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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Gummibär am 15.12.2012 | 23:07

Titel: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 15.12.2012 | 23:07
Und das von KULT verwendete System für die mentale Balance finde ich super, deutlich angenehmer als geistige Trefferpunkte oder Ähnliches, wie man es sonst schonmal findet.

[...]

Gerechterweise muss in diesem Zuge wohl auch das Sanity-System von Unknown Armies mal genannt werden, was für mich persönlich zwar etwas hinter der Regelung von KULT zurücksteht, aber auf jeden Fall auch vor Geistes-LP kommt...
 

Da sind ja schon mal drei Möglichkeiten genannten.

1. Gibt es weitere?

2. Warum ist das System von Unknown Armies (für welche Zwecke) besser als andere Systeme?

3. Warum ist das System von KULT (für welche Zwecke) am besten?

4. Wie ließe sich ein solches System (für welche Zwecke) noch besser gestalten? (Hat jemand z.B. Hausregeln?)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: 1of3 am 16.12.2012 | 00:12
So ziemlich jedes Star-Wars-Spiel hat Dark Side Points. Agone hat auch zwei solche Leisten. Dann gibts natürlich die ganze WoD mit Menschlichkeit etc.

Wichtig finde ich bei solchen Mechanismen, dass man sich den Abstieg des Charakters freiwillig wählt. Nicht so: "Ups, du hast diese verfluchte Münze angefasst. Erhalte 20 Perfidität." B&B hat auch so einen Mechanismus.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Timo am 16.12.2012 | 00:53
-Hm, hatte Endland nicht auch sowas, oder war das nur bei der Charaktererschaffung?

-Hatte Monsters and Other Childish Things sowas?
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Bad Horse am 16.12.2012 | 01:00
Unknown Armies spiegelt mit den Belastungsbalken wieder, dass du einerseits durch geistige Belastung irrer wirst - oder eben dagegen abstumpfst. Wobei zuviel Abstumpfung dann aber auch wieder nicht so richtig gut ist.

Im englischen Originalsystem wurden die Balken ausschließlich über Würfelwürfe gesteuert, aber im deutschen gibt es die optionale Regel, dass der Spieler selber entscheiden darf, ob er durch ein Erlebnis eher traumatisiert wird oder abstumpft.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: 1of3 am 16.12.2012 | 01:24
-Hm, hatte Endland nicht auch sowas, oder war das nur bei der Charaktererschaffung?

Da gibts die Temperamente, die sind frei wählbar zwischen 1 und 9 und sind quasi Attributpaare. Ähnlich wie bei Fading Suns.

Dazu gibts schlechte Eigenschaften ähnlich wie bei DSA.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Mentor am 16.12.2012 | 06:55
Aus dem OP wird mir nicht ganz klar, was "Verwaltung des geistigen Zustands" genau sein soll. Wenn es nur um Punkte geht: mein TRiAS (http://trias.ludus-leonis.com/) hat getrennte HP/Wunden für Körper, Geist und Seele. Erhebt aber nicht den Anspruch, ein Sanity-System o.ä. zu haben.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 16.12.2012 | 07:05
Aus dem OP wird mir nicht ganz klar, was "Verwaltung des geistigen Zustands" genau sein soll. Wenn es nur um Punkte geht: mein TRiAS (http://trias.ludus-leonis.com/) hat getrennte HP/Wunden für Körper, Geist und Seele. Erhebt aber nicht den Anspruch, ein Sanity-System o.ä. zu haben.

Mir ebenso wenig, aber meine Vermutung geht auch in die Richtung.

Beim Marvel Heroic RPG gibt es auch getrennte "HP"-Leisten für körperlich, mental und emotional.

Bei Star Wars Saga Edition gibt es noch den sogenannten "Condition Track". Wo man sich halt ziehmlich fiese Mali auf Angriff, Skills und Verteidigungen einfangen kann(am Ende sogar bewusstlos), selbst wenn die normalen HP noch ganz gut dar stehen.

Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Teylen am 16.12.2012 | 07:28
1. Gibt es weitere?
Ganz spontan:
Call of Chuthulu
Don't Rest Your Head / Ruh dich nicht aus
In Dark Alleys
tremulus

Vom Hören-Sagen
Pendragon ?
Warhammer ?

Anmerkung: Ging davon aus das "Verwaltung des geistigen Zustands" sich auf mentalen Verfall sowie Geistesstörungen bezieht.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Dr. Shoggoth am 16.12.2012 | 08:28
Realms of Cthulhu
Der eine Ring/The One Ring
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Bentley Silberschatten am 16.12.2012 | 08:40
In Unhallowed Metropolis gibt es sowas ähnliches auch.
Dort gibt es Bonuswürfel die man Beliebig in Anspruch nehmen kann, aber dafür Punkte auf einer Menschlichkeitsleiste verliert. Mit dem Absteigen der Punkte verändert sich die Persönlichkeit zum schlechteren in eine vorher vom Spieler gewählte Richtung. (So aus dem Gedächtnis heraus, entschuldigt bitte wenn die Begrifflichkeiten nicht passen.)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Praion am 16.12.2012 | 11:50
In Unhallowed Metropolis gibt es sowas ähnliches auch.
Dort gibt es Bonuswürfel die man Beliebig in Anspruch nehmen kann, aber dafür Punkte auf einer Menschlichkeitsleiste verliert. Mit dem Absteigen der Punkte verändert sich die Persönlichkeit zum schlechteren in eine vorher vom Spieler gewählte Richtung. (So aus dem Gedächtnis heraus, entschuldigt bitte wenn die Begrifflichkeiten nicht passen.)

Das klingt ziemlich geil!
(Hatte bisher nur den Fluff im System gelesen)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: D. M_Athair am 16.12.2012 | 13:02
Warhammer ?
Bestätigt. Für alle drei Versionen.

Cthulhu hat das (fast) in jeder Ausprägung. Ich weiß von SoC, ToC, CoC, d20CoC, RoC.
Realms of Crawling Chaos (LabLord) löst das anders.

Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 16.12.2012 | 13:14
Fate gibt schlaglichtartig über Aspekte, temp. Aspekte und Konsequenzen den Zustand des Scs wieder. der mentale Stressbalken ist hier nur das dicke Fell.

Turning Wheel hat in seinem Traumasys wohl auch eine sehr interessante Variante mit Schock->Folgen->Heilung. Ich kriegs nicht mehr zusammen, aber es hörtre sich gut an.

Irgendwo gabs hier auch ein Vorschlag für ein Conan rpg, bei dem man zwischen Authentizität und Zivilisation schwankt.  Google lässt mich aber grad im Stich.
Es ging darum, dass man auf drei oder vier Achsen einen tradeoff zwischen den Fertigkeiten hat. Nutzt man die eine, wird sie besser und die andere schlechter.

Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: blut_und_glas am 16.12.2012 | 13:25
Irgendwo gabs hier auch ein Vorschlag für ein Conan rpg, bei dem man zwischen Authentizität und Zivilisation schwankt.

Das erinnert mich jetzt an die Evolution/Devolution- und Barbarei/Zivilisationsachsen, die wir für Tarua Katoc skizziert hatten. Da ging es aber wohlgemerkt um Zustand und Entwicklung ganzer Völker (personifiziert in ihren Helden).

mfG
jdw
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 16.12.2012 | 13:43
Das ist auch eine verdammt coole Idee!

Da, habe den Conanlink gefunden:

http://tanelorn.net/index.php/topic,18569.0.html
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Tomas Wanderer am 16.12.2012 | 14:14
THE RUSTBELT (http://www.angelfire.com/indie/btw/rustbelt.html)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2012 | 08:24
Night's Black Agents hat auch (geistige) Stability, die sinken kann.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Orakel am 17.12.2012 | 08:36
Unknown Armies spiegelt mit den Belastungsbalken wieder, dass du einerseits durch geistige Belastung irrer wirst - oder eben dagegen abstumpfst. Wobei zuviel Abstumpfung dann aber auch wieder nicht so richtig gut ist.
Außerdem ist es ein wenig Fengliedriger, weil es den geistig-anfressenden Streß nicht Monokausal sondern auf vier verschiedene Ebenen aufteilt. Wenn man also damit arbeiten will findet man etwas mehr anregungen, wie der Charakter sich verhalten könnte. (Auch wenn nicht unbedingt jeder damit klarkommt.)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 17.12.2012 | 19:33
Insgesamt geht es mir noch etwas mehr darum, welche Kategorien es gibt.


Nachdem man die Kategorien herausgefunden hat, stellt sich die Frage, welche Kategorie für welche Zwecke am besten geeignet ist. Sobald man weiß, für welchen Zweck eine bestimmte Kategorie ist, kann man dann diskutieren, welche Details diesen Zweck am besten erfüllen.

Details für die Kategorie Verfall sind dann sowas wie:

Ich wünsche mir daher Beiträge, die neue Kategorien oder Details aufzeigen oder diese miteinander vergleichen. Eine reine Nennung von Systemen bringt mich im folgenden nicht weiter.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: ArneBab am 17.12.2012 | 23:10
Dazu gibt es bei Technoir noch Adjektive, die dir aufgezwungen werden können. Also z.B. „schwach“ oder „verängstigt“. Allerdings ist das, wie in dem System *jede* Interaktion funktioniert - finde ich sehr, sehr cool!
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Bombshell am 17.12.2012 | 23:19
Night's Black Agents hat auch (geistige) Stability, die sinken kann.

Das hat jedes Gumshoe-System. Bei der Trail of Cthulhu kommt noch Sanity dazu, um Mythos-Zeug abzubilden.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Teylen am 18.12.2012 | 00:37
Die vorgeschlagenen Kategorien erscheinen mir nicht wirklich geeignet.
So könnte man behaupten das es sich bei dem Menschlichkeits / Pfadwert um ein Verfallssystem handelt.
Schließlich kann man den Schaden, so den man welchen nimmt, nicht heilen und das steigern über XP ist relativ gesehen schweineteuer.
Man könnte es auch als Verfallspunkte bezeichnen.
Schließlich erhält man durch den geringer werdenden Wert Einschränkungen (Pool Limits) bis hin zum Charakterverlust.
Was wiederum das ganze auch zu Trefferpunkte macht.
Dazu könnte man es als Belohnung betrachten das man auf einem niedrigen Wert mehr straffreie Handelsoptionen hat als Charaktere mit einem hohem Wert.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 18.12.2012 | 02:22
Trefferpunkte definiere ich nach folgenden Kriterien:
a)   Können angegriffen werden.
b)   Regenerieren sich.

Die vorgeschlagenen Kategorien erscheinen mir nicht wirklich geeignet.

Ja, stimmt. Ich möchte das gerne weiterentwickeln. Es gibt unterschiedliche Kriterien:

1. In welche Richtung entwickelt sich der Wert (nicht die Richtung der Konsequenzen)?
a) Nur in eine Richtung. (Verfall)
b) Tendentiell in eine vom System vorgegebene Richtung. [WoD Moral wg. hoher EP-Kosten]
c) Tendentiell in eine vom Spieler vorgegebene Richtung. [WoD Moral nach Hausregeln]
d) Kann regeneriert werden. (Geistige Trefferpunkte)

2. Wodurch ändert sich der Wert? (Änderung)
a) Nur durch eigene Handlungen. [WoD Moral]
b) Durch Ereignisse. [Sanity; Chaospunkte bei WFRPG]
c) Durch gezieltes Angreifen des Wertes. (Geistige Trefferpunkte)

3. Welche Konsequenzen hat der Wert?
a) Geistesstörungen [Sanity; WoD Moral]
b) Würfelabzüge, generell, spezifisch oder als Trait [WoD Moral; {Geistige Trefferpunkte}; FATE]
c) Mutationen [Chaospunkte; Verfall bei DSA 4]

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Teylen am 18.12.2012 | 02:46
Vielleicht sollte ganz grob erstmal erfasst werden was dargestellt wird.
Schließlich besteht die Möglichkeit das versucht wird die allgemeine Psyche bzw. weitesgehend vollständige Charakterzüge abzubilden.
[In wie weit der Charakter freigiebig ist, in wie weit er egomane ist, ob er zur Analyse neigt oder oder gewitzt ist etc.]
Daneben besteht die Möglichkeit das psychische Erkrankungen versucht werden abzubilden.
[Innerhalb der WoD werden psychische Erkrankungen / Geistestörungen nicht auf der Menschlichkeitsskala angezeigt]
Auch gibt es die Möglichkeit das es sich um ein Ethik / Moral System handelt.
[Ist er gut, neutral-gut, chaotisch-gut, wie menschlich ist er]
Nun oder das das System versucht den Stress zu erfassen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 18.12.2012 | 08:26
Ich finde, die Einteilung in HP usw geht in bisschen an dem Kern der Sache vorbei.

Ich würde eher etwas in dieser Richtung vorschlagen:
-Momentaufnahme                            vs.                               Entwicklung
(Fate-KOnsequenzen)                                                 (Fate Aspekte Menschlichkeit invWoD)


-freie Deskriptoren                  vs                     vorgegebene Pole
(Fate, wechsel der Aspekte, Konsequenzen.)

-Balance zwischen zwei Extremen    vs            Verfall, Transzendenz
(Fading Suns)                                       (Menschlichkeit in der WoD, wobei die Regeln dazu nicht helfen, aber das ist ein anderes Thema, CoC)

Obwohl die EInteilung in Gegensatzpaare eher willkürlich ist.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 21.12.2012 | 01:50
Hinweis:
Nachteile/Schwächen oder Geistesstörungen finde ich zu simpel, um sie als System im intendierten Sinn zu bezeichnen. Sie beschreiben jeweils nur einen einzelnen Aspekt („hat totale Angst vor Schlangen“). Das ist kein integriertes System, sondern Flickschusterei. (Durchaus eine, die Spaß machen kann, aber hier nicht gesucht.) Ich betrachte sie also höchstens als Konsequenzen, die eine Folge eines Systems sind, darüber hinaus betrachte ich sie hier nicht.

Vielleicht sollte ganz grob erstmal erfasst werden was dargestellt wird.

Inwieweit bedarf es hier dann noch Erläuterung?

Auch gibt es die Möglichkeit das es sich um ein Ethik / Moral System handelt.
[Ist er gut, neutral-gut, chaotisch-gut, wie menschlich ist er]

Bei D&D sehe ich kein System, man wählt doch einfach aus, wie man ist. Gibt es da noch irgendwelche Regeln zu? (Kenne nur GRWs. D&D 4 und AD&D.)

Nun oder das das System versucht den Stress zu erfassen.

Ja, das gibt es z.B. als „Stress“ bei WFRPG 3. Sind dort aber im Prinzip geistige Trefferpunkte, man kann sie auch mit bestimmten Manövern angreifen, wenn auch nicht so symmetrisch wie bei FATE. Denkbar wäre allerdings auch Stress als eine Ressource, die nicht direkt angegriffen werden kann. Das kann zwar eine gute Sache sein, ist aber auch zu simpel.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 21.12.2012 | 08:33
Ich finde, die Einteilung in HP usw geht in bisschen an dem Kern der Sache vorbei.

Ich würde eher etwas in dieser Richtung vorschlagen:
-Momentaufnahme                            vs.                               Entwicklung
(Fate-KOnsequenzen)                                                 (Fate Aspekte Menschlichkeit invWoD)

FATE Aspekte können auch Momentaufnahmen angeben.

Und wie sind Geistesstörungen bei VdM einzuordnen? Die der Malkavianer passt nicht zum Thema „Entwicklung“, die ist nämlich nicht heilbar. Andere Geistesstörungen aber schon. Und mit Irrsinn 6 kann man auch jemand anderem ne Geistesstörung verpassen. Ich glaube, die Einteilung ist nicht zielführend.

-freie Deskriptoren                  vs                     vorgegebene Pole

Also ob der Autor ein System zur Verfügung stellt, das man einfach benutzen kann oder ob man die Arbeit selbst machen muss.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 28.12.2012 | 08:44
@Gummibär

Dann löse dich von meinen Beispielen und schau dir das nochmal an.
Das lässt sich mit Sicherheit verbessern.


@freie Deskriptoren
EIne interessante Sichtweise. Als Regelwerk empfehle ich Dir das DSM4 und ein einfaches Belohnungssystem, wenn du ein weiteres Mal alle Diagnosepunkte deiner Wahlanomalie abgehakt hast.
http://en.wikipedia.org/wiki/DSM-IV_Codes

Da haste zumindest eine Zustandsbeschreibung (Macht aber eventuell das GRW recht teuer.)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: 1of3 am 28.12.2012 | 13:17
Bei D&D prä-4 gibt es gewisse Zauber, die das Alignment auslesen. Gewisse Klassen fordern zwingend ein Alignment und hören auf zu funktionieren, wenn das Alignment wechselt. Das hat für das Spiel ein erhebliches Konfliktpotential, weil die Beschreibungen der Alignment extrem schwammig sind, mehrere Kategorien vermischen und es keinen klaren Übergang von einem Alignment zum anderen gibt.

Bei Nobilis 2 gibt es Wunderpunkte, bei Alignment-gerechtem Verhalten. Das ist wirklich cool und funktioniert deutlich besser. Wenn nämlich der Spieler nicht passend agiert, ruht das Alignment gleichsam.

Bei B&B ist das Alignment ein Messwert für das Einfluss-System, wie gesonnen Charaktere also einander sind und wie schwierig es für gegebene Protagonisten ist, gegebene SLCs zu manipulieren.




1. In welche Richtung entwickelt sich der Wert (nicht die Richtung der Konsequenzen)?
a) Nur in eine Richtung. (Verfall)
b) Tendentiell in eine vom System vorgegebene Richtung. [WoD Moral wg. hoher EP-Kosten]
c) Tendentiell in eine vom Spieler vorgegebene Richtung. [WoD Moral nach Hausregeln]
d) Kann regeneriert werden. (Geistige Trefferpunkte)

2. Wodurch ändert sich der Wert? (Änderung)
a) Nur durch eigene Handlungen. [WoD Moral]
b) Durch Ereignisse. [Sanity; Chaospunkte bei WFRPG]
c) Durch gezieltes Angreifen des Wertes. (Geistige Trefferpunkte)

3. Welche Konsequenzen hat der Wert?
a) Geistesstörungen [Sanity; WoD Moral]
b) Würfelabzüge, generell, spezifisch oder als Trait [WoD Moral; {Geistige Trefferpunkte}; FATE]
c) Mutationen [Chaospunkte; Verfall bei DSA 4]

Die Kategorien sind nicht übel. Es fällt auf, dass sie letztlich geeignet sind beliebige Zustände im Rollenspiel zu beschreiben. Das ist bei solchen Betrachtungen letztlich auch immer die Konsequenz, die mechanische Umsetzung eben arbiträr ist.

3.a kann man noch allgemeiner formulieren: Der Spieler ist aufgefordert seinen Charakter anders darzustellen.
3.c kann entweder bedeuten, dass Werte außerhalb des speziellen Subsystems manipuliert werden oder dass es den übrigen Teilnehmern nun frei steht, von ihnen gesteuerte Charaktere nun anders auf den Mutanten agieren zu lassen.

Mit deinem 2.b bin ich allerdings nicht einverstanden. Es gibt im Rollenspiel keine Ereignisse. Es gibt nur Teilnehmer, die Handlungen unternehmen. Ich ahne, was du sagen willst, aber so kann man das nicht sagen.

Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 30.12.2012 | 10:57

4. Wie ließe sich ein solches System (für welche Zwecke) noch besser gestalten?

Das Wie kann man sich an gummibars liste verdeutlichen. jetzt fehlt uns lediglich ein Ziel. Sonst kommt noch so ein Wolpertinger raus wie VtM. Menschlickkeit, Tugenden, Raserei, Roetschreck, Willenskraft und Vor/Nachteile, Stasis, wahre Liebe, wahrer Glaube...

Was soll denn dargestellt werden?
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 1.01.2013 | 20:09
Hier geht es um eine allgemeine Betrachtung des Themas. D.h. jeder ernstgemeinte Vorschlag ist okay.



@freie Deskriptoren
EIne interessante Sichtweise. Als Regelwerk empfehle ich Dir das DSM4 und ein einfaches Belohnungssystem, wenn du ein weiteres Mal alle Diagnosepunkte deiner Wahlanomalie abgehakt hast.
 

Wenn ein System einem SC die Fähigkeit anbietet, Geistesstörungen auszulösen, wie Irrsinn bei VdM, dann muss das System konkrete Beispiele mit regeltechnisch klar definierten Auswirkungen mitliefern, ansonsten ist es halt Mist ein erst mit zusätzlicher, eigener Regeldesignarbeit nutzbares Spiel. Ich empfehle da ganz klar, sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen und alles zu erlauben, wenn man das nicht macht, muss man nämlich auch nicht alles abdecken.



Bei B&B ist das Alignment ein Messwert für das Einfluss-System, wie gesonnen Charaktere also einander sind und wie schwierig es für gegebene Protagonisten ist, gegebene SLCs zu manipulieren.

Das System würde mich interessieren. Letztes Jahr wurde ja auch über Sozialsysteme diskutiert.



Was 2.b angeht:
Nehmen wir an, ein Bauer geht an einen dämonenverseuchten Ort. Dort weht der Wind der Magie und erzeugt einen magischen Strudel. Mit diesem in Berührung gekommen hält sich der Bauer fortan bei Vollmond für ein Schwein.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Bad Horse am 1.01.2013 | 20:49
Was 2.b angeht:
Nehmen wir an, ein Bauer geht an einen dämonenverseuchten Ort. Dort weht der Wind der Magie und erzeugt einen magischen Strudel. Mit diesem in Berührung gekommen wachsen dem Bauern Schuppen auf dem ganzen Rücken.

Ich will ja nicht rumnörgeln, aber "Schuppen auf dem Rücken" ist kein geistiger Zustand... wobei der Bauer bei Unknown Armies einen relativ heftigen Wurf auf "Unnatürliches" schaffen müsste, um bei so eine Mutation nicht auszurasten (zumindest kurzfristig).
(Ansonsten kannst du natürlich statt den Schuppen auch "hält sich von da an für einen Elfen" oder "brabbelt zwanghaft vor sich hin" nehmen, dann passts wieder.)

Interessant sind in diesem Zusammenhang wohl auch die Auswirkungen eines veränderten geistigen Zustands - die können ja kurzfristig (mentaler Schaden bei FATE, ein nicht-geschaffter Traumawurf bei Unknown Armies*) oder langfristig (Wahnsinn bei Cthulhu, extreme mentale Konsequenz bei FATE) sein.

*wenn man bei Unknown Armies einen Traumawurf nicht schafft (oder sich entscheidet, den Charakter des Erlebnis jetzt nicht verarbeiten zu lassen), hat man drei Optionen: Panisch weglaufen, an Ort und Stelle zusammenbrechen und sich irgendwo verkriechen oder blindwütig angreifen.

[Noch mehr zum UA-Traume-System, vielleicht am Rande interessant]
Sollte man irgendwann zu viele Traumakerben haben, dann wird man wahnsinnig, d.h. man sollte sich zusammen mit dem SL überlegen, wie sich das auswirkt. Beispiele sind im Regelwerk enthalten, aber da der Wahnsinn auch zum Charakter und den erlebten traumatisierenden Vorfälleb passen sollte, gibt es keine ganz fixen Regeln dafür. Ausnahme: Der Wahnsinn kann dazu führen, dass der Charakter zum Adepten wird (also Magie wirken kann). Tatsächlich ist das auch die einzige Art und Weise, wie man überhaupt Adept werden kann.

Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Drudenfusz am 1.01.2013 | 21:15
SLA Industries hat nach Grundregelwerk zwar erst mal nur ein Furchtsystem, aber im Contract Directory sourcebook war dann noch ein Streßsystem drin über den man auch an Geistestöhrungen nach Nervenzusammenbrüchen kommen kann.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Funktionalist am 1.01.2013 | 21:28
Wenn ein System einem SC die Fähigkeit anbietet, Geistesstörungen auszulösen, wie Irrsinn bei VdM, dann muss das System konkrete Beispiele mit regeltechnisch klar definierten Auswirkungen mitliefern, ansonsten ist es halt Mist ein erst mit zusätzlicher, eigener Regeldesignarbeit nutzbares Spiel. Ich empfehle da ganz klar, sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen und alles zu erlauben, wenn man das nicht macht, muss man nämlich auch nicht alles abdecken.

Da stimme ich Dir sowas von zu.

Was ich persönlich am wichtigsten finde, ist, dass man sich klar ist, was man darstellen will. Das heißt, wenn wir die hier vorgeschlagenen Systeme irgendwie auswerten möchten, dann ist die Frage nach dem verfolgten Designziel dieser Systeme der nächste Schritt.

Ich glaube, du hast schon ein ziemlich festes Bild im Kopf, wie es (für dich) aussehen sollte.

Vielleicht wären die Pfade us TsoY dort ein Weg, einen geistigen Zustand mit der Spielebene zu verknüpfen? Dort gibt es EP für das Erreichen bestimmter Situationen im Spiel, die man sich festlegt. In der Regel bringen sich die SCs dadurch in schwierigkeiten.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Gummibär am 1.01.2013 | 21:35
Ich glaube, du hast schon ein ziemlich festes Bild im Kopf, wie es (für dich) aussehen sollte.

Falls ich da mal etwas hatte, dann habe ich das im Moment vergessen.
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: Grey am 4.01.2013 | 17:28
Falls ich da mal etwas hatte, dann habe ich das im Moment vergessen.
Gibt es eigentlich schon ein System mit Verwaltung des geistigen Zustands der Spieler? ;D (SCNR)
Titel: Re: Systeme mit Verwaltung des geistigen Zustands
Beitrag von: blut_und_glas am 5.01.2013 | 14:32
Gibt es eigentlich schon ein System mit Verwaltung des geistigen Zustands der Spieler? ;D (SCNR)

Over the Bar - wenn wir Beeinträchtigungen durch Alkoholkonsum als Einfluß (Verwaltung) des geistigen Zustandes werten wollen.

Auch für den gern angeführten Jengaturm könnten wir solches annehmen.

Insofern auch ohne Smiley: Ja. ;D

mfG
jdw