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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Pen & Paper - Umfragen => Thema gestartet von: Monkey McPants am 19.10.2003 | 22:48

Titel: Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Monkey McPants am 19.10.2003 | 22:48

Ok, als beständiger Spielebastler hab ich mir irgendwann die Frage gestellt, was denn eigentlich die Aufgabe eines Systems sei. Nachdem mir klar war, das es da kein allgemeines Rezept gibt hab ich ne Umfrage draus gemacht:

"Was mein ihr, was die Aufgabe eines Systems ist."

(Gemeint ist hierbei natürlich das Regelsystem.)

Ich hab halt nach der Hauptaufgabe gefragt, wenn euch noch andere Sachen sehr wichtig sind müsst ihr das halt in eurem Post klarstellen.

Noch etwas erklärung zu den Möglichkeiten. (Ich bin mir sicher, daß ich etwas vergessen habe. Sollte es so sein, vergebt mir bitte und schreibt es in eure posts.)

1. "task resolution": Gemeint ist die Frage "Schaffe ich es oder nicht" in all seinen Formen.

2. "Schutz vor Sl-Willkür": Wahrscheinlich auch mit rein genommen, obwohl ich es mir eigentlich nicht als Sinn/Hauptaufgabe eines Systems vorstellen kann. Mal sehen.

3. "Beschreibung eines Charakters": Damit meine ich die Aufgabe, die Fähigkeiten eines Charakter zu abstahieren, um sie mit denen anderer Charaktere zu vergleichen. Anders ausgedrückt: "Was kann ich und was kann ich nicht."

4. "Fairness": Eine oft genannte Aufgabe. Darunter verstehe ich so Dinge wie eine objektive Charaktererschaffung und ähnliches.

5. "Hilfe beim Erzählen einer Geschichte": Gemeint sind Regeln, die bei meta-game Angelegenheiten helfen und sich hauptsächlich auf die Story selbst und weniger auf die Spielewelt konzentrieren.

6. versteht sich ja wohl von selbst.

Also, bin schon gespannt.

M
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Rokal Silberfell am 19.10.2003 | 23:28
So hab jetzt mal sie Char-Beschribung gewählt, sonst hat das immer so nen Drang auszuarten.......

Und Fairness ist auch wichtig, aber das versteht sich von selbst, bzw. es sollen alle Spaß haben, also sollte man eh fair spielen.

Der Schutz vor Meisterwillkür schließt wohl den ersten Punkt mit ein. Ich bin der Meinung, man sollte bei unwichtigen Aufgaben und ausgelichenen (an der Grenze liegenden) Aufgaben ruhig nen Test verlangen. Der Meister sollte nur eingreifen, wenns wircklich an die Substanz der Storyline geht. Oder wenn man normalerweise nen Trefferwurf für einen Dolchstoß von Hinten machen sollte. Außerdem geben Fertigkeitenwerte z.B. eine gute Orientirungshilfe für den Meister.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: 1of3 am 20.10.2003 | 09:39
Ich schwankte zwischen Beschreibung des Chars und Task resolution (entschied mich dann für letzteres). Ich sehe auch keinen Unterschied zwischen "Task resolution" und "Hilfe beim Erzählen".

Fairness ist ganz sicher nicht Sache der Regeln, sondern obliegt den Teilnehmern und wer "Schutz vor SL-Willkür" angibt, hat IMO das falsche Hobby.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Fredi der Elch am 20.10.2003 | 09:56
Fredi sagt: Hilfe beim Erzählen der Geschichte.

zu den anderen Punkten:
- Meisterwillkür: In welchem Jahrhundert leben wir denn? Ich bin doch nicht KoDT! ;)
- Fairness: Wird überbewertet.
- Beschreibung des Charakters: Ok, sicherlich auch.
- Task Resolution: Ich bevorzuge zwar Conflict Resolution, aber das st auch irgendwie Sache des Systems.

Allgemein: Ein System sollte den bevorzugten Spielstil unterstützen. Bei mir ist das eben die Geschichte.

Fredi
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Minne am 20.10.2003 | 10:43
Meiner Meinung nach vorallem "Beschreibung eines Charakters" und "task resolution".

Fairness? Kommt darauf an, ist aber eigentlich weniger wichtig, die welt ist eben nicht fair. Überhaupt, wie soll das System sowas regeln? Ok, eine balancierte charaktererschaffung... aber letztendlich bestimmt doch der meister ob die stärken und schwächen zum tragen kommen, also kann auch ein eigentlich schwacher char der star der runde werden.

Meisterwillkür - Ich spiele mit leuten die mir vertrauen, Meisterwillkür war nie ein Thema, wer damit probleme hat sollte mal an seiner einstellung arbeiten oder die gruppe wechseln.

Hilfe beim erzählen der Geschichte brauche ich nicht *g* zumindest nicht von Seiten des Systems.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Monkey McPants am 20.10.2003 | 12:41
Ich schwankte zwischen Beschreibung des Chars und Task resolution (entschied mich dann für letzteres). Ich sehe auch keinen Unterschied zwischen "Task resolution" und "Hilfe beim Erzählen".

Naja, "Task resolution" wäre halt ein Probensystem im weiteren Sinne. Bei "hilfe beim Erzählen" ist sowas natürlich auch drin", gemeint hab ich aber damit so metagame-schwere Systeme wie "The Pool" oder "Universalis".

M
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: ragnar am 20.10.2003 | 13:20
- Meisterwillkür: In welchem Jahrhundert leben wir denn? Ich bin doch nicht KoDT! ;)
Kennst du KoDT? Deren Standard-SL ist im Angesicht seiner Spieler extrem fair...
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Monkey McPants am 20.10.2003 | 13:24
Hmmm, wollt vorhin schon fragen: "KoDT"? ???

M
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: 6 am 20.10.2003 | 13:26
Knights of the Dinnertable.
Ist ein RPG-Comic.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Monkey McPants am 20.10.2003 | 13:27
Oh, okay. Kenn ich eh, nur die Abkürzung hat mich etwas verwirrt. :)

M
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Pumpelche am 20.10.2003 | 13:49
"Was anderes"

Warum?
Ich will Regelwerke und Werte, weil diese als einziges alleinig fähig sind, zu zeigen, wie entwickelt ein Charakter ist. In Nur-Erzählerischen Systemen weiss ich nicht wirklich, wie gut der Charakter ist, wie schwach wo anders. Was, wenn ich ein super talentierter Typ bin und alles kann? Das wäre langweilig. Doch Zahlenmassen und entsprechende Regeln sagen unmissverständlich, wie gut man ist, wo man Schwächen hat und ob man Proben wirklich besteht oder nicht.

Und ... viele Spieler lieben es nahezu, sich als Hobby-Buchhalter zu verdingen und ihre Dokumente fein säuberlich zu verwalten. Es ist einfach schön, mit so etwas zu 'spielen'.

Pumpel
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Bitpicker am 20.10.2003 | 14:12
Für mich ausnahmsweise einmal eine ganz klare Antwort: Task resolution.

Für mich haben die Regeln ausschließlich den Zweck, das Lösen von Aufgaben auf der Basis von Erfolgswahrscheinlichkeiten zu ermöglichen; insofern gehört natürlich die quantitative Beschreibung des Charakters dazu. Alles andere bleibt, zumindest mechanisch, ungeregelt (d. h. 'benutze deinen Verstand', um die Möglichkeit einer Situation einzuschätzen, ist zwar vielleicht auch eine Regel, aber keine Mechanik).

Robin
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Gast am 20.10.2003 | 14:15
Ich seh das wie Pumpelche.

Zusätzlich ist für mich Fairness ein wichtiger Punkt. Wer kann was und wie... jeder natürlich anders, aber alle im Rahmen und nach einem durchdachten Leitsystem, so daß keiner "Längenprobleme" bekommt. Ich brauche sowas, will sowas, finde sowas gut.

task resolution gehört auch dazu... Faire Mechaniken, die mir helfen Situationen regeltechnisch zu erfassen und den Mantel des Rollenspiels im Hintergrund durch Regelmechaniken zur Anwendung zu bringen.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Monkey McPants am 20.10.2003 | 14:30
@Pumpelche, Leo:

Ich würde sagen das fällt unter "Charakterbeschreibung".
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Boba Fett am 20.10.2003 | 14:33
Zitat
Was ist für euch die Hauptaufgabe eines Systems?

Task Resolution?
Ja, auch... Solange die Task Resolution wichtig ist.
Bei Storytellern weniger.
Ansonsten sollte dieser Punkt möglichst einfach und schnell sein, damit das Würfeln dem Spielen nicht im Weg steht.
Zitat
Schutz vor SL-Willkühr
Definitives Nein.
0. Jeder Spielleiter ist willkürlich. Auch die guten. Wir sprechen also von schlechten Spielleitern.
1. Es geht nicht. Das System kann nicht vor einem schlechten Spielleiter und dessen Willkür nicht schützen.
2. Das System hat auch gar nicht die Aufgabe das zu verhindern. Wenn der Fall auftritt gibt es nur 3 Möglichkeiten:
Spielleiter auswechseln, Spielleiter verbessern, neue Grupe suchen
Zitat
Beschreibung eines Charakters
Nein, dazu sind die Spieler da. Das System kann es unterstützen und fördern, aber auch bei Systemen, die das nicht tun, sind die Spieler da in Verantwortung es trotzdem zu tun. (naja, zumindestens meistens [Elch, wo bleibt Dein Kommentar?])
Zitat
Fairness
Ein Regelsystem, dass die Fairness regelt?
Wer spielt den freiwillig in einer Runde mit unfairen Mitspielern? (Es heisst vor allem Mit- und nicht Gegen- Spieler!!!)
Auch ein Nein, denn wenn das nötig wäre, würde ich nicht spielen!
Zitat
Hilfe beim Erzählen einer Geschichte   
Definitives Ja!
Wobei dazu eine Menge dazu gehört.
Hilfe beim Erfinden von Geschichten und Abenteuern in Form von Inspiration.
Hilfe beim Abwickeln der Spiel- und Würfelmechanismen (schnell und leicht).
Hilfe beim Begeistern der Mitspieler (faszinierendes Setting).
Hilfe beim "Bilder im Kopf der Spieler erzeugen".
etc.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Wawoozle am 20.10.2003 | 14:35
Also ich hab für die Fairness gestimmt, weil ich unter Fairness die Gewährleistung von Ausgewogenheit der Charaktere untereinander und die des Systems gegenüber den Spielern verstehe.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Cycronos am 15.11.2003 | 12:56
Hm ich bin der Meinung ein System sollte zuerst einmal "Task resolution" betreiben. Alles andere, wie Stimmung, oder das Erzählen sind dann eigentlich das Salz in der Suppe, dass man sich immer ganz gut selbst zurechtschneidern kann. Hauptsache das System funtzt, die Stimmung kommt dann vom SL und Spielern.
Die Fairness kommt dann an zweiter Stelle.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Lord Verminaard am 16.11.2003 | 13:53
Ich denke auch, die Hauptaufgabe ist Task Resolution. Ein differenziertes System der Task Resolution, das auch den Grad des Erfolges beschreibt, hilft natürlich ebenfalls beim Erzählen der Geschichte, da es Inspirationen liefert. Und um die Task Resolution gut hinzubekommen, braucht man auch eine differenzierte Darstellung der Fähigkeiten des Charakters. Diese drei Aspekte greifen also ineinander.

Ein System, das sich an alle Gruppen von Spielern wendet, sollte sicher auch versuchen, im Rahmen der Möglichkeiten für eine ausgewogene Charaktererschaffung zu sorgen (so dass ich auch als Powergamer noch verschiedene Arten von Charakteren spielen kann...)

Mit Regeln für die Meta-Ebene (was wohl im übrigen dann auch der einzige wirksame Schutz vor SL-Willkür wäre) kann ich nicht so viel anfangen.
Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Schwules Lesbenpony am 16.11.2003 | 14:06
Meta-Game-System zum Geschichte erzählen!!!

Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Seishiro am 16.11.2003 | 14:33
Servus,

ich habe eindeutig für Fairness gestimmt, da man in zuvielen Systemen genau dieses Ausnutzten kann.

Task Revolution : Naja da is in jedem System was drin. Das is ne Grundanforderung aber nichts worauf ich mein Hauptaugenmerk richte.

Schutz vor SL Willkür : Gibts nicht.  ::)

Beschreibung eines Charakters : Man sollte schon wissen was der Charakter kann, aber beschreiben sollte ihn nicht seine Fähigkeiten sondern eher das RP des Spielers.

Hilfe beim Erzählen einer Geschichte : Brauch ich, von Seiten des Systems, nicht. Die Abenteuer beziehen sich nie auf das System. Erzählen findet bei mir System unabhängig statt.



Titel: Re:Aufgaben eines Systems
Beitrag von: Der Schrei des Bartmenschen am 19.11.2003 | 09:51
Ich finde am wichtigsten bei einem Rollenspiel ist der Hintergrund. Ein Guter Hintergrund führt zu guten Inspirationen bei Spieler und Leiter.
Das Regelsystem muss übersichtlich sein und man muss Proben schnell abhandeln können (nicht 3d20 würfeln und dann Punkte verteilen, und dann nach 20 Minuten rechenarbeit herusfinden, ob man jetzt einen Knoten gemacht hat, oder ob man sich versehentlich selbst stranguliert hat  :( ).
Ansonsten sind die Regeln eher zweitrangig. Ein System, was das Spiel bremst wird bei mir für gewöhnlich abgeändert oder kommt erst gar nicht ins Regal.
Und ein System, was vor SL-Willkür schützt? Will man den Spielern den Spaß nehmen? Meine Abenteuer wären um einiges langweiliger geworden, wenn ich nicht willkürlich nich ein paar nette Gegner hab auftauchen lassen. Auch dem Endgegner noch mal ein paar Trefferpunkte zu geben, weil noch keiner der Spieler am Boden liegt ist ein schönes Stilmittel und hebt die Spannung.
Willkür-Schutz: Ein klares NEIN!
Fairness? Wo ist beim RPG im allgemeinen Fairness? Die schönsten RPGs die ich kenne sind herrlich Unfair. Das ist das, was spaß macht. Außerdem ist das Unfaire mal auf Spieler, mal auf SL Seite. Also hängt Fairness eh vom SL ab und nicht vom System.

Das System muss einfach nur eine schöne Geschichte unterstützen können und das kann eigentlich (fast) jedes System (sogar D20! Man muss nur Mut haben es auszuprobieren  ;D ).