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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Danny am 1.07.2011 | 21:42

Titel: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Danny am 1.07.2011 | 21:42
Hey, Ich wollte mal fragen, was man machen kann/soll/muss wenn die Spieler mit der eigenen Meinung nicht übereinstimmen??
Also sie sagen ich habe mir xyz überlegt, aber spielen ihren Char dann ganz anders oder passen dann nicht mehr in die Kampagne.
Was dann Als SL tun??
Wie immer gilt: auflösen oder rauswerfen ist keine Lösung! ;D
Danny (hoffe auf schnelle Antwort)
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Waldgeist am 1.07.2011 | 21:44
Mit den betreffenden Spielern reden, würd ich sagen.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Tudor the Traveller am 1.07.2011 | 22:05
das kommt ein wenig darauf an, was ihr wollt. Prinzipiell würde ich versuchen, den Spielern die Freiheit zu geben, so zu spielen wie sie möchten, Planung hin oder her. Wenn deine Kampagne das nicht zulässt, solltest du das imo mit der ganzen Gruppe besprechen. Dann könnt ihr gemeinsam überlegen, was im Sinne aller ist. Kompromisse machen, Kampagne ändern, Char ändern... jedenfalls würde ich mich hüten, einen Spieler wegen irgendwelcher Absprachen zu etwas zu zwingen. Aber vielleicht sieht er das ja auch gar nicht so, dass er "falsch" spielt...
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Sir Markfest am 1.07.2011 | 22:44
Wie immer gilt: auflösen oder rauswerfen ist keine Lösung! ;D

Wie immer gilt: durchs Reden kommen die Leute zsamm.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.07.2011 | 23:10
@ Waldgeist und Sir Markfest:
Na, dann mal Butter bei die Fische, soweit Tudors Bemerkungen noch zu ergänzen sind: Wie steigt man sinnvoll in so ein Gespräch ein? Was sollte die Zielsetzung sein? Was hat sich an Kompromißvorschlägen bewährt? Auf welche Aspekte sollte man achten?
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Auribiel am 1.07.2011 | 23:33
Ich würde den Spieler darauf ansprechen, dass es wohl unterschiedliche Vorstellungen zur Darstellung des Charakters gibt und falls vor Kampagnenstart über die Chardarstellung/Charaufteilung und Anforderungen gesprochen wurde sagen, dass du den Eindruck hast, die Darstellung passt nicht mehr so recht zu dem, was man vorher vereinbart hatte (Freiheit: ja, niemanden zwingen: ja, aber es gibt ja auch so etwas wie einen "Gruppenvertrag", an den sich auch der SL zu halten hat, aber eben auch die Spieler).
Dann wird sich klären, ob es eine unterschiedliche Wahrnehmung ist oder der Spieler vielleicht einfach keine Lust mehr auf sein ursprüngliches Konzept hat und es daher bewusst abgeändert hat. In dem Falle könnte man dann Problemfindung betreiben, warum ihm der alte Char nicht gefallen hat und wie das neue Charkonzept in die Kampagne passt. Wenn der SC ein plottragender war, dann würde ich hingegen auch einmal ansprechen, dass man doch vor dem Play etwas anderes vereinbart hatte und ob der Spieler sich nicht vielleicht doch etwas näher an das ursprüngliche Konzept halten kann. Sicher gibt es hier auch noch andere Lösungswege (anderer Char übernimmt die Rolle mit, Kampagne wird angepasst, Char ev. ganz durch einen anderen ersetzt und dem ausgeschiedenen SC wird ein legendärer Heldentod gewährt etc.pp.).

Vielleicht ist auch die Kampagne leider falsch gewählt (vielleicht wollen sie lieber einen Dungeonrun und kein Intrigenspiel und daher kommen auch die Chars falsch rüber?). In dem Fall würde ich die Kampagne (leider) über Bord werfen und schauen, ob ich ihnen was schmackhafteres servieren kann.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Lord Verminaard am 1.07.2011 | 23:45
Antworte mal lieber auf meine Fragen im anderen Thread, dann kriegen wir vielleicht auch raus, wo der Hase im Pfeffer liegt. ;D
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Oberkampf am 2.07.2011 | 01:56
Mir hat es geholfen, mir irgendwann zu sagen, dass ich als SL mich nicht darum kümmern muss, wie Spieler ihren Charakter interpretieren. Der Charakter ist nämlich erstmal deren Bier, und nicht meins. Ich sage meinen Spielern bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass sie genauso wie ich Verantwortung für das Rollenspiel und das Zustandekommen des Abenteuers haben (und muss zum Glück da nicht Klagen, Lob an meine Spieler).

Wenn der Spieler den Charakter so spielt, dass er nicht an Gruppenaktionen teilnehemen will (oder vom Konzept her nicht kann), oder das Abenteuer vermeiden will, dann respektiere ich das und lasse den Spieler eben unbeschäftigt den anderen Zuhören. Auf jeden Fall bürde ich es nicht mir als SL auf, für einen Teamarbeit sabotierenden Spieler Extrawürste zu braten, und ich zwinge keinen Charakter zum Abenteuer.

Wenn ein Spieler seinen Charakter nur anders spielt, als ich es erwartet habe, dann kommt eben ein Ergebnis raus, dass ich nicht vorhergesehen habe. Na und? Dann ändert sich vielleicht der Abenteuerverlauf oder das Abenteuerende, aber es verlangt doch niemand von mir als SL, dass ich vorher genau weiß, was die Charaktere tun werden.

Wenn es mir darum geht, meine Interessen an/Vorlieben bei der Charakterdarstellung der anderen Spieler publik zu machen, richte ich einen Vorrat an Gummipunkten, Style Dice oder Fan Mail ein, mit dem ich (als SL) die Spieler unmittelbar dann belohnen kann, wenn sie etwas Aufregendes, Genretypisches, Unterhaltsames tun (bei Fan Mail können sich die Spieler auch gegenseitig belohnen). Da bin ich noch nicht perfekt im Umgang mit, aber ich lerne  ;D
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 2.07.2011 | 02:03
Wenn der Spieler den Charakter so spielt, dass er nicht an Gruppenaktionen teilnehemen will (oder vom Konzept her nicht kann), oder das Abenteuer vermeiden will, dann respektiere ich das und lasse den Spieler eben unbeschäftigt den anderen Zuhören. Auf jeden Fall bürde ich es nicht mir als SL auf, für einen Teamarbeit sabotierenden Spieler Extrawürste zu braten, und ich zwinge keinen Charakter zum Abenteuer.

Bei Danny scheinens ja keine Einzeltäter zu sein, sondern alle / die meisten, wenn ich diesen (und seine anderen zur fast identischen Fragestellung  ::)) Strang richtig lese.

Ich bin der Meinung, daß z.B. bei teilnahmslosen Spielern die Gruppe das schon lösen muß, nicht der SL. Die SC bilden im Endeffekt immer ein mehr oder minder abgestimmtes Team. Ein SC ist daher die wichtigste Ressource der gesamten Gruppe und den mal so eben nullbockig rauszunehmen ist bei meinen Spielern z.B. ein schneller Weg, sehr unbeliebt zu werden. Die regeln das dann schon. Aber wenn die gesamte Truppe streikt?

Prinzipiell scheint Danny eben das Problem zu haben, daß er sich unter "Rollenspiel" was vollkommen anderes vorstellt, als seine Gruppe, auf mehreren Ebenen. Ich weiß nicht, was reden da noch helfen sollte. Neue Gruppe aufbauen, vorher die Interessen abgleichen. Reden hilft vorher, wenn das Kind erst im Brunnen ersoffen ist, und das scheint hier der Fall zu sein, kann man eigentlich damit nichts mehr erreichen.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Oberkampf am 2.07.2011 | 02:16
Prinzipiell scheint Danny eben das Problem zu haben, daß er sich unter "Rollenspiel" was vollkommen anderes vorstellt, als seine Gruppe, auf mehreren Ebenen. Ich weiß nicht, was reden da noch helfen sollte.

Den Eindruck habe ich auch, aber das kann ja täuschen. Ich antworte aus der Perspektive eines SLs auf diese Fragen, der sich erst daran gewöhnen musste, dass die Modelle von "Charakterspiel" bzw. "Rollenspiel" sich zwischen einzelnen Leuten (Spielern und SLs) sehr stark unterscheiden können (und der einige der schlimmen Lehren der 90er erst wieder verlernen musste). Seitdem ich mich daran regelmäßig selbst erinnere, habe ich weitaus weniger Probleme mit unterschiedlichen Konzepten von Rollenspiel.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Waldgeist am 2.07.2011 | 10:20
@ Waldgeist und Sir Markfest:
Na, dann mal Butter bei die Fische, soweit Tudors Bemerkungen noch zu ergänzen sind: Wie steigt man sinnvoll in so ein Gespräch ein? Was sollte die Zielsetzung sein? Was hat sich an Kompromißvorschlägen bewährt? Auf welche Aspekte sollte man achten?

Warum nicht einfach sagen: "Hey, das habe ich mir aber nach deiner Beschreibung anders vorgestellt. Erklär mir bitte mal, warum du 'X' als 'Y' umsetzt."

Warum auch lange um den heißen Brei herum reden. Wenn der Spieler weiß, wo einen der Schuh drückt, dann kann er entsprechend darauf antworten. Das weitere Gespräch hängt wohl von diesen Antworten ab. Missverständnisse sollten sich wohl schnell klären lassen. Grundsätzlich unterschiedliche Auffassung werden wohl Kompromisse erforden (Charakter anpassen, Kampagne anpassen). Wenn sich keine Partei bewegen will, bleibt meines Erachtens aber nichts anderes, als sich anders zu orientieren - allerdings habe ich DAS (für eine ganze Gruppe) noch nie erlebt.

Ganz schlecht finde ich es, wenn (statt miteinander zu sprechen) die Belohnungs-/Bestrafungsschiene gefahren wird, am besten noch kommentarlos, so dass dann der Betroffene sich nur noch benachteiligt fühlen darf.

(Vereinfachte) Beispiele aus der Praxis:
a) Spieler: "Die Haut meines Elfen wird lila, immer wenn er Alkohol trinkt." SL: "Das passt mir nicht so gut in die Welt, die ich mit euch bespielen wollte. Können wir da etwas anderes finden?" Spieler: "Entweder das oder ich gehe." Sprachs und ging. Hier war leider kein Kompromiss möglich.
b) Spieler: "Ich erschlage jedes Monster." SL: "Warum?" Spieler: "Ich bin intollerant." SL: "Aber doch nur ggü. bösen Religionen. Das bezieht sich doch erst mal nur auf Kulte böser Gottheiten." Spieler: "Ach so." Und hier hat jemand irgendetwas aufgeschrieben und eigentlich was anderes darunter verstanden.
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Sir Markfest am 3.07.2011 | 09:45
@ Waldgeist und Sir Markfest:
Na, dann mal Butter bei die Fische, soweit Tudors Bemerkungen noch zu ergänzen sind: Wie steigt man sinnvoll in so ein Gespräch ein? Was sollte die Zielsetzung sein? Was hat sich an Kompromißvorschlägen bewährt? Auf welche Aspekte sollte man achten?

Ganz vereinfacht gesagt:
Immer wenn ich mit Leuten spiele, die ich nicht kenne, sage ich zu Beginn (als SL) immer, wie ich zu leiten gedenke (wer hat das letzte Wort, wird offen oder verdeckt gewürfelt, wie leicht können SCs sterben, welche Hausregeln gibt es, was ist verpönt, was will ich und was will ich nicht).
Dann kommen die Spieler dran, die ihre Wünsche und Vorlieben erzählen - wie wollen sie das Spiel spielen.
Dann einigt man sich halt dass möglichst alle viele Erwartungen unter einen Hut kommen.
Es kommt vor, dass nun ein Spieler wirklich einen Spielstil pflegt, der nicht mit den anderen so richtig zusammenpasst. Das sieht man dann ja, und das sieht auch dieser Spieler ein. Meine Erfahrung: sehr oft spielt nun dieser Spieler mit, zumindest damit er sich ansieht, wie nun dieser für ihn ungewohnte Spieltil funktioniert. Ab und zu gefällt es ihm, ab und zu sagt er dann tatsächlich: "Ne, ist nicht meins. Da will ich lieber nicht mehr mitspielen."
Titel: Re: Spieler - Spielleiter Probleme
Beitrag von: Arkam am 4.07.2011 | 18:20
Hallo zusammen,

Hey, Ich wollte mal fragen, was man machen kann/soll/muss wenn die Spieler mit der eigenen Meinung nicht übereinstimmen??
Also sie sagen ich habe mir xyz überlegt, aber spielen ihren Char dann ganz anders oder passen dann nicht mehr in die Kampagne.

ich würde mir einen konkreteren Fall wünschen.
Wenn der Charakter vom Spieler anders gespielt wird als am Anfang beschrieben dann ist das eben so. Damit muss ich als Spielleiter leben können auch wenn ich eine coole Idee zum Charakter oder eine geplante Szene streichen muss.

Wenn ein Charakter sich so aus der Kampagne kegeln würde sollte man sich erst Mal eine Auszeit nehmen und das abklären.
Am einfachsten hat man es wenn man vorher konkrete Abmachungen geschlossen hat.
In meiner ersten D&D 3.5 Runde etwa hat der Spielleiter jedem gesagt das er dafür verantwortlich ist einen Charakter zu erschaffen der sich in die Kampagne einfügt.
Hat man solche Absprachen nicht getroffen so sollte man sich jetzt spätestens ein paar Gedanken dazu machen.

Gruß Jochen