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Pen & Paper - Spielsysteme => Storyteller & Storypath Systeme => World of Darkness => Thema gestartet von: Clawdeen am 31.07.2011 | 23:04

Titel: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.07.2011 | 23:04
Hi,

keine Ahnung, ob ich hier jetzt im richtigen Bereich gelandet bin oder ob meine Fragen/Überlegungen zu theoretisch/allgemein sind, aber ich versuche mal mein Glück. Wird ein bisschen länger, weil ich einen Blogbeitrag von mir gekürzt wiedergebe.



Vampire war und ist das System aus der (o)WoD, von dem ich am wenigsten eine Ahnung habe, und das mich von vornherein von all diesen Sub-Systemen am wenigsten angesprochen hat.

Ich weiß gar nicht mehr, wann das war … Ende der Neunziger irgendwann, als die WoD noch relativ frisch bzw. zumindest ziemlicher Hype war, als ich erstmals darauf gestoßen bin in einem Rollenspielladen. Ich wollte mal was anderes als DSA und der Verkäufer empfahl mir „Vampire – the Masquerade“, weil das gerade total „in“ sei, sich super verkaufe und ich sicher entsprechend leicht an Mitspieler käme.

Grundsätzlich … mag ich Vampire. Ich mag Horror generell, und ich habe Bella und Edward („Twilight“) nicht gebraucht, um sie irgendwie interessant zu finden. Keine Ahnung, wie viel ich mir damals gekauft hatte, auf jeden Fall das Grundregelwerk und so einige Clanbücher, das weiß ich noch.

Ich wollte eine große Runde machen, 10 Leute oder mehr, eventuell aufgeteilt auf verschiedene Räume oder auch Termine, quasi eine Domäne hauptsächlich mit SC bevölkern. Keine Ahnung mehr, wie viele Stunden, Tage und Wochen ich damit zugebracht habe, das Ganze vorzubereiten.
Letztlich fand das Ganze genau 1x statt. Warum? Es trafen so viele verschiedene Spielertypen aufeinander, dass das gesamte Konzept von vornherein unspielbar war. Ich hatte ohne Zweifel trotz aller Vorbereitungen viel zu wenig Ahnung von dem, was ich da tun wollte, zugleich jedoch eine sehr genaue Vorstellung von dem, was ich inhaltlich spielen/leiten/erleben wollte. Das hatten viele der anderen auch, dummerweise jedoch passte da nicht alles zusammen.

Es trafen „Blümchenspieler“, die Ingame gerade in Bezug auf Intrigen etc. schnell ins Outplay zogen, auf „Intrigenspieler“, die in eben diesen den zentralen Sinn des Spiels sahen. Und am meisten aufgefallen sind mir persönlich die „Mosher“, also diejenigen, die einfach nur obercoole Vampire sein wollten, die wenig bis nichts auf Konsequenzen geben und einfach ohne Rücksicht auf Verluste andere „umrotzen“ wollten. Einfach deshalb, weil sie es konnten.

Ich muss wohl nicht weiter erläutern, warum es keinen zweiten Vampire-Tischrundenabend gab?

Meine nächste Begegnung mit dem Spielsystem fand dann etwa 2001 statt. Vampire war das bevorzugte Spielsystem der Forenrollenspiele im damaligen Feder&Schwert-Forum, logisch. Ich habe immer mal wieder in diese Runden gelinst und ein bisschen mitgelesen, während ich dort selbst lieber andere Systeme spielte und/oder kennen lernte. Die meisten Runden fand ich relativ stylisch zu lesen; es gab einfach mehr Atmosphäre, was vor allem der Spielart (Forenrollenspiel) zuzuschreiben ist meiner Ansicht nach.

An einer einzigen Runde habe ich mich in diesem Forum damals auch selbst versucht, ausgerechnet auch noch eine geplante Sabbat-Runde. Von der Runde selbst gibt es allerdings nicht viel zu berichten, denn auf Seite 2 (kann auch Seite 3 gewesen sein) endete die Runde bereits in einem großen Knall. Jemand spielte eine Tzimisce und begann die Runde mit einem umfangreichen Text, in dem sie detailliert beschrieb, wie sie ein paar anwesende Menschen drapierte, quälte und folterte. Sofort folgte die Ansage der SL, dass solche Beschreibungen in diesem Detail – gerade auch unter Beachtung dessen, dass es ein Spiel in einem frei zugänglichen Forum auch für Minderjährige sei – nicht erwünscht seien, und einige MitspielerInnen waren ebenfalls ziemlich „irritiert“ von dem Beitrag der Tzimisce. Letztere verstand das Problem allerdings gar nicht und wollte ihren Beitrag unbedingt so behalten, wie er geschrieben war, denn: Sie spiele Vampire, sie spiele eine Tzimisce, sie spiele in einer Sabbat-Runde (Stichwort: Blutfestmahl), und all das seien Gründe, warum dieser Beitrag genau so, wie er war, einfach total stimmungsvoll und passend sei.
Kurzgefasst kam es zum Eklat durch diese Szenenbeschreibung und die Runde hatte sich erledigt.

Für mich hatte diese Runde damals alle Vorurteile, die ich zu Vampire aufgebaut hatte, bestätigt. Im Vordergrund stehen mitnichten Drama, psychologischer Horror, moralische Konflikte, Tragik oder sonst etwas in dieser Richtung, sondern im Vordergrund steht für die meisten, zu den mächtigsten Kreaturen der WoD zu gehören, supercool, superkrass, supermoshend zu sein. Vor allem krass ist ganz wichtig, also rücksichtslos, gewissenlos, brutal, bösartig, tödlich. Da muss es einfach mal möglich sein, Grenzerfahrungen bei all diesen Dingen zu machen, denn Bungee-Jumping ist viel teurer als Rollenspiel. Und, bitte, wer das anders sieht, ist eben eine Lusche, ist nicht hart genug für die böse WoD, hat es einfach nicht drauf, ist eine Pussy … ist doch so, oder?

Ich habe das System damals für mich abgehakt, nachdem ich wirklich vor allem solchen Leuten/Runden mit etwa diesem Spielverständnis begegnet bin. Ich begreife einfach nicht, warum man ein Spiel mit einem solchen Potenzial wie Vampire auf vulgäre Brutalität reduziert und diese dann als Horror klassifiziert. Ich verstehe nicht, warum man das tut, warum man das tun will und auch nicht, wieso diverse Quellenbücher eben diese Auffassungen noch füttern. Ich verstehe auch nicht, wieso gerade Vampire DAS System der WoD ist, bei dem genau das alles so massenhaft aufzutreten scheint.

Werwolf beispielsweise scheint ebenfalls einen hohen Anteil an „Mosher-Spielern“ oder von mir aus „Powergamern“ zu haben. Das mag ein subjektiver Eindruck sein, dennoch sind mir – real wie auch in Forenrollenspielen – bei Werwolf bislang nicht so viele davon begegnet wie bei Vampire. Angesichts der Möglichkeiten von Werwölfen ist das doch irgendwie merkwürdig, oder nicht? Werwolf-Spieler versuchen jedoch meist, noch die Mystik und Spiritualität des Ganzen einzubinden und Fäden zwischen dem Natürlichen, Unnatürlichen, Übernatürlichen zu spinnen. Warum tun sie das – und warum tun Vampire-Spieler das nicht?

Dämonen ist ebenfalls ein WoD-System (zumal spät erschienen und mit vergleichsweise wenigen Quellenbüchern), das fast schon dazu verleitet, über die Powergaming-Schiene alles aus dem Weg zu kloppen, was gerade so anfällt oder einem eben über den Weg läuft. Hier mag es der enge Bezug zum Christentum sein, das ja hierzulande nun mal auch sehr verbreitet ist und für viele Spieler auch irgendwie eine irgendwie geartete Wurzel oder zumindest Eigenerfahrung bietet, aber auch hier ist mir bislang wirklich nur ein Spieler begegnet, der versucht, das System entsprechend auszureizen in „Vampire-Manier“. Mag natürlich auch daran liegen, dass ich nicht allzu viele Dämonen-Spieler kennen gelernt habe.

Gerne liest man in Vampire-Quellenbüchern etwas davon, dass Menschen nur als Vieh angesehen werden. Auch das ist eine Aussage, die viele dazu verleitet oder die viele dazu heranziehen zu begründen, warum sie so platt spielen. Vieh … halten Menschen auch, und in Zeiten der Massenviehhaltung ist da von Respekt nun wirklich auch nichts zu bemerken. Aber in ländlichen Gegenden sieht das selbst heute noch anders aus. Man ist sich da bewusst, dass man diese Tiere (angeblich) benötigt, also das Geld, das sich aus ihrem Verkauf ergibt, die Milch, die Eier, das Fleisch zur Selbstversorgung oder ebenfalls zum Verkauf … da gibt es noch so etwas wie einen Funken Respekt für das Lebewesen, Weidenhaltung, Offenställe, großzügige Gehege … wieso kriegt ein Vampire-Spieler es offenbar nicht geregelt, zumindest mit einer solchen Ansicht an die Menschen (sein Vieh, so gesehen) heranzugehen, obwohl ein Vampir irgendwann mal selbst ein Mensch war, ein Mensch hingegen eher nicht als Huhn, Schwein etc. geboren wurde ursprünglich.

Und wenn ich mir mal Horrorfilme anschaue, in denen Vampire vorkommen … dann kenne ich nicht einen einzigen, der derart stillos und billig durch die Gegend mosht. Vampire und Splatter schließen sich fast gegenseitig aus irgendwie, da stehen Tragik und Dramen zumeist im Vordergrund – wohlgemerkt schreibe ich hier von den Filmen, in denen Vampire Protagonisten sind, nicht die Antagonisten. Habe ich alle entscheidenden Filme verpasst oder wie ist das? Kann mir mal jemand Gegenbeispiele nennen?

Auf der anderen Seite: Gilt hier, dass etwas, das viele Leute tun, nicht automatisch zur Wahrheit wird? Oder gilt vielmehr, dass etwas mit meinem Spielverständnis nicht in Ordnung ist, weil es eben eine Ausnahme zu bilden scheint?

Aktuell bin ich Teil einer Vampire-Tischrunde. Ich habe erst zwei Male mitgespielt, aber ich mag die Leute, ich habe einen Riesenspaß, mal wieder Teil einer P&P-Runde zu sein, ich finde es spannend, Vampire mal so wirklich längerfristig als P&P zu spielen, und ich mag auch die meisten Charaktere grundsätzlich, insofern ich das bislang beurteilen kann. Ich sehe da jedenfalls wirklich viel Potenzial in dieser Runde, dennoch … kam es beim letzten Mal zu einem für mich völlig sinnlosen und denkbefreiten Gemetzel.

Dazu ist zu sagen, dass sich dieses Gemetzel so entwickelt hat und nicht irgendwie geplant gewesen war, dennoch … ich schlage natürlich direkt den Bogen zu meinen bisherigen Vampire-Erfahrungen (zumal auch diese Tischrunde vornehmlich als Sabbatrunde gedacht ist) und frage mich, ob das jetzt ein Ausrutscher war, der unter „kann passieren“ fällt, oder ob der zweite Abend ein Spiegel dessen war, was zukünftig ebenfalls des öfteren der Fall sein wird? Ich finde: Sowas kann wirklich mal passieren und finde es dann auch nicht sonderlich dramatisch. Man handelt im realen Leben ja auch nicht immer optimal, fällt also unter „shit happens“.

Wenn ich mir dann aber ansehe, dass im Verlauf des Abends immer gieriger nach „Kann ich sein/ihr Blut trinken?“, „Kann ich jetzt Disziplin X lernen?“, „Kann ich jetzt diablerieren?“ gefragt wurde, komme ich doch ein bisschen ins Schleudern, was die „shit happens“-Variante betrifft.

Natürlich kann man jetzt und hier - wie bei so ziemlich jedem "Problem" rund um Rollenspiele - den ST/SL/whatever ins Rennen schicken und sagen, dass der Spielleiter eben dafür zuständig sei, in welche Richtung sich ein Spiel entwickelt usw. Ganz grundsätzlich ist das natürlich auch so, aber es kann nicht immer alles an der Spielleitung liegen meiner Ansicht nach. Das Problem erscheint mir schon irgendwie grundsätzlicher.

Also liegt es am Aufbau der Quellenbücher, dass eine ähnliche Spielauffassung und -weise bei Vampire so verbreitet ist? Liegt es am allgemeinen Bild von Vampiren (was ich persönlich am wenigsten glaube, weil Medienvorlagen das aus meiner Sicht so einfach nicht hergeben)? Liegt es daran, dass dieses Spiel einen besonderen Spielertyp schlichtweg besonders anziehen? Liegt es daran, dass ich einfach zu wenige Spielrunden und Spieler (P&P, Foren-RPG, LARP) im Verlauf der Jahre kennen gelernt, gelesen, gesehen habe? Hab ich in den letzten gut 10 Jahren einfach dauernd Pech gehabt, was meine WoD-Bekanntschaften online wie real betrifft?
Oder vielleicht bin ich einfach zu blöd für dieses System. Ich weiß es wirklich nicht.

Wie sind denn eure Ansichten und Erfahrungen konkret dazu?

Grüße,
Tanja
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 31.07.2011 | 23:22
Ehrlich gesagt, habe ich um VtM immer einen Bogen gemacht, weil es "Mainstream" war. Alle möglichen Leute haben VtM gespielt ... viele davon fand ich pers. eher anstrengend (= egozentrisch). Das - und weil ich andere oWoD Systeme sowieso spannender fand - haben mich mit VtM nie warm werden lassen.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass die unterschiedlichen o/nWoD Systeme bestimmte Spielwelten und Spielarten forcieren. Stichwort: Werwölfe agieren als Rudel, Vampire sind intrigant etc. Daher würde ich schon sagen, dass das System und die jeweiligen Regeln einen bestimmten Spielstil beeinflussen können.

Spannender finde ich ja eher, dass ich glaube, einen geschlechtsspezifischen Unterschied bei vielen Vampire SpielerInnen bemerkt zu haben. Nach meiner Erfahrung spielen Frauen eher die leisen und intriganten Töne, Männer gerne das Brachiale. Auch das könnte für eine Spannung in einer Spielrunde sorgen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 31.07.2011 | 23:42
Ich halte das für kein generelles Problem von Vampire. Die Spieler die ich kennengelernt habe, welche den von dir beschriebenen "krass pöhsen" Spielstil verkörperten, haben oft auch auch Werwolf und Magus (neben anderen Mainstream-Spielen, wie Shadowrun oder DSA) gespielt - und dabei genauso gemoscht, z.B. als Rote Klauen oder Euthanatos...

Die Ausrichtung der Bücher hat sicher eine wichtige Rolle bei dieser Auffassung gespielt: betonten die erste und (teilweise) zweite Edition noch die Hilflosigkeit neu erschaffener Vampire, so schlichen sich nach und nach immer mehr Superkräfte und vampirische Generationenintrigen ein.

Nicht dass generell gegen Superkräfte oder Generationenintrigen etwas einzuwenden wäre, aber leider wussten die Schreiber am Ende leider selber nicht mehr, in welche Richtung sie das Spiel entwickelten, wodurch vieles einfach nicht mehr richtig funktionierte.

Das wurde mir schmerzlich bewusst, als ich kürzlich versuchte, eine Art superheroes-with-fangs Runde mit Requiem (nicht Maskerade, aber es ist ein ähnliches Problem) zu leiten: im Nachhinein wurde mir klar, dass ich einige Prämissen des Settings (und die nWoD-Regeln, aber das ist eine andere Geschichte) von vorneherein anders als wie im Buch beschrieben hätte aufziehen müssen, damit die Chronik funktioniert.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 31.07.2011 | 23:52
Das wurde mir schmerzlich bewusst, als ich kürzlich versuchte, eine Art superheroes-with-fangs Runde mit Requiem (nicht Maskerade, aber es ist ein ähnliches Problem) zu leiten: im Nachhinein wurde mir klar, dass ich einige Prämissen des Settings (und die nWoD-Regeln, aber das ist eine andere Geschichte) von vorneherein anders als wie im Buch beschrieben hätte aufziehen müssen, damit die Chronik funktioniert.

Da würden mich Details - in einem separatem Beitrag - interessieren, denn ich verstehe Vampire the Requiem nun gar nicht "Superhero"-mäßig. Dass das durch die nWoD Regeln nicht unterstützt wird, wundert mich nun nicht, denn darum geht es nach meinem Verständnis in der nWoD oder bei VtR ja auch nicht. Aber vielleicht verstehe ich deine Andeutung ja auch nur falsch. Hast du Lust an anderer Stelle ins Detail zu gehen?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.07.2011 | 23:55
viele davon fand ich pers. eher anstrengend (= egozentrisch)

Das deckt sich zu 100% mit meiner Wahrnehmung.


Spielwelten und Spielarten forcieren. Stichwort: Werwölfe agieren als Rudel, Vampire sind intrigant

Meinst du da nun die Theorie oder die Praxis? Diese Praxiserfahrungen fehlen mir nämlich bei Vampire. Intrigen haben für mich auch meist was mit Raffinesse und vorausschauendem Denken zu tun.

Spannender finde ich ja eher, dass ich glaube, einen geschlechtsspezifischen Unterschied bei vielen Vampire SpielerInnen bemerkt zu haben. Nach meiner Erfahrung spielen Frauen eher die leisen und intriganten Töne, Männer gerne das Brachiale. Auch das könnte für eine Spannung in einer Spielrunde sorgen.

Du haust also in die "Vampire zieht Frauen an"-Kerbe?  ;D
Was mich persönlich betrifft, entspreche ich dem Bild bei Vampire mit ziemlicher Sicherheit - und ich stehe dazu.  ;)
Wenn ich mir die aktuelle Vampire-Runde ansehe, sind da insgesamt 8 Leute (inkl. SL), davon drei Spielerinnen. Die eine bin ich (s.o.), die nächste ist sowas von brachial  ;D und die dritte ist diejenige, die im Prinzip ebenfalls den leisen Tönen entspricht, allerdings nicht den intriganten - die hat das Gemetzel letztens nämlich streng genommen angezettelt und nach und nach alle anderen mit reingerissen quasi (wobei das praktisch ein Selbstläufer war). Es gibt noch einen vierten weiblichen Charakter, allerdings von einem Spieler geführt. Hm.

Die Spieler die ich kennengelernt habe, welche den von dir beschriebenen "krass pöhsen" Spielstil verkörperten, haben oft auch auch Werwolf und Magus (neben anderen Mainstream-Spielen, wie Shadowrun oder DSA) gespielt - und dabei genauso gemoscht

Okay, da fehlen mir die Vergleiche (mit Ausnahme des "moshenden" Dämonen-Spielers - der spielt auch in jedem System ähnliche Charaktere).


Das wurde mir schmerzlich bewusst, als ich kürzlich versuchte, eine Art superheroes-with-fangs Runde mit Requiem (nicht Maskerade, aber es ist ein ähnliches Problem) zu leiten: im Nachhinein wurde mir klar, dass ich einige Prämissen des Settings (und die nWoD-Regeln, aber das ist eine andere Geschichte) von vorneherein anders als wie im Buch beschrieben hätte aufziehen müssen, damit die Chronik funktioniert.

Da ich VtR gar nicht kenne und mich auch in der nWoD bislang nicht auskenne - kannst du genauer erklären, wo du da Unterschiede siehst bzw. wo da warum Probleme aufgetreten sind in deiner Runde?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 00:06
Du haust also in die "Vampire zieht Frauen an"-Kerbe?  ;D
Was mich persönlich betrifft, entspreche ich dem Bild bei Vampire mit ziemlicher Sicherheit - und ich stehe dazu.  ;)
Wenn ich mir die aktuelle Vampire-Runde ansehe, sind da insgesamt 8 Leute (inkl. SL), davon drei Spielerinnen. Die eine bin ich (s.o.), die nächste ist sowas von brachial  ;D und die dritte ist diejenige, die im Prinzip ebenfalls den leisen Tönen entspricht, allerdings nicht den intriganten - die hat das Gemetzel letztens nämlich streng genommen angezettelt und nach und nach alle anderen mit reingerissen quasi (wobei das praktisch ein Selbstläufer war). Es gibt noch einen vierten weiblichen Charakter, allerdings von einem Spieler geführt. Hm.

Ich weiß nicht, ob Vampire verstärkt Frauen zum Rollenspiel gebracht hat. Die Männer von WW - jetzt CCP - behaupten das ja auch immer wieder gerne. Wenn ich mir auf der anderen Seite anschaue, wie viele Frauen Systeme spielen, die ich mit meinen Vorurteilen eher als typische Mackerspiele betrachtet hätte, teile ich diese Einschätzung eigentlich nicht. Vielleicht war das anders als VtM raus kam, aber heute sehe ich keine großartigen, quantitativen Unterschiede.

Aber meine persönliche Erfahrung ist schon, dass, wenn eine Verallgemeinerung erlaubt ist, Frauen anders spielen, bzw. etwas anderes aus dem Spiel ziehen als Männer. Das meinte ich. Und natürlich gibt es diverse Möglichkeiten bestimmte Vorlieben zu unterstützen: Das passende Setting, die passenden Rahmenbedingungen und Regeln etc.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: K3rb3r0s am 1.08.2011 | 00:07
In meiner einzigen VtM Runde die ich jemals zusammenbekommen habe (und die ich leiten musste) kam es auch zu einem sinnlosen Gemetzel.

Aber ich denke das es sich hierbei um die Unfähigkeit der Spieler handelte sich in die Rolle reinzuversetzen.

Die betrefenden Personen haben sich bei DSA 3 nicht wirklich anders verhalten.  >:(
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 00:14
Ich verweise auch gerne mal auf folgende Beiträge:
http://tanelorn.net/index.php/topic,44436.0.html (enthält auch reichlich chauvinistische Beiträge)
http://tanelorn.net/index.php/topic,62348.0.html (eingeschlafene Idee, die ich gerne wiederbeleben würde)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 00:34
Der Beitrag dient hauptsächlich dazu um den Thread einmal in's Abo zu nehmen und weil ich wohl später mehr dazu sagen möchte.

Einer der ersten Gedanken der mir jedoch kam war, das ich wohl andere Vampirfilme in Erinnerung habe.
Nun oder bestehende etwas anders sehe.

Nimmt man einmal Interview mit einem Vampir, so gibt es in dem Film nicht allzuviel Intrigen.
Man erfährt viel über die Beziehung Lestats zu Louis sowie Claudia, aber der Film ist recht graphisch.
Da tanzt Lestat mit einer Leiche. Da wird wenig zweifel gelassen das sich beide nach Louis Ratten-Diät von Menschen ernähren. Zwei Kinder werden getoet und als Köder missbraucht. Nun und Louis schwingt sich mit einer Axt und iirc sogar einer gehörigen Menge Blut durch die Pariser Vampire. Die zuvor Mutter und Kind beim Verstand einäscherten und Louis einmauern wollten. Das ganze endet mit der schon etwas ekligen, über die Zeit betrachtet und vom MakeUp, wiederauferstehung von Lestat (dessen vorheriger Endkampf auch kein Intrigenspiel war).

Nimmt man Blade wird das ganze nicht unblutiger.
From Dusk Till Dawn, nah. Wir sind die Nacht, hat auch weniger Intrigen als recht viel Gewalt.
Der aktuelle Comic von Stephen King & Frank Miller (American Vampires) bedient sich ebenso teilweise exessiver Gewalt.
True Blood ... die schwingen sich da öfter mit blutverschmierter Mine über den Screen und die Idee das Vampire beim sterben platzen hat es nicht unblutiger gemacht (Intrigen enden oftmals mit dem platzen lassen eines oder mehrer Vampire).

Irgendwie fehlen mir da gerade massiv Erinnerung an Filme mit intriganten Vampiren.
Vielleicht Twilight, wobei die nur an glitzern und Sex zu denken scheinen. (Kenne bisher nur den ersten Teil).
Andererseits habe ich gehört das bei Twilight sich das gezeugte Kind mit Fängen (oder was auch immer) aus dem Bauch der Mutter frisst?


Wobei rein im WoD Kontext, nachdem ich gerade drei Graphic Novels las, etwas über eine Toreador, etwas über die überlebende eines feministischen Werwolfspack und die Comic Geschichte von Theo Bell. Also die Werwölfe haben was den Splatter & Gore & (sinnlose) Gewalt Faktor angeht da beide Vampir Comics weit übertroffen ^^
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: K3rb3r0s am 1.08.2011 | 00:45
Zu True Blood und Twilight schweige ich lieber bevor ich polemisch werde.  >:(

Und TanjaT hat ja von Filmen gesprochen bei denen die Vampire nicht die Antagonisten sind also scheiden From Dusk till Dawn und Blade auch aus. Obwohl man bei letzterem streiten könnte ob er als Vampir zählt.

Aber gerade bei Interview mit einem Vampir finde ich ein anderes wichtiges Element was meiner Meinung nach zu kurz kommt.
Den ganzen Film über versucht Louis mit seinem "Monster" sein klarzukommen.
Ähnlich im Musical Tanz der Vampire der Konflikt in Krollok. <<Ich nehme bewusst das Musical, den Film hae ich nicht lange genug ertragen um diese Szene zu sehen.  :-X

Und wer wäre wohl eleganter und manipulativer als Dracula?

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Scimi am 1.08.2011 | 00:46
Es gibt überall solche und solche. Aber verschiedene Themen ziehen natürlich auch verschiedene Leute an und Vampire von seiner Ausrichtung und seiner Optik her hatte immer eine gewisse Anhängerschaft von Leuten aus der Gothic-Ecke, denen es nie im Leben einfallen würde, als Zwerg durch Mittelerde zu ziehen. Gerade aus der Goth-Ecke sind mir aber schon viele Leute über den Weg gelaufen, die es sehr darauf anlegten, anders, besonders und irgendwie krass zu sein, die es darauf anlegten, dass Leute sie seltsam, verrückt oder unmöglich fanden.
V:tM hat das damals ziemlich unterstützt: Ein Spiel für Erwachsene, wo man die Monster darstellt, die in der Nahrungskette über den dummen normalen Menschen stehen. Und dann heißt es erst, dass der Sabbat so böse ist, dass man ihn nicht spielen kann, und dann kommt das Buch mit Alterswarnung raus und zwar unter dem "bösen" Black Dog-Label, wo White Wolf die Bücher rausbringt, die für noch erwachsenere Spieler gedacht sind.
Wow, klar spiele ich einen von denen und ergehe mich in Folter und Blutgier, denn dann bin ich unter den Krassen einer der Allerkrassesten. Dazu noch die Eigenheit des Systems, im Prinzip ein Superheldenrollenspiel zu sein, wo mit jedem Buch neue Kräfte eingeführt werden, die meist irgendwie besser oder interessanter waren als die aus dem Grundbuch, die ja jeder haben konnte...

Auf meiner ersten Rollenspielcon hatte ich den Eindruck, dass Vampire etwas für Bekloppte ist, die sich da in irgendetwas hineinsteigern. Andererseits hatte ich auch den Eindruck, dass AD&D ein Spielplatz für extreme Regelfetischisten ist und dass die Leute, die Shadowrun gespielt haben, das Schlimmste beider Gruppen in sich vereinten.
Man muss sich allerdings auch vor Augen halten, dass Rollenspiel damals (Mitte der 90er) auch über die Grenzen der heutigen Stammklientel verbreitet war und viele Gruppen aus Leuten bestanden, die mit World of Warcraft wahrscheinlich deutlich mehr Spaß gehabt hätten.

Heute weiß ich, dass es viele Rollenspieler gibt, mit denen ich auf Dauer nicht klarkommen würde und genug, mit denen ich klarkomme, ganz egal, welcher Hintergrund und welches System gespielt werden. Das sind die, mit denen ich spiele.

Nimmt man Blade wird das ganze nicht unblutiger.

Ulkigerweise würde ich sagen, dass Blade von den aufgezählten Beispielen noch am ehesten eine klassische Intrige enthält - zwar nur als böser Plan der Antagonisten und Blade löst das auch einfach mit "dann bringe ich eben alle um, wie ich es sowieso vorhatte", aber immerhin...

Ich würde noch "Underworld", "Lost Boys", "Cirque du Freak", "30 Days of Night" und "Der kleine Vampir" anführen und dir hinsichtlich der Intrigenarmut Recht geben.
Gut, dass es da "Kindred: The Embraced" (dt. "Clan der Vampire") gab, die Serie reißt es mit den Intrigen wieder raus...  ;D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Bad Horse am 1.08.2011 | 01:07
Ich habe so den Eindruck, dass VtM in der ersten Edition ein Spiel sein sollte, bei dem es sich darum dreht, ein Monster unter anderen Monstern zu sein - und doch noch einen menschlichen Kern zu haben, wie die anderen Monster (vielleicht) auch.

Und darum sollte man eben ringen: Was macht mich zum Menschen? Wie weit kann ich, wie weit muss ich gehen, um zu überleben, und kann ich trotzdem noch ich selbst bleiben? Kann ich noch in den Spiegel sehen, wenn ich in einer Gesellschaft von Monstern leben und überleben will?

Das ist nun ein schönes Thema für ein Indie-Rollenspiel, wo man einen oder zwei Abende lang genau diese Thematik beharkt und sich mit den Tiefen der menschlichen Psyche auseinandersetzt.
Aber nicht mit den Regeln, die WW dafür herausgebracht hat. Die legten nämlich zwei Spielstile viel näher: a) krasse Moscher und b) Emo-Intriganten. Außerdem gab es dann noch die Superhelden-mit-Fangzähnen-Spieler.

Wenn dir der Gewaltlevel in einer Vampire-Kampagne nicht passt, Tanja, dann solltest du das von Anfang an absprechen. Vampire sind als Thema nun mal nicht unbedingt allzu... blutarm. Gerade nicht in einer Sabbat-Kampagne. Da erscheint es mir nicht ungewöhnlich, dass ein Mitspieler von exzessiver Gewalt ausgeht. Wenn du nicht so viel oder nicht so graphische Gewalt haben willst, dann sag das Mitspielern und SL gleich, damit ihr das absprechen könnt - und du auch weißt, ob du dich überhaupt auf die Runde einlassen willst oder lieber doch nicht.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Törtchenwampe am 1.08.2011 | 04:24
Mir ist es, als ich noch VtM gespielt habe, eher schwer gefallen einen wirklich vampirischen/„bösen“ Charakter zu spielen. Bei mir wird das Gefühl von Horror und Spannung (etwas, dass ich in VtM regelmäßig vermisst habe, aber schon gern gehabt hätte) vor allem dadurch erzeugt, dass man einen Charakter spielt, der immer noch bestimmte Hoffnungen, Wünsche und ... Ängste hat, ein Charakter eben, der wenigstens mit einem Minimum an Tiefe ausgestattet ist und sich in einem Setting befindet, das wenigstens ein Quäntchen Mystik aufweist. Daher waren die Präludien für mich immer das aufregendste am ganzen Vampire-RPG. ^^ Wenn der Chara dann einmal (un)tot ist, flacht sich das Horror-Erlebnis schnell aus, finde ich.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 1.08.2011 | 05:44
Teylen, mir ging es bei den Medien nicht allein um das Intrigante. Ich schrieb ja:
Zitat
Und wenn ich mir mal Horrorfilme anschaue, in denen Vampire vorkommen … dann kenne ich nicht einen einzigen, der derart stillos und billig durch die Gegend mosht. Vampire und Splatter schließen sich fast gegenseitig aus irgendwie, da stehen Tragik und Dramen zumeist im Vordergrund – wohlgemerkt schreibe ich hier von den Filmen, in denen Vampire Protagonisten sind, nicht die Antagonisten.

Und wenn Interview mit einem Vampir nicht dramatisch und tragisch ist, dann weiß ich nicht? Natürlich gibt es da auch eine Form der Brutalität/Monstrosität, aber das hat eine andere Ebene, finde ich, und ist keineswegs stillos und billig.
Mir geht es da quasi um diese Action-Geschichten, bei denen man "mal eben so", also grund- und motivationslos ein Dorf auslöscht oder solche Spielchen bringt, wie sie im Sabbat-Handbuch beschrieben werden (aus Spaß an der Freude ein Haus verrammeln und anzünden, wenn noch die Bewohner drin sind, durch die Gegend fahren und einfach mal rumballern und schauen, wie viele Menschen man trifft oder wie viele wieder aufstehen, wie viele Vampire man also erwischt hat etc.).
Wenn jemand eine bestimmte Motivation hat (alle des Clans Y vernichten, alle die vernichten, die XYZ gemacht haben), die irgendwie noch persönlich ist, mag das sinnvoll einzubringen sein ... einmalig oder schrittweise, hin und wieder.
Aber einfach nur sinnlos töten, weil man es kann?

Das mit den Protagonisten/Antagonisten hatte ich gerade in Bezug auf "Blade" und "From Dusk till Dawn" geschrieben. Klar, als Antagonisten machen solche sinnlos agierenden Moshmaschinen was her irgendwie, gerade in Actionfilmen. Aber selbst "Underworld" bietet neben Action noch einen Mehrwert in Bezug auf Motivationen.

"Wir sind die Nacht" habe ich noch gar nicht gesehen (leider), die Twilight-Filme sind abseits von Geglitzer und Hab-dich-so-lieb eigentlich gar nicht sooo mies, finde ich (zumindest ein paar coole Szenen gibt es da durchaus!). "Nochnoi Dozor" hat auch mehr Handlung als nur dummes Rumgekille, wenn ich den mal dazu zähle (sozusagen als X-Over), Bram Stoker's "Dracula" lebt eher von den dramatischen Elementen als von blutrünstigen. Ansonsten dachte ich auch an ältere Filme wie "Near Dark" oder "Fright Night - Die rabenschwarze Nacht" ... die "Embraced"-Serie lassen wir vielleicht insgesamt besser aus *g*. Dann noch eher "Moonlight".
Naja, "Der kleine Vampir" würde ich zu großen Teilen dann auch eher aus der Diskussion raus lassen.  ;)

Comics sind nicht so meins und Vampirbücher hab ich auch kaum gelesen. Aber das Musical "Tanz der Vampire" habe ich gesehen - und auch, wenn auch das Musical als Komödie verkauft wird, sehe ich persönlich das nicht sonderlich als solche, sondern finde das Musical durchaus auch tragisch und stellenweise ziemlich bösartig (in einem "positiven Sinn" gemeint).

Natürlich gibt es in so ziemlich jedem Vampirfilm ein bestimmtes Gewaltlevel, mal mehr, mal weniger, aber die Frage ist eher, ob sich dies durch die Entwicklung der Handlung oder eben Grundmotivationen der Protagonisten (Vampire) erklärt und in welcher Form.


Ich sehe das durchaus auch so - ohne die erste Edition zu kennen -, dass bei Vampire vieles dadurch ausgemacht wird (oder ausgemacht werden sollte), dass man eben einmal Mensch war und nun nicht mehr ist, dass es da innere Konflikte gibt, genauso wie es äußere gibt. Dass man da mal "durchdreht", keine Frage, dass man sich im Verlauf einer beispielsweise x Jahre andauernden Kampagne je nach deren Verlauf auch in etwas primär Monströses verwandeln kann, auch keine Frage.
Aber wieso ist der Standard-Vampire-Spieler offenbar nicht in der Lage, auch den Konflikt, Emotionen, eine Wandlung an sich (denn eine solche hat ja immer einen Ausgangspunkt irgendwo) zu thematisieren, sondern setzt den Fokus auf exzessive Gewalt, die dann irgendwie "cool" ist, auch abseits einen pubertären Alters?
Ich denke einfach nicht, dass Rollenspiel das Nonplusultra für imaginäre Grenzerfahrungen ist und ich denke auch nicht, dass es das sein sollte. Da kenne ich superviele Leute, die diese Meinung teilen ... komischerweise spielen die alle nicht Vampire und die, die es spielen, haben wenig Sinn für diese Aussage.

Wenn dir der Gewaltlevel in einer Vampire-Kampagne nicht passt, Tanja, dann solltest du das von Anfang an absprechen. Vampire sind als Thema nun mal nicht unbedingt allzu... blutarm. Gerade nicht in einer Sabbat-Kampagne. Da erscheint es mir nicht ungewöhnlich, dass ein Mitspieler von exzessiver Gewalt ausgeht. Wenn du nicht so viel oder nicht so graphische Gewalt haben willst, dann sag das Mitspielern und SL gleich, damit ihr das absprechen könnt - und du auch weißt, ob du dich überhaupt auf die Runde einlassen willst oder lieber doch nicht.

Hm, nein, mir geht es nicht um das Gewalt- oder Blutlevel an sich. Würde uns plotbedingt jemand übelst den Hintern aufreißen, uns vernichten wollen oder sonstwie ernsthaft bedrohen beispielsweise, meinem Charakter wegnehmen, woran er - wie auch immer, warum auch immer - sehr hängt oder irgendwie sonst eine Motivation bestehen, strecke ich da auch nicht mehr die Hand aus und führe inplay problemorientierte Gespräche oder so. Irgendwann ist mal Schluss mit lustig.

Aber einfach motivationslos daher zu existieren und eine Gruppe Menschen mal eben so dahin zu fetzen, die nichts weiter tun, als da zu leben, oder beim Anblick eines anderen Vampirs direkt in das Entzücken zu verfallen, dessen Blut zwecks Disziplinen trinken oder ihn am besten gleich irgendwie diablerieren zu können, entbehrt für mich schlichtweg jeden Stils. Ich finde das primitiv ... ist das tatsächlich eine Einzelmeinung?

Bei mir wird das Gefühl von Horror und Spannung (etwas, dass ich in VtM regelmäßig vermisst habe, aber schon gern gehabt hätte) vor allem dadurch erzeugt, dass man einen Charakter spielt, der immer noch bestimmte Hoffnungen, Wünsche und ... Ängste hat, ein Charakter eben, der wenigstens mit einem Minimum an Tiefe ausgestattet ist und sich in einem Setting befindet, das wenigstens ein Quäntchen Mystik aufweist.

Ich glaube, das ist auch für mich ein wichtiger Punkt. Wenn ich keine Tiefe in die Charaktere bekomme, indem ich selbst welche hinein setze, indem andere dies ebenfalls tun und indem die SL das vielleicht noch forciert, verkommt das alles doch irgendwie zu einem B-Movie, oder?

Über den Rest muss ich auch noch mal nachdenken, gerade über deinen Beitrag, Scimi.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 08:46
Kurzer Einwurf, da ich's noch vor'm längerem Beitrag los werden will.
Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich finde den Tonfall gegenüber denen, die nun nicht einen bestimmten Spielstil pflegen, beziehungsweise bestimmte Elemente in ihrem haben, schon ziemlich aggressiv beziehungsweise herablassend.
Woher kommt das? Ist das Absicht? Muss das sein? Was soll es erreichen?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 09:02
Um VtM macht man einen Bogen. Außerhalb von Leuten die ich schon seit Jahren kannte habe ich es ein paar Mal versucht und immer ins Klo gegriffen. VtM ist das Spiel was in meinen Augen die Leute vereint, mit denen ich nicht spielen möchte. Es treffen sich dort die Gothic-Heulsusen (Die Welt ist so böse) mit den Extrem-Shadowrunner, die aus so jeder SR-Runde rausgefolgen sind. Man sollte dieses Spiel meiden und begraben.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 10:50
"Chrischie hat recht" würde fast ausreichen, aber ich schreibe gerne und gerne viel und bin fast schwer davon abzuhalten, meine Meinung zu Vampires kundzutun, deshalb ein paar Anmerkungen:

V:tM bietet auf den ersten Blick mal 3 Spielmöglichkeiten an:

Actionzentriert aufs "Moshen" von Sterblichen mit coolen Super-Powers.
Storyzentriert auf Auspielen von Intrigen übermächtiger NSCs.
Charakterzentriert aufs Ausspielen des eigenen Konflikts mit der Bestie und harten Entscheidungen.

Theoretisch könnte V:tM verschiedene Spieler mit diesen drei Vorlieben anlocken, die Regeln sind aber (zumindest bei Edition 1 +2, die ich noch mitgespielt habe) zu schwach, um einen einzelnen dieser Punkte anständig zu bedienen, von allen dreien gleichzeitig ganz zu schweigen.

Jeder V:tM-Spieler hat deshalb unterschiedliche Erfahrungen gemacht und sicherlich irgendwann das Gefühl gehabt, im falschen Spiel gelandet zu sein. Ich habe z.B. sehr storyfixiert + intrigenmäßig geleitet, mir aber eigentlich Charakterspiel gewünscht und meine Powergamer nicht einbeziehen und zufriedenstellen können. Das habe ich auch jedes Mal erlebt, wenn andere Leute geleitet haben, ob auf Cons oder privaten Treffen: Intrigenspiel bis zum Abwinken, mit allen schlimmen Entwicklungen zur Erzählonkelei (Zwangsaufträge, NSC-Paraden, Würfeldrehen oder würfelloses Spiel und viele mehr). Teilweise gebe ich den unausgegorenen Regeln dafür die Schuld, teilweise dem damals offensiv propagierten Erzähl-Spielstil, teilweise glaube ich auch, dass V:tM mit dem für seine Zeit durchaus bemerkenswerten Setting Leute fürs Rollenspiel interessiert hat, für die dieses Hobby eigentlich nichts ist. Darunter vor allem Leute, die eigentlich nicht spielen wollen, sondern Vampirgeschichten hören/lesen oder schreiben.

W:tA usw. haben (meiner Meinung nach) nicht im gleichen Ausmaß die Befriedigung der unterschiedlichen Spielvorlieben versprochen, und nicht im gleichen Ausmaß Leute angezogen, denen das Konzept "Rollenspiel" bis auf eine einzige seiner Facetten - die künstlerische, erzählerische Dimension - fremd ist. Meinem Eindruck nach prägen diese Spieler und vor allem Spielleiter, die sich ausdrücklich als Storyteller verstehen, noch heute das Bild von Vampires und haben immer noch einen gewaltigen Einfluss auf das Rollenspiel (gerade in Deutschland) als Ganzes.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Insofern ist mein Spielverständnis von V:tM folgendes: es liegt stark an der Grenze des Rollenspielerischen. Von den Spielvorlieben finde ich mit anderen Rollenspielen viel leichter etwas, das meine Interessen zufrieden stellt.
Von den Regeln her halte ich V:tM für völlig ungeeignet zum Spielen (Stand wie gesagt auf 2. Edition, 3e kann einiges verbessert haben). Man könnte mit besseren, fokussierteren Regeln das Setting vielleicht noch fürs Rollenspiel erschließen, aber da stellt sich die Frage: wozu, wenn es schon so viele Urban Myth RSPs gibt und mit V:tR zumindest ein mir bekanntes auf Vampire zentriertes Rollenspiel vorliegt?
Trotzdem hat V:tM noch eine ungeheure Faszination für viele Rollenspieler (insbesondere viele aus meinem Spielumfeld), was mMn sehr für die hohe Schmerztoleranz der Spieler spricht, aber auch typisch ist für den Konservatismus im Hobby.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 10:54
Meine Erfahrungen zu Vampire in den 90ern deckt sich in etwa mit der von Tanja dargestellten und hat mir System und Welt für einige Zeit vom Leibe gehalten. Einige Mitspieler meiner alten DSA-Runde waren ebenfalls Vampire-Spieler und mir haben da die Erzählungen von den Runden schon gereicht. Nichtsdestotrotz habe ich mir eine der Runden angeguckt und es ging dabei primär um die Frage "Wieviel krasser geht noch?" in Bezug auf Gewaltphantasien als um Intrigenspiel oder Drama.
(Übrigens: Die Frau in der Runde war da druchaus... das Gegenteil von zimperlich und hat gut in die Runde gepasst!)

Viele Jahre später habe ich mich zu einer Camarillarunde überreden lassen, weil ich mit einem der Spieler rollenspielerisch gut übereinstimmte und es mal drauf ankommen lassen wollte. Die Runde war pures Intrigenspiel mit einem geringen Anteil Powergaming (man hat halt schon zugesehen, dass man zu den doch recht heftigen NSCs möglichst schnell aufschloss..) und gefiel mir dann doch überraschend gut - auch wenn es mir irgendwann auf den Senkel ging, immer für irgendjemand der niedere Diener zu sein...
Die Runde ist dann irgendwann aus Entfernungsgründen eingeschlafen.

Vor ein paar Jahren hatte ich wiederum das Glück in einer wirklich guten Sabbat-Runde teilzunehmen - wenn auch zunächst unter Vorbehalt aber spielerseitig passte es. Das Ganze war Sandboxing vom Feinsten und es gab eine Menge gruppeninterne Konflikte. Das Prinzip des Zusammenhalts bei Sabbat-Gruppen gefiel mir und unterstützte das Gruppenspiel. Gewaltexzesse kamen zwar selten vor, wurden dann aber auch thematisiert über die Pfade und die Art, wie andere SCs dann darauf reagiert haben - Gewalt war also nicht aus Coolnessgründen dabei sondern Mittel zum Zweck - und ergab sich aus den Regeln (Menschlichkeitsproben usw). Die Sabbatrunde war damit irgendwie die "menschlichere" von allen Runden, die ich bisher gespielt habe (insgesamt so 7-9 Spielrunden, zT Oneshots oder angefangene Chroniken) - einfach weil der Zusammenhalt durch den Sabbat und die Situation in der Stadt Vorraussetzung war.

Ich besitze keins der Regelbücher und habe auch nur die für mich als Spieler relevanten Teile gelesen. Was ich aber aus dem Maskeradebuch herausgelesen habe scheint mir eher inspieriert durch Vampirbilder (Klischees), die von Anne Rice und Le Fanu geprägt wurden anstatt irgendwelcher Hollywood-Blutorgien (Rodriguez hat nun alles andere als einen Vampirfilm gemacht! Auch wenn die Viecher am Ende als Vampire bezeichnet werden: Es hätten auch Zombies sein können, im Grunde ging es den Exploitation-Anteil wofür eben eine Monstart gebraucht wurde).

Und Blade... nunja. Coolness über Substanz aber wohl kaum als Vorlage vor oWoD geeignet zumal später rausgekommen als die Bücher.

Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich finde den Tonfall gegenüber denen, die nun nicht einen bestimmten Spielstil pflegen, beziehungsweise bestimmte Elemente in ihrem haben, schon ziemlich aggressiv beziehungsweise herablassend.
Woher kommt das? Ist das Absicht? Muss das sein? Was soll es erreichen?

Tatsächlich emfinde ich den Tonfall hier angesichts des Themas für angenehm neutral. Wo wird denn hier jemand aggressiv herablassend behandelt? Dass es innerhalb von Vampirerunden unterschiedliche Spielstile gibt ist doch wohl Konsens, ebenso dass nicht alle zueiander passen. Aber es geht hier doch vielmehr darum, dass Tanja davon überrascht war und Powergamer (auch als "Mosher" bezeichnet, finde ich persönlich nicht herablassend als Begriff) aufgrund dessen, wie sie das Regelwerk gelesen hat nicht unbedingt so verbreitet erwartet hätte.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 1.08.2011 | 10:56
Aber einfach motivationslos daher zu existieren und eine Gruppe Menschen mal eben so dahin zu fetzen, die nichts weiter tun, als da zu leben, oder beim Anblick eines anderen Vampirs direkt in das Entzücken zu verfallen, dessen Blut zwecks Disziplinen trinken oder ihn am besten gleich irgendwie diablerieren zu können, entbehrt für mich schlichtweg jeden Stils. Ich finde das primitiv ... ist das tatsächlich eine Einzelmeinung?

Nein, ist definitiv keine Einzelmeinung - du bist in diesem Punkt nicht alleine. Nach meiner Erfahrung ist es allerdings ziemlich sicher, dass vernünftige Vampire-Runden die absolute Ausnahme sind. Und auch wenn du es in deinem ersten Beitrag bereits versucht hast, aus der Diskussion rauszuwerfen, glaube ich nicht, dass du dem Spiel an sich einen Generalvorwurf machen kannst. Ob das System gut ist oder nicht, sei dahin gestellt, der Hintergrund hat genug Potential um auch vernünftige Spieler an den Tisch zu fesseln und glaubhafte Geschichten / Abenteuer / Chroniken / whatever zu erleben.

Es liegt eben doch, wie immer, an SL und Spielergruppe.

Was ich noch zulasse ist die These, dass Vampire aufgrund seines damaligen Booms (und das Vampir-Thema aufgrund der heutigen "Trends") sicher einfach mehr Menschen anzieht, aufgrund des "dunklen Hintergrunds" mehr Gothic-Kiddies und aufgrund des vermeintlichen Freischeins für Brutalität auch die verkappten Sadisten und Masochisten. So ist das. DSA, D&D und Shadowrun ziehen all die anderen Stereotypen an.

Es gibt sie allerdings, die Runden mit Fokus auf den psychologischen Horror, in denen die Spieler nicht auf die Senkung ihrer Generation oder einfach nur auf die nächste Stufe ihrer Disziplin scharf sind, in denen Action und Intrige sich die Waage halten und diese dann auch nicht zu sehr in die Emo-Ichbinjasoarmunddarque-Schiene abschweift. Das sind schlicht und ergreifend Runden mit reifen und erwachsenen Menschen. Genausogut kann ich Romane mit missglückten DSA- Shadowrun- Indie- und Savage Worlds Runden füllen. Sagt nichts über die Spiele an sich aus, zumindest nicht unmittelbar.

Ich habe den Anschein, dass in dir noch ein kleiner Funke Hoffnung keimt, dass deine Vorstellung vom Spiel irgendwie möglich ist, dass du das Potential des Hintergrunds siehst und einfach mal willst, dass es vernünftig umgesetzt wird - und das gibt es, es ist nur nicht sehr weit verbreitet. Damit muss man leben. Oder, wie in deinem Fall, vielleicht mit den Menschen der neuen Gruppe über deine Vorstellungen reden und sehen, ob sich nicht doch zumindest ein Kompromiss finden lässt (jetzt, da du ja ahnst, dass es wieder in die gleiche Richtung gehen könnte).

Die Alternative siehst du im Beitrag von Chrischie: Pauschalablehnung. Es gibt immer hin auch noch hunderte andere Systeme, mit denen man Spaß haben kann und ich bin sicher, hier im Forum gibt es Einige, die dir passende Alternativen zu Vampire aufbieten können, die das Gleiche schaffen oder sogar noch mehr. Meiner Meinung nach wirst du dann allerdings nur rausfinden, dass es bei diesen neuen und vermeintlich besseren Systemen (siehe nWoD) die gleichen Schwierigkeiten, die gleichen Deppen und die gleichen Fallen gibt, oder andere, die gleich schwer wiegen ;)

Edit:
Das ist im Übrigen das Mantra, das gerne rauf und runtergebetet wird und dem du dich mit einer Pauschalanalyse von Vampire als schlechtem System, dass nur Deppen anzieht, näherst:

Trotzdem hat V:tM noch eine ungeheure Faszination für viele Rollenspieler (insbesondere viele aus meinem Spielumfeld), was mMn sehr für die hohe Schmerztoleranz der Spieler spricht, aber auch typisch ist für den Konservatismus im Hobby.

= Vampire ist objektiv schlecht und jeder, der es immer noch nicht begriffen hat, hat eine immens große Schmerztoleranz oder ist Rollenspielkonservativist (wahlweise verbohrt).

Kann man auch machen, ist nur die Frage ob du darauf hinaus willst.

(PS: Tümpelritter, sollte nicht herablassend wirken, dass ich dich nicht direkt anspreche, wenn ich dich zitiere, passte nur gerade in den Beitrag.)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 11:12
Und Blade... nunja. Coolness über Substanz aber wohl kaum als Vorlage vor oWoD geeignet zumal später rausgekommen als die Bücher.
Ich habe gerade die Comic-Geschichte zu Theo Bell gelesen.
Der wird auf dem Buchruecken mit "Der Shaft (http://en.wikipedia.org/wiki/Shaft_(1971_film)) unter den Vampiren" beschrieben. Also sinngemaess also "Er ist schwarz, brutal und cool. Yeah." (Den Wortlaut kann ich heute Abend nach schauen)

Zitat
Tatsächlich emfinde ich den Tonfall hier angesichts des Themas für angenehm neutral. Wo wird denn hier jemand aggressiv herablassend behandelt? Dass es innerhalb von Vampirerunden unterschiedliche Spielstile gibt ist doch wohl Konsens, ebenso dass nicht alle zueiander passen. Aber es geht hier doch vielmehr darum, dass Tanja davon überrascht war und Powergamer (auch als "Mosher" bezeichnet, finde ich persönlich nicht herablassend als Begriff) aufgrund dessen, wie sie das Regelwerk gelesen hat nicht unbedingt so verbreitet erwartet hätte.
Nun ich habe das Gefuehl das ein bestimmtes Spielverhalten als "Mosher" mehr oder weniger beschimpft wird.
Das man dann nicht bei der Bezeichnung bleibt sondern es als vulgaer bezeichnet wird, die Spieler als ruecksichtslos dargestellt werden, die Behauptung kommt das diese mutwillig kostbares Potential brach liegen lassen, es klingt durch das man meint das den Spielern der Intellekt fehle um die Tiefe zu erfassen, das eine Sensibilitaet fehlt, Respekt vor Themen, das sie "stillos und billig" agieren beziehungsweise spielen.

Das ist nur der erste Beitrag.
Auch in spaeteren klingt durch das die "Mosher" eine (spaet) pubertierende Pest sind mit dem Intellekt eines sabbernden Nerds. Haessliche superhereos-with-fangs Spieler die schlimmer sind als jeder gamistische SR-Spieler. Verkappte Sadisten, Masochisten und ueberhaupt Goth-Kiddies. Kurz gesagt, asoziales Pack.

Also ich wuesste nun nicht wie man innerhalb der Forenregeln noch herablassender werden koennte.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 11:21
Ich habe gerade die Comic-Geschichte zu Theo Bell gelesen.
Der wird auf dem Buchruecken mit "Der Shaft (http://en.wikipedia.org/wiki/Shaft_(1971_film)) unter den Vampiren" beschrieben. Also sinngemaess also "Er ist schwarz, brutal und cool. Yeah." (Den Wortlaut kann ich heute Abend nach schauen)


Nie gelesen den Namen. Handelt es sich um diesen hier  (http://whitewolf.wikia.com/wiki/Theo_Bell)? Laut Wiki kommt der aus "Gehenna, the Final Nights", dass 2004 erschienen ist - damit satte 13 Jahre nach dem Maskerade-Buch. Dass es in der Zwischenzeit gewisse Veränderungen gegeben hat, will ich ja nicht abstreiteten, aber ich bezog mich oben auf die Erstausgabe.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 11:26
Handelt es sich um diesen hier  (http://whitewolf.wikia.com/wiki/Theo_Bell)? Laut Wiki kommt der aus "Gehenna, the Final Nights", dass 2004 erschienen ist - damit satte 13 Jahre nach dem Maskerade-Buch.
Also der Comic wurde wohl mindestens einmal 2002 veroeffentlicht:
http://www.amazon.com/Vampire-Masquerade-Theo-World-Darkness/dp/0971012946/
Mit Gehenna hat es nichts bzw. wenig zu tun.
Die Figur duerfte jedoch die gleiche sein.


Ah und rein beim Grundregelwerk, kann man in der 2nd rev. im Spielbeispiel betrachten das es mit dem Zwang zum Drama nicht soweit her ist. [Der Nossi Spieler sagt an das er sich von einer Hure ernaehrt und ihr dafuer das Genick bricht. Der SL meint okay, mach MK Wurf. Der Nossi Spieler schafft ihn. Daraufhin versenkt er die Leiche der Hure in einem Muelleimer und die Aufarbeitung der MK wird auf spaeter verschoben.]
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: גליטצער am 1.08.2011 | 11:27
VtM hab ich mehrfach probiert und bin immer wieder gescheitert. Das Problem mit VtM besteht meiner Meinung darin, dass man eigentlich Spieler bräuchte, die einen Vampir zu Spielen von vornherein uncool finden. Aber die sehen sich das Buch ja i.d.R. leider nicht mal an.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 11:33
VtM hab ich mehrfach probiert und bin immer wieder gescheitert. Das Problem mit VtM besteht meiner Meinung darin, dass man eigentlich Spieler bräuchte, die einen Vampir zu Spielen von vornherein uncool finden. Aber die sehen sich das Buch ja i.d.R. leider nicht mal an.

Ich wäre so einer - ich konnte mich mit meinen Vampire-Charakeren nie wirklich anfreunden, irgendwie. Aber ich hab ja auch ein paar gute Erfahrungen machen können ;) Aber du hast tatsächlich recht: Das System Menschlichkeit/Pfade sollte wohl ursprünglich wiederspiegeln, dass man sich als Vampir zunächst mal vor sich selbt und vor seinen Taten ekelt und über die Hackordnung der neuen Gesellschaft lernt, dass man die Kräfte einsetzen muss um zu überleben. Ich habe trotzdem noch einige Spieler kennengelernt, denen es gar nicht schnell genug gehen konnte, Menschlichkeitspunkte zu verlieren. Nur anstatt dann konsequenterweise auch das innere Tier rüberzubringen gabs dann kalt berechnende (!) Mördermaschinen mit Genuss an Töten. Passt mE nicht ganz zur Darstellung des Tieres in den Büchern.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: El God am 1.08.2011 | 11:52
Das Problem mit VtM besteht meiner Meinung darin, dass man eigentlich Spieler bräuchte, die einen Vampir zu Spielen von vornherein uncool finden.

Sehr interessante Beobachtung. Das wäre wohl auch meine (für mich einzig mögliche) Herangehensweise ans Setting.

Teylen: Es wurde einzig festgestellt, dass die Spielweisen "Moshen" nicht mit "Story-Intrigen" und nicht mit "Persönlicher Horror" kompatibel sind. Da jetzt eine Beleidigung rauslesen zu wollen ist... typisch VtM-Spieler  ::)  :P
Die Regeln (kewl powarz) sprechen einen anderen Spielstil an als die Packungsbeilage (persönlicher Horror) und wiederum anders als das Setting an sich (Über-NSCs, Intrigen). Das wurde ja nun oft genug festgestellt und zwar von so vielen Seiten, das muss garantiert erstunken und erlogen sein, nur um die armen VtM-Spieler zu diskreditieren, v.a. weil viele Leute hier im Thread bereits VtM gespielt haben (ich persönlich nicht, aber die Masse negativer Urteile finde ich erdrückend).
Nein, man ist nicht doof, nur weil man VtM spielt, aber das Spiel ist in dem, was es verspricht und leistet, zu unterschiedlich, um bei vielen Leuten wirklich Befriedigung aufkommen zu lassen.

Mein Ratschlag wäre ja, in der Gruppe einen einheitlichen Spielstil zu suchen, der zwar allen Spielern eine gewisse Entfernung vom eigenen Ideal abnötigt, aber insgesamt Konsens ist. Natürlich muss man dafür in der Lage sein, miteinander zu sprechen. Aber (Achtung, Vorurteil), der typische VtM-Spieler hört bei "So will ich nicht spielen" ja sofort "Der Spielstil ist scheiße". So kommt man natürlich auf keinen grünen Zweig. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass funktionale VtM-Gruppen eher Zufall sind, weil sich Leute gefunden haben, die auf einer Wellenlänge sind. Zufall, weil das Spiel an sich keine Wellenlänge vorgibt, die nur eine Sorte von Spielern anlockt, die garantiert miteinander klarkommt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Thot am 1.08.2011 | 12:05
Lustigerweise war eine meiner besten Runden, die ich in einer fernen Stadt unter völlig fremden Leuten fand, eine VtM-Runde, die richtig gut funktionierte. Und es war sogar meine erste VtM-Runde. Die Vorurteile über das System kannte ich, war aber angenehm überrascht von den Leuten, zu denen ich auch heute noch Kontakt pflege, Jahre nachdem die Runde in vier verschiedene Städte zog. Wir haben allerdings auch nicht sehr monströs gespielt und versuchten immer, die mehr oder weniger "Guten" zu bleiben.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 12:05
@ Sol Invictus:

Hab da kein Problem mit, bin das von V:tM-Entusiasten gewöhnt (und es ja auch irgendwie fast provoziert, wenn man den Satz aus der vorangegangenen Erklärung herauszieht).

Aber trotzdem gehe ich darauf ein:

Dass V:tM nur Deppen anzieht, ist erstmal deine Interpretation, das habe ich so nicht gesagt und nicht gemeint. Genau geschrieben habe ich, dass V:tm verspricht, drei sehr unterschiedliche Spielvorlieben zu bedienen:

- Powergaming (+ Butt Kicking): tolle Superpowers, tolle Fähigkeiten, vergleichsweise schwache Gegner (Mortals, Ghuls, Neonates - und Bosse für den Endkampf mit fetter Belohnung (Diablerie = mehr Powers!)

- Storygaming: vertrackte Vampirgeschichten; Intrigen zum Aufdecken; Bündnisse zum Schmieden; geheimnisvolle, farbenprächtige, mächtige NSCs mit dunkeln Geheimnissen (so hab ich es meistens erlebt)

- Charakterspiel: der innere Kampf zwischen Mensch und Bestie; schmerzhafte Entscheidungen mit Konsequenzen für die eigene Seele; die Suche nach einer eigenen Rolle in der Welt; die Entfremdung von gewohnten Verhaltensweisen; der Kontrast zwischen der Welt der Sterblichen und der Welt der Vampire (sowas hätte ich mir damals gewünscht)

Weiterhin habe ich behauptet, dass die Regeln (und übrigens mMn auch die Abenteuer) keins der Versprechen gut erfüllen, und schon gar nicht alle drei gleichzeitig. Deswegen arrangiert man sich irgendwie damit.

Dann sagte ich, dass andere Regelsysteme, die auf ihre Ziele hin besser durchdacht sind, da mehr leisten können. Unterhaltsame, spannende Kämpfe mit V:tM zu entwerfen war mir immer ein Graus. AD&D leistete da für mich mehr, wie auch fast jedes andere Rollenspiel. Storys liefen bei V:tm nur mit Spielleiterwillkür - fast jedes andere Rollenspiel leistete für mich da mehr. Charakterspiel funktioniert nach meiner Meinung nur dann gut, wenn übermächtige NSCs nicht dauernd Hauptrollen haben - und in der Hinsicht war in meinen Spielerinnerungen kein anderes Rollenspiel so problematisch wie V:tM.

Damit leugne ich nicht, dass es auch andere Rollenspiele gibt, die mehrere Spielertypen ansprechen, und ich behaupte auch nicht, dass andere Rollenspiele völlig konfliktfrei unterschiedliche Spielvorlieben bedienen können - ich stehe allerdings zu der Behauptung, dass bei Vampires außer den "Moshern" so gut wie kein Spieler (Story- oder Charakterspieler) von den Regeln angezogen wurde. Die Mosher wurden mit cool powerz bedient.

Die anderen Spieler wurden mMn überwiegend von dem für seine Zeit coolen Setting angezogen (und dieses Setting ist auch heute im Vergleich nicht schlecht, wenn auch nicht spitze und mit eigenen Problemen belastet). Damit, und mit dem Versprechen, irgendwie erwachsener, künstlerisch wertvoller zu sein, hat V:tM viele Spieler für sich begeistern können. In deinem Post wird diese Haltung ja auch deutlich ausgedrückt:

Es gibt sie allerdings, die Runden mit Fokus auf den psychologischen Horror, in denen die Spieler nicht auf die Senkung ihrer Generation oder einfach nur auf die nächste Stufe ihrer Disziplin scharf sind, in denen Action und Intrige sich die Waage halten und diese dann auch nicht zu sehr in die Emo-Ichbinjasoarmunddarque-Schiene abschweift. Das sind schlicht und ergreifend Runden mit reifen und erwachsenen Menschen.

Hervorhebung von mir.
Im Grunde ist das eine Abwertung anderer Spielvorlieben, und die mangelnde Anerkennung des Rollenspiels als (Gesellschafts-)Spiel. Aber das gehört wohl eher in einen eigenen Thread.

Wichtig ist mir allerdings, dass - bis auf vielleicht die Powergamer/Mosher - kaum jemand V:tM gespielt hat. Spielen in diesem Fall verstanden als möglichst umfangreiches, hinsichtlich der Storyintention neutrales Anwenden der vorgegebenen Regeln ohne Spielleiterwillkür. Was die Leute, die ich erlebt habe, gemacht haben, war, dass sie Geschichten auf der Basis des Settings erzählt haben.  

Besieht man sich aber V:tM ohne nostalgische Verklärungsbrille, dann bleibt davon nur ein teilweise interessantes, aber nicht überragendes Setting, eine schwerfällige Würfelsystematik, einige zweitklassige (und drittklassige) Abenteuer - nichts, was nicht andere Systeme besser, eleganter, durchdachter anbieten können.

Und da empfinde ich es als verwunderlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich Spieler (vor allem aus meinem persönlichen Umfeld) an V:tM klammern. Würde ich heute V:tM leiten, mit meinem Anspruch, ein Spiel zu spielen, in dem die Charaktere im Mittelpunkt stehen, Hauptprotagonisten sind, und dafür die V:tM-Engine verwenden, wäre das ein furchtbarer Krampf. Und das war es auch damals schon. Aber das wird von V:tM-FAns immer geleugnet werden.

Ich schau euch dann gern zu, wie ihr 53 Runden für einen Kampf braucht, eine Stunde lang über die korrekte Interpretation mystisch erklärter Regeln debattiert oder seitenweise Hausregeln anschleppt. Viel Spaß mit V:tM  ;)




Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 12:08
Ich finde die qualitative Aufwertung der Gewalt in "Interview mit einem Vampir", im Kontext der Abwertung der Gewalt in anderen Filmen oder Serien schwer nachzuvollziehen. Der Film, sowie das Buch, geben sich gerade in Bezug auf die Figuren Lestat und Claudia Muehe herrauszustreichen das diese beiden gerade "eben mal so" toeten.
Auch die Vampire in der Pariser Oper toeten ohne sich mit ihren Opfern, innerhalb eines persoenlichen Drama das als Horror gewertet werden kann, zu beschaeftigen. Die einzige Figur, welche mit ihrer Natur ringt ist Louis, der wiederum innerhalb der Geschichte das groesste Massaker begeht.
Nun und gerade der Film endet damit, wenn ich mich richtig entsinne, das Lestat von irgendwo "oben" herab in das offene Cabrio des Interviewers springt, ihm erklaert das die Emo-Heulerei Louis auf die Dauer kaum auszuhalten sei, und das Vampir Dasein doch im geruettelten mass cool ist.

Blade zaehlte ich durchaus auch deswegen auf weil der Protagonist ein Vampir ist, nicht nur die Antagonisten. Im Punkt des rueden, blutigen bis gewaltaetigen Umgangs miteinander geben sich dort beide Seiten kaum etwas.
Natuerlich hat selbst "Underworld" eine Motivation fuer die Action.
Aber die haben doch auch fast alle Vampire-Spieler.

Dracula kenne ich bisher nur in verschiedenen Film-Varianten. Die oftmals zu erst zeigen wieso Vlad Tepes den Namen "Der Phaeler" erhielt. Nun und das es von den dramatischen Elementen lebt, im Grunde ist es recht direkt.
Dracula entdeckt durch den Besuch Harpers das mit Minna eine Doppelgaengerin seiner Toten Geliebten in England lebt. Er reist rueber, killt dabei eine gesamte Schiffsbesatzung. Versucht es mit massiven Glamourn und endet anschliessend ganz-tot.
Ansonsten legt der Comic den ich gerade lese, und der angeblich sehr dicht am Roman ist, nahe das Dracula die Antagonistische Hauptrolle neben Harker einnimmt. [Bisher sah ich nur Harker, und vorblaettern suggeriert das der Fokus auf ihm bleibt]

"Tanz der Vampire", im Film merkt man wenig von einem Zwiespalt des Grafen von Krolok. Finde ich.
Im Musical gibt es iirc zwei Nummern in der er seine Zerrissenheit besingt, aber der Rest und insbesondere das Finale dreht sich imho doch eher darum das Vampire rocken. Im Finale gar zum Takt von "We will rock you".
(Zudem scheint Krolok der einzige Vampire zu sein den tiefere Gewissensbisse plagen. Von leichten abartigkeiten wie das er ein Gedicht mit dem Blut eines Ex-Geliebten schrieb abgesehen)

Moonlight,... ist eine der wenigen Serien die ich nicht fuer voll holen kann. (Ernsthaft, Kuehlschraenke?) Near Dark, Fright Night oder Embraced habe ich nicht gesehen.


Allgemein denke ich jedoch das die Romane von Anne Rice oder anderer damals populaerer Autoren wie Poppy Z. Brite ein Level an expliziter Gewalt, teilweise gar in Kombination mit Sex, enthalten das imho erklaert wieso  entsprechende Gewalt als Thema bei Spielen in VtM Runden aufgegriffen wird.


@Dolge:
Ich bezog mich nicht darauf das "Moshen" als Gegensatz zu etwas dargestellt wurde, sondern an die Adjektive die dran gepappt wurden. Die habe ich naemlich nicht dazu erfunden (sondern beim lesen der Beitraege so zusammengefasst).

Ansonsten finde ich es hier recht tolerant.
So ein Beitrag wie Chrischie mit uebertragenen Wortlaut im SW Forum und die Kacke waere am Dampfen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 12:33
[...]
So ein Beitrag wie Chrischie mit uebertragenen Wortlaut im SW Forum und die Kacke waere am Dampfen.

Nicht von meiner Seite aus.

Ich habe VtM gespielt. Genauso W:tA und später V:tR und nMage. Und ich will wenn ich aus dem Examensstress raus bin auch gerne mal wieder V:tR oder W:tF spielen.

Und ja ich sage es ganz offen: V:tM zieht für mich die Deppen an, mit denen ich nicht spielen will. Das ist meine Erfahrung. Deine mag gerne eine andere sein. Dein Geschmack wie du spielen willst mag gerne ein anderer sein. Habe Spaß mit V:tM und freue dich über die Neuauflage.

Aber sonst gillt alles was youth nabbed as sniper geschrieben hat. V:tM zieht durch seinen klaren Regeln für "Muchkins" (Ich schreibe bewusst nicht Powergamer) und seinen Hintergrund für dorker tahn you-Typen eine Mischung an, die im Spiel nicht funktionieren kann. Deshalb kann man V:tM meiner Meinung nur mit Leuten spielen die man schon lange kennt und mit denen man vorher vielleicht schon mal das eine oder andere Rollenspiel gespielt hat.

Und damit schlagen wir den Bogen zurück: Wenn man zu einer SW-Runde gehst und wüfelfreis Erzählspiel erwartet, dann hatte man eine rosarote Brille auf, als das Regelbuch gelesen wurde. SW ist für Powergamer die gerne Figuren schubsen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 12:43
Meine Aussage war da eher; das wenn ich hingehen wuerde, mir einen SW Thread aussuchen, und dort Posten:
Das ich bisher bei jedem SW Spiel ins Klo griff. Das SW als Spiel all die dicken Nerds anzieht die es hinsichtlich Taktik nichts drauf haben und dennoch posen moegen. Das man das Spiel meiden und begraben sollte.
Das es sehr viel negativer aufgenommen wuerde, als wenn man in einen VtM Thread rein ruft "Ihr seit [meiner Erfahrung nach] doch alles Gothic-Heulsusen und Munchkins. Hoert auf damit es zu spielen.".
[Ich habe nix gegen SW]


Ich habe die Erfahrung gemacht das man VtM durchaus auch gut mit (noch) Unbekannten spielen kann.
Man kann doch in jedem System an Honks - Leute mit zum eigenen inkompatiblen Spielstil - geraten?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 12:48
Meine Aussage war da eher; das wenn ich hingehen wuerde, mir einen SW Thread aussuchen, und dort Posten:
Das ich bisher bei jedem SW Spiel ins Klo griff. Das SW als Spiel all die dicken Nerds anzieht die es hinsichtlich Taktik nichts drauf haben und dennoch posen moegen. Das man das Spiel meiden und begraben sollte.
Das es sehr viel negativer aufgenommen wuerde, als wenn man in einen VtM Thread rein ruft "Ihr seit [meiner Erfahrung nach] doch alles Gothic-Heulsusen und Munchkins. Hoert auf damit es zu spielen.".
[Ich habe nix gegen SW]


Ich habe die Erfahrung gemacht das man VtM durchaus auch gut mit (noch) Unbekannten spielen kann.
Man kann doch in jedem System an Honks - Leute mit zum eigenen inkompatiblen Spielstil - geraten?

Liebe Teylen du verdrehst gerade etwas. Ich schrieb nicht, dass jede meiner Runden ein Griff ins Klo war. Ich schrieb, dass jede meiner Runden mit "fremden Spielern" ein Griff ins Klo war und bei dieser Aussage bleibe ich auch. youth nabbed as sniper hat ziemlich gut begründet, warum diese Chance bei V:tM höher ist als bei anderen Spielen. Mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 12:57
Man kann doch in jedem System an Honks - Leute mit zum eigenen inkompatiblen Spielstil - geraten?

Eigentlich kann das nur mit Systemen passieren, die so tun als könnten sie inkompatible Spielstile miteinander vereinen. DSA hat mE übrigens dasselbe Problem in anderer Ausprägung.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 12:59
Dass die Regeln sehr unterschiedliche Spielstile zu lassen, das finde ich ja nun nicht wirklich ein Nachteil.

Ich bleibe dabei, dass es auch eine ganze Menge damit zu tun hat, was gerade angesagt ist. Das Spiel, das gerade in Mode ist, hat einen hohen Zulauf ... (z.B. auch an - was hier noch nicht genannt wurde - Neugierigen, Casual Gamern).

Wenn ich mir die Spielrunden der oWoD-Exoten wie z.B. Wraith oder Changeling the Dreaming ansehe finde ich da unter den SpielerInnen eine Art Grundverständnis vom Spiel.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: גליטצער am 1.08.2011 | 13:02
Als 4tes und 5tes WoD System haben die auch von den Fehlern der Vorgänger gelernt Nin ;)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Taschenschieber am 1.08.2011 | 13:04
Dass die Regeln sehr unterschiedliche Spielstile zu lassen, das finde ich ja nun nicht wirklich ein Nachteil.

War nicht eher der Kritikpunkt, dass die Regeln zwar behaupten, das zu tun, es aber nicht schaffen?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 13:06
War nicht eher der Kritikpunkt, dass die Regeln zwar behaupten, das zu tun, es aber nicht schaffen?

Ich verstehe den Eingangspost anders.

Als 4tes und 5tes WoD System haben die auch von den Fehlern der Vorgänger gelernt Nin ;)

Weiß nicht, ob die Regel Unterschiede so gewaltig sind?

Eigentlich kann das nur mit Systemen passieren, die so tun als könnten sie inkompatible Spielstile miteinander vereinen.

Zum einen glaube ich, dass dir das mit jedem System passieren kann, wenn die SpielerInnen es darauf anlegen ... zum anderen kenne ich keine SpielerInnen, die im Laufe einer Chronik jedes mal gleich spielen wollen. Für mich ist's eher ein Vorteil, wenn ich in der selben Chronik mal richtig losrockern kann und beim nächsten mal eher mein persönliches Drama erlebe.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: גליטצער am 1.08.2011 | 13:09
Gerade bei Wraith mit dem ausgelagerten Shadow-Player sind sie das durchaus. Und Changeling hatte nie wirklich diese Inneres-Monster-Thematik, da ging es eher im den Zwiespalt Glamour/Banality im SC.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 13:11
Dass die Regeln sehr unterschiedliche Spielstile zu lassen, das finde ich ja nun nicht wirklich ein Nachteil.

Das Problem sehe ich eher darin, dass die V:tM-Regeln eben diese unterschiedlichen Spielstile nicht wirklich bedienen konnten.

Politikregeln für die Intrigen, den Einfluss, die Machtbereiche oder wenigstens einen funktionierenden Social Combat?
Nach meinen Erinnerungen Fehlanzeige. (Mein Kenntnisstand bei 2e.)

Spannende Kämpfe?
Entweder liefen die wegen des Disziplinsungleichgewichts sehr schnell und sehr vorhersehbar ab, oder sie dauerten ewig. Selbst einige primitive Taktikmöglichkeiten wurden von den Regeln nicht behandelt (z.B. Angriff aus dem Obfuscate). (Wie gesagt, mein Stand ist 2e).

Konflikt zwischen Mensch und Bestie?
Ja, tolle Ideen waren da (Demeanor/Nature, Humanity, Virtues, Derangements), aber die Verwirklichung fand ich schwach.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 1.08.2011 | 13:11
Also ich denke ich stimme zwar meinen Vorschreibern insofern zu, dass VtM vom Schreibstil des REgelwerks, insbesondere des Sabbats und auch einiger späterer Quellenbücher stark auf das Ego der Spieler eingeht und sie fordert in gewisser Weise egozentrisch, egoistisch zu sein.
Aber mir gefällt gar nicht der Ansatz, dass der Spielleiter dafür verantwortlich ist.

Einerseits hängt es def. sehr stark von der Spielrunde ab, die sich aus x Spielern und typischerweise 1 SL/ST zusammensetzt. Generell denke ich ist das Problem ident wie bei nahezu jedem anderen System, dass Spiel selbst lädt dazu ein, sich einen Vorteil zu holen indem man seinen Charakter entsprechend baut und die Fertigkeiten in eine Richtung auslegt.
Mein Hauptproblem bei VtM war/ist die Diablerie, einerseits ein größeres Risiko (insbesondere in Camarilla Runden) andererseits ein essentieller Machtzuwachs der wiederum Prestige oder generell Möglichkeiten eröffnet.

Problemstellung
Die System beschreibt interessante Fähigkeiten (Pfade, ...) die man erst ab einer gewissen Generation / Macht ausüben kann. Das primäre Streben danach seinem Ziel näherzukommen ist bei vielen Spielern präsent und in meiner bescheidenen Meinung gar nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil, das Streben nach Charakterzielen ist sogar sehr positiv, nur verleitet das System von Vampire durch die Mechanik des Diablerie durchwegs dazu in diese Richtung gehen zu wollen.

Lösungsansatz
Meiner Meinung nach gibt es nur die Lösung die in jedem anderen System ebenso gültig ist. Redet miteinander wohin ihr wollt.
Vampire bietet, (von meinem heutigen Standpunkt betrachtet) eine Vielzahl an Möglichkeiten, das System ist komplex, aber nicht zu komplex und die rollenspielerischen Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Für mich klingt es aber so, als würdest Du die Subtilität der Vampire als wichtig(st)es Merkmal sehen - die Intrigenspinnerei als Beiwerk, aber die Tragödie des ewigen Lebens und der Kampf gegen das Monster als das sehen was es spielenswert macht. Aus heutiger Sicht würde ich Dir zu 80% zustimmen, auch wenn ich als Spieler auch gerne mal "ein wenig Action" sehe.

Erfahrungsgemäß findet man aber immer unterschiedliche Spielstile an einem Tisch. Also entweder sich zusammenraufen und eine gute "Mischung" akzeptieren (lernen) oder mit Gleichgesinnten loslegen, dann haben alle mehr davon.

Zum einen glaube ich, dass dir das mit jedem System passieren kann, wenn die SpielerInnen es darauf anlegen ... zum anderen kenne ich keine SpielerInnen, die im Laufe einer Chronik jedes mal gleich spielen wollen. Für mich ist's eher ein Vorteil, wenn ich in der selben Chronik mal richtig losrockern kann und beim nächsten mal eher mein persönliches Drama erlebe.
+1


Das Problem sehe ich eher darin, dass die V:tM-Regeln eben diese unterschiedlichen Spielstile nicht wirklich bedienen konnten.

Politikregeln für die Intrigen, den Einfluss, die Machtbereiche oder wenigstens einen funktionierenden Social Combat?
Nach meinen Erinnerungen Fehlanzeige. (Mein Kenntnisstand bei 2e.)

Spannende Kämpfe?
Entweder liefen die wegen des Disziplinsungleichgewichts sehr schnell und sehr vorhersehbar ab, oder sie dauerten ewig. Selbst einige primitive Taktikmöglichkeiten wurden von den Regeln nicht behandelt (z.B. Angriff aus dem Obfuscate). (Wie gesagt, mein Stand ist 2e).

Konflikt zwischen Mensch und Bestie?
Ja, tolle Ideen waren da (Demeanor/Nature, Humanity, Virtues, Derangements), aber die Verwirklichung fand ich schwach.

Ernsthaft? Also ich hab das sehr gut in Erinnerung, sowohl als SL wie auch als Spieler.
Ich denke die Regeln bieten eine gute Grundlage aus der eine erfahrene Gruppe sehr viel machen kann.
Mir kan das System nur für Einsteiger sehr unfreundlich vor. Leider sind viele damit eingestiegen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 13:16
Gerade bei Wraith mit dem ausgelagerten Shadow-Player sind sie das durchaus. Und Changeling hatte nie wirklich diese Inneres-Monster-Thematik, da ging es eher im den Zwiespalt Glamour/Banality im SC.

Bei Wraith hast du schon recht, bei CtD dagegen nicht unbedingt. Auch in CtD hast du sehr unterschiedliche Themen, die einen verschiedenen Spielstil fördern könnten (Naivität vs. Verantwortung, Seelie vs. Unseelie, Nobles vs Commoners, um nur drei zu nennen). Aber diese Themen und Konflikte habe ich nie als sich gegenseitig bremsend und behindernd erlebt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 13:22
Also ich denke ich stimme zwar meinen Vorschreibern insofern zu, dass VtM vom Schreibstil des REgelwerks, insbesondere des Sabbats und auch einiger späterer Quellenbücher stark auf das Ego der Spieler eingeht und sie fordert in gewisser Weise egozentrisch, egoistisch zu sein.

An der Stelle fällt mir das Interview mit Sam Chupp ein, in dem er erzählt, dass regelmäßig auch die Erlebnisse und Anforderungen der WW-eigenen Spielrunden in die Bücher eingeflossen sind.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 13:25
Ernsthaft? Also ich hab das sehr gut in Erinnerung, sowohl als SL wie auch als Spieler.
Ich denke die Regeln bieten eine gute Grundlage aus der eine erfahrene Gruppe sehr viel machen kann.
Mir kan das System nur für Einsteiger sehr unfreundlich vor. Leider sind viele damit eingestiegen.

Welchen Teil?

An Kämpfe erinnere ich mich fast nur mit Grauen zurück. Grauen vor dem Kampfsystem, wohlgemerkt, nicht Grauen vor dem Gegner.

An institutionelle Konflikte für subtilen Machtgebrauch/Machtmissbrauch kann ich mich gar nicht erinnern. Die Maskerade wurde immer bewahrt, ohne dass es da entscheidende Konflikte zu schlagen gab (z.B. subtil auf eine Redaktion einwirken, dass ein bestimmtes Foto nicht veröffentlicht wird o.ä.).

Verbale Konflikte waren nur Spielergerede und sl-storykompatible Auflösung.

Und die Bestie im Vampir... naja, Frenzy und Rötschreck haben mal kleine Rollen gespielt... wenn sie der Story nicht im Weg standen... Moralische Konflikte? Bittere Entscheidungen? Power corrupts? Gruselige Derangements? Kam nicht sonderlich häufig vor.
(Die Derangements waren das Schlimmste, was ich an Albernheiten im RPG erleben durfte. Malks waren oft noch peinlicher als Nossies.)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 13:29
Wegen des Eingangs Beitrag.
Ich bin nicht mehr sicher wie ich auf Vampire als Rollenspiel kam. Ich denke das es zum Teil daran lag das ich das Vampire Thema gut fand. Zum Teil lag es daran das ich nach freien Forenrollenspielen ein System suchte das einem die Sicherheits eines Werte technischen beschriebenen Charakter gibt und dazu ein System mit welchen man Handlungsresultate anhand von Wuerfeln bestimmen konnte.
Die Frage ob bzw. das es Mainstream war, war mir dabei recht egal.

Hinsichtlich der Erfahrungen mit der Runde von 10 Spielern.
Also meine Vermutung waere gewesen das es nicht nur an unterschiedlichen Spielertypen lag, sondern schlicht an der Masse von Spielern. Zehn Leite zu organisieren, in einem Spiel das man bis dahin nicht kennt ... sofern es nicht online ist wuerde ich mir das nicht einmal in Systemen die ich kenne zu trauen.

Aus der Erfahrung mit Online Gruppen, denke ich gibt es unterschiedliche "Spielertypen". In " weil die Grenzen nicht absolut sind, fliessend und subjektiv.

Es gibt dort New Age Spieler.
Ich wuerde es als die freundliche vitalbenachteiligte Person von nebenan beschreiben. Die Charaktere sind nett, leiden vielleicht ein wenig, aber halt nett und sie erwarten auch das die anderen nett sind.

Es gibt dort die Abenteuer Spieler.
Eigentlich wuerden sie einen rechtschaffenden guten Palladin spielen der aus zieht das boese zu bekaempfen. Gerne auch mit dem Kumpel-Magier, dem Dieb und dem Barden. Weil es aber Vampire ist, ist es halt ein guter Brujah, mit seinem Tremere, Ravnos und Toreador in der Gruppe. Ja es gibt Menschlichkeit, aber wenn man einen von den Boesen (tm) erlegt waere es doch fies drauf zu werfen.

Es gibt da die Charakter Spieler.
Die moegen ihren Charakter, und das er leidet, wollen aber nicht das er umkommt. Also sitzen sie im Elysium - da ist es sicher - und fuehren Gespraeche ueber ihr Leiden.

Es gibt die Intrigen Spieler.
Die gerne, lang und breit Intrigen vorbereiten, spinnen und dabei nutzen was ihnen gegeben ist. Oftmals hat der Charakter, wenn ueberhaupt, kaum Menschlichkeit und agiert als unmenschlicher Marionetten Spieler im Hintergrund.

Es gibt Kampf orientierte Spieler.
Die gerne mal probieren was passiert wenn ihre Charaktere physisch oder psyschich mit etwas oder jemanden aneinander geraten.

Bei all den unterschiedlichen Spielern kann es dazu kommen das verschiedene Vorstellungen vom Machtniveau vorherrschen. Das heisst wie maechtig ein Start Charakter sein sollte oder die Auslegung von Regeln.
Bei all denen kann es dazu kommen das Grenzen ueberschritten werden, sei es in der Darstellung von Gewalt oder sei es in der Darstellung von sexuellen Handlungen.
Es sagt auch noch nicht woraus die betreffenden den Grusel bzw. Horror ziehen welche das System verspricht.


So wie das Beispiel mit dem Tzimisce beschrieben ist, kann ich noch nicht erkennen wo der Fehler desselben lag. Wenn nun nicht vorher abgesprochen war das es vielleicht alles frisch gespatete Ex-Menschen waren.
Nur weil er die aeusserliche Form des Horrors direkt thematisiert heisst das doch nicht das er das Drama, den psyschologischen Horror, die moralischen Konflikte oder Tragik ausblendet.

Hinsichtlich der Einstellung zum Menschen seitens des Vampirs.
Also im Sabbat wird es den Beteiligten abtrainiert in Menschen etwas anderes als "Essen" zu sehen.
Nun und als normaler Spieler faende ich es gut wenn es dem Spieler selbst ueberlassen wird zur welcher Haltung sein Charakter aus welchen Gruenden gekommen ist. Schliesslich spielt man einen fiktiven Charakter und nicht "sich selbst mit Faengen".


Wegen der Tischrunde, also die Tischrunde die ich nun fand hat sich so ergeben, bin selbst noch gespannt wie die spielen werden. (Kenne zwei der Spieler aus einer alten Online-Runde)
Was Online Chroniken angeht achtet man aber normalerweise darauf das neue Spieler zu einem passen. Also das man z.B. die Spieler von True Brujah oder welche die mit Charboegen ankommen die jenseits der 500 EP gesteigert sind, an passendere Gruppen empfiehlt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 13:47
@Tuempelritter:
Ich glaube schon das V:tM die Spielvorlieben durchaus bedient.
Im Rahmen was seinerzeit moeglich bzw. so an RPG Zeug erfunden war sogar recht gut.

Man kann mit VtM problemlos kompetente Charaktere spielen, die grossartige Kaempfe beziehungsweise Herrausforderungen erfahren und dennoch immer etwas Crunch zum ausbauen finden.

Man kann damit vertrackte Geschichten gestalten, Intrigen, Buendnisse und mit duesteren Geheimnisse. Man kriegt Material dazu und Abenteuer enthalten da sogar teilweise mehrseitige R-Maps.

Man kann sich auf den Charakter konzentrieren und betrachten wie es in ihm und den Kampf um seine Seele aussieht.

Man kann auch die kompletten Underdogs spielen die sich in einer Welt der Dunkelheit beweisen und durchkaempfen muessen.


Man muss diese Aspekte nicht mal unbedingt getrennt halten. Auch wenn es sich ggf. lohnt vorher zu erwaehnen welchen Punkt man mit welcher Intensitaet behandeln moechte bzw. worauf es gilt sich zu konzentrieren.

Imho ist es moeglich Situationen zu gestalten welche kompetente Charaktere fordern und imho fordert oder braucht VtM keine Spielleiterwillkuer fuer eine Geschichte - und empfiehlt es auch nicht (Genauso wenig wie uebermaechtige NSCs).
Imho standen die Regeln, gerade sowas wie die Goldene Regeln den Story- und Charakter Spielern nicht im weg rum. Und lieferten mit Willenskraft, Tugenden, Menschlichkeit sowie Wesen und Verhalten durchaus anreize.

Auch wenn das Kampfsystem sperrig ist, man kann damit spannende Kaempfe haben oder spannende Situationen zumindest rumbringen. ^^ [Ohne Nostalgie]


Naja und das es heute nicht mehr das gelbste vom Ei ist... Es ist ja auch 20 bis 10 Jahre alt.
Man konnte ja damals nicht schon alles erfinden. (und deswegen gibt es nu auch eine regelmechanisch ueberarbeitete Edition)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: El God am 1.08.2011 | 13:49
20 Jahre alt? Na und? Vorher gabs auch Spiele, die genau das lieferten, was sie versprachen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 13:56
Die haben aber nicht versucht ein (Vampire) Spiel zu liefern das crunchig, gamistisch und erzaehlerisch zu gleich ist.
Und imho hat VtM seine Vesprechen von damals, fuer die Zeit, durchaus nicht schlecht bedient.

Ich mein, auch wenn die Gruppen sich vielleicht nicht leiden koennen, aber man hat doch VtM Gruppen die gluecklich auf hohen Powerniveau daher rocken, VtM Gruppen die gluecklich ein Intrigenspiel machen, VtM Gruppen die sich im Leid ihrer Charaktere waelzen, VtM Gruppen die gluecklich der Geschichte folgen etc. etc. pp.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 13:57
Zitat
Vorher gabs auch Spiele, die genau das lieferten, was sie versprachen.
Naja, aber nur weil sie sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner (D&D-style) konzentriert haben. Es gab auch viele, welche damit einfach am Thema vorbeigeschlittert sind (V&V, MERS, die Lizenzversuche von WEG, das alte James Bond RPG u.v.m.).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 14:30
@Teylen:

Keine Frage, das kann man alles machen - aber das ist auch mit jedem anderen Rollenspiel aus dieser Zeit möglich gewesen, teilweise sogar einfacher und besser. Einzig die R-Maps waren damals etwas für mich im Rollenspielkontext neues, die kannte ich nur aus dem Sozialkundeunterricht. Auch andere Rollenspiele haben unterschiedliche Spielstile angesprochen. D&D hat ja mit Storyabenteuern in den 80ern angefangen (Dragonlance), Warhammer die Enemy Within geliefert etc.

Trotzdem sind bei V:tM einige Phänomene zu beobachten, die in dieser ausgeprägten Form bei anderen Rollenspielen nach meinem Eindruck nicht auftraten (und noch immer auftreten):

Spielleiterwillkür (Golden Rule, Würfeldrehen usw.) kommt sicherlich auch in D&D-, Midgard-, Warhammer-, Traveller-, TORG- Earthdawn- oder Shadowrunrunden usw. vor. In dem Ausmaß habe ich (als nicht DSA-Spieler) es aber nur bei V:tM oder stark von V:tM geprägten "Meistern" erlebt - und ich scheine da nicht der einzige zu sein, der sowas beobachtet hat.

Auch Storyfixierung (auf eine SL-generierte Geschichte) - etwas, wovon ich selbst noch nicht 100%ig kuriert bin - habe ich bei anderen Rollenspielen nicht im gleichen Ausmaß erlebt. Natürlich hat ED auch storyorientierte Abenteuer mit expliziten Anleitungen zum "Troubleshooting", wenn die Spieler sich aus dem Handlungsrahmen entfernen wollen - aber ich habe es nie so stark erzwungen erlebt wie bei V:tM, und ich bin wieder nicht der einzige.

Es kann doch kein Zufall sein, dass bestimmte Spielvorlieben bei V:tM (und DSA, vielleicht noch CoC) am Stärksten ausgeprägt sind.

Was das Alter des Spieles angeht: mich wundert nicht so sehr, dass damals Leute V:tM für das Beste seit geschnitten Brot hielten. Mich wundert, dass heute noch Leute V:tM verehren, als gäbe es keine anderen Spiele. Mich wundert, dass auch heute noch Leute glauben, V:tM habe den richtigen, allein seligmachenden Spielstil erfunden (und dieser sei eben SL-Storytelling und nur mit V:tM zu verwirklichen). Und manchmal wundere ich mich, wie V:tM-Fans verdrängen können, was V:tM nicht geleistet hat.

Und ehrlich gesagt wundere ich mich auch, warum auch heute noch viele V:tM-Fans bei diesem Hintergrund und diesem Regelsystem überrascht sind, dass da Gewaltorgien vorkommen und eine Menge Powergamer mitspielen wollen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 1.08.2011 | 14:34
@Tümpelritter:
Gilt bei mir für 1st, 2nd und 3rd Edition - knapp nach erscheinen der letzten hab ich dann jedoch VtM Goodbye gesagt.


Spielleiterwillkür (Golden Rule, Würfeldrehen usw.)  & Storyfixierung

sorry dann hast Du imho wirklich 'ne schlechte Erfahrung hinter Dir. Wobei Würfeldrehen wohl oft zum Vorteil der Spieler sein dürfte, wenn der ST/SL etwas auf sich hält (okay die Diskussion mag ich hier aber gar nicht führen)

Storyfixierung hab ich durch das Storytelling Konzept absolut gegenteilig erlebt. Das erste Mal, dass die Spieler mehr von Spielleiterseite einfließen lassen konnten. Tolle Sache, die mich in zwei Runden unabhängig sehr begeistert haben.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 15:03
Was das Alter des Spieles angeht: mich wundert nicht so sehr, dass damals Leute V:tM für das Beste seit geschnitten Brot hielten. Mich wundert, dass heute noch Leute V:tM verehren, als gäbe es keine anderen Spiele. Mich wundert, dass auch heute noch Leute glauben, V:tM habe den richtigen, allein seligmachenden Spielstil erfunden (und dieser sei eben SL-Storytelling und nur mit V:tM zu verwirklichen). Und manchmal wundere ich mich, wie V:tM-Fans verdrängen können, was V:tM nicht geleistet hat.
Ersetzte V:tM durch D&D, DSA oder ein beliebiges anderes System.

Aus heutiger Sicht mag es einige Mängel geben (wie bei jedem anderen System), trotzdem war Vampire ungeheuer einflussreich und stilbildend. Das Regelwerk ist immer noch ein Musterbeispiel, für klare Strukturierung und Vermittlung des Konzeptes Rollenspiel.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 15:07
Ich zweifele daran das andere Systeme das was VtM konnte beziehungsweise wollte ebenfalls wollten und gar besser ermoeglichten.

Aus Neugier, hinsichtlich der Storyfixierung von VtM, kannst du dort Beispiel fuer entsprechend fixierte Abenteuer angeben?
Wie geschrieben, ich bin fast ruecklings vom Stuhl gekippt als ich ein Abenteuer aufschlug und dort eine Beziehungsmappe fuer die NSCs fand. Auch ist das Grundregelwerk eher dahingehend geschrieben das dem SL nahegelegt wird mit den Spielern zu arbeiten und sie eben nicht in eine gegebene Geschichte zwingen zu wollen.

Ansonsten halte ich Spielleiterwillkuer, abseits der goldenen Regel, sowie die Fixierung fuer eher subjektive Erfahrungen die dadurch verstaerkt werden das das System extrem populaer war und immernoch beliebt ist.

Aehnliches hat doch zum Problem mit dem Hack und Slay gefuehrt. Es gab und gibt vermutlich jede Menge spannende, gut aufgebaute Dungeons, die Spass bereiten und ein viel faeltiges Spiel ermoeglichen. Weil aber einige dann, gerade in Phasen des Runs, Erfahrungen mit negativen Dungeon Crawls sammeln heisst es dann auf einmal D&D sei schlecht und wuerde zu dem negativ Erlebnis fuehren. Das man die dann an DS verweist, obwohl DS das selbe in gruen macht [nur ohne Run, Hype der auch schlechtes vorbringt].

Zitat
Es kann doch kein Zufall sein, dass bestimmte Spielvorlieben bei V:tM (und DSA, vielleicht noch CoC) am Stärksten ausgeprägt sind.
Ich denke das man sie auch bei anderen Spielen aehnlich stark ausgepraegt sieht.
Was dann der Grund fuer die Retro-Welle als Reaktion auf die Indie-Welle war. (Irgendwann schlaegt es vermutlich wieder um)


Zitat
Was das Alter des Spieles angeht: mich wundert nicht so sehr, dass damals Leute V:tM für das Beste seit geschnitten Brot hielten. Mich wundert, dass heute noch Leute V:tM verehren, als gäbe es keine anderen Spiele. Mich wundert, dass auch heute noch Leute glauben, V:tM habe den richtigen, allein seligmachenden Spielstil erfunden (und dieser sei eben SL-Storytelling und nur mit V:tM zu verwirklichen). Und manchmal wundere ich mich, wie V:tM-Fans verdrängen können, was V:tM nicht geleistet hat.
V:tM-Fans wissen was das Spiel, unter ihrer Praemisse, zu leisten im Stande ist.
Es ist ja nicht so das man sich nur an die Zeit erinnert an der V:tM etwas geleistet hat.
V:tM wird von den Fans aktiv noch gebraucht. Das heisst es leistet die Anforderungen. Fuer die Fans auch effektiv.

Es hat damals einem Ideen gebracht die neu waren.
Man konnte es spielen.
Man kann es heute noch.

Naja, und wer 20 Jahre ein System speilt, den macht es halt wohl etwas selig. Beziehungsweise der mag seinen Spielstil.
[Selbst wenn dann wer quickt "Die Schweizer haben's erfunden", fuer den Spieler hat es WW erfunden, als er es das erste mal im VtM GRW fand]

Zitat
Und ehrlich gesagt wundere ich mich auch, warum auch heute noch viele V:tM-Fans bei diesem Hintergrund und diesem Regelsystem überrascht sind, dass da Gewaltorgien vorkommen und eine Menge Powergamer mitspielen wollen.
Ich finde das, gemessen an der Bandbreite was V:tM leistet, relativ natuerlich.
Welches System kann schon behaupten das sich Gamisten (wegen des massiven Crunch), Storyteller (wegen der coolen Storymoeglichkeiten) und Charakterspîeler (wegen des innerlichen DRAMA) gleichzeitig drauf werfen?
Naja, und dafuer klappt es imho recht gut.


Hinsichtlich der "Gewaltorgien".
Also ich halte es einerseits nicht fuer ein V:tM spezifisches Problem. Da kann man mit jedem Setting reintappen - zumindest mir ist es bei HEX passiert.
Allenfalls das es sich vermutlich noch verstaerkt wenn ein Setting den Themenbereich Horror umfasst.
Da hilft normalerweise wenn man vorher drueber redet wo so die Ekel / Gewaltgrenze liegt und wie man nun die Menschlichkeit handhabt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Skele-Surtur am 1.08.2011 | 15:13
Nu, ich spiele ja inzwischen Vampire, bin da irgendwie reingerutscht und ich spiele es, wie ich jedes andere Rollenspiel auch spiele: Ich bau mir einen Charakter, der mir gefällt und zieh ihn so durch, wie ich glaube, dass er sich in dem spezifischen Setting verhalten würde. Und ich spiele nicht pvp, wenn ich nicht dazu gezwungen werde. Und ich sehe generell von übertriebenen Grausamkeiten ab, weil die mir generell keinen Spaß machen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 1.08.2011 | 15:17
Was genau sind übertriebene Grausamkeiten? Für eine Sabbatrunde und dabei noch einen der Tschi...-Chi...-äh na die Foltertruppe halt - ist es irgendwie ein interessantes Gegenstück und stimmungsförderndes Element in meinen Augen. Man(n) muss es ja nicht unbedingt übertreiben, aber die Perversität des Sabbats stellt für mich ein stimmungsintensives Element dar.


Edit(h): Habt ihr eigentlich schon 'mal Backgroundstories wie Eternal Hearts gelesen? Die Grundinspiration und Herangehensweise von VtM war ziemlich hart(bzw. Hardcore) in allen Richtungen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Scimi am 1.08.2011 | 15:18
Es kann doch kein Zufall sein, dass bestimmte Spielvorlieben bei V:tM (und DSA, vielleicht noch CoC) am Stärksten ausgeprägt sind.

Naja, das waren eher ziemlich verbreitete Systeme, die es auch z.B. im normalen Buchhandel zu bekommen gab und damit für viele der Einstieg und auch die Endstation für Rollenspiel. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein großer Teil der Spieler sich da vielleicht nicht so weit entwickelt hat wie z.B. ein Spieler weniger verbreiteten Spielen, der sehr wahrscheinlich schon verschiedene Spiele ausprobiert hat, um an ein eher exotisches Spiel gekommen zu sein, dass es nur im gut sortierten Fachhandel gab.

Mir ist noch nie ein Rollenspieler begegnet, der nur ausschließlich ein System kennt und mit dem ich mich gut verstanden hätte.

Aus Neugier, hinsichtlich der Storyfixierung von VtM, kannst du dort Beispiel fuer entsprechend fixierte Abenteuer angeben?
Wie geschrieben, ich bin fast ruecklings vom Stuhl gekippt als ich ein Abenteuer aufschlug und dort eine Beziehungsmappe fuer die NSCs fand. Auch ist das Grundregelwerk eher dahingehend geschrieben das dem SL nahegelegt wird mit den Spielern zu arbeiten und sie eben nicht in eine gegebene Geschichte zwingen zu wollen.

Fast alle Metaplotabenteuer sind aus meiner Sicht unspielbar. Es gibt unfassbar viele Szenen, in denen mächtige NSC aneinandergeraten, während die SCs manchmal würfeln dürfen, ob sie sterben oder nicht. Giovanni Chronicles, Transsylvania Chronicles, Nights of the Prophecy... Ich war als begeisterter DSA-Meister ja schon viel gewohnt, aber als ich den Kram gelesen habe, dachte ich bei mir: "Wie soll man sowas spielen? Wie soll ich sowas leiten?".
Andere Abenteuer wie "Under a Blood Red Moon" für W:tA hingegen fand ich sehr angenehm und durchdacht.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 15:22
Ich fand den Großteil der Nights of Prophecy-Abenteuer (bis auf den Baba Yaga-Railroad) eigentlich ganz gelungen, genau wie TC1 (die späteren Bände bauen leider immer weiter ab).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Skele-Surtur am 1.08.2011 | 15:23
Was genau sind übertriebene Grausamkeiten? Für eine Sabbatrunde und dabei noch einen der Tschi...-Chi...-äh na die Foltertruppe halt - ist es irgendwie ein interessantes Gegenstück und stimmungsförderndes Element in meinen Augen. Man(n) muss es ja nicht unbedingt übertreiben, aber die Perversität des Sabbats stellt für mich ein stimmungsintensives Element dar.
ICH spiele nichts grausames. Punkt. Es macht MIR keinen Spaß. Das ist was für Gegner, die ich hauen darf, ob es jetzt Vampire, Orks oder Außerirdische sind, ob ich D&D, Vampire oder DFRPG spiele, völlig egal. Ich bin vielleicht mal ein gemeiner Kerl, der lügt, betrügt und andere Leute in die Scheiße reitet, aber ich schneide niemandem bei lebendigem Leib das Herz raus, verspeise keine kleinen Kinder und ziehe auch niemandem die Haut ab um danach Salz einzureiben und wenn ich es doch mal täte, dann würde ich es nicht im Detail ausspielen. Ganz einfach, weil es MIR keinen Spaß macht. Und das hat nichts mit Vampire oder WoD zu tun, das ist ganz grundsätzlich.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 15:28
Was genau sind übertriebene Grausamkeiten? Für eine Sabbatrunde und dabei noch einen der Tschi...-Chi...-äh na die Foltertruppe halt - ist es irgendwie ein interessantes Gegenstück und stimmungsförderndes Element in meinen Augen. Man(n) muss es ja nicht unbedingt übertreiben, aber die Perversität des Sabbats stellt für mich ein stimmungsintensives Element dar.

Es hat auch damit zu tun, wie detailliert die Grausamkeiten beschrieben werden (das Sabbathandbuch hatte glaube ich einen Absatz darüber, was den Unterschied zwischen einer FSK16- und einer FSK18-Beschreibung ausmacht).

Will man gar keine Grausamkeit, dann sollte man entsprechende Charakterkonzepte von vorneherein nicht zulassen. Punkt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 15:34
Was genau sind übertriebene Grausamkeiten?
Ich denke, im Rahmen des Threads, das was die Toleranzgrenze des Spielers uebersteigt.

Das heisst wenn jemanden, ist nicht so boes gemeint wie es vielleicht klingt, nicht aufgefallen ist welche Gewalt in z.B. Interview mit einem Vampir ausgeuebt wird, kann es schockierend bis abstossend sein mit einer solchen Szene Inplay, ggf. ohne die dramatische Involvierung konfrontriert zu werden.

Wenn Beispielsweise, als unblutige Szene, beschrieben wuerde wie Claudia zwei Jungen sucht, minderjaehrig, wehrlos, hilflos, unschuldige Optik und deutlich ohne ein Zeichen des Mitgefuehl den beiden Kindern gegenueber, sie vergiftet, der Todeskampf beschrieben wird, Claudia sie in's Wohnzimmer schleift und so drapiert das sie friedlich aussehen. Und wie ihr Blut in den leblosen Koerpern noch etwas warm ist.
Ich vermute das man damit, bei einigen Spielern, die Grenze der Grausamkeit, schon arg weit ueber springt.

Nun oder wenn man als SL ein Pest Opfer beschreibt, und dem Vampir Spieler faellt nichts besseres ein als eine Tanzszene, mit anzueglichen Kommentaren der Leiche gegenueber zu beschreiben, wo er durchblicken laesst das  es den Charakter nicht kuemmert das es ein Mensch und gar eine Mutter war.


Naja und das sind dann noch nichtmal die blutig-grausamen Szenen wie dort wo die Vampire gemeinsam das Opfer aus der Oper auf der Buehne auffressen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 1.08.2011 | 15:36
Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich finde den Tonfall gegenüber denen, die nun nicht einen bestimmten Spielstil pflegen, beziehungsweise bestimmte Elemente in ihrem haben, schon ziemlich aggressiv beziehungsweise herablassend.
Woher kommt das? Ist das Absicht? Muss das sein? Was soll es erreichen?

Nun ich habe das Gefuehl das ein bestimmtes Spielverhalten als "Mosher" mehr oder weniger beschimpft wird.
Das man dann nicht bei der Bezeichnung bleibt sondern es als vulgaer bezeichnet wird, die Spieler als ruecksichtslos dargestellt werden, die Behauptung kommt das diese mutwillig kostbares Potential brach liegen lassen, es klingt durch das man meint das den Spielern der Intellekt fehle um die Tiefe zu erfassen, das eine Sensibilitaet fehlt, Respekt vor Themen, das sie "stillos und billig" agieren beziehungsweise spielen.

Das ist nur der erste Beitrag.
Auch in spaeteren klingt durch das die "Mosher" eine (spaet) pubertierende Pest sind mit dem Intellekt eines sabbernden Nerds. Haessliche superhereos-with-fangs Spieler die schlimmer sind als jeder gamistische SR-Spieler. Verkappte Sadisten, Masochisten und ueberhaupt Goth-Kiddies. Kurz gesagt, asoziales Pack.

Also ich wuesste nun nicht wie man innerhalb der Forenregeln noch herablassender werden koennte.

Dazu haben zwischenzeitlich hier ja nun auch einige andere Zutreffendes geschrieben, da du mich ursprünglich meintest, schreibe ich aber auch noch was dazu:
Zuallererst hat die von mir kritisierte Spielweise sogar mit Sicherheit nichts mit dem Intellekt zu tun. Wäre das der Fall, könnte man sich jedwede Diskussion sowieso von vornherein sparen. Außerdem spielt man in der Regel nicht mit Leuten, die man für dämlich hält - wer da wirklich auf welchem Parkett sitzt, wäre wieder eine andere Frage. Oder anders: Nein, ich halte meine Mitspieler ganz sicher nicht für dumm!
Tatsächlich würde es die Frage nach dem Spielverständnis aber durchaus erleichtern, es so zu sehen. Es wäre doch viel simpler zu sagen: Ach, die sind halt alle doof - und sich einen neuen Spielplatz zu suchen.
Ich denke nicht, dass sich das Problem darauf reduzieren lässt.

Der Kernpunkt ist für mich vielmehr der, dass ich im Gegenteil den meisten durchaus zutraue, dem Spiel Tiefe zu verleihen und das gegebene Potenzial (ich beziehe mich da jetzt einfach mal grob auf youth nabbed as snipers genannte Möglichkeiten, weil ich die ganz gut zusammen gefasst finde) komplett auszuschöpfen. ABER dennoch werden diese Optionen offenbar nicht genutzt und da frage ich mich a) warum das so ist und b) warum (meiner Erfahrung nach) in erster Linie Vampire offenbar DAS System ist (innerhalb und außerhalb der oWoD), bei dem es eben nicht funktioniert.

Ich finde es völlig okay, dass es unterschiedliche Spielstile gibt. Für mich persönlich kann ich dieses Geifern nach Sinnlosbrutalität nicht nachvollziehen und ja, darum finde ich sie primitiv und vulgär. Was da befriedigt wird, sind irgendwelche persönlichen Untiefen, sind irgendwelche unkultivierten, niederen Instinkte, ist irgendwas archaisches, und damit ist es für mich eben genau das: primitiv und vulgär. Nichts anderes bezeichnet das. Was soll es sonst sein?
Sicherlich kann man so spielen, indem man heranzieht, Basis des Spiels sei eben, dass man kein Mensch mehr sei, sondern nach und nach vom Tier in sich übernommen würde und sich zu einem Monster entwickele.
Ich verstehe allerdings diesen offenbar bestehenden Konsens bei Vampire (weil ich keine Gegenbeispiele kenne) nicht, weil ich einerseits finde, dass dadurch eben andere Themen und Stimmungen ausgeblendet werden (bereits angesprochener innerer Konflikt, der Prozess der Wandlung an sich etc.), und weil ich andererseits denke, dass andere Systeme (der WoD) durchaus grundsätzlicher geeigneter wären, um sich auf eine archaisch-primitive Ebene zu begeben.

Die einzig persönliche Wertung in all dem ist für mich die, dass ich eben beschriebenen Spielstil für mich durchaus seine Existenzberechtigung hat, dass ich aber genauso sicher weiß, dass das nicht mein Fokus in Rollenspielen ist. Ich will so nicht spielen. Punkt.
Und damit sind wir dann wieder bei der Ausgangsfrage.
Denn einmal stellt sich die Frage, ob es für jemanden mit meinem Spielverständnis/meinen Erwartungen überhaupt sinnvoll ist, es mit dem System noch mal oder weiterhin zu versuchen, wie weit verbreitet die Dinge, die mich halt stören, eben tatsächlich allgemeingültig zu sein scheinen in Bezug auf Vampire oder doch nur auf viel Pech über einen recht langen Zeitraum, und zum anderen ist die Frage für mich natürlich auch quasi persönlich und vorausschauend gemeint, um die Wahrscheinlichkeiten in der derzeitigen Runde (dass man grundsätzlich miteinander reden sollte, ist eh klar) abschätzen zu können.

Actionzentriert aufs "Moshen" von Sterblichen mit coolen Super-Powers.
Storyzentriert auf Auspielen von Intrigen übermächtiger NSCs.
Charakterzentriert aufs Ausspielen des eigenen Konflikts mit der Bestie und harten Entscheidungen.
(...)
Von den Regeln her halte ich V:tM für völlig ungeeignet zum Spielen (Stand wie gesagt auf 2. Edition, 3e kann einiges verbessert haben). Man könnte mit besseren, fokussierteren Regeln das Setting vielleicht noch fürs Rollenspiel erschließen, aber da stellt sich die Frage: wozu, wenn es schon so viele Urban Myth RSPs gibt und mit V:tR zumindest ein mir bekanntes auf Vampire zentriertes Rollenspiel vorliegt?

Die drei Punkte finde ich sehr gut zusammengefasst. Würde ich auch so einteilen, wobei mein Verständnis da eher bei starker 3) gemixt mit 2) liegt und ich eben fast ausschließlich 1) vorfinde.

Warum ungeeignet, hast du ja später noch detaillierter ausgeführt. Was mich am Rande interessieren würde: Was sind denn Horror- und/oder Vampir-Rollenspiele mit besserer Spielmechanik aus deiner Sicht?

Sagt nichts über die Spiele an sich aus, zumindest nicht unmittelbar.

Ich habe den Anschein, dass in dir noch ein kleiner Funke Hoffnung keimt, dass deine Vorstellung vom Spiel irgendwie möglich ist, dass du das Potential des Hintergrunds siehst und einfach mal willst, dass es vernünftig umgesetzt wird - und das gibt es, es ist nur nicht sehr weit verbreitet.
(...)
Die Alternative siehst du im Beitrag von Chrischie: Pauschalablehnung. (...) Meiner Meinung nach wirst du dann allerdings nur rausfinden, dass es bei diesen neuen und vermeintlich besseren Systemen (siehe nWoD) die gleichen Schwierigkeiten, die gleichen Deppen und die gleichen Fallen gibt, oder andere, die gleich schwer wiegen ;)

Grundsätzlich bin ich auch der Ansicht, dass ein Spiel immer (wieder) das ist, was man daraus macht, ja, und sicher habe ich noch Hoffnung.  :)

Es ist aber ja nicht so, dass ich gerade mit Vampire neu ins Hobby eingestiegen wäre. Ich hab durchaus schon so einige Systeme gespielt, auch längerfristig, und rausgefunden habe ich dabei tatsächlich, dass es leichter ist, mit unbekannten Spielern System XYZ zu spielen, ob nun Con, privat, sonstiger Rahmen, als genau das mit Vampire umzusetzen, ohne dass Welten aufeinanderprallen und irgendwer schlecht gelaunt nach Hause geht (ob nun während des Spiels oder danach sei mal dahin gestellt).
Da es schon genannt wurde: Ich spiele zum Beispiel sehr gerne Shadowrun. Wegen der bestehenden Vorurteile (auch die tauchen hier ja am Rande auf) hab ich mich lange gewehrt, es zu versuchen, weil ich es für Zeitverschwendung hielt, aber nein, ich spiele es tatsächlich gerne. Das habe ich auch schon in zig verschiedenen Spielerkonstellationen als One-Shot und in drei Runden langfristig gespielt - und es gab in den Jahren genau einmal eine Grenzüberschreitung, die aber nicht mal auf ein generell anderes Spielverständnis zurückzuführen gewesen ist.
Solche Sachen, wie ich sie bei Vampire jedes Mal wieder erlebe, sind bei Shadowrun - also bei dem coolen Cyberpunk-Spiel mit den dicken Wummen und Aufträgen von Runnern als Kanonenfutter über Piraterie bis hin zum Wetwork - noch NIE vorgekommen.
Ich finde das ... seltsam.

Die Regeln (kewl powarz) sprechen einen anderen Spielstil an als die Packungsbeilage (persönlicher Horror) und wiederum anders als das Setting an sich (Über-NSCs, Intrigen).

Ja, klingt logisch für mich als eine mögliche Erklärung.

Noch mal an Teylen:
Hey, Vampire dürfen rocken! Ob nun Heldenrollenspiel oder degenativ ausgelegtes System, mal im Ernst: Irgendwann, irgendwo will man schon, dass der gespielte Charakter irgendwas Cooles gemacht hat, irgendwas Nachhaltiges erreicht hat, irgendwo auch einen Zuwachs bekommen hat oder so etwas, oder?
Nur: Warum muss es bei Vampire offenbar vornehmlich die Mosher-Schiene sein, auf der man das zu erreichen versucht?

Und weil du sie noch ins Rennen geschickt hast: Wir sind uns aber schon einig, dass der Stil von Anne Rice und von Poppy Z. Brite ein sehr unterschiedlicher ist?

Ich verstehe den Eingangspost anders.

Weiß nicht, ob die Regel Unterschiede so gewaltig sind?

Ja, der Eingangsbeitrag war auch offen gehalten. Dennoch erscheint mir die Diskrepanz zwischen Verpackung und Inhalt als eine der möglichen Erklärungen für das Grundproblem.

Was den zweiten Teil deines Zitats bzw. deiner Antwort betrifft: Genau das ist es eben, was ich nicht begreife - warum funktionieren WoD-Systeme, nur bei Vampire steigt die Wahrscheinlichkeit zum "Griff ins Klo" so extrem?
Gut, ich bin bekanntlich nicht die regelfesteste Kerze auf der Torte, von daher mag der Teufel hier im Detail stecken (z.B. immer mehr, immer coolere, immer irgendwas Fähigkeiten via Zusatzbüchern oder so), das vermag ich nicht zu beurteilen.

Zu Werwolf und Dämonen (das, schon allein wegen der zeitlichen Nähe der Veröffentlichung zu Time of Judgement auch nicht gerade Massen an Spielern anzieht) hatte ich schon was geschrieben im Vergleich.
Mumien schließt den Spielstil, den ich bei Vampire vorfinde, im Grunde von vornherein aus, weil das Zentrale das Spiels das Gleichgewicht ist.

Wraith ist aus meiner Sicht das Horrorspiel der oWoD - und genau deswegen extrem schwer zu spielen, zu leiten, umzusetzen und als One-Shot und mit fremden Spielern kaum möglich, behaupte ich. Davon auch nur einen Hauch mehr bei Vampire, da wäre ich wohl schon glücklich.

Changeling hat aus meiner Sicht ein vielleicht sogar vergleichbares Problem wie Vampire, finde ich. Hier ist es im Gegenteil so, dass sich vornehmlich Leute am Tisch oder sonstwo versammeln, die eben Bock auf lustige, bunte, kreative Feen haben, die dann auch noch platt in schwarz und weiß, gut und böse, seelie und unseelie eingeteilt werden. Da orientiert sich also die Spielerwartung auch ganz stark an der Verpackung, fällt mir gerade mal so auf.
Ich habe es noch nie geschafft, eine Changelingrunde zu leiten, in der ich transportieren konnte, was ich transportieren wollte - weil die Spieler auf Grund anderer Erwartungen auf dem Ohr im Grunde von vornherein taub waren bzw. der Stil auf andere Weise nicht kompatibel war (und natürlich zieh ich mir da auch einen Schuh von zweien ganz alleine an; ich hab schließlich geleitet). Ich habe auch noch nie Zitate oder Zusammenfassungen aus einer Changelingrunde gelesen oder gehört, die sich nicht im Groben auf das Bunt-Niedliche reduzieren lassen. Und ich bin noch nie real oder in einem anderen Umfeld als einem Changelingforum oder so jemandem begegnet, dessen Auffassung von seelie und unseelie nicht gleichbedeutend war mit gut und böse.
Fakt ist, dass ich wirklich nur eine einzige Person kenne, die das Spiel anders versteht, anders angeht, anders leitet (auch wenn all das sich tatsächlich aus den Quellenbüchern ergibt) und woher wiederum mein gesamtes Spielverständnis resultiert - und ich kenne nur einen einzigen Spieler, bei dem es ähnlich ist, und der witzigerweise wiederum einen engen Bezug zu eben benannter SL hatte, was sein Spielverständnis betrifft.
Daraus folgt, dass Vampire da doch nicht so allein zu sein scheint, was die Diskrepanz zwischen Verpackung, Inhalt und verbreitetem Spielstil betrifft.
Also doch eher ein "Opfer" der WoD-Regeln, ihrer Beschreibungen oder Machart?
Hm. Interessant.

Für mich klingt es aber so, als würdest Du die Subtilität der Vampire als wichtig(st)es Merkmal sehen - die Intrigenspinnerei als Beiwerk, aber die Tragödie des ewigen Lebens und der Kampf gegen das Monster als das sehen was es spielenswert macht. Aus heutiger Sicht würde ich Dir zu 80% zustimmen, auch wenn ich als Spieler auch gerne mal "ein wenig Action" sehe.

Sehr wichtiges Merkmal, schon. Mit den 80% bin ich da sehr einverstanden, denn "ein wenig Action" mag ich durchaus auch. Gerne auch ein wenig mehr ... aber ... plausibel.


Ich schick den Beitrag jetzt erst mal ab und tippe danach weiter. Kommt ein bisschen viel zusammen.  ;D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 1.08.2011 | 15:43
Ich geh jetzt nur auf Tümpelritter ein:

@ Sol Invictus:

Hab da kein Problem mit, bin das von V:tM-Entusiasten gewöhnt (und es ja auch irgendwie fast provoziert, wenn man den Satz aus der vorangegangenen Erklärung herauszieht).

Die Formulierung wurde aus ihrem vorhergehenden Kontext gezogen, weil sie so, wie sie da stand, ganz gut die Meinung einiger anderer Forenschreiberlinge widerspiegelte, die ich im Laufe der letzten Jahre "getroffen" habe.

Ich bin im Übrigen kein VtM-Enthusiast, aber danke für die Unterstellung und die induzierte Diffarmierung.

Zitat
Dass V:tM nur Deppen anzieht, ist erstmal deine Interpretation, das habe ich so nicht gesagt und nicht gemeint. Genau geschrieben habe ich, dass V:tm verspricht, drei sehr unterschiedliche Spielvorlieben zu bedienen:

Richtig, das bezog sich ja auch auf die Threaderstellerin, vielleicht habe ich das nicht ausdrücklich genug gesagt, was gut sein kann. Aber auch in diesem Fall wars natürlich meine Interpretation ihrer Worte, da ich sie so verstanden habe (und wohl nicht nur ich).

Zitat
Weiterhin habe ich behauptet, dass die Regeln (und übrigens mMn auch die Abenteuer) keins der Versprechen gut erfüllen, und schon gar nicht alle drei gleichzeitig. Deswegen arrangiert man sich irgendwie damit.

Dann sagte ich, dass andere Regelsysteme, die auf ihre Ziele hin besser durchdacht sind, da mehr leisten können. Unterhaltsame, spannende Kämpfe mit V:tM zu entwerfen war mir immer ein Graus. AD&D leistete da für mich mehr, wie auch fast jedes andere Rollenspiel. Storys liefen bei V:tm nur mit Spielleiterwillkür - fast jedes andere Rollenspiel leistete für mich da mehr. Charakterspiel funktioniert nach meiner Meinung nur dann gut, wenn übermächtige NSCs nicht dauernd Hauptrollen haben - und in der Hinsicht war in meinen Spielerinnerungen kein anderes Rollenspiel so problematisch wie V:tM.

Fettmarkierungen durch mich.

Zitat
Damit leugne ich nicht, dass es auch andere Rollenspiele gibt, die mehrere Spielertypen ansprechen, und ich behaupte auch nicht, dass andere Rollenspiele völlig konfliktfrei unterschiedliche Spielvorlieben bedienen können - ich stehe allerdings zu der Behauptung, dass bei Vampires außer den "Moshern" so gut wie kein Spieler (Story- oder Charakterspieler) von den Regeln angezogen wurde. Die Mosher wurden mit cool powerz bedient.

Deine Behauptung, richtig. Muss nicht stimmen. Sehe ich auch anders.

Zitat
Im Grunde ist das eine Abwertung anderer Spielvorlieben, und die mangelnde Anerkennung des Rollenspiels als (Gesellschafts-)Spiel. Aber das gehört wohl eher in einen eigenen Thread.

Nö, nicht wirklich. Ich ging darauf ein, was die Threaderstellerin sich offensichtlich in einem Vampire-Spiel wünschen würde und erklärte schließlich, dass das in Runden mit reifen Erwachsenen zu finden ist, da das, was sie sonst beschrieb offensichtlich als unreif begriffen wurde.

Im Gegenteil: Du unterstellst mir aufgrund ein paar Worten in einem Forum, ein bestimmter offensichtlich in deinem Kopf existierender Stereotyp zu sein. Vielleicht würfle ich gerne in Rollenspielen? Vielleicht mag ich sogar funktionierende Systeme?

Zitat
Besieht man sich aber V:tM ohne nostalgische Verklärungsbrille, dann bleibt davon nur ein teilweise interessantes, aber nicht überragendes Setting, eine schwerfällige Würfelsystematik, einige zweitklassige (und drittklassige) Abenteuer - nichts, was nicht andere Systeme besser, eleganter, durchdachter anbieten können.

Siehst du - und deswegen oben die Fettmarkierungen. Wieder deine Meinung. Hör' auf sie als Faktum darzustellen. Ich brauche keine "nostalgische Verklärungsbrille" um den Hintergrund von Vampire überragend zu finden, es sei denn ich behaupte, er sei objektiv das Gegenteil oder gleich schlecht. Und das, mein Freund, geht einfach nicht.

Zitat
Und da empfinde ich es als verwunderlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich Spieler (vor allem aus meinem persönlichen Umfeld) an V:tM klammern. Würde ich heute V:tM leiten, mit meinem Anspruch, ein Spiel zu spielen, in dem die Charaktere im Mittelpunkt stehen, Hauptprotagonisten sind, und dafür die V:tM-Engine verwenden, wäre das ein furchtbarer Krampf. Und das war es auch damals schon. Aber das wird von V:tM-FAns immer geleugnet werden.

Da muss nichts geleugnet werden. Vielleicht hatten diese "V:tM-Fans" einfach bessere Spielerfahrungen? Vielleicht haben sie genau das bekommen, was du beschreibst? Wenn nicht, schon möglich, dass die, die du kennst die Geschichte verklären aber bitte schließe doch nicht von ihnen oder von dir auf andere. Was du beschreibst sind Erfahrungen, die sich möglicherweise sogar mit einigen hier aus dem Forum decken - aber das Gleiche gibt es für so gut wie jedes Spiel, jeden Geschmack, jedes andere Medium. Und es gibt immer wieder die, die meinen, dass ihre Meinung Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat. So etwas gibt es in Geschmacksfragen nicht, ganz gleich wie viele dir vermeintlich den Rücken stärken.

Zitat
Ich schau euch dann gern zu, wie ihr 53 Runden für einen Kampf braucht, eine Stunde lang über die korrekte Interpretation mystisch erklärter Regeln debattiert oder seitenweise Hausregeln anschleppt. Viel Spaß mit V:tM  ;)

Erst wirfst du mir vor, mit zweierlei Maß zu messen und andere Spielstile nicht gleichberechtigt neben "meinem" zu akzeptieren und jetzt sowas. Erstens ist das in meiner Erfahrung nur in sehr wenigen Runden passiert und zweitens hatten die nicht viel mit Vampire zu tun. Pseudointellektueller Forenkonsens ist nicht gleich allgemeingültige Wahrheit.

Edit:
Im Übrigen habe ich bestätigt, dass die meisten Vampire-Runden, auch in meiner Erinnerung, "schlecht gelaufen sind" und mich ausschließlich gegen eine Verallgemeinerung und Festlegung "objektiver" Tatsachen bezüglich der Qualität des Spiel(-System)s gerichtet. Das ich dafür gleich wieder in die Fanboy-Ecke geschoben werde spricht Bände über die wirkliche Verblendung, die in diesem Thema Einzug hält.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Koenn am 1.08.2011 | 16:09
@ topic:

Wo fange ich an, Vampire ist das von mir am häufigsten geleitete und gespielte System seit über 10 Jahren.

Es gibt dummerweise zuviele Spieler, die sich in der Regelmechanik des Spiels verhaken und dort den heiligen Gral suchen. Oftmals kommt sowas vor allem auf Cons vor, aber es liegt eigentlich am Menschen selbst, der das Spiel spielt. Das ganze fängt an bei Dingen wie "ich möchte irgendwie meine Generation senken" - "ich möchte diese und jene (überaus komplizierte) Disziplin" - "ich möchte diesen Clan spielen (und habe keine Ahnung davon wie man das tut, aber die Diszis lesen sich geil)" und endet bei Munchkin-Bauten mit höchst suspekten Disziplinsausprägungen und -höhen und Blutbädern von Spielern, die noch keine 18 sind, oder sich selbst für eine Verkörperung des Death-Metal-Anarchen halten. In keine anderen Spiel findet man so viele Blödnasen und Psychopathen. Leider.

Wenn ich aber diese mir unsympathische Oberfläche wegnehme bleiben aus meiner Sicht viele ernsthaft gute und komplex denkende Spieler übrig, die das Ganze mit Farbe füllen. Ich habe über zwei Dutzend genialer Spieler kennengelernt, die so mannigfaltige Charakterideen haben und diese sehr gut umsetzen und spielen können - und dabei zwar die Regeln kennen, aber sie nicht für sich ausnutzen möchten.

Mittlerweile bin ich bei dem Punkt angekommen, dass -wenn ich leite - ich mir die Spieler für Vampire selbst aussuche, um einfach keine Pfeifen mehr in der Runde zu haben. Sollte ich nach einem Gespräch einen schlechten Eindruck von einem Spieler haben, dann sage ich ihm direkt, dass ich ihn nicht in meiner Runde haben will. Stilechte character player sind immer willkommen.

Ein anderer Punkt ist, man muss das Spiel ungemein eingrenzen, vor allem bei den Optionen den Charakter zu bauen. Ich habe auch schon einmal abstruse Spieler gehabt, die ein "bau bitte einen Anarchen" nicht ganz verstanden haben und mit einem Tremere mit dunkler Thaumaturgie aufgetaucht sind. Wenn ich leite, gibt es Hausregeln. Bei mir dürfen zum Beispiel Die Clansdisziplinen sich allerhöchstens um zwei Punkte unterscheiden, ich habe zuviele Startcharaktere gesehen mit Verdunklung 5 oder Geschwindigkeit 5. Gibts bei mir nicht. Zudem beschränke ich die Nichtclansdisziplinen auf die Höhe der niedrigsten Clansdisziplin. Das Blut des Clans ist nicht zu leugnen.

In diesem Rahmen entstehen dennoch wunderbare Charaktere, die Spieler haben selbst die Wahl, was sie wie verteilen können und ich muss mir keine Sorgen machen, dass ein Charakter/Spieler negativ ausschert. Ich habe auch schon Spieler abgelehnt, die auf die Frage, was sie spielen möchten, mir nur den Clan gesagt haben, aber nicht das Konzept und die Persönlichkeit des Charakters. Anderseits habe ich auch tolle Überraschungen erlebt, indem ein Spieler sich einen Charakter gebaut hat - ohne Clan - und das Konzept präsentiert hat, mit der Aufforderung: such mir einen Clan aus, das ist mein Mensch. Welcher Clan wird ihn auserwählen?  :d

Was mir an den Regeln etwas missfällt sind vor allem die Combi-Disziplinen, bei denen manche ganz schön übermächtig sind (schwarzer Stahl und Konsorten). Die gibt es bei mir schlicht nicht in dem Sinne, wie sie im Buch stehen, sondern können von den Spielern dann selbst als 6er-Disziplin selbst geschrieben werden. Der eine oder andere Archetyp ist für das Wesen auch oft zu extrem, als Verhalten sehe ich da weniger ein Problem. Aber der Fanatiker geht mir auf Dauer einfach auf den Senkel, das habe ich auf Cons bei fast jedem zweiten Char gesehen. Bei den Vorzügen und Schwächen muss man immer stark eingrenzen, aber welcher SL will einen Brujah mit dem Nachteil, dass er bei Selbstbeherrschung nur mit 10ern Erfolge liefern kann? Nicht überlebensfähig.

Als Spieler habe ich auch meine Vorlieben, so kann ich vor allem bei Vampire Spielleiterwillkür und eine kleine abgeschlossene Welt nicht leiden. Nichts nervt mich mehr, wenn im Storytelling der SL das Drehbuch auf Teufel komm raus durchhacken will, anstatt intelligente Lösungen zu suchen, bei denen die Spieler von sich aus das tun, was im Drehbuch steht. Ich habe der Logik wegen einen Charakter (der mir sehr gefallen hat) aus einer Runde zurückgezogen, einfach weil er sehr vorsichtig und etwas ängstlich war. Es kam nicht gut, dass beide elektronischen Schlösser seines Hauses geöffnet waren und mich der SL dazu bringen wollte hineinzugehen (dort wartet dein neuer Lehrmeister!). Der SL hat nicht eine Sekunde mitgedacht, wie Charaktere handeln können, aber es war sein Drehbuch, und da stand das so drin. Oder übermächtige NSCs, die nicht sterben können und dementsprechend mit allen Disziplinen bis zum Anschlag ausgerüstet sind. Für jeden kleinen Mist, den die Charaktere in der Runde nicht mitmachen wollten schulg die Bombe Präsenz und Beherrschung rein, egal von welchem NSC. Jemand der keine Ahnung vom Storytelling hat sollte kein Vampire leiten dürfen, das frustriert die Mitspieler nur.

Joa, zusammengefasst also, Vampire ist sehr schön, wenn a) man passende und charakterliebende erwachsene Mitspieler hat, b) ein ordentlicher SL eine düstere/intrigenreiche/spannende Geschichte um die Charaktere bauen kann und c) man das eine oder andere im Spiel vorher hausregelt. Alles andere kann mit allen Blüten, die man sich erzählen kann, ausufern.

MfG
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 16:18
Die Frage waere dabei ob Vampire innerhalb und ausserhalb der WoD tatsaechlich das einzige System ist wo es "nicht funktioniert".
Innerhalb der WoD muss ich zugeben das mich keins der anderen Systeme auch nur annaehrend derart ansprach wie Vampire die Maskerade.
Wraith vielleicht noch, da ich gerne Giovanni spiele. Aber bei den anderen funkte es nicht.
Was gerade bei Werewolf daran liegt das es einen recht 'stumpfen' Eindruck macht. Kurz gesagt, das bisschen Zwischenwelten gespringe sowie die Umwelt Einstellung macht mir die Beschreibung als gewaltaetige, unglaublich starke Werwoelfe nicht schmackhafter. Der Comic "Black Furies" bestaetigte die Vorurteile eher. Haette es ganz spannend gefunden, aber letztlich kaempfen sich die Charaktere dort unter massiver Gewaltanwendung durch die Geschichte. An die Theo "Shaft" Bell im Anschluss nicht heran kommt.

Ich halte es fuer massiv falsch bei Spielern, welche brutale oder detaillierte Szenen einbringen beziehungsweise beschreiben, darueber zu philosophieren das dort irgendwelche persoenlichen Eigenheiten des Spielers nach aussen projieziert werden.
Als Spieler trenne ich strikt zwischen dem Charakter und meiner Person.
Nun und ich erwarte eigentlich von meinem Umfeld das es die Trennung akzeptieren kann.
Insbesondere wenn es sich hierbei um andere Rollenspieler handelt.

Gerade wie einen Spiel wie Vampire bei dem man, egal wie sehr man es weichzeichnet, letztlich die Rolle eines "Monster" uebernimmt.
Gerade bei einem Spiel das als Zielsetzung ein gewisses Gefuehl des Grusel, Horror beziehungsweise der Duesterniss hat.
Ich mein das ich mir vorstelle das sich mein Charakter gruselt ist in Ordnung.
Das ich die Entwicklung des Charakter aufgrund des persoenlichen Spannungsfeld gruselig finde auch.
Auch sonstigen Grusel den man wahrnehmen kann wie bei einem Horror-/Gruselfilm.

Aber bei einer Verschmelzung von Charakter und Spieler bzw. der Trennung von Fiktion und Realitaet, bekaeme man doch bei dem ganzen Horror, potentiell, direkt gesagt, einen Dachschaden?

Zitat
Sicherlich kann man so spielen, indem man heranzieht, Basis des Spiels sei eben, dass man kein Mensch mehr sei, sondern nach und nach vom Tier in sich übernommen würde und sich zu einem Monster entwickele.
Ich gehe davon aus das er zunaechst einmal eine andere Person ist als ich.
Als solche kann er durch die Praegung, und die Notwendigkeit von Menschen zu trinken, waehrend ihm das Umfeld einhaemmert kein Mensch mehr zu sein, durchaus zu dem Schluss kommen das Menschen in erster Linie Nahrung sind.
Wegen der Sichtweise allein ist er noch kein Monster, respektive ist er nicht mehr ein Monster als derjenige der es irgendwie schafft sich selbst nach 5 Jahren, im Angesicht der Tatsache das er sonst wirklich nichts mehr essen kann, vorzumachen das es ihm um jeden Menschen leid tut. Vielleicht trinkt er auch nur noch von der Blutbank und hat eine Einstellung zum Blut entwickelt wie ein normaler Mensch zum Supermarkt Schnitzel. Vielleicht hat er seine "Louis futtert Ratten Phase" aehnlich schnell wie dieser hinter sich gebracht.

Imho koennen verschiedene Themen, Konflikte und Stimmungen erst aufgenommen werden, wenn man sich vom Charakter loest und die z.B. Ernaehrungsgewohnheiten nicht der festen persoenlich Moral unterwirft welche man als Spieler in Bezug auf die Realitaet hat.
Imho erfordert das mehr als das archaische Festhalten an rein dem eigenen Wertegefuege.

Zitat
Und damit sind wir dann wieder bei der Ausgangsfrage.
Denn einmal stellt sich die Frage, ob es für jemanden mit meinem Spielverständnis/meinen Erwartungen überhaupt sinnvoll ist, es mit dem System noch mal oder weiterhin zu versuchen, [..]
Man findet normalerweise fuer jede Geschmacksrichtung Gruppen.
Wobei ich nicht von der Dominanz einer Gruppe ausgehen wuerde.

VtM Gruppen, in der es Gewaltexesse gibt, die ich als bemerkenswert beschreiben wuerden sind jedoch eher selten.
Respektive solche eher die Ausnahme als die Regel.

Allgemein wuerde ich anraten von Gruppen die ein Sabbat-Setting bespielen Abstand zu nehmen.
Da der Sabbat, als Sub-System, die Gewalt und die Weiterexistenz trotz des Verfalls menschlicher Werte, ueberaus stark thematisiert.


Zitat
Und weil du sie noch ins Rennen geschickt hast: Wir sind uns aber schon einig, dass der Stil von Anne Rice und von Poppy Z. Brite ein sehr unterschiedlicher ist?
Von ersterer lass ich nur Interview mit einem Vampir und sah die beiden Filme.
Von zweiterer Drawing Blood, iirc.

Z. Brite war da eine Spurt blutiger, aber im Grossen und Ganzen finde ich schon das man beide Autoren vergleichen kann beziehungsweise das sie Gemeinsamkeiten haben. Bei beiden laufen Vampire rum, die imho, mehr adjektive bei der Personenbeschreibung haben als statthafter und bei beiden sie die Vamps allesamt verkapte Goths.


Zitat
Daraus folgt, dass Vampire da doch nicht so allein zu sein scheint, was die Diskrepanz zwischen Verpackung, Inhalt und verbreitetem Spielstil betrifft.
Maybe, it's not a bug but a feature?

Wie Chrischie schon erwaehnte kann man bei Savage Worlds sagen: Erzaehl-fokussierte-Spieler, haut ab, das ist nix fuer euch.
Vampire die Maskerade nimmt effektiv jeden mit der will.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 1.08.2011 | 16:28
Nur so eine Randnotiz: Ich würde echt gerne mal mit einem bunten Haufen von Euch 'ne Runde VtM spielen, der Thread alleine zeigt soviele Facetten auf und ich hab wirklich wieder Lust auf 'ne Runde eintauchen in die WoD.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 16:34

[...]

Wie Chrischie schon erwaehnte kann man bei Savage Worlds sagen: Erzaehl-fokussierte-Spieler, haut ab, das ist nix fuer euch.
Vampire die Maskerade nimmt effektiv jeden mit der will.

Nö.  ;)
VtM hat halt die Regeln für die Spieler die colle Powerz und Mehrfachhandlungen noch und noch brauchen, aber keine für Storyteller. Es gibt nicht einmal ein soziales Konfliktlösesystem auf der Regelseite. Über Erzählrechte etc sprechen wir mal überhauptnicht. VtM ist ein Spiel für "Moscher"TM das aber einen auf elitäres Stoytellerspiel macht. Aber ausser  Bla und Blub nichts in den Büchern auf der Regelseite dazu beiträgt. Der Gedanke dieses Spielstils wurde aufgegriffen und führt nun zu spielen wie Fate oder pdq#. VtM selbst hat in dieser Nische versagt. Die nWod geht einen Schritt in die richtige Richtung. Im Nachhinein war sie aber auch nicht radikal genug.

~Edith~

Wenn man fies ist, dann könnte man sagen SW und VtM sind von dem was sie regeltechnisch leisten nicht weit voneinander entfernt. Das eine Spiel ist ehrlich indem was es kann und das andere erzählt es ist etwas besseres.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 16:38
Ich zweifele daran das andere Systeme das was VtM konnte beziehungsweise wollte ebenfalls wollten und gar besser ermoeglichten.

Also ich kann dir sicher sagen, dass ich zu dieser Zeit an den Kampfsystemen von Midgard, AD&D, TORG, Warhammer, sogar Earthdawn mehr Freude hatte als an dem von V:tM.

Stories zu entwickeln war auch einfacher mit anderen Systemen, vor allem wenn es um Actioninhalte und Themenvariationen. Man war nicht so auf die im Aufbau ewig gleichen Intrigengeschichten festgelegt. Earthdawn bot/bietet da viele Möglichkeiten: Mal eine theranische Intrige, dann wieder das Entdecken eines vergessenen Kaers, die Recherche der Herkunft eines Gegenstandes als geistergeschichte, ein Piratenabenteuer am Schlangenfluss oder eine Meuterei auf einem Luftschiff usw. Die Stories von Warhammer waren ebenfalls sehr gut und nicht immer nur Intrigenstories (auch wenn ich in dieser Beziehung einen leicht verklärten Blick habe, dass Enemy within auch eigenartige RR-Züge hat wurde ja schon woanders besprochen).

Betreffs des Social Combat würde ich nochmal TORG anbringen, eingeschränkt dazu ED. Hinsichtlich Intrigen und ihren Auswirkungen auf Institutionen vor allem AD&D (Birthright), aber auch oD&D, das ab Namenslevel immer das politische Spiel enthielt. Ansonsten war das bei allen Spielen gleich: es gab entsprechende Fertigkeiten, aber keine Mechanik.

Innere Konflikte konnte Warhammer(1) mit den Alignments genausogut wie Vampires (zu deutsch: abhängig vom SL+Spieler) und AD&D (in Alignmentfragen) sogar besser (weil da Alignment sehr starke Auswirkungen hatte). Dafür hatte Warhammer mit dem Karrierepfad eine clevere Methode, das innere, geistige Wachstum des Charakters interessant zu thematisieren und es dabei fast vollkommen der Spielersteuerung überlassen. Dazu kamen noch extern angetragene Konfliktmechanismen (Corruption, Insanity), die sich auf den eigenen Charakter auswirkten. Warhammer war damals für mich das Spiel, wo es am Meisten um den eigenen Charakter ging. Aber auch hier ist Torg nicht zu vergessen (ja, ich hab es gemocht): Honor & Corruption in Aysle, Corruption Points in Orrosh (und natürlich die Alignment-Beeinflussung im Nile, aber das zählt nicht wirklich).

Aus Neugier, hinsichtlich der Storyfixierung von VtM, kannst du dort Beispiel fuer entsprechend fixierte Abenteuer angeben?

Lies Berlin by night. Das ist mMn das Schlimmste. Ansonsten aber die Einstiegsstory in so gut wie jedem Städtebuch, vor allem die, welche mit NSC-Präsentationen beginnen. Unangenehm ist mir noch Milwaukee by Night in Erinnerung geblieben. Die Abenteuer im Succubus Club sind ebenfalls furchtbar. Blood Bond hatte wenigstens für jemanden, der den Hintergrund des Sabbat nicht kannte, eine interessante Story (und auch tatsächlich mit moralischen Konfrontationen), aber Ashes to Ashes... naja, Schwamm drüber, damals war so eine NSC-Parade ja noch was Neues. New Orleans war auch hirnlose Story, irgendwann kamen da unmotivierte Werkrokodile, die ohne Zusammenhang im Sumpf auftauchen, und die dummen Ermittlungen waren reines Legworking ohne ein sinnvolles Ende (weil sie da gespart hatten). Aber Berlin by night toppt alles.

Wie geschrieben, ich bin fast ruecklings vom Stuhl gekippt als ich ein Abenteuer aufschlug und dort eine Beziehungsmappe fuer die NSCs fand. Auch ist das Grundregelwerk eher dahingehend geschrieben das dem SL nahegelegt wird mit den Spielern zu arbeiten und sie eben nicht in eine gegebene Geschichte zwingen zu wollen.

Für V:tM gabs ja auch Dungeons (die eher schlecht waren): Diablerie Mexico und Diablerie: Britain. Außerdem die beiden fast reinen Schnetzelabenteuer der Werwolf-Crossover (Under a blood red moon und irgendwas in Mexico). Insofern hat WW ja tatsächlich was für jede Spielvorliebe publiziert.
Was für ein Abenteuer mit R-Map war das? Welche Edition? In den Städtebüchern hatten sie die R-Maps auch, und das war ja das gute daran.

Ansonsten halte ich Spielleiterwillkuer, abseits der goldenen Regel, sowie die Fixierung fuer eher subjektive Erfahrungen die dadurch verstaerkt werden das das System extrem populaer war und immernoch beliebt ist.

Und ich glaube, dass das so eine Antwort eine typische Fanreaktion ist, und halte das Spiel(leiter)verhalten, das ich auf dem FeenCon am Nachbartisch beobachten durfte (Parade übermächtiger NSCs), für V:tM-mustergültig. Aber was auf den Nachbartischen gemurkst gespielt wird, kann mir ja egal sein.

Ich denke das man sie auch bei anderen Spielen aehnlich stark ausgepraegt sieht.
Was dann der Grund fuer die Retro-Welle als Reaktion auf die Indie-Welle war. (Irgendwann schlaegt es vermutlich wieder um)

War die Retro-Welle eine Reaktion auf die Indie-Bewegung? Das sind doch alles nur Fußnoten, und nicht vergleichbar mit einem einflussreichen Mainstreamsystem wie V:tM.

V:tM-Fans wissen was das Spiel, unter ihrer Praemisse, zu leisten im Stande ist.
Es ist ja nicht so das man sich nur an die Zeit erinnert an der V:tM etwas geleistet hat.
V:tM wird von den Fans aktiv noch gebraucht. Das heisst es leistet die Anforderungen. Fuer die Fans auch effektiv.

Ja, keine Frage. Bisher habe ich auf jedem Con der letzten Zeit V:tM-Tische gesehen. Ich finde das Beharrungsvermögen von V:tM ja erstaunlich.

Es hat damals einem Ideen gebracht die neu waren.

Das halte ich für eine falsche These. V:tM hat nichts wirklich Neues gebracht (außer vielleicht die R-Map). V:tM "lebte" vom Vampir-Fandom und der marktschreierischen Prosa, die ein ganz neues RPG-Erlebnis versprach. Deswegen hat es sich wie blöd verkauft. Hätte man das selbe Ding mit Zwergen herausgebracht, oder mit Werwölfen angefangen, wäre es irgendeine nette Seitenlinie der 90er geworden. Hätte man es mit Drow verkauft, wäre der Verkauf beachtlich geworden, aber die Nichtrollenspieler wären draußen geblieben. Aber das werden V:tM-Fans immer anders sehen.

Naja, und wer 20 Jahre ein System speilt, den macht es halt wohl etwas selig. Beziehungsweise der mag seinen Spielstil.

Klar, der hat sich damit arrangiert. Soll er doch auch, ist doch kein Problem. Mir geht es nur darum, dass so getan wird, als wäre V:tM so eine Leuchtgestalt unter den Rollenspielen oder hätte sogar die Rollenspielwelt transzendiert, und dass die auffälligen Begleiterscheinungen von V:tM gerne unter den Tisch gekehrt werden, bloß weil sie eben heutzutage nicht mehr unwidersprochen "in" sind.  
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 16:42
VtM hat halt die Regeln für die Spieler die colle Powerz und Mehrfachhandlungen noch und noch brauchen, aber keine für Storyteller.
Ah doch, Wesen, Verhalten, Willenskraft, Menschlichkeit und die goldene Regel. ^^
Es gibt zwar jetzt nicht so das soziale Konfliktloesungssystem, aber immerhin ist der Grossteil der Faehigkeiten sozial.
Kann man sich dann aus Attribut + Faehigkeit gegen X selber basteln.
Erzaehlung ist halt Koorperation basierend auf einer klaren Struktur ^^;

Und imho hat VtM nicht in der Nische des Spielstils ala Fate und PDQ versagt, sondern erstmal angefangen das Fundament zu legen.

Zitat
Wenn man fies ist, dann könnte man sagen SW und VtM sind von dem was sie regeltechnisch leisten nicht weit entfernt. Das eine Spiel ist ehrlich indem was es kann und das andere erzählt es ist etwas besseres.
Es erzaehlt allenfalls es kann noch anderes kann bzw. den Schwerpunkt woanders sieht ^^
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 16:48
Fakt ist, dass ich wirklich nur eine einzige Person kenne, die das Spiel anders versteht, anders angeht, anders leitet (auch wenn all das sich tatsächlich aus den Quellenbüchern ergibt) und woher wiederum mein gesamtes Spielverständnis resultiert - und ich kenne nur einen einzigen Spieler, bei dem es ähnlich ist, und der witzigerweise wiederum einen engen Bezug zu eben benannter SL hatte, was sein Spielverständnis betrifft.

Ja, das "Halbwissen" ist das eigentlich Problematische. Andernfalls lässt sich bei Setting- und System-Kundigen vorab in Ruhe abklären, wo die Reise im Spiel hingehen sollen. Wer keine Ahnung hat, verlässt sich wahrscheinlich auf die/den ST und taucht in deren/dessen Welt ein.

Für das "Halbwissen" würde ich drei Faktoren ausmachen:

Ein ganze Reihe Leute bei etwas mitreden wovon sie keine wirkliche Ahnung haben. Das kann wirklich jedem System passieren. Vorallem aber denjenigen, die gerade angesagt sind.

Schlechte oder missverständliche Texte der Autoren bzw. eine schlampige Übersetzung. (Damit versuche ich mir zum Beispiel das falsche Seelie-Unseelie Verständnis zu erklären.)

Vorangetrieben wird es allerdings auch - bezogen auf die WoD - durch das Marketing von WW/CCP. Wer Regeldetails und Hintergründe auf viele, viele Bücher verteilt, provoziert "Halbwissen".
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: El God am 1.08.2011 | 16:49
Naja, schon die Behauptung, dass VtM wirklich taktische Action und so *kann* ist ja auch hanebüchener Unfug. Gerade im Vergleich mit SW... Wenn man sich anschaut, wie unmöglich Balancing mit VtM RAW ist...
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 16:58
Es gibt nicht einmal ein soziales Konfliktlösesystem auf der Regelseite.
Falsch. Es hat kein soziales KAMPFsystem. Bedeutet nicht, dass es deswegen keine Intrigen oder sozialen Konflikte unterstützen würde (im Gegenteil: andere Systeme mit "Verbalkampf" (Exalted, SoIaF...) sind wesentlich träger in dieser Hinsicht).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 17:18
Ah doch, Wesen, Verhalten, Willenskraft, Menschlichkeit und die goldene Regel. ^^

Willenskraft ist nichts neues. Es hat mit Storytelling nichts zu tun. Es ist ein Pool an Punkten die man ausgeben darf um einen Probe mit einem Erfolg zu schaffen. Gabs in ähnlicher Form schon in Shadowrun und Earthdawn.
Wesen und Verhalten sind die Krücken mit denen man Willenskraft regeneriert. Ich bin tief beindruckt. Dazu haben wir eine zehnstufige Skala wie gut oder böse ein Charakter ist. Gibt es auch in D&D. Beides ist übrigens gleich schlecht geregelt. Das sie den Kram in die nWoD übernommen haben stößt mir immer noch sauer auf. Das dieses schlechte Konzept durch die Pfade für alle in der 3. Edition total den Bach runter gegangen ist, kehren wir lieber unter den Teppich. Die goldene Regel...  :puke:

Es gibt zwar jetzt nicht so das soziale Konfliktloesungssystem, aber immerhin ist der Grossteil der Faehigkeiten sozial.
Kann man sich dann aus Attribut + Faehigkeit gegen X selber basteln.
Erzaehlung ist halt Koorperation basierend auf einer klaren Struktur ^^;

Ja ich kann mir auch ein soziales Konfliktlösunssystem einer Pizza basteln. Mensch Teylen wie lange bist du schon hier? Du hast 6000 Posts. Langsam solltest du echt wissen das die Floskel: "Man kann das aber auch selber bauen." Für die Bewertung eines Systems für den Arsch ist. Das Spiel hat so ein Regelgerüst nicht. Es leistet sich ein dickes Kampfsystem aber nichts für soziale Interaktion. (Sieht man mal von ein paar Fertigkeitswürfen und ein paar Diziplinen ab)

Und wo du einen großteil als soziale Skills deklarien willst, dass finde ich spannend. Ich zähle sieben direkte soziale Skills und fünf Skills die im Kampf genutzt werden. Die restlichen Skills decken Wissensgebiete ab. Echt krass.

Und imho hat VtM nicht in der Nische des Spielstils ala Fate und PDQ versagt, sondern erstmal angefangen das Fundament zu legen.

Es hat garnichts gelegt. Die Leute wollten so spielen wie in VtM beschrieben, bekamen aber als System D&D with Fangs. Es hat maximal den Spielstil des Storytelling so populär gemacht, dass sich Leute hingesetzt und Regeln entwickelt haben, die VtM schon von anfang hätte haben sollen, um seinem Anspruch zu genügen.

Es erzaehlt allenfalls es kann noch anderes kann bzw. den Schwerpunkt woanders sieht ^^

Was bringt es zu sagen der Schwerpunkt ist im sozialen "Miteinander und Gegeneinander" aber dafür weniger Regeln zu liefern als ein Figurenschubserspiel wie Savage Worlds? Ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Ich will damit nicht sagen das SW das bessere System ist. White Wolf ist aber eher langsam. Auch erst mit Requiem for Rome gab es ein System für soziale Konflikte in der nWoD.  :gaga:

@alexandro

Es geht nicht über einen konkurrienden Wurf hinaus.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 17:20
Warum ungeeignet, hast du ja später noch detaillierter ausgeführt. Was mich am Rande interessieren würde: Was sind denn Horror- und/oder Vampir-Rollenspiele mit besserer Spielmechanik aus deiner Sicht?

Also, das ist schwer zu beantworten, weil ich eine reihe unterschiedlicher Spielvorlieben habe, die ich dann auch versuche, mit unterschiedlichen Regelwerken zu erfüllen.

Konstant bei mir ist, glaub ich, dass ich den Zufall gerne als "objektive Entscheidungsinstanz" im Spiel habe, mir also Würfel usw, lieber sind als Würfelloses Spiel. Außerdem mag ich den tendenziell eher "schwachen" Spielleiter, der reaktiv auf Spielerinput hin leitet, und ich veruche mir gerade das Storyschreiben für Abenteuer abzugewöhnen. Grundsätzlich mag ich Systeme, die einen Spieler mechanisch belohnen, z.B. mit Glückspunkten, wenn er eine charaktertypische Entscheidung trifft, wenn er seinen Charakter von sich aus in Trouble bringt und wenn er andere SCs in seine Charakterangelegenheiten hineinzieht.

An Urban Fantasy/Horror probiere ich mich nach langer Pause auf diesem Genre mit "Dresden Files" (basierend auf dem frei zugänglichen Fate-System) aus. Da wird das Ausspielen von Charaktereigenheiten mit Bonuspunkten belohnt. Für die institutionellen politischen Konflikte würde ich dann noch aus Legends of Anglerre (ebenfalls Fate) die Regeln für Organisationen nehmen. Für eher ermittlungsorientierte Runden schaue ich mir gerade Gumeshoe (the Esoterrorists, Trail of Cthulhu) an. Ich kann zwar mit Horror, speziell cthulhuidem Horror, rollenspielerisch wenig anfangen, aber die Regeln für Informationsweitergabe an die Spieler gefallen mir.

Speziell für storyorientiertes Vampires mit interessanten Charakteren wäre vielleicht Prime Time Adventures oder Inspectres geeignet. Man einigt sich als Gruppe darauf, eine Vampirgeschichte zu spielen, und das Setting entwickelt sich praktisch mitten im Spiel. Habe jedes der beiden Systeme bisher erst einmal spielen können, aber das waren zwei meiner tollsten Rollenspielerfahrungen.
 
Die andere Variante, die mich für Vampire interessieren würde, wäre die neue World of Darkness, da nach meinem Eindruck die Spielmechanik leichtgängiger ist. Und für zwischendurch könnte ich mich bestimmt für Buffy begeistern (aber damit dürfte ich in meinem Umfeld auf das geringste Interesse stoßen.)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 17:23
Naja, schon die Behauptung, dass VtM wirklich taktische Action und so *kann* ist ja auch hanebüchener Unfug. Gerade im Vergleich mit SW... Wenn man sich anschaut, wie unmöglich Balancing mit VtM RAW ist...
Habe ich auch nicht behauptet.
Ich habe allenfalls behauptet das SW meinen Anspruechen an ein taktisches Spiel nicht genuegt.
Was tatsaechlich zutrifft bzw. meine Meinung zu SW widerspiegelt.
Wobei der Beitrag hypothetisch Natur war. Das heisst ich denke das die SW Spielerschaft nicht aus dicken Nerds besteht.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 17:24
@Tuempelritter:
Zu den Systemen, es klingt zwar recht faszinierend aber die Kunst von V:tM war es doch die Punkte allesamt in ein System zu pressen, drauf zu schreiben das man Stories entwickeln will, Intrigen, Kaempfe, Abenteuer (Suche das Buch Nod), Crunch (Hey da ist es!) und innere Konflikte. Und es dann als packen raus zu geben.
Indem man alles zumindest irgendwie auch unterstuetzte.

Vielleicht teilweise nur sacht und noch nicht mit den Ideen wie man sie heute hat, aber so theorethisch ist das meiste angedacht. Man hat Willenskraft, Konzepte, Verhalten und Wesen, Geistesstoerungen, Vor- & Nachteile, sowie Hintergruende fuer die Story und den Char, ein doppeltes dutzend Sozial & Info Faehigkeiten sowie Status fuer die Intriegen, ein Kampfsystem und genug Crunch fuer Abenteuer gibt es wahrlich. Dazu ein ein passendes Setting.


Ich dachte das die Staedtebuecher Sandbox/Chronik-Vorschlaege sind und keine Abenteuer.
Das Abenteuer mit der R-Map muesste Lairs of the Hidden oder Laws of the Night gewesen sein.
(Gibt es iirc in erster und zweiter Edition)


Zitat
Zitat
Ansonsten halte ich Spielleiterwillkuer, abseits der goldenen Regel, sowie die Fixierung fuer eher subjektive Erfahrungen die dadurch verstaerkt werden das das System extrem populaer war und immernoch beliebt ist.
Und ich glaube, dass das so eine Antwort eine typische Fanreaktion ist, und halte das Spiel(leiter)verhalten, das ich auf dem FeenCon am Nachbartisch beobachten durfte (Parade übermächtiger NSCs), für V:tM-mustergültig. Aber was auf den Nachbartischen gemurkst gespielt wird, kann mir ja egal sein.
Ich habe die Antwort eher darauf basiert das ich eine gewisse Anzahl von V:tM Gruppen kennenlernte, dabei ein recht breites Spektrum an Ansichten erfuhr, jedoch Erfahrungen hingegen Spielleiterwillkuer sowie Geschichtsfixierungen, dabei nicht in einen Ausmass vorkammen die vermuten lassen wuerde das V:tM eine inherente Problematik dahingehend inne wohnt.
Weshalb ich die Aussage der Haeufung nicht nachvollziehen kann.


Ich halte die Retro-Welle fuer eine Reaktion auf die Indie-Bewerbung.
V:tM als Ausloeser halte ich fuer zu lange "weg vom Fenster".


Zitat
[VtM hat neues gebracht]

Das halte ich für eine falsche These. V:tM hat nichts wirklich Neues gebracht (außer vielleicht die R-Map). V:tM "lebte" vom Vampir-Fandom und der marktschreierischen Prosa, die ein ganz neues RPG-Erlebnis versprach.
Natuerlich hat V:tM ein gutes Marketing gehabt.
Haette es aber nur das ganz neue RPG-Erlebnis beschrieben, und in der Verpackung dann nicht geliefert, wuerden die Leute sich nicht bis heute mit irrsinniger beharrlichkeit, trotz der Existenz von Alternativen (V:tR, DFRPG, UA, Kult etc.), daran klammern als wuerde es keine Vampire-RPGs mehr ohne V:tM geben.

Zumal ich bewusst schrieb fuer die Spieler neu.
Ja, es gab schon vorher Storyorientierte RPGs, Theatrix, Amber sind da viel kreativer, offener und PE'iger als es V:tM vermutlich jemals sein wollte.
Ja, es gab schon vorher Status-Konzepte in D&D und keine Ahnung wo und es gab vorher Charakter-Zentrierungsmoeglichkeiten bei Warhammer und anderen. Aber die haben nicht drauf geschrieben D&D: Intrigen in Dungeons oder Warhammer: Apokalypse Now [ueber die psyschischen Leiden der Krieger].

Imho hat sich V:tM hingestellt, und egal wie sehr das regeltechnisch noch fetzen waren, gerade wenn man es mit Fate vergleicht, denn Spielern das als "Boah ist das cool, das wollt ihr!" in's Gesicht gerubbelt. Und das auch noch voll am Puls des Zeitgeist.
Naja, und dann wollten die Spieler das auch, und haben natuerlich das System gekauft das es ihnen ins Gesicht schmierte.
Funktioniert ja auch damit, wenn man will.


Zitat
Klar, der hat sich damit arrangiert. Soll er doch auch, ist doch kein Problem. Mir geht es nur darum, dass so getan wird, als wäre V:tM so eine Leuchtgestalt unter den Rollenspielen oder hätte sogar die Rollenspielwelt transzendiert, und dass die auffälligen Begleiterscheinungen von V:tM gerne unter den Tisch gekehrt werden, bloß weil sie eben heutzutage nicht mehr unwidersprochen "in" sind.
   
Es leuchtet aber doch noch.
Es mag komisch sein, es ist merkwuerdig und ich vermute mal selbst WW weiss nicht wieso, aber V:tM strahlt wie ein Stadionfluter.
Es hat nicht aufgehoert zu strahlen nur weil es tot war, es hat seinen eigenen Nachfolger ueberstrahlt, es strahlt sogar in ein MMO hinein.
Es hat eine Spielerschafft, so in der Menge, nach der sich man ein neues (Indie)RPG die Finger lecken wuerde.

Jetzt kann man zwar behaupten das es Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen hat, aber das ist doch den Spielern relativ egal, die dem System dazu verhelfen das es so strahlt. Ich mein, wer knapp 6 Jahre ein totes System derart lebendig haelt, waehrend andere, theorethisch bessere Systeme aus dem Boden spriessen und es langsam echt Out of Print ist,... da muss doch was mehr dran sein als das man sich nur damit "arrangierte" und irgendwelche Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen leicht painvoll ertraegt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 17:25
Nur so eine Randnotiz: Ich würde echt gerne mal mit einem bunten Haufen von Euch 'ne Runde VtM spielen, der Thread alleine zeigt soviele Facetten auf und ich hab wirklich wieder Lust auf 'ne Runde eintauchen in die WoD.

+1

Wäre mal was fürs Große. Ich bin allerdings diesmal nicht dabei, überlege aber zum Wintertreffen - So eine Runde wär ein Grund mehr! Bräuchte es nur noch eine(n) willige(n) SL ;)

EDIT: Summon (Koenn)...? Hat mir gefallen, was du so geschrieben hast. Das geht von den Ansichten her so ziemlich in die Richtung, die ich mir für einen WoD-SL wünschen würde.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 1.08.2011 | 17:30
Als SL würde ich mich ja melden, aber ich werd's zu den nächsten 2 Forentreffen aus Studiumgründen nicht schaffen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 1.08.2011 | 17:39
Ich bin letztens meine alten CtD Bücher durchgegangen war erstaunt, dort eine Klassifizierung von Spieler-Typen zu finden (CtD Storytellers Guide von 1998): Architect, Combat Monster, Fighter, Hero, Munchkin, Roleplayer, Rules Lawer, Significant Other, Tag-along, Thinker, Walkflower.
Da CtD ja das letzte Setting der oWoD war, vermute ich mal sehr stark, dass es ähnliches auch für VtM gibt.

Robin Laws Klassifizierung kam meines Wissens nach erst 2002 raus. Ist das vielleicht etwas weiteres Innovatives aus dem Haus WW oder gab's die Klassifizierung von anderen schon früher?
Auf jeden Fall ein Beleg dafür, dass wir hier über ein Phänomen diskutieren, dass es schon ein paar Jährchen gibt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 1.08.2011 | 17:41
@alexandro

Es geht nicht über einen konkurrienden Wurf hinaus.
Und das ist schlecht, weil...???

Schau dir mal Reign an, das funktioniert genauso. Trotzdem wird es immer wieder wegen seiner "tollen sozialen Unterstützung" gelobt (ich glaube echt, manche Poster haben das Gedächtnis einer Eintagsfliege).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 1.08.2011 | 17:46
Trotzdem wird es immer wieder wegen seiner "tollen sozialen Unterstützung" gelobt

Wird es? Ich empfand die Company Rolls für Reign immer als DAS Aushängeschild. Und, verdammt... die SIND gut, wie ich vor kurzem am eigenen Leib erfahren durfte ;) Oder meinst du dasselbe?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 17:54
Imho wird Reign, zu Recht, fuer die Erfindung der Erfindung der Company-Rolls gelobt.
ADW erhaelt, zu Recht, ein Lob fuer das soziale Kampfsystem.
In beiden Systemen ist jedoch der soziale Kampf als solcher im Buch beschrieben.

Wohingegen man sich ihn bei V:tM aus den Regeln fuer Wuerfe in Bezug auf gesellschaftliche Handlungen, anhand einiger teilweise nur bedingt klarer Beispielen [Verfuehren als eine Handlung ueber 2-3 Akte], selbst ableiten muss.
Es ist dabei durchaus, ich wuerde sagen weniger gut, das man z.B. nicht erfaehrt wann jemand ueberzeugend angelogen wurde und in welchen Kontext es zur Willenskraft steht. Geschweige den wie man jemanden ohne Beherrschung von etwas regelmechanisch ueberzeugt. [Ohne entweder Chars die keine Beherrschung haben danach unfaehig zu haben oder Chars mit Beherrschung die Dizipunkte umsonst investiert zu haben]



Wobei, bevor der Thread vielleicht ganz entgleist, ein Railroading hinweis. ^^;
Uhm, das eigentliche Thema war noch "Wahrscheinlichkeit und Ausmass von Gewaltdarstellung bei V:tM Runden", oder?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.08.2011 | 18:02
Und das ist schlecht, weil...???

Schau dir mal Reign an, das funktioniert genauso. Trotzdem wird es immer wieder wegen seiner "tollen sozialen Unterstützung" gelobt (ich glaube echt, manche Poster haben das Gedächtnis einer Eintagsfliege).

Ich habe Reign nie gespielt und auch nie gelesen.

Und es nicht perse schlecht. Ich frage mich nur wie man auf ein Spiel schreiben kann, dass es um soziale konflikte etc geht aber mehr Zeit und Seiten aufs Kampfsystem "verschwendet" als auf den angeblichen Kernpunkt des Spiels.

Und damit verabschiede ich mich auch. Ich habe immerhin gelernt, dass selbst 2011 die Schwächen von VtM immer noch schön geredetet werden. Es ist ja ein Feature und kein Bug, dass dieses Spiel Probleme mit seiner Corestory hat.  ::)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 18:11

Ich bin im Übrigen kein VtM-Enthusiast, aber danke für die Unterstellung und die induzierte Diffarmierung.

Da haben wir wohl beide ähnliche Forumserfahrungen gemacht, wenn auch von unterschiedlichen Seiten. Sorry, ich wollte dir kein blindwütiges Fanboytum unterstellen, aber das habe ich leider sehr ungeschickt formuliert.

Fettmarkierungen durch mich.

Siehst du - und deswegen oben die Fettmarkierungen. Wieder deine Meinung. Hör' auf sie als Faktum darzustellen. Ich brauche keine "nostalgische Verklärungsbrille" um den Hintergrund von Vampire überragend zu finden, es sei denn ich behaupte, er sei objektiv das Gegenteil oder gleich schlecht. Und das, mein Freund, geht einfach nicht.

Überwiegend habe ich deswegen so oft "meine Meinung" geschrieben, weil ich die für alles andere als objektiv halte. Erfahrungsbasierend, sicherlich, aber nicht objektiv. Obwohl, die Attraktion unterschiedlicher Spielvorlieben halte ich auch für objektiv zutreffend.

Da muss nichts geleugnet werden. Vielleicht hatten diese "V:tM-Fans" einfach bessere Spielerfahrungen? Vielleicht haben sie genau das bekommen, was du beschreibst? Wenn nicht, schon möglich, dass die, die du kennst die Geschichte verklären aber bitte schließe doch nicht von ihnen oder von dir auf andere. Was du beschreibst sind Erfahrungen, die sich möglicherweise sogar mit einigen hier aus dem Forum decken - aber das Gleiche gibt es für so gut wie jedes Spiel, jeden Geschmack, jedes andere Medium. Und es gibt immer wieder die, die meinen, dass ihre Meinung Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat. So etwas gibt es in Geschmacksfragen nicht, ganz gleich wie viele dir vermeintlich den Rücken stärken.

Dass sich V:tM für mich als enttäuschend erwiesen hat, und ich bestimmte Spielstile (mit stark erzählenden Spielleitern) nicht leiden kann und diesen Stil hauptsächlich bei V:tM erlebt habe, ist alles völlig subjektiv. Die Spielstilvorliebe ist eine Geschmacksfrage, die Beobachtungen bei verschiedenen V:tM-Runden erlauben keinen Rückschluss auf die Gesamtheit (Beobachterfehler und zu geringe Stichprobe).

Das Blöde an der Sache ist, dass alles hier Einzelerfahrungen sind. Natürlich kann jemand V:tM völlig anders erlebt haben als ich - was auf einem völlig anderen objektiven Tatbestand beruhen kann, als auch an einer völlig anderen subjektiven Bewertung liegen kann. Forendiskussionen erfüllen nunmal keine wissenschaftlichen Standards (und Objektivität in den Sozialwissenschaften ist auch eine Sache für sich).
Theoretisch gilt das mit der Subjektivität auch für meine Behauptung, dass das Würfelsystem von Vampires umständlich und schwerfällig ist, aber hier gibts auch ein paar "objektive" Argumente.

Trotzdem freut es mich für dich, wenn du selten Leuten begegnet bist, die V:tM als ein besonders tolles Rollenspiel ansehen, oder selten mit Spielleitern gespielt hast, die das Spiel nur als Ventil für ihre schriftstellerischen Leidenschaften und Bühne für ihre NSCs angesehen haben, und deine Vampires-Actionszenen (und Kämpfe) eher selten zu spielzeitfressenden Würfelorgien wurden. Aber meine subjektive Erfahrungswelt ist eine andere, und lustigerweise ähnelt meine subjektive Erfahrung zu weiten Teilen der anderer V:tM-Spieler.

Was ich aber noch interessanter finde, ist, dass meine Freunde und ich fast die gleichen Runden gespielt haben, die objektiven Beobachtungen teilen, aber völlig unterschiedliche subjektive Bewertungen dazu haben. Wenn ich z.B. das System kritisiere, sehen sie oft eher die Spielleiter als verantwortlich an usw. Ja, vielleicht täusche ich mich in V:tM - aber ich empfinde es schon als auffällig, dass ich mit kaum einem anderen System solche Enttäuschungen erlebt habe. Und dann schlägt sich der Unterschied zwischen der angepriesenen Ware und den realen Erlebnissen doppelt nieder.

Erst wirfst du mir vor, mit zweierlei Maß zu messen und andere Spielstile nicht gleichberechtigt neben "meinem" zu akzeptieren und jetzt sowas. Erstens ist das in meiner Erfahrung nur in sehr wenigen Runden passiert und zweitens hatten die nicht viel mit Vampire zu tun. Pseudointellektueller Forenkonsens ist nicht gleich allgemeingültige Wahrheit.

Ob dus glaubst oder nicht, aber ich meine, dass meine Ansicht kein Forenkonsens ist, und das sie selbst im Tanelorn eine eher randständige Position ist. Ich glaube sogar, die meisten Leute hier mögen V:tM.

Im Übrigen habe ich bestätigt, dass die meisten Vampire-Runden, auch in meiner Erinnerung, "schlecht gelaufen sind"

Interessanter Punkt. Schiebst du das alles auf persönliches Pech, oder könnte nicht vielleicht doch etwas an diesem System liegen?

und mich ausschließlich gegen eine Verallgemeinerung und Festlegung "objektiver" Tatsachen bezüglich der Qualität des Spiel(-System)s gerichtet. Das ich dafür gleich wieder in die Fanboy-Ecke geschoben werde spricht Bände über die wirkliche Verblendung, die in diesem Thema Einzug hält.

Und an der Stelle sehe ich eben bei Vampires ein viel ausgeprägteres Defensivverhalten der Spieler gegen Kritik, als in anderen Rollenspielen. Ich wette, mit einem Earthdawn oder d20 Spieler, selbst einem W:tA-Spieler, komm ich leichter auf einen Nenner was Kritik an seinem Lieblingssystem angeht, als mit einem Vampire-Spieler. Subjektive Erfahrung? Ja, ohne Zweifel. Aber die Wagenburgmentalität ist nunmal bei einigen Spielen ausgeprägter als bei anderen (und Teylen hat da, was SW angeht, nach meinem Eindruck sogar teilweise recht, da gibts auch manchmal zu schnell Stress, aber das ist eine andere Baustelle).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 18:17
Und es nicht perse schlecht. Ich frage mich nur wie man auf ein Spiel schreiben kann, dass es um soziale konflikte etc geht aber mehr Zeit und Seiten aufs Kampfsystem "verschwendet" als auf den angeblichen Kernpunkt des Spiels.
Weil man halt noch nicht sooo geuebt im Design war.
Sprueche wie "Ihr habt X Kampffertigkeiten und X+y>10 andere Fertigkeiten" im Buch weisen ja drauf hin das man es nicht absichtlich verhauen / ausgelassen hat.

Zitat
Und damit verabschiede ich mich auch. Ich habe immerhin gelernt, dass selbst 2011 die Schwächen von VtM immer noch schön geredetet werden. Es ist ja ein Feature und kein Bug, dass dieses Spiel Probleme mit seiner Corestory hat.  ::)
Allez, es ist ja nun auch nicht so als waere in den letzten 13 Jahren eine neue Edition erschienen welche die Schwaechen haette beheben koennen.
Und erstaunlicherweise spielen die Spieler es ja auch noch gern, anstelle es zu meiden und zu begraben. Die Fieslinge.  ^^
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 18:23
Nur so eine Randnotiz: Ich würde echt gerne mal mit einem bunten Haufen von Euch 'ne Runde VtM spielen, der Thread alleine zeigt soviele Facetten auf und ich hab wirklich wieder Lust auf 'ne Runde eintauchen in die WoD.

Ich komm zwar mit dem Schreiben kaum nach, aber das ist mal ein toller Vorschlag. Mich würde mal interessieren, wie die Leute so in Real Life drauf sind, die sich wegen V:tM immer noch (nach Jahren) so leicht aufregen können, dass dieser Thread so schnell wächst (ich bin normalerweise in Rollenspielangelegenheiten entspannter, außer ich leite das erst mal mit unbekannten Spielern ;D )
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 1.08.2011 | 18:30
Zum Spielverstaendnis, vielleicht hilft ein kleiner Fragebogen.
Sowas wie:

(Sozial-Faehigkeitscap, Entartungswuerfe, schlechtes Aussehen)


Das ganze kann man ja auch als Fragen an eine neue Gruppe stellen.
Dann sollte es auch klappen ^^
(Wuerde mich nicht wundern wenn sich eine solche Liste in einer der Spielhilfen-Buecher findet)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 1.08.2011 | 18:40
Sehr ärgerlich, wenn gerade inmitten des nächsten getippten Romans alles futsch ist, ohne dass man auch nur eine Taste gedrückt hat.  ::)  :verschwoer:

Bei dem Beitrag, auf den ich zuerst antworten wollte, kommen zwei verschiedene Dinge zum Tragen, Teylen.

Auf der einen Seite stehen die allgemeinen Dinge zum System (um die es hier ja auch gehen soll), auf der anderen Seite stehen da Details aus der aktuell gegebenen Tischrunde.

Ich fang mal mit den Details der aktuellen Runde an, die ich in diesem Thread allerdings ungern vertiefen würde:
Das Ganze orientiert sich am Sabbat, soll also schon eigentlich dahin führen (aktuell gibt es ihn noch gar nicht, wir befinden uns nämlich (noch) bei Dark Ages). Das war von vornherein so klar, weshalb beispielsweise auch einige Pfade außen vor bleiben sollten. Zugleich wurde aber explizit gesagt, dass es sich letztlich um eine Individualentscheidung der Charaktere handelt, es also z.B. möglich wäre, dass sich zwei für die Camarilla entscheiden, zwei für gar nichts und der Rest für den Sabbat.
Ich halte das grundsätzlich für eine sehr schwierige Option, auf jeden Fall aber ist es zwingend nötig, den Kanon zu beugen zu Gunsten der Runde, um das Zusammenspiel weiterhin möglich zu machen, sollte es zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen.

Das ist dann der Schwenk hin zu den allgemeinen Vampire-Vorurteilen für mich. Denn einerseits erwarten bestimmte Leute, dass
als normaler Spieler faende ich es gut wenn es dem Spieler selbst ueberlassen wird zur welcher Haltung sein Charakter aus welchen Gruenden gekommen ist. Schliesslich spielt man einen fiktiven Charakter und nicht "sich selbst mit Faengen"
,
andererseits wird umgekehrt nicht dasselbe zugestanden - was ich wiederum als "typisch Vampire" erlebe.

Damit meine ich nun nicht dich persönlich, aber das Zitat ist perfekt, weil es nämlich genau das widerspiegelt, was ich so erlebt habe und erlebe.
Der Haken dabei: Bei meinen bisherigen Spielerlebnissen ist da in einem Großteil der Fälle keine Haltung aus irgendwelchen Gründen.
Und genau das ist mein Hauptkritikpunkt und auch das, was ich ständig erlebe. Da wird was von Haltungen, Erfahrungen und Gründen eines Charakters ins Rennen geworfen, aber genauer wird das nicht definiert, weil es nämlich dazu keine genauen Gedanken gibt, weil das Ganze streng geheimes Wissen sein soll und andere ja zu blöd sind, Inplay und Outplay zu trennen, weil man sich keine größeren Gedanken zu einem Präludium gemacht oder ein solches ausgespielt hat etc.
Und ja, das kann man als Mitspieler durchaus beurteilen, auch wenn man nicht Bogen, Hintergrund (falls vorhanden) in der Hand hat, weil man es nämlich spätestens dann merkt, wenn es überhaupt keine Kontinuität im Charakterverhalten gibt, wenn es keinerlei Werte, Vorstellungen, Meinungen etc. des Charakters gibt, die besonders stark, besonders oft oder überhaupt sonstwie ins Spiel gebracht werden. Wenn nämlich alles genau so gedreht wird, wie es gerade optimal erscheint. Da lässt man dann nicht nur 5, sondern direkt mal 77 gerade sein, weil: Ist sonst halt uncool.

Diese Folgen aus so einer Spielart nerven mich enorm, wenn es allerdings grundsätzlich einen Charakter gibt, der wie von dir beschrieben Gründe hat (ob ich die kenne oder nicht ist irrelevant, da geht es mir wie gesagt um die Verhaltenskontinuität): bitte, soll er, kann er, darf er gern machen, was er eben so für richtig, sinnvoll oder sonstwas hält.

Umgekehrt sind es aber genau solche Spieler, die einem dann sagen (im Bereich des Möglichen, bislang allerdings kein reales Beispiel): "Wie, kein Sabbat? Wie, Menschen kein Vieh? Wie ... (whatever)? Du MUSST aber dies und jenes, weil sonst muss mein Charakter dich leider schneiden, verraten, vernichten etc."

Wo ist denn da bitte das auch nur angestrebte Zusammenspiel oder auch nur der Wille, jedem Tierchen sein Pläsierchen zu lassen?

Ah, doch, es passt wohl ein reales Beispiel, wenn auch nicht aus der aktuellen Runde: Genau diese Nummer ist nämlich im Grunde auch bei der Forenrunde Sabbat damals passiert: "ICH will ein Blutfestmahl, weil ICH bin voll cool im Sabbat und ICH hab das auch im Buch gelesen, dass das so gemacht wird, deswegen scheiße ICH darauf, dass das hier nicht gewünscht wird, deswegen interessiert es MICH nicht, dass hier auch Minderjährige lesen und darum auch laut Forenregeln nicht geht, weil IHR sonst nämlich einfach alle uncool, unflexibel und nicht krass genug für den Sabbat seid. So."

Und genau da sind wir dann wieder bei den Vorurteilen, dass dieser Spielertyp zwar gerne Förmchen und Schüppchen haben möchte, aber zu egozentrisch ist, auch mal ne Schüppe Sand abzugeben.

Sachen wie vergleichbares Machtniveau der Charaktere, Umgang mit Tabus und Grenzüberschreitungen usw. können natürlich noch dazu kommen, aber die halte ich nicht für wesentlich beim Kernproblem.

Und sicherlich gibt es irgendwo Leute, die die "äußerliche Form des Horrors direkt thematisieren", zu gut deutsch: einen mehr oder weniger ausgeprägten Hang zu Splatter/Gore haben, und die dennoch nicht "das Drama, den psyschologischen Horror, die moralischen Konflikte oder Tragik ausblenden". Ich weiß es nicht genau, aber ein paar (keine Hand voll) kenne ich vermutlich sogar, bei denen das so ist.
Das entspricht aber nicht dem gängigen Spielertyp bei Vampire, zumindest nicht meiner Erfahrung nach an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Menschen, in unterschiedlicher Form.

Und ehrlich gesagt wundere ich mich auch, warum auch heute noch viele V:tM-Fans bei diesem Hintergrund und diesem Regelsystem überrascht sind, dass da Gewaltorgien vorkommen und eine Menge Powergamer mitspielen wollen.

Also mich wundert es nicht, nur finde ich die offenbar immer wiederkehrende Bestätigung des Ganzen enttäuschend.
Mag sein, dass die Regeln von V:tM wirklich extrem anders sind als die der sonstigen oWoD, so regelfest bin ich da wie gesagt nicht, aber eigentlich sollte das so unterschiedlich doch nicht sein, da alle dasselbe Grundgerüst verwenden?
Und V:tM-Fan ... bin ich nicht und wie es aussieht, werde ich es auch nicht mehr werden *seufz*.

Hinsichtlich der "Gewaltorgien".
Also ich halte es einerseits nicht fuer ein V:tM spezifisches Problem. Da kann man mit jedem Setting reintappen - zumindest mir ist es bei HEX passiert.
Allenfalls das es sich vermutlich noch verstaerkt wenn ein Setting den Themenbereich Horror umfasst.
Da hilft normalerweise wenn man vorher drueber redet wo so die Ekel / Gewaltgrenze liegt und wie man nun die Menschlichkeit handhabt.

Noch mal: Mir geht es nicht im allgemeinen um Grenzüberschreitungen, Ekel-, Tabu- oder Gewaltgrenzen als solche.
Und ich halte es nach wie vor für ein V:tM-spezifisches Problem, auch wenn ich es nicht verstehen kann.
Ich habe Werwolf gespielt, Dämonen, Mumien, Changeling, Wraith ... von Systemen abseits der WoD, die zum Horrorgenre zählen oder gezählt werden, habe ich bislang Little Fears/Kleine Ängste gespielt, Cthulhu, KULT und bislang nur einmal All flesh must be eaten.
Ich hab in keinem dieser Systeme bislang dieselben oder auch nur ähnliche Erfahrungen gemacht wie bei Vampire.
Komisch, oder?
Okay, zugegeben: Die KULT-Runde habe ich sehr schnell verlassen, weil sie mir persönlich zu krass war. Das hing allerdings nicht mit dem Gewaltlevel oder Grenzüberschreitungen zusammen, sondern hatte andere Gründe. Ist hier jetzt auch irrelevant, zumal es persönliche Gründe waren.
Das war dennoch eine sehr gute Gruppe mit einem wirklich supertollen SL, und mit der Aussage habe ich mich damals auch aus der Runde verabschiedet. Das war einfach zum damaligen Zeitpunkt aus bestimmten Gründen zu heavy für mich und ich find's okay, das einfach so einzusehen und als Konsequenz dann zu gehen. Das hatte aber nur etwas mit mir zu tun, nicht mit dem System, nicht mit dem SL und nicht mit der Gruppe. Ich würd's heute wieder spielen mögen.
Das sehe ich in Bezug auf meine bisherigen Vampire-Erfahrungen anders.

Was genau sind übertriebene Grausamkeiten? Für eine Sabbatrunde und dabei noch einen der Tschi...-Chi...-äh na die Foltertruppe halt - ist es irgendwie ein interessantes Gegenstück und stimmungsförderndes Element in meinen Augen. Man(n) muss es ja nicht unbedingt übertreiben, aber die Perversität des Sabbats stellt für mich ein stimmungsintensives Element dar.

Edit(h): Habt ihr eigentlich schon 'mal Backgroundstories wie Eternal Hearts gelesen? Die Grundinspiration und Herangehensweise von VtM war ziemlich hart(bzw. Hardcore) in allen Richtungen.

Nö, ich kenne keine Backgroundstorys.

Aber weil es sich gerade so anbietet: Wo übertriebene Grausamkeit anfängt, entscheidet jede Gruppe immer individuell, denke ich.

Mir geht es aber nicht darum, dass der Gewaltlevel bei V:tM oder beim Sabbat mir generell zuviel wäre, sondern ich finde die erlebte Umsetzung desselben zumeist schlicht als - ich schrieb es schon - platt und primitiv. Das hat mit Stimmungsförderung oder -intensivierung nichts zu tun, vielmehr was mit Stimmungstötung.

Man kann mit wenigen Sätzen oder mit den Dingen, die man eben nicht sagt oder zeigt, meist sehr viel mehr erreichen als mit exzessiver Darstellung unklarer Motivation. Exzessive Darstellung vor dem Hintergrund persönlich orientierter Motivationen stellt da für mich eher so ein Mittelding dar.

Das soll nicht heißen, dass das Mittel der Wahl sein sollte oder muss. Ich sehe durchaus sinnvolle Einsatzmöglichkeiten auch für explizite und umfangreichere Darstellungen ... wenn auch nur relativ wenige, insofern es wirklich der Stimmung dienen soll. Kann aber sein, klar, und das sind nicht die Dinge, die ich ablehne, sondern eben das tumbe "Moshen" ohne Hintergrund und ohne Konsequenz. Und letzteres scheinen sich halt die meisten Vampire-Spieler warum auch immer auf die Fahnen geschrieben zu haben.
Ich glaube langsam, dass Scimis Beitrag von Seite 1 da sehr viel Gewicht hat.

Es gibt dummerweise zuviele Spieler, die sich in der Regelmechanik des Spiels verhaken und dort den heiligen Gral suchen. Oftmals kommt sowas vor allem auf Cons vor, aber es liegt eigentlich am Menschen selbst, der das Spiel spielt. Das ganze fängt an bei Dingen wie "ich möchte irgendwie meine Generation senken" - "ich möchte diese und jene (überaus komplizierte) Disziplin" - "ich möchte diesen Clan spielen (und habe keine Ahnung davon wie man das tut, aber die Diszis lesen sich geil)" und endet bei Munchkin-Bauten mit höchst suspekten Disziplinsausprägungen und -höhen und Blutbädern von Spielern, die noch keine 18 sind, oder sich selbst für eine Verkörperung des Death-Metal-Anarchen halten. In keine anderen Spiel findet man so viele Blödnasen und Psychopathen. Leider.

Ich find's gerade ein bisschen erschreckend, wie bekannt mir das vorkommt ...

Wenn ich aber diese mir unsympathische Oberfläche wegnehme bleiben aus meiner Sicht viele ernsthaft gute und komplex denkende Spieler übrig, die das Ganze mit Farbe füllen. Ich habe über zwei Dutzend genialer Spieler kennengelernt, die so mannigfaltige Charakterideen haben und diese sehr gut umsetzen und spielen können - und dabei zwar die Regeln kennen, aber sie nicht für sich ausnutzen möchten.

Und daraus besteht meine Hoffnung. Ich finde die Grundidee zu V:tM ja nett, warum sonst würde ich es überhaupt immer wieder mal versuchen?
Allerdings sehe ich diese Lichtblicke, die du hier beschreibst, immer nur gepaart mit den Beispielen von weiter oben und nicht getrennt voneinander.
Schade.

Ein anderer Punkt ist, man muss das Spiel ungemein eingrenzen, vor allem bei den Optionen den Charakter zu bauen. (...) Bei mir dürfen zum Beispiel Die Clansdisziplinen sich allerhöchstens um zwei Punkte unterscheiden, ich habe zuviele Startcharaktere gesehen mit Verdunklung 5 oder Geschwindigkeit 5. Gibts bei mir nicht. Zudem beschränke ich die Nichtclansdisziplinen auf die Höhe der niedrigsten Clansdisziplin. Das Blut des Clans ist nicht zu leugnen.

Du hälst es also auch für unabdingbar, bei Vampire im Vorfeld oder möglichst frühzeitig sehr klare Definitionen, Grenzen etc. festzulegen und als "Rundengebote" (oder meinetwegen Hausregeln  ;)) festzunageln?

Und findest du, dass V:tM das nötiger hat als andere Systeme?

Was gerade bei Werewolf daran liegt das es einen recht 'stumpfen' Eindruck macht. Kurz gesagt, das bisschen Zwischenwelten gespringe sowie die Umwelt Einstellung macht mir die Beschreibung als gewaltaetige, unglaublich starke Werwoelfe nicht schmackhafter. Der Comic "Black Furies" bestaetigte die Vorurteile eher. Haette es ganz spannend gefunden, aber letztlich kaempfen sich die Charaktere dort unter massiver Gewaltanwendung durch die Geschichte. An die Theo "Shaft" Bell im Anschluss nicht heran kommt.

Ja, den Eindruck hatte ich auch lange von Werwolf (Comics sind, wie gesagt, nicht mein Ding, also ich kenne die nicht). Ich dachte mir: Wenn Vampire schon dauernd so aus dem Ruder zu laufen scheint bzw. einen bestimmten Typ Spieler anzieht, wird Werwolf dem Ganzen wohl die Krone aufsetzen.
Ich war überrascht zu erfahren, dass das nicht so ist. Die Charaktere, die ich bei Werwolf erlebt habe, hatten genau das, was mir bei Vampire meist fehlt: Hintergrund und Motivation sowie eine kontinuierliche Spielform.

Ich halte es fuer massiv falsch bei Spielern, welche brutale oder detaillierte Szenen einbringen beziehungsweise beschreiben, darueber zu philosophieren das dort irgendwelche persoenlichen Eigenheiten des Spielers nach aussen projieziert werden.
Als Spieler trenne ich strikt zwischen dem Charakter und meiner Person.
Nun und ich erwarte eigentlich von meinem Umfeld das es die Trennung akzeptieren kann.
Insbesondere wenn es sich hierbei um andere Rollenspieler handelt.

Naja, das wäre auch wieder ein Thema für sich. Das Thema kommt ganz gern mit Nicht-Rollenspielern auf, die dann postulieren, dass ja Eigenschaft X oder Verhalten Y zwingend in einem drin stecke, weil man es sonst nicht spielen könnte und sie mit Erschrecken darüber nachdenken, was das wohl über die wahre Persönlichkeit eines Spielers aussagt.
Ich denke: Das stimmt - und es stimmt nicht.
Kein Mensch fragt: Wieso malst du so ein düsteres Bild? Warum schreibt jemand einen Horrorroman? Weswegen entsteht ein Horrorfilm?
Wenn man dann aber in eine Charakterrolle im Rahmen des RPG schlüpft, wird es komischerweise plötzlich persönlich und fragwürdig. Halte ich für Unsinn.
Dennoch kann man tatsächlich nur spielen, was man spielen kann, ganz simpel formuliert. Wenn diverse Sachen nicht Teil der eigenen Persönlichkeit sind, kann man sie nicht (gut) spielen, weil man sie nicht mal im Ansatz (ausreichend) nachvollziehen kann.
Trotzdem ist eine Trennung ungemein wichtig - um mal ein weniger emotionsgeladenes Beispiel zu nennen: Wer gerne Diebe spielt, ist nicht zugleich auch kleptoman veranlagt, hat vielleicht noch nie in seinem ganzen Leben gestohlen und wird es auch nie tun. Kann sein - und muss man unbedingt trennen. Vorstellen kann die Person es sich aber in irgendeinem Hinterstübchen schon, sonst wird der Dieb nicht plausibel.
Dennoch kann man da nicht vom Charakter auf die Persönlichkeit des Spielers schließen. Einmal, weil schon Nuancen eine Charakterpersönlichkeit verändern können und natürlich auch, weil man eben spielt. Tun Schauspieler auch und werden nicht in ihrer Persönlichkeit hinterfragt, nicht mal die obligatorischen Bösewichte.

Aber bei einer Verschmelzung von Charakter und Spieler bzw. der Trennung von Fiktion und Realitaet, bekaeme man doch bei dem ganzen Horror, potentiell, direkt gesagt, einen Dachschaden?

Wahrscheinlich - vor allem, wenn man verschiedene Charaktere, Systeme etc. spielt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 1.08.2011 | 18:55
Nur so eine Randnotiz: Ich würde echt gerne mal mit einem bunten Haufen von Euch 'ne Runde VtM spielen, der Thread alleine zeigt soviele Facetten auf und ich hab wirklich wieder Lust auf 'ne Runde eintauchen in die WoD.

Da wäre ich dabei, wobei ... so um die Ecke rum wohnst du nicht gerade, und beim nächsten Treffen jetzt bin ich auch nicht da (muss arbeiten).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 19:13
Zu den Systemen, es klingt zwar recht faszinierend aber die Kunst von V:tM war es doch die Punkte allesamt in ein System zu pressen, drauf zu schreiben das man Stories entwickeln will, Intrigen, Kaempfe, Abenteuer (Suche das Buch Nod), Crunch (Hey da ist es!) und innere Konflikte. Und es dann als packen raus zu geben.

Das Markierte war mit viel Zugeständnissen das eigentlich Neue, aber auch nur wegen der aggressiven Vermarktung: Rollenspiel als Storyspiel. Aber natürlich waren vorher schon Spiele erschienen, bei denen Story im Mittelpunkt stand, das haben bloß wenige so betont.

Vielleicht teilweise nur sacht und noch nicht mit den Ideen wie man sie heute hat, aber so theorethisch ist das meiste angedacht. Man hat Willenskraft, Konzepte, Verhalten und Wesen, Geistesstoerungen, Vor- & Nachteile, sowie Hintergruende fuer die Story und den Char, ein doppeltes dutzend Sozial & Info Faehigkeiten sowie Status fuer die Intriegen, ein Kampfsystem und genug Crunch fuer Abenteuer gibt es wahrlich. Dazu ein ein passendes Setting.

Aber auch da war wenig Neues dabei. Nature + Demeanor gestehe ich dir gerne zu, auch das passende Setting.
Geistesstörungen gabs bei Warhammer und Call of Cthulhu schon. Vor und Nachteile kannte ich von TORG, bei V:tM waren die ja noch mehr ein Ventil für Powergaming. Zu der Ansammlung an Sozialfähigkeiten und zu Willpower hat Chrischie alles gesagt. Das Kampfsystem war ja gerade nicht storyfördernd, das ist ja das Traurige.

Ich dachte das die Staedtebuecher Sandbox/Chronik-Vorschlaege sind und keine Abenteuer.
Das Abenteuer mit der R-Map muesste Lairs of the Hidden oder Laws of the Night gewesen sein.
(Gibt es iirc in erster und zweiter Edition)

Ah, interessant, kannte ich nicht, und ich dachte, ich kenne alles der 1e und fast alles der 2e. Man kann sich irren - gibts das irgendwo auf PDF?

Ich habe die Antwort eher darauf basiert das ich eine gewisse Anzahl von V:tM Gruppen kennenlernte, dabei ein recht breites Spektrum an Ansichten erfuhr, jedoch Erfahrungen hingegen Spielleiterwillkuer sowie Geschichtsfixierungen, dabei nicht in einen Ausmass vorkammen die vermuten lassen wuerde das V:tM eine inherente Problematik dahingehend inne wohnt.
Weshalb ich die Aussage der Haeufung nicht nachvollziehen kann.

Dazu das Gleiche, was ich schon bei Sol Invictus schrieb: ich weiß um die eingeschränkte Gültigkeit meiner Erfahrungen.

Ich halte die Retro-Welle fuer eine Reaktion auf die Indie-Bewerbung.
V:tM als Ausloeser halte ich fuer zu lange "weg vom Fenster".

Das finde ich interessant.
Die oD&D-Bewegung hat mMn kaum etwas mit Indie-Welle und V:tM oder so zu tun, ich würde die glatt und unverbindlich als Reaktion auf D&D3.x ansehen. Die Indie-Welle, und da haben mMn sowohl du als auch Chrischie prinzipiell recht, ist eine Reaktion auf das Versprechen von V:tM, Drame, Story und Charakterspiel im Rollenspiel in den Mittelpunkt zu nennen. Ob jetzt V:tM dafür die Fundamente gelegt hat, oder ob das Indie-Rollenspiel aus einer Enttäuschung über V:tM entstanden ist, ist mMn dabei zweitrangig. (Obwohl ich natürlich eher an die frustrierten V:tM-Spieler glaube, die versucht haben, das Versprechen von V:tM mit eigenen Regelkonstruktionen einzulösen.)

Haette es aber nur das ganz neue RPG-Erlebnis beschrieben, und in der Verpackung dann nicht geliefert, wuerden die Leute sich nicht bis heute mit irrsinniger beharrlichkeit, trotz der Existenz von Alternativen (V:tR, DFRPG, UA, Kult etc.), daran klammern als wuerde es keine Vampire-RPGs mehr ohne V:tM geben.

Hervorhebung von mir.
Das ist ja genau das, was ich als komisch ansehe, weil ich fest der Überzeugung bin, dass sie nicht geliefert haben. V:tR kam mMn für den Markt zu spät heraus, wer da noch V:tM gespielt hat, der hatte schon seinen Frieden mit dem System gemacht (vermutlich durch Hausregeln oder freies Spiel), würde ich behaupten. Meine Vermutung ist, dass Rollenspieler sehr konservativ sind, was neue Regeln angeht, und darum keine neuen Regeln für ein Setting lernen wollten, das sich auf den ersten Blick kaum vom Maskerade-Setting unterschied.

Es leuchtet aber doch noch.
Es mag komisch sein, es ist merkwuerdig und ich vermute mal selbst WW weiss nicht wieso, aber V:tM strahlt wie ein Stadionfluter.
Es hat nicht aufgehoert zu strahlen nur weil es tot war, es hat seinen eigenen Nachfolger ueberstrahlt, es strahlt sogar in ein MMO hinein.
Es hat eine Spielerschafft, so in der Menge, nach der sich man ein neues (Indie)RPG die Finger lecken wuerde.

Stimmt. Und ich frage mich, was die Spieler daran finden.

Jetzt kann man zwar behaupten das es Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen hat, aber das ist doch den Spielern relativ egal, die dem System dazu verhelfen das es so strahlt. Ich mein, wer knapp 6 Jahre ein totes System derart lebendig haelt, waehrend andere, theorethisch bessere Systeme aus dem Boden spriessen und es langsam echt Out of Print ist,... da muss doch was mehr dran sein als das man sich nur damit "arrangierte" und irgendwelche Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen leicht painvoll ertraegt.

Ja, das verwundert mich auch. Sicherlich spielt dabei eine Rolle, dass nicht jeder Spieler neue Regeln lernen will. Zum Teil glaube ich aber, dass V:tM wirklich eine Mainstreamvorliebe bedient: die Leute wollen Geschichten hören, nicht selbst Geschichten spielen (und ich muss sagen, dass ich DF teilweise als sehr anstrengend empfinde, aber das mag an der Con-Atmosphäre liegen).
 
Ich würde jedes System nach den ersten drei Mal spielen einstellen, wenn es so schwerfällig daherkäme wie V:tM. Ich würde kein System spielen wollen, das derart schlecht ausbalanciert ist. Ich würde jedem SL in Zukunft aus dem Weg gehen, der eine Reihe übermächtiger NSCs auftauchen lässt. Aber V:tM behält seinen Fankreis.

Mich würde ehrlich mal interessieren, wer alles V:tM regelmäßig und by the book spielt. (Selbst Teylen arbeitet ja an einer Konvertierung.)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 1.08.2011 | 19:29
Mich würde ehrlich mal interessieren, wer alles V:tM regelmäßig und by the book spielt. (Selbst Teylen arbeitet ja an einer Konvertierung.)

Ich, von ca. 1996-2001.

Wir haben sogar eigentlich fast nur das Grundbuch benutzt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: El God am 1.08.2011 | 19:41
Zitat
Die Indie-Welle, und da haben mMn sowohl du als auch Chrischie prinzipiell recht, ist eine Reaktion auf das Versprechen von V:tM, Drame, Story und Charakterspiel im Rollenspiel in den Mittelpunkt zu nennen. Ob jetzt V:tM dafür die Fundamente gelegt hat, oder ob das Indie-Rollenspiel aus einer Enttäuschung über V:tM entstanden ist, ist mMn dabei zweitrangig. (Obwohl ich natürlich eher an die frustrierten V:tM-Spieler glaube, die versucht haben, das Versprechen von V:tM mit eigenen Regelkonstruktionen einzulösen.)

Symptomatisch für die Unzufriedenheit der Forgianer mit VtM sei z.B. die Braindamage-Geschichte mit Ron Edwards genannt, der in etwa gesagt hat: Wer VtM spielt und damit glücklich ist, muss echt einen Hirnschaden haben. Nicht alle haben seine Meinung geteilt, aber ich denke tatsächlich, dass die Unzufriedenheit mit vorhandenen Storytelling-Regeln Motivation für viele Aspekte der Forge war.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 1.08.2011 | 19:48
[...],der in etwa gesagt hat: Wer VtM spielt und damit glücklich ist, muss echt einen Hirnschaden haben.

Naja.

Zitat
The most damaged participants are too horrible even to look upon, much less to describe. This has nothing to do with geekery. When I say "brain damage," I mean it literally. Their minds have been *harmed.*

Das klingt eher nach: Vampire spielen verursacht Hirnschäden.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Koenn am 1.08.2011 | 20:01
Du hälst es also auch für unabdingbar, bei Vampire im Vorfeld oder möglichst frühzeitig sehr klare Definitionen, Grenzen etc. festzulegen und als "Rundengebote" (oder meinetwegen Hausregeln  ;)) festzunageln?

Und findest du, dass V:tM das nötiger hat als andere Systeme?

Zur ersten Frage: Ich selbst mag es als Spieler so, dass ich zwar meinen SL frage, was passt in deine Runde, was nicht, was darf ich, was nicht. Da ich Nachkorrekturen ungemein lästig finde, weil sie das Charakterkonzept verschieben können, kläre ich das am Anfang ab und habe dann innerhalb der Restriktionen meine Freiheiten, mit denen ich mir dann meinen Char baue. Darauf aufbauend verfahre ich als SL so mit meinen Spielern, damit sie ihre notwendige Freiheiten haben, den Charakter nach ihrem Wunsch zu bauen, ohne dass ich ständig Kommentare abgeben muss. Klare Definitionen, Grenzen, Hausregeln finde ich durchaus wichtig, damit Dinge nicht ausufern - aber die Freiheit innerhalb dieser Grenzen alles zu dürfen ist genauso wichtig. Ohne diese Grenzen plöppen dann wieder diese lästigen Charakteren auf, die sich über extremes hi-lowing definieren.

Deine zweite Frage, ja, Vampire hat es spontan gesagt nötiger als andere Systeme (ich nehm jetzt nur die großen und bekannten Systeme als Vergleich). Mir ist kein anderes System bekannt, das einen derart starken Fokus auf die inneren Werte eines Charakters legen. Bei Vampire gibt es Wesen, Verhalten, Tugenden, Menschlichkeit oder einen Weg, mit einem dazugehörigen Wert, Willenskraft, Geistesstörungen, Vor- und Nachteile (und damit ist der Charakter immernoch nicht definiert). Gerade jüngere oder unerfahrene Spieler haben damit ihre Mühen. Auf Cons fiel mir immer wieder auf, dass gerade die Zeilen für Wesen und Verhalten leer sind, beim Wegwert irgendwas niedriges stand, damit der Char ja auch alles grausame ohne Konsequenzen tun darf und dass Vor- und Nachteile sehr ungeschickt oder nach Schema F gewählt werden (Zeugungsunfähig ... narf!). Im Grunde war die Idee für dieses Rollenspiel toll, allerdings setzt sie ein gutes Maß an menschlicher Reife der Spieler (und Leiter) voraus.

Ich habe jetzt nur Beispiele genannt für Hausregeln, es gibt da noch ein paar mehr bei mir (z. B. Diablerieregeln, die auch deutlich Nachteile mit sich bringen können in Form von Geistesstörungen, permanente Streifen in der Aura oder sogar Veränderung einiger Gesichtszüge). Nach so vielen Jahren Vampire kennt man die Punkte des Spiels, an denen sich die Geister scheiden. Zu heftige Disziplinen bekommen Abschwächungen, zu einfache Nachteile geben weniger Punkte.

Ein Tipp, falls du Leute für Vampire suchst: wenn du die Möglichkeit hast, nimm nicht jeden Spieler ins Boot. Lieber nur 2 Spieler und 1 SL, die alle drei dasselbe Verständnis für das Spiel haben, als 4 Spieler und 2 davon, die nur Egotrips und Moschen suchen. Für meine aktuellen Runden habe ich zum Teil über ein Jahr nach den richtigen Leuten gesucht.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: El God am 1.08.2011 | 20:04
Naja.

Das klingt eher nach: Vampire spielen verursacht Hirnschäden.

Und das spricht jetzt eher für VtM?  ;D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 1.08.2011 | 20:05
Und das spricht jetzt eher für VtM?  ;D

Ne, aber gegen Ron Edwards.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 1.08.2011 | 22:01
Da haben wir wohl beide ähnliche Forumserfahrungen gemacht, wenn auch von unterschiedlichen Seiten. Sorry, ich wollte dir kein blindwütiges Fanboytum unterstellen, aber das habe ich leider sehr ungeschickt formuliert.

Siehst du - und da sind wir beide am gleichen Punkt: völlig unnötige und willkürliche Zuordnung des Anderen in ein Lager, dass wir aufgrund unserer Forenerfahrung erfunden haben ;)

Ich würde mich eher als "kritischen (immernoch) Spieler" des Systems betrachten, da mir die meisten Schwächen durchaus bewusst sind, sie in meiner Erfahrung aber nicht ausreichen um das Spiel als Solches zu disqualifizieren. Was wieder von anderen sicher als Anachronismus ausgelegt wird - wayne.

Zitat
Trotzdem freut es mich für dich, wenn du selten Leuten begegnet bist, die V:tM als ein besonders tolles Rollenspiel ansehen, oder selten mit Spielleitern gespielt hast, die das Spiel nur als Ventil für ihre schriftstellerischen Leidenschaften und Bühne für ihre NSCs angesehen haben, und deine Vampires-Actionszenen (und Kämpfe) eher selten zu spielzeitfressenden Würfelorgien wurden. Aber meine subjektive Erfahrungswelt ist eine andere, und lustigerweise ähnelt meine subjektive Erfahrung zu weiten Teilen der anderer V:tM-Spieler.

Da gehen wir von unterschiedlichen Ursachen aus. Du suchst die Schuld beim System, ich bei den Spielern - wenn man überhaupt eine direkte "Schuld" zuordnen kann.

Zitat
Ob dus glaubst oder nicht, aber ich meine, dass meine Ansicht kein Forenkonsens ist, und das sie selbst im Tanelorn eine eher randständige Position ist. Ich glaube sogar, die meisten Leute hier mögen V:tM.

Kann selektive Wahrnehmung meinerseits sein, aber ich hatte in den letzten Monaten / im letzten Jahr beim Lesen zahlreicher Beiträge bezüglich des Themas immer wieder das Gefühl, dass sich der Glaube an "wir haben ja bereits bewiesen, dass Vampire objektiv schlecht ist" (ohne dir das jetzt nochmal unterstellen zu wollen) sehr viel weiter verbreitet und durchgesetzt hat, als "die Gegenseite" im Stande wäre, zu kontern. Deshalb sprach ich von Forenkonsens aber da sind wir beide dem gleichen Teufel "Voreingenommenheit" und "Beißreflex" erlegen.

Zitat
Interessanter Punkt. Schiebst du das alles auf persönliches Pech, oder könnte nicht vielleicht doch etwas an diesem System liegen?

Wenn ich sage "die Meisten", dann sehe ich das relativ und es bezieht sich generell auf frühere Runden vor ein paar Jahren. In den letzten Jahren hatte ich keine einzige schlechte Vampirerunde, weder als Spieler, noch als Spielleiter (und es wurde viel Vampire gespielt, auch in verschiedenen Runden, mit Freunden und mit Fremden). Aber ich kann die Kritik an den Spielern und Runden verstehen, da ich so gut wie jede Negativerfahrung so oder so ähnlich selbst erlebt habe, auch in der Frequenz.

Deswegen bestreite ich ja gar nicht, dass das System eine Mitschuld trägt, oder dass es vor Allem in der Vergangenheit gewisse Spielertypen angezogen hat, ich habe mich - wie gesagt - eher gegen den Pauschalvorwurf gewandt, der mich, als Spieler des Systems, als gehirnamptutierten Konservativen tituliert, der nur noch nicht begreifen will, dass der Gong geschlagen hat.

Zitat
Und an der Stelle sehe ich eben bei Vampires ein viel ausgeprägteres Defensivverhalten der Spieler gegen Kritik, als in anderen Rollenspielen. Ich wette, mit einem Earthdawn oder d20 Spieler, selbst einem W:tA-Spieler, komm ich leichter auf einen Nenner was Kritik an seinem Lieblingssystem angeht, als mit einem Vampire-Spieler. Subjektive Erfahrung? Ja, ohne Zweifel. Aber die Wagenburgmentalität ist nunmal bei einigen Spielen ausgeprägter als bei anderen (und Teylen hat da, was SW angeht, nach meinem Eindruck sogar teilweise recht, da gibts auch manchmal zu schnell Stress, aber das ist eine andere Baustelle).

Joa macht Sinn, meiner Meinung nach. Das Thema wird und wurde mit so harten Bandagen (Allgemeingültigkeit) "diskutiert", dass der Beißreflex fast schon naturgegen höher ist. So wie bei jedem Hype.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.08.2011 | 23:26
Deswegen bestreite ich ja gar nicht, dass das System eine Mitschuld trägt, oder dass es vor Allem in der Vergangenheit gewisse Spielertypen angezogen hat, ich habe mich - wie gesagt - eher gegen den Pauschalvorwurf gewandt, der mich, als Spieler des Systems, als gehirnamptutierten Konservativen tituliert, der nur noch nicht begreifen will, dass der Gong geschlagen hat.

Ich glaube, in den meisten Sachen kann ich dir zustimmen, und vielleicht hast du sogar recht, dass ich ein wenig zu viel Eifer darin zeige, schnell und z.T. zu Unrecht V:tM als System die ganze Verantwortung für verhunzte Spielrunden anzulasten. Mit dem Konservatismus möchte ich aber noch schnell eine Sache erklären: Systemkonservatismus ist für mich nicht prinzipiell doof oder gehirnamputiert, sondern unter vielen Gesichtspunkten verständlich. Wenn man ein System so halbwegs durchdrungen und vielleicht auf seine Spielbedürfnisse angepasst hat, und keinen Spaß daran findet (oder die Zeit fehlt), neue Regeln auszuprobieren und auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen, dann ist konservatives Spielverhalten völlig vernünftig.

Nochwas zum Thema Gewaltdarstellung in V:tM: Ich halte den Sabbat für eine äußerst unappetitliche Gruppierung, die so ziemlich der letzte Verein ist, in den ich eintreten wollte. Wenn man Sabbat fluffkonform spielt, würde ich wahrscheinlich wenig Spaß dran haben, und wir haben Sabbat damals eher als "etwas bösere Camarilla" gespielt. Montreal by night empfand ich auch als ziemlich abstoßend, aber ich spiel ja sowieso lieber Paladine als Serienmörder. Kein anderes System aus der oWoD hebt meiner Meinung nach so auf das "böses Monster spielen" ab wie V:tM, und da sind Sabbatchroniken nochmal besonders "böse" (und Tzimisce nochmal eine Portion Extraböse). Zwar finde ich es generell wichtig, dass man bei jedem längerfristigen Rollenspiel seine persönlichen Tabus in der Gruppe abklärt, aber bei V:tM (oder anderen Monster-Horror-Spielen) halte ich das nochmal für besonders wichtig.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 2.08.2011 | 00:40
Aber auch da war wenig Neues dabei.
Mein Punkt wäre die Bündelung aller Punkte.

Zitat
Ah, interessant, kannte ich nicht, und ich dachte, ich kenne alles der 1e und fast alles der 2e. Man kann sich irren - gibts das irgendwo auf PDF?
Hab nachgesehen, es ist Lair of the Hidden / Hort der Verborgenen, in der dt. Ausgabe 8 Seiten RMaps, wenn ich mich nicht verzählt habe. Es gibt es hier: http://rpg.drivethrustuff.com/product_info.php?products_id=537&it=1&filters=0_0_40050_0

Zitat
Ob jetzt V:tM dafür die Fundamente gelegt hat, oder ob das Indie-Rollenspiel aus einer Enttäuschung über V:tM entstanden ist, ist mMn dabei zweitrangig. (Obwohl ich natürlich eher an die frustrierten V:tM-Spieler glaube, die versucht haben, das Versprechen von V:tM mit eigenen Regelkonstruktionen einzulösen.)
Ob aus Frustration oder Begeisterung der Spieler, denke ich das V:tM da ein Fundament gelegt hat in die Richtung die man hin wollte.

Zitat
Mich würde ehrlich mal interessieren, wer alles V:tM regelmäßig und by the book spielt. (Selbst Teylen arbeitet ja an einer Konvertierung.)
Abgesehen von den entsprechenden Hausregeln bin ich aktuell in mehr oder weniger drei V:tM Runden aktiv.
(Skype, Chat, P&P - bei ersterer und letzterer steht das erste aktive Spiel noch aus)

Dabei ist die Skype Runde, dicht an dem Buch, der Chat schwingt im fliegenden Wechsel auf V20 auf und ich vermute das die P&P Runde RAW spielt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 2.08.2011 | 11:07
@Tuempelritter:
Nochmal was ausfuehrlicher. Immerhin war der Post gestern Nacht nacht eher knapp.

Hinsichtlich der Indie-Bewegung sehe ich es so das V:tM die Leute motivierte, welche die Versprechungen von V:tM nicht oder unzureichend umgesetzt sahen, sich auf die Hinterbeine zu setzen und die vorgestellten Ansaetze zu etwas funktionierenden weiter zu entwickeln.
Ebenso hatte Nin ein Link zu einem PodCast oder YouTube Video mit Justin Achilli zu dem Thema des 20 jaehrigen von V:tM gepostet, in diesem hebt er hervor das man durchaus damals dahin wollte wo DFRPG heute ist, aber - weil es fuer einen selbst noch neu war - es nicht ganz so erreichte.

Was die Welle an OldSchool beziehungsweise Retro Spielen betrifft, habe ich durchaus den Eindruck, das sie, nachdem die Indie Welle immer mehr abhob, und sich gefuehlt gegenueber aelteren Rollenspielen aehnlich konsequent abgrenzt wie V:tM, aus dem Wunsch heraus entstanden sind wieder geerdet das spielen zu wollen was man frueher mochte.


Wegen des funktionalen Lieferumfangs, das V:tM fuer einige Spieler nicht das liefern konnte was es versprach ist offensichtlich. Allerdings lieferte es fuer viele Spieler das was drauf Stand. Gegebenfalls mit freien Hausregeln, imho jedoch eher ohne freies Spiel.
Natuerlich kann man Regeln fuer den sozial Kampf stringenter gestalten, die Kampf Regeln als solches dynamischer, Systeme wie Willenskraft einflussreicher, und dergleichen mehr.
Wuerde sagen mehr Crunch, aber ich glaube nicht das ein Mangel an Crunch eine Schwaeche ist.
Aber, als System bzw. Komplett-Packung, ist V:tM gut spielbar.
Andernfalls haette V:tM nicht bis zu dem erscheinen von V:tR dreizehn Jahre lang durchgehalten.

Wieso V:tR nicht so funktioniert hat, also ich glaube nicht das es unbedingt daran lag das die Fans zu konservativ waren.
Ein Aspekt der mir auf gefallen ist, gerade da Laws erwaehnt wurde, ist das er ueberrascht feststellte das Storyteller seiner Ansicht nach keinen Crunch wollen, V:tM jedoch seine Spieler mit Crunch zu wirft.
Nun und wenn man sich bei Fate umschaut und was da erfolgreich ist, cruncht DFRPG doch auch nicht so schlecht.
Vielleicht war einer der Knackpunkte das White Wolf versuchte, zumindest meinem Eindruck nach, ueber die Lokalisierung der Politik, dem Aufloesen des Clan-Konzept, V:tR im Gegensatz zu V:tM zu "ent-crunchen"? Nur eine Idee.

Daneben denke ich das V:tR eher zu konservativ, zu nah an V:tM dran war, zu wenig neues bot bzw. das neue nicht flashy genug an gepriesen hat, und das das Komplettpaket-Feeling durch die Reorganisation der Splatbook Hirachie fehlte.


Hinsichtlich der Mainstrealvorliebe. Ich denke nicht das V:tM es den Leuten schmackhaft macht das sie eine Geschichte hoeren, sondern quasi sagt "Wir geben euch Sachen an die Hand mit der ihr tolle Geschichten erzaehlen koennte / gebacken bekommt.", vermutlich findet man die Aussage sogar woertlich irgendwo im Buch. Es setzt dort nicht den Zwang das die Geschichte erspielt ist oder sonst wie technisch gestaltet, sondern sagt: "Das hier ist unser Setting, ihr koennt es so annehmen oder auch abaendern, das hier sind unsere Regeln, die koennt ihr so pimaldaumen (Goldene Regel galore) nutzen, habt Spass, damit kriegt ihr Vampire Geschichten zusammen wie bei Anne Rice oder auch wie bei Blade. Nur mit euren Figuren in den Hauptrollen.".

Nun und auf der Ebene funktioniert es.
Natuerlich kann man feststellen das das Balancing des Systems nicht gegeben ist. Sogar im Grundregelwerk wird festgestellt das man sich ueber Balancing keine Gedanken machte bzw. das es halt eine fiese Welt der Dunkelheit ist [gut imho hat man da nicht geschaut wie weit es dysnfunktional werden kann].
Aber der normale V:tM Fan schlaegt dann nicht die Haende ueber den Kopf zusammen und rennt sondern nimmt es entweder hin oder kippt es nach eigenem Gusto.

Hinsichtlich der NSC-Paraden.
Einerseits haertet das lesen von Anne Rice Romanen diesbezueglich etwas ab, das heisst ich denke die Toleranzschwelle ist dort hoeher, andererseits kann man sich dann einen SL / Gruppe suchen wo man mit weniger prominenten NSCs spielt.
Zumal, by the book, die NSC-Paraden nicht wirklich zwingend gegeben sind.


Kleine Ergaenzung zur Konvertierung, an der arbeite ich weil ich beides mag.
V:tM und ORE. ^^ (Okay, System maessig liebe ich die ORE mehr, aber das heisst ja nicht das V:tM schlecht waere. Hoechstens so im direkten vergleich. Aber nicht schlecht wie "Huh, ich spiele es nicht mehr".)



@Tanja
Hinsichtlich des Beispiels nahm ich an das es Maskerade sei, ich muss zugeben das ich Dark Age weniger gut kenne und es mich sehr viel weniger reizt.

Wegen dem Zitat bin ich mir nicht sicher was du aussagen moechtest.
Das heisst ich behaupte das man seinen Charakter unterschiedlich motivieren kann und ihn nicht unbedingt an "sich selbst mit Faengen" orientieren muss.
Du erwidert das es in Ordnung waere, aber umgekehrt nicht das selbe zugestanden wird. Was dann "typisch Vampire" im negativen Sinn waere.
Ich sehe nun nicht wo es jemanden umgekehrt abgesprochen wird.

Hinsichtlich des Hauptkritikpunktes.
Ich muss zugeben das ich ihn in solch starker Auspraegung nicht erlebt habe. Was vielleicht daran liegt das gerade in Online Chroniken einfach vorab mit dem Spieler abgesprochen wird was geht, was nicht und wie der Spielstil ist.
Es kamen beziehungsweise kommen zwar teilweise Vorwuerfe auf das der ein oder andere nicht hinreichend unmotiviert handelte, ganzbesonders wenn ein Charakter tot ist, wenn ein Charakter Ressourcen verliert oder wenn Beispielsweise ein Spieler der Wert auf Menschlichkeit sowie das Drama legt beobachtet wie ein anderer Charakter die Boesen (tm) umbringt.
Aber zumeist sind es eher persoenliche Differenzen oder Animositaeten, selten auch Unterschiede im Spielstil, anstelle dessen das dort jemand tatsaechlich einen flachen Charakter spielt.


Etwas anderes ist wenn die Charaktere ihre Motivationen an einander reiben.
V:tM strebt zwar ein Zusammenspiel als solches natuerlich an, bietet aber auf viel Freiraum bzw. ermoeglicht Konflikte unter den Charakteren.
Darunter kann Fallen das der Charakter, im Sabbat, denjenigen welcher an der Menschlichkeit haengt, anfaengt zu bedrohen.
Darunter kann auch Fallen das ein Charakter der sehr menschlich ist, einem Charakter der weniger menschlich ist angreift oder ihn bedroht wenn er es herausfindet.

Zumindest fuer letzteres haette ich durchaus mehrere konkrete Beispiele.
(Ersteres kam bisher nur einmal, mehr oder weniger, vor)
Die jedoch in sofern nichts bringen als das der Konflikt innerhalb der Gruppe gegessen ist.

Um das zu vermeiden sollte man absprechen in wie weit Charakterkonflikte sowie gegebenfalls PvP erwuenscht ist.


Nun und ich denke das die Frage der Tabus beziehungsweise Grenzueberschreitungen da wichtig ist. Haette der Tzimisce mit der Beschreibung des Blutfestmahl keine Grenzeueberschritten, waere das ganze Problem nicht da.

Bisher habe ich fast ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht, also das man Splatter/Gore thematisieren kann und die Dramen, Konflikte und Tragik nicht ausblendet, war aber bisher auch nur eine Sabbat-Gruppe/


Wegen der Erfahrungen in anderen RPG Systemen.
Nun kurz, ich habe da nicht soviele. Ausser das ich bei anderen Systemen, wie Shadow Run, merkte wie die Menschlichkeitsskala von V:tM rein hieb. Also wo ich mir dachte "Bei V:tM wuerde gerade MK einen Konflikt triggern".

Wegen der fehlenden Erfahrung kann ich nun auch nicht sagen in wie weit sich V:tM dort komisch / anders verhaelt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Scimi am 2.08.2011 | 11:24
Ein paar Stunden nicht am Rechner gewesen und schon hat die Diskussion sich um ein Ausmaß verlängert, das ich nurmehr überfliegen kann.

Dabei ist mir allerdings etwas aufgefallen:
Die Teilnehmer sind allesamt mehr oder weniger mit V:tM vertraut, einige aus jahrelanger Erfahrung und mit guter Kenntnis der Regeln, des Hintergrundes und der Szene. Gemessen am Durchschnitt finde ich aber die Diskussion hier höflich, strukturiert, sachlich, kritisch und selbstkritisch.

Das steht aber völlig entgegengesetzt zu der These, dass Vampirspieler geistige Halbstarke sind, die mit peinlichen Geschmacklosigkeiten im Spiel irgendwie ihre Uninteressantheit kompensieren müssen oder dass das Spiel solche Leute produziert.
Zumindest den Anwesenden kann der Kontakt mit dem Regelwerk und die Teilexistenz als Untoter ja anscheinend nicht soviel geschadet haben, wenn dabei am Ende doch ein Haufen von vernünftigen Leuten dabei herausgekommen ist?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: alexandro am 2.08.2011 | 11:33
Es ist eher umgekehrt: der große Bekanntheitsgrad des Systems hat die große Anzahl geistiger Halbstarker angezogen. Jetzt wo das System seit schon 15+ Jahren OOP ist, sind die Mode-Spieler (größtenteils) zu anderen Systemen weitergezogen, welche langfrstigen Spaß im Spiel suchen (statt Munchkin- und Schockerspiel, welches immer nur eine kurzfristige Befriedigung ist und selbst den entsprechenden Spielern ziemlich schnell langweilig wird).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 2.08.2011 | 11:48
Die Teilnehmer sind allesamt mehr oder weniger mit V:tM vertraut, einige aus jahrelanger Erfahrung und mit guter Kenntnis der Regeln, des Hintergrundes und der Szene.

Stimmt schon, ich nehme an, dass sich nach 15+ Jahren in erster Linie Leute über das System unterhalten, die es entweder noch immer aktiv spielen, oder zumindest sehr lange gespielt haben, um sich eine feste Meinung dazu gebildet zu haben. V:tM ist, glaube ich, bei mir das einzige System, über das ich mich noch heute fuchsteufelswild ärgern kann - das wäre sicherlich nicht der Fall, wenn ich nach zwei, drei Spielabenden damit aufgehört hätte.

Es ist eher umgekehrt: der große Bekanntheitsgrad des Systems hat die große Anzahl geistiger Halbstarker angezogen. Jetzt wo das System seit schon 15+ Jahren OOP ist, sind die Mode-Spieler (größtenteils) zu anderen Systemen weitergezogen, welche langfrstigen Spaß im Spiel suchen (statt Munchkin- und Schockerspiel, welches immer nur eine kurzfristige Befriedigung ist und selbst den entsprechenden Spielern ziemlich schnell langweilig wird).

Hinzu kommt nach meinem Eindruck, dass die Rollenspieler generell älter geworden sind, und viele die Lust an halbstarken Rüpeleien verloren haben.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Herr der Nacht am 2.08.2011 | 12:01
Ohne den ganzen Thread gelesen zu haben: Ich glaube, das größte Problem bei ausartenden Vampire the M. Runden waren hier in den Beispielen doch Gruppen, die sich nicht kannten und daher mit ihren Spielstilen aneinander rasselten.

Das würde ich jetzt ehrlich gesagt daher nicht aufs Rollenspiel selbst schieben. Okay, vielleicht an der schier unüberschaubaren Anzahl von Splatbooks, die bei jedem Rollenspiel dafür sorgen, dass DER Focus des Spiels verwässert wird.

Irgendwo schrieb jemand auch dass diese Vampire "Kampf mit dem eigenen Tier" - Sache wohl wesentlich besser für eine kurze Indi-Runde geeignet wäre. Das sehe ich ähnlich. Mal ehrlich, egal wie sehr White Wolf ihre Bücher (egal ob nWoD oder oWoD) mit Kästen vollklatscht die einem was über dieses herzzerreissende Drama zwischen Entmenschlichung und Vampirwerdung verkaufen wollen, sowas hält niemand über eine lange Chronik durch.

Man will ja Spaß beim Rollenspiel haben. Und den kann ich mir einfach nicht so recht vorstellen wenn nach 10+ Spielabenden die Spieler ihre Rolle als weinerlicher Louis ausspielen ;) Ich diagnostiziere auch denjenigen, die sowas für ihre Spielrunde fordern, dass sie zugunsten IHRES Spielstils die Bücher seeehr selektiv lesen. Egal ob nWoD oder oWoD, die Bücher strotzen nur so vor Cool Powerz. Diese nicht einzusetzen ist so eine typische Stimmungsspieler-Geschichte. Wenn alle Spaß dran haben, schön und gut, aber doch bitte nicht den anderen aufzwingen.

By the way, ich würde wohl auch mit keiner VtM - Only Gruppe spielen sondern nur mit Gruppen die verschiedenen Systeme spielen. Für erstere habe ich meine Vorurteile schon (insbesondere mit Harcore VtM-Gruppen die alles der neuen WoD ablehnen und lieber 40+ bei Ebay für deutsche Büche zahlen  ::))
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 2.08.2011 | 13:57
Also ich glaube das es durchaus noch aktive Spieler gibt die V:tM, auch nach soviel Jahren, noch als Action Spiel betrachten und / oder gerne graphisch ausufernd beschreiben. Platt gesagt, soviel vielfaeltiger als "Schnetzeln & Metzeln"-spielen ist das "Drama des Menschlichkeitsverfall"-spielen eigentlich auch nicht.


V:tM ist, glaube ich, bei mir das einzige System, über das ich mich noch heute fuchsteufelswild ärgern kann - das wäre sicherlich nicht der Fall, wenn ich nach zwei, drei Spielabenden damit aufgehört hätte.
Also ich finde die Faehigkeit sich bis heute darueber fuchsteufelswild zu aergern irgendwie fast genauso bemerkenswert wie die Kunst es ueber 15+ Jahre zu moegen. Wenn nicht gar bemerkenswerter.

Das würde ich jetzt ehrlich gesagt daher nicht aufs Rollenspiel selbst schieben. Okay, vielleicht an der schier unüberschaubaren Anzahl von Splatbooks, die bei jedem Rollenspiel dafür sorgen, dass DER Focus des Spiels verwässert wird.
Ich behaupte das "DER Focus des Spiels" selbst im Grundregelwerk uneindeutig war. ^^

Oh, und die Grenze fuer das "Louis-artig den Charakter in Selbstzweifel suhlen lassen" wuerde ich irgendwo zwischen 1 bis 4 Jahren ansetzen. Mit Raum nach oben. Also bei Spielern die das moegen, bevor es ihnen langweilig wird.

Ansonsten mag ich WW interne Crossover (wahrscheinlich) nicht und ob die Leute etwas anderes spielen oder gespielt haben finde ich fuer eine Runde in einem bestimmten System irrelevant. (Wobei ich wohl auch zu den Harcore VtM lern zaehle - was die Kaufbereitschaft angeht ^^; )
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Windjammer am 2.08.2011 | 15:51
Und wenn ich mir mal Horrorfilme anschaue, in denen Vampire vorkommen … dann kenne ich nicht einen einzigen, der derart stillos und billig durch die Gegend mosht. Vampire und Splatter schließen sich fast gegenseitig aus irgendwie, da stehen Tragik und Dramen zumeist im Vordergrund – wohlgemerkt schreibe ich hier von den Filmen, in denen Vampire Protagonisten sind, nicht die Antagonisten. Habe ich alle entscheidenden Filme verpasst oder wie ist das? Kann mir mal jemand Gegenbeispiele nennen?

Gerne. Blade 1+2. Underworld, 1+2 (beim 3er stehen die Werwoelfe im Vordergrund). Beispiel (http://www.youtube.com/watch?v=wpxhO1m8lgs) (Selene ist Protagonist, flacher Trinity/Matrix-Abklatsch.)

Das sind Genre-Referenzen, haben aber mit White Wolf Vampire nichts am Hut. VtM und VtR orientieren sich wirklich ganz stark an Ann Rice' Erstling. Bei VtR kommen noch ganze Subsysteme hinzu, wie Virtues/Vices und v.a. Humanity, die noch viel staerker am Rice'schen Protagonisten Louis direkt Anleihen nehmen. Ist mir persoenlich schon zu Dragonlance-haftig, da ich es nicht mag, wenn SC-Protoypen sich zu sehr an vollends ausgepraegten Romanfiguren orientieren (jeder Halbling ein Tasslehoff, jeder Halbelf ein Thanis).

Rices Buecher sind in den 80ern erschienen, und wie der spaetere Film bilden diese heute nicht mehr den aktuellen Zeitgeist ab. Noch dazu ist das Rollenspielhobby voll mit ungebildeten Vollidioten, die zahlreiche Minderwertigkeitskomplexe und Machtlostigkeitssyndrome per Wuerfel bekaempfen muessen, und diese Leute koennen sich an Underworld-artigen Metzelorgien einen herunterholen. So kommt Vampire zu einem Teil seiner Stammspieler.

PS. Interessante Gegenstimmen zum OP hier (http://www.therpgsite.com/showpost.php?p=466464&postcount=21) (nWoD und VtR sei die "Rache" der WW-Redaktion an den poesen Powergamern, die VtM zum reinen "Coole Kids in Maentel und mit Katana" verkommen liessen).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 2.08.2011 | 16:19
Tasslehoff ist doch ein Kender, oder? (Nur zu meinem Verständnis, das wäre doch eine ziemliche Unterscheidung zu Halblingen - insbesondere verhaltensseitig)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 2.08.2011 | 16:25
Allez, wobei bereits die Anne Rice Vampire, wenn sie mal nicht gerade mit Weltschmerz beschaeftigt sind, auch recht mordsmaessig umher rocken. Was wohl in den auf IwaV gefolgten Romanen nicht weniger geworden ist.
(Wenn man sich die Verfilmung von Koenigin der Verdammten anschaut...)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 2.08.2011 | 19:56
Also ich finde die Faehigkeit sich bis heute darueber fuchsteufelswild zu aergern irgendwie fast genauso bemerkenswert wie die Kunst es ueber 15+ Jahre zu moegen. Wenn nicht gar bemerkenswerter.

Finde ich selbst ja auch. Andere Spiele, die mir nicht gefallen haben, habe ich einfach aufgehört, zu spielen, mit einem Spiel (Earthdawn) fange ich sogar evtl. grad wieder an (Projekt: "eine Chance für die neue Edition"). Nur V:tM löst diese Aggressionen aus.

Wobei natürlich eine Rolle spielt, dass mein Freundeskreis und mein Rollenspielumfeld sich deutlich überschneiden, und ich deswegen die Kollateralschäden am Rollenspiel*, die dieses Spiel hinterlassen hat, immer mal wieder beobachten kann.

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Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 11:47
Noch dazu ist das Rollenspielhobby voll mit ungebildeten Vollidioten, die zahlreiche Minderwertigkeitskomplexe und Machtlostigkeitssyndrome per Wuerfel bekaempfen muessen, und diese Leute koennen sich an (Underworld-artigen) Metzelorgien einen herunterholen. So kommen Rollenspiele, die das erlauben (Vampire, Shadowrun, D&D etc. etc.) zu einem Teil ihrer Stammspieler.

Fette Veränderungen durch mich (höhö Wortspiel) ;)

Was wohl in den auf IwaV gefolgten Romanen nicht weniger geworden ist.
(Wenn man sich die Verfilmung von Koenigin der Verdammten anschaut...)

Die hatte meines Wissens so gut wie gar nichts mit der Roman-Vorlage gemein oder wurde heftig verändert.

Überhaupt: Einmal zieht Vampire hauptsächlich die Blade/Underworld-Mosher an, dann wieder die Louis-Heulsusen. Ja was denn nun?

Mal ne andere Frage am Rande: wenn hier von V:tM gesprochen wird, schließt das automatisch Dark Ages (System + Setting) ein? Hab' in anderen Diskussionen dieser Art feststellen dürfen, dass die Meisten, die auf V:tM rumgeritten sind, mit Dark Ages weniger Probleme hatten (was mich als Spieler des Letzteren natürlich interessieren würde, vor Allem die Begründungen).


Wobei natürlich eine Rolle spielt, dass mein Freundeskreis und mein Rollenspielumfeld sich deutlich überschneiden, und ich deswegen die Kollateralschäden am Rollenspiel*, die dieses Spiel hinterlassen hat, immer mal wieder beobachten kann.

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Was zum Teufel?! Kollateralschäden am Rollenspiel? Begründe das!

Nein, Scherz bei Seite, geht mir genauso ;D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 12:04
Die hatte meines Wissens so gut wie gar nichts mit der Roman-Vorlage gemein oder wurde heftig verändert.
Ich muss zugeben das ich nachdem lesen des Romans zu Interview mit einem Vampir von weiteren Romanen abstand nahm. Nun und die Schilderungen aus dem (Slash) Fandom klangen gar nicht so als waere dort das Machtniveau runter gegangen oder die Charaktere so unglaublich sensibel.

Zitat
Überhaupt: Einmal zieht Vampire hauptsächlich die Blade/Underworld-Mosher an, dann wieder die Louis-Heulsusen. Ja was denn nun?

Beides.
Wenn man sich Interview mit einem Vampire anschaut hat man einerseits Louis.
Der zu Beginn nur Ratten frisst, sehr melodramatisch tut, leidet, sucht und leidet, dann einen Vampire-Hort im Alleingang schnetzelt und sich dann weiter melodramatisch gibt, sucht, leidet und melodramtische Monolog-Interviews gfibt.
Dann hat man andererseits Lestat.
Der gerne mal zur Kolonialzeit in ueppige Brueste biss, der mit Toten tantzt und die Menschlichkeit gerade mal so etwas von weit von sich weiss, der umherzieht und ein gutes Vampîreleben lebt, und abgesehen von einer kurzen Szene im Schaukelstuhl gar nicht gross einsieht sich mit der Dramatik des eigenen Daseins zu plagen.
Dann hat man da zu letzt noch Claudia.
Die noch einen Ecken weniger menschlicher ist als Lestat, die meiste Zeit ueber andere Leute killt und deren Drama daraus besteht in dem Koeper verhaaren zu muessen.

Jetzt setzt man drei Leuten, die jeweils eine der Figuren moegen, V:tM vor.
Danach hat man einen Heuler, einen Mosher und einen Schnetzler.
Wenn sich dann noch wer dazu findet der den amoralischen Packen im Pariser Theater gut fand, oder wer der David (iirc?) & Watcher gut findet, also er im Machtgefaelle ne Menschen Lusche spielt.
Also ich kann da verstehen das es ab und an knallt.

[Und man kann ja nu auch nicht den Lestat-Fans oder den Claudia-Fans vorwerfen sie haetten Anne Rice nicht verstanden]

Zitat
Mal ne andere Frage am Rande: wenn hier von V:tM gesprochen wird, schließt das automatisch Dark Ages (System + Setting) ein?
Fuer mich nicht wirklich.
Wobei das System im Grunde nicht wirklich verschieden ist. [Nur weil man sich da Pfade auswaehlen kann]
Beziehungsweise glaube ich das die Setting Aenderungen nicht gerade die Moscher fern halten. [Weil man mit den Pfaden hauptsaechlich besser umher moschen kann]
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 15:07
Beides.
Wenn man sich Interview mit einem Vampire anschaut hat man einerseits Louis.
Der zu Beginn nur Ratten frisst, sehr melodramatisch tut, leidet, sucht und leidet, dann einen Vampire-Hort im Alleingang schnetzelt und sich dann weiter melodramatisch gibt, sucht, leidet und melodramtische Monolog-Interviews gfibt.
Dann hat man andererseits Lestat.
Der gerne mal zur Kolonialzeit in ueppige Brueste biss, der mit Toten tantzt und die Menschlichkeit gerade mal so etwas von weit von sich weiss, der umherzieht und ein gutes Vampîreleben lebt, und abgesehen von einer kurzen Szene im Schaukelstuhl gar nicht gross einsieht sich mit der Dramatik des eigenen Daseins zu plagen.
Dann hat man da zu letzt noch Claudia.
Die noch einen Ecken weniger menschlicher ist als Lestat, die meiste Zeit ueber andere Leute killt und deren Drama daraus besteht in dem Koeper verhaaren zu muessen.

Das ist eine.. sagen wir, recht einseitig negative Sicht auf den Film, ja ;)

Zitat
Jetzt setzt man drei Leuten, die jeweils eine der Figuren moegen, V:tM vor.
Danach hat man einen Heuler, einen Mosher und einen Schnetzler.
Wenn sich dann noch wer dazu findet der den amoralischen Packen im Pariser Theater gut fand, oder wer der David (iirc?) & Watcher gut findet, also er im Machtgefaelle ne Menschen Lusche spielt.
Also ich kann da verstehen das es ab und an knallt.

Nur wenn man die Konzepte aus dem Film so versteht, wie du es hier tust. Man kann die Figuren auch aus relativ ernsthaften Perspektiven betrachten, die dann durchaus spielbare und ernstzunehmende Konzepte geben. Aber ich denke das hat einfach mit der Herangehensweise / Betrachtungsweise zu tun. Die größte persönliche Tragödie des Charakters für den einen Spieler, kann eine Schnulze³ für den Anderen sein, je nachdem wie sehr man sich darauf einlässt.

Zitat
Fuer mich nicht wirklich.
Wobei das System im Grunde nicht wirklich verschieden ist. [Nur weil man sich da Pfade auswaehlen kann]
Beziehungsweise glaube ich das die Setting Aenderungen nicht gerade die Moscher fern halten. [Weil man mit den Pfaden hauptsaechlich besser umher moschen kann]

Man kann alles. Ich sehe in den Wegen eine viel deutlichere Fixierung auf die individuelle Ausprägung des Vampirfluchs. Die Menschlichkeit kann auch nur in einem humanistisch geprägten Umfeld wie der Moderne funktionieren, wo alle mit mehr oder weniger gleichen Moralvorstellungen aneinandergeraten (wobei auch da die Verwandlung zu einem untoten, bluttrinkenden Wesen einen radikalen Wechsel in der Weltanschauung mit sich zieht, weswegen ich diesen ganzen "Vampir vs. Menschlichkeits"-Kampf auch nur in der Rolle eines Neugeborenen glaubhaft finde). Sieht man sich die Sündenhierarchien der Wege an, gibt es genug Regelungen und relativ intuitive Systeme, die das "Moschen" nicht erzwingen. Wie gesagt, man kann alles - wenn man die Sünden / wahlweise die Menschlichkeit oder das Gesamtpacket des Weges ignoriert. Einen reinen Mosch-Charakter auf Dauer zu spielen, sagen wir auf dem Weg der Sünde, wird spätestens dann schwer, wenn Spieler und Spielleiter gleichermaßen auf die "Komplikationen" einer glaubhaften Umwelt eingehen. Wenn man das Spiel allerdings darauf auslegt, dass sowieso alle machen können, was sie wollen, dann spielt es keine Rolle ob ich Menschlichkeit oder Wege habe.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 16:02
Das ist eine.. sagen wir, recht einseitig negative Sicht auf den Film, ja ;)
Das war aber nicht negativ gemeint.
Ich meine, es ist ja durchaus positiv das der Film drei nun derart unterschiedliche Charaktere und Konzepte unter einen Hut bringt. Es ist ja imho nun gerade nicht so das man sich als Zuschauer unbedingt mit Louis identifizieren muss oder den Fokus auf seine Sichtweise legen, sondern man kann ebenso mit der Darstellung von Lestat sympathisieren. Immerhin sind wohl auch beide noch Hauptfiguren der weiteren Buecher, und ein Stueck weit "Haupt Mary Sues".

Imho ist daran nichts negatives.
Imho ist Lestat eine Figur die als Konzept durchaus ernstgenommen werden mag und als Blaupause fuer viele V:tM Charaktere hergehalten haben duerfte. Es ist aber ebenso eine Figur und ein Konzept welche den Vampir als eher entmenschlichte Figur praesentiert, eine Figur die sich nicht nur nicht im eigenen Drama suhlt sondern sich diesem sogar bewusst entzieht.
Die sich, abgesehen von der eher kurz beschriebenen Szene im Film wie im Buch zwischen Sumpf und Stuhl, konsequent der Tragoedie die Louis darstellt - und die gerade von den "Vampire sind dramatische / tragische Persona im Konflikt mit der Menschlichkeit stehen"-Verfechtern als einzig wahre und anspruchsvolle Art V:tM zu zu spielen verteidigt wird - verweigert.

Auch das Claudia dergestalt ist, wie sie von Anne Rice beschrieben wurde, heisst nicht das ihr da ein Fehler unterlaufen ist oder das sie nur negative ist, sondern es bereichert den Vampirmythos, wie er in IwaV geschaffen wird um einen weiteren Archetypen.


Man kann da doch nicht sagen "V:tM ist so gemeint wie Louis bei IwaV, wer andere - im Fall von Lestat Haupt - Charaktere wahrnimmt und der Figur gleichstellt sieht etwas negatives / falsches".


Imho spricht Interview mit einem Vampir die Fans aller drei Charaktertypen an und als Konsequenz heraus finden sich alle drei Spieltypen im Grundregelwerk thematisiert. Man kann ueber das Spielbeispiel mit dem mordenden Nossi die Haende ueber den Kopf zusammen schlagen, aber im Grunde wird dort die harmonisierende Vielfalt vorgefuehrt die sich bereits bei IwaV findet.
Der Spieler des Nossis mag halt eher einen Claudia / Lestat Style Charakter haben, bringt dementsprechend ruecksichtslos sein Opfer unnoetig um, und darf dann spaeter irgendwann das Drama ausspielen das der gelungene MK Wurf suggeriert. Sogar ohne Konsequenz Keule, da ein entsorgen ueber den Muellcontainer reicht.
Die Spielerin der Toreador darf davon eben auch Louis maessig entsetzt, schockiert sein, ohne das Wuerfel im Weg stehen oder der Nossi spieler gar als "Mosher" angefeindet / abgegrenzt wird.

Zitat
Ich sehe in den Wegen eine viel deutlichere Fixierung auf die individuelle Ausprägung des Vampirfluchs.

Ich halte die Wege, hinsichtlich der Beschreibung, zum Grossteil, fuer stumpfe Entschuldigungen zum moschen ohne Moral.
Und ernsthaft, der Mensch ist durch die Moderne doch nicht menschlicher oder humanistischer geworden.
[Stichwort Konsum gesellschaft, Hedonismus, Freizeit Denken, Lohn Sklaven oder auch Loyalitaet, Kapitalisten, Industralisten und Ausbeuter aller Art]
Respektive sind die Wege auch afair nicht dergestalt erklaert als das sie als Konsequenz der Entwicklung philosophischer Schulen stehen.

Zitat
Sieht man sich die Sündenhierarchien der Wege an, gibt es genug Regelungen und relativ intuitive Systeme, die das "Moschen" nicht erzwingen.

Erzwingen nicht, aber zum Grossteil doch konsequenzen los gestalten und zum geringeren Teil sogar tatsaechlich erzwingen.
[Wege bei denen es zur Suende wird nicht zu morden oder nicht zu diableriern]
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: First Orko am 3.08.2011 | 17:03
OT-
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Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 17:07
OT -
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 18:38
Man kann da doch nicht sagen "V:tM ist so gemeint wie Louis bei IwaV, wer andere - im Fall von Lestat Haupt - Charaktere wahrnimmt und der Figur gleichstellt sieht etwas negatives / falsches".

Hat auch keiner behauptet - zumindest ich nicht. Im Gegenteil, ich gehe sogar einen Schritt weiter und würde sagen, dass sich die Rollenkonzeption der Vampire in V:tM längst nicht mehr nur an diesen Fallbeispielen eines Romans / Romanzyklus festmachen lässt ;) (auch wenn es sicherlich weitestgehend davon beeinflusst wurde).

Zitat

Ich halte die Wege, hinsichtlich der Beschreibung, zum Grossteil, fuer stumpfe Entschuldigungen zum moschen ohne Moral.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir die gleichen Wege meinen. Worin siehst du die Gefahr, zu moschen, wenn dein Weg vorschreibt, ausschließlich zu töten, wenn es überlebensnotwendig ist / du hungrig bist (Weg des Tiers)? Oder wenn dein Weg dir ganz explizit vorschreibt, dass das Töten von Menschen untersagt ist (Weg der Menschlichkeit, des Himmels)? Sieh' dir den Weg der Könige an, wie sollst der dazu einladen, zu moschen, wenn du nicht einmal gegenüber deinen Untergebenen eidbrüchig sein darfst?
Der einzige Weg, der explizit dazu missbraucht werden kann (und einen keinesfalls dazu zwingt, da sich der Ausdruck nicht ausschließlich auf das Töten bezieht) ist der Weg der Sünde, der in letzter Konsequenz (Wegwert 10) jede moralische Schranke von sich weißt. Es tut mir leid, aber du musst mir mal ernsthaft erklären, wo in diesen ethischen Konzepten alleinige Einladungen oder Entschuldigungen zum Moschen sind. Es steht sogar explizit geschrieben - ganz frei von Auslegung - dass die Wege dazu da sind, das Tier zu kontrollieren (ob nun durch Disziplin oder indem man es befriedigt). Wenn sie dazu da wären, das Moschen zu entschuldigen, würden sie das gar nicht erst versuchen.

Zitat
Und ernsthaft, der Mensch ist durch die Moderne doch nicht menschlicher oder humanistischer geworden.

Darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, dass der moderne Mensch generell, bis auf einige Ausnahmen, von humanistischen Idealen geprägt ist (Menschenrechte) - darum macht es auch Sinn, wenn dieser allgemeingültige Kodex in Form der Menschlichkeit bei Vampiren die Hautphürde bzw. das Packet moralischen Verständnisses darstellt. Im Mittelalter war es der Glaube, der diese Aufgabe erfüllte - deswegen ist eine pluralistische Herangehensweise der Konzepte und Ideen von persönliche Ethik (die Wege) hier eindeutig sinnvoller (und meiner Meinung generell bei Vampiren ab einem gewissen Alter, weil humanistische Grundsätze irgendwann einfach nicht mehr greifen, es sei denn man verschreibt sich ihnen bewusst (Weg der Menschlichkeit)).

Zitat
Respektive sind die Wege auch afair nicht dergestalt erklaert als das sie als Konsequenz der Entwicklung philosophischer Schulen stehen.

Sie sind ganz explizit die Entwicklung "philosophischer", im Grunde mehr ethischer Schulen, die von Vampiren entwickelt worden, um des Tieres Herr zu werden.
 
Zitat
Erzwingen nicht, aber zum Grossteil doch konsequenzen los gestalten und zum geringeren Teil sogar tatsaechlich erzwingen.
[Wege bei denen es zur Suende wird nicht zu morden oder nicht zu diableriern]

Wie gesagt, stimmt nicht. Es besteht nach meiner Auffassung auch ein gewaltiger Unterschied dazwischen, einen Charakter zu spielen, der überzeugter Diablerist ist und einen so genannten "Moscher" zu spielen. Spiele ich einen Charakter, dessen Hintergrund (Weg des Blutes) ihm aus ethisch- und beinahe religiösen Gründen "vorschreibt", die Diablerie zu verüben, heißt das noch lange nicht, dass das sein einziger Inhalt sein kann oder sogar muss. Daraus kann sich ein völlig vernünftiger, komplexer und tiefgründiger Charakter entwickeln, dessen moralische und ethische Grundprinzipien nunmal nicht mit denen anderer Vampire oder Vampirgruppen vereinbar sind. Nochmal anders wird es, wenn man in einer Umgebung von Diableristen spielt, wo die Tatsache an sich - das der Weg es vorschreibt - schon zur Selbstverständlichkeit wird.

Ein Mosch-Charakter hingegen ist nur oder hauptsächlich darauf ausgelegt, zu töten - wahrscheinlich möglichst viele - viel Action zu erleben und möglichst mächtig zu werden. Das kannst du allerdings mit jedem Konzept und in jedem Spiel haben.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 19:28
Hat auch keiner behauptet - zumindest ich nicht. Im Gegenteil, ich gehe sogar einen Schritt weiter und würde sagen, dass sich die Rollenkonzeption der Vampire in V:tM längst nicht mehr nur an diesen Fallbeispielen eines Romans / Romanzyklus festmachen lässt ;)
Mir ging es auch mehr um den Beitrag von Windjammer wo Blade sowie Underworld als Gegenstück, fast schon Antithese, Interview mit einem Vampir gegenüber gestellt werden.

Die intelligenten Spieler, spielen Vampire dem Bild Louis entsprechend (Drama).
Die dummen Spieler, spielen Vampire dem Bild von Selene entsprechend (Moschen).

Ich behaupte nun nicht das V:tM nicht auf den Anne Rice Büchern basiert.
Das tut es imho zu offensichtlich und auch die Macher geben das Buch bzw. den Stil als Referenz an.

Ich behaupte das sich in Interview mit einem Vampir, über Figuren wie Lestat oder Claudia, eine Entsprechung zu Selene befindet. Das die Leute V:tM nicht in dem Underworld Stil spielen weil sie dumm, pubertierend oder zu jung für ein intelligentes Spiel sind, sondern weil es sich Selene artige Figuren massiv in den Anne Rice Romanen wieder finden lassen. Und das nach meinen Eindruck nicht einmal knapp bzw. eher mit der Tendenz zu mehr Macht.
(Zumal es wohl auch einen Grund gab das WW den Machern von Underworld unterschieben wollte sie hätten bei V:tM geklaut ^^;)

Was dabei auffällt, gerade in Bezug auf Blade, ist das Blade vielleicht einen Ticken näher beschreibt was passiert wenn man einen Vampire mit hoher Menschlichkeit (Louis / Blade) mit einem mit niedriger (Lestat / Frost) in einer Gruppe zusammen bringt. (Andererseits ist Louis auch Lestat und einem Haufen anderer Vampire an die Gurgel, bzw. bejammert Blade mindestens einmal pro Film die Blutsauger/Serums Sache)

Die Pfad Debatte halte ich weiterhin noch für Offtopic.
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Ausserhalb des Spoilers, da imho eher mit Themenbezug.
Zitat
Es besteht nach meiner Auffassung auch ein gewaltiger Unterschied dazwischen, einen Charakter zu spielen, der überzeugter Diablerist ist und einen so genannten "Moscher" zu spielen.
Ich finde das hier massiv die Auffassung des "Besserspielens" vertreten wird.
Man gesteht Spielern zu XY zu spielen wenn bitte das, und dies und jenes und dies dort bitte nicht. Machen sie dies dort sind sie Moscher. Die sich wie in Windjammers post mit farbigen adjektiven beschrieben sehen dürfen.

Im Grunde klingt das für mich nach "Wenn ich Diablerie ist der Charakter ein tiefausgearbeitetes Konzept und das ganze ist stimmungsvoll und sicherlich erträglich, ganz besonders im Dark Age wo es ja noch möglich war! ... Wenn ein anderer aber diableriert ist er ein Moscher.".

Und gerade Dark Age hilft da bei der Entschuldigung weil es unvermittelt das diablerien in den Regeln legalisiert.
Das heißt Leute die gerne Action mögen, finden bei Dark Age eher den regeltechnischen Rahmen als bei Maskerade. Leute die gerne Action haben es aber im "Drama" verstecken mögen ebenso.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 19:54
Zuerst einmal zu der Blade / Interview-Sache:

Ich sehe da einen fundamentalen Unterschied in der Figurenkonzeption und ich glaube, dass du es dir aus rein dramaturgischer Sicht viel zu einfach machst, da sich vermeintliche überschneidende Tendenzen gleichzustellen. Wobei ich den Unterschied zwischen "Blade = pubertär" und "Anne Rice = erwachsen / vernünftig" auch für Unsinn halte.

Die Pfad Debatte halte ich weiterhin noch für Offtopic.
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Gut
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Zitat
Ausserhalb des Spoilers, da imho eher mit Themenbezug.Ich finde das hier massiv die Auffassung des "Besserspielens" vertreten wird.
Man gesteht Spielern zu XY zu spielen wenn bitte das, und dies und jenes und dies dort bitte nicht. Machen sie dies dort sind sie Moscher. Die sich wie in Windjammers post mit farbigen adjektiven beschrieben sehen dürfen.

Schon wieder dieser Vorwurf.

Zitat
Im Grunde klingt das für mich nach "Wenn ich Diablerie ist der Charakter ein tiefausgearbeitetes Konzept und das ganze ist stimmungsvoll und sicherlich erträglich, ganz besonders im Dark Age wo es ja noch möglich war! ... Wenn ein anderer aber diableriert ist er ein Moscher.".

Und gerade Dark Age hilft da bei der Entschuldigung weil es unvermittelt das diablerien in den Regeln legalisiert.
Das heißt Leute die gerne Action mögen, finden bei Dark Age eher den regeltechnischen Rahmen als bei Maskerade. Leute die gerne Action haben es aber im "Drama" verstecken mögen ebenso.

Ich habe den Begriff des "Moshers" (der hier von anderen negativ konnotiert wurde) überhaupt nicht in den Ring geworfen, sondern dir nur vorgeworfen, dass dein Versuch, die Begünstigung eines gewissen Spielverhaltens anhand des Systems festzumachen ein Fehler ist.

Und mal ganz grob gesprochen: wenn du die Konzeption der Wege für einen "fail" hältst, weil sie den "Mosher"-Stil durch ihren regeltechnischen Rahmen begünstigen, beurteilst dann nicht gerade du den "Mosher"-Stil qualitativ?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Windjammer am 3.08.2011 | 20:17
Zitat von: Teylen
Man kann da doch nicht sagen "V:tM ist so gemeint wie Louis bei IwaV, wer andere - im Fall von Lestat Haupt - Charaktere wahrnimmt und der Figur gleichstellt sieht etwas negatives / falsches".
Hat auch keiner behauptet - zumindest ich nicht. Im Gegenteil, ich gehe sogar einen Schritt weiter und würde sagen, dass sich die Rollenkonzeption der Vampire in V:tM längst nicht mehr nur an diesen Fallbeispielen eines Romans / Romanzyklus festmachen lässt ;) (auch wenn es sicherlich weitestgehend davon beeinflusst wurde).

Ich habe das auch nicht behauptet, ich sehe einfach einen ganz starken Bezug auf Ann Rice insgesamt, und dass es ohne diese VtM in der Form garantiert nicht gegeben haette. Dass sich das Spiel, spaetestens bei Requiem, staerker von der Vorlage emanzipiert hat, ist natuerlich auch klar. Interessant finde ich hingegen New Wave Requiem, quasi ein Ausflug zurueck in die 80er, der Hochzeit von Rice, und sehr, sehr weit weg von dem 'Neumodischem Zeugs' (Underworld etc).

Aber Lestat als Moscher und Claudia als Schnetzler zu bezeichnen, uebersieht das Innenleben dieser Charaktere, wie es punktuell hervortritt - Lestats Verhaeltnis zum eigenen Vater, die Geschichte mit der ihm verwehrten Bildung, sein Verhaeltnis zu Buechern, und so weiter. Vor diesem Hintergrund, der im Film restlos gestrichen wurde, gewinnt Cruises Darstellung fuer mich schon enorm. Ich finde, er stellt die Verbitterung Lestats schon gut dar, auch wenn diese im Film niemals erklaert oder einem naeher gebracht wird.

Ein weiterer Aspekt von Lestat, ist, dass er in seiner Zeit stecken geblieben ist, und deshalb mit dem technologischen Fortschritt nicht klar kommt, waehrend Louis durch die Verwaltung mit der Plantage mit der Neuzeit insgesamt umzugehen gelernt hat. Ich fande das urspr. in Damnation City ziemlich daemlich, dass Vampire Probleme mit Internet und anderen Neuerungen haben sollen, wenn sie doch so alt und maechtig sind. Aber durch die Schilderung Lestats, und die Ueberlegungen dazu aus Sicht von Louis, bei Rice wurde das dann wieder glaubwuerdiger, oder zumindest interessanter.

Etwas allgemeiner wuerde ich sagen, kann man Rice verschieden lesen. Natuerlich trieft es von Kitsch, aber es kommen dann auch wieder Elemente, die deutlich tiefer gehen, und aus denen man schon interessantes SC-Material machen kann.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 20:43
Ich sehe da einen fundamentalen Unterschied in der Figurenkonzeption und ich glaube, dass du es dir aus rein dramaturgischer Sicht viel zu einfach machst, da sich vermeintliche überschneidende Tendenzen gleichzustellen.
Ich finde es zu einfach zu behaupten es würde keine Tendenzen geben.
Ohne jedoch darauf einzugehen wieso es nicht Fall ist.

Schließlich hast du bisher nur behauptet es wäre falsch und negativ Lestat oder Claudia als Figuren ohne die Bindung an das Drama der Entmenschlichung zu beschreiben.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Zitat
Ich habe den Begriff des "Moshers" (der hier von anderen negativ konnotiert wurde) überhaupt nicht in den Ring geworfen, sondern dir nur vorgeworfen, dass dein Versuch, die Begünstigung eines gewissen Spielverhaltens anhand des Systems festzumachen ein Fehler ist.
Der Begriff wurde von anderen eingebracht, negativ konnotiert.
Hinsichtlich des Spielverhaltens.
Mein Punkt ist das V:tM in seiner Natur, aufgrund seiner Inspirationsquellen, kein bestimmtes Spielverhalten spezifisch begünstigt.
Zudem das V:DA, im Vergleich zu V:tM, einen Spielverhalten begünstigt welches das Konzept der Menschlichkeit nicht berücksichtigt.

Aus der Tatsache heraus das Menschlichkeit nicht zwingend ist, sowie die Wandlung in der Form unter Umständen nicht mehr gegeben ist. Ein Mensch der in V:tM zum Vampire wird muß, der Wahrscheinlichkeit nach, menschlicher handeln als zuvor, respektive darf er nicht mit dem Humanismus brechen. Ein Mensch der in V:DA ein Lehnsherr war und zum Vampire wird, hat keine Wandlungsschwelle.

Zitat
Und mal ganz grob gesprochen: wenn du die Konzeption der Wege für einen "fail" hältst, weil sie den "Mosher"-Stil durch ihren regeltechnischen Rahmen begünstigen, beurteilst dann nicht gerade du den "Mosher"-Stil qualitativ?
Ich halte die Konzeption der Wege für "Fail" weil sie in der Form von V:DA nicht den Anspruch transportiert den sie transportieren wollen. Respektive das Konzept der Menschlichkeit ersetzt. (Bei V:DA)
Man hat davor ein System das restriktiv war (nicht diablerieren, morden, töten, stehlen, kaputt machen) und bekommt nun Systeme die durchmischt mit expansiven Vorschriften sind (du musst diablerieren, du musst töten [wenn] etc.).

Ich persönlich verteidige eher das man Tzimisce spielen darf (die Sabbat Rituale machen), Lestats, Blades, Selenas, Claudias und andere nicht menschliche Konzepte.

Meine Behauptung wäre eher das wenn jemand das Dark Age Regelwerk liest, die Wege anwendet wie dort beschrieben, er eine hohe Wahrscheinlichkeit hat anschließend als "Mosher" bezeichnet zu werden respektive im Spiel Aktionen auszuführen die den "Moshern" zu geschrieben wurden / werden.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 21:32
Die Vergangenheit Lestats und damit die Erklärung weshalb er derart anders agiert als Louis wird, wenn ich mich nicht irre, in einem anderen Buch beleuchtet als Interview mit einem Vampir. Es gibt mehr Details zu dem Anführer der Pariser Vampire und auch zu der Reise Louis mit Claudia Richtung Transylvanien, aber die Vater Geschichte meine ich habe ich woanders her. (Wiki sagt in Queen of the Damned)

Bezüglich der Verbitterung stellt es der Film, wenn ich mich richtig erinnere, als Konsequenz des im Grunde Verrat durch Louis und Claudia dar, und das sich Lestat nach dem Verrat einige Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte zeit nahm eben darüber nachzudenken bzw. aus Bequemlichkeit in der Epoche gedanklich zu verharren.
Das entsetzen hinsichtlich des Fortschritt kam, nach meinen Gefühl, daher das sich Lestat bewusst aus der Welt Geschichte heraus nahm. Schließlich hat er nachdem Gespräch mit Louis seinen Rückstand sehr schnell aufgeholt.
Allgemein hatte Armand iirc auch mal erwähnt das man sich als Vampir menschliche Anker sucht. Damit man nicht vom Internet und anderen Dingen überrascht wird.


Ansonsten haben die Charaktere natürlich alle ein Innenleben.
Natürlich ist Lestat nicht nur amoralisch und Claudia nicht nur Soziopath, aber die Figuren haben neben einer sehr starken Zeichnung hin zum Mary bzw- Gary Stu durchaus diese Ansätze bzw. Verhaltensweisen und reflektieren diese, innerhalb der Geschichte, wenig bis nicht. Das heißt die Hintergründe / Motive geraten im Kontext der Handlungen sehr stark in das hinter treffen.
Man kann es als Zuschauer sich auf die Hintergründe konzentrieren und es trägt dem Genuss des Films beziehungsweise Buchs zu, aber es macht das Konzept des Charakters nicht tiefer gegenüber anderen Charakteren mit ähnlichen Handlungsweisen und ähnlichen Hintergründen.

Da die RPG-Charaktere weniger prominent sind als die Vorlagen, fängt das Konzept des "soziopathischen Kind mit tragischen Hintergrund" schnell an zu nerven bzw. zum "mosh"-Verdacht/Vorwurf. Weil man die eine Vorlage mag, heißt es aber dann nicht das da vielleicht Interview mit einem Vampir die Vorlage war, sondern man nimmt etwas man weniger mag.

Es ist ja nun nicht so als hätte Selena, Blade und wie sie alle heißen nicht ihren eigenen Packen hinsichtlich eines tragischen Hintergrund beziehungsweise Geschichte und damit einhergehend Spannungen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 21:38
Ich finde es zu einfach zu behaupten es würde keine Tendenzen geben.
Ohne jedoch darauf einzugehen wieso es nicht Fall ist.

Ich habe nicht behauptet es würde keine Tendenzen geben.

Zitat
Schließlich hast du bisher nur behauptet es wäre falsch und negativ Lestat oder Claudia als Figuren ohne die Bindung an das Drama der Entmenschlichung zu beschreiben.

Habe ich nicht, es hätte hier im Thema allerdings zu weit geführt, auf die Charakterisierung im Einzelnen einzugehen, die in deinem Fall ziemlich einseitig war. Windjammer hat bereits angedeutet warum.

@Vampire Dark Ages + V:tM:
Offensichtlich haben wir ein grundlegend anderes Verständnis von den Wegen und dem Konzept der Menschlichkeit und des Spiels als Solchen, ich glaube nicht, dass es noch weiter Sinn macht, darüber zu diskutieren.

@Obiges Posting:

Woher nimmst du diese Figurenanalyse eigentlich?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 21:46
@Vampire Dark Ages + V:tM:
Offensichtlich haben wir ein grundlegend anderes Verständnis von den Wegen und dem Konzept der Menschlichkeit und des Spiels als Solchen, ich glaube nicht, dass es noch weiter Sinn macht, darüber zu diskutieren.
Ein eigenes Thema zum Thema Menschlichkeit wäre denke ich auch besser um es zu disktuieren.
Als ein Thread um die Existenz und Anteil von "Moshern" bei V:tM.

Zitat
@Obiges Posting:

Woher nimmst du diese Figurenanalyse eigentlich?
Vom schauen des Films, lesen des Buchs und den Erfahrungen (seinerzeit) im Slash Fandom im Bezug darauf.
Das heißt ich sah den Film, lass später das Buch und war ich im Yaoi / Slash Fandom unterwegs wo sich das ganze einer gewissen Popularität erfreute. (Bis Mrs. Rice mehr oder weniger mit dem Fandom brach, respektive die Reihe durch das einführen vieler weiblicher Charaktere einen Popularitäts Einbruch erfuhr)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 3.08.2011 | 21:53
Vom schauen des Films, lesen des Buchs und den Erfahrungen (seinerzeit) im Slash Fandom im Bezug darauf.
Das heißt ich sah den Film, lass später das Buch und war ich im Yaoi / Slash Fandom unterwegs wo sich das ganze einer gewissen Popularität erfreute. (Bis Mrs. Rice mehr oder weniger mit dem Fandom brach, respektive die Reihe durch das einführen vieler weiblicher Charaktere einen Popularitäts Einbruch erfuhr)

Du baust deine Figurenanalyse, die du nebenbei auf ein davon völlig unabhängiges Rollenspiel und deren Figurenkonzeption überträgst, anhand dieser Erfahrungen / Lektüren auf? Okay, ich bin raus.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 3.08.2011 | 22:05
Du baust deine Figurenanalyse, die du nebenbei auf ein davon völlig unabhängiges Rollenspiel und deren Figurenkonzeption überträgst, anhand dieser Erfahrungen / Lektüren auf? Okay, ich bin raus.
Worauf genau würdest du sie aufbauen?  wtf?
Anstelle des Films, des Buchs und entsprechender Fandom Diskussionen?

Just als Anmerkung, die Aussage das V:tM nicht völlig unabhängig ist sondern ein bisschen mehr als wenig von Anne Rice (respektive ihren Romanen) inspiriert ist stammt nicht von mir.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Windjammer am 3.08.2011 | 23:28
Die Vergangenheit Lestats und damit die Erklärung weshalb er derart anders agiert als Louis wird, wenn ich mich nicht irre, in einem anderen Buch beleuchtet als Interview mit einem Vampir. Es gibt mehr Details zu dem Anführer der Pariser Vampire und auch zu der Reise Louis mit Claudia Richtung Transylvanien, aber die Vater Geschichte meine ich habe ich woanders her. (Wiki sagt in Queen of the Damned)
Nein, die Vatergeschichte mit Lestat bildet ein Kernmotiv von Interview, ersten 100 Seiten. Dass es in spaeteren Romanen nochmal aufgegriffen wird, kann gut sein, weiss ich aber nicht, da ich bis auf Interview (noch) nichts gelesen hab, und mir durch diverse Wikis nicht die Spannung nehmen möchte. ;)

Den Rest Deines Postings fand ich sehr interessant. (Wollte ich einwerfen, damit es nicht aussieht, ich poste nur, um Differenzen u.ä. zu markieren)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Sephiron am 4.08.2011 | 00:43
Mal abseits der Idee mit Anne Rice:

Wie die meisten Rollenspiele basiert Vampire auf der D&D-Idee. Die grundsätzliche Regelmechanik (oWoD wie nWoD) lässt sich am besten erklären, indem man sich vorstellt, ne Runde D&D-Spieler hat gemeinsam die Idee "Hey, der Vampir-Magier ist heftig! Warum gibts sowas eigentlich nicht als SCs?... Wir könnten so coole Chars haben... Schwarzmagier-Vampire, Psychopathen-Vampire, Monster-Vampire und sowas!... Vampire haben ja auch was Düsterromantisches, dann kriegen wir vielleicht auch mal n paar Frauen in die Runde... Lasst uns mal n paar Regeln dafür zurechtkloppen!"

Zu der Einstellung passen die Regeln dann auch wieder anstatt im Weg zu sein ;)
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Mir gefällt das nicht. Ich spiele lieber Intrigen statt "Der Fürst beauftragt die SCs, die Prinzessin zu retten und den bösen Hexer zu besiegen. Der Vampir-Fürst beauftragt die Vampir-SCs, die Primogena zu retten und den ober-bösen Vampir-Hexer zu besiegen"-Szenarien, wie es die Kampagnenbände vorsehen.
Aber wenn man sich die Regelmechanik anschaut, ist mMn eindeutig, wie das Spiel gemeint ist.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Rabenmund am 4.08.2011 | 04:16
@Teylen
Zu den Pfaden, speziell zum Pfad des Tiers empfehle ich persönlich immer wieder gerne die Lektüre der entsprechenden Bücher. Zugegeben, im GRW sind sie meist eher kurz und missverständlich beschrieben. Dort allerdings wird sehr viel genauer auf die Ethik eingegangen und erklärt, woher sie kommt und welches Ziel sie hat.

Und da konnte ich bei keinem der Pfade bis jetzt eine "Mosher"-Ethik rauslesen.

Es ist sicher auch spielerabhängig, wie wichtig einem hohe Pfadwerte sind bzw. wie eng oder weit man sich an die Ethik binden lässt. Ganz zu Schweigen davon, ob man einen Pfad nur als ein Hindernis ansieht gegen Gewaltexzesse ansieht, das zuerst einmal auf Löcher abgeklopft wird. Oder statt dessen die Herausforderung annimmt, eine andersartige Ethik zu spielen, die sich teilweise recht weit von der humanistischen entfernt und andere Schlüsse und Bewertungen von Situationen zulässt.

Um ein aktuelles Beispiel zu bringen: Mein Charakter, ein slawischer Berserker mit einem hohen Wert im Pfad des Tiers ist der erste in der Runde, der Folter(ern) den Rücken zukehrt und die anderen Charaktere versucht von unnötigem Gemetzel abzubringen.

Ein anderer Charakter, ein Bischof der dem Pfad des Himmels folgt legt seinen Pfad eher aus wie er einen mittelalterlichen Inquisitor empfindet und ist daher nur schwer von Gewaltexzessen gegen Juden und Zigeunern abzubringen (= ja, der Chara hat da leider eine sehr starke Fixierung).


Meine gemischten Erfahrungen mit Vampire haben mich inzwischen allerdings dazu gebracht, das ich jetzt noch unsere Kampagne fertig spielen werde und mich danach anderen Systemen widmen werde. Wobei ich Tanjas Beobachtungen nicht stützen kann, Gewaltexzesse habe ich in den verschiedensten Systemen schon erlebt. Zwar kamen sie meist von den gleichen Spielertypen, aber die haben sich ausgetobt was auch immer man geleitet oder mitgespielt hat.

Alles in allem kann ich mich Koenns Einschätzung anschliessen, das Vampire zu den Systemen gehört die einerseits eine genaue Auswahl von Spielern brauchen, und eine Menge Vorarbeit erfordern. Andererseits allerdings auch ein sehr großes Potential entfalten können wen man sich von Metaplot und Über-NSCs löst.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 12:29
Aber wenn man sich die Regelmechanik anschaut, ist mMn eindeutig, wie das Spiel gemeint ist.

Und genau bei dieser Regelmechanik ist mein persönlicher Eindruck, dass V:tM für den beschriebenen Spielstil (D&D* Dungeoncrawl/Hack&Slay mit Vampiren, als Musterbeispiel dafür mal Awakening: Diablerie: Mexico (http://rpg.drivethrustuff.com/product_info.php?products_id=27&it=1&filters=0_0_40050_1830) genommen), auch keine richtig brauchbaren Regeln hat (und auch das Setting nur schwach dafür taugt). Zumindest ich könnte mit D&D, Midgard, Warhammer, Earthdawn oder "modernen altmodischen" Spielen wie Dungeonslayers viel spannendere Abenteuer für diese Spielvorliebe erschaffen.

Alles in allem kann ich mich Koenns Einschätzung anschliessen, das Vampire zu den Systemen gehört die einerseits eine genaue Auswahl von Spielern brauchen, und eine Menge Vorarbeit erfordern. Andererseits allerdings auch ein sehr großes Potential entfalten können wen man sich von Metaplot und Über-NSCs löst.

Das ist so einer der Punkte, die mich immer verwirren (und an schlechten Tagen verärgern): Die Behauptung, V:tM sei ein tolles Spiel mit einem gewaltigen Potential, wenn man es mit den richtigen Leuten spielt.

Zwar glaube ich daran, dass das Spielsystem (bei jedem Rollenspiel) eine eigenständige Wirkung hat ("system matters"), aber natürlich stimmt dieser obige Satz! Mit den richtigen Leuten kann ich an einem guten Tag Magie&Macht spielen, und es wird ein absolut gelungener Rollenspielabend - teilweise, weil wir uns über die Beschränkungen des Systems hinwegsetzen oder Situationen vermeiden, wo die Regeln fürchterlich sind.

Aber außer bei V:tM habe ich es bisher nur von DSA gehört, dass man die richtigen Leute/Leiter braucht, damit es sein Potential entfalten kann. Meine These ist, dass beides Systeme sind, die Leute wegen den Settings (und dazu gehört für einige Spieler auch Metaplot) spielen, und nicht wegen der Qualität der Regeln. Das Regelwerk bietet wenig Potential, aber das Setting ist eine Fundgrube für Abenteuerideen (und ja, das sage ich als jemand, der mit V:tM nichts mehr anfangen kann, als jemand, der sich eher peripher für die Vampirthematik interessiert und als jemand, der seinem Geschmack näherstehende Settings wie DF bespielt).

Das Setting von V:tM erleichtert zwar vielleicht den Einstieg in Kampagnen vor politischem Hntergrund (die ich von "Kampagnen mit politischen Auswirkungen" unterscheiden möchte) durch die im Setting angebotenen Strukturen (Geheimbünde, Adelshäuser etc.), aber das ginge auch mit jedem anderen Rollenspiel - auch D&D (s.u.).

Ich spiele lieber Intrigen statt "Der Fürst beauftragt die SCs, die Prinzessin zu retten und den bösen Hexer zu besiegen. Der Vampir-Fürst beauftragt die Vampir-SCs, die Primogena zu retten und den ober-bösen Vampir-Hexer zu besiegen"-Szenarien, wie es die Kampagnenbände vorsehen.
Aber wenn man sich die Regelmechanik anschaut, ist mMn eindeutig, wie das Spiel gemeint ist.

Wenn man aber die Regeln außen vor lässt, und nur den Fluff betrachtet, ist V:tM schon ein Spiel um Geheimbünde, Verschwörungen, Verstrickungen, Religion & Schuld & Politik usw. Das Ganze hätte man aber nicht vor einem Vampirhintergrund aufziehen müssen, das wäre auch im Sci-Fi- (http://de.wikipedia.org/wiki/Battlestar_Galactica) oder Fantasybereich (http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Lied_von_Eis_und_Feuer) möglich gewesen.

Klar zieht der Vampirmythos Leute an, die gern Vampire spielen wollen (genau wie FtL-Sci-Fi Leute anzieht, die gern Space Operas spielen wollen usw.), aber das sagt ansonsten nichts über die Spieler aus. Ein vom Vampirmythos begeisterter Spieler kann Vampire cool finden, weil sie Menschen schnetzeln, oder Rüschenhemden vollweinen, oder in dunklen Kellern Intrigen spinnen. Genau wie der eine Space Opera Fan ein RSP spielt, in dem es um Dogfights (http://www.youtube.com/watch?v=zxX0DKE3oqw) geht, der andere wegen der politischen Intrigen (http://www.youtube.com/watch?v=_oz0Gb2wgHU&feature=related) an intergalaktischen Höfen (http://www.youtube.com/watch?v=M-0sXXNrx-4) usw.

Das gilt unabhängig davon, ob ein Rollenspiel die Möglichkeiten zum "politischen Spiel" bietet oder nicht.


*D&D bietet viel mehr als Dungeoncrawl mit H&S, darum hab ichs durchgestrichen; und Dungeoncrawl ist eigentlich auch mehr als H&S, aber das ist ne andere Baustelle
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 13:39
Nein, die Vatergeschichte mit Lestat bildet ein Kernmotiv von Interview, ersten 100 Seiten.
Ah gut, dann muss ich wohl eingestehen das ich es schlicht vergessen habe.
Als kleine Moeglichkeit der Entschudligung liegt es wohl knapp 10 Jahre zurueck das ich das Buch gelesen habe. ^^;


Wie die meisten Rollenspiele basiert Vampire auf der D&D-Idee.
Ob es konkret D&D war weiss ich nicht.
Aber man hat durchaus bewusst bei der Gestaltung auf funktionierende Templates zurueck gegriffen, wie Krieger, Magier, Barden und Adlige. Zumindest wurde es ohne zu zoegern von Achilli eingestanden. Man hat auf der Basis versucht weitere, mehr oder weniger eigene Konzepte, zu implementieren.
So wie ich es verstehe bewusst um weitere Spielmoeglichkeiten zu schaffen respektive anpreisen zu koennen.
In den Splats werden weiterhin auch die Moeglichkeiten entsprechend vertieft.
Das heisst fuer den Aspekt der Klassen und der Abenteuer Moeglichkeiten erhielten die Spieler Crunch. [Neue Templates, Faehigkeiten etc.]
Fuer Aspekte wie Menschlichkeit, Hintergruende gab es ebensso Crunch [Fluff, Metaplot, Beschreibungen, neue Sachen].

Hinsichtlich Requiem.
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Was die "Eindeutigkeit" der Regeln betrifft so wird diesen ueber die "Goldene Regel" bewusst die Eindeutigkeit entzogen.
Was die Abenteuer betrifft hat man sowohl solche die als klassische Abenteuer Geschichte konstruiert sind, als solche die sich als Sandbox andienen sowie Anleitungen zum Sandbox-bau.


Die Behauptung, V:tM sei ein tolles Spiel mit einem gewaltigen Potential, wenn man es mit den richtigen Leuten spielt.
Die Behauptung halte ich fuer durchaus korrekt.
Allerdings nicht fuer Analog zu der Behauptung in Bezug auf DSA.
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Das V:tM mit den "richtigen Leuten" gespielt werden sollte ist keine Aufforderung einen bestimmten Spielstil anzunehmen. Was eine Folge ist das man in Bezug auf die reine Bewertung der Regeln, respektive die Garantie des Spielgefuehl hinsichtlich der Regeln sagt "system doesn't matters".

Die "goldene Regel" ist nicht der Imperativ einen bestimmten, eindeutigen, und einzigartigen, DSA aehnlichen, Spielstil durchzusetzen sondern die Gewaehrleistung das System an die eigene Spielvorliebe respektive das gewuenschte Spielgefuehl der Gruppe anzupassen.

Das heisst man kann mit V:tM Abenteuer im klassischen Sinn spielen.
Bei welchen die Charaktere ein klares Ziel erhalten und darauf, gegebenfalls durch geschlossene oder offene Dungeons, hinarbeiten. Scheinbar ist Diablerie: Mexiko, ein Band der eine solche Abenteuer konstruktion bietet.

Man kann mit V:tM Metaplot Handlungen spielerisch erfahren.
Bei welchen die Charaktere weniger ein klares Ziel haben, als einem Event beiwohnen respektive dazu beitragen. Die ersten beiden Teile der Giovanni Chroniken waeren dafuer ein Beispiel.

Man kann mit V:tM eine freie Handlung voller Intrigen spielerisch gestalten.
Wo die Charaktere entsprechend politisch sowie sozial agieren koennen und versuchen sich entsprechend zu positionieren. Ich muesste den Namen des ganzen nachschlagen, aber es gibt dort ein Abenteuer bei dem die Charaktere mit minimaler gemeinsamer Motivation [sie koennten lebendig werden] in ein Schloss zu Vampiren gesteckt werden mit denen sie dann interagieren duerfen.

Man kann eine gaenzlich eigene Chronik gestalten.
Mit Blaupausen wie Frankfurt bei Nacht oder mit den Tips aus den Handbuechern zu der Gestaltung eigener Spielwiesen.


Das System gibt dabei weder vor das man Nieten zu spielen hat, das man Charactere auf gleichen Niveau spielen muss oder das man die Mosher unter dem Nachthimmel spielt.
Im Grundregelwerk findet sich gerade mal ein etwas ruppigerer Hinweis das man nicht auf Menschlichkeit 1 oder 0 fallen sollte und das Spielbeispiel impliziert allenfalls das man auch alles gleichzeitig spielen kann.

Der Hinweis mit es mit den "richtigen Leuten" zu spielen, heisst lediglich das man sich Leute suchen sollte die aehnliche Vorlieben wie man selbst haben. Gerade weil das System nicht nach dem Prinzip "System matters" Spieler mit weniger passenden Spielstilen abschreckt.

Wenn ein Spieler gerne Diablerie: Mexiko spielen wuerde, kann er nicht wissen ob der andere jetzt ebenso eine Action orientierte Runde sucht oder ob dieser vielleicht gerne mit einem weniger kompetenten, sich unterordnenden Charakter dem Metaplot zu schauen wuerde und damit hadern das Diablerie das schlimmste Verbrechen unter den Kindred ist.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 4.08.2011 | 14:00
Sorry das ich mich nochmal einmische.
Man kann mit VtM kein vernünftiges Intriegenspiel aufziehen, indem die Spieler die Chance haben sich hochzuarbeiten. Dafür ist das ganze Konzept, aus Generation, keine Zwangsstarre für alte Vamire und überregionale Organisation zu starr, als ob da glaubwürdig die Spieler was reißen können. Vom Setting her ist VtM das amerikanische DSA. Die SCs sind Fußabtreter, während der SL seine NSC-Parade abhält. Ich dachte das hätten wir überwunden.

Aber vielleicht ist die Rückkehr von VtM ebenfalls der Retrowelle geschuldet. Alles alte kommt wieder.  :verschwoer:
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 14:09
Sorry das ich mich nochmal einmische.
Man kann mit VtM kein vernünftiges Intriegenspiel aufziehen, indem die Spieler die Chance haben sich hochzuarbeiten.

Oh, dann habe ich in den letzten Jahren wohl die ganze Zeit ein anderes Spiel gespielt, ohne es zu wissen  ::)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 14:10
Man kann mit VtM kein vernünftiges Intriegenspiel aufziehen, indem die Spieler die Chance haben sich hochzuarbeiten.
Status Punkten sowie Diablerie sei dank kann man das durchaus.
Zumindest finde ich das ebenso glaubwuerdig wie in allen anderen normalen Organisationen.

Nun und Diablerie: Mexiko geht dem Inhaltsverzeichnis wohl auch davon aus das da ein Kluengel Neonaten den Methusalem diablerieren wollen,..

Gerade in Amerika, wo ich vor kurzem bei einer Online Chronik eingestiegen bin, ist es auch in nicht so restriktiv aufgefasst wie hier, beziehungsweise eher noch weniger mit DSA vergleichbar.

Zitat
Aber vielleicht ist die Rückkehr von VtM ebenfalls der Retrowelle geschuldet. Alles alte kommt wieder.  :verschwoer:
Habe Anfang des Jahres gefrotzelt das mit V20 V:tM sein eigenes Retro-Event bzw. Retro-Version hat :D
Ansonsten war V:tM, nach meinen Gefuehl, zwar tot aber nie weg.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Koenn am 4.08.2011 | 14:19
Zwar glaube ich daran, dass das Spielsystem (bei jedem Rollenspiel) eine eigenständige Wirkung hat ("system matters"), aber natürlich stimmt dieser obige Satz! Mit den richtigen Leuten kann ich an einem guten Tag Magie&Macht spielen, und es wird ein absolut gelungener Rollenspielabend - teilweise, weil wir uns über die Beschränkungen des Systems hinwegsetzen oder Situationen vermeiden, wo die Regeln fürchterlich sind.

Aber außer bei V:tM habe ich es bisher nur von DSA gehört, dass man die richtigen Leute/Leiter braucht, damit es sein Potential entfalten kann. Meine These ist, dass beides Systeme sind, die Leute wegen den Settings (und dazu gehört für einige Spieler auch Metaplot) spielen, und nicht wegen der Qualität der Regeln. Das Regelwerk bietet wenig Potential, aber das Setting ist eine Fundgrube für Abenteuerideen (und ja, das sage ich als jemand, der mit V:tM nichts mehr anfangen kann, als jemand, der sich eher peripher für die Vampirthematik interessiert und als jemand, der seinem Geschmack näherstehende Settings wie DF bespielt).

Joa, aus meiner Sicht stimmt das meiste davon. Mit irgendwelchen Vollhonks ein tolles Rollenspiel zu probieren ist eine Sache, die ich nie machen möchte, die Gefahr wäre zu groß, dass so etwas bleibende Schäden an der schönen Vorstellung eines Rollenspiels an sich hinterlässt. Im Gegenzug könnte man selbst irgendwelche schlechten Regelsysteme mit seinen Lieblingsleuten spielen und Spaß daran haben. Da steckt zwar viel drin, aber es ist nicht nur das. Vampire liefert im Grunde ein ordentliches Regelsystem ab, genauso ordentlich wie D&D, Shadowrun oder andere. Das Problem ist, dass überall irgendwelche komischen Kombinationen von Regeln auftauchen, die das Spiel ausufern lassen können, oder schlichtweg stupide Regeln sind. Mir ist kein Rollenspiel bekannt, das nicht irgendwo eine Macke hat.

Genau deswegen suche ich mir die richtigen Leute persönlich aus, damit ein Rollenspiel funktioniert. Wenn diese Bedingung erfüllt ist und man die Spieler einigermaßen kennt, kann man richtig geniale Spielideen umsetzen. Vampire the masquerade (oder dark ages) bietet Unmengen an Plot, Metaplot, Metaplot innerhalb des Metaplots und zahlreiche freie Regionen, bei denen man selbst erfinden soll. Ich selbst leite und spiele Vampire aus genau diesen Gründen. Die Hälfte der Spieler ist in Sachen Metaplot unerfahren, die andere Hälfte kennt ihn (wobei ich da einen Spieler habe, den ich immer wieder erinnern muss: bei mir können die Dinge anders laufen). Die Unerfahrenen am Metaplot teilhaben lassen mit all seinen Problemen, und die Erfahrenen irritieren, weil sie nie genau wissen, wie die Aktien stehen, das ist meine Motivation fürs leiten. Ich liebe es, wenn Spieler mit herutergeklappter Kinnlade dastehen oder in character ausser sich sind. Bei anderen Systemen habe ich das als Leiter nie in selbem Umfang hinbekommen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 4.08.2011 | 14:25
Status Punkten sowie Diablerie sei dank kann man das durchaus.

[...]


Skizziere es bitte. Schreib hier mal bitte auf, wie ein Szenario aussehen könnte, indem die SCs in einer Stadt die Macht übernehmen, ohne dass sie von der Camarilla oder den Sabbat sofort wieder abgezägt werden. Ich bin gespannt.

Zum Vergleich DSA und VtM:

Beides wollen Spiele sein, indem das Erzählen der Story wichtig ist. - check
Beide Spiele liefern aber dafür keine Regeln, sondern ergehen sich im Kampfsystem etc, so dass eher Spieler mit einem taktischen Geschmack angesprochen werden. - check
Beide haben die "goldene Regel".  :puke: - check
In beiden Spielen wird mit superwichtigen NSCs so um sich geworfen, dass die Spieler zuschauer im Metaplot sind. - check
Für beide Spiele braucht man die "richtigen" Leute.  ::) - check

VtM ist scheinbar genauso im Eimer wie DSA. Die Leute finden es trotzdem toll. Also who cares. Man sollte aber dazu stehen und es nicht als die beste Erfindung seit geschnitten Brot verkaufen wollen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 14:40
Skizziere es bitte. Schreib hier mal bitte auf, wie ein Szenario aussehen könnte, indem die SCs in einer Stadt die Macht übernehmen, ohne dass sie von der Camarilla oder den Sabbat sofort wieder abgezägt werden. Ich bin gespannt.
Ein Szenario ist zu umfangreich, aber normalerweise hapert es doch am abgesaegt werden.
Damit die Camarilla einen Justicar vorbei schickt, die iirc im GRW nicht erwaehnt werden, muesste da schon gehoerig die Kacke am dampfen sein. Irgendwie sehe ich da die Problematik nicht / weniger.
Im Grunde ist es eine aehnliche vorgehensweise als wenn man den Posten als Manager einer Sales-Abteilung will um dann weiter aufzusteigen. Dafuer muessen die auf den Managerposten ueber einen ja auch nicht in Starre verfallen.


Nun und in Bezug auf den Sabbat, ein Rudel, eine neue Stadt, noch Camarilla, die uebernommen werden will aeh soll, wenn die Chars weit genug vor'n sind, sollten sie es schaffen sich an der Fuehrung zu etablieren. [Fuer bestehende Staedte kenn ich die Struktur zu wenig, aber eine Strategie waere dafuer zu sorgen das die Stadt destabiliesiert wird, der obermotz vielleicht von der Camarilla gekillt zu kriegen und dann rauf an die Spitze und raus mit der Camarilla?]


Zu VtM versus DSA habe ich ja schon vorher geschrieben wieso ichs nicht vergleichbar finde.
[Ansonsten VtM hat Regeln fuer Geschichten und es hat im GRW keine superwichtigen NSCs zum zu- und noch keinen Metaplot zum anschauen. Zumal bei VtM doch nur Gehenna als Anschauungsplatz herhalten kann?]
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 4.08.2011 | 14:48
Beide Ansätze nicht sonderlich befriedigend. Klappt höchstens mit Goodwill des SLs. Aber immer wieder schön zu sehen, wie man seine Behauptungen unterlegen kann.

Zum Thema VtM und der Anspruchs des Storytelling, der sich in den Regeln wiederspiegelt... wieso habe ich nur gerade das Lied von Pippi Langstrumpf im Ohr. Aber ich will die "Diskussion" hier nicht weiter stören und bin wieder weg.  ;)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 14:49
Für beide Spiele braucht man die "richtigen" Leute.  ::) - check

Stimmt, weil alle Spiele bis auf DSA und V:tM ihr volles Potential auch dann entwickeln können, wenn man mit Idioten spielt.

Zitat
Zum Thema VtM und der Anspruchs des Storytelling, der sich in den Regeln wiederspiegelt... wieso habe ich nur gerade das Lied von Pippi Langstrumpf im Ohr. Aber ich will die "Diskussion" hier nicht weiter stören und bin wieder weg.  Wink

Machts Spaß sich auf Teufel kommt raus überlegen zu fühlen?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 14:52
Wie gesagt, mit den "richtigen" Leuten, also vor allem mit den Leuten, die gleiche Spielvorlieben teilen, kann man jedes Rollenspiel spielen.

Mein Problem mit der Sache ist eben, dass man nach meinem subjetiven & überalterten Eindruck, bei V:tM noch mehr auf die "richtigen" Leute achten muss, als bei anderen Rollenspielen. Das kommt einerseits daher, das V:tM mehrere Vorlieben bedient, ohne eindeutig zu sein, aber - meiner Meinung nach! - keine dieser Vorlieben gut bedienen kann, und leider auch Kompromisse nicht leicht vereinbar macht.

Dann passiert es eben, dass bei einem Con/einer neuen Gruppe Leute zusammenkommen, die Diablerie: Mexico (Schnetzeldungeon), Berlin by night (Spielleiterstory), Giovanni-Chronicles (SL-Story mit Metaplot), etwas eigenständig Politisches auf der Basis von z.B. Chicago by night oder persönliches Drama ohne Clanspolitik spielen wollen.

Nach meinem Eindruck können andere Spiele unterschiedliche Vorlieben verträglicher spielbar machen oder sind eindeutiger ausgerichtet. Mir persönlich ist es mittlerweile lieber geworden, nach Regeln (und ggf. in Spielwelten) zu spielen, die meine jeweiligen Spielziele optimal besser bedienen können. Politisches Intrigenspiel ist z.B. für mich etwas ganz anderes als Ermittlungsspiel um Intrigen.

Ganz kurs zu DSA + Vampires:
Für mich stellt sich die Frage, ob das deutsche Vampires DSAisiert wurde, oder DSA vampirisiert. Aber ich hab null Plan von DSA, darum beschäftigt mich die Frage nicht wirklich. Ich bin nur immer wieder skeptisch, wenn ich SLs mit Selbstverständnis als Storyteller beobachte, die andere Spiele "vampirisieren".
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 14:57
Wenn ich dir jetzt aber erzähle, dass ich mit Shadowrun, D&D und Call of Cthulhu noch weit mehr abnippelnde Runden erlebt habe und das meiner Meinung nach noch weit mehr unterschiedliche Spielstile begünstigt, weit mehr "Mosher" anzieht (vor allem Ersteres) und es damit, nach System, weit schwieriger ist einen gemeinsamen Konsens zu finden, hebt das deine Theorie ziemlich auf.

Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Lemming am 4.08.2011 | 15:00
Wenn ich dir jetzt aber erzähle, dass ich mit Shadowrun, D&D und Call of Cthulhu noch weit mehr abnippelnde Runden erlebt habe und das meiner Meinung nach noch weit mehr unterschiedliche Spielstile begünstigt, weit mehr "Mosher" anzieht (vor allem Ersteres) und es damit, nach System, weit schwieriger ist einen gemeinsamen Konsens zu finden, hebt das deine Theorie ziemlich auf.

Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?

+1

ich würde das aber bei allen Flexiblen Systemen so sehen und nicht auf SR, D20 und Cthulhu beschränken.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 15:01
+1

ich würde das aber bei allen Flexiblen Systemen so sehen und nicht auf SR, D20 und Cthulhu beschränken.

Jop, waren auch nur Beispiele.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Koenn am 4.08.2011 | 15:07
Zum Vergleich DSA und VtM:

Beides wollen Spiele sein, indem das Erzählen der Story wichtig ist. - check
Beide Spiele liefern aber dafür keine Regeln, sondern ergehen sich im Kampfsystem etc, so dass eher Spieler mit einem taktischen Geschmack angesprochen werden. - check
...
In beiden Spielen wird mit superwichtigen NSCs so um sich geworfen, dass die Spieler zuschauer im Metaplot sind. - check
...

Ich spiele zwar kein DSA, aber da du das Ganze auch für Vampire festlegst:

- Vampire liefert für das Erzählen der Story keine Regeln, sondern ergeht sich im Kampfsystem ect, so dass eher Spieler mit einem taktischen Geschmack angesprochen werden. -> Absolut falsch.

Ich habe Taktik nur in Shadowrun, Savage Worlds und D&D gesehen, aber nie in Vampire. In ganzen 14 Jahren Vampire nicht. Auf Cons nicht. Nie. Und die Tatsache, dass es eine Initiative im Kampf gibt heißt noch lange nicht, dass es Taktik gibt. Es gibt nicht einmal ordentlich ausgearbeitete Kampfregeln: dafür gibt es aber zahlreiche Regeln, die sich um Interaktion mit anderen Vampiren, Menschen, der eigenen Psyche und Motivation drehen. Vampire liefert im Vergleich zu D&D und Savage Worlds außerordentlich viele Regeln für das Erzählen einer Story um einzelne Charaktere, Klüngeln von Charakteren, Fraktionen usw.


- In Vampire wird mit superwichtigen NSCs so um sich geworfen, dass die Spieler Zuschauer im Metaplot sind. -> Kommt auf den SL an.

Ich kenne Spielleiter, die das so handhaben. Ich kenne aber auch Spielleiter, die die Charaktere sehr stark in den Metaplot einbinden und ihnen tragende Rollen geben, manchmal ohne dass sie es wissen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 15:08
Beide Ansätze nicht sonderlich befriedigend. Klappt höchstens mit Goodwill des SLs. Aber immer wieder schön zu sehen, wie man seine Behauptungen unterlegen kann.
Du erwartest nun tatsaechlich das ich ein komplettes Szenario aus dem linken Aermel schuettel? O_O;

Ansonsten wuerde ich auf Online Chroniken verweisen wie Port Lussuria, wo es moeglich ist, als Spieler, mit einem frischen Charakter, sich in Primogen Position hochzuarbeiten sowie, wenn man es anstrebt, den Prinzen Posten zu besetzen.

Zitat
Zum Thema VtM und der Anspruchs des Storytelling, der sich in den Regeln wiederspiegelt... wieso habe ich nur gerade das Lied von Pippi Langstrumpf im Ohr.
Naja, ich wuerde behaupten das V:tM der bisher erfolgreichste Versuch eines eierlegendenwollmilch-RPG ist.
Was insbesondere das ambitionierte Ziel betrifft H&S Spieler und Erzaehlonkel etwas zu geben das beide moegen (wollen).

Es hat Probleme wenn man die besten Eier, die beste Wolle und die beste Milch erwartet, aber es versagt beim Eier legen, Wolle scheren und Milch geben nicht in dem Ausmass das es den Leuten nicht gefallen wuerde.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 15:16
Ich habe Taktik nur in Shadowrun, Savage Worlds und D&D gesehen, aber nie in Vampire.
Ich habe auch bei Vampire Taktik gesehen.
Die Kampfregeln sind ausgearbeitet, ob ordentlich oder nicht, und man kann sie so anwenden wie sie im Buch stehen.

Es gibt Regeln fuer den Menschlichkeitsverfall, Hintergruende sowie Vor- und Nachteile, es gibt Regelanregungen fuer gesellschaftliche Interaktionen, es gibt mit Willenskraft ein System fuer das dramatische Beeinflussen von Wuerfeln.

Man hat schlicht beides.

Direkte Regeln welche Erzaehlrechte betreffen gibt es bei V:tM aber nicht.
(Dafuer Fluff Anweisungen doch bitte keinen auf Diktator / Alleinerzaehler zu machen)
Man kann sich, im Gegensatz zu Fate keine "Fakten" kaufen.
Wesen und Verhalten sind auch nicht annaehrend so stark eingebunden wie Konzepte, Aspekte und Stunts bei Fate.

Man hat auch, abseits der Willenskraft, sonst keine Mechaniken die auf auch nur sachtes PE schliessen lassen.
Savage Worlds hat Bennies die aehnlich wie Willenskraft funktionieren, jedoch - wenn mich die Erinnerung nicht truegt - ein etwas breiteres Spektrum bieten.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 4.08.2011 | 15:24
(...) Direkte Regeln welche Erzaehlrechte betreffen gibt es bei V:tM aber nicht.
(Dafuer Fluff Anweisungen doch bitte keinen auf Diktator / Alleinerzaehler zu machen)
Man kann sich, im Gegensatz zu Fate keine "Fakten" kaufen.
Wesen und Verhalten sind auch nicht annaehrend so stark eingebunden wie Konzepte, Aspekte und Stunts bei Fate.

Man hat auch, abseits der Willenskraft, sonst keine Mechaniken die auf auch nur sachtes PE schliessen lassen.
Savage Worlds hat Bennies die aehnlich wie Willenskraft funktionieren, jedoch - wenn mich die Erinnerung nicht truegt - ein etwas breiteres Spektrum bieten.

Spricht ja nix dagegen mit den nWoD VtM zu spielen. Immerhin gibt's ja eine offizielle Übersetzung. Dann hast du alle möglichen PE Tools (teilweise auch Mechaniken, wie z.B. von SpielerInnen bewertbare R-Maps, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Sephiron am 4.08.2011 | 15:28
"Flexible Spiele"? Wie kommt man denn auf die Bezeichnung? Die genannten Spiele sind einfach nur sehr 08/15.

Für mich stellt sich die Frage, ob das deutsche Vampires DSAisiert wurde, oder DSA vampirisiert. Aber ich hab null Plan von DSA, darum beschäftigt mich die Frage nicht wirklich. Ich bin nur immer wieder skeptisch, wenn ich SLs mit Selbstverständnis als Storyteller beobachte, die andere Spiele "vampirisieren".

Weder noch, denke ich.
DSA war schon so bevor es VtM gab. Und VtM ist auch auf Englisch so. Wenn die VtM-Autoren nicht überzeugte DSA-Spieler waren (sehr unwahrscheinlich), ist das wohl eher einfach ein allgemeines Phänomen.

Anderer Vergleich: Zwei Jahre nach VtM kam Prime Directive raus... und verreckte daran, dass kaum jemand Regeln haben wollten, die sich stark vom Standard (in erster Linie D&D) abheben. (Mit Gurps- bzw. D20-Basis hatte es später mehr Erfolg... Gurps und D20 kennt ja auch jeder.)
Meine Vermutung: VtM war deshalb so erfolgreich, weil das Spiel a) nach bekannten Mustern gestrickt war und b) glaubhaft beteuerte, etwas Anderes zu sein. Schließlich ist beim Verkauf von Rollenspielen (und Comics, sowie sonstigen Produkten für Nerds) Image Alles und (Regel-)Qualität nichts.
Wenn man aber versucht, eine bestimmte Spielweise zu vermitteln, ohne dass das System dabei helfen könnte, ist die Lösung zwangsläufig der Spielleiter. Es bleibt einem Abenteuerautor dann auch einfach nix Anderes übrig als SL-zentrierte Plots zu schreiben.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 15:33
Spricht ja nix dagegen mit den nWoD VtM zu spielen. Immerhin gibt's ja eine offizielle Übersetzung. Dann hast du alle möglichen PE Tools (teilweise auch Mechaniken, wie z.B. von SpielerInnen bewertbare R-Maps, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe).
Ja, natuerlich.
Ich vermutete jedoch das sich die Diskussion auf V:tM bis zu dem Stand der 2nd revised bezieht.
Zumindest unter den Online Chroniken ist mir bisher keine bekannt welche das translation document nutzt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 4.08.2011 | 15:42
Ich vermutete jedoch das sich die Diskussion auf V:tM bis zu dem Stand der 2nd revised bezieht.

Das vermute ich auch...

... weiß aber nicht, ob das wirklich hilfreich ist.

Ich wollte eigentlich auch nur - konstruktiv gemeint - beisteuern, dass es mittlerweile zu VtM eine Vielzahl offiziellen Regeln gibt, so dass das Spiel optimal auf den individuellen Spielstil der Gruppe abgestimmt werden kann.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 16:21
Wenn ich dir jetzt aber erzähle, dass ich mit Shadowrun, D&D und Call of Cthulhu noch weit mehr abnippelnde Runden erlebt habe und das meiner Meinung nach noch weit mehr unterschiedliche Spielstile begünstigt, weit mehr "Mosher" anzieht (vor allem Ersteres) und es damit, nach System, weit schwieriger ist einen gemeinsamen Konsens zu finden, hebt das deine Theorie ziemlich auf.

Vorweg, die Sachen, die ich behaupte, sind vor allem auf die deutsche Rezeption dieser Spiele bezogen.

Shadowrun hat zwar auch eine Menge Storyabenteuer und Metaplot angeboten, aber nach meinem Eindruck auf Cons und im privaten Bereich immer eher die "Mosher" (ich übersetze das jetzt mal großzügig mit Powergamer/Buttkicker) angezogen und deren Wünsche hervorragend bedient. Bei Call of Cthulhu gibt es wohl auch Kämpfe u.ä., aber nach dem, was ich so darüber hörte, ging man denen besser aus dem Weg. Ermitteln und wahnsinnig werden steht da im Mittelpunkt. Ob das System das gut kann, will ich nicht beurteilen - die Aufmachung der Abenteuer, die ich gesehen habe, spricht jedoch für ein Spiel, das überweigend auf SL-Erzählspiel ausgerichtet ist.

Bei D&D hängt viel an der Zeit und an der Edition. Tendenziell hast du aber recht, D&D spricht alle Vorlieben an. Deswegen ist ja auch ein Argument der Kritiker der 4E, dass diese Edition einen zu eindeutigen Schwerpunkt auf Dungeoncrawling gelegt hat, und eine Kritik an der Dragonlance-Zeit war, dass damals zu eindeutig Metaplot und Story im Vordergrund stand.

Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?

Natürlich gibt es auch bei anderen Spielen Richtungsstreitigkeiten. D&D kann davon ja ein Lied singen, und über DSA gabs hier im Forum auch schon stressige Diskussionen. Aber anscheinend bekommt V:tM deutlich mehr Kritik ab, als andere Mainstreamrollenspiele. Ich hätte das nicht gedacht, und im  :T: fällt die Kritik an V:tM, wenn ich sie mit der D&D (insbesondere 4E) und vor allem DSA vergleiche, doch eher gering aus (mein Eindruck). Trotzdem gibt es wohl noch außer mir Spieler, die V:tM nichts abgewinnen können.

Meine persönlichen Gründe, warum ich nichts von diesem Spiel halte, sind, wie ich mehrfach gesagt habe, erfahrungsbasiert. Dabei spielt(e) sicherlich die aggressive Selbstvermarktung von V:tM als Storyspiel eine Rolle: ich hatte halt das Vergnügen, dieses Spiel überwiegend als ein Erzählonkelspiel/Illusionistenspiel kennenzulernen und kann mich für diesen Spielstil nicht begeistern - nichtmal bei guten Erzählern, bei mittelprächtigen schon gar nicht.

Der zweite Kritikpunkt ist das gerade im Kampf schwerfällige Regelsystem, das ich weder als spannend noch als Kreativität fördernd empfinde. All dies sind Sachen, die mir in diesem Ausmaß überwiegend bei V:tM begegnet sind, mit der Ausnahme, dass ein Spielleiter Storyteller mal TORG in diesem Stil geleitet hat - aber der ist ein V:tM Fan.

Nun ist es keine Sache, zu sagen, dass V:tM in Deutschland eben ein Spiel mit Regeln für die Mosher/Taktiker ist und als solches gut taugt. Dann habe ich mir einfach von diesem Spiel etwas erwartet, was es nicht angeboten hat (und auch nicht versprochen hat?). Als Mosher-System finde ich es zwar auch eher mittelprächtig, aber da gibts sicher schlimmeres an Rollenspielen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 16:29
Ich wollte eigentlich auch nur - konstruktiv gemeint - beisteuern, dass es mittlerweile zu VtM eine Vielzahl offiziellen Regeln gibt, so dass das Spiel optimal auf den individuellen Spielstil der Gruppe abgestimmt werden kann.

Sicher verwenden das auch einige Leute, aber mal weniger konstruktiv dazwischengeschossen:

Wieso sollten Leute, denen V:tM so wie es ist/war gefällt, sowas anwenden?

Wieso sollten Leute, denen V:tM so wie es ist/war nicht gefällt, sowas anwenden, anstatt ein anderes Spiel zu suchen, das ihren Vorstellungen vom Grundkonzept her näher ist?

Wenn man kein Mosherspiel spielen will, sondern ein Ermittlungsspiel (mit übernatürlichem Einschlag), warum sollte man dann nicht gleich z.B. Gumshoe oder Heroquest/Nameless Streets nehmen?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 16:36
Wieso sollten Leute, denen V:tM so wie es ist/war gefällt, sowas anwenden?
Weil es immer noch besser sein kann.
Das heisst die Herangehensweise waere fuer mich, wenn ich die Lust haette die nWoD Regeln zu lesen, das ganze zu konvertieren und dabei an Rosinen das zu picken was es verbessert.
Zum Beispiel nur den Unterbau fuer das soziale Kampf-System  installieren.

Waeren die V:tM Fans so absolut seelig mit ihrem System, wuerde V20 nicht mit "Bug fixes" versehen.

Zitat
Wenn man kein Mosherspiel spielen will, sondern ein Ermittlungsspiel (mit übernatürlichem Einschlag), warum sollte man dann nicht gleich z.B. Gumshoe oder Heroquest/Nameless Streets nehmen?
Weil das keine eierlegendewollmilch-Spiele sind?
Da kann man halt kein Moscherspiel mehr machen, sondern muss ein Ermittlungsspiel machen.
(Zumindest so wie der Satz klingt, habe alles zwei/drei noch nicht gespielt)

Es waere doch da naheliegend sich die Mosch-Funktion von V:tM zu erhalten und aus der nWoD Ermittlungsspielansaetze ran zu pappen. Beziehungsweise die Kenntniss-Fertigkeiten dahingehend zu erweiteren.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 4.08.2011 | 16:39
Sicher verwenden das auch einige Leute, aber mal weniger konstruktiv dazwischengeschossen:

Wieso sollten Leute, denen V:tM so wie es ist/war gefällt, sowas anwenden?

Wieso sollten Leute, denen V:tM so wie es ist/war nicht gefällt, sowas anwenden, anstatt ein anderes Spiel zu suchen, das ihren Vorstellungen vom Grundkonzept her näher ist?

Wenn man kein Mosherspiel spielen will, sondern ein Ermittlungsspiel (mit übernatürlichem Einschlag), warum sollte man dann nicht gleich z.B. Gumshoe oder Heroquest/Nameless Streets nehmen?

Na, "wenig konstruktiv" bringt einen meiner Ansicht nach nicht weiter. Aber, wenn du meinst...
Für diejenigen, die mit dem Spiel so zufrieden sind, wie es ist, oder die es eh nicht spielen, ist es vollkommen egal. Stimmt. Und?

Zum anderen wurde das hier und an anderer Stelle im Forum schon mehrfach beantwortet. Es gibt Leute die z.B. mit dem Setting zufrieden sind, aber an den Regeln schrauben wollen.
Zum anderen, weil es darum geht, eine gemeinsame Vorstellung des Spiels zu entwickeln - wenn denn gewünscht - und das mit Regeln zu unterfüttern, die dem jeweiligem Spielstil am besten fördern.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 17:37
@youth nabbed as sniper

Ja, ich verstehe, warum du das System nicht magst. Ich kann auch die meisten deiner Bedenken und Erfahrungen so oder so ähnlich nachvollziehen. Meine Frage aber war, was es dir bringt, nun festzustellen, dass es am System liegt. Das richtet sich auch weniger an dich, sondern vielmehr an die Leute die in so einen Thread reingestapft kommen, irgendwas von "Vampire is objektiv scheiße, weil das System so und so" faseln und dann wieder rausspringen. Ich frage mich einfach, was man da für einen Nutzen rauszieht oder was für ein Ziel man verfolgt. Das einzige, was in meinen Augen plausibel klingt, ist ein Missionierungsziel: "ich muss euch davon überzeugen, dass es scheiße ist, deswegen behaupte ich einfach mal, dass das ohnehin schon jeder bis auf euch weiß". Da das aber doch irgendwie zu platt ist, würden mich andere Gründe interessieren.

Weil es immer noch besser sein kann.
Das heisst die Herangehensweise waere fuer mich, wenn ich die Lust haette die nWoD Regeln zu lesen, das ganze zu konvertieren und dabei an Rosinen das zu picken was es verbessert.
Zum Beispiel nur den Unterbau fuer das soziale Kampf-System  installieren.

Richtig. Habe die nWoD-Regeln gelesen, ausführlich ausgetestet und für nicht gut genug befunden. Die Regeln für den "sozialen Kampf" aus Requiem for Rome habe ich allerdings ziemlich weitestgehend übernommen und erfolgreich in das alte System integriert :D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 17:46
Ich denke es haengt damit zusammen das die Kritiker schlechte Erfahrungen mit dem System gemacht haben.
Vielleicht auch selbst erst nach einiger Zeit erkannt das sie es nicht moegen.
Aus der eigenen Erfahrung wird geschlossen das es anderen ebenso geht beziehungsweise ergehen wird.
Also versuchen sie darauf hinzuweisen, aufzuzeigen wo ihrer Ansicht nach die Schwaechen liegen, in der Hoffnung das die anderen nicht die gleiche schlechte Erfahrung machen muessen. Zumal die Angst mit schwingt das andere aufgrund der schlechten Erfahrung dem Hobby fern bleiben.

Das hat zwar effektiv ein "Missionierungs Verhalten" zur Folge, ist aber nicht unbedingt boeswillig motiviert.
Auch wenn es scheinbar im englischen Fandom dazu fuehrte das man den zufriedenen V:tM Spielern einen Gehirnschaden unterstellte; was ja schon doch irgendwo eine recht arge Beleidigung ist.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 18:19
Ich denke es haengt damit zusammen das die Kritiker schlechte Erfahrungen mit dem System gemacht haben.
Vielleicht auch selbst erst nach einiger Zeit erkannt das sie es nicht moegen.
Aus der eigenen Erfahrung wird geschlossen das es anderen ebenso geht beziehungsweise ergehen wird.
Also versuchen sie darauf hinzuweisen, aufzuzeigen wo ihrer Ansicht nach die Schwaechen liegen, in der Hoffnung das die anderen nicht die gleiche schlechte Erfahrung machen muessen. Zumal die Angst mit schwingt das andere aufgrund der schlechten Erfahrung dem Hobby fern bleiben.

Das ist aber eine sehr liebe Interpretation :)

(PS: Nicht negativ oder sarkastisch gemeint!)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 18:38
Na, "wenig konstruktiv" bringt einen meiner Ansicht nach nicht weiter. Aber, wenn du meinst...
Für diejenigen, die mit dem Spiel so zufrieden sind, wie es ist, oder die es eh nicht spielen, ist es vollkommen egal. Stimmt. Und?

Ok, da hast du recht, und ich probiere mal konstruktiv weiter zu machen. Ich hab diese Fragen ja nicht (nur) aus reiner Böswilligkeit (gegenüber dem System) gestellt, sondern weil ich auf einen Punkt hinauswollte, der meinem Gefühl nach nicht stark genug berücksichtigt wird:

Es gibt Leute die z.B. mit dem Setting zufrieden sind, aber an den Regeln schrauben wollen.

Das ist es, worauf ich hinauswollte: viele Leute spielen V:tM wegen des Settings. Sie verteidigen es gegen seine Kritiker (zu denen ich mich durchaus zähle, selbst wenn ich dem System zu seiner Zeit einige Stärken zugestehe), obwohl die Kritik in erster Linie auf das Regelwerk abzielt, und sekundär vielleicht auf daraus abgeleitete Spielvorlieben/Spielausprägungen. Das mag jetzt hier im Thread nicht so stark vertreten sein, aber in einigen Besprechungen mit anderen RPGlern (ob auf Cons oder im spielerischen Umfeld) ist mir das schon begegnet. Teilweise geht das soweit, dass nach meinem Eindruck die Schwächen der Regeln ausgeblendet werden, obwohl es den Verteidigern in erster Linie ums Setting geht.

Zu behaupten, V:tM sei den Regeln entsprechend ein herausragendes Erzählspiel, trifft meiner Ansicht nach weder heutzutage zu, noch damals im Vergleich mit anderen Spielen der 90er.

@Sol Invictus:

Also, ich schreibe hier mit, weil ich, obwohl ich beim letzten Post weniger konstruktiv und stärker provozierend war, im Grunde finde, dass die Diskussion auf einem recht entspannten Level abgeht, und ich manchmal ein ehrliches Interesse daran habe, was Leute an V:tM hält.

Aber zugegeben, ich habe da auch ein Missionierungsbedürfnis, weniger gegenüber Leuten im Internet, als vielmehr (zum Glück schwach ausgeprägt) gegenüber den V:tM-Fans unter meinen Freunden. Ich wundere mich immer wieder, dass bei denen wiederholt der Wunsch anklingt, V:tM zu spielen. Nicht irgendein Urban Fantasy, sondern das V:tM-Setting. Nicht V:tM-Setting mit anderen Regeln (z.B. nWoD), sondern V:tM mit höchstens ein paar Hausregeln. Wenn ich es aber leiten würde, und - da bin ich mir ganz sicher - RAW (oder mit den paar Hausregeln) spielen würde, ergäbe das einen Riesenschock.*

Und das liegt mMn an der Verwechselung von V:tM mit erzählorientiertem Spielen, Intrigenstorys und Ermittlungsabenteuern. Das sind alles keine Sachen, auf die V:tM ein Monopol hat oder die es besonders gut kann. Das kann ich in so gut wie jedem anderen Genre mit so gut wie jedem anderen Setting und so gut wie jedem beliebigen Regelwerk mindestens genausogut wie mit dem V:tM-Paket.**

*Einen etwas schwächeren Schock hatte ich letzte Woche, als ich nach längerer SW-Zeit mal wieder ED geleitet + gespielt habe, und gemerkt habe, wie langsam da die Kämpfe ablaufen. Zum Glück machen sie bei ED wenigstens Spaß und ergeben inhaltlich im Abenteuer einen Sinn.
** ok, der Satz ist übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt drin.

Edit: Rechtschreibung (ein paar Fehler erwischt), Grammatik
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 4.08.2011 | 18:47
Das ist es, worauf ich hinauswollte: viele Leute spielen V:tM wegen dem Setting. Sie verteidigen es gegen seine Kritiker (zu denen ich mich durchaus zähle, selbst wenn ich dem System zu seiner Zeit einige Stärken zugestehe), obwohl die Kritik in erster Linie auf das Regelwerk abzielt, und sekundär vielleicht auf daraus abgeleitete Spielvorlieben/Spielausprägungen. Das mag jetzt hier im Thread nicht so stark vertreten sein, aber in einigen Besprechungen mit anderen RPGlern (ob auf Cons oder im spielerischen Umfeld) ist mir das schon begegnet. Teilweise geht das soweit, dass nach meinem Eindruck die Schwächen der Regeln ausgeblendet werden, obwohl es den Verteidigern in erster Linie ums Setting geht.

Zu behaupten, V:tM sei den Regeln entsprechend ein herausragendes Erzählspiel, trifft meiner Ansicht nach weder heutzutage zu, noch damals im Vergleich mit anderen Spielen der 90er.

Ja, da gebe ich dir vollkommen recht, da ich solcherlei pauschalisierte Übertreibungen auch auf der positiven Perspektive für völlig absurd halte. Nur, aus systematischen Schwächen, eine Grundaussage über das Spielverhalten oder das geistige Niveau der Spieler eines Rollenspiels schließen zu wollen schießt echt den Vogel ab. Das hast du nicht gemacht, das betrifft eher andere in diesem Thread und ähnlichen Disskussionen.

Zitat
@Sol Invictus:

Also, ich schreibe hier mit, weil ich, obwohl ich beim letzten Post weniger konstruktiv und provozierend war, im Grunde finde, dass die Diskussion auf einem recht entspannten Level abgeht, und ich manchmal ein ehrliches Interesse daran habe, was Leute an V:tM hält.

Aber zugegeben, ich habe da auch ein Missionierungsbedürfnis, weniger gegenüber Leuten im Internet, als vielmehr (zum Glück schwach ausgeprägt) gegenüber den V:tM-Fans unter meinen Freunden. Ich wundere mich immer wieder, dass bei denen wiederholt der Wunsch anklingt, V:tM zu spielen. Nicht irgendein Urban Fantasy, sondern das V:tM-Setting. Nicht V:tM-Setting mit anderen Regeln (z.B. nWoD), sondern V:tM mit höchstens ein paar Hausregeln. Wenn ich es aber leiten würde, und - da bin ich mir ganz sicher - RAW (oder mit den paar Hausregeln) spielen würde, ergäbe das einen Riesenschock.*

Das kann ich allerdings verstehen - ich kann mir vorstellen, dass es festgefahrene Spieler gibt, die sich möglicherweise aus Traditionsbewusstsein oder zu geringem Horizont nicht von Vampire trennen oder nicht akzeptieren wollen, dass es andere Sachen gibt, die ihre Bedürfnisse ähnlich befriedigen oder sogar besser. 

Zitat
** ok, der Satz ist übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt drin.

Finde ich nicht einmal - ich finde er trifft völlig zu. Es ist ja auch in Ordnung, wenn man für sich entdeckt hat, dass es auch anders geht und ich finde es auch völlig okay, wenn man versuchte, andere an dieser Erkenntnis teilhaben zu lassen. Vielleicht hat mich bisher eher die Art und Weise "wie" gestört, vielleicht aber auch das Generalprädikat, das einem ganzen Spiel unterstellt wird, das immer hin immernoch ziemlich häufig gespielt wird (zumindest was ich so aus dem Internet und dem größeren Bekanntenkreis erfahre).
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Windjammer am 4.08.2011 | 18:53
Meine Vermutung: VtM war deshalb so erfolgreich, weil das Spiel a) nach bekannten Mustern gestrickt war und b) glaubhaft beteuerte, etwas Anderes zu sein. Schließlich ist beim Verkauf von Rollenspielen (und Comics, sowie sonstigen Produkten für Nerds) Image Alles und (Regel-)Qualität nichts.
:d Freut mich, diese Erkenntnis auch mal bei anderen zu lesen. Klar gibt es hochqualitative Produkte auch im RPG-Sektor, aber viele der 40K-Sachen von FFG oder auch viele der kleineren Booklets von Paizo sind das, was man im Computerspielsektor einen "Grafik-Blender" nennt. Hübsch anzusehen, aber mechanisch Schrott.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 4.08.2011 | 19:04
:d Freut mich, diese Erkenntnis auch mal bei anderen zu lesen. Klar gibt es hochqualitative Produkte auch im RPG-Sektor, aber viele der 40K-Sachen von FFG oder auch viele der kleineren Booklets von Paizo sind das, was man im Computerspielsektor einen "Grafik-Blender" nennt. Hübsch anzusehen, aber mechanisch Schrott.

Freut mich, das mal bei jemanden über 40K zu lesen  ;D
Noch so ein(e) Spiel(reihe), für das (die) ich mich nicht wirklich begeistern kann.

Das kann ich allerdings verstehen - ich kann mir vorstellen, dass es festgefahrene Spieler gibt, die sich möglicherweise aus Traditionsbewusstsein oder zu geringem Horizont nicht von Vampire trennen oder nicht akzeptieren wollen, dass es andere Sachen gibt, die ihre Bedürfnisse ähnlich befriedigen oder sogar besser. 

Dazu nur um festzuhalten: meine Kumpel spielen auch andere Sachen mit, und haben individuell sehr unterschiedliche Präferenzen was Spielstil, -Regeln, -Setting usw. angeht, aber bei allen Jungs bis auf einen (außer mir) gilt halt V:tM als besonders toll.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 4.08.2011 | 19:21
Freut mich, das mal bei jemanden über 40K zu lesen  ;D
Noch so ein(e) Spiel(reihe), für das (die) ich mich nicht wirklich begeistern kann.

Die Regeln sind sicher nichts Besonderes, aber sie funktionieren, zumindest einigermaßen. Das Verkaufsargument ist hier eben das Settiung, und da gibt es wirklich nichts Vergleichbares zur Zeit.

Zustimmung zu den Pathfinder Player Companions (ich denke die waren gemeint), das sind in der Tat "Grafik-Blender". Aber nicht wegen schlechtem Inhalt (Mechanik-Schrott kann ich nicht bestätigen), sondern wegem magerem Inhalt und dem miesesten Preis/Leistungsverhältnis was Paizo im Agebort hat.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 4.08.2011 | 19:46
Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?

Da ich ja die Ursprungsfrage gestellt habe aus - logischerweise - persönlichem Interesse, dazu mal meine Intention:
1) Liegt es an mir?
Wenn es an mir liegt: Ist es etwas, das ich a) ändern kann, b) ändern will?
2) Liegt es an der Gruppe/den Gruppen?
Falls ja: Kann/will ich darüber hinwegsehen oder sollte ich mich besser weiter auf die Suche begeben?
3) Liegt es am System (da Probleme so gehäuft auftauchen)?
Falls ja: Hat es Sinn, trotzdem daran kleben zu bleiben oder wäre es durchweg sinnvoll, einen Haken daran zu setzen?
4) Warum bestehen bei im Grunde gleicher Regelmechanik qualitative Unterschiede zwischen VtM und dem Rest der WoD?
Falls lösbar: Kann man VtM dann in Richtung der sonstigen WoD bewegen oder ist das ein System-im-System-doof-Problem?

Sorry wegen der Kürze - muss nu weg und wollte noch eben antworten.  :)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 20:17
Ich glaube nicht das es zwischen V:tM und dem Rest der oWoD einen qualitativen Unterschied gibt.
Unterschiede schon, aber das diese qualitativer Natur sind. ^^
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Koenn am 4.08.2011 | 22:22
Zu deinen Fragen:

1) Wie andere Leute Rollenspiel sehen liegt nie an einem selbst. Man kann sich wandeln, man kann andere auf ihr Verhalten ansprechen oder sich selbst ansprechen lassen.

2) Jein; es gibt sicherlich tausende Rollenspielgruppen, in die ich nicht reinpassen würde, weil mir die Spielweise der Gruppe nicht behagt, oder meine ab und an exotische Denkweise nicht zu anderen passt. Ist wie das finden von Freunden, es muss ein gemeinsames Interesse vorhanden sein, man muss einen ordentlichen Draht zueinander haben. Allerdings kann man sich die Gruppen ja gezielt aufbauen; das kann schnell gehen oder lange dauern, aber aus eigener Erfahrung: es lohnt sich immer.

3) Auch jein. Es ist halt nun einmal so, dass Vampire eher überdurchschnittlich viele komische Typen anzieht, das liegt am Flair des Spiels. Aber wenn man Gleichgesinnte trifft, die in Vampire ungefähr dasselbe sehen wie man das selbst tut, dann liegt das nicht am System. Ich selbst war kurz davor einen Haken an die komplette oWoD zu setzen, weil sich binnen kurzer Zeit bzw. nacheinander drei Runden aufgelöst haben, wegen komischen Leuten. Daraufhin habe ich den Versuch gestartet mir die Mitspieler auszusuchen, et voilà: die Runde läuft seit 1,5 Jahren und macht enorm Spaß.

4) Die qualitativen Unterschiede bei Vampire liegen an der Wurzel. Es gibt einfach unterschiedliche Autorenteams und Ideengeber (schaut einfach in die Bücher rein, wer sie verzapft hat). Der eine hatte gute Ideen, der andere nicht, der eine hat schlüssige Dinge verfasst, der andere nur Mist. Vieles liegt auch daran, dass Vampire bei der oWoD das Zugpferd war und deshalb mit Abstand die meisten Bücher hat. Demon the Fallen liefert kaum Qualitätsunterschiede, es gibt aber auch nur eine handvoll Bücher dazu, dazu hat es weniger verschiedene Köpfe gebraucht. Letztlich bleibt einem bei Vampire nichts anderes, als sich darauf zu einigen, was man alles verwenden wird, was man davon hausregelt (empfielt sich) und was man weglässt. Ich selbst habe für V:tM einige viele Dinge von V:tR übernommen, zum Beispiel die Regionalität. Für mich bringt das einen qualitativen Unterschied, die Spieler denken nicht mehr permanent an das große Ganze, sondern auch auf kleinster Ebene, die das Rollenspiel persönlicher macht.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Scimi am 4.08.2011 | 23:04
Da ich ja die Ursprungsfrage gestellt habe aus - logischerweise - persönlichem Interesse, dazu mal meine Intention:
1) Liegt es an mir?
Wenn es an mir liegt: Ist es etwas, das ich a) ändern kann, b) ändern will?
2) Liegt es an der Gruppe/den Gruppen?
Falls ja: Kann/will ich darüber hinwegsehen oder sollte ich mich besser weiter auf die Suche begeben?
3) Liegt es am System (da Probleme so gehäuft auftauchen)?
Falls ja: Hat es Sinn, trotzdem daran kleben zu bleiben oder wäre es durchweg sinnvoll, einen Haken daran zu setzen?
4) Warum bestehen bei im Grunde gleicher Regelmechanik qualitative Unterschiede zwischen VtM und dem Rest der WoD?
Falls lösbar: Kann man VtM dann in Richtung der sonstigen WoD bewegen oder ist das ein System-im-System-doof-Problem?

Wenn man in einer Gruppe unzufrieden ist, dann kommen dafür meist viele Dinge in Frage. Und so einfach wie "Das System ist schuld, spielt was anderes und es wird klappen" oder "Die Gruppe ist Mist, such dir eine andere" ist eine Lösung selten.

Hast du denn mit deinen Mitspielern einmal darüber geredet? Wenn die etwas sagen wie "Gewalt ist voll geil und der einzige Grund, warum ich den Mist überhaupt spiele" oder "Vampire muss man so spielen, dass geht vom System und vom Hintergrund gar nicht anders", dann hast du deine Antwort genauer und schneller, als wenn wir hier herumraten.  :)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 4.08.2011 | 23:08
Für den Fall das die Fragen an andere gestellt waren.

1) Die Wahrnehmung respektive den Anspruch den man an ein System sowie die Mitspieler stellt liegen, meines Erachtens, durchaus an einem selbst.
a) Man kann, zumindest versuchen, die Betrachtungsweise zu verändern.
Wenn es einem lohnenswert erscheint, wenn man sich einen Erkenntnisgewinn davon verspricht, wenn man der alten Betrachtungsweise überdrüssig geworden ist, wenn man die eigene Betrachtungsweise hinterfragen möchte, wenn sich man ein pluralistisches Spektrum erarbeiten möchte. und bzw. oder was einen im weiteren noch für Anlässe einfällt.
b) In wie weit man den Antrieb dazu hat, die Motivation respektive ob man es will muss man selbst wissen.
Man kann sich Anregungen holen, aber es kann einem keiner sagen ob man will oder das man es zu wollen hat.

2) Das Spielgefühl wird, gerade bei V:tM, durch das Spielverständnis der Gruppe geprägt.
Wenn man merkt das ein Dissenz zwischen dem eigenen Spielverständnis sowie dem der Gruppe oder Mitspieler besteht hat man mehrere Optionen.
Man kann darüber hinwegsehen. Idealerweise in dem man die Wahrnehmung der Mitspieler nachvollzieht, sich zu eigen macht, sich die Motivation und den Spielspa0 vor Augen führt. Darauf basierend kann man zu der einem eigenen Haltung zurückkehren und ein friedlich miteinander spielen. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht das die Vorgehensweise, für mich, wenn sich die Problematik nicht sehr stark aus dem Stil des Storyteller ableitet, durchaus nicht schlecht funktioniert.
Man kann weiterhin nach Gruppen sowie Spielerkonstellationen suchen die einem eher Zusagen als jene innerhalb der man gerade agiert. Hat man sich ein pluralistisches Wahrnehmungsspektrum schaffen können kann man sogar jede einzelne Gruppe hinsichtlich des jeweiligen Spielverständnis auskosten. [Das heißt z.B. Action orientiert spielen, Dramen orientiert spielen, Geschichts orientiert spielen, eine Mischform praktizieren]

3) Die Problematik ergibt sich durchaus aus dem System.
Das letztlich keinen Spielstil verbietet oder ein Spielverständnis vorschreibt.
Wenn einem die vielfältige bzw. offene Herangehensweise nicht gefällt, man nicht mit der Existenz von dem eigenen Spielverständnis abweichenden Haltungen zurecht kommt, man es als Problem sieht das V:tM verschiedene Vorlieben anspricht und dabei gerade gemessen an modernen Regelnwerken nicht mehr hinsichtlich der Regelmechanik mithalten ist es sicherlich sinnhaft sich einem anderen System zuzuwenden.
Ich denke nicht das V:tM mit einem recht aggressiv postulierten Spielverständnis Spaß macht, da man damit leben muß das es Spieler gibt die es nicht teilen.

Man kann die Nachteile des Systems auch in die Waagschale gegenüber etwaiger Vorteile werfen.
Wenn man die Thematik mag, nachdem man einen Vampire als Spieler Charakter führt, wenn man die Beschreibung des Vampiremythos mag, die Strukturierung der Gesellschaft sowie Gesellschaften, die geschaffenen Hintergründe sowie die Implikationen einer sich bewegenden Hintergrundwelt, die globalen Zusammenhänge sowie Strukturen, die im Regelwerk vereinten unterschiedlichen Ansätze wie der viele Crunch, die storyorientierte Beschreibung der Menschlichkeit, das unter cinematischen Gesichtspunkten gestaltete Kampfsystem, die Erweiterungsregeln und was einem für wahr noch an Gründen einfällt V:tM als System, als Komplettpaket aus System & Setting, zu lieben überwiegt es vielleicht den Ansatz der Problematik hinsichtlich des Spielverständnis.

Wenn man eigentlich der Ansicht ist das V:tM nur Mainstream ist, der Platzhirsch welcher den qualitativ höherwertigen Systemen den Platz an der Sonne nimmt, das Spiel das absolut jeder spielen mag - auch solchen die man (direkt gesagt) für Deppen hält - frage ich mich schon wieso man damit anfängt und sich daran festhält.

4) Ich glaube nicht das ein qualitativer Unterschied zwischen V:tM und "dem Rest der WoD" besteht.
Es besteht sicherlich ein quantitativer Unterschied dahingehend das V:tM als komplettes Werk mehr Bände umfasst.
Aber ein qualitativer Unterschied? Nur weil man bei V:tM vermehrt Spieler findet die ein anderes Spielverständnis haben als man selbst?

Wenn in anderen Systemen ein stimmigeres Spielerfeld gewähnt wird, würde ich es mir eher dadurch erklären das die Spielerschaft hinsichtlich der anderen Systeme ein Bruchteil jener von V:tM ist. Was sich dahingehend äußert das auf der Grand Masquerade, nach dem ich heute einen Blick auf das Rundenangebot warf, gut die Hälfte aller angebotenen Runde Vampire Die Maskerade Runde sind. Das man dort keine offene Maskerade Runde - Sabbat sehr wohl - findet, aber relativ wenig ausgebuchte Runden aus anderen Systemen.

Insofern kann ich mir vorstellen das "die paar Mann" (farbig formuliert) die Changeling spielen, Werewolf, Mage oder gar noch Wraith, eher ein einheitliches Spielverständnis haben als die Massen von Vampire Fans.

Hinsichtlich der Qualität wäre ich zu der Aussage geneigt das es ein qualitativer Vorteil von V:tM ist viele Spielverständnisse problemlos zu bedienen.

Was die Lösungsfrage betrifft.
Theorethisch, als Überlegung, sollte es möglich sein eine Einengung des Spielverständnis bei V:tM zu erreichen in dem man auf die Vampire-Nischensysteme zurück greift. Namentlich: "Ebony Kingdoms" sowie "Kindred of the East".
Da beiden Systemen eine geringe Aufmerksamkeit wieder fuhr als Maskerade und selbst Dark Age sollten die Spieler homogener sein. Vielleicht hilft auch Dark Age, wobei das zu den beiden Settings doch schon populär ist.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 5.08.2011 | 00:06
1) Liegt es an mir?
Wenn es an mir liegt: Ist es etwas, das ich a) ändern kann, b) ändern will?

Nach dem, was du geschildert hast, würde ich konkret sagen: deine Spielvorlieben und die vieler anderer V:tM-Spieler stimmen nicht überein. Du hast wohl schon versucht, Kompromisse zu finden, aber das hat bislang keine Wirkung gezeigt. Rolenspiel ist ein Hobby, bei dem man sich entspannen und das Spiel genießen soll. Wenn V:tM dir bei deinen Spielvorlieben keinen Spaß macht, du an anderen Systemen aber Spaß hast, spiel die Systeme. Oder finde heraus, welche Spiele auf deine Spielvorlieben hin designt wurden und such' dir da entsprechende Gruppen, z.B. am Schwarzen Brett von Tanelorn. Seine eigenen Spielvorlieben verleugnen, um irgendein System mitzuspielen, führt meiner Meinung nach nur zu Frust. Ich kann es auf jeden Fall nicht auf längere Zeit hin (auch wenn ich für sehr unterschiedliche Spielweisen zu haben bin), und würde mich lieber neu orientieren, als mich zu einer Runde zu zwingen.

2) Liegt es an der Gruppe/den Gruppen?
Falls ja: Kann/will ich darüber hinwegsehen oder sollte ich mich besser weiter auf die Suche begeben?

Wie gesagt, es ist in meinen Augen einfach eine Inkompatibilität. Blindlings neue Gruppen nach Systemvorliebe zu suchen halte ich dabei nicht für eine gute Lösung, ich würde vorschlagen, eher gezielt nach Gruppen zu suchen, die in einem Spielstil spielen, der dir zusagt. Dabei würde ich auch immer von vorne herein deine Grenzen/Tabus was Gewaltdarstellung angeht bekanntgeben - egal bei welchem Rollenspiel, das halte ich für sehr wichtig. Wenn du allerdings vom Vampir-Fandom her auf V:tM gestoßen bist und speziell ein Vampirspiel suchst, wird es ein wenig schwieriger, Alternativen zu V:tM finden. Es gibt sie, aber sie sind in Deutschland nicht sonderlich populär.

3) Liegt es am System (da Probleme so gehäuft auftauchen)?
Falls ja: Hat es Sinn, trotzdem daran kleben zu bleiben oder wäre es durchweg sinnvoll, einen Haken daran zu setzen?

Bei V:tM können (müssen aber nicht!) zwei auf den ersten Blick verschiedene, abschreckende Spielweisen auftreten: die Erzählonkelei und das Blutbad. Das Blutbad entsteht, wenn man "Dark Superheroes with Fangs" spielt und dabei zu sehr evil (http://www.youtube.com/watch?v=UL5lSY8ZCak) sein will. Theoretisch kann dir das bei jedem System passieren, auch dass eine D&D Gruppe unbedingt "alignment evil" spielen will, aber bei einem Spiel, das von vorne herein darauf angelegt ist, das Monster zu spielen, wird wohl häufiger Blutbad gespielt.  

4) Warum bestehen bei im Grunde gleicher Regelmechanik qualitative Unterschiede zwischen VtM und dem Rest der WoD?
Falls lösbar: Kann man VtM dann in Richtung der sonstigen WoD bewegen oder ist das ein System-im-System-doof-Problem?

Nach meiner Einschätzung kommen die Unterschiede daher, dass man bei den anderen WoD-Spielen (außer vielleicht Demon, das kenne ich nicht) keine durchgängig bösen Kreaturen spielt. Ja, einige Werwölfe und Magierorden haben eine mehr als zweifelhafte Weltanschauung und einige dubiose Praktiken (und vor allem die Red Talons sind unmenschlich im wahrsten Sinne des Wortes), aber in keinem der Spiele spielt man einen von Natur aus menschenfressenden Serienmörder, dessen Gewissen und dessen Selbstbeherrschung langsam abstumpft. Aber dieses Problem liegt nicht in den Regeln, sondern im Hintergrund.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Nin am 5.08.2011 | 00:30
Auch, wenn ich mich wiederhole:

1) Liegt es an mir?
Wenn es an mir liegt: Ist es etwas, das ich a) ändern kann, b) ändern will?
Wie die anderen schon schrieben. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen an das Spiel, nicht alle sind zueinander kompatibel.
Ob du dich da an die spezielle Runde anpassen kannst und willst, dass kannst nur du beantworten.

2) Liegt es an der Gruppe/den Gruppen?
Falls ja: Kann/will ich darüber hinwegsehen oder sollte ich mich besser weiter auf die Suche begeben?
Ja, die Gruppe bestimmen den Spielstil. Eventuell wird der Stil auch durch sehr dominante Persönlichkeiten bestimmt, aber auch dann ist es letztlich die Gruppe, die das trägt

3) Liegt es am System (da Probleme so gehäuft auftauchen)?
Falls ja: Hat es Sinn, trotzdem daran kleben zu bleiben oder wäre es durchweg sinnvoll, einen Haken daran zu setzen?
Nein, es gibt nicht "das System". Mit Hausregeln und offiziellen Regeln (incl. nWoD Regeln für VtM) lassen sich extrem unterschiedliche Spielstile abbilden und fördern.

4) Warum bestehen bei im Grunde gleicher Regelmechanik qualitative Unterschiede zwischen VtM und dem Rest der WoD?
Falls lösbar: Kann man VtM dann in Richtung der sonstigen WoD bewegen oder ist das ein System-im-System-doof-Problem?
Die verschiedenen oWoD Spiele haben zwar eine ähnliche Regelmechanik (hier wurde auch schon gesagt, dass sie aufgrund des Entstehungszeitpunkts unterschiedlich sind), aber sehr verschiedene Settings. Einzelne (z.B. VtM) sprechen sehr viele unterschiedliche SpielerInnen an, andere interessieren nur sehr wenige (z.b. CtD, Mumien, Dämonen) bzw. werden zwar manchmal für interessant, aber letztlich für nicht dauerhaft spielbar (z.B. WtO) betrachtet.
Es ist "lösbar" indem du dir die Leute suchst, mit denen du einen "Gruppenvertrag" aushandeln kannst, der eure gemeinsamen Interessen abdeckt.

So schwer und simpel zugleich.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Seth am 5.08.2011 | 10:48
post

 :d
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.01.2012 | 08:36
Es war einmal vor gut fünf Monaten ...

Da ich selbst bei Threads oft vermisse, wie geschilderte Situationen/Probleme usw. "ausgegangen" sind, dachte ich, ich setz hier noch mal nach.

Ich starte mal mit ein paar Zitaten der letzten Beiträge nach meinen hier gestellten Fragen:

Wenn man die Thematik mag, nachdem man einen Vampire als Spieler Charakter führt, wenn man die Beschreibung des Vampiremythos mag, die Strukturierung der Gesellschaft sowie (...)

Wenn man eigentlich der Ansicht ist das V:tM nur Mainstream ist, der Platzhirsch welcher den qualitativ höherwertigen Systemen den Platz an der Sonne nimmt, das Spiel das absolut jeder spielen mag - auch solchen die man (direkt gesagt) für Deppen hält - frage ich mich schon wieso man damit anfängt und sich daran festhält.

Keine Ahnung, ob du den zweiten Teil auf mich bezogen hast, allerdings bin ich nicht der Meinung, dass Vampire genereller Schund ist, der anderen Systemen den Platz an der Sonne stiehlt. Ich habe noch nie begriffen, was derart toll an Vampire ist, dass es die anderen Systeme (die ich tatsächlich lieber mag) in den Schatten stellt, aber der Umkehrschluss wie eben beschrieben wird daraus dennoch nicht.

Nach dem, was du geschildert hast, würde ich konkret sagen: deine Spielvorlieben und die vieler anderer V:tM-Spieler stimmen nicht überein. Du hast wohl schon versucht, Kompromisse zu finden, aber das hat bislang keine Wirkung gezeigt.

(...)

Nach meiner Einschätzung kommen die Unterschiede daher, dass man bei den anderen WoD-Spielen (außer vielleicht Demon, das kenne ich nicht) keine durchgängig bösen Kreaturen spielt. Ja, einige Werwölfe und Magierorden haben eine mehr als zweifelhafte Weltanschauung und einige dubiose Praktiken (und vor allem die Red Talons sind unmenschlich im wahrsten Sinne des Wortes), aber in keinem der Spiele spielt man einen von Natur aus menschenfressenden Serienmörder, dessen Gewissen und dessen Selbstbeherrschung langsam abstumpft. Aber dieses Problem liegt nicht in den Regeln, sondern im Hintergrund.

Ich halte diese Mischungen für durchaus ziemlich anspruchsvoll, denn anders als bei Vampiren ist man nicht "nur" Mumie, Changeling etc., das ist ein Punkt. Ein weiterer: Richtig, der Hintergrund spielt da sicherlich eine Hauptrolle. Aber diese menschenfressende Natur kann man eben so oder so spielen.

Ja, die Gruppe bestimmen den Spielstil. Eventuell wird der Stil auch durch sehr dominante Persönlichkeiten bestimmt, aber auch dann ist es letztlich die Gruppe, die das trägt

Nach 7 Seiten dieses Threads und insgesamt einem guten halben Jahr Rückblick würde ich mal sagen, dass das da zentral war bei der "Lösung" des Ganzen - auch wenn sich hier im Thread für mich echt viele gute Hinweise finden lassen.

Wie es weiter ging:

Ich wollte mich damit ab einem gewissen Punkt nicht weiter auseinandersetzen und lieber den Rückzug antreten. So ganz dann aber wohl doch nicht, jedenfalls habe ich das mal sein lassen mit dem Kopfzerbrechen, Grübeln, Ärgern und Reden mit Dritten (nö, letzteres hab ich natürlich zusätzlich noch gemacht) und dem SL stattdessen gesagt, dass ich innerhalb der nächsten 3 Sessions entscheide, ob ich aussteige oder nicht, weil ich das alles einfach Käse finde. Daraufhin haben wir uns zusammengesetzt, weil ihn das alles im Detail interessiert hat ... najo, das hatte ich ja mittlerweile im Angebot.

Es stellte sich heraus, dass der SL mit manchen Inplay-Entwicklungen selbst nicht sonderlich glücklich war und sich bereits Gedanken gemacht hatte, auf welche Weise er da am besten eingreife und einen Riegel vorschiebe bzw. mehr Augenmerk auf Konsequenzen legen könne, auch einige andere Sachen, die ich da so bemängelt habe, stießen bei ihm auf sehr offene Ohren.
Rückmeldung seinerseits an mich war, dass ich beim Spielen sehr still sei und seiner Meinung nach wenig beitrage, mich seiner Ansicht nach auch an den "falschen" Charakteren orientiere (nämlich genau an den dominanten Personen) und insgesamt eben auch gucken müsste, mich selbst mehr einzubringen. Fand ich auch gut. Dass ich stundenlang nix gesagt habe, fiel mir danach wirklich erst auf. War ja zu dem Zeitpunkt mittlerweile auch ziemlich damit beschäftigt, mich über alles mögliche zu ärgern.  ;)

Er hat meine Kritik ernst genommen - ich seine auch. An den nächsten Abenden habe ich mich bemüht, mich mehr einzubringen und mich auch mehr mit den anderen Charakteren und Spielern beschäftigt. Dabei stellte sich dann heraus, dass zwei andere Spieler sich schon eine Weile überlegten, aus der Runde auszusteigen ... weil ihnen der Spielstil nicht gefiel und es ihnen zu brachial war bei zugleich zu wenig Charakterspiel und so. Kam mir irgendwie bekannt vor ...
Wir haben (nach Outplay-Absprache) zwei Abende damit verbracht, in der Gruppe intensiv inplay über fehlende Struktur, politische Probleme/Konsequenzen etc. zu diskutieren und schließlich einen der beiden o.g. Charaktere in eine (vorläufige) Anführerposition bugsiert. Insgesamt wurde dadurch und durch die Erkenntnis, dass man gar nicht so alleine ist mit seiner Einstellung, das Spiel von uns dreien nach und nach durchaus stärker, wobei leider ausgerechnet der "Anführer-Spieler" häufig aus diversen Gründen beim Spielen fehlte.

Danach folgte ein ... nee, Knall kann man nicht sagen. War mehr sowas wie eine langsam rollende Lawine.

Outplay-Probleme von mir mit einem bestimmten Spieler spitzten sich (leider gerade auch auf Inplay-Ebene in gleich mehreren Runden) immer weiter zu und kurz gesagt wurde er schließlich gebeten, die Runde zu verlassen.

Der von mir im Threadverlauf immer mal wieder als "der Powergamer" bezeichnete Spieler monierte etwa ab da den neuen Spielstil der Runde, der ihm überhaupt nicht gefalle (so eine Überraschung ...). Ungefähr zeitgleich stieg eine Spielerin wegen genau dieses Spielers und seines generellen Verhaltens aus der Runde aus, was natürlich auch zur Folge hatte, dass der Spieler gebeten wurde, sein Verhalten da mal eindringlich zu überprüfen.

Dass genau er sich dann (weil ihn unser "Gelaber, statt zu handeln" so nervte, dass er da quasi mal ein Exempel statuieren wollte ...) in eine völlig dämliche Kampfsituation brachte, hat es nicht besser gemacht. SL sowie Spieler versuchten tatsächlich, es zu richten - mit mehreren Warnungen und dem Hinweis, Rückzug sei doch manchmal besser etc.
Auf dem Ohr war er aber leider taub und bescherte uns damit die erste SC-Vernichtung der Runde. Er nahm das augenscheinlich recht gelassen und machte sich artig einen neuen Charakter.
Durch diese neue Charakterkonstellation knallten dann die beiden dominantesten Spieler - er auf seine eigene Weise bislang einer davon - aneinander, was letztlich zu einer Grundsatzdiskussion führte, wann PvP beginne und in welcher Form dies nun in der Runde erlaubt / gewünscht sei oder nicht. Ein bisschen spät ... aber durchaus hilfreich.
Ab da musste dieser Spieler allerdings zwei Male absagen, weil ihm etwas Wichtiges dazwischen gekommen bzw. er krank war. Beim dritten Mal sagte er nicht ab, sondern ließ durch eine Mitspielerin ausrichten, dass er aus privaten Gründen leider wohl erst ab Juli 2012 wieder einsteigen könne ...

Zu dem Zeitpunkt gab es mittlerweile ein recht starkes Band ähnlicher bzw. sich ergänzender Interessen/Ziele bei drei Charakteren, einen weitgehend neutral eingestellten Charakter sowie einen zwischenzeitlich neu hinzu gekommenen Charakter/Spieler mit ebenfalls - zumal neu - weitgehend neutraler Einstellung sowie den Spieler mit dem anderen dominanten Charakter, den ich eben in Bezug auf dei PvP-Geschichte erwähnte.
Nach zwei Abenden beschloss eben dieser Spieler, dass die Gesinnung seines Charakters in der Form nicht (mehr) wirklich zur Gruppe passe, und da er ohnehin mit zwei weiteren Charakterkonzeptideen im Kopf jonglierte, entschied er sich nach einiger Überlegung und Absprache mit dem SL dazu, den bisherigen Charakter versterben zu lassen und gegen einen anderen auszutauschen. Zu dem neuen Charakter kann ich wenig sagen, scheint aber bislang vor allem auf Gruppentauglichkeit ausgelegt zu sein.

Das Spiel an sich ist ruhiger und geordneter geworden, es gibt sehr viel mehr Charakterspiel und abseits der SL-seitigen Chronik so einige auf Spielern basierende Zwischenspiele, die Inhalte haben sich hin zu vielen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Themen verschoben, weshalb aus der ursprünglich mal als "irgendwann-mal-Sabbat"-Runde momentan eher eine neutrale bzw. eher eine "vermutlich-irgendwann-mal-Camarilla"-Runde geworden ist. Mal sehen, wo wir da letztlich landen werden.

Mag sein, dass ich in einem weiteren halben Jahr was ganz anderes posten würde, aber ich fand die Entwicklungen, die irgendwie vor allem ins Rollen kam, weil sich zwei Leute unterhalten haben, die ihre jeweiligen Kritikpunkte ernst genommen haben, beeindruckend genug, um sie hier mal als Update wiederzugeben.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 08:56
ohne jetzt den ganzen Kontext zu kennen: erstmal gut, dass du die Gelegenheit wahrgenommen hast, mit deinem Spielleiter zu sprechen. Ich glaube die meisten Probleme treten immer dann auf, wenn man sich zu diesem schritt nicht durchringen kann. Gut, es gibt auch spielleiter, die keine kritik vertragen, aber da kann man dann meist sowieso getrost aus der Runde aussteigen.

Allerdings finde ich da einige sachen, die du schilderst, ziemlich krass. Ich meine, real life-probleme ins Spiel tragen? Die Gruppe ingame in kampfsituationen bringen, weil man wegen zu viel Gelaber bockig is? Wie kindisch ist das denn?! Kann mir nich vorstellen, dass ich das auch nur eine Sitzung, nich mal ne halbe, mitgemacht hätte.

hab ich das jetzt richtig verstanden, dass der quasi immer noch in der gruppe is?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.01.2012 | 09:06
Allerdings finde ich da einige sachen, die du schilderst, ziemlich krass. Ich meine, real life-probleme ins Spiel tragen? Die Gruppe ingame in kampfsituationen bringen, weil man wegen zu viel Gelaber bockig is? Wie kindisch ist das denn?! Kann mir nich vorstellen, dass ich das auch nur eine Sitzung, nich mal ne halbe, mitgemacht hätte.

hab ich das jetzt richtig verstanden, dass der quasi immer noch in der gruppe is?

Naja, als ich den Thread hier gestartet habe, war mir noch nicht klar, dass die Unzufriedenheit mit dem Spielverständnis da nur eines von vielen Problemen irgendwo oben auf einem Pulverfass war.
Im nachhinein erklärt das allerdings auch ein paar Dinge (vor allem für mich, ist für Außenstehende ohne genaueren Einblick an der Stelle wohl eher nicht nachvollziehbar), was (inplay) dargestelltes Verhalten etc. betrifft.

Die von dir angesprochenen Spieler sind zwei verschiedene. Der mit den persönlichen Problemen (mit mir bzw. auch umgekehrt) wurde gebeten zu gehen und ging dann auch.
Der Spieler mit der Kampfsituation ist ... weiß ich nicht. Ist er nach den beschriebenen Dingen, unserer und seiner Meinung nach, nach zwei Absagen und der dritten über Dritte mit dem Hinweis, er könne wenn, dann erst wieder ab Juli 2012 teilnehmen, noch in der Gruppe?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 09:23
Naja, als ich den Thread hier gestartet habe, war mir noch nicht klar, dass die Unzufriedenheit mit dem Spielverständnis da nur eines von vielen Problemen irgendwo oben auf einem Pulverfass war.
Im nachhinein erklärt das allerdings auch ein paar Dinge (vor allem für mich, ist für Außenstehende ohne genaueren Einblick an der Stelle wohl eher nicht nachvollziehbar), was (inplay) dargestelltes Verhalten etc. betrifft.

verstehe. na ja es ist meistens nicht nur ein Problem.

Zitat
Die von dir angesprochenen Spieler sind zwei verschiedene. Der mit den persönlichen Problemen (mit mir bzw. auch umgekehrt) wurde gebeten zu gehen und ging dann auch.
Der Spieler mit der Kampfsituation ist ... weiß ich nicht. Ist er nach den beschriebenen Dingen, unserer und seiner Meinung nach, nach zwei Absagen und der dritten über Dritte mit dem Hinweis, er könne wenn, dann erst wieder ab Juli 2012 teilnehmen, noch in der Gruppe?

okay, jetzt hab ichs gerafft :D na ja wahrscheinlich ist spieler 2 nicht mehr in der gruppe und ich würde sagen, dass ist auch gut so. Aus wievielen Leuten besteht die gruppe denn überhaupt dann noch, wenn sie noch besteht?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 31.01.2012 | 09:25
Die Gruppe ingame in kampfsituationen bringen, weil man wegen zu viel Gelaber bockig is? Wie kindisch ist das denn?!

Wenn sich zwei komplette Abende lang nur die Charaktere untereinander besprechen, ohne dass konkret irgendetwas passiert, dann kann das bestimmt ziemlich langweilig sein. Ich weiss, dass mich das auch endlos frustriert hätte. Wir hören hier die Geschichte nur aus der einen Perspektive, nicht vergessen!
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 09:43
Wenn sich zwei komplette Abende lang nur die Charaktere untereinander besprechen, ohne dass konkret irgendetwas passiert, dann kann das bestimmt ziemlich langweilig sein. Ich weiss, dass mich das auch endlos frustriert hätte. Wir hören hier die Geschichte nur aus der einen Perspektive, nicht vergessen!

selbst dann steht man auf und spricht die sache an / verlässt die gruppe und überträgt die eigene Frustration nicht wien Kleinkind in die Spielsituation.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 31.01.2012 | 09:49
Wie gesagt, es gibt immer zwei Perspektiven. Vielleicht sieht er das ganz anders als Tanja.

EDIT:
Augenscheinlich war dem Rest der Gruppe übrigens klar, dass der Spieler Action wollte. "Statt ihm ein bisschen was zu geben, damit er auch Spass hat, wurde sein Charakter gekillt. Great work!"

DAS wäre eine mögliche andere Perspektive.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 10:00
Ich zitiere mal

Zitat
Dass genau er sich dann (weil ihn unser "Gelaber, statt zu handeln" so nervte, dass er da quasi mal ein Exempel statuieren wollte ...) in eine völlig dämliche Kampfsituation brachte, hat es nicht besser gemacht. SL sowie Spieler versuchten tatsächlich, es zu richten - mit mehreren Warnungen und dem Hinweis, Rückzug sei doch manchmal besser etc.
Auf dem Ohr war er aber leider taub und bescherte uns damit die erste SC-Vernichtung der Runde. Er nahm das augenscheinlich recht gelassen und machte sich artig einen neuen Charakter.

selbst wenn es durch die subjektive brille von tanja geschrieben ist, sind doch einige fakten klar:
- zitat impliziert, dass er es so gesagt hat -> frustration also echt
- auf basis der frustration wird in eine kampfsituation hineinmanövriert (is ja erstmal ega ob die dämlich ist oder nicht)
- SL UND Spieler versuchen die Situation zu ändern -> spätestens jetzt wird klar, dass sich der Spieler gegen die gesamte Gruppe gestellt hat
- spieler lässt charakter trotz Warnungen und Einsprüchen seitens SL und Gruppe sterben und fängt nahtlos an, einen neuen Charakter zu machen

-> unnötig, unkooperativ, trotzig und kindisch.

Wenn ER das problem hatte, dass sich nichts entwickelt hätte er.. na, na? richtig... REDEN können. die bloße Tatsache, dass er es nicht gemacht und den Charaktertod hingenommen hat ist ja schon bescheuert genug.

Aber gut, letztlich ist es auch nur eine beobachtung. Ich finds immer noch kindisch.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.01.2012 | 10:17
Aus wievielen Leuten besteht die gruppe denn überhaupt dann noch, wenn sie noch besteht?

Hast ein gutes Händchen für gute Fragen, scheint mir. *g*
Es sind jetzt 6 Leute (5 Spieler).
Als ich startete, waren es 8 Leute (7 Spieler).
 ;)

Ansonsten versuche ich mal, den angesprochenen Punkt bzgl. des anderen Spielers ein bisschen näher zu beleuchten:

Wenn sich zwei komplette Abende lang nur die Charaktere untereinander besprechen, ohne dass konkret irgendetwas passiert, dann kann das bestimmt ziemlich langweilig sein. Ich weiss, dass mich das auch endlos frustriert hätte. Wir hören hier die Geschichte nur aus der einen Perspektive, nicht vergessen!

Ja, das stimmt natürlich auch wieder. Hängt aber auch wieder davon ab, was man unter "kompletten" Abenden versteht und unter "konkret etwas passiert".

An sich spielen wir 8 Stunden pro Session. Streng genommen war es hier also ein Abend, da wir beim ersten Mal ausnahmsweise nur 4 Stunden spielten und dafür die erste Hälfte des nächsten Abends aber auch wieder für diese Gespräche "drauf" ging.

Es gab da nur zu Anfang und Ende hin sehr geringe Interaktion mit NSC, ansonsten war das tatsächlich in diesen 8 Stunden reines "Gelaber". Allerdings keine reinen Planungen, sondern das im Grunde erste Mal, das exzessives Charakterspiel betrieben wurde (und schon allein deshalb find ich das sehr gerechtfertigt - wenn nach etwa 4 Monaten Spielzeit bei 2-wöchentlichen Terminen erstmals eine solche Gelegenheit als solche gesehen und genutzt wird).

Die einzelnen Charaktere erörterten ihre persönlichen Ziele und (natürlich nicht immer ganz offen, sondern manchmal eher in Form des Tuschelns) ihren Bezug zu anderen Charakteren, versuchten jemanden der SC im Ansehen zu pushen oder umgekehrt vor ihm zu "warnen", es wurden Gerüchte gestreut und Details aus dem Hintergrund einzelner SC offenbart, die vorher nicht bekannt waren ... es wurde über die Struktur der Gruppe an sich gesprochen und eben über die Notwendigkeit eines Anführeres/Sprechers/whatever in der gegebenen Situation (war bis auf weiteres temporär gedacht und entsprang der gegebenen Situation), wobei zwei Charaktere um die Position buhlten - der eine von sich aus reiner Selbstüberzeugung heraus *g*, der andere eher gepusht von Dritten.
Ich fand das persönlich schon sehr wichtig. Für mich selbst, aber auch, weil diese Stunden mal "Fleisch" aus den meisten Charakteren gekitzelt hat und sie sich abseits eines gelieferten Plots mal wirklich damit auseinandersetzen, wo sie sich sehen, wo sie hin wollen - und mit wem und warum.
Wirkliche Planungen, die sich aufs Spielgeschehen bezogen, liefen da eher am Rande bzw. nach hinten raus und betrafen den Angriff auf eine bestimmte Stadt bzw. auf dort regierenden Prinz wegen ... persönlicher Dinge, die allen Charakteren gemeinsam waren.

Die Kampfsituation entstand einen Abend später, als wir tatsächlich vor der eben genannten Stadt standen und an sich dort den Angriff durchführen wollten. Wir verbrachten da etwa eine halbe Stunde mit Detailüberlegungen und wollten dann los, als dummerweise etwas dazwischen kam und umgekehrt wir durch etwas angegriffen wurden, das dafür sorgte, dass zwei der dort befindlichen 6 Vampire sich auf der Flucht irgendwo in der Pampa befanden und der Rest sich vor Ort mit 3-5 schwer heilbarem Schaden befand. Nur auf Grund dessen haben wir dann beschlossen, unsere Wunden zu lecken und den Angriff zu verschieben (vom Prinzen selbst waren wir zu dem Zeitpunkt - unserer Annahme nach - noch unentdeckt), weil wir es wenig sinnvoll fanden, in der gegebenen Konstellation von 4 so verwundeten Vampiren aus Neugeborenen und Ancillae bei wem einzulaufen, der unserer Kenntnis nach von mindestens einem Ancilla, einem alten Kappadozianer sowie etlichen Ghulen und Menschen geschützt wird.
Besagter "bockiger" Charakter hat daraufhin beschlossen, dann eben allein zu denen zu marschieren. Hat er auch getan ...

Wie gesagt, es gibt immer zwei Perspektiven. Vielleicht sieht er das ganz anders als Tanja.

Natürlich sieht er das ganz anders. Hat er ja auch offen zum Ausdruck gebracht.
In diesen suizidalen Kampf (und sorry, aber den kann man wirklich nicht anders werten) hat er sich gestürzt, damit eben endlich mal "was passiert". Warum das der wenig heldenvolle Tod des eigenen Charakters sein musste, kann ich nicht sagen. Warum das sein musste, obwohl klar war, dass wir den Rückzug auf Grund unserer Verletzungen vorläufig beschlossen und nicht, weil wir ein Kaffeekränzchen dann doch verlockender gefunden hätten, kann ich auch nicht sagen.

Und ganz generell wollte/will dieser Spieler nach eigener Aussage halt vor allem Action, Kämpfe, gerne welche in größerem Ausmaß (Schlachten nachstellen etc.), und eventuell noch ein bisschen Detektivarbeit an Spielinhalten, vor allem alles möglichst stark am (noch nicht existenten, da wir uns von Dark Ages zur Neuzeit spielen) Sabbat orientiert und entsprechend offensiv.
Wenn man nur das spielen will, ist eigentlich egal, ob es nun ein Abend ist oder zwei, an dem "gelabert" wird, das nervt dann schon, wenn man da wenig kompromissbereit ist (so wie mich das Gegenteil, dieses möglichst exzessive Gemetzel, an den ganzen Abenden vorher genervt hat). Als wir dann zu Anfang des 3. Abends den Rückzug ansagten, hat er da wahrscheinlich nicht gesehen, dass es dafür verdammt gute Gründe gab, sondern da sind einfach die Luken Richtung "hoffnungslose Fälle" runter gegangen, denke ich mal.
Danach hat er sich dann einen Charakter einer seltenen Blutlinie gebastelt und musste dann inplay auch erst mal "labern", weil der Prinz (andere Stadt, hier ein SC von uns) natürlich nicht gesagt hat "Cool, dass du da bist. Willkommen im Ahnenrat und hier gleich mal ein paar wichtige, geheime Infos für dich ..." oder etwas in der Art, sondern man diesem komischen Vogel von dieser Blutlinie, von der noch kein Mensch - sorry, Vampir - gehört hatte, schlichtweg erst mal misstraute und mit Vorsicht begegnete. Inplay-Angebote, sich Vertrauen XYZ durch Aktion ABC zu erarbeiten (immerhin wollten wir bei allem Interesse an "realistischem Misstrauen" und sowas den Charakter des Spielers ja wieder in die Gruppe bringen), lehnte der Spieler an dem Abend ab mit der Begründung, das sei ihm zu anstrengend und auf Arschkriecherei habe er keinen Bock (was inplay letztlich beinahe zur Eskalation und zur im Update-Post genannten PvP-Diskussion führte).
Najo, das haben wir dann wegen der nachfolgenden Absagen nicht mehr irgendwie klären können.

Ist aber, so glaube ich, ziemlich irrelevant, wer da nun im Detail wie was gesehen hat. Auch so wird da ziemlich deutlich, dass da inplay wie outplay Leute aufeinander geprallt sind, die grundsätzlich verschiedene Vorstellungen hatten und einfach nicht miteinander spielen sollten. Das wertet weder den einen oder anderen auf oder ab, sondern zeigt einfach nur, dass ich da in eine Art Paradegruppe gelandet bin, wenn es darum geht, wie wichtig a) klare Gruppenregeln (wie auch immer man sie nennen möchte), b) miteinander zu reden und c) ähnliche Spielvorstellungen sind. Finde ich.

Und ich bin froh, dass sich daraus eine mittlerweile ziemlich gute Gruppe entwickelt hat mit viel Spucke und gutem Willen aller (noch) Beteiligten.


EDIT:
Samael, bzgl.
"Augenscheinlich war dem Rest der Gruppe übrigens klar, dass der Spieler Action wollte. "Statt ihm ein bisschen was zu geben, damit er auch Spass hat, wurde sein Charakter gekillt. Great work!""
aber schon noch:
Ich bin im Juli 2011 in die Runde gekommen, hab im August hier den Thread gestartet und die beschriebenen Entwicklungen beschreiben den Stand von Januar 2012.
Dieser Charaktertod war Mitte November ... und die Runde bestand in Gemetzel-Form (meine Sicht der Dinge, ja) seit Mai 2011. Ich finde ja, dass man nach 6 Monaten der hier im Thread (von mir, ja) kritisierten Spielweise mal 2 Abende Gelaber aushalten kann.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 10:24
Hast ein gutes Händchen für gute Fragen, scheint mir. *g*
Es sind jetzt 6 Leute (5 Spieler).
Als ich startete, waren es 8 Leute (7 Spieler).
 ;)

haha okay, also doch noch ne relativ große Gruppe.

Zitat
Ist aber, so glaube ich, ziemlich irrelevant, wer da nun im Detail wie was gesehen hat. Auch so wird da ziemlich deutlich, dass da inplay wie outplay Leute aufeinander geprallt sind, die grundsätzlich verschiedene Vorstellungen hatten und einfach nicht miteinander spielen sollten. Das wertet weder den einen oder anderen auf oder ab, sondern zeigt einfach nur, dass ich da in eine Art Paradegruppe gelandet bin, wenn es darum geht, wie wichtig a) klare Gruppenregeln (wie auch immer man sie nennen möchte), b) miteinander zu reden und c) ähnliche Spielvorstellungen sind. Finde ich.

Und ich bin froh, dass sich daraus eine mittlerweile ziemlich gute Gruppe entwickelt hat mit viel Spucke und gutem Willen aller (noch) Beteiligten.

Gute Erkenntnis! Und eigentlich die einzige, auf die es ankommt, wenn du mich fragst. wie gesagt, ich weiß nicht mal, ob ich solange durchgehalten hätte, wie du - kommt immer drauf an, wie strapazierfähig spieler und gruppe sind, nehme ich an.

viel spaß wünsch ich dir dann auf jeden fall noch :D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 11:19
Ich finde es hart ohne direkt Kenntnis der Lage zu unterstellen das die Gegenseitig kindisch und trotzig waere.

Schliesslich war allen bekannt das er zumindest etwas Action haben mochte.
Insofern haette es von seiner Seite aus nichts gebracht es anzusprechen.

Stattdessen, so wie ich es verstehe, wurde der Spielstil komplett umgestellt, ohne den "Action" Anteil [Was sowohl Kaempfe als auch invesitgatives einschliesst] zu bedienen und es gab aus Sicht des Spielers keinen Anlass zu der Annahme das es sich aendern wird.
In wie weit soll es da "kindisch" sein wenn er selbst die Initative zeigt sich etwas Handlungsraum zu suchen?
Stoeren dort ein oder zwei Szenen bei einem achtstuendigen Spielabend wirklich so sehr?
Wenn er dann den eigenen Charakter, dann in den Tod schickt, weil ihm das offenbar lieber ist als erneutes nichts tun, wieso nicht?

Immerhin kann er so einen Schlusspunkt hinter den Charakter setzen und kriegt noch etwas Action.
Anstelle so zu tun als wuerde ihm der Charakter weiterhin Spass machen.

War er da eigentlich bei dem Angriff auf die Gruppe dabei oder waren es NSCs die dort angegriffen wurden?
Zumal 3-5 Woche schwerheilbaren Schaden heisst das, aus Sicht des Spielers, das sich das "Wunden lecken" ueber 3 bis 5 InGame Naechte zieht bei dem der Grossteil nichts anderes macht als Jagen bzw. Jagen lassen und heilen. (Wenn man keinen Salubri dabei hat)


Naja und die Aktion mit dem neuen Charakter...
Waere es nicht vielleicht erwachsener gewesen spaetesdens dann einmal ueber den Spielstil zu sprechen?
Vielleicht klar zu kommunizieren das man ihn, egal mit welchem Charakter, nicht in der Anfuehrer Rolle haben will?
Nun oder bei der Charaktererstellung dahingehend offen zu sein das die Blutlinie [was war es eigentlich? ^^;] nicht geht?
[Nicht ohne dreifachen Kniefall und den Charakter im Hintergrund zu halten weil er nicht auffallen darf]
Anstelle ihm erst im Spiel zu stecken das man den Ansatz den er eigentlich fuer den neuen Charakter vorgesehen hat [halbwegs normaler Charakter auf Augenhoehe ohne grosse Komplikationen] boykottiert?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 31.01.2012 | 11:27
Ich gebe zu, ich habe etwas den advocatus diaboli gespielt. Ich kenne die Situation eben auch nur durch Tanjas Schilderung. Es kam mir eben so vor, als wäre in etwa folgendes gelaufen "Du hast unsere Wünsche mißachtet, jetzt mißachten wir mal deine!" - das ist ja kein Grund sich zu gratulieren. Bei zu diametralen "Spielverständnissen" ist natürlich eine Trennung eine gute Idee.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 11:29
@Teylen
vorweg: ich hab genug von dir hier im forum gelesen, um micht mit dir nicht auf eine längere diskussion einzulassen. deswegen nur kurz:

Insofern haette es von seiner Seite aus nichts gebracht es anzusprechen.

Unsinn. Seit wann bringt es nichts, über Probleme zu sprechen?

Zitat
In wie weit soll es da "kindisch" sein wenn er selbst die Initative zeigt sich etwas Handlungsraum zu suchen?

Er zeigt die "Initiative" im Spiel, was völliger Schwachsinn ist. Insofern, dass man real life Probleme und Schwierigkeiten versucht, in ingame-Handlungen zu kompensieren, sich und seinen Frust da auszudrücken oder auf irgendeine andere weise das Spiel in eine für sich richtige Bahn zu lenken. Das ist immer kindisch.

Und ich sage: wtf?! Wenn dich was stört, machs Maul auf, dann wird darüber diskutiert. Wenns dich dann immer noch stört und den Rest nicht -> wayne, such dir ne andere Gruppe. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Übrigens passt dieses "ich entschuldige mich für Termine und richte dann über andere Spieler aus, für einen größeren Zeitraum nicht mehr spielen zu können" in ein eher konfliktvermeidendes und damit in meinen augen kindisches Verhalten.

Zitat
Waere es nicht vielleicht erwachsener gewesen spaetesdens dann einmal ueber den Spielstil zu sprechen?

Kurz: jo.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 11:53
Ich empfinde diesen 6-Monate-später Report immer noch ein wenig grotesk. Die drei Spielversprechen von VtM scheinen immer noch ganz stark durch, die Akzeptanz dass alle drei sich ergeben Spielweisen gleichberechtigt sind und gemeinsam einfach nicht funktionieren (Ja, Braindamage) fehlt mir immer noch und von einen wirklich brauchbaren Kompromiss keine Spur.
Ich frage mich da einfach immer mal wieder: Wenn ein Teil der Spieler rumsitzt und sogar zur Meta-Ebene rüber wechselt, warum nutzt der ST nicht einfach diese verlorene Zeit und bietet dem "Powergamer" nicht einfach ein paar Action Szenen?
Naja, anyways, für mich ließt es sich nach wie vor so als wollten alle Spieler ihren spezifischen Spielstil durchdrücken und der ST sitzt stumm am Rande.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 11:58
In dem Fall haette es imho wenig gebracht das das Problem bereits kommuniziert beziehungsweise bekannt war.
Was soll man da aus seiner Sicht noch weiter hinzufuegen.

Desweiteren hat er keine etwaigen RL-Probleme InGame eingebracht sondern lediglich den von ihm praeferierten Spielstil eingebracht. Schliesslich hat der Spieler, soweit ich das verstehe, weder bemerkenswerte RL-Probleme noch ein Problem mit der Konsequenz aus seiner InGame Handlung.

Das es ihn stoert war bereits klar.
Sich dann hinzustellen und zu sagen "wayne", uns interessiert es nicht und eine "Diskussion" besteht daraus das du uns anbetteln darfst und dich dann verdruecken wenn dir unser Urteil nicht passt, ist imho kein sozial akzeptables Verhalten.

Wegen der Termine. Er war doch nun krank?
Es ist doch nicht so als waere er aufgrund von Boesartigkeit oder wegen des Konflikts krank geworden.
Private Gruende klingen nun auch nicht nach etwas das er sich ausgesucht hat oder ihm angenehm waere.

Nun und ich kann die Handlung, das man mit Personen die im Kontext des Umgangs mit dem neuen Charakter keinen ehrlichen kommunikativen Eindruck erwecken, und wo es zusaetzliche scheinbar noch weitere Spannungen im RL zwischen im und Tanja gibt, keinen direkten Kontakt sucht, waehrend einem das Studium auf den Kopf faellt, man Probleme auf der Arbeit hat, die Nachwirkungen der Krankheit, wer gestorben ist oder was alles sonst noch unter "private Gruende" faellt, durchaus nachvollziehen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.01.2012 | 12:05
EDIT FIRST:
@Coldwyn

Die noch spielen, spielen einen Mix aus verschiedenen Inhalten. Das braucht auch Kompromisse - die offenbar von den jetzigen Spielern in vergleichbarer Weise geleistet werden (können).
Mal abgesehen davon, dass der SL mitnichten stumm am Rande sitzt, sehe ich auch nicht, wieso er einem Spieler, der sich schlicht und ergreifend völlig quer stellt bei allem möglichen, noch etwas "bieten" sollte. Geben und nehmen und so.

Ansonsten @Teylen:

Ach, komm ...

wurde der Spielstil komplett umgestellt, ohne den "Action" Anteil [Was sowohl Kaempfe als auch invesitgatives einschliesst] zu bedienen und es gab aus Sicht des Spielers keinen Anlass zu der Annahme das es sich aendern wird.

Doch, gab es. Weil alle, die den "neuen" Spielstil förderten mehrfach betonten, dass sie einen Mix aus allem haben möchten und weil ich eben sogar noch schrieb, dass der eine Rückzug allein auf Verletzungen basierte und nicht auf Unlust.


War er da eigentlich bei dem Angriff auf die Gruppe dabei oder waren es NSCs die dort angegriffen wurden?
Zumal 3-5 Woche schwerheilbaren Schaden heisst das, aus Sicht des Spielers, das sich das "Wunden lecken" ueber 3 bis 5 InGame Naechte zieht bei dem der Grossteil nichts anderes macht als Jagen bzw. Jagen lassen und heilen. (Wenn man keinen Salubri dabei hat)

Er war dabei - und auch verletzt, was das Ganze nicht sinnvoller gemacht hat.
Und man muss ja nun nicht jede einzelne Nacht des "vor sich hin Leidens und Jagens" ausspielen - das hätten wir dann schon entsprechend zusammen gezurrt.


Waere es nicht vielleicht erwachsener gewesen spaetesdens dann einmal ueber den Spielstil zu sprechen?
Vielleicht klar zu kommunizieren das man ihn, egal mit welchem Charakter, nicht in der Anfuehrer Rolle haben will?
Nun oder bei der Charaktererstellung dahingehend offen zu sein das die Blutlinie [was war es eigentlich? ^^;] nicht geht?
[Nicht ohne dreifachen Kniefall und den Charakter im Hintergrund zu halten weil er nicht auffallen darf]
Anstelle ihm erst im Spiel zu stecken das man den Ansatz den er eigentlich fuer den neuen Charakter vorgesehen hat [halbwegs normaler Charakter auf Augenhoehe ohne grosse Komplikationen] boykottiert?

Über den Spielstil haben wir sowohl an den Abenden als auch darüber hinaus persönlich, telefonisch, schriftlich, via Chat ... wirklich unzählige Male gesprochen und diskutiert. Das war kurzgefasst eine Einbahnstraße.
Er wollte die Anführerrolle gar nicht haben, vorher nicht, nachher auch nicht. Nur gleich irgendwelche wichtigen Posten - hätte er sogar anstandslos und zügig bekommen, wenn er ein wenig (!) mehr getan hätte als sich hinzustellen und zu sagen "Da bin ich - gib her!" und sich statt angepasster Spielweise diverse Dreistigkeiten zu erlauben. Der Kniefall ist da wohl eher Interpretation deinerseits.
Keine Ahnung, welche Blutlinie das war.

Natürlich kann man jetzt noch lange spekulieren, ob man dem armen Spieler Unrecht getan hat, dass er keine andere Wahl hatte, als sich zurückzuziehen ... muss man aber nicht, selbst bei aller Objektivität auch eigentlich nicht wirklich.

Letztlich bitte auch bedenken, dass ich den Thread hier ursprünglich zwar eröffnet habe und diejenige bin, die jetzt schreibt, dass sie mit der "neuen Gruppe" (kann man ja fast so sagen) ziemlich happy ist, aber diese Änderungen deswegen so gekommen sind, weil
- der SL mit der alten Form auch unglücklich war
- 2 Spieler außer mir über Ausstieg nachdachten, weil sie mit der alten Form unglücklich waren
- 1 Spieler die Veränderungen gesehen hat, die auch gut fand und sich ganz leger und friedlich aus eigenem Antrieb zu einem neuen Charakter entschied, um sich dieser neuen Konstellation und Spielweise besser anzuschließen
- 1 Spieler neu hinzu kam, der nur die neue Form kennt und die prima findet

Fakt ist, dass da jetzt von der alten Konstellation noch immer 5 Leute zusammen spielen, die allesamt ziemlich happy mit dem Spiel sind, wie es jetzt läuft.
Der arme Spieler ist dabei offenbar raus gefallen, ebenso ein weiterer, ja.
Und eine Spielerin haben wir vorher schon wegen des armen Spielers verloren, weil sie mit ihm wörtlich nicht mehr an einem Tisch sitzen wollte.

Ich find das ehrlich gesagt alles nicht halb so diskussionswürdig wie ihr.
Kann alles so ganz subjektiv nicht sein, oder?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 13:03
@Teylen

Das ist exakt der Grund, warum ich nicht mit dir diskutieren wollte und warum die Diskussion auch hier beendet ist  ;D

Sich dann hinzustellen und zu sagen "wayne", uns interessiert es nicht und eine "Diskussion" besteht daraus das du uns anbetteln darfst und dich dann verdruecken wenn dir unser Urteil nicht passt, ist imho kein sozial akzeptables Verhalten.

Anbetteln? Was hat denn offene und ehrliche Aussprache mit Betteln zu tun? Komplexe?

Zitat
Wegen der Termine. Er war doch nun krank?
Es ist doch nicht so als waere er aufgrund von Boesartigkeit oder wegen des Konflikts krank geworden.
Private Gruende klingen nun auch nicht nach etwas das er sich ausgesucht hat oder ihm angenehm waere.

Nun und ich kann die Handlung, das man mit Personen die im Kontext des Umgangs mit dem neuen Charakter keinen ehrlichen kommunikativen Eindruck erwecken, und wo es zusaetzliche scheinbar noch weitere Spannungen im RL zwischen im und Tanja gibt, keinen direkten Kontakt sucht, waehrend einem das Studium auf den Kopf faellt, man Probleme auf der Arbeit hat, die Nachwirkungen der Krankheit, wer gestorben ist oder was alles sonst noch unter "private Gruende" faellt, durchaus nachvollziehen.

1. ich kann gut verstehen, warum du das nicht nachvollziehen kannst.
2. warum ergreifst du Partei für jemanden, den du nicht kennst?! Lol? Gehts dir hier um irgendeinen Grundsatz, Prinzipien oder nur - wie so oft - darum, einfach mal zu widersprechen und das ganze Thema bis zur Unkenntlichkeit runterzudiskutieren? Auf deinen "Ja, aber"-marathon hab ich ehrlich gesagt nicht die geringsten böcke.

Also belassen wirs dabei :)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 13:10
@Tanja:

Naja, wirklich Diskussionwürdig ist es ja auch nicht.
Für mich als Außenstehenden Leser stellt sich der Bericht nur so dar dass sich eigentlich nichts geändert hat und da stelle ich mir hallt Fragen wie: Warum splittet ihr die Runde nicht in einen Action-betonten Teil und einen Story-betonten Teil. etc.

@Potokori:

Ich nehme jetzt einfach mal an dass Teylen als langjährige VtM-Spielerin die Dreiteilung der Spielinhallte genau so oft erlebt hat wie alle anderen WW-Spieler auch, dabei auch auf die "Besser-Spieler"-Rhetorik getroffen ist, die man dabei ja gerne benutzt.
Also schätze ich sie bezieht nicht Partei für einen Unbekannten sondern gegen die Art wie die Spielwiese desjenigen herabgewürdigt wird.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 31.01.2012 | 13:18

Es gab da nur zu Anfang und Ende hin sehr geringe Interaktion mit NSC, ansonsten war das tatsächlich in diesen 8 Stunden reines "Gelaber". Allerdings keine reinen Planungen, sondern das im Grunde erste Mal, das exzessives Charakterspiel betrieben wurde

Generell bin ich der Meinung, dass "Action" und "exzessives Charakterspiel" einander nicht ausschließen, es sei denn, man hat das berühmte "Brettspiel im Kopf" und hört mit dem Schauspielanteil auf, sobald mal gewürfelt wird, aber das ist Nebensache. Die Gruppenaussprache finde ich ja toll, aber acht actionlose Stunden mit dem "Versprechen" auf Fortsetzung dieser Art des Spielstiles hätten mich wahrscheinlich auch überzeugt, die Gruppe zu verlassen. In Character-Gruppen-Supervisionen brauche ich nun wirklich nicht auch noch im RSP, aber da hat halt jeder andere Bedürfnisse. Schön zu hören, dass die Gruppe jetzt funktioniert.


Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 13:20
@Potokori:

Ich nehme jetzt einfach mal an dass Teylen als langjährige VtM-Spielerin die Dreiteilung der Spielinhallte genau so oft erlebt hat wie alle anderen WW-Spieler auch, dabei auch auf die "Besser-Spieler"-Rhetorik getroffen ist, die man dabei ja gerne benutzt.
Also schätze ich sie bezieht nicht Partei für einen Unbekannten sondern gegen die Art wie die Spielwiese desjenigen herabgewürdigt wird.

also Komplexe.

für mich gings hier aber nie darum, sondern um unsportliches (ich sage kindisches) Verhalten, möglicherweise von mehr als nur dem einen Spieler.

natürlich kann man überall seine Dämonen sehen. Gibt auch Leute die sehen in einer Debatte über den Nutzen und und Unnutzen der teletubbies einen versuch faschistoide Erziehungsmethoden durchzusetzen.  ~;D


aber acht actionlose Stunden mit dem "Versprechen" auf Fortsetzung dieser Art des Spielstiles hätten mich wahrscheinlich auch überzeugt, die Gruppe zu verlassen.

schön, dass du das ansprichst: davon rede ich ja. Er hätte gehen können, hätte aufstehen können und sagen "ich mache diese Unterdrückung meiner Spielweise nicht mit! Faschos!", dann hätte er noch auf dem Tisch rumklopfen und sich ne Tüte Empörung reinziehen können. Und wär gegangen.

but what did he do? Riiiight...
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 13:23
@Pokotori
Wenn du die Diskussion als beendet ansiehst, gut, aber lasse doch bitte die Beleidigungen, ja?
Also unterstelle mir weder Komplexe noch sonst was.
Schliesslich wurde ich auch nicht ausfallend.

Was hat denn offene und ehrliche Aussprache mit Betteln zu tun?
"Er darf es ansprechen, muss aber damit leben das es ggf. keinen interessiert und dann halt gehen" hat imho nichts mit einer offenen und ehrlichen Aussprache, in Form einer beidseitigen Kommunikation, zu tun.

Ich ergreife zudem keine Partei sondern verurteile nur m.E. eine harsche Beurteilung fremder Personen ohne hinreichende Grundlage.
Ebenso wie ich halt wage eine mir einseitig erscheinende Darstellung zu hinterfragen.
Tatsaechlich aus einer allgemeinen Haltung heraus, weil ich das ganz grundsaetzlich nicht gut finde.

@Coldwyn:
Zitat
Also schätze ich sie bezieht nicht Partei für einen Unbekannten sondern gegen die Art wie die Spielwiese desjenigen herabgewürdigt wird.
Das ist durchaus richtig erkannt.

@TanjaT:
Gut die Information fehlte einfach.
Wenn es Diskussionansatz sein sollte, sorry, habe es dann wohl falsch verstanden.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 13:27
@Pokotori
Wenn du die Diskussion als beendet ansiehst, gut, aber lasse doch bitte die Beleidigungen, ja?
Also unterstelle mir weder Komplexe noch sonst was.

ich hab von dir weit härtere Bandagen gelesen, also stell dich mal nicht so an.

und wenn dich so sehr an dem Wort "Komplexe" störst, ersetz es durch "Voreingenommenheit". Na, immer noch so ne schwerwiegende "Beleidigung"?

Zitat
Schliesslich wurde ich auch nicht ausfallend.

me neither.

Zitat
"Er darf es ansprechen, muss aber damit leben, wenn die Gruppe es nicht einsieht und hat dann die Erleichterung, eine Gruppe, die seinem Spielstil nicht gerecht wird, zu verlassen und sich eine Gruppe zu suchen, mit der er Spaß haben kann"

quickfix.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 31.01.2012 | 13:30

schön, dass du das ansprichst: davon rede ich ja. Er hätte gehen können, hätte aufstehen können und sagen "ich mache diese Unterdrückung meiner Spielweise nicht mit! Faschos!", dann hätte er noch auf dem Tisch rumklopfen und sich ne Tüte Empörung reinziehen können. Und wär gegangen.

Grundsätzlich glaube ich schon, dass man auch höflich bleiben sollte, wenn einem der Spielstil einer Gruppe nicht gefällt.  ;D

Manchmal ist Kompromiss eben nicht möglich, und gerade bei V:tM würde ich persönlich überhaupt keine Möglichkeit auf Kompromiss sehen, einfach weil das Actionsystem der Regeln nach meiner Ansicht miserabel funktioniert und entweder lächerlich ist, oder viel Realzeit verschluckt. Nur zur Relativierung, das Gleiche glaube vermute ich (mittlerweile) auch von D&D4, wo Kämpfe einfach zu lange dauern, um den Spielern, die nur aufgrund des Erzählens/Schauspielerns Rollenspiel treiben, einen tragfähigen Kompromiss anbieten zu können.

but what did he do? Riiiight...

Naja, also ich für meinen Teil merke auch nicht immer sofort, ob ein Spiel für mich taugt oder ich besser aussteige. Anscheinend hat er ja vorher irgendwie Spaß an der Runde gehabt und wollte vielleicht anfangs nicht glauben, wohin die Reise jetzt gehen soll.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 13:31
@Pokotori
Waere es moeglich darauf zu verzichten den Diskussionspartner, mit Verweis auf irgendwelche Beitraege in der Vergangenheit, unprovoziert mit harten Bandagen eins reinzusemmeln und zurueck zum Thema zu finden?
Schliesslich geht es hier um das Spielverstaendnis und nicht darum wie man Beleidigungen bzw. Abwertungen des Diskussionspartners am huebschesten verpackt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 13:34
Ach, Teylen, nu hör aber mal auf, dich so zu echauffieren. Is' ja gut, Thema beendet.


Grundsätzlich glaube ich schon, dass man auch höflich bleiben sollte, wenn einem der Spielstil einer Gruppe nicht gefällt.  ;D

klar, wäre aber nicht so effektvoll ;D

Zitat
Manchmal ist Kompromiss eben nicht möglich, und gerade bei V:tM würde ich persönlich überhaupt keine Möglichkeit auf Kompromiss sehen, einfach weil das Actionsystem der Regeln nach meiner Ansicht miserabel funktioniert und entweder lächerlich ist, oder viel Realzeit verschluckt. Nur zur Relativierung, das Gleiche glaube vermute ich (mittlerweile) auch von D&D4, wo Kämpfe einfach zu lange dauern, um den Spielern, die nur aufgrund des Erzählens/Schauspielerns Rollenspiel treiben, einen tragfähigen Kompromiss anbieten zu können.

ja, ich denke auch, dass er mit dem actionanspruch irgendwie schon beim falschen System war. Vielleicht war das auch noch ein Frustfaktor?
Allerdings hörte sich das von tanja für mich jetzt nicht so an, als hätten sie nur deepes und darques charakterspiel mit dysterem drama gemacht. Aber das is ja immer subjektiv.

Zitat
Naja, also ich für meinen Teil merke auch nicht immer sofort, ob ein Spiel für mich taugt oder ich besser aussteige. Anscheinend hat er ja vorher irgendwie Spaß an der Runde gehabt und wollte vielleicht anfangs nicht glauben, wohin die Reise jetzt gehen soll.

ich finde trotzdem, dass ein "das is mir hier zu viel Gelaber, ich geh jetzt mit meinem (angeschlagenen) Charakter da rein, lass mich töten (weil ich ja irgendwie doch abschätzen kann, dass das vermutlich nichts wird) und mach mir 'nen Neuen! So!" relativ unsinnig / trotzig is. Das sollte man meiner Meinung nach vermeiden.. es verbraucht unnötige Lebenszeit und bringt im Endeffekt Niemandem was.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Clawdeen am 31.01.2012 | 13:36
natürlich kann man überall seine Dämonen sehen.

Joa. Seh ich auch so.

Ich zitiere mich übrigens mal selbst:

wird da ziemlich deutlich, dass da inplay wie outplay Leute aufeinander geprallt sind, die grundsätzlich verschiedene Vorstellungen hatten und einfach nicht miteinander spielen sollten. Das wertet weder den einen oder anderen auf oder ab

Das tauchte hier vorher im Thread auch schon mal auf mit der Herabsetzung. Mir ist echt egal, woraus jemand seinen Spielspaß zieht, mir ist das dann nicht mehr egal, wenn das meinen eigenen behindert, weil es da große Unterschiede gibt und keine Annäherung beider Seiten möglich ist bzw. das abgeschmettert wird.

Dann heißt es nun mal - und das wäre in keiner anderen Runde (und keinem anderen System) anders gewesen - in letzter Instanz: Du oder ich. Eigentlich reichlich unspektakulär.

War (wie berichtet) kurz davor meinen Hut zu nehmen aus genau diesen Gründen. Wäre dann halt so gewesen. Pech.
Ist aber nicht so gelaufen, weil nämlich nicht meine Wahrnehmung des Ganzen die Minderheit bildete, sondern seine - und da wie nun mehrfach erzählt keine Kompromissbereitschaft bestand. Nicht mal annähernd.
Also hat er seinen Hut stattdessen genommen. Ist dann halt so. Pech.

Und man möge es mir nachsehen, dass ich da jetzt nicht gerade böse drum bin.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 31.01.2012 | 13:41


ja, ich denke auch, dass er mit dem actionanspruch irgendwie schon beim falschen System war. Vielleicht war das auch noch ein Frustfaktor?

Jein, ich glaube, dass sind die von Coldwyn angesprochenen drei Spielweisen. Im V:tM 1 Regelwerk stand lang und breit ausgewalzt das Beispiel mit dem Malkavianer, der sich auf dem Friedhof einen Schusswechsel mit Kriminellen liefert (bei dem Maschinenpistolen zur Anwendung kommen iirc). V:tM ist eben auch ein Superheldenrollenspiel, aber das blenden die Gothic Romance Spieler und -SLs gerne aus.

Zitat
Allerdings hörte sich das von tanja für mich jetzt nicht so an, als hätten sie nur deepes und darques charakterspiel mit dysterem drama gemacht. Aber das is ja immer subjektiv.

Glaube auch, dass das vorher nicht an der Tagesordnung war und darum den Actionspieler so überrascht hat, als plötzich nur noch "gelabert" wurde.

ich finde trotzdem, dass ein "das is mir hier zu viel Gelaber, ich geh jetzt mit meinem (angeschlagenen) Charakter da rein, lass mich töten (weil ich ja irgendwie doch abschätzen kann, dass das vermutlich nichts wird) und mach mir 'nen Neuen! So!" relativ unsinnig / trotzig is. Das sollte man meiner Meinung nach vermeiden.. es verbraucht unnötige Lebenszeit und bringt im Endeffekt Niemanden was.

Der vom Spieler beschrittene Weg ist leider auch kein Beispiel für Höflichkeit, ist es nicht so?
 ;)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 13:48
Jein, ich glaube, dass sind die von Coldwyn angesprochenen drei Spielweisen. Im V:tM 1 Regelwerk stand lang und breit ausgewalzt das Beispiel mit dem Malkavianer, der sich auf dem Friedhof einen Schusswechsel mit Kriminellen liefert (bei dem Maschinenpistolen zur Anwendung kommen iirc). V:tM ist eben auch ein Superheldenrollenspiel, aber das blenden die Gothic Romance Spieler und -SLs gerne aus.

ich meinte auch nicht, dass es nicht möglich wäre, sondern, dass ich es für nicht sinvoll halte. Aber gut, das mag auch daran liegen, dass ich von dem system als solchen nichts halte.


Zitat
Der vom Spieler beschrittene Weg ist leider auch kein Beispiel für Höflichkeit, ist es nicht so?
 ;)

sure. Wie gesagt, is immer so ne sach der perspektive. fazit: ich wär als der action-gamer oder als tanja einfach schon früher gegangen, wenn diskussionen nicht gefruchtet hätten. aber vielleicht hab ich auch einfach Komplexe, weil ich diese art, persönliche Frustration in Charakterhandlungen auszudrücken aufs Tiefste verachte.  ;D

und
@Tanja

im Grunde kanns dir ja auch egal sein, was wir pappnasen hier erzählen - ich denke, dass war für euch und ihn die Beste lösung :D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Samael am 31.01.2012 | 13:49
ich hab von dir weit härtere Bandagen gelesen, also stell dich mal nicht so an.

Dessen unbenommen wäre es begrüßenswert, wenn du die persönlichen Hüftschüsse einstellen würdest.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 13:59
@Potokori:

Ich finde es in diesem Zusammenhang immer schade wenn eine Diskussion auf das Wiederholen von "Aber so spielt man doch nicht!" hinausläuft.
Auch wenn du den Action-lastigen Spielstil vielleicht nicht für sinnvoll erachtest, ändert dass doch nichts an der Tatsache dass er von Vornherein da war, als gültig erklärt wurde und Unterstützung seitens WW fand. Und ja, man hat sich bei WW anscheinend wirklich Mühe gegeben über alle Editionen hinweg das fröhliche Massaker gut mit Regeln zu untermauen und auch über alle Splats hinweg zu unterstützen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 14:10
@Potokori:

Ich finde es in diesem Zusammenhang immer schade wenn eine Diskussion auf das Wiederholen von "Aber so spielt man doch nicht!" hinausläuft.
Auch wenn du den Action-lastigen Spielstil vielleicht nicht für sinnvoll erachtest, ändert dass doch nichts an der Tatsache dass er von Vornherein da war, als gültig erklärt wurde und Unterstützung seitens WW fand. Und ja, man hat sich bei WW anscheinend wirklich Mühe gegeben über alle Editionen hinweg das fröhliche Massaker gut mit Regeln zu untermauen und auch über alle Splats hinweg zu unterstützen.

you didn't get ma point.

ihr schiebt offenbar wirklich irgendwelche.. ups, darf ich nicht sagen - ihr habt scheinbar wirklich irgendwelche schlechten Erfahrungen gemacht!

ich hab über das unreife verhalten eines spielers gemeckert, der seinen persönlichen frust in charakterhandlungen ausgedrückt hat. Das is albern, kindisch, trotzig und nicht spielfördernd.

Das ist keine Herabwertung, nich mal irgendeine qualitative Beurteilung eines Spielstils drin.

Okay? ;)

Edit: gut, gut. Es sei denn man betrachtet es als Spielstil, seinen persönlichen Frust an den anderen Spielern und dem gemeinsamen Abend auszulassen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 14:14
Gleich reden wir aneinander vorbei ;)

Ich bezog mich auf:
Zitat
ich meinte auch nicht, dass es nicht möglich wäre, sondern, dass ich es für nicht sinvoll halte. Aber gut, das mag auch daran liegen, dass ich von dem system als solchen nichts halte.

Und sonst nichts. Das es beschissen ist seinen Frust am Spieltisch auszulassen steht ja nirgends zur Debatte.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 14:24
Nach meiner Erfahrung kann V:tM sehr wohl gut wie sinnvoll als Action System funktionieren.
Das heisst sowohl in dem Punkt des Kampfs, als auch bei anderen Spielweisen, bei welchen Wuerfel eine entsprechende Bedeutung haben. Ebenso wie ich der Ansicht bin das weder sich die Action und der Anspruch ausschliessen noch das ein Action betontes Spiel zu einem klassischen Superheldenrollenspiel fuehrt.
Was White Wolf betrifft so finde ich, findet die Praegung noch weniger durch die Regeln statt, als das V:tM, nach meinem Eindruck durch die Editionen hinweg, auch im Fluff sowie den Spielleitertipps, gegenueber fast allen Spielvorlieben moeglichst offen gehalten ist.
[Auf das selbe bezogen das Coldwyn zuletzt ansprach]


Hinsichtlich der Spielerhandlung sehe ich darin nicht den Ausdruck einer RL-Frustration sondern eher Ausdruck seines Spielstil.
Waere es RL-Frust motiviert gewesen, so haette er den Charakter-Tod wohl weniger gut angenommen.
Haette er zudem seinen RL-Frust durch die Spielhandlungen ausgedrueckt waere es wohl eher das stoische beibehalten des Charakters gewesen, obwohl er weiss das der Charakter, respektive die Spielweise die er mit dem Charakter verbindet nicht zu dem aktuellen Spielstil passt. Was dazu gefuehrt haette das die Situation von seiner Seite aus bis zu einer groesseren Explosion - da der Frust auf beiden Seiten gewachsen waere - weiter gezuendelt haette.
Ich finde es besser in der Situation einen klaren Schlussstrich unter den alten Charakter zu setzen, und vermute mal das er das verletzt zurueck stuermen heroischer / wuerdevoller / besser fand als das ideln oder aus seiner Sicht, der Bruch mit dem Charakterkonzept, und sich einen neuen zu bauen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 14:55
Gleich reden wir aneinander vorbei ;)

Ich bezog mich auf:
Und sonst nichts. Das es beschissen ist seinen Frust am Spieltisch auszulassen steht ja nirgends zur Debatte.

mag sein ;)

für mich ist das system nichts, was irgendeinen spielstil großartig unterstützt - aber das steht hier nicht zur debatte. Ist mir auch eigentlich egal, was damit möglich ist.

Hinsichtlich der Spielerhandlung sehe ich darin nicht den Ausdruck einer RL-Frustration sondern eher Ausdruck seines Spielstil.
Waere es RL-Frust motiviert gewesen, so haette er den Charakter-Tod wohl weniger gut angenommen.
Haette er zudem seinen RL-Frust durch die Spielhandlungen ausgedrueckt waere es wohl eher das stoische beibehalten des Charakters gewesen, obwohl er weiss das der Charakter, respektive die Spielweise die er mit dem Charakter verbindet nicht zu dem aktuellen Spielstil passt. Was dazu gefuehrt haette das die Situation von seiner Seite aus bis zu einer groesseren Explosion - da der Frust auf beiden Seiten gewachsen waere - weiter gezuendelt haette.

das sind viele hätte und wenns - und meiner meinung nach viel zu viel Spekulation.

Und was ändert das an der simplen Tatsache, dass er seine Sicht der Dinge nicht kommuniziert hat? Tanja hat doch beschrieben, dass über die Handlung seines Charakters ausführlich debattiert und sogar davon abgeraten wurde. Wenn es ihm nur um einen coolen Abgang gegangen wäre, hätte er das doch in dem Augenblick sagen können?

Zitat
Ich finde es besser in der Situation einen klaren Schlussstrich unter den alten Charakter zu setzen, und vermute mal das er das verletzt zurueck stuermen heroischer / wuerdevoller / besser fand als das ideln oder aus seiner Sicht, der Bruch mit dem Charakterkonzept, und sich einen neuen zu bauen.

findest du "ich schicke meinen charakter auf suicide mission und handle damit gegen die Gruppe (intime wie outtime)" einen klaren Schlussstrich?

mal abgesehen davon, spricht es - rein hypothetisch zur charakterisierung des Spielers und seiner Probleme in der Runde - Bände, dass er sich kurz nach der Kamikaze-Aktion gleich ne seltene Blutlinie zum Spielen raussucht. Du machst daraus natürlich gleich wieder einen vorwurf an die Gruppe ("ihr hättet dann doch schon sagen können, dass das konzept so nicht passt!").

meiner meinung nach beschönigst du das Fehlverhalten nur, um deinen Standpunkt der Spielstilbewahrung zu untermauern.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Eulenspiegel am 31.01.2012 | 15:09
das sind viele hätte und wenns - und meiner meinung nach viel zu viel Spekulation.
Lese dir nochmal Teylens Absatz in Ruhe durch. Die ganzen "hätten" und "wenns" beziehen sich auf deine Annahme:
- "Hätte Pokotori Recht, dann..."
- "Wenn Pokotori Recht hätte, dann..."

Die ganzen Hätte und Wenn illustrieren also nur, dass deine Meinung auf Spekulationen aufbaut.

Zitat
findest du "ich schicke meinen charakter auf suicide mission und handle damit gegen die Gruppe (intime wie outtime)" einen klaren Schlussstrich?
Inwiefern handelt er gegen die Gruppe, wenn er seinen eigenen Charakter auf Selbstmordmission schickt?
Hätte er die anderen Spieler mit ins Verderben gerissen: Ja, das wäre eine Aktion gegendie Gruppe. Aber so?

Zitat
mal abgesehen davon, spricht es - rein hypothetisch zur charakterisierung des Spielers und seiner Probleme in der Runde - Bände, dass er sich kurz nach der Kamikaze-Aktion gleich ne seltene Blutlinie zum Spielen raussucht. Du machst daraus natürlich gleich wieder einen vorwurf an die Gruppe ("ihr hättet dann doch schon sagen können, dass das konzept so nicht passt!").
Was für Bände spricht das denn? Was interpretierst du alles in diese selten Blutlinie hinein?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 15:21
Die einfache Tatsache das er mehr Action wollte war kommuniziert beziehungsweise allen bewusst.
Zumindest nachdem wie ich die Schilderung verstanden habe. Die Feststellung seinerseits das ihm Action fehlt respektive das er mehr Action will haette als solche nur das allen offensichtliche zum Ausdruck gebracht.
Insofern waere dort kein Informationsgewinn da gewesen oder ein richtiger Ansatzpunkt.
Zumal ich Tanjas letzten Beitrag so verstand als haette man sich bereits zu Spielstilen ausgetaucht.

Hinsichtlich des Eingreifen in die Handlung stellt sich die Frage mit welcher Vehemenz es stattfindet beziehungsweise ob es konstruktiv ist. In Bezug auf den Aspekt der Konstruktivitaet wage ich zu bezweifeln das man einen Weg gefunden haette einen Kompromis zu finden. Ohne den es m.E. zu der beschriebenen Eskalation gekommen waere.
In Bezug auf die Vehemenz sollte man, meiner Meinung nach, Spielern zugestehen das sie ihre Charaktere Selbstmord begehen lassen. Greift man dort ein, schadet es nicht nur der Selbstbestimmung, sondern auch der Atmossphaere.
Wenn in der umgekehrten Situation ein Spieler in einer Kampf & Splatter orientierten Gruppe beschliesst das sein Charakter in die Sonne geht, in das Feuer springt oder sich vor ein Werwolf Rudel wirft, wuerde man ihm das doch ebenso zugestehen und nicht darueber debattieren sowie ihm abraten.

Die Handlung geht meines Erachtens weder zwangslaeufig InTime gegen die Gruppe und meines Erachtens ganz sicher nicht OutTime.
OutTime handelt er nicht gegen die Gruppe sondern vermeidet gerade das der Konflikt verstaerkt wird.
Schliesslich wird er OutTime niemanden einen Gefallen tun wenn er den Charakter in fuer ihn unangenehmen Bedingungen weiter spielt.
InTime stellt sich die Frage wie weit der Charakter an die Gruppe gebunden beziehungweise integriert war. Nach der bisherigen Beschreibung der Spielweise liegt es nahe das die Charaktere bis dahin nicht allzusehr gesocialised haben oder persoenliche Bande aufgebaut.

Hinsichtlich der Blutlinie wissen wir nicht welche es war, noch wie exotisch. Zumal es der Beschreibung von Tanja nach nicht so wirkt als waere das Spielen von Blutlinien untersagt oder schlecht angesehen. Schliesslich ist das Problem nicht das er eine spielte, sondern das die Erwartungen an die Umsetzungen andere sind.
Die Bedingungen unter dem die Blutlinie spielbar ist waeren, meiner Meinung nach, besser offen bei der Charaktererschaffung bzw. -Absegnung angesprochen worden. So wirkt es ein wenig nach einem offenem Messer.
Das hat meiner Meinung nach nichts mit einem Spielstil zu schaffen, sondern mit der normalen Kommunikation im Zuge der Charakter Gestaltung.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 15:23
Edit:
ich habs mir anders überlegt. Fast wäre ich drauf reingefallen, aber nein: ich werde mich weder mit Eulenspiegel, noch mit Teylen auf eine dieser Endlos-Wortklauberei-Diskussionen einlassen. Danke, aber nein danke.. macht den scheiß mit jemand anderem :)
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 31.01.2012 | 15:25
Ich habe gerade nochmal TanjaT' s opening post gelesen und bin dann mal wieder über die Frage gestolpert, wieso Spieler, die ausdrücklich sagen, dass sie in anderen Systemen keine "bösen" Charaktere/Gruppen und keine "wild plündernd durch die Gegend ziehenden Orcbanden" spielen wollen, von V:tM (auch mit Sabbatrunden!) begeistert sind?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 15:43
Edit:
ich habs mir anders überlegt. Fast wäre ich drauf reingefallen, aber nein: ich werde mich weder mit Eulenspiegel, noch mit Teylen auf eine dieser Endlos-Wortklauberei-Diskussionen einlassen. Danke, aber nein danke.. macht den scheiß mit jemand anderem :)

Kommt doch immer darauf an wie gelangweilt du gerade auf Arbeit bist, oder? ;)

Übrigens, das ganze "Liberale Gerede", wie du es so schön ausgedrückt hast, kommt nicht so sehr davon dass wir alle Powergamer mit Komplexen wären, sondern ist schlicht eine Reaktion auf den "Besserspieler"-Unterton der bisher in diesem Thread viel mitschwingt.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Pokotori am 31.01.2012 | 15:53
Kommt doch immer darauf an wie gelangweilt du gerade auf Arbeit bist, oder? ;)

Dafür kann ich gar nicht gelanweilt genug sein ;D

Zitat
Übrigens, das ganze "Liberale Gerede", wie du es so schön ausgedrückt hast, kommt nicht so sehr davon dass wir alle Powergamer mit Komplexen wären, sondern ist schlicht eine Reaktion auf den "Besserspieler"-Unterton der bisher in diesem Thread viel mitschwingt.

findest du? Is mir nich so vorgekommen.. hab mich allerdings auch eher auf die konkreten erzählungen konzentriert. außerdem hab ich nie behauptet, ihr seid powergamer. irgendwie scheint aber generell der eindruck aufgekommen zu sein, ich hätte mich auf irgendeine spielstiltechnische seite geworfen.. was nicht der fall ist  ;)

aber man muss ja schon auch beide Seiten betrachten. Tanja wird hier teilweise als spielstilniedermachend bezeichnet und kritisiert, nur weil sie, meiner meinung nach zurecht, mit dem ausgang der diskussionen und dem ausstieg des aus ihrer sicht "problematischen" spielers zufrieden ist. die liberalität diese position ebenso zu akzeptieren geht widerum einigen im gegenzug ab, wie mir scheint.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 15:55
@root hog or die
Meiner Vermutung nach liegt das daran das man Vampire:tM gerade in Bezug auf den Menschlichkeitsmechanismus dahin interpretieren kann das es moralisch negatives Verhalten seitens der Charaktere mit entsprechenden Entartungswuerfen bestraft.
Das heisst, uebernimmt man die Tabelle so wie sie im Buch vorgeschlagen wird, kann man argumentieren das ein Charakter schon sehr unmenschlich sein muss um einen Mord oder Totschlag zu begehen und sowohl grausame Pluenderungen als auch alle Handlungen wider Kindern immer eine Suende sei.

Das heisst es wird weniger als ein System gesehen um Konflikte abzubilden, anstelle eines "Benehmt euch!" mit entsprechenden Pranger.
Der Eindruck wird wohl eher verstaerkt wenn es in der deutschen Version, als Anmerkung zu Charakteren auf Menschlichkeit 1, im GRW, in Klammern in eher vorwurfsvollen Ton zu lesen ist wie man es denn nur so tief geschafft haette.


@Pokotori:
Ende der Diskussion mit dir aus meiner Sicht. Ich habe schliesslich schonmal um einen neutralen Umgangston gebeten.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 31.01.2012 | 16:07
@root hog or die
Meiner Vermutung nach liegt das daran das man Vampire:tM gerade in Bezug auf den Menschlichkeitsmechanismus dahin interpretieren kann das es moralisch negatives Verhalten seitens der Charaktere mit entsprechenden Entartungswuerfen bestraft.


Ich schrieb Sabbat. Der hat Pfade, die Morden und Brandschatzen zumindest "neutral" gegenüberstehen, wenn sie es nicht sogar ermuntern.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Teylen am 31.01.2012 | 16:27
Ich schrieb Sabbat. Der hat Pfade, die Morden und Brandschatzen zumindest "neutral" gegenüberstehen, wenn sie es nicht sogar ermuntern.
Gut in dem Kontext des Sabbats wird es schwieriger.
Das einzige was ich mir vorstellen koennte waere die intensive Vorpraegung durch V:tM beziehungsweise Spiel auf Menschlichkeit.
Sowie, gegebenfalls, die Kombination mit dem Ansatz frische Spatenkoepfe zu spielen und die Charaktere auf Menschlichkeit starten zu lassen.
Wobei es nachwievor die Herausforderung gibt das der Sabbat selten als substil in Bezug der Auspraegung des Horror beschrieben wird.

Wenn man als Basis fuer das Sabbat-Spiel zudem das GRW heranzieht bestuende, vielleicht die Moeglichkeit der Interpretation das die Pfad-Charaktere sich eher wie "Helden" verhalten duerfen. Auch wenn mir das selbst gewagt erscheint. Aber immerhin haben die meisten keine Menschlichkeit mehr die ihnen verbietet "Die Boesen" umzubringen.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 31.01.2012 | 18:27
Dieser Thread ist pures Gold....  ;D

Ich habe selten ein so eindringliches Beispiel gelsen, warum VtM ein extrem schlecht designtes Spiel ist und seine Gganze Schwammigkeit zu massiven Problemen am Spieltisch führt. Herrlich.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Jiba am 31.01.2012 | 18:32
@Chrischie: OT, aber: Hast du diese Meinung eigentlich auch von den anderen Splats oder nur von VtM?
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 31.01.2012 | 18:46
Ufff....
VtM habe ich am längsten gespielt. Ich kann nur eine Beobachtung von mir geben. Bei Spielen von WW geht es immer um die Interaktion von Farktionen in der Spielwelt. Das zieht sich sowohl durch die alte World of Darkness als auch durch die neue World of Darkness. Aber wie diese Interaktion aussieht, ist sehr unterschiedlich. In jeder dieser WoDs war Vampire die "Einstiegsdroge" und sollte möglichst viele Spieler einfangen können. Deshalb ist VtM vielseitig. Es kann Leute ansprechen, die D&D gespielt haben (Sabbat oder Camarilla moschen) oder aber auch Leute die eher Spiele die auf das Erzählen von Geschichten fokusiert (Intriege, persönliches Drama etc) waren. Diese Vielseitigkeit hat ihren Preis: Regeltechnisch ist VtM auch nur eine Abwandlung von D&D und auf der Fluffseite wird halt "the Angst" betont und das Storytelling. VtM war erfolgreich und ermöglichte es WW weitere Linien zu produzieren. Diese Linien hatten einen wesentlich klareren Fokus. Ich war immer der Vampir und Werewolf-Spieler/SL mit denen kenne ich mich auch noch am Besten aus. WtA hatte in meinen Augen einen wesentlichen klareren Fokus als VtM. Das Beispiel aus diesem Thread kann ich mir nur schwer bei WtA vortsellen, weil die Typen sind die Krieger Gaias und da ist der Feind!

Es ist überigens sehr lustig zu beobachten, dass sich dieses Muster wiederholt. In der neuen WoD ist Vampire ebenfalls wieder relativ flach und geschmacksneutral im Fokus. Werewolf und Mage sind schon besser aber richtig gut sind die begrenzten Linien wie Changeling the Lost, Hunter the Vigil und Promethean: The Created.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 18:59
Ja, das trifft es so ziemlich auf den Punkt.
Ich würde aber auch darauf hinweisen dass die spätere, fokusierteren Titel auch weitaus schwerer zu spielen sind.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 31.01.2012 | 19:15
Würde ich so nicht unterschreiben. Hunter: the Vigil ist recht simple zu spielen. Ich sehe das gerade an einer Anfängerin die nur ein paar Male zweitweise bei Deadlands (SW) zugeschaut hat und jetzt mit hunter das erste Nal selbst spielt. Changeling finde ich auch nicht so komplex aber Promethean ist echt eine harte Nuss.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Tim Finnegan am 31.01.2012 | 19:17
Würde ich so nicht unterschreiben. Hunter: the Vigil ist recht simple zu spielen. Ich sehe das gerade an einer Anfängerin die nur ein paar Male zweitweise bei Deadlands (SW) zugeschaut hat und jetzt mit hunter das erste Nal selbst spielt. Changeling finde ich auch nicht so komplex aber Promethean ist echt eine harte Nuss.

Was war mit solchen Krachern wie Wraith und das alte Mummy? Grad ersteres hatte das Potential sehr anspruchsvoll zu sein.
Aber ja, bei Hunter (und seinen Vorläufern) stimme ich dir zu, da findet man schnell rein.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 31.01.2012 | 19:18
Weder Wraith noch Mummy haben ich gespielt und kann mich dazu nicht äußern.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Jiba am 31.01.2012 | 21:20
Ich halte Wraith auch für sehr komplex... aber leider war es nicht so sehr "Geistergeschichte", wie ich es mir gewünscht hätte. Aber ich finde Chrischies Einschätzung eigentlich recht zutreffend.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 31.01.2012 | 22:18
Es war einmal vor gut fünf Monaten ...

Oh Gott! Hilfe! Themomantie!

Keine Ahnung, ob du den zweiten Teil auf mich bezogen hast, allerdings bin ich nicht der Meinung, dass Vampire genereller Schund ist, der anderen Systemen den Platz an der Sonne stiehlt. Ich habe noch nie begriffen, was derart toll an Vampire ist, dass es die anderen Systeme (die ich tatsächlich lieber mag) in den Schatten stellt, aber der Umkehrschluss wie eben beschrieben wird daraus dennoch nicht.

Es war das erste der Storytellersysteme und hat das Herz der Gothic-Szene rasen lassen. ;) Es ist das System, das am meisten Gothic-Punk verkörpert. Es hat die einfachsten Regeln. Alle Nachfolgesysteme haben höhere Einstiegshürden. VtM ist da vergleichsweise simpel.

Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Oberkampf am 1.02.2012 | 07:45
@Chrischie: OT, aber: Hast du diese Meinung eigentlich auch von den anderen Splats oder nur von VtM?

Auch wenn ich nicht gefragt wurde:
Ich für meinen Teil hab diese Meinung nur von V:tM, befürchte aber, dass die gesamte oWoD Ansätze dazu trägt.  ;D
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: 1of3 am 1.02.2012 | 07:58
Das Magus in einer der beiden Versionen einen klaren Fokus haben soll, kann ich nicht nachvollziehen. Das ist noch am ehesten das Spiel, das wo die Leute Fragezeichen im Gesicht haben.

Du hast insofern recht, Chrischie, dass Vampire keinen äußeren Feind hat. Bis auf Hunter - da ist das eine Frage der Darstellung - haben alle Spiele ihr Ork-Äquivalent, dass man problemlos klatschen kann.

Apokalypse - Wyrm, Weaver, ggf. Wyld
Ascension - Technokratie (fast immer), Nephandi, Marodeure, Geister
Dreaming - böse Schimären
Oblivion - Spectres

Forsaken - verrückte Geister, Geister allgemein, Schwärme
Awakening - Banishers, Geister und Dämonen, Seers (meistens)
Lost - die wahren Feen

Bei Vampire sind alle Antagonisten von gleicher Bauart wie die SCs.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Chrischie am 1.02.2012 | 19:37
Also nMage hat defintiv ein Fokus aber es hat kein ausgeabreitet Setting. Ich wusste zumindest bei Lesen, was das Spiel von mir will. wie man das umstezt ist halt schwammig.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 1.02.2012 | 23:06
Bei Vampire sind alle Antagonisten von gleicher Bauart wie die SCs.

Das könnte Absicht sein. Bei Vampire geht es auch um den Verlust von Menschlichkeit.
Man soll keinen Spass daran haben Orks zu moschen, bzw. sich schuldig fühlen, weil man Spass daran hat.
Undifferenzierte Gewalt ist bei Vampire der sichere Weg, sich aus dem Spiel zu katapultieren mit Menschlichkeit 0.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: Übermutter am 2.02.2012 | 13:26
Das könnte Absicht sein. Bei Vampire geht es auch um den Verlust von Menschlichkeit.
Man soll keinen Spass daran haben Orks zu moschen, bzw. sich schuldig fühlen, weil man Spass daran hat.
Undifferenzierte Gewalt ist bei Vampire der sichere Weg, sich aus dem Spiel zu katapultieren mit Menschlichkeit 0.

Nunja, diese Aussage halte ich für übertrieben, wenn ich einfach so durch die Gegend renne und meine "Feinde" reihenweise und ohne mit der Wimper zu zucken umlege, dann bleibe ich bei Menschlichkeit 3 oder vielleicht 2 hängen. Das ist ein Stück unter dem "Standard-Vampir" mit seiner Menschlichkeit von 4, aber auch noch ein Stück weit vom sabbernden Monster weg.

Diese Angst-Fixiertheit des Fluffs ist schon ein wenig schizophren, wenn man sich anschaut worauf die Regeln so fokusiert sind.
Titel: Re: [VtM] Euer Spielverständnis?
Beitrag von: 1of3 am 2.02.2012 | 13:30
Das könnte Absicht sein. Bei Vampire geht es auch um den Verlust von Menschlichkeit.

Das ist sicherlich Absicht. Gar kein Zweifel. Ich wollte das auch gar nicht werten, sondern nur den Unterschied systematisch erfassen.