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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Orkpack am 29.04.2011 | 08:53

Titel: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 08:53
Hi,
ich möchte mal versuchen ein heisses eisen anzufassen.
Ich persönlich bin ja ein Großer Fan vom Rollenspilen, weil Rollenspiel meiner meinung nach, vor allem auch asudruck von der sehnsucht der Menschen nach einer begenung mit der Fremden Krestur ist.
Also eigentlich etwas sehr positives. Nämlich Neugier und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Fremden.
Jetzt hatte ich zuletzt eine intressante Diskussion mit einem Soziologie Studenten der mir sagte das der ansatz viele Systheme, nämlich das Eigenschaften von der Rasse abhänge, Rasistische überlegungen verstärken oder bestätigen könnten.
Also wenn Bspw ein Nord-Mensch Intelligenz 14 hat.....ein Süd-Mensch aber Nur Intelligenz 11.....als vorgabe des Rollenspiel Systhems, dann ist das doch eigentlich auch nicht OK, oder? Also ich find schon sowas sollte man nicht machen. Denn es ist ja echt bewiesen das der Genetische Brude (also der der dir am Genetisch, DNS mässig, änlichten ist) der kann deine Afrikaner aus dem Kongo sein und muss nicht aus der gleichen gened wie du etspringen. Was meit Ihr?
Eigentlich dürten also Werte wie intelligenz gar nicht von der Rasse abhängig sein....herkunft wäre schon was anders.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Odium am 29.04.2011 | 09:10
Ich spiel ja nur grobkörnige Systeme, in denen Menschen einfach immer gleich sind, egal woher sie kommen.

Und bei anderen Spezies: Jep, da darf man Rassistisch sein :D

Generell:
Wieso sollte es die Intelligenz eines Menschen bestimmen, wo er herkommt?
Es gibt in jeder Gegend der Welt schlaue Leute und Vollpfosten^^
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:13
@Odium
LOL. Du hast völlig recht :-)
Man könnte vielleicht (wenn man ganz großzügig ist) argumentieren in der gegend sind die voraussetzung (Bildung usw) günstiger als in anderen gegenden (Bspw weit verbeiteter aberglaube? schlechte ernärung?).
Aber dein Ansatz...sind alle gleich gefällt mir besser.
Und das Orks dümmer Wie Menschen sind ..... ok.....wobei ich denk ja es ist umgekert ;-)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Ludovico am 29.04.2011 | 09:21
Es sind Spiele und wer sich von Spielen und Fantasy-Rassen und -Nationalitäten (Die Nord-Barbaren aus Donnerbalken haben eine geringere Intelligenz als das zivilisierte Volk der südlich wohnenden Latriner) beeinflussen läßt und darauf Rückschlüsse auf die Realität zieht, sollte grundsätzlich die Finger von RPGs lassen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 09:24
Ich habe einige Mühe mit dem Eingangspost, weil er grammatikalisch etwas zerfasert, von daher weiß ich nicht so recht, was Du mit dem Kongolesen sagen wolltest.

Aber: Ich finde, dass man zu Spielzwecken solche "Rassenmerkmale" innerhalb einer Spielwelt festlegen darf. Wichtig ist, denke ich, nur, dass man sich dessen, was der Soz-Student sehr richtig anmerkte, bewusst ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:25
@Ludovico
Sag das mal dem Sarazin ;-)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:26
Ich habe einige Mühe mit dem Eingangspost, weil er grammatikalisch etwas zerfasert, von daher weiß ich nicht so recht, was Du mit dem Kongolesen sagen wolltest.

Aber: Ich finde, dass man zu Spielzwecken solche "Rassenmerkmale" innerhalb einer Spielwelt festlegen darf. Wichtig ist, denke ich, nur, dass man sich dessen, was der Soz-Student sehr richtig anmerkte, bewusst ist.
Sorry bin Legasteniker....was nicht gleich blöd bedeutet ;-)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 29.04.2011 | 09:29
Wichtig ist, denke ich, nur, dass man sich dessen, was der Soz-Student sehr richtig anmerkte, bewusst ist.

Interessant, würdest du sagen dass das Spielen eines Barbaren dann auch die Gewaltbereitschaft verstärkt? Für mich klang die Argumentation alles andere als "sehr richtig" um ehrlich zu sein.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Captain am 29.04.2011 | 09:33
Rassismus ist genau wie Vourteile im Rollenspiel vor allem eines: Klischee
In den Spielwerten muß sich das mMn nicht unbedingt ausdrücken, kann aber (will sagen, ist mir egal). Aber in der Interaktion auf spielerischer Ebene möcht ich das nicht missen. Wenn der Zwerg und der Elf sich nicht gegenseitig anpissen fehlt irgendwie was.

Ein Realweltbezug hat da aber nix verloren. Vorurteile aus dem Spiel gehören nirgends anders hin als dort.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:34
Interessant, würdest du sagen dass das Spielen eines Barbaren dann auch die Gewaltbereitschaft verstärkt? Für mich klang die Argumentation alles andere als "sehr richtig" um ehrlich zu sein.
Bewiesen ist das Menschen die Gewalt erleben wieder zur gewalt neigen....also was meinst du?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Ludovico am 29.04.2011 | 09:35
@Ludovico
Sag das mal dem Sarazin ;-)

Hat der jemals ein RPG in der Hand gehalten?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:37
Rassismus ist genau wie Vourteile im Rollenspiel vor allem eines: Klischee
In den Spielwerten muß sich das mMn nicht unbedingt ausdrücken, kann aber (will sagen, ist mir egal). Aber in der Interaktion auf spielerischer Ebene möcht ich das nicht missen. Wenn der Zwerg und der Elf sich nicht gegenseitig anpissen fehlt irgendwie was.

Ein Realweltbezug hat da aber nix verloren. Vorurteile aus dem Spiel gehören nirgends anders hin als dort.
Find ich gut!
Und deshalb ist es auch wichtig das mal zu dikutieren!

Edit: Man sollte dabei aber immer nur so weit gehen wie es dem anderen spieler auch noch gefällt ;-)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 29.04.2011 | 09:40
Bewiesen ist das Menschen die Gewalt erleben wieder zur gewalt neigen....also was meinst du?

Ist es das? Du hast in deinem Eingangspost bereits geschrieben, dass die Theorie dieses "genetischen Bruders" bewiesen ist, woher nimmst du diese Beweise denn?

Ich meine, dass ein solches Argument "Rassenmerkmale in Rollenspielen verstärken rassistische Vorstellungen bei Spielern" auf ziemlich wackeligen Säulen steht. Ich seh da zum Beispiel unter Anderem ein eher reflektierendes Potential, das durch gängige Klischees aufkommt, vor Allem wenn man in einigen System dazu verleitet wird, mit diesen Klischees zu brechen.

Den Vergleich zum Barbaren habe ich aufgeführt, da mir die Behauptung, die persönliche Gewaltbereitschaft verstärkt sich durch das Spielen eines Solchen als ebenso unsinnig erscheint.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:44
Ist es das? Du hast in deinem Eingangspost bereits geschrieben, dass die Theorie dieses "genetischen Bruders" bewiesen ist, woher nimmst du diese Beweise denn?

Ich meine, dass ein solches Argument "Rassenmerkmale in Rollenspielen verstärken rassistische Vorstellungen bei Spielern" auf ziemlich wackeligen Säulen steht. Ich seh da zum Beispiel unter Anderem ein eher reflektierendes Potential, das durch gängige Klischees aufkommt, vor Allem wenn man in einigen System dazu verleitet wird, mit diesen Klischees zu brechen.

Den Vergleich zum Barbaren habe ich aufgeführt, da mir die Behauptung, die persönliche Gewaltbereitschaft verstärkt sich durch das Spielen eines Solchen als ebenso unsinnig erscheint.
Untersuchungen bei Gewalttätern haben ergeben das sie in Ihrer Kindheit fast immer auch Gewalt erfahren haben.
Macht dich das nicht ein bisschen nachdenklich?
Ich glaube übrigens auch nicht das der Barbar dazu füren muss.
Aber gewisse Bilder die ich schon mal im Kino gesehen hab...da bin ich mir nicht mehr ganz so sicher wie du.
Und jeder Mensch reagiert anders.
Und manche Meister beschreiben manche Szenen ja auch unterschiedlich. Nicht umsonst gibt es Altersbeschränkungen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 09:45
Ich vermeide ohnehin den Terminus "Rasse". Zum einen sind damit in der Regel gar keine Rassen in dem Sinne gemeint, sondern eben Arten (Spezies) oder Unterarten, und damit ist es erlaubt, körperliche und geistige Unterschiede daran fest zu machen. Zum anderen handelt es sich immer um sehr weiche Richtwerte, die nur sehr selten überhaupt verbindlich sind.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Dragon am 29.04.2011 | 09:47
Zitat
Bewiesen ist das Menschen die Gewalt erleben wieder zur gewalt neigen....also was meinst du?
Zitat
Untersuchungen bei Gewalttätern haben ergeben das sie in Ihrer Kindheit fast immer auch Gewalt erfahren haben.
und damit hebelst du dich selbst aus. Die Untersuchung geht nämlich auf real erfahrbare Gewalt zurück, wie z.B. das Kind das von seinem Vater immer geschlagen wurde wenn es was falsch gemacht und dann später selbst sein Kind schlägt, weil es keine anderen Handlungsmuster kennt (der berühmte Teufelskreis).
Erlebte Gewalt hat NICHTS mit gespielter Gewalt zu tun. Schauspieler werden auch keine Serienmörder, nur weil sie McBeth spielen ;)

Zitat
Und manche Meister beschreiben manche Szenen ja auch unterschiedlich. Nicht umsonst gibt es Altersbeschränkungen.
Altersbeschränkungen für RPG-Gruppen? Unsere ist ab 18 :d
Nein im Ernst, als SL weiß ich doch ob ich Minderjährige am Tisch sitzen habe und sollte mich darauf einstellen (oder nicht mit ihnen spielen).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 09:54
He Dragon.
Ich hebel mich nicht selbst aus. Mir gehts nämlich nicht darum hier recht zu behalten.
Danke ich hab was dazu gelernt ;-)
Wenn das so ist find ich das schon mal beruhigend.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Dragon am 29.04.2011 | 09:58
So, ich antworte auch noch zum Thema an sich ;)

Also dein Beispiel, dass unterschiedliche Kulturen der gleichen Rasse unterschiedliche Mali bekommen finde ich auch persönlich nicht so gelungen, es sei denn die Boni und Mali sind ebenfalls rein kulturspezifisch (Rasse A bekommt ein + beim Schiffbau, Rasse B bei Architektur oder so).
Ansonsten bin ich dagegen aus unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Rassen zu machen.

Bei Rassen untereinander finde ich das ehrlich gesagt nicht so schlimm. Denn erstens wäre friedefreudeEierkuchen wirklich langweilig, bzw. seeehr Klischeehaft (wir haben uns alle lieb und hauen dem bösen, der auch nicht überzeugbar ist, eins auf die Eumel) und zweitens sollte jeder in der Lage sein Realtität und Spiel auseinander zu halten, oder er hat ein ernsthaftes Problem und sollte schnellstmöglich Hilfe suchen.
Das gleiche Problem hast du aber auch bei Computerspielen und Fernsehen und teilweise sogar bei Büchern/Mangas/Comics, die solche Extremhypes auslösen.
Das Problem liegt nicht im Spiel, solange es noch weit genug von der Realtität entfernt ist, oder klar gestellt wird, dass es sich um eine Fiktion handelt. (Ich mag z.B. keine Rollenspiele die in echt stattgefundenen Kriegen spielen und finde den Film Operation Valkyrie Mist, weil bestimmt viele dumme Menschen das nicht checken)

Zitat
Mir gehts nämlich nicht darum hier recht zu behalten.
Das wollte ich damit auch nicht andeuten, sondern lediglich feststellen, dass sich diese Studien auf real erlebte Gewalt beziehen und nicht auf Fiktion wie in Spielen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 29.04.2011 | 10:04
Rassismus hat nicht viel damit zu tun, Unterschiede festzustellen. Daß Kongolesen dunkelhäutiger sind als Europäer, ist unproblematisch - solange man es nicht mit irgendwelchem Kruscht vermischt, der über kurz oder lang zu einer "Wert-Festlegung" führt. Solange einem die Intelligenz eines anderen an bestimmten, rückwärtig gelegenen Körperteilen vorbeigeht, weil er als wertvoll und ebenbürtig wahrgenommen wird, ist "... ist / sind intelligenter als ..." eine für Rassismus irrelevante Feststellung, sogar völlig unabhängig davon, ob sie zutrifft oder nicht.
Insofern sehe ich keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Festlegungen bezüglich Rassen, Arten o.ä. im Rollenspiel und "Rassismus". Wenn der Ork, der von einem Mitspieler gespielt wird, von den anderen Spielern (sic!) als völlig normales Gruppenmitglied wahrgenommen wird, liegt kein wie auch immer verborgener Rassismus bei ihnen vor.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 29.04.2011 | 10:10
@ Dragon und Merlyn: Zustimmung meinerseits.

@Orkpack
Zitat
Untersuchungen bei Gewalttätern haben ergeben das sie in Ihrer Kindheit fast immer auch Gewalt erfahren haben.
Macht dich das nicht ein bisschen nachdenklich?

Es gibt ziemlich Vieles was mich nachdenklich macht, das gehört weniger dazu, da ich mir dessen schon 'ne ganze Weile bewusst bin und es für mich auch logisch erscheint. Allerdings darf man darin keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit sehen. Du hast es ja selbst gesagt: Menschen sind verschieden. Also ist im Grunde nur erwiesen, dass ein gewisser Zusammenhang bestehen kann. Das hat allerdings wenig mit dem Eingangsthema zu tun, wie ich finde.
Natürlich kann ein überzeugter Rassist in einem hypothetischen Spiel wo zwischen schwarzen und weißen Menschen auch Attributsunterschiede sind, eine Bestätigung sehen, aber da sind mir zu viele "wenn's" drin und es ist an sich in meinen Augen zu weit hergeholt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 10:11
Zustimmung! @Merlin Emrys


Darüber hinaus könnte man es sogar so sagen: eine bestimmte Form von positivem "Rassismus"* ist im Rollenspiel sogar erwünscht. Warum sonst sollte man zwischen Elfen und Zwergen überhaupt unterscheiden?

* Im Sinne von: verschiedene "Rassen" haben gehäufte Stärken und Schwächen bei bestimmten Eigenschaften
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 10:11
Ich finde den Hinweis im Eingangsposting recht gut, weil er mich zum Nachdenken gebracht hat. Denn in der Tat ist es natürlich ein "reduktionistisches" Denken, wenn wir Fähigkeiten usw. an der "Rasse" festmachen. Das wird meiner Beobachtung von uns - als Rollenspieler - nicht immer bewusst reflektiert.

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Allerdings: Es gibt einerseits eine Reihe von Systemen, in denen solche "Defizite" weggelernt werden können. Andererseits existieren auch wieder Systeme, wo diese Elemente weniger eine Rolle spielen (z.B. Over The EDGE). Das bedeutet, dass Rollenspiel nicht zwangsläufig auf diese "rassistischen" Elemente hinauslaufen muss.

Im Gegenteil: Das Rollenspiel bietet auch Möglichkeiten, soziale Fähigkeiten und Toleranz zu "üben".

Gut, bei der typischen Rollenspielrunde wird das vielleicht nicht so sehr ins Gewicht fallen. Und ich wage auch zu bezweifeln, dass Rollenspieler überdurchschnittlich toleranter sind, als der Rest der Menschheit.

Auf der anderen Seite kann mit dem Rollenspiel die Fähigkeit zum Perspektivwechsel geübt werden, was ich aus ethischer Sicht als positiv schätze. (Was daraus gemacht wird, ist eine andere Frage!)

In diesem Zusammenhang ist der Hinweis von Captain nicht unwichtig: Im Rollenspiel geht's um Klischees. Es kann aber auch darum gehen, Klischees aufzubrechen. Dann hat mensch eben einen dicken Elfen, der nach Knoblauch riecht und sich mit einer zwergischen Gespielin vergnügt. ;)

Da Rollenspiel aber auch in erster Linie eine Sache ist, die Spaß machen soll und aus diesen Motiven betrieben wird, sollten wir auch beim Spaß am Spiel mit Klischees die Kirche im Dorf lassen.

Ansonsten: Ludovicos fragender Einwurf, ob Sarrazin überhaupt jemals ein Rollenspiel in den Händen gehalten habe, bringt die Kritik am Rassismus im Rollenspiel auf den Punkt. Ich meine, sitzen die Brüder und Schwestern von den rechten Gesinnungsorga jetzt mit Midgard am Stammtisch, um es den Kopftuchmädchen aus Eschar zu zeigen? Veranstaltet die NPD/DVU jetzt auch noch Rollenspiel-Cons? Wie viele Rollenspieler(innen) rennen mit eindeutigen Szene-Klamotten (ThorS......) rum? Ist das "die Masse"? Tja und irgendwelche rechten Rollenspiele sind mir im Moment auch nicht bekannt.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 10:12
Interessant, würdest du sagen dass das Spielen eines Barbaren dann auch die Gewaltbereitschaft verstärkt? Für mich klang die Argumentation alles andere als "sehr richtig" um ehrlich zu sein.

Es ging, soweit ich das verstanden habe, ja nicht um Gewaltbereitschaft, sondern um rassistische Klischees. Und derer sollte man sich bewusst sein. Denn gerade die Fantasy kokettiert massiv mit diesen Klischees: Ganz klar ist Aragorn der große Held, dem vom Schicksal alles mögliche zugedacht ist, weil in ihm ein gewisses Blut fließt. Klar, dass das nicht irgendein namenloser "Bastard" ist (obwohl der Begriff auch immer wieder gerne ausgeschlachtet wird). Der Reiz der Herkunft. Vermeintliche Waisen entpuppen sich als Königssöhne und sind deshalb mit Recht die Helden der Geschichte, die jungen Völker aus dem Osten und Süden sind weniger edelmütig als die des Nordens und erliegen darum leichter den Lockungen des Bösen. Und solche Muster finden sich nicht nur bei Tolkien und tausend Klonen, sondern eben auch in Rollenspielwelten. Muster, die von einer Faszination leben, die auch in der "wirklichen" Welt durchaus wirksam ist oder sein kann. Immerhin lebt der Rechtspopulismus davon, dass man Rechte aufgrund von Herkunft, nicht aufgrund von Verdiensten oder universalen Menschenrechten ableitet. Deutschstämmige Osteuropäer dürfen und sollen heim ins ... Bundesrepublikchen kommen, ansonsten aber (wenn es sich zum Beispiel um Tunesier handelt) sträubt man sich bis zur letzten Patrone gegen eine Zuwanderung in "unsere" Sozialsysteme. Da wird nach "Blut" sortiert. Obwohl das völliger Humbug ist, denn "Deutsche" sind ja keine homogene Masse, sondern ein pluralistischer Potpourri wie fast alle anderen "Nationalitäten" auch. In der Fantasy aber -- ach wie schön -- da haben wir noch alles hübsch sauber sortiert, so, wie es sein soll: Thorwaler, Rohirrim und wie sie alle heißen. Und sich das bewusst zu machen, halte ich für "sehr richtig".
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 10:17
@Dragon
also zu 99% kann ich alle dem zustimmen was du schreibst.
Ich würde mir aber noch 2 Fragen stellen wollen. Ab wann wird gewalt zur erlebten Gewalt?
Und ab wann wird Rollenspiel zum ausleben von geheimen Neigungen...die dann dem anderen eben keinen spaß mehr machen?

Im übrigen find ich es total super das die meisten hier schon ein gutes Probelembewusstsein zu diesem Thema haben!
Leider befürchte ich das in einem hohen Anteil der Bevölkerung dieses nicht der Fall ist.
Ich mein gerade heute heiraten 2 wovon einer aufgrund seiner Geburt etwas besonders sein soll ;-)

Aber Soweit...sogut ;-)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 10:19
Leider befürchte ich das in einem hohen Anteil der Bevölkerung dieses nicht der Fall ist.

Naja, aber "die Bevölkerung" spielt ja auch nicht Rollenspiel en masse. ;)

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: kalgani am 29.04.2011 | 10:19
Untersuchungen bei Gewalttätern haben ergeben das sie in Ihrer Kindheit fast immer auch Gewalt erfahren haben.
Macht dich das nicht ein bisschen nachdenklich?

untersuchungen bei gewalttäter ergaben das diese Brot essen!
Macht dich das nachdenklich?

Wenn man nämlich mal untersuchen würde wieviele "nicht-gewalttäter"
in ihrer Kindheit gewalt erfahren haben würde man sicher feststellen
das dies noch mehr sind als die gewalttäter ;)

zum topic:
es ist ein fiktives Rollenspiel das nix mit der realität zu tun hat.
diese aussage erinnert mich an die ego-shooter verbieter weil diese
für die amok-läufe zuständig wären...
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 10:21
@ Dragon und Merlyn: Zustimmung meinerseits.

@Orkpack
Es gibt ziemlich Vieles was mich nachdenklich macht, das gehört weniger dazu, da ich mir dessen schon 'ne ganze Weile bewusst bin und es für mich auch logisch erscheint. Allerdings darf man darin keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit sehen. Du hast es ja selbst gesagt: Menschen sind verschieden. Also ist im Grunde nur erwiesen, dass ein gewisser Zusammenhang bestehen kann. Das hat allerdings wenig mit dem Eingangsthema zu tun, wie ich finde.
Natürlich kann ein überzeugter Rassist in einem hypothetischen Spiel wo zwischen schwarzen und weißen Menschen auch Attributsunterschiede sind, eine Bestätigung sehen, aber da sind mir zu viele "wenn's" drin und es ist an sich in meinen Augen zu weit hergeholt.

Darum gehts mir auch nicht.
Ich finde Rollenspiel sollte erst garnicht in den verdacht kommen Rassisums zu beförden, zu dulden oder gar Rassisen anzuziehen.
Eben weil ich Rollenspiel mag ;-)
Und das wäre ja zimlich einfach zu bewekstelligen. Wie schon weiter oben von anderen gesagt wurde. Warum lässt man unterschide in intelligenz einfac bei gleicher Rasse weg?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 10:24
Ich mein gerade heute heiraten 2 wovon einer aufgrund seiner Geburt etwas besonders sein soll ;-)

Ist er ja auch  ;)

Ich finde Rollenspiel sollte erst garnicht in den verdacht kommen Rassisums zu beförden, zu dulden oder gar Rassisen anzuziehen.
Eben weil ich Rollenspiel mag ;-)
Und das wäre ja zimlich einfach zu bewekstelligen. Wie schon weiter oben von anderen gesagt wurde. Warum lässt man unterschide in intelligenz einfac bei gleicher Rasse weg?

Ich finde, du konstruierst da ein Problem, wo gar keines ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Pyromancer am 29.04.2011 | 10:27
Darum gehts mir auch nicht.
Ich finde Rollenspiel sollte erst garnicht in den verdacht kommen Rassisums zu beförden, zu dulden oder gar Rassisen anzuziehen.
Eben weil ich Rollenspiel mag ;-)
Und das wäre ja zimlich einfach zu bewekstelligen. Wie schon weiter oben von anderen gesagt wurde. Warum lässt man unterschide in intelligenz einfac bei gleicher Rasse weg?

Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 10:28
Es ging, soweit ich das verstanden habe, ja nicht um Gewaltbereitschaft, sondern um rassistische Klischees. Und derer sollte man sich bewusst sein. Denn gerade die Fantasy kokettiert massiv mit diesen Klischees: Ganz klar ist Aragorn der große Held, dem vom Schicksal alles mögliche zugedacht ist, weil in ihm ein gewisses Blut fließt. Klar, dass das nicht irgendein namenloser "Bastard" ist (obwohl der Begriff auch immer wieder gerne ausgeschlachtet wird). Der Reiz der Herkunft. Vermeintliche Waisen entpuppen sich als Königssöhne und sind deshalb mit Recht die Helden der Geschichte, die jungen Völker aus dem Osten und Süden sind weniger edelmütig als die des Nordens und erliegen darum leichter den Lockungen des Bösen. Und solche Muster finden sich nicht nur bei Tolkien und tausend Klonen, sondern eben auch in Rollenspielwelten. Muster, die von einer Faszination leben, die auch in der "wirklichen" Welt durchaus wirksam ist oder sein kann. Immerhin lebt der Rechtspopulismus davon, dass man Rechte aufgrund von Herkunft, nicht aufgrund von Verdiensten oder universalen Menschenrechten ableitet. Deutschstämmige Osteuropäer dürfen und sollen heim ins ... Bundesrepublikchen kommen, ansonsten aber (wenn es sich zum Beispiel um Tunesier handelt) sträubt man sich bis zur letzten Patrone gegen eine Zuwanderung in "unsere" Sozialsysteme. Da wird nach "Blut" sortiert. Obwohl das völliger Humbug ist, denn "Deutsche" sind ja keine homogene Masse, sondern ein pluralistischer Potpourri wie fast alle anderen "Nationalitäten" auch. In der Fantasy aber -- ach wie schön -- da haben wir noch alles hübsch sauber sortiert, so, wie es sein soll: Thorwaler, Rohirrim und wie sie alle heißen. Und sich das bewusst zu machen, halte ich für "sehr richtig".

100% zustimmung...genau so hab ich es gemeit. Bin doch auch Rollenspieler!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 10:29
Naja, aber "die Bevölkerung" spielt ja auch nicht Rollenspiel en masse. ;)

Arbo
Ja aber man kann doch im kleinen einen positiven beitrag leisten....ich find das tun wir jetzt gerade auch.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Just_Flo am 29.04.2011 | 10:35
Natürlich kann man die Intelligenz, Intuition, Körperkraft, Konstitution, ... weglassen.

Natürlich kann man sagen, dass die Lebensumstände keinen Unterschied machen.

Dann hat man halt die Wüstenbewohner, die an die Wüste Körperlich genauso angepasst sind, wie die Bewohner der Berge. (Keine KO Boni)

Dann hat man halt die verweichtlichen Stadtbewohner, die genauso stark sind, wie diejenigen, die jeden Tag um ihr überleben kämpfen müssen.

Dann kann der Charakter aus dem hintersten Dorf eines Stammes mit mündlicher Tradition genauso gut Lesen und Schreiben wie die Charaktere, die aus einer Universitätsstadt kommen.



Was dabei vergessen wird, sind nicht genetische Unterschiede, sondern Unterschiede des Lebens- und Wohnortes bzw. der dortigen Bedingungen und Traditionen.

In RPG Systemen gibt es selten die große Flüchtlingsschwemme. Kein RPG System will oder versucht den schon in vier Generationen in Deutschland lebenden Tunesier abzubilden.
Die RPG Systeme versuchen abzubilden, welche Wirkung die Lebensbedingungen und Traditonen
in Tunesien auf ihn wirken, bzw. ob und wenn wie sie in der ersten Einwanderergeneration (häufig noch stark beeinflusst) wirken.


Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Just_Flo am 29.04.2011 | 10:43
Auch werden in den RPG-Systemen häufig das was für uns Intelligenz ist in mehrere Dinge aufgespalten. (KL/IN oder IN/WE).

Vielleicht ist es rassistisch, aber bei mir bekommt der Archetyp Wikinger halt mehr Stärke und hält mehr aus. Klar ist des bei einem Krieger noch mehr als bei einem, Fischer. Auch hat bei mir der Charakter aus einem Aufklärungssetting bessere Bedingungen um ein großer Forscher zu werden als ein Wikinger.

Wenn beide Settings Wikinger und Aufklärung nebeneinander in einem Fantasysetting existieren, dann existieren Eigenschaftsunterschiede zwischen dem Wikinger und dem Aufklärer.

Wenn nur die Zeitschiene des Wikinger vorhanden ist, dann existieren keine oder kaum Eigenschaftsunterschiede. Dann ist der Wikinger genaus so klug, wie der der aus der Stadt stammt, in der in hundert Jahren ein Aufklärungssetting stattfinden wird.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 10:57
untersuchungen bei gewalttäter ergaben das diese Brot essen!
Macht dich das nachdenklich?

Wenn man nämlich mal untersuchen würde wieviele "nicht-gewalttäter"
in ihrer Kindheit gewalt erfahren haben würde man sicher feststellen
das dies noch mehr sind als die gewalttäter ;)

zum topic:
es ist ein fiktives Rollenspiel das nix mit der realität zu tun hat.
diese aussage erinnert mich an die ego-shooter verbieter weil diese
für die amok-läufe zuständig wären...

Ja,ja
Ich find das ja auch witzig.
Aber 99% essen Brot..ich hoffe doch schwer das nicht 99% in der Kindheit gewalt erleben.
Ich hab auch nichts dagegen wenn du dir ein Ballerspiel reinziehst.
Ich hab nur was dagegen wenn du so tust als sollte man das völlig unreflktiert tun.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 11:03
Um Mal bei Intelligenz zu bleiben: das ist ne schwierige Kiste. Intelligenz ist ohnehin ein recht schwammiger Begriff. Seit Sarrazin weiß man dann ja nun auch, dass Intelligenz durch die Umwelt mitbestimmt wird.

Heißt: Wenn ich einen Barbarenstamm habe, dann sind dessen Lebensbedingungen anders, als für eine städtische Kultur mit ausgeprägtem Bildungswesen. Ergo kann man argumentieren, dass bei Barbaren selbst bei gleicher Veranlagung die "Intelligenz" schlechtere Bedingungen zur Entwicklung hat, als die der Städter. Somit ist ein Malus rollenspieltechnisch berechtigt.

Das Ganze hängt aber extrem davon ab, wie man nun Intelligenz definiert. Im Rollenspiel ist Intelligenz imo zumeist an gewisse Fertigkeiten gekoppelt, die mit "logischem Denken" zu tun haben. Das wird eben bei Barbaren wenig gebraucht und daher wenig "trainiert". Solche Brüder handeln ja genremäßig eher intuitiv oder sogar instinktiv.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 11:07
Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?

Ähhm, soweit ich weiß nicht. Zumindest nicht in 4.2. Thorwaler kosten  halt 5 GP mehr, haben   dafür dann auch MU;KO;KK + 1.

Was mich mehr Stört ist das nur Elfen, Waldläufer oder Legendensänger werden Können. Das ist Spezismus auf den Arbeitsmarkt :o. Ich Fordere daher Zwergische Waldläufer und legenden Sänger 8).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 11:08
@Just_Flo:
Wenn Du die Tunesier wegen meines Posts anbringst, dann hast Du mich falsch verstanden.

Zum einen ist noch lange nicht rassistisch, wer Wikingern im Rollenspiel einen höheren Stärkewert gibt als Pygmäen. Man nutzt dann nur rassistische Klischees und sollte sich dessen bewusst sein.

Zum anderen: Dass der Städter anders ist als der Oasenhirte, ist gar keine Frage. Das ist auch noch lange kein Rassismus. Herkunft im Sinne von Umfeld, Prägung, Umwelt etc. macht durchaus Unterschiede, die sich natürlich auch in Qualifikationen niederschlagen. Rassistische Klischees aber gehen davon aus, dass Charakterzüge (ehrlich, faul), Anrechte ("Blut und Boden", Protektionismus), Wert ("Herrenrasse") und Zugehörigkeiten (Volk/Nation=Schicksalsgemeinschaft) an Herkunft gebunden sind, und dass diese auch nicht durch Umfeld etc. veränderbar sind.

Vor allem bei den typischen Fantasyrassen wie Elfen, Zwerge und Orks wird die charakterliche Unveränderlichkeit in den meisten Fällen voll ausgekostet. Starrsinn, Geiz, Kunstsinn, Verschlagenheit, das sind alles Dinge, die diesen Völkern "im Blut" liegen und nichts damit zu tun haben, in welchem Umfeld sie leben.

Mir selbst macht es großen Spaß, nach Herzenslust Orks zu klatschen (Warhammer!). Und ich gebe darum auch allen recht, die sagen, ist doch nur ein Spiel. Stimmt! Genau! Darüber hinaus sage ich eben nur, dass man sich dieser Dinge bewusst sein sollte, weil es eben rassistische Klischees sind, auf die nicht nur Fantasybücher und Rollenspiele zurückgreifen, sondern die auch durchaus als Andockstellen für zahlreiche Ressentiments europäischer (und anderer) Mehrheitsgesellschaften fungieren und funktionieren. Was ich nicht sage, ist, dass jemand, der gern Fantasy liest/spielt, automatisch für die Verbreitung dieser Klischees verantwortlich ist oder Gefahr läuft, rassistische Züge zu entwickeln.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 29.04.2011 | 11:10
Also ichweiss nicht. Selbst reflektiert ist das immer noch sehrverwerflich. Ich meine wenn ich darüber reflektiere, dann darf ich in einem Spiel Leute aus dem Volk X intelligenter machen als Leute aus dem Volk Y? Was seid denn ihr für Leute? Da sieht man doch nur dran, wie sehr sich die Fantasyleser schon an derart üble Sachen gewöhnt haben.

Und das Argument es ist nur ein Spiel ist doch sinnlos. Wo wenn nichtim Spiel wird man sozialisiert. Da werden doch Unwerte ganz subtil eingepflanzt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: kalgani am 29.04.2011 | 11:13
Ja,ja
Ich find das ja auch witzig.
Aber 99% essen Brot..ich hoffe doch schwer das nicht 99% in der Kindheit gewalt erleben.
Ich hab auch nichts dagegen wenn du dir ein Ballerspiel reinziehst.
Ich hab nur was dagegen wenn du so tust als sollte man das völlig unreflktiert tun.

wieso unreflektiert?
wenn jemand nicht zwischen wirklichkeit und spiel unterscheiden kann ist bei dir also das spiel schuld???

wie bitte soll jemand ohne irgendwelche gewalt aufwachsen und sei es "nur" das man die assis an der schule
beim abziehen von irgendwelchen anderen beobachtet, das ist bei mir auch ein gewalterlebnis!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 11:13
@Erik:
Deine Sicht der Dinge ist mir wahnsinnig sympathisch. Aber ich will trotzdem, dass die Orks weiterhin die Bösen sind. Ich find böse Orks, die man klatschen kann, einfach großartig.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Sephiron am 29.04.2011 | 11:16
Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?

Nur DSA afaik.

Ich vermeide ohnehin den Terminus "Rasse". Zum einen sind damit in der Regel gar keine Rassen in dem Sinne gemeint, sondern eben Arten (Spezies) oder Unterarten, und damit ist es erlaubt, körperliche und geistige Unterschiede daran fest zu machen. Zum anderen handelt es sich immer um sehr weiche Richtwerte, die nur sehr selten überhaupt verbindlich sind.

"Rasse" kann synonym für "Unterart/Subspezies" benutzt werden (wie auch für "Varietät").
"Spezies" ist falsch, wenn es fortpflanzungsfähige Hybriden (Halbelfen etc.) gibt.

Ich sehe auch nichts Verwerfliches daran, Orks und Elfen als Rassen einzuordnen, wenn sie sich unterscheiden wie z.B. Dackel und Rehpinscher. (Bei Rollenspiel-"Menschenrassen" ist das normalerweise nicht der Fall.)
Ich denke, wenn es eine Rasse "Mensch" gibt, zu der alle Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe gehören, ist das sogar unterschwellig antirassistisch.


Natürlich ist es Bockmist, wenn man eine dunkelhäutige "Menschenrasse" kreiert, die von Natur aus einen Bonus auf "Trommeln" bekommt (und zwar per Rasse, nicht per Kultur). Sowas ist mir bisher aber wirklich nur in DSA4 untergekommen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 11:18
Also ichweiss nicht. Selbst reflektiert ist das immer noch sehrverwerflich. Ich meine wenn ich darüber reflektiere, dann darf ich in einem Spiel Leute aus dem Volk X intelligenter machen als Leute aus dem Volk Y? Was seid denn ihr für Leute? Da sieht man doch nur dran, wie sehr sich die Fantasyleser schon an derart üble Sachen gewöhnt haben.

Und das Argument es ist nur ein Spiel ist doch sinnlos. Wo wenn nichtim Spiel wird man sozialisiert. Da werden doch Unwerte ganz subtil eingepflanzt.
Ich geb zu ....da kann was dran sein!

Edit:
hab nochmal drüber nach gedacht...vielleicht ist es besser zum nachdenken anzuregen als zu beformunden...vielleicht?
Bin mir auch noch nicht ganz sicher.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 11:23
Natürlich ist es Bockmist, wenn man eine dunkelhäutige "Menschenrasse" kreiert, die von Natur aus einen Bonus auf "Trommeln" bekommt (und zwar per Rasse, nicht per Kultur). Sowas ist mir bisher aber wirklich nur in DSA4 untergekommen.

Echt?  Wo kann ich das mit den "Trommeln" Bonus nachlesen?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 11:25
Nur DSA afaik.

"Rasse" kann synonym für "Unterart/Subspezies" benutzt werden (wie auch für "Varietät").
"Spezies" ist falsch, wenn es fortpflanzungsfähige Hybriden (Halbelfen etc.) gibt.

Ich sehe auch nichts Verwerfliches daran, Orks und Elfen als Rassen einzuordnen, wenn sie sich unterscheiden wie z.B. Dackel und Rehpinscher.

Jetzt widersprichst du dir aber. Wenn das "nur" Rassen sind, sind sie nämlich untereinander fortpflanzungsfähig. Das wird aber in der Regel per Genrekonvention ausgeschlossen  ;)

@Unerart <-> Rasse: joa... Rollenspiele machen sich ja meist nicht die Mühe, das genau festzulegen. Ist auch überflüssig.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Belchion am 29.04.2011 | 11:45
Ich halte die Probleme mit Boni und Mali für unterschiedliche Kulturen und Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.

Warum? Weil Sozialisation und Kultur einen prägenden Einfluss auf den Menschen ausüben. Jemand, der in einer hochtenologisierten Gesellschaft aufgewachsen ist hat andere Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse als jemand, der in einer nomadischen Subsistenzwirtschaft aufgewachsen ist. Boni und Mali können diese Förderung und Widerstände abbilden, weil sie eben keine harten Verbote, sondern überwindbare Hindernisse sind.

Ich halte auch unterschiedliche Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.

Warum? Weil es bei den Rassen um Symbole geht, nicht um bestimmte Kulturen. Orks sind eben nicht die <Hier beliebige Nation einsetzen>, sondern ein Symbol dafür, dass man auch aus den edelsten und besten Menschen fürchterliche Schlächter machen kann. Orks sind ein Symbol für jene Soldaten, die im Krieg sämtliche Hemmungen über Bord werden und raubend, mordend, plündernd, vergewaltigend und brandschatzend durch die Lande ziehen (also jener Soldaten, die ihre Menschlichkeit verloren haben und komplett unmenschlich handeln).

Ebenso sind auch Elfen, Zwerge, Goblins usw. Symbole für bestimmte menschliche Verhaltensweisen oder Ideale, nicht für bestimmte menschliche Kulturen oder Nationen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 12:17
Ich halte die Probleme mit Boni und Mali für unterschiedliche Kulturen und Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.

Warum? Weil Sozialisation und Kultur einen prägenden Einfluss auf den Menschen ausüben. Jemand, der in einer hochtenologisierten Gesellschaft aufgewachsen ist hat andere Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse als jemand, der in einer nomadischen Subsistenzwirtschaft aufgewachsen ist. Boni und Mali können diese Förderung und Widerstände abbilden, weil sie eben keine harten Verbote, sondern überwindbare Hindernisse sind.

Ich halte auch unterschiedliche Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.

Warum? Weil es bei den Rassen um Symbole geht, nicht um bestimmte Kulturen. Orks sind eben nicht die <Hier beliebige Nation einsetzen>, sondern ein Symbol dafür, dass man auch aus den edelsten und besten Menschen fürchterliche Schlächter machen kann. Orks sind ein Symbol für jene Soldaten, die im Krieg sämtliche Hemmungen über Bord werden und raubend, mordend, plündernd, vergewaltigend und brandschatzend durch die Lande ziehen (also jener Soldaten, die ihre Menschlichkeit verloren haben und komplett unmenschlich handeln).

Ebenso sind auch Elfen, Zwerge, Goblins usw. Symbole für bestimmte menschliche Verhaltensweisen oder Ideale, nicht für bestimmte menschliche Kulturen oder Nationen.

Ja und Ja.

Es ist in diesen Fall tatsächlich eine Frage der Interpretation. Zuletzt entstehen Vorurteile gegen bestimmte Kulturen, sowie übrigens auch gegen bestimmte Hobbys,
meistens aus Unwissenheit. Denkt mal darüber nach?
 
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 12:31
Aber 99% essen Brot..ich hoffe doch schwer das nicht 99% in der Kindheit gewalt erleben.
Ich glaube relativ sicher das aufgrund der Erziehungs Massstaebe sowie der Gesellschaft so ziemlich jeder Mensch Gewalt erlebt hat.

Zitat
Ich hab nur was dagegen wenn du so tust als sollte man das völlig unreflktiert tun.
Es hat imho nichts mit Unreflektiertheit zu tun wenn man behauptet das da kein Problem besteht beziehungsweise kuenstlich eins konstruiert wird.


Ich wuerde tatsaechlich zu der Behauptung neigen das das was einigen an Unreflektiertheit beziehungsweise fehlender Reflektion in Bezug auf eine eventuelle Problematik hinsichtlich des Rassismus vorgeworfen wird, jedoch auch hinsichtlich moralischer Aspekte [OMG! Du spielst einen rassistsch motivierten Massenmoerder], tatsaechlich mehr der Umstand ist das sauber zwischen Spiel [Fiktion] und Realitaet getrennt wird.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 29.04.2011 | 12:38
Nur DSA afaik.

"Rasse" kann synonym für "Unterart/Subspezies" benutzt werden (wie auch für "Varietät").
"Spezies" ist falsch, wenn es fortpflanzungsfähige Hybriden (Halbelfen etc.) gibt.

Ich sehe auch nichts Verwerfliches daran, Orks und Elfen als Rassen einzuordnen, wenn sie sich unterscheiden wie z.B. Dackel und Rehpinscher. (Bei Rollenspiel-"Menschenrassen" ist das normalerweise nicht der Fall.)
Ich denke, wenn es eine Rasse "Mensch" gibt, zu der alle Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe gehören, ist das sogar unterschwellig antirassistisch.


Natürlich ist es Bockmist, wenn man eine dunkelhäutige "Menschenrasse" kreiert, die von Natur aus einen Bonus auf "Trommeln" bekommt (und zwar per Rasse, nicht per Kultur). Sowas ist mir bisher aber wirklich nur in DSA4 untergekommen.

Hallo Sephiron,

mich würde die Angabe zum Bonus auf Trommeln bei einer "dunkelhäutigen Menschenrasse" auch interessieren, wenn dass stimmt -- ich kenne DSA4 leider nicht -- ist das rassistisches Handeln in Reinkultur!

Beste Grüße, Klendathu
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Dragon am 29.04.2011 | 12:44
Aaaahhhhh da ist man nur mal eben mit dem Hund raus und kommt mit dem lesen nicht mehr nach...

also nur direkt dazu:
Zitat
@Dragon
also zu 99% kann ich alle dem zustimmen was du schreibst.
Ich würde mir aber noch 2 Fragen stellen wollen. Ab wann wird gewalt zur erlebten Gewalt?
Und ab wann wird Rollenspiel zum ausleben von geheimen Neigungen...die dann dem anderen eben keinen spaß mehr machen?
Ab wann wird Gewalt zu erlebter Gewalt? Die Studie(n) die du angesprochen hast gehen von Menschen aus, die in ihrer Kindheit selbst Opfer von Gewalt wurden und zwar sowohl körperlicher als auch psychischer Gewalt. Sprich, die in ihrer Familie Gewalt direkt erfahren haben, sei es weil sie selbst die Opfer waren, oder ihnen nahe stehenden Personen (Geschwister, ein Elternteil usw.).
Ich würde sagen das Gewalt dann zur erlebter Gewalt wird, wenn man selbst entweder Opfer ist, oder der Gewalttat unmittelbar nahe stand (unmittelbar Zeuge ist/war und dadurch eventuell mit hineingezogen wurde).
Aber das ist jetzt nur meine ganz persönliche gerade aufgeschriebene Meinung.

Hab ich was über geheime Neigungen gesagt?
Naja ich denke wenn man andere kund tun das das was man selbst spielt den anderen keinen Spaß mehr macht (warum auch immer), dann sollte man darüber nachdenken warum das so ist und ggf. etwas ändern (oder sich eine neue Gruppe suchen, bei der das nicht so ist).
Solange es den Gruppenspaß nicht stört und sich niemand persönlich angegriffen oder gestört fühlt, darf meinetwegen jeder so viele Neigungen ausleben wie er will, ob offen oder geheim ;) womit ich nicht sagen will, dass ich jemanden mit sehr merkwürdigen oder offenkundig gefährlichen Neigungen nicht vielleicht auch darauf ansprechen würde, aber das fällt für mich unter "persönlich angegriffen oder gestört", denn wenn in meiner Gruppe jemand offensichtlich rechtsradikale Neigungen im Spiel ausleben möchte, die er selbst auch vertritt (und nicht einfach nur, weil er gerade Bock auf so einen Char hat und es selbst aber eigentlich nicht ist), würde ich mich dadurch gestört fühlen.

Und was das "Rollenspieler sind auch nicht oder genauso tolerant wie andere Menschen" angeht (hab das Zitat gerade nicht griffbereit). Da fällt mir etwas ein was letztens jemand gesagt hat. Er hat von seiner Gruppe erzählt und da viel der Satz: "Rollenspieler sind ja eigentlich schon seeeeehr tolerant was die freakigkeit anderer Personen angeht"....
soll das nicht kommentieren, viel mir nur gerade so ein.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 12:47
Mir fällt gerade auf, dass wir hier womöglich einem Missverständnis in der Kritik an der Unreflektiertheit aufsitzen. Es geht m.E. nicht darum, von allgemeingültigen Moralstandards auszugehen und danach bestimmte Klischees im Rollenspiel zu bewerten (zu verurteilen) oder zu vermeiden. Reflektion meint, sich die Problematik bewusst zu machen.

Ich halte das durchaus auch für eine Bereicherung im Rollenspiel, wenn dann bestimmte Klischees im Rollenspiel bewusst (!) verwendet werden. Da kann sich wirklich ein interessanter Stoff draus entwickeln (wenn gewollt). Daraus beziehen ja auch bestimmte Rollen ihre Anziehungskraft, z.B. der "unmoralische Mörder".

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Und was das "Rollenspieler sind auch nicht oder genauso tolerant wie andere Menschen" angeht (hab das Zitat gerade nicht griffbereit). Da fällt mir etwas ein was letztens jemand gesagt hat. Er hat von seiner Gruppe erzählt und da viel der Satz: "Rollenspieler sind ja eigentlich schon seeeeehr tolerant was die freakigkeit anderer Personen angeht"....
soll das nicht kommentieren, viel mir nur gerade so ein.

Ja, das war ursprünglich von mir. Und was Du beschreibst, ist m.E. das typische Selbstbild, das Subkulturen häufig von sich zu haben pflegen. ;)

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 12:51
Mir fällt gerade auf, dass wir hier womöglich einem Missverständnis in der Kritik an der Unreflektiertheit aufsitzen. Es geht m.E. nicht darum, von allgemeingültigen Moralstandards auszugehen und danach bestimmte Klischees im Rollenspiel zu bewerten (zu verurteilen) oder zu vermeiden. Reflektion meint, sich die Problematik bewusst zu machen.

Ich halte das durchaus auch für eine Bereicherung im Rollenspiel, wenn dann bestimmte Klischees im Rollenspiel bewusst (!) verwendet werden. Da kann sich wirklich ein interessanter Stoff draus entwickeln (wenn gewollt). Daraus beziehen ja auch bestimmte Rollen ihre Anziehungskraft, z.B. der "unmoralische Mörder".

Jippieh, um genau das geht's (zuminest mir bei dem Thema).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 29.04.2011 | 12:56
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 12:57
[Unreflektiertheit]
Es geht m.E. nicht darum, von allgemeingültigen Moralstandards auszugehen und danach bestimmte Klischees im Rollenspiel zu bewerten (zu verurteilen) oder zu vermeiden. Reflektion meint, sich die Problematik bewusst zu machen.
Eine Problematik besteht dann wenn eine Herausforderung besteht.
Die Herausforderung leitet sich auf Basis einer moralischen Bewertung des Designs sowie Handlungsweisen im Spiel auf Basis realweltlicher Annahmen, sowie deren Uebertragung auf das Spiel sowie die Funktion, ab.

Dazu benoetigt man einen Moralstandard oder realweltlich definierte Umstandsbeschreibungen von deren Fundament die Bewertung respektive die Reflektion des Spiels sowie der Spielinhalte vorgenommen wird.

Was jedoch nur dann funktioniert respektive Sinn ergibt wenn die Trennung zwischen Spiel sowie Fiktion und dem realweltlichen Erlebnishorizont aufgehoben wird.

Zitat
Ich halte das durchaus auch für eine Bereicherung im Rollenspiel, wenn dann bestimmte Klischees im Rollenspiel bewusst (!) verwendet werden.

Fuer mich zeugt es von einem Fehler das man fordert Klischees bewusst zu verwenden und damit die Fiktion im ungebuehrenden Mass mit der Realitaet vermischt. Es befindet sich m.E. auf dem selben Niveau wie die Forderung der Reflektion von Spielinhalten wie Ego-Shootern zur vermeintlichen Vermeidung von Amoklaeufen.

Zitat
Da kann sich wirklich ein interessanter Stoff draus entwickeln (wenn gewollt). Daraus beziehen ja auch bestimmte Rollen ihre Anziehungskraft, z.B. der "unmoralische Mörder".
Nein. Meines erachtens zerrt es das Rollenspiel auf die Spielwiese von Sozial Paedagogen und vermeidet m.E. die komplexere Betrachtung des Umstandes auf Basis der Fiktion.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Blizzard am 29.04.2011 | 12:58
Ich halte die Probleme mit Boni und Mali für unterschiedliche Kulturen und Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.
+1

Zitat
Ich halte auch unterschiedliche Rassen im Rollenspiel für komplett unbedenklich.
+1

das Rollenspiel lebt doch von seiner Vielseitigkeit...was eben auch Vor(ur)teile, Nachteile, Klischées, von Rassen(ich habe kein Problem mit dem Begriff),Völkern,Kulturen-was auch immer-miteinschliesst. Es wäre doch traurig, wenn es nur 08/15 Menschen(als spielbare Charaktere) gäbe, von denen jeder gleich aussieht, das selbe tut, etc...von daher fällt es mir schwer, bei oder in Rollenspielen bezgl. der o.g. Punkte eine rassistische Verbindung herzustellen-wobei man das natürlich so sehen kann,aber das erfordert imho schon recht viel Phantasie. Imho ist das Rollenspiel ansich auf Grund seiner Artenvielfalt eher antirassistisch einzuordnen-wenn überhaupt. Aber wie gesagt: Die Verbindung da zu Realität finde ich etwas...merkwürdig.

Ich fände es daher viel spannender, darüber zu disktuieren, ob man und in welcher Form Rassismus als "Settingdetail" in Rollenspielen wiederfindet(und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche Völkerboni oder Mali).Evtl. in einem eigenen Thread?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 13:11
Hallo Sephiron,

mich würde die Angabe zum Bonus auf Trommeln bei einer "dunkelhäutigen Menschenrasse" auch interessieren, wenn dass stimmt -- ich kenne DSA4 leider nicht -- ist das rassistisches Handeln in Reinkultur!

Beste Grüße, Klendathu

Ich hab nach einen "Trommeln" Bonus in DSA 4.2 gesucht aber nichts gefunden.

Es währe ganz nett wenn jemand die Publikation nennen könnte in der von diesen merkwürdigen "Hautfarbe abhängigen Vorteil" die Rede ist, falls es diese überhaupt gibt.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: OldSam am 29.04.2011 | 13:11
Jetzt hatte ich zuletzt eine intressante Diskussion mit einem Soziologie Studenten der mir sagte das der ansatz viele Systheme, nämlich das Eigenschaften von der Rasse abhänge, Rasistische überlegungen verstärken oder bestätigen könnten.

Wenn dabei innerhalb der Spezies Homo Sapiens (v.a.) geistige Attribute selektiv nach bestimmten Merkmalen wie der regionalen Herkunft unterschieden werden (klar fiktiv erkennbare Rassen spielen hierbei kaum eine Rolle), also in der Art von "Primitive aus dem Süden" o.ä., ist es tatsächlich durchaus wahrscheinlich, dass auf unbewusster Ebene existierende vorurteilsgeprägte Denkmuster verstärkt bzw. zumindest bestätigt werden (etwa Parallelen zur Weltanschauung der Kolonialzeit). Sicherlich ist es "nur ein Spiel", aber die kritische Reflektion solcher Wahrnehmungsstrukturen hat eine klare Berechtigung, denn ein Rollenspiel ist letztlich genau so ein (schriftliches) Medium wie auch Unterhaltungsliteratur oder Zeitschriften. Autoren sollten sich meiner Meinung nach bewusst die Frage stellen, ob sie solche klischeehaften Vorurteile wirklich weiterführen wollen bzw. woher diese Ideen entstammen... Als Tabu würde ich es definitiv nicht ansehen, aber auch nicht als völlig unproblematisch und auf jeden Fall als kritikwürdig.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 13:21
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Genau das wäre die Ausnahme ...  ;)

Arbo

[Edit: partielle Löschung]
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 29.04.2011 | 13:30
Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?

Kurze Anmerkung (bin mit dem Thread noch nicht ganz durch): Im neuen warhammer 3 spielt man keine Menschen, sondern ausrücklich Reikländer. Das ergibt nur Sinn, wenn in späteren Boxen Menschen aus anderen Herkunftsorten mit eigenen Besonderheiten publiziert werden (also Froschfr.. Bretonen).

Allgemeine Antwort:
korknadel benennt vieles treffend. Klar spielt Rollenspiel, und die Fantasy, wo nunmal ein Teil seiner Ursprünge liegt, stark mit Rassenkriterien. In frühen Rollenspielen wurde die Rassen- bzw. Volkszugehörigkeit stark mit den Apielwerten/Attributen verknüpft, während andere Einflussfaktoren (soziales Millieu) überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Darum sage ich: spielt mehr Warhammer! Dort wird einem nämlich diese rassistische Tradition im Rollenspiel wunderbar ironisch bewusst gemacht. Und darauf kommt es an: sich zu vergegenwärtigen, dass man mit Klischees (http://www.youtube.com/watch?v=MVsRlYsII6o) spielt - und eine Spielwelt nix mit der Realwelt zu tun hat.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 13:45
Das wäre allerdings nicht rassistisch dort Statunterschiede reinzuarbeiten, da sich die Unterschiede aus Ausbildung und Kulturkreis und nicht genetischen Unterschieden ergeben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Master Li am 29.04.2011 | 13:50
Natürlich sind regeltechnische Abwandlungen von verschiedenen Menschen"rassen" rassistisch. Es bleibt nur die Frage, was ist die Alternative und ist es problematisch.

An sich werden ja verschiedene Charaktere mit verschiedenen Werten versehen. Man versucht also, natürliche (d.h. existierende) Unterschiede der Charaktere in Regeln zu pressen. Einer ist stärker, ein anderer ist klüger etc. Da dies in den meisten Rollenspielen essentiell ist, ist der Schritt, grobe Kategorien (Kultur, Profession, Rasse) nach dem selben Schema zu gestalten, nicht weit. Man muss dabei immer aufpassen, dass man dabei Realität und Fiktion auseinander hält. Aber das fällt den meisten Spielern kaum schwer.

Political Correctness Probleme treten dabei nicht nur bei Rassen auf. Auch die Kategorisierung und Verregelung von Geschlecht, Körpergewicht, Behinderung, Intelligenz etc. ist in der Realität schwierig zu benennen. Man rutscht allzuleicht von einer analytischen Position in eine wertende. Dies ist im Spiel aber selten problematisch, denn hier geht es ja mitunter gerade um das Spielen von Klischees.

Meiner persönlichen Erfahrung nach - und ich bin wohl ein ziemlicher Gutmensch - habe ich noch keine Rechtsextremen am Rollenspieltisch gesehen. Ich hatte eher immer den Eindruck, dass Rollenspieler weltoffener sind als andere Gruppen. Das ist aber nur mein subjektiver Eindruck.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Ludovico am 29.04.2011 | 13:53
Wieso sollte es nicht rassistisch sein, wenn Stärke, Konstitution, Charisma, etc. von der Herkunft in einem RPG abhängig gemacht werden?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 14:01
Die beste Antwort; weil niemand unterdrückt, verurteilt oder benachteiligt wird. Es gibt keine Auswirkungen auf irgendwelche Minderheiten aufgrund von RPG Werten. Also aus dem selben Grund warum es keinen Völkermord ist wenn ich in einem RPG ein Land mit einem Zauberspruch verwüste.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 14:03
Wieso sollte es nicht rassistisch sein, wenn Stärke, Konstitution, Charisma, etc. von der Herkunft in einem RPG abhängig gemacht werden?
U.a. weil es nichts mit der Realitaet zu tun hat.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 14:06
Die Diskussion gabs doch schonmal in einer anderen Geschmacksrichtung. Man kann ein moralisches Urteil nicht ändern, nur weil das, über was man sich unterhält, plötzlich in der Fiktion stattfindet.

Das Ganze IST Rassismus. Aber das ist egal, weil sich alle Spieler (hoffentlich) im Klaren darüber sind, dass man das nicht 1:1 auf die reale Welt übertragen kann (ich bin Doitscher, ich bekomm +1 auf KLUK) und weil es im Spiel einen Mehrwert im Sinne von Spielspaß und Charakterdifferenzierung verspricht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 14:10
Die Diskussion gabs doch schonmal in einer anderen Geschmacksrichtung. Man kann ein moralisches Urteil nicht ändern, nur weil das, über was man sich unterhält, plötzlich in der Fiktion stattfindet.

Richtig. Mensch kann Fiktion nicht immer so schön sauber von den wahrgenommenen Einflüssen unserer erfahrbaren Lebenswirklichkeit trennen. Fiktion findet ja nicht im luftleeren Raum statt. Sonst würde es reichen, wenn unsere Rollenspielcharaktere als kleine blaue Gummibälle mit grünen Punkten und Quietschgeräuschen ihre Abenteuer erleben ... ;) Nein, selbst die Fiktionen sind mit Werthaltungen und weltlichen Eindrücken imprägniert.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 14:13
Nein. Wirklich nicht...

Es ist auch nicht rassistisch wenn ich sage, dass Wölfe besser auf allen Vieren rennen können als Menschen. Und in der Fantasiewelt des RPGs sind die Statsunterschiede reale unterschiede zwischen verschiedenen Wesen und keine Vorurteile oder Stereotypen die von einer Gruppe auf eine andere Projeziert werden... auch wenn das vieleicht ingame dann auch passiert... was dann Rassismus wäre.  :gasmaskerly:
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Pyromancer am 29.04.2011 | 14:18
"In meinem Rollenspiel kriegen Afrikaner +1 auf Stärke und -1 auf Intelligenz (höhö)."
Ist diese Aussage rassistisch oder nicht?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 14:20
Ich hab nach einen "Trommeln" Bonus in DSA 4.2 gesucht aber nichts gefunden.

Es währe ganz nett wenn jemand die Publikation nennen könnte in der von diesen merkwürdigen "Hautfarbe abhängigen Vorteil" die Rede ist, falls es diese überhaupt gibt.



WdH, die Rassenbeschreibung der Utulus.
Ist aber auch eine der ganz wenigen Stellen die ein bisschen in die Richtung gehen, der Rest des Buches ist ja politisch überkorrekt bis zum erbrechen.

U.a. weil es nichts mit der Realitaet zu tun hat.

Naja.
Ein Aufhängen an der Realitätsverknüpfung halte ich hier für nicht sonderlich zielführend.
Kommt wahrscheinlich ein wenig auf die eigene Definition des Rassebegriffs an.
Wer unter Rassismus die zuweisung von Attributen in Abhängigkeit der Angehörigkeit zu einer spezifischen menschlicher Subspezies versteht, für den ist ein Rassenabhängiger Bonus eben rassistisch.
Wer unter Rassismus hingegen nur negative Zuweisungen versteht, für den ist es hingegen nicht rassistisch.


Zitat
Und in der Fantasiewelt des RPGs sind die Statsunterschiede reale unterschiede zwischen verschiedenen Wesen
Das sind sie teilweise auch in der echten Welt.
Die Anzahl asiatischer Spitzenbasketballer ist doch eher überschaubar.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Liftboy am 29.04.2011 | 14:21
"In meinem Rollenspiel kriegen Afrikaner +1 auf Stärke und -1 auf Intelligenz (höhö)."
Ist diese Aussage rassistisch oder nicht?

Nein, rassistisch wäre es wenn es mit der Begründung geschieht, das es in der realen Welt ja auch so ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 14:23
"In meinem Rollenspiel kriegen Afrikaner +1 auf Stärke und -1 auf Intelligenz (höhö)."
Ist diese Aussage rassistisch oder nicht?

Ja.

Und?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 14:23
Die Diskussion gabs doch schonmal in einer anderen Geschmacksrichtung. Man kann

Ich hatte vor meinem ersten Beitrag hier auch kurz danach gesucht, den Thread aber leider nicht mehr gefunden.

Ich labere deshalb immer von rassistischen Klischees und weniger von Rassismus, weil ich finde, dass das den Unterschied ein wenig verdeutlicht: Muster, Schablonen, Symbole, Vorstellungen, Mythen, etc. können auch existieren, ohne dass sie sich in handfesten Vorurteilen oder gar einer Weltanschauung oder (politischem) Handeln niederschlagen. Aber diese Vorstellungen (= Klischees) sind eben der Boden, auf dem das eigentliche Übel tatsächlich Blüten treiben kann, und sie sind dieselben in der Realität wie in der Fiktion. Wenn in einem Fantasyroman ein "edles Volk" dargestellt wird, dann liegt dort dasselbe Klischee zugrunde, das auch dem realen Nationalstolz zugrunde liegt, nämlich dass etwas wie "Adel" eine Frage der Geburt (der Züchtung  :D) ist. Ich finde, dass es nicht schadet, wenn man das auch in der Fiktion wenigstens wahrnimmt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Pyromancer am 29.04.2011 | 14:25
Nein

Ja.

Einigt euch mal.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 14:26
korknadel: Ich denke auch. Den latenten Rassismus solcher Inhalte zu leugnen, bringt auch nichts. Wenigstens ein bisschen kritisch sollte man sich schon mit dem, was man da treibt auseinandersetzen. Das könnte sogar helfen, in der realen Welt derartige Vorurteile und Klischees zu durchbrechen.

Zitat
Einigt euch mal.

Na gut.
Cordovan hat Unrecht.  ;D
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 14:28
"In meinem Rollenspiel kriegen Afrikaner +1 auf Stärke und -1 auf Intelligenz (höhö)."
Ist diese Aussage rassistisch oder nicht?

Sagen wir so, sie ist diskriminierend und könnte als rassistisch aufgefasst werden (insbesondere mit dem Zusatz "(höhö)"). Ob das wirklich schon rassistisch ist, lässt sich mit den wenigen Infos nicht feststellen ... zumal ja Afrika auch groß ist und wir nicht wissen, ob Afrika in Deinem Rollenspiel auch wirklich mit Afrika im Zusammenhang steht. ;)

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 14:28
"In meinem Rollenspiel kriegen Afrikaner +1 auf Stärke und -1 auf Intelligenz (höhö)."
Ist diese Aussage rassistisch oder nicht?

Höhö, schöner Versuch... natürlich kann man ein rassistisches Rollenspiel schreiben, das reale rassistische Ideen in eine Rollenspielwelt überträgt. Aber ich spiele selten Warhammer 1880: The Colonial Wars... vieleicht auch weil es leider nicht existiert  :-\ Eine komplette Fantasiewelt die allerdings unabhängig von unserer ist sehe ich kein Relevanz rassistischer Ideen. Das schlimmste was mir in dem Bereich untergekommen ist wäre noch Star Trek, aber das spiel ich nicht.

Das sind sie teilweise auch in der echten Welt.
Die Anzahl asiatischer Spitzenbasketballer ist doch eher überschaubar.

Der physisch größte und nicht gerade unerfolgreiche Basketballspieler der NBA ist derzeit Chinese. Ich schiebe das mal lieber auf die nicht so große Beliebtheit des Sports ausserhalb der USA, der dafür sorgt, dass man die meisten erfolgreichen Athleten auch dort findet. Oder war deine Aussage einfach ein praktisches Beispiel von Rassismus?*



Edit: *das klang jetzt härter beim nochmal drüberlesen als es sollte, das ist mit einem Augenzwinkern aufzunehmen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Trichter am 29.04.2011 | 14:36
Kennt jemand das Buch: Der stählerne Traum
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_st%C3%A4hlerne_Traum (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_st%C3%A4hlerne_Traum)

Passt gewissermaßen zum Thema, da darin die parallelen zwischen rassistischem Gedankengut und einigen Fantasysettings aufgezeigt werden. Die Story beschreibt dabei Hitler, der anstatt Krieg zu führen lieber Comiczeichner geworden ist und mit seinen Ideen und Anschauungen eine Fantasywelt beschrieben hat.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 14:40
Der physisch größte und nicht gerade unerfolgreiche Basketballspieler der NBA ist derzeit Chinese. Ich schiebe das mal lieber auf die nicht so große Beliebtheit des Sports ausserhalb der USA, der dafür sorgt, dass man die meisten erfolgreichen Athleten auch dort findet.

Dass Asiaten im Schnitt kleiner als Angehörige vieler anderer Volksgruppen sind, ist nun einmal so. Ausnahmen bestätigen die Regel  ;) In den USA leben auch viele Asiaten, also kann man mit der Kultur nicht argumentieren. Insofern könnte man durchaus rechtfertigen, dass Asiaten -1 auf Größe bekommen (sozusagen). Das schließt Ausnahmen ja nicht aus.


Afrikaner haben im Schnitt auch dunklere Haut als Nordeuropäer. Der Einfluss der Genpools* lässt sich nicht wegdiskutieren.

*überhaupt werden in Rollenspielsettings Völker wesentlich starrer und isolierter betrachtet, als sie in der Realität sind. Und die Genpools auf der Erde sind besonders seit der Globalisierung einer starken Durchmischung unterworfen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 14:41
Afrikaner haben im Schnitt auch dunklere Haut als Nordeuropäer.

Gilt das auch für alle Südafrikaner|innen?  ::)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 29.04.2011 | 14:44
Kennt jemand das Buch: Der stählerne Traum


Ja, Norman Spinrad finde ich generell ganz gut. Ist aber sehr auf die Militär-Sci-Fi der 50er und 60er Jahre bezogen. Hat mich aber damals trotzdem zum Nachdenken über FAntasy gebracht (und zu allem Überfluss ist mir dann kurze Zeit später einer der berüchtigten GOR-Romane in die Hände gefallen.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 29.04.2011 | 14:45
ilt das auch für alle Südafrikaner|innen?  ::)
Kommt darauf an:
Südafrikanische Ureinwohner: Ja, für die gilt das auch.
Europäische Kolonisten in Südafrika: Nein, für die gilt das nicht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Liftboy am 29.04.2011 | 14:45
Na gut.
Cordovan hat Unrecht.  ;D

Ausnahmsweise.  ;D

Ich trenne einfach zwischen Spiel und Realität. Sonst könnte ich auch kein Pulp spielen, wo anscheinend 70% aller deutschen, Nazis sind.  ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 14:47
Hach, aber solche Äußerlichkeiten haben doch mit Rassismus nichts zu tun, solange sie nicht von Rassisten zu diskriminierenden Zwecken ausgeschlachtet werden. Es wird ja niemand bestreiten, dass äußere Merkmale und viele andere Dinge vererblich sind.

Aber Rassismus ist doch eine Vorstellung, bei der an die Herkunft --- wie ich schon mal schrieb -- Charakterzüge, Zugehörigkeiten, Werte, Rechte geknüpft werden. Nicht Hautfarbe, Körpergröße, Augenform etc. Nur aufgrund rassistischer Vorstellungen werden solche Merkmale teilweise mit derartigen Vorurteilen verknüpft. Aber an sich sind die völlig unerheblich.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 14:48
Afrikaner haben im Schnitt auch dunklere Haut als Nordeuropäer. Der Einfluss der Genpools* lässt sich nicht wegdiskutieren.

*überhaupt werden in Rollenspielsettings Völker wesentlich starrer und isolierter betrachtet, als sie in der Realität sind. Und die Genpools auf der Erde sind besonders seit der Globalisierung einer starken Durchmischung unterworfen.

Das stimmt, aber 'positiver Rassimus' ist nicht negativ Bewertet in unserem Gesellschaftssystem und wird gerne und oft benutzt. Sozusagen, der Einfluss des Genpools auf positive Eigenschaften lässt sich incht wegdiskutieren und ist daher auch kein 'Rassimus' in dem Sinne wie er von der Gesellschaft verstanden wird. Negative Eigenschaften durch genetische Merkmale bestimmter Volkgsgruppen gibt es per Dogma bei uns nicht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 14:48
Allen, die ähnliche Theorien haben wie Tudor, sei an dieser Stelle de Wikipedia-Artikel zur Rassentheorie (http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie) empfohlen. Heute spricht niemand mehr ernsthaft von Rassen, und das eben nicht nur aus Gründen der politischen Korrektheit, sondern auch, weil es beim Menschen schlicht Unfug ist. Rassenstatus oder eben Subspeziesstatus könnte iirc z.B. Mensch und Neanderthaler gehabt haben - beide waren bis hin zur genetischen Ebene deutlich unterschiedlich und trotzdem noch sexuell kompatibel.

Zur Hautfarbe gibt es im Übrigen Theorien, die besagen, dass diese Unterschiede zu großen Teilen auf sexueller Selektionierung beruhen. Warum ausgerechnet die Hautfarbe für echte "qualitative" Unterschiede zwischen Menschengruppen herhalten muss, werde ich wohl aber nie verstehen.

Zitat
Negative Eigenschaften durch genetische Merkmale bestimmter Volkgsgruppen gibt es per Dogma bei uns nicht.

Habe es mal korrigiert. "Positive" Eigenschaften übrigens auch nicht. In der Biologie wird nicht bewertet.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 14:50

Der physisch größte und nicht gerade unerfolgreiche Basketballspieler der NBA ist derzeit Chinese. Ich schiebe das mal lieber auf die nicht so große Beliebtheit des Sports ausserhalb der USA, der dafür sorgt, dass man die meisten erfolgreichen Athleten auch dort findet.

Ach, in den USA gibt es also keine oder nur insignifikant wenige Asiaten?
Ich habe schon aus gutem Grund "Asiaten" und nicht "Japaner" oder "Chinesen" geschrieben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 14:53
Die Frage war ja auch nicht auf die USA beschränkt, die Einschränkung habe ich künstlich in die Antwort einfliesen lassen, weil ich sie für Relevant halte was die Gewichtung dieses Sports in verschiedenen Kulturkreisen angeht. Ansonsten sind Asiaten mit 4.9% eine recht kleine Gruppe was die USA angeht (2010), da schneiden fast nur noch die Indianer schlechter ab... was irgendwie traurig ist, wenn man das so laut sagt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 14:55
Allen, die ähnliche Theorien haben wie Tudor, sei an dieser Stelle de Wikipedia-Artikel zur Rassentheorie (http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie) empfohlen. Heute spricht niemand mehr ernsthaft von Rassen, und das eben nicht nur aus Gründen der politischen Korrektheit, sondern auch, weil es beim Menschen schlicht Unfug ist.



In Deutschland vielleicht, hier sind wir aber auch gebrannte Kinder.
Der englische Wikipediartikel zu "Race" ist da schon weitaus aufschlussreicher.

http://en.wikipedia.org/wiki/Race_(classification_of_humans) (http://en.wikipedia.org/wiki/Race_(classification_of_humans))

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Chaosdada am 29.04.2011 | 14:57
WdH, die Rassenbeschreibung der Utulus.
Das haben sie in den späteren Versionen gestrichen.

In einem Rollenspiel muss man schon allein wegen der Balance, wenn man Asiaten einen Abzug auf Größe gibt (und Größe gut ist, z.B. wegen der Trefferpunkte), ihnen auch einen Bonus geben.
Und jede positive Diskriminierung ist gleichzeitig eine negative für alle anderen. Um beim RPG-Beispiel zu bleiben: Wenn ich nun sage Asiaten haben Intelligenz +1, macht das alle anderen dümmer.

Kommt darauf an:
Nein, kommt es nicht. Im Schnitt haben Südafrikaner die dunklere Haut.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 29.04.2011 | 14:58
Da gabsdoch die Darstellung von Gnomen als moralischfragwürdige Händler in irgendsonem Fantasyreihe. Diefand ich immer etwas schwierig.

 
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Chaosdada am 29.04.2011 | 15:04
Da gabsdoch die Darstellung von Gnomen als moralischfragwürdige Händler in irgendsonem Fantasyreihe. Diefand ich immer etwas schwierig.
Über die nicht-menschlichen Rassen wird sich ja auch viel öfter aufgeregt. Nicht wegen irgendwelcher Spielwerte, sondern weil es in vielen Fantasy-Welten "böse Rassen" gibt. Intelligente Monster, die als Schwertfutter gedacht sind, und damit das bedenkenlos möglich ist, sind sie eben allesamt von Grund auf schlecht, blutrünstig und verdorben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 29.04.2011 | 15:05
Über die nicht-menschlichen Rassen wird sich ja auch viel öfter aufgeregt. Nicht wegen irgendwelcher Spielwerte, sondern weil es in vielen Fantasy-Welten "böse Rassen" gibt. Intelligente Monster, die als Schwertfutter gedacht sind, und damit das bedenkenlos möglich ist, sind sie eben allesamt von Grund auf schlecht, blutrünstig und verdorben sind.

Da isses dann auchmeist egal ob das Nature oder Nurture ist. SciFi ist übrigens genauso schlimm in der Hinsicht, siehe Startrek oder Master of Orion.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: OldSam am 29.04.2011 | 15:05
Nein, rassistisch wäre es wenn es mit der Begründung geschieht, das es in der realen Welt ja auch so ist.

Eine fehlende Begründung ändert aber nichts am impliziten Rassismus der ursprünglichen Aussage...
In dem zugespitzten Beispiel ist es schon ein relativ klarer Fall.


Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 15:08
Die Frage war ja auch nicht auf die USA beschränkt, die Einschränkung habe ich künstlich in die Antwort einfliesen lassen, weil ich sie für Relevant halte was die Gewichtung dieses Sports in verschiedenen Kulturkreisen angeht. Ansonsten sind Asiaten mit 4.9% eine recht kleine Gruppe was die USA angeht (2010), da schneiden fast nur noch die Indianer schlechter ab... was irgendwie traurig ist, wenn man das so laut sagt.

Dieses festmachen an den Bevölkerungsanteilen funktioniert bei Basketball aber eben nicht besonders gut.
Ginge es danach (und hätten genetische Eigenschaften keinen relevanten Einfluss), lässt sich der Anteil von 75% Afro-Amerikanern in der NBA in 2008 nicht besonders gut erklären.

Noch deutlicher wird es wenn man sich mal die Dominanz von "schwarzen" im Laufsport ansieht.

Das haben sie in den späteren Versionen gestrichen.



Naja...
Die Zeile (bei der Rassenbeschreibung, nicht bei der Kultur!)
"Die Utulus sind ausgesprochen musikalisch, vor allem im rhytmischen Bereich" ist jetzt nicht gerade ein Glanzstück politischer Korrektheit, insbesondere nicht in Kombination mit einem Rassebonus auf Tanzen.
Stammt übrigens aus einem WdH von 2007

Da gabsdoch die Darstellung von Gnomen als moralischfragwürdige Händler in irgendsonem Fantasyreihe. Diefand ich immer etwas schwierig.

Grolme in den dunklen Zeiten?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 15:12
Mensch kann Fiktion nicht immer so schön sauber von den wahrgenommenen Einflüssen unserer erfahrbaren Lebenswirklichkeit trennen.
Wer das nicht trennen kann hat m.E. ein gewaltiges Problem o_O

Ein Aufhängen an der Realitätsverknüpfung halte ich hier für nicht sonderlich zielführend.
Aber auch nur nicht wenn man munter weiterhin Fiktion und Realitaet vermischen beziehungsweise verknuepfen will.
Die ganze Diskussion basiert doch auf der Unfaehigkeit / Unwille Fiktion und Realitaet zu trennen.
Und hat m.E. das gleiche Muster wie jene die Spielern von Ego Shootern versucht die Tendenz anzuhaengen Amoklaeufer zu sein oder jene die unterstellt das Monopoly aus Kindern Kapitalisten macht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 15:15
Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?

Natürlich ist es Bockmist, wenn man eine dunkelhäutige "Menschenrasse" kreiert, die von Natur aus einen Bonus auf "Trommeln" bekommt (und zwar per Rasse, nicht per Kultur). Sowas ist mir bisher aber wirklich nur in DSA4 untergekommen.

Ich hab nach einen "Trommeln" Bonus in DSA 4.2 gesucht aber nichts gefunden.

Es währe ganz nett wenn jemand die Publikation nennen könnte in der von diesen merkwürdigen "Hautfarbe abhängigen Vorteil" die Rede ist, falls es diese überhaupt gibt.

WdH, die Rassenbeschreibung der Utulus.
Ist aber auch eine der ganz wenigen Stellen die ein bisschen in die Richtung gehen, der Rest des Buches ist ja politisch überkorrekt bis zum erbrechen.

Es gibt also keinen "Hautfarbe begründeten Trommeln Bonus" für Waldmenschen in DSA?

Dacht ich mir, wie kommen die Leute nur immer auf sowas *grumel*
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 29.04.2011 | 15:15
Es gibt aber noch den Aberglaube Malus für die Rasse Thorwaler und ähnliches Zeug. Bei D&D ja genauso, da bekomm ich als Dragonborn den Vorteil Atemwaffe, als ob alle Dragonborn Atemwaffen hätten.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Chaosdada am 29.04.2011 | 15:20
Es gibt also keinen "Hautfarbe begründeten Trommeln Bonus" für Waldmenschen in DSA?

Dacht ich mir, wie kommen die Leute nur immer auf sowas *grumel*
Weil es genau das in einer früheren Version von DSA4 doch gab (natürlich nicht wirklich Hautfarbe begründeten, aber eben über die Rasse). Die Publikation ist Aventurische Helden aus Schwerter und Helden.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 15:21

Aber auch nur nicht wenn man munter weiterhin Fiktion und Realitaet vermischen beziehungsweise verknuepfen will.
Die ganze Diskussion basiert doch auf der Unfaehigkeit / Unwille Fiktion und Realitaet zu trennen.
Und hat m.E. das gleiche Muster wie jene die Spielern von Ego Shootern versucht die Tendenz anzuhaengen Amoklaeufer zu sein oder jene die unterstellt das Monopoly aus Kindern Kapitalisten macht.

Hm, ich sehe das glaube ich ein wenig anders, ich versuchs mal mit einem Beispiel:

In einem Ego-Shooter jemandem die Rübe wegzuballern ist in gewissem Sinne Gewalt, genauso wie es in gewissem Sinne rassistisch ist, innerhalb eines RPG einen angehörigen einer spezifischen Rasse als Minderwertig zu betrachten.
Es ist in beiden Fällen nur nicht schlimm, weil es eben keine realen Existenzen betrifft.
Bits und Papier sind nun einmal keine Wesen aus Fleisch und Blut.

Für manche Leute mag es dann vielleicht noch eine zusätzliche Bewertungsschranke geben, die davon abhängt ob das dargestellte fiktive einen bezug zu realen Begebenheiten hat.
Das freudige Niedermetzeln primitiver Aliens auf Riegel 17 würde dann anders bewertet als der gleiche Akt in einem Szenario, das 15xx in Amerika spielt, obwohl in beiden Fällen niemand zu schaden kommt.


Zitat von: Helmron
Es gibt also keinen "Hautfarbe begründeten Trommeln Bonus" für Waldmenschen in DSA?
Trommeln nicht, Tanzen ja.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 15:25
Es gibt aber noch den Aberglaube Malus für die Rasse Thorwaler und ähnliches Zeug.

Das kann ich bestätigen oder wie die thorwalische Piratin sagen würde:

Zitat
Es ist mir Wurscht, wie viel Ihr für diese Passage bezahlt habt. Das Käuzchen hat dreimal gerufen, auf der Rahe saß eine Spinne und eine Möwe hat siebenmal das Krähennest umkreist - ich lege heute nicht ab und damit Schluss!  
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 15:26
Hm, ich glaube, wir hängen uns hier ggf. nur an einem Beispiel auf.

@ Orkpack:

Sag mal, hast Du ggf. ein paar weitere Beispiele für das, was Du in einem Eingangsposting beschreibst?

Möglicherweise verschwimmen hier nämlich zwei Ebenen. Einmal das, was in den Regelwerken angelegt ist. Und zum Anderen, wie wir als Rollenspieler|innen spielen. In beiden können sich "rassistische" (ich würd's eher "mit Vorurteilen beladene" oder "menschenfeindliche" Tendenzen bezeichnen) niederschlagen.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 15:28
Dieses festmachen an den Bevölkerungsanteilen funktioniert bei Basketball aber eben nicht besonders gut.
Ginge es danach (und hätten genetische Eigenschaften keinen relevanten Einfluss), lässt sich der Anteil von 75% Afro-Amerikanern in der NBA in 2008 nicht besonders gut erklären.

Noch deutlicher wird es wenn man sich mal die Dominanz von "schwarzen" im Laufsport ansieht.

Siehe mein Kommentar weiter oben zu positiven-Rassismus. Du darfst sagen, es gibt viele Leute da, weil die art von Leuten das gut können.... du darfst nicht sagen, es gibt wenig Leute da, weil die das nicht so gut können. Letzteres wäre rassistisch im Sinne wie unsere Gesellschaft Rassismus definiert und das gibt es per Dogma nicht. Aber ich wiederhole mich.

Wobei man ihn natürlich trotzdem noch ohne genetische Relevanz erklären könnte wenn man sich nur anstrengt, zB damit, dass schwarze Familien meist sozial benachteiligt sind und daher Sportstipendien, bzw die Anwerbung für ein Collegeteam zu spiel für selbige oft die einzigen Möglichkeiten sind eine bessere Schule zu besuchen. Usw, usw, blablabla
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 15:30
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: OldSam am 29.04.2011 | 15:34
Zudem werden bei Tieren und Pflanzen ja Rassen gezielt gezüchtet. Dass sich die Eigenschaften vererben, wird dort nicht bezweifelt. Phänotyp und Genotyp hängen zusammen.
Bin auch kein Biologe, aber klar ist hier, dass zwischen "Eigenschaften" und "Rasse" ein wichtiger Unterschied besteht. Das bestimmte Merkmale wie die Hautfarbe (anteilig, mehr oder weniger) vererbt werden ist klar, genau wie auch Augenfarbe, Haarfarbe, Körpergröße, Gesichtsform usw. durch die Vererbung beeinflusst werden, aber allein aus der Übereinstimmung einiger Merkmale lässt sich halt noch keine Rasse ableiten.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 15:41
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 15:47
Das kann ich bestätigen oder wie die thorwalische Piratin sagen würde:


Ist nur leider falsch.
Der Aberglaube ist im Kulturpaket verpackt, nicht in der Rasse.
Ein brabaker Thorwaler hätte dieses Problem also nicht.

Dafür gibts eben den Jähzorn als rassischen Nachteil.

Siehe mein Kommentar weiter oben zu positiven-Rassismus. Du darfst sagen, es gibt viele Leute da, weil die art von Leuten das gut können.... du darfst nicht sagen, es gibt wenig Leute da, weil die das nicht so gut können. Letzteres wäre rassistisch im Sinne wie unsere Gesellschaft Rassismus definiert und das gibt es per Dogma nicht. Aber ich wiederhole mich.

Ach je, diese Unterteilung in positiven und negativen Rassismus ist eh scheinheilig und lächerlich bis zum geht-nicht-mehr.
Wie die Gesellschaft Rassismus definiert ist sicher eine sehr interessante Frage, insbesondere da man sich weder hier im Strang, noch auf bekannten Plattformen wie Wikipedia auf eine einzige Definition einigen kann.

Zitat
Wobei man ihn natürlich trotzdem noch ohne genetische Relevanz erklären könnte wenn man sich nur anstrengt, zB damit, dass schwarze Familien meist sozial benachteiligt sind und daher Sportstipendien, bzw die Anwerbung für ein Collegeteam zu spiel für selbige oft die einzigen Möglichkeiten sind eine bessere Schule zu besuchen. Usw, usw, blablabla

Klar, irgendwie herbeireden kann man natürlich immer etwas.
Ausreden zu finden, warum etwas das gefälligst nicht sein darf nicht ist, darin ist der Mensch doch recht toll.

Zitat von: Tudor the Traveller
Kann es sein, dass das vielleicht DOCH der political correctness hierzulande geschuldet ist?
Das "vielleicht" würde ich hier streichen.
So rein gefühlsmäßig scheinen viele Leute auch damit Probleme zu haben, zwischen der Frage nach der Anerkennung der Existenz von (menschlichen sub-) Rassen und der Frage nach der Bewertung der Unterschiede unterscheiden zu können.
Eine anerkennung dass Dackel und Schäfer zwei unterschiedliche Hunderassen sind, bedingt ja nicht zwangsläufig eine Akzeptanz der behauptung einer angeblichen Höher- oder Minderwertigkeit einer der beiden Rassen, oder einem Verbot der Vermischung der beiden.
Eine gesellschaftliche Akzeptanz der Existenz von Unterschieden brächte aber mMn wohl das Risiko mit sich, das gerade Personen die eine rassische Hierarchie herleiten wollen, nun einfacher agieren können.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 15:49
Es ist bei jeder Rassismus-Diskussion dasselbe: Es wird über Genetik und Biologie debattiert. Rassismus ist aber eine Ideologie. Ich muss doch auch nicht über die Existenz verschiedener Geschlechter und primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale reden, wenn es um Sexismus geht. Beim Rassismus geht es um Zuschreibungen. Einem Menschen mit dunkler Haut (angeboren) muss ich die nicht erst zuschreiben. Die hat er einfach. Man kann aber -- und das ist rassistisch -- zuschreiben: Deutsche sind tüchtig, ehrlich, haben das alleinige Recht auf den Thüringer Wald als Teil ihrer Heimat, Araber sind verschlagen und verlogen, Germanen sind freiheitsliebend, Italiener sind faul, Asiaten sind herzlos, "Kopftuchmädchen" bringen fast nur dumme Kinder zur Welt, "Neger" sind schmutzig, Donauschwaben haben Recht auf Rückkehr, dies und jenes liegt denen im Blut, "Zigeuner" sind schädlich und klauen ....

EDIT: vier erklärende Worte hinzugefügt, eines geändert und Anführungszeichen gesetzt, um zu verdeutlichen, dass diese Begriffe aus rassistischen Diskursen stammen und absichtlich herangezogen wurden, um diese zu illustrieren, nicht aber statthaft sind.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 29.04.2011 | 15:54
So rein gefühlsmäßig scheinen viele Leute auch damit Probleme zu haben, zwischen der Frage nach der Anerkennung der Existenz von (menschlichen sub-) Rassen und der Frage nach der Bewertung der Unterschiede unterscheiden zu können.

Genau das ist das Kernproblem bei der Sache. Und du solltest meine Erklärung der Situation nicht als Darstellung meiner Meinung sehen, sonst würde ich wohl von dem Wort Dogma abstand halten.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 15:56
Es ist bei jeder Rassismus-Diskussion dasselbe: Es wird über Genetik und Biologie debattiert. Rassismus ist aber eine Ideologie. Ich muss doch auch nicht über die Existenz verschiedener Geschlechter und primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale reden, wenn es um Sexismus geht. Beim Rassismus geht es um Zuschreibungen. Einem Menschen mit dunkler Haut (angeboren) muss ich die nicht erst zuschreiben. Die hat er einfach. Ich kann aber zuschreiben: Deutsche sind tüchtig, ehrlich, haben das alleinige Recht auf den Thüringer Wald als Teil ihrer Heimat, Araber sind verschlagen und verlogen, Germanen sind freiheitsliebend, Italiener sind faul, Asiaten sind herzlos, Kopftuchmädchen bringen fast nur dumme Kinder zur Welt, Neger sind schmutzig, Donauschwaben haben Recht auf Rückkehr, dies und jenes liegt denen im Blut, Zigeuner sind schädlich und klauen ....

Das ist so ein typischer Augenverschliesserbeitrag bei dem Sachen vermengt werden die nicht zusammengehören.
Streich den ganzen Mist und versuch dann mal rational an wirklich problematische Themen wie "race and intelligence", oder (noch mal deutlich unangenehmer) "race and health" ranzugehen.

Da wird es dann nämlich wirklich unschön und das bequeme "sind alles nur zuschreibungen" funktioniert nicht mehr so leicht.


Genau das ist das Kernproblem bei der Sache. Und du solltest meine Erklärung der Situation nicht als Darstellung meiner Meinung sehen, sonst würde ich wohl von dem Wort Dogma abstand halten.

Danke für die Klarstellung.
Ich empfand den Hinweis leider nicht als Eindeutig genug.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: First Orko am 29.04.2011 | 15:57
Es ist bei jeder Rassismus-Diskussion dasselbe: Es wird über Genetik und Biologie debattiert. Rassismus ist aber eine Ideologie. Ich muss doch auch nicht über die Existenz verschiedener Geschlechter und primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale reden, wenn es um Sexismus geht. Beim Rassismus geht es um Zuschreibungen. Einem Menschen mit dunkler Haut (angeboren) muss ich die nicht erst zuschreiben. Die hat er einfach. Ich kann aber zuschreiben: Deutsche sind tüchtig, ehrlich, haben das alleinige Recht auf den Thüringer Wald als Teil ihrer Heimat, Araber sind verschlagen und verlogen, Germanen sind freiheitsliebend, Italiener sind faul, Asiaten sind herzlos, Kopftuchmädchen bringen fast nur dumme Kinder zur Welt, Neger sind schmutzig, Donauschwaben haben Recht auf Rückkehr, dies und jenes liegt denen im Blut, Zigeuner sind schädlich und klauen ....

+1  :d
(Danke dafür. Ich könnte mich auch jedes Mal wieder drüber aufregen. Zumal die angesprochenen Diskussionen über Genetik etc genau das sind, was bestimmte Leute mit fragwürdigen politischen Gesinnungen etablieren möchten.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 15:57
Hm, ich sehe das glaube ich ein wenig anders, ich versuchs mal mit einem Beispiel:

In einem Ego-Shooter jemandem die Rübe wegzuballern ist in gewissem Sinne Gewalt, genauso wie es in gewissem Sinne rassistisch ist, innerhalb eines RPG einen angehörigen einer spezifischen Rasse als Minderwertig zu betrachten.
Es ist in beiden Fällen nur nicht schlimm, weil es eben keine realen Existenzen betrifft.
Bits und Papier sind nun einmal keine Wesen aus Fleisch und Blut.
Es ist beides weder gewalttaetig noch rassistisch da sich beides auf eine Fiktion bezieht.

Das heisst wer Ego-Shooter spielt uebt keine Gewalt aus.
Es wird niemand verletzt, beeintraechtigt bzw. kein Gewalt Akt vollzogen.

Ebenso wie jemand der Monopoly spielt keinen Kapitalismus ausuebt.
Es wechselt kein Geld den Besitzer und es wird nichts erworben.

Wenn wer in einem RPG einer Figur aufgrund von Parameter Faehigkeiten gibt ist nicht rassistisch.
Es ist schliesslich kein Person oder Mensch betroffen.

Ich halte es fuer falsch davon auszugehen das es "nur nicht schlimm sei" weil es keine reale Existenz betrifft, weil es bereits impliziert das es eine reale Existenz betreffen koennte. Das die Vermischung von Fiktion [Spiel] und Realitaet geben koennte. Die jedoch bereits im Ansatz nicht gegeben ist.


Das heisst aufgrund der Tatsache das es keine Menschen betrifft respektive ein Spiel und / oder Fiktion ist, ist es imho unzulaessig den Anspruch an die Spieler zu stellen ueber das Verhalten zu reflektieren beziehungsweise es zu bewerten als wuerde es einer Handlung in der Realitaet entsprechen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 16:00
Ist nur leider falsch.
Der Aberglaube ist im Kulturpaket verpackt, nicht in der Rasse.
Ein brabaker Thorwaler hätte dieses Problem also nicht.

Dafür gibts eben den Jähzorn als rassischen Nachteil.


Oha da hab ich mich vertan...

Danke für die Richtigstellung.

Aber ich finde es ist noch kein Rassismus wenn Thorwaller und Zwerge + 1 Auf Zechen und Elfen und Waldmenschen + 1 auf Tanzen haben (wobei ich mir bei den Waldmenschen nicht sicher bin da über sie nicht viel im Basisregelwerk zu finden ist.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Chaosdada am 29.04.2011 | 16:05
Aber ich finde es ist noch kein Rassismus wenn Thorwaller und Zwerge + 1 Auf Zechen und Elfen und Waldmenschen + 1 auf Tanzen haben (wobei ich mir bei den Waldmenschen nicht sicher bin da über sie nicht viel im Basisregelwerk zu finden ist.)
Ich auch nicht, aber ob Waldmenschen +1 auf Tanzen oder Utulus +1 auf Musizieren kriegen macht diesbezüglich keinen Unterschied.
Überhaupt sind mehr Unterschiede besser, damit die Auswahl bedeutender wird.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 16:08
aber allein aus der Übereinstimmung einiger Merkmale lässt sich halt noch keine Rasse ableiten.

Doch. Genauso werden Rassen definiert. Per Konvention zeichnet sich dann eine Rasse X durch die Eigenschaften A, B und C aus, die andere Rassen nicht haben. z.B. dunkle Haut/dunkles Fell/blaue Augen/ whatever. Das Problem ist sinnvolle Alleinstellungsmerkmale zu finden. Aber nur weil man sich nicht einigen kann, wie man die beobachteten Merkmale sinnvoll ordnet, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 16:10
Ich auch nicht, aber ob Waldmenschen +1 auf Tanzen oder Utulus +1 auf Musizieren kriegen macht diesbezüglich keinen Unterschied.
Überhaupt sind mehr Unterschiede besser, damit die Auswahl bedeutender wird.

Ja, da hast du recht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Belchion am 29.04.2011 | 16:13
Es ist bei jeder Rassismus-Diskussion dasselbe: Es wird über Genetik und Biologie debattiert. Rassismus ist aber eine Ideologie.
Dem kann ich nur zustimmen. Für den Rassismus ist es vollkommen egal, ob es verschiedene Menschenrassen gibt oder nicht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 16:15
Aber ich finde es ist noch kein Rassismus wenn Thorwaller und Zwerge + 1 Auf Zechen und Elfen und Waldmenschen + 1 auf Tanzen haben (wobei ich mir bei den Waldmenschen nicht sicher bin da über sie nicht viel im Basisregelwerk zu finden ist.)

Nein, weil da Volk und Kultur untrennbar verwoben sind. Aber das ist ein guter Ausgangspunkt für eine Überlegung: Ein Thorwaler, der aus irgendwelchen Gründen woanders aufwächst, wo nicht so viel gesoffen wird... bekommt er den Bonus von +1 auf Zechen oder nicht?

- nein, denn das resultiert aus kulturellem "Training"

- ja, weil Thorwaler von Natur aus Alkohol schneller abbauen können
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 16:15
Das ist so ein typischer Augenverschliesserbeitrag bei dem Sachen vermengt werden die nicht zusammengehören.
Streich den ganzen Mist und versuch dann mal rational an wirklich problematische Themen wie "race and intelligence", oder (noch mal deutlich unangenehmer) "race and health" ranzugehen.

Da wird es dann nämlich wirklich unschön und das bequeme "sind alles nur zuschreibungen" funktioniert nicht mehr so leicht.

Du willst einfach nur über etwas ganz anderes reden. Du willst darüber reden, ob "health" oder "intelligence" etwas mit Vererbung zu tun haben. Das Phänomen des "real existierenden" Rassismus umschiffst Du damit aber. Denn Rassismus ist keine Krebsforschung, sondern eine Ideologie, die man beschreiben kann und die von mir genannten und noch viel mehr Zuschreibungen vornimmt. Auch wenn da freilich noch ganz andere Sachen wie Ressentiments usw. reinspielen.

Aber bevor man sich tatsächlich Gedanken darüber macht, weshalb solche Zuschreibungen munter weitertradiert werden und populistisch ausgenutzt werden können, kümmert man sich lieber um "wirklich problematische Themen" wie die, ob Schwarze im Schnitt schneller laufen können als Weiße oder nicht, und wenn ja, ob das an den Genen liegt oder an einem Dutzend sozialer Faktoren.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 16:20
Doch. Genauso werden Rassen definiert. Per Konvention zeichnet sich dann eine Rasse X durch die Eigenschaften A, B und C aus, die andere Rassen nicht haben. z.B. dunkle Haut/dunkles Fell/blaue Augen/ whatever. Das Problem ist sinnvolle Alleinstellungsmerkmale zu finden. Aber nur weil man sich nicht einigen kann, wie man die beobachteten Merkmale sinnvoll ordnet, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.

Das ist z.B. Humbug. Obama, z.B., der, obwohl genetisch nur zu 1/4 "schwarz", wird durchgehend als Schwarzer bezeichnet. Auch die meisten "Schwarzen", die zu weniger als der Hälfte "schwarz" sind, sehen sich selbst als tendenziell einer hypothetischen schwarzen Rasse zugehörig. Dann anzufangen, genetisch argumentieren zu wollen, ist schlichtweg magisches Denken und wissenschaftlicher Humbug. Korknadel trifft es: Rassismus ist Ideologie und keine Wissenschaft.

Bei den meisten Themen von Race&Health und Race&Intelligence handelt es sich übrigens wohl eher um Scheinkorrelationen. 1. gibt es gerade bei Race&Health viel mehr Beispiele, die dafür sprechen, dass es keinen Zusammenhang gibt und dass beobachtbare Unterschiede an Populationen und nicht an etwaigen Rassen liegen (vergleiche z.B. das Vorkommen von Sichelzellanämie und das Auftreten von schwarzer Hautfarbe). 2. Vergleicht Race&Intelligence viel eher die durch Bildung bestimmte Intelligenz bestimmter sozialer Schichten, die nicht so durchlässig sind, wie gern behauptet (trickle down, hahahaha). Genetische Ursachen innerhalb von Rassen können weitestgehend ausgeschlossen werden.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Deep One am 29.04.2011 | 16:21

Jetzt hatte ich zuletzt eine intressante Diskussion mit einem Soziologie Studenten der mir sagte das der ansatz viele Systheme, nämlich das Eigenschaften von der Rasse abhänge, Rasistische überlegungen verstärken oder bestätigen könnten.

Ab hier war mir klar, was passieren würde. Und ich werde trotzdem am Sonntag unreflektiert meinen Kämpfer seiner rassistischen Gewaltneigung gegen unterprivilegierte Dunkelelfinnen in sonnenlichtdistanzierten Milieus nachgehen und ihn so das Patriarchat stärken lassen. Höhö. (http://i33.photobucket.com/albums/d93/0339/cool.gif)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 16:22
@ Knorknadel:

Wobei Darius m.E. insofern Recht zu haben scheint, als dass die Probleme, die er meint, durch die Rassismusdebatten ein gewisses Geschmäckle bekommen. Ansonsten Zustimmung.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: OldSam am 29.04.2011 | 16:26
Aber nur weil man sich nicht einigen kann, wie man die beobachteten Merkmale sinnvoll ordnet, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.
Die Existenz der Merkmale wird ja nicht angezweifelt, sondern die Selbstverständlichkeit von deren Einordnung in die Rassenkonvention,  entweder hat man sich auf eine solche Konvention geeinigt oder nicht. Man kann natürlich selbstständig eine Konvention treffen (mögliche Voraussetzungen dafür sind ja vorhanden), aber man kann nicht sagen diese Einordnung wäre dann zwingend gegeben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 16:28
Es ist beides weder gewalttaetig noch rassistisch da sich beides auf eine Fiktion bezieht.
Das sehe ich nicht so.
Es sind die gleichen Verhaltensweisen und Muster wie bei realem Rassismus, nur das Zielobjekt ist ein anderes.
ll
Zitat
Das heisst wer Ego-Shooter spielt uebt keine Gewalt aus.
Es wird niemand verletzt, beeintraechtigt bzw. kein Gewalt Akt vollzogen.

Ebenso wie jemand der Monopoly spielt keinen Kapitalismus ausuebt.
Es wechselt kein Geld den Besitzer und es wird nichts erworben.

Wenn wer in einem RPG einer Figur aufgrund von Parameter Faehigkeiten gibt ist nicht rassistisch.
Es ist schliesslich kein Person oder Mensch betroffen.

Nö. Es ist virtuelle Gewalt/Kapitualismus usw.
Blos weil ich am Ende von Monopoly maximal mit einem "ich habe gewonnen" dastehe, ändert das nichts daran, dass die Spielhandlungen kapitalistisch sind und mich auch genau darauf konditionieren.


Zitat
Ich halte es fuer falsch davon auszugehen das es "nur nicht schlimm sei" weil es keine reale Existenz betrifft, weil es bereits impliziert das es eine reale Existenz betreffen koennte.

Könnte es ja auch.
Gewalt ist ja kein herbeigeredetes konstrukt sondern ziemlich real.


Zitat
Das die Vermischung von Fiktion [Spiel] und Realitaet geben koennte. Die jedoch bereits im Ansatz nicht gegeben ist.

Da möchte ich entschieden widersprechen.
Eine absolute und vollständige Trennung von Fiktion und Realität halte ich für eine Illusion.
Gewalt im Film ist idR nicht real, trotzdem schafft sie es, ähnliche Reaktionen wie echte Gewalt hervorzurufen.

Zitat
Das heisst aufgrund der Tatsache das es keine Menschen betrifft respektive ein Spiel und / oder Fiktion ist, ist es imho unzulaessig den Anspruch an die Spieler zu stellen ueber das Verhalten zu reflektieren beziehungsweise es zu bewerten als wuerde es einer Handlung in der Realitaet entsprechen.

Ganz im Gegenteil.
Gerade in der Jugendarbeit und Gewaltprävention und auch bei Mediatoren sind Rollenspiele ein recht verbreitetes Mittel um mittels fiktiver Gewalt bzw gespielten Handlungen eine reflektion über echte Handlungen herbeizuführen.



Zitat
Aber ich finde es ist noch kein Rassismus wenn Thorwaller und Zwerge + 1 Auf Zechen und Elfen und Waldmenschen + 1 auf Tanzen haben
Je nach der eigenen Rassismusdefinition KANN man das schon als rassistisch empfinden.
Das spezifische Problem bei DSA für manche Leute ist halt (es gab dieses Thema auf Alveran mal), dass es doch recht offensichtlich von irdischen Kulturen kopiert.
Wenn dann die Wikinger als absolute Übermenschen, die körperlich total überlegen sind, dargestellt werden, wohingegen die schwarzen natürlich Musik im Blut haben, mag das dem einen oder anderen ebenso sauer aufstossen, wie anderen die Sprachvergewaltigungen bei den Professionsbeschreibungen.

Du willst einfach nur über etwas ganz anderes reden. Du willst darüber reden, ob "health" oder "intelligence" etwas mit Vererbung zu tun haben. Das Phänomen des "real existierenden" Rassismus umschiffst Du damit aber.
So ein Schmarrn.
Zum Problem des real existierenden Rassismus habe ich mich oben schon geäussert.
Was du nicht verstehst oder verstehen willst, ist dass die zwei Sachen nicht trennbar sind.
"Rassissmus" geht idR mit einer bewertung einher.
Solange man sich jetzt an denjenigen Dingern aufhängt, die wahrscheinlich ein gesellschaftliches und kein genetisches Problem sind ("Kriminalitätsrate bei Sinti und Roma ist im Vergleich zu XYZ extrem hoch")
kann der geneigte Menschenfreund problemlos jedem Populärrassiten vorhalten, wie unsinnig eine rassenhierachie ist, die auf solchen Punkten beruht..
Wendet man seinen Blick aber auf die von mir angeführten Themen, sieht man dass das ganze eben doch keine so klare Sache ist.
"Ich möchte mich nicht mit afrikanern vermischen weil ich keine Lust auf eine erhöhte Anfälligkeit für Sichelzellenanämie bei meinen Kindern habe", bekommst du mit den üblichen Anti-Rassismusargumenten ("es gibt keine Rassen!!!!") nämlich nicht vom Tisch.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 29.04.2011 | 16:31
Mal ein konstruktiver Vorschlag.
Wie wär es wenn wir ein 100% Rasissmusfreies und nicht Gewalt förderndes Rollenspielsysthem für Kinder entwickeln.
Also ich würd kostenlos einen Soundtrack zu steuern.
So eine Art Pädagogisch wertvolle Fantasy Welt?
Mann müsste das natürlich mal weiter diskutieren...ist zwar ein neues Thema aber was ist Gewaltverhelichend? Und was nicht?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 29.04.2011 | 16:32

Aber bevor man sich tatsächlich Gedanken darüber macht, weshalb solche Zuschreibungen munter weitertradiert werden und populistisch ausgenutzt werden können, kümmert man sich lieber um "wirklich problematische Themen" wie die, ob Schwarze im Schnitt schneller laufen können als Weiße oder nicht, und wenn ja, ob das an den Genen liegt oder an einem Dutzend sozialer Faktoren.

Das ist eigentlich die interessante Frage für mich: inwieweit beeinflussen die Ansichten, die in Unterhaltungsmedien publiziert werden, gewollt oder ungewollt die Konsumenten? Wahrscheinlich glaubt hier im  :T: niemand, dass die DSA-Autoren überzeugte Rassissten sind, was auch immer sie über das Trommeln und den "angeborenen Rythmus im Blut" irgendwelcher aventurischer Volksgruppen schreiben.

Aber die Leute, die das lesen? Wie viele Leser sehen das als eine Genrekonvention des Abenteuerromans an (die "früher" von imperialistischem und rassisstischem Gedankengut nur so strotzen), wieviele sehen das als eine Wiedergabe realweltlicher Verhältnisse, und wieviele ziehen daraus Schlussfolgerungen über die gesellschaftliche Stellung realweltlicher Gruppen?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 16:35
Nein, weil da Volk und Kultur untrennbar verwoben sind. Aber das ist ein guter Ausgangspunkt für eine Überlegung: Ein Thorwaler, der aus irgendwelchen Gründen woanders aufwächst, wo nicht so viel gesoffen wird... bekommt er den Bonus von +1 auf Zechen oder nicht?

- nein, denn das resultiert aus kulturellem "Training"

- ja, weil Thorwaler von Natur aus Alkohol schneller abbauen können


Interessanter Gedanke. Bei der Erstellung eines Thorwallers zahlst du 5 Gp zusätzlich.
Sagen wir der Thorwaler wächst in einer mitteländischen Stadt auf. Du hast also die Kultur "Mitteländische Städte".
Laut regeln hast du vermutlich trotzdem den Vorteil + 1 Zechen. Wie du es in der Fiktion  erklärst liegt dann bei dir.  
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 29.04.2011 | 16:36
Allen, die ähnliche Theorien haben wie Tudor, sei an dieser Stelle de Wikipedia-Artikel zur Rassentheorie (http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie) empfohlen. Heute spricht niemand mehr ernsthaft von Rassen, und das eben nicht nur aus Gründen der politischen Korrektheit, sondern auch, weil es beim Menschen schlicht Unfug ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf den englischen Wikipedia-Artikel Race (classification_of_humans) (http://en.wikipedia.org/wiki/Race_%28classification_of_humans%29) verweisen. Dieser ist deutlich neutraler formuliert als das deutsche Pendant.

Zitat
Rassenstatus oder eben Subspeziesstatus könnte iirc z.B. Mensch und Neanderthaler gehabt haben - beide waren bis hin zur genetischen Ebene deutlich unterschiedlich und trotzdem noch sexuell kompatibel.
Ob Homo Sapiens und Neandertaler fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen konnten, lässt sich heutzutage nicht mehr überprüfen. Hier gibt es Theorien in beide Richtungen.
Aber aus der Tatsache, dass man ihn taxonomisch in Homo neanderthalensis einteilt und nicht als Homo sapiens neanderthalensis bezeichnet, zeigt, was die vorherrschende Meinung ist.

Ein schönes Schaubild dafür ist auch das folgende:
Evolution des Menschen (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Homo_splitter_%28deutsch%29.png)

Zitat
Zur Hautfarbe gibt es im Übrigen Theorien, die besagen, dass diese Unterschiede zu großen Teilen auf sexueller Selektionierung beruhen. Warum ausgerechnet die Hautfarbe für echte "qualitative" Unterschiede zwischen Menschengruppen herhalten muss, werde ich wohl aber nie verstehen.
Das mit der sexuellen Selektionierung habe ich auch schon gehört, würde ich aber dann für einen großen Zufall halten:
Helle Hautfarbe ist in Nordeuropa, wo selten die Sonne scheint, sehr hilfreich, um Vitamin-D-Mangel vorzubeugen.
In Afrika benötigt man jedoch dunkle Haut, um sich vor Sonnenbrand zu schützen.
In Südeuropa benötigt man einen Kompromiss zwischen Vitamin-D-Produktion und Sonnenschutz.

Die Hautfarbe ist also in allen Regionen optimal an das dortige Klima angepasst. Wenn das auf reine sexuelle Selektion zurückzuführen wäre, wäre das ein sehr großer Zufall.

Zum zweiten Teil:
Die Hautfarbe alleine macht erstmal nur Aussagen über die Hautfarbe. Aber die Hautfarbe korrelliert sehr stark mit anderen Sachen:
Wenn ich weiß, dass jemand eine schwarze Haut hat, kann ich zum Beispiel sagen, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwarze, gekräuselte Haare besitzt und Laktoseintolerant ist.

Und jemand mit blonden Haaren hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit helle Haut und verträgt mit mittlerer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener Milch.

Diese Phänotypen haben keinen kausalen Zusammenhang. (Die Gene, die für Laktosetoleranz verantwortlich sind, haben nichts mit den Genen für die Haar- bzw. Hautfarbe zu tun.) Dennoch besteht ein korrelativer Zusammenhang.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.04.2011 | 16:37
Das ist z.B. Humbug. Obama, z.B., der, obwohl genetisch nur zu 1/4 "schwarz", wird durchgehend als Schwarzer bezeichnet. Auch die meisten "Schwarzen", die zu weniger als der Hälfte "schwarz" sind, sehen sich selbst als tendenziell einer hypothetischen schwarzen Rasse zugehörig. Dann anzufangen, genetisch argumentieren zu wollen, ist schlichtweg magisches Denken und wissenschaftlicher Humbug. Korknadel trifft es: Rassismus ist Ideologie und keine Wissenschaft.

Rassismus ist Ideologie, ja. Habe ich ja nie widersprochen. Aber das andere... Obama ist zu 1/4 "schwarz", und wird zu "den Schwarzen" gerechnet... wo widerspricht mir das? Offenbar hat er bei den 25% noch die Gene, die einen "Schwarzen" ausmachen. Es ist völlig falsch, so etwas über die Gesamtheit der Gene, also den vollen Genotyp zu betrachten. Ein einziges Gen genügt dann im Prinzip für eine Zuordnung; es muss eben nur bei der einen immer da sein, während es bei der anderen immer fehlt. Aber genau das ist ja der Knackpunkt bei der Rasseneinteilung. Man kann sich nicht auf verbindliche Regeln einigen. Insofern ist das Konzept für die Tonne. Weil es in der Umsetzung hapert.

Wie auch immer. Bin fürs Erste raus. Fröhliches im Kreis drehen noch  >;D
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 16:41
Zitat
"Ich möchte mich nicht mit afrikanern vermischen weil ich keine Lust auf eine erhöhte Anfälligkeit für Sichelzellenanämie bei meinen Kindern habe", bekommst du mit den üblichen Anti-Rassismusargumenten ("es gibt keine Rassen!!!!") nämlich nicht vom Tisch.

Aber das hat weniger damit etwas zu tun, dass die Frau erkennbar einer schwarzen Rasse angehört, als dass in ihrer Population eher zufällig eine lokale Häufigkeit des entsprechenden Gens vorliegt. Schaut man sich die Verteilung der Häufigkeit auf der Landkarte mal an, sieht man nämlich, dass innerhalb Afrikas krasse Unterschiede vorherrschen. Wie schon gesagt: Scheinkorrelation.

Zitat
Diese Phänotypen haben keinen kausalen Zusammenhang. (Die Gene, die für Laktosetoleranz verantwortlich sind, haben nichts mit den Genen für die Haar- bzw. Hautfarbe zu tun.) Dennoch besteht ein korrelativer Zusammenhang.

Deswegen ist es so wichtig, in z.B. ökologischen Studien Scheinkorrelationen rauszusieben. (Auf dem Land gibt es mehr Störche als in der Stadt. Auf dem Dorf werden pro Paar mehr Kinder geboren als in der Stadt. usw.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Sephiron am 29.04.2011 | 16:44
Jetzt widersprichst du dir aber. Wenn das "nur" Rassen sind, sind sie nämlich untereinander fortpflanzungsfähig. Das wird aber in der Regel per Genrekonvention ausgeschlossen  ;)

Das wäre mir neu o.O Halbelfen und Halborks gehören afaik sogar zu den beliebtesten "Rassen" bei D&D. In anderen Rollenspielen wurde das auch oft übernommen. Halbzwerge, Halbtrolle, Halbfeen etc hab ich auch schon gesehen, sogar ganze Halbelfen-Städte.
Explizite Aussagen, dass fortpflanzungsfähige Nachkommen nicht möglich wären, sind mE eher selten. Meist tauchen doch eher einfach irgendwo ein paar Halbelfen auf und das wars dann auch mit dem Thema.

Wenn es keine (fortpflanzungsfähigen) Mischlinge gibt, dann sinds natürlich Arten/Spezien, klar. Gibts auch öfter mal, aber mE doch seltener als Welten, in denen es eher Indizien dafür gibt, dass Mischung möglich ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 16:44
So ein Schmarrn.
Zum Problem des real existierenden Rassismus habe ich mich oben schon geäussert.
Was du nicht verstehst oder verstehen willst, ist dass die zwei Sachen nicht trennbar sind.
"Rassissmus" geht idR mit einer bewertung einher.
Solange man sich jetzt an denjenigen Dingern aufhängt, die wahrscheinlich ein gesellschaftliches und kein genetisches Problem sind ("Kriminalitätsrate bei Sinti und Roma ist im Vergleich zu XYZ extrem hoch")
kann der geneigte Menschenfreund problemlos jedem Populärrassiten vorhalten, wie unsinnig eine rassenhierachie ist, die auf solchen Punkten beruht..
Wendet man seinen Blick aber auf die von mir angeführten Themen, sieht man dass das ganze eben doch keine so klare Sache ist.
"Ich möchte mich nicht mit afrikanern vermischen weil ich keine Lust auf eine erhöhte Anfälligkeit für Sichelzellenanämie bei meinen Kindern habe", bekommst du mit den üblichen Anti-Rassismusargumenten ("es gibt keine Rassen!!!!") nämlich nicht vom Tisch.

Ähm, ja. Aber die Klischees und die Zuschreibungen sind doch damit nicht aus der Welt. Das Problem besteht doch weiterhin, und Rassismus als Ideologie gibt es auch weiterhin. Und wenn mir jetzt einer mit einem solchen Klischee kommt, was für eine Rolle spielt dann eine höhere oder niedrigere Anfälligkeit für Sichelzellenanämie?

Sorry, ich verstehe Dich wohl tatsächlich nicht, und ja, es kann auch gut sein, dass ich das nicht will (so sind sie halt, die "geneigten Menschenfreunde" ;)).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 29.04.2011 | 16:51
Das sehe ich nicht so.
Es sind die gleichen Verhaltensweisen und Muster wie bei realem Rassismus, nur das Zielobjekt ist ein anderes.

Das Gerde von der Fiktion lässt sich m.E. am Besten auch dadurch entkräften, dass sich diese "Fiktionen" in aller Regel doch ziemlich stark an dem orientieren, das wir "Realität" nennen. Ansonsten würde es doch reichen, Pixelpunkte mit anderen Pixelpunkten umzutauschen u.ä. ... Aber nein, wir werten diese "Pixel" auf, ordnen sie zu Formen und geben ihnen eine "Bedeutung", die durchaus im Zusammenhang mit unserer "Realität" steht.

Du hast zwar Folgendes m.E. richtig erkannt:

Zitat
Eine absolute und vollständige Trennung von Fiktion und Realität halte ich für eine Illusion.

Ich würde mich dann aber nicht zu einer Aussage hinreißen lassen, wie:

Zitat
Gewalt im Film ist idR nicht real, trotzdem schafft sie es, ähnliche Reaktionen wie echte Gewalt hervorzurufen.

Anders formuliert: Aus dem Umstand, dass sich Fiktion, "Realität" und eigene Werthaltungen nicht sauber trennen lassen, folgt nicht automatisch, dass die "fiktive Reaktionen" auch in "realen Reaktionen" einen Niederschlag finden müssen. Oder konkreter ... wer Metal mit "gewaltverherrlichenden" Texten hört, Gewaltfilme schaut usw., der oder die wird nicht zwangsläufig auf die Straße gehen und der Gewalt frönen.

Solch ein Reduktionismu wird m.E. zu Recht kritisiert.

Um was es m.E. hier geht, ist eher die Gleichgültigkeit, mit der rassistischen Momenten im Rollenspiel gegenüber getreten wird, obwohl diese im Rollenspiel reflektiert werden könnten.

Mal ein konstruktiver Vorschlag.
Wie wär es wenn wir ein 100% Rasissmusfreies und nicht Gewalt förderndes Rollenspielsysthem für Kinder entwickeln.

Klingt interessant. Ich denke, dass da auch Pädagog(inn)en ein Interesse daran hätten. Wobei ich allerdings auch vermute, dass ein normales Universal-RPG auch ginge. Auf was es dann maßgeblich ankäme, wäre u.a. auch "rassismus-bewusst" zu spielen.

Ob und wie sich das in eine kindgerechte Fantasy-Welt niederschlägt, wäre dann noch eine ganz andere Frage.


@ Tümpelritter:

Neuere soziologische Studien zeigen, dass es - sagen wir mal vorsichtig - "Vorurteile" in allen Gesellschaftsschichten gibt. Mehr oder minder "pflanzen" diese sich fort, werden "gepflegt" und weitergegeben. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn auch bei den DSA-, MIDGARD- oder XYZ-Autor(inn)en bestimmte "Vorurteile" existieren. Ich denke, dass sich das schön zeigen lässt, wenn nach bestimmten Gruppen oder Zugehörigkeiten gefragt wird: Da kommen dann ganz bestimmte Stereotypen (und die betreffen bei Weitem noch nicht mal die "Rasse").

Was auch nicht verwechselt werden sollte: Der Umstand, dass "Vorurteile" existieren ist ja noch nicht das wirkliche Problem (im Grunde könnte ich gewissen Vorurteilen auch etwas Positives abgewinnen). Der wesentliche Knackpunkt ist halt, wie damit umgegangen wird. Ich kann mich damit offensiv auseinandersetzen oder ich kann diese Vorurteile weiter pflegen.

Rollenspiel wäre mal eine Möglichkeit, das erstere stärker zu betreiben.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 29.04.2011 | 16:57
Es sind die gleichen Verhaltensweisen und Muster wie bei realem Rassismus, nur das Zielobjekt ist ein anderes.
Hier wuerde ich widersprechen.
Es gibt weder ein Ziel das dem Objekt hinsichtlich des real existierenden Rassismus entspricht, noch gibt es das entsprechende Muster und auch die Verhaltensweise unterscheidet sich grundlegend.
Die Verhaltensweise insbesondere dadurch das sie von einem Spielmechanismus gepraegt beziehungsweise gefuehrt wird. Es liegt keine ideologische Praegung vor und die Verhaltensmuster stimmen nicht ueber ein.

Allenfalls wenn man die Trennung von Spiel/Fiktion und Realitaet aufhebt.
Wobei die Aehnlichkeiten dann erneut abstrakt sind.

Zitat
Blos weil ich am Ende von Monopoly maximal mit einem "ich habe gewonnen" dastehe, ändert das nichts daran, dass die Spielhandlungen kapitalistisch sind und mich auch genau darauf konditionieren.
Falsch. Die Handlungen im Spiel sind spielerisch und nicht kapitalistisch und es erfolgt keine Konditionierung.
Das heisst man hat durchaus untersucht in wie weit Spielen eine Konditionierung beguenstigen kann, allerdings in Hinblick auf positive Eigenschaften [Gehirn-Jogging Spiele, Ausbau der Strategischen Faehigkeiten durch das Spielen von Schach, Go, Wirtschaftssimulationen sowie Spielen mit sozialen Netzwerken in Form von Gilden]

Das Ergebnis war dahingehend ernuechternd das die Spiele keinen Lern-/Konditionierungs Effekt haben.
Die Probanten wurden besser, allerdings nur in Bezug auf das Spiel.

Zitat
Gewalt ist ja kein herbeigeredetes konstrukt sondern ziemlich real.
In Bezug auf ein Rollenspiel, ein Ego-Shooter oder andere Spiele ist die Gewalt nicht real.
Es wird keine Kraft Anwendung auf eine Person oder einen Gegenstand ausgeuebt.
[Vielleicht gibt gewaltsame Einwirkungen auf die Psyche aus dem Kontext des sozialen Umgangs - aber die Form der Gewalt wurde nicht thematisiert]

Das heisst wenn man in einem Rollenspiel die Aussage trifft das die Spielfigur ein Spielobjekt beeinflusst und es beschrieben wird findet keine Gewalt Handlung statt. Gegebenfalls im Kontext der Fiktion, aber nicht in Bezug auf die Realitaet.

Zitat
Da möchte ich entschieden widersprechen.
Eine absolute und vollständige Trennung von Fiktion und Realität halte ich für eine Illusion.
Ich halte sie fuer einen erwiesnen Fakt.
Gerade durch z.B. die Darstellung von Vorgaengen im Film die auf die Realitaet uebertragen einen Gewaltaetigen Vorgang darstellt, wird in der Regel keine Abstumpfung oder Konditionierung hinsichtlich der Gewaltempfaenglichkeit des Zuschauers geschaffen.

Andernfalls wuerde bzw. haette, als einfaches Beispiel, die Verbreitung der Warner Brother Cartoons wie Tom und Jerry dazu gefuehrt das die heutige Generation respektive zuvor entsprechend gewaltaetig konditioniert waere.
Ebenso wuerde die weite Verbreitung von PC Spielen wie Ego-Shootern zu einer entsprechenden Konditionierung gefuehrt haben, die jedoch auch nicht festzustellen ist.


Gewalt im Film ist idR nicht real, trotzdem schafft sie es, ähnliche Reaktionen wie echte Gewalt hervorzurufen.

Zitat
Gerade in der Jugendarbeit und Gewaltprävention und auch bei Mediatoren sind Rollenspiele ein recht verbreitetes Mittel um mittels fiktiver Gewalt bzw gespielten Handlungen eine reflektion über echte Handlungen herbeizuführen.
Diese Form des Rollenspiel hat sehr wenig bis ueberhaupt gar nichts mit der Form des Rollenspiels zu tun wie es hier verstanden wird. [Desweiteren finden sich dort keine Charakter Werte und dergleichen]


Zitat
[Thorwaler +1 Zechen, Elfen +1 Musik
Je nach der eigenen Rassismusdefinition KANN man das schon als rassistisch empfinden.
Nein. Weil es eine Weltbeschreibung ist.
Das heisst in Bezug auf die Spielwelt ist es ueber die Regeln ein einfacher Fakt das die einen besser darin sind und die anderen besser in etwas anderen.

Der Rassismus Vorwurf gestaltet sich doch aus der Uebertragung das ein Thorwaler einen realen Menschen nordischer Abstammung abbilden soll und ein Zirkelschluss gegeben ist.
Hierbei liegt m.E. der rassistische Gedanke nicht unbedingt beim Autor, sondern bei dem Leser, welcher die Verbindung herstellt.

Wenn Tolkien beispielsweise aussagt das seine Figuren keinen Bezug zu der real existierenden Gesellschaft haben, ist das eine Aussage die m.E. zu akzeptieren ist.
Wenn ein Leser nun behauptet das die Figuren der Elben in der Auspraegung als recht perfekte Kreaturen der englischen Aristokratie entspricht so sagt es m.E. mehr ueber ein (ggf. rassisches) Weltbild des Lesers aus, als ueber das Weltbild Tolkiens.
Etwas anderes waere es wenn Tolkien sein Werk mit der erklaerten Absicht geschrieben haette eine Aussage ueber reale politische Verhaeltnisse zu treffen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 17:00

Aber ich finde es ist noch kein Rassismus wenn Thorwaller und Zwerge + 1 Auf Zechen und Elfen und Waldmenschen + 1 auf Tanzen haben.


Je nach der eigenen Rassismusdefinition KANN man das schon als rassistisch empfinden.
Das spezifische Problem bei DSA für manche Leute ist halt (es gab dieses Thema auf Alveran mal), dass es doch recht offensichtlich von irdischen Kulturen kopiert.
Wenn dann die Wikinger als absolute Übermenschen, die körperlich total überlegen sind, dargestellt werden, wohingegen die schwarzen natürlich Musik im Blut haben

Ich kann natürlich nicht für alle Sprechen, ich bin auch nicht betroffen da ich mich nicht wirklich mit einer "Rasse" in DSA identifiziere.

Man kann wenn man will durchaus so etwas hineininterpretieren.

Die Thorwaler sind sicher keine "Übermenschen". Das ginge schon vom Balancing her nicht.
Ich habe nicht viel über die Waldmenschen gelesen aber vermutlich wird in ihrer Kultur Tanzen eine wichtige Rolle spielen, sowie in der Kultur der Thorwaler Zechen und sich Prügeln.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 17:05
Das ist z.B. Humbug. Obama, z.B., der, obwohl genetisch nur zu 1/4 "schwarz", wird durchgehend als Schwarzer bezeichnet. Auch die meisten "Schwarzen", die zu weniger als der Hälfte "schwarz" sind, sehen sich selbst als tendenziell einer hypothetischen schwarzen Rasse zugehörig


Schreib doch mal dazu auf welche Länder du dich beziehst, weltweit gesehen ist diese Aussage nämlich nicht richtig.

Obamas selbstbezeichnung als "Schwarzer" dürfte wohl vor allem daher rühren, wie im US-Zensus klassifiziert wird.
Eine eigene Gruppe für Mulatten gibt es dort nicht und "Race: Other" ist für jemanden mit so dunkler Hautfarbe vielleicht nicht die schönste Option die er im Pass stehen haben möchte.
1/4 ist im übrigen auch falsch, sein Vater war kein Mischling.

Für jemanden der in Lateinamerika lebt ist er z.B. kein Schwarzer, unabhängig von seiner selbstbezeichnung.


Aber das hat weniger damit etwas zu tun, dass die Frau erkennbar einer schwarzen Rasse angehört, als dass in ihrer Population eher zufällig eine lokale Häufigkeit des entsprechenden Gens vorliegt. Schaut man sich die Verteilung der Häufigkeit auf der Landkarte mal an, sieht man nämlich, dass innerhalb Afrikas krasse Unterschiede vorherrschen. Wie schon gesagt: Scheinkorrelation.

Eben nicht.
Auch wenn es lokale Verteilungsunterschiede gibt, sind Personen mit dieser Anomalie eher Schwarz und Afrikastämmig als Weiss und Europäer.
Selbst wenn eine Person die wie oben von mir beschrieben handeln würde, damit auch eine Menge eigentlich unproblematischer Personen ausschliesst, begünstigt die Haltung trotzdem das gewünschte Ergebnis.


Zitat
Ähm, ja. Aber die Klischees und die Zuschreibungen sind doch damit nicht aus der Welt. Das Problem besteht doch weiterhin, und Rassismus als Ideologie gibt es auch weiterhin. Und wenn mir jetzt einer mit einem solchen Klischee kommt, was für eine Rolle spielt dann eine höhere oder niedrigere Anfälligkeit für Sichelzellenanämie?

"Du" ("Ihr") versucht die Probleme mit den falschen mitteln aus der Welt zu bringen.
Zu behaupten, defizite oder Vorteile in Gruppen sind alle nur auf soziokulturelle Faktoren zurückzuführen und haben mit Genetik nichts am Hut, ist nur die etablierung eines Scheinarguments das einem härteren Konflikt nicht standhält.
Soll heissen:
Rassismusbekämpfung ist schön und richtig, aber bitte nicht in dem man aus bequemlichkeit reale Unterschiede wegredet.
Das liefert nur Munition für die Gegenseite.


Zitat
Anders formuliert: Aus dem Umstand, dass sich Fiktion, "Realität" und eigene Werthaltungen nicht sauber trennen lassen, folgt nicht automatisch, dass die "fiktive Reaktionen" auch in "realen Reaktionen" einen Niederschlag finden müssen. Oder konkreter ... wer Metal mit "gewaltverherrlichenden" Texten hört, Gewaltfilme schaut usw., der oder die wird nicht zwangsläufig auf die Straße gehen und der Gewalt frönen.

Natürlich nicht, Neigungen sind aber auch keine dualen Zustände die nur ein "Ja-Nein" kennen.
Gewaltfilmen und -spielen ein Abstumpfungspotential abzusprechen, halte für falsch.


Zitat von: Helmron
Die Thorwaler sind sicher keine "Übermenschen". Das ginge schon vom Balancing her nicht.
Ich habe nicht viel über die Waldmenschen gelesen aber vermutlich wird in ihrer Kultur Tanzen eine wichtige Rolle spielen, sowie in der Kultur der Thorwaler Zechen und sich Prügeln.

Nö.
Thorwaler sind rechnerisch einfach eine der besten Rassen. Das Balancing diesbezüglich ist in DSA einfach mal sowas von nicht gegeben.
Kulturell sind sie natürlich auch noch die tolerantesten auf dem ganzen Kontinent und haben fast demokratische Verhältnisse sowie absolute Gleichberechtigung, wärend der rest der primitiven (insbesondere diese widerlichen Horasier) noch an eine Monarchie glaubt.
Und das "Problem" der Waldmenschen ist eben, dass die Talentboni nicht in der Kultur sondern in der Rasse verankert sind.
Du könntest einen Waldmenschen spielen der irgendwo als Adoptivkind aufgewachsen ist und trotzdem könnte er besser tanzen als seine Mitmenschen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 29.04.2011 | 17:06
@Arbo:

Das mit den Vorurteilen sehe ich auch so. Klar können auch bei den Autoren von DSA bewusst oder (was ich für wahrscheinlicher halte) unbewusst Vorurteile beim Schreiben der Regelwerke eingeflossen sein. Allerdings ist es doch ein ziemlicher Schritt von Vorurteilen zu einem (mehr oder weniger gefestigten) rassistischen Weltbild. Weiterhin ist es nochmal ein Schritt zwischen einem rassistischen Weltbild und einer aktiven, bewußten rassistischen Handlung wie beispielsweise die Propagierung von rassistischen Einstellungen in einem Spiel oder Buch. (Und zu einer physischen Gewalthandlung wäre dann nochmal ein Schritt.)

Gerade hinsichtlich der Fantasyliteratur beschäftigt mich aber nur die Frage, inwieweit der (mMn ohne Zweifel in der Fantasy traditionell vorhandene) Rassismus einen Einfluss auf die Leserschaft hat, oder inwieweit dieser Einfluss schlicht überschätzt wird.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 29.04.2011 | 17:15
Darius: Mal ehrlich, das Beispiel mit der Sichelzellanämie ist doch komplett schwachsinnig. Das nimmt ja schon fast eulenspiegeleske Züge an, was du hier für Humbug konstruierst. Ich gestehe dir ja zu, dass unter Menschen schwarzer Hautfarbe SZA häufiger auftritt als bei anderen Populationen, aber daraus abzuleiten, dass eine etwaige Diskriminierung *das* als Ursache hat ist genauso sinnlos, wie Unterschiede in Körpergröße oder Sprintvermögen als Legitimation für einen Rassenbegriff herzunehmen.

Selbst wenn man ihn mit einigen korrelierbaren Größen untermauen könnte, wäre er für die Anthropologie, Biologie oder Psychologie ziemlich wertlos. Da nimmt man doch lieber direkt Deskriptoren, die mit der betrachteten Größe in kausalem Zusammenhang stehen als solche, die artifiziell gruppiert wurden. Einzig in der Medizin sehe ich eine halbwegs sinnvolle Verwendung, um Risikogruppen für bestimmte Erkrankungen ohne aufwändige Tests einzugrenzen. Die meisten Untersuchungen zu dem Thema, die ich kenne, wecken in mir aber eher den Eindruck, dass dort zwanghaft versucht wird, einen Rassebegriff wieder in die Wissenschaft einzuführen, obwohl er in der Mehrheit eher abgelehnt wird.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 17:19

Nö.
Thorwaler sind rechnerisch einfach eine der besten Rassen. Das Balancing diesbezüglich ist in DSA einfach mal sowas von nicht gegeben.
Kulturell sind sie natürlich auch noch die tolerantesten auf dem ganzen Kontinent und haben fast demokratische Verhältnisse sowie absolute Gleichberechtigung, wärend der rest der primitiven (insbesondere diese widerlichen Horasier) noch an eine Monarchie glaubt.
Und das "Problem" der Waldmenschen ist eben, dass die Talentboni nicht in der Kultur sondern in der Rasse verankert sind.
Du könntest einen Waldmenschen spielen der irgendwo als Adoptivkind aufgewachsen ist und trotzdem könnte er besser tanzen als seine Mitmenschen.

Ja und aufgrund des fehlenden Balancing zahlst du auch 5 Gp mehr und nimmst den Nachteil Jähzorn 6, in Kauf. Ich würde sagen das ein Erfahrener Spieler durchaus die 5 Gp nutzen könnte um sich einen ähnlich starken Waldmenschen zu erschaffen.

Der Waldmensch kann egal wo er aufwächst Tanzen? Schön für ihn.
Der Thorwaler ist ja auch egal wo er Aufwächst Jähzornig.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 29.04.2011 | 17:25
Rassismusbekämpfung ist schön und richtig, aber bitte nicht in dem man aus bequemlichkeit reale Unterschiede wegredet.
Das liefert nur Munition für die Gegenseite.

Ich habe reale Unterschiede doch überhaupt nicht weggeredet, im Gegenteil, ich habe nur gesagt, dass sie eigentlich für die Ideologie keine Rolle spielen. Erst wenn die Ideologie da ist, spielen sie vielleicht eine Rolle. Genauso wie die Nazis (pseudo)wissenschaftliche Erkentnisse herangeführt haben, um ihre Ideologie zu stützen, können Rassisten auch Sichelzellenanämie heranziehen, um Zuschreibungen wie: "Neger machen krank" zu stützen. Ansonsten ist das doch nichts anderes als größere Sonnenbrandgefahr bei Blasshäutigen, ausschließlich männliche Bluter oder zig andere vererbbare "Nachteile". Die Entscheidung, mit wem man Kinder kriegen möchte,  kann man ja auch auf ganz anderer Ebene angehen und da muss ja überhaupt keine Diskriminierung im Spiel sein. Man kann eventuell Untersuchungen machen lassen oder auch entscheiden, einfach keine Kinder zu kriegen, aber trotzdem eine Partnerschaft einzugehen und sich "gleich" zu behandeln. Das kommt unter gleich-"rassischen" Paaren ja auch vor, ohne dass eine Wertung (=Zuschreibung) vorgenommen wird. Wenn ich aber aus einem solchen Fakt eine Zuschreibung mache, die über den tatsächlichen genetischen Befund hinausgeht, oder gar aufgrund dieser Zuschreibung diskriminierend werde, dann wird die Sache erst rassistisch, und dann trifft trotz aller Genetik und Biologie wieder zu, dass es eben um eine Ideologie geht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Darius der Duellant am 29.04.2011 | 17:56
Ja und aufgrund des fehlenden Balancing zahlst du auch 5 Gp mehr und nimmst den Nachteil Jähzorn 6, in Kauf. Ich würde sagen das ein Erfahrener Spieler durchaus die 5 Gp nutzen könnte um sich einen ähnlich starken Waldmenschen zu erschaffen.


Waldmensch ist ein schlechtes Beispiel, weil der ebenfalls mit Eigenschaftsboni zugepflastert ist.
Jähzorn 6 sind 9 GP, dazu die 5 der Rassenkosten.
Dafür gibt es effektiv 3 herausragende Eigenschaften, was einem Gegenwert von 27 GP entspricht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 29.04.2011 | 18:39
Hallo,

ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit den Themen Rassismus und kritische Weißseinsforschung und möchte nach einigen Haarsträubenden und mit Rassismen operierenden Schlagabtauschen auch mal meinen Senf dazu geben:

1. Rassismus ist ein soziales bzw. politisches Konstrukt. Auf den Punkt können wir uns hier wohl einigen.
Eine einzige gültige Definition des Begriffs "Rassismus" gibt es in der einschlägigen Rassismusforschung leider auch nicht, dennoch möchte ich hier einfach mal eine - zugegebenermaßen etwas längere - Definition von Susan Arndt anführen, die m. E. nach für die weitere Diskussion nützlich sein kann:

"Rassismus bezeichnet Einstellungen (Gefühle, Vorurteile, Vorstellungen) und Handlungen, die darauf beruhen, dass aus einer Vielzahl von körperlichen Merkmalen einige wenige selektiert und unzulässig zu >>Rassenmerkmalen<< gebündelt werden. Auf diese Weise werden >>Rassen<< konstruiert, wobei den körperlichen Merkmalen bestimmte soziale, kulturelle und religiöse Eigenschaften und Verhaltensmuster zugeschrieben werden. Dabei kann sich die Konstruktion auch gänzlich von einer Instrumentalisierung der Biologie lösen. [...Es] werden die imaginären oder real existierenden Unterschiede verallgemeinert, verabsolutiert und gewertet. Dies dient der Begründung unterschiedlicher Macht- und Lebenschancen einzelner Menschen oder ganzer Gruppen. Aggressionen und Privilegien - tatsächliche wie mögliche - werden legitimiert."
(aus ARNDT, Susan [Hg.], AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland, Unrast-Verlag, Münster, 2006)

2. Die Begriffe "Schwarz(er)", "black(s)" bzw. "people of colour" sind Selbstbezeichnungen von Menschen, die sich diesen Gruppen zugehörig fühlen.
Wenn sich jmd. z. B. als Schwarzer Deutscher bezeichnet, beschreibt er damit nicht seine Hautfarbe, sondern seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen. Hautfarbe wird durch diese Begriffe NICHT beschrieben. Die Hautfarbe als ein bestimmtes körperliches Merkmal herauszugreifen - wie es in rassistischen Diskursen der Kolonialzeit, aber auch der Gegenwart der Fall war/ist - , muss als reduktionistisch und beliebig angesehen werden. Ebenso logisch wäre es Menschen nach Augenfarbe oder Haarfarbe zu rassifizieren.

3. Im Laufe dieses Threads sind einige Begriffe geschrieben worden, die eindeutig rassistisch konnotiert sind und gegen deren Verwendung ich hier vehement protestieren muss, da sie durch die Reproduktion im öffentlichen Diskurs 1. unreflektiert am "Leben gehalten" werden und 2. etwaige Forumsmitglieder aufs tiefste Beleidigen und Diskrimieren können. Deshalb bitte ich auch die Moderatoren darauf zu achten, dass Begriffe wie das N-Wort oder abwertende Bezeichnungen für Sinti oder Roma hier nicht mehr verwendet werden.
Für alle Unverbesserlichen, die jetzt schon dazu anheben mit einem lauten "Aber" ihre Rede- und Meinungsfreiheit verteidigen zu wollen, sei zunächst dieser Link hier empfohlen: http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=B89NS4

4. Zu den Meinungen, dass die Frage nach Rassismus im RPG ja nur halb so schlimm wäre, da es sich ja um Spiele handle und man zwischen Fiktion und Realität unterscheiden müsse, kann ich nur beitragen, dass die unreflektierte - vielleicht auch reflektierte - Fortschreibung von Rassismus auch in Spielen zu gesellschaftlicher Akzeptanz führen kann bzw. diskursive Mächte auch in Spielen walten. So ist die - bis jetzt für mich unbestätigte, da die Quelle fehlt - Bonivergabe für bestimmte Kulturen aus dem "Dschungel" in DSA4(?), eine Übernahme und Reproduktion kolonialen Wissens.

5. Rassisten sind vielleicht nur wenige Menschen, aber jeder von uns ist mit rassistischem Wissen und Handeln aufgewachsen und reproduziert diese Muster tagtäglich. Ein erster Schritt dieses Wissen wieder zu "verlieren", besser dieses Handeln aufzugeben, ist die alltäglichen Rassismen und rassistischen Zuschreibungen zu entdecken und sein Handeln entsprechend umzustellen.

Beste Grüße
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Sebastian am 29.04.2011 | 18:40
In diesem Zusammenhang möchte ich auf den englischen Wikipedia-Artikel Race (classification_of_humans) (http://en.wikipedia.org/wiki/Race_%28classification_of_humans%29) verweisen. Dieser ist deutlich neutraler formuliert als das deutsche Pendant.

Wenn dem so wäre, würde vermutlich nicht der Neutralitätsbaustein gleich unter der Überschrift Race (classification_of_humans) stehen: The neutrality of this article is disputed. Please see the discussion on the talk page. Please do not remove this message until the dispute is resolved.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 18:53
Waldmensch ist ein schlechtes Beispiel, weil der ebenfalls mit Eigenschaftsboni zugepflastert ist.
Jähzorn 6 sind 9 GP, dazu die 5 der Rassenkosten.
Dafür gibt es effektiv 3 herausragende Eigenschaften, was einem Gegenwert von 27 GP entspricht.

Korrigiert mich bitte wenn ich Falsch liege, aber
Bei der Charaktereschaffung entsprechen die +1 auf Mut Konstitution und Körperkraft einen Gegenwert von 3 GP. Am Anfang kannst du bis zu 100 GP auf die Eigenschaften verteilen. (GP/Eigenschaftswert  1/1)

Deine Gp kosten Betragen aber 5Gp (+ die 9 GP die dir Jähzorn 6 gebracht hätte wenn du Kein Thorwaler gewesen währst also Insgesamt 14 GP)
 
Vorteil/ Nachteil
       3 / 5 (14)

Der Thorwaler bekommt, sozusagen als Ausgleich, noch ein Paar AP die er dann auf die Talente: Athletik +1, Sinnesschärfe+1 Zechen+1 Wettervorhersage +1 verteilen muss.

Allerdings sind Ap, soweit ich weis, weniger wert als Gp.

Ich bitte nochmals darum mich zu Korregieren wenn ich Falsch liegen sollte :d
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Liftboy am 29.04.2011 | 19:09
Korrigiert mich bitte wenn ich Falsch liege, aber
Bei der Charaktereschaffung entsprechen die +1 auf Mut Konstitution und Körperkraft einen Gegenwert von 3 GP. Am Anfang kannst du bis zu 100 GP auf die Eigenschaften verteilen. (GP/Eigenschaftswert  1/1)

Deine Gp kosten Betragen aber 5Gp (+ die 9 GP die dir Jähzorn 6 gebracht hätte wenn du Kein Thorwaler gewesen währst also Insgesamt 14 GP)
 
Vorteil/ Nachteil
       3 / 5 (14)

Der Thorwaler bekommt, sozusagen als Ausgleich, noch ein Paar AP die er dann auf die Talente: Athletik +1, Sinnesschärfe+1 Zechen+1 Wettervorhersage +1 verteilen muss.

Allerdings sind Ap, soweit ich weis, weniger wert als Gp.

Ich bitte nochmals darum mich zu Korregieren wenn ich Falsch liegen sollte :d

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Aber was hat das denn mit dem Thema zu tun?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 19:40
Ähh... nix?

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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 29.04.2011 | 19:54
Aber die Hautfarbe korrelliert sehr stark mit anderen Sachen:
Wenn ich weiß, dass jemand eine schwarze Haut hat, kann ich zum Beispiel sagen, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwarze, gekräuselte Haare besitzt und Laktoseintolerant ist.
Und was weißt Du nun über den jemand? Nichts - er kann glatte, im Extremfall sogar überfärbte Haare, eine Glatze oder eine Perrücke haben und mit Laktose so wenig Probleme haben wie nur irgendwer. Und deshalb sehe ich das, was Du behauptest, auch schon als grenzwertig an. Du sagst, Wissen über eine Gruppe sei immmer auch schon "Wissen" über eine bestimmte Person dieser Gruppe, "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit". Aber eben, weil es nur um Wahrscheinlichkeiten geht, sehe ich darin nur eine Vermutung, d.h. nichts, was ich behaupten würde "sagen" zu können. Ich weiß, daß jemand schwarze Haut hat? Das sagt mir nur genau eine Sache mit Sicherheit: Seine Haut ist ziemlich dunkel. Alles andere, von seiner Haartracht bis zu seiner Verdauung,  ist Spekulation, mit der man tunlichst vorsichtig sein sollte.

4. Zu den Meinungen, dass die Frage nach Rassismus im RPG ja nur halb so schlimm wäre, da es sich ja um Spiele handle und man zwischen Fiktion und Realität unterscheiden müsse, kann ich nur beitragen, dass die unreflektierte - vielleicht auch reflektierte - Fortschreibung von Rassismus auch in Spielen zu gesellschaftlicher Akzeptanz führen kann bzw. diskursive Mächte auch in Spielen walten.
Genausogut allerdings kann der Umgang mit fiktivem Rassismus die ganze Absurdität dieses Kontrukts offenlegen. Und sie kann aufzeigen, wie es zu solchen Entgleisungen kommt und wie man ihnen begegnen kann (und wie auch nicht). Solange kein Mensch weiß, welche der Möglichkeiten tatsächlich umgesetzt wird, ist es ziemlich sinnfrei, darüber viele Worte zu verlieren, wie "schlimm" sich das Problem denn nun wirklich zeigt.

5. Rassisten sind vielleicht nur wenige Menschen, aber jeder von uns ist mit rassistischem Wissen und Handeln aufgewachsen und reproduziert diese Muster tagtäglich. Ein erster Schritt dieses Wissen wieder zu "verlieren", besser dieses Handeln aufzugeben, ist die alltäglichen Rassismen und rassistischen Zuschreibungen zu entdecken und sein Handeln entsprechend umzustellen.
Du wirst da allerdings arg selbstwidersprüchlich. Wenn Du so sicher davon ausgehen kannst, daß "jeder von uns" "diese Muster tagtäglich" reproduziert, also auch alle diejenigen, die das Thema schon vor Dir bemerkt, durchgearbeitet und ihr persönliches Verhaltensrepertoire zu begutachten, kommt man nach Deinen Worten über den ersten Schritt nie hinaus. Man drehe sich also immer nur im Kreis? Oder sollte es möglich sein, daß hier und da doch schon jemand aus längerer Beschäftigung mit dem Thema heraus spricht, der dann auch tatsächlich den nicht-fiktiven Rassismus in seinem Denken und Handeln an die richtige Stelle verwiesen hat, nämlich in's Sachwissen?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Liftboy am 29.04.2011 | 19:56
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So und jetzt Schluss damit, ja?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 19:59

So und jetzt Schluss damit, ja?

Ok von mir aus.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 29.04.2011 | 20:17
Genausogut allerdings kann der Umgang mit fiktivem Rassismus die ganze Absurdität dieses Kontrukts offenlegen. Und sie kann aufzeigen, wie es zu solchen Entgleisungen kommt und wie man ihnen begegnen kann (und wie auch nicht). Solange kein Mensch weiß, welche der Möglichkeiten tatsächlich umgesetzt wird, ist es ziemlich sinnfrei, darüber viele Worte zu verlieren, wie "schlimm" sich das Problem denn nun wirklich zeigt.
Du wirst da allerdings arg selbstwidersprüchlich. Wenn Du so sicher davon ausgehen kannst, daß "jeder von uns" "diese Muster tagtäglich" reproduziert, also auch alle diejenigen, die das Thema schon vor Dir bemerkt, durchgearbeitet und ihr persönliches Verhaltensrepertoire zu begutachten, kommt man nach Deinen Worten über den ersten Schritt nie hinaus. Man drehe sich also immer nur im Kreis? Oder sollte es möglich sein, daß hier und da doch schon jemand aus längerer Beschäftigung mit dem Thema heraus spricht, der dann auch tatsächlich den nicht-fiktiven Rassismus in seinem Denken und Handeln an die richtige Stelle verwiesen hat, nämlich in's Sachwissen?

Da bin ich dann wohl mißverstanden worden:
zu 1: "Fiktiver Rassismus" heißt hier wohl, dass man sich rassistische Strukturen ausdenkt und im Prinzip ein neues rassistisches System erschafft, in dem z. B. Elfen rassistisch diskriminiert werden. Das hatte ich aber nicht im Sinn, ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Reproduktion und Übernahme von rassistischer Sprache oder rassistischem Wissen in RPGs bemerkt und kritisiert werden sollte (siehe Hinweis auf mögliche rassistische Zuschreibung in DSA4).

zu 2:Selbstverständlich kann ich nicht für jeden sprechen! Eine kritische Auseinandersetzung mit seinem eigenem Verhaltensrepertoire und das Vermeiden rassistischer Sprache und Handlungen lassen den Einzelnen auch aus diesem von Dir mit Verlaub ziemlich pedantisch aufgefassten "Kreis" ausbrechen. Zur rassistischen Sozialisation in Deutschland und dem alltäglichen Rassismus empfehle ich u. a.: EGGERS, KILOMBA, PIESCHE, ARNDT (Hg.), Mythen, Masken, Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland, Unrast-Verlag, Münster, 2005. und SOW, Noah, Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus, C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh(?), 2008.

Nichts für ungut, falls ich zickig reagiert haben sollte :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 20:47
Ich hab mal ein Beispiel für Realen Rassismus und das hat auch was mit den "Trommeln" zu tun.

Ein dunkelhäutiger Junge, (In Deutschland geboren, seine Mutter ist Afrikanerin) Spielt seit 7 Jahren Klavier. Als beim Schulkonzert alle Schüler die ein Instrument spielen können auftreten dürfen möchte er Klavier spielen. Die Musiklehrerin ist aber dagegen, mit der Begründung das er aufgrund seiner afrikanischen Wurzeln Trommeln sicher viel besser kann, sie traut es ihm schlichtweg nicht zu ein "kompliziertes Instrument" zu spielen.

Das meine Damen und Herren ist eindeutig Rassismus. Der Junge wird nur aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe abgestempelt. Das er ein passabler Klavierspieler ist wurde einfach übersehen.

Edit Sinn

Das Beispiel habe ich mal in einer Bayern 2 Sendung gehört.

Hier noch ein anderes Beispiel:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0518/lokales/0005/index.html

 




Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Archoangel am 29.04.2011 | 21:23
Rassismus im Rollenspiel? Aber immer: sieht man gerade sehr schön im Geralt-Universum ... Halbmenschen müssen in Getthos leben und werden von der menschlichen Gesellschaft ausgegrenzt. Ich hatte auch schon sehr gute Erfahrungen in DSA: meine Gruppe spielte eine elemitische Handelsfamilie, die mit ähnlichen Vorurteilen wie jüdische Menschen im Mittelalter zu kämpfen hatte. Warum sollte man ausgerechnet im RPG einen der prägnantesten Wesenszüge der menschlichen Psyche ausklammern? Gerade im Fantasy ... ich erinnere nur daran, dass es moralisch völlig unbedenklich ist als rechtschaffen-guter Paladin ganze Gobbo-Stämme incl. wehrloser Frauen, Kinder und Greise auszurotten - und man wird vom System auch noch belohnt!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 29.04.2011 | 21:32
Rassismus im Rollenspiel? Aber immer: sieht man gerade sehr schön im Geralt-Universum ... Halbmenschen müssen in Getthos leben und werden von der menschlichen Gesellschaft ausgegrenzt. Ich hatte auch schon sehr gute Erfahrungen in DSA: meine Gruppe spielte eine elemitische Handelsfamilie, die mit ähnlichen Vorurteilen wie jüdische Menschen im Mittelalter zu kämpfen hatte. Warum sollte man ausgerechnet im RPG einen der prägnantesten Wesenszüge der menschlichen Psyche ausklammern?

Rassismus zu thematiesieren muss nichtmal negativ sein. Ich unterstelle mal das die meisten von uns selten mit Rassismus zu tun haben.
Ein solcher Perspektiv Wechsel ist garnicht schlecht um auf spielerische art und weise, die Probleme von "Opfern des Rassismus" zu verstehen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 29.04.2011 | 23:37
Deswegen ist es so wichtig, in z.B. ökologischen Studien Scheinkorrelationen rauszusieben. (Auf dem Land gibt es mehr Störche als in der Stadt. Auf dem Dorf werden pro Paar mehr Kinder geboren als in der Stadt. usw.)
Klar. Und in 5-10 Jahren ist die Technik vielleicht auch so weit, dass man auf Marker verzichten kann und die kausalen Mutationen direkt misst. Aber davon sind wir momentan noch einige Jahre entfernt.

Diese Methode ist mit 10 000 $ schon recht teuer. Und selbst hier muss man bereits auf Korrelationen zurückgreifen.

Und die billigste Methode ist halt hinschauen und den Menschen per Augenmaß begutachten. Das ist kostenlos und geht am schnellsten. Sicherlich ist das noch eine Spur ungenauer als eine Genotypisierung. Aber gerade in der Medizin können sich viele Patienten die 10 000 $ für eine Genotypisierung nicht leisten. (Geschweige denn, die genaueren und noch teueren Methoden.)
Daher sind Ärzte hier angewiesen, Risiken anhand von leicht messbaren Indikatoren abzuschätzen. (Blutgruppe ist z.B. ein leicht messbarer Indikator, der verwendet wird, aber Hautfarbe ist ebenfalls ein anderer Indikator.)

Wie gesagt: Wenn die Technik weiter voranschreitet, wird das in 5 - 10 Jahren nicht notwendig sein und man kann die Mutationen im Genom direkt messen. Momentan ist das aber nicht möglich bzw. viel zu teuer für den Durchschnittspatienten.

Und was weißt Du nun über den jemand?
Hatten wir das nicht schon im Wissenschaftsthread (http://tanelorn.net/index.php/topic,66838.0.html)? Das einzige, was wir wissen, ist, dass wir nichts wissen.

In der Naturwissenschaft gibt es strenggenommen kein reines Wissen sondern nur Hypothesen, Thesen und Theorien.
Echtes Wissen ist der Mathematik vorbehalten.

Zitat
Nichts - er kann glatte, im Extremfall sogar überfärbte Haare, eine Glatze oder eine Perrücke haben und mit Laktose so wenig Probleme haben wie nur irgendwer.
Richtig. Allerdings fällt die Wahrscheinlichkeit dafür doch recht gering aus.

Zitat
Du sagst, Wissen über eine Gruppe sei immmer auch schon "Wissen" über eine bestimmte Person dieser Gruppe, "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit". Aber eben, weil es nur um Wahrscheinlichkeiten geht, sehe ich darin nur eine Vermutung, d.h. nichts, was ich behaupten würde "sagen" zu können.
Nein, du hast mich falsch verstanden. Ich sprach von Korrelationen und nicht von Wissen.

Zwischen Korrelationen und Wissen besteht ein großer Unterschied.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: RPpäd am 30.04.2011 | 03:47
So... ganz schön was los hier.

Erstmal vorstellen: Ich bin vermutlich der Soziologie-Student, auf den im Eröffnungsthread Bezug genommen wurde. Dabei komme ich eigentlich eher aus dem pädagogischen Bereich... und bin auch kein Student mehr ... aber egal.  ;) Liebe Grüße an Orkpack!

Ich finde es schön, dass mir klendathu einige Arbeit abgenommen hat. Gerade das Buch von Noah Sow kann ich nur allen interessierten ans Herz legen! Mythen, Masken und Subjekte ohne Vorkenntnisse zu lesen, ist glaube ich stellenweise schon ein bisschen hart...

Ich bin langjähriger (Fantasy-)Rollenspieler und beschäftige mich seit einiger Zeit mit den Themen Vorurteile und Diskriminierung und dadurch auch mit den verschiedenen Diskriminierungsformen (z.B. Rassismus). Je mehr ich mich mit diesem Themenkomplex beschäftigte, desto schwieriger fiel es mir bestimmte Dinge in Fantasy-Rollenspielen "schönzureden".

Mein Senf zum Rassebegriff und biologistischer Argumentation:
Der Begriff "Rasse" in Bezug auf Menschen ist eigentlich seit der Mitte der 90er unhaltbar. Daran ändern auch keine "aktuellen" Forschungen aus der Medizin bzw. Lebenswissenschaft(, die meines Wissens vor allen Dingen aus den USA stammen und im übrigen gar nicht soo zahlreich sind und trotzdem überall rezipiert werden). Wenn wir von "Rassen" reden, teilen wir die Gesamtheit in Gruppen ein, die in sich sehr homogen seien. Die Gruppen untereinander allerdings seien sehr verschieden. Eine solche Einteilung kann bei Menschen nicht vorgenommen werden. Absolut gängige Lehrmeinung. Punkt.
Der Race&Intelligence-Diskrus ist meines Wissens nach gegessen - hat sich erledigt. Der Race&Health-Diskurs kommt meines Wissens immer wieder mal auf. Aber auch diese Ergebnisse geben nicht genügend Stoff, um tatsächlich daraus menschliche Rasse-Kategorien zu konstruieren.

Zum Punkt "Rassimus ohne Rassen":
Ich stimme den Leuten, die hier geschrieben haben, dass es egal sei, ob es menschliche Rassen gebe, in gewisser Hinsicht zu. So muss z.B. gesagt werden, dass auch naturwissenschaftliche Forschung bestimmten gesellschaftlichen Vorstellungen unterliegt. Naturwissenschaften sind nicht "objektiver" als Sozial- oder Gesellschaftswissenschaften. Schließlich waren auch die Rassentheorien um 1900 naturwissenschaftlich fundiert, genauso wie Studien über den "angeborenen Schwachsinn des Weibes" (so oder so ähnlich war der Titel eines Aufsatzes). Sie haben also nicht per se eine größere Legitimation.
Für den speziellen Fall des Fantasy-Rollenspiels ist die Frage nach der naturwissenschaftlichen Perspektive aber durchaus ein wichtiger Punkt. Das meiner Meinung nach sehr problematische DSA-Regelwerk wurde hier ja bereits angesprochen. Dazu unten mehr.

Zum Punkt "positive Vorurteile":
Es gibt keinen "harmlosen positiven Rassismus". So stellen z.B. die Aussagen "Schwarze haben den Rhythmus im Blut", "Frauen sind einfühlsam", etc. Diskriminierende Aussagen dar. Im ersten Fall eine rassistische Aussage, im zweiten Fall eine sexistische. Das hat zwei Gründe: 1. Sie formulieren Erwartungen, die an VertreterInnen der jeweiligen Gruppen gestellt werden. Das hat eine Anders-Behandlung aufgrund der (vermeintlichen) Gruppenzugehörigkeit zur Folge – damit haben wir dem Inbegriff von individueller sozialer Diskriminierung. 2. Solche positiven Aussagen stellen im Grunde genommen nur das dar, womit man die entsprechende Gruppe nicht verbindet - bei Schwarzen: Intellekt, bei Frauen: Rationalität. "Negative Vorurteile" werden also nur in "positive Vorurteile" verpackt...

Zum Thema "Rollenspiel als Chance":
Rollenspiele haben auf jeden Fall ein großes Potential. Stichworte Perspektivwechsel, Empathie, Veranschaulichung von Folgen. Das sollte meiner Meinung nach jedoch kein Grund sein die Probleme, die bestimmte Rollenspielsysteme und -welten bzw. -weltbeschreibungen haben, zu relativieren oder hinten runter fallen zu lassen.
Aber klar - auch um Rassismus zu thematisieren, wie es Eulenspiegel vorgeschlagen hat, können Rollenspiele verwendet werden - es stellt sich nur die Frage, wie weit Rassismus kritisch durch ein Spiel betrachtet werden kann, in dessen Spielregeln und Spielwelt bereits Rassismus implementiert ist - z.B. in DSA kommst du aus der rassistischen Perspektive nicht raus.


Zum Punkt "Rassismus in der (tolkienschen) Fantasy bzw. Fantasy-Rollenspielen":
Die Existenz von Orks, Elben, Hobbits, etc. Ist bereits kritisch zu betrachten. Um Tümpelritter beizupflichten: Es kommt darauf an, was solche Darstellungen mit den Menschen machen. Es ist relativ klar, dass die Bilder (ob fiktiv oder real), die wir konsumieren (in Märchen, Liedern, Filmen, Biologie-Büchern, etc.), unser Bild von der Welt prägen. Wir benutzen die gelernten Kategorien, um unsere Welt einzuteilen, um uns die Welt zu erklären. Es passiert relativ häufig, dass RollenspielerInnen auch im Erwachsenenalter bestimmte Situationen mit den Regeln ihres Lieblingsrollenspiels beschreiben. Achtung: Das bedeutet NICHT, dass sie das alles kritiklos übernehmen und jetzt das Regelsystem/die Weltbeschreibung des Spiels als einzig wahre Interpretation der Welt sehen. Es bedeutet aber, dass uns diese Sachen als Hilfe dienen und mit unserem anderen Wissen verknüpft werden und damit unsere Sicht der Welt beeinflussen. Arbo hat das ja auf der letzten Seite auch dargestellt.

Zum Punkt "Rassismus in DSA":
Neben der Existenz der klassischen Fantasy-Rassen teilt das DSA-Regelsystem Menschen in verschiedene Rassen ein UND stellt durch die Anlehnung an unsere Welt ganz klar Verbindungen zu bestimmten  Bevölkerungs"gruppen" der Erde her. Damit werden bestimmte "Gruppen" als in ihren Fähigkeiten und Einstellungen homogen dargestellt, die zum einen kulturell zum anderen aber auch genetisch bedingt sind (kultureller und biologischer Rassismus). Die Darstellung von verschiedenen menschlichen Rassen ist rassistisch und stellt in Verbindung mit den Beschreibungen der "Völker" bzw. "Rassen" einen Rassismus dar, der viel "rassistisches Wissen" an jede Generation neuer DSA-SpielerInnen weitergibt. Damit verfestigt DSA rassistische Bilder z.B. des "edlen Wilden", des "tapferen, moralisch und körperlich überlegenen Nordländers" oder der "exotischen Wüstenschönheit".

So, das war's für heute. Mehr von mir morgen Abend/Nacht.
peace out!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.04.2011 | 04:06
Hi. Zu so später Stunde von mir mal ein Willkommen.

Zitat
Zum Punkt "Rassismus in der (tolkienschen) Fantasy bzw. Fantasy-Rollenspielen":
Die Existenz von Orks, Elben, Hobbits, etc. Ist bereits kritisch zu betrachten. (....) Es passiert relativ häufig, dass RollenspielerInnen auch im Erwachsenenalter bestimmte Situationen mit den Regeln ihres Lieblingsrollenspiels beschreiben. Achtung: Das bedeutet NICHT, dass sie das alles kritiklos übernehmen und jetzt das Regelsystem/die Weltbeschreibung des Spiels als einzig wahre Interpretation der Welt sehen. Es bedeutet aber, dass uns diese Sachen als Hilfe dienen und mit unserem anderen Wissen verknüpft werden und damit unsere Sicht der Welt beeinflussen.

Zum Punkt "Rassismus in DSA":
Neben der Existenz der klassischen Fantasy-Rassen teilt das DSA-Regelsystem Menschen in verschiedene Rassen ein UND stellt durch die Anlehnung an unsere Welt ganz klar Verbindungen zu bestimmten  Bevölkerungs"gruppen" der Erde her. Damit werden bestimmte "Gruppen" als in ihren Fähigkeiten und Einstellungen homogen dargestellt, die zum einen kulturell zum anderen aber auch genetisch bedingt sind (kultureller und biologischer Rassismus). Die Darstellung von verschiedenen menschlichen Rassen ist rassistisch und stellt in Verbindung mit den Beschreibungen der "Völker" bzw. "Rassen" einen Rassismus dar, der viel "rassistisches Wissen" an jede Generation neuer DSA-SpielerInnen weitergibt. Damit verfestigt DSA rassistische Bilder z.B. des "edlen Wilden", des "tapferen, moralisch und körperlich überlegenen Nordländers" oder der "exotischen Wüstenschönheit".

Äh. Ich bin kein DSA-Spieler, aber...

Ach Ne. Ich laß es. Einfach nur willkommen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Belchion am 30.04.2011 | 09:18
"Ich möchte mich nicht mit Afrikanern vermischen weil ich keine Lust auf eine erhöhte Anfälligkeit für Sichelzellenanämie bei meinen Kindern habe", bekommst du mit den üblichen Anti-Rassismusargumenten ("es gibt keine Rassen!!!!") nämlich nicht vom Tisch.
Du kriegst rassistische Überzeugungen nie mit biologischen Argumenten wie "Es gibt keine Rassen" vom Tisch. Der Rassismus als Ideologie arbeitet vollkommen unabhängig von der Frage, ob es biologisch gesehen menschliche Rassen gibt oder nicht. Die im Rassismus postulierten Rassen sind keine biologischen Konstrukte, sondern rein soziale Konstrukte (Zuschreibungen). Sie geben sich zwar ein pseudo-wissenschaftliches Gewand, aber das dient bloß der Legitimation und hat keinerlei wissenschaftliche Substanz.

Gerade dein Beispiel mit der Angst vor Sichelzellenanämie ist ein wunderbares Beispiel für unbegründeten Rassismus, nämlich der Furcht, "Mischlinge" seien im Vergleich zu "reinrassigen Menschen" minderwertig. Um einer Sichelzellenanämie vorzubeugen, wäre die Frage nach dem Herkunftsort der Familie (Malariagebiet in Äquatornähe oder nicht) wesentlich sinnvoller als die Frage nach der Rasse.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 30.04.2011 | 10:00
Du kriegst rassistische Überzeugungen nie mit biologischen Argumenten wie "Es gibt keine Rassen" vom Tisch. Der Rassismus als Ideologie arbeitet vollkommen unabhängig von der Frage, ob es biologisch gesehen menschliche Rassen gibt oder nicht.

Zustimmung. Ist ja auch Merkmal der Ideologie, dass sie sich gegen kritisches Hinterfragen immunisiert.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 10:10
Je mehr ich mich mit diesem Themenkomplex beschäftigte, desto schwieriger fiel es mir bestimmte Dinge in Fantasy-Rollenspielen "schönzureden".

Heißt das, du müsstest dir das Rollenspiel schönreden um es zu genießen und das wir das alle tun, die wir uns nicht an jeder Ecke an "rassistischen Tendenzen" stoßen? Das wäre allerdings sehr schade meiner Meinung nach.

Zitat
Mein Senf zum Rassebegriff und biologistischer Argumentation:

Gut, ja, das ist der realistische Lehrstandard, gekauft. (Hab' mich mit dem Thema immer hin nicht so dezidiert auseinandergesetzt.)

Zitat
Zum Punkt "positive Vorurteile":
Es gibt keinen "harmlosen positiven Rassismus". So stellen z.B. die Aussagen "Schwarze haben den Rhythmus im Blut", "Frauen sind einfühlsam", etc. Diskriminierende Aussagen dar. Im ersten Fall eine rassistische Aussage, im zweiten Fall eine sexistische. Das hat zwei Gründe: 1. Sie formulieren Erwartungen, die an VertreterInnen der jeweiligen Gruppen gestellt werden. Das hat eine Anders-Behandlung aufgrund der (vermeintlichen) Gruppenzugehörigkeit zur Folge – damit haben wir dem Inbegriff von individueller sozialer Diskriminierung. 2. Solche positiven Aussagen stellen im Grunde genommen nur das dar, womit man die entsprechende Gruppe nicht verbindet - bei Schwarzen: Intellekt, bei Frauen: Rationalität. "Negative Vorurteile" werden also nur in "positive Vorurteile" verpackt...

Da zeigt sich Etwas, dass mich an solchen Diskussionen oftmals stört. Die negative Konnotation solcher Phrasen klingt genauso einleuchtend wie wie Dämonisierung als "Diskriminierung". Allerdings geht das doch weit am Ziel vorbei. Ich kritisiere nicht, dass man sich der mehrfarbigen Bedeutung solcher Aussagen bewuss wird, allerdings werden keine Konsequenzen und Alternativen angesprochen. Was bedeutet es denn jetzt, dass solche "positiven Vorurteile" diskriminierend sind, wie sollte es denn besser laufen? Zumindest ein "Frauen sind einfühlsamer" ist so alt, dass es in beinahe jeder Literatur und Rezeption der Weltgeschichte wiedergegeben wird, durchaus reflektiert und manches Mal kritisch. Nur weil sich die Rollenposition in der Moderne relativiert hat, heißt das doch noch lange nicht, dass alles davor falsch war. Und wie sollte ein moderner Mensch anders denken, als seine Vorgänger - eben in Kategorien? Das ist eine Utopie die mir vor Allem meist zu sehr von dem dämonisierten Bild des "weißen Mannes" als Überrassist ausgeht. Und das ist bereits rassistischer als viele Kritiker der Kategorisierung wahrhaben wollen.

Zitat
Es passiert relativ häufig, dass RollenspielerInnen auch im Erwachsenenalter bestimmte Situationen mit den Regeln ihres Lieblingsrollenspiels beschreiben.

Ernsthaft? Also das wäre mir bisher noch nicht vor die Flinte gekommen und ich würde so einen Menschen vermutlich auch nicht besonders ernst nehmen, um ehrlich zu sein.

Zitat
Zum Punkt "Rassismus in DSA":
Damit verfestigt DSA rassistische Bilder z.B. des "edlen Wilden", des "tapferen, moralisch und körperlich überlegenen Nordländers" oder der "exotischen Wüstenschönheit".

Du vergisst dabei allerdings, dass diese - ich nenne sie mal Stereotypen um diesen populistischen Rassismus-Begriff nicht schon wieder verwenden zu müssen - nicht nur dazu dienen, zu unterscheiden, sondern auch aufzuwerten. Ich weiß, jetzt kommst du wieder mit der "alle sind gleich"-Keule, allerdings hat das recht wenig damit zu tun. Das sind keine Rassenmerkmale sondern kulturelle Klischees und im Selbstverständnis vieler Menschen durchaus vorhanden. Der edle Wilde zum Beispiel (auch wenn er ein Konstrukt der pöhsen rassistischen Weißmänner ist) wird von Ureinwohnern der USA gerne als Richtwert für ihre eigene Emanzipation benutzt. Das hat den einfachen Grund, dass er mit positiven Aspekten verbunden wird und die vermeintlich unzivilisierte "Wildheit" der eigenen Kultur mit positiven Werten auflädt.
Und das wiederum wird aus dem Urdrang geboren, sich hervorzuheben und individuell zu sein - als Einzelperson, von mir aus auch als Volk. So sehr einige Menschen es sich auch wünschen mögen: wir sind nicht gleich. Tommy ist besser in Sport und Jimmy kann besser rechnen. Die Wachita-Indianer konnten gut Fährtenlesen und römische Soldaten die Reihen besser halten als die Sarmaten. Das hat allerdings nicht sehr viel mit dem Rassismus der Moderne zu tun.

Und ich glaube das eigentliche Kernproblem ist, dass hier historische Vorbilder viel zu sehr aus modernen Gesichtspunkten betrachtet werden. Das darf man gerne machen um zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass es in dem Rollenverständniss einiger Völker / Rassen / Whatever mehr gibt, als den bloßen Schein und auch zu verstehen, wo einige Merkmale herkommen - wenn man es allerdings übertreibt, fängt man an, überall die Zahl der 23 oder die Illuminaten zu sehen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 30.04.2011 | 10:18
Du kriegst rassistische Überzeugungen nie mit biologischen Argumenten wie "Es gibt keine Rassen" vom Tisch. Der Rassismus als Ideologie arbeitet vollkommen unabhängig von der Frage, ob es biologisch gesehen menschliche Rassen gibt oder nicht. Die im Rassismus postulierten Rassen sind keine biologischen Konstrukte, sondern rein soziale Konstrukte (Zuschreibungen). Sie geben sich zwar ein pseudo-wissenschaftliches Gewand, aber das dient bloß der Legitimation und hat keinerlei wissenschaftliche Substanz.

Aber das mit den Sichelzellen hat Darius ja gerade darum angeführt, um die -- völlig richtige -- Aussage mit den Zuschreibungen als -- ich zitiere ihn noch mal:

Zitat
Das ist so ein typischer Augenverschliesserbeitrag bei dem Sachen vermengt werden die nicht zusammengehören.
Streich den ganzen Mist und versuch dann mal rational an wirklich problematische Themen wie "race and intelligence", oder (noch mal deutlich unangenehmer) "race and health" ranzugehen.

Da wird es dann nämlich wirklich unschön und das bequeme "sind alles nur zuschreibungen" funktioniert nicht mehr so leicht.

... abzutun. Im Prinzip hatten wir das alles schon mal, auch das, was klenadtu und RPäd gesagt haben, nur nicht so sozialwissenschaftlich auf den Punkt gebracht. Das Problem des Rassismus ist eben nun mal nicht, dass es große und kleine Menschen und welche mit krummen und welche mit langen Nasen gibt. Sondern ein Amalgam aus in der Mehrheitsgesellschaft jederzeit abrufbaren (und sich Veränderungen sehr schnell anpassenden) Klischees (Vorurteilen, Zuschreibungen), die an sich schon diskrimierend sind und in Verbindung mit Ressentiments böse Triebe treiben können.

In einem Spiel oder einer Fiktion sind solche Zuschreibungen natürlich genau derselben Art wie in der Realität, nur dass sie weniger leicht jene Triebe treiben (weil man Orks in der Realität so schlecht diskriminieren kann, und wenn man fiktive Figuren diskriminiert, ist ja noch nicht viel Schaden angerichtet). Trotzdem sind es dieselben Klischees, das was RPäd "rassistsches Wissen" und was ich rassistische Klischees genannt hat/habe. Darum ja auch mein Hinweis, dass man dies durchaus reflektieren muss.

Dass Rassismus in der Fiktion quasi nicht existieren könne oder unbedenktlich wäre, ist Quatsch. Sonst gäbe es keine antisemitschen (wobei Antisemitismus ein Sonderfall und nicht eins zu eins mit Rassismus gleichzusetzen ist) Propaganda-Machwerke wie der Nazifilm "Jud Süß" oder arabische Fernsehserien wie "Diaspora" oder "Reiter ohne Pferd". In all diesen Fällen wird Fiktion benutzt, um antisemitisches Gedankengut an den Mann zu bringen. Fiktion ist also durchaus in der Lage, solches zu transportieren.

Übrigens finde ich auch verwunderlich, dass in einem Thread, dessen Titel schon klarmacht, dass es um Rassismus geht, nur auf Wikipedia-Artikel zu "Rassentheorien" verlinkt wird und nicht auf den zum Thema "Rassismus" selbst (http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus). Dort steht nämlich in mehreren Variationen das, was klendatu und RPäd ausgeführt haben. Und um was es mir in meinen holprigen Posts eigentlich auch ging.

In meinem nächsten Abenteuer wird es jedenfalls um die Komplotte der Goldsichelzellenschieberbande gehen!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 11:22
@ RPpäd:

Erstmal schön, dass Du Dich hier hergetraut hast. Und ... willkommen! :)

Vieles, von dem, was Du in Deinem ersten Beitrag schreibst, kann ich von der Tendenz her unterstreichen.

Aber: Mir fehlt da irgendwie die Richtung, in die die von Dir geleistete Kritik in moralischer Hinsicht laufen soll. Kurz, da schwingt ein "normativer Anspruch" mit, der aber nicht zu Ende formuliert wird.

Das mag im ersten Moment wieder akademisch klingen, ist aber m.E. ziemlich entscheidend für die Frage, wie wir mit dem Rollenspiel umgehen und wie wir es bewerten sollen. Jedenfalls ist mein Eindruck, dass wir die Kirche im Dorf lassen sollten. Erstens gibt es nicht so viele Rollenspieler (gemessen an anderen Freizeitbeschäftigungen); und zweitens ist mein Eindruck (!), dass aus den Rollenspielerkreisen nicht wesentlich mehr Rechtsextreme, Sexisten usw. hervorgehen. Es könnte also gut sein, dass sich ein normaler Grad an "Menschenfeindlichkeit" auch in der Rollenspielerszene niederschlägt, aber nicht maßgeblich mit Rollenspiel zu tun hat.

Weiterhin hat dieser Rassismusvorwurf irgendwie auch einen zu pessimistischen Klang. Wie ich oben bereits anmerkte, kann es  reizvoll sein, solche Rollen zu spielen. Auf den Aspekt des Perspektivwechsels hast Du ja selbst auch hingewiesen. Das lässt sich aber nicht in einem "politisch korrekten" Rollenspiel umsetzen. Wenn Du alles richtig schön auf ein gender- und rassismusfreies Niveau gebracht hast, müsstest Du die Unterschiede nachträglich wieder reinbringen, um z.B. Sexismus zu thematisieren. Konflikte kannst Du Dir damit an die Backe schmieren.

Weiterhin geht es im Rollenspiel u.a. auch darum, sich in die Rolle des/der anderen Person hineinzuversetzen. Natürlich ist das auch nur ein Konstrukt. Aber wenn wir den Perspektivwechsel - insb. aus ethischer Sicht - so hoch halten wollen, müssen wir das auch für negative Charaktereigenschaften (Intoleranz) tun. Hier könnte mensch merken, wo die eigenen Grenzen liegen und so vielleicht auch für das Thema Rassismus sensibilisiert werden.

Außerdem sollen trotz Rollenspiel und fiktivem Charakter häufig Konflikte und Situationen gespielt werden, die in irgend einer Weise auch "reale" Konflikte widerspiegeln. Sexismus und Rassismus gehört nun einmal mit in unsere Welt und es sind u.a. genau diese Konflikte, mit denen wir uns beschäftigen. Wie ich oben schon anmerkte, wäre ein Rollenspiel, das dies ausblendet wohl ziemlich farblos. Es müssen auch die Möglichkeiten gegeben sein, den "Rassismus" auch auszuspielen.

Womit wir bei einem weiteren Punkt sind, den Du leider vernachlässigst. Spielsysteme sind das eine, das andere ist die Art und Weise, wie gespielt wird. Da mag das Spielsystem/die Spielwelt noch so viel vorgeben, die Konflikte und die Art und Weise des Umgangs damit wird immer noch von der Gruppe bestimmt. So mögen z.B. im Regelwerk "rassistische" Unterschiede gemacht werden, aber am Spieltisch geht's dann genau darum, diese Unterschiede zu durchbrechen. Das werden  im Regelfall aber nicht unbedingt jene Aspekte sein, die auf konkreten Charakterwerten beruhen, sondern die dem Charakter auf Grund seines Hintergrundes mitgegeben werden: Die Kender oder Halblinge, der immer "diebisch" sein sollen ... Zwerge, die Bier trinken und sich mit Elfen zoffen müssen usw. ...

Zumindest an meinen Spieltischen habe ich eher das Phänomen erlebt, dass diese Spielvorgaben - seitens der Spieler - kritisch durchbrochen wurden; oder aber das moralische Problem selbst in den Mittelpunkt gerückt wurde (Klassisch: Zwerge mögen keine Elfen, aber raufen sich über die Zeit zusammen ... ).

Das klingt alles ziemlich pädagogisch. Und zum Teil füllt das Rollenspiel in der Hinsicht diese Aspekte aus. Deshalb würde ich genau diese Argumente nicht vernachlässigen.

Ich stimme Dir zu, dass sich im Rollenspiel bestimmte Vorurteile - so sie unkritisch und unreflektiert übernommen werden - durch gegenseitiges - bewusstes oder unbewusstes - Bestätigen auch verfestigen können. Das betrifft dann vor allem jenes, was ich als "Alltagsrassismus" bezeichnen würde.

Auf der anderen Seite möchte ich dafür plädieren, Verständnis für jene Leute zu haben, die eben keinen schweren Kopf-Stoff zocken wollen, sondern einfach danach trachten, mit Leuten zusammenzusitzen, abzuschalten und ein buntes Kopfkino zu schieben. Das mag nicht jedermenschs Geschmack sein und auch hier könnten Pädagogen einwenden, dass der ein oder andere kritische Kommentar vielleicht angebracht wäre. Aber so zu tun, als ob solchen Leuten sämtliche Empathie und Solidarität abginge - nur, weil sie unreflektiert Rollenspiel spielen-, wäre diesen Leuten gegenüber m.E. ziemlich unverschämt und arrogant.

Oder etwa polemischer: Mir ist nicht bekannt, dass die NPD (u.ä. Orgas) an ihren Stammtischen besonders viel DSA zockt. Ich kenne auch kein bewusst rassistisches Rollenspiel, was in diesen Kreisen genau das auch irgendwie vermitteln will (wohl aber kenne ich provokante Rollenspiele, die dazu einen Graubereich bieten). Das Rollenspiel so darzustellen, als ob es ein Haupteinflussfaktor für Rechtsextremismus (o.ä.) ist, geht mir deshalb deutlich zu weit und das sollte m.E. auch entsprechend klargestellt werden.

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Vor diesem Hintergrund lässt sich gegen "Rassismus im Rollenspiel" m.E. nur mit Aufklärung und entsprechend gutem Vorbild angehen. Da könnten Leute wie Du einen guten Beitrag leisten: Auf wissenschaftlicher Ebene lassen sich da sicher ein paar interessante Projekt-Ideen entwickeln; ggf. sogar die von Orkpack gewünschten Rollenspiele ...

Aber wie gesagt: Ich würde da nicht mit der Holzhammerkeule den Leuten die Vorwürfe wie Nägel in die Füße hämmern; mit einer so konstruierten Schuldzuweisung bewegt sich nichts.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Tudor the Traveller am 30.04.2011 | 11:22
Wir arbeiten doc auch mit Risikogruppen in vielen Bereichen um bestimmte Abläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen (das spart Geld und rettet eventuell sogar Leben). Das ist bewährt. Aber die Einteilung von Menschen in Risikogruppen unterscheidet sich im Kern nicht wirklich von einer Einteilung in "Rassen". Es ist ein grobes Raster und nicht frei von Fehlern, v.a. weil es eben auch immer wieder Ausreißer in den Gruppen gibt. Dennoch ist es besser als nichts. Es lenkt den Blick auf die statistisch wahrscheinlichsten Probleme.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 11:30
[...] und in Verbindung mit Ressentiments böse Triebe treiben können.

Ich glaube darum geht es ja wohl auch, nicht wahr? Ohne diese Ressentiments sind es eben nur "Auswüchse" dessen, was Arbo sehr gut beschrieben hat.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 30.04.2011 | 11:47
Anscheinend gibt es mindestens ein mit rassistischer Intention geschriebenes RPG.

Aber eigentlich kann man -ismen im RPG nur falsch angehen. Beispiel mal wieder DSA: Die aventurische Gesellschaft ist im Großen und Ganzen mustergültig in Sachen Geschlechterverhältnisse. Ja, das ist eine mehr oder minder feudale Gesellschaft, teilweise mit Sklavenhalterstaaten (Al Anfa), aber die in der wirklichen Welt übliche Frauendiskriminierung gibt so gut wie nicht oder spielt fast keine Rolle.

Und auch daran könnte man mMn begründet Kritik üben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 30.04.2011 | 12:02

Da zeigt sich Etwas, dass mich an solchen Diskussionen oftmals stört. Die negative Konnotation solcher Phrasen klingt genauso einleuchtend wie wie Dämonisierung als "Diskriminierung". Allerdings geht das doch weit am Ziel vorbei. Ich kritisiere nicht, dass man sich der mehrfarbigen Bedeutung solcher Aussagen bewuss wird, allerdings werden keine Konsequenzen und Alternativen angesprochen. Was bedeutet es denn jetzt, dass solche "positiven Vorurteile" diskriminierend sind, wie sollte es denn besser laufen? Zumindest ein "Frauen sind einfühlsamer" ist so alt, dass es in beinahe jeder Literatur und Rezeption der Weltgeschichte wiedergegeben wird, durchaus reflektiert und manches Mal kritisch. Nur weil sich die Rollenposition in der Moderne relativiert hat, heißt das doch noch lange nicht, dass alles davor falsch war. Und wie sollte ein moderner Mensch anders denken, als seine Vorgänger - eben in Kategorien? Das ist eine Utopie die mir vor Allem meist zu sehr von dem dämonisierten Bild des "weißen Mannes" als Überrassist ausgeht. Und das ist bereits rassistischer als viele Kritiker der Kategorisierung wahrhaben wollen.

Du vergisst dabei allerdings, dass diese - ich nenne sie mal Stereotypen um diesen populistischen Rassismus-Begriff nicht schon wieder verwenden zu müssen - nicht nur dazu dienen, zu unterscheiden, sondern auch aufzuwerten. Ich weiß, jetzt kommst du wieder mit der "alle sind gleich"-Keule, allerdings hat das recht wenig damit zu tun. Das sind keine Rassenmerkmale sondern kulturelle Klischees und im Selbstverständnis vieler Menschen durchaus vorhanden. Der edle Wilde zum Beispiel (auch wenn er ein Konstrukt der pöhsen rassistischen Weißmänner ist) wird von Ureinwohnern der USA gerne als Richtwert für ihre eigene Emanzipation benutzt. Das hat den einfachen Grund, dass er mit positiven Aspekten verbunden wird und die vermeintlich unzivilisierte "Wildheit" der eigenen Kultur mit positiven Werten auflädt.
Und das wiederum wird aus dem Urdrang geboren, sich hervorzuheben und individuell zu sein - als Einzelperson, von mir aus auch als Volk. So sehr einige Menschen es sich auch wünschen mögen: wir sind nicht gleich. Tommy ist besser in Sport und Jimmy kann besser rechnen. Die Wachita-Indianer konnten gut Fährtenlesen und römische Soldaten die Reihen besser halten als die Sarmaten. Das hat allerdings nicht sehr viel mit dem Rassismus der Moderne zu tun.

Und ich glaube das eigentliche Kernproblem ist, dass hier historische Vorbilder viel zu sehr aus modernen Gesichtspunkten betrachtet werden. Das darf man gerne machen um zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass es in dem Rollenverständniss einiger Völker / Rassen / Whatever mehr gibt, als den bloßen Schein und auch zu verstehen, wo einige Merkmale herkommen - wenn man es allerdings übertreibt, fängt man an, überall die Zahl der 23 oder die Illuminaten zu sehen.

Erstmal vielen Dank auch an RPpäd, der einen verständlich geschriebenen Beitrag zum Thema beigesteuert hat, da kann ich nur alles unterschreiben!

@Sol Invictus:
Die Frage nach den Konsequenzen daraus, diesen "positiven" Rassismus enttarnt zu haben, lässt sich eigentlich ganz leicht beantworten, setzt allerdings im Alltag ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber der eigenen Sprache/Handlungen voraus: Benutze diese Ausdrücke und Zuschreibungen nicht! Das wäre der erste Schritt zur Besserung ;)
Kategorien/Zuschreibungen/Vorurteile -- wie immer man das alles auch nennen möchte -- lassen sich selbstverständlich ändern und tun das auch ganz von selbst. Jeglicher Sachverhalt wird ständig diskursiv ausgehandelt, es gibt keine monolithischen allgemeinen Wahrheiten, die ahistorisch und über alle Zeiten wirken. Das ist zumindest nicht erst seit der Postmoderne ein Forschungsparadigma auf das sich die meisten Wissenschaftler einigen können.

Ich weiß, dass man in Diskussionen um Rassismus mit der nächsten Aussage immer in ein Wespennest sticht, aber der sog. "weiße Mann" ist nunmal Ursache des Rassismus und fühlt sich selbstverständlich als allererstes durch die kritische Rassismusforschung und Anti-Rassismusarbeit angegriffen, schließlich geht e hier um den möglichen Verlust etablierter Machtpositionen. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, eine gängige Meinung ist, dass, Weiße nicht Opfer von Rassismus werden können.

Ich denke ich kann auch für RPpd sprechen, wenn ich behaupte, dass niemand, der sich ernsthaft mit dem Themenkomplex auseinandersetzt behaupte würde, alle Menschen wären gleich. Es geht auch in der Anti-Rassismusarbeit keineswegs darum alle Menschen gleich zumachen (Eine Position, die gerne von Mitglieder der extremen Rechte behauptet wird, wenn sie z. B. die Gleichmacherei der "Gutmenschen" durch Gendermainstreaming oder eben Anti-Rassismusarbeit anprangern.)
Halten wir fest, wie Du ja schon schriebst: Individuen sind sehr unterschiedlich.
Aber was für den einzelnen gilt ist eben nicht auf Gruppen und Gesellschaften zu übertragen, d. h. einzelne Individuen der von Dir angeführten native americans der Wichita (?, Wachita habe ich nicht gefunden) konnten vielleicht gut Fährten lesen, nur zur Gesellschaft der Wachita (?) anzugehören, hat jmd. aber nicht zu einem guten Fährtenleser gemacht. Römische Soldaten sind auch nicht mit Gesellschaften wie den Wichita-people zu vergleichen, da sie eine eigens zum Kampf aufgestellte bzw. zusammengefügte Gruppe sind, aber auch unter ihnen wird es individuelle Unterschiede bzgl. ihrer "Kampffähigkeiten" gegeben haben.
Wo sich native americans selbst als "edle Wilde" resp. "noble savages" bezeichnen, musst Du mir bitte noch als Quelle angeben,  das würde mich nämlich interessieren. Die Umdeutung rassistischer Bezeichnungen als Selbstbezeichnung und damit einhergehende Entwertung der Begriffe ist als Schutzmaßnahme für die Opfer natürlich sehr verständlich und auch an anderen Beispielen zu belegen.

Rassismus lässt sich ebenfalls nicht durch den Begriff "Stereotype" ersetzen, wie Du es in Deinem Text versuchst. Dadurch verharmlost man nur die ziemlich realen Diskriminierungen und Beleidigungen, die Opfer von rassistischem Handeln werden.

Beste Grüße,
K
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 12:19
Ich mag Degenesis :gasmaskerly:
Die Autoren treten für Toleranz und und Verständigung der Völker ein und Positionieren sich klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus.



Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 12:30
benutze diese Ausdrücke und Zuschreibungen nicht! Das wäre der erste Schritt zur Besserung ;)

Da der Begriff des Rassismus und sein implizierter Vorwurf (wie du und andere diesem Thread es glänzend präsentieren) auf so gut wie jede Form des menschlichen Umgangs übertragen werden können, ist es beinahe unmöglich, alle Eventualitäten auszuradieren. Versuche mal in jeder Form politisch korrekt zu sprechen und zu handeln - es wird immer Jemanden geben der sich durch dein Verhalten diskriminiert oder benachteiligt fühlt. Das heißt nicht, dass ich nicht den Vorteil darin sehe zumindest die gröbsten Schnitzer und Verleumdungen zu vermeiden.

Zitat
aber der sog. "weiße Mann" ist nunmal Ursache des Rassismus und fühlt sich selbstverständlich als allererstes durch die kritische Rassismusforschung und Anti-Rassismusarbeit angegriffen.

Schwachsinn. Tut mir leid wenn ich es so harsch ausdrücke aber blicke doch bitte mal über deinen Tellerrand. Rassismus ist so alt wie die Geschichte und die beginnt ein paar Jahrtausende vor der Zeitrechnung der "dominanten, weißen Rasse". Den weißen Mann gab es in Sumerien nicht und dennoch wurden Gutäer prinzipiell als barbarisch verunglimpft und für eine niedere Rasse gehalten (unter Anderem von den semitischen Babyloniern oder den isolierten Sumerern).

Zitat
Aber was für den einzelnen gilt ist eben nicht auf Gruppen und Gesellschaften zu übertragen, d. h. einzelne Individuen der von Dir angeführten native americans der Wichita (?, Wachita habe ich nicht gefunden) konnten vielleicht gut Fährten lesen, nur zur Gesellschaft der Wachita (?) anzugehören, hat jmd. aber nicht zu einem guten Fährtenleser gemacht. Römische Soldaten sind auch nicht mit Gesellschaften wie den Wichita-people zu vergleichen, da sie eine eigens zum Kampf aufgestellte bzw. zusammengefügte Gruppe sind, aber auch unter ihnen wird es individuelle Unterschiede bzgl. ihrer "Kampffähigkeiten" gegeben haben.

Wachita ist eine andere Schreibweise, die näher an der ursprünglichen Aussprache liegt. Wahrscheinlich gehst du davon aus, dass ich mir ein exotisches Beispiel herausgesucht habe um zu punkten, leider werde ich dich in meinem kommenden Kommentar enttäuschen müssen :)
Natürlich gibt es unter ihnen verschiedene Ausprägungen von Talenten und Fähigkeiten. Dennoch ist es ganz natürlich, dass auch ganze Gruppen (die dadurch nicht homogenisiert werden, wie du es gerne annimmst) mit gesellschaftlichen Attributen aufgeladen werden. Das Selbstverständnis dadurch zu stärken ist natürlich und hat nichts mit Rassismus zu tun. Einer Fußballmannschaft zuzuschreiben, sie besitze eine starke Abwehr heißt nicht im gleichen Atemzug andere ob ihrer schwachen Abwehr zu diskriminieren, so sehr sich manche das auch gerne wünschen würden.

Zitat
Wo sich native americans selbst als "edle Wilde" resp. "noble savages" bezeichnen, musst Du mir bitte noch als Quelle angeben,  das würde mich nämlich interessieren. Die Umdeutung rassistischer Bezeichnungen als Selbstbezeichnung und damit einhergehende Entwertung der Begriffe ist als Schutzmaßnahme für die Opfer natürlich sehr verständlich und auch an anderen Beispielen zu belegen.

Dazu brauche ich keine Quellen. In meinem Bekannten- und Freundeskreis gibt es einige "native americans" wie du sie gerne nennst mit denen ich über diese Problematik schon mehr als einmal gesprochen habe. Und ich gehe mal davon aus, dass sie nicht sehr erfreut wären, wenn du sie als "Opfer" bezeichnetest. Herzlichen Glückwunsch, du warst gerade rassistischer als viele deiner Mitredner in diesem Thread. Es ist eine Unart des "weißen, mittelständischen Sozial/Pädagogikstudenten" (wenn du sie als Opfer verallgemeinerst, wirst du mir dieses "Klischee" auch erlauben) allein aus seiner Perspektive zu argumentieren. Ganze Völker als alleinige Opfer des Rassismus zu diskriminieren halte ich für schlimmer als ihr Versuch, auf alten Werten ihrer Kultur aufzubauen. Und indem du ihnen unterstellt, das Konzept des "edlen Wilden" als reine Schutzmaßnahme umzuformen, unterstellst du ihnen gleichermaßen dass sie auf die Konstrukte weißer Populisten angewiesen sind um ihr kulturelles Verständnis zu stärken. Siehst du wie das funktioniert?

Zitat
Rassismus lässt sich ebenfalls nicht durch den Begriff "Stereotype" ersetzen, wie Du es in Deinem Text versuchst. Dadurch verharmlost man nur die ziemlich realen Diskriminierungen und Beleidigungen, die Opfer von rassistischem Handeln werden.

So wie du es Anderen vorwirfst, den "Rassismus" zu verharmlosen, so überdramatisierst du ihn. Und lass mich deinen normativen Anspruch, der von Arbo auch bereits kritisiert wurde, ebenfalls einmal aufgreifen: durch deinen kulturellen Hintergrund bist du übersensibilisiert. Deine Versuche die political correctness und damit die Rechte "der Anderen" zu verteidigen ist ein weit schlimmerer Rassismus, als du ihn versuchst wegzuargumentieren. Du stigmatisierst die "Anderen" zu Opfern und nimmst ihnen das Recht ihrer Selbstbestimmung. Du kategorisierst sie in eine Richtung, die ihnen nicht gerecht wird.

Und damit beste Grüße zurück ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 12:34
Rassismus lässt sich ebenfalls nicht durch den Begriff "Stereotype" ersetzen, wie Du es in Deinem Text versuchst. Dadurch verharmlost man nur die ziemlich realen Diskriminierungen und Beleidigungen, die Opfer von rassistischem Handeln werden.

Das kann ich so nicht unterschreiben, weil gerade die "neuere" Forschung in dem Bereich Begriffe wie "Vorurteile" (mir wäre lieber von "sozialen Werturteilen" zu sprechen), Abwertungen oder Stereotypen gesprochen wird, die allesamt im Grunde das gleiche Phänomen beschreiben (siehe dazu u.a. die Stereotypen, die Loïc Wacquan in "Bestrafen der Armen" beschrieb und bei denen verschiedene Formen der Abwertung - u.a. auch rassistische Aspekte - ineinander fließen). Auf den Begriff "Stereotyp" passt i.d.R. genau das, was weiter oben von Dir selbst (http://tanelorn.net/index.php/topic,67199.msg1324253.html#msg1324253) in der Rassismusdefinition beschrieben wurde.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Kurz: Ich empfehle eine gewisse Gelassenheit bezüglich dieser Begriffe und würde dem/der Anderen nicht Verharmlosung indirekt unterscheiden. Im Kern schadet es dem eigentlichen Anliegen nur, wenn das in eine - aus meiner Sicht - recht hohle Akademiker-Diskussion abdriftet, in der sich die Anti-Rassisten die vermeintlich verharmlosenden Fachbegriffe der anderen Anti-Rassisten an den Kopf werfen.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 12:35
@ Arbo

Erneute Zustimmung, habe dem nichts hinzuzufügen :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 12:37
Anscheinend gibt es mindestens ein mit rassistischer Intention geschriebenes RPG.

Und welches währe das?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 30.04.2011 | 12:38
Ich weiß, dass man in Diskussionen um Rassismus mit der nächsten Aussage immer in ein Wespennest sticht, aber der sog. "weiße Mann" ist nunmal Ursache des Rassismus und fühlt sich selbstverständlich als allererstes durch die kritische Rassismusforschung und Anti-Rassismusarbeit angegriffen, schließlich geht e hier um den möglichen Verlust etablierter Machtpositionen.
Dass du hier vom "weißen Mann" sprichst, ist rassistisch. Und daran ändern auch die Anführungszeichen nichts.

Oder ist nur der "schwarze Mann" rassistisch und die "weißen Männer" darf man einfach so über einen Kamm scheren?
Schließlich ist die Verallgemeinerung, der weiße Mann fühle sich durch Rassismusforschung angegriffen, auch ein unzulässiges Vorurteil.

Zitat
Rassismus lässt sich ebenfalls nicht durch den Begriff "Stereotype" ersetzen, wie Du es in Deinem Text versuchst. Dadurch verharmlost man nur die ziemlich realen Diskriminierungen und Beleidigungen, die Opfer von rassistischem Handeln werden.
Er hat Rassismus auch nicht durch Stereotype ersetzt.

Er hat darauf hingewiesen, dass es nicht Rassismus ist, nur weil man Stereotype benutzt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 12:46

Zum Punkt "Rassismus in DSA":
Neben der Existenz der klassischen Fantasy-Rassen teilt das DSA-Regelsystem Menschen in verschiedene Rassen ein UND stellt durch die Anlehnung an unsere Welt ganz klar Verbindungen zu bestimmten  Bevölkerungs"gruppen" der Erde her. Damit werden bestimmte "Gruppen" als in ihren Fähigkeiten und Einstellungen homogen dargestellt, die zum einen kulturell zum anderen aber auch genetisch bedingt sind (kultureller und biologischer Rassismus). Die Darstellung von verschiedenen menschlichen Rassen ist rassistisch und stellt in Verbindung mit den Beschreibungen der "Völker" bzw. "Rassen" einen Rassismus dar, der viel "rassistisches Wissen" an jede Generation neuer DSA-SpielerInnen weitergibt. Damit verfestigt DSA rassistische Bilder z.B. des "edlen Wilden", des "tapferen, moralisch und körperlich überlegenen Nordländers" oder der "exotischen Wüstenschönheit".


Das kann ich so nicht unterstreichen. Die Bezeichnung "Rasse" wird doch in Fantasy Rollenspielen anders verwendet. Früher gab es z.B die Rasse Barde in DSA.
Die Bezeichnung ist natürlich unglücklich gewählt, wobei im Buch darauf hingewiesen wird das der Begriff nicht Biologisch Korrekt ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 12:46
@ Sol Invictus:

Danke für die Blumen.  :) Jetzt aber noch etwas Kritk.

So wie du es Anderen vorwirfst, den "Rassismus" zu verharmlosen, so überdramatisierst du ihn.

Naja, ich würd's jetzt noch nicht als Überdramatisieren bezeichnen. Gerade, wenn mensch sich näher mit diesem Problem beschäftigt, wird mensch ja durchaus stärker sensibilisiert. Geht mir selbst so. Da fallen mir bei bestimmten Aussagen durchaus rassistische (o.ä.) Färbungen auf. Und dann sage ich das natürlich (egal, ob es gegen den "Hartz-IV-Adel" geht oder Bekannte mit fremdländischen Wurzeln nach Dingen befragt werden, die einem bestimmten ... Stereotyp ... entsprechen). Da könnte mensch mir selbst auch wieder eine "Überdramatisierung" vorwerfen. Wobei ich das in den Punkten durchaus etwas kritischer sehe und darauf hinweise, den anderen - den diskriminierten - gegenüber doch etwas Respekt zu zollen: Der wird meinem Gefühl nach mit solchen Stereotypen häufig verletzt. Aber wie gesagt: Meinem Gefühl nach ... ist also selbst eine Konstruktion - ein "Fremdschämen" - das ich nicht so ohne Weiteres von anderen verlangen kann.

Kurz: Mensch kommt da nicht richtig aus seiner eigenen Haut. ;)

Allerdings, und liegst Du  mit Deinem Vorwurf absolut richtig: Trotz dieser ganzen Kritikpunkte muss immer noch die Empathie da sein, um mit der Gegenseite ins Gespräch zu kommen. Und genau da liegt die Gefahr, aus dem Rassismusvorwurf Schuldzuweisungen zu konstruieren, mit denen die Gegenseite sprichwörtlich "tot geschlagen" wird. Das versaut einem sowohl das Spiel, als es auch einen Dialog verunmöglicht (und da greift bei mir halt ein ethischer Anspruch). Das ist aber nicht nur ein Problem beim Thema Rassismus.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Kurz: Ne Tasse Tee oder Kaffee (natürlich fair traided ;) ) ... mal zürcklehnen und sich einen Schritt neben sich selbst stellen ... und dann mit etwas Gelassenheit über das Thema diskutieren. Die "Gegenseite" hat womöglich ohnehin die besseren Kekse oder Gummitiere - da will mensch es sich nicht mit denen verscherzen. ;)

@ Helmron:

Das kann ich so nicht unterstreichen. Die Bezeichnung "Rasse" wird doch in Fantasy Rollenspielen anders verwendet. Früher gab es z.B die Rasse Barde in DSA.
Die Bezeichnung ist natürlich unglücklich gewählt, wobei im Buch darauf hingewiesen wird das der Begriff nicht Biologisch Korrekt ist.

Guter Punkt!

Arbo

[Edit: Ninja-Edits an Inhalt und Form]
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 30.04.2011 | 12:56
Und welches währe das?

Steht bei worst rpgs ever (http://wiki.rpg.net/index.php/Worst_RPGs_ever) und hat den klingenden Namen "RaHoWa". Scheint keine Satire zu sein, im Gegensatz zu killing puppies for satan (http://www.lumpley.com/games/puppies.html).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 13:08
Steht bei worst rpgs ever (http://wiki.rpg.net/index.php/Worst_RPGs_ever) und hat den klingenden Namen "RaHoWa". Scheint keine Satire zu sein.

:o Na was sagt man dazu...

Ich glaube nicht das solche Spiele irgendjemand spielen möchte.

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 13:16
@ Sol Invictus:

Danke für die Blumen.  :) Jetzt aber noch etwas Kritk.

Bitte, "Zustimmung" heißt in dem Sinne auch "du hast es besser ausgedrückt als ich", also bin ich da durchaus fähig deine Kritik anzunehmen ;) Ich glaube, dass das Thema einfach bei einigen Emotionen hockochen lässt, was ich - wenn es bei mir so rübergekommen sein sollte - gerne zurücknehmen würde.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 13:22
@ Helmron:

Uh, oh ... stimmt ... bin gerade über die "enemies" gestolpert. Boah ... kommt auch aus dem "Creativity Movement" (http://"Creativity Movement"), konkreter: Der "Schöpfer" wird bei enotes (http://www.enotes.com/topic/Racial_Holy_War) als Reverend der "World Church of the Creator" geführt (in dem Zusammenhang siehe Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Creativity_Movement) und Jungleworld (http://jungle-world.com/artikel/2000/09/28270.html)). Da wundert mich nüscht mehr.

@ Sol Invictus:

O.K., sind wir ja einer Meinung.  :)

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Sephiron am 30.04.2011 | 13:26
Das kann ich so nicht unterstreichen. Die Bezeichnung "Rasse" wird doch in Fantasy Rollenspielen anders verwendet. Früher gab es z.B die Rasse Barde in DSA.
Die Bezeichnung ist natürlich unglücklich gewählt, wobei im Buch darauf hingewiesen wird das der Begriff nicht Biologisch Korrekt ist.

o.O Das stimmt doch gar nicht. In DSA1-3 war von "Heldentypen" die Rede, in DSA4 von Rasse, Kultur und Profession.
Auch sonst kenn ich kein Rollenspiel, das das so macht.

Meinst du vielleicht den Begriff "Klasse"?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 13:32
o.O Das stimmt doch gar nicht. In DSA1-3 war von "Heldentypen" die Rede, in DSA4 von Rasse, Kultur und Profession.
Auch sonst kenn ich kein Rollenspiel, das das so macht.

Meinst du vielleicht den Begriff "Klasse"?

http://www.dsa-online.ch/index.php?mode=helden&do=zeigen&id=Alverin%20von%20Harlekin&test=001&spielergruppe=&ssid=07f288abe78d6bd5fea54e70c1bb4681

Da steht "Rasse: Barde"

Dsa-online Basiert auf Dsa 3.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Sephiron am 30.04.2011 | 13:45
http://www.dsa-online.ch/index.php?mode=helden&do=zeigen&id=Alverin%20von%20Harlekin&test=001&spielergruppe=&ssid=07f288abe78d6bd5fea54e70c1bb4681

Da steht "Rasse: Barde"

Dsa-online Basiert auf Dsa 3.

Auf der selben Seite steht auch "Herkunft: Landarbeiter"... Da kann jeder eintragen, was er will.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 13:56
Auf der selben Seite steht auch "Herkunft: Landarbeiter"... Da kann jeder eintragen, was er will.

Ähh... nein,

 die Eigenschaften werden ausgewürfelt und du kannst dann eine "Rasse" aus einer Liste  wählen z.B "Barde" oder "Krieger" die zu deinen Eigenschaften passt. Die Herkunft wird danach ausgewürfelt. Ich würde dir empfehlen mal nur zum Spaß einen Charakter zu erstellen.

Ich habe aber auch Charakterbögen zu DSA 3 gefunden bei denen wirklich von Heldentypus die Rede war.

Ist das dann die Offizielle Version, und warum wurde dann bei DSA online davon abgewichen?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Belchion am 30.04.2011 | 14:13
Ich habe aber auch Charakterbögen zu DSA 3 gefunden bei denen wirklich von Heldentypus die Rede war. Ist das dann die Offizielle Version, und warum wurde dann bei DSA online davon abgewichen?
Heldentypus ist die offizielle Bezeichnung für den Barden bei DSA3. Der Barde war nie eine Rasse. DSA-Online hat nichts mit dem offiziellen DSA zu tun, sondern ist reines Fanwerk, vermutlich haben die Ersteller einfach Mist gebaut.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.04.2011 | 14:28
Ok danke für die Richtigstellung. Aber der Begriff Rasse hat im Rollenspiel trotzdem eine andere Bedeutung als in der Biologie.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 30.04.2011 | 14:34
@Sol Invictus und Arbo

In einem Punkt stimme ich überein, nämlich mit dem Lockerlassen, das ich bei Arbo aber eher sehe als bei Sol. Ja, von mir aus lockerlassen, entspannt bleiben.

Aber ansonsten verstehe ich die sogar sehr heftige Reaktion auf die Darlegung der quasi "theoretischen" Grundlagen von RPäd und klendathu nicht. Es schadet doch nicht, sich auch auf der Mikro-Ebene der Alltagssprache für derlei Dinge mehr zu sensibilisieren und ein bisschen mehr acht zu geben. Es gibt doch genug Belege dafür, wie stark auch die Alltagssprache Einfluss auf Menschenbilder hat.

Zudem finde ich in diesen Bereichen ein Zuviel auch besser als ein Zuwenig. Auch wenn ich jetzt "rassistisch" werden muss, wenn ich das sage, aber die Geschichte der Neuzeit ist eben bis in die jüngste Vergangenheit "vorbelastet" von "weißem" Rassismus, d.h. es wimmelt von Belegen, welche Unmenschlichkeiten er hervorbringen kann, und da finde ich anti-rassistischen Eifer besser als das Augezudrücken und Durchwinken.

Vollends verkehrt finde ich, wenn der Rassismus-Vorwurf zum größeren Verbrechen stilisiert wird als der Rassismus selber. Ich bin im Gegenteil dankbar, dass mich solche Vorwürfe in der Vergangenheit schon desöfteren darauf aufmerksam gemacht haben, wenn ich gedankenlos "gruppenbezogen-menschenfeindliche" Stereotype weitergegeben habe. Wenn man aber so tut, als wäre die Mehrheitsgesellschaft plötzlich das Opfer von "Gutmenschen", die ihr das Maul verbieten, dann läuft etwas falsch.

In diesem Sinne verstehe ich auch nicht, wie man sich an dem "Opfer"-Begriff derart aufhängen kann, denn die Rollenverteilung zwischen "Täter" und "Opfern" bezieht sich ja auf historisch gewachsene Verhältnisse innerhalb eines Diskurses. damit soll aktuell doch niemand stigmatisiert oder in eine tatsächliche Rolle gedrängt werden.

Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.
In diesem Sinne verteile ich auch mal herzliche Grüße -- korknadel
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 30.04.2011 | 14:42
Ich kenne kein Rollenspiel, dass z.B. Menschen unterschiedlicher "Rasse" unterschiedliche Attribute gibt. Wahrscheinlich macht das DSA so, aber sonst?
DSA und Rolemaster

.

Heißt: Wenn ich einen Barbarenstamm habe, dann sind dessen Lebensbedingungen anders, als für eine städtische Kultur mit ausgeprägtem Bildungswesen. Ergo kann man argumentieren, dass bei Barbaren selbst bei gleicher Veranlagung die "Intelligenz" schlechtere Bedingungen zur Entwicklung hat, als die der Städter. Somit ist ein Malus rollenspieltechnisch berechtigt..
Kann man, man kann dann Kelten mit ihrer druidischen Begabtenförderung nehmen und mit einer "städtischen" Agrarkultur vergleichen wo der Zugang zur Bildung zu den Lehrern stark von Stand und Wohlstand annehmen und auf den Bauch fallen.

Man kann auch sagen, ein Barbar der nicht vernünftig den ken und planen kann hat sehr geringe Überlebensaussichten, in der "städtischen" Agrarkultur ist das nicht der Fall

Das Conan z.b. sehr schnell lokale Sprachen und war ein effektiver Heerführer und Herrscher.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 30.04.2011 | 15:05
@korknadel
Die Kritik bezieht sich wohl in erster Linie auf mich, also:

Aber ansonsten verstehe ich die sogar sehr heftige Reaktion auf die Darlegung der quasi "theoretischen" Grundlagen von RPäd und klendathu nicht.

Hall erzeugt Widerhall würde ich sagen. Wie Ardo es bereits beschrieben hat, wirkten die Einwürfe der Beiden vielleicht auf den ein- oder anderen bereits ein wenig zu "heftig", wobei ich mich nicht ausnehme. Ich sagte auch bereits, dass ich etwaige "giftige" oder "heftige" Formulierungen gerne zurücknehmen, bzw. anders verstanden haben würde.

Zitat
Es schadet doch nicht, sich auch auf der Mikro-Ebene der Alltagssprache für derlei Dinge mehr zu sensibilisieren und ein bisschen mehr acht zu geben. Es gibt doch genug Belege dafür, wie stark auch die Alltagssprache Einfluss auf Menschenbilder hat.

Hat auch Niemand bestritten.

Zitat
Zudem finde ich in diesen Bereichen ein Zuviel auch besser als ein Zuwenig. Auch wenn ich jetzt "rassistisch" werden muss, wenn ich das sage, aber die Geschichte der Neuzeit ist eben bis in die jüngste Vergangenheit "vorbelastet" von "weißem" Rassismus, d.h. es wimmelt von Belegen, welche Unmenschlichkeiten er hervorbringen kann, und da finde ich anti-rassistischen Eifer besser als das Augezudrücken und Durchwinken.

Der ist vorwiegend in unseren Breitengraden dadurch vorbelastet, würde ich behaupten. Dennoch hast du Recht und jeder Andere der dieses Argument benutzt - dennoch sollte man Maß halten, denke ich.

Zitat
Vollends verkehrt finde ich, wenn der Rassismus-Vorwurf zum größeren Verbrechen stilisiert wird als der Rassismus selber. Ich bin im Gegenteil dankbar, dass mich solche Vorwürfe in der Vergangenheit schon desöfteren darauf aufmerksam gemacht haben, wenn ich gedankenlos "gruppenbezogen-menschenfeindliche" Stereotype weitergegeben habe. Wenn man aber so tut, als wäre die Mehrheitsgesellschaft plötzlich das Opfer von "Gutmenschen", die ihr das Maul verbieten, dann läuft etwas falsch.

Das hat hier meines Wissens nach auch Niemand gemacht und ich denke, dass sind Interepretationen deinerseits. Aber man wird doch wohl auch noch kritisch mit der Kritik umgehen können, oder? Nur weil einige sich in der moralisch besseren Position sehen, haben sie noch lange nicht recht - zumindest nicht ganzheitlich.

Zitat
In diesem Sinne verstehe ich auch nicht, wie man sich an dem "Opfer"-Begriff derart aufhängen kann, denn die Rollenverteilung zwischen "Täter" und "Opfern" bezieht sich ja auf historisch gewachsene Verhältnisse innerhalb eines Diskurses. damit soll aktuell doch niemand stigmatisiert oder in eine tatsächliche Rolle gedrängt werden.

Das war eine überspitzte Retourkutsche auf die pedantische Art und Weise, mit der hier der Rassismus-Begriff ausgedehnt und auf jeden im Thema genannten Bereich ausgeweitet wird. Und wenn man so genau vorgeht, kann man auch argumentieren "Rassen in der Fantasy sind Teil einer uralten Tradition der Märchenerzählung, die zur Reflektierung von sozialen und gesellschaftlichen Problemen oder zur Ablenkung davon dient - damit soll aktuell doch kein Bezug zu realem Rassismus hergestellt oder bestimmte Volksgruppen in tatsächliche Rollen gedrängt werden".

Edit: Wie auch immer, ich klinke mich hier jedenfalls aus dem Gespräch aus. Ich denke meinerseits ist alles gesagt und ich möchte die Diskussion nicht noch mehr in eine abweichende Richtung treiben als ohnehin bereits.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 30.04.2011 | 15:14
Das hat hier meines Wissens nach auch Niemand gemacht und ich denke, dass sind Interepretationen deinerseits. Aber man wird doch wohl auch noch kritisch mit der Kritik umgehen können, oder? Nur weil einige sich in der moralisch besseren Position sehen, haben sie noch lange nicht recht - zumindest nicht ganzheitlich.

Nein, explizit hat das keiner gesagt. Dann habe ich das fälschlicherweise aus der Retourkutsche herausgelesen.

Übrigens danke für die Antwort, und ich hoffe, meine Einwände kamen in Arbos Sinne "locker" rüber, denn ich wollte hier keine "Moralkeulen" schwingen ( ;D). Nur einige für mich etwas verwunderliche Zwischentöne klären, was ja nun auch geschehen ist. Sollte ich wiederum unentspannter oder gar geftig rübergekommen sein, bitte ich das zu entschuldigen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 30.04.2011 | 15:17
Schwachsinn. Tut mir leid wenn ich es so harsch ausdrücke aber blicke doch bitte mal über deinen Tellerrand. Rassismus ist so alt wie die Geschichte und die beginnt ein paar Jahrtausende vor der Zeitrechnung der "dominanten, weißen Rasse". Den weißen Mann gab es in Sumerien nicht und dennoch wurden Gutäer prinzipiell als barbarisch verunglimpft und für eine niedere Rasse gehalten (unter Anderem von den semitischen Babyloniern oder den isolierten Sumerern).

Wachita ist eine andere Schreibweise, die näher an der ursprünglichen Aussprache liegt. Wahrscheinlich gehst du davon aus, dass ich mir ein exotisches Beispiel herausgesucht habe um zu punkten, leider werde ich dich in meinem kommenden Kommentar enttäuschen müssen :)
Natürlich gibt es unter ihnen verschiedene Ausprägungen von Talenten und Fähigkeiten. Dennoch ist es ganz natürlich, dass auch ganze Gruppen (die dadurch nicht homogenisiert werden, wie du es gerne annimmst) mit gesellschaftlichen Attributen aufgeladen werden. Das Selbstverständnis dadurch zu stärken ist natürlich und hat nichts mit Rassismus zu tun. Einer Fußballmannschaft zuzuschreiben, sie besitze eine starke Abwehr heißt nicht im gleichen Atemzug andere ob ihrer schwachen Abwehr zu diskriminieren, so sehr sich manche das auch gerne wünschen würden.

Dazu brauche ich keine Quellen. In meinem Bekannten- und Freundeskreis gibt es einige "native americans" wie du sie gerne nennst mit denen ich über diese Problematik schon mehr als einmal gesprochen habe. Und ich gehe mal davon aus, dass sie nicht sehr erfreut wären, wenn du sie als "Opfer" bezeichnetest. Herzlichen Glückwunsch, du warst gerade rassistischer als viele deiner Mitredner in diesem Thread. Es ist eine Unart des "weißen, mittelständischen Sozial/Pädagogikstudenten" (wenn du sie als Opfer verallgemeinerst, wirst du mir dieses "Klischee" auch erlauben) allein aus seiner Perspektive zu argumentieren. Ganze Völker als alleinige Opfer des Rassismus zu diskriminieren halte ich für schlimmer als ihr Versuch, auf alten Werten ihrer Kultur aufzubauen. Und indem du ihnen unterstellt, das Konzept des "edlen Wilden" als reine Schutzmaßnahme umzuformen, unterstellst du ihnen gleichermaßen dass sie auf die Konstrukte weißer Populisten angewiesen sind um ihr kulturelles Verständnis zu stärken. Siehst du wie das funktioniert?

So wie du es Anderen vorwirfst, den "Rassismus" zu verharmlosen, so überdramatisierst du ihn. Und lass mich deinen normativen Anspruch, der von Arbo auch bereits kritisiert wurde, ebenfalls einmal aufgreifen: durch deinen kulturellen Hintergrund bist du übersensibilisiert. Deine Versuche die political correctness und damit die Rechte "der Anderen" zu verteidigen ist ein weit schlimmerer Rassismus, als du ihn versuchst wegzuargumentieren. Du stigmatisierst die "Anderen" zu Opfern und nimmst ihnen das Recht ihrer Selbstbestimmung. Du kategorisierst sie in eine Richtung, die ihnen nicht gerecht wird.

Und damit beste Grüße zurück ;)


Vielen Dank für Deine Antwort Sol Invictus,

1. Das Rassismus schon seit Urzeiten existiert wird kontrovers diskutiert und bildet meines Wissens nach keine gängige Lehrmeinung. Zugegebenermaßen wird in einigen wissenschaftlichen Arbeiten aber von (antikem) Proto-Rassismus gesprochen, der aber nicht mit Rassismus gleichgesetzt werden sollte.

2. Deine Ausführungen im zweiten und dritten Absatz zu den Wachita-people und zu native americans allgemein kann ich leider nur mäßig folgen.
Sollten diese Gesellschaften dankbar sein für die von außen an sie herangetragene Bezeichnungen? "Edle Wilde" ist dabei noch die harmloseste Formulierung, die für Mitglieder der first nations of america benutzt wurde. Sind diese Menschen Deiner Meinung nach Opfer rassistischer Taten geworden, oder nicht?
Ich sehe nämlich nicht "wie das funktioniert".

3. Ich möchte mitnichten eine wie auch immer geartete political correctness verteidigen, ein meiner Meinung nach bedeutungsleeres Schlagwort hinter dem es sich gut verkriechen lässt.
Auch möchte ich niemanden in Schutz nehmen, die meisten Menschen können sich sehr gut selbst gegen Diskriminierung wehren. Es geht mir eher um die Täter und Möglichkeiten rassistischen Handeln sozusagen im "Keim zu ersticken".

4. Kennst Du meinen kulturellen Hintergrund nicht.

Beste Grüße,
K
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 15:26
@ Sol Invictus und korknadel:

Sagen wir mal so, im Vgl. mit anderen Diskussionen geht's hier ja noch ziemlich gesittet zu. Ansonsten stimme ich korknadel natürlich zu, was Beitrag 182 (http://tanelorn.net/index.php/topic,67199.msg1324597.html#msg1324597) betrifft. Allerdings hat m.E. auch Sol Invictus in 183 (http://tanelorn.net/index.php/topic,67199.msg1324600.html#msg1324600) Recht, wenn er mit seinem Beispiel zeigt, welche Stilblüten eine - ich nenn's mal - RassismusichfindDich-Fixierung treiben kann. Was natürlich nicht bedeutet, dass bestimmte "Rassismen" - möglicherweise "historisch gewachsen" - unterschwellig hinter diversen Begriffen usw. verborgen liegen können. Aber wie gesagt, ich kenne solche Übertreibungen aus dem Antisemitismusbereich und da wirds dann wirklich total abstrus ...

Es handelt sich halt um recht emotionale Angelegenheiten, weil wir in diesen Fragen ganz persönliche Befindlichkeiten treffen - beiderseits. Das zeigen u.a. auch die Sarrazin-Debatten (und nein, das Fass will ich hier nicht aufmachen und hoffe, dass es hier auch zu bleibt!).

Aber um's nochmal auf einen positiven Nenner zu bringen: Bisher ist ja in dem Thread keiner einem an die Gurgel gegangen. Die Auseinandersetzung blieb - bei allen etwas flappsigen Vergleichen - doch recht gesittet.

Also Kinders, es ist gleich halb vier, die Sonne scheint ... Kaffee-Zeit!  ;D

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: klendathu am 30.04.2011 | 15:34
Das kann ich so nicht unterschreiben, weil gerade die "neuere" Forschung in dem Bereich Begriffe wie "Vorurteile" (mir wäre lieber von "sozialen Werturteilen" zu sprechen), Abwertungen oder Stereotypen gesprochen wird, die allesamt im Grunde das gleiche Phänomen beschreiben (siehe dazu u.a. die Stereotypen, die Loïc Wacquant
  in "Bestrafen der Armen" beschrieb und bei denen verschiedene Formen der Abwertung - u.a. auch rassistische Aspekte - ineinander fließen). Auf den Begriff "Stereotyp" passt i.d.R. genau das, was weiter oben von Dir selbst (http://tanelorn.net/index.php/topic,67199.msg1324253.html#msg1324253) in der Rassismusdefinition beschrieben wurde.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Kurz: Ich empfehle eine gewisse Gelassenheit bezüglich dieser Begriffe und würde dem/der Anderen nicht Verharmlosung indirekt unterscheiden. Im Kern schadet es dem eigentlichen Anliegen nur, wenn das in eine - aus meiner Sicht - recht hohle Akademiker-Diskussion abdriftet, in der sich die Anti-Rassisten die vermeintlich verharmlosenden Fachbegriffe der anderen Anti-Rassisten an den Kopf werfen.

Arbo

Hallo Arbo und danke für Deine Antwort,

Heitmeyer und auch das IKG sind mir bekannt und ich finde die Arbeit des IKG auch wunderbar.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit beinhaltet ja durch ihren "Syndrom-Charakter" auch Rassismsus. Mit Rassismus wird aber m. E. nach die Naturalisierung von Zuschreibungen und angenommenen Merkmalen auf Personen deutlich gemacht. Opfer von Stereotypisierung und Vorurteilen sind nicht immer auch Opfer von rassistischem Handeln, deshalb sollte man diese Begriffe auch nicht relativieren. Ich denke, dass z. B. auch Heitmeyer und Wacquant (den ich leider noch nicht gelesen habe) damit einverstanden wären (bei einer Gegenrede Deinerseits wäre ich für eine Quelle dankbar, nicht um Dich in Zugzwang zu bringen, sondern aus echtem Interesse!).

Beste Grüße, K


Hab leider die neue Antwort von Arbo nicht gelesen, aber Kaffee trinken hört sich doch gut an :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 30.04.2011 | 16:54
O.K., da das ziemlich off-topic wird, habe ich mir erlaubt, einen Thread in "Science with(out) Fiction" (http://tanelorn.net/index.php/topic,67245.0.html) zu eröffnen. Je nachdem, wie's läuft, könnte die Moderation später bestimmte Beiträge abtrennen und dorthin verlegen.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 30.04.2011 | 18:23
Aber ansonsten verstehe ich die sogar sehr heftige Reaktion auf die Darlegung der quasi "theoretischen" Grundlagen von RPäd und klendathu nicht.
Naja, ich habe schon auch mit einem Stirnrunzeln reagiert. Erstens, weil mir Dinge unterstellt wurden - gut, das sollte geklärt sein, aber da hat im ersten Moment eben der Ton die Musik gemacht. Und "jeder von uns jeden Tag" ist eben unter anderem eine Unterstellung.

Zweitens ist ein "Zuviel" eventuell heimtückischer in seiner Schadenswirkung als ein "Zuwenig": Es erzeugt eine Form von "Immunisierung" bei dem, der damit konfrontiert wird. Das ist mein (in der Tat pedantisch aufgefasster) "Kreis", den ich angemahnt habe: Wenn ich aufgefordert werde, eine Handlung zu unterlassen oder zu unternehmen, von der mir zugleich vermittelt wird, daß alle Anstrngungen in die Richtung vergeblich sind.. dann kann ich es eigentlich auch gleich lassen. Wenn selbst ich - mit meiner Herkunft, meinen Überzeugunge und meinen Verhaltensweisen - ein verkappter Rassist bin, dann lohnt es nicht, sich dagegen aufzulehnen, denn dann ist die Aufgabe, etwas gegen Rassismus zu tun, ohnehin nicht zu bewältigen. Und ich kann mit meiner Zeit auch etwas anderes anfangen.

Es ist eben nicht so, als ob es ein richtiges Maß an Sensibilität nur in einer Richtung gibt. Man kann immer noch auch auf der andern Seite vom Pferd fallen. Nötig ist eine Wortbedeutung für Rassismus, die nicht zuwenig abdeckt, aber doch auch nicht zuviel. Für mich tut es die Definition "Vermischung von quasi-biologischen Behauptungen mit einer Abwertung" ganz gut. Damit muß nicht jedes Klischee über Personengruppen gleich "rassistisch" sein. "Rhytmus im Blut" etwa wäre als Aussage in meinen Augen nicht abwertend, daher unverdächtig - ob sie stimmt, ist dann ja noch mal etwas ganz anderes! Aber "krauses Haar, krauser Sinn" (nebenbei, als ich es gehört habe, auf eine Europäerin gemünzt) ist schon grenzwertig; "krauser Sinn" ist wohl kein Kompliment mehr.
Eine praktische Gefahr dabei ist, daß ich Rassismus nicht heraushöre, wenn der andere ihn eigentlich gemeint hat - aber da sind glücklicherweise andere sensibler als ich, und ich bin ja glücklicherweise nicht dafür verantwortlich, die Welt zu retten. Es reicht, wenn ich mich da zu Wort melde, wo ich merke, daß jemand Dinge zusammenwirft, die man besser trennen sollte.

Insofern zurück zu diesem Strang:
Zitat
Du sagst, Wissen über eine Gruppe sei immmer auch schon "Wissen" über eine bestimmte Person dieser Gruppe, "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit". Aber eben, weil es nur um Wahrscheinlichkeiten geht, sehe ich darin nur eine Vermutung, d.h. nichts, was ich behaupten würde "sagen" zu können.
Nein, du hast mich falsch verstanden. Ich sprach von Korrelationen und nicht von Wissen.

Zwischen Korrelationen und Wissen besteht ein großer Unterschied.
In der Tat, zwischen Korrelationen und Wissen besteht ein großer Unterschied! Und deshalb halte ich diese Aussage für unsinnig:
Zitat
Wenn ich weiß, dass jemand eine schwarze Haut hat, kann ich zum Beispiel sagen, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwarze, gekräuselte Haare besitzt und Laktoseintolerant ist.
Was ich sagen würde, ist, daß er vermutlich (aber nicht sicher!) einer Personengruppe angehört, bei der auch kurze, schwarze, zuweilen gekräuselte Haare und Laktoseintoleranz verbreitet sind. Der Unterschied ist vermutlich nicht augenfällig, aber ich trenne zwischen der Personengruppe und der Person und wende Korralationen ausschließlich auf die Personengruppe an. Für die Personengruppe kann ich Wahrscheinlichkeiten angeben. Für die Person würde ich das nur tun, wenn es aus medizinischen Gründen erforderlich ist, es in allen anderen Fällen aber tunlichst lassen, eben weil es um ein Individuum geht. Das ist oder ist nicht laktoseintolerant, das ist oder ist nicht schwarzhaarig, und solange ich nicht weiß, was davon jeweils zutrifft, mag ich mein Nichtwissen nicht durch Stereotypen oder Wahrscheinlichkeiten ersetzen. Korrelationen haben ihren Platz nicht da, wo eine konkrete Person im Blick ist. Wenn ich weiß, daß jemand wie-auch-immer-farbige Haut hat - dann stelle ich deswegen eben gerade tunlichst keine Vermutungen an, weil schon die Vermutungen von Voreingenommenheit sprechen. 
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Waldviech am 30.04.2011 | 19:18
Zitat
1. Das Rassismus schon seit Urzeiten existiert wird kontrovers diskutiert und bildet meines Wissens nach keine gängige Lehrmeinung. Zugegebenermaßen wird in einigen wissenschaftlichen Arbeiten aber von (antikem) Proto-Rassismus gesprochen, der aber nicht mit Rassismus gleichgesetzt werden sollte.
Rassenstereotype waren in der Antike (natürlich) durchaus bekannt. Was meines Wissens nicht existiert hat, war eine ausgefeilte Rassenlehre, wie sie z.b. im 19.Jahrhundert kursierte.
Wird vermutlich auch deswegen kontrovers diskutiert, weil kontrovers diskutiert wird, wie weit Rassismus überhaupt zu definieren ist.  Was allerdings mit Sicherheit schon existiert hat, ist Diskriminierung, das was du oben IMHO recht passend als "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" bezeichnet hast, Ausbeutung und Unterdrückung. Darin haben weder die Neuzeit noch die "Weißen" ein besonderes Monopol - auch wenn das gerne mal behauptet wird.
(Was mich persönlich z.b. stört, ist das koloniale Ausbeutung, Indianerausrottung usw. ganz pauschal DEM Europäer allgemein zugeschanzt werden. In dieser Form ist das äusserst diskutabel. Da würde es mich sehr freuen, wenn mehr differenziert würde.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 1.05.2011 | 02:02
Rassenstereotype waren in der Antike (natürlich) durchaus bekannt. Was meines Wissens nicht existiert hat, war eine ausgefeilte Rassenlehre, wie sie z.b. im 19.Jahrhundert kursierte.
Ja, wobei Rassismus allerdings auch keine Rassenlehre ist sondern die Abwertung bestimmter Gruppen aufgrund ihrer Herkunft. (Man kann die Rassenlehre als Begründung für Rassismus verwenden. Ebenso, wie man den Darwinismus als Begründung für Rassismus verwenden kann. Aber erstmal sind das alles verschiedene Sachen.)

In der Tat, zwischen Korrelationen und Wissen besteht ein großer Unterschied! Und deshalb halte ich diese Aussage für unsinnig: Was ich sagen würde, ist, daß er vermutlich (aber nicht sicher!) einer Personengruppe angehört, bei der auch kurze, schwarze, zuweilen gekräuselte Haare und Laktoseintoleranz verbreitet sind. Der Unterschied ist vermutlich nicht augenfällig, aber ich trenne zwischen der Personengruppe und der Person und wende Korralationen ausschließlich auf die Personengruppe an.
Ja, ich trenne auch zwischen einer Person und einer Personengruppe.
Und er gehört 100% einer Personengruppe an, bei der Laktoseintoleranz hoch verbreitet ist. Das ist nicht ziemlich sicher, das ist wesentlich sicherer. (100% Wissen kann es nur in der Mathematik geben. Aber das hier kommt dem schon ziemlich Nahe.)

Was ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen kann, ist, ob er selber Laktoseintolerant ist. Das kann ich nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sagen. Allerdings mit einer relativ hohen.

Zitat
Für die Personengruppe kann ich Wahrscheinlichkeiten angeben. Für die Person würde ich das nur tun, wenn es aus medizinischen Gründen erforderlich ist, es in allen anderen Fällen aber tunlichst lassen, eben weil es um ein Individuum geht.
Es gibt einen Unterschied, zwischen dem, was man weiß, und dem, was man sagen sollte.

Wenn ich weiß, dass eine Person wahrscheinlich Laktoseintolerant ist, heißt das noch lange nicht, dass ich es ihr direkt ins Gesicht sage. (Laktoseintoleranz ist jetzt nichts wirklich Schlimmes. Daher habe ich hier weniger Hemmungen. Wenn es aber etwas Schlimmes ist, dann würde ich es nicht unbedingt äußern. Egal, ob ich es nur vermute, es mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall ist oder absolut sicher.)

Zitat
Wenn ich weiß, daß jemand wie-auch-immer-farbige Haut hat - dann stelle ich deswegen eben gerade tunlichst keine Vermutungen an, weil schon die Vermutungen von Voreingenommenheit sprechen.
Nein,
1) "Person X hat Laktosintoleranz." ist eine Vermutung.
2) "Person X hat aufgrund des Phänotyps Y eine Laktoseintoleranz." ist sogar eine falsche Aussage.
3) "Person X hat aufgrund des Phänotyps Y mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Laktosintoleranz." ist dagegen keine Vermutung sondern eine korrekte Aussage. (Ob man diese korrekte Aussage jemanden ins Gesicht sagen sollte oder sie lieber für sich behält, ist wiegesagt wieder ein ganz anderes Thema.)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 1.05.2011 | 09:09
Zweitens ist ein "Zuviel" eventuell heimtückischer in seiner Schadenswirkung als ein "Zuwenig": Es erzeugt eine Form von "Immunisierung" bei dem, der damit konfrontiert wird. Das ist mein (in der Tat pedantisch aufgefasster) "Kreis", den ich angemahnt habe: Wenn ich aufgefordert werde, eine Handlung zu unterlassen oder zu unternehmen, von der mir zugleich vermittelt wird, daß alle Anstrngungen in die Richtung vergeblich sind.. dann kann ich es eigentlich auch gleich lassen. Wenn selbst ich - mit meiner Herkunft, meinen Überzeugunge und meinen Verhaltensweisen - ein verkappter Rassist bin, dann lohnt es nicht, sich dagegen aufzulehnen, denn dann ist die Aufgabe, etwas gegen Rassismus zu tun, ohnehin nicht zu bewältigen. Und ich kann mit meiner Zeit auch etwas anderes anfangen.

Dazu zweierlei: Rassisitsches "Wissen" oder "Klischees" (und nicht nur diese, sondern auch andere gruppenbezogene, zum Beispiel sexistische, antisemitische Stereotype/Vorurteile) sind in unserem kulturellen Gedächtnis jederzeit abrufbar. Deshalb muss man zwischen dem Vorhandensein von diesem Wissen und dem Vorhandensein eines tatsächlichen Rassismus einen Unterschied machen. Darauf zielte die so als beleidigend aufgefasste "Unterstellung" von RPäd und/oder klendathu (ich weiß nicht mehr genau, wer von Euch was gesagt hat  ;)) ab.

Will sagen: Auch wenn ich kein Rassist bin, kann ich dieses Wissen unterbewusst, nämlich durch unreflektierte, überkommene Formulierungen oder Ansichten weitergeben. Und das war -- so jedenfalls habe ich es gelesen -- mit der Unterstellung gemeint. Und so sind auch meine Beiträge gemeint. Nicht jeder, der eine rassistisch gefärbte Aussage trifft oder widergibt, muss deshalb gleich ein Rassist sein. Aber die Aussage ist es eben.

Ich bin mir aufgrund persönlicher Erfahrung nur allzu bewusst, dass auch bei mir sehr viel rassistisches, sexistisches "Kulturgut" vorhanden ist, und nicht jeder Spruch, den ich mal irgendwo einwerfe, wird in dieser Hinsicht unbedenktlich sein. Weil unsere Alltagssprache eben so organisiert ist, weil darin diese Klischees eingeschliffen sind. Wenn nun einer sagt, "jeder von uns jeden Tag", dann ist das sicher übertrieben, aber gar nicht so falsch. Und es heißt nicht, dass jeder gleich ein überzeugter Rassist ist. Obwohl (oder gerade weil) mir das bei mir bewusst ist, habe ich mich von dieser "Unterstellung" überhaupt nicht angegriffen gefühlt. Und ich bin trotzdem kein Rassist.

Mich ärgert tatsächlich ein wenig dieser Beißreflex gegenüber diesen vermeintlichen Unterstellungen (wobei ich da vielleicht wieder etwas falsch verstehe). Ich möchte einfach so gern glauben, dass überzeugte Nicht-Rassisten eigentlich sehr gern in so eine Aussage miteinstimmen und sagen: "Ja, man muss auch im Alltag darauf achten, dass man rassistisches Wissen nicht weitergibt und deshalb ein wenig reflektieren, was man so labert und sich auch mal was sagen lassen, wenn jemand einen drauf aufmerksam macht. Ist doch kein großer Aufwand, da ich mir sowieso Gedanken darüber mache und mir des Problems bewusst bin. Ist auch kein Mehraufwand, denn denken tu ich sowieso schon die ganze Zeit."

Weder klendathu (obwohl, im ersten Beitrag vielleicht doch ein bisschen  ;)) noch RPäd haben auf mich den Eindruck gemacht, als wollten sie hier Leute als Rassisten an den Pranger stellen.

Aber ich habe den Eindruck, oft geht es mehr darum, sein Image als "Nicht-Rassist" zu pflegen, als darum, sein Handeln und Reden zu reflektieren. Als "Nicht-Rassist" sollte das ja keine Pflicht darstellen, sondern das Natürlichste von der Welt, was -- in Arbos Sinne -- ganz locker und entspannt nebenher laufen sollte. Und wenn es keine Pflicht ist, dürften solche "Unterstellungen" eigentlich auch nicht als solche oder vielmehr als lästige "Mahnungen" verstanden werden, sondern entweder einfach ganz locker und entspannt abprallen oder als Input willkommen sein. Was nicht heißt, dass man genau derselben Meinung oder Auffassung sein müsste.

Aber womöglich trage ich die falsche Brille für so etwas. Ich würde aber gern die Arbosche Lockerheit auch an die andere Seite geben wollen: Fühlt euch doch nicht immer gleich angegriffen.

Im Übrigen trinke ich gerade Kaffee  :d.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 1.05.2011 | 10:43
Ich möchte mich prinzipiell aus der Diskussion raushalten (und ich möchte auch weiterhin nicht mehr für "Zündstoff" sorgen) aber ich glaube ich verstehe, woran du dich stößt, Korknadel und was bei Anderen hier vielleicht an etwaigen Beiträgen für Verwirrung gesorgt hat.

Ich kann zwar mit Sicherheit nur für mich sprechen, allerdings glaube ich, dass die Meisten die hier argumentierten durchaus der gleichen Meinung sind, dass man reflektierend mit der Kategorisierung umgehen muss, die man durch Alltag, Umgang und Erziehung möglicherweise angelernt bekommt.
Für mich ist die Reaktion auf solche Einwürfe und Ausführungen aber nicht unbedingt ein Beißreflex aus Selbstschutz ("ich muss beweisen, dass ich kein Rassist bin"), sondern ein Unverständnis über die Dehnung des Begriffs. Wenn man es möchte, sieht man überall negative Konnotationen (Rassismus, Diskriminierung etc.) und es mag manchmal bei einigen Menschen - vor Allem wenn sie ihre Beobachtungen zur normativen Prämisse erheben - so wirken, als ob sie vielleicht ein wenig zu viel hineininterpretieren.

Du hast zwar schon gesagt, dass für dich "Zuviel" bei diesem Thema manches Mal besser ist, für Einige aber offensichtlich nicht. Ich möchte es noch einmal überspitzt ausdrücken: während du gerade deinen Kaffee trinkst, kannst du dir sicher sein das (Polemik) Kinderarbeiter auf Kaffee-Plantagen für Nachschub sorgen. Verstehst du worauf ich hinaus will?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 1.05.2011 | 10:50
Schon. Aber wir sind hier im Rollenspielforum. Unser Job ist es, uns mit Rollenspiel zu beschäftigen. Und wenn jetzt jemand daherkommt und sagt, "Du blöder Rollenspieler-Fantasyleser Rassist"!Kann ich wenigstens behaupten, das ich darüber reflektiert habe. Un ihn dann ohne Reue erschlage, weiler ein Ork ist, höhö.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.05.2011 | 11:04
Zitat
Wenn man es möchte, sieht man überall negative Konnotationen (Rassismus, Diskriminierung etc.) und es mag manchmal bei einigen Menschen - vor Allem wenn sie ihre Beobachtungen zur normativen Prämisse erheben - so wirken, als ob sie vielleicht ein wenig zu viel hineininterpretieren.

Selbst damit unterstellst du etwas. Nämlich das jene, die eine kritische Auseinandersetzung auch mit scheinbar harmlosen Rassismen oder rassistischen Tendenzen fordern da etwas sehen *möchten*, was nicht da ist. Pack dir doch mal an die eigene Nase und geh mal eine Sekunde davon aus, dass da wirklich etwas ist, man es nur selbst nicht wahrhaben will weil es praktisch ständig und überall passiert und man sich mit dem Wissen tröstet, dass man nicht allein damit ist, Menschen vorschnell anhand ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder woran auch immer zu beurteilen, ohne sie wirklich kennen. Nur um die Perspektive der Mahner nachzuvollziehen. Es geht keinem um ein Dehnen der Begriffe, um jedem Rassismus vorwerfen zu *dürfen*, sondern um eine Auseinandersetzung mit den Fundamenten von Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus. Und ja, es ist sicher sinnvoll, vorsichtig zu sein und nicht gleich die Keule rauszuholen und lieber von Tendenzen zu sprechen.

"Das machen doch alle, das kann doch gar nicht so schlimm sein" ist einfach kein Argument.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: korknadel am 1.05.2011 | 11:08
Schon. Aber wir sind hier im Rollenspielforum. Unser Job ist es, uns mit Rollenspiel zu beschäftigen. Und wenn jetzt jemand daherkommt und sagt, "Du blöder Rollenspieler-Fantasyleser Rassist"!Kann ich wenigstens behaupten, das ich darüber reflektiert habe. Un ihn dann ohne Reue erschlage, weiler ein Ork ist, höhö.

Das ist mal wieder ein sehr schöner Post, Erik. Irgendwie ...
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 1.05.2011 | 11:36
Selbst damit unterstellst du etwas. Nämlich das jene, die eine kritische Auseinandersetzung auch mit scheinbar harmlosen Rassismen oder rassistischen Tendenzen fordern da etwas sehen *möchten*, was nicht da ist. Pack dir doch mal an die eigene Nase und geh mal eine Sekunde davon aus, dass da wirklich etwas ist, man es nur selbst nicht wahrhaben will weil es praktisch ständig und überall passiert und man sich mit dem Wissen tröstet, dass man nicht allein damit ist, Menschen vorschnell anhand ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder woran auch immer zu beurteilen, ohne sie wirklich kennen. Nur um die Perspektive der Mahner nachzuvollziehen. Es geht keinem um ein Dehnen der Begriffe, um jedem Rassismus vorwerfen zu *dürfen*, sondern um eine Auseinandersetzung mit den Fundamenten von Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus. Und ja, es ist sicher sinnvoll, vorsichtig zu sein und nicht gleich die Keule rauszuholen und lieber von Tendenzen zu sprechen.

"Das machen doch alle, das kann doch gar nicht so schlimm sein" ist einfach kein Argument.

Ich hatte zuvor eingeworfen, dass ich eigentlich nicht für weiteren Zündstoff sorgen möchte, sprich: nicht möchte, dass meine Argumentation wieder als Angriff gewertet wird, aber okay.

Ich packe mir so oder so oft genug an die eigene Nase, das hat mit dem Thema hier allerdings wenig zu tun. Ich habe Niemandem etwas unterstellt, ich habe die Möglichkeit angesprochen, dass man etwas zu sehr hineininterpretiert, was absolut nicht aus Absicht geschehen muss. Allerdings ist es möglich, dass man - vor Allem wenn man sich sehr mit dem Thema beschäftigt - den Blick etwas "zu sehr" schärft.
Während ich versucht habe, das etwas neutraler zu halten, legst du mir allerdings gleich wieder etwas in Mund. Wo bitte habe ich gesagt "Das machen doch alle, das kann doch gar nicht so schlimm sein"? Habe ich nicht, so habe ich auch noch nie argumentiert.

Ich tröste mich nicht mit irgendeinem Wissen, ich bin mir der Problematik durchaus bewusst und ich reflektiere schon eine ganze Weile darüber. Das hier immer davon ausgegangen wird, dass sich keiner Gedanken macht und "bequem und faul" dem Thema aus dem Weg geht, nur weil er mit der Art und Weise wie es forciert wird nicht konform geht verstehe ich auch nicht wirklich.

Ich habe auch schon mehrmals gesagt, dass ich es für wirklich sinnvoll erachte, wenn man sich mit den von dir angesprochenen Problematiken - auch im Rollenspiel - auseinandersetzt. Hier wurde aber teilweise davon gesprochen, sie rauszurationalisieren (wie auch aus dem Sprachgebrauch) und das ist für mich nicht der Sinn der Sache. Kurz: Rollenspiel reflektiert immer auch historische Tatsachen und Relationen. Je mehr Streitbares darin vorkommt, desto besser kann man sich damit auseinandersetzen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Master Li am 1.05.2011 | 11:48
Euer Problem gibt es übrigens immer wieder in solchen Diskussionen...  Es ist schwierig so zu argumentieren, dass man anderen nicht (vom Betroffenen so wahrgenommen) Rassismus unterstellt. Oder dass einem vom anderen Rassismus hinein interpretiert wird. Ihr seid also nicht alleine, geht aber erstaunlich gut damit um. Habe ich auch schon anders erlebt...
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.05.2011 | 11:55
Es gibt einen Unterschied, zwischen dem, was man weiß, und dem, was man sagen sollte.
Ja. Aber es gibt sogar einen Unterschied zwischen dem, was man weiß, und dem, was man sich denken sollte. Und genau da hapert es: Korrelationen dieser Art sind beim Nachdenken über konkrete Personen fehl am Platze, abgesehen von medizinisch erforderlichen Erwägungen. Secundum non datur.

Hmm... tja, könnte ich im Rahmen der Lockerungsübungen vielleicht ein Tässchen Tee kriegen? Das könnte gerade hilfreich werden :-o ...
 
Will sagen: Auch wenn ich kein Rassist bin, kann ich dieses Wissen unterbewusst, nämlich durch unreflektierte, überkommene Formulierungen oder Ansichten weitergeben.
Ja - das kann in der Tat passieren. Aber meine individuelle Erfahrung ist, daß das Problem doch eher marginal ist. Nun ist allerdings mein Erfahrungsschatz in dieser Hinsicht stark begrenzt, weil mein soziales Umfeld keineswegs "repräsentativ" zu nennen ist, es ist im Gegenteil durch eine Sensibilisierung von Kindesbeinen an geprägt, und zwar sowohl, was den Umgang mit Stereotypen, wie auch, was den Umgang mit Sprache angeht. 

Ich möchte einfach so gern glauben, dass überzeugte Nicht-Rassisten eigentlich sehr gern in so eine Aussage miteinstimmen und sagen: "Ja, man muss auch im Alltag darauf achten, dass man rassistisches Wissen nicht weitergibt und deshalb ein wenig reflektieren, was man so labert und sich auch mal was sagen lassen, wenn jemand einen drauf aufmerksam macht. Ist doch kein großer Aufwand, da ich mir sowieso Gedanken darüber mache und mir des Problems bewusst bin. Ist auch kein Mehraufwand, denn denken tu ich sowieso schon die ganze Zeit."
Ja, das schon. Aber man möchte sich dann eben nicht gerne sagen lassen, daß man damit chronisch erfolglos ist, gerade wenn (und: weil) man sich ja darum bemüht.

Es geht keinem um ein Dehnen der Begriffe, um jedem Rassismus vorwerfen zu *dürfen*, sondern um eine Auseinandersetzung mit den Fundamenten von Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus.
Ich bin genaugenommen allerdings ganz froh, daß es nicht mein Job ist, die Welt zu retten. Das heißt: Ja, sicher ist es nicht verkehrt, darüber nachzudenken, wo die Fundamente liegen. Im besten Fall findet man sogar eine Antwort, bei der man bis auf Weiteres bleiben kann. Ich denke, ungefähr da würde ich mich selbst gerade ansiedeln. 
Aber ich denke, damit kann ich es im Moment auch durchaus "gut sein lassen". Ich bemühe mich, außerhalb des Rollenspiels Individuen nicht vorschnell zu beurteilen, schon gar nicht vorschnell abzuurteilen. Im Rollenspiel lasse ich meine Charaktere, wenn es mir vom Hintergrund her angemessen scheint, aber sehr wohl Voruteile bis hintengegen haben, berechtigte und solche, die ich in der Daraufsicht als Spieler für völlig verkehrt halte. Ich kann bewußt mit den Phänomenen spielen, weil ich mir wenigstens einbilde, etwas davon zu verstehen, das Fundament und die Auswirkungen zu kennen usw.
Aber ich fühle mich nicht berufen, darüber hinaus aktiv zu werden. Das überlasse ich solchen, die es besser können, wozu auch zählt, daß ihnen das Thema mehr unter den Nägeln brennt. Aber ich möchte weder von ihnen als fauler Sack noch als verkappter Rassist bezeichnet werden, nur weil ich mit meiner Anti-Rassismus-Pädagogik nach mir selbst Schluß gemacht habe, von dem einen oder anderen Hinterfragen im Verwandten- und Bekanntenkreis mal abgesehen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.05.2011 | 11:58
Sol Invictus: Ich versuche übrigens auch, wenig verkrampft mit dem Thema umzugehen. Ich sehe z.B. im Rollenspiel und auch im Humor, gute Möglichkeiten, alltägliche Rassismen zu entlarven und zu reflektieren, einfach in den Spiegel zu schauen. Gerade beim Thema Humor war ich früher auch durchaus anders und verkrampfter drauf. Daher mein Statement zum OP: Klar sehe ich da Rassismus bzw. rassistische Tendenzen, aber es ist ein Spiel und wenn man sich ab und an fragt, wie viel man davon in die reale Welt übernehmen kann, antworten die wenigsten (Außer, der Seitenhieb sei mir gestattet, Thot, der ja nach wie vor der Meinung ist, man müsse im Rollenspiel fürs echte Leben lernen können  ~;D) unbedacht.

Zitat
Ich bin genaugenommen allerdings ganz froh, daß es nicht mein Job ist, die Welt zu retten.

Und das ist eigentlich das dümmste, was man zu solchen Themen sagen kann. Sorry, wenn ich das so krass sagen muss, sehe ich aber ehrlich so.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 1.05.2011 | 12:02
@ Master Li:

Wollte ich auch nochmal anmerken. Wie gesagt, bei diesen Themen werden i.d.R. Emotionen angesprochen und eine "klare" - i.S. von "richtige" - Sichtweise gibt's auch nicht, so dass wir uns bei diesen Fragen in eine Art Minenfeld begeben. ;)

@ Dolge:

Zitat
Ich sehe z.B. im Rollenspiel und auch im Humor, gute Möglichkeiten, alltägliche Rassismen zu entlarven und zu reflektieren, einfach in den Spiegel zu schauen.

Sehe ich ähnlich. Wenn der Umgang aber etwas "verkrampft" ist, kann Dir dann leicht ein pädagogischer Anspruch untergejubelt werden, wo es hauptsächlich vielleicht der unbedachte Spaß an der Auseinandersetzung mit diesen Themen ist. Aber wie gesagt, siehe oben ... wir "tanzen" im Minenfeld der Befindlichkeiten.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.05.2011 | 12:08
Und das ist eigentlich das dümmste, was man zu solchen Themen sagen kann. Sorry, wenn ich das so krass sagen muss, sehe ich aber ehrlich so.
Jo, typische Sichtweisendifferenz eben. Aber ich sehe die Welt als längst gerettet an, auch wenn es noch viele Möglichkeiten gibt, sie aktuell weiter zu verbessern. Aber eben weil die Möglichkeiten so umfangreich sind, halte ich es für sinnvoller, nicht bei allen mit gleicher Energie mitarbeiten zu wollen. Dabei verschleißt man sich doch nur selbst. Insofern halte ich es da mit der Ansicht, jeder Mensch könne einen Menschen verbessern, nämlich sich selbst, und darüber hinaus erlaube ich mir, Schwerpunkte zu setzen, statt an allem und jedem herumverbessern zu wollen. Es scheint mir so doch der effizientere Weg zu sein.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: RPpäd am 1.05.2011 | 12:10
Dazu zweierlei: Rassisitsches "Wissen" oder "Klischees" (und nicht nur diese, sondern auch andere gruppenbezogene, zum Beispiel sexistische, antisemitische Stereotype/Vorurteile) sind in unserem kulturellen Gedächtnis jederzeit abrufbar. Deshalb muss man zwischen dem Vorhandensein von diesem Wissen und dem Vorhandensein eines tatsächlichen Rassismus einen Unterschied machen. Darauf zielte die so als beleidigend aufgefasste "Unterstellung" von RPäd und/oder klendathu (ich weiß nicht mehr genau, wer von Euch was gesagt hat  ;)) ab.

Will sagen: Auch wenn ich kein Rassist bin, kann ich dieses Wissen unterbewusst, nämlich durch unreflektierte, überkommene Formulierungen oder Ansichten weitergeben. Und das war -- so jedenfalls habe ich es gelesen -- mit der Unterstellung gemeint. Und so sind auch meine Beiträge gemeint. Nicht jeder, der eine rassistisch gefärbte Aussage trifft oder widergibt, muss deshalb gleich ein Rassist sein. Aber die Aussage ist es eben.
[...]

 :d Geanu so war es von mir gemeint! Danke für die nochmalige Erklärung - den Post mitten in der Nacht zu schreiben war evtl. doch nicht die beste Idee... aber ansonsten wäre ich erst jetzt dazu gekommen etwas beizutragen.

@all:
Also erst einmal - auch wenn es hier harschere Töne gab - Kompliment wegen des Umgangs miteinander! In anderen Foren und "Diskussionsrunden" bin ich da ganz andere Töne gewöhnt... Sehr angenehm...

Puhh.. aber wo fange ich jetzt an. Es wurden einige Fragen gestellt, auf die ích antworten möchte, und einige Aussagen gemacht, die ich kommentieren möchte...

@Arbo:
Thema "normativer Anspruch"
[...]
Aber: Mir fehlt da irgendwie die Richtung, in die die von Dir geleistete Kritik in moralischer Hinsicht laufen soll. Kurz, da schwingt ein "normativer Anspruch" mit, der aber nicht zu Ende formuliert wird.
[...]
Könntest Du noch einmal präzisieren, was Du mit dem "normativen Anspruch" genau meinst? Eine allgemeine Formulierung der Ausgangspunkte meiner Überlegungen zu Diskriminierung oder die Folgerungen meiner Kritik. Also sozusagen: "Wie müsste die Welt aussehen, damit weniger/keine Diskriminierung mehr stattfindet?" oder "Wie müsste ein Rollenspiel aussehen, in dem keine rassistischen Stereotype und/oder rassistisches Wissen vermittelt werden?" (Achtunge: beides - und besonders die erste Frage - stellen ganz klar Utpoien dar, die mMn aber dennoch angestrebt werden müssen! Weshalb könnte ich dann bei gegebener Stelle noch formulieren. Hier würde das zu lang.)

Thema "Rassismus im Rollenspiel spielen":
Ich wollte wirklich nicht den Eindruck erwecken, als würde ich nur mit einem Rollenspiel zufrieden sein, in dem sich alle Lieb haben und es keine formen kultureller, institutioneller oder sonstwie Gewalt gibt! Ich finde das gut, dass Rollenspiel diese Möglichkeiten bietet und die möchte ich auch nicht missen!!
Mir geht es um zwei Dinge: Zum einen um eine Reflexion der Auswirkungen, die die Existenz von fiktiven Rassen hat. (Wie kritisch ist das Vorhandensein von guten Elben und bösen Orks zu bewerten?) Zum adneren geht es mir um eine Kritik an den stereotypen Darstellungen, die sich in Fantasy-Literatur und Fantasy-Rollenspielen finden und die nahezu eins-zu-eins stereotype Darstellungen unserer Welt darstellen. (Selbstverständlich auch in der Si-Fi, aber da bin ich weniger fit... deswegen kehre ich ersteinmal vor meiner eigenen Tür... ;))

Thema "Kern des Problems":
[...]
Abgesehen davon stehe ich immer noch auf dem Standpunkt, dass die nicht die Vorurteile das Problem sind, sondern die Art und Weise, wie damit umgegangen wird. Ich würde daher niemanden zum Vorwurf machen, bestimmte Vorurteile zu besitzen, weil ich nicht abwägen kann, ob die Person auch immer die Möglichkeiten besitzt, sich intensiv damit auseinanderzusetzen, z.B. indem mensch ins Ausland fährt und dort fremde Menschengruppen kennenlernt.
[...]
In dem Punkt haben wir andere Positionen. Für mich sind Vorurteile und das genererelle Vorhandensein bestimtmer Kategorien auch im Kern des Problems. Gegen bestimmte Einstellungen in den Köpfen der Menschen muss angegangen werden. Und ich nehme mich da selber nicht raus! Ich erkenne immer wieder an mir Einstellungen oder Gedanken, die ich so nicht haben möchte und mich teilweise sogar erschrecken. Deswegen beschäftige ich mich ja auch im pädagogischen Rahmen mit dieser Thematik, um bessere Wege zu finden, sich damit auseinanderzusetzen und es zukünftigeren Generationen leichter zu machen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich eine sehr weite Definition von Vorurteilen vertrete. Alte Definitionen ala "Ohne Grund von jemandem aus einer 'anderen Gruppe' schlecht denken." reichen meiner Meinunge nicht aus. Aber dazu gebe ich in dem von Dir neu erstellten Thema meinen Senf dazu - das führt hier vermutlich zu weit weg.

@ Belchion:
Thema "Rassismus ohne biologische Begründung"
Du kriegst rassistische Überzeugungen nie mit biologischen Argumenten wie "Es gibt keine Rassen" vom Tisch. Der Rassismus als Ideologie arbeitet vollkommen unabhängig von der Frage, ob es biologisch gesehen menschliche Rassen gibt oder nicht.
[...]
Teils muss ich dir zustimmen, teils aber auch widersprechen. Ich stimme Dir absolut zu, wenn Du meinst, dass wir die Legitimation für ein Kritik am Rassismus nicht nur auf den (heutigen) biologischen Mainstream "Es gibt keine Rassen." hinweisen sollten. Das eine mal verteufelt man biologistische Erklärungen – wenn es einem in den Kram passt, bezieht man sich aber wieder auf die Biologie. Das ist durchaus ein Problem.
Wiedersprechen möchte ich Dir an der Stelle, an der Du soziale Konstruktionen naturwissenschaflitchen Konstruktionen gegenüberstellst. Auch und gerade naturwissenschaftliche Theorien werden in einem sozialen Raum konstruiert. Vorherrschende Paradigmen, Alltagswissen, Weltbilder... das alles spielt auch bei der wissenschafltichen Arbeit von NaturwisenschaftlerInnen eine Rolle.
Deshalb muss gerade auf diesen Gebieten die Naturwissenschaft immer wieder kritisch hinterfragt werden. Sie trägt mit ihren Theorien, Modellen und Erklärungen nämlich erheblich zu der Art und Weise, wie wir die Welt sehen bei.


@ Sol Invictus:
Erstmal fände ich es schade, wenn Du dich komplett ausklinken würdest. Aber ok - auf zwei Fragen/Statements von Dir möchte ich noch antworten.

1. Zum Thema "schönreden":
Heißt das, du müsstest dir das Rollenspiel schönreden um es zu genießen und das wir das alle tun, die wir uns nicht an jeder Ecke an "rassistischen Tendenzen" stoßen? Das wäre allerdings sehr schade meiner Meinung nach.
[...]
Nein, natürlich sage ich nicht, dass ihr euch das alle schönredet und böse weiter Rassismus verbreitet. Viele Sachen sieht man halt erst, wenn man sich damit beschäftigt hat. Und auch die Relevanz für die Gesellschaft wird einem dann langsam bewusst.
Und das soll sich nicht arrogant anhören! Nicht jede Person kann sich in allen Bereichen es Lebens super auskennen! Aber ich denke, dass in Hinsicht auf die Bedeutung des Themas für ein friedliches Leben in unserer Gemeinschaft, das Thema Diskriminierung im allgemeinen viel zu kurz kommt. Deswegen 'kämpfe' ich dafür, dass dieser Thematik in Zukunft in den Kitas, Schulen und Hochschulen und vor allem in der pädagogischen Ausbildung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ansonsten versuche ich nur möglichst viele Leute auf bestimmt Problematiken aufmerksam zu machen. Ich beschäftige mich halt seit einigen Jahren mit diesen Themen - woher sollten denn adnere dieses Wissen enfach so aus dem Hut zaubern?
Sollte es so angekommen sein, dass 'alle, die nicht so denken wie ich', verblendete Schönredner seien, täte mir das sehr leid! So war das absolut nicht gemeint!

2. Thema "Kernproblem":
[...]
Und ich glaube das eigentliche Kernproblem ist, dass hier historische Vorbilder viel zu sehr aus modernen Gesichtspunkten betrachtet werden. Das darf man gerne machen um zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass es in dem Rollenverständniss einiger Völker / Rassen / Whatever mehr gibt, als den bloßen Schein und auch zu verstehen, wo einige Merkmale herkommen - wenn man es allerdings übertreibt, fängt man an, überall die Zahl der 23 oder die Illuminaten zu sehen.
Ich bin der Meinung, dass das zu kurz greift. Wenn sich jemand denkt: "Ich weiß ja wo das her kommt.", es aber trotzdem macht, gibt es mehrere Probleme. Hier mal zwei exemplarisch:
1. Auswirkung auf Individuen, die diskriminiert werden: Mit der Verwendung von diskriminierenden Liedern, Spielen, Darstellung etc. werden ganz konkret die Gefühle von Menschen verletzt.
2. gesellschaftliche Auswirkungen: Mit der Verwendung von diskriminierenden Liedern, Spielen, Darstellung etc. wird "diskriminierendes Wissen" weitergegebenv und weiter verbreitet. D.h. es kann im Bedarfsfall immer wieder darauf zurückgegriffen werden.
Die Frage nach der Übertreibung ist immer einer Frage des Standpunktes. Ein Seehofer hat da sicherlich einen anderen Standpunkt als eine Künast. Die Standpunkte müssen nur begründet werden und ich für meinen Teil kann meinen Standpunkt begründen, was an dieser Stelle vermutlich zu ausufernd wäre. Einen (nicht explizit vorgetragenen und bestimmt nicht böse gemeinten) Vorwurf einer Verschwörungstheorie anzuhängen kann ich jedenfalls guten Gewissens von mir weisen. ;D
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Seth am 1.05.2011 | 12:22
@ Sol Invictus:
Erstmal fände ich es schade, wenn Du dich komplett ausklinken würdest. Aber ok - auf zwei Fragen/Statements von Dir möchte ich noch antworten.
[...]

Einen (nicht explizit vorgetragenen und bestimmt nicht böse gemeinten) Vorwurf einer Verschwörungstheorie anzuhängen kann ich jedenfalls guten Gewissens von mir weisen. ;D

Ach, ich bin ja eigentlich nie wirklich draußen gewesen. Hatte nur das Gefühl, dass sich die Diskussion zu sehr in eine Richtung entwickelte, die unschön werden würde.

Ja, der Vergleich war etwas böse, das stimmt. Und du hast Recht, dass ich euch das nicht explizit anhängen wollte. Ich überspitze gerne mal um meine Argumente zu untermauern :) Und ich kenne durchaus Menschen, die ganze Hexenjagden nach vermeintlich rassistischen / negativen Inhalten diverser Medien etc. veranstalten und zwanghaft in jeder Aussage oder jedem Medium nach Dingen suchen, die irgendwen stören könnten (ohne euch das jetzt zu unterstellen, Stichwort "Beißreflex" @ korknadel). Ich sag ja, Reflexion ist gut, Übertreibung in diesem Sinne für den ein oder anderen sicher nicht schlecht - für mich aber definitiv unnötig.

@ Dolge

Wir verstehen uns ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Bad Horse am 1.05.2011 | 14:06
Ich wundere mich etwas, dass es hier in der Diskussion eigentlich nur um fiktive Fantasyvölker geht. Es gibt ja durchaus etliche Rollenspiele, die in der modernen Zeit spielen, und in keinem davon kriegt man Bonuspunkte oder Abzüge, wenn man schwarz, weiß oder irgendwas dazwischen ist. Zumindest fällt mir keins ein.

Natürlich kann man sich Aspekte oder Vor- oder Nachteile geben, die mit Diskriminierung zu tun haben, aber in diesem Fall sagt der Spieler ja nicht "Haha, mein Cop ist schlechter, weil er schwarz ist", sondern er sagt "Ich finde, Diskriminierung ist ein Thema, das ich hier angesprochen sehen möchte". Andererseits muss er das aber nicht.

Und das ist wesentlich näher an der Lebenswirklichkeit als Orks, Goblins und Elfen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Arbo am 1.05.2011 | 15:23
@Arbo:
Thema "normativer Anspruch"Könntest Du noch einmal präzisieren, was Du mit dem "normativen Anspruch" genau meinst? Eine allgemeine Formulierung der Ausgangspunkte meiner Überlegungen zu Diskriminierung oder die Folgerungen meiner Kritik.

Ich meinte, dass häufig bereits die Formulierungen - bewusst oder unbewusst - einen normativen Anspruch implizieren. Wenn z.B. mangelnde Reflektion kritisiert wird, geht das mit dem unterschwelligen Anspruch einher, sich mit Themen wie Rassismus auseinanderzusetzen. Vor dem Hintergrund der Bedeutung dieser Phänomene mag das im ersten Moment natürlich kein Problem aufwerfen, sogar erforderlich erscheinen.

Ich erinnere dazu gerne noch mal an das "Formulierungs-" und Befindlichkeitenproblem, das wir hier diskutierten: Bisweilen erweckt die Kritik an der mangelnden Reflektion eine Art "missionarischen Eifer", bei dem deutlich der normative Anspruch, sich im Rollenspiel damit auseinandersetzen zu müssen in den Vordergrund zu treten droht. Das bedeutet nicht, dass diese Kritik unberechtigt wäre. Nur ist das aus meiner Perspektive mit einem normativen Anspruch verbunden, bei dem es lohnt, sich "gelassen" mal "neben sich zu stellen" und an seinen Formulierungen zu arbeiten, um mit seiner Art und Weise, wie dieser Anspruch geäußert wird, den Mitmenschen nicht unnötig sprichwörtlich auf den Sack zu gehen.

Ich meine das hier eher allgemein und im Sinne Deiner zweiten Frage (Wobei die Frage, ob es ein rassismusfreies Rollenspiel geben kann und ob das wünschenswert wäre, sicher auch interessant ist). Im Übrigen hast Du mit Deinem Hinweis, dass es sich dabei um eine Utopie handelt, ganz gut auf den normativen Charakter angespielt. Ich teile zwar mit Dir den Wunsch nach solch einer Welt, möchte mir aber aus ethischen Gründen dennoch vorbehalten, andere Einstellungen dazu nicht aus dem Diskurs auszuschließen (das hielte ich für unethisch). Damit wird aber ein Feld eröffnet, das wir woanders - ggf. im anderen Thread - ansprechen sollten. Hier wär's off-topic.

Thema "Kern des Problems":In dem Punkt haben wir andere Positionen. Für mich sind Vorurteile und das genererelle Vorhandensein bestimtmer Kategorien auch im Kern des Problems. Gegen bestimmte Einstellungen in den Köpfen der Menschen muss angegangen werden. Und ich nehme mich da selber nicht raus! Ich erkenne immer wieder an mir Einstellungen oder Gedanken, die ich so nicht haben möchte und mich teilweise sogar erschrecken. Deswegen beschäftige ich mich ja auch im pädagogischen Rahmen mit dieser Thematik, um bessere Wege zu finden, sich damit auseinanderzusetzen und es zukünftigeren Generationen leichter zu machen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

So weit liegen wir nicht wirklich auseinander. Ich würde in den Vorurteilen aber nicht nur Negatives sehen. Soziologisch und systemtheoretisch sind sie ggf. auch notwendig, weil sie die Komplexität der Umwelt reduzieren und uns eine gewisse Orientierung geben können, ohne die wir ggf. nicht handeln könnten (das hier zu diskutieren wäre aber off-topic; daher bitte in einem anderen Thread). Jedenfalls lässt sich m.E. selbst das "dümmste" Vorurteil mit etwas Gelassenheit und Humor positiv nutzen.

Gerade mit Blick auf die unterschwelligen "Rassismen" besteht ja das Problem darin, dass Vorurteile nach zwei Seiten hin wirken können. Erstens natürlich die diskrimierende Seite, die einer Person bestimmte Merkmale zuschreibt. Aber was machst Du, zweitens, mit einer Person, der die eigenen "rassistischen Tendenzen" gar nicht bewusst sind? Da wird dann ein Vorwurf konstruiert, bei dem sich die andere Person an den Karren gefahren vorkommen kann. Auch nicht garde die beste Voraussetzung für einen Dialog, der notwendig wäre, um eine bessere Welt zu schaffen, oder?

Deshalb plädiere ich für eine kritische Gelassenheit (keine Gleichgültigkeit), die bestimmt, aber ggf. auch mit Humor die entsprechenden Probleme aufgreift und erklärt, dem Gegenüber aber nicht in seiner Integrität und Persönlichkeit derartig angreift, dass ihm die moralische Entscheidungsfähigkeit abgesprochen wird.

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In dem Rahmen beschäftige ich mich auch mit meinen eigenen Vorurteilen und Stereotypen. Was mich anfangs zwar erschreckte, sehe ich heute mit belustigender Gelassenheit. Ich stelle mir dann geistig immer jene Stereotypen gegenüber, die mit Blick auf meine Wenigkeit (sächselnder Zoni aus dem Kaffee-Eck) aufkommen mögen.

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Ich wundere mich etwas, dass es hier in der Diskussion eigentlich nur um fiktive Fantasyvölker geht. Es gibt ja durchaus etliche Rollenspiele, die in der modernen Zeit spielen, und in keinem davon kriegt man Bonuspunkte oder Abzüge, wenn man schwarz, weiß oder irgendwas dazwischen ist. Zumindest fällt mir keins ein.

Natürlich kann man sich Aspekte oder Vor- oder Nachteile geben, die mit Diskriminierung zu tun haben, aber in diesem Fall sagt der Spieler ja nicht "Haha, mein Cop ist schlechter, weil er schwarz ist", sondern er sagt "Ich finde, Diskriminierung ist ein Thema, das ich hier angesprochen sehen möchte". Andererseits muss er das aber nicht.

Guter Punkt, bis auf die dämliche Ausnahme, die weiter oben mal genannt wurde.

Das liegt m.E. daran, dass das Eingangsposting zumindest auf Fantasy geeicht war. Und da ist es meiner Beobachtung nach so, dass überall, wo "fremde Rassen" eine Rolle spielen - u.a. auch beim SciFi - diese Probleme auftreten können; vor dem Hintergrund "moderner" oder "futuristischer" Spielwelten werden diese Probleme aber häufig sogar explizit thematisiert.

Arbo
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Waldviech am 1.05.2011 | 16:16
Zitat
Und da ist es meiner Beobachtung nach so, dass überall, wo "fremde Rassen" eine Rolle spielen - u.a. auch beim SciFi - diese Probleme auftreten können; vor dem Hintergrund "moderner" oder "futuristischer" Spielwelten werden diese Probleme aber häufig sogar explizit thematisiert.
Joah - oftmals mit Aliens, Cyborgs, Androiden usw. als "Ersatzminderheit". Wobei z.b. nichtmenschliche, außerirdische Spezies, Roboter und Ähnliche im Bezug auf Rassismus noch einen ganzen Sack eigener Problematiken mit sich bringen, die gleich mit verwurstet werden. Unter anderem zieht das Argument "Eigentlich sind wir alle gleich" schwerer, wenn das Gegenüber einer völlig anderen, von meiner Art grundverschiedenen Spezies angehört. Das ist in der Fantasy zwar pro Forma auch der Fall, wird in der SF aber meist weiter gedacht. Elfen und Menschen gehören zwar per Definition nicht der selben Spezies an, sind sich aber in vielen Belangen sooo ähnlich, dass es kaum in´s Gewicht fällt. Bei Menschen und methanatmenden Schwarmintelligenzen von Epsilon Eridani schaut die Sache anders aus.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Master Li am 1.05.2011 | 16:19
Deshalb plädiere ich für eine kritische Gelassenheit (keine Gleichgültigkeit), die bestimmt, aber ggf. auch mit Humor die entsprechenden Probleme aufgreift und erklärt, dem Gegenüber aber nicht in seiner Integrität und Persönlichkeit derartig angreift, dass ihm die moralische Entscheidungsfähigkeit abgesprochen wird.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Das war jetzt schön gesagt...   :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Master Li am 1.05.2011 | 16:22
Ich würde in den Vorurteilen aber nicht nur Negatives sehen. Soziologisch und systemtheoretisch sind sie ggf. auch notwendig, weil sie die Komplexität der Umwelt reduzieren und uns eine gewisse Orientierung geben können, ohne die wir ggf. nicht handeln könnten

In einer Folge von "Der letzte Bulle" war folgendes Gespräch.

"Ach Uschi, warum haben die Leute bloß immer so viele Vorurteile."
"Weil's schneller ist"

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 26.06.2011 | 17:12
So wie versprochen....ein Rassismusfreies Rollenspiel

http://www.magiergilde.info

Gruß
Ralf
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Deep One am 26.06.2011 | 17:44
So wie versprochen....ein Rassismusfreies Rollenspiel

http://www.magiergilde.info

Gruß
Ralf

Aber arg sexistisch, das Teil, wa? - Die einzigen Frauen, die nach dem ersten Durchlesen darin auftauchen, sind untote Jungfrauen, die junge Männer tottanzen. Klar, was soll ne Frau auch anderes wollen als 'nen Kerl, selbst als Untote.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 26.06.2011 | 18:39
Danke für den Tipp...das änder ich  :P
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Deep One am 26.06.2011 | 18:42
Danke für den Tipp...das änder ich  :P

Wenn's Dir recht ist, schreib' ich Dir ein paar Anmerkungen zu dem Spiel in Dein ZdH-Forum. Das wäre für den Faden hier OT. :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 26.06.2011 | 18:55
Klar gerne :-)
oder noch besser...mach doch mit?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.06.2011 | 21:29
Das hat sich so nicht zugetragen

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 30.06.2011 | 23:34
So wie versprochen....ein Rassismusfreies Rollenspiel

http://www.magiergilde.info

Gruß
Ralf

Ich werde es mir mal durchlesen.
Auf den ersten Blick nicht schlecht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Romaal am 1.07.2011 | 00:42
Aber arg sexistisch, das Teil, wa? - Die einzigen Frauen, die nach dem ersten Durchlesen darin auftauchen, sind untote Jungfrauen, die junge Männer tottanzen. Klar, was soll ne Frau auch anderes wollen als 'nen Kerl, selbst als Untote.

Sehr guter Hinweis mMn! Sexismus ist (neben Rassismus) ein weiteres Thema, das im Rollenspiel zwar schon oft thematisiert, aber nicht genügend reflektiert wurde. Ich konnte bei vielen Runden z.B. eine Tendenz beobachten, dass sich die Spielerinnen eher weniger Gedanken über das Äußere ihrer Figuren gemacht haben als Männer das getan haben, wenn sie weibliche Charaktere gespielt haben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Bad Horse am 1.07.2011 | 00:46
Ich konnte bei vielen Runden z.B. eine Tendenz beobachten, dass sich die Spielerinnen eher weniger Gedanken über das Äußere ihrer Figuren gemacht haben als Männer das getan haben, wenn sie weibliche Charaktere gespielt haben.

...und das ist jetzt inwiefern sexistisch?  wtf?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 1.07.2011 | 00:48
Eine Vermutung, Bad Horse: Ironiedetektor defekt.  ;D (manche sagen, das sei typisch weiblich...  >;D) Falls es ernst gemeint, o Mann, sitz ich in der Sch....
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Bad Horse am 1.07.2011 | 00:51
Öh... ja. Kann sein. Offenbar ein Zeichen, dass ich lieber schlafen gehen sollte.  ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Romaal am 1.07.2011 | 01:51
Upps, ich hab mich evtl. etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte das in der Tat ernst und zwar insofern, dass ich es kritisch finde, wenn m(M)ann eine weibliche Figur im Rollenspiel übernimmt und diese primär so ausspielt, als wäre sie ein Abbild seiner sexuellen Fantasien (man denke hier nur an die vielen Schönen der Nacht bei DSA  ;) ). Bei weiblichen Rollenspielern hatte ich immer das Gefühl, dass diese bei einem Charakter mit anderem Geschlecht nicht so sehr dessen Sexualität thematisiert haben. Aber das ist natürlich nur eine Verallgemeinerung meinerseits, die auf Einzelbeobachtungen und Vorurteilen beruht.

Viel interessanter wäre im Zusammenhang mit Rassismus, dass in den meisten gängigen Rollenspielen unsere vorherrschende Geschlechterordnung und sexuellen Vorlieben reproduziert werden, anstatt auf alternative Konzeptionen wie Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern oder Homosexualität, Transgender usw. einzugehen. Aber da gibt es ja auch rühmliche Ausnahmen (z.B. bei DSA).
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 1.07.2011 | 02:06
Upps, ich hab mich evtl. etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte das in der Tat ernst und zwar insofern, dass ich es kritisch finde, wenn m(M)ann eine weibliche Figur im Rollenspiel übernimmt und diese primär so ausspielt, als wäre sie ein Abbild seiner sexuellen Fantasien (man denke hier nur an die vielen Schönen der Nacht bei DSA  ;) ).
Was ist so kritisch oder gar sexistisch daran, wenn man seinen SC nach seinen sexuellen Fantasien nachbaut?

Evtl. können die sexuellen Fantasien eines Menschen sexistisch sein. Aber das ausspielen dieser Fantasien ist nicht sexistisch.

Zitat
Viel interessanter wäre im Zusammenhang mit Rassismus, dass in den meisten gängigen Rollenspielen unsere vorherrschende Geschlechterordnung und sexuellen Vorlieben reproduziert werden, anstatt auf alternative Konzeptionen wie Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern oder Homosexualität, Transgender usw. einzugehen. Aber da gibt es ja auch rühmliche Ausnahmen (z.B. bei DSA).
Als rühmliche Ausnahme kann ich auch Transhuman Space und Eclipse Phase sehr empfehlen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 1.07.2011 | 02:56
@ Romaal.

Das Faß (http://tanelorn.net/index.php/topic,52477.0.html) war schon auf. Sogar mit Zusatzfaß (http://tanelorn.net/index.php/topic,52477.0.html). Kann man aber sicher immer wieder neue Fässer aufmachen.... :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 09:33
Männer sind eh die besseren Frauen, die bauen sich wenigstens Charaktere mit großen Tüten.  :P

@Topic: Hat denn schonmal jemand ernsthaft störende/verstörende Erfahrungen mit Rassismus im Rollenspiel gemacht?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 1.07.2011 | 09:40
@Dolge
Es gibt meist keinerlei negatives Feedback wenn man sich am Genozid von Orks oder Goblins übt, dem Untermensch der Fantasywelt, dem man Land, Besitz und Leben entreissen darf weil er ja eh kein vollwertiger 'Mensch' ist. Wenn der Paladin dann den gerechten Kreuzzug gegen das Böse verkündet muss ich da immer an einen anderen historischen Paladin denken.  :gasmaskerly:
Aber ernsthaft verstören tut es mich nicht, es ist halt ein Spiel, nicht ernst gemeint, und da muss mindestens einer (eigentlich der SL, viel zu oft nehmen die Spieler ihm aber die Rolle ab) auch mal die fiesen und unmoralischen Rollen übernehmen wenn man nicht happy Regenbogenland spielen will.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: First Orko am 1.07.2011 | 09:52
Männer sind eh die besseren Frauen, die bauen sich wenigstens Charaktere mit großen Tüten.  :P

@Topic: Hat denn schonmal jemand ernsthaft störende/verstörende Erfahrungen mit Rassismus im Rollenspiel gemacht?

Nur derart, dass ein Mitspieler latent fremdenfeindliche Äußerungen von sich gegeben hat - allerdings offplay. War aber auf ner Con und auch sonst niemand, mit dem ich anderenfalls gerne zusammengespielt hätte.

Ich habe allerings mal einer Vampirerunde beigesessen, wo extreme sexuelle Gewaltdarstellung an der Tagesordnung war - die im Übrigen auch nicht daduch besser wurde, dass eine Frau sie geschildert hat. Muss ich genausowenig haben, wie rassistische Äußerungen, die übers Rollenspiel verbreitet werden. Dabei unterscheide ich für mich allerdings gegenüber "Fantasie-Rassismus" (gegenüber Orks, Goblins) und Rassismus, der reale Bezüge hat. Ich muss zBsp keine ethnischen Säuberungen durchspielen in unserer Welt.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 1.07.2011 | 10:21
Naja, Fantasy 'Rassen' sind ja meist sehr eindimensional. Da werden sehr menschliche Eigenschaften (positive und negative je nachdem obs eine 'gute' oder 'böse' Rasse ist) genommen und auf bestimmte Rassen verteilt, so wie... ja, wie beim echten Rassismus. :D
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 10:21
Imho gehört alles, was sich auf Welt und Charaktere bezieht, im Rollenspiel unter den Schutz der Fiktion. Wenn aber realweltliche Bezüge hergestellt werden können (und das ist imho z.B. bei den DSA-Mohaha schon gegeben), ist eine Grenze überschritten. Wenn ich bei einem SL, der sexuelle Gewalt anspielt das Gefühl habe, dass er da tatsächlich eigene Neigungen mit einbringt und ihm dabei einer abgeht, ist das auch scheiße. Wenns ins Spiel passt und die Gruppe sich vorher geeinigt hat, dass sowas nicht ohnehin außen vor zu bleiben hat, sehe ich aber keine großen Probleme.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 1.07.2011 | 10:24
Probleme sehe ich da auch nicht, gehört halt dazu. Der typische 80er trashfilm wo der slavische Untermensch zu tausenden vom westlichen Rebellenhelden niedergemacht wird sind auch genauer betrachtet moralisch ziemlich verstörend, aber sowas legt man halt nicht auf die moralische Goldwage. Das darf man zur selbstunterhaltung und solang man es nicht ernst nimmt. Die Hintergründe dahinter bleiben natürlich trotzdem ernst.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 1.07.2011 | 10:33
Ist halt die Frage, ob man Schutz der Fiktion akzeptiert oder nicht. Ist immer ne Geschmacksfrage.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 10:36
Deswegen ja meine Frage nach negativen Erfahrungen. Wenn es unangenehm wird, greift der Schutz der Fiktion natürlich nicht mehr.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: MadMalik am 1.07.2011 | 10:38
Wenn ich Schutz der Fiktion nicht aktzeptieren würde, dann könnte ich kein RPG spielen und ich müsste jeden der RPG spielt aus meiner Freundesliste streichen ausser es wird friedliches Rätselratenspiel. Ich häng nicht gern mit Leuten ab die für Geld Leute umbringen ohne den Auftrag größer zu Hinterfragen solang er von einer richtigen Vertrauensperson kommt.. zB nem Alten Kerl in der dunklen Ecke einer Taverne.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 12:50
Ein absolut alberner Thread!

Ich weiss nicht , was ich schlimmer finde:

Die krampfige Art und Weise, mit der einige Poster sich ein schlechtes Gewissen einreden wollen oder die absurde und fast immer ideologische gefärbte Idee, wir seien im Grunde alle gleich.
Menschenwürde leitet sich nicht von einem schwer mit Zahlen messbaren Pippifax-Wert ab, mit dem verschiedene Ethnien dann nur verglichen werden müssen.

"Orks" und ähnliche Pop-Konstrukte sind je nach Welt und persönlicher/Gruppenauslegung eben wirklich eine Plage und dürfen sehr wohl mit wiederlichen, rassistischen Überlegungen der 30er strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen.
Oder sie sind von mir aus ein missverstandenes, indigenes Volk oder halt auch einfach nur technologisch zurückgeblieben.
Dann darf der Spielercharakter, der sich des Totsschlages schuldig macht, von mir aus gerne Schuldgefühle bis hin zum ausgespielten Suizid machen.

Rassisten darf man beim RPG im Übrigen auch ohne weiteres spielen, diese sind idR sogar in der Überzahl anzutreffen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 1.07.2011 | 12:58
Dürfen bis jetzt noch, ja. Aber das kann sich auch ändern. Und du musst dir eben entsprechende Kritik gefallen lassen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 13:00
Man muss sich diese "Kritik" nicht gefallen lassen.
Denn es [Die Behauptung z.B. ein Rassist zu sein] koennte unter "Rufmord" respektive "Verleumdung" fallen,..
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 13:03
Was? Rufmord? Verleumdung? Weil man anmerkt, dass man sich um die eigenen rassistischen Tendenzen Gedanken machen sollte und sich da auch selbst nicht ausnimmt?

Edit: Aber klar. Will mir jemand nachfolgen - der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 13:06
Weil unterstellt wird das der betreffende Rassist ist und dies ueber das Spiel auslebt.
Davon ist voellig unabhaengig in wie weit man die Unterstellung auch auf sich bezieht.

Es waere auch unzulaessig zu behaupten das Computer Spieler gewaltaetige Personen sind die Amoklaufen.
Selbst wenn man bei sich die Tendenzen, wenn man entsprechende Spiele spielt, unterstellen wuerde.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 13:09
Teylen, du erzählst Schrott. Wirklich.

Hier hat niemand gesagt, dass irgendwer Rassist sei. Auch der Computervergleich geht völlig am Thema vorbei. Lies dir ruhig nochmal den ganzen Thread durch. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass bestimmte problematische Denkmuster auch bei Otto Normalrollenspieler vorhanden sind. Es muss doch möglich sein, den Unterschied zwischen "Du bist Rassist" und "Vorsicht, was du da sagst, basiert eventuell auf rassistischen Vorurteilen" zu akzeptieren. Sonst macht man eine differenzierte Diskussion unmöglich, indem man sich sofort angegriffen fühlt. Ich glaube ja, dieses sich angegriffen fühlen ist ein Schutzmechanismus der Leute, die sich mit den eigenen latenten Rassismen nicht auseinandersetzen wollen.

Edit: Ich habe mich mal bemüht, mit google nach "Rassist" zu suchen - das wurde im Thread nur erwähnt um die gleiche Behauptung aufzubauen, mit der du hier ankommst.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 13:16
Dürfen bis jetzt noch, ja. Aber das kann sich auch ändern. Und du musst dir eben entsprechende Kritik gefallen lassen.

Bis zur Machtergreifung einer radikalen links/rechts Ideologie?
Darauf warte ich sicherlich nicht und ich hoffe, niemand mit dem ich spiele oder im Netz diskutiere, spekuliert darauf.

Sorry, niemand muss sich solch Kritik gefallenlassen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 13:17
Teylen, du erzählst Schrott. Wirklich.

Hier hat niemand gesagt, dass irgendwer Rassist sei. Auch der Computervergleich geht völlig am Thema vorbei. Lies dir ruhig nochmal den ganzen Thread durch. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass bestimmte problematische Denkmuster auch bei Otto Normalrollenspieler vorhanden sind. Es muss doch möglich sein, den Unterschied zwischen "Du bist Rassist" und "Vorsicht, was du da sagst, basiert eventuell auf rassistischen Vorurteilen" zu akzeptieren. Sonst macht man eine differenzierte Diskussion unmöglich, indem man sich sofort angegriffen fühlt. Ich glaube ja, dieses sich angegriffen fühlen ist ein Schutzmechanismus der Leute, die sich mit den eigenen latenten Rassismen nicht auseinandersetzen wollen.

Edit: Ich habe mich mal bemüht, mit google nach "Rassist" zu suchen - das wurde im Thread nur erwähnt um die gleiche Behauptung aufzubauen, mit der du hier ankommst.

Denkmuster, Schmenkmuster.
Gewisse Züge sind allzumensclich und VOLLKOMMEN OK, solange sie gute Sitten oder eben die Fiktion nicht verlassen.
Gilt zB auch für Sexismus.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 13:20
Zitat
Denkmuster, Schmenkmuster.

Wow, jetzt hast du mirs aber gegeben  ::)

Zitat
Gewisse Züge sind allzumensclich und VOLLKOMMEN OK, solange sie gute Sitten oder eben die Fiktion nicht verlassen.

Ich denke, da sollte jeder seine eigene Grenze ziehen - aus diesem Grund habe ich ja danach gefragt, ob entsprechendes überhaupt schonmal im Rollenspiel vorgekommen ist. Ob das menschlich und normal (d.h. weitverbreitet) ist, spielt für eine moralische Bewertung indes überhaupt keine Rolle.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Deep One am 1.07.2011 | 13:21
Ich glaube ja, dieses sich angegriffen fühlen ist ein Schutzmechanismus der Leute, die sich mit den eigenen latenten Rassismen nicht auseinandersetzen wollen.
Gibt ja auch Irrglauben, nä?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 13:22
Ja. EBEN. 8]
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 13:31
Teylen, du erzählst Schrott. Wirklich.
Bitte bemuehe dich doch um einen respektvollen Umgangston.
Ich setze auch nicht voran was ich pers. von verschienden Aeusserungen denken.

Zitat
Hier hat niemand gesagt, dass irgendwer Rassist sei.
Da ich nun nicht 10 Seiten Thread durch wuehlen wuerden.
Ich habe allerings mal einer Vampirerunde beigesessen, wo extreme sexuelle Gewaltdarstellung an der Tagesordnung war - die im Übrigen auch nicht daduch besser wurde, dass eine Frau sie geschildert hat. Muss ich genausowenig haben, wie rassistische Äußerungen, die übers Rollenspiel verbreitet werden.

Die ganze Diskussion basiert doch gerade darauf das Rassismus, sowie andere im gewoehnlichen moralischen Kontext als negative bewertete Handlungen, nicht als Teil einer Fiktion betrachtet werden, sondern als implizierter oder expliziter Charakterzug des Spielers als reale Person.

Zitat
Es geht nicht darum, mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass bestimmte problematische Denkmuster auch bei Otto Normalrollenspieler vorhanden sind.

Der Satz widerspricht sich massiv.
Einerseits behauptest du es ginge nicht darum Spieler zu verurteilen.
Andererseits unterstellst du das Spieler aufgrund verschiedener Spielweisen verschiedene reale negative Denkmuster/Tendenzen haetten welcher sie sich bewusst sein muessen.
Das heisst die Trennung zwischen Fiktion und Realitaet wird aufgehoben um eine potentielle Schuld festzustellen beziehungsweise einen Generalverdacht auszusprechen.

Um das Beispiel von Orko aufzugreifen, ich spiele durchaus gerne Vampire: Die Maskerade.
Ich spiele hierbei durchaus gehne Charaktere die dem Clan Giovanni zugehoeren und ein Verhalten zeigen wie es im Setting bezueglich der Giovanni beschrieben ist.

Ich halte es hierbei nicht fuer hinnehmbar das man an mich herantritt und Verhaltensweisen / Aeusserungen aus dem Spiel heraus auf meine Person bezieht.
Das heisst es ist imho nicht hinnehmbar zu einer Rechtfertigung / dem Beweis gezwungen zu werden weder Inzestiuoes zu sein, kein Intzestiuoes Interesse (an meinen realen Geschwistern) zu haben, kein nekrophielen Beduerfnisse zu haben, keine unmoralischen Sexualpraktiken zu taetigen, keine Nekromantie / schwarze Magie auszuueben und nicht moralisch verkommen zu sein.

Die Forderung, die vermeintlichen Tendenzen anhand der eigenen Person reflektieren zu muessen, ist doch die gleiche als wenn man Computer-Spieler dazu auffordert ihre gewaltaetigen bzw. moerderischen Tendenzen nach Spielen zu reflektieren und zu hinterfragen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: El God am 1.07.2011 | 13:33
Ok, ich sehe, du willst mich nicht verstehen. Ist auf Seite 10 auch schwer. Ich bin raus hier.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 13:34
Wow, jetzt hast du mirs aber gegeben  ::)

Ich denke, da sollte jeder seine eigene Grenze ziehen - aus diesem Grund habe ich ja danach gefragt, ob entsprechendes überhaupt schonmal im Rollenspiel vorgekommen ist. Ob das menschlich und normal (d.h. weitverbreitet) ist, spielt für eine moralische Bewertung indes überhaupt keine Rolle.

Doch, das ist nämlich wiederlichste Moralapostelei im klerikalen, ja fast inquisitorischem Stil:
"Du hast wieder schweinische Gedanken gehabt?"
"Aber ich dachte, das haben alle Männer?"
"Tja das musst du wohl Gott sagen, wenn du vor ihn trittst und er dich in die Hölle schickt. Auf die Kniw und bete um Vergebung!"


Nochmal: man muss sich für genetisch verankerte Denkmuster nicht schämen, die in einm aufwallen oder die man im Kopf/Spiel durchgeht.
Das ist normal und auch gut so.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 13:37
Ok, ich sehe, du willst mich nicht verstehen. Ist auf Seite 10 auch schwer. Ich bin raus hier.
Schade das du scheinbar nicht gewillt ist auf eine sachliche Diskussion einzugehen, statt dessen (absichtliches) Unverstaendnis unterstellst und die Diskussion verlaesst.

Nochmal: man muss sich für genetisch verankerte Denkmuster nicht schämen, die in einm aufwallen oder die man im Kopf/Spiel durchgeht.
Das ist normal und auch gut so.
Ich glaube nicht an genetisch verankerte Denkmuster und gehe im Spiel, wenn ich Charakter spiele, nicht meine eigenen unterdrueckten Ansichten/Denkmuster durch.
Das Moralgebilde des Charakters, beziehungsweise das was er an Handlungen in der Welt macht, ist ebenso "frei"(*) konstruiert wie die Werte auf dem Charakterbogen.

(*) Im Hinblick auf ein interessantes / forderndes Spiel
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: First Orko am 1.07.2011 | 13:43
Ich habe allerings mal einer Vampirerunde beigesessen, wo extreme sexuelle Gewaltdarstellung an der Tagesordnung war - die im Übrigen auch nicht daduch besser wurde, dass eine Frau sie geschildert hat. Muss ich genausowenig haben, wie rassistische Äußerungen, die übers Rollenspiel verbreitet werden.

Die ganze Diskussion basiert doch gerade darauf das Rassismus, sowie andere im gewoehnlichen moralischen Kontext als negative bewertete Handlungen, nicht als Teil einer Fiktion betrachtet werden, sondern als implizierter oder expliziter Charakterzug des Spielers als reale Person.

[...]
 
Um das Beispiel von Orko aufzugreifen, ich spiele durchaus gerne Vampire: Die Maskerade.
Ich spiele hierbei durchaus gehne Charaktere die dem Clan Giovanni zugehoeren und ein Verhalten zeigen wie es im Setting bezueglich der Giovanni beschrieben ist.

Ich halte es hierbei nicht fuer hinnehmbar das man an mich herantritt und Verhaltensweisen / Aeusserungen aus dem Spiel heraus auf meine Person bezieht.

Hab ich das? Ich hab nur geschrieben, dass ICH damit ein Problem hat, wenn JEMAND das tut. Wenn du dich durch sowas persönlich angegriffen fühlst, tut mir das leid - gemeint wars so nicht. Aber man kann sich auch Dinge hinkonstruieren um sich dadurch angegriffen zu fühlen...

Btw: Ich spiele auch gern Vampire und habe vor kurzem auch sehr viel Spass mit einer Werewolfrunde gehabt und hab auch kein Problem mit Vampirespielern. Wäre das in einem anderen System passiert, hätte ich das auch geschrieben. Aber ich habs eben in keinem anderen System derart erlebt. Und ich hab grundsätzlich auch kein Problem mit Gewaltexzessen im Spiel und bestimte Grenzbereiche. Aber wenn das zum Fokus des Spiels wird (und für die damalige Spielerin war es das offensichtlich) dann bin ich raus. Abgesehen davon habe ich immer noch Grenzbereiche, auf die ich eben kein Bock hab.

TEYLEN-DISCLAIMER: DIe obige Aussage war nicht auf dich bezogen! ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 13:55
Die Forderung, die vermeintlichen Tendenzen anhand der eigenen Person reflektieren zu muessen, ist doch die gleiche als wenn man Computer-Spieler dazu auffordert ihre gewaltaetigen bzw. moerderischen Tendenzen nach Spielen zu reflektieren und zu hinterfragen.
Auch wenn ich jetzt vermutlich von allen Seiten auf's Maul kriege: Ich halte diese Reflektion fuer wichtig und gut. Fiktion hin oder her, aber wer solche Spiele (sei es Computer oder Rollenspiel) reflektionsfrei spielt, ist in meinen Augen tatsaechlich kritisch zu betrachten. Das bedeutet natuerlich nicht, dass jeder Spieler, der sowas mal gespielt hat, potentiell moerderische Tendenzen hat und ich finde es schade, dass du gleich diesen uebertriebenen Bogen spannst. Es geht dabei ja natuerlich nicht um ein "Rechtfertigen-muessen", sondern schlicht und ergreifend um die Bereitschaft, das (hier im Thread angesprochene) Gespielte kritisch zu hinterfragen. Das muss ja ueberhaupt gar nicht verbal passieren, sondern kann auch unterbewusst und auf persoenlicher Ebene stattfinden.

Ich hab das Gefuehl, dass das eigentlich selbstverstaendlich ist und wir nur aneinander vorbei diskutieren. Keiner sagt, dass du das nicht spielen darfst. Es wurde nur darauf hingewiesen, sofern ich das verstanden hab, dass eine Reflektion der ausgespielten Handlung notwendig ist, um sich von potentiell rassistischen und sexistischen Handlungen zu distanzieren. Wer das natuerlich nicht tut (und das unterstelle ich hier niemandem), sondern sich im Gegenteil daran "aufgeilt" und sich damit identifiziert, der ist in meinen Augen Rassist/Sexist, oder hat zumindest derartige Tendenzen.

Ok soweit?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 14:00
Ich glaube nicht an genetisch verankerte Denkmuster und gehe im Spiel, wenn ich Charakter spiele, nicht meine eigenen unterdrueckten Ansichten/Denkmuster durch.
Das Moralgebilde des Charakters, beziehungsweise das was er an Handlungen in der Welt macht, ist ebenso "frei"(*) konstruiert wie die Werte auf dem Charakterbogen.
(*) Im Hinblick auf ein interessantes / forderndes Spiel

Kannst das gerne glauben, aber "glauben" is a) schlechte Voraussetzung für Diskussionen (Uschi:"Ich glaub an Vishnu!" Horst:"Und ich glaub an Satan!"...), und b) wäre man tatsächlich in der Lage, sich völlig frei formen, wäre Dolges Kritik ja richtig, grenzenlose Formbarkeit erforderte evtl mehr Einsatz am eigenen Charakter; c), und das ist sehr bedeutsam: diese Idee des vollkommen plastischen Menschen ist und war das Refugium der allerübelsten Ideologen.

Willst du allen Ernstes behaupten, Männer schauen sich gerne Titten an, weil das kulturell verankert ist?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 14:04
Auch wenn ich jetzt vermutlich von allen Seiten auf's Maul kriege: Ich halte diese Reflektion fuer wichtig und gut. Fiktion hin oder her, aber wer solche Spiele (sei es Computer oder Rollenspiel) reflektionsfrei spielt, ist in meinen Augen tatsaechlich kritisch zu betrachten. Das bedeutet natuerlich nicht, dass jeder Spieler, der sowas mal gespielt hat, potentiell moerderische Tendenzen hat und ich finde es schade, dass du gleich diesen uebertriebenen Bogen spannst. Es geht dabei ja natuerlich nicht um ein "Rechtfertigen-muessen", sondern schlicht und ergreifend um die Bereitschaft, das (hier im Thread angesprochene) Gespielte kritisch zu hinterfragen. Das muss ja ueberhaupt gar nicht verbal passieren, sondern kann auch unterbewusst und auf persoenlicher Ebene stattfinden.

Ich hab das Gefuehl, dass das eigentlich selbstverstaendlich ist und wir nur aneinander vorbei diskutieren. Keiner sagt, dass du das nicht spielen darfst. Es wurde nur darauf hingewiesen, sofern ich das verstanden hab, dass eine Reflektion der ausgespielten Handlung notwendig ist, um sich von potentiell rassistischen und sexistischen Handlungen zu distanzieren. Wer das natuerlich nicht tut (und das unterstelle ich hier niemandem), sondern sich im Gegenteil daran "aufgeilt" und sich damit identifiziert, der ist in meinen Augen Rassist/Sexist, oder hat zumindest derartige Tendenzen.

Ok soweit?

Unsinn, hinterfragen kann man potentiell jeden Piep.
Ist also kein Argument.
Spielerisches Handeln ist losgelöst von realem Handeln, das ist instinktives Wissen, das geht sogar durch die Fauna.

Gesellschaftliche Bannsprüche und Bendenken vorzutragen hingegen sind politische Einflussnahme.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: First Orko am 1.07.2011 | 14:05
Wer das natuerlich nicht tut (und das unterstelle ich hier niemandem), sondern sich im Gegenteil daran "aufgeilt" und sich damit identifiziert, der ist in meinen Augen Rassist/Sexist, oder hat zumindest derartige Tendenzen.

Können wir vielleicht jetzt noch kurz fürs Protokoll festhalten, dass es so ein Verhalten nunmal tatsächlich gibt und dass die Selbstreflexion eben wichtig ist um da gewisse Unterscheidungskriterien zu haben (und wenn auch nur für sich selbst)?

Ich finde hier liest sich einiges so, als wäre so etwas eine völlig aus der Luft gegriffene Idee - selbst wenn man mal mit konreten Beispielen kommt. Und als würde man das nur schreiben, um andere Spieler zu diskreditieren. Ich denk mir son Scheiß doch nicht aus! Also... doch auch, aber nicht für eine Diskussion ;)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Skele-Surtur am 1.07.2011 | 14:06
Kannst das gerne glauben, aber "glauben" is a) schlechte Voraussetzung für Diskussionen (Uschi:"Ich glaub an Vishnu!" Horst:"Und ich glaub an Satan!"...), und b) wäre man tatsächlich in der Lage, sich völlig frei formen, wäre Dolges Kritik ja richtig, grenzenlose Formbarkeit erforderte evtl mehr Einsatz am eigenen Charakter; c), und das ist sehr bedeutsam: diese Idee des vollkommen plastischen Menschen ist und war das Refugium der allerübelsten Ideologen.

Willst du allen Ernstes behaupten, Männer schauen sich gerne Titten an, weil das kulturell verankert ist?
Sagen wir mal: Es gibt Kulturkreise, in denen kleinere Titten als schön gelten und es gibt Kulturkreise, in denen größere Titten als schön gelten. Es gibt nach jetzigem Kenntnisstand eine große Komponente angeborener Präferenz, aber eben auch einen nicht geringen Anteil sozialer Formung. In welchem Verhältnis die zueinander stehen ist bisher heftig umstritten.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 14:10
Hab ich das? Ich hab nur geschrieben, dass ICH damit ein Problem hat, wenn JEMAND das tut. Wenn du dich durch sowas persönlich angegriffen fühlst, tut mir das leid - gemeint wars so nicht. Aber man kann sich auch Dinge hinkonstruieren um sich dadurch angegriffen zu fühlen...
Ich glaube das kam falsch rueber.
Ich finde den Gedankengang der Bewertung der Aeusserung als ggf. Personenbezogene Eigenschaft falsch.

Das heisst wenn man sagt das ein Spieler in der Darstellung den Rahmen dessen was man ertraeglich findet, fuer spielfoerdernd haelt, ueberschreitet ist es natuerlich ein Problem damit zu haben. Was dann auch formuliert bzw. konsequenzen haben sollte. Haette ich da auch.

Ich finde es nur ein Stueckweit erschreckend / falsch wenn die Grenzueberschreitung zum Anlass genommen wird Tendenzen zu vermuten / unterstellen.
Logisch waere, aus meiner Sicht, eine Aussage wie das die Person wohl unempathisch sei. Weil sie Grenze wohl nicht erkannt hat.
Aber die Aussage das dort (ggf. absichtlich) eine Aeusserung getaetigt wird finde ich es nicht unbedingt gerechtfertig.

Zitat
DIe obige Aussage war nicht auf dich bezogen! ;)
Weiss ich, wollte es nun auch nicht unterstellen. ^^;

Das Beispiel sollte mehr etwas sein wo ich eine Entruestung erwarten bzw. befuerchten wuerde, weil ich recht sicher bin das es fuer einige - nicht unbedingt von dich - eine Grenzueberschreitung ist bzw. sein koennte.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 14:13
Unsinn, hinterfragen kann man potentiell jeden Piep.
Ist also kein Argument.
Spielerisches Handeln ist losgelöst von realem Handeln, das ist instinktives Wissen, das geht sogar durch die Fauna.
Seh ich nicht so und finde ich finde deine Aussage im Gegenteil sogar bedenklich. Wer nicht reflektiert, dessen spielerisches Handeln ist eben nicht vollkommen losgeloest. Das ist meine Meinung. Punkt. Nochmal: Das heisst nicht, dass der Spieler dann auch in der Realitaet zur Tat schreitet.

Können wir vielleicht jetzt noch kurz fürs Protokoll festhalten, dass es so ein Verhalten nunmal tatsächlich gibt und dass die Selbstreflexion eben wichtig ist um da gewisse Unterscheidungskriterien zu haben (und wenn auch nur für sich selbst)?
Ja, das kann man so festhalten. :)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 14:18
Sagen wir mal: Es gibt Kulturkreise, in denen kleinere Titten als schön gelten und es gibt Kulturkreise, in denen größere Titten als schön gelten. Es gibt nach jetzigem Kenntnisstand eine große Komponente angeborener Präferenz, aber eben auch einen nicht geringen Anteil sozialer Formung. In welchem Verhältnis die zueinander stehen ist bisher heftig umstritten.

Ob klein, ob gross, trotzdem stehen die Männder darauf. Von diesem Denkmuster können sie sich nicht befreien.
Und das ist OK.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: First Orko am 1.07.2011 | 14:24
@Tylen:

Alles klar! So ist das bei mir tatsächlich nicht angekommen....
Unter dem Gesichtspunkt nochmal zu meinen beiden Beispielen:

1) Vampirespielerin: Hier war mein Problem tatsächlich das, was im Spiel thematisiert wurde - das will ich einfach im Rollenspiel nicht haben und das ist unabhängig davon, ob das jetzt persönliche Fantasien des Spielers sind oder nur Aktionen des Charakters.

2) Rassismus: Im Beispiel hat der Spieler outgame eine rassistische Äußerung gebracht. Da ich die Conrunde ansonsten okay fand, hab ich zwar weitergespielt - hätte ich aber gemerkt, dass er über den Charakter seine persönlichen Ansichten ins Spiel bringt (was nicht der Fall war) dann wäre ich davon ausgegangen, dass es eben vorsätzlich passiert und wäre gegangen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Heinzelgaenger am 1.07.2011 | 14:25
Seh ich nicht so und finde ich finde deine Aussage im Gegenteil sogar bedenklich. Wer nicht reflektiert, dessen spielerisches Handeln ist eben nicht vollkommen losgeloest. Das ist meine Meinung. Punkt. Nochmal: Das heisst nicht, dass der Spieler dann auch in der Realitaet zur Tat schreitet.
Immer dieses Punktieren. Komischerweise nicht sehr reflektiv...
Ich gestatte es mir, meine Meinung zu ändern, wenn mich Argumente und Ratio überzeugen. Das kannst du dann nennen wie du willst.

Der Kern des Spiels ist das kurzzeitige Loslösen von der Realität. Sobald dieses überschritten wird und wir krampfhaft am Spiel noch festhalten, kommen wir evtl. zu Ritualien oä, aber es ist auch für diese Spieler dann kein Spiel mehr.
Deine Argumente ziehen bloss bei offensichtlich gestörten Menschen, die Mitleid und Hilfe verdienen.
Gesunde Menschen und praktisch alle Säuger unterscheiden Spiel und Realität mühelos.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 14:49
@Einzelgaenger
Ich glaube ja, dass Verhaltensmuster und Denkweisen aus dem Spiel leichter in die Realitaet schwappen koennen, als man manchmal annehmen koennte. Bezeichne das, wie du willst. Aber glaub mir, ich hab mir da schon meine Gedanken gemacht und das Ganze reflektiert.

Ganz nebenbei hab ich auch tatsaechlich ein Problem mit Egoshootern und dem Ganzen drumherum. :-\
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 14:52
@Einzelgaenger:
Ich schrieb vom glauben weil genetisch verankerte Denkmuster, nach meinem Kenntnisstand, nicht wissenschaftlich bewiesen sind. Ich schliesse nicht aus das genetisch verankerte Denkmuster wissenschaftlich bewiesen werden, halte es aber fuer unwahrscheinlich das heisst ich glaube nicht daran.

Ich halte den Menschen, im Rahmen der sozial-kulturellen Erziehung sowie seines Umfelds, fuer absolut verantwortlich fuer seine Denkschemata und entsprechende Beduerfnisse, da er in der Gestaltung der eigenen Person beziehungsweise des eigenen Charakter frei ist.
Man hat nicht nur die Courage sich des eigenen Verstand zu bedienen und sein Handeln zu reflektieren, sondern sogar die Pflicht. (imho)
Was eine anhaltende Reflektion des eigenen Selbst, des eigenen Verhalten sowie der Umwelt beeinhaltet.

Das hat jedoch nichts mit Forderungen zu schaffen wie eine Spielfigur, welche in ihrer Natur sowie ihren Handlungen vollkommen fiktiv ist, geformt zu sein hat beziehungsweise betrachtet werden muesse.


Hinsichtlich des Beispiels, es gibt Maenner, die nicht auf Brueste von Frauen achten.


@Alrik
Um den Bogen nicht im uebertriebenen Masse zu bespannen, sprach ich, in Bezug auf Computer-Spiele, nicht nur die moerderischen an, sondern auch die Unterstellung moeglicherweise vorhandener gewalttaetiger Tendenzen sowie Neigungen.

Ich denke nicht das man in Bezug auf Computer-Spiele, oder Rollenspiele, eine Reflektion in Bezug auf den jeweiligen Bereich [Rassismus, Gewalt, Amoral] fordern kann beziehungsweise erwarten muss.
Das heisst wenn eine Person die Assoziation nicht hat und die Aspekte auch unterbewusst nicht recht feststellen kann, ist eine entsprechende Reflektion allenfalls eine theoretische und bietet keinen Erkenntnisgewinn.

Als Beispiel, das ich nicht aufgreife weil ich mich persoenlich betroffen fuehle, gibt es eine Diskussion ueber die Darstellung der Fraktionen im Herr der Ringe in einem gesellschaftlich-historischen Kontext welche dem Werk rassistische Tendenzen unterstellt.
Nun hat nicht nur der Autor bestritten mit dem Werk irgendwelche rassistischen Aeusserungen zu taetigen, auch die Aufforderung an die Fans des Werks, anhand dessen ihre eigene Stellung zu der Interpretation verschiedener Themen im rassistischen Kontext zu reflektieren waere imho unzulaessig.

Sowohl dahingehend als das es sich in erster Linie anmast dem Leser dahingehend zu berichtigen wie er seine Reflektion als Person zu gestalten hat.
Als auch dahingehend das es unterstellt das es ein Thema ist das hinreichenden Anlass und Material zur Reflektion gibt und entsprechend beim lesen in der Wahrnehmung, beim lesen, einen gewissen Raum einzunehmen hat.
[Was effektiv zu einer Verstumpfung fuehren wuerde, da damit andere Ebenen zurueckgedraenkt werden]
Wie es auch letztenendes die Tatsache ignoriert das es sich um ein fiktionales Werk handelt.

Zitat
Ich hab das Gefuehl, dass das eigentlich selbstverstaendlich ist und wir nur aneinander vorbei diskutieren. Keiner sagt, dass du das nicht spielen darfst.
Ich befuerchte das wir dort nicht einer Meinung sind.
Es geht mir nicht darum das versucht werden wuerde ein Spiel zu untersagen.
Es geht mir darum das versucht wird anhand eines Spiels eine Reflektion auf zu zwingen die in der Form m.E. nicht einmal zwingend noetig ist.
Respektive wenn man sich der Reflektion verweigert Aussagen getroffen werden wie das jemand ein Rassist/Sexist/etc ist bzw. Tendenzen hat.

Wobei hinzukommt das die Reflektion seitens des Betroffenen nicht zwingend bewiesen werden kann, wenn sie nur intern statt findet, Aussagen wie tendentieller Rassist / Sexist aber auf extern wahrgenommenen Umstaenden basieren. Das heisst du siehst dem Leser der "Herr der Ringe" nicht an ob er dafuer reflektiert hat in wie weit die Uebertragung des Herr der Ringe in die Realitaet gewisse rassistische Vorurteile abbildet / thematisiert.

Nun und als letzter Aspekt, selbst wenn ein Spieler, im Kontext des Spiels, gerne rassistische / sexistische / gewaltaetige Sachen ausfuehrt, laesst es imho keine entsprechenden Rueckschluesse zu. Nur weil jemand Stephen King liest und sich an der detailliert beschriebenen Gewaltdarstellung fies-freudig-ergoetzt, heisst es nicht das er abseits der Fiktion auch nur die Tendenz hat Gewalt zu begruessen oder ihr eine Aesthetik beizumessen.


@Orko
1) Vampirespielerin: Hier war mein Problem tatsächlich das, was im Spiel thematisiert wurde - das will ich einfach im Rollenspiel nicht haben und das ist unabhängig davon, ob das jetzt persönliche Fantasien des Spielers sind oder nur Aktionen des Charakters.
Ah okay, das ist verstaendlich und unproblematisch.

Zitat
2) Rassismus: Im Beispiel hat der Spieler outgame eine rassistische Äußerung gebracht.
Das empfaende ich als etwas voellig anderes, da die Aeusserung eben nicht mehr Ingame ist.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 1.07.2011 | 15:08
So wie versprochen....ein Rassismusfreies Rollenspiel

http://www.magiergilde.info

Gruß
Ralf

Ot
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Oberkampf am 1.07.2011 | 15:27

Gesellschaftliche Bannsprüche und Bendenken vorzutragen hingegen sind politische Einflussnahme.

Dass bei einer Diskussion um Rassissmus im Rollenspiel auch realweltiche und politische Bezüge entstehen, ist jetzt keine große Überraschung. Sich darüber zu echauffieren ist auch politische Einflussnahme.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 15:43
Nochwas zur Erlaeuterung: Ich bringe bewusst keine Beispiele (und die Egoshooter Erwaehnung ist das weiteste wie ich hier gehen werde), weil ich eben niemandem auf den Schlips treten moechte und das Gefuehl erwecken will, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Das fuehrt meiner Erfahrung nach eher zu einer Blockade und Trotzreaktion, als zu wirklichem Diskurs. Darueberhinaus kann ich auch ueberhaupt nicht ueber gewisse Gruppen urteilen, weil ich die Leute nicht kenne und es schon arg anmassend waere eine pauschalisierte Aussage zu treffen.

Daher ist das einzige was ich hier zur Diskussion beitragen moechte, dass eine Reflektion, sei es Spiel oder Realitaet, erforderlich ist. Die meisten machen das eh, aber bitte ignoriert nicht einfach die Situation, in der irgendwelche aeusserst unmoralischen Handlungen auftauchen, nur weil es ja SPIEL ist.

Ich dreh mich im Kreis und weiss echt nicht, ob ich in dieser Diskussion noch weiter konstruktiv beitragen kann. Ich bin ueberzeugt, dass sich unmoralische Praeferenzen im Bereich Film/Spiel/Literatur negativ auf die Realitaet auswirken koennen, sofern sie nicht distanziert und reflektiert betrachtet werden.

Zudem leuchtet mir nicht ein, wie man auf der einen Seite bspw. in einem Buch "hurra Voelkermord!" denken kann, sich dann das Protestbanner einpackt und zur Friedensdemo faehrt. Das find ich absurd. wtf?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Skele-Surtur am 1.07.2011 | 15:45
Ob klein, ob gross, trotzdem stehen die Männder darauf. Von diesem Denkmuster können sie sich nicht befreien.
Und das ist OK.
Das sind keine Denkmuster. Das sind Instinkte. Die Ausprägung einer solchen angeborenen Präferenz ist dann eben wieder eine Frage der Sozialisation, nicht der Genetik.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Orkpack am 1.07.2011 | 15:45
Mein Sihn hat eine Zeitlang Kinder im Kindergarten verprügelt weil sie häßlich sind/waren...also das war seine begründung.
Wenn Erwachsene Orks abschlachten aus dem selben Grund kann man darüber villeicht noch drüber diskutieren...ich finde bei Kinder aber absolut nicht. Deshalb hab ich das System entwickelt....im übrigen such ich noch nach Leuten die Mitmachen.....Nicht Reden MACHEN! ;D
Also meldet Euch im Forum an...die Welt ist komplett offen für Eure Ideen.
www.magiergilde.info
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: gunware am 1.07.2011 | 15:48
dass sich unmoralische Praeferenzen im Bereich Film/Spiel/Literatur negativ auf die Realitaet auswirken koennen, sofern sie nicht distanziert und reflektiert betrachtet werden.
wtf? Wie mehr distanziert kannst Du es betrachten als durch die einfache Tatsache, dass es ein Spiel ist?
Was muss da denn noch reflektiert werden?  wtf?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 15:57
Wie mehr distanziert kannst Du es betrachten als durch die einfache Tatsache, dass es ein Spiel ist?
Was muss da denn noch reflektiert werden?
Wenn ich einen kinderschaendenden Rassisten spiele, der in Afrika Genozid und Vergewaltigung an minderjaehrigen Maedchen im grossen Stil betreibt, dann versuch nicht, moeglichst effektiv und in Rekordzeit das Ganze ueber die Buehne zu bringen, sondern spiele das Spiel unter kritischen und verurteilenden Aspekten, um ein Bewusstsein ueber die Situation und die Abgruende menschlicher Grausamkeit zu schaerfen. So distanziert. Musste ich dafuer echt ein Beispiel bringen?

(Sorry fuer das Beispiel, sowas wuerde ich selbst nie spielen)
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 16:02
Daher ist das einzige was ich hier zur Diskussion beitragen moechte, dass eine Reflektion, sei es Spiel oder Realitaet, erforderlich ist. Die meisten machen das eh, aber bitte ignoriert nicht einfach die Situation, in der irgendwelche aeusserst unmoralischen Handlungen auftauchen, nur weil es ja SPIEL ist.
Es tauchen keine unmoralischen Handlungen im Spiel auf, weil es ein Spiel beziehungsweise Fiktion ist.
Damit eine Handlung unmoralisch ist muss sie einen Bezug zu der Realitaet haben, beziehungsweise muss dieser, im Fall eines Spiels erst hergestellt werden.

Nehmen wir Beispielsweise Schach.
Fuer die meisten Menschen duerfte dies ein strategisches Brettspiel mit abstrakten Regeln sein das man dazu nutzen kann gegenseitig sein vermoegen zu messen die strategischen Moeglichkeiten des Spiel zur Zielerreichung umzusetzen. Was den meisten Menschen, die es spielen, Freude bereiten duerfte.

Jetzt koennte man reflektieren das die Zielsetzung des Schachs absolut ist. Das heisst es gibt einen Gewinner und einen Verlierer. Letzterer gilt als geschlagen. Was eine sehr absolute, singulaer-machtbezoge Betrachtungsweise unterstuetzt. Ferner spielt man im Schach mit schwarzen Figuren gegen weisse Figuren. Weiss beginnt immer.

Jedoch wird der ggf. noch passionierte Schachspieler die Reflektion beziehungsweise die Bewertung ueber diese Moeglichkeit zur Reflektion ablehnen.
Da er sie schlichtweg nicht wahrnimmt / es kein Aspekt seines Spielverstaendnis ist.


Was in Bezug auf Computerspiele zu der reflexhaften Aussage fuehrt "Aber das sind doch nur Pixel".
Die letztlich nichts anderes darstellt als die Ueberraschung bzw. ggf. die Unfaehigkeit der Uebertragung der Darstellung der Figuren in einem Ego-Shooter auf tatsaechliche Menschen.
[Oder einen Bezug auf die eigene Realitaet / Selbstwahrnehmung]

Zitat
Zudem leuchtet mir nicht ein, wie man auf der einen Seite bspw. in einem Buch "hurra Voelkermord!" denken kann, sich dann das Protestbanner einpackt und zur Friedensdemo faehrt. Das find ich absurd. wtf?
Schlichte die strikte Trennung von Fiktion und Realitaet.

Das Beispiel im letzten Beitrag ist mir dann ein Stueckweit zu weit weg von dem was man in der Realitaet an Spielen findet.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 16:10
@Teylen
Sorry, aber wir beide diskutieren die ganze Zeit in dem "doch - nein - doch - nein" Schema und das fuehrt zu nix.

Ich bin raus hier, fuer meine Meinung verweise ich auf meine frueheren Posts in diesem Thread. Das ist ein fuer mich persoenlich sehr emotionales Thema und ich hab jetzt Wochenende und mag entspannen. Peace and out!
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 16:11
Finde ich aufrichtig bedauerlich.
Gehoert ein Diskurs nicht auch zur Reflektion?  ;)

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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Alrik am 1.07.2011 | 16:55
@Teylen
Argh, das hat gezogen ;)

Ich bin - wie du - auch der Ansicht, dass viele (wenn nicht gar die meisten) Spiele einen Abstraktionsgrad haben, der gross genug ist, als dass Spieler diese eben als solche, naemlich Spiele, wahrnehmen. Auf der anderen Seite gibt es genug Beispiele, in denen eben doch was ueberschwappen kann. Da verschmelzen dann zumindest unterbewusst die Grenzen.

Wuerde die US Army Geld fuer ein Spiel ausgeben, um jungen Amerikanern nur etwas Spass in die Freizeit zu bringen? Nein, sicherlich nicht. Hier wird ein Computerspiel als moderne Rekrutierungsmaschinerie genutzt, weil manche Spiele eben nicht nur als solche wahrgenommen werden, sondern auch Auswirkungen auf Entscheidungen im realen Leben haben koennen.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 1.07.2011 | 17:25
Richtig: "US-Army" wurde genau daher entwickelt, und die Army-Psychologen wissen auch, daß zu der behaupteten Abstraktion eben Abstraktionsvermögen gehört, was im Endeffekt eine intellektuelle Leistung ist, die umso größer sein muß, je "realistischer" und immersiver das fiktionale Erleben ist. Bringen wir das nun in Einklang mit dem Anforderungsmuster der US Army an Kanonenfutter und Besatzer Kämpfer für die Demokratie, erkennen wir, warum das DoD diese Aktion als vollen Erfolg wertet.

EDIT

Zitat
Es tauchen keine unmoralischen Handlungen im Spiel auf, weil es ein Spiel beziehungsweise Fiktion ist. Damit eine Handlung unmoralisch ist muss sie einen Bezug zu der Realitaet haben, beziehungsweise muss dieser, im Fall eines Spiels erst hergestellt werden.

Umgekehrt wird ein Schuh draus - eine entsprechend realistisch dargestellte Fiktion wird zuerst als Realität erlebt (Psychisch und physisch q.v. Kuppelkinos) und muß bewußt wieder auf die Ebene der Fiktion gehoben werden ("Das ist nur ein Film! Das ist nur ein Film!").
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: ErikErikson am 1.07.2011 | 17:44
Genau. Deshalb spielen wir z.B. nicht Spiele, wo wir Löcher in Käse schießen (langweilig)sondern, wo wir Löcher in Menschen schießen. Deshalb, weil wir zunächst einmal sehr leicht in Fiktion eintauchen und sie als "Realität" erleben.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 1.07.2011 | 17:46
Muß ich Geld bezahlen, wenn ich über Deine Brücke will?
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 1.07.2011 | 18:11
Muß ich Geld bezahlen, wenn ich über Deine Brücke will?

ot
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Helmron am 1.07.2011 | 18:14
Deshalb hab ich das System entwickelt....im übrigen such ich noch nach Leuten die Mitmachen.....Nicht Reden MACHEN! ;D
Also meldet Euch im Forum an...die Welt ist komplett offen für Eure Ideen.
www.magiergilde.info

ot
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Teylen am 1.07.2011 | 18:16
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Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Bad Horse am 1.07.2011 | 22:23
@Hroddingsda und andere: Bitte hört auf, andere User zu provozieren. Posts wie die vorherigen mit der Brücke sind weder sachlich, noch höflich, noch konstruktiv. Danke.

@Einzelgänger: Es gibt etliche Männer, die weibliche Brüste nicht attraktiv finden. Außerdem ist mir unklar, was du eigentlich sagen willst - "Rassismus und Sexismus sind genetisch bedingt und sollten daher toleriert werden" war es ja hoffentlich nicht.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Eulenspiegel am 2.07.2011 | 03:56
Ich halte den Menschen, im Rahmen der sozial-kulturellen Erziehung sowie seines Umfelds, fuer absolut verantwortlich fuer seine Denkschemata und entsprechende Beduerfnisse, da er in der Gestaltung der eigenen Person beziehungsweise des eigenen Charakter frei ist.
1) Schuld und Verantwortung sind zwei verschiedene Sachen. Auch wenn jemand nicht Schuld an seinem Charakter hat, so trägt er dennoch die Verantwortung dafür.
Jemand ist vielleicht nicht Schuld daran, ein Arschloch zu sein. Trotzdem trägt er die Verantwortung dafür, dass er ein Arschloch ist.

2) Man muss unterscheiden zwischen:

Die ersten beiden Sachen kann man über Zwillingsstudien recht gut erfassen und miteinander vergleichen. Der dritte Punkt ist bisher jedoch eine reine Glaubenssache. Allerdings weisen Zwillingsstudien darauf hin, dass der Großteil der Varianz des Charakters sich tatsächlich durch genetische und/oder sozio-kulturelle Faktoren erklären lässt. Wenn es so etwas wie den freien Willen gibt, macht er jedenfalls einen verdammt kleinen Teil der Varianz des menschlichen Verhaltens aus.
Aber um dazu nähere Aussagen treffen zu können, benötigten wir noch wesentlich mehr Langzeit-Zwillingsstudien.

Zitat
Man hat nicht nur die Courage sich des eigenen Verstand zu bedienen und sein Handeln zu reflektieren, sondern sogar die Pflicht. (imho)
Die Fähigkeit, so etwas wie einen Verstand überhaupt zu besitzen, ist zum Beispiel genetisch bedingt:
Insekten haben nur einen geringfügigen Verstand.
Säugetiere haben schon mehr Verstand.
Primaten haben noch mehr Verstand.
Menschenaffen haben noch mehr Verstand.
Den meisten Verstand besitzt jedoch der Homo Sapiens.

Und wieso besitzt der Homo Sapiens mehr Verstand als alle anderen irdischen Lebensformen? Das hat eindeutig genetische Gründe.

Ansonsten ja:Wer einen Verstand besitzt, hat imho auch die moralische Pflicht, diesen zu verwenden. Aber ob jemand dieser Pflicht nachkommt oder seine moralische Pflicht vernachlässigt, hat wiederum genetische bzw. sozio-kulturelle Ursachen.

Zitat
Hinsichtlich des Beispiels, es gibt Maenner, die nicht auf Brueste von Frauen achten.
Hier ist die Frage, ob es dafür genetische Ursachen gibt, ob es sozio-kulturelle Ursachen sind oder ob es tatsächlich der freie Wille ist, aus dem sich die Männer entschlossen haben, Brüste nicht toll zu finden.
Titel: Re: Rassismus im Rollenspiel
Beitrag von: Merlin Emrys am 2.07.2011 | 08:52
Hmm... laß es mich so ausdrücken:
Teil I
[...] Die Fähigkeit, so etwas wie einen freien Willen überhaupt zu besitzen, ist zum Beispiel genetisch bedingt:
Insekten haben nur einen geringfügigen freien Willen.
Säugetiere haben schon mehr freien Willen.
Primaten haben noch mehr freien Willen.
Menschenaffen haben noch mehr freien Willen.
Den meisten freien Willen besitzt jedoch der Homo Sapiens.

Und wieso besitzt der Homo Sapiens mehr freien Willen als alle anderen irdischen Lebensformen? Das hat eindeutig genetische Gründe.

[...] Wer einen freien Willen besitzt, hat imho auch die moralische Pflicht, diesen zu verwenden. Aber ob jemand dieser Pflicht nachkommt oder seine moralische Pflicht vernachlässigt, hat wiederum sozio-kulturelle Ursachen oder ist reine Willenssache. [...]

Teil II
Sozio-kulturelle begründete Charaktereigenschaften überhaupt haben zu können, setzt vielseitig einsetzbare Körperteile voraus, von den Zehen bis zum Hirn. Insekten sind in der Regel hochspezialisert, aber die Einsatzmöglichkeiten ihrer körperteile sind begrenzt, nicht zuletzt schon wegen ihrer Größe. Teils gleichen sie das durch Masse aus, v.a. bei Ameisen - aber bei denen scheint das Verhalten überwiegend angeboren, nicht anerzogen. Unter Säugetieren finden sich schon mehr körperliche und auf die Entwicklung bezogene Aspekte, die flexibles Verhalten ermöglichen: Innen- statt Außenskelett der Glieder, die lange Entwicklungsphase in einer geschützten, aber nicht abgeschotteten Umgebung usw. Wo das Skelett ist und ob ein Muttertier Milchdrüsen hat, ist allerdings wohl genetisch bedingt. Auch die Flexibilität des Menschen ist nicht unabhängig von seinem Körperbau: Von dem Feinaufbau der Neuronen bis zum abspreizbaren Daumen, von der Hüfte bis zum Blutkreislauf. Man kann also festhalten: [...] Die Fähigkeit, so etwas wie sozio-kulturelle begründete Charaktereigenschaften überhaupt zu besitzen, ist zum Beispiel genetisch bedingt:
Insekten haben nur geringfügig sozio-kulturelle begründete Charaktereigenschaften.
Säugetiere haben schon mehr sozio-kulturell begründete Charaktereigenschaften.
Primaten haben noch mehr sozio-kulturell begründete Charaktereigenschaften.
Menschenaffen haben noch mehr sozio-kulturell begründete Charaktereigenschaften.
Die meisten sozio-kulturell begründeten Charaktereigenschaften besitzt jedoch der Homo Sapiens.

Und wieso besitzt der Homo Sapiens mehr sozio-kulturelle begründete Charaktereigenschaften als alle anderen irdischen Lebensformen? Das hat eindeutig genetische Gründe.

[...] Wer sozio-kulturell begründete Charaktereigenschaften besitzt, hat imho auch die moralische Pflicht, diese zu verwenden. Aber ob jemand dieser Pflicht nachkommt oder seine moralische Pflicht vernachlässigt, hat wiederum sozio-kulturelle Ursachen oder ist reine Willenssache. [...]

Ist also am Ende doch alles nur Genetik?

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