Trailer braucht noch ein wenig, aber ich hab schon paar Clips dafür besorgt. Hab ja in Kanada auf jeden Raben meine Kamera gerichtet Grin
Die Callum Keith Rennie-Serie mit dem dissoziativen Polizisten kennst du bestimmt? Das sind sicher einige Cal-Szenen für einen Trailer drin. Die toughe Persönlichkeit ist schon sehr cal-ig ("Do the right thing... pussy.")
ch weiß nicht, ob wir das beim nächsten Mal ausspielen wollen, im Rollenspiel find ich das immer so ein wenig awkward. Aber das könnte man mMn durchaus im Off beschliessen. Dann sind sie halt in der nächsten Episode endlich zusammen.
Ich würde es ja gerne ausgespielt sehen :) Da kann dann nämlich noch jede Menge schief gehen... Aber ich kann verstehen, dass das nicht für jeden was ist.
So, hier mal meine eigene Diary-Einleitung und ein wenig Fortführung. Die Einleitung ist Cal-centric, immerhin kenne ich die anderen Charaktere nicht so gut. Ich fände so eine für jeden Charakter ganz schön :) Um sich noch mal dran zu erinnern, wo die alle herkommen und wie es ihnen außerhalb des Spiels ging.
Damals…
…war das Leben noch einfacher. Caleb Fisher, Isabelle Baker und Quentin, der Chief, jagen Monster. Obwohl Caleb schon damals die Welt nicht schön oder gut findet, ist alles erträglich. Immerhin hat er Isabelle. Isabelle, die in den adrenalingeschwängerten Nachwirkungen der Jagd mit ihm ins Bett geht und trotzdem nur eine Freundin, eine Kollegin ist.
Vielleicht hoffte er, dass sie mehr in ihm sieht als eine Affäre, aber er befürchtet, dass es nicht so ist.
Und er hat Recht. Isabelle sagt, dass sie von ihm schwanger ist. Sie wird das Kind behalten, aber nicht mit Caleb. Sie wird ihn und den Chief verlassen und es mit einem Niemand, einem Zivilisten, einem gottverdammten Gutmenschen namens Mitch aufziehen.
Cal denkt lieber nicht mehr daran, was er ihr zum Abschied alles gesagt hat. Auch wenn sie nie mehr davon gesprochen hat, stehen seine Worte für den Rest von Isabells Leben zwischen ihnen. Und Cals Lebenssicht macht eine ordentliche Wendung zum Schlechten.
Auch der Rest des Teams zerbricht. Quentin geht mit seiner Frau Hialee zurück ins Reservat und trinkt sich systematisch zu Tode. Hialee bekommt einen Sohn, Aiden, der sich mit Isabelles zweitem Kind Joanne anfreundet.
Caleb kann Isabelle noch immer nicht ganz loslassen. Wenn er es aushält, besucht er Isabelle und überredet sie jedes Mal zu einer letzten Jagd. Den alten Zeiten wegen…
Doch dann sterben Hialee und Isabelle*. Egal was Cal versucht, Mitch rückt nicht davon ab, dass nichts Übernatürliches an Isabelles Tod schuld war.
Was auch immer Cal Isabelle hätte sagen können, nun war es zu spät. Jetzt bleibt ihm nur noch die Jagd.
Dann…
Jo meldet sich bei Caleb und erzählt, dass sie einen Brief ihrer Mutter gefunden hat, in dem angedeutet wird, dass Izabells Tod wohl doch nicht so natürlich ist, wie sie angenommen haben. Sofort lässt Cal alles stehen und liegen und bricht mit Jo, Ben und Aiden nach Crossroads auf.
Die ganze Stadt ist von Dämonen überlaufen, die vier gefallene Engel beschwören wollen. Nur ein heiliger Bär in den Wäldern steht den Dämonen noch im Weg. Und auch wenn sich Caleb nicht erinnern kann, hat er den Bär schon einmal getroffen: Damals haben Quentin und er den indianischern Geist erlegen wollen… und der Geist hat sie erlegt. Isabelle und Hialee haben sich auf einen Handel mit einem Kreuzweg-Dämonen eingelassen, um die beiden Männer zu retten.
Quentin stößt in einer kritischen Situation zu der Gruppe, hilft ihnen, wird aber tödlich verwundet.
Um das Ritual der Dämonen zu verhindern und die gefallenen Engel von der Apokalypse fernzuhalten, sprengt die Gruppe einen Staudamm und ertränkt die ganze Stadt.
Dass Isabelle ihr Leben und ihre Seele für ihn geopfert hat, zerstört Caleb fast. Wenn er ihr so wichtig war… Könnte es sein, dass sie mehr für ihn empfunden hat, als er es für möglich gehalten hat? Dass alles hätte anders sein können, wenn er ihr nur die Wahrheit gesagt hätte?
Nach einem totalen Zusammenbruch schließt Cal seine Emotionen komplett weg. Nichts berührt ihn mehr. Er wartet nur noch auf den Augenblick, an dem er zu langsam oder zu schwach ist…
Als Bonus noch meine kleine Montage zu Cals Verhalten während der fehlenden drei Monate:
Alle Szenen finden in totaler Stille statt. Erst sieht man Cal, wie er stockbesoffen an Isabelles Grab steht. In einer Hand hält er eine halbvolle Whiskeyflasche, in der anderen sein Mobiltelefon. Auf dem Display wird Bens Nummer angezeigt. Nach nur einem Klingeln legt Cal auf.
In der nächsten Szene sieht man zuerst nur sein Gesicht. Völlig emotionslos starrt er in die Kamera. Die Kamera fährt zurück und man sieht, dass er in der ausgestreckten Hand eine Pistole hält. Im Hintergrund ist eine junge Frau zu sehen, die den Mund aufreißt und anscheinend hysterisch kreischt, aber noch immer ist alles still.
Jetzt sieht man, dass ein Monster mit aufgerissenem Maul und glitzernden Zähnen auf ihn zurennt. Cal tut nichts. Sein Gesicht bleibt völlig still. Die Kreatur kommt so nahe heran, dass man ihre Reflektion schon in seinen Augen sehen kann.
Erst dann drückt er ab.
Man sieht von Cals Blickwinkel aus nach oben, auf die junge Frau, die jetzt rittlings und nackt auf ihm sitzt und anscheinend spaß an dem hat, was sie gerade tut.
Cals Gesichtsausdruck bleibt genauso kalt wie zuvor.
Die junge Frau, halb angezogen, schreit Cal tränenüberströmt an. Er packt sie am Arm und befördert sie grob vor die Moteltür, natürlich ohne jede Gefühlsregung. Noch einmal geht die Tür auf und er wirft ihr ihre Handtasche hinterher. Schluchzend sucht sie draußen ihre Sachen zusammen.
Drinnen setzt sich Cal in den Sessel. Er holt seinen Revolver hervor, schieb eine Kugel ins Magazin und lässt es rotieren. Dann setzt er sich die Waffe an die Schläfe.
Das Bild wird schwarz und das erste Geräusch ist das Klicken des Revolvers.
Jetzt…
Als kleine Anmerkung möchte ich noch die Szene einwerfen, als Caleb dem Besitzer des Restaurants mit Geldscheinen bezahlt, die dank der Schnittwunde am Arm total blutgetränkt sind. Fun!
Unter den Bakers wird rumgefragt, wer Mitch gesehen hat und ob etwas an ihm auffällig war – Cal vermutet, dass er irgendwie besessen sein könnte, sagt das aber den Kids nicht. Könnte ja Probleme geben…
Verschiedene Leute haben Mitch gesehen, mal vor einer Woche, mal Vorgestern, bis sich nach und nach alle Aussagen ähneln: Mitch war da, ist aber vor einer Woche (?) wieder abgereist.
Adam, der Sheriff, spricht die Gruppe noch auf den „Unfall“ in der Bar an und nach ein paar ungeschickten Lügen („Hier gibt es keine Mexikaner…“) sagt Cal ihm die Wahrheit. Adam will sich drum kümmern (hätte er mal gewusst, dass ihm später der Kopf weggeschossen wird…).
Sadie besteht darauf, dass alle im Haus der Bakers übernachten. Klar, machen wir! Da hat man ja den Überblick. Draußen findet Caleb noch einen indianischen Beutel, der wohl als Schutz dient. Mehr weiß Aiden aber auch nicht.
Die Geschwister bekommen das eine Zimmer verpasst und Cal und Aiden das andere. Wenn ich mich richtig entsinne, hat es dann Cal dabei wieder geschafft, Aiden bis zum Gitarrespielen zu reizen** (:D) und ist dann aus dem Fenster geklettert.
Im Nebenraum sehen sich Jo und Ben Fotos von ihrem Vater und der Familie an. Alle altern verdächtig langsam.
Cal hört von Draußen mit, wie im Wohnzimmer Krisensitzung abgehalten wird:
„Gerade gut, dass Ben und Jo hier vorbeigekommen sind!“
„Ja, einen von beiden müssen wir nehmen… Besser Ben, Jo ist so niedlich.“
„Aber dieser Indianerfreund! Ich meine… Sorry, Sam.“
„*grummel* Schon in Ordnung. Aber wir brauchen auf jeden Fall ein neues Opfer… Denken wir noch einmal drüber nach.“
Während er weg ist, besucht Jo Aiden.
Im Zimmer unterhielten wir uns über unsere Gefühle zu einander. ("Ich hoffe es ist okay, dass ich gesagt habe, wir wären ein Paar? Aber so wie Dad (also Mitch) immer über seine Familie geredet hat, dachte ich, es wäre besser Dich als meinen Freund auszugeben..." ... "Wir sollten es vielleicht langsam angehen lassen" "Ich bin 19. Andere Frauen haben mit 12 ihr erstes Kind.... Nicht das ich Kinder wollte!")
Die beiden kommen sich näher… und werden natürlich von Cal unterbrochen, der wieder durch das Fenster reinklettert.
Mit Ben zusammen halten die Jäger nun eine Krisensitzung. Sie kommen aber zu keinem Ergebnis –erstmal weiter beobachten und außerdem geht keiner mehr alleine weg, vor allem nicht Ben und Jo. Der Indianer aus dem Gespräch wird als „Sam Pete“ identifiziert. Er wird oft mit Marlon Baker, dem Prediger, und Jayd Walton Sr. abgebildet.
Plötzlich platzt eine Frau in das Zimmer – Loretta, Mitchs Schwester. Sie ist ganz offensichtlich geistig verwirrt und greift nach einer Actionfigur. Regression, stellt Ben fest, sie muss durch emotionales Trauma auf eine kindliche Stufe zurückgefallen sein.
Sie weigert sich, Fragen zu beantworten, denn das hätte schon Mitch in Probleme gebracht! Als die Gruppe sie nicht gehen lassen will, bekommt sie einen hysterischen Anfall. Cal hält ihr den Mund zu, bis sie schließlich ruhig wird – in Ohnmacht gefallen.
Weil er sie komplett vollgeblutet hat, trägt er Loretta auf den Gang und ruft um Hilfe. Sadie nimmt ihm ab, dass Loretta umgekippt ist, als sie ihn gesehen hat und ihm nichts Wichtiges erzählt hat. Er nutzt die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sadie und will sich ein bisschen bei ihr einschleimen, indem er Aiden schlecht macht („Man sollte sich ja mit seinen eigenen Leuten zusammentun…“). Der Versuch, Ben als Opfer schlecht zu reden, geht nicht so auf. Wie sollte er auch wissen, dass die Harlander ihre Stadtkasse mit Drogen- und Waffengeschäften aufpolstern und ein guter Junge für sie genau das Falsche war?
Nachts entdecken sie draußen grünäugige Raben und einen seltsamen Typ mit Cowboyhut, der das Haus zu beobachten scheint.
Am nächsten Morgen ist Kirchgang angesagt. Die Kirche ist komplett fensterlos und extrem hässlich. Die Innendekoration ist mit Mosaiken von Heiligen, die grünäugige Raben umhauen, etwas ungewöhnlich.
In der Predigt wird ordentlich auf den Nachbarprediger Joe Moore geschimpft und zum Schluss verteilt Sam Pete mit seinem Gehilfen Reed Medizinbeutel.
Auffällig ist, dass trotz einer halben Stadt voller Bakers niemand krank oder missgebildet aussieht. Noch nicht mal Brille wird getragen.
To be continued...
*Da kann ich mich an die genaue Zeitfolge nicht mehr erinnern.
** Diese tiefsinnigen Gespräche… helft mir, wenn ich sie zeitlich falsch einordne.
Paranormal Hospital 6
Paranormal Hospital 6 hat gerade per Skype stattgefunden. Bad Horse war wieder SL, Nocturama und ich haben in unserem Setting an der Uni von Ben gespielt, aber unsere Charaktere waren andere. Ich spielte Kitty und Nocturama spielte Ally.
Kitty Munroe
(http://images.zap2it.com/images/celeb-246619/kathleen-munroe-1.jpg)
"Curiousity cured the cat" (Ausnutzen, um etwas herauszufinden; Reizen, um Vorsicht zu vergessen)
"Nobody tells me where to go – or not to go" (Ausnutzen, um sich durchzusetzen; Reizen, um sich über Verbote hinwegzusetzen)
"Schreckhaft" (Ausnutzen, um instinktiv wegzuspringen; Reizen, um zu erschrecken)
"Ex-girlfriend of Waldon Striker" (Ausnutzen, um Waldo zu helfen; Reizen, um sich für Waldo in Gefahr zu begeben)
+4: Aufmerksamkeit
+3: Bildung, Kontakte
+2: Waffenlos, Menschenkenntnis, Täuschung
+1: Ausrüstung, Athletik, Charme, Übernatürliches
Alison Denning
(http://4.bp.blogspot.com/_f0BCyEwQ2OI/S8fk5DeOlhI/AAAAAAAAAeI/cDHIDbChrvc/s1600/jennifersbody2.jpg)
"I can fix that" (Ausnutzen, um etwas zu reparieren; Reizen, damit eine Reparatur auch bei drohender Gefahr versucht wird)
„Mäuschen“ (Ausnutzen, um unauffällig oder niedlich-linkisch zu sein; Reizen, um in sozialen Situationen zu versagen oder übersehen zu werden)
„Horrorfilmfan“ (Ausnutzen, um Übernatürliche Kreaturen und Umstände zu identifizieren; Reizen, um sie falsch zu interpretieren)
"Kitty ist das tollste Mädchen der Welt" (Ausnutzen, um Kitty zu beschützen; Reizen, um unsinnige Risiken für sie einzugehen)
+4: Technik
+3: Ausrüstung, Nachforschung
+2: Bildung, Übernatürliches, Athletik
+1: Willensstärke, Aufmerksamkeit, Waffenlos, Heimlichkeit
Grundsituation war Folgende: Das Ganze findet an der kleinen Uni in Ohio statt, wo Ben studiert (ohne dass Ben daran jetzt beteiligt ist). Vor kurzem ist ein junger schwarzer Student, Waldon Striker, verschwunden, nachdem er irgendetwas über das Bethesda-Krankenhaus herausgefunden hat und dort näher nachforschen wollte. Für die Polizei ist er nur ein schwarzer Student, der wahrscheinlich keine Lust mehr auf sein Studium hatte, aber seine (Ex-Freundin) Kitty und deren Mitbewohnerin Ally glauben, dass mehr dahinter steckt.
Das Bethesda-Krankenhaus besteht aus mehreren bungalowähnlichen Gebäuden, hat eine Notaufnahme, ist aber eigentlich eher für reichere Leute und hat eine größere Neurologieabteilung. Vor 3 Wochen gab es einen Brand in einem Labor, Waldon ist vor einer Woche verschwunden. Er hatte für seine Fotos bei Obdachlosen recherchiert und kam irgendwie auf das Krankenhaus. Wir liefen also tagsüber auf dem Gelände herum, um herauszufinden, wie leicht man in das verbrannte Gebäude hineinkäme. Zweimal wurden wir angesprochen, den Platz um besagtes Gebäude herum zu verlassen, beim zweiten Mal wurde die arme Krankenschwester in Grund und Boden geschwurbelt, bis sie wegging. Als sie mit einem Arzt im Schlepptau zurückkehrte, hatten Kitty und Ally sich schon mit dem Gelände vertraut gemacht und fuhren heim. Dort zeigte Ally ihrer Freundin weitere Teile der Paranormal Hospitalreihe und googelte nach dem Arzt, der uns vertreiben wollte. Er war ebenfalls Neurologe. Das Bethesda-Krankenhaus schien in Ohio DIE Adresse für Neurologen zu sein.
Als es nacht war, und bei Paranormal Hospital 5 nur noch der Abspann lief, besuchten wir wieder das Gelände. Ally sorgte dafür, dass die Bewegungsmelder unseren Weg nicht beleuchteten. Wir schufen uns einen Eingang, indem wir eine Plane über einem Fenster mit etwas Kraft beiseite schoben und stiegen darüber ein.
Irgendetwas fiel auf den Boden, aus der Decke ragte ein Kabel und die Planen in dem Raum wehten im Wind. Es war schon so gruselig, als auch noch das Kabel gegen Ally schwang. Vor Schreck sprang Kitty zur Seite und landete inmitten einer Plane. Während Ally das Kabel zu bändigen suchte, auf dem Strom war und das sich immer wieder aus ihrem Griff befreien konnte, schaffte Kitty es nicht, sich zu befreien. Die Plane würgte ihr die Luft ab, sie rief nach Ally, doch die war auf eine Leiter gestiegen um in das Kabel zumindest einen Knoten zu mache. Um es kurz zu machen: Der Kampf ging unentschieden aus. Ally wäre am liebsten sofort wieder gegangen, doch Waldos Stimme, die Kittys Namen rief, wollte dieser keine Ruhe lassen. Also wurde entschieden sich erst einmal in den Flur zu begeben um sich auf dem Plan mit den Notausgängen drauf zu orientieren.
Während wir also draussen den Plan an der Wand betrachteten erschien ein Wesen. Es hatte vier Arme, Drähte anstatt Haaren und wankte auf uns zu. Kurz bevor es ankam, verschwand es gemeinsam mit dem seltsamen Geruch, dass es mitgebracht hatte. Ally schaute auf das Display ihres Camcorders und sah hinter Kitty, die noch immer mit dem Gebäudeplan beschäftigt war, einen Mann in einem Arztkittel der mit einer Spritze hinter ihr hantierte. Todesmutig sprang sie auf Kitty zu, um sie zu retten. Diese hatte von dem Mann nichts mitbekommen und wunderte sich nur, warum Ally nun neben ihr auf dem Boden lag. Die Spritze hatte Ally erwischt und ihr den Aspekt schwindelig gebracht, sie gab Kitty aber noch zu verstehen, auf das Display zu schauen. Diese erkannte den Arzt, der allerdings gleich wieder verschwand. Während Kitty sich noch um Ally kümmerte, erschien Vierarm wieder und kam näher. Er verschwand wieder nur um kurze Zeit später wieder aufzutauchen. Leider befand er sich zwischen uns und dem nächsten Notausgang. Hinter uns gab es glücklicherweise die Tür zum Treppenhaus, wohin wir uns nun auch begaben. Von dort erklang auch immer wieder Waldons Stimme.
Ally lehnte sich gegen die Tür, nachdem wir sie wieder hinter uns geschlossen hatten, etwas kaltes schubste sie allerdings wieder davon fort. Der Geruch nach Verbrannten lag in der Luft. Während Kitty mit ihrer Taschenlampe mal nach oben, mal nach unten leuchtete, Angst um ihrer beiden Leben hatte, aber Waldon finden wollte, blockierte Ally die Tür mit einem Besen.
Als Kitty eine gekrümmte liegende Gestalt am Fuß der Treppe entdeckte, war der Fluchtgedanke erstmal erledigt und sie sprang leichtfüßig hinunter.
Es war Waldon. Ally suchte noch nach Lebenszeichen, doch Waldon muss schon seit seinem Verschwinden dort gelegen haben. Er war tot. Kitty konnte ihre Gefühle nicht zeigen. Hinter der Tür zum Keller, einem weiteren Laborbereich, rief derweil Waldon weiter nach Kitty und nach ihrer Hilfe.
Ally wollte fliehen, doch der Bruch des Besens im Erdgeschoß, brachte beide dazu, Waldon liegen zu lassen und seiner Stimme zu folgen. Hier gab es massive Wasserschäden durch die Feuerwehr, doch wenn die Mädels mit ihrer Taschenlampe durch die Gegend fuchtelten, konnten sie zumindest in den Augenwinkeln immer wieder sehen, wie das Gebäude vor dem Brand ausgesehen haben muss.
Im Labor selbst entschied sich Ally, wieder auf das Display ihres Camcorders zu sehen. In der Mitte des Raumes war dort Waldon zu sehen, er schrie weiter um Hilfe und nach Kitty, während der Mann im Arztkittel ihn quälte. Während Kitty noch überlebte, ob dies ein Echo von letzter Woche, vor dem Tod gewesen sein könnte, bemerkte der Herr Doktor uns und Kitty bewarf ihn mit einem Mülleimer, damit er Waldon in Ruhe liesse. Das brachte ihn nur auf die Idee, einen (Geister)Glaskolben nach den Frauen zu werfen.
Der Doktor winkte aus einer Nebentür ein weiteres Frankenstein'sches Wesen herbei. Dieser hatte drei Arme, wobei der dritte aus der Mitte seiner Brust herausragte. Langsam und behäbig bewegte er sich auf die Mädels, deren Gehirne fieberhaft überlegten, wie Waldon und Ihnen zu helfen wäre.
Ally informierte Kitty, dass Waldon wohl befreit werden könnte, wenn man seine Leiche verbrennen würde und der Doktor wäre so wohl auch auszuschalten. Derweil fiel Kitty ein, dass Geister wohl mit Eisen oder Metall kurzfristig in Schach zu halten wären. Die beiden schnappten sich ein Krankenhausbett und gingen zum Angriff über. Das heisst, sie schoben das Bett und versuchten damit an Dreiarm vorbei zu kommen, der Ihnen den Weg zum nächsten Notausgang versperrte. Mit etwas Teamwork und dem Einsatz des Aspektes "Behindert vom Bett" schafften es beide, zu entkommen, auch wenn Ally ein Brillenglas dank des Doktors dabei zersprang.
Sie rannten um ihr Leben nach draussen. Was nun? Sie waren entkommen, doch Waldons Geist wurde noch immer gefoltert. Auf Allys Camcorder waren nur digitale Artefakte und Schlieren zu sehen, wo die Geister und Monster gewesen waren.
Kitty ging zu einem der Münztelefone im Krankenhaus und rief die Polizei an, verstellte dabei leicht ihre Stimme und informierte sie, eine Leiche im geschlossenem weil verbrannten Gebäude des Krankenhauses gefunden zu haben. Ihren Namen verriet sie nicht. Stattdessen sagte sie, eine 15jährige zu sein, die als Teil einer jugendlichen Mutprobe das verbotene Gelände betreten hatte und damit legte sie schliesslich auf.
Eine halbe Stunde später kam ein Polizeiwagen angefahren, nach einem kurzen Gespräch mit der Dame am Empfang betraten die beiden Polizisten das Gebäude. Während sich die Mädels draussen sorgten und gerade Ally sich Sorgen um die beiden machte, hörte man schliesslich von innen Schüsse und einer der Polizisten rannte daraufhin mit der Knarre in der Hand hinaus. Die Dame am Empfang telefonierte wieder und nicht lange danach waren noch mehr Polizisten anwesend. Gemeinsam gingen sie in das Gebäude und brachten den verletzten Polizisten hinaus, der von seinem Partner angeschossen wurde. Dieser wurde sofort in den OP gebracht und die Mädels warteten weiter. Schliesslich wurde auch Waldon geborgen.
Derweil suchte Ally nach der Identität des Doktors und fand heraus, das dieser der Leiter des Labors war, aber zur Zeit des Brandes verschwunden war. Ally postete noch kommentarlos ihr Video und am nächsten Morgen lasen wir in der Zeitung, dass der Polizist im kritischen Zustand ist und Waldon wohl wegen Drogen in dem Gebäude gewesen sei. Kitty bat Ally sie aufs Land zur Farm von Waldons Eltern zu begleiten. Sie sprachen Ihnen ihr Beileid aus und Kitty liess fallen, dass Waldon verbrannt werden wollte. Davon wussten sie zwar nichts, aber weil Kitty doch seine Freundin gewesen war (Fatepunkt ausgegeben), glaubten sie ihr.
Danach beschlossen wir den Rest als Epilog abzuhandeln. Wir hörten uns also noch etwas um und stellten fest, dass der Doktor den Wink mit dem Zaunpfahl bekommen hat, zu kündigen, da er verbotene Experimente mit den Obdachlosen gemacht hatte. Nach dem Brand war er allerdings verschwunden. Wir fanden schliesslich seine Überreste. Er hatte sich während des Brandes versteckt und ist erstickt. Wir erlösten ihn.
Es hat Spaß gemacht! Paranormal Hospital 6 ist die inoffizielle Fortsetzung der Paranormal Hospital Filmreihe (die es hoffentlich nur in unsere Fiktion gibt, oder?) Fate hat sich als einfach und gut brauchbar erwiesen. Das SetUp war gruselig. Die Charaktere total witzig. Alles in Allem: :d :d :d
Der weinende Engel von Colma
„So ne Blonde“, sagt Jamal. Seine Aussprache ist nicht mehr die beste, seit ihm ein Pishacha mal die halbe Wange abgerissen hat. „Kommt rein, wirft einen Blick um sich und rümpft ihr Näschen. Hat dann gefragt, ob einer was über die Sache in Colma gehört hat. Mit der weinenden Figur.“
„Okay“, sage ich und gebe ihm noch eine Runde aus. Colma (http://en.wikipedia.org/wiki/Colma). Klar habe ich da schon von gehört. Wer nicht? Der größte Friedhof der USA. Gräber ausgelagert aus San Francisco. Bei 1,5 Millionen Toten müssen immer wieder mal Geister auftauchen.
Ich weiß, dass es keine gute Idee ist, Irene zu verfolgen. Ich kann ja jetzt noch nicht mal klar denken. Ist eine verzweifelte Hoffnung, dass ich ihr das Horn abnehmen kann. Aber was soll ich sonst tun? Ich brauche das verdammte Ding.
Meine Hände zittern. Scheiße. Keine Ahnung, was ich mache, wenn ich sie sehe.
Colmar ist nicht groß. Es ist nicht schwer, ihr Hotel zu finden. Sie kommt nach einer Weile raus und ich muss mich beherrschen, ihr nicht einfach hinterher zu laufen, sie auf den Boden zu werfen und ihren Kopf so lange auf den Boden zu hauen, bis sie mir das verfickte Horn gibt.
Stattdessen folge ich ihr bis zur Bibliothek und da ist meine Geduld zu Ende. Sie sitzt drinnen an einem Tisch und schaut alte Zeitungen durch. Ich setze mich ihr gegenüber hin, die Knarre unter dem Tisch.
Klick.
„Machen wir einen Friedhofsspaziergang“, sage ich.
Sie hebt eine Augenbraue. „Mr. Fisher, wie schön, Sie wiederzusehen.“
„Ist nicht beidseitig. Steh auf“, sage ich.
„Ich muss das hier noch kopieren“, sagt sie aufreizend und hebt ein Papier hoch. „Oder wollen Sie mich hier in der Bibliothek erschießen?“
Und sie zieht es durch. Okay. Mach mich nur wütend. Inzwischen hoffe ich, dass sie mir das Horn nicht sofort gibt.
Ich dirigiere sie auf einen abgelegenen Teil des Friedhofs. „Gibst du mir das Horn ist oder müssen wir es ungemütlich machen?“
„Wir müssen es wohl ungemütlich machen“, sagt sie, immer noch dieses entnervende Lächeln auf den Lippen. „Ich gebe es Ihnen nicht.“
Schieße ich ihr ins Knie? Nein. Wenn ich jetzt mit der Knarre anfange, ist gleich einer von uns tot. Ich stecke also meine Knarre weg und hole aus. Nichts von diesem Ohrfeigen, die man angeblich gegen Frauen einsetzen soll. Sie ist eine Diebin, sie ist eine Jägerin, also voll drauf. Sie weicht aus und ich streife nur ihre Schulter.
Und macht damit weiter. Verdammte Scheiße, Frau, so prügelt man sich nicht. Schlag zurück.
Aber sie will nicht. Und ich merke, wie meine Gedanken sich zusammenziehen wie ein Tunnel. Ich denke nicht mehr an mein Ziel, an das Horn, ich will sie nur noch spüren, wie meine Fingerknöchel auf Fleisch treffen, verdammt noch mal.
„Was macht ihr beiden denn da?“ fragt jemand und Irene schaut zur Seite.
Ha. Meine Faust trifft sie in die Magengrube und sie klappt vornüber, ringt nach Atem. Ich greife nach ihren Haaren, als die Stimme sagt: „Hey, ich stehe nicht so drauf, wenn Kerle ihre Frauen verprügeln.“
Darüber müssen wir beide lachen. „Das ist nicht meine Frau.“
Aber damit ist der Moment ist vorbei. Ein Teil der Wut ist weg, aber noch nicht die Verzweiflung. Ich mache einen Schritt zurück. Führt ja doch zu nichts.
Eine Frau hat sich eingemischt, Latina, sieht tough aus. „Habt ihr euch wieder eingekriegt?“ sagt sie.
„Geht dich nen Scheißdreck an“, sage ich. „Das ist eine Privatsache.“
„Du verprügelst gerade eine Frau. Das geht mich schon was an“, sagt sie.
„Sie hat mir was gestohlen“, sage ich und werfe Irene einen eisigen Blick zu.
Irene richtet sich wieder auf. „Gestohlen? Ihnen hat das Ding nicht gehört. Warum sollte ich es nicht mitnehmen dürfen?“
„Du hat es aus meinem Auto gestohlen, Blondie. Und ich vertraue dir nicht. Keine Ahnung, was du und der Spinner mit dem Horn vorhaben“, sage ich.
„Nichts. Was soll ich denn damit machen? Ich werde es bestimmt nicht blasen.“ Sie schafft es irgendwie, von oben auf mich herabzusehen, obwohl ich ihr gerade eine verpasst habe.
„Na ja, scheint ja, als könntet ihr drüber reden“, sagt die Latina. „Kann ich euch noch was fragen?“ Sie zieht ein Foto hervor. „Habt ihr den irgendwo gesehen?“
Fahndungsfoto von so einem dünnen Kerl. Ich schüttele den Kopf.
Irene schnieft. „Ja, den habe ich gesehen. In so einer Kaschemme Richtung L.A., vor… ich weiß nicht genau, ein paar Tagen.“
Die Latina sieht nicht zufrieden aus. „Was willst du von ihm?“ frage ich.
„Kautionsflüchtling. Ich habe den Auftrag, ihn aufzuspüren.“
„Lizenz?“ frage ich. Sie verzieht das Gesicht und zeigt sie mir dann mit dem alten Schnapp-Klapp-Trick. Ich schnaube. Das war keine Kopfgeldjäger-Lizenz, das war eine Karte von irgendeiner Agentur, Telakhon oder so.
Was soll’s. Ich muss ihr ja nicht sagen, wenn ich den Kerl irgendwo finde.
Endlich verzieht sie sich.
Ich bin immer noch wütend genug, um die Sache gleich fortzusetzen. „Noch mal: Wo ist das verdammte Horn?“
„Weit weg, an einem sicheren Ort, wo es erstmal untersucht wird.“ Als sie meinen Gesichtsausdruck sieht, rollt sie mit den Augen. „Schon gut. Wenn alle Untersuchungen durch sind, und ich bekommen habe, was ich will, dann kannst du das Horn von mir aus haben. Ich will es nicht benutzen.“
Sie lügt nicht. Ich starre sie einen Augenblick an. Dann. Irgendwann. Zu spät.
Meine Hände zittern schon wieder.
Wahrscheinlich ist es besser so. Ich sollte das Ding nicht in die Finger bekommen. A.C. sollte es nicht in die Finger bekommen.
Ich zünde mir eine Kippe an, atme langsam durch. „Schon gut. Vergiss es. War ne blöde Idee.“ Ich drehe mich um und gehe. Irgendwo hin. Bloß weg von hier.
„Hey!“ ruft Irene hinter mir her. „Was soll denn das? Sie müssen verhandeln! Drauf bestehen. Weitermachen.“
Ich bleibe stehen. „Weitermachen? Wirklich? Ist jetzt Schluss mit den Tanzschritten und du wirst mal ein bisschen offensiv?“
Sie lächelte breit und kommt auf mich zu. „Hmm. Können Sie denn tanzen?“
Netter Trick. Aber ich mache das schon zu lange, um mich von einem reizenden Augenaufschlag reinlegen zu lassen.
Ich schlage ihr ins Gesicht. Sie sieht ziemlich überrascht aus.
Hm. Hat sie etwa wirklich mit mir geflirtet?
Ehe ich mir darüber mehr Gedanken machen kann, kommen zwei schwarzgekleidete Teenies vorbei. „Ey, das war so cool! Die hat echt Blut geweint! Voll krass!“
Ich versperre ihnen den Weg. „Wer hat Blut geweint?“ Sie beäugen mich kurz. „Die Statue? Von der heiligen Helen? Schon seit Tagen?“ Er wedelt mit der Hand zum anderen Endes des Friedhofs, wo sich eine Menschenmenge angesammelt hat. Stimmt ja, Jamal hatte so was in der Art erwähnt.
Ich seufze. Wenn ich schon mal da bin… Und Irene noch einen auf die Fresse zu dreschen, hat sowieso keinen Sinn. Ich schaue sie an und sage: „Das ist noch nicht geklärt.“ Sie lächelt liebenswürdig.
Die Menschenansammlung besteht aus beschissenen psalmensingenden Christen. Verdammte Scheiße. Die sehen alle aus, als hätten sie extratief an der Bong gezogen, nur ist es das leider nicht. Der ganze Ort hat eine… Aura oder so einen Scheiß. Fühlt sich an, als würde man ein Bad in warmen Kaffee nehmen. Und nicht nur dass, ich kann auch sehen, wie Irenes dicke Wange vor meinen Augen abschwillt. Gut. Kann sie mir immerhin hinterher nicht die Ohren volljammern.
Ihr scheint die Aura übrigens blendend zu gefallen. Mir nicht. So was passiert nicht zufällig und schon gar aus einem guten Grund. So ist die Welt nicht.
Irgendwas stimmt mit der Aura nicht. Ein paar von den Leuten wirken überdreht, kurz vorm Durchknallen. Scheiße. Wenn das mal kein Blutbad gibt.
Ich schlängele mich zum Vorbeter durch, während Irene sich den Priester vornimmt. Der Mann versucht, irgendwie Ordnung zu halten. „Nicht auf die Blumen! Achtung, das Grab!“ ruft er immer wieder, aber die Ecke um Helens Grab herum sieht schon aus wie ein Schlachtfeld.
Der Vorbeter sieht mich mit glasigen Augen und starrem Grinsen an. „Bruder, bete mit uns!“
„Gleich, Bruder“, sage ich. „Sag’ mir erstmal, wem sich dieses Wunder zuerst enthüllt hat.“
„Allen Bruder, allen!“ Er wirft die Hände hoch. Dann lässt er sie wieder sinken. „Ach so, du meinst, das erste Mal? Der gesegneten Mary Hopkins, von Helen Sullivan, der Engelsgleichen gesegnet!“ Er zeigt auf eine alte Dame, die etwas Abseits sitzt und kopfschüttelnd strickt.
Dann erzählt er noch von der engelsgleichen Helen, ihren vielen Wundern und natürlich der weinenden Engelsfigur. Immer wieder weint sie Blut!
Engel. Ich hasse Engel. Und wie kann man eigentlich auf die Idee kommen, dass Bluttränen was Gutes sind? Blut, verdammt noch mal. Wäre es auch ein heiliges Wunder, wenn der Figur ständig Giftschlangen aus der Muschi fallen würden?
„Bete mit uns, Bruder! Bete zu Ehren von Helen!“ kreischt mir der Vorbeter ins Ohr und versucht, meine Hand zu nehmen. Soll er. Ich drücke zu.
„Nicht… so… fest… Bruder“, sagt er und sein Lächeln verschwindet endgültig, als ich ihm mein „Fass mich nicht an“-Gesicht zeige.
Er lässt meine Hand los. Dann schmeißt er sich mit doppelter Energie auf seine Mitbetenden.
Mary Hopkins schüttelt ihren Kopf und sagt zu dem Grabstein vor ihr: „Ach Ralfie, was soll der ganze Trubel? Ts, die machen ja alles kaputt. So ein Ärger.“
Ich setze mich neben sie. „Sie haben das Ding zum ersten Mal weinen gesehen?“
Sie mustert mich über die Ränder ihrer Lesebrille hinweg. „Die Figur? Ja ja, ich dachte noch, das wäre Ketchup oder so und jemand hätte sich einen Scherz erlaubt. Aber nein, es war Blut.“ Sie schnalzt mit der Zunge. „Manchmal denke ich, hätte ich doch bloß nichts gesagt, aber wahrscheinlich hätte man es sowieso gesehen.“
Ich nicke. „Haben Sie noch jemanden in der Nähe gesehen, der das gemacht haben könnte? Oder etwas gespürt? Dass es kalt wurde oder ähnliches?“
Sie saugt ein bisschen an ihrem Gebiss. Ihre Stricknadeln klappern. „Nein, da war niemand. Und gespürt, na, meine Arthritis, die ist fast weg!“ Sie schnaubt empört.
Ich muss grinsen.
„Sagen Sie, junger Mann…“ meint sie von der Seite. „Sind Sie ein Privatdetektiv oder so was?“
„Oder so was“, sage ich.
„Kann ich Ihre Waffe sehen?“ Mrs. Hopkins Augen glitzern.
„Klar.“ Ich zeige ihr meine Beretta.
„Kann ich mal damit schießen?“ fragt sie und zielt schon mal in Richtung der Menschenmenge.
Ich nehme ihr die Pistole lieber wieder aus den Händen. „Zu viele Leute hier. Vielleicht wann anders.“
Sie lässt den Kopf hängen. Dann hebt sie ihn abrupt wieder. „Sagen Sie, junge Mann, wie ist denn ihre Schuhgröße?“
„45“, sage ich und stecke meine Waffe wieder ein.
„Dann kommen Sie später wieder, dann bekommen Sie ein paar schöne Wollsocken. Weiß schon gar nicht mehr, wohin damit!“ Hätte ich früher mal eine knarreschwingende Oma gehabt…
Irene hat von dem Priester erfahren, dass Helen Sullivan zwar sehr gläubig war und sich sehr für ihre Mitmenschen eingesetzt hat, aber auch „undiplomatisch“ gewesen wäre, „so wie eine gewisse andere Person“. Sie ist überfahren worden, als sie ein verwundetes Reh mitten auf der Straße versorgen wollte. Dummheit macht noch nicht heilig, das sollte ich wissen.
Irene ist nicht alleine.
Kitty ist bei ihr.
Verdammt.
Damit ist der ruhige Teil des Abends wohl vorbei.
„Morgen, Agent White! Wie heißen Sie eigentlich wirklich?“ sagt Kitty, bei der die Aura des Ortes irgendwie keinen Unterschied bewirkt.
Netter Versuch. „Nenn mich einfach Cal“, sage ich.
Sie legt schon wieder los, von ihrem tollen Reporterberuf und dieser großartigen Möglichkeit und ob die beiden jungen Frauen wirklich von einem Vampir…
„Vampir?“ frage ich. Scheint so, als wäre die blutende Figur nicht das einzige, was hier schief läuft. Zwei junge Mädchen, Sadie und Dami, wurden ausgeblutet und auf dem Friedhof drapiert.
Kitty schwafelt dann noch was weiter, dass man doch das Blut vergleichen sollte und ob sie so tun soll, als ob sie vom Vatikan käme oder von einem christlichen Blatt oder eine christlichen Uni oder was…
„Frag ihn endlich“, knurre ich sie an und sie zischt ab.
Sie kommt bald mit einem Wattepad mit Blut dran zurück. Der Priester hat ihr aus der Hand gefressen.
„Zum Sheriff und fragen, was mit den Morden ist“, sage ich und wie aus einem Mund meinen Kitty und Irene: „Da können wir doch sicher bei Ihnen mitfahren!“.
Ich hole tief Luft.
Ja. Na klar. Steigt alle ein.