehr selten in den lezten paar Jahrhunderten erfolgreiche Angriffskriege gab, die sich auch nachhaltig ausgezahlt haben - bestenfalls im kolonialen Zeitalter, und auch da fast nur für England und nur mit verbündeten Truppen aus den Kolonialgebieten. Selbst die USA, die zwei Kriege fast spielend gewonnen hat, schafft es nicht, ihre Siege dauerhaft abzusichern.

Farbe durch mich.

Das ist gerade der Knackpunkt bei Heinlein. Krieg IST eine Lösung. Damit ist jedoch nichts über deren Qualität gesagt worden. Sich jedoch völlig dagegen zu verschließen, führt eben zu der Problematik Chamberlains. Es geht nicht darum selbst einen Angriffskrieg zu führen, der nicht unbedingt etwas bringt, sondern darum, die Möglichkeit eines gegnerischen Angriffs in Betracht zu ziehen.

Im Studium wurde uns immer um die Ohren gehauen: Gehen sie nicht davon aus, dass der Patient irgendetwas weiß/kennt.

Analog dazu in der Politik: Man sollte nicht Krieg als Null-Lösung betrachten, da der "andere" Staat da vielleicht anders denken würde.

Reales Beispiel Israel. Die beweisen fortdauernd, dass Krieg eine Lösung ist. Eine sehr kurzfristige und meiner Meinung nach subobtimale. DIe Lösung muss ja nicht immer für 1000 Jahre sein.

Wird auch permanent in der Wirtschaft unter Beweis gestellt. Da wird gerne Raubbau betrieben, aber keiner denkt an die Folgen 20 Jahre später. Nur ist Raubbau eine Möglichkeit zur Erschließung natürlicher Ressourcen. Keine Gute.
Titel: Re: SF-Waffen: Erwartungshaltung und Vorstellungen
Beitrag von: ErikErikson am 25.12.2010 | 22:41
Krieg ist übrigens häufig eine recht gute Lösung gewesen (für manche leute). Vereinigung Chinas, Eroberung amerikas, Eroberung Südamerikas, Eroberung des 3. reiches.