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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Gaming Cat am 2.11.2012 | 13:26

Titel: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Gaming Cat am 2.11.2012 | 13:26
The blond Bond has returned...Craig schießt, schlägt und knutscht sich durch satte 2,5 Stunden Actionfilm.
Das ganze hat seine Längen, wird aber durch den psychopathisch-satanischen Javier Bardem als Antagonisten und einige herrliche Nostalgiesequenzen (auch mit original John Barry Bond Theme!!!) wieder gut kompensiert.
Unterhaltsam und nach dem "Quantum", das niemanden zu trösten vermochte, nun eine filmische Würdigung von 50 Jahren "Kiss-kiss, bang-bang variety" (Fleming).
Der Titel erklärt sich übrigens im Film und rekurriert auf Bonds Vergangenheit.  ;)
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 2.11.2012 | 13:38
Ich sehe ihn am Montagabend.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 2.11.2012 | 14:14
Soll ein sehr guter Action-Thriller sein, der aber wie erwartet wieder kein Bond-Film im eigentlichen Sinn ist.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 21:32
laut Rezi ist er gut, aber kein Bond.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 3.11.2012 | 21:32
Das Gewäsch vom "echten Bond" kann ich langsam nimmer hören. :gasmaskerly:
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 21:35
Also so wie ich die Rezi verstanden habe, gibts wohl kein Bond-Girl mehr, und die Handlung soll angeblich Bedeutung haben. Das ist für mich dann schon kein "echter" Bond mehr. Wäre aber durchaus denkbar, das die alten Bonds schon irgendwie tiefsinnigere bedeutung hatten, und ich war nur zu blöd es mitzukriegen. Die Bücher hatten das ja eher.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 3.11.2012 | 21:41
Ach so, du trollst nur.

:P
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 21:47
Ich kann deiner Logik nicht folgen. Wäre es möglich, das du mit diesem Totschlagargument deine eigenen mangelnden Argumente kaschieren willst (Achtung, rethorische frage)? Sorry, wenn ich etwas ausfallend werde, aber ich hasse diesen Vorwurf. Du kannst aber auch gerne deinen Punkt, warum der neue Bond jetzt doch ein echter Bond ist, obwohl die Rezi das Gegenteil behauptet, näher ausführen.

ich rede davon, http://www.ftd.de/panorama/kultur/:james-bond-skyfall-man-stirbt-nur-zweimal/70111816.html und habe den Eindruck, das da einges fundamental anders ist. kann natürlich auch gut sein, das der rezimann ein Idiot ist und nur labert.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 3.11.2012 | 21:50
Ich bin schlicht der Meinung, dass die Figur Bond und die Bond-Filme sich in 22 offiziellen und mehreren inoffiziellen Teilen so oft gewandelt haben, dass ein "echter" Bondfilm einfach nicht existieren kann.

Daniel Craig erinnert mich an Timothy Dalton, was ich persönlich recht wohltuend finde. Du kannst die Filme natürlich doof finden, nur das mit dem "echten Bond" finde ich eben sehr weit hergeholt.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 21:52
Hast du gelesen, das ich den Film als "laut Rezi" gut bezeichnet habe? Du liest offensichtlich gar nicht, was ich schreibe. Dabei habe ich nur ein paar wenige Sätze geschrieben.

Sorry, komme von 12 Stunden Tagung und bin gut genervt.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 3.11.2012 | 21:58
Ich bin schlicht der Meinung, dass die Figur Bond und die Bond-Filme sich in 22 offiziellen und mehreren inoffiziellen Teilen so oft gewandelt haben, dass ein "echter" Bondfilm einfach nicht existieren kann.

Das ist so nicht ganz richtig.

Alle Bonds vor Craig waren Playboy-Agenten, stilvoll, gebildet, distinguiert, jederzeit Herren der Lage. Der Craig-Bond ist ein geistig eher schlichter Schläger und Killer, der tonnenweise Probleme mit sich selbst hat. Darüber hinaus ging es in fast allen Bonds vor Craig um irgendwelche Superschwerverbrecher oder Russen, die die Welt bedroht haben. In den Craig-Bonds geht es um Bond. Rüdiger Suchsland fasst das auf telepolis (http://www.heise.de/tp/artikel/37/37918/1.html) recht gut zusammen.

Ich werde mir den neuen Bond in jedem Fall ansehen. Ich bin zwar traurig, dass es eben kein Bond mehr ist, aber wenn Sam Mendez Regie führt, darf gehofft werden. Potenziell ist ein Film mit einem Charakter statt einer Figur im Zentrum auch besser.  ;)
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 3.11.2012 | 22:06
*hust* License to Kill */hust*

Und EE, ich hatte schon gelesen, dass der Film laut Rezi gut ist. Du darfst ihn von mir aus auch gut finden, habe ich nix gegen. Ändert aber nix an meinem Statement ;)
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 3.11.2012 | 22:09
Ja, deshalb nur fast alle.

Und auch Dalton hat weitgehend den stilvollen Playboy-Agenten gemimt.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Darius der Duellant am 3.11.2012 | 22:21
Daniel Craig erinnert mich an Timothy Dalton, was ich persönlich recht wohltuend finde. Du kannst die Filme natürlich doof finden, nur das mit dem "echten Bond" finde ich eben sehr weit hergeholt.

Ich habe bisher keinen der Craig-Bonds gesehen, aber wenn das zutrifft, wird sich das wohl bald ändern.
Dalton ist in meinen Augen nämlich DER Bond-Darsteller schlechtin.
Die meisten anderen waren mir zu weich, sowohl optisch, als auch hinsichtlich der gespielten Rolle.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 22:23
Ok, aber du schreibst, das ich den Film gern doof finden kann, und das impliziert, das ich das auch so getan hätte, was nicht stimmt.

Kann es sein, das dir Dalton gut gefallen hat und du dich freust, das Bond wieder in die Richtung geht? Nun, ich mag Moore am liebsten. Aber wenn ich sage, es ist kein "echter Bond" ist das erstmal keine Abwertung, sondern nur feststellung im Sinne, wie CK es dargelegt hat. Deshalb habe ich dazugeschrieben, das der Film laut rezi gut ist.

natürlich hätte ich gerne wieder einen Bond im Moore oder auch Connery Stil.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 3.11.2012 | 22:25
Connery zu weich? Oha. Die extreme Selbstironie der Moore- und Brosnan-Bonds kann einem schon auf den Senkel gehen (die Moore-Bonds empfinde ich obendrein als extrem aufgeblasen). Connery spielt die Rolle allerdings sehr ernst, kalt und hart. Er gilt zusammen mit Dalton bis dato als am nächsten an der Romanvorlage dran.

Wenn du einen harten Bond willst, ist Craig aber genau der Richtige für dich.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 3.11.2012 | 22:26
"Wann ist ein Bond ein Bond?' ist genauso eine blöde Frage wie 'wann ist ein Mann ein Mann?'. Es ist ein offizieller Bondfilm, damit ists ein echter Bond. Egal wie wenig das mit den vorherigen Bonds zu tun hatte. Früher standen die Frauen wohl eher auf den früheren Bondtyp, heute auf Craig. Daher sind zumindest mal beide Frauenmagnete und daher ist auch dieser Bond für mich ein echter Bond.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 3.11.2012 | 22:30
Skyfall ist so sehr ein echter Bond, wie die 4e echtes D&D ist.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Gawain am 3.11.2012 | 22:47
Craig als Bond mag ich gerne, aber
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Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: alexandro am 4.11.2012 | 10:14
Bisher gab es nie einen echten Bond-Film. Den zynischen, abgefuckten, immer einen Schritt vom Landesverrat entfernten, Trinker den Fleming geschrieben hat, will offensichtlich niemand auf der Leinwand sehen (Craig und Dalton kommen schon nah ran, aber eigentlich ist der Fleming-Bond mehr wie Javier Bardem im neuen Film). Vielleicht wenn McGoohan damals die Rolle gekriegt hätte...

...aber egal, der neue Bond ist unterhaltsam, die Verfolgungsjagd am Anfang bringt einen gut in den Film rein (auch wenn die Szenen größtenteils aus anderen Filmen bekannt sein dürften - besser gut geklaut, als gar nicht).
 
Der restliche Film ist relativ "beschaulich", gelegentlich hat man den Eindruck dass etwas mehr Tempo vielleicht angebracht wäre, aber es kommt nie Langeweile auf. Die neuen (alten) Elemente des Bond-Mythos werden gut eingeführt und man hat den Eindruck ein liebes Familienmitglied wiederzusehen. Der Film schlittert dabei knapp an einigen Klischees vorbei, schafft es aber immer sich wieder zu fangen und den Zuschauer bei der Stange zu halten. Insgesamt ein guter Film, auch wenn ich "Casino Royal" weiterhin für den besseren Craig-Bond halte.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Trichter am 4.11.2012 | 13:34
Ich fand ihn sehr gut. Nur Javier Bardem hat mich stellenweise irgendwie zu sehr an den Joker aus den letzten Batman Filmen erinnert. Sonst aber wirklich sehenswert.
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Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 4.11.2012 | 14:10
Hui, Alexandro weckt mein Interesse an der Buchvorlage.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 4.11.2012 | 16:35
Hui, Alexandro weckt mein Interesse an der Buchvorlage.

Die eine, die ich tatsächlich gelesen habe (leider sind die Romane nicht wirklich gut zu kriegen, find die mal in einer Bibliothek), nämlich "Casino Royale", also Band 1, hat mir wirklich Lust auf mehr gemacht. Allerdings hatte sich dann erstmal eine Menge anderer Kram vorgedrängelt.

Empfehlen kann ich's jedenfalls, die Romane sind sehr anders als die Bücher.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: ErikErikson am 4.11.2012 | 16:53
Empfehlen kann ich's jedenfalls, die Romane sind sehr anders als die Bücher.

Naja, Sachbücher sind halt grundsätzlich trockener.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 4.11.2012 | 17:52
Naja, Sachbücher sind halt grundsätzlich trockener.
...

Die Romane sind sehr anders als die Filme, meinte ich.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Xemides am 4.11.2012 | 21:28
Hallo,

wir waren vorhin drinnen. Großartiger Film mit wieder dem Bondschen trockenem Humor, grandiosen Actionsequenzen und einer guten Story.

Für mich gibt es keinen echten Bond. Ich bin mit Moore aufgewachsen, habe Conneryx erst später gesehen, zwischen drinn einige Bonds bis Craig Pause gemacht und mit gefällt Craig als Bond.

Hervorragend fand ich die Anspielungen auf frühere Bondfilme und teilweise den Abschied von ihnen:

Den Austin Martin, wenig Gadgets von Q (der mich übrigens ständig an Sheldon Cooper erinnerte).

Großartig am Ende

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Edit: Habe jetzt Lust auf ne Shadowrun Spionage-Kampagne bekommen.

Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Xemides am 5.11.2012 | 11:44
Nachtrag:

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Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Trichter am 5.11.2012 | 13:41
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Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: alexandro am 5.11.2012 | 14:25
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Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 5.11.2012 | 22:59
Also wenn das kein "echter Bond" ist, weiß ich's auch nicht.

Langrezi im Spoiler (weil enthält Spoiler):
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Außerhalb des Spoilers, weil die Szene ganz am Anfang ist und mich RICHTIG gestört hat (vorsicht, Rant eines Studenten des Verkehrsingenieurwesen): HALLO? Würden sich die Herren Drehbuchautoren vielleicht mal informieren, wie ein Zug funktioniert? Das war ja schon auf "Pelham 123"-Niveau. Man sieht wunderschön, wie der Bremsschlauch reißt - eigentlich™ sollte das automatisch dazu führen, dass der abgetrennte Zugteil stehen bleibt, und das weiß man, wenn man mal die einschlägige Fachliteratur des Tesloff-Verlags (oder wie der Laden mit den Was-ist-Was-Büchern noch gleich heißt) gelesen hat. Ohne Witz, da steht das drin. Später latscht Bond dann noch in einem Londoner U-Bahntunnel rum und ignoriert fröhlich, dass zwei der vier Schienen, die da rumliegen, ihn töten wollen. Anscheinend hat Q noch Spezialschuhe rausgerückt, die gegen paar hundert Volt ausreichend isolieren.

Ernsthaft, liebe Drehbuchautoren, beschäftigt euch drei Minuten damit, wie Züge und Flugzeuge funktionieren, wenn ihr unbedingt welche in eurem Plot haben wollt. Schließlich baut ihr auch keine per Joystick gesteuerten Autos oder so ein.

Alle Szenen, in denen ein Computer zu sehen war, waren btw genauso schlimm.
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[/rant]
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 5.11.2012 | 23:06
Huh, hat der Remington Steele-Bond nicht mal das Auto über den Touchscreen seines Handys gesteuert?
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 5.11.2012 | 23:27
Huh, hat der Remington Steele-Bond nicht mal das Auto über den Touchscreen seines Handys gesteuert?

Hat er. Das war aber ein Spezialumbau von Q, kein rostiger Fiat Punto, der grade an der Straße rumstand.

Und nur damit's klar ist, ich fand "Skyfall" wirklich richtig gut, der kommt auch definitiv auf Blaustrahlscheibe ins Regal.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 6.11.2012 | 21:25
Komm eben aus dem Kino. Wenn das nicht der geilste Bond aller Zeiten war, müsste ich die anderen verleugnen. Boar, war der spitze. Fünf von fünf Doppelnull-agenten.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 6.11.2012 | 21:29
Das nennt man dann einen Zehnfachnullagenten.

^5, Cal, und ich dachte schon, ich wär mit meiner Meinung alleine.

By the way war es der erste Bond, der mich fast zum Weinen gebracht hätte.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Nocturama am 7.11.2012 | 09:13
Mir hat er sehr gut gefallen. Ich konnte aber auch nie mit dem "alten" Bond warm werden (bzw. ihn nur schwer ertragen), weil da der Mary Sue-Faktor meist durch die Decke ging (zugegeben habe ich aber auch nicht alle Filme gesehen, was irgendwie masochistisch gewesen wäre).

Da finde ich den Craig-Bond kaputter und dadurch menschlicher. Skyfall ist gerade durch die persönlichen Sachen und die Interaktion mit M/Judi Dench für mich auch der bisher beste Bond-Film.

Nur die
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
haben kurzfristig meine Suspension of Disbelief ruiniert  ;)
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 7.11.2012 | 09:22
Großartiger Film.

Es wurde wie bereits bei den beiden Vorgängerfilmen mit mehreren Stilelementen, die den klassischen Kino-Bond 45 Jahre lang ausgemacht haben, gebrochen. Bond hat den Nimbus der Unnahbarkeit und allewiglichen Überlegenheit eingebüßt, ist sowohl emotional als auch physisch verwundbar geworden und die machoistische Bond-Girl-Chose haben sie auch ad acta gelegt. Insofern hat die Aussage, dies sei "kein Bond-Film", auch eine gewisse Berechtigung. Das tut der Qualität aber keinerlei Abbruch.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Xemides am 7.11.2012 | 10:27
Mir hat er sehr gut gefallen. Ich konnte aber auch nie mit dem "alten" Bond warm werden (bzw. ihn nur schwer ertragen), weil da der Mary Sue-Faktor meist durch die Decke ging (zugegeben habe ich aber auch nicht alle Filme gesehen, was irgendwie masochistisch gewesen wäre).

Mary-Sue-Factor bei einem Bond-Film finde ich jetzt irgendwie spassig. Sagst du das bei Superman auch ? Bei einem Film oder Roman habe ich damit kein Problem. Und Bond wäre ohne das Flair sicher nicht 50 Jahre lang so erfolgreich gewesen.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Nocturama am 7.11.2012 | 11:16
Mary-Sue-Factor bei einem Bond-Film finde ich jetzt irgendwie spassig. Sagst du das bei Superman auch ? Bei einem Film oder Roman habe ich damit kein Problem. Und Bond wäre ohne das Flair sicher nicht 50 Jahre lang so erfolgreich gewesen.

Sicher, eine Mary Sue muss ja auch nicht schlecht ausgeführt sein. Für mich war das Problem immer, dass Baum kaum etwas falsch machen konnte, ihn nie etwas emotional berührte und ihn, egal wie arschig er sich verhielt, trotzdem alle toll fanden (mit Ausnahme der Superschurken; dafür doppelt so sehr bei Frauen, yuck). Und das ist für mich Mary Sue in Reinkultur.
Aber die Filme und der Charakter haben sonst genug Coolness und Humor, dass die Mary Sue-Attribute eben nicht so nervig sind wie bei der typischen Fan Fic-Sue. Sie waren trotzdem für mich der Grund, aus dem ich mit dem Charakter nie so wirklich warum geworden bin.

Und ja, der Silver Age-Superman ist größtenteils eine Mary Sue. Der war gerne mal richtig fies (Superman is a Dick) war aber per Definition moralisch immer überlegen.
Der Superman, der mit seiner Rolle als Übervorbild kämpft, der als Landjunge in der großen Stadt strandet und sich fragt, welches eigentlich seine echte Herkunft ist, ist aber keine Mary Sue, egal wie mächtig er ist.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 17.11.2012 | 23:17
So, vorhin ZDF gesehen. Sir Roger Moore war zu Besuch. Bevor er gefragt werden konnte, sagte er von sich aus, dass er findet Skyfall sei der beste Bond aller Zeiten. Nehmt das, ihr Kritiker!
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: YY am 18.11.2012 | 00:58
Ich fand ihn sowohl "underwhelming"* als auch deutlich näher an den alten Bond-Filmen, als die ganze Welt so erzählt, auch wenn das großteils in Form von Anspielungen/Selbstreferenz stattfand.


*nachdem meine Erwartungshaltung so hochgeschraubt wurde...
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Darius der Duellant am 18.11.2012 | 16:37
Wenn du einen harten Bond willst, ist Craig aber genau der Richtige für dich.

Und hiernach habe ich jetzt einfach mal die Probe aufs Exempel gemacht und mir die drei Craig-Bonds angesehen:
Ergebnis:
Wunderbar
Casion Royal und A Quantum of Solace waren exzellent. Skyfall war immer noch sehr gut, gefiel mir aber im direkten Vergleich nicht ganz so gut.
Dass sich insbesondere die ersten beiden Filme extrem vom "klassischen" Bond unterschieden, ist in meinen Augen positiv.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Pyromancer am 23.11.2012 | 22:57
Die Handlung war selbst für Bond-Verhältnisse extrem hirnrissig und lässt sich wirklich nur mit "der Böse hat halt einen Dachschaden - und dann passieren wilde Dinge, weil es in den Plot passt" rechtfertigen. Trotzdem war es leidlich unterhaltsam.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Mr Grudenko am 24.11.2012 | 08:20
Den zynischen, abgefuckten, immer einen Schritt vom Landesverrat entfernten, Trinker den Fleming geschrieben hat, will offensichtlich niemand auf der Leinwand sehen

Wie Pearson in einer der ersten Ian Fleming Biographien schrieb, ist und macht Bond all das, wozu sich sein Autor als guter schottischer Calvinist nicht traut.

Nur Javier Bardem hat mich stellenweise irgendwie zu sehr an den Joker aus den letzten Batman Filmen erinnert.

Da Du damit nicht der einzige bist, würde ich das nicht mehr als Zufall ansehen. Wobei es IMHO immer ein schlechtes Zeichen ist, wenn die Bond Filme aktuellen Trends hinterher hechelt (s. u.a. "Live and let die" - Blaxpolation, "Moonraker" - Star Wars oder "Licence to kill" - Miami Vice), statt selbst Trendsetter zu sein.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Arkam am 8.12.2012 | 21:00
Hallo zusammen,

mir gefallen Skyfall und seine Vorgänger ausgesprochen gut. Das liegt vor allen daran das Bond im 21. Jahrhundert angekommen ist.
Die Gegner sind weder die bösen Russen, der Kalte Krieg ist nun Mal vorbei noch ein Wahnsinniger Welteroberer der besser in einen Superhelden Comic gepasst hätte. Zudem sind die Gegner nicht mehr so einfach zu besiegen. Denn es sind Organisationen die diese Gegner aus schicken und die in ihrer Struktur erhalten bleiben. Gut Skyfall macht da direkt eine Ausnahme von der neuen Regel aber hier schafft der MI6 als Organisation eben selbst den Widersacher.
Das sich die Frauen Rollen in den Filmen auch einem moderneren Frauenbild angepasst haben finde ich sehr wohltuend. Die Frauen liegen Bond nicht mehr zu Füßen sondern füllen die verschiedensten Rollen von der Chefin, über die Kollegin bis zur Geliebten aus und das tun sie souverän auch ohne Bond an ihrer Seite.
Auch die Frage warum man im Zeitalter der elektronischen Aufklärung und der Hacker noch Agenten braucht wird gestellt und die letztendliche kombinierte Antwort gefällt mir.

Gruß Jochen
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Sashael am 9.12.2012 | 21:16
Gesehen und unterwältigt. Wie von allen Craig-Bonds.

Alles immer klein-klein. Der Bösewicht legt eine epische Meisterleistung in Sachen Planung hin um genau WAS zu tun? M persönlich eine Kugel zu verpassen? Sowas von lächerlich und unplausibel, dagegen war das Tarnauto vom Brosnan-Bond noch bodenständig.
Und was zur Hölle hatte der Killer in Shanghai zu suchen??? Der nietet erstmal ein paar unbedarfte Wachmänner im Nachbarhaus um, bringt sich voll umständig in Schußposition, knallt das Opfer ab und dann passiert WAS? Die Typen, die ihn angeheuert haben, stehen direkt neben dem Opfer und schaffen selber die Leiche weg. Ey HALLO!? 4 Mio Euro für einen Hitjob, den sie absolut selber hätten machen können???
Und so zieht sich das durch den ganzen Film.

Erst machen sie einen auf Realismus und Abkehr von den kleinen SciFi-Gadgets (für die ich Bond übrigens geliebt habe) und dann kommen in allen Filmen solche hanebüchenen Handlungen daher. Das fing ja schon mit dem lächerlichen Aufhänger von Casino Royal an und hat sich hier gnadenlos fortgesetzt.

Nenee, die sollen lieber Erzbösewichte aufbauen, die mit abstrusen Mitteln nach der Weltherrschaft greifen und nur vom berühmten Geheimagenten Bond, James Bond, aufgehalten werden können, anstatt sich im Haifischbecken der Realo-Agentenfilme zu Tode zu blamieren. Bei Brosnan wußte ich, dass ich mein Hirn am Kinoeingang abgeben muss, aber im Tausch krieg ich bunte Bilder mit viel Knall und Bumm. Bei Craig wird mir was als "im 21. Jhd angekommen" serviert, was in seiner kompletten Naivität nicht mal mehr in den 60ern gepasst hätte.

Btw: Bond kriegt keine SciFi-Gadgets, weil wir sind ja jetzt voll realistisch, aber die Hackernummer von Q sieht aus wie aus einem schlechten Cyberfilm. Oh bitte!

Schlecht.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: sir_paul am 12.12.2012 | 08:53
Gestern drin gewesen, oh mann voll langweilig...

Das liegt vor allem daran das keine der Figuren auch nur ansatzweise Emotionen bei mir auslöst, die Geschichte war flach, die Action war OK aber auch nicht gerade überwältigend.

Alles in allem rausgeschmissenes Geld  :q

Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Xemides am 12.12.2012 | 09:50
Das kann ich nochweniger Nachvollziehen wie Sashaels Meinung. Ich fand den Film sehr spannend.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: alexandro am 13.12.2012 | 00:12
Ebent. Samael hat nichts verstanden. Es geht/ging bei den Craig-Filmen niemals um Realismus, man muss sogar sagen, dass sie die überkandidelte Action besser hinkriegen, als es die Brosnan-Filme jemals gekonnt haben (OK, Quantum Trost war der Ausreißer nach unten). Die Anfangssequenz von "Casino Royal" reiht sich verdient in den Action-Olymp ein.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Sashael am 13.12.2012 | 00:26
Es geht/ging bei den Craig-Filmen niemals um Realismus, ...
Fehlende SciFi-Gadgets? Check.
Fehlender Superschurke mit Weltherrschaftsplänen? Check.
Fehlende Geheimbasis, die man niemals jemals unbemerkt hätte bauen können und die am Schluss in einem epischen Massenkampf zerstört wird? Check.
QED.

Oh, und gegen die Action-Szenen sag ich ja auch gar nichts. Die waren durchaus sehr schick. Aber z.B. jetzt im neuesten Film gabs zwischen diesen schicken Szenen soviel Gefühlsblabla und Rumgelaber, dass meine Begleitung schon erwogen hat, das Kino wegen Langeweile zu verlassen.

Und hör doch mal auf, den armen Samael zu dissen. Der hat doch gar nichts getan!  ;D
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Callisto am 13.12.2012 | 00:30
Pistole mit Fingerabdruckscanner am Abzug - check
Auffliegen lassen aller Geheimagenten - check
Verlassene Japanische Insel als Basis - check (gut, zerstört ist die schon. Aber immerhin wird später das Anwesen Skyfall zerstört)

Was war noch mal das, was du demonstrieren wolltest?
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Darius der Duellant am 13.12.2012 | 00:36
Unrealistischer als die Realität - check
realistischer als viele alte Bonds - check
ein Film der mich sehr gut unterhalten hat - check

 >;D
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Sashael am 13.12.2012 | 00:56
Pistole mit Fingerabdruckscanner am Abzug - check
Und das wars. Eine Pistole mit einem technisch machbaren defensiven AddOn. Haaaallo, BOND! Da will ich aggressive Gadgets, die mindestens in den Bereich Weird Science fallen!

Auffliegen lassen aller Geheimagenten - check
Das ist nicht mal neu. Und laaaangweilig. Warum macht der das denn? Um eine persönliche Rache an einer Einzelperson durchzuführen. Wenn das Ausschalten der Agenten wenigstens seinen eigenen finsteren Plänen(tm) gedient hätte, aber das war nur schnöder Terrorismus um des Kaputtmachens willen. Nochmal: Laaaaangweilig!
Dabei hätte die Figur mit nem anderen Plot soviel Potential gehabt! Der war eigentlich ein richtig cooler Bösewicht. Nur dass er permanent gegen die erste Regel des Oberschurkentums verstoßen hat: Der Boss macht sich nicht die Finger schmutzig! Blofeld streichelt seine Katze und der Typ rennt mit ner Pistole durch London und ballert rum wie in nem schlechten Egoshooter. Bäh. Der hatte nicht einen bemerkenswerten Handlanger. Beißer, der Voodootyp, der Chinese mit dem Klingenhut, der große Blonde von dem Medienmogul ... solche überzeichneten Charaktere passen zu einem Bond.

Verlassene Japanische Insel als Basis - check (gut, zerstört ist die schon. Aber immerhin wird später das Anwesen Skyfall zerstört)
Was haben eine verlassene zerstörte leere Insel mit nem halben Dutzend Hanseln drauf und eine Geheimbasis, vollgestopft mit Equipment und Personal, die theoretisch Jahre für die Errichtung gebraucht hätte, gemeinsam? Richtig! Gar nichts.
Und das Wayne-Manor für Arme mit "Endkampf" zwischen 10 Möchtegernsöldnern vs. Der alte Mann und der Bond war nochmal so eine un-bond-ige Kulisse.
Nochmal: Hallo!!! Bond!
Bond macht die Aufklärung und dann kommt das Militär und liefert sich ne fette Schlacht in ner absurden Kulisse!

Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 13.12.2012 | 10:05
Die einen regen sich über mangelnden Realismus auf, die anderen darüber, dass die Sci-Fi Gadgets fehlen. Das ist irgendwie drollig.

Grundsätzlich zeigt das aber, dass man sich, wenn man eine bestimmte Erwartungshaltung hat, wie der Film sein sollte, eine Menge kaputt machen kann.

Auf der anderen Seite regt man sich darüber auf, dass der Oberschurke unplausibel handelt. In einem Bond-Film. Aber gut, man weiß ja, von wem's kommt.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: alexandro am 13.12.2012 | 19:25
Sashael regt sich über mangelnden Realismus und darüber, dass die Sci-Fi Gadgets fehlen auf. Das ist irgendwie drollig.
Fixed your post.

@Sashael:
Schauen wir uns doch mal die letzten Filme vor Craig an:

GoldenEye:
Böser Plan: Mithilfe eines Computerhackers Geld stehlen und anschließend das Londoner Bankenviertel in die Luft sprengen, um "die Spuren zu verwischen" ... laaaaangweilig.
Böse Basis: Eine 08/15-Militärbasis. LAAANGWEILIG.
Böser Wicht: Profillos. Wahrscheinlich der einzige Film, in dem man sich wünscht dass Sean Bean früher stirbt. Nicht zu vergessen, dass er den ganzen Aufwand nur betreibt, um sich an einer einzelnen Person (Bond) zu rächen. Kein Handlanger.

Der Morgen stirbt nie:
Böser Plan: Einen Krieg zwischen China und den USA provozieren. Nette Idee, aber viel zu realistisch umgesetzt (Pressekritik) und keine Gemeinsamkeit mit den Weltherrschaftsplänen der alten Bonds.
Böse Basis: Größtenteils 08/15-Wolkenkratzer. Das Stealth-Schiff hätte interessant sein können, wäre es nicht so beengt, dass Bond dort nur gegen (gefühlte) drei Gegner antritt.
Böser Wicht: Carver ist irgenwie skurril, irgendwie wie Steve Jobs, aber der Comic-Bösewicht steht ihm nicht gut. Götz Otto ist doof, profillos und langweilig (die Zwillinge aus "Kiss of the Dragon" haben mit dieselbe Grundidee besser umgesetzt).

Die Welt ist nicht genug (a.k.a. "Der schlechteste Bond aller Zeiten")
Böser Plan: Irgendwie zu konfus, um dazu wirklich was zu sagen.
Böse Basis: Ein türkischer Palast, der nur unwesentlich größer als Bonds Skyfall-Anwesen ist, aber im Film deutlich kleiner rüberkommt. 
Böser Wicht: Marceau hat zumindest etwas Profil, allerdings ist sie als Schurkin nicht "bondig" genug, weil sie die ganze Zeit in der Hinterhand gehalten und dann sinnlos verbraten wird. Außerdem hat sie keinen interessanten Handlanger, der für sie kämpfen könnte.

Die Welt ist nicht genug (a.k.a. "Der zweitschlechteste Bond aller Zeiten")
Böser Plan: Vom nordkoreanischen Überläufer zum Milliardär werden, um dann einen Satelliten zu kapern (hatten wir das nicht schonmal?) und das Minenfeld zwischen Nord- und Südkorea wegzubrennen (was irgendwie gut für Nordkorea sein soll). Das ist kein Plan (nichtmal für den Schurken eines Saturday-Morning-Cartoons), das ist ein Autounfall!
Böse Basis: Die Eisbasis ist cool, aber zu leer. Man spürt keine wirklich Bedrohung, wenn Bond sich durch bessere Kellner und ein paar drittklassige Sicherheitsleute metzelt (zumal die Stunts grausig schlecht sind). Zu allem Überfluss wird der Showdown noch auf ein Transportflugzeug (der wahrscheinlich un-bondigste Ort) verlegt, was dem Film den Rest gibt.
Böser Wicht: Profillos mit profillosen Handlangern.


Insgesamt muss ich sagen, dass sich der 60er Bond überlebt hat. Blofeld kann heute keiner mehr ernst nehmen, der ist einfach nur noch Witzfigur mit Null Bedrohungsfaktor.

Die Gadgets in den alten Bonds (frühe Connery-Ära) waren interessant und haben sich organisch in den Film eingefügt. Irgendwann (so ab "Feuerball") kam dann allerdings der Trend auf, möglichst viele Gadgets in den Film zu packen und dann absurde Situationen zu konstruieren, wo diese Gadgets wichtig werden. Da sich diese Situationen aber auch konstruiert anfühlen, stört das den Erzählfluss des Films. Bei Dalton wird die Gadget-Fixierung wieder zurückgefahren (und die wenigen Gadgets sind tatsächlich sinnvoll), aber die Brosnan-Ära betreibt den ekelhaftesten Fanservice in dieser Richtung (und Fanservice ist niemals gut - siehe "Attack of the Clones", dem schlechtesten Star Wars Film aller Zeiten).

Genauso will ich eine Hauptfigur, die mir nicht komplett am A**** vorbeigeht (und "Kleiderpüppchen" wie Moore oder Brosnan sind dafür nicht geeignet). Dafür muss ich zumindest ansatzweise den Eindruck haben, dass etwas auf dem Spiel steht, was bei den letzten Bonds einfach nicht mehr der Fall war (bei Connery gab es wenigstens noch Momente, wo Bond mal Fehler gemacht hat - Brosnan dagegen ist einfach nur aalglatt und unsympathisch). Die Szene in der schottischen Kirche war so eine Situation - wer da nicht mitgefiebert hat, der hat kein Herz.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Taschenschieber am 13.12.2012 | 21:24
Der Aufhänger von "Casino Royal" ist übrigens ziemlich direkt aus dem Roman entnommen. Allerdings verliert Le Chiffre sein (geliehenes) Geld im Buch nicht durch einen schiefgegangenen Terroranschlag, sondern durch Investitionen im Rotlichtmilieu, die dann durch ein neu eingeführtes Verbot in die Binsen gehen. Das gesamte Kartenspiel sieht im Buch ziemlich 1:1 genauso aus.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Red White Dragon am 13.12.2012 | 21:51
Allerdings ist das Spiel im Buch Baccarat und nicht Poker.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Sashael am 13.12.2012 | 22:43
Der Aufhänger von "Casino Royal" ist übrigens ziemlich direkt aus dem Roman entnommen.
Nur dass das Buch von 1954 ist und der Aufhänger heutzutage extrem lächerlich wirkt. Dagegen ist Blofeld ein ernstzunehmender realistischer Gegner.

Er nimmt an einem Pokertournier teil, bei dem er 100 Mio Dollar gewinnen will. Dabei ist er auch nur ein Handlanger einer überkrass geheimen Organisation, die ihre Agenten überall drin hat und weltweit unerkannt operiert.

Wenn man sich jetzt ansieht, dass der Betrüger Schneider in den 90ern nur der Deutschen Bank bereits 400 Mio DM abgeknöpft hat und die das als Peanuts bezeichnet haben, merkt man, wie lächerlich sich 100 Mio Dollar heutzutage für eine global agierende Organisation ausnehmen.

100 Mio $ sieht nur auf den ersten Blick nach viel Geld aus. Ist es aber nicht mehr. Bei Casino Royal geht es halt um einen Kleinkriminellen. Und die haben imo in einem Bond nichts als Hauptgegner zu suchen.

Aber das ist halt Geschmackssache. Die Craig-Bonds sind für mich einfach viel zu klein-klein und viel zu wenig selbstironisch. Die ironischen Untertöne haben sie zwar wieder im letzten ein wenig reingebracht, aber ich fand die Sprücheklopfer früherer Generationen unterhaltsamer.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Alice Crocodile Coltrane am 13.12.2012 | 22:59
Die Einstiegszene ist banal, was darauf folgt (Bonds Verhalten) irritierend, dann erholt sich der Film, kommt in die Gänge, bis zu diesem... Albern überzeichneten Antagonisten, für den man ein bisschen hier und da zusammengeklaut hat.... Typus bekannt, Verhalten vorhersehbar... Leider nimmt der Film in einer Szene eine interessante Chance nicht wahr, etwas Leben in diese. .. inkonsistent beschriebene. .. ? inexistente? ... Bondfigur zu bringen... Und landet bei einem Vorfinale à la Kevin allein zu Haus... Von diesem viel zu schlecht vorbereiteten rührigen Ende ganz zu schweigen.... Geek-Anspielungen auf alte Bonds? Nein danke! Der Film weiss nicht, in welcher Zeit und mit was für Figuren er eigentlich spielen will. Spagat misslungen.
 :q
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Alice Crocodile Coltrane am 13.12.2012 | 23:13
Die einen regen sich über mangelnden Realismus auf, die anderen darüber, dass die Sci-Fi Gadgets fehlen. Das ist irgendwie drollig.

Grundsätzlich zeigt das aber, dass man sich, wenn man eine bestimmte Erwartungshaltung hat, wie der Film sein sollte, eine Menge kaputt machen kann.

Auf der anderen Seite regt man sich darüber auf, dass der Oberschurke unplausibel handelt. In einem Bond-Film. Aber gut, man weiß ja, von wem's kommt.

In der Tat waren meine Erwartungen sehr hoch.
Die Kritiken waren hochjubelnd.
Casino Royale war der erste Bond, bei dem ich nicht abgeschaltet hab.
Der Kerl war zum ersten mal wirklich so scharf, wie die Frauen sich in seiner Gegenwart verhalten haben.
Schon der Parcours-Einstieg hatte mich.
Das Quantum kam da zwar nicht ran, lieferte aber einen in sich konsistent handelnden Bond ab, der durchaus seinen Charme hatte.
Und dann sowas... inhomogenes???  Wie Fett das sich nicht in Wasser lösen will???


Nachtrag zu Q: Der hat mich an diese Serie Numbers (?) erinnert, was mich kurzzeitig sogar vergessen liess, in einem Kinofilm zu sein.


Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: alexandro am 13.12.2012 | 23:39
Dagegen ist Blofeld ein ernstzunehmender realistischer Gegner.

Hahahahahaaaaaa....nein.  ~;D

Ernsthaft, der wirkt zu keinem Zeitpunkt wie der Chef einer weltweit operierenden Organisation. Er ist so unfähig, er schafft es nicht einmal einer einzigen Person (Bond) einen Schritt voraus zu sein, sondern lässt ihm brav seine Klischee-Killer hinterherhecheln. Witzfigur.

Was "Le Chiffre" angeht: 100 Mille mögen im globalen Kontext nicht viel sein, doch würde keine kriminelle Organisation es durchgehen lassen, wenn einer ihrer Lieutenants so viel Geld versaubeutelt, insofern ist Chiffres Zugzwang schon glaubwürdig.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Crimson King am 14.12.2012 | 07:26
Die Connery-Bonds sind auch nicht selbstironisch, mit Ausnahme von Sag niemals nie. Die Ironie wurde mit Moore bewusst rein gebracht, um sich vom harten, zynischen, humorlosen Connery-Bond abzugrenzen.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Sashael am 15.12.2012 | 21:49
Die Connery-Bonds sind auch nicht selbstironisch, mit Ausnahme von Sag niemals nie. Die Ironie wurde mit Moore bewusst rein gebracht, um sich vom harten, zynischen, humorlosen Connery-Bond abzugrenzen.
Also als humorlos kann man den Connery-Bond nun wirklich nicht bezeichnen.
Tante Wiki sagt dazu unter anderem:
Zitat
In der heutigen Umgangssprache bezeichnet Zynismus sowie das abgeleitete Adjektiv zynisch vor allem eine Haltung, Denk- und Handlungsweise, die durch beißenden Spott geprägt ist und dabei oft bewusst die Gefühle anderer Personen oder gesellschaftliche Konventionen missachtet
>;D
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Blizzard am 8.03.2013 | 20:41
So, ich hab'ihn jetzt(endlich!) auch gesehen (auf DVD). Ganz nette Action-Kost, aber definitiv kein Überflieger. Dennoch fand ich ihn besser als Casino Royale und ein Quantum Trost. Und für den nächsten Bond-Film würde ich mir -zur Abwechslung- mal wieder einen "normalen" Bösewicht als Gegenspieler wünschen.
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Mr Grudenko am 9.03.2013 | 08:32
Und für den nächsten Bond-Film würde ich mir -zur Abwechslung- mal wieder einen "normalen" Bösewicht als Gegenspieler wünschen.

Also jemand, der für den Job schon seit über 30 Jahren im Gespräch ist, übt ja gerade am passenden Gesichtsausdruck (http://www.avclub.com/articles/david-bowie-celebrates-his-birthday-by-announcing,90603/).
Titel: Re: [Film] SKYFALL - Bond 23
Beitrag von: Greifenklaue am 7.11.2015 | 13:04
Pünktlich zum neuen Bond Skyfall nachgeholt. Weggeblasen hat er mich nicht, aber ein etwas ungewöhnlicher und gut gelungener Bond-Film, dessen Bösewicht einen Moment brauchte um zu wirken - das sind ja die besten. Dazu ein wenig Bond allein zu Hause am Ende ...

4,5 von 5 Aston Martins, der ja auch aus der Garage geholt wird ...