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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Blizzard am 4.04.2012 | 12:22
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Früher, als ich mit dem Rollenspiel angefangen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, jemals irgendwann zu leiten. Irgendwann im Laufe der Jahre musste ich dann mal in den saueren Apfel beissen und leiten, weil es sonst keiner machen wollte. Ich fand so viel Spass daran, dass ich heute viel lieber leite, als zu spielen. So weit, so gut. Abwechslung tut Not, heisst es ja schön, und so bequeme ich mich ab&zu also auch mal als Spieler an den Tisch. Irgendwann, im Laufe des Abenteuers, merke ich dann, wie mein SL-Unterbewusstsein aktiv(iert)wird, und Situationen im Abenteuer, dargestellt von einem anderen SL, analysiert oder versucht, diese zu analysieren. Es ist jetzt nicht so, dass der andere SL darum gebeten hätte, dass ich (als erfahrener SL) ihn überwache, und ihm nach der Sitzung Feedback gebe-von SL zu SL. Es ist auch nicht so, dass ich mir vor dem Spielen aktiv oder bewusst vornehme, als Spieler mit SL-Maske in das Abenteuer zu gehen. Es ist einfach so, wie oben schon angedeutet:In oder bei gewissen Situationen im Abenteuer wird bei mir als Spieler plötzlich mein SL-Unterbewusstsein aktiv(iert)und analysiert die jeweilige Situation aus SL-Perspektive. À la " Das hätte ich als SL nie&nimmer so gemacht..." oder "Ich als SL hätte sie ja erst nach A und dann nach B geschickt, und nicht umgekehrt", usw. Kurzum: gewisse Situationen im Abenteuer triggern mein SL-Unterbewusstsein. Da setzte ich mir dann als Spieler die SL-Maske auf, obwohl ich sie doch eigentlich gar nicht dabei habe (metaphorisch gesprochen). Ich habe jetzt die letzten 3,4 Sitzungen, in denen ich als Spieler fungiert habe, mal Revue passieren lassen, und mir ist aufgefallen, dass das eigentlich in jeder Sitzung so war. Zum Glück ist das nicht das ganze Abenteuer über so, und das ist auch erst so, seit ich selbst leite.
Aber diese "Unbefangenheit" mit der ich früher als Spieler an ein Abenteuer ran gegangen bin, ist irgendwie weg. Ich wollte jetzt einfach mal fragen: Geht es anderen Leuten(die ebenfalls als SL fungieren) auch so? Habt ihr ähnliche oder total unterschiedliche Erfahrungen gemacht? Ist das normal? Kommt das von zu viel Leiten? Oder sollte ich einfach mal wieder mehr spielen?
Bin gespannt auf eure Antworten.
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Klar mach ich mir Gedanken dazu, wie ich etwas anders gehandhabt hätte. Größtenteils sogar bewußt.
Den nur so kann ich was für mich als SL rausziehen, und nur so kann ich auch dem SL konkret sagen, wenn mir was nicht passt.
Vom Genuss nimmt es mir allerdings nichts, unzufrieden bin ich ja bei einem SL, wo mir was nicht passt, meistens sowieso, so weiß ich wenigstens warum.
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Mir geht es da ähnlich. Ich habe mir so viele Gedanken über das Leiten gemacht, dass ich ohne das Analysieren gar nicht mehr auskomme. Das ist, wie du schon sagtest, vollkommen unterbewusst. Leider beeinträchtigt das den Spielspaß schon, wenn man nicht mehr unbefangen an das Spiel herangehen kann. Ich habe aber auch das Gefühl, das es besser wird je mehr ich mich in das Spiel bzw. den Charakter einfinde. Vielleicht ist es auch einfach eine Gewöhnungssache.
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Klar nehme ich Rollenspiel immer aus zwei Perpektiven wahr - auch als SL übrigens gelegentlich aus Spielersicht ("Würde ich das als Spieler cool finden?" "Wäre ich mit den verfügbaren Optionen zufrieden?" "Würde mir die Info als Entscheidungsgrundlage reichen?") Finde das ausschließlich positiv und bin auch der Meinung, dass JEDER ab und zu mal leiten sollte oder sich (als SL) bei 'nem anderen SL mal einen Ratschlag/Feedback abholen kann.
Man versteht die Dinge eben nur dann wirklich, wenn man beide Seiten kennt! Mir macht der häufige Wechsel von SL zu Spieler und umgekehrt absolut Spaß!
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Geht es anderen Leuten(die ebenfalls als SL fungieren) auch so?
Ja. Mir.
Habt ihr ähnliche oder total unterschiedliche Erfahrungen gemacht?
Ja. Aber es kommt auch drauf an, welches System, welche Art Geschichte und welche Art Mitspieler am Tisch sind.
Sehr entscheidend ist auch, wie "einfallslos" mir der andere Spielleiter vorkommt.
Ich habe mich auch schon dabei ertappt, meinen Spielleitern mal die ein oder andere Idee auf einem Zettelchen zuzustecken, was ich mir als Spielleiter gut vorstellen könnte. Versprochen: Nur ganz selten. Denn letztlich denkt sich mein Spielleiter ja seine Sachen und hat üblicherweise wohl auch eine Vorstellung davon, was in seiner Welt so alles passiert.
Ist das normal?
Keine Ahnung.
Kommt das von zu viel Leiten?
Nö. Und wenn, dann nur ausnahmsweise bei Spielleiter-Junkies.
Ich würde eher sagen, dass eine entscheidende Rolle spielt, wie gerne Du selbst Spielleiter bist.
Möglicherweise funkt hier noch rein, ob Du das Setting, die laufende Geschichte und/ oder das Spielsystem gerne selber leiten würdest.
Oder sollte ich einfach mal wieder mehr spielen?
Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
AO
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Ist das normal?
Ich denke ja. Der Tellerrand ist halt weg und wird nicht wiederkommen. ;)
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Mir noch nie passiert. Wobei ich nach wie vor nur ungern leite. Die Unbefangenheit des Spielers ist bei mir erhalten geblieben.
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Kenne ich auch. Wobei ich ohnehin selten spiele (an den SL gekommen, weil es niemand machen wollte, und nicht wieder ganz losgeworden... man kennt das).
Allerdings aktiviert sich bei mir eher die Frage "Worauf soll das hinauslaufen?", also eher ein Metablick. Ich denke, das kann auch bereichern, hoffe das jedenfalls. Wenn mein üblicher Mit-SL mit in der Runde sitzt und spielt, freue ich mich auf alle Fälle über seine Unterstützung, wenn es gerade mal an der Kommunikation hapert, sprich: ich was will und die Gruppe mich nicht versteht/ ich das nicht gut rüberbringe.
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Ich habe mich auch schon dabei ertappt, meinen Spielleitern mal die ein oder andere Idee auf einem Zettelchen zuzustecken, was ich mir als Spielleiter gut vorstellen könnte. Versprochen: Nur ganz selten.
Das hingegen habe ich bei meinen un(ter)bewussten Analysen des Spielgeschehens noch nie gemacht-wobei so ein Hinweis ab&zu an den SL evtl. ganz hilfreich sein könnte. Mal schauen.
Ich würde eher sagen, dass eine entscheidende Rolle spielt, wie gerne Du selbst Spielleiter bist.
Wie ich im Startposting schon schrieb: Inzwischen leite ich viel lieber, als selbst zu spielen. Möglich, dass dieses Übergewicht des Leitens hierbei eine Rolle spielt.
Möglicherweise funkt hier noch rein, ob Du das Setting, die laufende Geschichte und/ oder das Spielsystem gerne selber leiten würdest.
Das hingegen, so meine ich festgestellt zu haben, hat offensichtlich keinen oder nur einen unbedeutenden Einfluss auf meine un(ter)bewuste SL-Analysen der betreffenden Spielsituation(en).
Aber ich bin erleichtert zu lesen, dass es nicht nur mir so geht.
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Klar nehme ich Rollenspiel immer aus zwei Perpektiven wahr - auch als SL übrigens gelegentlich aus Spielersicht ("Würde ich das als Spieler cool finden?" "Wäre ich mit den verfügbaren Optionen zufrieden?" "Würde mir die Info als Entscheidungsgrundlage reichen?") Finde das ausschließlich positiv und bin auch der Meinung, dass JEDER ab und zu mal leiten sollte oder sich (als SL) bei 'nem anderen SL mal einen Ratschlag/Feedback abholen kann.
Man versteht die Dinge eben nur dann wirklich, wenn man beide Seiten kennt! Mir macht der häufige Wechsel von SL zu Spieler und umgekehrt absolut Spaß!
Würde ich genauso unterschreiben!
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Ich trenne bewusst. Als Spieler lasse ich mich voll auf meine Spielerrolle ein und blende das Mitdenken oder gar "Besserdenken" völlig aus. Und das klappt prima, ich will das Spiel ja schließlich auch genießen.
Danach bin ich recht freudig, ein Feedback zu geben und analysiere sicherlich auch einiges aus SL-Sicht in der Retrospektive. Stets darauf bedacht, meine Meinung so zu formulieren, dass sie als Vorschlag wahrgenommen wird.
Als SL hingegen denke ich (zu) oft für die Spieler mit und gebe ihnen ab und zu Tipps, um nicht unnötig stehen zu bleiben. Da fällt es mir schwerer zu trennen. Aber auch kein Problem :)
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Also im Grunde sollte das bitteschön jeder Mitspieler so tun.
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@Blizzard:
Herzlichen Glühstrumpf.
Du hast soeben die Metagaming-Denke erschlossen.
Du bist der erste SL/Spieler, den ich kenne, dem das so spät erst auffällt.
Interessant.
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Du bist der erste SL/Spieler, den ich kenne, dem das so spät erst auffällt.
Aufgefallen ist es mir schon früher, ich habe es nur früher nicht kritisch hinterfragt, sondern als Automatismus abgetan, den das Rollenspiel(en) im Laufe der Jahre eben so mit sich bringt.
Mich würde dennoch interessieren, warum das oder was daran genau nun Interessant.
ist.
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Mich würde dennoch interessieren, warum das oder was daran genau nun [interessant] ist.
Die Überheblichkeit, die aus Ghostriders Posting träufelt? ~;D
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Ich analysiere andere SLS ebenfalls, allerdings nicht unterbewusst, sondern bewusst. Da muss nichts erst aktiviert werden, sondern das läuft quasi automatisch mit. Den Spielspaß beeinträchtigt das aber noch lange nicht, es sei denn, mir passt die Vorgehensweise des jeweiligen SLs überhaupt nicht in den Kram. Aber selbst in dem Fall, dass ich etwas anders gemacht hätte, behalte ich das zumeist für mich, denn ich empfinde es als störend und unhöflich anderen Menschen wegen Kleinigkeiten ungefragt in ihren Kram hereinzureden. Ich würde es jedenfalls nicht wollen. Mitunter führen ja auch mehrere Wege zum Ziel. Gefallen mir die Spielsitzungen immer weniger, kann ich immer noch gehen.
Rein theoretisch könnte es ja auch passieren, dass man von anderen SLs etwas lernen... ;)
Man muss kein SL sein um zu analysieren. Auch wenn man stets nur Spieler war, haben Quervergleiche zwischen verschiedenen SLs einen ganz ähnlichen Effekt, vor allem dann, wenn man schon eine ganze Reihe Spielleiter erlebt hat.
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Während des Spiels spiele ich einfach.
Auch nachher mache ich mir keine Gedanken, es sein denn der SL hätte gerne ein Feedback von mir - dann lasse ich nochmal das Spiel Revue passieren und versuche zu überlegen ,was mir gefallen hat und was nicht.
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Hm - ist das nicht unabhängig vom Rollenspiel auch verbreitet? Wenn man ein Buch liest oder einen Film sieht, beispielsweise. Da bemerkt man einen Logikfehler oder denkt sich: ich hätte das eher so und so gemacht... Oder man freut sich, weil eine Szene einfach spitzenmäßig "gestrickt" ist, ein Dilemma großartig aufgebaut o.ä.
Meiner Meinung nach ist das nichts anderes als das, was hier als "SL-Unterbewusstsein" thematisiert wird: man analysiert eine irgendwie medial transportierte fiktive Situation aus "Macher-Sicht" (ohne sich das absichtsvoll vorgenommen zu haben). Ich würde sogar sagen, dass es nicht auf fiktive Situationen beschränkt ist: Man liest einen Brief oder ein Protokoll oder was auch immer und denkt sich: Wow, clever formuliert. Oder man hört jemandem zu und denkt sich: Ups, das hätte sie/ er besser anders ausdrücken sollen...
Bei mir persönlich ist das mittelmäßig ausgeprägt. Manchmal bin ich verblüfft, was andere Leute in meinem Umfeld bemerken; manchmal bin ich es, dem irgendwas auffällt.
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Ich überlege auf jeden Fall mit, was ich anders gemacht hätte, und warum. Das man Unterschiede wahrnimmt , halte ich auch für ganz normal, und sagt erstmal nichts über die empfundene Qualität des Leitens eines anderen SLs aus.
Aber ob das Nachdenken Spielersicht ist oder eine Angewohnheit des nicht-aktiven SLs in mir, kann ich nicht sagen. Das kommt auch daher, dass mir meistens solches Verhalten bzw. Denken von mir auffällt, wenn ich der Meinung bin, ich als SL hätte eine Actionsequenz eingestreut, eher mal "Ja (aber)" gesagt oder den Würfel über den Fortgang einer Situation entscheiden lassen.
Da ist die Frage dann, ob ich als SL versuche, in diese Richtung zu leiten, weil ich das als Spieler mag, oder ob ich als Spieler so denke, weil ich als SL versuche, so zu leiten...
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Während des Spiels spiele ich einfach.
Auch nachher mache ich mir keine Gedanken, es sein denn der SL hätte gerne ein Feedback von mir - dann lasse ich nochmal das Spiel Revue passieren und versuche zu überlegen ,was mir gefallen hat und was nicht.
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Während dessen ich spiele versuche ich nur zu spielen.
Obwohl es vor allem bei unerfahrernen SL´s dazu kommt das man sich schon mal gedanklich auf die Finger hauen muss.
Ansonsten denke ich nach den Sitzungen (egal ob als SL oder SC) viel darüber nach was "good, bad & ugly" war.
Aber während einer Sitzung verscuhe ich das zu vermeiden.
Oben schrieb jemand das er seinem SL als SC zettel mit ideen zustecken würde... Kölner Presse nenne ich sowas!
Da macht sich jemand die mühe eine schönen Spieleabend zu gestalten und wird dann von einem "Super-SL" mit geheimbotschaften unterminiert...
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Ich Spielleite mit der selben Begeisterung wie ich Klettere.
Anfangs traue ich es mir nicht zu, neige in der Vorbereitung panisch zu sein und wenn ich oben angekommen bin packt mich die Hoehenangst. Sobald ich jedoch zurueck auf dem Boden angekommen bin, bin ich mit der Welt und mir zufrieden bzw. gluecklich geklettert zu sein und ueberlege wann und wie ich wieder eine Wand hoch klettere. [Ende des Kletterbeispiel]
Das heisst ich leite durchaus gern, allerdings zwinge ich mich nicht unbedingt auf und bin auch zufrieden wenn ich als Spieler an einer Runde teilnehme.
Wenn ich spiele dann Spiele ich.
[Und wenn ich dem Tautologie Club beitrete, trete ich dem Tautologie Club bei XD]
Das heisst ich konzentriere mich einerseits auf die Darstellung meiner Spielfigur, ich konzentriere mich .. auf den Gemeinsamen Vorstellungsraum, auf die eigenen Werte der Spielfigur, auf die entsprechenden Spiel-Mechaniken, auf die Gruppe bzw. die Mitspieler um darauf zu achten das meine Spielweise in etwa im Einklang mit dem Gruppenkonsens liegt. Ich merke mir die Geschehnisse, ich analysiere ab und an die taktischen Verhaeltnisse, ich gehe die Spiel Optionen durch, ich immersiere mich ein Stueckweit in die Handlung und geniesse es. Ich verfolge durchaus die Wuerfel und gucke das es halbwegs korrekt ablaeuft, je nachdem. Ich bewerte durchaus ab und zu wie gut ich grad gelaunt bin. ^^;
Also kurz, ich spiele, wie ich auch bei jedem anderen Spiel spielen wuerde.
Die Idee, waehrend ich als Spieler in der Gruppe an dem Spiel teilnehme, mir die Position des Spielleiters anzumassen beziehungsweise zu imaginieren erscheint mir recht fremd. Die Vorstellung dem Spielleiter gar Zettel mit Korrekturen oder Vorschlaegen zu zuschieben durchweg dreist und unangemessen.
Das waere doch, im Grunde so, als wuerde man im Spiel, seinen Mitspieler Zettel zu stecken wie sie ihren Charakter doch bitte zu spielen haben, oder wo sie Fehler machten. Ich finde die Vorstellung ziemlich unangemessen.
Das waere als wuerde ich mit jemanden eine Partie Go spielen, und unvermittelt, im Spiel, weil ich oft eine fuehrende Position habe, dem Gegenueber erklaeren das sein Zug dort gerade total schlecht ist und der Qualitaet der Partie abtraeglich. Soetwas wuerde ich mir allenfalls in extrem Faellen gestatten, und wenn ich weiss das der Gegenueber es auch mag.
Zumal einem waehrend des Spiels doch die Informationen des Spielleiters fehlen.
Also was er nun alles vorbereitet hat, weshalb genau er es nun macht.
Das heisst ich gehe erst im Anschluss hin, denke ueber das Spiel nach und was, wie, wie die SL Handlungen eventuell motiviert hat. Was vielleicht toll war, (noch) unverstaendlich oder weniger toll ankam.
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Ich würde sagen, du wechselst während des Spiels aus der Actor's Stance in die Director's Stance. Das machen nicht alle - ich gehe auch davon aus, dass Leute, die selbst gern leiten, das häufiger machen. Schließlich ist man als SL meistens in der Director's Stance.
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Während des Spiels spiele ich einfach.
Auch nachher mache ich mir keine Gedanken, es sein denn der SL hätte gerne ein Feedback von mir - dann lasse ich nochmal das Spiel Revue passieren und versuche zu überlegen ,was mir gefallen hat und was nicht.
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Ausnahme: Die Runde ist schlecht und ich langweile mich. Dann schalte ich um in den Analysemodus und versuche, herauszufinden, was genau jetzt scheiße ist. Im "Normalbetrieb" kommt das aber nicht vor.
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Ich würde sagen, du wechselst während des Spiels aus der Actor's Stance in die Director's Stance. Das machen nicht alle - ich gehe auch davon aus, dass Leute, die selbst gern leiten, das häufiger machen. Schließlich ist man als SL meistens in der Director's Stance.
Ich denke das ich beim Spielen munter durch alle drei Instanzen wechsele.
Wobei ich den Unterschied in Bezug auf Blizzards Darstellung dahingehend das er nicht nur haeufiger auf die Director Stance wechselt, sondern dort auch noch ein eigentlich Rollen-Fremdes Bild einnimmt.
Das heisst ich denke das es nochmal ein gewaltiger Unterschied ist ob man als Spieler, mit der Beschraenkung auf die eigene Handlungsweisen / Aufgaben, auf der Directors Stance agiert; Oder ob mal als Spieler, ohne die Beschraenkung auf die eigenen Handlungsweisen / Aufgaben, agiert. Und letztlich sogar dazu uebergeht dies ueber Zettel zu kommunizieren wie es Agent Orange andeutete.
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Ich würde sagen, du wechselst während des Spiels aus der Actor's Stance in die Director's Stance. Das machen nicht alle - ich gehe auch davon aus, dass Leute, die selbst gern leiten, das häufiger machen. Schließlich ist man als SL meistens in der Director's Stance.
Bei mir kommt dieser Modi-Wechsel nur dann vor, wenn der SL es nicht schafft, mich in die Immersion zu bekommen. Z.B. weil er selbst nicht so motiviert erscheint, oder er es nicht schafft, am Spieltisch die Struktur und Spannung aufrecht zu erhalten.
Das verursacht dann bei mir, dass ich automatisch mich frage, welche Massnahmen ich als SL ergreifen würde, um da anders heran zu gehen. Bei Mitspielern äußert sich dass dann eher darin, dass sie oft ins Outgame wechseln, unaufmerksam sind, etc...
Von daher ist es für mich nichts ungewöhnliches.
Was dagegen hilft: Den Spielleiter als Spieler unterstützen soweit es geht, die Gruppe motivieren, im Spiel zu bleiben und vor allem Bier und ein guter SL :)
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Ich Spielleite mit der selben Begeisterung wie ich Klettere.
Anfangs traue ich es mir nicht zu, neige in der Vorbereitung panisch zu sein und wenn ich oben angekommen bin packt mich die Hoehenangst. Sobald ich jedoch zurueck auf dem Boden angekommen bin, bin ich mit der Welt und mir zufrieden bzw. gluecklich geklettert zu sein und ueberlege wann und wie ich wieder eine Wand hoch klettere. [Ende des Kletterbeispiel]
Das heisst ich leite durchaus gern, allerdings zwinge ich mich nicht unbedingt auf und bin auch zufrieden wenn ich als Spieler an einer Runde teilnehme.
:d
Ich bin allerdings sehr häuftg im Analysemodus. Meist jedoch mir selbst gegenüber. Ich möchte wissen, was man am Spiel noch verbessern kann. Ich will mich verbessern. Besser werden. Ich vertrete die Meinung, daß nicht Jeder ein Feedback über sein Spiel möchte. Ich denke es ist überheblich zu behaupten ich wisse besser als der andere, was recht und unrecht gespielleitet ist. Ein wertschätzender Umgang mit den gefundenen Mäkeln ist wichtig. Mäkel habe ich gefunden, weil mir was ned schmeckt. Jemand anderem aber vielleicht schon. Manchmal rutscht aber auch mir eine humoristische oder auch ironische Bemerkung raus. Verdammt! Wie menschlich! :D Ich gebe aber gerne Feedback, wenn man mich darum fragt.
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Aufgefallen ist es mir schon früher, ich habe es nur früher nicht kritisch hinterfragt, sondern als Automatismus abgetan, den das Rollenspiel(en) im Laufe der Jahre eben so mit sich bringt.
Mich würde dennoch interessieren, warum das oder was daran genau nun ist.
Weil du einer der sehr seltenen Fälle bist, in denen ein Spieler, der mal SL wurde, sich seinen Spieler-"sense of wonder" behalten konnte.
Bei mir war das anders. Nach der ersten Sitzung als SL konnte ich nimmer mit der "Naivität"(positiv betrachtet!) eines reinen Spielers das Spiel geniessen.
Ist es jetzt klarer?
Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, Leute.
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Weil du einer der sehr seltenen Fälle bist, in denen ein Spieler, der mal SL wurde, sich seinen Spieler-"sense of wonder" behalten konnte.
Nur bedingt-wenn du mein Startposting richtig gelesen hast.Zudem: Es gibt hier offensichtlich Leute, die können-laut Aussage-wirklich zu 100% trennen, und mit der Unbedarftheit des Spielers als Spieler in das Abenteuer gehen. Und das zu 100% durchziehen. Ich kann das (wohl) nicht mehr. Ich bin nicht sauer oder wütend darüber, auch wenn ich mir manchesmal insgeheim wünschte, doch no so strikt trennen zu können. Ich bin auch nicht undankbar, denn dieses "analytische Unterbewusstsein" hat mir schon manches Mal für meinen SL-Posten weitergeholfen. Letzten Endes ist es nur eine Feststellung, die ich gemacht und bislang eben nicht nähergehend hinterfragt habe.
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Weil du einer der sehr seltenen Fälle bist, in denen ein Spieler, der mal SL wurde, sich seinen Spieler-"sense of wonder" behalten konnte.
Bei mir war das anders. Nach der ersten Sitzung als SL konnte ich nimmer mit der "Naivität"(positiv betrachtet!) eines reinen Spielers das Spiel geniessen.
Ist es jetzt klarer?
Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, Leute.
Ich kenne das von Konzerten. Nach 15 Jahren als Bühnenbauhelferdepp kann ich mir wirklich keine Konzerte mehr "genüsslich" ansehen, weil ich an jeder Stelle weiß, was da für eine Knochenarbeit hinter steckt.
Allerdings kann ich beim Rollenspielen wirklich gut abschalten und einfach "losspielen".
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So gehts mir auch.
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Du warst auch Rowdy? :D
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Das Wort, das du suchst, heisst "Roady".
Rowdies sind diese anderen Typen.
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Ich glaube nicht, dass ich den SL-Modus abschalten kann, will oder sollte.
Wenn ein SL es schafft, mich mitzunehmen, dann hab ich Spaß. Und dann kann ich auch wie ein SL denken, ist ja egal: Ich hab Spaß.
Wenn ein SL es nicht schafft, mich mitzunehmen, dann habe ich keinen Spaß. Und da hilft es auch nicht, mich mit Charakterspiel oder so zu beschäftigen, denn ich hab keinen Spaß.
Ich behaupte, dass wenn negativ auffällt, dass man wie ein SL denkt, dann hat man keinen Spaß bzw. ist nicht einer Meinung mit dem SL.
Das heißt aber nicht, dass man als Spieler nicht taugt oder was ändern muss.
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Das Wort, das du suchst, heisst "Roady".
Rowdies sind diese anderen Typen.
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