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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Jiba am 28.03.2012 | 20:56

Titel: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 20:56
Ich war schon immer der Meinung das die Zahl von denjennigen die das Potential haben zu Rollenspieler (wie wir sie kennen) zu werden in Deutschland stark unterschätzt wird und ein großer Pool an Talenten ungenützt liegen bleibt aufgrund mangelnder Verbreitung. Ich habe in den letzten 5 jahren 11 Leute (netto) zum Rollenspiel gebracht, darunter mittlerweile 2 Spielleiterinnen die ebenfalls als Multiplikator dienen (Da diejennigen, neue Gruppen mit Anfängerinnen gegründet haben). Das crasse war, das alle bereits RPG gespielt haben, allerdings eine freie Form, sie kammen alle aus der Japanophilen ecke, haben Mangas gelesen, Animes geschaut, Cosplay betrieben. Sie haben sich seitenlange Briefe in der Schule verfasst mit ihren Geschichten und sie fanden das Pen&paper als nächster Schritt richtig gut, haben allerdings noch nie etwas davon gehört.
Natürlich haben bei den überwiegend weiblichen Mitspielerinenn die Klassischen Geschichten mit Schwarzer Zauberer und Drache nicht gezogen, sondern ich habe mich stärker an Naruto, One Piece und den anderen Serien orientiert. Ich habe Schwule Charaktere öfter eingesetzt (Homosexualität finden die irgendwie sau cool).
Es waren andere Geschichten, und manchmal ging mir dieser starke Fokus auf das Soziale zimmlich auf den Sack, aber mittlerweile muss ich sagen bin ich richtig zufrieden (Meine Stammgruppe besteht aus 4 dieser Spielerinnen + 2 altgediente Rollenspielveterannen).
Und ich bin zimmlich sicher, hätte man dennen Rollenspiel anderest angekündigt (Eher Anime oder Mangalastig), beziehungsweise es verbreitet, wären die von ganz alleine dazu gekommen.

Inspiriert von diesem Beitrag habe ich mich Folgendes gefragt: Zieht Fantasy eigentlich noch?!?

Sprich: Kriegt man Anfänger den überhaupt noch über die Fantasy zum Rollenspiel? Ist (EDO-)Fantasy überhaupt noch ein beliebtes Genre? Wie hat sich die Fantasy verändert bzw. ist die Fantasy, die in den Urgesteinen DSA und D&D betrieben wird, überhaupt noch als zeitgemäß erfunden? Oder gibt es vielmehr (meine Wahrnehmung) eine große Anzahl an Settings, die damit gar nichts am Hut haben und trotzdem sehr beliebt sind... vielleicht interessieren sich auch die Jugendlichen gar nicht mehr so für Fantasy...

Also, was meint ihr... ist klassische EDO-Fantasy vielleicht einfach eingekalkt?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 28.03.2012 | 21:07
Viele wollen mit Fantasy ja auch HdR spielen und das macht DSA und DnD nicht. DnD ist cool für ziemlich viel an fantasy zeug aber nicht für HdR.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Bad Horse am 28.03.2012 | 21:08
Angesichts der Menge an Fantasy-Romanen, die immer als Neuerscheinungen bei meinem Buchhändler herumstehen vermute ich, dass das Interesse an Fantasy nach wie vor da ist.

Allerdings gibt es dazu noch jede Menge Romantic Fantasy, gern, aber nicht immer, garniert mit Vampiren. Oder Werwölfen. Auch und gerade im Jugendbuchbereich.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 21:15
Vielleicht stelle ich auch einfach die falschen Fragen. Mir fällt halt auch auf, dass klassische Fantasy so gut wie gar nicht in den Populärmedien an die große Glocke gehängt wird, im Gegensatz eben zu Urban Fantasy oder Science Fiction oder so soapigeren Sachen. Das scheint alles irgendwie mehr zu zünden, habe ich den Eindruck.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Callisto am 28.03.2012 | 21:17
Ich denke auch Urban und Manga Fantasy sind viel stärker vertreten als klassische.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 28.03.2012 | 21:19
Ergo (n/o) WoD und Dresden Files (und wohl Monster Hearts)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 21:24
Also zielen alle Produkte, die Anfänger ansprechen wollen, daneben? Ich meine der letzte (ernsthafte?) Mangafantasyversuch ist in Deutschland nicht gefruchtet und deutsche Urban Fantasy ist mir auch nicht so geläufig. Vielleicht sind wir langjährigen Rollenspieler gar nicht mehr so auf der Höhe mit Stoffen und Genres.  :-\
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Callisto am 28.03.2012 | 21:26
Die ganzen Romantic Vampire Novels (  ::) ) spielen ja auch mehr oder weniger in unserer Welt. Andererseits ist Song of Ice and Fire auch erfolgreich.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 21:30
Ja... Fantasy wie ein Historienfilm: Ohne Orks, ohne Elfen, ohne Zwerge, ohne Magier, dafür mit Intrigen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: ScarSacul am 28.03.2012 | 21:31
Auf der Drachenzwinge (http://www.drachenzwinge.de) ist DSA weiter das am meisten bespielte System. Als Helfer habe ich dort mit vielen RPG-Neulingen zu tun und dies sind zumeist welche, die mit DSA auch ihre ersten Schritte wagen.

Auch Pathfinder erfreut sich auf bei Neulingen auf der DZ großer Beliebtheit. Demnach kann ich die oben genannte These nicht bestätigen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 21:32
Würdest du dann so weit gehen und sagen, dass Fantasy Primärzugang zu Rollenspiel bleiben muss? Oder das andere Genres gefunden werden müssen?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 28.03.2012 | 21:35
Deutschland

1) SOIAF hat RTL-II die üppigsten Quoten seit langem beschert.
2) Saumäßig gut verkauft sich dieser ganze Markus-Heitz-Bernhard-Hennen-Zwerge-Elfen-Ork-Kram (und das Zeug der mannigfachen Nachahmer).
3) Das größte deutsche RSP ist DSA, weitere Größe ist PF, DS und Malmsturm stehen auch gut da...

Also ich sehe "klassische Fantasy" als recht gut auch in anderen Medien (Buch, TV, Film schon gar) repräsentiert. Insofern versteh ich die Ausgangsfrage nicht. Manga ist viel eher ein Nischenthema in D.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: ScarSacul am 28.03.2012 | 21:37
Es ist eine Beobachtung, dass Fantasy der Hauptzugang ist. Ob es so bleibt oder nicht entscheidet wie immer die Spielerschaft selbst. Und ich sehe keine Gründe, warum dies sich künftig ändern soll.

Die Twilight Filme sind momentan Hip, doch Ende des Jahres kommt Der Kleine Hobbit ins Kino. Schon bei den Herr der Ringe Filmen gab es einen Boom aufs Fantasy-Rollenspiel. Ähnliches erwarte ich auch beim Hobbit.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 21:42
Insofern versteh ich die Ausgangsfrage nicht. Manga ist viel eher ein Nischenthema in D.

Ich gebe zu, selber nicht genau zu wissen, wo ich mit der Frage hinwill. Vielleicht ist es auch mehr so eine Ahnung gewesen...
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Tarin am 28.03.2012 | 21:45
Naja man kann jetzt vieles aus Mangas und Vampiren herleiten. Blicke ich in die Regale einer Mayerschen, gibts da sicherlich haufenweise Vampirzeug, aber auch haufenweise Fantasy im klassischeren Sinne.
Was die Kiddies so lesen, kann ich allerdings nicht sagen. Ein paar lesen Star Wars, viele natürlich Twilight, manche auch die XY. Das sind aber Einzelbeobachtungen ohne große Aussagekraft. Kennt wer einen Buchhändler, der da Informationen haben könnte?

Was Serien angeht, da ist klassische Fantasy nicht sonderlich vertreten, das war sie aber vor 20 Jahren ebenfalls nicht. Längerfristig eigentlich doch nur Hercules/Xena und die hat eigentlich zu meiner Schulzeit von Klasse 1 bis 13 kein Schwein geguckt.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 28.03.2012 | 21:57
Vielleicht muss man nicht nur fragen was ist im Moment hipp, sondern muss auch gucken ob die Leute, welche das dann hipp finden, überhaupt ansatzweise potentielle Kandidaten für Rollenspiel sind.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 22:08
Was würdest du sagen macht einen potentiellen Kunden fürs Rollenspiel aus?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sphärenwanderer am 28.03.2012 | 22:16
Was würdest du sagen macht einen potentiellen Kunden fürs Rollenspiel aus?
Außenseiter, Brille, dick, Akne.  ~;D

Nein, mal im Ernst: Ich kenne so viele verschiedene Leute, die Rollenspiel spielen, die nichts außer das Spiel gemeinsam haben, dass es schwierig ist, darüber Aussagen zu treffen. Ich glaube, wenn sich die Spielrunde aus dem Bekannten-/Freundeskreis rekrutiert, ist das ein ziemlich ausschlaggebender Faktor für den Beginn.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Tarin am 28.03.2012 | 22:21
Maarzan, jetzt nicht auf dich bezogen, ich nutze deinen Post nur als Aufhänger :) Ist auch leicht Off Topic, sorry:
Ich finde eigentlich schon diesen Gedanken verkehrt, dass man "der richtige Typ" für RPG sein muss. Da schwingt immer so mit, dass RPG nichts für die breite Masse ist, dass man irgendwie speziell sein muss, um Gefallen an RPG zu finden. Und dass Regelwerke potentielle Spieler durch Unzugänglichkeit abschrecken, weil diese auf schnelle Informationen getrimmt sind und lieber am Rechner zocken.
Das halte ich jedoch für absolut falsch. Alle (wirklich 100%) mir bekannten Rollenspieler, ob Casual oder nicht, haben noch andere Hobbies, versacken gerne mal vor irgendeinem Spiel, gehen abends mal weg und machen alle möglichen anderen Sachen. Manche sind Szenegänger, andere absolut Typ Normalo, haben nur insgesamt eine Vorliebe für Phantastik gemein. Die Kiddies heute lesen, zocken, hängen rum, leihen was aus der Bücherei genau so wie vorher auch. Die einen haben Bock drauf, die anderen nicht.
Der einzige Unterschied ist der, dass man bis irgendwann zum Anfang des Jahrtausends noch DSA Boxen bei Karstadt finden konnte. Es ist schlicht schwieriger, überhaupt erstmal auf Pen&Paper aufmerksam zu werden. Keine ganze bisherige "Karriere" über kamen neue Spieler dazu und blieben, gründeten eigene Runden oder haben es halt sein gelassen, weil andere Sachen interessanter waren. RPG ist nun leider kein Hobby, dass großartig optisch wirkt, sondern durch mitmachen Spaß bringt. Von daher: Es ist nicht so davon abhängig, ob gerade Vampire oder Werwölfe oder Naruto oder irgendwas anderes interessant ist. Wenn jemand Spaß an Phantastik hat und gelegentlich auch mal ein Buch zur Hand nimmt, sind eigentlich alle Voraussetzungen gegeben, dass er auch evtl. Spaß an RPG haben kann. Man muss einfach nur irgendwelche Möglichkeiten zum Ausprobieren schaffen.
Und das ist überhaupt das einzige Nachwuchsproblem, so es denn existiert.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 28.03.2012 | 22:27
@Tarin: War gar nicht so OT, denn in die Richtung geht die Ausgangsfrage schon: Warum soll es nicht möglich sein, Anfänger über andere Genres als EDO-Fantasy anzusprechen?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 28.03.2012 | 22:37
@Tarin: War gar nicht so OT, denn in die Richtung geht die Ausgangsfrage schon: Warum soll es nicht möglich sein, Anfänger über andere Genres als EDO-Fantasy anzusprechen?

Das ist die Ausgangsfrage? Okay. Dachte sie war mehr "Mit Fantasy kann man keinen Nachwuchs ködern weil EDO-Fantasy mega-out ist."

"Warum soll es nicht möglich sein, Anfänger über andere Genres als EDO-Fantasy anzusprechen?" Läßt sich einfach beantworten: Niemand behauptet mWn, es nicht möglich Anfänger mit anderen Themen / Genres / Stoffen als EDO-Fantasy zu ködern. Warum auch?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Callisto am 28.03.2012 | 22:42
Es doch aber darum, dass es meist über die Schiene versucht wird.

Wieso ist 1W6 Freunde eigentlich nicht bekannter?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 28.03.2012 | 22:45
Ich meine der letzte (ernsthafte?) Mangafantasyversuch ist in Deutschland nicht gefruchtet und deutsche Urban Fantasy ist mir auch nicht so geläufig.
Es gab einen Versuch im Bereich der "Mangafantasy"?
Und was genau verstehst du unter deutscher Urban Fantasy?

Sprich: Kriegt man Anfänger den überhaupt noch über die Fantasy zum Rollenspiel? Ist (EDO-)Fantasy überhaupt noch ein beliebtes Genre?
Die Frage wäre doch eher:
Ist EDO/Standard-Fantasy für die beschriebene Zielgruppe jemals das richtige Genre gewesen?
Die klare Antwort, zumindest imho: Nein.

Ich mein du gehst doch recht häufig auf Anime Conventions und kennst doch irgendwo die Gruppe wie AceVonAcer sie beschrieben hat.
Die Zielgruppe hat eher den Focus auf Urban geprägten Fantasy Geschichten mit gut aussehenden Männern, sehr viel Drama und sehr viel Zärtlichkeit. Dazu noch den entsprechenden Stil und der entsprechenden Erzählweise. Die schreiben von sich aus FanFiction im RoundRobin Modus, spammen den Animexx mit Forenrpgs zu und sehen nicht nur teilweise aus wie aus einem 80-90er Jahre Glamrock-Gothic Video mit Gelfrisur gehüpft sondern spielen auch noch Sachen wie Vampire die Maskerade - ggf. halt live.
[Respektive taten sie dies noch 2010 als ich zuletzt auf der AnimagiC war]

Selbst wenn man sie dann zum Fantasy RPG kriegt, weil es doch auch recht viele Sachen da gibt, wie vielleicht sowas wie Saiyuki, Spice and Wolf, Fullmetal Alchimist, Chrono Crusade und selbst bei Basara oder Nausicaae etc. ist die Erzählweise die Sichtweise doch irgendwo eine andere als die, die man so von Herr der Ringe erwartet.


Wobei das Produkt das dem ganzen Fanbereich, nach meiner Einschätzung, aktuell am nächsten kommt, sowas wäre wie halt Monster Hearts.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 28.03.2012 | 22:48
Wieso ist 1W6 Freunde eigentlich nicht bekannter?
Weil es auf die eingangs skizzierte Gruppe Fans so attraktiv wie ein Casper [der kleine Geist]-RPG für Supernatural Fans?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 28.03.2012 | 23:46
...Wenn jemand Spaß an Phantastik hat und gelegentlich auch mal ein Buch zur Hand nimmt, sind eigentlich alle Voraussetzungen gegeben, dass er auch evtl. Spaß an RPG haben kann. ...

Und da haben wir glaube ich schon einen heftigen Haken.


Kann im übrigen ja außerdem sein, dass das inzwischen ganz anders ist - galube ich allerdings nicht, aber damals war Rollenpiel schon etwas, was Leute die auf ihr "Image" achtgeben mußten, nicht mit der Kneifzange angefaßt hätten. Da hat sich dann die große Menge derer gesammelt, die eh nichts mehr zu verlieren hatte und ein paar, denen auch Rollenspiel nichts anhaben konnte.

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Callisto am 28.03.2012 | 23:51
In Zeiten von Youtube-Selbstdarstellung wo Auffallen um jeden Preis gilt, ist das mAn kein sonderliches Hindernis mehr.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 29.03.2012 | 00:27
Und in den 80ern war das ziemlich mainstream. Oder zumindest in meinem sehr seltsamen Jahrgang an unserer sehr seltsamen Schule, wo Jocks und Nerds häufig ident waren...
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Bad Horse am 29.03.2012 | 00:28
Auffallen als cooler Typ und Auffallen als Opfer sind zwei völlig verschiedene Paare Schuhe.

Grad heutzutage, wo jeder alles sieht, will man sich vermutlich eher weniger eine Blöße geben.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sir Markfest am 29.03.2012 | 07:28
@ Warum soll es nicht möglich sein, Anfänger über andere Genres als EDO-Fantasy anzusprechen?

Möglich ist es schon, aber mühsam. 
Mit EDO-Fantasy kannst du wohl die meisten Leute "abholen".
Nicht umsonst sind die klassischen Fantasy-RPGs die bekanntesten und verbreitetsten. Vampire in Zeiten von Twilight kommt da auch nicht dran.
Ich sehs ja selbst wenn ich bei Ferienveranstaltungen etc. RPG vorstelle: mit dem Herrn der Ringe können die meisten etwas anfangen, Twilight polarisiert zu sehr, und aus dem Harry Potter Alter wollen die meisten Neu-Interessierten schon entwachsen sein.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: LöwenHerz am 29.03.2012 | 07:48
Ich glaube ja, es gibt viel mehr Rollenspieler, als viele hier annehmen.
Wenn man die mediale Präsenz der Rollenspieler mal betrachtet, dann kann man sich doch nur fremdschämen und würde niemals dieses Hobby in neuen Freundeskreisen großartig anpreisen.
Ich bin in den 90ern arg damit auf die Fresse gefallen und eigentlich kann ich alles verkaufen ;D
Selbst als bodenständiger Normalo, ist man schnell unten durch gewesen. Cool war man erst recht nicht und ein nerdiges Opfer war jederzeit schnell gefunden...
Resultat ist also gewesen, dass kaum jemand erfuhr, dass ich Rollenspiele spielte.
Heute sehe ich das relaxter, aber meine bessere Hälfte hat schon ziemlich geschluckt und kritisch hinterfragt. Sie kennt nur realitätsflüchtige Leute im Wald, die keine Rücksicht auf sie mit ihrem Pferd nehmen, komische Sachen brüllen und mit Gummischwertern pömpfen.
Das Bild ist einfach nicht wirklich positiv.
Und vielen meiner Freunde (Lehrer, Unternehmer, Psychologen) geht es genauso. Wir behalten das Hobby in unserem kleinen Kreis für uns und machen da keine große Welle draus.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 29.03.2012 | 07:57
Kommt drauf an, wen man überhaupt in der Großgruppe Rollenspieler oder in seinem privaten Rollenspielumfeld dabei haben will. Es kann sein, dass man mit andeen Genres andere Leute anlockt - aber will man mit denen spielen?

Neulinge anwerben, gut und schön. Aber deshalb ein traditionelles und absolut spielbares Genre des Hobbies - nämlich die Fantasy mit "Westerneinschlag" (Frontierfantasy) - zu vermeiden, um Leute zum Spiel zu bringen, die eigentlich etwas anderes wollen - kann/soll/darf das das Ziel sein?

Braucht die "Rollenspielerszene" solche Leute, um am Leben zu bleiben?
Ich glaube nicht, die würden ohnehin kein klassisches Rollenspiel kaufen, also sind sie als Kunden zur Aufrecherhaltung der alteingesessenen Mainstreamsysteme irrelevant.

Am Ende würden solche neu erschlossenen Kundenkreise nur zu dem Phänomen führen, dass man schon im Buchhandel beobachten kann: Traditionelle Fantasy führt nur noch eine Nischenexistenz neben der modernen Form des Arztromans namens "Urban Fantasy".
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: El God am 29.03.2012 | 08:07
Hörst du, wie arrogant du klingst?

"Solche Leute"?

Nur weil Fantasy sie nicht anspricht, sind es dann die falschen Rollenspieler? Ist ihr Geld für die Verlage giftig? Machen sie dir deine Fantasy-Runden kaputt? Das ist doch mindestens genauso große Scheiße wie die Besserspieler- oder Oldschool-istdaseinzigwahre - Attitüde.

Edit: Oder übersehe ich einfach den triefenden Sarkasmus?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 29.03.2012 | 08:19
Hörst du, wie arrogant du klingst?

Nee, tatsächlich nicht, danke fürs aufmerksam machen. Aus meiner Sicht klinge ich eher panisch.

"Solche Leute"?

Nur weil Fantasy sie nicht anspricht, sind es dann die falschen Rollenspieler? Ist ihr Geld für die Verlage giftig? Machen sie dir deine Fantasy-Runden kaputt? Das ist doch mindestens genauso große Scheiße wie die Besserspieler- oder Oldschool-istdaseinzigwahre - Attitüde.

Nicht falsche Rollenspieler - ich meine, sie sind letztlich kein Kundenkreis, der nach der Art von Produkten verlangt, die im Mainstream (mal abgesehen vielleicht von der Horrorecke) produziert werden. Ihr Geld wird also nicht in Produkte investiert werden, die geschaffen werden, um die etablierten Rollenspiellinien vor dem Aussterben zu bewahren (wenn es darum bei der Nachwuchsrekrutierung gehen soll), genausowenig wie deren Spielstil sich mit traditionellem Spiel (sei es OSR oder irgendwas anderes - außer vielleicht Soap im DSA-Stil?) verträgt.

Damit meine ich: man kann eine Sache nicht retten, indem man ihre Kerninhalte endlos aufweicht, um neue Interessenten zu rekrutieren. Im Rollenspiel gibt es bereits jede Menge Angebote für "Fantasyfremde", und einige kommen darüber ans Hobby heran. Sie können aber auch auf dem Standpunkt stehenbleiben und nicht weiter ins Hobby vordringen, als für sie nötig. Wenn man jetzt gezielt Personen aus solchen Gruppen anwerben will, für die Fantasy ein Fremdwort ist, besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass man eines der Kerngenres des Fantasyrollenspiels verkauft.

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: El God am 29.03.2012 | 08:30
Wir sind immerhin Pen and Paper - Rollenspieler. Die einzigen, auf die wir vielleicht noch herabblicken können auf der Coolness-Leiter sind LARPer. (;-) )

Ansonsten: Natürlich würde das Geld gut laufender Nicht-Fantasy-Spiele auch dazu verwendet, Fantasyproduktreihen am Laufen zu erhalten. Bei größeren Buchverlagen ist es völlig normal, dass das Geld, das mit Mainstream verdient wird, auch dazu dient, Exotenliteratur mit durchzufüttern. Immerhin sitzen in den Rollenspielverlagen dann ja trotzdem zum größten Teil noch Leute, die mit Fantasy rollenspielsozialisiert wurden.

Anders als der Eröffnungsposter sehe ich aber auch nicht, wie Fantasy NICHT Mainstream wäre. Das ist spätestens seit GoT, Herr der Ringe und Harry Potter völlig im Massengeschmack angekommen. Wer da noch immer meckert, es sei aber nicht die richtige Art von Fantasy, weil nur die einzig trve Fantasy wirkliche Fantasy sei, dem ist imho nicht mehr zu helfen. Nicht Fantasy ist uncool, Stift-und-Papier-Rollenspiele sind es, waren es schon immer. Ich bezweifle auch eher, dass man da rein thematisch etwas ändern kann. Auch die Art und Weise, wie gespielt wird, müsste man anpassen. Aber dann fängt ja das Heulen und Zähneklappern erst richtig an und man wird abgemahnt, wie sehr die Vampire-Spieler, die ja teils auch neue Kundengruppen stellten, das Rollenspiel vollständig zu Grunde gerichtet haben...

Ach. Ich gebs auf. Das Rollenspiel ist eh nicht mehr zu retten. Spielt, solange ihr noch könnt! Spielt um euer Leben!
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 29.03.2012 | 08:39
Ich kann nciht erkennen warum das ein Entweder -oder sein soll. Wer glaubt eine neue Nische gesehen zu haben, die besser läuft, soll es eben versuchen. Es ist ja nciht so, dass es heutzutage zuuu schwer wäre ein neues Werk vorzustellen. Aber ich kann eigentlcih kein Genre erkennen, was nicht irgendwo schon mal bedient worden ist. An der Existenz oder dem Fehlen solcher Werke kann es eigentlich also nicht liegen. Erfolg habe ich jenseits von Vampire - die gezeigt haben, dass es geht - noch nicht unbedingt entdeckt. Werben die Anhänger dieser Genre an den falschen Stellen? Existente Rollenspieler aus ihrer Nische zu puhlen würde dem erklärten Ziel der Erweiterung des Kundenklreis wohl auch eher nicht entsprechen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Grubentroll am 29.03.2012 | 08:39
Also die Leute die ich von WOW zu P&P-Spielen gebracht habe letztens wollten dann auch (erstmal) EDO-Fantasy haben.

Glaub auch, dass weniger EDO dass Problem ist, als wie P&P generell.

Obwohl ich auch festgestellt habe, dass P&P spielen in dieser merkwürdigen Nerd-Kultur, die jüngere Leute teilweise pflegen schon wieder irgendwie eine Art Auszeichnung darstellt.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 29.03.2012 | 08:40

Anders als der Eröffnungsposter sehe ich aber auch nicht, wie Fantasy NICHT Mainstream wäre. Das ist spätestens seit GoT, Herr der Ringe und Harry Potter völlig im Massengeschmack angekommen. Wer da noch immer meckert, es sei aber nicht die richtige Art von Fantasy, weil nur die einzig trve Fantasy wirkliche Fantasy sei, dem ist imho nicht mehr zu helfen.

Ja, stimmt, das ist die beruhigende Seite - auch was den Verkauf von PC-Spielen angeht, da hat Fantasy ja ein Riesenstandbein.
Aber wenn man 30+ ist (wie die meisten Leute hier wohl sind), hat man natürlich gemerkt, dass Fantasy nicht cool ist, Weltflucht, kindliche Allmachtsträume etc. - daher dann auch meine Befürchtung, dass man mit einem "erwachsenerem" Rollenspiel versucht, Leute anzuwerben.

Nicht Fantasy ist uncool, Stift-und-Papier-Rollenspiele sind es, waren es schon immer. Ich bezweifle auch eher, dass man da rein thematisch etwas ändern kann.

Da gebe ich dir recht - aber trotzdem haben sich P&P-Rollenspiele irgendwie ihre Nische geschaffen. Warum sollte man sich nicht damit zufrieden geben, dass wir eben nicht den "Mainstream" oder "jede supercoole Szene" erreichen können, sondern sich um die paar Typen Gedanken machen, die man auch heute noch dafür interessieren könnte, ohne das Grundkonzept zu verzerren...

Auch die Art und Weise, wie gespielt wird, müsste man anpassen. Aber dann fängt ja das Heulen und Zähneklappern erst richtig an und man wird abgemahnt, wie sehr die Vampire-Spieler, die ja teils auch neue Kundengruppen stellten, das Rollenspiel vollständig zu Grunde gerichtet haben...

... oder zumindest nicht noch weiter zu verzerren, als es bisher schon ist  ;)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: korknadel am 29.03.2012 | 08:48
Ich dachte immer, WoW wäre mehr oder weniger klassische Fantasy. Und ich dachte auch irgendwie, dass das ziemlich erfolgreich war und auch irgendwie noch ist. Überhaupt scheint es doch im Computer-Spiele-Bereich immer wieder große Fantasy-Erfolge zu geben. Ich kenn mich da nicht aus, aber das ist das, was bei mir so ankommt.

Die ganzen Hypes auf dem Buch- und Filmmarkt der letzten Jahre deuten doch auch auf eine sehr breite Akzeptanz von Fantasy hin. Die Urban Fantasy-Welle ist ja nun doch sehr deutlich wieder am Abflauen, der von der Industrie verordnete Steampunk-Hype wollte sich nicht so richtig einstellen. Fantasy hat mit der GoT-Verfilmung und dem Erfolg von Rothfuss wieder ordentlich Aufwind bekommen (gut, kein EDO, aber geschenkt), war aber auch nie so richtig weg vom Fenster.

Von daher würde es mich wundern, wenn es wirklich nur am Fantasy-Genre liegen würde, dass P&P nicht den Zuspruch findet, den es verdient hätte.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Ludovico am 29.03.2012 | 08:49
Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass man fast immer irgendwo Rollenspieler findet (zumindest in Deutschland, wobei ich sogar in Kapstadt eine Szene vorfand), gehe ich mal eher davon aus, dass es gar nicht so schlecht um das Hobby an sich bestellt ist.

Und klassische Fantasy halte ich nach wie vor für "in". Die Neulinge, die ich unter Rollenspielern vorfand, stehen ausnahmslos trotz Vorliebe für Animes und den ganzen Japan-Krimskrams auf gute alte EDO. Herr der Ringe (die Filme) sind heute meiner Erfahrung nach immer noch beliebt (auch unter Jugendlichen).

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 09:18
Nicht umsonst sind die klassischen Fantasy-RPGs die bekanntesten und verbreitetsten. Vampire in Zeiten von Twilight kommt da auch nicht dran.
Was daran liegen könnte das es nicht ein einziges in Deutschland aktiv verkauftes Vampirspiel gibt.
Wofür dann wieder erstaunlich viele eben das noch spielen.

Neulinge anwerben, gut und schön. Aber deshalb ein traditionelles und absolut spielbares Genre des Hobbies - nämlich die Fantasy mit "Westerneinschlag" (Frontierfantasy) - zu vermeiden, um Leute zum Spiel zu bringen, die eigentlich etwas anderes wollen - kann/soll/darf das das Ziel sein?
Anders gefragt, wieso muß es denn immer nur die 08/15 Standard Fantasy sein.
Wieso will man da den nicht mal etwas abwechslung wagen?
Es bricht doch der eigenen Herr der Ringe / D&D inspirierten Fantasy Gruppe doch keinen Zacken aus der Krone.
Geht das Rollenspiel da echt unter wenn man mal etwas Urbane Fantasy und der gleichen einfügt?
Wieso sollten da Leute weglaufen? Wieso nicht ggf. mal rüber gucken?

Nicht Fantasy ist uncool, Stift-und-Papier-Rollenspiele sind es, waren es schon immer. Ich bezweifle auch eher, dass man da rein thematisch etwas ändern kann. Auch die Art und Weise, wie gespielt wird, müsste man anpassen.
Ich glaube nicht mal das Stift & Papiert RPG uncool ist.
Schließlich wird in dem Eingangsbeitrag bereits ausgeführt das es eine Menge Leute gibt die ganz, ich nenne es mal instinktiv, anfangen Pen & Paper RPG zu spielen. Halt gänzlich gefreeformt, aber sie sind da.
Wenn ich auf Animexx in den RPG Bereich schaue sehe ich dort 30 "RPGs" die zwischen 29.03.2012 09:09:48 und 29.03.2012 09:06:12 einen neuen Beitrag erhielten. Die gesammelt auf etwas über 120.000 Beiträge kommen. (Also nur die von der Seite)
Nun und das ganze ist rein textbasiert. Ohne Bildchen oder sonst was.

(Auf der Seite laufen 11 RPGs zu WoD mit Update Datum im März. 7 RPGs zu DSA und 1 zu D&D
Dazu 8-9 Seiten RPGs zum Thema Vampire - eine Seite hat 30 RPGs)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: dunklerschatten am 29.03.2012 | 09:46
Zitat
Inspiriert von diesem Beitrag habe ich mich Folgendes gefragt: Zieht Fantasy eigentlich noch?!?

Sprich: Kriegt man Anfänger den überhaupt noch über die Fantasy zum Rollenspiel? Ist (EDO-)Fantasy überhaupt noch ein beliebtes Genre? Wie hat sich die Fantasy verändert bzw. ist die Fantasy, die in den Urgesteinen DSA und D&D betrieben wird, überhaupt noch als zeitgemäß erfunden? Oder gibt es vielmehr (meine Wahrnehmung) eine große Anzahl an Settings, die damit gar nichts am Hut haben und trotzdem sehr beliebt sind... vielleicht interessieren sich auch die Jugendlichen gar nicht mehr so für Fantasy...

Also, was meint ihr... ist klassische EDO-Fantasy vielleicht einfach eingekalkt?


Da kann man imho keine generelle Aussage zu tätigen.
Meine pers. Erfahrung sagt aber: Fantasy zieht nach wie vor und ist nur eingekalkt wenn der SL eingekalkt ist.

Ich hab mit einigen jüngeren Menschen mit dem D+D Brettspiel angefangen und bin dann irgendwann zum P+P mit ihnen gewechselt, tja und was soll ich sagen. Die hatten Spass dran und haben dann ihre eigene Gruppe geründet und spielen nun regelmäßig.

Wäre ich denen mit Manga, One Piece, Vampiren und sonstigen Krempel gekommen wäre das nix geworden.
Kommt halt im Detail drauf an wie man hinschaut und sich seinen Nachwuchs rekrutiert ;) , entsprechend muss man das Werkzeug wählen.


Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Brakiri am 29.03.2012 | 09:57
Also ich persönlich kenne niemanden, der KEIN Fantasy-RPG spielt.
Ich kenne auch einige Frauen im RPG-Bereich, aber dort wird ebenso Fantasy wie auch Horror oder SF gespielt.
In fact kenne ich viele Spieler die NUR Fantasy-RPG spielen, und Horror sowie SF ablehnen.
Vampire wird mit einem guten SL auch gerne gespielt.

Mir fällt auf, dass der Threadersteller scheinbar sehr stark auf weibliche Spieler abzielt(lese ich so aus dem Zitat raus).
Obwohl mir Animes und Mangas auch gefallen, würde ich kein RPG in dieser Richtung spielen wollen.

Ob man mehr Frauen in das Hobby ziehen könnte, über die grade "hippen" Mangas/Animes ist natürlich eine gute Frage.
Bei vielen Männern würde ich persönlich eher vermuten, dass ihnen "Urban Manga" eher weniger gibt.

Das ist natürlich nur ein Vermutung, da ich nur von mir, meine Erfahrungen und der generellen Verbreitung in den Gruppen und Foren schliessen kann.

Die Frage die sich für mich dabei stellt ist, wieviel "Sinn" es macht, Spieler und Spielerinnen via Manga/Animes ins Genre holen zu wollen um so die Basis zu verbreitern.
Wenn man annimmt, dass das diese Gruppe sehr manga-fokussiert ist und keine Fantasy spielen will, muss man sich die Frage stellen, welche Unterstützung sie für die RPG-Gemeinde bieten kann?
Wenn soziales und Romanzen im Vordergrund steht, dann wird man sich wohl weder gross für Regelwerke, Settings, Crunch usw. interessieren, und die Fokussierung auf dieses Genre bietet reinen Fantasy-Publishern keinerlei Unterstützung. Könnte mir nur vorstellen, dass der Sprung von Anime/Manga auf Vampire möglich ist. Es ist Rules light, emo und hat viel mit Herzschmerz zu tun, wenn man denn will.
Im Endeffekt würde man damit nur eine Randgruppe bauen, die sich nicht mit dem Rest mischen mag. Das verbreitet die Basis nicht wirklich, weil es ausser dem reinen "Wir spielen RPG" keinerlei Gemeinsamkeiten zu geben scheint.

Ich persönlich würde sowas auch eher nicht spielen wollen. Was spassiges wie Cowboy Bebop oder sowas ok, aber Persona 3/4 als RPG? Eher nicht.

Just my 2 cents
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: carthoz am 29.03.2012 | 10:01
Kommt drauf an, wen man überhaupt in der Großgruppe Rollenspieler oder in seinem privaten Rollenspielumfeld dabei haben will. Es kann sein, dass man mit andeen Genres andere Leute anlockt - aber will man mit denen spielen?

Neulinge anwerben, gut und schön. Aber deshalb ein traditionelles und absolut spielbares Genre des Hobbies - nämlich die Fantasy mit "Westerneinschlag" (Frontierfantasy) - zu vermeiden, um Leute zum Spiel zu bringen, die eigentlich etwas anderes wollen - kann/soll/darf das das Ziel sein?

Braucht die "Rollenspielerszene" solche Leute, um am Leben zu bleiben?
Ich glaube nicht, die würden ohnehin kein klassisches Rollenspiel kaufen, also sind sie als Kunden zur Aufrecherhaltung der alteingesessenen Mainstreamsysteme irrelevant.

Am Ende würden solche neu erschlossenen Kundenkreise nur zu dem Phänomen führen, dass man schon im Buchhandel beobachten kann: Traditionelle Fantasy führt nur noch eine Nischenexistenz neben der modernen Form des Arztromans namens "Urban Fantasy".

Ich lasse mal den (offenbar nicht intendierten) arroganten Unterton beiseite und geh mal auf die Inhalte ein.
Ich höre da nämlich etwas heraus, was zwar für einige von uns hart sein könnte, aber vielleicht die Wirklichkeit darstellt: Was wäre, wenn "Klassisches Rollenspiel" eben nicht das ist, mit dem man heutzutage die Leute an den Tisch bekommt? Was, wenn Erzählspiele das sind, was eventuell Geld bringen könnte? Das ist, was all die anderen Subgruppen doch in ihren Foren machen: Fan Fiction, Geschichten weiterspinnen. Da will vermutlich niemand komplexe Kampfregeln, um mit Harry, Ron und Hermine den Todessern was aufs Maul zu geben. Das ist eben nicht mehr das Rollenspiel, das in den 70ern und 80ern groß wurde. Wenn man das Geld so machen kann, dann muss man das so anbieten. Da ist das Genre relativ egal. Und wenn die Spiele dafür eben eher Beziehungsregeln und keine Ausrüstungstabellen brauchen, so sei es. Das bedeutet dann eben, dass Rollenspiel zwar laufen kann – aber eben nicht in der Form, die wir bisher meist versuchen, an den Mann und die Frau zu bringen.
Indizien gibt es dafür ja auch haufenweise. DSA verkaufte in den 90ern (und auch noch weit in die 2000er hinein, teilweise ja noch heute) Geschichten zum Miterleben und Beiwohnen, ungeachtet der Regeldichte (und mit deutlichem Ignorieren der Regeln, wenn die Geschichte anderes verlangte). Und das ist der deutsche Marktführer – es wird vertrieben, es wird gekauft. Bei der alten World of Darkness konnte man das auch ständig beobachten, dass die Regeln dem "Drama" eigentlich im Weg standen.
Das könnte auch der Grund sein, warum dieses HeXXagon: Dingenskirchen nicht funktioniert hat. Schlechte Mangaoptik ohne mangaspezifische Inhalte, dafür Dungeongekloppe – das geht an der anvisierten Zielgruppe halt völlig vorbei. Und wenn dann halt alles einen Schuss Homoerotik benötigt, damit kleine Mädchen das spielen, so sei es (ja, das ist platte Polemik, ich weiß).
Im Ernst: Wir können nicht erwarten, dass wir unsere gewohnten Inhalte einfach so an andere weitergeben können, die sich dafür einfach nicht interessieren. Da draußen sind viele potentielle Spieler – aber eben kaum für die Spiele, die wir bisher haben.

Vielleicht machen es die Indies richtig. Das müsste man mal klären.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 29.03.2012 | 10:07
Was, wenn Erzählspiele das sind, was eventuell Geld bringen könnte? .

Könnte man das? Was ließe sich denn light-Spielern oder gar Freeformern letztlich verkaufen, was dann wenn wir von Geld bringen reden zumindest Kleinindustrie am Leben erhalten würde?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Clawdeen am 29.03.2012 | 10:07
Ich bezieh mich mal auf den Eingangsbeitrag. Alle anderen hab ich zwar auch gelesen, aber die gehen ja eher in die Richtung, ob, wo und welche Zielgruppe sich versteckt hat und was denen geboten wird im Groben, also mehr so auf Jibas Anfängerfrage ein.

Für mich persönlich gilt, dass ich ganz schnell die Beine in die Hand nehme und renne, wenn jemand was von Fantasy sagt. Wenn ich nicht schnell genug laufe und deshalb noch was von EDO höre, renne ich spätestens ab da umso schneller.

Das hat für mich aber gar nichts (!) damit zu tun, dass ich das Genre verteufeln würde oder über alle, die klassische Fantasy mögen, die Nase rümpfen würde.
Aber wenn ich mal so rechne, dann hab ich 1984 mit dem Sammeln von DSA-Kästen angefangen (nicht gespielt bzw. nur die Solo-Dinger) und bis Ende 2000 abgesehen von einem kurzen Ausflug zu Earthdawn (auch Fantasy also) und Traveller nix anderes gespielt, nachdem es irgendwann mal zu einer festen DSA-Gruppe gekommen war. Und damals, Schule, man war noch jung und so  :P, haben wir 1-3x/Woche gespielt, jedes Mal so 6-10 Stunden, wenn ich mich recht entsinne, über mehrere Jahre hinweg.
Damit hab ich einen Großteil meines Rollenspielerdaseins mit DSA verbracht, so ziemlich ausschließlich sogar und irgendwann ... ist einfach mal gut.
Okay, ich hab erst 1998 erfahren, dass es überhaupt was anderes gibt als DSA (das "Karstadt-Argument") und Rollenspielläden und sowas, dennoch habe ich erst 2001 DSA wirklich den Rücken gekehrt.
Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon völlig übersättigt von dem System und dem Genre, und darum kommt es auch heute für mich nicht in Frage, dieses Genre wieder zu bespielen. 2005 hab ich mich mal zu einem DSA-Oneshot breit schlagen lassen und wünschte mir am Tisch dann, das hätte ich mal besser sein lassen. Das ... geht einfach nicht mehr für mich.

Eigentlich bin ich mittlerweile wieder soweit (Reha erfolgreich *g*), dass ich durchaus mal in was reinschnuppern würde, was zur Fantasy zählt, wenn ich auch auf EDO noch immer gut verzichten kann. Ich hab mittlerweile schon von 1-2 Settings/Systemen gehört, bei denen ich dachte "Och, joa, könnte man sich zumindest mal angucken".
Auf der anderen Seite kriege ich gerade im Voicechatbereich mit, dass man geradezu totgeschmissen wird mit DSA- und SR-Runden, aber echt Probleme hat, für andere Sachen Leute zu finden. Da greifen dann eher wieder Minirunden zu irgendwelchen Indies - und auch da hab ich den Eindruck, dass es eher immer dieselben paar Leute sind, die da spielen. Und dieses tot geschmissen werden auf der einen Seite und die Spielerfindeprobleme auf der anderen Seite sorgen bei mir persönlich dann auch nicht gerade für DSA-/SR-Sympathiepunkte (hab auch einige Jahre lang SR gespielt, aber das gehört ja nur ums Eck zum Thema, wobei ... immerhin EDO, nöch?).

Ich glaube gemessen an dem, was ich so mitkriege und auch mitkriege vom Altersdurchschnitt verschiedener Runden schon, dass Fantasy oder besser gesagt EDO (das halte ich tatsächlich für ausschlaggebender als das übergeordnete Genre an sich) noch immer die größte Nachwuchsschleuse darstellt. Animezeug hin oder her, ich denke, da kommt es eher drauf an, in welchem Umfeld man da so fischt. Beim Eingangszitat war es eben dieser Bereich, jemand anderes kennt vielleicht eher Leute aus anderen Interessensfeldern und passt stillschweigend entsprechend etwas an (vielleicht etwas strategischer, etwas epischer, etwas wasauchimmer).
In den Runden, in denen ich so spiele, ist der Anteil an Animefans verschiedener Couleur auch recht hoch - aber das spiegelt sich eher in OT-Gesprächsinhalten als im Spielstil oder den Charakteren (öhm, ein Hang zu Katzencharakteren oder so vielleicht ausgenommen ^^).
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Clawdeen am 29.03.2012 | 10:15
Könnte man das? Was ließe sich denn light-Spielern oder gar Freeformern letztlich verkaufen, was dann wenn wir von Geld bringen reden zumindest Kleinindustrie am Leben erhalten würde?

Na, das hat er ja quasi schon angerissen: Fluff!
Großes, buntes "Who is Who", Settingbeschreibungen, die eher am Rande regelbasierende Fakten beinhalten, dafür aber, was weiß ich, den Krämerladen von Tante Trude. Oh, und natürlich Tante Trude selbst - und ihren Neffen Hermann ... und dessen Angebetete Hilde, die Tochter von dem Schmied - na, der Schmiede von Seite 23 natürlich! -, die mit dem Mündel von Hagen, der neulich diesen Handel mit den kleinen, fiesen (aber vielleicht ansonsten durchaus plüschigen?) Sowiesos geschlossen hat, die Sommerheide geschmückt hat, damit ...
Sowas. Und Romane. Und so.  ;)

Ich meine: Leute verkaufen Bücher ohne Rollenspieler. Richtig, stinknormale Autoren meine ich. Und manche leben sogar davon. Verlage von nichts anderem.
Also kann man auch Light-Spiele etc. verkaufen. Mit jeeeeder Menge Fluff.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 29.03.2012 | 10:24
Das gibt es doch schon - DSARegionalbände ... .

Andererseits dachte ich, das wäre genau das, was man als Geschichtenerzähler etc. so gerade selbst erzeugen möchte.

Ich sehe schon die Flufflawyer - In Band xy stand aber dass der Typ den du da gerade verheiraten lassen willst schwul war und außerdem ist der jähzornige Brautvater schon anno z bei einem Unfall gestorben.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: carthoz am 29.03.2012 | 10:27
Könnte man das? Was ließe sich denn light-Spielern oder gar Freeformern letztlich verkaufen, was dann wenn wir von Geld bringen reden zumindest Kleinindustrie am Leben erhalten würde?
Das müsste man eben überlegen. Erweiterungsbände könnten auch da klappen, nur eben nicht über die bisherige Schiene. Nimm Spiele wie "Es war einmal" oder "Ja, Herr und Meister" als Beispiel; da könnten sich z.B. Karten mit neuen Begriffen, Szenen, Personen etc. lohnen. Das würde funktionieren. Für Fiasco gibt es ja auch immer wieder neue Playsets, zwar meist umsonst, aber da könnte man ja auch andere Geschäftsmodelle einschlagen. Wenn das heißen würde, es gäbe mit "Twilight: New Moon" einen Ergänzungsband über die Vampirgesellschaft in Italien, Rituale wie z.B. den freiwilligen Selbstmord auf Karten, die dann auch mögliche Konsequenzen aufzeigen oder ähnliches, dann wäre das schon einiges, was man den Leuten schmackhaft machen könnte, glaube ich. Zumindest den Twilight-Fans.
Oder wenn man tatsächliche Yu-Gi-Oh oder Pokemon oder ähnliches heranziehen würde (wovon ich absolut keinen Schimmer habe, daher hier folgend nur reine Spekulation), dann könnten da auch neue Monster und Karten-Sets drin sein. Erzählspiel heißt ja nicht automatisch regellos und ich vermute, dass ein Mindestmaß an Regeln durchaus zu vermitteln sein sollte. Nur eben nicht drei Bücher wie bei D&D3 oder 5-6 Schwarten bei DSA, sondern eher Heftformat. Mit geilen Bildern drin. Regeln anschaulich erklärt. Sachen zum In-die-Hand-Nehmen, Powermarker, Erzählsteine, Ortskarten zum Markieren, ob Mitsumi grad mit Hiro im Wohnzimmer ist oder am Fluss oder ob da grad Susuki und Naro in der Nähe sind und sie belauschen, während sie überlegen, wie sie ihr Hiro ausspannen können.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Kriegsklinge am 29.03.2012 | 10:39
Fantasy lief und läuft immer ganz gut, glaube ich, da hat der hebräische korknadel recht. Mal mehr, mal weniger, aber P&P ist davon wohl unabhängig.Nee, Rollenspiele haben es schwer, weil sie halt Rollenspiele sind. Man muss relativ viele Leute zusammenbringen, relativ viel Vorbereitungen treffen, sich recht viel einarbeiten ... und das alles, damit man dann den ganzen Abend im Kreis sitzt und so tut, als wäre man Zwerge und Feen. Ich weiß, dass es hier schwierig zu verklickern ist, weil wir halt alle drauf stehen, aber Leute, dieses Programm zieht nur einen auserwählten Kreis von Anhängern an. Zumal man dabei recht selten interessante Sexualpartner kennenlernt oder sich kulturellen Distinktionsgewinn abholt. Zu Zeiten des frühen D&D war das mal kurz anders, da haben in den USA kulturelle und infrastrukturelle Faktoren eine Rolle gespielt (Verbreitung in Armeekreisen, Traditon des Wargaming, Fantasywelle, wenig Medienkonkurrenz, Reiz des Neuen), aber das war ein kurzer historischer Moment, der einfach nicht wiederkommt.

Davon abgesehen finde ich aber das periodische Jammern über den schlechten Zustand des RSP überzogen; es gibt doch genug Verrückte und ich glaube, auf dem Niveau, auf dem sich das Ganze inzwischen eingependelt hat, wird es die auch immer geben. Man kann halt nur nicht mehr groß Geld damit verdienen, aber muss ja auch nicht. Ulisses und Pegasus gibt's noch so in Deutschland, den Rest werden in Zukunft Internetklitschen mit Crowdfunding abdecken. Alles ist gut.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: carthoz am 29.03.2012 | 10:40
Andererseits dachte ich, das wäre genau das, was man als Geschichtenerzähler etc. so gerade selbst erzeugen möchte.

Ich sehe schon die Flufflawyer - In Band xy stand aber dass der Typ den du da gerade verheiraten lassen willst schwul war und außerdem ist der jähzornige Brautvater schon anno z bei einem Unfall gestorben.
Du wirst lachen, Flufflawyer gäbe es bei Harry Potter bestimmt wirklich. Aber darum geht es ja gar nicht zwingend. An Fans einer bestimmten Geschichte (Twilight, Potter etc.) könntest du sowas bestimmt auch verkaufen, nur eben entsprechend aufbereitet. Also spielfähig, nicht einfach den Roman hinknallen und sagen: "Hier, such selbst raus." AUßerdem gibst du ja auch nicht die Geschichten vor, sondern Schauplätze, Konflikte, Personen... da gibt es viel, was man verkaufen könnte.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 10:42
Könnte man das? Was ließe sich denn light-Spielern oder gar Freeformern letztlich verkaufen, was dann wenn wir von Geld bringen reden zumindest Kleinindustrie am Leben erhalten würde?
Comics, Romane, Fluff und Props.
Mal bildlich gesprochen, es gab auf der Grandmasquerade genau einen Stand mit nur RPG-Buechern, dann aber zwei Staende mit Masken, einer mit Korsetts, einer mit Maenteln, einer mit Pseudo-Okkulten Krimskrams und Assecoirs, einer mit mehr Assecoirs ein paar CDs und Krams und einer wo man sich Vampir zaehne kaufen konnte oder die eigenen anfeilen lassen, einer mit Artworks des Zeichners. Auch die V20 teilte sich den Stand mit Vampir-Masken, Pins, Postern, Aufnaehern und T-Shirts.

Ansonsten kann man Settingdetails zu Dingen publizieren die einen einfallen. Staedte, Orte, Charaktere, Verbindungen, Gesellschaften, Denkweisen, Techniken, Gimmicks, Mode, Liebesdingen etc. etc. pp.
Ich mein,... wieso ist wohl das dritte Buch zur V20 eins wo nur Charaktere drin stehen?

Das müsste man eben überlegen. Erweiterungsbände könnten auch da klappen, nur eben nicht über die bisherige Schiene. Nimm Spiele wie "Es war einmal" oder "Ja, Herr und Meister" als Beispiel; da könnten sich z.B. Karten mit neuen Begriffen, Szenen, Personen etc. lohnen. Das würde funktionieren. Für Fiasco gibt es ja auch immer wieder neue Playsets, zwar meist umsonst, aber da könnte man ja auch andere Geschäftsmodelle einschlagen. Wenn das heißen würde, es gäbe mit "Twilight: New Moon" einen Ergänzungsband über die Vampirgesellschaft in Italien, Rituale wie z.B. den freiwilligen Selbstmord auf Karten, die dann auch mögliche Konsequenzen aufzeigen oder ähnliches, dann wäre das schon einiges, was man den Leuten schmackhaft machen könnte, glaube ich. Zumindest den Twilight-Fans.
Oder wenn man tatsächliche Yu-Gi-Oh oder Pokemon oder ähnliches heranziehen würde (wovon ich absolut keinen Schimmer habe, daher hier folgend nur reine Spekulation), dann könnten da auch neue Monster und Karten-Sets drin sein. Erzählspiel heißt ja nicht automatisch regellos und ich vermute, dass ein Mindestmaß an Regeln durchaus zu vermitteln sein sollte. Nur eben nicht drei Bücher wie bei D&D3 oder 5-6 Schwarten bei DSA, sondern eher Heftformat. Mit geilen Bildern drin. Regeln anschaulich erklärt. Sachen zum In-die-Hand-Nehmen, Powermarker, Erzählsteine, Ortskarten zum Markieren, ob Mitsumi grad mit Hiro im Wohnzimmer ist oder am Fluss oder ob da grad Susuki und Naro in der Nähe sind und sie belauschen, während sie überlegen, wie sie ihr Hiro ausspannen können.
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Andererseits dachte ich, das wäre genau das, was man als Geschichtenerzähler etc. so gerade selbst erzeugen möchte.

Ich sehe schon die Flufflawyer - In Band xy stand aber dass der Typ den du da gerade verheiraten lassen willst schwul war und außerdem ist der jähzornige Brautvater schon anno z bei einem Unfall gestorben.
Ja und? Es gibt doch auch so solche die nicht vom Metaplot abweichen moegen, und welche die daran vorbei schawingen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 29.03.2012 | 10:43
@Brakiri: Was ich mich bei deinen Ausführungen frage: Angenommen wir ködern Leute mit einem mangaesken System mit entsprechenden Tropen (Science- bzw. Steam-Fantasy in japanophiler Optik und mit deutlichen Anleihen an "Final Fantasy", "Ragnarok Online" und "Naruto")... glaubst du ernsthaft die und die anderen Rollenspieler in Deutschland würden sich so spinnefeind, dass wir zwei aufgebrochene Szenen hätten, die nicht einmal miteinander sprechen könnten, geschweige denn spielen? Höchstens, wenn man "unterschiedliche Szenen" ganz weit definiert. Denn "unterschiedliche Szenen" haben wir, wenn man will jetzt schon: Ich persönlich z.B. mag dieses ganze Hartwurst-komplexe-simulationistische Regeln Zeugs nicht und kenne auch Leute hier im Forum, die genau dafür stehen. Tatsächlich ist es für mich sogar unverständlich, wie man so spielen kann (von meiner ganz persönlichen Warte aus, weil ich da niemals Spaß dran hätte) und daher vermeide ich mit denen zu spielen. Genauso sieht das aber auch bei den Leuten aus, die von eben diesen Sim-Sachen schwärmen: Die rollen nämlich die Augen, wenn ich ihnen mit FATE oder gar Arkanakarten komme. Und da hörts nicht auf: Auch bestimmte Spiele, selbst solche die von mittleren oder großen Verlagen produziert werden und sich sogar einigermaßen gut verkaufen, sind stigmatisiert ("Exalted", "Arcane Codex", "Frostzone" und wie sie alle heißen, sogar "DSA"), während andere dann wiederum auf dem Indiezeugs oder der Old-School-Welle rumhacken. Und wenn man sich erst mal in Rage geredet hat, ist der ein oder andere doch schnell dabei, zu sagen (oder zumindest zu denken): "Das ist doch kein richtiges Rollenspiel!"
Kurz: Wir haben bereits unterschiedliche Subszenen und kommen wunderbar damit zurecht (naja, mehr oder weniger, denn viele werden dieses "Wir gegen den Rest der Welt"-Gefühl der 80er vielleicht vermissen, daher vielleicht auch der ganze Oldschool-Kram). Also warum nicht auch noch eine Emo-Homo-Final-Fantasy-RPG-Szene. Sind solche Spieler irgendwie schlechter als wir, irgendwie anders. Oder ist es nicht eher so ein: Das interessiert mich nicht, also sollte mein Hobby bitte auch frei davon bleiben (die Frage stelle ich nicht explizit an Bakiri, sondern die Allgemeinheit)?

Und Erzählrollenspiel... da gibt es schon Mechaniken für, die das Spiel bereichern. Eben besagtes Arkanasystem von "Engel" oder "Amber" oder besser noch die "Ad Astra"-Spielkarten eignen sich wunderbar. Vielleicht einfach, weil sie so visuell sind und viele Kids wohl auch eher Zugang zu visuellen Medien haben könnten. Und dann bietet man natürlich am besten noch Funktionen an, mit dem man das Ding, vom Verlag selbst unterstützt, auch online spielen kann oder zumindest Online Networking betreibt.

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: dunklerschatten am 29.03.2012 | 10:57
Zitat
Und Erzählrollenspiel... da gibt es schon Mechaniken für, die das Spiel bereichern. Eben besagtes Arkanasystem von "Engel" oder "Amber" oder besser noch die "Ad Astra"-Spielkarten eignen sich wunderbar. Vielleicht einfach, weil sie so visuell sind und viele Kids wohl auch eher Zugang zu visuellen Medien haben könnten. Und dann bietet man natürlich am besten noch Funktionen an, mit dem man das Ding, vom Verlag selbst unterstützt, auch online spielen kann oder zumindest Online Networking betreibt.

Mit der Zeit gehen ist sicher nicht falsch, aber man kann es natürlich auch übertreiben und statt verbessern es dann demontieren...

Zitat
Also warum nicht auch noch eine Emo-Homo-Final-Fantasy-RPG-Szene. Sind solche Spieler irgendwie schlechter als wir, irgendwie anders. Oder ist es nicht eher so ein: Das interessiert mich nicht, also sollte mein Hobby bitte auch frei davon bleiben ?

Klar gegen so eine "Szene" spricht nix, wir leben in einem freien Land da soll jeder das spielen was er will und mag.
Aber interessieren tut mich ein Spiel mit dem Thema nicht, es läuft doch letztlich einfach nur auf Toleranz raus.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 11:01
Wobei es ja noch nicht einmal so ist das sie nun kein Rollenspiel spielen, wenn man sie ignoriert.
Ich mein die kriegen ja in ihren RPG Foren in 10 minuten teilweise mehr Traffic hin als das :T: und AA zusammen in 'ner Stunde.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: El God am 29.03.2012 | 11:14
Nee, Rollenspiele haben es schwer, weil sie halt Rollenspiele sind. Man muss relativ viele Leute zusammenbringen, relativ viel Vorbereitungen treffen, sich recht viel einarbeiten ... und das alles, damit man dann den ganzen Abend im Kreis sitzt und so tut, als wäre man Zwerge und Feen. Ich weiß, dass es hier schwierig zu verklickern ist, weil wir halt alle drauf stehen, aber Leute, dieses Programm zieht nur einen auserwählten Kreis von Anhängern an.

Ist im Prinzip auch das, was ich gesagt habe.

Den Ansatz von wegen Fanfic-artiger Foren-Freeform-Rollenspielen im bevorzugten Serienuniversum finde ich interessant und abstoßend gleichzeitig. Interessant, weil dort wirklich Protorollenspiele gespielt werden, abstoßend, weil es mir meiner Erfahrung nach einfach keinen Spaß macht. Wer auch immer die Kids DORT abholen will - ich werde es nicht sein  :P
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Tarin am 29.03.2012 | 11:17
Andere Perspektive: Was ist mit Brettspielern? Gibts die? Sind die rekrutierbar?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 12:11
Andere Perspektive: Was ist mit Brettspielern? Gibts die? Sind die rekrutierbar?

Meiner Erfahrung nach: hauptsächlich Studenten, die einen schnelleren / leichteren Zeitvertreib suchen. Es gibt natürlich Brettspiele, die Anteile von Rollenspielen haben und da steigert sich der ein- oder andere sicher auch rein, aber ich glaube prinzipiell sind Pen&Paper-Rollenspiele für diese "Zielgruppe" zu zeitintensiv und eigentlich nicht das, was sie suchen. Ist aber nur meine Beobachtung.

Ich glaube auch abseits der Manga- und Cosplaysache ist das Internet eigentlich eine gute Fundgrube. Nicht jede mit 15 geschriebene Geschichte ist "Schund" oder "Kitsch" - und chatrollenspiel kann sowohl rollenspieltechnisch, als auch literatisch und lyrisch extrem anspruchsvoll sein. Ich habe 14-Jährige Mädchen, die genau in dieses Manga-Cosplay-Klischee fallen Texte schreiben lesen, die jeder angeblich "anspruchsvollen" Trivialliteratur spotten. Dieses Potential kann auch im allgemeinen Rollenspiel / Schauspiel erblühen.

Die erste Berührung hatte ich mit Rollenspiel zwar mit DSA, richtig in die Thematik eingestiegen bin ich aber nur über langjähriges Chatrollenspiel, das rückblickend thematisch zwar sehr "banal", stilistisch und inhaltlich allerdings über die Grenzen hinaus enorm inspirierend und nachhaltig war. Viele Bekanntschaften haben sich daher zu Freunden entwickelt, die man mittlerwiele auch räumlich um sich hat und aus denen sich sicher zu 50 / 60 % meine Pen&Paper-Runden rekrutieren.

EDIT: achja, das Chatrollenspiel hatte auch ein ziemlich "Fantasy"-lastiges Thema, aber das ist natürlich schon ein paar Jährchen her.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Brakiri am 29.03.2012 | 12:19
@Jiba

Ich weiss echt nicht, warum du da jetzt so feindselig reagierst.
Ich habe keine Aussagen getroffen, sondern Fragen und Vermutungen aufgestellt.
Von spinnefeind habe ich doch garnichts geschrieben, ich habe nur geschrieben, dass sich die Basis nur schwer verbreitern lässt, WENN sich diese Gruppen nicht auch mischen.

Angenommen ich bin Fan von Midgard, DSA etc. und bange um meine Szene, weil es immer weniger Neuzugänge gibt etc., dann nutzt mir persönlich doch die Existenz oder die Gründung einer Manga/Anime-RPGszene überhaupt nichts, wenn diese nicht meine Theme/Spielevorlieben teilen oder ich nicht bereit bin, in eine Manga-Gruppe einzusteigen.

Darum geht es doch oder? Die Frage ob man mit anderen manga-nahem Material neue RPGler ködern kann, weil Fantasy nicht mehr zieht.

Und da stellt sich nunmal die Frage(zumindest für mich), ob es der Fantasy-Basis etwas bringt, wenn neue RPGler nachkommen die Fantasy nicht spielen/nicht spielen wollen.

Das heisst doch nicht, dass ich was gegen sowas hätte.
Ganz im Gegenteil, neue Interessen ermöglichen neuen und interessanten Austausch, aber im Bezug auf das vom Threadersteller angesprochene Thema sehe ich Manga-Material als Einstiegsdroge nur dann als "community-sinnvoll" an, wenn dadurch eine Verstärkung in allen Bereichen eintritt.

Die sehe ich halt bei einer sehr strikten Interessentrennung was Themes angeht (noch) nicht.

PS: Ich rede von Themes, dem Theme Fantasy, nicht von Systemen. Ich als GURPS und PF-Spieler kann gerne auch Indie-Zeug spielen, oder Engel, Exalted, Poolsystemw, SW, Furz- und Flintenstein. Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist Fantasy als Themenkomplex, unabhängig vom System, und da sehe ich bei wenig bis keiner Mischung keine Verbesserung der Neuzugangslage für den Bereich Fantasy.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 12:32
Ich glaube auch abseits der Manga- und Cosplaysache ist das Internet eigentlich eine gute Fundgrube. Nicht jede mit 15 geschriebene Geschichte ist "Schund" oder "Kitsch" - und chatrollenspiel kann sowohl rollenspieltechnisch, als auch literatisch und lyrisch extrem anspruchsvoll sein. Ich habe 14-Jährige Mädchen, die genau in dieses Manga-Cosplay-Klischee fallen Texte schreiben lesen, die jeder angeblich "anspruchsvollen" Trivialliteratur spotten.
Die Beispiele welche sich auf Animexx finden lassen sprechen dort eine andere Sprache.
Was durchaus beiweilen woertlich zu nehmen ist.

Auch die mir bekannten Beispiele an die ich mich in Bezug sowohl auf Serien basierenden Foren-Rollenspiele erinnere, als auch jene die sich so in Chroniken finden lassen, wuerde ich nicht als literarisch sowie lyrisch extrem anspruchsvoll bezeichnen.
Nicht schlecht, aber die Ueberhoehung erscheint mir uebertrieben.

Ich waere Neugierig ob du dort Beispiele anfuehren kannst, welche die Ansicht wiederlegen.

Ich weiss echt nicht warum du da jetzt so feindselig reagierst.
Weil sich der Text scharf abgrenzend bis feindseelig gegenueber Rollenspielern liest die kein Fantasy-Rollenspiel spielen [wollen].
Nun und Neuzugaenge bringen in soweit doch etwas als das man davon ausgehen kann das aus beiden Richtungen ein Blick ueber den Tellerrand entstehen kann und ein entsprechender Austausch stattfindet. Ungeachtet dessen das einige weiterhin starr auf ihren Teller blicken bzw. sich entscheiden das ihnen "das andere" partout nicht schmeckt.

Ein weiterer Aspekt ist das man vielleicht auch das Fantasy-Genre entsprechend ausdehnen koennte.
Es ist ja nun nicht dergestalt als wuerden dort nicht auf eine Menge Fantasy angelehnte Sachen laufen.
(Fantasy kommt als Themenbereich auf Animexx heute auf 1 1/2 Seiten geupdatete RPGs)

Zitat
Und da stellt sich nunmal die Frage(zumindest für mich), ob es der Fantasy-Basis etwas bringt, wenn neue RPGler nachkommen die Fantasy nicht spielen/nicht spielen wollen.
Ist den Fantasy wirklich die einzige Basis?
Respektive salopp gefragt, wieso sollte man den Vampire-Spielern [oder anderen Urban Fantasy affinen] nicht die neuen RPGler goennen? Zumal es ja aktuell nicht wirklich ausgewgen ist,..
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 12:37
Die Beispiele welche sich auf Animexx finden lassen sprechen dort eine andere Sprache.
Was durchaus beiweilen woertlich zu nehmen ist.

Auch die mir bekannten Beispiele an die ich mich in Bezug sowohl auf Serien basierenden Foren-Rollenspiele erinnere, als auch jene die sich so in Chroniken finden lassen, wuerde ich nicht als literarisch sowie lyrisch extrem anspruchsvoll bezeichnen.
Nicht schlecht, aber die Ueberhoehung erscheint mir uebertrieben.

Ich waere Neugierig ob du dort Beispiele anfuehren kannst, welche die Ansicht wiederlegen.

Also die literarische und lyrische Stärke bezog sich jetzt nicht explizit auf Anime- und Cosplaydinge. Meine Erfahrungen liegen da eher im Fantasy-Rollenspielchatbereich. Da hab' ich sicher noch ein paar Sachen auf der Platte, die die entsprechende Qualität widergeben werden. Wenn du möchtest, kann ich in einen anderen Thread oder per PM ein paar posten. Es gibt natürlich keine objektive Bewertung von "literarisch und lyrisch wertvoll", allerdings hatten da in meiner Vergangenheit schon Einige es ziemlich drauf.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: El God am 29.03.2012 | 12:41
Ich denke, Teylen ist nicht die einzige, die sich nur zu gern positiv von der Qualität solcher RPGs überzeugen würde. Meine Erfahrung war aber auch, dass die Qualität teilweise exponentiell steigt, je weiter man sich von Anime/Fanfiction Richtung traditionelles Rollenspiel bewegt. Aber das liegt sicher auch daran, dass ich eben das traditionelle RPG (mit SL) als Maßstab anlege.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Brakiri am 29.03.2012 | 12:42

Weil sich der Text scharf abgrenzend bis feindseelig gegenueber Rollenspielern liest die kein Fantasy-Rollenspiel spielen [wollen].
Nun und Neuzugaenge bringen in soweit doch etwas als das man davon ausgehen kann das aus beiden Richtungen ein Blick ueber den Tellerrand entstehen kann und ein entsprechender Austausch stattfindet. Ungeachtet dessen das einige weiterhin starr auf ihren Teller blicken bzw. sich entscheiden das ihnen "das andere" partout nicht schmeckt.

Sorry, ich hab keine Ahnung wo ihr das rauslest. Ich habe nur geschrieben wie man das sehen kann, und da steht überall, dass ich persönlich damit kein Problem habe. Ich spiele auch Vampire, und wenn da Manga-Leute mit reinkommen ist das für mich eine super Sache.
Denke da wird mein Text stark überinterpretiert. Geht von aus, das ich keinerlei Emotionen in jedwede Richtung habe, und lest den Text nochmal.

Zitat
Ein weiterer Aspekt ist das man vielleicht auch das Fantasy-Genre entsprechend ausdehnen koennte.
Es ist ja nun nicht dergestalt als wuerden dort nicht auf eine Menge Fantasy angelehnte Sachen laufen.
(Fantasy kommt als Themenbereich auf Animexx heute auf 1 1/2 Seiten geupdatete RPGs)
Ist den Fantasy wirklich die einzige Basis?
Respektive salopp gefragt, wieso sollte man den Vampire-Spielern [oder anderen Urban Fantasy affinen] nicht die neuen RPGler goennen? Zumal es ja aktuell nicht wirklich ausgewgen ist,..

Ich sprach von dem Fokus auf social Herzschmerz/Emo-Manga. DAS wäre nichts für mich.
Mangas mit anderer Ausrichtung oder mit weniger Fokus darauf sind völlig problemlos für mich.
Und du solltest mal richtig lesen was ich schreibe. Da steht über all "angenommen, vermute ich" etc. Das heisst, ich stelle Vermutungen auf.
Warum sollte man diese feindselig interpretieren?

WENN sich diese Gruppe stark abgrenzt vom Fantasy-Bereich und sich kaum eine Mischung herausstellt, bringt die Anwerbung dieser Spieler für die Fantasy-Basis keinerlei Verbesserung an Nachwuchs. So schwer ist das doch nicht zu verstehen.
WENN es doch zu einer Mischung kommt, egal von welcher Seite initiiert, KÖNNTE das anders aussehen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 12:43
Ich denke, Teylen ist nicht die einzige, die sich nur zu gern positiv von der Qualität solcher RPGs überzeugen würde. Meine Erfahrung war aber auch, dass die Qualität teilweise exponentiell steigt, je weiter man sich von Anime/Fanfiction Richtung traditionelles Rollenspiel bewegt. Aber das liegt sicher auch daran, dass ich eben das traditionelle RPG (mit SL) als Maßstab anlege.

Also nochmal: ich rede von literarischer und lyrischer Qualität im Fantasy-Chatrollenspiel, ne - nicht im Animebereich, da hab ich selbst keine Erfahrungen drin. Aus dieser Richtung kenne ich nur ein paar Kurzgeschichten aus der Vergangenheit, die ich damals richtig gut fand, die hab' ich allerdings nicht mehr bei der Hand. Ich such' gerade schon. Entweder es hagelt PMs oder ich poste ein paar Textauszüge hier oder in einem anderen Thread ;)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 29.03.2012 | 12:50
Mit HighSchool of Awesomeness wird in in Wien gerade ein Animanga System in deutscher Sprache entwickelt
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Boba Fett am 29.03.2012 | 13:17
P&P Rollenspiel hat es aber auch echt schwer in den germanistischen Sprachregionen.

Alles was in den Medien rauf und runterdudelt kommt aus den Staaten.
Rollenspiele dazu bleiben hübsch in englischer Sprache.
Spieleläden scheinen die Rollenspiele auf dem Index zu haben, jedenfalls sieht man sie da nicht mehr.
Jegliche Form von medialen Hypes werden artig verpasst.
Anime Hype, den gab es mal. Gab es je ein Anime Rollenspiel in deutsch?
(klar, die voll truen Anmie-Kasper lesen eh nur japanisch, aber mir gehts ja um die 15 jährigen,
die noch nicht in die Disse dürfen aber auch keinen Bock mehr haben, mit Mami Wetten-das zu glotzen)
Vampire-Hype aber kein Deutscher kommt auf die Idee, da ein Rollenspiel rauszukloppen.
Supernatural-Hype und keiner bringt ein Monsterjäger Spiel raus.
Herr der Ringe Hype - Markus Heitz schmeisst die Orks als Roman raus, was sich besser verkauft als Goldbarren in Geldschein gewickelt, aber keiner haut zu der Zeit ein Fantasy Regelwerk raus (DA hätte Dungeonslayer gerockt!)
10 Jahre Harry Potter Wahnsinn (Hype kann man das nicht nennen) und wie viele 'jugendliche Magier in Internat' Rollenspiele gab es?
Im Moment herrscht Fantasy Flaute, aber alle bringen Fantasy raus. Wollen wir wetten wie viele Rollenspiele rauskommen, nachdem der neue Hobbit Film erschienen ist?

Zwei große Spieleverlage (Ulisses und Pegasus) machen Rollenspiele neben ihren eignen Produkten. Gibt es da irgendwelchen Einfluss auf die Spieleläden nach dem Motto: Komm, leg Pathfinder mit ins Regal und ich geb Dir noch mal 2% Rabatt? Ich weiss es nicht, aber ich würde raten: nein.

Und klar: Rollenspiele haben heute mehr Konkurrenz als Freizeitangebot und sind medial rückständig.
Die wesentliche Qualität, nämlich 'gemeinsames Spiel über Kommunikation im persönlichen Miteinander' wird aber nicht als Werbebotschaft ausgesendet. Klar ist das absolut retro und nostalgisch. Aber eben das wird in unserer Gesellschaft des medialen Überangebotes immer attraktiver.

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 29.03.2012 | 13:27
Gibt's überhaupt irgendwo ein "ernsthaftes" Harry Poter System?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 13:29
@Boba

+1 und  :d

Sehr wahre Worte. Kann es an der "anti-mainstream"-Haltung vieler Rollenspieler (und damit auch Designer) liegen? Wenn man eben gerade nicht auf den Hype aufspringen will, entwickelt man natürlich auch kein Harry Potter-Rollenspiel, wenn der neue Band rauskommt. Es wird auch immer wieder "Kommerz" geschriehen, wenn sowas doch geschieht.

Hatte das Dragon Age Rollenspiel eigentlich irgendeinen Einfluss auf den amerikanischen Markt? Das kam doch kurz nach dem Videospiel raus, oder nicht?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 29.03.2012 | 13:29
Absolut treffende Analyse, Boba! Finde ich...

Beim "Hobbit" hätte man immerhin die Möglichkeit, noch was mit "Der Eine Ring" zu reißen, wenn Uhrwerk die Sache bis dahin richtig auf die Reihe kriegt. Da wäre ein Light-Regelwerk mit beiliegendem Abenteuer toll, was genau im Kontext des (ersten!) Films spielt. Dazu Archetypen zum Raustrennen in Vollfarbe und Karten und NSC-Portraits. Also richtig was zum Anfassen. Dann müsste man nur noch mit der Hobbitpresse klären, dass man das als Bunde mit dem Roman rausgibt.  :d
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sphärenwanderer am 29.03.2012 | 13:33
Gibt's überhaupt irgendwo ein "ernsthaftes" Harry Poter System?
Hat das die Autorin nicht abgelehnt? Ich meine mich da an so etwas zu erinnern.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 13:36
Gibt's überhaupt irgendwo ein "ernsthaftes" Harry Poter System?
Das scheitert wohl unter anderen auch an Lizenzkosten wie JKRs Haltung bezueglich RPGs.
Wobei es in Bezug auf Harry Potter sogar LARPer (http://zauberschule.holo-con.at/) gibt.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: kalgani am 29.03.2012 | 13:40
Ich denke um die ganz Jungen (unter 10/11) anzusprechen wäre ein einfaches Regelwerk mit einem DC-Marvel Superheroes/Star Wars Setting ideal.

Wenn ich sehe wie die 7-10 jährigen in der Grundschule auf die Sammelkarten von Topps abgehen sollte sowas eigentlich funktionieren, allerdings nur mit massig vorgefertigten Abenteuern, da kids in dem Alter einfach zu den krasstesten Übertreibungen überhaupt neigen^^
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 29.03.2012 | 13:41
@Brakini: Sorry, hatte das alles wohl falsch aufgefasst. Aber nur weil jemand über das, sagen wir, Shonen-Ai-Rollenspiel zum RPG kommt, heißt das ja nicht, dass er nicht auch darüber Kontakt zu Savage Worlds Fans findet und schon bald darauf, z.B. Deadlands Reloaded spielt. Weil er das auch cool findet.

@ Teylen: Quelle bitte... soviel ich weiß geht es JKR nicht um RPGs an sich, sondern einfach nur um den Fakt, dass man als RPG-Publisher zwangsläufig mit ihrer Welt herumspielt (non-kanon-Zeugs, etc.) und das mag sie nicht.

...allerdings nur mit massig vorgefertigten Abenteuern, da kids in dem Alter einfach zu den krasstesten Übertreibungen überhaupt neigen^^

Und wenn wir genau diese Übertreibungen einfach aufgreifen und fördern würden, anstatt dann wieder mit der "Spielt doch bitte Vorgefertigtes"-Kelle dreinzuschlagen. :)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 29.03.2012 | 13:56
SWSE hat wohl erheblichen Aufschwung nach dem erscheinen von TOR...
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 29.03.2012 | 13:58
Abkürzung auflösen, bitte.  :)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: kalgani am 29.03.2012 | 14:20
Und wenn wir genau diese Übertreibungen einfach aufgreifen und fördern würden, anstatt dann wieder mit der "Spielt doch bitte Vorgefertigtes"-Kelle dreinzuschlagen. :)

Du hast nehme ich an keine Kinder im Grundschulalter.
Wenn man die lassen würde, würden die dann 100w20+86w6 für irgendwas würfeln damit Spiderman es auch ja schafft die Spinnwebenbrücke von New York bis nach Amsterdam zu bauen, damit "evil xy" nicht einfach nach Russland fliehen kann und die Avengers über diese brücke mit ihrem ultraschall-raketen-kamboom-karren "evil xy" verfolgen können  ~;D
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 29.03.2012 | 14:21
Klingt nach Spaß!   :)
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 14:22
Du hast nehme ich an keine Kinder im Grundschulalter.
Wenn man die lassen würde, würden die dann 100w20+86w6 für irgendwas würfeln damit Spiderman es auch ja schafft die Spinnwebenbrücke von New York bis nach Amsterdam zu bauen, damit "evil xy" nicht einfach nach Russland fliehen kann und die Avengers über diese brücke mit ihrem ultraschall-raketen-kamboom-karren "evil xy" verfolgen können  ~;D

Wo ist denn da das Problem? Das klingt nach dionysisch-sprießender Phantasie par excellence :D
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 29.03.2012 | 14:24
Das es sich recht schnell ermuedet und sie sich dann ggf. eher von dem Rollenspiel abwenden.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Sol Invictus am 29.03.2012 | 14:26
Das es sich recht schnell ermuedet und sie sich dann ggf. eher von dem Rollenspiel abwenden.

Seh' ich anders. Kinder ermüden auch nicht davon, mit Actionfiguren zu spielen oder stundenlang Rollenspiele mit Stöcken in Parks und auf Spielplätzen zu veranstalten.

Je freier die Entfaltungsmöglichkeit, desto größer ist der Spaß, würde ich persönlich behaupten.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Arldwulf am 29.03.2012 | 14:36
Du hast nehme ich an keine Kinder im Grundschulalter.
Wenn man die lassen würde, würden die dann 100w20+86w6 für irgendwas würfeln damit Spiderman es auch ja schafft die Spinnwebenbrücke von New York bis nach Amsterdam zu bauen, damit "evil xy" nicht einfach nach Russland fliehen kann und die Avengers über diese brücke mit ihrem ultraschall-raketen-kamboom-karren "evil xy" verfolgen können  ~;D

Mhh...also ich hab einen Sohn im Grundschulalter, und der hat recht wenig Probleme damit Rollenspiele zu spielen. Klar gibt es da auch mal "kann ich auch XYZ machen" aber in den meisten Fällen kann er gut mit den Regeln umgehen.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 29.03.2012 | 14:59
Ich antworte mal ein bisschen auf die späteren Reaktionen auf meine Post, weil ich selbige heute morgen in einem Panikanfall zwischen Tür & Angel geschrieben habe.

Anders gefragt, wieso muß es denn immer nur die 08/15 Standard Fantasy sein.
Wieso will man da den nicht mal etwas abwechslung wagen?
Es bricht doch der eigenen Herr der Ringe / D&D inspirierten Fantasy Gruppe doch keinen Zacken aus der Krone.
Geht das Rollenspiel da echt unter wenn man mal etwas Urbane Fantasy und der gleichen einfügt?
Wieso sollten da Leute weglaufen? Wieso nicht ggf. mal rüber gucken?

Ich meine nicht unbedingt 08/15 Standardfantasy. Wobei ich nicht sicher bin, was damit gemeint ist, aber ich nehme an, sowas zwischen Aventurien und den Vergessenen Reichen, zwischen die schon ziemlich viel passt - mal abgesehen davon, dass Aventurien sich wohl auch mehrfach umdefiniert hat (Luftschiffe ja/nein). Sowas wie Earthdawn, Sundered Skies, Warhammer... sind alle Welten mit ganz eigenem Geschmack, mal exotischer, mal irdisch-mittelalterlicher.

Mir geht es eher darum, dass man die Möglichkeiten, die das Genre Fantasyrollenspiel bietet, nicht so leicht ausverkaufen sollte. Eine befreundete Rollenspielerin drückte das mal so aus, dass Fantasy "unheimlich viel vergibt" - und das bringt es gut auf den Punkt. Brüche oder nicht glatte, unsaubere Improvisationen usw. kann man mit Fantasy meiner Meinung nach weit besser abfedern als mit anderen Genres. Man kann mehr Dinge spielerisch Umsetzen.
 
Auch der Actionaspekt des Rollenspiels (über den in Ninianes Thread (http://tanelorn.net/index.php/topic,73903.msg1506395.html#msg1506395) geschrieben wurde) verträgt sich sehr gut mit der Fantasy. Das Aufsteigen auf einer persönlichen und sozialen Leiter - typische FAntasy (gerade neulich fragte ich mich, wie gut sich z.B. Superheldencomics mit einem XP-System vertragen, denn üblicherweise entwickeln Superhelden selten neue Kräfte hinzu). Das isnd alles Faktoren, die für mich dafür sprechen, dasss Fantasy nicht zufällig das bedeutenste und frühste Genre des P&P-RPGs war.

Es gab und gibt immer wieder Erweiterungen der rollenspielbaren Genres, aber man muss auch die Grenzen sehen. In Deutschland hat es z.B. kaum ein Superheldenrollenspiel weit gebracht, außer Deadlands (mit vielen Horroranteilen) kein Westernrollenspiel und außer V:tM/oWoD kein Urban Fantasy (CoC mal eher als Horror eingeordnet). Manga? BESM oder Exalted sind auch nicht gerade Renner. Neben Fantasy funktioniert vielleicht noch Sci-Fi und in kleinen Teilen Horror, alles andere führt eine Nischenexistenz oder ist bei einem einzigen marktbeherrschendem System stehengeblieben.

Ich höre da nämlich etwas heraus, was zwar für einige von uns hart sein könnte, aber vielleicht die Wirklichkeit darstellt: Was wäre, wenn "Klassisches Rollenspiel" eben nicht das ist, mit dem man heutzutage die Leute an den Tisch bekommt?

Das ist so eine andere Frage, die nur teilweise das Genre berührt, aber dafür an wichtigen Stellen. Was klassisches Rollenspiel ist, ist ja eigentlich ziemlich unbestimmt (was mir auch auffiel, als ich meinen morgendlichen Frustpost geschrieben habe  ;) ). Mir gehts dabei um den Action-, Risiko-, Abenteueraspekt der Sache, und natürlich den Spielaspekt.

Was, wenn Erzählspiele das sind, was eventuell Geld bringen könnte?

Das ist aber, glaube ich, eine andere Diskussion. Trotzdem nur so viel: selbst im DSA- und oWOD-geprägten Deutschland hat noch kein Run auf Indie- und Erzählspiele eingesetzt. Dafür verkaufen sich Sachen wie Warhammer 40K anscheinend extrem gut, und auch d20/Pathfinder findet Anklang. Ich glaube zwar, dass die Mechanismen der Indie-Spiele tatsächlich besser sind für einige Spielstile, aber sie scheinen nicht so leicht popularisierbar zu sein.

Was für mich aber interessanter ist: Spiele wie z.B. FATE bekennen sich ganz ehrlich zu den Trivialliteraturwurzeln des Rollenspiels (SL-Tipp: Send in the Orcs!). Hier wird im Grunde nur ein anderes Spielschwergewicht gelegt, nicht dass Genre abgelegt.

Im Ernst: Wir können nicht erwarten, dass wir unsere gewohnten Inhalte einfach so an andere weitergeben können, die sich dafür einfach nicht interessieren. Da draußen sind viele potentielle Spieler – aber eben kaum für die Spiele, die wir bisher haben.

Ja, aber selbst wenn das stimmt: Wofür will man die Inhalte dieser "potentiellen Spieler" verrollenspielern? Nehmen wir mal an, die schreiben Fanfiction. Schöne Sache, wieso sollte man sie davon überzeugen, dass sie anstatt Fanfiction zu schreiben sich auch an einen Tisch setzen können und sich Fanfiction erzählen können? Und wenn ja, brauchen sie dafür Rollenspiele? Garantiert keine Simulations-RSPs, und vielleicht nichtmal Indies, glaube ich. Das Element des Gesellschaftsspiels, was zum Rollenspiel (in meinen Augen) mit dazugehört, vermissen diese "potentiellen Spieler" meiner Meinung nach nicht. Diese Leute brauchen kein Rollenspiel mit Regeln, sondern nur ein Setting für ihre Phantasie - und das haben sie bereits.

Dein Indiz der DSA-Spieler, die Regeln ignorieren, spricht meiner Meinung nach eher dafür, dass Rollenspiel ein völlig falscher Weg ist, und Impro-Theater oder Kreatives Schreiben - eigenständige Hobbies - eher angebracht wäre.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: kalgani am 29.03.2012 | 15:11
Mhh...also ich hab einen Sohn im Grundschulalter, und der hat recht wenig Probleme damit Rollenspiele zu spielen. Klar gibt es da auch mal "kann ich auch XYZ machen" aber in den meisten Fällen kann er gut mit den Regeln umgehen.

Naja, wenn ich sehe wie die vor oder nach dem Fußball im angrenzenden Wald "Big Foot" jagen wollen... aber eventuell sollte ich den jungs einfach mal ne chance geben und eine anfänger runde für die leiten, vieleicht schaffen die es ja mich positiv zu überraschen  8]
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 29.03.2012 | 18:35
Abkürzung auflösen, bitte.  :)

Star Wars Saga Edition und The Old Republic (das Star Wars MMORPG (Massive Multiplayer Online RPG (Roleplaying Game)))  ;D
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 29.03.2012 | 18:47
Star Wars Saga Edition und The Old Republic (das Star Wars MMORPG (Massive Multiplayer Online RPG (Roleplaying Game)))  ;D

das war da aber schon über ein jahr out of print
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Praion am 29.03.2012 | 19:21
ach noch länger, trotzdem erhöte sich laut Order 66 Podcast deren Forenaktivität und die Anzahl der eingegangen E-mails direkt mit dem erscheinen des Spiels. Wird nur immer schwerer Zeug zu bekommen ...
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Jiba am 30.03.2012 | 14:35
Da haben wir es doch wieder... die Rollenspielverlage sind entweder zu spät oder zu früh dran.  ;D
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: carthoz am 30.03.2012 | 14:42
Da haben wir es doch wieder... die Rollenspielverlage sind entweder zu spät oder zu früh dran.  ;D
Naja, FFG tut vermutlich sein Bestes, aber zaubern können sie auch nicht. Noch nicht.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 5.04.2012 | 16:06
Zitat
Ich meine nicht unbedingt 08/15 Standardfantasy. Wobei ich nicht sicher bin, was damit gemeint ist, aber ich nehme an, sowas zwischen Aventurien und den Vergessenen Reichen, zwischen die schon ziemlich viel passt - mal abgesehen davon, dass Aventurien sich wohl auch mehrfach umdefiniert hat (Luftschiffe ja/nein). Sowas wie Earthdawn, Sundered Skies, Warhammer... sind alle Welten mit ganz eigenem Geschmack, mal exotischer, mal irdisch-mittelalterlicher.
Den Begriff der 08/15 Standardfantasy hast du eingebracht.
Ich bezog mich durchaus auf Fantasy als solche im allgemeinen.
Natuerlich gibt es diese in unterschiedlichen Geschmaeckern.
Allerdings spricht mich persoenlich von diesen kein Geschmack tatsaechlich intensiv an. Es gibt da, fuer mich, persoenlich einfach unglaublich wenig Fantasy die mich so richtig mitreisst. Namentlich kann ich gerade einmal eine TV Serie benennen (GoT).

Insofern habe ich nicht den Eindruck das Fantasy dort "unheimlich viel vergibt" insbesondere das es ganz nuechtern gesehen "unheimlich viel" Fantasy-Rollenspiel-Material gibt. Das heisst mir faellt gerade kein Fantasy-Setting ein zudem es kein Rollenspiel gibt beziehungsweise wo ein Grundlegender Bedarf nicht gedeckt waere.
Zu den allermeisten Gebieten gibt es sogar mehr als nur eins.

Darueber hinaus glaube ich nicht das sich das Genre besser andient.
In wie weit sollte eine bruechige, unsaubere Improvisation ein Rollenspiel im Bereich der Fantasy besser funktionieren als im Bereich des Steampunk, Urban Fantasy, Superhelden Spiel, sozialen Drama, Science Fiction oder anderen?
Koennte man in den Logikloechern die eine durchschnittliche Soap Opera produziert Muell versenken wuerde der ganze Planet wieder blitzen und blinken.

Auch der Actionaspekt findet sich doch in fast allen Genres wieder. Ob nun bei Cobra 11 erneut ein Auto ueber den Laster fliegt und in einer Explosion vergeht, bei True Blood bis auf's Blut gekaempft wird, bei Greys Anatomy einfach mal so eine Strasse einen halben Meter tief absackt, bei Fringe grenzwertige Dinge Tod & Verderben bringen, bei Terra Nove die Dinos beissen [..] es gibt so gut wie ueberall Action.
Selbst in Soap Operas, wobei es da eher sozial zu geht.

Nun und in den meisten Fantasy Sachen die ich so sah, war da nichts mit grosser XP-Entwicklung. Der einzige der im Herr der Ringe mal levelt ist doch Gandalf. Ansonsten bleiben die Charaktere weitesgehend da wo sie Faehigkeitsmaessig sind und bekommen eher am Ende eine Promotion.
Insofern halte ich levelende Fantasy-Charakter fuer nicht natuerlicher als levende Soap Opera Charaktere, Science Fiction Helden, Urban Fantasy Kreaturen etc.

Zitat
Es gab und gibt immer wieder Erweiterungen der rollenspielbaren Genres, aber man muss auch die Grenzen sehen. In Deutschland hat es z.B. kaum ein Superheldenrollenspiel weit gebracht, außer Deadlands (mit vielen Horroranteilen) kein Westernrollenspiel und außer V:tM/oWoD kein Urban Fantasy (CoC mal eher als Horror eingeordnet). Manga? BESM oder Exalted sind auch nicht gerade Renner. Neben Fantasy funktioniert vielleicht noch Sci-Fi und in kleinen Teilen Horror, alles andere führt eine Nischenexistenz oder ist bei einem einzigen marktbeherrschendem System stehengeblieben.
Ich persoenlich sehe da keine Begrenzung, eher im Gegenteil.
Gerade die oWoD/V:tM ist ihrer Zeit eingeschlagen wie eine Bombe. Es hatten jede Menge Spieler Spass an dem Spiel, man hat damit einen recht hohen Anteil Frauen an das Spiel herangefuehrt. Nun und anstelle das man die Gruppe weiter bedient, wurde die oWoD eingestellt und es gab lange Zeit nicht eine Fantasy-Freie Genre gerechte Alternative fuer die Vampire Fans die gerne Rollenspiel spielen wollten, aber die nWoD/V:tR nicht mochten. Nichts. Ich meine, ich habe wurde durchaus einigemale vom ein oder anderen gefragt. Leider konnte ich keine Alternativen nennen.

Anime und Manga? Natuerlich. Wenn man maennlich ist, Fantasy mag und RPG kannte konnte man vielleicht zwei Spiele finden. Wenn man weiblich ist, Shoujo-Manga mochte, tja, pech gehabt.

Nun und was Superhelden RPGs angeht, ich habe (und sammele) recht viele Comics gekauft, und abgesehen von Marvel-Superhereos, das damals meine Patentante keine Ahnung wo fand und mir schenkte, bin ich was das angeht auf so ziemlich nichts in der Richtung aufmerksam geworden.


Imho fuehren die Bereiche ein Nischendasein weil man die jeweiligen Genre teilweise einfach nicht bedient und wenn man sie dann mal bedient das Marketing meilenweit davon entfernt ist in die naehe der eigentlich Zielgruppe zu kommen.

Die Indiespiele sind kein Erfolg geworden? Na sowas aber auch. Das die Kunden sich nicht alle in's Internet geworfen haben, die Indiespiele fanden, sie bestellten und dann mit Begeisterung spielten.

Zitat
Ja, aber selbst wenn das stimmt: Wofür will man die Inhalte dieser "potentiellen Spieler" verrollenspielern? Nehmen wir mal an, die schreiben Fanfiction. Schöne Sache, wieso sollte man sie davon überzeugen, dass sie anstatt Fanfiction zu schreiben sich auch an einen Tisch setzen können und sich Fanfiction erzählen können? Und wenn ja, brauchen sie dafür Rollenspiele? Garantiert keine Simulations-RSPs, und vielleicht nichtmal Indies, glaube ich. Das Element des Gesellschaftsspiels, was zum Rollenspiel (in meinen Augen) mit dazugehört, vermissen diese "potentiellen Spieler" meiner Meinung nach nicht. Diese Leute brauchen kein Rollenspiel mit Regeln, sondern nur ein Setting für ihre Phantasie - und das haben sie bereits.

Dein Indiz der DSA-Spieler, die Regeln ignorieren, spricht meiner Meinung nach eher dafür, dass Rollenspiel ein völlig falscher Weg ist, und Impro-Theater oder Kreatives Schreiben - eigenständige Hobbies - eher angebracht wäre.
Irgendwie, finde ich, klingt das wirklich furchtbar herablassend.
Sowohl gegenueber den potentiellen neuen Spielern, denen einmal praeventiv unterstellt wird das sie gar nicht rollenspielen wollen, was so wirkt als wolle man sie im Grunde nur moeglichst weit auf Abstand halten, als auch gegenueber den DSA Spielern, den abgesprochen wird ueberhaupt Rollenspiel zu spielen und gleich etwas 'besseres' empfohlen wird. Was mehr nach 'Huschhusch, ich mag euch nicht, verdrueckt euch aus meiner Sonne / meinem Hobbie' klingt.

Imho macht es durchaus Sinn, Spielern die ein Interesse an Rollenspiel haben, eine Spielplattform zu bietet. Es macht imho Sinn auf Personen zuzugehen, denen RPG Spass machen koennte, und ihnen entsprechende Spiele vorzustellen, die ihnen Spass machen koennen.
Weil man damit den Spielern etwas gutes tut, die Szene durch den Tod vor aussterben bewahrt und darueber hinaus auch noch gegebenfalls den eigenen Horizont erweitert wie den der anderen.

Ich mein, woher masst du dir an zu wissen, das die "Fanfiction"-Schreiber - ein Begriff der auf die Rollenspieler bei Animex so zu trifft wie Romanautoren fuer SMS-Schnelltipper - gar kein spielerisches Rollenspiel wollen?
Ich mein sie haben Charaktere, sie schreiben aus der Charaltersicht, die gaben Spielleitungen, teilweise haben sie auch Regeln... aber RPGs moegen sie partout nicht, weil sie, hum, aufgrund fehlender Produkte keins spielen koennen und sich nicht selbst eins schrieben?
Vielleicht finden sie auch nur die Vorstellung komisch sich an einen Tisch zu setzen und Chat-RPG ohne PC zu spielen, ... wuerde man ihnen erklaeren wie es besser klappt, vielleicht waeren sie begeistert?
Vielleicht faenden sie es toll wenn sie entdecken das man mit Regeln und Tisch ein paar Vorteile gegenueber FanFiction-RPGs hat?

Nur weil sie nicht squeend aufspringen, wenn man Leuten die Wings Club und Vampire Knight (Manga) lieben wahlweise ein 20 Jahre altes Vampire RPG vorsetzt oder vielleicht versucht ihnen mit The One Ring zu kommen?


Ich finde ja in dem Bezug der Neu-Spieler Anwerbung und 'Bedienung' sowohl Monsterhearts (http://buriedwithoutceremony.com/monsterhearts/) (jetzt auch als Buch erhaeltlich) als auch Witch Girls (http://www.kickstarter.com/projects/channelm/witch-girls-book-of-shadows-witch-girls-second-edi) (braucht noch pledges) absolut praechtig.
Gerade Witch Girls, das danach aussieht als koennte man damit wirklich die anvisierte Zielgruppe ansprechen, begeistern und das den Eindruck erweckt das allein schon die Bildsprache passt.
Das darueber hinaus, der Review des Vorgaengers auf RPG.NET des Vorgaenger zu folge (http://www.rpg.net/reviews/archive/14/14342.phtml) nun auch nicht abgefahrener, unspielerisches Indiezeug ist, sondern sich Regelseitig bei Savage Worlds anlehnt.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 5.04.2012 | 17:34
Den Begriff der 08/15 Standardfantasy hast du eingebracht.

falsch. (http://tanelorn.net/index.php/topic,73964.msg1507241.html#msg1507241)

Ich bezog mich durchaus auf Fantasy als solche im allgemeinen.
Natuerlich gibt es diese in unterschiedlichen Geschmaeckern.
Allerdings spricht mich persoenlich von diesen kein Geschmack tatsaechlich intensiv an.

Muss ja auch nicht, es gibt Genres, denen ich mich komplett verweigere, weil ich beim Gedanken daran, sowas zu spielen, einfach keine Motivation entwickeln kann, sondern eher reine Abneigung. Wenn die Frage des Threads positiv beantwortet wird ("Ja, Fantasy ist ein - rollenspielerisch - uninteressantes Genre!"), dann kann das auf einer persönlichen Ebene stimmen, auf einer allgemeineren, interpersonellen Ebene muss das aber nicht zutreffen. Wenn man diese Frage aber nicht nur für sich persönlich bejaht, sondern allgemein, und dann auch noch als Aufruf versteht, dann will man mit dem Rollenspiel als Ganzes in eine Ecke, wo ich zumindest nicht hin will. Genausowenig wie ich Cyberpunk als rollenspielerisch uninteressant abtue, bloß weil mich persönlich weder Shadowrun, noch CP2020, noch Urban Sprawl fesseln konnten, und ich seit Jahren keinen Cyberpunkigen Roman mehr gelesen habe.

Es gibt da, fuer mich, persoenlich einfach unglaublich wenig Fantasy die mich so richtig mitreisst. Namentlich kann ich gerade einmal eine TV Serie benennen (GoT).

Es ist dir ja unbenommen, keine gute Fantasyserie zu kennen. Ich kannte vor Dr. House auch keine Arztserie, die mich irgendwie ansprechen konnte (und selbst Dr. House langweilt mich nach einer Weile). Es ist dir auch unbenommen, dass du Genres, die dir nicht gefallen, auch nicht rollenspielen willst. Aber die Threadfrage geht meiner Ansicht nach über den persönlichen Geschmack hinaus und fragt nach einer Neupositionierung des Rollenspiels hinsichtlich eines seiner traditionellen Kerngenres! (Die anderen sind Sci-Fi, Pulp und Horror, jeweils mit zig Unterkategorien.)

Persönlich halte ich einige traditionelle Rollenspielgenres für mich selbst uninteressant (Sci-Fi, insbesondere Military Sci-Fi), und von einigen glaube ich generell, dass sie nur zu bestimmten Ausprägungen des Rollenspiels taugen (zu deutsch: Horror als eigenständiges RSP-Genre mit Ausnahme des Surval Horror ist mMn struturell nur für "Stimmungsspiel" geeignet.) Trotzdem sind das Kerngenres, die ich (bei aller persönlichen Abneigung dagegen) auch nicht so einfach über den Haufen schmeißen wollte (wobei ich da spontan weniger paniken würde, klar).

Insofern habe ich nicht den Eindruck das Fantasy dort "unheimlich viel vergibt"

DSA vielleicht nicht, weil da jeder Settingsfreak sofort aufspringt, aber offenere Settings lassen viele Nachkorrekturen zu. Magie als Erklärungsfaktor funktioniert genauso oder sogar noch besser als Technobabble in einigen Sci-Fi.

insbesondere das es ganz nuechtern gesehen "unheimlich viel" Fantasy-Rollenspiel-Material gibt. Das heisst mir faellt gerade kein Fantasy-Setting ein zudem es kein Rollenspiel gibt beziehungsweise wo ein Grundlegender Bedarf nicht gedeckt waere. Zu den allermeisten Gebieten gibt es sogar mehr als nur eins.

Genau das spricht dafür, dass Fantasy eben kein rollenspielerisch uninteressantes Genre ist! Offensichtlich spricht man in dem Bereich die meisten Leute fürs Rollenspiel an.

Auch der Actionaspekt findet sich doch in fast allen Genres wieder. Ob nun bei Cobra 11 erneut ein Auto ueber den Laster fliegt und in einer Explosion vergeht, bei True Blood bis auf's Blut gekaempft wird, bei Greys Anatomy einfach mal so eine Strasse einen halben Meter tief absackt, bei Fringe grenzwertige Dinge Tod & Verderben bringen, bei Terra Nove die Dinos beissen [..] es gibt so gut wie ueberall Action.
Selbst in Soap Operas, wobei es da eher sozial zu geht.

Anderes Ausmaß und genrebezogen auch andere Glaubwürdigkeit. Pulp, einige Sci-Fi-Formen und Fantasy haben die Action! einfach eingebaut, darum sind die Glaubwürdigkeitsprobleme geringer. Aber selbst da stoße ich oft genug an Grenzen. In einem Soap Opera Rollenspiel wäre da noch viel früher dicht,

Nun und in den meisten Fantasy Sachen die ich so sah, war da nichts mit grosser XP-Entwicklung. Der einzige der im Herr der Ringe mal levelt ist doch Gandalf.

Der Begleit-NSC? "Leveln" würde ich das nun nicht nennen. Aber was ist mit Samweis? Frodo? Merry & Pippin? (Aber ok, HDR mag ich eh nicht und kenne mich auch kaum aus.)

Gerade die oWoD/V:tM ist ihrer Zeit eingeschlagen wie eine Bombe.

Ja. Und was noch? Shadowrun - Sci-Fi Untergebiet. Warhammer 40 K - auch Sci-Fi. CoC und Deadlands - in Grenzen, und ersteres ist klassischer Horror, zweites Horror-Steampunk-Western. Damit haben wir, glaube ich, alle großen und mittelgroßen Non-Fantasy-RSPs in Deutschland. Und bis auf V:tM glaube ich von keinem dieser Spiele, dass es Leute, die "normalerweise" (d.h. ohne dieses Spiel) nicht rollenspielen würden, für das Hobby interessiert hat (und die von V:tM Angesprochenen gehören wohl zu 75% ins LARP-Lager und nicht zum P&P).

Es hatten jede Menge Spieler Spass an dem Spiel, man hat damit einen recht hohen Anteil Frauen an das Spiel herangefuehrt. Nun und anstelle das man die Gruppe weiter bedient, wurde die oWoD eingestellt und es gab lange Zeit nicht eine Fantasy-Freie Genre gerechte Alternative fuer die Vampire Fans die gerne Rollenspiel spielen wollten, aber die nWoD/V:tR nicht mochten. Nichts. Ich meine, ich habe wurde durchaus einigemale vom ein oder anderen gefragt. Leider konnte ich keine Alternativen nennen.

Äh, Hallo? Natürlich gab und gibt es Horrorspiele mit oder ohne Vampire außer V:tM. Die nWoD wurde ja von dir selbst schon genannt. Buffy/Angel würde mir spontan noch einfallen, in Deadlands kann man Untote spielen, iirc bei shadowrun auch und wahrscheinlich in zahllosen anderen Horror-Rollenspielen erst recht. Natürlich hat keines davon die Popularität von V:tM gehabt, aber es hat ja auch nicht jedes Fantasy-RSP die Popularität von DSA (in Deutschland).

Das eigentlich Witzige an der Sache ist aber, dass die V:tM-Fans doch wie die kleinen Kinder geheult haben, als WW ihnen ihren Lolly weggenommen hat, obwohl es andere Alternativen im gleichen Genre gegeben hätte! Oder vielleicht auch den zwei (oder drei oder vier) Genres Horror/Urban Fantasy (Dark Romance/Dark Superheroes). Da ging es überhaupt nicht darum, dass jemand behauptet hätte, Horror (Urban Fantasy/Romance/Dark Superheroes/Vampirsoap) wäre ein uninteressantes Genre, sondern der Verlag hat nur eine Produktlinie innerhalb des Genres ausgetauscht! Und schon da sind die Fans aufgesprungen und sahen ihre Welt untergehen (so stelle ich mir die DSA-Spieler vor, wenn Aventurien mal eingestellt werden würde).

Deren ihr Genre(-bündel) stand aber nie als allgemein uninteressant zur Diskussion!

Nun und was Superhelden RPGs angeht, ich habe (und sammele) recht viele Comics gekauft, und abgesehen von Marvel-Superhereos, das damals meine Patentante keine Ahnung wo fand und mir schenkte, bin ich was das angeht auf so ziemlich nichts in der Richtung aufmerksam geworden.

Vom französischsprachigen Raum (mit ihrer eigenen starken Comictradition) habe ich keine Ahnung, aber im deutschsprachigen Raum verkauft sich anscheinend kein Superhelden-RPG. In den USA scheinen die Spiele zumindest Achtungserfolge verzeichnen zu können, denn da gibt es einige, wenn auch oft basierend auf "etablierten" Regelwerken (natürlich D&D, aber auch SW, PDQ, ORE und FATE). Es gibt aber auch eigenständige - bloß haben die alle hier keinen Erfolg (oder die verlage rechnen nicht damit). Deswegen glaube ich, dass man damit keine "neuen" Rollenspieler rekrutieren könnte.

Die Indiespiele sind kein Erfolg geworden? Na sowas aber auch. Das die Kunden sich nicht alle in's Internet geworfen haben, die Indiespiele fanden, sie bestellten und dann mit Begeisterung spielten.
Irgendwie, finde ich, klingt das wirklich furchtbar herablassend.

Vielleicht ist es auch einfach der nüchterne Ansatz, dass man die "Bombe" von V:tM eben nicht nach Belieben mit jedem Genre wiederholen kann?

Sowohl gegenueber den potentiellen neuen Spielern, denen einmal praeventiv unterstellt wird das sie gar nicht rollenspielen wollen, was so wirkt als wolle man sie im Grunde nur moeglichst weit auf Abstand halten, als auch gegenueber den DSA Spielern, den abgesprochen wird ueberhaupt Rollenspiel zu spielen und gleich etwas 'besseres' empfohlen wird. Was mehr nach 'Huschhusch, ich mag euch nicht, verdrueckt euch aus meiner Sonne / meinem Hobbie' klingt.

Das spielt sicherlich auch eine Rolle. Wenn der Fall eintreten sollte, dass das (ehemalige Fantasy-)Rollenspiel mit einem neuen Kerngenre und neuem Make-Up auftritt und massenhaft Kunden gewinnt, wird sich notgedrungen die Rollenspieler"szene" ändern. Und im gegensatz zum Dolge glaube ich nicht, dass dann ein "neues Rollenspiel" als Verkaufsschlager dazu genutzt wird, das "alte Rollenspiel" zu subventionieren. Wenn Rollenspiel sein Gesicht völlig ändert, dann wird das nicht mehr mein Hobby sein! Natürlich wird es Zufluchstätten geben: Der große Käuferstamm der DSA-Spieler wird DSA finanziell noch ein paar Jahre am Laufen halten, die OSR rettet vielleicht frühe D&D-Formen, aber Fantasy-Rollenspiele würden marginalisiert und dann ähnlich bescheiden vor sich hin dümpeln wie jetzt gerade deutschsprachige Superheldenrollenspiele. Und das will ich tatsächlich nicht!


Imho macht es durchaus Sinn, Spielern die ein Interesse an Rollenspiel haben, eine Spielplattform zu bietet. Es macht imho Sinn auf Personen zuzugehen, denen RPG Spass machen koennte, und ihnen entsprechende Spiele vorzustellen, die ihnen Spass machen koennen.
Weil man damit den Spielern etwas gutes tut, die Szene durch den Tod vor aussterben bewahrt und darueber hinaus auch noch gegebenfalls den eigenen Horizont erweitert wie den der anderen.

Das sehe ich vollkommen anders. Die "Szene" wird sich ausverkaufen oder völlig in Kleingruppen zurückziehen.

Ich mein, woher masst du dir an zu wissen, das die "Fanfiction"-Schreiber - ein Begriff der auf die Rollenspieler bei Animex so zu trifft wie Romanautoren fuer SMS-Schnelltipper - gar kein spielerisches Rollenspiel wollen?

Meine vermutung basiert auf folgenden Annahmen:
1) "Rollenspiel" ist durch die PC-RSPs relativ bekannt geworden.
2) Für fast jedes rollenspielgeeignete Genre gibt es passende RSPs.
3) Für die wenigen geeigneten Genres, für die es keine P&P-RSPs gibt, kann man aus Universalsystemen etwas eigenes brauen.
4) Wer Fan eines P&P-geigneten Genres ist, kann leicht in Erfahrung bringen, dass es generell RSPs gibt und für sein Genre passende Spiele existieren.

Kurz: wer von den Fans (P&P-)Rollenspielen im Rahmen der (zahlreichen!) vorhandenen Formen spielen möchte, der findet seinen Weg in die vorhandene RSP-Landschaft. Weitere Kunden erschließen sich nur durch eine grundlegende Änderung dessen, was Rollenspielen ist, wozu die völlige Abkehr von Genres gehört.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Teylen am 5.04.2012 | 19:11
falsch. (http://tanelorn.net/index.php/topic,73964.msg1507241.html#msg1507241)
Ups, stimmt. ^^;
Sorry. Wobei fuer mich die Fantasy, mit wenigen Ausnahmen, halt Standard ist.

Zitat
Wenn die Frage des Threads positiv beantwortet wird ("Ja, Fantasy ist ein - rollenspielerisch - uninteressantes Genre!"), dann kann das auf einer persönlichen Ebene stimmen, auf einer allgemeineren, interpersonellen Ebene muss das aber nicht zutreffen.
Gut, das stimmt schon.
Ich sehe die Fragestellung eher dahingehend ob man mit Fantasyrollenspiel das vielleicht sogar ganze potential neuer Rollenspieler abgreifen kann. In Bezug darauf wuerde ich tatsaechlich behaupten das Fantasyrollenspielen ein relative uninteressantes Genre ist, da es schon weitreichend mit Produkten versehen ist. Das heisst abgesehen von gegebenfalls Shoujo-Fantasy Manga, denke ich, besteht dort nicht allzuviel Potenial.
Vielleicht noch in der Werbung, das man angesichts des Erfolg von Games of Thrones, in den entsprechenden Fankreisen auch auf das Rollenspiel aufmerksam macht.

Zitat
Aber die Threadfrage geht meiner Ansicht nach über den persönlichen Geschmack hinaus und fragt nach einer Neupositionierung des Rollenspiels hinsichtlich eines seiner traditionellen Kerngenres!
Die Neupositionierung ist durchaus korrekt.
Allerdings wird dadurch, das man gegebenfalls das Fantasy-Genre aus dem absolut dominierenden Fokus herausnimmt, und ein neues Genre aufbaut, das Fantasy-Genre als solches nicht beschnitten. Das reiche Angebot unterschiedlicher Settings wie Regeln bleibt ebenso bestehen wie die Rollenspielrunden.
Wohingegen Genre die, zumindest meiner Meinung nach unberechtigt, ein Nischendasein an der Grenze zur Nicht-Existenz fuehren, die Chancen erhalten wuerden sich zu entwickeln.

Dadurch das, wenn man es anspricht, der Eindruck einer exestentiellen Angst um das oder die Kerngerne vermittelt wird, zumindest mir, der Eindruck vermittelt das neue Genre kleingehalten bis abgewuergt werden.

Zitat
Zitat
Insofern habe ich nicht den Eindruck das Fantasy dort "unheimlich viel vergibt"
DSA vielleicht nicht, weil da jeder Settingsfreak sofort aufspringt, aber offenere Settings lassen viele Nachkorrekturen zu. Magie als Erklärungsfaktor funktioniert genauso oder sogar noch besser als Technobabble in einigen Sci-Fi.
Das ich nicht den Eindruck habe das Fantasy unheimlich viel vergibt, bezog ich in dem Kontext mehr darauf das ich denke das es wenige Bereiche innerhalb des Fantasy Themas nicht viel fehlt.
Man hat die Geschichten orientierte Fantasy, man hat die eher Regel orientierte Fantasy, man hat die eher realistische Fantasy und man hat die Fantasy die alles zulaesst. Jedes mir bekannte Fantasy Setting gibt es auch als RPG. Von Amber bis hin zu Zamonien, wenn auch letzteres selbst gemacht.

Im Vergleich dazu sieht es im Bereich der Urban Fantasy im Allgemeinen und nun Vampiren im speziellen relativ finster aus. Bei gewoehnlicheren Dramen wird es da gar ganz zappeduster.
Insofern denke ich das eher abseits der Fantasy unheimlich viel Potential vergeben wird.

Zitat
Genau das spricht dafür, dass Fantasy eben kein rollenspielerisch uninteressantes Genre ist! Offensichtlich spricht man in dem Bereich die meisten Leute fürs Rollenspiel an.
Man spricht damit, meines Erachtens, vorallem die Stammkundschaft an.
Ich denke nicht das es tatsaechlich das einzig wahre ist um auch Anfaenger zu adressieren.


Wegen der einzelnen Punkte, moechte ich versuchen ohne den Anschein einer Zitatschlacht drauf einzugehen.
Bezueglich der Glaubwuerdigkeit der Handlungen gibt es innerhalb der Fantasy unterschiedliche Akzeptanz Rahmen. Das heisst in einer stark magischen Fantasy Welt laesst man mehr durch gehen als Beispielsweise bei Song of Ice and Fire.
Aehnlich verhaelt es sich mit anderen Genre. Es gibt Dramen, die auf einen verhaeltnismaessig hohen Grad an Realismus setzen, ich vermute das Hart of Dixie in die Sparte faellt, es gibt Dramen die, wenn es dem Drama nutzt, den Realismus gepflegt ueber die Klippe treten, wozu ich Desperate Housewives sowie Greys Anatomy zaehle.

So gut wie allen Genre gemeinsam ist das sie dem Publikum eine Genre gerechte Form von Action bieten. Das heisst, waehrend man bei der TV Serie Seeker erwarten kann das irgendwer in der Episode vermoebelt wird, kann man bei Greys Anatomy darauf vertrauen das irgendwer sich mit Missverstaendnissen, Verrat und Intrigen sowie einer schweren Operation befassen muss. [Die wiederum echten Aertzten vermutlich als das unglaubwuerdigste seit Tee-Parties an der Decke erscheinen]

Bezueglich des Aufstiegs hatte ich nicht den Eindruck das sich die Charaktere im Herr der Ringe, was ihre Faehigkeiten betrifft, entwickeln. Sie setzen die vorhandenen Faehigkeiten nach besten Kraeften ein, bleiben dabei jedoch in etwa gleichstark. Gandalf, als ein wichtiger "NSC", ist hierbei insofern eine Ausnahme als das er in der Handlung tatsaechlich enorm an Macht gewinnt.
Allgemein, wie erwaehnt, denke ich entwickeln sich die Charaktere, wenn es kein reines Monster of the Week Serial ist aehnlich. In Superhelden beziehungsweise Comicreihen die eine Band uebergreifende Geschichte erzaehlen, vielleicht gar die jeweiligen Origins, kann man beobachten wie die Figur waechst. Selbst bei Greys Anatomy gehen die Charaktere eine Entwicklung durch. Auch bei Buffy, das teilweise auf die Stufe eines Bildungsroman gehoben wurde, kann man eine entsprechende Entwicklung betrachten. Insofern sehe ich da keine Einschraenkung.

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Gerade die oWoD/V:tM ist ihrer Zeit eingeschlagen wie eine Bombe.
Ja. Und was noch? Shadowrun - Sci-Fi Untergebiet. Warhammer 40 K - auch Sci-Fi. CoC und Deadlands - in Grenzen, und ersteres ist klassischer Horror, zweites Horror-Steampunk-Western. Damit haben wir, glaube ich, alle großen und mittelgroßen Non-Fantasy-RSPs in Deutschland.
Richtig. Und das ist eine Recht kleine Anzahl.
Die jeweils ein doch sehr unabhaengiges Genre bedient. Das heisst man hat Urban Fantasy mit Vampiren, ein Science Fiction RPG, ein sehr stark Fantasy und Militaer gepraegtes Science Fiction RPG, ein Horror RPG und ein Western-Horror Spiel.
Das heisst abgesehen davon das es kein Fantay ist verbindet die Rollenspiele recht wenig.
Darueber hinaus ist es m.E. nicht so als waere eine Reihe gross promoteter Rollenspiele gepfloppt.

In Bezug auf V:tM habe ich keine Ahnung bezueglich des Anteil des LIVE Lager, da ich es primaere als Pen and Paper kennenlernte, das neben der Tatsache das es mein Lieblingsgebiet bediente, auch erstaunlich viele Moeglichkeiten hervorbrachte Online zu spielen.

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Nun und anstelle das man die Gruppe weiter bedient, wurde die oWoD eingestellt und es gab lange Zeit nicht eine Fantasy-Freie Genre gerechte Alternative fuer die Vampire Fans die gerne Rollenspiel spielen wollten, aber die nWoD/V:tR nicht mochten. Nichts. Ich meine, ich habe wurde durchaus einigemale vom ein oder anderen gefragt. Leider konnte ich keine Alternativen nennen.
Äh, Hallo? Natürlich gab und gibt es Horrorspiele mit oder ohne Vampire außer V:tM.
Es geht mir nicht um Horrorspiele. Es geht mir um Vampirspiele. Abseits von White Wolf.
Gab es von Buffy sowie Angel eine deutsche Version?

Nun und beim allerbesten Willen, Deadlands noch Shadowrun sind keine Spiele die es richtig ermoeglichen einen Vampir zu spielen, geschweige den das sie in gegenwaertige Urban-Fantasy fallen. Dresden Files, okay, wobei der geneigte Fan dafuer die Romane gelesen haben muss und der Fokus auch nicht so 100% drauf liegt, aber das kam wieviele Jahre nach der V:tM pleite raus?

Naja und witzig bei der Sache finde ich die Vorstellung das man - in einem fiktiven Szenario -, nachdem D&D3.5 eingestellt wurde und D&D4.0 als einzige Alternative eingefuehrt wurde, man den Fantasy Fans erzaehlt das sie doch mit dem deutschen DSA fuer alle Fantasy Beduerfnisse bedient waeren.

Wuerde Aventurien eingestellt werden, oder Ulisses den weissen Wolf machen, wuerde es fuer die DSA Spieler eine ganze Reihe EDO-Fantasy Alternativen geben. Und kein "Ja, spielt doch Shadow Run, da gibt es auch Elfen, ist doch total das selbe.".

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Zum französischsprachigen Raum (mit ihrer eigenen starken Comictradition) habe ich keine Ahnung, aber im deutschsprachigen Raum verkauft sich anscheinend kein Superhelden-RPG.
Das liegt daran das man dafuer einerseits ein Superhelden-RPG im Angebot haben muss und dann andererseits das Superhelden-RPG gegenueber den Comic-Fans bewerben. Wenn eins von beiden nicht klappt, kann man doch kaum erwarten das die deutschen Comic Fans wie die Jungfrau zum Kinde findet ploetzlich entdecken was es da an englischen gibt.
Angenommen man ist nun der totale Fan von "Die Liga der aussergewoehnlichen Gentlmen", wie sollte man dann darauf kommen das "Keberus Club" vielleicht total toll fuer einen waere?

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Die Indiespiele sind kein Erfolg geworden? Na sowas aber auch. Das die Kunden sich nicht alle in's Internet geworfen haben, die Indiespiele fanden, sie bestellten und dann mit Begeisterung spielten.
Vielleicht ist es auch einfach der nüchterne Ansatz, dass man die "Bombe" von V:tM eben nicht nach Belieben mit jedem Genre wiederholen kann?
Ich glaube da steckt eher die Naivitaet dahinter das Qualitaet [ggf. auch tatsaechlich vorhandene] kein Marketing braucht. Nun und wenn man den Berichten von RPG.net glauben kann, so doof sich White Wolf mal anstellt, sie haben dafuer gesorgt das das RPG mit vielen Flyern beworben wurde, Quickstart Rules  verteilt werden und den entsprechenden Marketing-RazzleDazzle Tanz aufgefuehrt.
Was als Erkenntnis, zumindest langsam, auch bei einigen Projekten durchsickert.

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Das spielt sicherlich auch eine Rolle. Wenn der Fall eintreten sollte, dass das (ehemalige Fantasy-)Rollenspiel mit einem neuen Kerngenre und neuem Make-Up auftritt und massenhaft Kunden gewinnt, wird sich notgedrungen die Rollenspieler"szene" ändern. Und im gegensatz zum Dolge glaube ich nicht, dass dann ein "neues Rollenspiel" als Verkaufsschlager dazu genutzt wird, das "alte Rollenspiel" zu subventionieren. Wenn Rollenspiel sein Gesicht völlig ändert, dann wird das nicht mehr mein Hobby sein! Natürlich wird es Zufluchstätten geben: Der große Käuferstamm der DSA-Spieler wird DSA finanziell noch ein paar Jahre am Laufen halten, die OSR rettet vielleicht frühe D&D-Formen, aber Fantasy-Rollenspiele würden marginalisiert und dann ähnlich bescheiden vor sich hin dümpeln wie jetzt gerade deutschsprachige Superheldenrollenspiele. Und das will ich tatsächlich nicht!
Ich finde diese Sorge schwer nachzuvollziehen.
Du beschreibst Fantasy als Kerngenre des Rollenspiel. Wo ich dir durchaus Recht gebe. Das heisst die Verlage haben einen bestehenden Kundenstamm an Fantasy-Rollenspieler. Welche die Produkte kaufen, sie spielen und nach entsprechenden Erweiterungen verlangen.
Es waere widersinnig von den Verlagen die Produktlinien einzustellen. Zumal diese zumindest per PDF und PoD kostenguenstig distributionsfaehig sind. Ebenso wie die privaten und unabhaengigen Entwickler, wie zuvor, ihre Produkte weiter entwickeln werden.
Das heisst die Produkte bzw. Rollenspiele verschwinden nicht.
Angesichts des Interesses an der Kundenstammpflege, wird es auch weitere Produkte geben.

Wenn es nun einem Verlag gelingt, mit einem neuen Rollenspielprodukt, in einem unkonventionellen Genre, eine neue Kaeufer zu erschliessen wird diese zunaechst das Spiel entsprechend begeistert spielen.
Allerdings werden diese ebenso, frueher oder spaeter, die bestehenden Rollenspiel-Produkte sowie Rollenspieler bemerken. Nun und dabei sagst du ja selber das Fantasy ein Genre ist das viele anspricht. Wieso sollten die Rollenspieler dann nicht das Genre wechseln? In beide Richtungen?
Von den V:tM Spielern spielen ja nun auch einige DSA oder haben sich in der Indieszene zusammengetuemmelt weil sie dem Spiel attestierten hirnschaedigend zu sein.

Als positive Indikatoren wuerde ich dabei werten das das aufflackern der Survival RPGs, die bestzten bei der RPC recht viel Standflaeche, auch zu keinem Einbruch der Fantasy Rollenspiele gefuehrt hat.
Ebenso wie (die Ueberreste von) White Wolf aktuell offensichtlich die Gelder zwischen den Spiellinien herschiebt.

Einen ausverkauf der Szene kann ich mir nicht vorstellen.
Auch waere meine Prognose das es sich kaum in Kleingruppen zersplittern kann, dafuer ist die Szene zu klein.

Zitat
Meine vermutung basiert auf folgenden Annahmen:
1) "Rollenspiel" ist durch die PC-RSPs relativ bekannt geworden.
2) Für fast jedes rollenspielgeeignete Genre gibt es passende RSPs.
3) Für die wenigen geeigneten Genres, für die es keine P&P-RSPs gibt, kann man aus Universalsystemen etwas eigenes brauen.
4) Wer Fan eines P&P-geigneten Genres ist, kann leicht in Erfahrung bringen, dass es generell RSPs gibt und für sein Genre passende Spiele existieren.
Das ist nicht auf die FanFiction-RPG Szene bezogen? Dort wuerde ich die Verhaeltnisse anders einschaetzen.

Allerdings sind sie ihm unzureichend. Der Grund koennte das Medium sein, die Einschraenkung, das Design, die fehlende soziale Komponente.

Man entscheidet sich fuer eine Art Charakterzentrierten Fortsetzungsroman oder/und uebernimmt die Rollen in einer Chat (aehnlichen) Kommunikation und spielt

Man kann doch da nicht ernsthaft erwarten das der Spieler sich zunaechst auf die Suche nach einem RPG begibt.
Das dann, aller Wahrscheinlichkeit nach, fremdsprachig ist.
Das darueber hinaus vielleicht gar nicht exakt die Serie abbildet.
Das wenn er kein RPG fuer seinen Bereich findet, weil ihn keine goettliche Fuegung zu DriveThru oder einem Indie Bereich fuehrte, dieser komplette RPG Noob einfach mal so ein Universal Setting nimmt und gaenzlich problemlos es schafft sein Lieblingssetting zu konvertieren. [Kann ja jeder]
Das dann dem neuem Spieler Mitspieler auf den schoss fallen, und er dann los spielt?

Waehrend er, jenachdem welches Forum er erwischt, noch gesteckt bekommt das sein Wunsch-Genre ggf. die RPG Szene bedroht, oder er in den Streit zwischen ARS'lern und der Storyfraktion geraet.

Na und da wundert man sich weshalb die RPG-Szene sich mit Nachwuchs Problem waehnt @.@

Imho kann es da nichts verkehrtes dran geben dem Fan zu zeigen wie er sein Foren/Chat-RPG mit Freunden an einem Tisch spielen kann. Nun und das so ein paar spielerische Regeln das ganze sogar bereichern koennen.
Zitat
Kurz: wer von den Fans (P&P-)Rollenspielen im Rahmen der (zahlreichen!) vorhandenen Formen spielen möchte, der findet seinen Weg in die vorhandene RSP-Landschaft.
Hm, nein.
Das wirkt auf mich, wie einen Diamanten verstecken, und annehmen das jemand der gerade mal eine grobe Idee hat das es glitzerende Dinger gibt, den Diamanten schon findet oder sich selbst einen feilt.

Zitat
Weitere Kunden erschließen sich nur durch eine grundlegende Änderung dessen, was Rollenspielen ist, wozu die völlige Abkehr von Genres gehört.
Ich denke nicht das nun das zur Verfuegung stellen und bewerben eines ordentlich aufgemachten RPG fuer zaubernde Hexen in der Gegenwart oder einem modernen und stylish aufgemachten neuen Vampire RPG, sich grundlegend aendert was Rollenspiel ist.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: WeepingElf am 5.04.2012 | 22:27
Ich glaube nicht, dass das Genre Fantasy "uninteressant" ist.

Zugegeben, es gibt bereits etliche Fantasy-RPGs, aber das heißt nicht, dass es da keine weiteren Möglichkeiten mehr gibt.  Fantasy ist doch ein sehr weites Feld, und auch in dem engeren Bereich "EDO-Fantasy" gibt es ja etliche Varianten mit unterschiedlichen Akzenten und Flavours.  Wenn ich etwa Earthdawn mit DSA vergleiche, so ist das ganz und gar nicht dasselbe und spricht ganz bestimmt verschiedene Spielertypen an, auch wenn beides Elfen, Zwerge und Orks hat.  Für manche Leute ist auch Mittelerde die beste aller EDO-Welten, weil es das Original ist, während es andererseits Leute gibt, die an der Bespielbarkeit von Mittelerde zweifeln.  Und lasst mich hier als Weltenbastler sprechen: ich bastele an einer eigenen Fantasy-Welt, die Inis Albion heißt, auf der Artussage aufbaut und Elben und Zwerge (aber keine Orks oder Trolle, und die Elben und Zwerge sind auch nur Menschen) und ein bisschen Magie hat, aber doch, meine ich, ganz eigenständige Züge hat, die ich so noch nirgendwo gesehen habe.

Natürlich sind die Möglichkeiten, die das Rollenspiel in anderen Genres bietet, nicht zu unterschätzen.  Man kann im Prinzip fast alles zur Grundlage eines Rollenspiels machen (was nicht heißt, dass ich fast alles spielen würde: auf Endzeit etwa habe ich nicht das allergeringste Böckchen).  Fragt sich nur, ob sich das verkauft.  Grundsätzlich gibt es das Problem, dass Rollenspiel ein gewisses "Nerd"-Image hat.  Es gilt nun mal als ziemlich uncool.  Die coolen Jungs skaten oder machen Parkour oder irgendsowas.  In der Freizeit hat das Gehirn gefälligst Pause zu haben, das ist der Zeitgeist heute.  Da betätigt man sich sportlich.  Oder lässt sich bespaßen.  Und in einer Zeit, in der immer mehr Leuten die Fähigkeit abhanden zu kommen scheint, sich in Worten geschilderte Welten geistig auszumalen, und deshalb Filme Büchern vorziehen, hat das P&P-Rollenspiel gegenüber Computerspielen, die ja heutzutage ausgefuchste 3D-Grafik und "geilen" Sound bieten, keinen leichten Stand.  Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer, und da kann man nun mal nicht allzu viel dran drehen.

Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Oberkampf am 6.04.2012 | 02:23
Und in einer Zeit, in der immer mehr Leuten die Fähigkeit abhanden zu kommen scheint, sich in Worten geschilderte Welten geistig auszumalen, und deshalb Filme Büchern vorziehen, hat das P&P-Rollenspiel gegenüber Computerspielen, die ja heutzutage ausgefuchste 3D-Grafik und "geilen" Sound bieten, keinen leichten Stand.  Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer, und da kann man nun mal nicht allzu viel dran drehen.

Dazu noch 2 Dinge als Anmerkung (mit den üblichen einschränkungen, dass PC-RPG und P&P eigentlich zwei verschiedene Sachen sind):
1) Im PC-Bereich wird das Genre "Fantasy" auch stark bedient und verkauft sich offensichtlich.
2) Viele PC-RPGs werden nicht nur wegend er Grafik und dem Sound, sondern auch wegen der Story gespielt, die kommen mir zumindest heutzutage wie interaktive Filme vor. Ich kenne einige Leute, die diese Spiele spielen, weil sie die Stories sehen wollen.

@Teylen:

Ich will da auch keine Diskussionsschlacht draus machen, deshalb verzichte ich mal auf Zitate (obwohl die eigentlich mMn eine sehr ordnende Funktion haben) und fasse in Punkten zusammen, wo ich deine Meinung nicht teilen kann.

- Fantasymöglichkeiten erschöpft:
Sehe ich nicht so, da bin ich eher der Meinung von Weeping Elf, es gibt durchaus noch Potential für neue Sachen. Eberron und Sundered Skies haben mich als Setting beide positiv überrascht (wobei Eberron natürlich starke Steampunk-Elemente hat). Interessant finde ich aber auch, dass man innerhalb eines Fantasysettings sehr vieles spielen kann: heute mal eine Hofintrige, morgen eine Reise, übermorgen die Erkundung unbekannter Gebiete, in drei Tagen ermitteln wir gegen einen Dämonenkult und nächste Woche gibts ein Militärszenario und übernächste Woche verhandeln wir mit dem Gegner von gestern. Das ist nicht in vielen Genres so "leicht" möglich.

- Möglichkeiten anderer Genres (speziell Horror/Urban Fantasy/Vampire):
In den Bereichen sehe ich viel eher das Potential erschöpft. Es gibt GUMSHOE für Ermittlungen, DF mit einigem Potential, aber auch einem Ermittlungsschwerpunkt, Chill für Ermittlungen, CoC für Ermittlungsabenteuer, Nameless Streets für Ermittlungsabenteuer usw. Demon Hunter hat wenigstens noch einen gewissen Kick-Ass-Effekt, aber im Grunde auch nur Monsterjagd im Halbdunkeln. AFMBE respektiere ich als eine wirklich geniale Erneuerung auf dem Horror-RPG-Mark, eine der wenigen neben DF, denen ich persönlich ein hohes Potential zu verschiedenen Spielrichtungen zutraue. Aber sonst ist das immer der gleiche Einheitsbrei, bloß manche mit besser funktionierenden Regeln.

Speziell betreffs der Vampirspiele sehe ich nun wirklich das Ende der Fahnenstange erreicht. Ob man noch 10 neue Spiele braucht, in denen eine Variante der Vampirgesellschaft entworfen wird, wage ich angesichts des ausgebliebenen Erfolges von V:tR (bzw. Buffy/Angel) zu bezweifeln. An ein spezielles Twillight-, True Blood oder Anita Blake-Rollenspiel, das es schafft sich neben V:tM in Deutschland zu platzieren, glaube ich beim besten Willen nicht (und selbst meine Vampire spielenden Freunde würden sowas wohl nicht kaufen, das kann also nicht nur an meiner persönlichen Abneigung gegen das Genre liegen).

Der Aventurien-Vergleich:
Würde "Aventurien" dicht gemacht, gäbe es in Deutschland ein großes Heulen und Zähneklappern, neben denen die "Kriege" um o/nWoD oder die 3E/4E "Forgotten Realms" (bzw. 3E/4E generell) ein laues Lüftchen wären. Aber das ist nicht der Punkt, der mir wichtig ist, sondern dieser: die zur Diskussion gestellte Behauptung des Threads ist, dass nicht nur Aventurien (als eine spezielle Ausprägung) sondern das ganze Genre der Fantasy rollenspielerisch "uninteressant" (überholt, unzeitgemäß, lahm usw.) ist!

Man muss Aventurien nicht mögen (interessiert mich persönlich auch nicht die Bohne) um es als ein mögliches Fantasysetting zu akzeptieren. Natürlich ist es in Deutschland das dominante Fantasysetting, neben dem es andere Settings des gleichen Genres schwer haben! Trotzdem können im Bereich der Fantasy noch andere Fantasy-Spielwelten Erfolge aufweisen (was z.B. bei Vampirspielen nicht funktioniert hat). Würde Aventurien eingestellt werden, würden die Leute mit dem Rollenspiel aufhören, die nur wegen dem aventurischen Metaplot/Setting gespielt haben - aber für alle anderen stünden noch tausend andere EDO-Fantasymöglichkeiten zur Verfügung.
(Die Leute, die ihr persönliches Aventurien konvertieren oder nach "toten" Regeln weiterspielen, sind jetzt mal irrelevant, da es ja um Käufer und Entwickler von RPGs geht, nicht um Leute, die daheim ihr eigenes Süppchen kochen.)

Stammkunden und Neukunden:
Natürlich kann man ein Hobby nicht allein mit Stammkundenpflege unterhalten. Aber gerade am V:tM Beispiel kann man doch sehen, was passiert, wenn man etwas auf den Markt wirft, was (in erster Linie?) einen anderen Kundenkreis ansprechen soll: Man vergrault seine Stammkunden, und traditionelle Produkte schlagen bei den Neukunden nicht richtig ein. WW hat - irgendwie auf dem "Storyteller"-System aufbauend - eine Reihe von traditionellen Rollenspielen veröffentlicht, die weit hinter dem Erfolg von V:tM zurück blieben: Trinity Universe (Pulp, Sci-Fi), Exalted (mit Manga-Look), Scion (was mir von der Grundidee sogar gefällt und als Superhelden-RPG durchgehen kann! Aber die Ausführung ist halt WW-Mist!)

Die Produkte haben sicherlich auch ein paar WW-Fans gekauft, die sonst keine Rollenspiele (außer V:tM) spielen, aber offensichtlich fand der Austausch zwischen der V:tM-"Szene", speziellen Fankreisen und den allgemeinen Rollenspiel-Interessenten nicht in dem Maß statt, dass es zu neuen Erfolgsschlagern für WW kam. Angesichts des Scion-Grundregelwerkes, dessen erste zwei Teile auf deutsch gibt, kann das nicht an Übersetzungsschwierigkeiten gelegen haben, und schon gar nicht daran, dass das WW-typische Geschwafel im Buch gefehlt hätte, denn Scion versichert dem Leser immer wieder, dass es kulturell hochwertig ist.

(Übrigens wurde der V:tM Erfolg auch nicht genutzt, um die weniger erfolgreichen Linien "durchzufüttern", soweit ich das beurteilen kann. Es reichte ja nichtmal, die weniger ertragreichen Reihen der oWoD zu erhalten.)

Man kann noch mehr solche Geschichten des Scheiterns erzählen. Spielt die aktive und nicht unbedingt kleine Perry Rhodan Fangemeinde mit Freude eines der Perry Rhodan Rollenspiele? Oder wenigstens eine SW-Adaption davon? Oder der John Sinclair Fankreis das John Sinclair Abenteuerspiel? Vielleicht liegt das nicht nur am Marketing, sondern tatsächlich daran, dass P&P nicht für jeden etwas ist, und einige Aspekte, die P&P ausmachen, nicht einfach übernommen werden können?
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Belchion am 6.04.2012 | 13:18
Sprich: Kriegt man Anfänger den überhaupt noch über die Fantasy zum Rollenspiel? Ist (EDO-)Fantasy überhaupt noch ein beliebtes Genre? Wie hat sich die Fantasy verändert bzw. ist die Fantasy, die in den Urgesteinen DSA und D&D betrieben wird, überhaupt noch als zeitgemäß erfunden?
Ja. EDO-Fantasy ist zwar nicht mehr ganz so das zentrale Jugendmedium wie in den 1980ern / 1990ern, aber immer noch sehr präsent. Autoren, die alternative Fantasy schreiben, klagen ja teilweise sogar darüber, Tolkien habe das Genre kaputtgemacht. (Wobei das häufig aber an ihren eigenen vollkommen überfrachteten und schwierig zugänglichen Welten liegt)

Der einzige Unterschied ist der, dass man bis irgendwann zum Anfang des Jahrtausends noch DSA Boxen bei Karstadt finden konnte. Es ist schlicht schwieriger, überhaupt erstmal auf Pen&Paper aufmerksam zu werden.
Kurz: wer von den Fans (P&P-)Rollenspielen im Rahmen der (zahlreichen!) vorhandenen Formen spielen möchte, der findet seinen Weg in die vorhandene RSP-Landschaft. Weitere Kunden erschließen sich nur durch eine grundlegende Änderung dessen, was Rollenspielen ist, wozu die völlige Abkehr von Genres gehört.

Ich will hier ganz klar Tarin zustimmen, Rollenspiel wie wir es betreiben krankt nicht nur an der Unzugänglichkeit, sondern vor allem daran, dass niemand es kennt. Mit Rollenspiel wird assoziiert: a) Computerspiele, b) Therapeutisches Rollenspiel, c) Rollenspiel als Strategieform in der Organisationsanalyse, d) LARP e) das Schlafzimmerspiel in Lack und Leder. Nicht mit Rollenspiel assoziiert wird unser Hobby des Pen-&-Paper-Rollenspiels. Man kann daher schlicht und ergreifend nicht davon ausgehen, dass jeder grundsätzlich Interessierte schon irgendwie (dank göttlicher Inspiration?) seinen Weg ins Hobby finden wird.

Um zusätzliche Spieler zu gewinnen, muss man in rollenspielaffinen Gruppen werben. Und dafür muss man Rollenspiele anbieten, die deren Bedürfnissen entsprechen. Die Sorge, dies könne irgendwie die bestehenden Rollenspiele auflösen, halte ich übrigens für vollkommen unbegründet - Vampire: the Masquerade ist es damals gelungen, komplett neue Spielerschichte zu erschließen, die wenig mit Fantasy anfangen konnten. Dies hatte aber keinerlei negative Auswirkungen auf die bestehende Rollenspiellandschaft. Wegen Vampire wurde kein einziges bestehendes großes Rollenspiel eingestellt.

Das Genre alleine ist dafür vollkommen belanglos, es ist nur insoweit wichtig, als dass man es als Haken für die Neukunden braucht.

An der Existenz oder dem Fehlen solcher Werke kann es eigentlich also nicht liegen. Erfolg habe ich jenseits von Vampire - die gezeigt haben, dass es geht - noch nicht unbedingt entdeckt. Werben die Anhänger dieser Genre an den falschen Stellen?
Sie werben meistens gar nicht, bzw. wenn sie werben meistens innerhalb der bestehenden Rollenspielergemeinschaft. So findet man natürlich keine neuen Spieler.

Aber wenn man 30+ ist (wie die meisten Leute hier wohl sind), hat man natürlich gemerkt, dass Fantasy nicht cool ist, Weltflucht, kindliche Allmachtsträume etc. - daher dann auch meine Befürchtung, dass man mit einem "erwachsenerem" Rollenspiel versucht, Leute anzuwerben.
Das halte ich, gelinde gesagt, für totalen Blödsinn. Ich bin über 30 und spiele sehr gerne Fantasy, kenne auch eine Menge anderer Leute, denen es ebensogeht. Die gesamte Old-School-Renaissance besteht aus Leuten von deutlich über 30+, die fast nur Fantasy spielen.

Ein weiterer Aspekt ist das man vielleicht auch das Fantasy-Genre entsprechend ausdehnen koennte. Es ist ja nun nicht dergestalt als wuerden dort nicht auf eine Menge Fantasy angelehnte Sachen laufen.
Das Fantasygenre war ursprünglich breiter, wurde erst aufgrund des enormen Erfolgs des Herrn der Ringe (bzw. dessen Nachahmer) auf die heutige extrem schmale EDO-Darstellung verengt. Inzwischen dehnt sich die Bedeutung langsam wieder etwas aus, dabei entstehen die ganzen Bindestrich-Fantasys. Fantasy ist ja durchaus in verschiedensten Geschmacksrichtungen möglich.

Spielt die aktive und nicht unbedingt kleine Perry Rhodan Fangemeinde mit Freude eines der Perry Rhodan Rollenspiele?
Ist die Perry-Rhodan-Fangemeinde rollenspielaffin? Wurde in dieser Gruppe Werbung für das Spiel gemacht? Sind die Perry-Rhodan-Rollenspiele einsteigerfreundlich? Gibt es Verknüpfungen vom Perry-Rhodan-Rollenspiel zu anderen Rollenspielen? Sind Rollenspieleinsteiger die typischen Regelkonvertierer?

Die Antwort auf alle diese Fragen lautet Nein.
Titel: Re: Fantasyrollenspiel... ein uninteressantes Genre?
Beitrag von: Maarzan am 6.04.2012 | 14:54
Wenn man neue Leute für das Rollenspiel an sich fangen will, muss man ihnen die Gelegenheit geben selbst was machen zu können.
Geschichten vorsetzen befriedigt wohl eher Leser und Autoren denn Spieler oder selbst Geschichten entwickeln wollende.
Deshalb glaube ich, dass der primitivste, clicheelastigste Hintergrund der beste zum Neueinstieg ist, weil er am wenigsten Verrenkungen und Einarbeitungen in neue Konzepte benötigt und am tolerantesten gegenüber erst einmal darin Rumtoben ist.

Und das trifft auf generische Fantasy am ehesten zu.  

Eine große nur grob skizierte Fläche ist noch viel wichtiger als ein einfaches Regelwerk, denn dort treten viel deutlicher konzeptionelle Verständnisunterschiede zu Tage als bei der Aktionsbehandlung.

Angesichts der Rolle, welcher der Industrie dabei immer wieder zugewiesen wird frage ich mich, in welchen der Strategien überhaupt genug Potential steckt, dass eine solche sich damit überhaupt über Wasser halten kann.
Was soll die jetzt eigentlich den zu werbenden Neukunden dann alles verkaufen?

Wenn es aber nur zum Erhalt des persönlichen Spielerumfelds geht und ich selber aktiv werden soll, dann wäre jede Bemühung anderer Leute auch Spieler (ggf zu anderen Spielstilen) zu rekrutieren ja erst einmal Konkurrenz, oder?

Was soll den jetzt überhaupt eigentliches Endziel der Aktion sein, dass wir über Methoden und geeignete Spiele diskutieren können?