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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: WeepingElf am 13.05.2012 | 00:12

Titel: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: WeepingElf am 13.05.2012 | 00:12
Alles redet in der Rollenspielszene von Old School.  Old School dies, Old School das ... aber was ist Old School überhaupt?  Ist das ... Dungeoncrawling?  Hack&Slay?  Primitive Regelwerke à la OD&D oder DSA1, mit starren Klassen und kaum nicht-kampfbezogenen Spielwerten?  Oder vielleicht was ganz anderes?  Irgendwie scheint auch jeder was anderes darunter zu verstehen.

Also: was versteht ihr unter Old School?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Orakel am 13.05.2012 | 00:26
Alles redet in der Rollenspielszene von Old School.  Old School dies, Old School das ... aber was ist Old School überhaupt?  Ist das ... Dungeoncrawling?  Hack&Slay?  Primitive Regelwerke à la OD&D oder DSA1, mit starren Klassen und kaum nicht-kampfbezogenen Spielwerten?  Oder vielleicht was ganz anderes?  Irgendwie scheint auch jeder was anderes darunter zu verstehen.

Also: was versteht ihr unter Old School?


Hmm... das Problem bei der Sache ist, dass es unter Old School eine ganze Menge gegenseitig wiedersprüchliche Ansätze gibt. Da sind zum einen diejenigen, die wirklich damals gespielt haben und dann sind da noch diejenigen, die den Begriff für sich beanspruchen.

Also: Die "new Old School" ist scheinbar die gezielte Konzentration auf das Spielen des Dungeoncrawls. (Und die verwendung von s.g. Sandboxen als Kampagnengrundlage.)

Im Fuhrwasser dieser Spielweise sind dann natürlich auch noch die Retro-Clones ins Augenmerk gerückt, die ja letzten Endes Nachbauten der alten Systeme wie oD&D sind.

So, damit haben wir vermutlich erstmal die haltbarste Definition von old School im Sinne von "wird so verwendet" erstmal. Jetzt darf Moritz noch darüber herziehen, dass das natürlich nicht stimmt und dann ist der Thread im Grunde beendet.  ~;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: WeepingElf am 13.05.2012 | 00:34
So ungefähr habe ich das bisher auch verstanden.  Also mehr oder weniger: Weg mit allem rollenspielerischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre, wie Charakterspiel, gewaltfrei lösbare Abenteuer, gebaute statt erwürfelte Charaktere, klassenlose Systeme und all dem, was wir in den 80er/90er Jahren gelernt haben, dass es "gutes Rollenspiel" ausmacht?  Zurück zu den Anfängen?

Nächste Frage: Was ist eine Sandbox?  Den Ausdruck habe ich im Zusammenhang mit Old School auch schon ein paar mal gehört, aber weiß nicht, was das sein soll.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Teylen am 13.05.2012 | 00:42
Also: was versteht ihr unter Old School?
Das was früher (tm), als man noch jung (tm) war, gut (tm) gewesen ist.
Also das einzig wahre.

Natürlich irritiert es dann wenn es Leute gibt die in den 80ern jung waren, Leute die in den 90ern jung waren, gar welche die in den 00ern jung waren oder dann gar Leute die in den 80ern jung waren sich aber mehr 90er-jung fühlen oder Leute die in den 00ern jung waren sich aber mehr 80er-jung fühlen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Bad Horse am 13.05.2012 | 00:51
Weg mit allem rollenspielerischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre,

Genau. Das, was du als "rollenspielerischen Fortschritt" betrachtest, ist nämlich einfach nur ein eigener, anderer Spielstil, dessen Entwicklung allerdings von seinen Verfechtern als das einzig wahre und gute Rollenspiel gepriesen wurde.

OldSchool sagt jetzt aber: Wenn ihr Spaß am Rollenspiel ohne ["rollenspielerischem Fortschritt"] habt, dann ist das völlig in Ordnung, macht ruhig weiter damit. Hier sind ein paar Regeln, wie man das möglichst spaßig gestaltet, und ein paar Ideen, wie man das am besten aufsetzt (Stichwort: Sandbox).

Ich finde es auch ziemlich irritierend, dass du deinen Spielstil als "fortgeschritten" bezeichnest. Fortgeschrittener als was?
Tatsächlich sagt der Fortschritt der letzten 5-10 Jahre nämlich (zumindest nach meinem Gefühl): Such dir einen Stil, der dir gefällt, hab Spaß damit, aber tu nicht so, als wäre das für alle das Nonplusultra.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Belchion am 13.05.2012 | 01:05
So ungefähr habe ich das bisher auch verstanden.  Also mehr oder weniger: Weg mit allem rollenspielerischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre, wie Charakterspiel, gewaltfrei lösbare Abenteuer, gebaute statt erwürfelte Charaktere, klassenlose Systeme und all dem, was wir in den 80er/90er Jahren gelernt haben, dass es "gutes Rollenspiel" ausmacht?  Zurück zu den Anfängen?
Nein. Es sagt: Weg mit allen Verirrungen der letzen 30 Jahre, wie der Hauptaugenmerk auf spektakulären (aber auswirkungslosen) Kampf, die zu Railroads führende dramatische Planung, sinnlosen Tavernengesprächen und Pseudo-Entscheidungsmöglichkeiten. Stattdessen Wert auf Konsequenzen, Planung, Taktik - und natürlich die Fähigkeit der Spieler, zu entscheiden, wo man kämpfen muss, wo sich das Kämpfen lohnt und wo man einzig mit Diplomatie weiterkommt. Weg von Charakteren, die bereits vor dem Spiel "fertig" sind, hin zu Charakteren, die erst im Spiel wachsen. Vor allem aber Rollenspiel in erster Linie als Spiel, nicht als Improvisationstheater.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Jiba am 13.05.2012 | 01:15
Bis auf den letzten Satz passt deine Definition aber auch extrem gut zu der NAR-Indiebewegung ("Dogs in the Vineyard", "Fiasco", etc...) Ergebnisoffenes, mitunter management-taktisches Spiel mit echten Konsequenzen und Entscheidungen und im Spiel wachsenden Charakteren. Aber Nar-Indie ist meilenweit von OldSchool weg, oder? Dabei bricht wirklich nur der letzte Satz da aus... obwohl man sogar argumentieren kann, dass Spiele wie "Geiger Counter" oder "Western City" durch das Ressourcenmanagement auch einen stärkeren Game-Charakter haben, als vielleicht allgemein angenommen wird.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Stonewall am 13.05.2012 | 01:21
So ungefähr habe ich das bisher auch verstanden.  Also mehr oder weniger: Weg mit allem rollenspielerischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre, wie Charakterspiel, gewaltfrei lösbare Abenteuer, gebaute statt erwürfelte Charaktere, klassenlose Systeme und all dem, was wir in den 80er/90er Jahren gelernt haben, dass es "gutes Rollenspiel" ausmacht?  Zurück zu den Anfängen?

Nächste Frage: Was ist eine Sandbox?  Den Ausdruck habe ich im Zusammenhang mit Old School auch schon ein paar mal gehört, aber weiß nicht, was das sein soll.

Naja, des einen Fortschritt kann dem anderen ein Rückschritt sein.
Ich habe die alte Zeit selbst nicht miterlebt. Aber manche old school-Postulate scheinen mir freies Spiel eher fördern zu können, zB "rulings, not rules".
Man könnte ja im Gegenteil vermuten, daß umfangreiche Regeln kreatives Vorgehen auch einschränken können, wenn nur noch geschaut wird "was geht nach den Regeln/dazu braucht man Feat XY/Sonderregel AB123 etc..." anstatt, daß der SL auf Basis innerspielweltlicher Plausibilität entscheidet, wie's geht.

Klassen, erwürfelte Werte und dergleichen scheinen mir keine wesensrelevanten old school-Merkmale zu sein.

Sandbox bezeichnet mWn eine "offene" Spielwelt ohne vorgegebenen Plot. Der SL entwirft und verwaltet die Welt, die Spieler handeln darin entprechend ihrer Ideen/Charakterinteressen etc.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 01:42
Die Old School Renaissance ist eine Strömung, die insbesondere als Gegenreaktion auf D&D4 Fahrt aufgenommen hat. Folgende Merkmale werden häufig propagiert:

- Ein starker SL, der ein fertiges Kampagnenkonzept vorstellt und sich dafür Spieler nach Wunsch zusammensucht
- Der SL verwendet Regeln als Richtlinien
- "Meta-Regeln", Player Empowerment etc. werden abgelehnt
- Es werden "realistische" Genre-Settings bevorzugt
- Charaktere können leicht sterben
- Schnelle Charaktererschaffung wird bevorzugt. Methoden, die Optimierung erlauben, sind verpönt.
- Kampagnen mit wechselnder Besetzung, sowohl was Charaktere als auch Spieler angeht, sind möglich. Konstante ist der SL.
- Die Spielwelt soll unabhängig von den Charakteren existieren. Zufallstabellen und Landkarten können helfen das zu gewährleisten. ("Sandbox")
- Es soll "der Spieler gefordert" werden; d.h. der Spieler soll plausibel erscheinende Lösungsmöglichkeiten abseits des Regelwerks entwickeln
- Die Idee, dass Rollenspiel eine Geschichte erzählt, wird abgelehnt
- Balancing als Ideal wird häufig abgelehnt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 02:15
Nein. Es sagt: Weg mit allen Verirrungen der letzen 30 Jahre, wie der Hauptaugenmerk auf spektakulären (aber auswirkungslosen) Kampf, die zu Railroads führende dramatische Planung, sinnlosen Tavernengesprächen und Pseudo-Entscheidungsmöglichkeiten. Stattdessen Wert auf Konsequenzen, Planung, Taktik - und natürlich die Fähigkeit der Spieler, zu entscheiden, wo man kämpfen muss, wo sich das Kämpfen lohnt und wo man einzig mit Diplomatie weiterkommt. Weg von Charakteren, die bereits vor dem Spiel "fertig" sind, hin zu Charakteren, die erst im Spiel wachsen. Vor allem aber Rollenspiel in erster Linie als Spiel, nicht als Improvisationstheater.
Spektakulär gesagt und von Moritz bestimmt abgezeichnet...

Also: Die "new Old School" ist scheinbar die gezielte Konzentration auf das Spielen des Dungeoncrawls. (Und die verwendung von s.g. Sandboxen als Kampagnengrundlage.)
Unbestreitbar ist Dungeoncrawl sicher auch bei New Oldschoolern gern gespielt, aber es darauf zu reduzieren, versucht glaub ich keiner.

@1of3; Ja, einige sehr typische Merkmale gut getroffen (imho).
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.05.2012 | 04:04
- Charaktere können leicht sterben
- Die Idee, dass Rollenspiel eine Geschichte erzählt wird abgelehnt

Bin mit allem einverstanden, was Du als Merkmale aufgestellt hast, mit den beiden aber nicht. Sterblichkeit muß vorhanden sein, nicht aber "leicht", und eine Geschichte wird mMn immer erzählt. Wichtig ist, daß der SL nicht mit einer vorgefertigten Geschichte ins Spiel geht, die er erzählen will.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: migepatschen am 13.05.2012 | 04:24
- Ein starker SL, der ein fertiges Kampagnenkonzept vorstellt und sich dafür Spieler nach Wunsch zusammensucht
Ich würde mich freuen wenn Du das mal erläutern könntest.
Was unterscheidet einen old school SL der sagt "Wir spielen jetzt XYZ" von einem new school SL der dies ebenso sagt?
Und sucht man sich nicht eh die Leute aus mit denen man spielt (aus der vorhandenen Spielerbasis)?

- Der SL verwendet Regeln als Richtlinien
Ist das nicht Willkür, Handwedeln und so weiter?
Ein "starker SL" wird ja wohl nicht über Regelauslegung diskutieren. Sonst wird so etwas doch häufig kritisiert, weil die Regeln dann nichts taugen. Wenn sie was taugen würden müsste man sie ja nicht nur als Richtlinie sehen.

- Es soll "der Spieler gefordert" werden; d.h. der Spieler soll plausibel erscheinende Lösungsmöglichkeiten abseits des Regelwerks entwickeln
Spieler können ein Rätsel selbst dann lösen wenn der Charakter dumm wie Brot ist? Geht das in diese Richtung? Oder eher so was wie, der Magier kann den Teppich zum Fliegen bringen obwohl es keine direkten Regeln dazu gibt?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Radulf St. Germain am 13.05.2012 | 07:36
Ich finde die Old School Diskussion sehr interessant und es gibt irgendwo auch eine Art Manifest dazu (wenn ich wüsste, wo das war). Da werden ein paar gute Punkte gebracht, warum Old School Spass machen kann.

Zur Diskussion was besser oder schlechter ist kann ich für mich sagen: Beides hat seinen Reiz. Ich bin eher ein New School Spieler im (hoffentlich) guten Sinne. Aber dennoch weckt das Thema Old School bei mir warme Gefühle und für ab und zu ein klassisches Spiel wäre ich durchaus zu haben.  :d
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Marduk am 13.05.2012 | 07:47
Handwedeln und "Spielleiterwillkür" sind natürlich ein Element aber dazu sollte gesagt werden, daß allgemein gesagt wird "Trau deinem SL, der weiß schon was richtig ist."

Keine stundenlangen Regeldiskussionen, sondern vertrauen in die SL. Kein Anspruchsdenken ala "Ich will aber unbeingt einen Sonnenelfen in deinem Setting spielen in dem alle Elfen ausgerottet wurden. Jetzt schau mal wie du das unterbringst..."

Gruß

Marduk

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 08:07
Bin mit allem einverstanden, was Du als Merkmale aufgestellt hast, mit den beiden aber nicht. Sterblichkeit muß vorhanden sein, nicht aber "leicht", und eine Geschichte wird mMn immer erzählt. Wichtig ist, daß der SL nicht mit einer vorgefertigten Geschichte ins Spiel geht, die er erzählen will.

OK. "Leicht" ist sicherlich subjektiv gefärbt. Sagen wir: "Charaktertod ist eine zu erwartende Komponente des Spiels. Er ist nicht reserviert für Showdowns oder für Zeitpunkte, die a priori als bedeutsam eingestuft werden."

OSRler würden wahrscheinlich sagen, dass im Nachhinein eine Geschichte entstanden ist. Es wird abgelehnt bewusst auf das Entstehen einer Geschichte hinzuarbeiten, also etwa dramatische Wendungen bewusst ins Spiel einzufügen..
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 13.05.2012 | 08:19
Und lieber Jammerelf - du siehst - der Begriff ist unfassbar schwer zu packen, denn ich würde hier ungefähr 90% der Aussagen im Thread zustimmen.

Ich habe mal vor 3,5 Jahren etwas dazu auf meinem Blog gepostet -

http://glgnfz.blogspot.de/2008/11/was-ist-old-school.html
http://glgnfz.blogspot.de/2008/11/was-ist-nicht-old-school.html

Neben der Ästhetik, die ganz sicher wichtig ist, dürfte wohl der wichtigste Punkt, der OD ausmacht, der sein, dass Herausforderungen sich nicht an den Charakter richten, sondern an den Spieler, der sie mit seinem Charakter (gleich einem Werkzeug) zu überwinden versucht.
Wie schon öfters angeklungen braucht es dazu einen Spielleiter, der das auch leisten kann und will.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 08:20
Ich würde mich freuen wenn Du das mal erläutern könntest.
Was unterscheidet einen old school SL der sagt "Wir spielen jetzt XYZ" von einem new school SL der dies ebenso sagt?

Forgianer sehen das z.B. ganz anders. Da trifft sich eine Gruppe Leute, konstituiert sich einem Willensakt als Rollenspielgruppe und möglicher Weise gibts danach einen Spielleiter.

Das ist wahrscheinlich auch nicht unbedingt so, aber das sind jeweils die Narrative, die von diesen beiden Gruppen gepflegt werden.

Zitat
Ist das nicht Willkür, Handwedeln und so weiter?
Ein "starker SL" wird ja wohl nicht über Regelauslegung diskutieren. Sonst wird so etwas doch häufig kritisiert, weil die Regeln dann nichts taugen. Wenn sie was taugen würden müsste man sie ja nicht nur als Richtlinie sehen.

Die verwendeten Regelwerke sind meist sowieso minimal und erfordern, dass man sie ergänzt. Das war vermutlich ursprünglich einfach State of the Art, wird nun von der OSR aber als wünschenswert angesehen.

Ansonsten gilt der Spielleiter als moralisch integer, so dass er natürlich unparteiisch agiert.

Zitat
Spieler können ein Rätsel selbst dann lösen wenn der Charakter dumm wie Brot ist? Geht das in diese Richtung? Oder eher so was wie, der Magier kann den Teppich zum Fliegen bringen obwohl es keine direkten Regeln dazu gibt?

Zunächst gibt es Probleme, die der Spieler selber lösen muss. Es gibt also womöglich keinen Fertigkeitswert zum Falle entschräfen. Der Spieler muss erklären, wie er die Falle entschärft. Wenn er in seiner Erklärung einen Fehler macht, geht sie entsprechend hoch.


Und wieso kommen hier eigentlich Verständnisfragen und warum wird jüngst bei meiner Beschreibung der Konkurrenz (http://tanelorn.net/index.php/topic,74676.msg1528067.html#msg1528067) nur von gewissen Individuen rumgenölt? Ich hätte getippt, dass ich da noch deutlich kryptischer war.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Blizzard am 13.05.2012 | 08:21
Wichtig ist, daß der SL nicht mit einer vorgefertigten Geschichte ins Spiel geht, die er erzählen will.
Wieso nicht? Wo ist das Problem?

- Die Idee, dass Rollenspiel eine Geschichte erzählt wird abgelehnt
Welchen Zweck soll Rollenspiel sonst erfüllen?

Zitat
- Balancing als Ideal wird häufig abgelehnt.
Worauf bezieht sich Balancing konkret?

@1of3: 50% der Punkte in deiner Liste treffen auf meinen Leitstil zu, die anderen 50% aber nicht. Wie leite ich denn jetzt? Semi-oldschool-mässig?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 13.05.2012 | 08:22
Deinen Fragen nach zu urteilen gar nicht würde ich sagen. ;-)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 13.05.2012 | 08:26
... aber um sie ernsthaft zu beantworten (die geniale Sonne verlockt mich zu ALbernheiten):

Die Idee ist, dass man als SL eine Welt zur Verfügung stellt, die die Charaktere bespielen können und in denen sie alles tun können. Das bedeutet sowohl, dass Scheitern immer eine Option ist, aber auch, dass der Spielleiter keine AHnung hat, welche Geschichte nun als nächste entstehen wird. Dies liegt in der Hand der Spieler.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 08:30
@1of3: 50% der Punkte in deiner Liste treffen auf meinen Leitstil zu, die anderen 50% aber nicht. Wie leite ich denn jetzt? Semi-oldschool-mässig?

Es gibt inzwischen eine Gruppe, die sich bewusst als "Old-school" bezeichnet, eben die OSR. Es gibt keine Gruppe, die sich als "new-school" bezeichnet oder irgend etwas dergleichen. Es mag durchaus sein, dass dein Spiel Anklänge an die OSR hat. Möglicher Weise ähnelt es auch der Vorstellung bei anderen dezidierten Gruppen.

Ein Spiel kann dabei nicht "old-school" sein, es sei denn die Teilnehmer erkennen es als solches. Die OSR ist eine Strömung in der Gamerschaft mit einem gewissen Selbstverständnis. Man kann sich dieser Strömung zugehörig fühlen und ihre Werte vertreten oder eben nicht.


Ist deine Frage zu Geschichten mit meinem vorigen Beitrag (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1528551.html#msg1528551) beantwortet?

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: dunklerschatten am 13.05.2012 | 09:38
Zitat
Also: was versteht ihr unter Old School?

Ich verstehe da nix spezielles drunter, das ist eines von X verschiedenen Label mit denen sich jemand oder etwas versucht zu schmücken.

Interessiert mich das beim spielen ? Macht das mein Spiel besser/schlechter/anders ? Beeinflusst es mein Spiel ?

Ich denke die 3 Fragen kann ich mit nein beantworten.
Wenn man mit seiner Gruppe die "richtige" Spielweise gefunden hat läuft es, wenn man noch auf der Suche ist nutzt so ein Label nix. Man muss sich eh tiefer im Detail damit beschäftigen was und wie man spielen mag.

Ergo das ist Schall und Rauch
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 09:44
Zitat
Ich verstehe da nix spezielles drunter [...]

Nuhr?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 13.05.2012 | 09:59
Das vorhin erwähnte Old School Manifest ist übrigens hier  (http://www.lulu.com/shop/matthew-finch/quick-primer-for-old-school-gaming/ebook/product-3159558.html;jsessionid=A72D2D257C07B1F585E39619997E8329)zu finden.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 10:42
@1of3: 50% der Punkte in deiner Liste treffen auf meinen Leitstil zu, die anderen 50% aber nicht. Wie leite ich denn jetzt? Semi-oldschool-mässig?
Dass einzelne Punkte auch auf andere Spielstile, z.B. ARS zutreffen, sollte klar sein.

Dass der ein oder andere Punkt eine andere Gewichtung hat, sollte klar sein.

Gerade der Hinweis auf "Geschichte" scheint mir hier ein gewichtiger, nahezu essentieller Punkt zu sein.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 10:50
Dass einzelne Punkte auch auf andere Spielstile, z.B. ARS zutreffen, sollte klar sein.

Wobei ARS nach Settembrini so ziemlich die gleichen Inhalte hat wie die OSR. Ich würde sogar sagen, sie sind identisch.

Das gameistisch angehauchte ARS nach Skyrock ist natürlich eine ganz andere Schiene. Ich glaube aber, das vertritt Skyrock selbst nicht mehr.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 13.05.2012 | 11:15
Nach meinem Empfinden steht Old School unter dem Leitsatz "Mach, wie Du denkst". Ein vergleichsweise übersichtliches, regelleichtes System erlaubt es, in Anpassung an die eigenen Bedürfnisse Regeln hinzuzufügen, wegzulassen oder zu modifizieren. In ähnlichem Sinne sind die Old School Module darauf ausgelegt, die Handlungsmöglichkeiten der Spieler zu maximieren, in dem darin Handlungsorte vorgestellt werden, den Spielern aber freigestellt wird, wie sie mit diesen interagieren. Schließlich ermöglicht Old School es dem SL durch die grundsätzliche Annahme, dass sein Wort Gesetz ist, das Spiel so zu leiten, wie er es für richtig hält. Letzteres wiederum setzt voraus, dass die Spieler ihm dahingehend vertrauen, dass er sie zwar fordert, aber nicht überfordert.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 11:16
@1of3: Ja, aber es gibt schon Unterschiede, denk ich.

Z.B. würfelt der "starke SL" durchaus auch verdeckt, während bei ARS der Transparenzgedanke im Vordergrund steht, sprich eher offen gewürfelt wird.

Auch der Punkt Spielleiterwillkür und Handwedelei wird anders gewertet. Während es bei Oldschool zumindest nicht verboten ist (Moritz macht ja beides auch ungern, oder?) [und früher sicher noch verbreiteter waren], versucht ARS sie zu komplett zu meiden.

(Zumindest die Gewichtung würde ich also noch anders oder besser: bei ARS noch ausgeprägter sehen.)

Aber gerade beim Kernpunkt, sich eine Geschichte zu erspielen statt sie vorgekaut zu bekommen, da sind sich beide recht einig, denk ich. (Stichwort: Ergebnisoffen)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: migepatschen am 13.05.2012 | 11:19

Kein Anspruchsdenken ala "Ich will aber unbeingt einen Sonnenelfen in deinem Setting spielen in dem alle Elfen ausgerottet wurden. Jetzt schau mal wie du das unterbringst..."
Nach dem Kriterium bin ich sehr alte Schule  :D

Die verwendeten Regelwerke sind meist sowieso minimal und erfordern, dass man sie ergänzt. Das war vermutlich ursprünglich einfach State of the Art, wird nun von der OSR aber als wünschenswert angesehen.
Hmm... den Wunsch nach schlanken Regelsysteme würde ich jetzt wohl nicht am Old-School festmachen. Eher an der Tatsache das die Leute älter geworden sind und weniger Zeit haben für detailierte Regeln ;)

Und wieso kommen hier eigentlich Verständnisfragen und warum wird jüngst bei meiner Beschreibung der Konkurrenz (http://tanelorn.net/index.php/topic,74676.msg1528067.html#msg1528067) nur von gewissen Individuen rumgenölt? Ich hätte getippt, dass ich da noch deutlich kryptischer war.
Weil ich den übersehen habe ;)

Aber wenn ich deine Punkte hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1528536#msg1528536) mit denen dort (http://tanelorn.net/index.php/topic,74676.msg1528067.html#msg1528067) vergleiche wird das Bild klarer.
Dafür Danke!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Orakel am 13.05.2012 | 12:29
Nächste Frage: Was ist eine Sandbox?  Den Ausdruck habe ich im Zusammenhang mit Old School auch schon ein paar mal gehört, aber weiß nicht, was das sein soll.
Wenn du so willst: Eine Kampagnen-Methode. Du baust nicht eine anhäufung von Geschichten und Abenteuer auf die Charaktere zu, sondern lässt um die Charaktere drum herum eine ganze Menge an Dingen passieren. Zum Teil sind das dann feste Plots, die wieder auf Dungeoncrawls hinauslaufen.
Der andere Teil sind dann zufällige Ereignisse, für die man auf entsprechende Tabellen zurückgreift. Andererseits sind das dann auch bestimmte Ereignisse in einem Dorf, die passieren egal wie die entsprechenden SCs sich entscheiden. (Die Tochter vom Schankwirt hat einen Freund und ist Zeitgleich mit dem Sohn des Bürgermeisters zwangsverlobt? Hauptbedingung bei dem Deal war, dass die Schulden des Schankwirtes dabei draufgehen, wenn es zu einer jungfräulichen Hochzeit kommt. Tja, der Sohn des Bürgermeisters weiß jetzt aber, dass da noch ein Techtelmächtel im Gange ist und als er in seienr rasendne Einversucht - natürlich war er die Person die die ganzen Hochzeitspläne in erster Linie als Deal angeleiert hat - festellt, das seine Zukünftige ihren Liebsten nicht in den Wind geschossen hat - weil der... besonders hervorstechende Merkmale hat - brennt irgendwann das Wirtshaus nieder und keiner weiß, wers getan hat. Außer die Charaktere sind auf die Hinweise hier und da eingegangen und hätten mit viel Mühe das Ganze verhindern können.)
Es passiert eben einfach ungehindert wenn keiner einschreitet.

Unbestreitbar ist Dungeoncrawl sicher auch bei New Oldschoolern gern gespielt, aber es darauf zu reduzieren, versucht glaub ich keiner.
Ich gebe nur wieder, was die schlimmsten verfechter der Old School Spielerschaft für ihren Spielstil als herausstechendstes Merkmal abegeben haben. (Zumal man letzten Endes jeden Spielstil so lange verallgemeinern kann, bis es keine herausstechenden Merkmale mehr gibt und dann auch keine entsprechende Definition mehr möglich ist.)
Das ich für meinen Leitstil zumindest Grundaspekte aus der Sandboxing Idee herausgepickt habe will ich gar nicht bestreiten. Nur bin ich selber halt eben kein Old Schooler, sondern gehe eher in eine andere Richtung.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 14:09
@nigepatschen: Danke für die Blumen. :)

Hmm... den Wunsch nach schlanken Regelsysteme würde ich jetzt wohl nicht am Old-School festmachen. Eher an der Tatsache das die Leute älter geworden sind und weniger Zeit haben für detailierte Regeln ;)

Vielleicht lässt sich das auch noch klarer formulieren. Man kann wenig Regeln haben, die aber sehr umfassend sind. The Pool ist so ein Beispiel. Bei The Pool sind die Regeln abgeschlossen, einmal gestartet tut niemand was an den Regeln. Das ist im OSR-Verständnis ganz anders. Da ist es völlig akzeptabel mit einem Regelwerk anzufangen, welches sehr partikular ist und es dann ad hoc zu ergänzen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Blizzard am 13.05.2012 | 14:55
Das bedeutet sowohl, dass Scheitern immer eine Option ist, aber auch, dass der Spielleiter keine AHnung hat, welche Geschichte nun als nächste entstehen wird. Dies liegt in der Hand der Spieler.
Heisst das, dass es keinen festen oder vorgefertigten Plot gibt?


Ist deine Frage zu Geschichten mit meinem vorigen Beitrag (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1528551.html#msg1528551) beantwortet?
Ja,vorerst. Danke.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 13.05.2012 | 15:15
Zitat
Heisst das, dass es keinen festen oder vorgefertigten Plot gibt?
Ich finde da den Begriff "Adventure Site" ganz passend. Es gibt Dinge, die man an einem bestimmten Ort tun kann. Es ist aber nicht zwingend notwendig, dass die Spieler darauf eingehen.
Der Trick ist, gar nicht erst in Begriffen wie Plot oder Geschichte zu denken. Die Geschichte ist das, was rückblickend im letzten Spielabschnitt passierte, von dem aber zu Beginn keiner wusste, dass es der Inhalt der nächsten Sitzungen sein würde. Es gibt also Angebote und Plothooks, der Job des SL ist aber nicht, eine Geschichte, sondern eine Welt mit Möglichkeiten zu präsentieren. "Die Geschichte" entsteht durch die Spieler, deren Ideen und Handlungen.
Und weil das mit OSR Spielen ganz gut geht, verträgt sich die OSR so gut mit Sandkästen :)

Was nicht geht: "Die Kampagne wird sich um die Machtergreifung von Reinhold dem Grausamen drehen. Die SC übernehmen dabei Rollen im Widerstand und entscheiden letztlich über das Schicksal von Silbertal."
Was geht: "In Silbertal übernimmt Reinhold der Grausame den Thron. Es formiert sich ein Widerstand." Die Spieler können mit beiden Seiten interagieren oder schlicht weiterziehen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Benjamin am 13.05.2012 | 15:21
Yä!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: dunklerschatten am 13.05.2012 | 16:03
@ 1von3
Zitat
Nuhr?

Ah i see....
Wenn du mir nur kurz, auch gerne per PM, erklärst was an einer andersartigen Meinung so verwerflich ist ?
Ansonsten ignoriere doch einfach das was dir nicht passt ?


@topic

Der Witz ist doch, das was heute als progressiv im RPG Bereich angesehen wird, das haben Menschen durchaus auch schon vor 20+ Jahren genutzt (Auch wenn das sicher nicht die Masse war und sicher auch nicht in offiziellen Publikationen zu finden war). 

Das was imho wirklich "oldschool" am RPg ist:

Sich mit einer Gruppe Freude/Bekannte an einem Tisch treffen, zusammen zu essen, zu spielen, eine Story zu erzählen/entwickeln/genießen und einfach viel Spass und eine gute Zeit haben.

Alles andere sind Mechanismen die irgendwann mal jemand angefangen hat zu nutzen und die sich mit der Zeit eben in die Masse (Masse ist absolut relativ gemeint) der RPGler verbreitet hat.
Den genauen Zeitpunkt ab wann etwas old oder newschool ist, kann man imho gar nicht treffen/festlegen. Außer man beschränkt sich auf offizielle Publikationen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 13.05.2012 | 16:14
Was sich für mich abzeichnet:

Old-school wird schon wieder ein bisschen zum Kampfbegriff. Er ist schwammig genug, damit jeder sich damit identifizieren kann.
Gemeinsam scheint die Ablehnung der Metaebene zu sein. WOW, was ich als Anti-Oldschool schlechthin bezeichnen würde, arbeitet ja viel mit Metaebene. man stibt nicht, weil das den Spieler ankotzen würde .usw.

ich würde daher mal behaupten: Wenns keine Metaebene gibt, kann mans als Oldschool bezeichnen. Und man sollte es vielleicht lieber gleich lassen, wenn man keinen Streit provozieren will.

Andererseits sagt Oldschool ja teilweise, es will den Spieler herausfordern, nicht den Char. Dann wäre ja man auch wieder voll in der Metaebene. Vielleicht ist die ja für den SL reserviert.

Selber hab ich noch nie Oldscholl gespielt, wenn ich mal diese Systeme im retrolook als Klassifikationsmerkmal heranziehe, insofern will ich mich da nicht aus dem fenster lehnen.

persönlich bin ich immer noch der Meinung, das es zu stressig ist, ein RPG herausforderungsorientiert zu spielen, ausser in bereichen ,wo man klare und einfache regeln hat. IMHO gibt es dafür zu viel Missverständnisse, Unklarheiten und Unabwägbarkeiten in der Kommunikation und der Vorstellung von SL und Spieler.

Wenn bsp. ein Charakter stirbt, ist das oft ein Hickhack. War die Situation echt so gefährlich, wie der SL es denkt? hat der Spieler zugehört oder nicht, als diese Gefährlichkeit dargestellt wurde? Oder hat der SL es vergessen zu erwähnen?

IMHO muss man jedes herrausforderungsorientiere Spiel mit einem gerüttelten Maß guten Willens und Nachgiebigkeit abmildern, und das sehe ich im Oldschool nicht propagiert, weshalb ich auch kein freund von bin-wie gesagt, rein akademisch, da ichs nie gespielt habe.  

ich glaube einfach, das Prinzip des unparteiischen, neutralen SL ist unmöglich. Nicht nur das ideal, auch der versuch einer Umsetzung, die halbwegs passt, halte ich einfach für nicht umsetzbar. Wenn der Sl einen Plan für gut hält, wird der einfach eher gelingen. Selbst wenn er objektiv total dämlich ist.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 16:22
@dunklerschatten: Du scheinst das vorliegende Problem zu missverstehen. WeepingElf hat eine Frage gestellt, nämlich was wohl damit gemeint sein könnte, wenn jemand jetzt "old-school" spielen will. Eine Reihe von Teilnehmern geben sich Mühe das zu erklären. Jetzt kommst du und sagst: "Hach, Leute, ist doch völlig egal. Spielt doch einfach." Das trägt in keiner Weise zum Verständnis bei und ist gegenüber jenen, die sich Mühe geben, recht unhöflich.

Du gehst auch von völlig falschen Voraussetzungen aus.

Zitat
Den genauen Zeitpunkt ab wann etwas old oder newschool ist, kann man imho gar nicht treffen/festlegen. Außer man beschränkt sich auf offizielle Publikationen.

Darum geht es auch gar nicht. Es gibt eine Gruppe von Leuten, die behaupten sie spielten "old-school". Die genannte Old-School-Rennaissance-Bewegung. Man kann relativ klar sagen, was diese Gruppe für Kriterien anlegt, wie hier schon in Ansätzen geschehen. Old-School ist also keine Bezeichnung einer Epoche, sondern eines kontemporären Phänomens. In der guten alten Zeit haben die Leute nicht Old-School gespielt, sie haben gespielt. Heute gibt es Leute, die so spielen wollen, wie damals, die also bewusst versuchen, den damals erlebten Spielstil nachzuahmen. Diese Personen spielen Old-School.

New-School dagegen gibt es gar nicht, wie ich schon dargelegt habe. Niemand behauptet New-School zu spielen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt!
Beitrag von: Pyromancer am 13.05.2012 | 16:38
So ungefähr habe ich das bisher auch verstanden.  Also mehr oder weniger: Weg mit allem rollenspielerischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre, wie Charakterspiel, gewaltfrei lösbare Abenteuer, gebaute statt erwürfelte Charaktere, klassenlose Systeme und all dem, was wir in den 80er/90er Jahren gelernt haben, dass es "gutes Rollenspiel" ausmacht?  Zurück zu den Anfängen?

Du sitzt da der Greuelpropaganda der 90er-Jahre auf.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 13.05.2012 | 16:51
@EE
Zum Kampfbegriff wird? Je nach Foren- oder Bloglandschaft ist das längst einer.
Der Begriff ist aber in der Tat schwammig. Vieles kommt aus der hohen Sterblichkeit der Charaktere, wie beispielsweise der Gedanke der Spielerherausforderung. Wenn dein SC den Kampf vermutlich nicht überlebt, denkst du dir besser andere Möglichkeiten aus, mit dem Orkstamm fertig zu werden ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Stonewall am 13.05.2012 | 18:02
Welchen Zweck soll Rollenspiel sonst erfüllen?

Spaß am Handeln mit/durch den Charakter im Spiel selbst.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: migepatschen am 13.05.2012 | 18:38
Wenn dein SC den Kampf vermutlich nicht überlebt, denkst du dir besser andere Möglichkeiten aus, mit dem Orkstamm fertig zu werden ;)
Na das kann ja wohl kein Kriterium für Old-School sein, eher für gesunden Menschenverstand  ;)

Aber muss man nicht zwischen den Werkzeugen und der Idee trennen?
Eine Sandbox ist ein Werkzeug mit der man Kampagnen leiten kann.
Zufallstabellen sind ebenfalls Werkzeuge.
Ein schlankes Regelgerüst das ad hoc erweitert werden kann? Ein Werkzeug.

Anders sieht es doch mit den Dingen wie ergebnisoffenem Spiel aus, oder mit der Sterblichkeit "aus nichtigem Anlass". Ich meine, in welcher Geschichte stirbt der Held auf Seite 20 weil die Hängebrücke morsch war? Das passiert nicht wenn man einem Plot folgt. Der Held wird sich - nach einigem Drama - retten können. Dafür ist er schließlich der Held.
Das scheint beim "old-school" anders zu sein. Wobei ich mich frage ob old-school immer "grim & gritty" ist.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 18:50
Anders sieht es doch mit den Dingen wie ergebnisoffenem Spiel aus, oder mit der Sterblichkeit "aus nichtigem Anlass". Ich meine, in welcher Geschichte stirbt der Held auf Seite 20 weil die Hängebrücke morsch war? Das passiert nicht wenn man einem Plot folgt. Der Held wird sich - nach einigem Drama - retten können. Dafür ist er schließlich der Held.
Das scheint beim "old-school" anders zu sein. Wobei ich mich frage ob old-school immer "grim & gritty" ist.
Heroes are Made, not Born. Nicht umsonst heißt DCC 0 so (Link (http://www.goodman-games.com/5100preview.html)) und ist wohl auch ein Leitsatz von Oldschool. Wenn der SC auf Seite 20 stirbt, war es offensichtlich kein Held. Epic kann man nicht erzwingen, sondern nur durch das Eingehen von Wagnis und dem Überwinden von Herausforderung erspielen. Lebenszeit ist kein Kriterium für Heldentum, allein Taten zählen. (Soweit die Doktrin... ;))
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Maarzan am 13.05.2012 | 19:01
Heroes are Made, not Born. Nicht umsonst heißt DCC 0 so (Link (http://www.goodman-games.com/5100preview.html)) und ist wohl auch ein Leitsatz von Oldschool. Wenn der SC auf Seite 20 stirbt, war es offensichtlich kein Held. Epic kann man nicht erzwingen, sondern nur durch das Eingehen von Wagnis und dem Überwinden von Herausforderung erspielen. Lebenszeit ist kein Kriterium für Heldentum, allein Taten zählen. (Soweit die Doktrin... ;))

So als Nebengedanke zu dem:
Es ist für mich irgendwie sehr viel überzeugender an die Festung mit den uneinnehmbaren Ruf zu glauben, wenn es nicht irgendwelche letztlich gesichtslosen NSC gewesen sind, die daran gescheitert sind (und dem Wissen dass man selbst als Held jetzt einen normgerechten "dramatischen" Verlauf zu erwarten hat), sondern die letzten 3 Gruppen an denen man ggf. selbst beteiligt war.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.05.2012 | 19:04
Ich suche ja noch ein wenig nach diesen vielbeschworenen "Sandboxen", die wohl ein definierendes Element von Old School sein sollen. Welche (A)D&D-Sandboxen von 1980 oder früher kennt ihr denn? Bin da momentan etwas überfragt, hab aber auch meine Modulsammlung nicht in der Hand.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 19:06
Absolut!

Mich würde es absolut langweilen, wenn ich durch 7/8tel des abends durchgeschifft werde.

Ich will Herausforderung und dicke Backen, wenn ich scheitere. Nicht jedes Scheitern muss der Tod sein (auch so ein Irrglaube), darf es aber - insbesondere wenn er regeltechnisch eintritt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 19:10
Ich suche ja noch ein wenig nach diesen vielbeschworenen "Sandboxen", die wohl ein definierendes Element von Old School sein sollen. Welche (A)D&D-Sandboxen von 1980 oder früher kennt ihr denn? Bin da momentan etwas überfragt, hab aber auch meine Modulsammlung nicht in der Hand.
Das vielbeschworene und oft kopierte The Keep on the Borderlands. Ansonsten hatte ich immer das gefühl, dass Mystara und insbesondere die Karameikos-Ecke sehr sandboxig zu bespielen war.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 13.05.2012 | 19:19
Im Extrem kenne ich das von KODT:

-da gibt es Knuckles den 11. und alle Inkarnationen sind quasi identisch, nur der Level, Attribute und Ausrüstung ändern sich etwas
-die Leute handeln nach Effizienz, was meist darin resultiert, das sie ein Schlachtfest unter den guten NSC beginnen, weil warum in Dungeon gehen wenn das gute (XP und Loot) doch so nah ist.
-es wird untereinander intregiert, die Spieler nehmen sich gegenseitig die Sachen weg, PVP folgt dann meist auf dem Fuß
-die Spieler sehen den SL als Feind

Der SL schwankt immer zwischen gutmütigem und hartem SL, was den Witz der Sache ausmacht. Insgesamt glaube ich, das ich Oldschool für das halte, was die Knights betreiben. Und da die Knights eine Parodie sind bzw. waren, habe ich kein gutes Bild vom Oldschool.

Das echte Oldschool kenne ich nicht, und daher halte ich jetzt auch erstmal den Mund.   
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: migepatschen am 13.05.2012 | 19:28
Wenn der SC auf Seite 20 stirbt, war es offensichtlich kein Held.
Exakt! Und deswegen würde ich z. B. sagen das Gruppen bei denen das nicht so ist schonmal KEIN old-school spielen.
Und zwar egal ob die morsche Brücke aus einer Zufallstabelle kam oder von einem empowerten Player gesetzt wurde.  8]
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 13.05.2012 | 19:29
Old School ist doch keine boolesche Variable...
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Maarzan am 13.05.2012 | 19:30
Ich suche ja noch ein wenig nach diesen vielbeschworenen "Sandboxen", die wohl ein definierendes Element von Old School sein sollen. Welche (A)D&D-Sandboxen von 1980 oder früher kennt ihr denn? Bin da momentan etwas überfragt, hab aber auch meine Modulsammlung nicht in der Hand.

Das war damals noch primär do-it-yourself glaube ich mich zu erinnern. Selbst in Aventurien gab es damals ja noch Platz.
Offizielles Material war primär dazu da gefleddert und recycelt zu werden.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 13.05.2012 | 19:49
Ich suche ja noch ein wenig nach diesen vielbeschworenen "Sandboxen", die wohl ein definierendes Element von Old School sein sollen. Welche (A)D&D-Sandboxen von 1980 oder früher kennt ihr denn? Bin da momentan etwas überfragt, hab aber auch meine Modulsammlung nicht in der Hand.

Insel des Schreckens, wenn Dir 1981 noch genehm ist.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 13.05.2012 | 20:02
Oder Teile von "Bewährung für die Kriegsherren", welches ich zufälligerweise gerade bei eBay eingestellt habe... ;-)

http://www.ebay.de/itm/360458238058?ssPageName=STRK:MESELX:IT&_trksid=p3984.m1558.l2649

*unschuldigpfeif*


Aber "Die Insel der Schrecken" hatte ich auch auf der Uthuria-Redaktionskonferenz als Beispiel dabei. Das ist eine tolle eingegrenzte Sandbox.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: JPS am 13.05.2012 | 20:24
Nach diesem Thread bekomme ich den Eindruck, dass Old-School immer entweder das ist, was der jeweilige User hasst oder liebt, unbeachtet ob das früher die Spieltisch-Realität war oder nicht, da es eben schon immer verschiedene Stile gab. Interessanterweise werden ja auch grosse Regelwerke oft als nicht zeitgemäß bezeichnet, obwohl sie in heutigen System deutlich umfangreicher sind, als in alten und auch die Rollenspielszene viel stärker eine Nische ist, welche man deshalb auch mit HardCore-Produkten bedient, da es sich eben um HardCore-Spieler handelt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 20:27
Exakt! Und deswegen würde ich z. B. sagen das Gruppen bei denen das nicht so ist schonmal KEIN old-school spielen.
Und zwar egal ob die morsche Brücke aus einer Zufallstabelle kam oder von einem empowerten Player gesetzt wurde.  8]
Das ist doch auch Quatsch! 99% aller Spielgruppen werden in der Lage sein, morsche Brücken ohne Tote zu überwinden ... Insbesondere 99% der Oldschoolgruppen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 20:29
Nach diesem Thread bekomme ich den Eindruck, dass Old-School immer entweder das ist, was der jeweilige User hasst oder liebt, unbeachtet ob das früher die Spieltisch-Realität war oder nicht, da es eben schon immer verschiedene Stile gab.
Wie 1of3 schon richtig analysiert, geht es ja NICHT um die frühere Spieltischrealität, sondern um die heutige Oldschoolbewegung und ihre Konventionen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Steff am 13.05.2012 | 20:34
 Sagt "Old School" nicht auch aus, das ganz bewußt auf Hintergrund und Motivation der SCs verzichtet wird?

 Sprich der SL muß sich nicht erst überlegen, wie er SCs und deren Spieler motivieren kann, die Tochter des Wirtes zu retten, die von Orks entführt und in deren Höhle verschleppt wurde.
 Wird Old School gespielt, schreiten die SCs zur Tat, weil das eben der Aufhänger zum Betreten des Dungeons ist.
 Wird "fortgerschritten/new school" gespielt, möchte der Spieler des Ritters erst, daß der Ritter an seine Ritterehre erinnert wird, die Spielerin der Hexe möchte erst auf die Verbindung durch ihren "Emanzen"hintergrund hinweisen, und dem Schurke muß klar gemacht werden, daß dabei beeeeeestimmt eine Belohnung heraus springt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 13.05.2012 | 20:38
Die Motivation für Charaktere in typischen OSR-Spielen ist immer die gleiche: Geld. Daran hängt ggf. auch die XP-Vergütung. Wozu die Spieler Geld brauchen, können sie sich dann ausdenken.

Andere Spiele sind nicht fortgeschrittener. New-school gibts immer noch nicht. Und OSR lehnt unausweichliche Abenteuer ab.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Pyromancer am 13.05.2012 | 20:44
Sagt "Old School" nicht auch aus, das ganz bewußt auf Hintergrund und Motivation der SCs verzichtet wird?

 Sprich der SL muß sich nicht erst überlegen, wie er SCs und deren Spieler motivieren kann, die Tochter des Wirtes zu retten, die von Orks entführt und in deren Höhle verschleppt wurde.
 Wird Old School gespielt, schreiten die SCs zur Tat, weil das eben der Aufhänger zum Betreten des Dungeons ist.
 Wird "fortgerschritten/new school" gespielt, möchte der Spieler des Ritters erst, daß der Ritter an seine Ritterehre erinnert wird, die Spielerin der Hexe möchte erst auf die Verbindung durch ihren "Emanzen"hintergrund hinweisen, und dem Schurke muß klar gemacht werden, daß dabei beeeeeestimmt eine Belohnung heraus springt.

Wenn die Spieler/SCs keinen Bock haben, die Tochter des Wirtes zu retten, dann machen sie in der Old-School-Kampagne eben etwas anderes. Sie werden aber sicher nicht vom SL mit sanfter Gewalt in den Dungeon genötigt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 13.05.2012 | 20:44
Sagt "Old School" nicht auch aus, das ganz bewußt auf Hintergrund und Motivation der SCs verzichtet wird?

Nein.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 20:48
Sagt "Old School" nicht auch aus, das ganz bewußt auf Hintergrund und Motivation der SCs verzichtet wird?
  :'(
Zitat
Sprich der SL muß sich nicht erst überlegen, wie er SCs und deren Spieler motivieren kann, die Tochter des Wirtes zu retten, die von Orks entführt und in deren Höhle verschleppt wurde.
Das scheint mir eher die Beschreibung einer funktionalen Gruppe, die kein Sandboxing betreibt ...  ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: migepatschen am 13.05.2012 | 21:40
Das ist doch auch Quatsch! 99% aller Spielgruppen werden in der Lage sein, morsche Brücken ohne Tote zu überwinden ... Insbesondere 99% der Oldschoolgruppen.
Dann ersetze die morsche Brücke durch eine Horde Orks, einen Drachen oder was auch immer.
In einem Abenteuer das einem Plot folgt - und sich gerade im Mittelteil befindet - werden eher keine Helden sterben. Fast egal wie sie sich anstellen, weil der SL ja noch Plot übrig hat der abgespielt werden muss.
Das würde bei Old-School nicht so sein. Richtig?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 21:52
Dann ersetze die morsche Brücke durch eine Horde Orks, einen Drachen oder was auch immer.
In einem Abenteuer das einem Plot folgt - und sich gerade im Mittelteil befindet - werden eher keine Helden sterben. Fast egal wie sie sich anstellen, weil der SL ja noch Plot übrig hat der abgespielt werden muss.
Das würde bei Old-School nicht so sein. Richtig?
Ja, in Oldschool können die Helden da sterben. Wie übrigens auch in einem Abenteuer, dass einem Plot folgt. Das kommt halt drauf an, ob man Würfel dreht oder nicht*, aber nicht, ob es Oldschool ist.

Daraus, dass sie sterben können, folgt meist jedoch, dass auch die Spieler entsprechend mit der Situation umgehen und ihre SC nicht sterben lassen. Das gelingt allerdings nicht immer.


*Edit.: Um es nicht darauf zu reduzieren, evtl. haben sie sich auch vorher darauf explizit geeinigt. Oder sie nutzen ein System, welches irgendwelche Gummipunkte featured, um sowas regelkonform abzuwenden.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.05.2012 | 22:26
Insel des Schreckens, wenn Dir 1981 noch genehm ist.

Ist es nicht. Das System hinter IdS ist eines, das bereits die Herausforderung vom Spieler auf den SC legt (Stichwort Diebesfähigkeiten). Genau das ist aber nach der Mehrheitsmeinung hier im Strang eben nicht Old-School. Von den Companion-Modules, lieber Moritz, reden wir schon gar nicht. Sandboxing hat mit OS nix zu tun. Sandbox ist ein Zwischenschritt zwischen OS und Dragonlance.

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 13.05.2012 | 22:31
Die Old School Renaissance ist eine Strömung, die insbesondere als Reaktoin auf D&D4 Fahrt aufgenommen hat. Folgende Merkmale werden häufig propagiert:

In den allermeisten Punkte entspricht meine erwartung an diesen Term den von Dir genannten Punkten, nur

Zitat
- Charaktere können leicht sterben
- Schnelle Charaktererschaffung wird bevorzug. Methoden, die Optimierung erlauben, sind verpönt.
- Balancing als Ideal wird häufig abgelehnt.

Diese drei kenne ich so nicht in dem Kontext.

Ich würde folgende Korrekturen vorschlagen:
- Charaktere können als logische Folge ihrer Handlungen oder Nicht-Handlungen sterben; völlig unabhängig davon, ab die Szene dramatisch oder plotrelevant ist.
- keine Korrektur, halte ich einfach für nicht korrelliert.
- Balancing im Laufe des Spiels durch den SL zugunsten dösiger Spieler oder als Korrektur von Pech beim Würfeln wird abgelehnt; Fairness oder Balancing beim Erstellen der Regeln und Aufbau des Hindergrundes hingegen sind sogar erforderlich.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 13.05.2012 | 22:44
Heisst das, dass es keinen festen oder vorgefertigten Plot gibt?

Nicht von Spielerseite, aber es kann und muß durchaus aktive NPCs geben, Zeitleisten und Aktivitäten.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 13.05.2012 | 22:47
Ist es nicht. Das System hinter IdS ist eines, das bereits die Herausforderung vom Spieler auf den SC legt (Stichwort Diebesfähigkeiten). Genau das ist aber nach der Mehrheitsmeinung hier im Strang eben nicht Old-School. Von den Companion-Modules, lieber Moritz, reden wir schon gar nicht. Sandboxing hat mit OS nix zu tun. Sandbox ist ein Zwischenschritt zwischen OS und Dragonlance.



Wenn das Dein tolles Argument sein soll, warum konkretisierst Du Deine Anfrage dann nicht auf Module, die in der Vor-Diebesfertigkeiten-Zeit erschienen sind? - Also vor 1975?

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Bad Horse am 13.05.2012 | 22:51
Sandbox ist ein Werkzeug, OldSchool ist ein Spielstil. Beides korreliert häufig, muss aber nicht.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 13.05.2012 | 22:57
Ist es nicht. Das System hinter IdS ist eines, das bereits die Herausforderung vom Spieler auf den SC legt (Stichwort Diebesfähigkeiten). Genau das ist aber nach der Mehrheitsmeinung hier im Strang eben nicht Old-School.

Finde ich jetzt korinthenkackerisch:
Ob ich den Schwertstreich würfle oder den Lockpick ist nun Hose wie Jacke; beides läßt sich nicht sinnvoll auf den Spieler abwälzen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 13.05.2012 | 23:03
Zumal es ja auch vorher schon Attributsproben u.a. gab. Oldschool heißt nicht, dass sich JEDE Herausforderung an den Spieler richtet bzw. das kann ich mir kaum vorstellen.

Lasse mich gern von Oldschoolern korrigieren.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.05.2012 | 01:18
a) sind Definitionen immer "korinthenkackerisch" und nach einer solchen ist hier wohl gefragt.
b) nach welchen Kriterien entscheiden wir, was geprobt wird, und was als Herausforderung für den Spieler gilt. Die einzige Anforderung, die mir einfällt ist: "Geprobt wird, was sich am Tisch nicht interaktiv lösen läßt." Bin für begründete und herleitbare Alternativen natürlich offen.

Zitat
Sandbox ist ein Werkzeug, OldSchool ist ein Spielstil.

Das sowieso. Wenn wir aber definieren, d.h. reine Lehre aufstellen, dann ist die Sandbox ein Werkzeug, das nicht zur OS paßt. Zur OSR vielleicht, aber nicht zur OS.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 14.05.2012 | 07:00
Sandbox ist ein Werkzeug, OldSchool ist ein Spielstil. Beides korreliert häufig, muss aber nicht.

Ganz wichtig. Danke für die Klarstellung.


In den allermeisten Punkte entspricht meine erwartung an diesen Term den von Dir genannten Punkten, nur

Diese drei kenne ich so nicht in dem Kontext.

Ich würde folgende Korrekturen vorschlagen:
- Charaktere können als logische Folge ihrer Handlungen oder Nicht-Handlungen sterben; völlig unabhängig davon, ab die Szene dramatisch oder plotrelevant ist.
- keine Korrektur, halte ich einfach für nicht korrelliert.
- Balancing im Laufe des Spiels durch den SL zugunsten dösiger Spieler oder als Korrektur von Pech beim Würfeln wird abgelehnt; Fairness oder Balancing beim Erstellen der Regeln und Aufbau des Hindergrundes hingegen sind sogar erforderlich.

Zum Sterben hatte ich nach Kritik schon einmal nachgebessert (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1528551.html#msg1528551), den Beitrag aber nicht editiert.

Bei den anderen kann ich gerne mal nach Quellen suchen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 07:42
@Herausforderung für Spieler vs. Charaktere: Wenn du das in Reinform betrachten willst, dann ist natürlich seit etwa 1975 nicht mehr in der "reinen Lehre" (TM) existent. Ich beziehe mich auch hier nicht auf eine absolute an/aus-Beziehung, sondern auf die Grundidee wie Abenteuer oder Herausforderungen erstellt werden.

@ErikErichhausen und KoDT - wenn du daraus deien Weisheiten zum Old School Spiel beziehst, dann gute Nacht. ;-)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 07:57
Die Knights spielen zwischenzeitlich auch mal den Herrn der Ringe nach, wenn ich mich richtig erinnere. Aber so oder so, sie sind nur eine Parodie, wenn auch nett.

Aus Eigenerfahrung: Die meisten OSR Module sprechen eine deutliche Sprache, was man unter OSR verstehen soll. Vielleicht einfach mal ein paar davon anschauen. Ich empfehle irgendein Raggi Modul. Ansonsten auch ein paar der Fanzines, leider gibt es weder Fight On noch Oubliette Ausgaben aktuell gratis :( Wer die 2 - 3 Dollar aber mal investieren will, kriegt so den groben Konsens, was  "OSR" beinhaltet. Und wenn man jetzt noch ein paar alte D&D Module zum Vergleich ranzieht, ist der Überblick eigentlich komplett und man ist sowieso längst infiziert und will das dann leiten, spielen und überhaupt  ~;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Oberkampf am 14.05.2012 | 08:31
Nein. Es sagt: Weg mit allen Verirrungen der letzen 30 Jahre, wie der Hauptaugenmerk auf spektakulären (aber auswirkungslosen) Kampf, die zu Railroads führende dramatische Planung, sinnlosen Tavernengesprächen und Pseudo-Entscheidungsmöglichkeiten. Stattdessen Wert auf Konsequenzen, Planung, Taktik - und natürlich die Fähigkeit der Spieler, zu entscheiden, wo man kämpfen muss, wo sich das Kämpfen lohnt und wo man einzig mit Diplomatie weiterkommt. Weg von Charakteren, die bereits vor dem Spiel "fertig" sind, hin zu Charakteren, die erst im Spiel wachsen. Vor allem aber Rollenspiel in erster Linie als Spiel, nicht als Improvisationstheater.

Ob das Old School ist oder nicht, ist mir egal. So will ich spielen  ;D

Die Old School Renaissance ist eine Strömung, die insbesondere als Reaktoin auf D&D4 Fahrt aufgenommen hat. Folgende Merkmale werden häufig propagiert:

D&D4 hat dem vielleicht nochmal einen Extraschub gegeben, aber los gings doch schon bei 3E, oder?

- Balancing als Ideal wird häufig abgelehnt.

Und das ist einer meiner Gründe, bei allem Respekt vor der Bewegung kein Old Schooler sein zu wollen.  :(

Hach, ich möchte Teil einer Jugendbewegung Rollenspielerbewegung sein (http://www.youtube.com/watch?v=7pYOZTiW3UY), aber es klappt nie...
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Boba Fett am 14.05.2012 | 08:44
Finde ich jetzt korinthenkackerisch:
Ob ich den Schwertstreich würfle oder den Lockpick ist nun Hose wie Jacke; beides läßt sich nicht sinnvoll auf den Spieler abwälzen.
In einem Würfelwurf liegt aber nun mal keine Herausforderung...
Die Herausforderung liegt in der Entscheidung, den Kampf zu wählen oder eineandere Methode als zielführend zu bewerten.

Es geht darum, dass dem Spieler die Entscheidung obliegt, welchen Weg der Charakter wählt und dies nicht auf irgendwelche Metadaten (zB Charaktergerecht) abzuwälzen.
Wenn ein Carakter eine Möglichkeit besitzt etwas zum Fortschritt in der Bewältigung des Abenteuers zu unternehmen, dann sollte er das machen und sich nicht hinter irgendwelchen fadenscheinigen Erklärungen zu verstecken, warum er das jetzt wegen 'gutem Rollenspiel' nicht machen konnte. Das ist oldschool...

Deswegen ist Balancing auch irrelevant, denn der Spieler, der seinem Charakter irgendwelche Fähigkeiten ersteigern kann, die die 'Abenteuerbewältigung' erleichtern sollte die nehmen und sich nicht hinter 'dann powergamer ich ja, nee, das ist dann zu imba' verstecken.

Oldschool heisst (imho), dass das Hauptaugenmerk in der vom Spielleiter gestellten, zu bewältigenden Aufgabe liegt und alle ihr bestes tun, dies zu erreichen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Abd al Rahman am 14.05.2012 | 09:47
Für mich ist Oldschool ein Spielgefühl. Oldschool kann ich mit DSA, D&D, Midgard, Dungeonslayers, FATE etc. spielen.

Wie immer stellt sich die Frage, welche Regeln das gewünschte Spielgefühl am Besten unterstützen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Jiba am 14.05.2012 | 09:48
Oldschool mit FATE? Wie?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Abd al Rahman am 14.05.2012 | 10:24
Vergiss Player Empowerment. Und schon gehts. Bzw. spiel FATE mit einer Runde ohne ihnen viel zu Player Empowerment zu erklären. Und schon hast Du Old School :)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: dunklerschatten am 14.05.2012 | 13:16
@1von3

Zitat
Du scheinst das vorliegende Problem zu missverstehen. WeepingElf hat eine Frage gestellt, nämlich was wohl damit gemeint sein könnte, wenn jemand jetzt "old-school" spielen will. Eine Reihe von Teilnehmern geben sich Mühe das zu erklären. Jetzt kommst du und sagst: "Hach, Leute, ist doch völlig egal. Spielt doch einfach." Das trägt in keiner Weise zum Verständnis bei und ist gegenüber jenen, die sich Mühe geben, recht unhöflich.

Wenn das jemand als unhöflich empfunden hat dann sorry dafür, war nicht meine Intention.
Das ich jedoch geschrieben habe "alles egal und spielt einfach" stimmt so nicht.
Zugegeben ist das mein Kernansatz zum Thema RPG, aber hier im speziellen geht es mir nicht um den Punkt.

Zitat
Heute gibt es Leute, die so spielen wollen, wie damals, die also bewusst versuchen, den damals erlebten Spielstil nachzuahmen. Diese Personen spielen Old-School.

Imho, der damals erlebte Spielstil hängt doch viel mehr an der Gruppen-Zusammensetzung und den Persönlichen Umständen als an Regeln oder Spielmechanik.
Ich denke nicht das man den Spielstil den man z.b. mit 14 hatte, durch wilde Konstruktionen, reanimieren kann.

Zitat
New-School dagegen gibt es gar nicht, wie ich schon dargelegt habe. Niemand behauptet New-School zu spielen.

Au contraire.
Du kannst das ja für dich darlegen wie du magst, aber du hast ja nun nicht die universelle Deutungshoheit inne.  Wenn man das ganze Thema so angeht wie hier geschehen, dann würde ich sagen es gibt neben Old School auch ganz klar "New-School" (du kannst das Kind gerne anders nennen. Im Kern ist das aber dann ein Stil der sich fundamental von dem Old-School unterscheidet.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Dark_Tigger am 14.05.2012 | 13:24
Au contraire.
Du kannst das ja für dich darlegen wie du magst, aber du hast ja nun nicht die universelle Deutungshoheit inne.  Wenn man das ganze Thema so angeht wie hier geschehen, dann würde ich sagen es gibt neben Old School auch ganz klar "New-School" (du kannst das Kind gerne anders nennen. Im Kern ist das aber dann ein Stil der sich fundamental von dem Old-School unterscheidet.

New-School hat halt das selbe Problem wie die Kunstwelt mit der Modernen die jetzt Post-Modern ist.
Post Modern macht einfach keinen Sinn. Weil Modern als Wort einfach das aktuell Beliebte meint. New-School also "State of the Art" kann ja schon in 2 Wochen was ganz anderes sein.
Während Old-School recht klar abgrenzbar ist "Das was vor etwa 30 Jahren gespielt wurde" ist das mit der New-School schwerer.
Nenn es doch State of the art oder heutiger Spielstil.


Imho, der damals erlebte Spielstil hängt doch viel mehr an der Gruppen-Zusammensetzung und den Persönlichen Umständen als an Regeln oder Spielmechanik.
Ich denke nicht das man den Spielstil den man z.b. mit 14 hatte, durch wilde Konstruktionen, reanimieren kann.

Naja es gibt offensichtlich eine Menge Menschen die das anderes sehen. Und wie hier auch gesagt wurde, viel hängt eher an dem "Wie" als an dem "Was". Old-School Klone sind da wohl nur eine Krücke um das "sich zurück versetzten" zu erleichtern.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 13:34
Es soll ja sogar Leute geben, die Oldschool ganz wegen dem, was heute damit passiert, cool finden und die gute alte Zeit höchstens knapp als lüsterner Blick in Papas Augen mitgemacht haben. Hab ich so gehört ;)

Von daher muss Oldschool überhaupt nix mit zurückversetzen zu tun haben, sondern mit der Erkenntnis, das ein paar Eigenschaften der rollenspielerischen Frühzeit auch heute Spaß machen, funktional sind und an den Spieltisch gehören. Dabei durchaus auch in Abgrenzung zu (prominent) D&D4 und ähnlichen Spielen. Aber elementar: Weil die Sachen Spaß machen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 13:42
Heute gibt es Leute, die so spielen wollen, wie damals, die also bewusst versuchen, den damals erlebten Spielstil nachzuahmen. Diese Personen spielen Old-School.
Das Problem ist das, was die Leute damals spielten, davon abhaengig ist wann fuer sie damals war sowie was sie zu dem Zeitpunkt spielten.
Damals kann fuer den einen oD&D in der allerersten Fassung heissen.
Damals kann fuer den anderen DSA in einer bestimmten Fassung heissen.
Damals kann fuer den naechsten Storyteller-Systeme heissen.
Damals kann fuer einen weiteren die Indie-Welle heissen.

Dadurch das sich die Geschichte ueber knapp vier Jahrzehnte spannt [70er,80er,90er,00er] wird es imho schwierig Old-School auf eine Spielweise festzulegen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Jiba am 14.05.2012 | 13:47
Vergiss Player Empowerment. Und schon gehts. Bzw. spiel FATE mit einer Runde ohne ihnen viel zu Player Empowerment zu erklären. Und schon hast Du Old School :)

Das ist dann nur leider kein FATE mehr... das FATE-Punkte-Geschubse ist ja das, was FATE zu FATE macht. ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Molcho am 14.05.2012 | 13:47
Die Motivation für Charaktere in typischen OSR-Spielen ist immer die gleiche: Geld. Daran hängt ggf. auch die XP-Vergütung. Wozu die Spieler Geld brauchen, können sie sich dann ausdenken.

Und eben das verstehe ich nicht so ganz. Warum ist Geld so wichtig? Nur weil es gleichzeitig die XP darstellt? Oder weil ich mir damit Ausrüstung kaufen kann? Findet man die nicht auch im Dungeon, wenn man dort durchcrawlt? Oder liegt der Grund vielmehr in der Realität, dass man zum einen mächtig sein will (starker Krieger, gefährlicher Magier) und zum anderen stinkreich? Also letztlich nur ein Drang nach Bedürfnisbefriedigung in einer Phantasiewelt unter vereinfachten Umständen?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Marduk am 14.05.2012 | 13:53
Es geht halt eher darum: "Geh in den Dungeon und hol den Schatz raus!" und nicht um "Geh in den Dungeon und erschlage die Monster!" Kleiner aber feiner Unterschied.

Gruß

Marduk
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Dark_Tigger am 14.05.2012 | 13:58
Komisch nach allem was ich gehört hab ist eine Motivation der Charaktäre jenseits von "Ich will mehr Geld" für eine Sandboxige Kampagne doppelt wichtig. Damit die Spieler einen Grund haben ihre Charas in die Welt hinaus zu schicken und Dinge tun zu lassen, und damit sie überhaupt sinnvolle Entscheidungen treffen können.

Das viele derartige Motivationen vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel Asche brauchen um umgesetzt zu werden ("Ich will den alten Familiensitz meiner Ahnen zurück erlangen.", "Ich möchte die größte Sammlung Magischer Literatur im Ostreich ansammeln, damit Magie wieder ordentlich gelehrt werden kann.", "Ich muss den König überzeugen ein Entwässerungsprojekt für meine Heimatregion zu finanzieren damit man endlich Fieberfrei dort leben kann.") steht auf einem anderen Blatt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Oberkampf am 14.05.2012 | 14:18
Das Problem ist das, was die Leute damals spielten, davon abhaengig ist wann fuer sie damals war sowie was sie zu dem Zeitpunkt spielten.
Damals kann fuer den einen oD&D in der allerersten Fassung heissen.
Damals kann fuer den anderen DSA in einer bestimmten Fassung heissen.
Damals kann fuer den naechsten Storyteller-Systeme heissen.
Damals kann fuer einen weiteren die Indie-Welle heissen.

Dadurch das sich die Geschichte ueber knapp vier Jahrzehnte spannt [70er,80er,90er,00er] wird es imho schwierig Old-School auf eine Spielweise festzulegen.

Die Jahreszahl ist ja nicht beliebig, sondern recht eng eingegrenzt und beschränkt sich eher auf die 70er und bestenfalls noch Anfang 80er. Alles spätere ist, selbst wenn es jetzt schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, kein "Old School". Allerdings trifft es zu, dass die Jahreszahl allein kein ausreichendes Kriterium ist, um etwas Old School RPG zu benennen, sondern dazu noch eine Reihe von Qualitätsmerkmalen gehören (wie u.a. Belchion und 1of3 ja deutlich gemacht haben). Und das schließt Storyteller und Indie einfach aus.

(Wobei ich mir Indie teilweise auch als Reaktion aufs Storytelling erklären kann, und es insofern ähnliche Probleme zu beheben versucht wie die Old School Renaissance. Aber Indie ist trotzdem eine andere Baustelle, die andere Lösungsmöglichkeiten entwickelt hat.)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 6 am 14.05.2012 | 14:23
@Teylen:
Du hast 1of3 falsch verstanden. Die Leute wollen nicht den Spielstil nachahmen, den sie selber erlebt haben, sondern sie wollen den Spielstil nachahmen, der in der Anfangszeit des Rollenspiel gespielt und erlebt wurde. Nicht umsonst nennt sich das OSR (Old School Renaissance) ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 15:17
Es geht halt eher darum: "Geh in den Dungeon und hol den Schatz raus!" und nicht um "Geh in den Dungeon und erschlage die Monster!" Kleiner aber feiner Unterschied.

Gruß

Marduk

@Glfz:

KODT ist nicht nur ein Comic, sondern auch ein regelwerk, mit dem man spielen kann wie im Comic (laut rezension) und es bezeichnet sich selbst als Oldschool.
Hier die IMHO sehr gute rezension: http://www.rpg.net/reviews/archive/12/12222.phtml


Man bekommt XP wenn man Schätze sammelt, und wenn man Viechzeug erledigt (und auch wenn man gruppenmitgliedern erledigt und ihre Schätze klaut). Und wen nman besonders schlau ist, und ein Loophole findet, kann man richtig dick mächtig werden, ohne Leute zu töten oder Schätze zu sammeln. Z.B. der Drachen-Wein-Trick oder der Bullterrier Trick.

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 15:19
Nee. DAS ist "Hackmaster" - und ist in seiner letzten Edition ein AD&D 1-Klon mit ein paar witzigen Gimmicks, in der aktuellen Form ein etwas eigenständigeres Rollenspiel, das ziemlich old-schoolig ist. Stimmt schon.

Aber sein Halbwissen auf einer Parodie aufbauen ist nicht die beste Idee.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 15:21
Ich bleibe dabei, eine Definition, die Gemeinsamkeiten aller OSR-Systeme zusammenfasst, wird nicht funktionieren. Da muss schon ein wenig Verhandlungsspielraum bei sein.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 15:34
Aber sein Halbwissen auf einer Parodie aufbauen ist nicht die beste Idee.

Naja. Die Rezension behauptet, das das Spielgefühl quasi identisch mit dem war, was Sie aus KODT kannten. Die parodistisch wirkenden Elemente inbegriffen. Ich habs nun selber nicht gespielt, aber wenn man der rezi trauen kann-und ich find die überzeugend- dann kam es bei dem Rezensenten seiner gruppe zu Situationen, die denen der Knights durchaus vergleichbar waren.  

ich zitiere: Hackmaster achieves its aims with flair. It is a game that will turn otherwise functional gamers into characters straight from the pages of “Knights of the Dinner Table.”

ich behaupte sicher nicht, das du genauso Old-School spielst, aber ich ziehe meine Wahrnehmung von Oldschool eben daraus- und finde das auch anhand der Aussage der rezi legitim. ich würde auch sehr gern mal Hackmaster spielen-die leute hatten viel Spaß damit.

ich schätze hackmaster bzw. KODT-Spiel ist einfach eine Form von Oldschool.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 15:45
Die Jahreszahl ist ja nicht beliebig, sondern recht eng eingegrenzt und beschränkt sich eher auf die 70er und bestenfalls noch Anfang 80er. Alles spätere ist, selbst wenn es jetzt schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, kein "Old School".
Das sehe ich nicht so.
Old School ist, aehnlich wie beim Begriff der Nostalgie, der Bezug zum frueher dagewesenen.
Es setzt nicht zwangslaeufig voraus das man sich des fruehest dagewesenen annimmt.
Das heisst zumindest laut Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Old_School) sowie meinem Wortverstaendnis.
Old School (dt. alte Schule) definiert im Deutschen wie im Englischen in den unterschiedlichsten Bereichen eine grundsätzliche Abgrenzung zu einer moderneren Umsetzung, also new school (dt. Neue Schule), Old school bedeutet, dass etwas so wie früher ist oder gemacht wird. Der Begriff ist dabei in der Regel positiv konnotiert.

Nun und natuerlich kann man versuchen die Storyteller Bewegung oder die Indie Bewegung von Old School auszuschliessen, nur ergibt es meines Erachtens keinen Sinn.

Wenn jemand in den 90ern angefangen hat Storyteller zu spielen, schliesslich vielleicht einige Indie kennenlernte bevor er eine regulaere Pathfinder Runde fand, dann wird fuer diesen jemand Old School idR. doch kein oD&D 1 sein, sondern eben das Storyteller System.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 16:26
Also bitte, Teylen - das meinst du doch nicht ernst?

@Erich: Schon okay! Dann werde ich auch weiterhin an DSA-Diskussionen teilnehmen, weil ich mal im "Weltenbuch" gelesen habe.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 16:35

@Erich: Schon okay! Dann werde ich auch weiterhin an DSA-Diskussionen teilnehmen, weil ich mal im "Weltenbuch" gelesen habe.

Naja. DSA ist ja nun relativ klar definiert. Aber niemand kann eine klare Defi von Oldschool geben. Klar, du kannst sagen, "wenn ich mit Lablord spiele, das ist Oldschool".
Aber dann bräuchten wir den Thread hier nit. 
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 16:36
Es geht mir darum, dass deine Auffassung von OS auf einer Parodie beruht - das ist nicht die solideste Basis. Mehr will ich gar nicht sagen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 16:38
Ja, die solideste Basis ist es nicht. Aber immerhin eine bessere Basis, als gar nie mit Oldschool in Kontakt gekommen. Mehr wollt ich nicht sagen.

Und ich bin auch der Meinung, das die Macher von KODT diesen Spielstil ,der früher reine Parodie war, immer ernster nehmen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Dark_Tigger am 14.05.2012 | 16:43
Prinzpiell liegt Teylen ja nicht falsch. Aber das Old-School die die derzeitige OSR-Bewegung meint, ist ja schon relativ klar definiert. Klar darf man das gerne für sich umdefinieren.
Aber dann darf man sich halt nicht wundern das einen keiner mehr versteht.  ;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 16:44
@Teylen
Nur ist der OS Begriff im RPG Bereich relativ fest mit "vor Storytelling" besetzt, wenn auch der genaue Zeitpunkt schwammig ist. Deshalb könnte man zwar DSA1, oD&D, Tunnels&Trolls, Sternengarde, auch noch AD&D1 dazuzählen, aber eben nicht AD&D2 mit Storykrachern wie der Drachenlanze oder die WoD in all ihren Formen. Der Begriff bezeichnet maximal eine Zeitspanne, die noch die 80er umfasst und ich würde ihn für mich an der Publikation von AD&D2 beenden. Das was dann kommt, kriegt einen anderen Namen (die 90er, Erzählspiele, Storytelling, wie auch immer).

@EE
Hackmaster ist gut für KoDT. Denn Hackmaster wie auch KoDT parodieren ein D&D Klischee. Nur ist das dortige D&D Klischee nicht zwangsweise gleichbedeutend mit Oldschool, sondern vielmehr Hack&Slay. Als Vergleich: Das ist, als würde ich Die Hexe und der Zauberer bzw. Ritter der Kokosnuss gucken und dann daran das Spielgefühl von Pendragon festmachen. Es gibt Gemeinsamkeiten, aber trotzdem rennen Oldschoolritter nicht mit Kokosnüssen anstatt Pferden durch die Gegend. Es sei denn, es sind magische Kokosnüsse der Geschwindigkeit :D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.05.2012 | 16:54
Drachenlanze war AD&D 1...
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 16:56

@EE
Hackmaster ist gut für KoDT. Denn Hackmaster wie auch KoDT parodieren ein D&D Klischee. Nur ist das dortige D&D Klischee nicht zwangsweise gleichbedeutend mit Oldschool, sondern vielmehr Hack&Slay. Als Vergleich: Das ist, als würde ich Die Hexe und der Zauberer bzw. Ritter der Kokosnuss gucken und dann daran das Spielgefühl von Pendragon festmachen. Es gibt Gemeinsamkeiten, aber trotzdem rennen Oldschoolritter nicht mit Kokosnüssen anstatt Pferden durch die Gegend. Es sei denn, es sind magische Kokosnüsse der Geschwindigkeit :D

Völlig richtig, und hätt ich bis ca. Ausgabe 100 auch gesagt. Aber: IMHO werden die späteren Ausgaben weniger lustig, eher ernster und fahren die Schiene des typischen Webcomics, der vom Humor immer mehr in richtung Melodram gleitet. Dann gibts ne starke verquickung mit Hackmaster, das den KODT Stil stark encouragiert, und auch viele Artikel im heft, die ernster scheinen als der Comic, aber in die gleiche Sparte schlagen. Ich kanns mir durchaus vorstellen, das ein ganzen haufen Leute so spielt wie die Knights, und das ganze als Oldschool bezeichnet. Nicht bei uns, aber in den USA.

Da darf man mir gern widersprechen, aber IMHO hat man mit der Lektüre des ganzen KODT Hefts doch einen ganz guten Einblick in die amerikanische Oldschool?-Szene, soweit sie ein Deutscher überhaupt haben kann.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 16:58
Nur ist der OS Begriff im RPG Bereich relativ fest mit "vor Storytelling" besetzt, wenn auch der genaue Zeitpunkt schwammig ist.
Ich halte eine solche Definition innerhalb des RPG Bereich, die der eigentlichen Wortbedeutung entgegenlaeuft, fuer schlichtweg falsch.
Weshalb ich sie in der Form nicht anwenden werde.

Zumal man feststellen koennte beziehungsweise beobachten kann das gerade im von White Wolf gepraegten Storyteller Bereich ein Revival frueherer Spielweisen sowie Spielphilosophien stattfindet.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 14.05.2012 | 17:01
Drachenlanze war AD&D 1...
Was Drachenlanze nicht zu Oldschool macht  ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.05.2012 | 17:07
Definitiv nicht.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 14.05.2012 | 17:17
Ich halte eine solche Definition innerhalb des RPG Bereich, die der eigentlichen Wortbedeutung entgegenlaeuft, fuer schlichtweg falsch.
Weshalb ich sie in der Form nicht anwenden werde.

Zumal man feststellen koennte beziehungsweise beobachten kann das gerade im von White Wolf gepraegten Storyteller Bereich ein Revival frueherer Spielweisen sowie Spielphilosophien stattfindet.
Aber es dürfte in diesem Punkt doch recht klar sein, dass der Threadersteller das nicht meint?

Definitiv nicht.
Da herrscht dann mal Einigkeit vor  :D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 17:39
Aber es dürfte in diesem Punkt doch recht klar sein, dass der Threadersteller das nicht meint?
Eigentlich ist die Eingangsfrage gaenzlich neutral gestellt.
Es werden Optionen gelistet und es wird gefragt ob es ganz was anderes sei.

Nun und meine Antwort waere das Old School etwas anderes ist.
Das heisst Old School ist, in meinen Augen, wenn man alte beziehungsweise als alt empfundene Spielweisen/Spielphilosophien aufgreift und versucht diese zu reproduzieren.

Das heisst nicht das oD&D 1 und was es dergleichen gibt kein Old School waeren, es heisst nur das dort weitere Spielweisen mit einbegriffen werden koennen, die in der ersten Old School Welle entweder nicht vertreten waren, oder jedoch noch nicht hinreichend alt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 17:45
Aber wenn du auf der ganzen weiten Welt völlig alleine mit deiner Definition bist - gibt dir das dann nicht zu denken?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 17:48
Aber wenn du auf der ganzen weiten Welt völlig alleine mit deiner Definition bist - gibt dir das dann nicht zu denken?
Ich halte euch eher allein mit eurer Definition.
Ich bleibe da bei mir, mit Wikipedia und jede Menge anderer Menschen. [Das heisst mindestens einen mehr, den ich schrieb den Wikipedia Beitrag nicht]
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 14.05.2012 | 17:49
@glgnfz: Teylen gehört zu der erleuchteten Gruppe von Menschen, die ihre verdrehte Ansicht nicht durch Fakten verwirren lassen. Mach dir nicht die Mühe.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 17:50
Naja, besser als zu den schmalen Nerdlichtern zu gehoeren die meinen etablierte Begriffe gegen den Wortsinn und die urspruengliche Bedeutung buersten zu muessen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 17:51
Dir ist aber klar, dass ein Begriff in einem bestimmten Kontext (hier RPG) anders konnotiert sein kann als im Allgemeinen?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 17:52
Dann rede doch mit den Nicht-RPGlern über Oldschool RPG Systeme  ~;D
Aber ganz ernsthaft: OS ist generell weit gefasst, hast schon recht. Nur hat sich halt innerhalb der RPG Szene eine bestimmte Deutung etabliert. Ebenso "Indie", der auch nicht klar ist, weil man vieles da reinpacken kann, im großen und ganzen aber zunächst Forge Spiele mit gewissen Eigenheiten beschreibt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 17:58
Dir ist aber klar, dass ein Begriff in einem bestimmten Kontext (hier RPG) anders konnotiert sein kann als im Allgemeinen?
Schon, nur halte ich es, wie ich bereits erwaehnte, fuer unsinnig aus der Verbindung eine feste Definition machen zu wollen.

Dann rede doch mit den Nicht-RPGlern über Oldschool RPG Systeme  ~;D
Da koennte ich zu der Behauptung geneigt sein das ich soweit System maessig eher Old School orientiert bin.
Und nein, damit meine ich dann nicht das ich ploetzlich angefangen haette D&D1 zu spielen. :P

Zitat
Aber ganz ernsthaft: OS ist generell weit gefasst, hast schon recht. Nur hat sich halt innerhalb der RPG Szene eine bestimmte Deutung etabliert. Ebenso "Indie", der auch nicht klar ist, weil man vieles da reinpacken kann, im großen und ganzen aber zunächst Forge Spiele mit gewissen Eigenheiten beschreibt.
Wobei "Indie" als Begriff eher umfangreicher wird als eingeschraenkt.
Nur weil die Old School Bewegung bis vor kurzem fast ausschliesslich Produkte aus den 70ern/80ern betraf, sehe ich keinen Anlass den Begriff darauf festzunageln und damit anderen entsprechenden "Nostalgie Bewegungen" eine Begriffs-Maulsperre zu verpassen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: D. M_Athair am 14.05.2012 | 18:13
Ich halte eine solche Definition innerhalb des RPG Bereich, die der eigentlichen Wortbedeutung entgegenlaeuft, fuer schlichtweg falsch.
Weshalb ich sie in der Form nicht anwenden werde.

Das sei dir belassen.
Jedoch: Allgemeinbegriffe bedeuten in verschiedenen fach-, hobby- und szenegebundenen Kontexten etwas anderes als in unserer Alltagssprache. Siehe auch: Jargon. (http://de.wikipedia.org/wiki/Szenesprache)


Im Rollenspielbereich ist die OSR-Bewegung mit dem Stichwort "old school" verknüpft, hat ihn spezifisch definiert.
Natürlich könnte ich jetzt sagen, ich betreibe "old school", weil ich Prince Valiant spiele und die ganze cWoD-Bewegung sei etwas anderes. Nur: Dabei weiche ich nicht nur den Begriff "old school" bis zur Unverständlichkeit auf, sondern unterminiere gleichzeitig den Retro-Ruck in der WoD.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 18:19
Warum habe ich gerade "Das Leben des Brian" vor Augen?

"- Aber warum sollten wir für sein recht Babys zu bekommen kämpfen, wenn er keine Babys bekommen kann?
- Es ist symbolisch für unser Ringen gegen die Unterdrücker.
- Symbolisch für dein Ringen gegen die Realität."
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 18:22

Da koennte ich zu der Behauptung geneigt sein das ich soweit System maessig eher Old School orientiert bin.
Und nein, damit meine ich dann nicht das ich ploetzlich angefangen haette D&D1 zu spielen. :P

Wobei "Indie" als Begriff eher umfangreicher wird als eingeschraenkt.
Nur weil die Old School Bewegung bis vor kurzem fast ausschliesslich Produkte aus den 70ern/80ern betraf, sehe ich keinen Anlass den Begriff darauf festzunageln und damit anderen entsprechenden "Nostalgie Bewegungen" eine Begriffs-Maulsperre zu verpassen.

Oldschool: In dem besagten Kontext hättest du recht. Nur geh probeweise auf Con und erzähl, du seist oldschool orientiert und pack dann VtM aus. Soweit ich weiß sagten selbst die VtMler Anfang der 90er, dass sie eben nicht oldschool spielen, sondern mehr Wert auf Story und Charakterentwicklung legen würden.

Maulsperre: Sprache, auch Szenesprache ist nicht festgeschrieben, sondern verändert sich. Gut möglich, dass sich durch V20 und Konsorten der Begriff in den nächsten Jahren erweitert. Dann werden eben neue Begriffe definiert. OSR eher D&D sein und OSWoD eben cWoD oder so. Soll mir eigentlich ziemlich egal sein. Aktuell bezieht der Begriff sich dennoch auf D&D vor AD&D2 und auf eine aktuelle Gruppe innerhalb der Rollenspieler, die eben diese Spiele und deren Klone spielen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 14.05.2012 | 18:30
Genau. Wobei die eine Seite Teylen ist.




... aber ich wollte mich ja von diesem Thread fernhalten und meine Zeit produktiv nutzen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 18:31
Dich darauf hinzuweisen, dass du Unfug laberst, hat mit einer Maulsperre nun wirklich gar nichts zu tun.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 18:31
Oldschool: In dem besagten Kontext hättest du recht. Nur geh probeweise auf Con und erzähl, du seist oldschool orientiert und pack dann VtM aus.
Wenn ich bedenken haette das mein Gegenueber Requiem erwartet, oder etwas neues, fanciers, wuerde ich das durchaus bringen.

Zitat
Soweit ich weiß sagten selbst die VtMler Anfang der 90er, dass sie eben nicht oldschool spielen, sondern mehr Wert auf Story und Charakterentwicklung legen würden.
Die V:tM'ler waren in den 90'ern genauso wenig Old School wie die D&D1 Spielern in den 70ern Old School waren.
Auch der D&D1 Spieler wird sich nicht hingestellt haben und gesagt haben: "Ich spiele oldschool".

Allerdings ist offenbar der D&D1 Spieler quasi einfach bei seinem Zeug beharrt [und hat V:tM wie Indie Welle ausgesessen], wie auch der V:tM bei seinem Zeug beharrt ist [und Indie Welle, nWoD und ARS aussass].

Ansonsten habe ich vor V:tM kein Pen & Paper gekannt. Insofern war es nicht mehr oder weniger Wert auf Story und Charakter, sondern mehr ein "Toll, ein Rollenspiel mit Vampiren [Werten und Wuerfeln]".


Hinsichtlich des Jargon Verweis fehlen mir etwas die Quellen.
Ansonsten empfinde ich den Begriff nicht als derart fixiert wie er aktuell dargestellt wird. Zumal die Welle an Old School-D&D1-alike Spielen auch noch nicht so lange da ist.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Orakel am 14.05.2012 | 18:36
Zumal Teylen gerade versucht den Old School-Begriff gänzlich ad absurdum kleinzuhacken.

Kann mir jemand eventuell sagen, ob die Publikationen von White Wolf und der 90er allgemein sich in irgendeiner Weise von den 80ern abzukanzeln versuchten? Eventuell kann man über diese entsprechenden historischen Gegenbenheiten noch einmal eine Unterstützung der Old School ausgrenzung sogar über historische Gegebenheiten heranziehen, obwohl es sich ja in erster Linie in der Methode eigentlich um eine Neuinterpretation der Vergangenheit handelt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 18:42
Die VtMler in den 90ern haben angebli8ch auch nicht sich, sondern die D&Dler als Oldschool bezeichnet. Ich habe da aber auch nur Hörensagen, kann mir das aber ganz gut vorstellen, da VtM ja eben auf ganz andere Aspekte setzte, die auch als Weiterentwicklung propagiert wurden.

Zitat
Wenn ich bedenken haette das mein Gegenueber Requiem erwartet, oder etwas neues, fanciers, wuerde ich das durchaus bringen.
Ja klar, unter den WoDlern kann man das machen. So wie ich bei DSAlern sagen kann, ich spiele lieber oldschool und wahlweise DSA1 oder eine Kampagne im Orkensturm auspacken kann. Aber häng einen Rundenzettel ans Brett auf dem steht, du wolltest OSR spielen. Wie viele kommen dann und erwarten Vampire?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 18:47
Doppelpost Sorry
Kann mir jemand eventuell sagen, ob die Publikationen von White Wolf und der 90er allgemein sich in irgendeiner Weise von den 80ern abzukanzeln versuchten? Eventuell kann man über diese entsprechenden historischen Gegenbenheiten noch einmal eine Unterstützung der Old School ausgrenzung sogar über historische Gegebenheiten heranziehen, obwohl es sich ja in erster Linie in der Methode eigentlich um eine Neuinterpretation der Vergangenheit handelt.
Ja, taten sie. In den 90ern wurden die großen Kampagnen mit großen Plots groß, wenn manche auch schon ein paar Jahre früher veröffentlicht wurden (besagte Drachenlanze). DSA macht den Wechsel hin zu einer stärker definierten, auf gutes RPG (TM), Immersion und Charakterdarstellung basierendem RPG. Die WoD entsteht und nennt sich selber Storytelling Game. Da gibt es schon einen deutlichen Umbruch in dem, was RPG ausmacht.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 18:49
Zumal Teylen gerade versucht den Old School-Begriff gänzlich ad absurdum kleinzuhacken.
Nein.
Ich schraenke den Begriff nicht ein, sondern behalte seine urspruengliche Bedeutung bei.
Die weiter gefasst ist als Old School = einzig und allein Rollenspiel vor 4 Jahrzehnten.
Ebenso fuehre ich dafuer Argumente an.
[Aber vielleicht sollte ich auch anfangen auf die persoenliche Ebene zu gehen und Diskussionspartnern - ohne ein sachliches Argument - an den Kopf zu werfen sie seien wirr und zu ignorieren?].

Zitat
Kann mir jemand eventuell sagen, ob die Publikationen von White Wolf und der 90er allgemein sich in irgendeiner Weise von den 80ern abzukanzeln versuchten?
Einerseits versuchte man das tatsaechlich, unabhaengig davon wie gelungen man den Versuch und die Umsetzung findet.
Andererseits ist es fuer den Begriff Old School nicht relevant. Weshalb ich auch nicht nur die Storyteller Systeme anfuehrte (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1529109.html#msg1529109).

Ja klar, unter den WoDlern kann man das machen. So wie ich bei DSAlern sagen kann, ich spiele lieber oldschool und wahlweise DSA1 oder eine Kampagne im Orkensturm auspacken kann. Aber häng einen Rundenzettel ans Brett auf dem steht, du wolltest OSR spielen. Wie viele kommen dann und erwarten Vampire?
Ich wuerde auf keinen Rundenzettel nur OSR schreiben.
Schliesslich weiss man da doch gar nicht was man kriegt, selbst wenn kein Vampire angeboten wird.
Es kann ueber D&D1, LabLord, Dungeonslayers, Traveller, Rolemaster, DSA1 etc. arg viel sein.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 18:53
Wir haben deine Auffassung jetzt zur Kenntnis genommen. Könnten wir jetzt zur Kernfrage - nämlich der, was "Oldschool" nach der in der Rollenspielszene gängigen Definition eigentlich ausmacht - zurückkommen, ohne noch zwei Seiten darüber zu reden, dass es eine Person gibt, die die gängige Definition nicht teilt? -.-
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 14.05.2012 | 18:56
Koenntest du bitte deine agressiven Ein-Satz-Anmachen unterlassen?  >:(
Und dann vielleicht etwas zu dem Thema beitragen.
Also die Diskussionspunkte an denen dir nun soviel gelegen ist,..
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 19:03
Sorry - ich kann doch wohl auch an der Diskussion interessiert sein, ohne aktiv mitzudiskutieren.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 19:09
Zitat
Ich wuerde auf keinen Rundenzettel nur OSR schreiben.
Schliesslich weiss man da doch gar nicht was man kriegt, selbst wenn kein Vampire angeboten wird.
Es kann ueber D&D1, LabLord, Dungeonslayers, Traveller, Rolemaster, DSA1 etc. arg viel sein.
::) Och Teylen. Das ist doch geschenkt, das würde keiner machen. Aber selbst in deinen Beispielen sind 4 von 6 relativ klassisch-fantastische RPGs. Dungeonslayers ist zwar für mein Empfinden alles andere als oldschool, aber schon davon inspiriert. Traveller fällt ein bisschen raus, besticht aber schlicht durchs Alter. Der grobe Trend ist doch erkennbar. Und sicherlich finden sich Gegenbeispiele mit SciFi Settings, Musketieren oder christlich-mystisch aufgebaute Settings. Aber dass OSR irgendwie was mit Fantasy, Verliesen, Gold und einigen anderen Sachen zu tun hat, ist so ganz grob einfach richtig.

Zitat
Einerseits versuchte man das tatsaechlich, unabhaengig davon wie gelungen man den Versuch und die Umsetzung findet.
Andererseits ist es fuer den Begriff Old School nicht relevant. Weshalb ich auch nicht nur die Storyteller Systeme anfuehrte.
Doch, ist er. Denn mit diesem Wechsel änderte sich die Perspektive auf RPG maßgeblich und weit mehr, als es danach nochmal passierte. Die Plot- und Charakterzentrierung ist seitdem Bestandteil eines Großteils der erscheinenden RPGs. DSA hat den deutschen Markt unglaublich geprägt und nicht zu Unrecht machten D&D, DSA und WoD hierzulande die Big Three aus. Ab AD&D2 folgt auch D&D dem Trend, noch deutlicher ab der 3E. Irgendwann in den 2000ern kommt dann langsam die Indie Welle, die man auch als Gegenreaktion zum Storytelling begreifen kann und prägt ebenfalls die RPG Landschaft, was Sachen wie FATE oder einzelne Forge Techniken gesellschaftsfähig macht und beispielsweise Gummipunkte in viele neue RPGs bringt. Aber so umfassend anders ist RPG nicht mehr seit den 90ern geworden. Aktuell gibt es diesen Back to the Roots Trend, der eben Oldschool heißt. Da er aber auch eine Gegenbewegung ist und ca. bei D&D3.5 anfing, dann bei der 4E richtig Fahrt aufnahm, richtet er sich gegen jene Vorstellungen, die mit den 90ern anfingen. Neben den dicken Regelwerken eben die Orientierung am Plot, die sehr prägenden, aber auch relativ unverwüstlichen SC und ein paar Sachen mehr. Da dieser Begriff also vor diese Wende datiert, kann VtM schlicht nicht oldschool sein. Sicherlich ein altes und ein prägendes RPG, keine Frage. Aber nicht oldschool, da es in vielen Grundideen mit aktuellen RPGs konform geht. Es ist ein modernes RPG, dessen Mechanismen aber nicht mehr ganz zeitgemäß sind, in diesem Punkt ähnlich zu beispielsweise 7th Sea. Aber was hat sich in der grundlegenden Spielart zwischen VtM und VtR geändert? Settingdetails und ein paar Regeländerungen. Aber die Grundkonstanten sind gleich.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Orakel am 14.05.2012 | 19:19
Einerseits versuchte man das tatsaechlich, unabhaengig davon wie gelungen man den Versuch und die Umsetzung findet.
Andererseits ist es fuer den Begriff Old School nicht relevant. Weshalb ich auch nicht nur die Storyteller Systeme anfuehrte (http://tanelorn.net/index.php/topic,74717.msg1529109.html#msg1529109).
Ähm, doch eine Ausgrenzung von dem was vorher war ist durchaus relevant. (Zumal die "Old School"-Welle ja eine sehr spezifische Ausgrenzung in der Diskussion ist, die sich verstärkt auf den Umgang mit bestimmten Methoden und Abenteuerversionen konzentriert.) Letzten Endes haben wir hier zwei kontextuelle Aspekte, wie der Begriff in der auf das Hobby des Rollenspiels bezogenen Diskussion sich zu einem selbstständigen Terminus entwickelt hat.
Nur dadurch das "unser" Diskurs noch keine wissenschaftlichen Ansprüche vorweisen muss haben wir auch noch keine exakten Bestimmungen. (Aber das ist auch noch nicht schlimm. Einige Gesellschaftswissenschaften definieren ja durchaus sehr individuell bestimmte Begriffe und ihre Deutung. Und das sogar innerhalb einer Wissenschaft durch verschiedene Individuen bestimmt.)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: WeepingElf am 14.05.2012 | 19:54
Ist es für die Definition von "Old School RPG" nicht gehopst wie gesprungen, wie der Ausdruck "Old School" etwa in der Hip-Hop-Szene oder sonstwo gebräuchlich ist?  Es zählt doch nur, was in der Rollenspielszene als "Old School" bezeichnet wird, und der Grund, warum ich diesen Thread angeleiert habe, ist doch, herauszuarbeiten, worin diese Definition denn nun besteht.

Anscheinend gibt es so viele Definitionen wie es Leute in der Rollenspielszene gibt, die von "Old School" reden, aber wenn Teylen versucht, alle diese Definitionen von "Old School" unter Verweis auf eine irgendwie geartete "globale" oder "externe" Bedeutung von "Old School" wegzubürsten, dann macht er etwas falsch, und braucht sich nicht zu wundern, wenn niemand ihm folgt.

Ich denke, man kann "Old School" grob definieren als:

Rollenspielweise, die die Spielweise wiederaufgreift, wie sie in der Zeit bis ca. 1980 betrieben wurde, bevor die simulationistischen Systeme mit ihren langen Fertigkeitenlisten aufkamen und man anfing, mehr Fokus auf Charaktergeschichten zu legen, die über das bloße Sammeln von Geld und Erfahrungspunkten und Steigerung von Spielwerten hinausgehen.

Unter dieser Definition sind RuneQuest, Rolemaster, GURPS & Co. schon keine Old School mehr, und V:tM schon gar nicht.  Klassiker sind sie ganz bestimmt, aber keine Old School.

Sehe ich das richtig?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 19:57
Dann ist Talislanta auch Oldschool, und wenn ich als Ahnungsloser zur genannten OSR Runde gehe, um PE und dergleichen zu vermeiden, und bekomme Talislanta, bin ich auch nicht glücklich.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Jiba am 14.05.2012 | 19:58
Ich bin jetzt auch nicht der Old School-Spezialist, aber ist es nicht so, dass Old School-Rollenspiele als Systeme auch am ehesten das Genre der "klassischen" Fantasy bedienen wollen. Oder gibt es SciFi- oder Horror-Old-School-Spiele? :)

@ EE: Das liegt aber dann am Setting, oder nicht?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 20:01
Ich würde mit Blick auf BECMI als "dem" deutschen Erst D&D, aber auch wegen der geistigen Verwandschaft zu B/X die 80er noch mit reinnehmen, gegen Ende flaut die Sache aber ab. Und solang klar ist, dass deine Definition immer nur Tendenz ist und auch vor den 90ern schon Charakterspiel betrieben wurde, wie auch nachher noch in Verliesen geplündert wurde, trifft es die Sache schon ganz gut. Und ganz wichtig: Die Spielerherausforderung muss noch mit rein.

Jiba: Beispielsweise Gamma World ist oldschoolige Endzeit. Hat mit Mutant Future sogar einen Klon. Star Frontiers könnte SciFi in OS tauglich sein, aber das muss jemand bestätigen, der das Ding kennt.

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 20:03
SWN wird auch oft genug als Oldschool aufgeführt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 20:08
Was soll diese Spielerherrausforderung denn sein? Gibts da ein beispiel für? Ist die irgendwie in den Regeln verankert?

ich hab mal AD&D gespielt. Da gabs auch nicht mehr Spielerherrausforderung als sonst. Weniger als bei DSA, aber jedes Rollenspiel hatte mehr Spielerherrausforderung als meine alten DSA gruppen. In den regeln stand nix von Spielerherrausforderung, und in den dem GM-Guide beigelegten Abenteuern auch nicht, das war hackn Slay.

ist das gerede von Spielerherrausforderung nicht eher ein schwammiges ideal, das halt vo9rangetragen wird, weils gut klingt? kann es nicht gut sein, ich spiele Oldschool, und es ist genauso viel oder wenig Spielerherrausforderung drin wie in jedem beliebigen Spielstil ausgenommen DSA-hartwursterei auch?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 20:11
SWN wäre tatsächlich ein gutes Beispiel für ein Produkt der OSR. Es nutzt einen classicD&D Kern, erweitert den um ein paar Eigenheiten und fügt das ganze dann noch mit Sandboxing zusammen. Und nebenbei ist es SciFi, ja.
In der Fantasy Ecke wäre wohl LotFP das Äquivalent. Das ist kein tatsächlicher Klon, sondert ändert schon eine Menge ab, um den Weird Fantasy Anspruch hinzukriegen und ein paar Dinge nach Autorbelieben zu ändern (Stichwort aufsteigende RK). Oder auch das kommende DCC RPG. Das ändert richtig viel, ist auch kein Klon, steht aber deutlich in der Oldschooltradition. Wie ich sagte: Die OSR ist nicht zwangsweise "spielen wie zu Oppis Zeiten", sondern ein aktuelles Phänomen. Ein paar Leute haben entdeckt, dass das alte Zeug rockt und man damit viel machen kann, auch abseits vom reinen "nachspielen". Und es ist auch ein momentaner Modetrend, ja.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 20:11
ODnD ist eben deshalb spielerherausfordernd, weil es in vielen Kontexten gar keine Möglichkeiten gibt, etwas per Würfelwurf zu bestimmen. Das heißt, dass nicht das Vorhandensein eines Mechanismus hier ausschlaggebend ist, sondern das Fehlen ebendieses.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 20:16
@EE
Was Taschi sagt.
Konkretes Beispiel: Eine Falle per Würfelwurf zu entschärfen, ist auf den unteren Leveln lächerlich gering, Geheimtüren entdecken ebenfalls (normalerweise eine 1 auf dem W6). Geheimtüren kann man nur einmal zu finden versuchen, dann erst wieder beim nächsten Dungeonbesuch oder nächsten Tag, müsste ich nachsehen. Aber: Der Spieler kann beschreiben, dass sein SC den Boden mit einer Stange abtastet, auf Fugen im Boden achtet oder ein Brett über die erkannte Falltür legt. Alles nicht im Charakterblatt verankert, sondern rein der Kreativität des Spielers überlassen.

Weiter: XP gibt es nicht für getötete Monster, sondern gelöste Situationen. Den Oger angreifen ist eine Möglichkeit. Aber die Spieler können auch versuchen vorbeizuschleichen, dafür eine Rauchbombe basteln, den Oger mit Geräuschen weglocken, einen anderen Weg nehmen...

Es gibt auch (meist) kein Skill System. Willst du den Wachmann überzeugen, solltest du eben Argumente haben. "Mein Charakter bringt passende Argumente an" gilt nicht. "Ich würfel mal auf Überzeugen" geht nicht. Also: Selber ran.

Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 14.05.2012 | 20:18
Ok, das macht Sinn.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Sashael am 14.05.2012 | 21:18
Der rethorisch gewandte Spieler des tumben Barbaren gewinnt den Diskurtierwettbewerb an der Magierakademie.

Neben vielem anderen ein Grund für mich, diesem "Oldschool" skeptisch gegenüber zu stehen. ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tarin am 14.05.2012 | 21:21
Das könnte im Falle des Falles passieren, ja.
Deshalb muss auch immer betont werden: Oldschool spielen ist kein Allheilmittel, sondern hat Ecken, Kanten, Macken und Bugs. Die betreffenden Spieler sehen viele Bugs aber als Feature und können mit dem Rest ganz gut leben.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Jiba am 14.05.2012 | 21:25
Führt mich zu meiner nächsten Frage: Gibt es eigentlich Old School-Systeme mit komplexen Regeln für soziale Interaktion?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 21:26
Komplex wäre zu viel gesagt, aber SWN hat dafür zumindest Fertigkeiten.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: D. M_Athair am 14.05.2012 | 21:36
Zumal die Welle an Old School-D&D1-alike Spielen auch noch nicht so lange da ist.
Mit Castles & Crusades (2004) taucht erstmals ein Spiel auf, das auf das Entstehen der OSR hindeutet.
Mit OSRIC (2006) und Labyrinth Lord (2007) treten die ersten Retro-Klone auf. Ebenfalls 2007 erscheint Basic Fantasy.
Spätestens mit Swords & Wizardry (2008) ist die Welle perfekt.

KURZUM: Die OSR hat jetzt 4-6 Jahre auf dem Buckel. Das ist zwar "noch nicht so lange", aber durchaus so lange wie der Publikationszyklus der meisten Rollenspiellinien. Vergleiche dazu:
WFRP 2nd (2005-2009)
L5R 3rd  (2005-2010)
nWoD (2004 - effektiv 2010)
D&D 4  (2008-2013?)


 
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 14.05.2012 | 21:59
Die Motivation für Charaktere in typischen OSR-Spielen ist immer die gleiche: Geld. Daran hängt ggf. auch die XP-Vergütung. Wozu die Spieler Geld brauchen, können sie sich dann ausdenken.

Naja, Oldschool hält halt auch die Fahne für den Ansatz hoch, nichts zu veregeln, was offensichtlich oder nicht mit vertretbarem Aufwand verregelbar ist.
Hooks kann man super mithilfe der Charaktergeschichte, Beziehungen und Interessen der Charaktere und bisher erlebten Abenteuern konstruieren; auch moderne Konzepte helfen da kaum weiter (was sich auch an ihrer geringen Akzeptanz zeigt).
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 14.05.2012 | 22:10
Der rethorisch gewandte Spieler des tumben Barbaren gewinnt den Diskurtierwettbewerb an der Magierakademie.

Neben vielem anderen ein Grund für mich, diesem "Oldschool" skeptisch gegenüber zu stehen. ;)

Oder der SL DM läßt eine Charisma-Probe würfeln, wenn er sich unschlüssig ist, ob der Barbar den Debattierwettbewerb gewinnt oder nicht. :o OS/R ist generell hausregelfreundlich, ohne dass die Spieler in einer Runde gleich losheulen von wegen Willkür! und Handwedeln!

*nickt weise*
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 14.05.2012 | 22:25
Star Frontiers könnte SciFi in OS tauglich sein, aber das muss jemand bestätigen, der das Ding kennt.

Sternengarde ist nach meinem Empfinden old school (caveat: ohne die Knight Hawks-Erweiterung zumindest). Zwar gibt es Fertigkeiten, aber die sind eher wie Berufe, Du kannst einem Käfer oder einen Blob spielen, hast einige Waffen, die vollkommen imba sind, auf dem Cover des Regelbuches ist ein blondes Raumfahrer-Püppi und wenn Du auch nur eine Minute über das Spiel nachdenkst, ergibt es im Ganzen absolut keinen Sinn mehr ... aber wenn Du das Buch gelesen hast, willst Du einen Charakter auswürfeln und fiese Schlangen-Aliens mit einem 10W10-Schaden-Lasergewehr wechschnetzeln!  :d Definitv old school!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 1of3 am 14.05.2012 | 22:26
Naja, Oldschool hält halt auch die Fahne für den Ansatz hoch, nichts zu veregeln, was offensichtlich oder nicht mit vertretbarem Aufwand verregelbar ist.
Hooks kann man super mithilfe der Charaktergeschichte, Beziehungen und Interessen der Charaktere und bisher erlebten Abenteuern konstruieren; auch moderne Konzepte helfen da kaum weiter (was sich auch an ihrer geringen Akzeptanz zeigt).

Ich denke eher, dass die OSR relativ festgefahren ist, was sie für verregelbar hält. Der Aufwand ist eben keiner, sondern mangelnde Gewöhnung. Damit sind die Old-Schooler auch nicht alleine, aber das sag ich dir jetzt als Forgianer.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Jiba am 14.05.2012 | 22:29
Hätte ich jetzt auch gesagt, 1of3. Ich will mir gar nicht den Aufschrei der Empörung vorstellen, der losgetreten würde, wenn man ein soziales Kampfsystem für "Dungeonslayers" in seinem Forum ankündigen würde.  >;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 22:30
Brauchst du auch gar nicht, wurde schon paarmal dran im Forum gebastelt und der Aufschrei ist immer ausgeblieben.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 14.05.2012 | 22:35
a) sind Definitionen immer "korinthenkackerisch" und nach einer solchen ist hier wohl gefragt.
b) nach welchen Kriterien entscheiden wir, was geprobt wird, und was als Herausforderung für den Spieler gilt. Die einzige Anforderung, die mir einfällt ist: "Geprobt wird, was sich am Tisch nicht interaktiv lösen läßt." Bin für begründete und herleitbare Alternativen natürlich offen.

Das sowieso. Wenn wir aber definieren, d.h. reine Lehre aufstellen, dann ist die Sandbox ein Werkzeug, das nicht zur OS paßt. Zur OSR vielleicht, aber nicht zur OS.

a) Nein, eigentlich nicht, ...man kann eine Hierarchie von immer spezielleren Definitionen abgeben:
    OS, OSR, oD&D, etc....

b) Finde ich haltbar, möchte aber 'mit vertretbarem Aufwand' hinzufügen.
Sicher kann ein SL ein Schloß hinreichend präzise beschreiben und der Spieler seine Aktionen so genau darlegen, aber dann hängen die beiden Stunden an der Solo-Szene; es hat sich ja auch nicht durchgesetzt, 'Lost Worlds' zur Auflösung von Duellen heranzuziehen.

Im letzten Punkt stimme ich fast zu; es sei denn, schon die Optionen "Party versagt", "Party flieht", "Party mobilisiert Hilfe", "Party geht erstmal woanders trainieren und sich ausrüsten" gelten als 'Sandbox'.


 
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 14.05.2012 | 22:42
Und eben das verstehe ich nicht so ganz. Warum ist Geld so wichtig? Nur weil es gleichzeitig die XP darstellt? Oder weil ich mir damit Ausrüstung kaufen kann? Findet man die nicht auch im Dungeon, wenn man dort durchcrawlt? Oder liegt der Grund vielmehr in der Realität, dass man zum einen mächtig sein will (starker Krieger, gefährlicher Magier) und zum anderen stinkreich? Also letztlich nur ein Drang nach Bedürfnisbefriedigung in einer Phantasiewelt unter vereinfachten Umständen?

Nein, weil man sich mt Geld Henchmen oder Armeen, Ausrüstung und magische Dienste kaufen kann, bzw. auch - zumindest aus Charaktersicht - Wohlstand bzw. einen Lebensunterhalt; ...also der Grund warum auch wir mallochen gehen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Molcho am 14.05.2012 | 22:52
Rollenspielweise, die die Spielweise wiederaufgreift, wie sie in der Zeit bis ca. 1980 betrieben wurde, bevor die simulationistischen Systeme mit ihren langen Fertigkeitenlisten aufkamen und man anfing, mehr Fokus auf Charaktergeschichten zu legen, die über das bloße Sammeln von Geld und Erfahrungspunkten und Steigerung von Spielwerten hinausgehen.

Demnach:
Geld » Ausrüstungsverbesserung
Erfahrung » Spielwertsteigerung


Würdet ihr dann das PC-Spiel »Diablo« auch als Old School bezeichnen? Als verpixeltes D&D? In Diablo war es ja zudem auch wichtig, die passenden Werte zur Ausrüstung zu haben, um sie nutzen zu können. Zudem habe ich es so in Erinnerung, dass Geld nicht ganz so wichtig war, da man die Ausrüstung nicht kaufte, sondern fand.

Metzeln » Erfahrung + Ausrüstung (+ Geld)
Spielwertsteigerung » Ausrüstungsverbesserung (mit Mindestanforderungen)
Ausrüstungsverbesserung » Spielwertsteigerung (durch Boni)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Molcho am 14.05.2012 | 22:58
Nein, weil man sich mit Geld Henchmen oder Armeen, Ausrüstung und magische Dienste kaufen kann, bzw. auch - zumindest aus Charaktersicht - Wohlstand bzw. einen Lebensunterhalt; ...also der Grund warum auch wir mallochen gehen.

Warum dann »Nein«? Bejahst du nicht eher meine letzte Frage? Oder möchtest du betonen, dass nicht Erfahrung/Können/Werte, sondern allein Wohlstand Motivation bietet?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Dark_Tigger am 14.05.2012 | 23:08
Man zitiert sich ja eigentlich nicht selbst aber:
Komisch nach allem was ich gehört hab ist eine Motivation der Charaktäre jenseits von "Ich will mehr Geld" für eine Sandboxige Kampagne doppelt wichtig. Damit die Spieler einen Grund haben ihre Charas in die Welt hinaus zu schicken und Dinge tun zu lassen, und damit sie überhaupt sinnvolle Entscheidungen treffen können.

Das viele derartige Motivationen vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel Asche brauchen um umgesetzt zu werden ("Ich will den alten Familiensitz meiner Ahnen zurück erlangen.", "Ich möchte die größte Sammlung Magischer Literatur im Ostreich ansammeln, damit Magie wieder ordentlich gelehrt werden kann.", "Ich muss den König überzeugen ein Entwässerungsprojekt für meine Heimatregion zu finanzieren damit man endlich Fieberfrei dort leben kann.") steht auf einem anderen Blatt.

ist wohl unter dem
"OldSchool kann auch was anderes heißen!"
"Aber in der RPG Szene ist es halt so definiert"
"Nein"
"Doch"
untergegangen
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 14.05.2012 | 23:13
Das finde ich einen sehr guten und richtigen Einwand, Dark_Tigger. Eine Sandbox kann ihre Stärken erst dann richtig ausspielen, wenn die Charas die Möglichkeit, ihre eigenen Ziele zu suchen und dann auch im Spiel zu verfolgen, wirklich nutzen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Naldantis am 14.05.2012 | 23:16
Warum dann »Nein«? Bejahst du nicht eher meine letzte Frage? Oder möchtest du betonen, dass nicht Erfahrung/Können/Werte, sondern allein Wohlstand Motivation bietet?

Okay, Stimmt, ist eher ein Jein...^^
...Nein, weil man nicht alles, was man für Geld bekommen kann, im Dungeon findet; mal würfelt man Crap aus, mal hat mal keinen Drachenhort voller Ritterreste, sondern halt den marodierenden Orkstamm, der nur Lebensmitteln geplüdert und die Waffen der Dorfmilizen erbeutet hat.

Wie ist es denn in Realitas?
Motiviert der volle Kühlschrank oder die Erfahrung, eigentlich überflüssigen Nonsens schneller schaffen zu können?
Aber es steht dem Charakter OFFEN, was er als Motivation nimmt; es kann sein persönlicher Wohlstand sein, der ewige Ruhm durch die Weltherrschaft oder eben der Auf seiner utopischen Staatsgefüges.
 
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Molcho am 14.05.2012 | 23:29
Komisch nach allem was ich gehört hab ist eine Motivation der Charaktäre jenseits von "Ich will mehr Geld" für eine Sandboxige Kampagne doppelt wichtig. Damit die Spieler einen Grund haben ihre Charas in die Welt hinaus zu schicken und Dinge tun zu lassen, und damit sie überhaupt sinnvolle Entscheidungen treffen können.

Das viele derartige Motivationen vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel Asche brauchen um umgesetzt zu werden ("Ich will den alten Familiensitz meiner Ahnen zurück erlangen.", "Ich möchte die größte Sammlung Magischer Literatur im Ostreich ansammeln, damit Magie wieder ordentlich gelehrt werden kann.", "Ich muss den König überzeugen ein Entwässerungsprojekt für meine Heimatregion zu finanzieren damit man endlich Fieberfrei dort leben kann.") steht auf einem anderen Blatt.

Der Spieler entwirft also einen Charakter und erlebt durch ihn Abenteuer, um diesen 1. in seinen Werten zu steigern und 2. die Welt nach seinen Vorstellungen zu verbessern?

Metzeln » Erfahrung + Geld » Besser und gewinnbringender Metzeln » Mehr Geld usw.
Geld » Machtvergrößerung
Macht » Einfluss auf die Spielwelt

Würdest du das so kurzfassen?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 15.05.2012 | 00:20
Der Spieler entwirft also einen Charakter und erlebt durch ihn Abenteuer, um diesen 1. in seinen Werten zu steigern und 2. die Welt nach seinen Vorstellungen zu verbessern?

Metzeln » Erfahrung + Geld » Besser und gewinnbringender Metzeln » Mehr Geld usw.
Geld » Machtvergrößerung
Macht » Einfluss auf die Spielwelt

Würdest du das so kurzfassen?
Hmm, ich zieh daraus keinen Spielspaß, der liegt in anderen Punkten.

Aber ist das nicht eher eine Frage des Spielertyps denn des Spielstils, auch wenn es hier sicherlich gewisse Korrelationen gibt?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Oberkampf am 15.05.2012 | 08:06
Das sehe ich nicht so.
Old School ist, aehnlich wie beim Begriff der Nostalgie, der Bezug zum frueher dagewesenen.
Es setzt nicht zwangslaeufig voraus das man sich des fruehest dagewesenen annimmt.
Das heisst zumindest laut Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Old_School) sowie meinem Wortverstaendnis.

Es geht hier aber nicht um den allgemeinen Begriff, der in 10 000 Sparten der Kultur jeweils anders verwendet werden kann, sondern um den konkreten Begriff OSR im Bereich des Rollenspiels. DAmit ist nicht alles Beliebige gemeint, was irgendwann mal "früher" gespielt oder verkauft wurde, sondern ein Bündel aus bestimmten rollenspielerischen Traditionen, die ungefähr in den ersten Tagen entstanden. Allerdings heißt das nicht, dass "damals" auch tatsächlich jede Runde so gespielt hat, wie die OSR behauptet - es ist nur ein Modell, oder eine Fahne, hinter der man sich sammeln kann. Selbst wenn in den 70ern irgendein Dungeon Master so geleitet hätte, wie ein 90er Storyteller, wäre dessen Leiten kein Old School Vorbild gewesen.

Nun und natuerlich kann man versuchen die Storyteller Bewegung oder die Indie Bewegung von Old School auszuschliessen, nur ergibt es meines Erachtens keinen Sinn.

Doch, genau das ist der Sinn der OSR. Man glorifiziert nicht einfach das Alte, sondern einen bestimmten Spielstil bzw. ein Bündel nahe verwandter Spielformen, die gehäuft vielleicht wirklich zu der genannten Zeit der 70er auftraten, als Gegenbekenntnis zur Entwicklung des späteren Mainstream-Rollenspiels. OSR allein auf der Zeitachse festmachen zu wollen, entkräftigt den Begriff vollkommen und raubt ihm seine ursprüngliche Zielsetzung. Sonst wäre ja D&D3.0 auch Old School!


Wenn jemand in den 90ern angefangen hat Storyteller zu spielen, schliesslich vielleicht einige Indie kennenlernte bevor er eine regulaere Pathfinder Runde fand, dann wird fuer diesen jemand Old School idR. doch kein oD&D 1 sein, sondern eben das Storyteller System.

Dann lebt dieser jemand in seiner persönlichen Sprachwelt und sollte nicht versuchen, sich an einem Diskurs zu beteiligen, wo nach einer Definition für ein bestimmtes Phänomen gesucht wird. Jemand, der mit Storytelling anfängt, einen Abstecher nach WH3 macht und dann einen Retro-D&D-Klon im OSR-Stil spielt, wird ja wohl nicht behaupten, am Anfang Old School und jetzt New School zu spielen!

Edit: Hab nachgelesen, dass andere schon korrigiert haben.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: LöwenHerz am 15.05.2012 | 08:19
Hätte ich jetzt auch gesagt, 1of3. Ich will mir gar nicht den Aufschrei der Empörung vorstellen, der losgetreten würde, wenn man ein soziales Kampfsystem für "Dungeonslayers" in seinem Forum ankündigen würde.  >;D

Siehe Taschenschieber und den Einwurf, dass DS eben kein Oldschool Rollenspiel ist ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 15.05.2012 | 08:22
Und selbst bei LL kannst du gerne ein soziales Kampfsystem anklatschen - das wird das System nicht zerstören können. Ich werde das auch sofort irgendwo veröffentlichen, wenn du willst.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 15.05.2012 | 08:27
Aber mit nem sozialen Konfliktssystem, Skills usw. macht man die ganze Spiellerherraufoderung wieder weg. Dann ist es kein Oldschool mehr.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Glgnfz am 15.05.2012 | 08:41
Mir doch egal!  ;D  Wie schon gesagt - die Nummer, dass ganz auf Fertigkeiten verzichtet wird, ist seit 1975 gegessen. Da wird ein weiteres kleines Subsystem das Spielgefühl auch nicht kleinkriegen.

Diese "reine OS-Lehre" (TM) hat es in Deutschland ohnehin nie gegeben, da Classic D&D ja, als es Ende 1983 den Weg hierher fand, schon Diebesfertigkeiten und etwas später in den Gazetteers auch "normale" Fertigkeitssysteme hatte.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Germon am 15.05.2012 | 08:59
Ihr habt Probleme, DAS (http://www.youtube.com/watch?v=DgtBQH2PIKA) ist Old School!
Ups, falscher Thread...

Übrigens, wer wollte noch gleich ein soziales Kampfsystem für Dungeonslayers machen?
Immer her damit!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 15.05.2012 | 09:51
Siehe Taschenschieber und den Einwurf, dass DS eben kein Oldschool Rollenspiel ist ;)
Mit DS kann man sehr oldschoolig spielen, hat teils aber sehr moderne Mechanismen. Für mich persönlich eine sehr gelungene Mixtur.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: AceOfDice am 15.05.2012 | 10:10
Ich hab' letztes Jahr in meinem Blog ziemlich viel über Old School geschrieben, falls es jemanden interessiert.
http://www.aceofdice.com/domains/blog/archives/tag/old-school

und natürlich nicht zu vergessen das Endergebnis von alldem: Destiny Dungeon.
http://www.aceofdice.com/?page_id=32
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Oberkampf am 15.05.2012 | 17:37

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: LöwenHerz am 15.05.2012 | 18:53
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Einspruch! Das ist oldschool! (http://www.youtube.com/watch?v=goE_FADJKUE) Und richtig mies dazu  ~;D Aber das schließt sich ja nicht aus...
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Deep One am 15.05.2012 | 21:03
Einspruch! Das ist oldschool! (http://www.youtube.com/watch?v=goE_FADJKUE) Und richtig mies dazu  ~;D Aber das schließt sich ja nicht aus...

Das is' auch nix für Dich, Jung', Weicheier und Poser sollen die Halle verlassen.  ;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Bad Horse am 15.05.2012 | 21:19
Alles elektronischer Neuschulenmüll.

Hier (http://www.youtube.com/watch?v=_8ECRYcXtEg&feature=related) habt ihr Oldschool.

...und jetzt zurück zum Thema, ja?  ;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: dunklerschatten am 15.05.2012 | 22:16
Das ich das noch erleben darf ....

Zitat
Aber wenn du auf der ganzen weiten Welt völlig alleine mit deiner Definition bist - gibt dir das dann nicht zu denken?

Teylen ist mit der Ansicht aber nicht ganze alleine !
Ich finde es jedenfalls schon erstaunlich wie hier Oldschool definiert wird.
Aber gut jeder hat da wohl so seine Ansicht zu, daher glaube ich auch nicht das es hier einen Konsens geben wird.


Und ganz am Rande DAS hier ist Alte Schule

http://www.youtube.com/watch?v=_fgYiCD93QY

Und dennoch erschreckend treffend und aktuell....
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 6 am 15.05.2012 | 23:56
Nur mal so am Rande:

Wirklich Old School ist das (http://www.youtube.com/watch?v=O4o8TeqKhgY). Das meine ich jetzt ernst. Der Begriff kommt nämlich aus dem HipHop und wurde früher eigentlich dazu verwendet die Musik der HipHop-Pioniere als minderwertig zu dissen (Das habe ich schon damals in den 80-er und frühen 90-er nicht verstanden). Das hat also von der Begriffsherkunft nichts mit "Nostalgie" oder sowas zu tun, sondern eher das Gegenteil.

Bezogen auf diese Begriffsherkunft sollte eigentlich ziemlich klar sein, dass das Storytellersystem wohl nicht Old School sein kann. Dazu ist es dann doch ein wenig zu neu. ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Greifenklaue am 16.05.2012 | 11:16
Ich hab' letztes Jahr in meinem Blog ziemlich viel über Old School geschrieben, falls es jemanden interessiert.
http://www.aceofdice.com/domains/blog/archives/tag/old-school

und natürlich nicht zu vergessen das Endergebnis von alldem: Destiny Dungeon.
http://www.aceofdice.com/?page_id=32

Heyho, vielleicht taugt das ja zu einem Stichwort-Podcast von euch. Fände ich spannend!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: asri am 16.05.2012 | 12:01
Der Begriff kommt nämlich aus dem HipHop
Naja, der Begriff (im Sinne von "althergebrachte Methode") ist schon ein paar Jahrhunderte älter, sowohl im Englischen als auch im Deutschen ("nach alter Schule" u.ä.). Die Verwendung des engl. "oldschool" im Deutschen mag ja mit dem Hiphop zusammenhängen, aber ganz so überschaubar ist die Begriffsgeschichte nicht.

Edit nach Teylens Hinweis: verbessert. >;D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Teylen am 16.05.2012 | 15:10
Naja, der Begriff (im Sinne von "althergebrachte Methode") ist schon ein paar Jahrhunderte älter, sowohl im Englischen als auch im Deutschen ("nach alter Schule" u.ä.). Die Verwendung des engl. "oldschool" im Deutschen mag ja mit dem Hiphop zusammenhängen, aber ganz so überschaubar ist die Begriffsgeschichte nicht.
Pssst, das will hier keiner hoeren.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: asri am 16.05.2012 | 15:16
Pssst, das will hier keiner hoeren.
Ups, tschuldigung, ich habs oben korrigiert. :D
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Pyromancer am 16.05.2012 | 15:22
Pssst, das will hier keiner hoeren.

Es passiert, dass ein allgemeiner Begriff in einem bestimmten Kontext zum terminus technicus mit eingeschränkter oder gar völlig anderer Bedeutung mutiert.

Da wo ich herkomme wird der Begriff "Alte Schule!" z.B. noch gelegentlich als Ausdruck einer leicht spöttischen Bewunderung bzw. leicht bewundernden Spottes gebraucht, wenn jemand etwas auf die altmodische, umständliche, traditionelle Art und Weise zu Stande bringt, an statt den leichten, einfachen, modernen Weg zu wählen. Relevanz für die Diskussion hier, über "old school" in einem Rollenspielforum: Keine!
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Oberkampf am 16.05.2012 | 15:26
Relevanz für die Diskussion hier, über "old school" in einem Rollenspielforum: Keine!

Pssst. Das will Teylen nicht hören.  ;)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: 6 am 16.05.2012 | 15:33
@asri:
Aber Du stimmst mit mir überein, dass der Begriff "Old School" mit dem HipHop einen ziemlichen Aufschwung in der Benutzung bekommen hat? (Btw. so weit ich weiss, ist "Old School" für "nach alter Schule" eher ungewöhnlich und es wird eher "oldstyle" oder "oldfashioned" genommen)
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 19.05.2012 | 16:39
Amis sagen das hier:

http://rpgtalk.wikia.com/wiki/Old_school_role-playing_games

Und es gibt new Wave Roleplay, k.A. was das ist.

http://rpgtalk.wikia.com/wiki/New_wave_role-playing_games
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: WeepingElf am 19.05.2012 | 18:01
Amis sagen das hier:

http://rpgtalk.wikia.com/wiki/Old_school_role-playing_games

Und es gibt new Wave Roleplay, k.A. was das ist.

http://rpgtalk.wikia.com/wiki/New_wave_role-playing_games

Nach den Definitionen bin ich wohl eher New Waver ;)  Allerdings finde ich ihre Definition von Old School ein bisschen weit gefasst.  Sind die Spiele der 2. Generation mit ihren langen Listen von Fertigkeiten, wie RuneQuest, Rolemaster, Palladium oder HârnMaster, noch Old School?
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 19.05.2012 | 18:04
jedenfalls scheint es beim Oldschool Usus zu sein, das man in irgendeiner Form nen Auftrag bekommt und dann in nen Dungeon geht, um diesen auszuführen. Damit kann mans schon ganz gut abgrenzen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: WeepingElf am 19.05.2012 | 18:21
jedenfalls scheint es beim Oldschool Usus zu sein, das man in irgendeiner Form nen Auftrag bekommt und dann in nen Dungeon geht, um diesen auszuführen. Damit kann mans schon ganz gut abgrenzen.

Ich denke, das trifft es so einigermaßen.  Eher als die Frage, welche Systeme denn nun "Old School" sind und welche nicht.  OD&D ist natürlich Old School, AD&D wohl auch noch, bei den fertigkeitenorientierten Systemen der 2. Generation bin ich mir schon nicht mehr so sicher, obwohl man mit denen sicher auch Old-School-Szenarien spielen kann.  Zu der Zeit kamen ja auch ganz andere Abenteuer auf, wie z. B. Stadtabenteuer, die sich um politische Intrigen drehen und ähnliches.  Ganz sicher nicht mehr Old School sind dann die narrativen Rollenspiele der 3. und folgenden Generationen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Tybalt am 19.05.2012 | 19:07
jedenfalls scheint es beim Oldschool Usus zu sein, das man in irgendeiner Form nen Auftrag bekommt und dann in nen Dungeon geht, um diesen auszuführen. Damit kann mans schon ganz gut abgrenzen.

Das wischt aber die ganzen Sandbox-Geschichten vom Tisch. Ich denke mal, die Definition ist zu eng.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Bad Horse am 19.05.2012 | 19:16
"Es gibt Aufträge" widerspricht der Sandbox keineswegs. Du musst den Auftrag nur nicht annehmen, wenn er dir zu gefährlich erscheint oder es zu wenig Kohle gibt.

Ganz im Gegenteil, es macht bei Sandbox schon Sinn, wenn Leute zu dir kommen und etwas von dir wollen.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 19.05.2012 | 19:17
Allerdings führt in einer Sandbox längst nicht alles in einen Dungeon.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 19.05.2012 | 19:19
Wenn man Dungeon im WoW-Stil auch als Freiluft-Dungeon sieht, dann schon. ob man im Moor oder im grab rumkriecht, für mich wäre beides Dungeon im weiten Sinne. Sicher AD&D z.B. hatte der herrschaftsaspekt, wo man dann ne iegene Burg bekam und so, aber das ist für mich schon wieder ein neues Spiel im Spiel. kann man von mir aus auch Oldschool nennen, dürfte aber nicht den hauptteil der tatsächlich momentan in D. gespielten Oldschoolerlebnisse ausmachen.

Sicher kann man von Fraktion A nach Fraktion B laufen, und die solange bequatschen, bis sie sich gegenseitig angreifen und dann ihre Schätze klauen oder sowas, aber da es im Oldschool ja keine regeln dafür gibt, und man sagt, das alles auch ohne regeln geht, könnte man auch tabak pflanzen gehen oder sonstwas. ich vergleiche das wieder mit KODT. Da wurde auch der größte Blödsinn gemacht.

Aber wie wäre damit. Oldschool ist, wenn man in ner Siedlung nen Auftrag bekommt, zu dessen Erfüllung in Dungeon oder andere gefährliche Gebiete geht, und möglichst mit Schätzen wieder zurückkommt.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Taschenschieber am 19.05.2012 | 19:48
Damit ist jetzt so ziemlich alles Oldschool, was es gibt. Das Szenario hatte ich auch schon mit DSA4.1. Und FATE.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: Bad Horse am 19.05.2012 | 19:50
Halte ich für zu eng definiert. Bei Old School kannst du genau das machen, was du als Beispiel angeführt hast: Leute beschwafeln, sich nicht anzugreifen - dass es dafür keine exakten Regeln gibt, sehe ich aber durchaus als gewollt an.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 19.05.2012 | 19:51
Ja, und? Oldschool finde ich systemungebunden auch sinnvoller definiert. Immerhin ist es ein Stil, der implizit aussagt, das alles was ungeregelt ist, vom Spieler abhängt. D.h. eine Oldschoolrunde spielt sich im Extremfall völlig systemfrei ab.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: ErikErikson am 19.05.2012 | 19:52
Halte ich für zu eng definiert. Bei Old School kannst du genau das machen, was du als Beispiel angeführt hast: Leute beschwafeln, sich nicht anzugreifen - dass es dafür keine exakten Regeln gibt, sehe ich aber durchaus als gewollt an.


bei Oldschool kann ich alles machen. Es ist auch keine richtige Defi, sondern eher das archetypische beispiel.
Titel: Re: Old School - was ist das überhaupt?
Beitrag von: justKay am 20.05.2012 | 15:03
Letzten Endes gibt es mMn nur eine Sinnvolle Definition:

Is' halt wie D&D damals (oder was ich mir so darunter vorstelle) ... :)

Etwas schöner kann man das in zwei Einzelpunkte packen:

a) Ein Regelsystem ist je mehr old-shool je mehr es wie OD&D in der ersten Inkarnation war

b) Ein Spielabend ist je mehr old-shool je mehr er wie in den Anfängen des RPGs war

Das beudet natürlich, dass old-shool keine ja/nein sondern eine wieviel frage ist und das ist mMn auch richtig so. Wann etwas noch weit genug old-shool ist um es noch allgemein so zu bezeichnen ist dann eben die Frage, bei der es nie einen richtigen Konsens geben wird.

Interessant sind natürlich Fragen wie: Was kennzeichnet OD&D und was sind eher unwichtige Details ? Wie hat man anno dazumal nun wirklich gespielt ? Ist die Spielweise die viele die siche selbst als Old-shool gamer bezeichenen  propagieren tatsächlich genau diese oder ist es eher ein neueres Konstrukt was sich nur anleihen holt ?

Zu einigen dieser Punkte gibt es hier im Thread schon eine Reihe von Antworten. Gerade speziell zur ersten Frage fasse ich mal ein wenig zusammen was ich aus dem bisher gesagten ziehe:

zu a)  Beispiele können sein: Klassen, Level, Tödlichkeit, XP gewinn, magische Gegenstände, Zauber, was kann ich mit Geld anstellen ? Aber gerade hier ist es eben die Frage was MUSS drin sein und was KANN.
zu b): Beim allerersten D&D hat man nur Regeln für Kampf, Magie, Charakter Erschaffung/Verbesserung und das Erforschen von Verliesen (und evtl. Wildnisgebieten).  Wobei Magie letzen Endes auch "nur" zusätzliche Fähigkeiten zum Kämpfen / erforschen liefert. Fertigkeitsregeln kommen zwar auch später hinzu beziehen sich aber in erster Linie auf Dinge die man zur Erkundung benötigt. Die Motivation der Charaktere zieht sich normalerweise aus einer Kombination aus: Für das Gute (TM) kämpfen, Schätze horten, Fähigkeiten verbessern.


Wie bereits auf der ersten Seite des Threads genannt ist sanboxing nur eine Methode die viele heutige Ols-shool Spieler gerne verwenden und hat eigentlich nicht zwingend mit den alten Spielen zu tun (gabs damals sicher, aber genauso ABs und spielrunden die das nicht verwendet haben).