Erster: nein! Ich finde es sogar spannend, Werte und Wesen von Gegnern nicht vorher zu kennen und beuge mich vollsten Vertrauens meinem SL ;)Wie in dem anderen Trööd schon erläutert. Ich sehe das genauso wie du.
Vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass der SL zwar die Würfel rollt, dann aber spontan entscheidet (etwa nach dramaturgischen Gesichtspunkten), ob das erwürfelte Ergebnis jetzt geschaffft oder nicht geschafft ist.Da stellt sich mir die Frage, inwiefern diesem Mißtrauen die Kenntnis der Werte abhelfen soll? Oder ist es eine Kombination aus Wertekenntnis UND offenem Würfeln?
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Ich habe damit kein Problem, dass ich die Gegnerwerte nicht kenne, denn das ist Spielerwissen, das eher zu Metagaming verleitet als der Entscheidung im Spiel dienlich ist. Der Charakter kennt die Werte doch auch nicht.+1. Wenn wir ganz ehrlich sind, kennt der Charakter doch nicht mal seine eigenen Werte. Oder weiß hier jemand, wieviel DEX gemäß WoD er im wirklichen Leben hat?
Da stellt sich mir die Frage, inwiefern diesem Mißtrauen die Kenntnis der Werte abhelfen soll? Oder ist es eine Kombination aus Wertekenntnis UND offenem Würfeln?Das stimmt natürlich.
Muß ja nun nicht zwingend Hand in Hand gehen.
Als SL neige ich dazu, die Gegnerwerte fleissig während des Kampfes anzupassen. Uppsala, die SC töten den Endgegner gerade mit dem ersten Angriff-das darf nicht sein! hat er gleich mal dreimal mehr LP. Und so weiter. Wenn man das nicht geschickt macht, bekommens die Spieler mit und die Spannung geht flöten.DESWEGEN kenn ich die Werte auch gerne bei manchen SL. Bei anderen weiß ich, dass sie den Endgegner auch nach einem schlag liegenlassen, wenn es ebenso erwürfelt wurde.
Rein aus Spielflussgründen ist es bei vielen Systemen (z. B. DnD) scheiße, bestimmte Werte (z. B. die AC) nicht zu kennen. Geheimnistuerei macht da einfach die Kommunikation im Kampf viel schwerer (ich muss würfeln, rechnen, dem SL das Ergebnis sagen, der SL guckt auf die AC und sagt mir, ob ich treffe - wenn ich die AC kenne, würfel ich, rechne und sage "ja" oder "nein").
Im übrigen kann ich mich nur WeepingElf anschließen:+1. Wenn wir ganz ehrlich sind, kennt der Charakter doch nicht mal seine eigenen Werte. Oder weiß hier jemand, wieviel DEX gemäß WoD er im wirklichen Leben hat?
Für mich sind Dialogzeilen wie "Geh' Du mal vor, Du hast Schleichen auf 14!" Atmosphärekiller. So reden Bewohner der Spielwelt nicht miteinander!!! Werte sind dafür da, Situationen zu regeln, die auf der Darstellungsebene nicht geklärt werden können, und haben in den Dialogen der Charaktere nichts verloren! Die richtige Dialogzeile wäre so was wie "Geh' Du mal vor, Du bist der beste Schleicher von uns!"
Sowas hört man ja immer wieder, aber mal ehrlich - mir ist ständiges In-Charakter-Gequatsche auch einfach zu anstrengend. Manchmal ist es effektiveres Spielen und kürzt Dinge drastisch ab, wenn man sich in der Kommunikation nicht zu sehr auf direkte Rede festlegt. Auch indirekte Rede, oft ja für den Untergang des Rollenspielabendlandes, halte ich nicht für schlecht. Zumindest mir ist klar, dass ich mit dem Spieler rede, wenn ich Metainformationen einflechte und nicht mit dem Charakter des Spielers. ist das echt so schwierig, da satzweise umzuschalten?Ich könnte da noch ne Anekdote eines langen DSA-Abends wiedergeben, wo der betreffende Spieler tatsächlich um den Tisch geschlichen ist und sich alle´bei er Frage, was er da macht, fassungslos lschend zu Boden warfen ...
Sowas hört man ja immer wieder, aber mal ehrlich - mir ist ständiges In-Charakter-Gequatsche auch einfach zu anstrengend.
Setzt Du die ungefähre Einschätzung von Gegnerwerten denn mit dem expliziten Kennen derer gleich?
Was sich aber herauskristallisiert: es scheint ein eklatanter Mangel an Vertrauen gegenüber dem SL verbreitet zu sein.Was vielleicht daran liegt das im Rahmen der vermeintlichen Prämisse des (Personal) Horror Genre es als besonders "cool" hevorgehoben wurde wenn die Spieler nicht nur die Werte des Gegners nicht kennen, sondern der Gegner auch keine Werte hat. Damit der schlechte Mafiosi gar nicht in Versuchung kommt das ihm etwas gelingt, damit das Chutuluide Monster auch wirklich, wirklich Imba ist und damit der Kampf nun auch unbedingt nachdem klassischen Rocky (die Filme) Muster verläuft.
Was sich aber herauskristallisiert: es scheint ein eklatanter Mangel an Vertrauen gegenüber dem SL verbreitet zu sein. Das finde ich total schade! Denn Helden sind sich nicht immer allem bewusst, sie sind nicht immer in der superioren Rolle, sie kontrollieren nicht alles und für die Spieler gilt doch genau das Selbe. Als Spieler lasse ich mich auf die Welt des SL ein, sein Abenteuer und seinen groben Plan. Er gibt mir Freiheiten und ich lebe mit den von ihm aufgezeigten Konsequenzen. Ohne dieses Thema würde für mich ein erheblicher Teil dessen wegfallen, was unseren Spielspaß ausmacht. Denn auch das Ausgeliefertsein kann Spaß bringen. Vertrauen vorausgesetzt.Kann ich zu 100% zustimmen :d
Jein.
Mir ist es halbwegs gleichgültig, ob ein Viech nun 100 oder 150 LP hat.
Ich möchte aber zumindest eine ungefähre Vorstellung davon haben, was ich bei einem Gegner zu erwarten habe (im Regelfall, Spezialfälle können das natürlich immer umgehen).
Die Beschreibung eines Gegners sollte also zumindest so umfassend sein, dass sich daraus eine vernünftige Handlungsgrundlage für die eigene Spielfigur ableiten lässt.
Gegner, bei denen ich mir nach Schilderung des SLs denke "Oh scheiße, wir sind sooo tot" und die dann nach dem ersten bösen Blick in ihre Richtung tot umfallen, sind leider viel üblicher als Schilderungen, denen ich tatsächlich in angemessenem Maße einschätzen kann, wie stark sie sind.
Außerdem bekommt Dolge von mir noch ein +1.
[...]Das hat oft doch gar nix mit mangelndem Vertrauen zu tun.
Was sich aber herauskristallisiert: es scheint ein eklatanter Mangel an Vertrauen gegenüber dem SL verbreitet zu sein. Das finde ich total schade! Denn Helden sind sich nicht immer allem bewusst, sie sind nicht immer in der superioren Rolle, sie kontrollieren nicht alles und für die Spieler gilt doch genau das Selbe. Als Spieler lasse ich mich auf die Welt des SL ein, sein Abenteuer und seinen groben Plan. Er gibt mir Freiheiten und ich lebe mit den von ihm aufgezeigten Konsequenzen. Ohne dieses Thema würde für mich ein erheblicher Teil dessen wegfallen, was unseren Spielspaß ausmacht. Denn auch das Ausgeliefertsein kann Spaß bringen. Vertrauen vorausgesetzt.
Du betrachtest das Thema ja nun von zwei Seiten, Tümpelritter. Anfangs schreibst Du aus Deiner Spielersicht und später aus SL-Sicht.
Was sich aber herauskristallisiert: es scheint ein eklatanter Mangel an Vertrauen gegenüber dem SL verbreitet zu sein. Das finde ich total schade! Denn Helden sind sich nicht immer allem bewusst, sie sind nicht immer in der superioren Rolle, sie kontrollieren nicht alles und für die Spieler gilt doch genau das Selbe. Als Spieler lasse ich mich auf die Welt des SL ein, sein Abenteuer und seinen groben Plan. Er gibt mir Freiheiten und ich lebe mit den von ihm aufgezeigten Konsequenzen. Ohne dieses Thema würde für mich ein erheblicher Teil dessen wegfallen, was unseren Spielspaß ausmacht. Denn auch das Ausgeliefertsein kann Spaß bringen. Vertrauen vorausgesetzt.