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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Pathfinder/3.x/D20 => Thema gestartet von: Darius am 12.08.2013 | 08:00

Titel: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 08:00
Ich spiele ja jetzt seit fast 3 Jahren Pathfinder und habe nun nach 2 1/2 Jahren den AP Schlangenschädel fertig geleitet.

Es kam dann nun in den letzten beiden Bänden etwas Unmut auf meinerseits. Ich muss voranstellen, ich hatte vorher in 25 Jahren RPG noch nie D&D oder andere Systeme aus der Richtung gespielt und kannte mich also nicht aus.

Jetzt war ich zu Beginn (erste 3 Bände) sehr begeistert von Pathfinder. Ich fand die Abenteuer und die Aufmachung einfach toll. Die Ausarbeitung der Monster/Encounter im Allgemeinen fand ich einfach nur klasse. Auch die Mechanismen des Spiels an sich finden ich und meine ebenfalls sehr unerfahrenen Spieler (was D&D betrifft) toll. Wir waren also voll angefixt und haben sehr viel PF gezockt.

Dann kam jedoch ein Bruch. So ab Level 10 etwa. Das Spiel fing an wirklich anstrengend zu werden. Die Gegner wurden auf einmal nur noch so im Vorbeigehen weggemacht. Wir bekamen einen neuen Spieler in die Runde, der sich wirklich absolut super im System auskannte und seine SC wirklich richtig effektiv baute.

Ich möchte zuerst sagen, dass dieser neue Mitspieler immer noch dabei ist und wir Freunde wurden. Er hat seine SC nie bis ins Maximum gebaut. Er kennt sich einfach so gut aus und hat schon so viele SC gebaut, dass seine SC einfach wirklich gut waren. Also von einem 100% ausreizen ist noch nicht mal die Rede.

Trotzdem übertrumpfte dieser Spieler sämtliche anderen Spieler um Längen. Das war echt sowas von krass. Zudem wurde das Leiten der Kampagne immer mehr zum Stress. Die Verwaltung der NCS/Encounter, die Dauer der Kämpfe bis alle Boni/Mali eingerechnet wurden, die Überlegungen, bis Zauber rausgesucht waren, das Nachschlagen der Zauber/Effekte/Zustände/Buffs/Klassenfertigkeiten usw. hat mich genervt. Es wurde langsam und es wurde immer absurder.

Zudem waren Enconuter dann einfach nur noch schlecht gebaut. Endgegner konnten nicht mal 2 Runden standhalten. Obwohl ich versuchte dagegen zu steuern (Mehr Gegner, bessere Gegner) wurde es nicht besser, sondern noch mehr Arbeit.

Dann kam der letzte Band des AP. Und ich versuchte nach 2 1/2 Jahren spielen und allerlei Spaß und Mühe Spannung aufzubauen. Ich arbeitete noch etwas am Endgegner und verbesserte den deutlich, weil ich wusste, der wäre etwas schwach auf der Brust. Und was ist passiert? Er hat genau 1 Runde gehalten. Unser neuer Mitspieler gewann die Ini, hat seine Angriffe gewürfelt und dem Vieh mal locker in seiner ersten Kampfrunde ungefähr 380 Schaden reingehauen. Das wars! Alle saßen da und schauten doof. Das hat mich gefrustet.

Mein Fazit: PF funktioniert gut auf Level 1-8. Danach fängt es an ziemlich unübersichtlich zu werden und bricht bei einigen KLassen vollkommen zusammen auf hohen Stufen. Das System ist vollkommen unbalanciert zwischen den verschiedenen Klassen, wobei Magiewirker immer mächtiger sind als mundane Klassen. Der Schurke war die letzten beiden Bände des AP nahezu nutzlos. Was jucken die Spieler noch Fallen bei 200 Hitpoints und gepowerten Save- Werten? Der Schurke konnte dann einfach nix mehr und das kann nicht sein, dass ein System ganze Klassen einfach nur noch scheiße werden lässt. Genau wie der Kämpfer.

Ich habe mich sehr geärgert zum Ende hin und werde PF nie wieder auf hohen Stufen spielen, weil es da einfach grottenschlecht designt ist. Zudem wird es mir da zu krampfig und einfach zu langsam. Zudem ärgert es mich, dass es powergaming und minmaxing so sehr fördert. Kannte ich bis dahin nicht und finde ich einfach total schlecht. Ich selbst spiele jetzt noch bei 2 Kampagnen mit und schaue mir das mal aus Spielersicht an. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich mich ärgern werde, weil ich beide SC nach Coolness und Spaß gebaut habe und nicht auf MinMaxing. Der Frust wird sicher bald kommen. Noch sind wir im 2. Band Kadaverkrone und im 3. Band Kingmaker. Noch geht es.

Sorry für meinen Frust. Ich möchte nicht als verbitterter Mensch rüberkommen, aber ich war wirklich sehr enttäuscht von PF auf den hohej Stufen und vom Design her, was Balance betrifft.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.08.2013 | 08:37
+1
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 08:46
Ich habe mich gerade mal im Netz informiert und "Serpent Skull" scheint nicht der beste der Adventure Paths zu sein, was Vorbereitung für den SL angeht.

Ansonsten das "alte" Problem, das auch schon bei D&D 3.5 auftrat:
Der Verwaltungsakt bei hochstufigen Kämpfen kommt einer Steuererklärung mit 4 potentiellen Einnahmequellen gleich. Und trotz bester Vorbereitung durch den SL können sie trotzdem ruckzuck vorbei sein.

Wirklich Abhilfe kann man da pauschal gar nicht schaffen, außer den üblichen Ratschlägen. Bei mir hat damals geholfen, dass ich mich bei Endgegnern immer gefragt habe: "Was wissen sie über die Abenteurer?"
In den meisten Fällen bleiben diese ja im Laufe einer Kampagne nicht "unsichtbar", sondern erregen Aufmerksamkeit. Intelligente Gegner studierten sie also und waren dementsprechend in einigen Bereichen auf sie vorbereitet.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 08:54
Ich habe ja sogar versucht den/die Endgegner (Ich habe 3 weitere Bossgegner mit rein gesetzt in den finalen Schauplatz) zu verbessern und logisch aufzuarbeiten. Also mit Wissen über die SC. Nur war es mir unnmöglich die SC zu überblicken in ihrer Gänze. ;)

Und das ist ja auch so ein allgemeiner Punkt. Wenn ich ein System habe, dass dann so komplex wird auf Level 14 der SC, dann macht mir das zu viel Arbeit als SL. Ich bin wirklich bereit mich vorzubereiten und mal vorher alles durchzulesen. Aber wie gesagt: Bitte nicht noch den/die Encounter komplett umbauen müssen. Das wird mir dann zu frikelig.

Bis Level 8 fand ich es ganz locker muss ich sagen. Dann ging es los.

OK, ich würde ein paar Sachen auch anders machen jetzt. Items würde ich nicht mehr so großzügig verteilen, bzw. erlauben einzukaufen. Evtl. langsamer Stufenaufstieg, evtl. sogar ansagen, wann aufgestiegen wird und nicht mehr XP verteilen. (Um eine Steuerung nach Anforderung rein zu bekommen).

Die SC waren im Übrigen Level 14 anstatt vorgesehen Level 16. Also nicht mal am gedachten Powerniveau angekommen. Ich frage mich halt, wie die den Pfad gebaut haben und warum es so ist. Man kann doch durchaus mehr Balancing rein bringen finde ich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 08:59
Zitat
Und das ist ja auch so ein allgemeiner Punkt. Wenn ich ein System habe, dass dann so komplex wird auf Level 14 der SC, dann macht mir das zu viel Arbeit als SL. Ich bin wirklich bereit mich vorzubereiten und mal vorher alles durchzulesen. Aber wie gesagt: Bitte nicht noch den/die Encounter komplett umbauen müssen. Das wird mir dann zu frikelig.
Das ist eben der springende Punkt. "Durchlesen" reicht (leider) in den meisten Fällen nicht. Da kamen bei mir dann Taktiküberlegungen, Zauberauswahl, Vorbereitung, "Wenn...Dann..."-Ketten und ähnliches dazu...nur um dann im eigentlich Kampf natürlich nochmal zu improvisieren. :D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Erdgeist am 12.08.2013 | 09:11
Was für eine Klasse hat den der Charakter des neuen Spielers? Manche sind ja schon von Grund auf vielseitiger als andere.

Ansonsten, Darius, kann ich dich gut verstehen. Meine Erfahrungen beziehen sich zwar größtenteils nur auf 3.5, weshalb ich mich mit Details nun auch zurückhalte, aber auch ich kenne es, dass Begegnungen ab Charakterstufen im zweistelligen Bereich wesentlich schwerer zu planen sind. Da passiert es häufiger mal, dass ich denke, eine Begegnung sei vielleicht zu schwer, nur um dann doch ohne größere Mühe in zwei Runden vorbei zu sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 09:22
Was für eine Klasse hat den der Charakter des neuen Spielers? Manche sind ja schon von Grund auf vielseitiger als andere.

Das war ein Oracle 12/Paladin 2 glaube ich.

Der war unglaublich effektiv und gut gebaut.

Aber nur zur Richtigstellung: Wir mögen den Spieler weiterhin sehr. Er hat das nicht gemacht, um auf Teufel komm raus zu MinMaxen. Der hat den einfach nur wirklich gut gebaut. Und da sage ich halt: Sowas müsste ein wirklich gutes System entweder verhindern (dass der so mächtig wird) oder es aushalten können und alle etwa auf das gleiche Niveau bringen.

Unser Schurkenspieler und zuvor schon unser Kämpferspieler waren beide eigentlich nur noch frustriert und objektiv gesehen auch vollkommen nutzlos. Ob die dabei waren oder nicht, machte keinen Unterschied. Und das ärgert mich halt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Selganor [n/a] am 12.08.2013 | 09:31
War das nur im Kampf so oder auch ausserhalb irgendwelcher Pruegeleien?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 09:34
nicht umsonst gelten die stufen 5-9 als der "sweet spot" in dem system.

das mit dem bruch im spiel ab level 10-11 stelle ich auch immer wieder fest.
es ist nunmal leider ein krux ab dort im system. aber 380 Schaden in einer Runde mit nur 2 Angriffen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.08.2013 | 09:36
Gegenmaßnahmen:

Spielern keine Zeit für Buffs geben
Gegner den Kampfplatz wählen lassen
Gegner sehr schlau spielen, alle Fähigkeiten nutzen lassen
Minions halten die SC auf
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 09:39
aber 380 Schaden in einer Runde mit nur 2 Angriffen?

Er hatte glaube ich schon mal 3 Angriffe Grund. Dann dieses "zu-Fall-bringen", dann zusätzlichen Gelegenheitsangriff, wenn Gegner fällt, dann weiterer Gelegenheitsangriff, wenn Gegner aufsteht usw. usw.

Da kam einiges zusammen. Und die Save Werte durch 2 Stufen Paladin waren halt auch extrem hoch. Zudem voll auf Kampgmanöver gebaut und eben entsprechende Feats.

Und es war auch ein Krit dabei, muss ich dazu sagen. Aber der kommt halt auch mit 10% Chance bei jedem Angriffswurf. Also nicht allzu verwunderlich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 09:40
Aber die Minions so Bauen das man die nicht verwalten braucht.
Also einfach ne hohe AC und wenig TP.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 09:50
@Luxferre und kalgani:

Ja ich verstehe schon, was ihr vorschlagt und meint, aber ich denke mir halt: "Wieso muss das sein? Jetzt muss ich praktisch am Regelwerk vorbei den Minions eine hohe AC geben, was vom regulären build gar nicht geht, um die einigermassen spannend zu machen.

Ich muss die Fluff-Story biegen, damit sich die Gruppe nicht buffen kann (sie hatten Zeit und kannten die Örtlichkeit und haben vorher gut aufgeräumt) Sie konnten nach belieben Porten, wohin sie wollten, also innerhalb von wenigen Minuten zu sichern Plätzen gelangen und wieder direkt zu dem Kampfplatz.

Ich hätte die Sory/den AP echt biegen müssen, um meinen SC alles zu nehmen, um sich 100% vorzubereiten und dazu hatte ich keine Lust, weil mich so ein "Story-zu-recht-biegen" nicht anmacht. Ich wollte ein dramatisches, plausibles Finale wie in einem Film, bei denen der Bösewicht sie halb-wahnsinnig empfängt und dann das Gemetzel losgeht. Dazu habe ich dem Bösewicht halt einfach noch 4 weitere Bösewichter aus dem Dungeon/Endgewölbe zur Seite gestellt. Die waren nur Statisten und Opfer. Den mächtigen Schlangentiergefährten hat unser Oracle im Vorbeigehen auf dem Weg zum Oberbösewicht weggemacht. ;) Das war echt so...boooring...  :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 10:04
Irgendwie würde ich gerne den Oracle char mal sehen...

Ohne Minions, nimmt man (greater) dispel magic, slow, black tentacles usw.
Aber natürlich bleibt die kernaussage richtig, das ab einem gewissen level es einfach zu viele optionen werden.
welche auch gerne mal von den (überforderten) designern dann übersehen werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 10:05
Ich bin dazu übergegangen, die SCs langsamer leveln zu lassen. Wenn sie in den höheren Abenteuern 1-2 Level hinterher sind, passt es ganz gut.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 12.08.2013 | 10:13
Ich nehm an, er hat als Oracle das Mystery of Battle und hat ev. auch gesmitet? Ich bin trotzdem beeindruckt, dass man mit so vielen Leveln Fullcaster im Nahkampf so effektiv aufräumen kann, aber wenn man genug Zeit für Buffs hat... der gute alte Battle Cleric aus 3.5, der den Fighter ersetzen kann, hat also doch irgendwie überlebt. Bin mir nicht sicher, was man da bei Gegnern machen könnte... vielleicht Debuffer in zumindest ein paar Kämpfe einbauen? Andererseits, mit den Saves des Palas... vielleicht auch einen Buffer für die Gegner?

Ich fühl mich bestätigt - wir hatten grad vor drei Wochen die Entscheidung zwischen einem Pathfinder- und einem 4e-Spiel und obwohl 4e auch teils massive Probleme hat, war unsere Endmeinung, dass es zumindest viel schwieriger ist als in Pathfinder, derartige Power Gaps in der Gruppe zu bekommen. Gerade weil's eine lange Kampagne werden soll, hab ich mich gegen Pathfinder ausgesprochen. Ist einfach auf höheren Leveln kein geeignetes System, wenn's sowohl Spieler in der Gruppe gibt, die wissen, wie man kampfstarke Charaktere baut, und Leute, die nicht so bewandert sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Selganor [n/a] am 12.08.2013 | 10:16
Ich bin dazu übergegangen, die SCs langsamer leveln zu lassen. Wenn sie in den höheren Abenteuern 1-2 Level hinterher sind, passt es ganz gut.
Das klappt aber nur wenn die Abenteuerautoren nicht (wie so oft) Szenen drin haben in denen davon ausgegangen wird, dass eine Gruppe Stufe X inzwischen Zugriff auf Sprueche/Effekte Stufe (x+1)/2 hat und bestimmte Sachen eben NUR durch entsprechende Sprucheffekte geloest werden koennen.
Auch keine schoene Technik, aber leider sehr oft vorhanden gewesen bei verschiedensten Abenteuern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 10:30
Hier mal das Oracle/Paladin.

Aber bitte beachten. Da ist er erst Level 11. Da kommen dann noch 3 Level drauf mit dem Oracle. Habe aber den Level 14 Sc jetzt nicht da.

Ich hoffe es ist OK, dass ich den poste. Der ist so von mir abgenickt worden als SC.

Name: -
Halbelfischer Paladin 2, Mystiker der Schlacht (Dual Cursed) (favorisierte Klasse) 9
mittelgroßer Humanoider
INI: +3; Sinne: Wahrnehmung +17

VERTEIDIGUNG
RK:24 (+3 GE, +9 Rüstung, +2 Natürlich) Berührung 14, Auf dem falschen Fuß 21
TP: 110 (10 + 1w10 + 9w8 + 9 (favorisierte Klasse) + 33)
Reflex: +14, Willen: +18, Zähigkeit: +17

ANGRIFF
Bewegung: 6 m
Nahkampf: +1 Zauberspeicher-Sense +18, 2w4 + 13
Fernkampf: -

ZAUBER

Zauber pro Tag: 8 (1. Grad), 7 (2. Grad), 7 (3. Grad), 5 (4. Grad)
Konzentration: +17 (12 Casterlevel + 5 Cha)

bekannte Zauber:

0. Grad:
Benommenheit (SG 15)
Geisterhaftes Geräusch (SG 15)
Licht
Magie Entdecken
Magierhand
Zaubertrick

1. Grad
Ill Omen
Segen
Krankheit entfernen
Cure Light Wounds
Göttliche Gunst
Schutz vor....
Schild des Glaubens


2. Grad
Waffengesinnung
Cure moderate Wounds
Restauration, lesser
Oracle's burden
Silence
Grace

3. Grad
Bestow Curse
Cure Serious Wounds
Magic Vestment
Gebet
Daylight

4. Grad
Wall of Fire
Cure Critical Wounds
Blessing of Fervor
Divine Power





SPIELWERTE
ST: 27 (+8), GE: 16 (+3), KO: 16 (+3), IN: 10 (0), WE: 12 (+1), CH: 20 (+5); Initiative
+3; Bewegungsrate 6 m.

GAB +8, KMB: +17 (+23 Trip), KMV: 30

Talente: Fertigkeitenfokus (Ebenen), Konzentrierter Zorn, Heftiger Angriff, Kampfreflexe (4/Rd), Waffenfokus (Sense), Verbesserte Kritische Treffer (Sense), Verbessertes Zu Fall Bringen, Arkanes Erbe (Dämonisch, Klauen, 8Rd/Tag), Schnell Zaubern, Verbessertes Arkanes Erbe (Dämonisch, +2 Stärke)

Klassenfähigkeiten: Böses Niederstrecken (2/Tag, +5 AB, +6 Schaden), Aura des Guten, Böses entdecken, Handauflegen (6/Tag, 1w6), Göttliche Würde (+5 auf alle RW), Stoßgebete, Mystikerfluch [Zungen (Dämonisch), Lahm (BR reduziert um 3m, Immun gegen Erschöpfung, Kein Malus auf BR durch Rüstung)], Mysterium der Schlacht [Meisterliche Maneuver (Zu Fall Bringen mit vollem GAB, Verbessertes zu Fall bringen), Waffenmeisterschaft (Sense, Waffenfokus, Verbesserte Kritische Treffer), Überraschender Sturmangriff (2/Tag), Unglück]

Wesenszüge: Magisches Geschick, ?

Fertigkeiten: 4
Diplomatie (CH) = +19 (11 Ränge, 3 Klassenfertigkeit, 5 Attribut)
Einschüchtern (CH) = +19 (11 Ränge, 3 Klassenfertigkeit, 5 Attribut)
Wahrnehmung (WE) = +17 (11 Ränge, 3 Klassenfertigkeit, 1 Attribut, 2 Rasse)
Wissen (Ebenen) (IN) = +20 (11 Ränge, 3 Klassenfertigkeit, 6 Fertigkeitenfokus)


Sprachen: Handelssprache, Elfisch, Dämonisch

Ausrüstung: Gürtel der Riesenstärke +4, +1 Zauberspeicher-Sense, Mithral-Vollplatte (nicht magisch), Silberarmreif des Niederstreckens, Ring der Offenbarung (Wachsamer Krieger), Resistenzumhang +3, 2 Schriftrollen (Göttliches Gefäß), Stirnreif des verführerischen Charisma +4, Amulett der natürlichen Rüstung +2, 2 Stäbe (LWH), ein paar Schriftrollen, Diverser Kleinkram
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 10:36
Das klappt aber nur wenn die Abenteuerautoren nicht (wie so oft) Szenen drin haben in denen davon ausgegangen wird, dass eine Gruppe Stufe X inzwischen Zugriff auf Sprueche/Effekte Stufe (x+1)/2 hat und bestimmte Sachen eben NUR durch entsprechende Sprucheffekte geloest werden koennen.
Auch keine schoene Technik, aber leider sehr oft vorhanden gewesen bei verschiedensten Abenteuern.

Da bei uns Magie anders gehandhabt wird (Manapool und keine Levelbegrenzung) macht das nix.

Generell haste allerdings recht.  :-\
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: K!aus am 12.08.2013 | 10:49
Danke für diesen Beitrag.

Genau diese wiederkehrenden Aussagen, dass PF bzw. DnD3.5 auf hohen Stufen einfach zäh wird, halten mich davon ab bei Freunden bei einer High Level Kampagne mitzuspielen. Ich hatte lange DnD3.5 gespielt, aber bei hohen Stufen kam einfach nie ein episches Gefühl auf, sondern ein leidiges Verwaltungstrauma.

Gruß,
-- Klaus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 12.08.2013 | 11:01
der Schurkenspieler hier :D

es wurde für mich am Ende immer ernüchternder. Habe zwar im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht den Schurken "auf effektiv" zu bauen (viele Attacken, mit Hinterhältig und Zusatzeffekten wie Stärkeschaden und Blutungsschaden), aber da bin ich schon irgendwie gescheitert.
Als einziger ohne irgendwelche Magie war es schon irgendwie...nicht so geil gegen Ende.
Und Fertigkeiten verlangen die meisten Begegnungen nicht.
Aber gut, es war mein allererster Pathfinder Char. (und im Grunde auch mein allererster "D&D-artiger" Charakter überhaupt). Werde ich so auch nicht mehr spielen
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 11:09
Ich möchte Pathfinder nicht mehr unter Stufe 6 starten und spätestens ab Stufe 10 beenden wollen, mit Single-Class Charakteren. In dem bereich und unter der Vorraussetzung besteht eine Art Balance und es macht Spaß, davor und danach ist es nur ein Qual.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 11:12
Schurken sind bei mir inzwischen grundsätzlich ninjas zumindest was den KI Pool und die damit verbundenen Fähigkeiten angeht.
damit wird der schurken durch die quasi-magie des ninja auch auf höheren leveln spielbar. allerdings ist er auch dann immer nich gegen elementals / incorporeal und anderes nicht sneakzeugs im kampf relativ nutzlos.

hab bei mir allerdings auch den dervish dance durch self-build improved weapon finesse (nutzung von dex-boni für schaden) nochmal einiges einfacher gemacht. STR ist dann nur noch für die traglast/attributsschaden wichtig.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 11:13
Zitat
Als einziger ohne irgendwelche Magie war es schon irgendwie...nicht so geil gegen Ende.
Use Magic Device?  wtf?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 11:14
Ach komm so richtig spaß macht das damit auch nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 12.08.2013 | 11:21
Ach komm so richtig spaß macht das damit auch nicht.

genau :)
und soviele Schriftrollen und Stäbe mit mir rumschleppen wollte ich dann auch nicht
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 11:21
Ach komm so richtig spaß macht das damit auch nicht.
Kann nichts zu PF sagen, aber bei 3.5 wurde es/habe ich es exzessiv genutzt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 11:26
Kann nichts zu PF sagen, aber bei 3.5 wurde es/habe ich es exzessiv genutzt.

Es ist ein funktionierender Workaround. Die klassische Frage ist nur: Wenn man einen funktionierenden Workaround braucht, ist doch eh an anderer Stelle etwas schiefgegangen.
Ok, der PF-Rogue ist nicht mehr ganz so die Lusche die er in der 3,5 war, dennoch ist das altbekannte Problem nur verschoben, nicht aufgehoben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 11:26
die handhabe ist dort nicht anders als bei 3.5

ich finde die ninja mechanik mit ki punkten viel schöner zu spielen.
statt wie harry mit nem stab rumzuschwingen...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 11:33
die handhabe ist dort nicht anders als bei 3.5

ich finde die ninja mechanik mit ki punkten viel schöner zu spielen.
statt wie harry mit nem stab rumzuschwingen...
Ich habe es nicht so mit orientalisch angehauchten Klassen bzw. Mechaniken.
Dann würde ich wohl eher auf Multiclassing (z. B. im Bereich der Psionics) und/oder PrC gehen.

Aber jedem das Seine. :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 11:36
Ich habe es nicht so mit orientalisch angehauchten Klassen bzw. Mechaniken.
Dann würde ich wohl eher auf Multiclassing (z. B. im Bereich der Psionics) und/oder PrC gehen.

Aber jedem das Seine. :)

Die "Klasse Ninja" ist nur eine vorgestellte Alternative, bei der man die gleichen Ki-Punkte nutzt wie der Mönch anstatt sich nur auf die festen, Feat-ähnlichen Rogue Talents zu verlassen. Ist angenehm flexibel.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 11:47
Ich verstehe vor allem den Frust des Rogues.
"Bist du kein Magier, bist du ne Wurst".
Das gilt auch für Rogues. UMD ist nur ein Notnagel, da zwangsläufig jeder Einsatz bares Geld kostet, während die Casterklassen das meiste zum Nulltarif zaubern können. Und die Caster machen den Rogue an sich halt überflüssig. Alles, was der Rogue kann, kann ein Caster mit einem Zauber auch.
Habe auch schon oft Betrübnis über den PF-Rogue gelesen. Die Staffette der "Miesesten Klasse" ist wohl vom 3.5er Monk auf den PF Rogue übergegangen.

Wir hatten auch das Problem in 3.5 schon: selbst _wenn_ dem Rogue nicht die Nische unterm Arsch weggezogen wird, ist er _trotzdem_ langweilig. Weil man immer nur auf dieselben paar Skills würfelt: 1W20, Modifikator, fertig. Geschafft oder nicht geschafft. Wenn nicht geschafft, ggf Save würfeln.

Umgekehrt, der vorgestellte Oracle-Char ist wirklich nicht besonders gemaxt. Er ist nicht verbaut, aber das war's auch schon. Er hat halt wohl einfach seine vorhandenen Fähigkeiten sehr effektiv eingesetzt. Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, wie da 380 Schaden in einer Runde zusammenkommen sollen auf Level 14. Divine Power wird sicherlich im Spiel gewesen sein (macht 4 Angriffe pro Runde mit nochmal +4 auf jeden Angriff und Schaden), und was halt noch so an Modifikatoren kumuliert.

Wie dem auch sei: das Phänomen an sich überrascht mich nicht. Oracle ist, trotz verzögerter Zauberprogression, immer noch eine T1-Klasse. Die Tiers sind nunmal kein theoretisches Konstrukt, sondern harte Spielrealität. Das sollte man schon bei der Gruppenzusammenstellung berücksichtigen und nicht mehr als 3 Tiers Bandbreite zulassen. D.h. entweder Tier 1-3, oder 3-5, maximal! Wenn mehrere Tier 1 in der Gruppe sind, hat der Tier 4 Schurke Sendepause.

Und ja, auf hohen Stufen wird das ganze 3.X sehr "unwieldy". Was sicher mit ein Hauptgrund war, warum man in 4E und Next so radikal mit den Iterativattacken etc aufgeräumt hat. Dass dann vorgefertigte Abenteuer unbrauchbare, weil viel zu schwache und verskillte Encounter haben, macht die Sache nicht besser.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 11:50
Ja so ein Beispiel zeigt es doch aber ganz gut und damit zurück zum Topic:

Man muss schon eine Klasse wählen, die in einem weiteren Sonderbuch vorkommt. Nehme ich nur das Grundregelwerk, was für mich immer noch als Referenz eines Systems herhalten können muss, dann wird es echt beschissen auf den hohen Stufen.

Wenn ich mich anstrengen muss oder optionale Regeln nehmen muss, um auch nur annähernd eine Balance bzw. Spielbarkeit rein zu bringen, dann komme ich einfach zu dem Schluss: "Entwickler! Thema verfehlt. Zu Beginn ganz ordentlich, aber unterm Strich nur eine 5+ (mangelhaft)"

Ist jetzt etwas überspitzt gesagt. ;) Aber ihr versteht, was ich meine.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 11:54
Umgekehrt, der vorgestellte Oracle-Char ist wirklich nicht besonders gemaxt. Er ist nicht verbaut, aber das war's auch schon. Er hat halt wohl einfach seine vorhandenen Fähigkeiten sehr effektiv eingesetzt. Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, wie da 380 Schaden in einer Runde zusammenkommen sollen auf Level 14. Divine Power wird sicherlich im Spiel gewesen sein (macht 4 Angriffe pro Runde mit nochmal +4 auf jeden Angriff und Schaden), und was halt noch so an Modifikatoren kumuliert.

Wie dem auch sei: das Phänomen an sich überrascht mich nicht. Oracle ist, trotz verzögerter Zauberprogression, immer noch eine T1-Klasse. Die Tiers sind nunmal kein theoretisches Konstrukt, sondern harte Spielrealität. Das sollte man schon bei der Gruppenzusammenstellung berücksichtigen und nicht mehr als 3 Tiers Bandbreite zulassen. D.h. entweder Tier 1-3, oder 3-5, maximal! Wenn mehrere Tier 1 in der Gruppe sind, hat der Tier 4 Schurke Sendepause.

Zur Erklärung: Wir hatten noch eine Level 14 Bardin dabei und Kleriker und Mage. Die Gruppe wurde natürlich max. gebufft und Haste war immer an. Zudem noch ein paar Spells, die wirkten. Das war abartig, was da zusammen kam und hat das Oracle natürlich noch zusätzlich gepowert.

Das überhaupt diese T1-4 Klasseneinteilungen bestehen zeigt ja bereits, wie broken das System ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 12.08.2013 | 11:57
na wählen geh ich in jedem Fall.das Orakel hat wenn ich mich recht erinnere auch mindestenes einen kritischen Treffer erziehlt. nagelt mich da aber nicht drauf fest.

und de Schurke hatte so einen kurzen Bereich da fand ich den echt gut, so um Stufe 8 herum ging das eigentlich. Da war ich nützlich :D
Am Ende war ich halt dabei^^
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 12:01
@Darius:

jetzt mal so als harte Gegenposition: Das war dein erstes Mal als PF-Meister und du hast es verkackt. Gleich einen ganzen AP zu bespielen, der einen eben in genau jene Regionen schleudert, von denen bekannt ist das man Probleme bekommt.... und genau diese hast du erwartungsgemäß bekommen, was dir jetzt die Sache natürlich verleidet.
Den Einwand mit den angeblich stärkeren Klassen aus den Zusatzbüchern lasse ich hier nicht gelten, das stimmt so nicht. Feuersänger hat die Tiers erwähnt und Oracle ist T1, aber erst durch Double Cursed Archetype wird es überzogen. Hatten deine anderen Spieler Archetypes?

Die eigentliche Frage ist doch: Wenn du es nochmal machen würdest, was hast du daraus gelernt, worauf würdest du mehr achten und was würdest verbessern?

@Dash Bannon:
Sag mal, welches Volk, welche Rogue Talents und vor allem, Archetyp?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 12:02
Ist jetzt etwas überspitzt gesagt. ;) Aber ihr versteht, was ich meine.

Jop.
All deine Kritikpunkte gelten wie gesagt für 3.5 genauso. Es gibt SLs, die damit zurechtkommen und auch hochoptimierte Highlevel-Chars problemlos beleiten können. Ich, sag ich ganz ehrlich, könnte das nicht. Ich spiele zwar gerne D&D auch auf hohen Stufen, aber nicht wenn alles nur so vor T1ern wimmelt.
Darum bedinge ich mir, wenn ich leiten soll, u.a. folgendes aus:

- möglichst nur T3 Klassen. Das ist für mich der Sweet Spot.
- T4 Klassen nur, wenn gewährleistet ist, dass sie (dank durchdachtem Build) trotzdem mithalten können.
- keine T1/T2 Klassen. Ist jdf der Wunsch.
(In der Praxis habe ich einen Spieler, der _nur_ Kleriker spielen will, aber da hab ich das Glück, dass er darin nicht besonders gut ist. ;) )
- bitte keine Builds, die wahnsinnig viele Angriffe verleihen. Nicht weil das so uber-powerful wäre, sondern weil die nicht enden wollende Auswürfelei einfach nervt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 12:09
@Darius:

jetzt mal so als harte Gegenposition: Das war dein erstes Mal als PF-Meister und du hast es verkackt. Gleich einen ganzen AP zu bespielen, der einen eben in genau jene Regionen schleudert, von denen bekannt ist das man Probleme bekommt.... und genau diese hast du erwartungsgemäß bekommen, was dir jetzt die Sache natürlich verleidet.
Den Einwand mit den angeblich stärkeren Klassen aus den Zusatzbüchern lasse ich hier nicht gelten, das stimmt so nicht. Feuersänger hat die Tiers erwähnt und Oracle ist T1, aber erst durch Double Cursed Archetype wird es überzogen. Hatten deine anderen Spieler Archetypes?

Die eigentliche Frage ist doch: Wenn du es nochmal machen würdest, was hast du daraus gelernt, worauf würdest du mehr achten und was würdest verbessern?

Sehe ich anders: Nicht ich als SL habe es verkackt, sondern das System und der AP haben es verkackt. Ich möchte ein recht teures RPG Produkt kaufen, mit dem ich als SL nicht viel Arbeit habe, um allen Spielern und mir selbst Spaß zu bereiten. Ich habe es mir gekauft, mir durchgelesen. Mich damit beschäftig und es ist zusammengebrochen. Also folglich für mich: Systemfehler.

Ich spiele schon seit meinem 12 Lebenjahr Rollenspiel, also 25 Jahre. So dermassen ist mir noch nix weggebrochen, wie Pathfinder auf den hohen Stufen. Und so enttäuschende Endkämpfe wegen Unbalacing hatte ich noch nie.

Was ich daraus lerne? Ich leite keine PF AP mehr mit Pathfinder. Ich lasse von dem System die Finger und nehme D&D4 oder was anderes (Dragon Age z.B.) Wenn ich PF nochmal leite, dann Kurzkapagnen bis Level 6-8 und schluss. Alles was darüber geht ist bei mir nicht mehr spielbar.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 12:20
@Darius:

Ja, es ist ein Systemfehler. Ich denke, da wirst du keinen Widerspruch finden.
Dieser Systemfehler ist ja auch bekannt, deswegen redet man u.a. von den Tiers bei Klassen. Jetzt mal so grob gesagt, jeder AP ist mit einem Durchschnittswert von T2,5 angesetzt. Ist das vorhanden, flutsch alles wunderbar. Steigt der Durchschnittswert dabei, muss man nacharbeiten. Kippt der Durchschnittswert von vorneherein, sollte man gar nicht erst starten und erst mit den Spielern reden.
So ein AP nimmt einem als Meister eine ganze Menge an Arbeit ab, bedingt aber durch das System an anderer Stelle eine ganze Menge Arbeit anderer Art, die man erst kennenlernt wenn man es mal verkackt hat. War in meinem Fall übrigens der Curse of the Crimson Crown AP.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 12:20
Das überhaupt diese T1-4 Klasseneinteilungen bestehen zeigt ja bereits, wie broken das System ist.

Genau genommen sogar T1-6. T6 sind allerdings vor allem NSC-Klassen; also effektiv muss man mit T1-5 rechnen. Was die Sache nicht besser macht.

Das Problem ist ja nichtmal, dass es unterschiedliche Machtniveaus gibt. Das Problem ist, dass das offiziell nicht anerkannt wird, und die Autoren nach wie vor so tun, als seien alle Klassen gleichwertig. Und du hast ja gerade am lebenden Beispiel erfahren, wie weit das an der Realität vorbeigeht.

Den 3E-Designern kann man dabei gar nicht mal unbedingt so den Vorwurf machen. Die haben immerhin ein komplett neues System aus dem Boden gestampft, und konnten im Vorfeld schwerlich alle Konsequenzen absehen. Ärgerlich ist da vor allem, dass die PF-Designer die einmalige Chance vermasselt haben, diese Diskrepanz zwischen Caster und Nichtcaster mal _grundlegend_ auszubügeln. Aber gut, wenn man halt über Jahr und Tag Nulpen wie SKR in Lohn und Brot hält, die ihr eigenes System nichtmal ansatzweise verstehen, was will man da erwarten. Aber sorry, ich schweife ab.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 12:24

Was ich daraus lerne? Ich leite keine PF AP mehr mit Pathfinder. Ich lasse von dem System die Finger und nehme D&D4 oder was anderes (Dragon Age z.B.) Wenn ich PF nochmal leite, dann Kurzkapagnen bis Level 6-8 und schluss. Alles was darüber geht ist bei mir nicht mehr spielbar.



Wenn du also nicht die Regeln adaptieren willst (was m.E nach die meisten D&D + PF Gruppen, die länger spielen, machen) dann ist das vielleicht eine gute Idee.

Ich bin, bis jetzt, mit noch keinem AP wirklich in Schwierigkeiten gelangt, aber da ich schon ne Ewigkeit mit Hausregeln spiele, auch bei D&D, sagt das wohl nicht viel. RAW hab ich eigentlich, genaugennommen NIE gespielt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 12:25
Zitat
Sehe ich anders: Nicht ich als SL habe es verkackt, sondern das System und der AP haben es verkackt. Ich möchte ein recht teures RPG Produkt kaufen, mit dem ich als SL nicht viel Arbeit habe, um allen Spielern und mir selbst Spaß zu bereiten. Ich habe es mir gekauft, mir durchgelesen. Mich damit beschäftig und es ist zusammengebrochen. Also folglich für mich: Systemfehler.
Wichtiges mal markiert.
Das kann und wird nie funktionieren und das weisst Du sicherlich auch, denn ein Abenteuer kann nicht jeden Typ Spieler und Spielleiter berücksichtigen.

Wie gesagt, Serpent Skull kommt teilweise nicht gut weg im Internet (im Vergleich zu anderen AP), es kann natürlich auch schlechtes Design eine Rolle spielen. Trotzdem ist ab einem bestimmten Powerniveau (und PF/D&D 3.5 gehören zu den Systemen, bei denen das Niveau stetig steigt) mehr als nur Lesen notwendig, damit es funktioniert. Als SL mit mehr Erfahrung bei PF (und mehr Zeit!) wäre es eventuell anders gelaufen. Kann mich gut erinnern, dass bei einigen Gruppen, die ich kenne, es nämlich genau umgekehrt gelaufen ist:
Der Endkampf wurde zum tragischen Ende der Helden und ab und an auch der Kampagne...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 12.08.2013 | 12:26
@Dash Bannon:
Sag mal, welches Volk, welche Rogue Talents und vor allem, Archetyp?

ich weiß doch jetzt nicht mehr auswendig welche Schurkentalente ich hatte :D
crippling strike? (Stärkeschaden) war dabei
bleeding strike oder so auch (blutungsschaden)
Opportunist
ein Talent das meine RK gegen das Ziel meines Angriffes hochgesetzt hat
ich glaube den Waffenfokus - Kurzschwert habe ich mir auch über die Schurkentalente geholt, das weiß ich aber nicht mehr
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 12:27
Jetzt mal so grob gesagt, jeder AP ist mit einem Durchschnittswert von T2,5 angesetzt. Ist das vorhanden, flutsch alles wunderbar. Steigt der Durchschnittswert dabei, muss man nacharbeiten. Kippt der Durchschnittswert von vorneherein, sollte man gar nicht erst starten und erst mit den Spielern reden.

Tatsächlich sind die meisten Kaufmodule, von jeher, für sehr schwache / schlecht gebaute / ineffektiv gespielte Charaktere ausgelegt. (Übrigens auch nicht nur in D20 sondern auch in vielen ganz anderen Systemen, z.B. Shadowrun.) Man will ja nicht die Casuals / Bier&Brezel-Spieler vergrätzen, die ihre Feats nur nach dem Klang des Namens aussuchen und im Leben nicht auf die Idee kämen, aktiv nach Synergien zu suchen.
Insbesondere gehen die Module meistens von der "klassischen" Gruppenzusammenstellung aus: Fighter, Rogue, Blaster-Wizard, Healbot-Cleric. Also etwa auf dem Niveau von T4. Wenn man tatsächlich so eine Gruppe hat, mag der Herausforderungsgrad so einigermaßen hinkommen. Sobald das nicht mehr der Fall ist, kann man die Encounter den Hasen geben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 12:37
ich weiß doch jetzt nicht mehr auswendig welche Schurkentalente ich hatte :D
crippling strike? (Stärkeschaden) war dabei
bleeding strike oder so auch (blutungsschaden)
Opportunist
ein Talent das meine RK gegen das Ziel meines Angriffes hochgesetzt hat
ich glaube den Waffenfokus - Kurzschwert habe ich mir auch über die Schurkentalente geholt, das weiß ich aber nicht mehr

Das ist jetzt keine direkte Kritik an dir, verstehe es also auch nicht als solches.
Da du nicht auf die Frage nach dem Archetypen eingegangen bist, nehme ich an du hattest keinen. Das ist ein wichtiger Punkt dabei.
Ich nehme jetzt an, du hattest eine Figur wie den "Grauen Mauser" im Hinterkopf, als du diesen Charakter erschaffen hast. Kurzschwert und Dolch halt. leider hat dich niemand informiert das diese Art von Figuren in diesem System langfristig keinen Bestand haben kann, spätestens mit Stufe 7 ist Schluss damit.
In diesem speziellen Fall hat deine Wahl den Charakter von T4 nach T5 gesenkt, was du dann im Spiel gespürt haben wirst.

Das betrifft den Oben von mir genannten Punkt dass ein Meister, der das ganze schon mal miterlebt hat, diese Anzeichen sehen sollte und bei zu großer Diskrepanz erst mal alle Spieler an einen Tisch ruft und das offen anspricht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 12.08.2013 | 12:41
Archetypes haben wir alle nicht genommen
wer oder was ein grauer Mauser ist weiß ich nicht
gekämpft habe ich mit zwei Kurzschwertern

und das das in PF nix taugt habe ich dann auch festgestellt
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 12.08.2013 | 12:44
wer oder was ein grauer Mauser ist weiß ich nicht
Einer der beiden Protagonist in den Lankhmar-Geschichten von Fritz Leiber. Wobei der im Englischen "Grey Mouser" heißt, was auf Deutsch mit "Grauer Mausling" übersetzt wurde - und nicht mit "Mauser".
Klassiker der Sword&Sorcery und ganz großes Kino. Lese mich auch gerade durch die gesammelten Werke, kann ich Dir gerne mal mitbringen :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: killedcat am 12.08.2013 | 12:45
Ich möchte ein recht teures RPG Produkt kaufen, mit dem ich als SL nicht viel Arbeit habe ...
(Hervorhebung durch mich) Und da hast Du ausgerechnet Pathfinder gewählt? Ui! Das ... kann ich nicht nachvollziehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 12:50
Archetypes haben wir alle nicht genommen
wer oder was ein grauer Mauser ist weiß ich nicht
gekämpft habe ich mit zwei Kurzschwertern

und das das in PF nix taugt habe ich dann auch festgestellt

genau dafür hab ich bei mir den dervish dance aufgepeppt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 12:52
Archetypes haben wir alle nicht genommen
wer oder was ein grauer Mauser ist weiß ich nicht
gekämpft habe ich mit zwei Kurzschwertern

und das das in PF nix taugt habe ich dann auch festgestellt

Der "Graue Mauser" ist einer der beiden Protagonisten aus Fritz Leibers Lankhmar Geschichten und diente als Vorlage für den "Thief" bei Gygax. Wenn du diese alten Geschichten noch nicht gelesen hast: nachholen, sie sind sehr inspirierend und erklären auch viele Konventionen in D&D.

Aber um wie zu Lob/Kritik zu kommen: 3.5/PF können einiges und schaffen es auch viel zu regeln und anzubieten was andere Systeme nicht schaffen. Wenn man es richtig angeht, ist das High-Level Gefühl da und es kann angenehm spielbar sein, es erfordert aber Wissen darüber was geht und was nicht, auf Seiten der Spieler und des Meisters. Das altbekannte Charakter erschaffen im stillen Kämmerlein bringt wenig, hier ist Absprache unter allen Beteiligten angesagten, eben im Wissen um das System. Klappt das, wird es ein wunderbares Spiel.

Ich hatte ja geschrieben, meinen ersten AP habe ich total versemmelt, die Erkenntnisse daraus aber mit meinen Mitspieler besprochen und die anderen beiden APs waren dafür ein ordentlicher Erfolg.

[Nachtrag] "You gotta game the system". Damit meine ich jetzt nicht Minmaxen, eher Powergamen im Sinne von "etwas schaffen können". Die Kurzschwerter und andere Waffen in der Kategorie sind da ein klassisches beispiel, bei dem erfahrenen Spielern klar ist: Damit kommt man nicht weit.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimnir am 12.08.2013 | 12:59
Ich denke auch, Darius, da musst Du Dir keine Vorwürfe machen. Ich spiele 3.5/Pathfinder echt gern, aber die hohen Stufen funktionieren nicht, ebenso nervt das unterschiedliche Machtniveau. Natürlich kann man das irgendwie fixen, aber ein Rollenspiel sollte von sich aus oder spätestens in einem frühen Update derartige Mängel beseitigen und/oder Alternativen anbieten. Diese Arbeit auf die Spieler abzuwälzen spricht nicht für ein System.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 13:15
Die Kurzschwerter und andere Waffen in der Kategorie sind da ein klassisches beispiel, bei dem erfahrenen Spielern klar ist: Damit kommt man nicht weit.

Um es in einem sarkastischen Haiku auszudrücken:

Two sword style rocks!
You get to do less damage,
and pay feats for it.

Edit:
Schöner Link übrigens. Jiriku hat sich einen Namen gemacht in der Homebrew-Szene. Von ihm stammt z.B, auch der Swift Hunter, eine sehr gelungene Basisklasse, die in meinen Spielen den Ranger ersetzt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 13:23
(Hervorhebung durch mich) Und da hast Du ausgerechnet Pathfinder gewählt? Ui! Das ... kann ich nicht nachvollziehen.

Naja ich habe gerade deshalb PF gewählt.

Weil eines muss man Paizo und Ulisses (dann auf deutsch) ja lassen. Ich kenne bisher kein aktuelles Produkt, das mir so einen super output an Abenteuern, Hintergrundbänden und Support gibt wie PF. Ich kannte halt die Mechaniken/Tricks/Fallen nicht und bin naiv dran gegangen. Dachte halt. Naja ist D&D, die hatten genug Zeit es so gut zu stylen, dass das schon läuft wie das warme Messer durch die Butter. ;)

Aso, ich fing mit PF an, weil ich privat nicht mehr die Zeit hatte mir selbst große Kampagnen zu erstellen. PF bot mir ganz viele, bunte Sachen. Deshalb nahm ich es und lief direkt in die Falle.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 13:25


Aso, ich fing mit PF an, weil ich privat nicht mehr die Zeit hatte mir selbst große Kampagnen zu erstellen. PF bot mir ganz viele, bunte Sachen. Deshalb nahm ich es und lief direkt in die Falle.

Und die kannst du vermutlich nächstes Mal umlaufen.  >;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 13:27
Ich denke auch, Darius, da musst Du Dir keine Vorwürfe machen. Ich spiele 3.5/Pathfinder echt gern, aber die hohen Stufen funktionieren nicht, ebenso nervt das unterschiedliche Machtniveau. Natürlich kann man das irgendwie fixen, aber ein Rollenspiel sollte von sich aus oder spätestens in einem frühen Update derartige Mängel beseitigen und/oder Alternativen anbieten. Diese Arbeit auf die Spieler abzuwälzen spricht nicht für ein System.

Genau das war auch, was ich sagen wollte. PF ist schon echt ein cooles System. ich mag es auch weiterhin eigentlich gerne, weil es ist bunt, lustig usw.

Deshalb bin ich doch so verärgert, dass das nicht besser gemacht wurde. Vor allem, weil ich jetzt noch hören muss, dass viele genau dieser Probleme schon seit 3.5 bekannt waren. Warum zum Teufel haben die da ähnliche Fehler einfach weiter übernommen?  ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 13:30
Und die kannst du vermutlich nächstes Mal umlaufen.  >;D

Erinnert mich jetzt an so einen Calvin&Hobbes Strip, wo Calvin den Zusammenbau eines Flugzeugmodells total verhunzt und am Ende alles mit Kleber zugeschmiert ist und Kleinteile abgebrochen sind. Er ärgert sich noch über das rausgeworfene Geld. Und dann:
"Hey, mit _der_ Übung die wir jetzt haben, kriegen wir das _nächste_ Modell bestimmt super hin!"
"Komm, wir holen uns eins von diesen großen Segelschiffen!"

 ~;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 12.08.2013 | 13:39
Meiner Meinung nach könnte man das Machtniveau der Tiers nur so halbwegs fixen, wenn die Caster z.B. auf weniger Sprüche pro Tag/Spruchlevels nicht rauf bis 9 beschränkt würden und die Nicht-Caster gleichzeitig spruchähnliche Mehrmals-pro-Tag-Fähigkeiten bekämen (z.B. Bull's Strength, Rage, Blur, Scare, Haste, Spider Climb...) - aber wenn Nicht-Caster auch zu Castern würden, wär man ja schon wieder fast bei 4e. Und wer weiß, was bei solchen Fix-Versuchen schlussendlich rauskommen würde.

Generell würd ich nur Klassen von Tier 2-4 zulassen, wodurch aber ikonische Klassen wie Cleric, Wizard, Druid, Monk, Fighter, ev. Rogue wegfallen würden. Da würd ich mir überlegen, ob ich die durch die psionischen Klassen von Dreamscarred Press ersetze (die, soweit ich weiß, alle zwischen Tier 2-4 eingeordnet werden). Also Psion statt Wizard, Vitalist statt Cleric, Cryptic oder Soulknife statt Rogue, Aegis, Tactician oder Psychic Warrior statt Fighter... nur beim Druid mit dem Natur-Thema gäb's ein Problem. Aber Psioniker mag halt nicht jeder...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 13:39
Aso, ich fing mit PF an, weil ich privat nicht mehr die Zeit hatte mir selbst große Kampagnen zu erstellen. PF bot mir ganz viele, bunte Sachen. Deshalb nahm ich es und lief direkt in die Falle.

Darauf wollte ich ja vorhin hinaus. Es gibt diese Fallen. Einige davon. Wenn man das erste Mal spielt und damit konfrontiert wird, lernt man recht schnell. Beim nächsten AP wird es dann besser, da man eine Ahnung hat worauf man achten sollte.
Hieraus muss mal als Meister auch lernen und seine Spieler an die Hand nehmen, auch aus Eigennutz, um das Spiel nachher für alle zufriedenstellend am Laufen zu halten.

Das genannte Oracle ist ein gutes Beispiel. Der Spieler hat nicht minmaxed, dafür aber einen Archetypen gewählt bei dem Boni schneller akkumuliert werden, was in einem AP, der meist so gegen Stufe 15 endet, ein guter Vorteil ist. Bei Dash Bannons Charakter hat diese Schnittstelle zu den Regeln gefehlt, deswegen war das Spielergebnis wohl enttäuschend.

Gerade letzteres Beispiel: Hier hat jemand Feats ausgegeben um einen Charakter nach seinen Vorstellungen zu erschaffen, die eben nicht mit dem System einhergehen. Treffen und Schaden auf Dex umleiten, 2 Feats, zwei-Waffen Kampf, Feats, etc.
Stattdessen sollte man einen jungen Conan vorschlagen, 3:1 Rogue:Barbar Mischung, STR/CON, dann Dex, Zweihandaxt und los. Das geht mit dem System einher.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 13:42
@Feuersänger:

Hast du eine Liste oder sowas, welche Charakterklassen denn dann sinnvoll wären, die ich zulassen könnte für die nächste Kampagne?

Sprich: Welche Klassen sprengen eben nicht zwangsläufig den Rahmen auf höheren Stufen?

Was ich ebenso einführen würde, wäre Levelaufstieg nach Ansage und nicht nach erlangten XP pro Encounter. Dann fiele zumindest mal das XP Gegeiere weg.

Zudem sparsamer mit magic Items umgehen. Die können auch für ein Überpowern sorgen denke ich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.08.2013 | 13:44
Du sagst, dass das Oracle nicht gemaxt ist? Das sehe ich echt anders. Das Oracle ist das beste Build, was man aus der Klasse rausholen kann, wenn man auf Nahkampf gehen will. Also ist der Spieler ein Optimierer. Fertig. Und nicht schlimm übrigens!

Aber nun zu meinem Punkt:
ich habe aus genau Deinen Gründen Pathfinder an den Nagel gehängt und habe das Setting aber behalten. Wir bespielen es mit HARP. Solltest Du ja schon einiges zu gelesen haben hier ;)

Unser Zwergen Waldläufer/Horizon Walker mit Spezialisierung auf die richtigen Geländearten und Gegner hat dermaßen Zeit gekostet zu berechnen und hat auf Stufe 13 so abartig hohe Schäden rausgerotzt, dass uns allen die Lust verging. Endgegner, erste Runde, Waldi gewinnt Ini, rechnet zwanzig Minuten alle Boni und Mali auseinander, um dann mit der Hälfte seiner Two-Weapon-Fullattack den Gegner in seine Einzelteile zu zerlegen. Am Ende war dieser bei -147 TP. Ich habe ihn zuende würfeln und rechnen lassen. Fürs Ego. Und dann die Kampagne beendet und das System rituell verbrannt... äh, in den Schrank verbannt...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.08.2013 | 13:45
Zitat
Ok, der PF-Rogue ist nicht mehr ganz so die Lusche die er in der 3,5 war, dennoch ist das altbekannte Problem nur verschoben, nicht aufgehoben.
Würd ich so nicht unterschreiben, der Schurke hat zwar ne Gnaze Menge neuer Fähigkeiten bekommen, und ein paar der Schlimmsten Probleme sind abgeschwächt worden (Featmangel, Sneakimmune Gegner) aber die meisten anderen Klassen sind einfach stärker aufgepowert worden.
Der Schurke ist von den Nichtmagiern so ziemlich der Einzige bei der keine Erhöhung von AT und/oder Schaden bekommen hat, und so in seiner Rolle als Damage Dealer halt ordentlich Land gegenüber den anderen Klassen eingebüst hat.


Zitat
Gerade letzteres Beispiel: Hier hat jemand Feats ausgegeben um einen Charakter nach seinen Vorstellungen zu erschaffen, die eben nicht mit dem System einhergehen. Treffen und Schaden auf Dex umleiten, 2 Feats, zwei-Waffen Kampf, Feats, etc.
Wobei das eigentlich der Klassische DnD Schurke ist und er dem entsprechend eigentlich auch von System unterstützt werden sollte.

Zitat
Hast du eine Liste oder sowas, welche Charakterklassen denn dann sinnvoll wären, die ich zulassen könnte für die nächste Kampagne?

Sprich: Welche Klassen sprengen eben nicht zwangsläufig den Rahmen auf höheren Stufen?
Meiner Einschätzung nach (ich hab keine Aktive Erfahrung mit Pathfinder) dürfte es vermutlich das Optimum sein sich auf die 2/3 Caster zu beschränken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 13:46
Tier 1 [does everything well] - Cleric(++++), Druid(+++++), Wizard(++++),

Tier 2 [does multiple things well] - Bard(+++), Inquisitor(+++), Magus (+++), Oracle(++++), Sorcerer(++++), Witch(+++),

Tier 3 [does one thing well] - Cavalier(+++), Fighter(+++), Gunslinger (++), Ninja(++++), Paladin(++++), Samurai (++++), Summoner (+++++)

Tier 4 [someone does your job better than you] Alchemist(+++), Barbarian(++), Ranger(++), Monk(+), Rogue(+++)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 13:50
Tier 1 [does everything well] - Cleric(++++), Druid(+++++), Wizard(++++),

Tier 2 [does multiple things well] - Bard(+++), Inquisitor(+++), Magus (+++), Oracle(++++), Sorcerer(++++), Witch(+++),

Tier 3 [does one thing well] - Cavalier(+++), Fighter(+++), Gunslinger (++), Ninja(++++), Paladin(++++), Samurai (++++), Summoner (+++++)

Tier 4 [someone does your job better than you] Alchemist(+++), Barbarian(++), Ranger(++), Monk(+), Rogue(+++)

OK. Da geht man jetzt aber von der reinen Grundklasse aus und nicht von einem Archtype. Weil der Mönch Archtype, den unser besagter Spieler meiner Freundin dann gebaut hat, noch mal zwei Schippen drauflegt auf sein eigenes Oracle. Will sagen. Er hat meiner Holden auf Wunsch einen Mönch gebaut, der den AP nun alleine bespielen könnte. OK, er braucht noch meinen Barden, der ihn bufft, dann aber ist dieser Mönch Archtype so eine Maschine, dass es nicht mehr feierlich ist. Hat unser Spieler uns aber vorher mehrmals auch gesagt und drauf bestanden, dass alle einverstanden sind damit, wenn er ihn so baut. Wir sagten dann halt: Mach mal! Jetzt haben wir den Salat! ;)

Und nochmals: Der ist ein ganz Netter und schämt sich jetzt auch dafür. Er hatte einfach viel mehr Ahnung von dem System und den Mechanismen. Nimmt wohl auch regelmässig an Build Challenges bei Paizo teil und gewinnt wohl auch ab und an diese Challanges als deutscher. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 13:51
Das stimmt. Archetypen schieben das Teils eine Stufe hoch oder runter. Eben was das Oracle ins T1 geschoben hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 13:54
Nur eine Stufe???

Der hat einen Mönch Zen-Bogenschützen gebaut mit noch einer Cross class drin, die ist so dermassen imba...ich weiß nicht, ob der nicht ganz oben mitspielt in diesem Ranking. Ganz ehrlich...der hat die letzten 3-4 Kämpfe alleine gemacht.

Ich kann aber nicht sagen, wie der gebaut wurde genau. Er existiert allerdings.  ;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.08.2013 | 13:55
Und nochmals: Der ist ein ganz Netter und schämt sich jetzt auch dafür. Er hatte einfach viel mehr Ahnung von dem System und den Mechanismen. Nimmt wohl auch regelmässig an Build Challenges bei Paizo teil und gewinnt wohl auch ab und an diese Challanges als deutscher. ;)

Optimieren ist nicht böse und das System fordert dies ja geradezu heraus. Das nur kurz zur Klarstellung ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 12.08.2013 | 14:01
Ich kenn das Tier-System nur mit 6 Stufen - und selbst da schwanken die Meinungen ziemlich. Hier ein Beispiel, dem ich einigermaßen zustimme (bin nicht sicher, ob Fighter Tier 4 oder 5 ist). Und ja, bestimmte Archetypen können die Stufe verschieben, aber die kann man nicht alle aufzählen.

Tier 1 (does everything well, can change its spells every day): Cleric, Druid, Witch, Wizard, Oracle (with Paragon Surge), Sorcerer (with Paragon Surge);

Tier 2 (as powerful as Tier 1, but fewer spells aka not as versatile): Psion, Oracle, Sorcerer, Summoner, Bard (Magician w/ Paragon Surge);

Tier 3 (does multiple things well): Alchemist, Bard, Inquisitor, Magus, Psychic Warrior, Wilder;

Tier 4 (does one thing well): Barbarian, Gunslinger, Ninja, Paladin, Ranger, Soulknife;
Fighter
Tier 5 (someone does your job better than you): Cavalier, Expert, Monk, Samurai, Rogue;

Tier 6 (nobody WANTS your job): Aristocrat, Commoner, Warrior;
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 14:14
Ja, Vigil's Auflistung ist die, die ich auch kenne; Slayns Liste ist etwas... unorthodox.

Faustregel:
- Alles, was bis Grad 9 Zauber _vorbereitet_ (Prepared Caster), ist Tier 1.
- Alles, was bis Grad 9 Zauber _spontan_ zaubert, also eine "Spells Known" Auswahl hat, ist Tier 2.
- Ausnahme davon ist, wenn die Zauber auf wenige bzw schwächere Schulen beschränkt sind; z.B. der 3.5 Beguiler hat nur Enchantment und Illusion und ist daher Tier 3.
- Was auf 5-6 Zaubergrade beschränkt ist, ist in der Regel Tier 3.

Beispiel:
Das Oracle bereitet Zauber bis Grad 9 vor und ist demnach Tier 1.
Summoner stellt sich schwächer als er ist, aber allein seine aufgepeppten Summons sind schon für Tier 2 gut.

Wie gesagt, durch entsprechende Optimierung kann man auch aus niedrigeren Tiers noch einiges rausholen; siehe das Beispiel mit dem gemaxten Monk (auch wenn der garantiert immer noch gravierende Schwächen behält).

Für zukünftige Kampagnen würde ich also die obenstehende Liste hernehmen und davon nur Tier 3-4 zulassen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 14:30
Erinnert mich jetzt an so einen Calvin&Hobbes Strip, wo Calvin den Zusammenbau eines Flugzeugmodells total verhunzt und am Ende alles mit Kleber zugeschmiert ist und Kleinteile abgebrochen sind. Er ärgert sich noch über das rausgeworfene Geld. Und dann:
"Hey, mit _der_ Übung die wir jetzt haben, kriegen wir das _nächste_ Modell bestimmt super hin!"
"Komm, wir holen uns eins von diesen großen Segelschiffen!"

 ~;D

Das ist mir allerdings mal in SR passiert.  >;D >;D >;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 14:32
Gerade letzteres Beispiel: Hier hat jemand Feats ausgegeben um einen Charakter nach seinen Vorstellungen zu erschaffen, die eben nicht mit dem System einhergehen. Treffen und Schaden auf Dex umleiten, 2 Feats, zwei-Waffen Kampf, Feats, etc.

wie hat er denn bitte den schaden beim twf auf dex umgeleitet?
gibt es vom system aus nicht. dervish dance ist nur für shf...

aber natürlich muss der twf-melee viel mehr feats ausgeben als der thf...


mein dex schadensfeat:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

@feuersänger
Nach deinem Schlüssel müsste das Oracle Tier 2 sein (grad 9 spontancaster)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 14:36

Meiner Einschätzung nach (ich hab keine Aktive Erfahrung mit Pathfinder) dürfte es vermutlich das Optimum sein sich auf die 2/3 Caster zu beschränken.

Oder jedem etwas Magie zu verleihen... obwohl das wieder zu Mehrarbeit führt.

Ich hab bei APs die Regeln jede Klasse nur einmal und nur 2 Arcane Casters und 2 Divine Casters, max 3 Caster. Ausser jemand bringt mir einen build der Magie nur als ein wenig extra braucht.

Insgesamt bevorzuge ich ja fast Multiclassing von Anfang an bei allem was nicht T1 ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 14:38
Wups. Dann hab ich das wohl grad mit einer anderen Klasse verwechselt, die ich gerade gelesen hatte. Ja, dann T2.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 14:38
Ja, Vigil's Auflistung ist die, die ich auch kenne; Slayns Liste ist etwas... unorthodox.

Die Liste erscheint dir deswegen unorthodox, weil keine 3,5 Sachen berücksichtigt werden. Ohne diese Option und die Gedanken dahinter, nämlich nur straighte PF-Klassen, verschiebt es sich ein wenig und muss nicht mehr ganz so feinkörnig sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 14:49
Das haut aber so nicht hin. Ein Sorc ist immer noch deutlich mächtiger als ein Barde.
Man kann die Tiers auch so definieren:

T1: kann das Spiel auf viele Arten sprengen.
T2: muss sich aussuchen, auf welche Art er das Spiel sprengen will.
T3 und drunter können das Spiel nicht im Alleingang sprengen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Toppe am 12.08.2013 | 14:52
Ist die Notwendigkeit eines "Tier 1 bis irgendwas" System nun Lob oder Kritik an PF?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 14:56
Ist die Notwendigkeit eines "Tier 1 bis irgendwas" System nun Lob oder Kritik an PF?

Nein das fällt unter allgemeines d20 gebashe^^
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 14:56
Oh danke Toppe! Back to Topic.  :d

Ja ich sehe das auch eher als Kritik an. Nicht an euch hier Leute, aber am Zustand des Systems. Denn wenn in diesen Kategorien gedacht werden muss oder so gedacht wird, dann finde ich es schon ätzend irgendwie.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 14:59
Ist die Notwendigkeit eines "Tier 1 bis irgendwas" System nun Lob oder Kritik an PF?

Beides.

Bestimmte gängige Klischees werden damit abgebildet. Individuell hat Balance damit wenig zu tun.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Teylen am 12.08.2013 | 15:01
Rein aus Neugier, als d20 Zeugs vollkommen unbedarfte, haben die die Tiers dann an die Klassen rangeschrieben?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 15:05
Rein aus Neugier, als d20 Zeugs vollkommen unbedarfte, haben die die Tiers dann an die Klassen rangeschrieben?

*Lacht*

Nein, aber sie gehen Hand in Hand mit der Option Zaubern zu können, etwas, was so ca. die Hälfte des Grundbuchs ausmachen.
Es gibt Klassen ohne Zauber, welche mit Zugriff bis Grad 4, welche mit Zugriff bis Grad 6, dann die Vollzauberer mit Zugriff bis Grad 9.

(Für dich in VtM Begriffe übersetzt: Stell dir vor, man würde Zugriff auf Disziplinen hart beschränken, also keine Dots, zwei Dots, drei Dots, fünf Dots)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 15:05
Das ist kein offizielles wertungssystem für klassen sondern nur eine community staffelung
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 12.08.2013 | 15:11
Ich spiel den Pfad gerade als Spieler, ein "Problem", welches Du umschifft zu haben scheinst, aber evtl. genau Deinem Problem entgegenwirken würde, ist der Einkauf magischer Gegenstände.

Nach Eleder gibt es dazu ja keine richtige Gelegenheit mehr, wodurch man mit dem arbeiten muss, was man kriegt (was den Powerlevel doch deutlich abschwächt).

Der Paladin hingegen scheint sehr passige Ausrüstung zu besitzen, was entweder am späten Einstieg liegt oder dass Du frei kaufen lässt (erwähntest Du, glaub ich). Ggf. ist es sinnvoll, eine Vorabauswahl verschiedener mag. Gegenstände (ggf. zufällig) zu erstellen, damit man nicht die Ausrüstung genau auf den Charakter zuschneidern kann. Das SLHandbuch enthält dazu auch Regeln.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 15:12


Nach Eleder gibt es dazu ja keine richtige Gelegenheit mehr, wodurch man mit dem arbeiten muss, was man kriegt (was den Powerlevel doch deutlich abschwächt).



Eh? Wir sind einfach in die Stadt teleportiert, wenn wir was gebraucht haben  >;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 15:13
Jupp, Word of Recall zum örtlichen Dealer zahlt sich aus.

@Greifenklaue: Sag mal, du scheinst doch ein D&D-Veteran zu sein, genau dann solltest du wissen das Abweichungen von WPL das ganze Problem nur noch verschlimmern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 12.08.2013 | 15:16
Eh? Wir sind einfach in die Stadt teleportiert, wenn wir was gebraucht haben  >;D

Genau DAS haben sie auch gemacht! Also war es nicht zu verhindern, außer ich hätte es willkürlich verboten.

Das ist auch eine Kritik. Ein Mage Level 14/15 ist da nur noch schwer zu kontrollieren. Was soll ich denn machen? Die konnten alles auf den hohen Leveln und hatten für alles einen Spell oder sonstwas.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 15:21
Genau DAS haben sie auch gemacht! Also war es nicht zu verhindern, außer ich hätte es willkürlich verboten.

Das ist auch eine Kritik. Ein Mage Level 14/15 ist da nur noch schwer zu kontrollieren. Was soll ich denn machen? Die konnten alles auf den hohen Leveln und hatten für alles einen Spell oder sonstwas.

Das ist der "falsche" Denkansatz, zum Teil wie oben Feuersänger und die Option den Plot zu sprengen.
Freu dich, wenn der Magier die Gruppe zum Shopping teleportiert, das sind zwei Slots die er verbrät. Das Shopping wertet die Kampfklassen auf, der Weg dahin den Magier ab. Freu dich, je mehr unsinnigen ressourcenverbrauch die Caster so betreiben, aus den gleichen Gründen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.08.2013 | 15:22
Zitat
Für dich in VtM Begriffe übersetzt: Stell dir vor, man würde Zugriff auf Disziplinen hart beschränken, also keine Dots, zwei Dots, drei Dots, fünf Dots
Bzw. du hast die volle Spanne der möglichen Generationen von 15 bis 4 (oder gar 3) in der Gruppe.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 12.08.2013 | 15:25
Das ist der "falsche" Denkansatz, zum Teil wie oben Feuersänger und die Option den Plot zu sprengen.
Freu dich, wenn der Magier die Gruppe zum Shopping teleportiert, das sind zwei Slots die er verbrät. Das Shopping wertet die Kampfklassen auf, der Weg dahin den Magier ab. Freu dich, je mehr unsinnigen ressourcenverbrauch die Caster so betreiben, aus den gleichen Gründen.
Meinst Du die 2 Slots vor oder nach dem Einsatz des Mages Magnificent Mansion-Spruchs?
Falls Dir der Spruch zu hoch ist: Rope Trick geht auch.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 15:27
Das ist der "falsche" Denkansatz, zum Teil wie oben Feuersänger und die Option den Plot zu sprengen.
Freu dich, wenn der Magier die Gruppe zum Shopping teleportiert, das sind zwei Slots die er verbrät. Das Shopping wertet die Kampfklassen auf, der Weg dahin den Magier ab. Freu dich, je mehr unsinnigen ressourcenverbrauch die Caster so betreiben, aus den gleichen Gründen.

Ring of Teleport  ~;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.08.2013 | 15:28
Teleport zurück würde ich gar nicht zulassen. Das weiß die Magie des Ortes (lt. AP) zu verhindern ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 15:29
Teleport zurück würde ich gar nicht zulassen. Das weiß die Magie des Ortes (lt. AP) zu verhindern ;)

Müssen wir überlesen haben...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.08.2013 | 15:30
Meinst Du die 2 Slots vor oder nach dem Einsatz des Mages Magnificent Mansion-Spruchs?
Falls Dir der Spruch zu hoch ist: Rope Trick geht auch.

Ich bin da total ambivalent, hauptsächlich die Leute verbraten ihre Slots bevor ich anfange Druck zu machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 12.08.2013 | 15:31
Teleport zurück würde ich gar nicht zulassen. Das weiß die Magie des Ortes (lt. AP) zu verhindern ;)
Ist das wirklich so?
Wenn ja, auf die Erklärung darauf wäre ich ziemlich gespannt. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 15:31
Ein Mage Level 14/15 ist da nur noch schwer zu kontrollieren. Was soll ich denn machen? Die konnten alles auf den hohen Leveln und hatten für alles einen Spell oder sonstwas.

Ja, so ist das. Willkommen in der wunderbaren Welt von 3.X.

Es gibt verschiedene Gründe, die dafür sprechen, nur noch Spontan- statt Prepared Casterklassen zuzulassen:
- als SL hast du besseren Überblick darüber, was deine Spieler können;
- entsprechend kannst du deine NSCs viel leichter darauf abstimmen, die Party auch mal auszukontern.
- das Spiel ist flüssiger, da die SCs immer Zugriff auf alle ihre Zauber haben, und es dadurch nicht zu panikartigen Recalls/Teleports kommt, wenn der Wizard merkt, dass er die "falschen" Zauber für die Gegner des Tages memoriert hat.
- außerdem brüten die Spieler nicht mehr Ewigkeiten darüber, welche Zauber sie jetzt heute vorbereiten sollen.

Der Hauptnachteil ist freilich ganz auf der Seite der Spieler:
- es ist nicht so abwechslungsreich.
Das Geile an einem Wizard etc. _ist_ ja gerade, dass er hunderte von Zaubern lernen kann und immer noch ein As im Ärmel hat.
Beschränkt man die Auswahl auf wenige Spells Known, wird der Spieler sich da entsprechend eine Handvoll starker Zauber aussuchen, und die werden dann immer und immer wieder gespammt. Klar, das Problem haben Nichtcaster ununterbrochen, aber gerade deswegen spielen ja viele Leute Caster.

Trotzdem ist unterm Strich "Nimm nur Spontancaster" eine sehr häufig genannte Sofortmaßnahme, um Power- und Balanceprobleme etwas zu entschärfen.

Bei Klerikern sollte man da imho auch noch dahingehend etwas nachsteuern, dass die "Spells Known" Auswahl nur für Nicht-kurative Sprüche herangezogen werden muss, und alle kurativen Zauber (Cure, Heal, Restoration, Remove... etc) immer automatisch zur Verfügung stehen. Sonst wird der Kleriker entweder zum reinen, arschlangweiligen Heilbot, den keiner spielen will, oder der Spieler ignoriert die Heilzauber und erfüllt damit eine seiner Kernaufgaben nicht.
(Wobei natürlich, wie immer, der Großteil der Heilung über Wands ablaufen sollte.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Drantos am 12.08.2013 | 15:34
Genau DAS haben sie auch gemacht! Also war es nicht zu verhindern, außer ich hätte es willkürlich verboten.

Das ist auch eine Kritik. Ein Mage Level 14/15 ist da nur noch schwer zu kontrollieren. Was soll ich denn machen? Die konnten alles auf den hohen Leveln und hatten für alles einen Spell oder sonstwas.

Mach das, was Luxferre gesagt hat  :)

Nimm HARP. Das Konvertieren geht intuitiv und du hast nicht das Problem, dass ganze Klassen überflüssig sind.

Bei D&D war es imho schon immer (alle Inkarnationen) so, dass ab Stufe 10 eigentlich kein Monster mehr ein Problem darstellte. Die einzigen gefährlichen Gegner sind dann hochstufige NSC.

Ich spiel gerade einen AP (Rise of the Runelords) mit Rolemaster und werde das nächste Mal auch auf HARP wechseln. RM ist mir einfach zu sperrig.


cu Drantos


Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 12.08.2013 | 15:35
Ich bin da total ambivalent, hauptsächlich die Leute verbraten ihre Slots bevor ich anfange Druck zu machen.
Da kannst Du dann nur Zeitdruck meinen. Alles andere führte bei meinen Gruppen automatisch zum Teleport (in welcher Form auch immer).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 12.08.2013 | 15:38
Eh? Wir sind einfach in die Stadt teleportiert, wenn wir was gebraucht haben  >;D
Das geht natürlich ... OKay, auf der Stufe sind wir noch nicht ...

@Greifenklaue: Sag mal, du scheinst doch ein D&D-Veteran zu sein, genau dann solltest du wissen das Abweichungen von WPL das ganze Problem nur noch verschlimmern.
Es geht mir nicht um Abweichungen vom WPL, sondern darum dass nicht überall alles verfügbar ist. Pathfinder kennt ja durchaus Regeln dazu wieviele Gegenstände welcher Mächtigkeit in Orten bestimmter Größe vorrätig sind. Guzt, wenn man hin- und herteleportiert, kann man sich einiges verfügbar machen, grundsätzlich find ich es für mich reizvoll, wenn ich etwas beschränkt bin. Nix find ich langweiliger als "Hier nimm das Buch, such Dir irgendwas aus!".
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 16:10
teleport - einer der zauber der massiv generft werden müsste.

dürften nur noch punkt-punkt verbindungen von teleportgerät-teleportgerät möglich sein.
selbst in ultra high magic settings.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 16:17
Ja, so ist das. Willkommen in der wunderbaren Welt von 3.X.

Es gibt verschiedene Gründe, die dafür sprechen, nur noch Spontan- statt Prepared Casterklassen zuzulassen:
- als SL hast du besseren Überblick darüber, was deine Spieler können;
- entsprechend kannst du deine NSCs viel leichter darauf abstimmen, die Party auch mal auszukontern.
- das Spiel ist flüssiger, da die SCs immer Zugriff auf alle ihre Zauber haben, und es dadurch nicht zu panikartigen Recalls/Teleports kommt, wenn der Wizard merkt, dass er die "falschen" Zauber für die Gegner des Tages memoriert hat.
- außerdem brüten die Spieler nicht mehr Ewigkeiten darüber, welche Zauber sie jetzt heute vorbereiten sollen.

Der Hauptnachteil ist freilich ganz auf der Seite der Spieler:
- es ist nicht so abwechslungsreich.
Das Geile an einem Wizard etc. _ist_ ja gerade, dass er hunderte von Zaubern lernen kann und immer noch ein As im Ärmel hat.
Beschränkt man die Auswahl auf wenige Spells Known, wird der Spieler sich da entsprechend eine Handvoll starker Zauber aussuchen, und die werden dann immer und immer wieder gespammt. Klar, das Problem haben Nichtcaster ununterbrochen, aber gerade deswegen spielen ja viele Leute Caster.

Trotzdem ist unterm Strich "Nimm nur Spontancaster" eine sehr häufig genannte Sofortmaßnahme, um Power- und Balanceprobleme etwas zu entschärfen.

Bei Klerikern sollte man da imho auch noch dahingehend etwas nachsteuern, dass die "Spells Known" Auswahl nur für Nicht-kurative Sprüche herangezogen werden muss, und alle kurativen Zauber (Cure, Heal, Restoration, Remove... etc) immer automatisch zur Verfügung stehen. Sonst wird der Kleriker entweder zum reinen, arschlangweiligen Heilbot, den keiner spielen will, oder der Spieler ignoriert die Heilzauber und erfüllt damit eine seiner Kernaufgaben nicht.
(Wobei natürlich, wie immer, der Großteil der Heilung über Wands ablaufen sollte.)
Ich arbeite mich gerade, im Rahmen einer Rezension, durch den Reprint des AD&D 2nd Ed. Player´s Handbook.

Und überraschenderweise gibt es dort eine "Lösung":
- Wizards sind aufgrund ihres Primärattributes (hier: INT) begrenzt auf die maximale Anzahl an Sprüchen pro Level, die sie kennen. Bei INT 18 waren es imho 20. Immerhin ein Ansatz, bedenkt man die Fülle der Sprüche.
- Priests haben ihre Spheren. Auf manche haben sie vollen, auf manche eingeschränkten und auf bestimmte sogar gar keinen Zugriff.  Schränkt auch ein, problematisch ist nur, dass die Cure Spells alle in der Healing Sphere sind...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 12.08.2013 | 16:26
- Wizards sind aufgrund ihres Primärattributes (hier: INT) begrenzt auf die maximale Anzahl an Sprüchen pro Level, die sie kennen. Bei INT 18 waren es imho 20. Immerhin ein Ansatz, bedenkt man die Fülle der Sprüche.
Das hatte einen Schönheitsfehler. Bei INT 19 oder 20 (z.B. Sonnenelf oder wie der hiess oder Wunsch) gab es wieder unlimited Spells.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 16:29
ab INT19 ist die max number = all und illusionsimmunität für 1, Grad und steigend... also auch nicht wirklich ein ansatz.

einfach wizard, druid, cleric & witch killen und nur noch spontancaster zulassen

wer zur hölle ist eigentlich auf die idee gekommen das die witch nur tier 3 sein soll?????
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 16:32
Das hatte einen Schönheitsfehler. Bei INT 19 oder 20 (z.B. Sonnenelf oder wie der hiess oder Wunsch) gab es wieder unlimited Spells.
Waren auch nur 18 Spells. Aber stimmt, bei INT 19 war das ganze schon wieder aufgehoben...

Edit:
Ein D&D ohne Druid, Cleric oder Wizard wäre für mich kein D&D mehr. Also streichen käme bei mir nicht in Frage.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 16:53
AD&D 2nd ist jetzt glaub ich wirklich nicht so ein Stern am Balancehimmel, dass man sich daran orientieren sollte...

Mit ein Kernproblem bei 3.X und der Klassen-Mächtigkeit ist SAD vs MAD -- will heißen, Single vs Multiple Attribute Dependency.

Faustregel: je weniger Attribute eine Klasse zum Funktionieren benötigt, desto höher ist ihr Tier.
Die stärksten Klassen kommen mit einem einzigen Attribut aus (z.B. Wizard: INT), während die schwächsten Klassen mit Müh und Not einen Stat dumpen können, weil sie alles irgendwozu brauchen.
Mit ein Grund für die Aufwertung des Paladins in PF ist ja, dass die MAD von 4 auf 3 verringert wurde - Wisdom braucht er nicht mehr.

Umgekehrt ist also ein Element, das man verwenden kann um Caster etwas zu nerfen, ihren Casting Stat aufzuspalten. Z.B. indem man Bonuszauber an INT, Save DCs aber an CHA aufhängt.

Da muss man dann aber auch noch ein paar andere Zöpfe abschneiden, weil ja bisher die Casting-Attribute weitgehend klar aufgeteilt waren: Int = Arcane Prepared; Wis = Divine Prepared, Cha = Spontaneous. Wenn man gewillt ist, diese Einteilung über den Haufen zu werfen, könnte man z.B. sagen Int = maximaler Zaubergrad, Wis = Bonuszauber, Cha = Rettungswürfe.
Teilcaster wären davon nicht so sehr betroffen, da z.B. die Save DCs eines Waldläufers immer schon beschissen waren und er eh nur 4 Zaubergrade hatte.
Leider ginge damit aber halt auch etwas Flavour verloren, der dadurch hervorgerufen wird, dass generell Arkane Magie von Intelligenz und Göttliche Magie von Weisheit abhängt usw.

ACKS z.B. macht es so, dass alle Caster Spontanzauberer sind (mit sehr eingeschränkter Zauberauswahl), Arkan = Int und Divin = Wis zugeordnet ist, die Rettungswürfe aber immer von Cha bestimmt werden.
Finde ich soweit eigentlich ganz reizvoll.

Edit: wer behauptet eigentlich, dass die Witch Tier 3 wäre? Nach der Standardzuordnung kommt die in Tier 1.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 17:01
war auch tier 2 in dem nicht von dir aufgezeigten tier tabellchen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 17:07
teleport - einer der zauber der massiv generft werden müsste.

dürften nur noch punkt-punkt verbindungen von teleportgerät-teleportgerät möglich sein.
selbst in ultra high magic settings.


Würde ich dann nicht mehr spielen wollen.

Ne Begrenzung mach ich meist spielabhänging auf die eine oder andere Art.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.08.2013 | 17:15
und wieso nicht? weil du die gruppe dann nciht einfach aus der gefahr weit weg porten kannst?
im umkehrschluß heißt das für mich aber auch das du jedes spiel unter 9. stufe ablehnst...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 12.08.2013 | 17:20
Zitat
AD&D 2nd ist jetzt glaub ich wirklich nicht so ein Stern am Balancehimmel, dass man sich daran orientieren sollte...
Würde ich auch nicht behaupten, auch schon, weil ich mich damit viel zu wenig auskenne.

Aber wenn es um Einschränkungen bzw. Abschwächungen geht, sind da doch ein paar...nennen wir es mal "Ideen"... dabei.

Bei den Arcane Castern sind die Wizards, die sich auf eine Schule spezialisiert haben, schon mal darauf beschränkt, dass sie mehr als ein Primärattribut haben müssen. Ein Illusionist braucht neben INT9 noch DEX 16...hier hast Du schon die Aufsplittung auf mehrere Attribute, wobei DEX einem Specialist Wizard in Bezug auf Zauber nichts bringt. Einige fordern WIS, einige CON oder CHA, min. 15, häufig 16.

Bei PB wird das schon schwierig, da man eben nicht alle anderen Stats dumpen kann.

Bei Priests wird es da noch besser. Neben den Spheren kommen da auch noch Attribute dazu. Der Druid braucht auch noch CHA 15 und hat eingeschränkte Spheren Auswahl.
Habe gerade auch noch Faiths & Avatars neben mir liegen, die Specialty Priests-Anforderungen der verschiedenen Gottheiten sind nicht ohne.

Natürlich kann (und wird es wahrscheinlich auch) dies dazuführen, dass Clerics unter sich nicht mehr balanced sein würden. Aber zumindest wären sie schwächer als sie es in 3.5/PF sind und man müsste nicht ernsthaft über Streichen der Klassen nachdenken.

Zitat
und wieso nicht? weil du die gruppe dann nciht einfach aus der gefahr weit weg porten kannst?
im umkehrschluß heißt das für mich aber auch das du jedes spiel unter 9. stufe ablehnst...
Ich kann es nachvollziehen. Teleport ist einer derjenigen Zauber, die für mich einfach in ein Fantasy Setting irgendwann dazugehören. Und Dimensional Anchor kontert es in Kampfsituationen eh.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 12.08.2013 | 17:23
@Darius

Die von Dir beschriebenen Herausforderung sind nicht PF spezifisch, das gilt auch für einige der vorherigen Editionen.
Bei der Planung von langen Kampagnen hat sich sich hilfreich erwiesen das Erweiterungsmaterial zu beschränken. Das nimmt die Komplexität raus und wie Du ja selber sagst hatten die Spieler großen Spaß im Bereich 6-9. Die Anzahl der Fähigkeiten ist also nicht entscheidend für den Spaß am Spiel.
Auf den hohen Stufen kann man gemeinsam mit den Spielern darauf achten das nicht zuviel aus dem Ruder läuft.

Allgemein ist aber nicht verkehrt als SL bei den Gegnern noch immer ne Schippe drauf zu legen. Das müssen nicht mal Fähigkeiten sein, AC, HP und Saves machen schon einen großen Unterschied.
In wichtigen Kämpfen sollte man aber wirklich darauf achten das wichtige Gegner nicht so nahe stehen, dass sie in der ersten Runde schon einen vollen Angriff abbekommen können. Neben der Entfernung sind auch immer Verbündete aus Seiten der Gegner, die im Weg stehen sehr wichtig.

Talim
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 17:24
und wieso nicht? weil du die gruppe dann nciht einfach aus der gefahr weit weg porten kannst?
im umkehrschluß heißt das für mich aber auch das du jedes spiel unter 9. stufe ablehnst...

Nein  :D Weil

1) Es für mich nicht logisch ist, warum ein Magier sowas nicht auch spontan oder zumindest mit einem Ritual können sollte, wenn es generell geht. Da geht bei mir die so viel zitierte Immersion flöten.

2) Ich dann bei manchen SLs massive Probleme hätte überhaupt noch was zu machen ausser zu reisen. Ich lass die SCs ja auch gern reisen bzw meine SCs gerne reisen, aber in manchen Situationen ist es dann einfach nur noch nervig. Und wenn man die Reisezeit nicht ausspielen muss kann man meist auch gleich teleportieren.  ;D

Ausserdem ist bei mir Teleport begrenzt (Distanzabhängig) schon viel früher verfügbar.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 17:27
@Darius

Die von Dir beschriebenen Herausforderung sind nicht PF spezifisch, das gilt auch für einige der vorherigen Editionen.
Bei der Planung von langen Kampagnen hat sich sich hilfreich erwiesen das Erweiterungsmaterial zu beschränken.t.


Ich finde sowas immer sehr schade, ich habe gerne viel Auswahl. Da ist es mir lieber, man passt generell die Regeln an, womit dann zwar einige Dinge (vor allem Feats) überflüssig oder schwächer werden, aber immerhin ist die Abwechslung noch da.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 17:53
Teleport sehe ich, ebenso wie Rope Trick, Create Food und ähnliche Zauber, in allererster Linie als Anti-Hartwurst-Mechanik. Keine alte Sau interessiert sich auf Dauer für schnarchige Überlandreisen, Nachtwachen und Proviant-Kleinklein. Das hat man auf den unteren Stufen, aber dann ists auch irgendwann gut. Darum Zauber wie Teleport: _da_ ist die Action, und *schnipp* jetzt sind wir auch da.

Klar, die Verwendung als Schleudersitz ist eine andere Implikation. Wohlgemerkt ist Word of Recall genau zu diesem Zweck gedacht, und es gibt noch einen ganzen Schwung anderer Zauber, deren primärer Zweck es ist, die Gruppe dem Feindzugriff zu entziehen.

Wer Teleport nicht als Notfall-"Beam me up Scotty" im Spiel haben will, kann ihn ja mit 10 Minuten Zauberdauer versehen. Wie Sending. Zugegeben, es ist schon etwas komisch, dass eine magische Mitteilung länger braucht, als eine Nachricht persönlich zu überbringen...

--

Nochmal zum Statement "Ohne Cleric, Druid, Wizard wäre es kein D&D und ich würde es nicht spielen wollen": ist legitim. Man muss die Klassen ja nicht streichen. Es würde reichen, sie auf das Niveau der anderen Klassen runterzuholen. So wie es jetzt ist, könnte man den Druiden in drei (3!) Klassen aufteilen und jede davon wäre immer noch mindestens Tier 3. Wie hieß es so schön bei OotS, "I'm a druid. I have class features more powerful than your entire class". Das war nicht gelogen.
Ebenso der Wizard -- den könnte man aufteilen in X Spezialistenklassen, und fast alle wären immer noch Tier 3 oder drüber. (Ein reiner Conjurer könnte immer noch Tier 1 sein; ein reiner Evoker wäre Tier 4-5).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 12.08.2013 | 18:04
Teleport sehe ich, ebenso wie Rope Trick, Create Food und ähnliche Zauber, in allererster Linie als Anti-Hartwurst-Mechanik. Keine alte Sau interessiert sich auf Dauer für schnarchige Überlandreisen, Nachtwachen und Proviant-Kleinklein.
Und das kann man nur vermeiden wenn man sich teleportiert? Man könnte ja auch einfach sagen "die Reise dauert 2 Wochen, es passiert nichts, Ihr seid angekommen. Was macht Ihr?"
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.08.2013 | 18:09
Und das kann man nur vermeiden wenn man sich teleportiert? Man könnte ja auch einfach sagen "die Reise dauert 2 Wochen, es passiert nichts, Ihr seid angekommen. Was macht Ihr?"

Das würde aber kaum passieren, ich kenne da einen SL oder 3 da wären jede Menge Sidequests, Zufallsbegegnungen oder Verirrungen drin.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 12.08.2013 | 18:14
Und das kann man nur vermeiden wenn man sich teleportiert? Man könnte ja auch einfach sagen "die Reise dauert 2 Wochen, es passiert nichts, Ihr seid angekommen. Was macht Ihr?"
Ich denke, Feuersänger meint folgende Vorgehensweise:
"Wir springen in die nächste größere Stadt, kaufen die Spruchrollen oder das magische Geraffel, die wir brauchen und springen wieder zurück. So. Jetzt sind wir auf den nächsten Kampf vorbereitet. Lets fetz."
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.08.2013 | 18:17
Das würde aber kaum passieren, ich kenne da einen SL oder 3 da wären jede Menge Sidequests, Zufallsbegegnungen oder Verirrungen drin.

Genau. Die Anti-Hartwurst-Zauber sind eine Art von Player Empowerment gegen Schikaneaktionen hartwurstiger Spielleiter.

Und als ebensolche habe ich sie selber auch schon einsetzen müssen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 12.08.2013 | 18:37
Das würde aber kaum passieren, ich kenne da einen SL oder 3 da wären jede Menge Sidequests, Zufallsbegegnungen oder Verirrungen drin.
Naja gut. Bei solchen SLs würde ich halt einfach nicht spielen. Warum mit sowas Zeit verschwenden? Nervt doch nur.
Aber ok, das ist nun wirklich OT.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 13.08.2013 | 07:22
Ich weiß eure Fachkompetenz und eure wirklich auch guten Tipps sehr zu schätzen.

Ich komme aber dann wieder zu dem Punkt, an dem ich sagen muss: Vielleicht wähle ich einfach ein komplett anderes System, bei dem ich mich nicht so anstrengen muss, um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Eure Vorschläge zeigen ja weiterhin auf, dass es einfach so ist, dass das System irgendwann aus dem Ruder läuft und man da massiv gegen steuern muss, um es im Zaum zu halten. Das ist es ja, was mich so stört.

Und wir hatten ja dann konkret das Problem, dass ich die Encounter deutlich besser gemacht habe. Für die anderen 4 Spieler wären die auch echt richtig hart gewesen. Das wäre verdammt knapp geworden, wenn nicht sogar mit 1-2 Toten dabei. Nur hatten wir eben einen wirklich wirklich sehr starken SC dabei, der einfach nur stark war, weil er halt ganz gut gebaut war.

Da geht die Schere halt so weit auseinander, dass es wirklich nicht nur ein wenig sondern halt schon massiv imba war. Und das ist halt etwas, was nach wie vor ein Ärgernis bleibt. Natürlich nur, wenn ich weiterhin alles erlaube, an SC Erschaffung.

Insofern wäre es interessant einfach mal Feuersängers Ansatz zu nehmen und nur noch bestimmte Klassen, die einfach von Grund auf nicht zu den Mächtigsten gehören zuzulassen. T1 mal komplett rausnehmen. Und denn noch Archtypes raus und magische Items etwas beschränken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 13.08.2013 | 07:36
Insofern wäre es interessant einfach mal Feuersängers Ansatz zu nehmen und nur noch bestimmte Klassen, die einfach von Grund auf nicht zu den Mächtigsten gehören zuzulassen. T1 mal komplett rausnehmen. Und denn noch Archtypes raus und magische Items etwas beschränken.

Funzt nicht.
Wenn man anfängt, etwas zu regulieren, dann zieht das einen unabsehbar enormen Rattenschwanz hinter sich her.
Du würdest durch das Reduzieren magischer Gegenstände die mundanen Klassen noch weiter abschwächen, als Du es mit den magischen Klassen tätest. Diese sind auf den Klimbim nämlich exorbitant angewiesen.
Magische Klassen nicht zulassen bedeutet, dass aber auch überlebenswichtige lowmagic plötzlich fehlen kann.
Das ist viel einfacher gesagt, als tatsächlich umgesetzt.
Auf Grundlage Deiner Schilderungen, solltest Du Dir dringend ein anderes (und vor allem fertiges) System suchen, das ausgiebig getestet wurde und Deinem Stil entspricht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 13.08.2013 | 07:49
Eure Vorschläge zeigen ja weiterhin auf, dass es einfach so ist, dass das System irgendwann aus dem Ruder läuft und man da massiv gegen steuern muss, um es im Zaum zu halten. Das ist es ja, was mich so stört.
Weniger ist mehr. Viel Arbeit ist das nicht. Ganz im Gegenteil, es ist weniger Arbeit Zusatzmaterial weg zu lassen.

An den Klassen würde ich z.B. auch nicht rumschrauben wollen oder gar Grundklassen verbieten, das wird wieder unübersichtlich.
Du solltest die T-Einteilung auch nicht zu ernst nehmen. Das ist ein gedankliches Konstrukt, das meiner Meinung nach erhebliche Mängel hat.

Und wir hatten ja dann konkret das Problem, dass ich die Encounter deutlich besser gemacht habe. Für die anderen 4 Spieler wären die auch echt richtig hart gewesen. Das wäre verdammt knapp geworden, wenn nicht sogar mit 1-2 Toten dabei. Nur hatten wir eben einen wirklich wirklich sehr starken SC dabei, der einfach nur stark war, weil er halt ganz gut gebaut war.
Das kann man von hier aus schlecht beurteilen. Vieleicht hat er einfach nur gut gewürfelt (Glück). Man sollte aber immer wissen was man bei durschnittlichen Ergebnissen von den SCs zu erwarten hat und entsprechend steuern. Und wenn die Durschnittsergebnisse der SC Welten auseinander liegen, muss man schon vorher korrigierend eingreifen bzw. gewissen Entwicklungen erkennen. Zur Not in einem klärenden Gespräch.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 13.08.2013 | 08:00
Darius, vielleicht wären 13th Age oder Dungeon World was für dich, schau' dich doch mal in den entsprechenden Threads hier im Board um.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 13.08.2013 | 08:14
Ja von Dungeon World habe ich schon was gehört. Und wie das andere noch? Heroes and Magic oder so? Halb Fate, halb D&D?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 13.08.2013 | 08:20
Kann man eigentlich einen AP von Pathfinder nehmen und dann einfach mit 4E oder NEXT bespielen, oder sind da sehr spezifische Sachen drin, die zwingend die Pathfinder-Engine voraussetzen?

Dungeon World ist sehr toll, finde ich, aber vorgefertigte Abenteuer kann man (meiner Meinung nach) nicht so gut damit umsetzen.
Monsters & Magic interessiert mich selber auch sehr, aber es scheint so, als müsse man da als Gruppe noch viel selber machen, da gar nicht alle Level vom Regelwerk bereitgestellt werden. 
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 08:29
Zitat
Vielleicht wähle ich einfach ein komplett anderes System, bei dem ich mich nicht so anstrengen muss, um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Eure Vorschläge zeigen ja weiterhin auf, dass es einfach so ist, dass das System irgendwann aus dem Ruder läuft und man da massiv gegen steuern muss, um es im Zaum zu halten. Das ist es ja, was mich so stört.
Das System läuft nicht unbedingt aus dem Ruder, das System bietet nur eine ganze Spannweite an Möglichkeiten. Und im Prinzip wird es immer dann schwierig, wenn die Spannweite zwischen den Charakteren zu groß ist bzw. man als SL nicht die ganze Spannweite überblickt/kennt und damit umzugehen weiss. Und dies ist als relativ neuer SL in einem System häufiger mal der Fall.

Es gab mal eine Zeit, da konnte ich D&D 3.5 im Schlaf rauf und runter rasseln. Ich besaß jedes bis dahin erschienene Quellenbuch, habe die Regeln verinnerlicht, mich auf Boards eingelesen, jeden "broken" Spell, Gegenstand, etc. gekannt und konnte bei neuen Sachen relativ gut einschätzen, welches Powerniveau es hat und was bzw. ob ich etwas dagegen tun kann/muss.
Kurz: Ich kannte die Regeln immer ein bisschen besser als meine Spieler. Und ich hatte relativ homogene Spieler, deren Powerniveau durch ihre Spielweise recht ausgeglichen war.

Dann läuft das System. Aber es kostet natürlich Zeit, dies zu "erlernen". Viel kommt auch mit Erfahrung, was für Dich bedeuten könnte, dass es beim nächsten AP schon viel besser laufen könnte. Und auch Dein Spieler weiss ja nun, dass es so vielleicht ein wenig "over-the-top" für diese Gruppe war. Oder die anderen Spieler wissen jetzt, wie sie ihre Charakter optimaler aufbauen in Zukunft.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Selganor [n/a] am 13.08.2013 | 08:57
Kann man eigentlich einen AP von Pathfinder nehmen und dann einfach mit 4E oder NEXT bespielen, oder sind da sehr spezifische Sachen drin, die zwingend die Pathfinder-Engine voraussetzen?
4e und Pathfinder sind schon sehr unterschiedliche Systeme, wenn du die Story also komplett vom System trennst und alle Gegner/Mechanismen/... entsprechend umschreibst koennte es gehen (muss aber nicht).

Next und Pathfinder sind sich aehnlicher aber auch da muesste man konvertieren (und da das komplette Next-System noch nicht draussen - geschweigedenn "fest" - ist wird das fast schon zu viel Arbeit fuer zu kurze "Gueltigkeit" des Systems)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 13.08.2013 | 09:07
Kann man eigentlich einen AP von Pathfinder nehmen und dann einfach mit 4E oder NEXT bespielen, oder sind da sehr spezifische Sachen drin, die zwingend die Pathfinder-Engine voraussetzen?



Kann man, allerdings wird das Ergebnis nicht wirklich befriedigend sein - ausser du spielst den AP an einem Wochenende und baust, was fehlt, selbst dazu  ;D

Da das ganze noch nicht fertig gebaut ist, wirst du sonst immer am Umändern sein oder nicht zufrieden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 09:17
Da geht die Schere halt so weit auseinander, dass es wirklich nicht nur ein wenig sondern halt schon massiv imba war. Und das ist halt etwas, was nach wie vor ein Ärgernis bleibt. Natürlich nur, wenn ich weiterhin alles erlaube, an SC Erschaffung.

Insofern wäre es interessant einfach mal Feuersängers Ansatz zu nehmen und nur noch bestimmte Klassen, die einfach von Grund auf nicht zu den Mächtigsten gehören zuzulassen. T1 mal komplett rausnehmen. Und denn noch Archtypes raus und magische Items etwas beschränken.

Wir hatten das Thema einfach offen auf den Tisch gepackt, nebst der Erklärung was diese Diskrepanz für die Mitspieler untereinander bedeutet. Als Ergebnis bekam ich eine sehr homogene Low-Tier Gruppe mit nur einem Voll-Caster, der aber auf Heal-Bot getrimmt war. Das spannende daran war die Freude mit der die Leute dann ans Spielen gingen, das waren Klassen, die sie schon immer mal wollten, die wegen dem "benötigten" Power-Niveau aber immer dann doch nicht gewählt wurden. Also gab´s den Jadethron für mich mit Samurai, Ninja, Ranger, Monk, Barbarian und Witch.
Die magischen Gegenstände habe ich gelassen wie sie sind, das gehört leider zum System so dazu und es war einfacher die Encounter nach Unten als nach Oben anzupassen, auch wenn das gar nicht nötig war.
Mein Fazit ist daher: Es ist nicht nur eine Meistersache, die Spieler müssen sich dessen klar sein, dann bricht das später auch nicht so aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 13.08.2013 | 09:17
Kann man eigentlich einen AP von Pathfinder nehmen und dann einfach mit 4E oder NEXT bespielen, oder sind da sehr spezifische Sachen drin, die zwingend die Pathfinder-Engine voraussetzen?
Zu NEXT kann ich nichts sagen, aber die Konvertierung zu 4E ist meiner Meinung nach relativ problemlos möglich. Allerdings musst Du ein paar Eigenheiten von 4E beachten:
1. 4E will Encounter, die jeder für sich eine Besonderheit darstellt. Redundante Kämpfe sind langweilig. Du wirst also ca. 70 - 80% der Encounter rausschmeissen müssen.
2. Gegner kannst Du ziemlich einfach konvertieren. Einfach den Level der Gruppe bestimmen. Gegner leveltechnisch daran anpassen und Werte errechnen und dann gibst Du jedem Gegner die Besonderheit als Power.
3. Der Großteil der Nichtkampfencounter lassen sich recht einfach über die Skillchallenges und Quests abwickeln. Du musst Dich aber vorher mit Skillchallenges befasst haben.
Wenn Du das beachtest, sollte die Konvertierung relativ einfach von der Hand gehen.

Beachte aber bitte: 4E legt höheren Wert auf die Kampfencounter als PF. Es kann sein, dass Deine Gruppe damit nicht zurecht kommt. Deshalb solltest Du erstmal das System bei Deiner Runde antesten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 09:28
Ich sehe übrigens gar kein problem damit die Grad 9 caster rauszuwerfen.
ein magus, inquisitor, summoner oder barde haben die meisten der nötigen zauber zur möglichen auswahl.

wenn ich mir gerade genau ein solche truppe vorstelle, denke ich das diese doch sehr schlagkräftig daherkommt.
ohne das es so schnell kippt wie mit cleric, druid und wizard.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 09:35
Ich sehe übrigens gar kein problem damit die Grad 9 caster rauszuwerfen.
Hast Du jetzt einfach nur den Namen für die Klassen gewählt?
Denn Grad 9 Zauber stellten ja nun nicht das Problem dar...

Für mich wäre es durchaus ein Problem, denn ich entferne sie ja nicht nur als SC, sondern konsquenterweise auch als NSC. Und in "meinen" High Fantasy-Welten gehören diese Klassen einfach dazu.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 09:38
Hast Du jetzt einfach nur den Namen für die Klassen gewählt?
Denn Grad 9 Zauber stellten ja nun nicht das Problem dar...

Für mich wäre es durchaus ein Problem, denn ich entferne sie ja nicht nur als SC, sondern konsquenterweise auch als NSC. Und in "meinen" High Fantasy-Welten gehören diese Klassen einfach dazu.

Das Argument zieht bei einem AP nicht. Gerade hier hat man oft recht wenig Kontakt mit der "lebenden Spielwelt".
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 09:47
Das Argument zieht bei einem AP nicht. Gerade hier hat man oft recht wenig Kontakt mit der "lebenden Spielwelt".
Ich kenne die AP von PF nicht.
Aber AP sind ja keine Neuerfindung, sondern gab es schon für 3.5. Und da kam man schon mit der "lebenden Spielwelt" in Kontakt.

Jedem das Seine, aber Streichen von solchen Sachen aus Grundregelwerken gab es nie bei mir und würde es wohl auch nie geben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 13.08.2013 | 09:47
Wie kommst du denn auf die Idee? Grade Paizo APs interagieren heftig - muss ein guter AP meistens.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 09:59
Hast Du jetzt einfach nur den Namen für die Klassen gewählt?
Denn Grad 9 Zauber stellten ja nun nicht das Problem dar...

Für mich wäre es durchaus ein Problem, denn ich entferne sie ja nicht nur als SC, sondern konsquenterweise auch als NSC. Und in "meinen" High Fantasy-Welten gehören diese Klassen einfach dazu.

Ja ich hätte auch Wizard, Cleric, Druid, Witch, Oracle, Mysthic Theurg etc. schreiben können.
Nein ich meine wirklich nur bei den Spielern streichen, NSC dürfen ruhig was können was die SC so nicht können.

Man darf dabei auch nicht vergessen das diese Klassen teilweise Grad 7/8 Zauber bei sich auf Grad 5/6 bekommen.
Einfach damit diese verfügbar sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 10:01
Ich kenne die AP von PF nicht.
Aber AP sind ja keine Neuerfindung, sondern gab es schon für 3.5. Und da kam man schon mit der "lebenden Spielwelt" in Kontakt.

Jedem das Seine, aber Streichen von solchen Sachen aus Grundregelwerken gab es nie bei mir und würde es wohl auch nie geben.

Von Streichen war ja nicht die rede, nur für die Gruppe darauf verzichten, das ist ein Unterschied.

Wie kommst du denn auf die Idee? Grade Paizo APs interagieren heftig - muss ein guter AP meistens.

Du kommst mit den NSC über ihren "Charakter" in Kontakt, nicht über ihre Klasse. In früheren APs gab es noch Situationen die auf die eine oder andere magische Art geklärt werden mussten, dazu gegebenenfalls NSC die durch ihre Klasse hier hilfreich sein konnten, sofern die Charaktere das benötigte Mittel nicht hatten.

Von diesem "Roadblock"-Design sind sie weg gekommen, deswegen spielen die Klassen der NSC kaum mehr eine Rolle und sind oftmals nicht mal erwähnenswert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 10:09
Zitat
Du würdest durch das Reduzieren magischer Gegenstände die mundanen Klassen noch weiter abschwächen, als Du es mit den magischen Klassen tätest. Diese sind auf den Klimbim nämlich exorbitant angewiesen.

Da hat Lux absolut recht. Mit low-magic-item watscht man nur die Mundanen ab, die Vollcaster buffen sich selber auf und machen weiter wie bisher und sind vollständig uneinholbar. Dann lieber andersrum, Vollcaster rausschmeissen und WBL beibehalten oder ggf sogar um 10% erhöhen.

Zitat
Du solltest die T-Einteilung auch nicht zu ernst nehmen. Das ist ein gedankliches Konstrukt, das meiner Meinung nach erhebliche Mängel hat.

Was soll denn das jetzt schon wieder? Darius hat jetzt die letzten X Monate GESEHEN, dass die Tiers harte Realität sind! Darum geht es doch gerade in diesem Thread! Dass man die Klassen in Tiers einteilt, hat er vorher überhaupt nicht gewusst. Seine Beobachtungen haben sich nur exakt mit der "Vorhersage" durch die Tier-Theorie gedeckt. Was willst du denn noch?

Zitat
Insofern wäre es interessant einfach mal Feuersängers Ansatz zu nehmen und nur noch bestimmte Klassen, die einfach von Grund auf nicht zu den Mächtigsten gehören zuzulassen. T1 mal komplett rausnehmen.

Wie gesagt, wäre eine Möglichkeit. Ein anderes Konzept, das ich schonmal in Ansätzen ausprobiert hab, war die Tiers als "Handicap" wie beim Golf einzusetzen. Starke Spieler (wie dein Oracle-Spieler) dürfen nur niedrigere Tiers spielen, schwache Spieler dürfen höhere Tiers einsetzen.
Das hab ich so aber noch nie komplett durchgezogen. Ich hab nur einmal einer schwachen Spielerin, die wenig Peilung vom System hatte und ihren ersten Char total verskillt hatte, beim Bau eines Druids geholfen. Da hat sie das Potential dann mangels Peilung nicht ansatzweise ausgeschöpft, aber die automatische Grundpower hat ausgereicht, dass sie genug zur Gruppe beigetragen hat, um selbst zufrieden zu sein.

Wäre aber wie gesagt nur ein Experiment.
Ich hab jetzt die Zauberlisten der ganzen PF-Klassen nicht im Kopf, aber stell auf jeden Fall sicher, dass die restorativen Cleric-Spells (wie gesagt, Cure, Restoration, Remove etc) verfügbar sind.

Hast Du jetzt einfach nur den Namen für die Klassen gewählt?
Denn Grad 9 Zauber stellten ja nun nicht das Problem dar...

Für mich wäre es durchaus ein Problem, denn ich entferne sie ja nicht nur als SC, sondern konsquenterweise auch als NSC. Und in "meinen" High Fantasy-Welten gehören diese Klassen einfach dazu.

Er meint halt T1/T2. :p Grad 9 Zauber selbst sind freilich in einem AP auf Level 15 nicht relevant, aber es geht halt auch um die schnelle Progression und Power auch der niedrigeren Zauber und die große Zahl Spellslots. Ein Stufe 9 Druid kann schon Grad 5 und hat insgesamt knapp 20 Zauber pro Tag, ein Stufe 9 Waldi gerade mal Grad 2 und hat 3-4 Zauber pro Tag. Und so weiter.

Nur an den Namen würde ich mich nicht aufhängen. Klar, _langfristig_ würde ich sie nicht aus D&D&Co streichen wollen, aber es geht ja hier in erster Linie um ein Experiment, ob das Spiel so wirklich handhabbarer bleibt. Um C-D-W anzupassen, ist jedoch einiges an Arbeit nötig; das wird Darius nicht wollen.

Im Gegentum, der Erzbösewicht könnte gerade ein Druid oder Wizard sein -- der letzte/einzige seiner Art, jahrhunderte alt, nachdem das alte Wissen dem Rest der Welt verloren gegangen ist, doch er will einfach nicht sterben... muahaha.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 10:20
Zitat
Man darf dabei auch nicht vergessen das diese Klassen teilweise Grad 7/8 Zauber bei sich auf Grad 5/6 bekommen.
Einfach damit diese verfügbar sind.
Aber, wie Feuersänger auch gerade angemerkt hat, z. B. nicht Resurrection und Greater Restoration.
Und dies sind eben imho Zauber, die in höheren Stufen zur Verfügung stehen sollten.

Zitat
Was soll denn das jetzt schon wieder? Darius hat jetzt die letzten X Monate GESEHEN, dass die Tiers harte Realität sind! Darum geht es doch gerade in diesem Thread! Dass man die Klassen in Tiers einteilt, hat er vorher überhaupt nicht gewusst. Seine Beobachtungen haben sich nur exakt mit der "Vorhersage" durch die Tier-Theorie gedeckt. Was willst du denn noch?
Ich denke, dass die Tiers nicht nur das Problem darstellen. Denn sie sind auch "nur" ein theoretisches Konstrukt, welches nur funktioniert, wenn der Spieler dieses auch ausnutzt.

Bei Darius sind für mich noch ganz andere Dinge hinzugekommen, insbesondere, dass der eine Spieler das System besser kannte als er selbst. Und natürlich auch die anderen Spieler nicht das Potential ausgenutzt haben, wie es theoretisch möglich ist.

Im Prinzip müsste eigentlich jener Oracle-Spieler leiten bzw. sich selbst zurücknehmen. Vielleicht wird Darius als Spieler in den anderen APs auch ganz andere Erlebnisse haben, einfach, weil die Spieler vom Spielverhalten homogener sind und es besser läuft.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 10:23
Die einzigen Zauber heilzauber die ohne cleric nicht verfügbar sind, sind die Raise zauber.
Aber diese köntne man auch als tempelrituale dann halt verfügbar machen.

die ganzen remove xyz können auch die "bis grad 6 klassen".


raise dead, resurrection, clone usw. sind auch immer wieder storybreaker gewesen,
man sollte also kein problem haben diese massiv zu beschneiden.

("wie der böse Erzmagier ist tod? Ok dann werd ich böser Erzpriester den einfach mal wieder auferstehen lassen")
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 10:24
@Rhythar:

Du übersiehst dass APs heutzutage schon gegen Stufe 14 zu Ende gehen können, maximal, wenn die Gruppe wirklich alles mitnimmt, Stufe 16. Die 1-20 Doktrin aus der Dungeon-Zeit ist passe.

Aber ja, Homogenität ist das Stichwort, kommt die halt nicht zustande, muss man sie leicht erzwingen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 10:37
Zitat
man sollte also kein problem haben diese massiv zu beschneiden.
Bin ich bei PF so auf dem Holzweg oder stirbt man dort nicht?

Deswegen habe ich durchaus ein Problem damit, sie zu beschneiden. Denn ich stehe überhaupt nicht darauf, dass ich entweder a) einen neuen Charakter einbauen muss oder b) die Leiche jedesmal zum Tempel transportieren muss, um dort den Charakter wiederholen zu lassen.

Zitat
Du übersiehst dass APs heutzutage schon gegen Stufe 14 zu Ende gehen können, maximal, wenn die Gruppe wirklich alles mitnimmt, Stufe 16. Die 1-20 Doktrin aus der Dungeon-Zeit ist passe.

Aber ja, Homogenität ist das Stichwort, kommt die halt nicht zustande, muss man sie leicht erzwingen.
Stufe 14 - 16 schön und gut, aber bleiben wir mal bei Greater Restoration...auch auf diesen Stufen kommt doch Level Drain vor, oder?

Bei der Homogenität und "erzwingen" tue ich mich doch schon sehr schwer...ohne jetzt zurückzublättern, aber waren in Darius Gruppe nicht mindestens noch ein Full Caster dabei?
Der hätte halt auch richtig reinhauen können, "konnte" es aber wohl nicht, weil er das System nicht so gut kannte wie der Oracle Spieler.

Wenn man sich jetzt allgemein nur auf max. Tier 3 Klassen einigt, bessert dies das Problem, wenn der eine Spieler dies bis zum Maximum ausreizt und der andere durch seine Spielweise das Potential nicht abruft und eher Richtung 4 oder 5 rutscht? Eher nicht.

Mehr als Selbstzurücknahme oder eben selbst leiten sehe ich eigentlich nicht als Lösung hier in diesem Fall.

Edit:
Sogar 2 Fullcaster dabei. Mage und Cleric.
Dass die anderen beiden, Rogue und Fighter, nicht mehr wirklich glänzen konnten, war klar.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 10:42
Nun, das Tier-System trifft freilich nur Aussagen über das typische Potential der Klassen. Dieses Potential auszuschöpfen, setzt natürlich auch einiges an Systemkenntnis voraus. Siehe meine Druiden-Spielerin mit ihrem "Handicap".
Wobei das mit dem Handicap auch nur für bestimmte Klassen funzen würde -- für Wizard z.B. nicht. Ein schwacher Spieler kann mit einem Wizard nichts anfangen und wird vermutlich nur sofort draufgehen. Aber Druiden sind halt Selbstläufer.

Zitat
raise dead, resurrection, clone usw. sind auch immer wieder storybreaker gewesen,
man sollte also kein problem haben diese massiv zu beschneiden.

Alles eine Frage der Gewohnheit. Es gehört bei so einem Magieniveau halt dazu, Vorkehrungen gegen Auferstehungen zu treffen. Gegen Raise Dead hilft, den Kopf abzutrennen und zu vernichten. Gegen Resurrection, mit Disintegrate+Gust of Wind den Körper vernichten. Um True Resurrection zu verhindern, muss man gegen die Seele ran, z.B. per Bind the Soul / Trap Soul.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 10:50
Zitat
Aber Druiden sind halt Selbstläufer.
Geht.  ;D
Meinen Spielern war es immer zu viel Verwaltungsaufwand, denn Wild Shape, Animal Companion und Zauber unter einen Hut zu bringen, war vielen zu aufwändig bzw. wurde auch das Potential nie ausgenutzt.

Kleriker waren da eher das Problem, wobei es da weniger darum ging, dass die Balance gegenüber dem SL/dem Abenteuer brach, sondern dass die Fähigkeiten anderen Klassen die Show gestohlen haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Erdgeist am 13.08.2013 | 10:54
Ich kenne bei Klerikern und Druiden nur das Luxusproblem, dass sie nie wissen, ob sie jetzt buffen, die Gegner mit Zaubern beharken oder doch persönlich in den Nahkampf gehen sollen. :P

Aber das entfernt sich vom Thema.

Können wir Darius noch konkrete Hilfestellungen geben, oder hat sich das soweit erledigt?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 10:55
@Rhylthar:

Das Tier-System bildet nur Potential ohne Spieler, Archetypen und Ausrüstung ab, ist somit einfach nur eine Grundannahme. Die Kunst besteht ja mitunter darin, seine Spieler zu kennen.
nehmen wir doch, was du selbst vor ein paar Seiten geschrieben hast, nämlich als du zu deiner aktiven Zeit so richtig tief in den Regeln drin warst. Davon ausgehen müsste ich annehmen du kennst alle Archetypen aus dem FF und würde dich zwei Punkte nach Oben setzen im vergleich zu anderen Spielern. Wenn diese Gegebenheiten bei den Mitspielern nicht vorhanden sind, müsste ich dich bitten einen Char aus den unteren Tiers zu wählen, damit das Gefüge nicht bricht.
In den mittleren Tiers, quasi bei den Gish-Klassen, steckt genug Potential damit auch ein Anfänger jede Runde eine passende Entscheidung treffen kann und sich nie langweilen wird, trotzdem steckt noch genug drin damit auch ein Kenner noch ordentlich rockt.

Zum Sterben und der Tödlichkeit: Hmjoa, ist ein wenig netter geworden als zu 3.5-Zeiten, man hält mehr aus, es geht einfacher weg und etliche APs sind so designed dass man immer einen Rückzugsort mit passenden NSC hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 11:07
@ Slayn:
Dem Vorschlag, sich selbst zurückzunehmen z. B. durch die Wahl einer anderen Klasse, stehe ich ja auch gar nicht ablehnend gegenüber.
In der Zeit, wenn ich denn mal gespielt habe, habe ich mich tatsächlich eher auf Skillmonkeys gestürzt, den Healbot gemacht oder mich interessanten, zur Welt passenden, PrC zugewandt, wie etwa "Harper Scout". Oder letztendlich selbst geleitet.

Aber ich muss nicht Klassen beschneiden oder als SC generell verbieten. Wie gesagt, die beiden anderen Full Caster stellten ja bei Darius kein Problem dar. Und auch in anderen Gruppen (siehe Feuersänger) kann man die mit gutem Gewissen zulassen.

Die Regeln für mich als SL waren immer eindeutig:
- Kenne Deine Spieler.
- Kenne die Regeln gleich gut oder besser als Deine Spieler.

Letztendlich gab es damit selten Probleme und ich würde dies halt auch Darius als Tip mitgeben bzw. hattest Du es ja so auch angedeutet.
Sein nächster AP als SL wird auch mit PF besser laufen, wenn er eben einige der Dinge anders händelt.

Ob er nun grundsätzlich meinen Ratschlägen folgt oder anderen, muss er ja entscheiden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 11:15
Und da drehen wir wieder den Bogen zu Darius Eingangsbeitrag: Abgesehen von dem einem Spieler, gingen im die Kämpfe gegen Ende doch zu schnell (in Runden) mit zu viel Berechnung (in Spielzeit). Auch das spielt bei so etwas eine Entscheidende Rolle, die man bedenken sollte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 13.08.2013 | 11:21
Und da drehen wir wieder den Bogen zu Darius Eingangsbeitrag: Abgesehen von dem einem Spieler, gingen im die Kämpfe gegen Ende doch zu schnell (in Runden) mit zu viel Berechnung (in Spielzeit). Auch das spielt bei so etwas eine Entscheidende Rolle, die man bedenken sollte.
Da hilft dann nur aber wirklich ein Systemwechsel. Kämpfe würden bei Beschränkung auf bestimmte Klassen vielleicht (kann ich gar nicht abschätzen) in Runden länger dauern, aber die Berechnung würde sich meiner Meinung nach nicht signifikant verkürzen.

Wobei ich eigentlich das Gegenteil gewohnt bin/war:
Kämpfe auf hohen Stufen dauerten auch nach Runden häufig viel länger, einfach aufgrund der HP, der möglichen Vorbereitung von beiden Seiten, überhaupt der Fähigkeiten, die beide Seiten haben.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 11:27
Ab einem gewissen Level ist es egal was für eine Klasse. Wenn der Level 10 TWF Ninja unsichtbar durch die gegend läuft und dadurch 3 oder mehr Sneak Attacks in der Runde verursacht dann läuft das auch schnell mal auf 18w6+x an schaden hinaus...

Das gleiche beim Ranger mit Fav Enemy, Paladin beim Smiten, Inquisitor mit judgement und bane an usw. ...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.08.2013 | 11:57
Das Hauptproblem bei solchen Balancingthemen ist das diese sehr stark ins Rollenspiel eingreifen. Spieler beginnen die Auswahl ihrer Charakteroptionen nicht mehr danach zu treffen was sie spielen wollen oder was stimmig wäre - und auch Spielleiter passen die Abenteuer und Geschichten an, verschwenden Zeit und Arbeit dafür das Bierglas auf der Nagelspitze zu balancieren anstatt es mit Inhalt zu füllen.

Das würde man auch bei der oben genannten Konvertierung sehen. Der Hauptaufwand wäre dort nicht NSC Werte anzupassen. Der Hauptaufwand wäre fehlende Dinge zu ergänzen. Aufgaben für die ganze Gruppe die nicht mehr der T1 alleine löst. Mehr Kreativität bei der Gestaltung der Herausforderungen die nicht mehr nur auf das gegenseitige Hochrüsten beschränkt sind.

Einbeziehung der Umgebung - die nicht länger nur das Spielzeug einzelner Klassen ist. Es gab hier mal den Link zu der Konvertierung des Rise of the Runelords Pfads in die 4e...der ja an sich schon durchaus etwas taugt. Auch da wurde dieser Effekt sehr schön angesprochen. Nimmt man all den Aufwand weg der zur späteren Rettung unbalancierter Werke betrieben werden müsse eröffnet sich erst was man mit diesem Aufwand ansonsten betreiben konnte.Bei den Kommentaren gab es eine sehr schöne Formulierung: Dies erzeugt ein ganz anderes Anspruchsdenken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 12:38
Mal eben einen Gedanken eingeworfen:
Ehe man irgendwelche Optionen beschneidet, sollte man sich vergegenwärtigen, dass der eingebaute "Verjüngungseffekt" ein zentraler Bestandteil von 3.X ist. Durch die Klassen bekommt ein Charakter alle paar Level neue Optionen. Dadurch verändert sich auch der Spielstil über die Zeit. Hauptzweck ist, dass das Spiel auch mechanisch nicht langweilig wird. Gerade bei Kampagnen, die sich mehrere Jahre hinziehen können, ist das ein wichtiger Punkt.

Allerdings bieten die verschiedenen Klassen das freilich in unterschiedlichem Maß. Ein Fighter bekommt auf jedem Level einen neuen Feat; meistens braucht es mehrere Feats für einen neuen "Trick". Ein Wizard hingegen bekommt zwei neue Tricks pro Stufe garantiert und kann noch viel mehr von Hand dazulernen; Feats wie Metamagie etc noch gar nicht mitgezählt. Ein Cleric oder Druid usw bekommt alle zwei Level automatisch dutzende neue Tricks.

Da ist freilich der Vorteil für den Spieler, dass er sich eine Klasse mit so viel Verjüngungspotential (das natürlich auch Aufwand bedeutet) aussuchen kann, wie er für sein Vergnügen braucht. Und bei der nächsten Kampagne kann er einen ganz anderen Charakter bauen, der völlig andere Dinge kann.

Das ist so der Knackpunkt, warum trotz aller Defizite immer noch 3.5 mein Leib- und Magensystem ist. Der Optionsreichtum ist einfach herrlich. Andere Systeme wie z.B. SaWo konnten mich immer nur kurz begeistern, ehe sich relativ schnell Ernüchterung eingestellt hat: "Da macht man ja immer das gleiche!"

Nur mal eben so als Gedanken eingeworfen, hinsichtlich möglichem Systemwechsel. Wir haben das auch schon versucht, aber ich bin damit nicht glücklich geworden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 12:50
Hast du jetzt eigentlich deinen 4E ausflug hinter dir?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 13:52
Hast du jetzt eigentlich deinen 4E ausflug hinter dir?

Ja, habe ich.
Wir haben iirc auf Level 8 gespielt, ich hatte Hilfe beim Charbau, der Char war wohl relativ gut. Die Party-Balance war weitgehend gut, wenn man davon absieht, dass unser Defender keine Aggro ziehen konnte. Vom System her gab es ein paar Sachen, die mir gut gefallen haben, und andere weniger.
Negativ fand ich vor allem:
- jedes Manöver (außer At-Wills) lässt sich nur einmal pro Encounter einsetzen. [Vergleiche ToB-Klassen, die ihre Manöver auffrischen und alle paar Runden wieder einsetzen können.]
- die meisten Manöver machen halt etwas mehr Schaden und haben sonst keinen großen Effekt.
- das Verhältnis Schadensoutput/Gegner-HP ist so niedrig, dass die Kämpfe zu einem langwierigen HP-runterkloppen devolvieren.
- insbesondere werden durch die riesigen HP-Pools die Manöverboni noch weiter entwertet: wen interessiert es, ob ich _einmal am Tag_ 30 statt 10 Punkte Schaden mache, wenn der Endboss >300HP hat? (an die genauen Zahlen erinnere ich mich nicht mehr, aber es war ungefähr dieses Verhältnis.)

Insgesamt ist mein Verdikt, ich würde 4E zwar mal wieder spielen, aber es reicht nicht ansatzweise aus, um mich von 3.X wegzubringen. Dazu ist es mir zu eintönig und restriktiv.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 13.08.2013 | 14:19
Ja, habe ich.
Wir haben iirc auf Level 8 gespielt, ich hatte Hilfe beim Charbau, der Char war wohl relativ gut. Die Party-Balance war weitgehend gut, wenn man davon absieht, dass unser Defender keine Aggro ziehen konnte. Vom System her gab es ein paar Sachen, die mir gut gefallen haben, und andere weniger.
Negativ fand ich vor allem:
[snip]
Antwort im Smalltalk (http://tanelorn.net/index.php/topic,35611.msg1734972.html#msg1734972), um das Thema nicht weiter zu entführen. :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 19:53
Schön, ich werde aber dort nicht antworten. Ich war hier nur so ausfühlich, weil ich angenommen habe, kalgani wollte wissen, ob ich 4E als 3.X-Ersatz in Betracht ziehe.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 13.08.2013 | 20:42
Schön, ich werde aber dort nicht antworten.
Na Du bist ja mal echt ein Sympath. Vielen Dank auch ::)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 21:06
Sorry, ich habe eben keine Lust, wegen einem Beitrag von jetzt auf immerdar einen Smalltalk-Thread zu einem System, das ich nicht spiele, in der Themenliste rumzuschleppen. Ich poste ja nichtmal in Smalltalk-Threads zu Systemen, die ich spiele. Ich habe deinen Beitrag zur Kenntnis genommen, also was sollte ich da überhaupt noch groß drauf antworten?

Was diesen Thread angeht, sind diese Eindrücke hingegen vielleicht einigermaßen hilfreich für die Überlegungen von Darius, ob er mit einem anderen System glücklicher wäre.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.08.2013 | 21:23
Ich finde den ausführlichen Post von Feuersängerhilfreich, aber auch eure weiterführende erörterung im 4e smalltalk.
bestätigt leider weiterhin meine 4e spieleindrücke... obwohl ich vielen kleinigkeiten an der 4e inzwischen was abgewinnen kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 13.08.2013 | 21:28
@Arldwulf
Deswegen ist die angesprochene Homogenität der Gruppe auch so wichtig.
Wenn man das System mit allen Optionen ausreizen will, kann man das machen, aber bitte gemeinsam.
Oder man schaltet gemeinsam zwei Gänge zurück (Ignorieren von Optionen oder von vorne herein Optionen durch den SL ausschließen) und spielt das was man will und nicht das was man muss.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 13.08.2013 | 22:07
Ja, ich glaube auch, dass das Tier-System von Spielern ausgeht, die wissen, wie sie Charaktere bauen müssen. Ein schlecht gespielter Wizard wird im Kampf gegen einen gut gespielten Fighter möglicherweise abstinken. Aber das ändert generell nichts daran, dass ein Fighter nun einmal NUR im Kampf überhaupt das Potenzial hat, relevant zu sein. Ein gut gespielter Wizard kann das Face der Party sein (Charm), den Kampf auf verschiedene Weisen dominieren (Save-or-die, Summons, Blaster...), Gegner schwächen und Alliierte stärken, Fallen unschädlich machen, Rätsel lösen (Divination) und und und... und sich innerhalb eines Tages auf alles Gewünschte spezialisieren.

Das mit den Tier 1 und Tier 2 Klassen... die beiden liegen ja auch auf demselben Powerlevel (Level-9-Sprüche). Die Tier 1er haben nur den Vorteil ihrer viel größeren Spruchauswahl für jede Situation, was reine Kampfpower angeht, kann sie ein gut gespielter Tier 2er eventuell hinter sich lassen. Genauso kann ein gut gespielter Tier 4er im Kampf sicher mit einem Tier 3er gleichziehen oder ihn überragen, der hat halt wiederum seine Vielseitigkeit auch in anderen Situationen durch Zauber. Eine gute Gruppenmischung KANN da viele Gefälle ausgleichen... aber die Gefälle sind dennoch da, bei gut gebauten Charakteren hat ein Tier 4 einfach nicht so viele Möglichkeiten, Kampfsituationen zu beenden, wie ein Tier 2, und was Vielseitigkeit in UND außerhalb von Kämpfen angeht, kann ein Tier 2 niemals einem Tier 1 das Wasser reichen. Wenn einen das stört, muss man drumrum arbeiten oder ein anderes System suchen. Ich hab mir lieber ein anderes System gesucht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.08.2013 | 22:27
@Arldwulf
Deswegen ist die angesprochene Homogenität der Gruppe auch so wichtig.

Ich würde eher sagen die Homogenität ist ein notwendiges Übel in schlecht ausbalanciertem Systemen. Je schlechter ausbalanciert umso wichtiger und einschränkender wird sie. In der Praxis bedeutet dies ja nichts anderes als dass jemand nicht spielen kann was er will um die G.ruppenbalance nicht zu stören.

Der Druck zur Homogenität (Zwang ist sicher ein falsches Wort dafür, auch wenn dies je nach System auch stimmen kann) ist ein Symptom, und keine Lösung des Problems.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.08.2013 | 22:29
Ich würde eher sagen die Homogenität ist ein notwendiges Übel in schlecht ausbalanciertem Systemen. Je schlechter ausbalanciert umso wichtiger und einschränkender wird sie. In der Praxis bedeutet dies ja nichts anderes als dass jemand nicht spielen kann was er will um die G.ruppenbalance nicht zu stören.

Der Druck zur Homogenität (Zwang ist sicher ein falsches Wort dafür, auch wenn dies je nach System auch stimmen kann) ist ein Symptom, und keine Lösung des Problems.

Beide Konzepte, zu "spielen was man will" und eine "Balance" sind beide bescheuert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.08.2013 | 22:32
Ich finde den ausführlichen Post von Feuersängerhilfreich, aber auch eure weiterführende erörterung im 4e smalltalk.
bestätigt leider weiterhin meine 4e spieleindrücke... obwohl ich vielen kleinigkeiten an der 4e inzwischen was abgewinnen kann.

Im Detail kann man da sicher eine Menge diskutieren (so lassen sich Begegnungskräfte natürlich auch wieder "aufladen" und die Effekte sind ja nicht auf Schäden beschränkt)

Aber die Richtung stimmt ja, die 4e hat wirklich die Philosophie dass möglichst wenig Aktionen doppelt gemacht werden sollen und dass es möglichst wenig Aktionen geben soll die einen Kampf allein entscheiden. Der Rest sind Detailfragen, letztlich muss man dies mögen oder auch nicht.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.08.2013 | 22:36
Beide Konzepte, zu "spielen was man will" und eine "Balance" sind beide bescheuert.

Inwiefern? Was soll daran bescheuert sein z.B. Max den geschickten Halunken spielen zu wollen der seine Ziele durch Tricks und Fingen erreicht?

Es wird erst dann eine schlechte Idee wenn das System dann "geht nicht" sagt. Oder sagt "geht, aber Paul der Magier kann das alles besser. Und noch mehr."
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.08.2013 | 22:46
Zitat
Aber das ändert generell nichts daran, dass ein Fighter nun einmal NUR im Kampf überhaupt das Potenzial hat, relevant zu sein.

Das ist in der Tat seit langem einer meiner Hauptkritikpunkte am 3.X-Klassensystem im Allgemeinen und am Fighter im Besonderen. Dieses "Fighter-boys fight... and nothing else" kotzt mich echt enorm an. Barbar und Ranger können wenigstens noch fürs Überleben in der Wildnis sorgen (wenn auch nicht so gut wie ein Druide), der Rogue als Face und Skillmonkey fungieren (wenn auch nicht so gut wie ein Magier)... der Fighter muss schon alle Register ziehen, um wenigstens im Kampf was zu reißen (Dungeoncrasher und so), aber solange keine Initiative gewürfelt wurde, beschränkt sich seine Rolle auf dekorativ-in-der-Landschaft-rumstehen.

Leider haben sie das auch in PF komplett verbockt, da mal was dran zu ändern. In 3.5 hat wenigstens der Warblade eine bessere Skillbasis und -auswahl. Diplomacy ist da auf jeden Fall drin.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Dash Bannon am 14.08.2013 | 09:13
ach die Skillpunkte des Schurken. Ich steh voll auf Skillpunkte. Da ich gerne mehr mache als nur kämpfen (auch einer der Gründe für die Entscheidung "Schurke"). Aber wenn man das hart betrachtet sind zwei "Hauptaufgaben" des Schurken durch Magier/Kleriker sehr einfach zu ersetzen.
"Klopfen" ist was..Grad 1 oder 2?
"Fallen finden" Grad 1 oder 2?
hier tritt dann auch wieder eines meiner Hauptproblem mit der Magie zutage. Der Schurke muss nen Fertigkeitswurf machen und einen bestimmten Wert erreichen, dann klappt es.
Der Magier/Kleriker zaubert (kein Wurf auf nix) und es klappt.
Ist generell irgendwie dämlich finde ich. Magier zaubern, es klappt automatisch oder der Gegner muss nen RW machen ob er 100% oder nur ein bisserl in den Arsch gekniffen ist.

Feuersängers Signatur ist in diesem Zusammenhang auch treffend. Schurke "Yeah! 1 W6 mehr hinterhältiger Angriff" ". Magier "Cool ich kann jetzt die Zeit anhalten"  :-X
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 09:28
wie gesagt wenn du nochmal was schurkenartiges in PF spielen willst nimm den ninja mit seinem ki-pool
der kann sich dann wenigstens selbst unsichtbar, unhörbar u.ä. dinge machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 14.08.2013 | 09:50
Aber wenn man das hart betrachtet sind zwei "Hauptaufgaben" des Schurken durch Magier/Kleriker sehr einfach zu ersetzen.
"Klopfen" ist was..Grad 1 oder 2?
"Fallen finden" Grad 1 oder 2?
hier tritt dann auch wieder eines meiner Hauptproblem mit der Magie zutage. Der Schurke muss nen Fertigkeitswurf machen und einen bestimmten Wert erreichen, dann klappt es.
Der Magier/Kleriker zaubert (kein Wurf auf nix) und es klappt.

Das stimmt für PF übrigens nicht mehr. Der Caster muss einen Caster-Level-Check gegen den normalen DC machen. Und daher ist hier der Zauber tatsächlich signifikant schlechter als der (gemaxte) Skill.

(edit 2: edit 1 war falsch; Find Traps gibt halbes CL auf Perception. Auch nicht die Welt)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 09:55
das gilt ja auch für identifizieren, der zauber ist günstiger geworden, gibt aber nur noch einen +10 enhancement Bonus auf spellcraft.

die größte skillschwäche von PF ist aber perception / wahrnehmung, der ist ein solcher no-brainer, das jeder den gemaxed haben sollte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 14.08.2013 | 10:49
Wieso siehst du das als Schwäche?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 10:52
Wieso siehst du das als Schwäche?

Skill-Punkte sind eingeschränkt verfügbar. Bei einem System das sagt "Bastel was du willst" ist es eine Schwäche wenn der ungesagte Nachsatz dazu ist "... sofern du Perception maxed". Gerade bei Klassen mit wenig Skillpunkten schließt man da einiges aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 10:54
das ist sowas von langweilig inm spiel. im endeffekt fragt man im schlimmsten fall gefühlt ein dutzend mal einen perception check am abend ab, obwohl mit spot/search/listen das viel schöner abgedeckt war. am anfang fand ich das auch cool, aber nach mehreren jahren PF nun muss ich sagen das die vereinfachung auch zu wniger spieltiefe geführt hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 14.08.2013 | 11:10
das ist sowas von langweilig inm spiel. [...] nach mehreren jahren PF nun muss ich sagen das die vereinfachung auch zu wniger spieltiefe geführt hat.

Ich stimme zu. Wir hatten das auch mit den Combat Maneuvers. Wie ich da zuerst von gelesen hatte, war ich total begeistert und habe es sofort als Hausregel in unsere laufenden Runden (3.5 und Conan) rübergeholt. Allerdings hat sich bei uns schon nach relativ kurzer Zeit gepflegte Langeweile eingestellt, weil sich damit alles Jacke wie Hose anfühlt. Wir sind dann wieder zu den 3.5er-Regeln bzgl Bullrush, Trip, Disarm etc zurück.
Mit konsolidierter Skill-Liste haben wir auch gespielt, aber das dann auch irgendwann wieder sein lassen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 14.08.2013 | 11:26
Oder sagt "geht, aber Paul der Magier kann das alles besser. Und noch mehr."

Paul der Magier kann das aber nur dann besser (und noch mehr) wenn er die entsprechenden Optionen wählt. Was er nicht zwangsläufig tun muss. Und im Sinne des Gruppengedanken auch nicht tun sollte. Ich hab im Rahmen von 3.5 schon genügend Magier gebaut, die kompetent waren, ohne den anderen Charaktern die Butter vom Brot zu nehmen. Lustigerweise wird man für solche builds dann gerne kritisiert, weil sie eben nicht so optimiert sind, wie sie sein könnten. Eine ziemlich kurzsichtige Kritik.

Zitat
Der Druck zur Homogenität (Zwang ist sicher ein falsches Wort dafür, auch wenn dies je nach System auch stimmen kann) ist ein Symptom, und keine Lösung des Problems.

Sehe ich anders. Im Prinzip bietet ein solches Tier-System verschiedene Spieloptionen an, während ein System, dass nur ein Tier bietet, die Spieler schon von vorneherein auf eine Variante einschränkt. Ich halte beides für durchaus legitime Lösungen, mir ist die erste aber sympathischer, weil sie mir die Wahl lässt, wie ich das Spiel an meine Bedürfnisse anpassen möchte, während ich bei der zweiten genau dann ein Problem habe,wenn mir der Systemvorschlag nicht zusagt.

klar ist aber natürlich auch, dass erstere Variante den Spielern eine höhere Eigenverantwortung abverlangt, was den Bau ihrer Charaktere angeht, weil man dabei eben die Gruppe im Auge behalten muss. In einem balanciert(er)en System hingegen ist man unabhängiger von dem was die anderen machen, weil das System schon von sich aus dafür sorgt, dass man nicht über- oder untertreiben kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 14.08.2013 | 11:28
das ist sowas von langweilig inm spiel. im endeffekt fragt man im schlimmsten fall gefühlt ein dutzend mal einen perception check am abend ab, obwohl mit spot/search/listen das viel schöner abgedeckt war. am anfang fand ich das auch cool, aber nach mehreren jahren PF nun muss ich sagen das die vereinfachung auch zu wniger spieltiefe geführt hat.

Weniger Spieltiefe hab ich nicht feststellen können. Spieler sagen immer noch "ich suche" oder "ich lausche." Dass dann auf Perception gewürfelt wird ist dann schon allen klar.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 14.08.2013 | 11:31
O lálá, was sehe ich denn hier:D


Als betroffener Spieler möchte ich hier auch mal eben etwas zu sagen. Da wir über das meiste davon schon forenintern gesprochen haben, werde ich dazu mal eben den einen oder anderen Beitrag aus unserem Forum ranziehen.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass mein Oracle relativ stark war. In der Gruppe hat ein divine caster gefehlt sowienein "tank". Also habe ich das Oracle gebaut mit zwei Sufen Paladin für saves, proficiencies und smite. Allerdings möchte ich dabei erwähnen, dass die Stärke des Charakters wahrlich nicht in der Offensive lag. Er war solide, konnte aber kaum mehr als ein Kämpfer, außer eben, es waren viele, viele Buffs am laufen. Mit Righteous Might, Divine Favor, blessing of fervor, good hope, inspire courage, hast, shield of faith und was eben sonst noch alles lief, wird selbst der Commoner zum Kämpfer-Verschnitt.
Ich habe das Oracle so gebaut, wie ich es damals, bevor wir gespielt hatten, für einen soliden, thematisch passenden und nicht spielbrechenden Nahkämpfer eingestuft hatte. Ich habe sogar auf die volle Zauberprogression verzichtet, da wir magisch ohnehin ausgelastet waren, obwohl insgesamt die volle Progression wohl noch ein Eck stärker ist als die paar Nahkampffähigkeiten des Paladins (wobei die eben in Endkämpfen schon echt sehr hilfreich waren).

Wir hatten quasi keine Ressourcen vor dem Endkampf ausgegeben und alle buffs am laufen, die irgendwie denkbar waren. Dazu kamen 2 (!) kritische Treffer in der Fullattack gegen den Boss.

Ein Kämpfer hätte unter den Vorraussetzungen ähnliches vollbringen können - und ein Paladin erstnrecht:


Kämpfer DPR:

AB: 14 (GAB) + 8 (Str) + 6 (Weapon Training) + 2 (Verb. Waffenfokus) + 5 (Waffe) =35

Schaden: 12 (Stärke) + 12 (Heftiger Angriff) + 4 (Waffenspezialisierung) + 6 (Weapon Training) + 5 (Waffe) = 39


Fullattack mit Power Attack: +35/+31/+26/+21

Er würdelt jetzt genau wie ich 2 kritische Treffer und bestätigt beide, dann richtet er Schaden in Höhe von 234 + 12w6 an.


Vermutlich hätte der Kämpfer, genau so, wie ich es hatte, den einen oder anderen buff am laufen. Gehen wir einfach mal von einem Trank Personen vergrößern aus (25GM) und den normalen Buffs, die bei uns eben sowieso liefen:

234 + 42 (buffs) + 6 (personen vergrößern) + 18w6 = 282 + 63 = 344 im durchschnitt. Und das deutlich schlechter gebufft, als ich es war (ich hatte 3 oder 4 Zauber am laufen).

All das ohne Archetype oder Multiclassing. Core-Fighter mit Standard-Talenten. Da ist absolut nichts ungewöhnliches dabei. Mit dem Archetype Zweihandkämpfer käme da noch ein gutes Eck drauf.

Paladin oder Barbar toppen das relativ problemlos, Ritter auch. Das ist für Charaktere auf der stufe einfach nichts ungewöhnliches. Ein optimierter Barbar macht dann auch gerne mal 400+ Schaden, wenn alles passt. Das ist eben das, was diese Klassen können - wenn sie zum fullattacken kommen, bleibt eben nicht mehr viel stehen. Ein Bogenschütze ist da sogar noch ein ganzes Eck besser.




Dazu kommt, dass ich ja schon geahnt hatte, dass der Endkampf, so wie er im Band aufgeführt ist, nicht sonderlich viel kann. Und doch bin ich mir sehr, sehr sicher, dass der Encounter, so wie Du ihn aufgesetzt hattest, vollkommen anders hätte ausgehen können. Greater Dispel Magic auf das Oracle und es wäre einfach deutlich weniger effektiv gewesen, aber dazu habe ich ja auch schon etwas geschrieben:

Zitat von: Wasum



Ich weiß, dass ich das jetzt schon das eine oder andere erwähnt habe, aber ich sehe die Problematik einfach vollkommen anders. Auch ein Halbling-Alchemist ist problemlos spielbar und verlangt nicht übermäßig viel Optimierung, um stark zu sein. Wie gesagt, selbst ein unoptimierter Kämpfer macht sehr gut Schaden. Ein halbling-Alchemist ist sogar ganz nett, wenn man ihn zum Bombenwerfer macht.

Klar ist: Pathfinder verlangt, dass man sic etwas mit dem System auseinander setzt. Auf gut Glück Talente erwürfeln funktioniert einfach nicht, außer man in Vollzauberwr. Dabei ist es allerdings durchaus möglich, fast jeden Fluff cool umzusetzen.

Die "Schwäche" des Systems - das haben wir ja schon öfters auf den Punkt gebracht - ist, dass es einen gewissen Aufwand erfordert, und insbesondere auf hohen Stufen schlecht "by the book" geleitet werden kann. Es erfordert eigentlich immer eine gewisse überarbeitung, weil sich Gruppen auf hohen Stufen mehr und mehr unterscheiden. Kämpfer, Schurke, Barde und Inquisitor haben einfach ein vollkommen anderes Powerniveau als Magier, Kleriker, Paladin und Waldläufer, was den Kampf angeht. Letztere sind nichtmal notwendig stärker, haben nur in bestimmten Situationen enorme Vorteile. Und Barde, Orakel, Schurke, Hexenmeister, Magier, Kleriker ist dann nochmal ein ganz anderes Kaliber.

Irgendwas müssen die im Buch aber angeben - also erstellen sie eine Begegnung, die für die Beispielcharaktere hinten im Band herausfordernd wäre. Bei 6 Spielern - davon ein Barde - sieht die Sache einfach wieder ganz anders aus.

Ich vermute mal, mit den Vorschlägen, die ich Dir gemacht hatte, wäre die Negegnung anders verlaufen - und das, ohne sie für z.B. Drachenjünger oder Schurke irgendwie zu schwierig zu machen.

Zitat
Aloha Darius!


Hier ein paar Vorschläge von mir zum finalen Encounter:


Erstmal kannst Du Dir überlegen, ob der liebe Kleriker nicht Unterstützung von einem gelohenem Vor-Boss erhält. Die habe ich mir nicht angeschaut, aber vielelicht passt das ja ganz gut (er könnte mit einem Trank Unsichtbarkeit oder so fliehen oder einfach schnell wegrennen). Sowas macht sich immer gut - besonders dann, wenn es ein Boss ist, der nicht so gut darin ist, viel Schaden auszuteilen. Wenn die Gegner zu viel Schaden anrichten, wird es oft sehr brenzlig für die SC. Aus diesem Grund habe ich auch einige Vorschläge für den Kleriker des Schlangenvolkes.

Zum einen, achte auf das, was er ohnehin schon hat - Wahrer Blick zum Beispiel, seine Zauberresistenz und seine Immunitäten. Sowie seine Gegenstände, die man sehr leicht übersehen kann. Weiterhin musst Du bedenken, dass er sehr genau weiß, mit wem er es zu tun hat und demnach auch weiß, wie er effektiv gegen uns kämpft.

Auf jeden Fall fliegt er, soviel ist schon mal klar - am besten von Beginn an. Außerdem sollte er "Spiegelbilder" und "Verschwimmen" von Beginn an aktiv haben und das nicht erst Zaubern, wenn wir da sind. Weiter sagt der AP, dass er "Energien Fokussieren" verwendet - darauf würde ich wirklich nur im äußersten Notfall zurück greifen, 8d6 Schaden sind sehr, sehr unbeeindruckend auf der Stufe, zumal es ja noch einen Rettungswurf gibt. Das kann er vielleicht dann einsetzen, wenn Du denkst, die Begegnung ist gerade etwas schwierig für uns oder so.... :P

Zu seinen Zaubern: ich würde bei Grad 8 "Stormbolts" streichen und dafür ein weiteres Monster Herbeizaubern 8 mitmehmen. Damit kannst Du die Schwierigkeit des Encounters "on the fly" anpassen. Die dazugehörigen Hinweise (T-Rex und so) sind dabei schon ganz passend. Stormbolts sind ein doofer Zauber für eine solche Begegnung, der Kleriker sollte relativ wenig Schaden anrichten und dafür eher fiese Sachen tun. Deshalb würde ich auch "Destruction" für Monster Herbeizaubern 7 streichen und "Harm" für eine zweite Heilung. Sollte er sich mit de "schnellen Teleport" wegteleüortieren, würde ich ihn übrigens mit normalen Zaubern heilen öassen, also kritische wunden Heilen und sowas, nicht unbedingt mit Heilung. Er kann dann wieder kommen, wenn Ydersius auch da ist oder so.
Außerdem sollte er seine Schlange nicht mit "göttliche Gunst" sondern mit "Göttliche Macht" buffen (zusätzlicher Angriff, mehr HP) - dafür kannst Du irgendwas anderes auf Grad 4 streichen.
Außerdem könnte er vor Kampfbeginn "Stille" auf die Schlange gezaubert haben. Das bedeutet, im Stille-Bereich um die Schlange können keine Zauber mit verbaler Komponente gewirkt werden! Das wäre eine kluge und effektive Taktik, die wirklich helfen kann. Die Schlange selbst trinkt irgendwann vor dem Kampf auf jeden Fall einen Trank Magierrüstung - weil die 25GM hatte der Schlangenvolk-Kleriker sicherlich auch noch übrig. Vielleicht wirkt er dazu sogar noch Schild des Glaubens auf das Vieh und schon hat es halbwegs brauchbare RK-Werte (35).
Qesl selbst versucht dann irgendeinen Magiewirker zu grappeln und danach zu constricten - vermutlich Barde oder Magier.
Der Kleriker selbst schmeißt mit Mächtige Magie Bannen um sich, dann vielleicht Chaos Hammer und ein paar seiner anderen Zauber. Als erstes allerdings beschwört er die Monster - vielleicht sogar so, dass der Zauber gerade dann fertig ist, wenn wir den Raum betreten. Sollte er die Gelegenheit dazu haben, weil er noch halbwegs frei steht, dann holt er noch mehr Monster - leider ist das ja eine full round action, also muss er da etwas vorsichtig sein.

Bei Ydersius selbst würde ich gar nicht so viel verändern. Du darfst in keinem Falle seine Regeneration vergessen, sowie seinem wahren Blick. Er benutzt vielleicht auch erstmal ein mächtiges Magie bannen, wenn er in den Raum kommt, also bevor er voll angreifen kann. Seine AC würde ich auf 40-45 erhöhen ehrlich gesagt, wobei die Regeneration + Schadensreduzierung eine ganz passable Defensive darstellt. Aber 40RK sollte er schon haben....
Dann versucht er mit seinem Schwanz zu grappeln, indem er -20 auf den Wurf in Kauf nimmt, damit er selbst nicht die grapple-condition erhält. Er grappelt dabei am besten irgendwen, der Zaubern kann und nicht gerade "Bewegungsfreiheit" aktiv hat. Vielleicht hat er den Zauber ja schon vorher mit magie bannen entfernt.
Außerdem ist in seinen Werten "Heftiger Angriff" nicht eingerechnet und Intimidating Prowess kann auch ganz praktisch sein.
Um den Kampf so spannend wie möglich zu machen, würde ich seine HP u.U. on the fly ein wenig anpassen. 300 könnte etwas zu wenig sein, aber gut, es ist schwer abzusehen, wie der Kampf abläuft. Wenn Heiko oder auch Klaus und ich wirklich ihre Ressourcen verbrennen und nicht allzu sparsam sind, dann würde ich auf jeden Fall ein paar Modifikationen vornehmen. In jedem Fall würde ich Basti in flanking Position kommen lassen, sonst ist der Kampf für ihn eher langweilig dank "Wahrer Blick". Außerdem habem Götter keine Angst vor Schurken!

Und mach den Kampfschauplatz ausreichend Groß! Gerne auch 2 Battle-Maps, Hauptsache, man kann sich vielleicht mal etwas zurückziehen oder den Kampf etwas aufspalten.

Achja und ich würde uns noch auf Stufe 14 kommen lassen. Offensiv wird sich bei uns da nicht mehr viel tun, aber defensiv hat das doch den einen oder anderen Vorteil und wäre sicher hilfreich für den Kampf. Außerdem bekäme ich auf der Stufe "Heilung":P das ist nie verkehrt in solch großen Kämpfen!

Ja, das ist so, was mir gerade alles dazu einfällt.

Falls ich noch eine Idee habe, schreibe ich Dir einfach! Was Dir davon gefällt, kannst Du ja einfach übernehmen, was nicht, das nicht - sind ja nur Vorachläge:)

Ansonsten freue ich mich schon total!


Wenn ich zum Beispiel auf die Gegenstände des Klerikers schaue, dann hat er:

Scroll of Gate
Staff of Abjuration
Winged Boots
Und pale lavender ellipsoid ioun stone (5 Spell Levels)


Das hatte er bei Dir alles nicht.


Der Gott hatte eigentlich:

Frightful Presence (SG 32!)
Unholy aura (SG 26)
Intimidating Prowess
Awesome Blow
Und Stand still mit combat reflexes.


Dagegen hätten wir eigentlich niemals eine Fullattack machen können.


Ich behaupte mal, hättest Du alles ausgespielt, was die Gegner so können, hättest Du mit uns den Boden aufwischen können. Und bitte versteh mich nicht falsch, ich meine das keineswegs böse - aber ich denke, man hätte den Kampf durchaus spannend machen können. Falls Ihr mal Lust habt, können wir das gerne im Schnelldurchlauf durchspielen - ich bin mir ziemlich sicher, der Kampf wird dann anders aussehen.


Hast Du den Kleriker eigentlich die anderen beiden mitstreiter buffen lassen? Segen des Eifers oder sowas hätte wahre Wunder bewirkt.


Wie gesagt, ich weiß, dass es Pathfinder dem Spielleiter auf hohen Stufen das Leben nicht unbedingt einfach macht, aber wenn man das System spielen will auf solchen Stufen, muss man sich da leider drauf einlassen. Ich hoffe, Du verstehst das jetzt nicht falsch, Sami - ich will keineswegs sagen, dass mein Oracle der ideale Charakter für die Runde war - aber ich bin auch kein Fan davon, jetzt alles am System auszulassen.


Und


 
Na da sind wir aber bei dem Punkt, dass es so wird, dass wir einzelne Talente rausnehmen müssen, was dann auch echt kompliziert wird.

Ich werde es wohl wie folgt halten:

Kein Multiclassing
Items werden nur so ausgegeben, wie im Band auch vorgesehen.
Aufstieg nach Ansage
Keine Prestigeklassen oder Archetypes mehr

Ich denke mit den Maßnahmen wird es für den SL etwas besser abzuschätzen und keiner bricht aus, aus dem Gefüge der anderen.

Also hier muss ich sagen. Das alles sind absolut keine hilfreichen Maßnahmen gegen zu starke Charaktere. Multiclassing lohnt sich in Pathfinder quasi nie, genauso Prestigeklassen. Da ist keine übertrieben starke dabei. Archetypes dagegen haben schon den ein oder anderen starken dabei. Allerdings sind Archetypes so ziemlich das coolste, was es in Pathfinder nur irgendwie gibt. Kämpfer oder Mönche werden nur durch sie überhaupt konkurenzfähig. Alle martialen Klassen gewinnen durch die Archetypes während die Magierklassen quasi überhaupt nicht davon profitieren. Das ist balancetechnisch einfach überaus sinnvoll, da es dazu beiträgt, den Spalt zu den Magiern ein wenig zu verringern. Zumal es einfach viel, viel coolere Konzepte erlaubt als Grundklassen und eine Menge Vielseitigkeit ins Spiel bringt.

Was gegen zu starke Charaktere normalerweise hilft, ist gesunder Menschenverstand. Damit mache ich mir jetzt nicht direkt ein Kompliment, aber im Normalfall kann man sehr einfach sehen, wenn etwas zu stark ist und es selbst etwas drosseln. Das Problem war letztendlich auch nicht, dass mein Oracle zu viel Schaden gemacht hat - auf solche Werte kommt fast jeder Charakter mit Zweihandwaffe (Barbar, Kämpfer, Waldläufer, Ritter - wobei der die Skala unter Umständen noch deutlich sprengt - alle Bogenschützen, Druiden, Alchemisten und das ohne großes minmaxing sondern mit relativ offensichtlicher Talentwahl (Heftiger Angriff). Allerdings konnte ich im letzten Kampf einfach alle Buffs anwerfen, die ich nur irgendwie habe. Mit einem Greater Dispel wäre mein durchschnittlicher Schaden gegen den Endboss auf weniger als 30% reduziert worden. Und den Zauberstufenwurf hätten die Gegner in jedem Fall geschafft. Da hätte mich jeder Kämpfer ausgelacht.
Vermutlich wäre ich auch in einer Fullattack des Gottes gestorben, da ich weder hohe AC noch übermäßig viele TP hatte.
Das einzige, was wirklich überdurchschnittlich war, waren eben die Rettungswürfe.

Ein einziger Schwanzangriff des Gottes auf mich, hätte mich in jedem Fall gegrappelt und mich vollkommen aus dem Kampf genommen. Ich hätte nicht mehr angreifen können und hätte mich nur mit einer natürlichen 20 befreien können. Dazu ein Dispel Magic und ich hätte absolut nichts mehr machen können.

Dazu musst Du auch bedenken, dass selbst die Begegnung, so wie sie jetzt war, nicht sonderlich hoch war für 6 Spieler. Wenn Du den CR bestimmst, siehst, Du, dass er nicht höher ist als der normale CR des finalen Kampfes.

Mit zwei Area-Dispel zu Kampfbeginn und einem Unsichtbarkeitstrank auf dem Kleriker hätten wir vermutlich ewig gebraucht, um die ersten Gegner zu besiegen.


Ich will jetzt nicht sagen, dass mein Oracle nicht schwach war - das war schon heftig und ich würde einen so starken Charakter nicht nochmal spielen - aber ich sehe da jetzt keinen Grund deswegen Archtypes und Prestigeklassen rauszunehmen - die stellen nämlich einfach kein außergewöhnliches Problem da und erlauben einfach viele coole Dinge, die anders einfach nicht möglich wären - mit dem Grundkämpfer auf Zweiwaffenkampf zu gehen ist einfach nur masochistisch.


Jetzt möchte ich aber doch nochmal auf die Tier-Einteilung eingehen. In Pathfinder variieren Klassen deutlich weiter als im Vorgängersystem. Klar passt die Einteilung so halbwegs, man muss hier sehr aufpassen, wenn man nach Klassen und nicht nach builds unterteilt. Zumal es hier ja gar nicht darum geht. In den Tiers geht es nur zu einem geringen Teil um Schadensoutput. Bei uns versteifte sich die Problematik ja eindeutig auf den Kampf. Ich behaupte mal, auch ein sap-adept-earth-breaker-schurke könnte in einer unserer Runden Problemlos als broken durchgehen, nicht, weil er mächtig ist, sondern weil er deutlich Kampfstärker ist, als ein durchschnittlicher Kämpfer. Probleme mit Tiers - dass Magier und Kleriker im Alleingang Szenarien entscheiden und vollkommen überlegen sind - sowas kam bei uns noch nie vor.

Zum angesprochenen Zen-Monk, Darius, möchte ich mal darauf hinweisen, dass er im letzten Kampf quasi nichts tun konnte. Ein einzelner Zauber, der ihn nichtmal betroffen hat, hat ihn so lange aus dem Kampfgeschehen entfernt, dass er nichts beitragen konnte. Und ich garantiere Dir, es wird nicht viele (wichtige) Kämpfe geben, die ausschließlich von einem SC dominiert werden (können).

Ich finde es ja ein wenig doof, dass wir das ganze jetzt ins :T: tragen - wir haben darüber ja nun wirklich ausgiebig gesprochen und sind schon mehrfach darauf gestoßen, wo genau unser Problem mit dem System liegt. Und viel neues hat sich hier ja nun auch nicht ergeben. Bei uns wird sich wahrscheinlich niemals das Problem der T1-Klassen ergeben, jedenfalls hat sich nichts in diese Richtung bisher angedeutet.

Ich bleibe dabei, dass sich derlei Probleme einfach beheben lassen, indem wir als Runde gemeinsam SC erstellen und dabei darauf achten, dass wir dabei ausgeglichen sind, uns gegenseitig helfen und alle auf einem vergleichbaren Niveau spielen.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 14.08.2013 | 11:32
klar ist aber natürlich auch, dass erstere Variante den Spielern eine höhere Eigenverantwortung abverlangt, was den Bau ihrer Charaktere angeht, weil man dabei eben die Gruppe im Auge behalten muss.

Vor allem muss man allerdings Tier-System und Regeln durchdrungen haben. Und im Zweifel bereit sein, sein Charakterkonzept aufzugeben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 11:57
Ich bleibe dabei, dass sich derlei Probleme einfach beheben lassen, indem wir als Runde gemeinsam SC erstellen und dabei darauf achten, dass wir dabei ausgeglichen sind, uns gegenseitig helfen und alle auf einem vergleichbaren Niveau spielen.

Eben jenes.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 14.08.2013 | 11:58
@Wasum: Naja ich wollte unser konkretes Problem ja auch gar nicht hier diskutieren. Ich wollte das allgemeine Pathfinder Problem ansprechen, dass ich so habe.

Es geht und ging mir nie um deinen SC an sich. Das Problem hat sich halt nur einfach jetzt erst gezeigt. Es war sozusagen zum ersten Mal für mich so deutlich zu sehen. Das mag an meiner mangelnden Erfahrung als SL mit Pathfinder liegen. Haben ja auch hier schon andere gesagt.

Ich habe ganz allgemein ein Problem mit dem System, weil es so unglaublich lahm wird. Ich mag halt nicht mehr 2 Stunden für einen Encounter brauchen und 10 Minuten für eine Rechnung eines Angriffswurfs, weil 16 Buffs aktiv sind und dazu noch 5 andere Optionen, die ich ziehen kann. Zudem muss man mal sagen, dass es doch wirklich so ist, dass man teilweise 3-4 versch. Charakterblätter/Kampfwertetabellen braucht, um auf hohen Stufen noch einigermassen den Überblick zu behalten. Ich sah das halt immer nur bei meiner Freundin, die total frustriert ihren Barbaren daliegen hatte und dieser 5 verschieden Angriffsoptionen mit anderen Boni hatte. Sowas finde ich lahm und einfach unnötig aufgeblasen. Da kam dann der normale Angriff, Angriff im Kampfrausch, Angriff im Kampfrausch mit heftiger Angriff, und und und...

Ich habe eben erkannt, dass ich dies nicht mehr als schnell, actionmässig und cool empfinde. Es geht mir also nicht um die konkrete Situation, sondern um die allgemeine Situation mit dem System.

Ich glaube sogar, dass wir es Gruppenintern hinbekommen uns so abzusprechen, dass es aben nicht mehr dazu kommt. Das ändert aber nix an der Problematik, dass es krampfig wird in den oberen Stufen. Ich hatte ja bis Level 8-9 keine Probleme. Danach ging es so langsam los.  

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 14.08.2013 | 11:59
Vor allem muss man allerdings Tier-System und Regeln durchdrungen haben.

Oder eben nicht. Mein Eindruck ist ja immer, dass die ganzen Balanceprobleme vor allem bei den Gruppen auftreten, in denen eine gewisse System Mastery und der Hang zur Optimierung vorhanden ist. In den Gruppen, an denen ich teilgenommen habe, in denen die Regeln nur als Vehikel benutzt wurden und nicht im Mittelpunkt des Spiels standen, tauchten Balanceprobleme gar nicht erst auf, obwohl dort eigentlich der komplette Tier-Bereich abgedeckt wurde.

Und im Zweifel bereit sein, sein Charakterkonzept aufzugeben.

Jein. Die meisten Charakterkonzepte lassen sich ja regeltechnisch auf durchaus unterschiedliche Art und Weise umsetzen, es lässt sich im Normalfall also durchaus ein Kompromiss finden, ohne dass man gleich das ganze Konzept umschmeissen muss. Wenn man natürlich auf einem Regelkonzept beharrt, kann es (und wird es) Probleme geben.

Aber ehrlich gesagt halte ich die Bereitschaft zum Kompromiss für eine Basisgrundlage bei jeder Gruppenaktivität, also auch beim Rollenspiel. Wer sich außer Stande sieht, im Sinne des gemeinsamen Spielspasses einen solchen Kompromiss einzugehen, ist meiner Meinung nach auch dann fehl am Platze, wenn das System das Problem für ihn von vorneherein löst.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 12:04
@Wasum: Naja ich wollte unser konkretes Problem ja auch gar nicht hier diskutieren. Ich wollte das allgemeine Pathfinder Problem ansprechen, dass ich so habe.

Es geht und ging mir nie um deinen SC an sich. Das Problem hat sich halt nur einfach jetzt erst gezeigt. Es war sozusagen zum ersten Mal für mich so deutlich zu sehen. Das mag an meiner mangelnden Erfahrung als SL mit Pathfinder liegen. Haben ja auch hier schon andere gesagt.

Ich habe ganz allgemein ein Problem mit dem System, weil es so unglaublich lahm wird. Ich mag halt nicht mehr 2 Stunden für einen Encounter brauchen und 10 Minuten für eine Rechnung eines Angriffswurfs, weil 16 Buffs aktiv sind und dazu noch 5 andere Optionen, die ich ziehen kann. Zudem muss man mal sagen, dass es doch wirklich so ist, dass man teilweise 3-4 versch. Charakterblätter/Kampfwertetabellen braucht, um auf hohen Stufen noch einigermassen den Überblick zu behalten. Ich sah das halt immer nur bei meiner Freundin, die total frustriert ihren Barbaren daliegen hatte und dieser 5 verschieden Angriffsoptionen mit anderen Boni hatte. Sowas finde ich lahm und einfach unnötig aufgeblasen. Da kam dann der normale Angriff, Angriff im Kampfrausch, Angriff im Kampfrausch mit heftiger Angriff, und und und...

Ich habe eben erkannt, dass ich dies nicht mehr als schnell, actionmässig und cool empfinde. Es geht mir also nicht um die konkrete Situation, sondern um die allgemeine Situation mit dem System.

Ich glaube sogar, dass wir es Gruppenintern hinbekommen uns so abzusprechen, dass es aben nicht mehr dazu kommt. Das ändert aber nix an der Problematik, dass es krampfig wird in den oberen Stufen. Ich hatte ja bis Level 8-9 keine Probleme. Danach ging es so langsam los.  



Eine Teil-Lösung würde darin bestehen sich komplette "Aktionspakete" zu schnüren anstatt die Dinge individuell anzugehen.
Also etwa mal ein Standard Buff Paket schnüren, das dann fest Slots kostet, fest eingesetzt wird und man erhält als Spieler und SL einfach ein Kärtchen mit der Zusammenfassung was sich ändert.
Im gleichen Stil bastelt man sich ein Paket mit Rage-Charge-PA-Angriff das man dann wieder und wieder nutzt.
Quasi ein Makro.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 14.08.2013 | 13:14
Zitat
wie gesagt wenn du nochmal was schurkenartiges in PF spielen willst nimm den ninja mit seinem ki-pool
der kann sich dann wenigstens selbst unsichtbar, unhörbar u.ä. dinge machen.
Wobei so ein toller Ersatz ist der Ninja mMn auch nicht, du brauchst noch CH als zusätzlichen Stat (was vorher im Prinzip ein Dumpstat war) und verlierst ein paar der Klassischen Schurken Fähigkeiten (Evasion, Fallenfinden ja die sind nicht so toll, aber gehören halt irgendwie zum Schurken dazu).

Und eine ganze Reihe der Probleme des Schurken löst der Ninja auch nicht (z.B. das DEX basierter Kampf suboptimal und Featintensiv ist).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 13:34
Ok, ich bin jetzt auch schon wieder gedanklich zu weit von RAW weg gewesen.
ich bin das sehr offen was die classfeatures angeht, da kann der ninja spieler auch gerne "trap sense" für "no-trace" nehmen.
oder "evasion" für "uncanny dodge" etc. wie es halt besser zum char passt.

es würde dem rogue auch nicht wehtun wenn er den ki-pool einfach noch geschenkt bekommen würde ohne irgendwie dafür zu zahlen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 14.08.2013 | 16:07
Paul der Magier kann das aber nur dann besser (und noch mehr) wenn er die entsprechenden Optionen wählt. Was er nicht zwangsläufig tun muss. Und im Sinne des Gruppengedanken auch nicht tun sollte. Ich hab im Rahmen von 3.5 schon genügend Magier gebaut, die kompetent waren, ohne den anderen Charaktern die Butter vom Brot zu nehmen. Lustigerweise wird man für solche builds dann gerne kritisiert, weil sie eben nicht so optimiert sind, wie sie sein könnten. Eine ziemlich kurzsichtige Kritik.

Auch dies ist nur ein Symptom und keine Lösung. Es wird ja einfach nur ein anderer Charakter eingeschränkt. Man darf beim Balancing auch nicht glauben dies betrifft nur die "schwachen" Charaktere, und alle anderen sind glücklich. Das von dir oben beschriebene Zurückhalten - nicht wählen der eigenen Optionen kann einem auch den Spaß an den bevorteilten Klassen verderben. Ich hatte nie so viel Spaß mit Magiern - bis sie nicht länger übermächtig den anderen Charakteren ihrer Stufe waren. Und zwar aus genau diesem Grund. Wahrend meiner 3.5 Zeit habe ich mich mit Magiern stets eingeschränkt. Ich wusste was möglich wäre, welche Optionen nützlich gewesen wären. Und hab sie ignoriert, selbst wenn mein Charakter sie kennen musste.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 14.08.2013 | 16:36
Wir haben oben an Wasums Ausführungen gesehen, dass der Schadensoutput nicht untypisch für diesen Levelbereich ist. [Untypisch ist höchstens, dass man zwei Crits hintereinander genau dann bekommt, wenn man sie auch brauchen kann. Der normal zu erwartende Schaden wäre also etwa rund 100 Punkte niedriger. Da man sich darauf nie verlassen kann, betrachte ich Crits längst als "Noise in the System", außer bei dedizierten Critfisher-Builds.]

Aber wir sehen hier auch sehr schön das Problem, das wir auch schon im Thread angesprochen hatten: er vergleicht einen _Fighter_, also einen spezialisierten Kämpfer, mit einem _Caster_, der nichtmal wirklich optimal gebaut war - und kommt auf "ungefähr Gleichstand". Das Oracle kann also etwa genausogut kämpfen wie der Fighter, aber _zusätzlich_ halt noch den ganzen anderen Scheiss, den Vollcaster eben so können. Da ist "Der Fighter ist im Nahkampf immer noch ein klein wenig besser" kein Ausgleich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 14.08.2013 | 16:48
+1, zumal das build ja auch auf 2 zusätzliche Attacken pro Runde ausgelegt war.

edit:
Was ich also damit sagen möchte ist, dass der SL nicht wirklich auf ein solch durchdachtes Konzept vorbereitet war. Wäre ich übrigens auch nicht gewesen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 14.08.2013 | 16:53
Hm ... die klassische Dungeon-Ausräumertruppe ist doch wohl Kämpfer, Kleriker, Zauberer und Dieb.
Wenn man die nicht sinnvoll in dieselbe Gruppe einbinden kann, ist das meiner Meinung nach schon ein "Fehler im System".
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 17:00
Hm ... die klassische Dungeon-Ausräumertruppe ist doch wohl Kämpfer, Kleriker, Zauberer und Dieb.
Wenn man die nicht sinnvoll in dieselbe Gruppe einbinden kann, ist das meiner Meinung nach schon ein "Fehler im System".

Jein. Die "klassische Kombo" kommt auch aus einem anderen System, mit einem anderen Balancing und anderen Balancing-Faktoren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 14.08.2013 | 17:09
Wir haben oben an Wasums Ausführungen gesehen, dass der Schadensoutput nicht untypisch für diesen Levelbereich ist. [Untypisch ist höchstens, dass man zwei Crits hintereinander genau dann bekommt, wenn man sie auch brauchen kann. Der normal zu erwartende Schaden wäre also etwa rund 100 Punkte niedriger. Da man sich darauf nie verlassen kann, betrachte ich Crits längst als "Noise in the System", außer bei dedizierten Critfisher-Builds.]

Aber wir sehen hier auch sehr schön das Problem, das wir auch schon im Thread angesprochen hatten: er vergleicht einen _Fighter_, also einen spezialisierten Kämpfer, mit einem _Caster_, der nichtmal wirklich optimal gebaut war - und kommt auf "ungefähr Gleichstand". Das Oracle kann also etwa genausogut kämpfen wie der Fighter, aber _zusätzlich_ halt noch den ganzen anderen Scheiss, den Vollcaster eben so können. Da ist "Der Fighter ist im Nahkampf immer noch ein klein wenig besser" kein Ausgleich.

Ja, wobei das eben gar nicht das Problem unserer Gruppe war.

Und es stimmt schon, dass ein solches Oracle besser ist als ein Kämpfer, aber ein guter Kämpfer hätte eben genau in der Situation vermutlich das gleiche anrichten können. Okay, auch nur, weil die Auren des Gottes nicht eingesetzt wurden. Andererseits wäre ein Kämpfer stärker gewesen, sobald einer der 4 dispel-fähigen Gegner einen gr. Dispel auf mein Oracle rausbekommen hätte. Das Problem lag einfach hier nicht an unbalancierten Klassen, sondern der ungehinderten Offensivfähigkeiten eines Nahkämpfers mit alles Buffs der Welt. Und dass es zu dieser Situation kam, das, ja das lag daran, dass das System auf den entsprechenden Stufen eben ein vergleichsweise hohes Zeitinvestment erfordert, um einen Spannenden Kampf zu gestalten. Gegen einen Boss, der quasi keine seiner Spezialfähigkeiten nutzt und gleichzeitig einer 6-Mann Gruppe die bis zum Anschlag gebufft ist gegenübersteht, gewinnt man eben in dem System schnell mal sehr unspektakulär.
Deshalb sage ich auch so oft, dass Pathfinder stets das macht, was es soll, wenn man das investiert, was nötig ist. Das muss man wissen und wenn man das nicht möchte, dann kommt es eben zu Problemen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 14.08.2013 | 17:11
Hm ... die klassische Dungeon-Ausräumertruppe ist doch wohl Kämpfer, Kleriker, Zauberer und Dieb.
Wenn man die nicht sinnvoll in dieselbe Gruppe einbinden kann, ist das meiner Meinung nach schon ein "Fehler im System".

Wie schon gesagt (vor einigen Seiten): die Designer gehen in der Regel von einer ebensolchen Party aus, aber eben von Low-Op-Charakteren, d.h. Blaster-Wizard und Healbot-Cleric. So auf Sparflamme gespielt, liegen auch diese Klassen etwa auf Tier 4-Niveau.
Das Gleichgewicht kippt, wenn die Caster intelligent gespielt werden: beide buffen, Magier macht Crowd Control und Kleriker wird zum Kampfmonster, beide verwenden Utility-Zauber.
Dann hat man die vorgenannten zwei Probleme: 1. können die Nichtcaster nicht mehr mithalten, 2. werden die Encounter viel zu leicht.

Außerdem gehen die Module normalerweise von 4er-Parties aus. Darius hatte 6 Spieler. Entsprechend muss man allein dafür die Encounter um 50% aufbohren.

Ich lehne mich sogar mal so weit aus dem Fenster und behaupte: typische Module lassen sich schon mit _zwei_ gut optimierten und gespielten SCs schaffen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 14.08.2013 | 17:16
Zitat
Das Problem lag einfach hier nicht an unbalancierten Klassen, sondern der ungehinderten Offensivfähigkeiten eines Nahkämpfers mit alles Buffs der Welt.
Und deshalb, auch wenn es hier wahrscheinlich keiner hören will, galt/gilt für mich immer der schöne, vom MMORPG entliehene, Begriff des "Crowd Controlling".

Und Ja, ab einer bestimmten Stufe bzw. ab einem bestimmten Punkt in einer Kampagne weiss der Gegner über grundlegende Dinge wie z. B. Taktiken, Fähigkeiten zumindest rudimentär Bescheid. Und kontert sie.
Dispel Magic wurde schon angedeutet, ich habe seit Anfang an "Spass mit Reverse Gravity" im Kopf...usw.

Und da sind wir wieder am Anfang des Ganzen:
Nicht PF als System ist Schuld, es sei denn, man will dem System die Schuld geben, dass es so viele Möglichkeiten bietet, die dann (leider) sehr viel von einem SL abverlangen.

Edit:
Zitat
typische Module lassen sich schon mit _zwei_ gut optimierten und gespielten SCs schaffen.
By the book?
Manche vielleicht, einige aus der 3.5 Ära werden da schon härter bzw. nicht schaffbar, gerade die für niedrigere Stufen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 17:18
Das mit den 6 Spielern hab ich vollkommen überlesen...
da läuft ziemlich viel aus dem ruder und man kann jede kreatur locker durch eine"very advanced" variante ersetzen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 17:23
Und da sind wir wieder am Anfang des Ganzen:
Nicht PF als System ist Schuld, es sei denn, man will dem System die Schuld geben, dass es so viele Möglichkeiten bietet, die dann (leider) sehr viel von einem SL abverlangen.

Den Punkt hatten wir ja schon und ich denke das jeder, der sich mit PF auskennt, da zustimmen wird.
Auf der anderen Seite muss ich Darius da zustimmen, wenn er sagt dass sich Systeme wie PF/3,5 als Out-of-the-Box spielbar darstellen und so tut als ob es keine Probleme gibt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 14.08.2013 | 17:27
OK ich verstehe. Man müsste einfach wirklich mehr Zeit in die Vorbereitung des Encounters legen. Was ja manche durchaus mögen.

Ich habe aber dann jetzt ein weiteres Problem. Ich hasse es "gegen" meine Spieler zu spielen. Kann sein, dass ich da nicht geeignet bin als guter Pathfinder SL. Weil ich mir keine Gedanken dazu machen möchte, wie ich meine Spieler wirklich töten kann und gegen sie ernsthaft ins Feld ziehe. Ich wollte halt was einigermassen Spannendes und nicht "gegen" sie spielen, weil mir das nicht liegt.

Ich verlege mich wohl wirklich besser auf andere Systeme. Systeme, in denen ich eher sapßig an die Sache gehen kann. Und nicht viel Zeit inverstieren muss, um mir Taktiken und Vorgehensweisen zu überlegen, wie ich meinen Leuten möglichst große Steine in den Weg lege und sie mit allem, was ich habe versuche zu killen. Ist ja nicht schlimm, aber ich mag das so ganz vom Grundsatz nicht mehr.

Vor allem wären dann Spieler dabei gewesen, die das auch blöd gefunden hätten, wenn ich sie wirklich piesacke und heftigst ärgere. Da kamen einige Sachen zusammen denke ich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 14.08.2013 | 17:32
PF ist kein spiel was dich zwingt gegen deine Spieler zu spielen!
Ich spiele auch lieber mit meinen spielern um eine schöne story zu erleben, was auch gut funktioniert.
allerdings besitzt das spiel einen gewissen "rübe-ab" faktor der auch teil des spannungsbogen ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 14.08.2013 | 17:35
Und Ja, ab einer bestimmten Stufe bzw. ab einem bestimmten Punkt in einer Kampagne weiss der Gegner über grundlegende Dinge wie z. B. Taktiken, Fähigkeiten zumindest rudimentär Bescheid. Und kontert sie.

Also Pathfinder geht davon aus, dass es einen Evil Overlord gibt, der sich irgendwann sagt: "Oh, eine Heldengruppe in meinem finsteren Reich! Und sie haben einen optimierten Wizard dabei ... werft die Beholderzucht an, meine Schergen!"
Klingt ein wenig nach Dungeon Keeper.  :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 14.08.2013 | 17:39
OK ich verstehe. Man müsste einfach wirklich mehr Zeit in die Vorbereitung des Encounters legen. Was ja manche durchaus mögen.

Ich habe aber dann jetzt ein weiteres Problem. Ich hasse es "gegen" meine Spieler zu spielen. Kann sein, dass ich da nicht geeignet bin als guter Pathfinder SL. Weil ich mir keine Gedanken dazu machen möchte, wie ich meine Spieler wirklich töten kann und gegen sie ernsthaft ins Feld ziehe. Ich wollte halt was einigermassen Spannendes und nicht "gegen" sie spielen, weil mir das nicht liegt.

Ich verlege mich wohl wirklich besser auf andere Systeme. Systeme, in denen ich eher sapßig an die Sache gehen kann. Und nicht viel Zeit inverstieren muss, um mir Taktiken und Vorgehensweisen zu überlegen, wie ich meinen Leuten möglichst große Steine in den Weg lege und sie mit allem, was ich habe versuche zu killen. Ist ja nicht schlimm, aber ich mag das so ganz vom Grundsatz nicht mehr.

Vor allem wären dann Spieler dabei gewesen, die das auch blöd gefunden hätten, wenn ich sie wirklich piesacke und heftigst ärgere. Da kamen einige Sachen zusammen denke ich.


Wie kommst du auf "gegen die Spieler spielen"?
Es geht eher darum eine spannende Herausforderung zu erstellen und diese auch im System einzubetten. Pathfinder ist ein sehr gamistisches Spiel, bei dem man etwas erreichen will und bei dem Gas-geben auch belohnt werden will, was nur dann funktioniert, wenn ein Encounter so gebaut ist das es entsprechend fordert. Hart aber Fair sein ist hier das Kernthema.
Fordern ungleich Kontern, btw., was ja bei DSA-sozialisierten Meistern so ein Thema ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 14.08.2013 | 17:40
Da pflichte ich kalgani bei. Wie in jedem anderen Rollenspiel auch, solltest du auch bei PF deine Spieler ins Schwitzen bringen, damit die Kämpfe spannend bleiben, aber deswegen noch lange nicht auf einen TPK anlegen.

Aber wie gesagt -- wenn du 6 Spieler hast, und davon auch noch wenigstens einige wirklich wissen was sie tun, _musst_ du die Encounter modifizieren; im vorliegenden Fall hättest du sie wahrscheinlich schlicht verdoppeln können. Aber das Problem sehe ich eigentlich bei jedem Kaufabenteuer, unabhängig vom System.

Was mir gerade noch einfällt:
Eine weitere Eigenschaft von 3.X, die ein zweischneidiges Schwert ist, ist die binäre Natur des Kampfsystems: solang du noch 1 Hitpoint hast, bist du voll einsatzfähig und machst genausoviel Schaden wie mit 200HP. Entweder du bist voll da oder voll weg. Es gibt keine Todesspirale.
Das ist zwar _eigentlich_ nicht schlecht für die Spieler, aber es führt halt auch dazu, dass man es drauf anlegt, die Gegner nacheinander so schnell wie möglich komplett wegzuhauen. Während es in Systemen mit Todesspirale funktionieren kann, erstmal jeden Gegner anzuschlagen, damit er einem nicht mehr so gefährlich werden kann, und dann in aller Ruhe aufzuräumen. Das Resultat sind ausgedehntere Kämpfe (deren Ausgang aber bereits nach wenigen Runden klar sein dürfte).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 14.08.2013 | 17:47
Also Pathfinder geht davon aus, dass es einen Evil Overlord gibt, der sich irgendwann sagt: "Oh, eine Heldengruppe in meinem finsteren Reich! Und sie haben einen optimierten Wizard dabei ... werft die Beholderzucht an, meine Schergen!"
Klingt ein wenig nach Dungeon Keeper.  :)
Nicht ganz, aber in etwa.
Wenn ich mich monatelang mit solchen Abenteurern rumschlagen muss, hole ich doch Erkundigungen ein. Und weiss ca., was sie können und was sie machen. Das muss jetzt nicht so ausgereizt werden, dass man es als SL so heftig ausnutzt, dass jeder Versuch der SC im Keim erstickt wird, aber grundlegende Dinge schon. Sprich: "Da ist ein Nahkämpfer, der Zauber sprechen kann und schon einige unserer stärksten Schergen ohne Probleme aus dem Weg geräumt hat."--> um den wird sich speziell gekümmert...und bei Magie ist "Dispel Magic" nun mal eine logische Konsequenz.

Ist ja nicht wirklich was Besonderes: Auch SC können in 3.5 mittels Knowledge-Skills Schwachpunkte/Stärken von Monstern herausbekommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 14.08.2013 | 19:06
Ich lehne mich sogar mal so weit aus dem Fenster und behaupte: typische Module lassen sich schon mit _zwei_ gut optimierten und gespielten SCs schaffen.

Sie lassen sich unter Umständen auch mit nur einem schaffen, wobei es immer darauf ankommt, ob nicht vielleicht doch eine spezielle Situation kommt, die alleine nicht zu überwinden sind oder besonders arg die schwäche des einzelnen Charakters ausnutzen. Das größte Problem ist oft, dass einige Dinge alleine länger dauern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 14.08.2013 | 20:15
Es wird ja einfach nur ein anderer Charakter eingeschränkt.

Und genau das ist der Denkfehler. Es bedeutet keine Einschränkung, nur weil man nicht optimiert bis zum geht nicht mehr. Es bedeutet auch keine Einschränkung, wenn man darauf verzichtet, den Optionsvorteil des Magiers voll auszureizen, nur weil man das kann. Es bedeutet allerdings eine Einschränkung, wenn das System balancebedingt ein Tier für alle vorgibt. Letzteres ist nichts prinzipiell schlechtes, für dich z.B. passt das besser.

Aber ums mit einem Vergleich zu sagen: Ein Rollenspiel im Marvel-Universum macht für mich nur dann Sinn, wenn ich die Wahl hab, ob ich Spider-Man oder doch lieber Thor sein möchte UND wenn ich beides in einer Spielrunde zugleich sein kann. Ein Marvel-Setting, dass mir eine der beiden Optionen nimmt, nur weil bestimmte Spieler mit dieser Ungleichheit nicht klarkommen, interessiert mich nicht. Andere mögen das anders sehen, weil sie entweder Spider-Man oder eben Thor eh blöd finden. Aber ein System, dass aus Balanceängsten dafür sorgt, dass Thor und Spider-Man gleichstark sind? Da möcht ich den Aufschrei aber mal hören.

Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, weil im Rahmen von D&D nirgends genau festgelegt ist, wie stark ein Magier oder ein Schurke denn eigentlich sein muss oder darf. Das System (prä 4E) schmeisst einfach mit möglichst vielen Optionen um sich und überlässt es den jeweiligen Spielern, sich die passenden Optionen herauszupicken. Was es auf der einen Seite schwieriger beherrschbar macht, auf der anderen Seite aber den Vorteil hat, verschiedene Geschmäcker anzusprechen. Die 4E hat damit gebrochen, und deswegen diskutieren wir jetzt in einem Pathfinder/3.X-Forum, dass es ohne diesen Bruch überhaupt nicht gäbe.

Wobei ich das im Sinne der Vielfalt eigentlich begrüße  :)


Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 14.08.2013 | 20:22
Joar, einer allein dürfte durchaus kritisch werden. Da kann einfach zuviel schiefgehen. Bin mir grad etwas uneinig, ob ich so eine Leistung jetzt am ehesten. Druiden sind nahkampfstärker, aber Wizards können den Skillmonkey besser ersetzen. Kleriker haben freilich auch Powerhouse-Qualitäten.
Aber hey, wir reden hier von Abenteuern, die auf vier Personen ausgelegt sind. ;) Da ist es keine Schande, zu zweit ranzugehen, da kann man sich gegenseitig gut ergänzen und den Rücken freihalten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 14.08.2013 | 22:04
Der AP, bei dem 4 normal-erstellte SC bei durchschnittlich jeder 2. Begegnung sterben, wäre vermutlich kein sonderlich erfolgreicher ;)

Daher bin ich auch dankbar, wenn der SL ne Schippe drauflegt, wenn man selbst ne Gruppe mit halbwegs fähigen SC hat.

Ansonsten hat Wasum in seinem Erstbeitrag einen Punkt angesprochen, der durchaus stimmt, in Essenz: (PF-)unerfahrener SL gegen systemerfahrene SC.

Das führt natürlich zu gewissen Problemen, einfach weil es ein paar Tricks und NSC-Taktiken gibt, die durchaus die Herausforderung erhöhen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 14.08.2013 | 22:28

Aber ums mit einem Vergleich zu sagen: Ein Rollenspiel im Marvel-Universum macht für mich nur dann Sinn, wenn ich die Wahl hab, ob ich Spider-Man oder doch lieber Thor sein möchte UND wenn ich beides in einer Spielrunde zugleich sein kann. Ein Marvel-Setting, dass mir eine der beiden Optionen nimmt, nur weil bestimmte Spieler mit dieser Ungleichheit nicht klarkommen, interessiert mich nicht. Andere mögen das anders sehen, weil sie entweder Spider-Man oder eben Thor eh blöd finden. Aber ein System, dass aus Balanceängsten dafür sorgt, dass Thor und Spider-Man gleichstark sind? Da möcht ich den Aufschrei aber mal hören.

In Exalted gibt es verschiedene Splats, die unterschiedlich mächtig sind. Das wird aber auch vom Regelwerk kommuniziert, so dass jeder weiß, worauf er sich einlässt, wenn er einen Dragon-Blooded in einer Solar-Lunar-Runde spielen möchte.
Bei Pathfinder oder D&D scheint mir das nicht so sehr der Fall zu sein; da wird ja eher der Anschein erweckt, als ob jede Klasse gleichwertig sei und es nur auf den eigenen Geschmack ankäme, welchen SC man da bauen möchte.

Die Einteilung in Tiers ist ja Fan-Work und nichts Offizielles.

Übrigens finde ich den Spider-Man/Thor-Vergleich nicht so recht passend, weil in einem Crossover es doch eigentlich so ist, dass jeder Superheld die gleichen Möglichkeiten hat, auf die Story einzuwirken. Und Spider-Man je nachdem plötzlich stärker oder schwächer erscheint, je nachdem, für welche Geschichte der Autor ihn "missbrauchen" möchte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 14.08.2013 | 23:42
Zitat
Es bedeutet keine Einschränkung, nur weil man nicht optimiert bis zum geht nicht mehr. Es bedeutet auch keine Einschränkung, wenn man darauf verzichtet, den Optionsvorteil des Magiers voll auszureizen, nur weil man das kann.
Wobei es gerade bei Vollcastern ja eigendlich weniger auf die Optimirung (worunter ich jetzt primär die Auswahl von Feats, Magischen Gegenständen, Klassenfähigkeiten. Archetypen u.ä. verstehe) sondern den taktisch cleveren Einsatz von Zaubern, und absichtlich "dumm" zu spielen nur damit das Abenteuer nicht kippt ist irgendwie auch nicht so spaßig.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 15.08.2013 | 06:48
... auf den eigenen Geschmack ankäme, welchen SC man da bauen möchte.
Prizipiell geht bei DnD alles, so lange einige wichtige Rollen verteilt sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 15.08.2013 | 08:14
Wobei es gerade bei Vollcastern ja eigendlich weniger auf die Optimirung (worunter ich jetzt primär die Auswahl von Feats, Magischen Gegenständen, Klassenfähigkeiten. Archetypen u.ä. verstehe) sondern den taktisch cleveren Einsatz von Zaubern, und absichtlich "dumm" zu spielen nur damit das Abenteuer nicht kippt ist irgendwie auch nicht so spaßig.
Bis auf wenige Ausnahmen ist es aber doch meist die Kombination aus Feat plus Zauber. Und als "Beschränkung" kann schon reichen, dass man sich als Vollcaster z. B. mit diversen Zaubern zufrieden gibt und nicht jedes Splatbook noch durchschaut, was es da so gibt. Auch einige PrC könnten gemieden werden.

Man muss ja nicht immer eine Incantatrix mit Shivering Touch auf der Spell-List spielen.  ;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 15.08.2013 | 09:33
Und  da kommen wir wieder zu dem Bereich verfuegbares Material.
Darueber kann man viel steuern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 15.08.2013 | 10:04
Bei Pathfinder oder D&D scheint mir das nicht so sehr der Fall zu sein; da wird ja eher der Anschein erweckt, als ob jede Klasse gleichwertig sei und es nur auf den eigenen Geschmack ankäme, welchen SC man da bauen möchte.

Auf der einen Seite stimmt das, und schon Gary Gygax hatte eine (wie auch immer geartete) Spielbalance im Auge, als D&D noch in den Anfangstagen steckte. Auf der anderen Seite darf man aus historischer Sicht glaube ich durchaus sagen, dass dieses Designziel bis D&D 3E noch keine Hauptpriorität besaß. Die ganze Diskussion entwickelte sich ja erst in den Folgejahren unter dem Einfluss von Rollenspieltheorie und MMORPGS, und wenn man sich die Rhetorik im Vorfeld der 4E-Veröffentlichung anschaut, stößt man nicht umsonst auf einmal auf Vokabular, dass aus einer dieser Ecken stammt.

Es gibt aber auch eine Denkschule, der weniger eine systemisch erzeugte Spielbalance am Herzen liegt als ein grundsätzlich am Spieltisch zu erzeugendes Gleichgewicht der Kräfte. James Ward hat in einem frühen Dragon dafür den Begriff des Equilibriums verwendet. Gemeint war die Verantwortung des Spielleiters dafür, allen Spielern in dem, was sie tun möchten, Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten und Missbrauch zu verhindern. Von Monte Cook weiss ich, dass auch er der Idee einer künstlich erzeugten Spielbalance sehr skeptisch gegenübersteht und statt dessen die zentrale Verantwortung des SL betont. und ich vermute zumindest, dass auch die Paizo-Designer in diese Denkschule gehören.

Insoweit glaube ich, dass dieser Anschein prä 4E vor allem und zunehmend in die Bücher hineingelesen wurde und gerade daraus ein (vermeintlicher) Druck entstand, die 4E entsprechend auszurichten.

Zitat
Übrigens finde ich den Spider-Man/Thor-Vergleich nicht so recht passend, weil in einem Crossover es doch eigentlich so ist, dass jeder Superheld die gleichen Möglichkeiten hat, auf die Story einzuwirken. Und Spider-Man je nachdem plötzlich stärker oder schwächer erscheint, je nachdem, für welche Geschichte der Autor ihn "missbrauchen" möchte.

Das sind aber zwei unterschiedliche Dinge. Natürlich müssen beide die Möglichkeit haben, auf die Story einzuwirken. Dafür müssen sie aber nicht die gleiche Stärke besitzen. Und im Allgemeinen sind sich alle einig, dass Thor kräftemäßig Spider-Man weit überlegen ist (früher gabs ja sogar mal eine genaue Beschreibung der Kräfte der Super-Helden inkl. ihrer maximalen Traglast^^). Dass das nicht immer konsistent umgesetzt ist, stimmt aber natürlich.

Wobei es gerade bei Vollcastern ja eigendlich weniger auf die Optimirung (worunter ich jetzt primär die Auswahl von Feats, Magischen Gegenständen, Klassenfähigkeiten. Archetypen u.ä. verstehe) sondern den taktisch cleveren Einsatz von Zaubern, und absichtlich "dumm" zu spielen nur damit das Abenteuer nicht kippt ist irgendwie auch nicht so spaßig.

Im Prinzip wollte ich auf das heraus, was Rhylthar angesprochen hat. Beispiel: Burnt Offerings, das erste AP-Abenteuer, enthielt einen Artikel über das alte Thassilon, in dessen Rahmen den einzelnen Todsünden bestimmte Magierspezialisierungen (also Magieschulen) zugeordnet wurden. War noch 3.5 also wurden da auch noch die verbotenen Schulen aufgelistet, auf deren Zauber ein so spezialisierter Magier also verzichten musste. Ich hab mal für eine Spielrunde eine Magierin gebastelt, die sich an einer dieser Spezialisierungen orientierte und deswegen auf Transmutationszauber verzichtete. Das war dann zwar keine "Incantatrix mit Shivering Touch", aber deswegen nicht weniger gut spielbar, obwohl sie dadurch automatisch auf einige Optionen verzichtete, andere Spieler zu übertrumpfen.

Die musste ich jedenfalls nicht absichtlich "dumm" spielen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 15.08.2013 | 10:13
Und  da kommen wir wieder zu dem Bereich verfuegbares Material.
Darueber kann man viel steuern.

noch mehr kann man steuern wenn man sehr regelfest ist.
ich sehe z.B. überhaupt keine problem darin ein abenteuer für jegliche klassenkombi zu basteln.
ob das nun 4 mundane, oder 4 weltenzerstörer sind.

das ist allerdings nur schwer mit offiziellen abenteuern zu bewerkstelligen zumindest die 4 mundanen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 15.08.2013 | 10:20
Und  da kommen wir wieder zu dem Bereich verfuegbares Material.
Darueber kann man viel steuern.

Na ja... aber wenn man einige Bücher weglässt, fallen auch potenziell nützliche Feats für die Nicht-Caster weg. Wobei die ja in PF generell angeblich ja auch schwächer geworden sein sollen, im Gegensatz zu etwa metamagischen Feats. Kurz kann gesagt werden, dass ein SL, der in den meisten Rollenspielsituationen Spieler mit halbwegs gleich vielen Möglichkeiten haben möchte, in Pathfinder Arbeit vor sich hat, weil's eben neben gut ausbalancierten Klassen auch reine Kampfspezialisten mit nicht mal viel Skills bzw. Skillpunkten (besonders Fighter) und potenzielle Alleskönner gibt (Fullcaster).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 15.08.2013 | 10:25
Na ja... aber wenn man einige Bücher weglässt, fallen auch potenziell nützliche Feats für die Nicht-Caster weg.
Naja, gibt ja durchaus spezielle Bücher für die Klassen.
Aber Ja, Arbeit macht es auf jeden Fall und gerade Fighter ist eben das Problem auch außerhalb des Kampfes, wenn man nicht mit Hausregeln spielt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 15.08.2013 | 10:27
Bis auf wenige Ausnahmen ist es aber doch meist die Kombination aus Feat plus Zauber.
[...]
Man muss ja nicht immer eine Incantatrix mit Shivering Touch auf der Spell-List spielen.  ;D

Feats, Zauber und vor allem: PrC-Fähigkeiten. Siehe Incantatrix, die auch eine der allerstärksten PrCs des ganzen Spiels ist (Bewertung "Up two tiers"), dank spontaner Gratis-Metamagie. Um es mit einem Haiku zu sagen:

Incantatrix smiles
 All buffs are now persisted
 DM frowns at me


Auch sonst bieten die FR-Quellen das höchste Powerniveau aller Splats. Aber nicht weit dahinter kommt schon Eberron.

Poor Planar Shepherd
 It almost never sees use
 DM's aren't prepared


Wobei man aber auch dazusagen muss: wenn man sich strikt an die Einschränkungen und Bedingungen dieser Optionen halten würde, wären die meisten gar nicht _so_ heftig. Es ist unter Optimierern üblich, auf jegliche Fluff-Restriktionen zu pfeifen, sich nicht an die Regionsbedingungen der Regional Feats zu halten, einen Ritter (Paladin) Mitglied in zwei Ritterorden (mit zwei verschiedenen Schutzgottheiten) sein zu lassen und so weiter. Teilweise mit der Begründung "Wir spielen ja eh nicht in den FR, also gelten die Beschränkungen wohl nicht". Vor allem aber werden diese Restriktionen ohne schlechtes Gewissen bei Kämpferklassen ignoriert, weil die ja jeden Powerup vertragen können, insofern sind balance-motivierte Einschränkungen da fehl am Platz.

Naja, und wie schon gesagt: das Verbieten von Zusatzmaterial ist balancetechnisch nicht zielführend, da nach wie vor kein Splat so broken ist wie das PHB / PF Core. Vor allem soll man nicht die Optionen für Nicht-Vollcaster verbieten, weil die die Power bitter nötig haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 15.08.2013 | 10:33
wir reden hier von PF und dort gibt es keine Incantatrix

Aus den 3 weiteren Regelbänden sollte man unbedingt die feats zulassen.
dort ist einiges dabei worauf die mundanen zugriff haben sollten. (z.B aus dem Ultimate Combat: clustered shots & style feat pfade)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 10:38
Bevor das Thema weiter und weiter ins Off-Topic abrutscht:

Darius hat ja erwähnt dass er gerne das System wechseln will, da ihm PF zu viel Arbeit bedeutet.

Ok, hier ein paar Punkte in der Richtung:
- Es gibt wenige Spielsysteme die High Magic/High Fantasy so gut darstellen können wie PF
- Es gibt wenige Spielsysteme bei denen aus so ausführliche Kampagnen gibt wie die APs
- Bei vielen Systemen trifft man schon viel früher auf Begrenzungen oder das Ende der Darstellung
- Man bekommt für PF wahnsinnig viel Hilfe, wenn man danach fragt
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 15.08.2013 | 10:39
Na ja... aber wenn man einige Bücher weglässt, fallen auch potenziell nützliche Feats für die Nicht-Caster weg. Wobei die ja in PF generell angeblich ja auch schwächer geworden sein sollen, im Gegensatz zu etwa metamagischen Feats.

Auch viele metamagische Feats wurden in PF gestrichen oder bis zur Unkenntlichkeit verkrüppelt. Vor allem die, die in 3.5 wirklich enorm mächtig waren, wie Chain Spell oder Persistent Spell. Aber das stimmt, den dickeren Schlag mit der Nerfkeule haben in Sachen Feats die Nahkämpfer erhalten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 15.08.2013 | 10:46
Darius hat ja erwähnt dass er gerne das System wechseln will, da ihm PF zu viel Arbeit bedeutet.

Nicht nur das. Er sagte auch vor allem, dass es ihm ab dem oberen Midlevel-Bereich im Kampf so zäh wird, dass es den Spielspaß merklich mindert. Und da stimme ihm absolut zu. Wir haben zuletzt im Stufenbereich 10-12 oft 2-3 Sitzungen für einen Kampf gebraucht. Das ist reichlich suboptimal. Und wir sind durchaus regelfest!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 12:21
Und genau das ist der Denkfehler. Es bedeutet keine Einschränkung, nur weil man nicht optimiert bis zum geht nicht mehr. Es bedeutet auch keine Einschränkung, wenn man darauf verzichtet, den Optionsvorteil des Magiers voll auszureizen, nur weil man das kann. Es bedeutet allerdings eine Einschränkung, wenn das System balancebedingt ein Tier für alle vorgibt. Letzteres ist nichts prinzipiell schlechtes, für dich z.B. passt das besser.

Aber ums mit einem Vergleich zu sagen: Ein Rollenspiel im Marvel-Universum macht für mich nur dann Sinn, wenn ich die Wahl hab, ob ich Spider-Man oder doch lieber Thor sein möchte UND wenn ich beides in einer Spielrunde zugleich sein kann. Ein Marvel-Setting, dass mir eine der beiden Optionen nimmt, nur weil bestimmte Spieler mit dieser Ungleichheit nicht klarkommen, interessiert mich nicht. Andere mögen das anders sehen, weil sie entweder Spider-Man oder eben Thor eh blöd finden. Aber ein System, dass aus Balanceängsten dafür sorgt, dass Thor und Spider-Man gleichstark sind? Da möcht ich den Aufschrei aber mal hören.

Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, weil im Rahmen von D&D nirgends genau festgelegt ist, wie stark ein Magier oder ein Schurke denn eigentlich sein muss oder darf. Das System (prä 4E) schmeisst einfach mit möglichst vielen Optionen um sich und überlässt es den jeweiligen Spielern, sich die passenden Optionen herauszupicken. Was es auf der einen Seite schwieriger beherrschbar macht, auf der anderen Seite aber den Vorteil hat, verschiedene Geschmäcker anzusprechen. Die 4E hat damit gebrochen, und deswegen diskutieren wir jetzt in einem Pathfinder/3.X-Forum, dass es ohne diesen Bruch überhaupt nicht gäbe.

Wobei ich das im Sinne der Vielfalt eigentlich begrüße  :)




Um einen stärkeren Charakter spielen zu können muss man aber die klassenbalance nicht durcheinander bringen. Man kann auch einfach einen stärkeren Charakter spielen. Und dies von vornherein in der Gruppe so abstimmen. Es jedem ersichtlich machen.

Das hat auch den Vorteil dass ich bei der Wahl meines stärkeren Charakters nicht mehr darauf angewiesen bin mich auf bestimmte Konzepte zu beschränken. Und um bei deinem Beispiel zu bleiben keiner sagen kann: tut mir leid, Thor kann nicht der mächtigste sein, er kämpft mit einem Hammer im Nahkampf. Nimm doch lieber Storm von den X - Men, dann kannst du mächtiger sein.

Natürlich werden die meisten Gruppen auf den offen geäußerten Wunsch: "hey Leute, ich möchte gern jemanden viel mächtigeres spielen" etwas allergisch reagieren. Man kann das ja gern selbst probieren, einfach mal sagen: Jungs ich bekomme doppelte XP.

Wie viele Gruppen finden das eine tolle Idee?

Nichts anderes ist es aber wenn ein Charakter zwar Stufe X dranstehen hat, aber Stufe x+3 drin steckt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 15.08.2013 | 12:46
Ich habe Wormy jetzt so verstanden, dass man halt ein bestimmtes Powerniveau _für die Gruppe_ wählen kann. Natürlich ist es nicht so nett, wenn ich einen Uber-CoDzilla in einer Gruppe baue, von der ich weiß dass die anderen in Sachen Optimierung eher so auf Order-of-the-Stick Niveau dümpeln.

Aber man kann sich in der Gruppe abstimmen und auf ein bestimmtes Powerniveau verständigen. Dann macht die eine Gruppe Fighter/Rogue/Healbot und die andere Warblade/Swordsage/Bard und die dritte Druid/Wizard/Cleric mit effizienter Skillung.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 15.08.2013 | 13:04
Und genau das ist der Denkfehler. Es bedeutet keine Einschränkung, nur weil man nicht optimiert bis zum geht nicht mehr. Es bedeutet auch keine Einschränkung, wenn man darauf verzichtet, den Optionsvorteil des Magiers voll auszureizen, nur weil man das kann. Es bedeutet allerdings eine Einschränkung, wenn das System balancebedingt ein Tier für alle vorgibt.

Entweder verstehe ich Dich nicht richtig, oder Deine Logik ist ein wenig verquer. Wenn ich nicht den Roxxor-Charakter baue, den ich bauen möchte, weil ich Rücksicht auf meine Mitspieler nehmen will, schränke ich mich ein.  Wenn ein Spiel Regeln hat, um die Charaktere auf eiem vergleichbaren Machtniveau zu halten, ist das ebenfalls eine Einschränkung. 
 
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 13:07
Entweder verstehe ich Dich nicht richtig, oder Deine Logik ist ein wenig verquer. Wenn ich nicht den Roxxor-Charakter baue, den ich bauen möchte, weil ich Rücksicht auf meine Mitspieler nehmen will, schränke ich mich ein.  Wenn ein Spiel Regeln hat, um die Charaktere auf eiem vergleichbaren Machtniveau zu halten, ist das ebenfalls eine Einschränkung.  
 

Das Shaolin Meister Prinzip: Nur weil ich überdimensioniert rocken könnte, bedeutet es nicht dass ich es auch mache.

Oder anders ausgedrückt: Wissen um Spotlight-Verteilung. Man kann sich gerne einen optimierten Charakter bauen. Wenn man ein Gefühl für Spotlight-Verteilung hat, dann überlässt man auch anderen Spielern mal die Bühne und nimmt sich selbst zurück. Spotlight-Verteilung muss nicht nur beim Meister liegen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 15.08.2013 | 13:39
Ich mag diesen Ansatz nicht. Das hat immer sowas von "Gnädigerweise lasse ich euch unwissende Kindlein mal machen... und wenn ihr's verbockt, kann ich immer noch auf meinen Win-Button drücken".
Man stelle sich das mal in der Praxis vor: "WTF? Wir mühen uns da stundenlang ab, über die Schlucht rüberzukommen, und du hättest uns einfach _fliegen_ können???"

Ich vergleiche das gerne mit dem Bild von einem Erwachsenen, der lächelnd zusieht wie ein Fünfjähriger sich abmüht, an das obere Regal ranzukommen - obwohl es für ihn selbst nur ein Handgriff wäre, das Gewünschte zu holen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 15.08.2013 | 13:49
Ich mag diesen Ansatz nicht. Das hat immer sowas von "Gnädigerweise lasse ich euch unwissende Kindlein mal machen... und wenn ihr's verbockt, kann ich immer noch auf meinen Win-Button drücken".
Man stelle sich das mal in der Praxis vor: "WTF? Wir mühen uns da stundenlang ab, über die Schlucht rüberzukommen, und du hättest uns einfach _fliegen_ können???"

Ich vergleiche das gerne mit dem Bild von einem Erwachsenen, der lächelnd zusieht wie ein Fünfjähriger sich abmüht, an das obere Regal ranzukommen - obwohl es für ihn selbst nur ein Handgriff wäre, das Gewünschte zu holen.
Naja, sehe ich anders.

Auf der technischen Ebene ist das alles richtig, aber die RPG-Komponente gibt es auch noch. Was dann dazu führen kann, dass ich z. B. als Magier aus Fluffgründen eine eher "schwache" PrC nehme, bestimmte Zauber ablehne oder ähnliches. Das obige Beispiel passt auch nicht wirklich, weil in der Situation niemandem ein Spotlight geklaut wird.

Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 15.08.2013 | 13:50
Entweder verstehe ich Dich nicht richtig, oder Deine Logik ist ein wenig verquer. Wenn ich nicht den Roxxor-Charakter baue, den ich bauen möchte, weil ich Rücksicht auf meine Mitspieler nehmen will, schränke ich mich ein.  Wenn ein Spiel Regeln hat, um die Charaktere auf eiem vergleichbaren Machtniveau zu halten, ist das ebenfalls eine Einschränkung. 
 

Sind Spielregeln nicht immer eine "Einschränkung"? Die Frage ist doch, was man mit den Regeln abbilden und erreichen möchte.
Wenn meine Grundprämisse ist, dass alle Charaktere immer gleichwertig bleiben sollen, greife ich auf ein anderes Regelwerk zurück, als wenn ich verschiedene Machtniveaus innerhalb einer möglichen Spielergruppe abbilden können möchte.

Da gibt es meiner Meinung nach kein richtig und kein falsch, sondern nur eine Präferenz.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 14:21
Ich habe Wormy jetzt so verstanden, dass man halt ein bestimmtes Powerniveau _für die Gruppe_ wählen kann. Natürlich ist es nicht so nett, wenn ich einen Uber-CoDzilla in einer Gruppe baue, von der ich weiß dass die anderen in Sachen Optimierung eher so auf Order-of-the-Stick Niveau dümpeln.

Aber man kann sich in der Gruppe abstimmen und auf ein bestimmtes Powerniveau verständigen. Dann macht die eine Gruppe Fighter/Rogue/Healbot und die andere Warblade/Swordsage/Bard und die dritte Druid/Wizard/Cleric mit effizienter Skillung.

So verstehe ich dies durchaus auch, aber diese Klassen haben ja auch unterschiedliche Hintergründe und decken nicht nur ein Powerniveau sondern auch ein Charakterkonzept ab.

Wenn ich nun ein weitgehend klassenneutrales Balancing habe so kann ich jedes gewünschte Powerniveau mit jedem Charakterkonzept abdecken. Ist dies nicht mehr so dann bin ich auf bestimmte Konzepte beschränkt.

Worms sagte nun oben etwas das sicher richtig ist. Man kann Charakterkonzepte auch auf unterschiedliche Weise abdecken. Das stimmt schon. Aber am Ende sind eben z.B. Ninja und Schurke doch auch im Flair unterschiedlich, und die Möglichkeiten mit diesem Mittel die Problematik zu umgehen sind sehr begrenzt.

Der Ansatz Klassen in Tiers einzuteilen muss letztlich immer zu einer Einschränkung der Charaktervielfalt führen. Alle "aber der SL kann doch gegenwirken", "der Spieler muss dies ja nicht ausreizen" Argumente behandeln nur die Symptome des Problems und habe wieder ihre eigenen neuen Konsequenzen.

Völlig unnötig. Es ist eigentlich ja kein so besonders spektakulärer Ansatz erst einmal alle Charakterkonzepte gleich spielbar und nützlich zur Problemlösung zu machen. Gegenüber dem unbalanciertem Ansatz hat man dabei nur Vorteile, lustigerweise ja auch dann wenn man Unterschiede im Powerniveau haben möchte.

Die einzigen die davon Nachteile haben sind natürlich die Designer der Spiele, die mehr Aufwand betreiben müssen, ein besseres Spiel erstellen müssen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 14:32

Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?

Das Problem hierbei ist das dieser Ansatz den Schurken wissentlich in größere Gefahr bringt (ähnlich ist es bei "lass ihn doch die Steilwand raufklettern, fliegen muss nicht sein")

Etwas das der Magier, wenn es eine Gruppe von Gefährten und Freunden ist IG nicht tun würde. Er tut es letztlich dennoch weil die Gruppe draußen am Spieltisch auch Freunde sind. Aber dies erkauft man sich durch eine größere Distanz zum eigenem Charakter. Einerseits will man sich in diesen hineinversetzen und tun was er tun würde. Anders herum weiß man dass dies anderen den Spaß verdirbt.

Beim Balancing gibt es ja oft diese schöne Spaßserie vom Angel Summoner und dem BMX Bandit. In einer Folge will der Angel Summoner dem BMX Bandit das Spotlight überlassen. Dieser soll nun über eine Straßenschlucht durch ein Fenster springen und die bösen Jungs mit seinem Bike verhauen.

In der Serie hilft der Angel Summoner ihm heimlich, beschwört seine Engel. Was wäre wenn nicht? Stürzt der BMX Bandit dann ab? Stirbt und die bösen sind erfolgreich, machen was auch immer sie so vorhatten?

Das ist eben ein Problem. IG würden die Charaktere die beste Lösung nutzen wollen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 15.08.2013 | 14:39

Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?

Ich weiß nicht, das finde ich irgendwie unbefriedigend. Das Spiel sagt Dir: Schau, da sind all die tollen Möglichkeiten, wie Du Deinen Charakter verbessern kannst und was Du so alles mit ihm anstellen kannst. Dafür steigst Du ja Deine Stufen auf, erlebst Abenteuer und sammelst Erfahrungspunkte.
Im selben Augenblick sagt Dir aber Deine innere Stimme, dass Du lieber keine dieser Optionen nutzen solltest, um den Schurken in Deiner Runde nicht traurig zu machen.

Die SCs mit all ihren Bau-Optionen schreien regelrecht danach, effizient ausgebaut zu werden. Und als Spielergruppe verordnet man sich dann eine Feat- und Spruch-Diät. Irgendwie finde ich das paradox.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 14:47
Paradox ist es, in einem Gruppenspiel nur nach eigenem Ego zu spielen, nur weil es geht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 15.08.2013 | 14:48
Deshalb mache ich meine Magier immer etwas schusselig und ungeschickt so dass sie nicht grad als Spione geeignet sind. Und was spricht dagegen, den Schurken zu polymorphen? Der wird das dann schon schaukeln.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 14:49
Das ganze hat ja auch nicht nur mit Main-Maxing oder Splatbooks zu tun. Schon die simpelsten Optionen weisen die Balancingproblematik auf.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 15.08.2013 | 14:52
Stimmt schon, allerdings ist es ja auch Rollenspiel, da kann man die SCs auch so spielen, dass sie zusammenpassen. Die ganzen Optionen sind im Grunde auch nur Anregungen zum Spiel.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 14:58
Ja, aber genau deshalb will ich mich ja in eine Rolle, in einen Charakter hineinversetzen. Um diesen besser ausspielen zu können. Jede Entscheidung die auf etwas anderem beruht als auf der Frage: "was würde dieser Charakter tun?" erzeugt eine Distanz zu diesem.

Das ist dann ein Kompromiss zum wohl der Gruppe. Aber ein unnötiger, denn in einem besserem System gäbe es diesen Widerspruch gar nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 15:05
Ja, aber genau deshalb will ich mich ja in eine Rolle, in einen Charakter hineinversetzen. Um diesen besser ausspielen zu können. Jede Entscheidung die auf etwas anderem beruht als auf der Frage: "was würde dieser Charakter tun?" erzeugt eine Distanz zu diesem.

Das ist dann ein Kompromiss zum wohl der Gruppe. Aber ein unnötiger, denn in einem besserem System gäbe es diesen Widerspruch gar nicht.

Das eine hallte ich für eine Ausrede, das andere für eine Illusion.

Wenn sich dein Gefühl der Immersion nur dann ergeben kann, wenn du Vollgas gibst, dann ist das nur eine Ego-Tour.
Gerade bei homogeneren Systemen kommt immer wieder als Kritik dass das Gefühl der Immersion noch weniger aufkommt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 15.08.2013 | 15:28
Paradox ist es, in einem Gruppenspiel nur nach eigenem Ego zu spielen, nur weil es geht.
+1

Wobei ich doch nach meinem Ego spiele, nur heisst das nicht, dass dies zwangsläufig zu übermächtigen Charakteren führen muss.
Als Magier könnte ich mit Illusionen einen Gefangenen wahrscheinlich viel besser zu etwas zwingen, als es jemand mit Intimidate jemals könnte. Mein Charakterkonzept verbietet es mir aber.
Wenn ich einer Harper Scout spielen will, bin ich damit in manchen Gegenden der FR ziemlich am Arsch, wenn das rauskommt. Will ich trotzdem.

D&D bietet mir zigtausend Möglichkeiten, meinen Charakter zu gestalten. Ihn so effektiv in allen Bereichen wie möglich zu machen, ist eine Option, aber nicht die alleinige.

Seltsamerweise war es in meinen Gruppen immer so, dass die Gruppe sich einfach von sich aus ergänzt hat. Wie in einem MMORPG, vielleicht nicht ganz so statisch in Tank, DD und Healer, aber auch nicht ganz so weit entfernt davon.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Teylen am 15.08.2013 | 15:36
Beim Balancing gibt es ja oft diese schöne Spaßserie vom Angel Summoner und dem BMX Bandit. In einer Folge will der Angel Summoner dem BMX Bandit das Spotlight überlassen. Dieser soll nun über eine Straßenschlucht durch ein Fenster springen und die bösen Jungs mit seinem Bike verhauen.
Eigentlich hat der BMX Bandit zweimal davor - bei kleineren Problemen, seiner Größe - einen Plan vorgeschlagen bei dem er etwas hätte unternehmen können. An der Stelle wo der Angel Summoner ihm das Spotlight überlassen mag sagt der BMX Bandit bereits das er es eigentlich für vollkommen unmöglich hält - weil das Problem tatsächlich ein Tier1 Problem ist.

Vor die Wahl gestellt das jetzt zu tun oder kein Spotlight mehr zu kommen radelt der BMX Bandit frustriert los.

Zitat
In der Serie hilft der Angel Summoner ihm heimlich, beschwört seine Engel. Was wäre wenn nicht? Stürzt der BMX Bandit dann ab? Stirbt und die bösen sind erfolgreich, machen was auch immer sie so vorhatten?
In der Serie kommt der BMX Bandit dahinter das der Angel Summoner ihm "heimlich" hilft und fordert das der Summoner das unterläßt. Einfach weil es der Demütigung zuviel ist. Er stürtzt dann ab und der Summoner sucht sich einen neuen Sidekick (Dressurreiter Girl).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 15.08.2013 | 16:08
Sind Spielregeln nicht immer eine "Einschränkung"?

Klar.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 18:03
Wenn sich dein Gefühl der Immersion nur dann ergeben kann, wenn du Vollgas gibst, dann ist das nur eine Ego-Tour.

Mit Vollgas hat dies überhaupt nichts zu tun, das Problem gibt es ja schließlich auch anders herum (aus OOC Gründen etwas tun das stärker ist als das was der Charakter getan hätte)

Es geht rein um die Trennung von IG Motivation und OOC Motivation.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 18:35
Mit Vollgas hat dies überhaupt nichts zu tun, das Problem gibt es ja schließlich auch anders herum (aus OOC Gründen etwas tun das stärker ist als das was der Charakter getan hätte)

Es geht rein um die Trennung von IG Motivation und OOC Motivation.

Finde ich als Grundlage nicht OK. Du hast von Anfang an 4 Beschränkungen die eigentlich als gleichwertig zu betrachten sind: Gruppe - Regeln - Setting - Abenteuer.
Davon 1-2 für sich als nichtig zu erklären, da sie die Immersion stören, finde ich nicht tragbar.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 15.08.2013 | 18:55
Um einen stärkeren Charakter spielen zu können muss man aber die klassenbalance nicht durcheinander bringen. Man kann auch einfach einen stärkeren Charakter spielen. Und dies von vornherein in der Gruppe so abstimmen. Es jedem ersichtlich machen.

Wer bringt denn die Klassenbalance durcheinander? Derjenige, der den Zauber "knock" als das versteht, was er ist, nämlich eine Notfallhilfe (falls kein Schurke zur Hand ist) oder derjenige, der mit RAW argumentierend darauf besteht, dem Schurken das Spotlight klauen zu dürfen, weil der Zauber das eh besser kann?

Davon ab verweise ich auf Feuersänger (und wie froh bin ich, dass man meine Posts offenbar auch richtig verstehen kann): Es geht darum, dass verschiedene Klassen innerhalb des Systems verschiedene Powerniveaus bedienen, was bei jeweiliger Klassenwahl entsprechende Möglichkeiten bietet. Das hat man in der 4E ab System so eben nicht. Dabei geht es gar nicht darum, einen stärkeren Charakter spielen zu wollen, sondern die für das jeweilige Spiel passenden Charaktere.

Zitat
Nichts anderes ist es aber wenn ein Charakter zwar Stufe X dranstehen hat, aber Stufe x+3 drin steckt.

hat er ja nicht. Es sei denn, man baut ihn mit Absicht darauf hin.


Entweder verstehe ich Dich nicht richtig, oder Deine Logik ist ein wenig verquer. Wenn ich nicht den Roxxor-Charakter baue, den ich bauen möchte, weil ich Rücksicht auf meine Mitspieler nehmen will, schränke ich mich ein.  Wenn ein Spiel Regeln hat, um die Charaktere auf eiem vergleichbaren Machtniveau zu halten, ist das ebenfalls eine Einschränkung.

Naja, gegenseitige Rücksichtnahme ist für mich Grundvoraussetzung des Spiels, insoweit gehe ich davon aus, dass die bei allen vorhanden ist. Was auch bedeutet, das jeder mal Rücksicht nimmt. Mit Leuten, die ungehindert ihrem Egoismus frönen wollen, kann ich hingegen wenig anfangen. Und zwar auch dann, wenn das System den Egoismus von vorneherein unterbindet. Den zweiten Satz unterschreib ich, das hab ich ja in Bezug auf die 4E so geäußert.

Wenn ich nun ein weitgehend klassenneutrales Balancing habe so kann ich jedes gewünschte Powerniveau mit jedem Charakterkonzept abdecken. Ist dies nicht mehr so dann bin ich auf bestimmte Konzepte beschränkt.

Kannst du nicht, denn bestimmte Charakterkonzepte machen auf unterschiedlichen Powerniveaus wenig bis keinen Sinn.

Zitat
Der Ansatz Klassen in Tiers einzuteilen muss letztlich immer zu einer Einschränkung der Charaktervielfalt führen

Alleine die Tatsache, dass es nicht ein einziges 4E-Konzept gibt, dass ich nicht mit Leichtigkeit auch in der 3e umsetzen kann, führt diese behauptung ad absurdum.

Die SCs mit all ihren Bau-Optionen schreien regelrecht danach, effizient ausgebaut zu werden.

Finde ich zum Beispiel nicht. Für mich schreien die danach, ganz viele unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen bauen zu können. Manche davon sind effizienter, andere ineffizienter, das kann ich dann ganz nach Bedarf der Runde wählen.

Seltsamerweise war es in meinen Gruppen immer so, dass die Gruppe sich einfach von sich aus ergänzt hat. Wie in einem MMORPG, vielleicht nicht ganz so statisch in Tank, DD und Healer, aber auch nicht ganz so weit entfernt davon.

So kenne ich das auch. Ich bin ehrlich gesagt auch davon überzeugt, dass in einem großen Teil der Gruppen viele der angeblichen Balanceprobleme gar keine große Rolle spielen, weil die Spieler eben nicht alle Bücher durchforsten, um noch das letzte Quentchen aus ihrem Charakter zu pressen.

Ja, aber genau deshalb will ich mich ja in eine Rolle, in einen Charakter hineinversetzen. Um diesen besser ausspielen zu können. Jede Entscheidung die auf etwas anderem beruht als auf der Frage: "was würde dieser Charakter tun?" erzeugt eine Distanz zu diesem.

Das ein Charakter eine Fähigkeit, die er besitzt, nicht einsetz, davon halte ich jetzt auch nicht so besonders viel. Aber um beim Magier zu bleiben: Die Entscheidung, seinen Charakter den Zauber "knock" nicht lernen zu lassen, ist ja eine ooc-Entscheidung (die idealerweise ingame begründet ist). In diesem Fall kommt es gar nicht zu dem von dir konstruierten Konflikt, da er ingame gar nicht tun kann, was du ihm out of game nicht gegeben hast.

Oder anders gesagt: dein Problem ("Jede Entscheidung die auf etwas anderem beruht als auf der Frage: "was würde dieser Charakter tun?" erzeugt eine Distanz zu diesem.") stellt sich erst gar nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 19:59
Es geht darum, dass verschiedene Klassen innerhalb des Systems verschiedene Powerniveaus bedienen, was bei jeweiliger Klassenwahl entsprechende Möglichkeiten bietet. Das hat man in der 4E ab System so eben nicht. Dabei geht es gar nicht darum, einen stärkeren Charakter spielen zu wollen, sondern die für das jeweilige Spiel passenden Charaktere.

Du sprichst davon dass man ein Spiel mit einer Gruppe auf einem einheitlichem Powerniveau spielen kann, und mit einer anderen auf einem anderem Powerniveau? Klingt super. Und nun sag ich: am besten ist dies wenn man mit beliebigen Klassen dies machen kann. Und nicht daran gebunden bin nun nur noch Klassen aus den passenden Tiers zu wählen.

Will ich stärker spielen? Höheres Level. Schwächer? Niedrigeres Level.

Dafür sind Charakterstufen da, um Unterschiede im Stärkeniveau anzuzeigen. In unbalancierten Systemen stimmt die Angabe nur nicht, ist ein Magier 10 nicht genauso stark wie ein Krieger 10.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 15.08.2013 | 20:39
Und nun sag ich: am besten ist dies wenn man mit beliebigen Klassen dies machen kann. Und nicht daran gebunden bin nun nur noch Klassen aus den passenden Tiers zu wählen.

Erstens bist du das ja nicht. Lustigerweise zeigt ja die Erfahrung, dass Gruppen mit Tier 1- bis Tier 5-Charakteren über den gesamten Stufenbereich gut funktionieren können. Und zweitens: Ein mundäner Kämpfer (aka Fighter in 3.5; nur als Beispiel) hat in dieser Funktion nun mal Probleme, wenn es in Levelregionen geht, in denen man es typischerweise mit der Rettung der Welt oder ähnlich großen Ereignissen zu tun bekommt. Die eine Lösung ist es nun, einfach keine mundänen Kämpfer mehr einzusetzen bzw. alle Klassen über denselben Balancekamm zu bügeln. Eine andere ist es, statt dessen Alternativen zu schaffen, mit denen man Nahkampfcharaktere auch in diesem Bereich gleichwertig spielbar machen kann. Sei es durch Prestigeklassen, durch anders designte Grundklassen, Archetypen, was auch immer. Und eine dritte wäre es, zu akzeptieren, dass durch verschiedene Klassen Wesen dargestellt werden, die auf einem unterschiedlichen Machtniveau funktionieren und das dann entsprechend ins Rollenspiel einzubinden.

Und da ich die zweite und dritte Lösung der ersten gegenüber deutlich bevorzuge, bin ich mit D&D 3.5/PF eigentlich ganz zufrieden, zumal mir dieses System sehr flexibel erlaubt, an allen möglichen Schrauben zu drehen, gerade weil es keinen großen Balancedruck gibt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 15.08.2013 | 21:13
Der eine Schönheitsfehler daran ist halt, dass man erstmal realisieren muss, dass die Klassen in unterschiedlichen Ligen spielen. Die Spielregeln lassen einen da ja wie gesagt komplett alleine, und tun so als seien ein Fighter(16), ein Fighter(8)/Sorcerer(8) und ein Sorcerer(16) genau gleichviel wert. Man muss die harte Wahrheit erst selber rausfinden, oder von Dritten darüber aufgeklärt werden (und diese Aufklärung dann auch noch annehmen und nicht die Finger in die Ohren stecken und brabbeln).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Praion am 15.08.2013 | 21:28
Naja, sehe ich anders.

Auf der technischen Ebene ist das alles richtig, aber die RPG-Komponente gibt es auch noch. Was dann dazu führen kann, dass ich z. B. als Magier aus Fluffgründen eine eher "schwache" PrC nehme, bestimmte Zauber ablehne oder ähnliches. Das obige Beispiel passt auch nicht wirklich, weil in der Situation niemandem ein Spotlight geklaut wird.

Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?

Ne. Kämpfer und Barbaren in Purple Wurm verwandeln rockt viel mehr!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 21:33
Erstens bist du das ja nicht. Lustigerweise zeigt ja die Erfahrung, dass Gruppen mit Tier 1- bis Tier 5-Charakteren über den gesamten Stufenbereich gut funktionieren können. Und zweitens: Ein mundäner Kämpfer (aka Fighter in 3.5; nur als Beispiel) hat in dieser Funktion nun mal Probleme, wenn es in Levelregionen geht, in denen man es typischerweise mit der Rettung der Welt oder ähnlich großen Ereignissen zu tun bekommt. Die eine Lösung ist es nun, einfach keine mundänen Kämpfer mehr einzusetzen bzw. alle Klassen über denselben Balancekamm zu bügeln. Eine andere ist es, statt dessen Alternativen zu schaffen, mit denen man Nahkampfcharaktere auch in diesem Bereich gleichwertig spielbar machen kann. Sei es durch Prestigeklassen, durch anders designte Grundklassen, Archetypen, was auch immer. Und eine dritte wäre es, zu akzeptieren, dass durch verschiedene Klassen Wesen dargestellt werden, die auf einem unterschiedlichen Machtniveau funktionieren und das dann entsprechend ins Rollenspiel einzubinden.

Und da ich die zweite und dritte Lösung der ersten gegenüber deutlich bevorzuge, bin ich mit D&D 3.5/PF eigentlich ganz zufrieden, zumal mir dieses System sehr flexibel erlaubt, an allen möglichen Schrauben zu drehen, gerade weil es keinen großen Balancedruck gibt.

Lösung 3 funktioniert aber wie gesagt besser wenn man sie nicht nur mit ein paar ausgewählten Klassen nutzen kann, sondern mit allen. Will ich verschiedene Stärkeniveau darstellen so ist es besser wenn dies mit allen Klassen möglich ist.

Ich kann dann immer noch den übermächtigen Magier spielen. Nur das ich dies dann bewusst entscheide.

Lösung 2 ist der weiter oben angesprochene Kompromiss. "wenn dein Kämpfer dir zu schwach ist spiel doch was anderes" - fraglos mit viel gutem willen, und dem Wunsch dem Spieler ähnliche Konzepte ans Herz zu legen. Aber doch am ende nur der Ratschlag etwas anderes zu spielen.

Die Frage ist: was genau gewinnt man dadurch eigentlich? Oder was erhofft man dadurch zu gewinnen? Wenn man die levelangabe ignoriert und an alle Klassen eine neue dranschreibt, die ihre tatsächliche Stärke auf dieser Stufe beschreibt so wären sie mit einem simplen Mittel besser ausbalanciert. Noch lange nicht perfekt, aber besser.

Sie wären weiterhin die gleichen Klassen um keinen Deut flexibler oder unflexibler. Aber besser ausbalanciert. Praktisch gesehen könnte man diese Maßnahmen nun fortführen doch egal was man macht....man verliert dadurch nie etwas und gewinnt nur Balance und Spielbarkeit.

Der einzige negative Effekt ist dass man sich Arbeit machen muss und dass diese qualitativ gut sein muss. Menschen machen Fehler. D&D 3.5 ist nicht schlecht ausbalanciert weil man sich davon etwas erhofft. Es ist schlecht ausbalanciert weil man es nicht besser hinbekam, zu wenig drüber nachgedacht hat wie man dies hinbekommen könnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 21:49
"Balance" ist eh ein Hirngespinst.
Du versuchst aber weiterhin diese ominöse Balance über die Regeln zu erreichen, einer der Orte wo sie nun mal nichts zu suchen hat. Balance entsteht am Spieltisch und dies entweder Ad-Hoc über Spieleiterwillkür, in diesem Fall positiv eingesetzt um eben die Balance zu wahren oder, noch früher einsetzend und da wo sie auch sein sollte, zwischen den Spielern in dem bestreben gemeinsam Spaß zu haben, einen angenehmen Spielfluss und Spielverlauf zu gewähren und auch, schlicht gesagt, eine gleichmäßige Spotlightverteilung zu haben. Ja, da steht ein Kompromiss dahinter, aber auch der Vorsatz den Spieleiter seinen Job machen zu lassen und ihn nicht mit Balance zu belästigen, der oder die Gute hat ja besseres zu tun.
Balance kann man auch mit den mechanisch unausgegorensten Systemen aller Zeiten erreichen wenn man sie da anstrebt, wo sie sein soll. Für mich persönlich ist diese Fixierung auf mechanische Balance/System Balance des letzten Jahrzehnts einfach nur der gescheiterte Akt genau den sozialen Kompromiss, mit allen seinen Folgen, vom Tisch zu entfernen um eine Kuscheladmosphäre zu schaffen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 21:59
Was denn nun? Ist Balance Spielleitersache oder hat der anderes und besseres zu tun?

Es ist doch ganz klar dass man balancing auch später schaffen kann, und auch im bestbalanciertem System wird der SL noch damit Arbeit haben. Aber diesen Aufwand zu minimieren ist eine gute Idee.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 15.08.2013 | 22:03
Was denn nun? Ist Balance Spielleitersache oder hat der anderes und besseres zu tun?

Es ist doch ganz klar dass man balancing auch später schaffen kann, und auch im bestbalanciertem System wird der SL noch damit Arbeit haben. Aber diesen Aufwand zu minimieren ist eine gute Idee.

Balance sollte keine Spielleitersache sein wenn man aufmerksame Spieler hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 15.08.2013 | 22:08
Das verschiebt den Aufwand nur, ändert aber nichts daran das es besser ist wenn der Aufwand geringer ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 15.08.2013 | 22:09
Für mich persönlich ist diese Fixierung auf mechanische Balance/System Balance des letzten Jahrzehnts einfach nur der gescheiterte Akt genau den sozialen Kompromiss, mit allen seinen Folgen, vom Tisch zu entfernen um eine Kuscheladmosphäre zu schaffen.

Ich glaube, die Thematisierung von Balance kommt a) von Computerspielen (in denen man immer mit der nackten Mechanik konfrontiert ist) und ist b) eine Folge des Internets, auf das jeder zugreifen kann, um dort seine stärksten Builds zu posten und sie von dort zu beziehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 15.08.2013 | 23:45
Lösung 3 funktioniert aber wie gesagt besser wenn man sie nicht nur mit ein paar ausgewählten Klassen nutzen kann, sondern mit allen. Will ich verschiedene Stärkeniveau darstellen so ist es besser wenn dies mit allen Klassen möglich ist.

Das wäre natürlich ein Traum. Nur gibt es leider keine eierlegenden Wollmilchsäue. Also bleibt einem System, dass sich daran anähern will, gar nichts anderes übrig, als die Sachen einzeln in den Topf zu werfen.

Zitat
Ich kann dann immer noch den übermächtigen Magier spielen.


Ich hab ja keine Ahnung, warum du mit Gewalt einen übermächtigen Magier spielen willst bzw. warum du dann zur 4E gewechselt bist. Ich brauch das jedenfalls nicht. Aber ich glaub ja auch nicht, dass 3.5/PF spielen heisst, dass man seinen Magier nur dann auch so nennen darf, wenn man ihn ans Maximum optimiert.

Zitat
Lösung 2 ist der weiter oben angesprochene Kompromiss. "wenn dein Kämpfer dir zu schwach ist spiel doch was anderes"

Nein, eigentlich ist der Kompromiss: "Wenn dein Kämpfer dir (für diese Runde) zu schwach ist, dann bau ihn halt stärker." Funktioniert prächtig, solange man versteht, dass der Begriff "Kämpfer" hier für einen Charakter steht und nicht für ein Regelkonstrukt.

Zitat
Die Frage ist: was genau gewinnt man dadurch eigentlich? Oder was erhofft man dadurch zu gewinnen?

Bessere Weltsimulation. In einer guten Welt gibt es keine Spielbalance.


Sie wären weiterhin die gleichen Klassen um keinen Deut flexibler oder unflexibler. Aber besser ausbalanciert. Praktisch gesehen könnte man diese Maßnahmen nun fortführen doch egal was man macht....man verliert dadurch nie etwas und gewinnt nur Balance und Spielbarkeit.

Zitat
Es ist schlecht ausbalanciert weil man es nicht besser hinbekam, zu wenig drüber nachgedacht hat wie man dies hinbekommen könnte.

Da haben sie aber Glück, dass es so viele Spieler gibt, die lieber so einen Schrott spielen als das Balancewunder 4E. Oder es könnte sein, dass sie doch ein bissl mehr Ahnung haben, als du ihnen zugestehen willst und gewusst haben, dass es viel wichtigeres gibt als regelimplementierte Spielbalance und dass die meisten Rollenspieler problemlos damit umgehen können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 16.08.2013 | 00:27
Da muss ich jetzt mal einhaken:
Ich erinnere mich noch an die Frühzeit von 3E  :korvin: und was damals in den einschlägigen Foren diskutiert wurde -- da wurde wirklich noch die offizielle Doktrin vertreten, dass alle (Kern-)Klassen zueinander ausbalanciert sind; mit ebendiesen Argumenten die wir heute sofort als fadenscheinig entlarven.

Aber wie gesagt, das ganze System war neu, auch für die Designer war es #Neuland, und es dauerte wohl auch erstmal eine ganze Weile, bis die ganzen Lücken und Loopholes im System von eifrigen Spielern entdeckt worden waren -- vorher in den Playtests sind die jedenfalls niemandem aufgefallen.

Im Lauf der Zeit haben die (meisten) Designer zwar dazugelernt -- aber so richtig auch erst nach der VÖ von 3.5, da war die Chance schon vertan, die Big Three _substantiell_ anzupassen. Und später PF hat sich auch nicht getraut, da mal wirklich aufzuräumen.

Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wieviel z.B. ein Sean K. Reynolds (ihr habt es vielleicht schon gemerkt: mein Feindbild!) seit dem Ende des 3.5-Zyklus über "sein" System gelernt hat, aber damals jedenfalls war er bzgl seiner eigenen Machenschaften vollkommen ahnungslos. Der Mann hat zwar erkannt, dass nicht alle Feats gleich viel wert sind -- aber er hat die Wertigkeiten oft exakt falschrum zugeordnet; seiner Meinung nach z.B. ist "Toughness" (die D&D-Version, die einmalig 3HP gibt) doppelt soviel wert wie "Quicken Spell". Das hat er noch mindestens bis Ende 2003 vertreten, also noch nach dem Upgrade auf 3.5.
I am not making this up! (http://www.seankreynolds.com/rpgfiles/misc/featpointsystem.html)

Dasss 3.X nach wie vor so beliebt ist, liegt wohl an allem Möglichen, aber bestimmt nicht an der tollen Balance. Eher an der großen Abwechslung bedingt durch den gewaltigen Optionenreichtum. An dem konstanten Verjüngungseffekt durch das Stufensystem. An dem Gefühl wie an Weihnachten, wenn man shiny neue Ausrüstung gewonnen hat. All sone Sachen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 00:36
Steck den Alten-Mann-Smilie weg, denn ich denke, viele haben den Start der 3E mitgemacht.

Ich frage mich da nur des öfteren, wenn die 3E ihren bestimmten Spielstil forciert hätte, der wohl Hand in Hand mit der Planung und den Playtests gegangen ist, die Designer damals die Eier in der Hose gehabt hätten und ähnlich der 4E gesagt hätten "So soll das sein, der Rest kann sich trollen!", ob dann die Balance noch so ein Thema geworden wäre. (Ok, es wäre nicht der Erfolg gewesen, der es geworden ist, siehe den Antagonismus auf den die 4E traf, wenn man Leuten sagt was Gutes Rollenspiel (TM) ist [Wobei, DSA...])

Siehe dazu die ersten Abenteuer, wie Zitadelle in Ewiger Nacht oder den Tempel des Elementaren Bösen. Betrachtet man diese, erfährt man einiges aus der angedachten Balance.

Denn war damals nicht eine der wichtigsten Erkenntnisse die Sache das der Story-Fokus von AD&D 2nd es verkackt hatte und nutze man nicht den Slogan "Back to the Dungeon!" aus genau dem Grund?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 16.08.2013 | 07:09
4E Diskussionen oder Nebenthemen interessieren hier nur wenige. Können wir uns bitte etwas näher am Thema bewegen... mir geht das Abdriften in jedem Kontext D&D betreffend zur achsotollen 4E dermaßen auf den Senkel, dass es mir die interessant gestarteten PF Threads echt verhagelt.
[/frust]
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 07:35
Huh?

Jetzt mal im Ernst, ich bin zwar auch kein großer Fan der ewigen 4E/D&D 3.5/PF-Diskussionen, aber hier geht es nun mal um D&D.
Denn auch wenn "Pathfinder" drübersteht, ist es im Prinzip (fast) nichts anderes als D&D 3.75.

Und in diesem Thread wurde ja explizit sogar nach anderen Systemen gefragt bzw. wie man das System besser handlen kann, womit die folgende Diskussion nun nicht wirklich "Threadjacking" war.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 07:38
Nein, eigentlich ist der Kompromiss: "Wenn dein Kämpfer dir (für diese Runde) zu schwach ist, dann bau ihn halt stärker." Funktioniert prächtig, solange man versteht, dass der Begriff "Kämpfer" hier für einen Charakter steht und nicht für ein Regelkonstrukt.

Klar - und bis zu einem gewissem Grad geht dies. Aber mit jeder alternativen Klasse, mit jedem Archetyp und jeder Prestigeklasse holt man auch Hintergründe dazu. Die den Charakter mit prägen.

Am Ende spielt man eben doch etwas anderes als das gewünschte. Das sieht man ja auch oben beim Schurken / Ninja Beispiel. Natürlich kann ich den Schurkencharakter auch mit der Ninja Klasse spielen. Man sollte nur nicht glauben dass dies ohne Auswirkungen bleibt, auch wenn ich Schurke dran schreibe so sind seine Aktionen doch die eines Ninja.


Bessere Weltsimulation. In einer guten Welt gibt es keine Spielbalance.

Weltsimulation funktioniert ebenfalls besser mit ausbalancierten Systemen, schließlich stimmt in diesen die Stärkeangabe der simulierten Kreaturen besser. Viel mehr Auswirkungen gibt es dort dann ja eh nicht, Balancing ist kein Thema das Weltsimulation wirklich betrifft.

Auf die Kommentare zur 4e geh ich lieber nicht ein - aber glaubst du dieser Thread wurde aus einem anderem Grund eröffnet als dem dass der Threaderöffner Probleme mit dem Balancing hatte? Es gibt Tausende derartige Threads, man braucht keine Editionskriege um über Balancing in 3.5 und PFRPG zu sprechen. Ich sehe es wie Luxferre, die 4e hat hier nix zu suchen und sie hier einzubringen nach dem Motto: schau da, balancing hilft der 4e auch nicht ist nicht mehr als eine Ablenkung.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 16.08.2013 | 07:43
Man sollte nur nicht glauben dass dies ohne Auswirkungen bleibt, auch wenn ich Schurke dran schreibe so sind seine Aktionen doch die eines Ninja.
Da kommt es immer darauf an wie man das beschreibt oder erklärt.
Ich kann die Ninja Klasse wählen und der SC kann sich noch immer als Schurke sehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 07:51
Und wird nicht ab und an auch mal außen vor gelassen, dass D&D 3.5 (und dementsprechend auch PF imho) die Edition der PrC ist/war?

Wenn mich der Schurke als "Ninja" nicht anspricht, warum nicht eine der zigtausend PrC nehmen, die mir eventuell mehr gefallen und auch zu meinem Charakterhintergrund passen?
Vom möglichen Multiclassing mal ganz abgesehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 07:52
Ja, wie gesagt - bis zu einem gewissem Grad. Allerdings führt besagter Charakter ja dann auch Aktionen durch, und diese wurden nun einmal mit dem Flair eines Ninja erdacht.

Passen zu diesem. Das gleiche gilt für Prestigeklassen.

Viel wichtiger aber ist: wenn mir das System die Wahl lässt Ninja oder Schurke zu spielen ohne dass dies Balancingauswirkungen hat, so bekomme ich eine größere Charaktervielfalt und kann die Mechanik Und die Aktionen des Charakters danach wählen was besser zum Charakter passt, anstatt danach was besser zum Powerlevel der Gruppe passt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 16.08.2013 | 07:58
Wie gesagt: Es kommt auf die Beschreibung an.
Unsichtbar machen ist kein asiatisches Vorrecht. Das macht Heinz der Magier schon seit OD&D. Und das Schurken magische Tricks beherrrschen (Use Scroll AD&D, Use Magic Device 3.x) ist auch nichts Neues.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 08:20
Ja, wie gesagt - bis zu einem gewissem Grad. Allerdings führt besagter Charakter ja dann auch Aktionen durch, und diese wurden nun einmal mit dem Flair eines Ninja erdacht.

Passen zu diesem. Das gleiche gilt für Prestigeklassen.

Viel wichtiger aber ist: wenn mir das System die Wahl lässt Ninja oder Schurke zu spielen ohne dass dies Balancingauswirkungen hat, so bekomme ich eine größere Charaktervielfalt und kann die Mechanik Und die Aktionen des Charakters danach wählen was besser zum Charakter passt, anstatt danach was besser zum Powerlevel der Gruppe passt.
Jetzt mal ernsthaft:
Wer sitzt am Tisch vor einer Kampagne und sagt: "Ich habe die Wahl zwischen Schurke und Ninja. Ninja gefällt mir nicht von meinem gewünschten Charakterkonzept, aber Schurke ist leider zu schwach..."  wtf?

Abgesehen von den Einschränkungen, die der SL durch seine Kampagne/sein Setting vorgibt (in 3.5 wäre Schurke bei einer Untoten-Kampagne so ziemlich die letzte Wahl gewesen..), kenne ich es nur so, dass sich Spieler ein Charakterkonzept überlegen und nachdenken, wie sie es am besten umsetzen. Und D&D 3.5 kam mit unendlich vielen Optionen daher, dieses zu verwirklichen. Der PHB Schurke ist nur ein "Gerüst", dass selbst in der Grundfassung Optionen anbietet. Wie gesagt, Multiclassing und/oder PrC und die ganze Welt der Konzepte steht offen...

Als SL hatte ich häufiger mal zwei Sorten Spieler dabei:
a) Spieler A war regelkundig. Der hat sich ein Konzept überlegt und dann gewühlt. Gefragt, welches Material er verwenden darf (bei mir häufig: Alles, an dem WotC dranstand inkl. DRAGON) und dann ging es ans planen, häufig für viele Stufen im Vorraus.
b) Spieler B hatte nur sein Konzept im Kopf, ganz grob, vielleicht noch nicht mal mit Regelbegriffen unterfüttert. Dann habe ich es mir angehört und Vorschläge unterbreitet. Schurke, der auch "Gottvertrauen" haben sollte? Divine Champion of Mask. Schurke, der auch noch zaubern sollte? Multiclass Wizard/Sorcerer und Arcane Trickster. Oder ganz weg von PrC und Multiclass, sondern hinzu Auswahl der Feats oder auf welche Skills der Fokus gelegt werden könnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 09:00
Natürlich, das ganze war ja auch nur die Erwiderung auf den Vorschlag den zu schwachen Charakter dann mit anderen Klassen etc. stärker zu machen. In der Praxis würden die meisten Spieler einfach damit Leben und wie du es beschreibst eben halbwegs passende Optionen wählen.

Und dann irgendwann vielleicht Threads wie diesen aufmachen.

Es ging nur darim dass man Klassen nicht zu 100% von ihrer Mechanik trennen kann, und mit jeder Option auch etwas Hintergrund dazu kommt.

Solange dieser ähnlich ist kann man dort gute Kompromisse machen, aber letztlich sind es unnötige Kompromisse.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Teylen am 16.08.2013 | 09:03
Jetzt mal ernsthaft:
Wer sitzt am Tisch vor einer Kampagne und sagt: "Ich habe die Wahl zwischen Schurke und Ninja. Ninja gefällt mir nicht von meinem gewünschten Charakterkonzept, aber Schurke ist leider zu schwach..."  wtf?
Hebt vorsichtig die Hand
Wenn das Konzept nicht auch vorsieht ein Taschenlampenfallenlasser oder eine Niete zu sein die effektiv nichts beitragen kann würde ich den Ninja vorziehen wenn der Schurke so schwach ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 09:20
Zitat
Solange dieser ähnlich ist kann man dort gute Kompromisse machen, aber letztlich sind es unnötige Kompromisse.
Wo sind das denn Kompromisse?
Sorry, ich habe noch NIE gehört, dass der PHB-Schurke by the book für jemanden das einzig wahre Charakterkonzept ist. Kann ja auch nicht, denn was ist der PHB-Schurke? Welche Skills, Feats hat er...welche Special Abilities?

Zitat
Wenn das Konzept nicht auch vorsieht ein Taschenlampenfallenlasser oder eine Niete zu sein die effektiv nichts beitragen kann würde ich den Ninja vorziehen wenn der Schurke so schwach ist.
Definiere mir "zu schwach".
In welchen Bereichen? "Zu schwach" für was?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 16.08.2013 | 09:23
Jetzt mal ernsthaft:
Wer sitzt am Tisch vor einer Kampagne und sagt: "Ich habe die Wahl zwischen Schurke und Ninja. Ninja gefällt mir nicht von meinem gewünschten Charakterkonzept, aber Schurke ist leider zu schwach..."  wtf?

ich verstehe nicht genau, was du meinst. So finde ich das jetzt nicht abwegig...

Zum Charakterkonzept: ich denke, bei uns halten sich "Konzept" und der Ansatz, einfach mal eine bestimmte Klasse spielen zu wollen, die Waage, wenn es um die Char-Wahl geht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 16.08.2013 | 09:36
Zitat
Wenn das Konzept nicht auch vorsieht ein Taschenlampenfallenlasser oder eine Niete zu sein die effektiv nichts beitragen kann würde ich den Ninja vorziehen wenn der Schurke so schwach ist.
Blos wenn dein Konzept vorsieht das der Char keine Komischen KI Tricks beherrscht ist der Ninja keine Option.

Der Ninja ist ja im Prinziep auch nur ne Krücke die über die Möglichkeit sich unsichtbar zu machen, das Fehlen eine vernünftigen Möglichkeit sich Sneak Attacks ohne die Hilfe der Mitspieler oder von magischen Gegenständen zu Generieren fixt. Wenn sich Paizo statt dessen mal hätte durchringen können einfach mal die Finte zu einer Brauchbaren Option aufzumotzen bräuchte man den garnicht so dringend.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 09:43
Zitat
ich verstehe nicht genau, was du meinst. So finde ich das jetzt nicht abwegig...
Was ich damit sagen will:
D&D 3.5 (und ich denke auch, PF) bietet doch eine Menge mehr Möglichkeiten, sein Charakterkonzept zu verwirklichen, als nur den Ninja ("Passt nicht") oder Schurken ("Zu schwach") als festgemeisselte Optionen für den Spieler zu sehen.

Anders:
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, standen OD&D-Spieler, die gerne einen Magier/Kämpfer-Hybriden vom Konzept her spielen wollten, vor der Wahl: Elf oder nicht möglich. Diese Einschränkung gibt es aber so nicht mehr.

Wenn jemand bei Euch "Konzept" und "Klasse" im Kopf hat, passt es doch. Dann wieder die Frage: Was heisst "zu schwach"?
Will ich natürlich den kampfstärksten Charakter in der Gruppe haben und gleichzeitig "Schurke" by the book spielen, wird es schwierig.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 09:45
@Rhythar:

Ich denke, man sollte dich da mal updaten: In Pathfinder sind "Konzeptbau" und Prestigeklassen so ziemlich out. Was man früher gemacht hat, sich einen Charakter visualisiert und den dann anhand der Komponenten zusammenbaut (aka Monk4/Sorc4/Dark Moon Monk X) ist zwar noch möglich, stellt aber keine all zu valide Option mehr dar.

Du kennst sie noch aus AD&D: Kits. Das ist die Vorlage für Archetypen, eine Schablone anhand eine vorhandene Klasse angepasst wird um ab Stufe 1 an einem Konzept zu entsprechen. Einige dieser Archetypen können schon drastische Auswirkung auf die Grundklasse haben.
Aktuell geht man also eher her, stellt sich seinen Charakter vor und blättert dann durch die Archetypen bis man findet was man sucht, was dann die genutzte Grundklasse vorgibt.

Ein paar Beispiele:
Sword Saint, baut auf dem Samurai auf, baut die Klasse vom Reiter zum Duelist um.
Swordmaster, baut einen Kenku Rogue zu einem akzeptablen und mobilen Kämpfer um
White Haired Witch, baut eine Witch zu einem irren Fernkämpfer mit Maneuvern um
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 09:47
Man darf sich dies auch nicht as ein entweder/oder vorstellen, sondern mehr als sehr fließende Übergänge. Je größer die Distanz zwischen den Charakteren ist umso mehr muss man tun wenn man sie überbrücken will. Und umso geringer wird die Zahl der Optionen die dies bewirken können.

 
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 09:52
@ Slayn:
Danke für das Update.  :)

Aber als Frage:
Ist es dann nicht nur eine Frage der Zeit, bis genügend Regelwerke da sind, so dass für jeden ein geeigneter Archtype dabei ist?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Teylen am 16.08.2013 | 09:56
Definiere mir "zu schwach".
In welchen Bereichen? "Zu schwach" für was?
Wenn ich die Diskussion hier richtig verfolgt habe ist die Chance gut das der Schurke in fast jedem Bereich von Mitstreitern, die dafür ggf. nur mit dem Hinterteil wackeln müssen, übertroffen wird. Die können das gleiche und sie können es scheinbar noch gefahrloser. Das wäre aus meiner Sicht ein "zu schwach".
Darüberhinaus scheint er dadurch im Grunde irrelevant zu sein? So was handlungsbewegende oder beeinflussende Aktionen angeht?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 10:03
Wenn ich die Diskussion hier richtig verfolgt habe ist die Chance gut das der Schurke in fast jedem Bereich von Mitstreitern, die dafür ggf. nur mit dem Hinterteil wackeln müssen, übertroffen wird. Die können das gleiche und sie können es scheinbar noch gefahrloser. Das wäre aus meiner Sicht ein "zu schwach".
Darüberhinaus scheint er dadurch im Grunde irrelevant zu sein? So was handlungsbewegende oder beeinflussende Aktionen angeht?
In der blanken Theorie mit Einteilung in Tiers durchaus richtig. Wir hatten ja das Beispiel mit "Knock" als Zauber, der einem Schurken die Show stehlen kann.

Nur kam dann auch die Frage auf:
Heisst das Charakterkonzept des Magier-Spielers zufällig "Ich will in allem der Beste sein"?

Ganz ehrlich, in all meinen Gruppen, in denen ein Schurke vertreten war, hat kein Arcane Magic-User jemals diesen Spruch im Zauberbuch gehabt oder, noch schlimmer, einen Spells Known dafür verschwendet. Denn die Konzepte sahen immer anders aus und die entsprechenden Spieler haben sich immer dahingehend geäussert, dass, wenn schon ein Schurke dabei ist, sie es nicht bräuchten.

Gruppen haben sich ergänzt, so dass die Rollen unterschiedlich besetzt waren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 16.08.2013 | 10:07
Diese erfahrung habe ich auch gemacht.

Und zum thema Archetypen: ja dort hat Paizo wirklich richtig viel inzwischen rausgehauen.
die meisten klassen bieten dort ein große und schöne auswahl, bis auf ein paar ausnahmen (inquisitor, wizard)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 16.08.2013 | 10:15
Ich hatte mit meinen Schurken in dieser Richtung auch nie Probleme.
Selbst ein Magier mit Knock haette mich nicht gestoert, da ein Schurke noch wesentlich mehr kann und das den ganzen Tag.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 10:20
Das Problem beim Schurken ist nicht dass der Magier besser Türen öffnen kann. Sondern das der Magier Mittel hat mit denen man die Türen nicht mehr öffnen muss.

Mit denen Schlösser zu öffnen kein sinnvoller Ansatz zur Problemlösung ist. Und umgedreht dass dadurch für die "Bösen" es weniger interessant wird etwas mit Schlössern und Fallen zu schützen.

Auf hohen Stufen findet man diese kaum mehr in der Folge.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 16.08.2013 | 10:21
Dasss 3.X nach wie vor so beliebt ist, liegt wohl an allem Möglichen, aber bestimmt nicht an der tollen Balance.

Behauptet ja auch keiner ganz im Gegenteil. Stellt sich dennoch die Frage, ob dieser Erfolg nicht einen gewissen Hinweis darauf gibt, dass "Balance" im System gar nicht so wichtig ist, wie von manchen vertreten. Denn wenn man wie Ardwulf davon ausgeht, dass die 4E sowieso alles besser macht (was natürlich Käse ist), zusätzlich aber auch noch balanciert ist, dann hätten die Spieler der Edition ja die Türen einrennen müssen, anstatt sofort zur Konkurrenz überzulaufen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 10:22
Wenn ich die Diskussion hier richtig verfolgt habe ist die Chance gut das der Schurke in fast jedem Bereich von Mitstreitern, die dafür ggf. nur mit dem Hinterteil wackeln müssen, übertroffen wird. Die können das gleiche und sie können es scheinbar noch gefahrloser. Das wäre aus meiner Sicht ein "zu schwach".
Darüberhinaus scheint er dadurch im Grunde irrelevant zu sein? So was handlungsbewegende oder beeinflussende Aktionen angeht?

da sind mehrere Komponenten im Spiel, die ineinander übergreifen, also ist die Antwort nicht ganz so einfach.
Schurke und sein Bruder Ninja sind im Grunde genommen brauchbare und spannende Klassen. Man verfällt nur zu leicht in die Problematik das man sie selbst im Laufe des Spiels objektiv schlechter macht.
Mal kurz abschweifen, da du das System anscheinend nicht kennst: Man bekommt in einem festen Rhythmus sogenannte Feats, mit denen man sich Optionen kauft. Das sind entweder Verbesserungen oder sogenannte Enabler. Verbesserungen arbeiten mit vorhanden Fähigkeiten zusammen (Etwa +1 auf Treffen), Enabler schalten Optionen frei (etwa Power Attack).

Der Schurke aus dieser Kampagne, der vor ein paar Seiten gebracht wurde, hat sich nur Enabler besorgt um ein bestimmtes Konzept durchzusetzen, wobei er sich dabei sukzessive verschlechtert hat.
Der Weg hier war: Trefferwürfe von STR auf Dex umleiten - Schaden von STR auf DEX umleiten - Angriff mit der Nebenhand ermöglichen.

Ein zweiter Schurke dagegen hätte mit den selben drei Feats Verbesserungen an seinen vorhandenen Kompetenzen vornehmen können und würde objektiv besser dastehen. Hier kommt noch ein wenig Systemverständnis dazu. Es ist verlockend sich einen flinken und agilen Dieb vorzustellen (a la Grauer Mauser), man übersieht dabei aber dass die eh dauernd steigenden Skills den Dex-Bonus irgendwann etwas überflüssig machen. Es macht daher also mehr Sinn mit einem nicht ganz so geschickten, dafür starken Dieb zu starten (a la Fahfd), den Skill-Aufstieg das seine tun zu lassen, dann muss man auch nicht diesen Umweg mit den beiden Feats zur STR -> DEX Umwandlung nehmen.

Das zweite ist es seine Nische aktiv zu spielen, vom Meister her genug Spotlights zu bekommen und diese Nische von den Mitspielern auch respektiert zu wissen. Kann der Kleriker der bessere Kämpfer sein? Ja, kann er. Muss er das, wenn ein Kämpfer dabei ist?

Es gab in der D&D 3.0 Edition ein Buch für Spielleiter, in dem zu Anfang mal eine Liste der Zauber behandelt wurde, die ein Problem darstellen können, da sie Instant-Lösungen für Dinge anbieten. Alrdwulf hackt ja die ganze Zeit auf diesem Punkt rum, warum er, als intelligenter Spieler, seinen Wizard nicht genau diese Zauber wählen und einsetzen lassen soll. Hier würden bei ihm Immersion und Suspension of Disbelief brechen. Die zaubernden Klassen in D&D bringen das Übel mit sich, potentiell für jede aufkommende Situation eine Lösung im Gepäck zu haben. Hier sollte der Gruppenspiel Aspekt greifen.

@Rhylthar: Hm, mal grob geschätzt dürfte es jetzt schon um die 100 Archetypen geben, von Funktion bis Fluff ist da einiges dabei.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 10:34
Das Problem beim Schurken ist nicht dass der Magier besser Türen öffnen kann. Sondern das der Magier Mittel hat mit denen man die Türen nicht mehr öffnen muss.

Mit denen Schlösser zu öffnen kein sinnvoller Ansatz zur Problemlösung ist. Und umgedreht dass dadurch für die "Bösen" es weniger interessant wird etwas mit Schlössern und Fallen zu schützen.

Auf hohen Stufen findet man diese kaum mehr in der Folge.
Dafür muss der Magier IMMER den passenden Zauber zur Hand haben. Sprich: In seinem Zauberbuch haben. Gekauft, gefunden, erlernt....wie auch immer. Klar, er kann sich gasförmig machen, er kann sich polymorphen, er kann mittels Dimensions Door da durch. Nur: Wie kommt der Rest dadurch? Und wieso sollte er diese Sprüche lernen, wenn der Schurke sie öffnen kann?

Und es ist ja nicht so, als würde sich ein Schurke nicht weiterentwickeln. Und, wie Talim es wunderbar sagte: Er kann es den ganzen Tag...auch unter Stress und wenn keine Zeit zum Nachlernen von Zaubern ist.
Und UMD ist für mich ein Skill, den ich auch in höheren Stufen als sowas von nützlich ansehe...einfach, weil man alles nutzen kann, selbst den magischen Schrott, den mancher Gegner so liegen lässt.  ;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 10:44
Denn wenn man wie Ardwulf davon ausgeht, dass die 4E sowieso alles besser macht (was natürlich Käse ist), zusätzlich aber auch noch balanciert ist

Erstens ist dies nicht meine Meinung, und zweitens habe ich weiter oben schon gesagt dass man die 4e besser aus der Diskussion heraushalten sollte. Warum willst du sie also krampfhaft hineinbringen?

Selbst wenn auf der Seite der Wiese das gras noch viel grüner und toller wäre und alles wunderbar perfekt (und das ist es nicht) - dies hätte 0 Relevanz für Pathfinder RPG.

Aber auch die Grundidee haut doch nicht hin. Man muss nur in ein beliebiges Forum gehen dass sich mit 3.5 oder Pathfinder RPG beschäftigt, und wird auf Seite 1 einen Thread über Balance finden. Hier im Forum übrigens auch, gleich mehrfach. Es ist das Topthema in den Foren. So zu tun als ob diese niemanden interessiert macht die Problematik nicht besser.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 16.08.2013 | 10:47
Behauptet ja auch keiner ganz im Gegenteil. Stellt sich dennoch die Frage, ob dieser Erfolg nicht einen gewissen Hinweis darauf gibt, dass "Balance" im System gar nicht so wichtig ist, wie von manchen vertreten. Denn wenn man wie Ardwulf davon ausgeht, dass die 4E sowieso alles besser macht (was natürlich Käse ist), zusätzlich aber auch noch balanciert ist, dann hätten die Spieler der Edition ja die Türen einrennen müssen, anstatt sofort zur Konkurrenz überzulaufen.

Der Threadersteller hatte aber doch offensichtlich ein Problem mit der Balance. (Und dieses Problem hat sich erst lange Zeit nach dem Kauf des Spiels ergeben - weswegen es klar ist, warum Balance mit Kaufentscheidungen meist nicht sehr viel zu tun hat.)

Vereinfacht gesagt ist eure Antwort ja irgendwie darauf: Wenn das System rumzickt, muss die Kennerschaft des SL und der Spielvertrag unter den Gruppenmitglieder ran. Überstarke SCs können durch gezielte Maßnahmen der Gegner gekontert werden, deshalb muss der SL die Regeln alle gut kennen und den Feind mit den entsprechenden Mitteln aufrüsten können. Wenn die Klassen, die miteinander spielen, in unterschiedlichen Tiers liegen, muss man so höflich sein und dem Kameraden nicht sein Spotlight klauen, obwohl man es könnte.

Für mich klingt das so, als wäre das System broken, und die beteiligten Spieler samt SL müssten es permanent "fixen".
Das klingt für mich nach relativ viel Aufwand, der sich irgendwie nach Selbstzweck anhört.  
Für mich stellt sich die Frage, warum man sich so viel Mühe mit einem derart crunchlastigen System gibt, wenn Gruppenvertrag und "soziale Kompetenz" am Ende alles regeln soll.  
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 10:51
Erstens ist dies nicht meine Meinung, und zweitens habe ich weiter oben schon gesagt dass man die 4e besser aus der Diskussion heraushalten sollte. Warum willst du sie also krampfhaft hineinbringen?

Selbst wenn auf der Seite der Wiese das gras noch viel grüner und toller wäre und alles wunderbar perfekt (und das ist es nicht) - dies hätte 0 Relevanz für Pathfinder RPG.

Aber auch die Grundidee haut doch nicht hin. Man muss nur in ein beliebiges Forum gehen dass sich mit 3.5 oder Pathfinder RPG beschäftigt, und wird auf Seite 1 einen Thread über Balance finden. Hier im Forum übrigens auch, gleich mehrfach. Es ist das Topthema in den Foren. So zu tun als ob diese niemanden interessiert macht die Problematik nicht besser.

Na komm, Balance war von Anfang der 3.X-Reihe an die Heilige Kuh und das Werbethema schlechthin. Ich kann mich noch gut daran erinnern was für ein Tam-Tam darum gemacht wurde dass man, im Gegensatz zu AD&D2nd, es endlich geschafft hat die absolute Balance im System zu integrieren.
Aus genau diesem Grund muss man sich den vergleich zur 4E auch gefallen lassen, denn dort wurde ja die gleiche Behauptung aufgestellt und strikt umgesetzt, so das genau das verhalten, über das wir gerade reden, eben nicht vorkommt, weil kein Charakter die Dinge machen kann, über die wir hier reden.

Das hat jetzt nicht viel mit den beiden Editionen an sich zu tun, sondern mit der Lösung des systemischen Problems durch das System. Eben das, was ich gestern noch meinte, wo die Lösung nicht hingehört.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 11:02
@Rhyltar: das ganze sollte ja auch nicht als Schurkenbashing herüber kommen. Man muss dort immer aufpassen das die Diskussion nicht so wirkt als sei das ganze unspielbar. Wie oben schon gesagt geht viel über Kompromisse. Wenn der Magier den Schurken mal machen lässt und der Schurke auch Magie nutzt ist das so ein Kompromiss, mit dem beide ja auch recht gut leben können.

Dieses "man kann damit leben" prägt dieses Thema ja auch. Man lebt damit dass es unterschiede im powerlevel gibt, dass einzelne Charoptionen stärker als andere sind und dass das Spiel nur auf bestimmten Stufen so richtig gut funktioniert. Na und? Ich hatte jede Menge Spaß in meiner 3.5 Zeit und auch mit Pathfinder RPG. Bei aller Kritik darf man nicht vergessen dies zu sagen, sonst ist das Bild verfälscht.

All die Diskussion ist immer nur ein: es geht noch besser.

@slayn: klar ist Balance ein Werbemittel für die 4e. Aber hier braucht man die 4e wie einen Kropf. Für die Diskussion über Balance in Pathfinder RPG ist die 4e völlig nutzlos, sie kann hier nur als Mittel dienen um vom Thema abzulenken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 16.08.2013 | 11:03
Jetzt mal ernsthaft:
Wer sitzt am Tisch vor einer Kampagne und sagt: "Ich habe die Wahl zwischen Schurke und Ninja. Ninja gefällt mir nicht von meinem gewünschten Charakterkonzept, aber Schurke ist leider zu schwach..."  wtf?

Könnte mir auch passieren. Bin aber vom Start weg nicht so der Schurkenspieler.
Oder meiner Ex. Die _liebt_ Schurken, von der Idee her. In der Praxis wird der Standardschurke einfach zu langweilig. Zu wenig Dinge, die man tun kann. Wie ich schon früher im Thread erwähnt habe: selbst wenn man mal mit seinen Skills gefragt ist, wird halt doch nur stur 1W20 gewürfelt und das war's dann. Dagegen ist es wesentlich interessanter, auf seiner Zauberliste nach einem passenden Spruch zu suchen und diesen kreativ einzusetzen. In unserer einen Runde damals kam es sie hart an, die _einzige_ am Tisch ohne Magie zu sein.

PrCs sind eine Möglichkeit, ja. In 3.5. In PF gibt es so gut wie keine PrCs, und erst recht keine die sich irgendwie lohnen würden. Paizo hasst alles, was mit Multiclassing zu tun hat. Man könnte höchstens 3.5-PrCs importieren.
Es gibt leider auch nicht viele PrCs, die ihn wirklich signifikant verbessern können. Assassin ist solide, aber die Gesinnungsbeschränkung stört (würde ich einfach kicken und refluffen). Magical Trickster könnte funktionieren. Temple Raider ist so lala; netto keine echte Verbesserung.

"Zu schwach" ist der Rogue im Sinne von "zu leicht ausgekontert". Wie gesagt, das ist mit der PF-Sneak Attack ein wenig besser geworden (in 3.5 ging es irgendwann auch, aber nur mit einer ziemlich teuren Waffenmodifikation). Aber das ist ja nicht alles. Es gibt viele Zauber, die NSCs wirken und damit den Rogue komplett negieren können.

Dann das was Slayn noch sagt: Dex-Fighter werden in 3.X ganz schlecht unterstützt. Es gibt zwar Mittel und Wege, aber am Ende hast du einen Haufen Feats bezahlt, um immer noch schlechter zu kämpfen als der Zweihandbrutalo vom Start weg.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 16.08.2013 | 11:10
das es keine PrC´s gibt stimmt nunmal gar nicht, auch wenn es "nur" ca. 100 sind (also paizo offizielle) aber es gibt sie und es kommen durch die neuen AP´s und Weltenbeschreibungen immer wieder mal neue dazu.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 11:17
@Thandbar:

Das ist der falsche Ansatz.

Die Anforderung an ein System in sich geschlossen ausbalanciert zu sein, kann nur unter sehr starren Voraussetzungen geschehen, mit sehr klaren und steifen Handlungsanweisungen, etwa einen MMO oder der 4E. Nur wenn man die möglichen Handlungen auf einen überschaubaren Grad reduziert, kann man über das System eine Balance erstellen und halten.
"Broken" ist der Gedanke das Balance rein über die Mechanik zu erreichen ist. "Broken" ist dass die d20-Spiele suggerieren es wäre so. genau wegen dieser suggerierten mechanischen Balance vergisst man aber den Aspekt Mensch dabei zu gerne, wobei dieser aber immer im Mittelpunkt steht. Es macht dabei keinen Unterschied ob man einen Spieler hat, der auf Grund seiner Persönlichkeit sich immer ins Rampenlicht drängelt oder ob man einen Spieler hat der sich auf Grund seiner Klassenwahl immer ins Rampenlicht drängelt, Problem, Ursache und Lösung sind immer die gleichen und diese sind nicht im System, in der Balance zu finden, also muss es hier keinen "Fix" geben.

Arldwulf dient hier als Paradebeispiel: Wenn er seinen Charakter so spielen lassen will, das er ständig im Rampenlicht stehen kann, da er für Dinge die Lösung parat hat uns dies für sich als wichtig erachtet, dann ist nicht das System das Problem, sondern Arldwulf. (Nicht persönlich gemeint, passt nur zu sehr zu deiner Aussage was für dich bei einem Wizard für Immersion wichtig ist)

@Arldwulf: Die 4E ist hierbei nicht wichtig, dient aber als Eckpfeiler für eine bestimmte Abgrenzung, nämlich Systembalance nur durch Einschränkung von Handlungsmöglichkeiten zu erreichen.

@Kalgani: Das ist recht unwichtig. Der Zweck von PrCs hat sich geändert. Sie dienen nicht mehr als Ziel der Charaktervisualisierung sondern füllen nur noch das aus, was anders nicht dargestellt werden kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 16.08.2013 | 11:22
nicht ganz es gibt auch einige neue paizo PrCs die immer noch dem ursprünglichen muster entsprechen. gerade welche die den cav als voraussetzung haben. battle herald, dragooner usw. aber allgemein hat die wichtigkeit von prcs bei pf eklatant ggü der von dnd3e abgenommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 11:23
Zitat
Für mich klingt das so, als wäre das System broken, und die beteiligten Spieler samt SL müssten es permanent "fixen".
Das klingt für mich nach relativ viel Aufwand, der sich irgendwie nach Selbstzweck anhört.  
Für mich stellt sich die Frage, warum man sich so viel Mühe mit einem derart crunchlastigen System gibt, wenn Gruppenvertrag und "soziale Kompetenz" am Ende alles regeln soll.  
Ein System, das Optionen in der Vielfalt bietet, wird zwangsläufig irgendwann mal an den Punkt kommen, wo etwas besser klappt als woanders. Und ein AP kann niemals jede Option in Betracht ziehen, wie Gruppen aufgebaut sein könnten.

Die Lösungen, um dies zu umgehen, klingen für mich unattraktiv (nur von der regeltechnischen Seite):
a) Alle können Alles.
b) Klare Rollenverteilung. Was A kann, kann B nicht...und umgekehrt. Und zwar konsequent, ohne Überschneidungen. Ähnlich SR Decker-Magier, nur mit allen Klassen.

Und in all den Dingen wird, wie immer bei diesen Diskussionen, die "softe" Komponente, namentlich Spielleiter und Spieler, außen vor gelassen.
Bei diesem Thread war gar nicht nur das Problem, dass irgendwelche Charaktere zu schwach waren. Hier kam dazu, dass:

Schuld des Systems? Kann man ihm geben, wenn man die Vielfalt und die damit verbundenen Schwierigkeiten und dem Aufwand die Schuld geben will.
Dann ist man mit einem engeren/schlankeren Regelsystem, besser bedient. Wems gefällt...mir nicht. Ich will Individualität und jede Option mehr macht ein System für mich attraktiver.


Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 16.08.2013 | 11:27
laut den verfügbaren resizis ist der serpent skull wohl sogar der schelechteste AP überhaupt.
wobei ich selbst es nur bis kurz vor ende band 2 geschafft (ankunft in taizon, kampf wasserelementar)

der erste band sollte aber mal als einzelabenteuer ausgekoppelt werden, denn der macht richtig spaß!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 11:32
Arldwulf dient hier als Paradebeispiel: Wenn er seinen Charakter so spielen lassen will, das er ständig im Rampenlicht stehen kann, da er für Dinge die Lösung parat hat uns dies für sich als wichtig erachtet, dann ist nicht das System das Problem, sondern Arldwulf. (Nicht persönlich gemeint, passt nur zu sehr zu deiner Aussage was für dich bei einem Wizard für Immersion wichtig ist)

Nur dass dies wie oben gesagt mir für die immersion nicht wichtig ist. Im Gegenteil, ich empfinde dies als störend.

@Arldwulf: Die 4E ist hierbei nicht wichtig, dient aber als Eckpfeiler für eine bestimmte Abgrenzung, nämlich Systembalance nur durch Einschränkung von Handlungsmöglichkeiten zu erreichen.

Das Problem hierbei ist: dies ist nicht der Balancingansatz der 4e. All die hier im Thread genannten Handlungen gibt es ja immer noch. Der Ansatz ist eher das diese Aktionen andere Kosten haben und gegenüber alternativen Lösungen etwas besser balanced sind. eigentlich müssten wir nun darüber Diskutieren, und würden den Thread dadurch entführen. Das ist nicht sinnvoll, egal was bei dieser Nebendiskussion herauskommt es würde rein gar nichts an der Balance von Pathfinder RPG und ihren Auswirkungen auf das Spiel  ändern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 11:40
Du hattest doch geschrieben das du es für unlogisch hältst, den Schurken Dinge tun zu lassen, wenn du selbst die "bessere" Lösung zur Hand hättest.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 16.08.2013 | 11:45
Ja, hat aber nichts mit besser oder schlechter zu tun - nur damit dass die Motivation OOC ist. Wie oben schon geschrieben finde ich es genauso störend aus OOC Gründen ewas besonders starkes zu tun wie etwas besonders schwaches.

Am meisten machen (zumindest mir) Magier Spaß wenn man sie spielen kann ohne sich Gedanken um OOC Dinge zu machen zu müssen - und ohne anderen den Spaß zu rauben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 12:17

der erste band sollte aber mal als einzelabenteuer ausgekoppelt werden, denn der macht richtig spaß!

Meine Spieler haben sich da sehr schwer getan, weil ich ihnen nicht vorgeben musste was als nächstes passiert, Mann, die waren so RR gewöhnt  ~;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 12:23
Meine Spieler haben sich da sehr schwer getan, weil ich ihnen nicht vorgeben musste was als nächstes passiert, Mann, die waren so RR gewöhnt  ~;D

Spiel erst mal Kingmaker. Am Ende des zweiten Spielabends wurde ich gefragt: "Sag mal, wo ist denn bitte der Plot?".
Also wir danach mit Jade Throne angefangen haben, waren sie mehr als begeistert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 16.08.2013 | 12:24
Zitat
PrCs sind eine Möglichkeit, ja. In 3.5. In PF gibt es so gut wie keine PrCs, und erst recht keine die sich irgendwie lohnen würden. Paizo hasst alles, was mit Multiclassing zu tun hat. Man könnte höchstens 3.5-PrCs importieren.
Es gibt leider auch nicht viele PrCs, die ihn wirklich signifikant verbessern können. Assassin ist solide, aber die Gesinnungsbeschränkung stört (würde ich einfach kicken und refluffen). Magical Trickster könnte funktionieren. Temple Raider ist so lala; netto keine echte Verbesserung.
Und bei den meisten die was taugen hast du dann im Endeffekt doch wieder in irgendeiner Form Zauber und/oder verlierst durch den Build ne ganze menge Skillpunkte, so das du im prinziep kein richtiger Skillmonkey mehr bist.

Ich spiel bei DnD traditionell irgendwie immer Schurken und hab irgendwie noch keine Prestigeklasse gefunden die mich wirklich überzeugt hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 12:27
Spiel erst mal Kingmaker. Am Ende des zweiten Spielabends wurde ich gefragt: "Sag mal, wo ist denn bitte der Plot?".
Also wir danach mit Jade Throne angefangen haben, waren sie mehr als begeistert.

Ja das hab ich mit denen gar nicht erst versucht  >;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 12:29
Und bei den meisten die was taugen hast du dann im Endeffekt doch wieder in irgendeiner Form Zauber und/oder verlierst durch den Build ne ganze menge Skillpunkte, so das du im prinziep kein richtiger Skillmonkey mehr bist.

Ich hab den Eindruck manche PrCs sind einfach nur ein Ausweg wenn man im Laufe des Spiels merkt dass man eigentlich gern was anderes gespielt hätte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 16.08.2013 | 12:30
Der Threadersteller hatte aber doch offensichtlich ein Problem mit der Balance. (Und dieses Problem hat sich erst lange Zeit nach dem Kauf des Spiels ergeben - weswegen es klar ist, warum Balance mit Kaufentscheidungen meist nicht sehr viel zu tun hat.)
Er hat ein Problem mit der unterschiedlichen Erfahrung seiner Spieler. Ansonsten haette der SC bei der Anwesenheit von zwei staerkeren Klassen im Spiel nicht so Probleme gemacht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 12:31
Ich hab den Eindruck manche PrCs sind einfach nur ein Ausweg wenn man im Laufe des Spiels merkt dass man eigentlich gern was anderes gespielt hätte.
Najo...zumindest bei 3.5 gab es so viele, da waren einige dabei, bei denen ich mich fragte: Wofür?

Andererseits habe ich nach den ganzen Jahren immer noch gefühlt 10+ im Kopf, die ich so gerne mal gespielt hätte.  :(
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 12:35
Ich spiel bei DnD traditionell irgendwie immer Schurken und hab irgendwie noch keine Prestigeklasse gefunden die mich wirklich überzeugt hat.

Archetypen konnten bisher überzeugen.
Bei Schurken habe ich bisher 2 in Aktion erlebt:
- Bei Jade Throne einen Kenku Swordmaster (Ninja). das war eine Show wie der mit seinem Katana durch mehrere Monk Stances wechseln konnte und sich für RP-Sachen hin und wieder in einen Raben verwandelt hat.
- Bei Kingmaker einen H-Orc Skulking Slayer (3:1 Minschung Rogue/Barbarian), konnte überraschende Dinge, war flexibel und eine brutale Unterstützung im Kampf.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 16.08.2013 | 12:38
Ich spiel bei DnD traditionell irgendwie immer Schurken und hab irgendwie noch keine Prestigeklasse gefunden die mich wirklich überzeugt hat.

Dito. Ich spiele gern den heimlichen Charakter in einer Gruppe. Den Schattentänzer finde ich zB ziemlich gut, da man jede Menge Unsinn damit anstellen kann. Erfordert aber eine gute und ausgewogene Ausrüstung des Charakters. Kann also nicht in jeder Kampagne artgerecht eingesetzt werden.

Ich hatte auch schon mit Samael hier im Forum die Diskussion, dass ich den Schurken auch als Frontsau ausbilden kann, ohne der absolute Vollpfosten auf dem Battlegrid zu sein. Sehe ich noch immer so.

Naja, herzlich gelacht habe ich damals über diesen Thread aus dem DnD-Gate, der schon Legendenstatus hat:
Fighter gegen Rouge (http://forum.dnd-gate.de/index.php/topic,7305.0.html) (Rechtschreibung zitiert!)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 12:40
Najo...zumindest bei 3.5 gab es so viele, da waren einige dabei, bei denen ich mich fragte: Wofür?

Andererseits habe ich nach den ganzen Jahren immer noch gefühlt 10+ im Kopf, die ich so gerne mal gespielt hätte.  :(

Ja das geht mir auch so... oder zumindest hätte ich sie gern mal im Spiel gesehen.

Der ganze Schwall an Optionen ist halt auch ein Nachteil - man muss das was man spielen will erst mal finden und dann noch genehmigt kriegen.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 12:40
Najo...zumindest bei 3.5 gab es so viele, da waren einige dabei, bei denen ich mich fragte: Wofür?

Andererseits habe ich nach den ganzen Jahren immer noch gefühlt 10+ im Kopf, die ich so gerne mal gespielt hätte.  :(

Naja, Ich fand diesen Bruch zwischen Fluff-PrC und Funktions-PrC einfach nur krass.
Aber wenn du noch so begeistert bist, warum spielst du dann nicht mehr. Ok, Ok, OT.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 12:53
Naja, Ich fand diesen Bruch zwischen Fluff-PrC und Funktions-PrC einfach nur krass.
Aber wenn du noch so begeistert bist, warum spielst du dann nicht mehr. Ok, Ok, OT.
Ist bedingt OT.
Weil ich dasselbe Problem habe wie Darius: Zeitmangel, gepaart mit einem Umzug vor 5 Jahren in eine andere Stadt.

Und da ich kein "Ab und An"-Spieler bin, sondern dann regelmäßig spielen wollte, ist das halt nicht zu vereinbaren.
Ergo lese ich nur die Regelwerke und arbeite es im Kopf aus.  ;)

P. S.:
Zum Spielen kam ich eh nie. Musste immer leiten  ;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 13:01
Warum schnappst du dir dann nicht die olle fauchende Katze, wohnt eh nur 20 Mins von dir entfernt und will spielen?  :ctlu:
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 16.08.2013 | 13:04
Wir werden in meiner aktuellen Runde mal sehen, wie ein Ninja jetzt neben Wizard, Oracle, (Melee-) Druid und (Melee-) Alchemist besteht...

bisher habe ich lange einen Rogue/Fighter gespielt. Hat mir Spaß gemacht, aber mir fehlte zum Ende dann tatsächlich die Magie. Wobei das auch daran lag, dass wir "nur" einen Sorcerer als Caster dabei hatten, und dieser sich aus Fluff-Gründen ziemlich kastriert hat. Mir fehlte also oft die magische Bandbreite, was der tatsächliche Grund für meine Unzufriedenheit war. Man kann ja auch als Mitspieler kreativ mit den Zaubern anderer SC werden  ;)

Ansonsten denke ich, dass man als Rogue bei PF ganz gut neben Full-Castern bestehen kann. Es ist nämlich bei PF nicht mehr der Fall, dass er komplett durch Magie ersetzbar ist, weil die besagten Zauber keinen Auto-Win-Button mehr haben. PF lässt viel über CL-Checks laufen und da ist der Skill-Bonus eines Schurken schnell doppelt so hoch. Es bleibt natürlich die Sache, dass ein Caster gewisse Probleme einfach umgeht (Dimension Door, Stone Shape, Warp Wood etc.), aber da ist es auch eine Frage der Ressourcen und der konkreten Situation.

Die "Vorbereiter" sind ja nur stark, wenn sie sich auch passend vorbereitet haben. Der Fall Problem -> Teleport -> Rast -> passende Spells -> Teleport zurück ist so aus diversen Gründen gar nicht immer machbar; imo nicht mal wirklich häufig, zumindest in unseren Runden. Im Endeffekt heißt das, dass ein Caster mit dem arbeiten muss, was er vorhergesehen bzw. dabei hat. Und dann ist der Schurke doch ein wertvolles Gruppenmitglied, weil er sein Handwerk in voller Bandbreite jederzeit greifbar hat, idR mit sehr hohen Boni daher kommt, also hohe Erfolgschancen hat, und er dabei hilft, wertvolle Slots der Caster zu sparen.

Ja, die Caster können viele Classfeatures ersetzen oder überflüssig machen, aber eben nicht permanent, nicht immer, nicht beliebig und auch nicht zuverlässig. Alles bezogen auf PF. Der Win-Button ist also oft gar keiner mehr.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 13:04
Warum schnappst du dir dann nicht die olle fauchende Katze, wohnt eh nur 20 Mins von dir entfernt und will spielen?  :ctlu:

Ja, die will doch nur spielen  ^-^
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.08.2013 | 13:07

 Hat mir Spaß gemacht, aber mir fehlte zum Ende dann tatsächlich die Magie.



Fehlte vom Fluff her oder hattet ihr echt Schwierigkeiten?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 16.08.2013 | 13:14
Fehlte vom Fluff her oder hattet ihr echt Schwierigkeiten?

Letzteres. Der Spieler des Casters hatte imo weder den Übrblick noch die Erfahrung mit D&D / PF Magie. Im Endeffekt war der Sorcerer überwiegend ein Blaster.
Ich saß zum Ende hin zu oft da, und dachte "warum hast du nicht Zauber XY genommen? Das ist doch ein Must-Have..." Uns fehlten weitgehend Zauber wie Dispel Magic, Dimension Door, Summon Monster, fast alle Buffs etc etc.

edit: wie gesagt, kann ich auch gut damit leben, als SC dem Caster Vorschläge zu machen, was er wie zaubern könnte. Der Schurke hatte zu diesem Zweck extra Punkte in Spellcraft, hatte das Failed Apprentice-Trait usw., sodass er auch ingame plausibel Ahnung von Zauberei hatte.
Wenn ich D&D / PF o.ä. spiele, dann sehe ich nicht nur die Tools meines Chars, sondern die der ganzen Gruppe. Da können dann auch schonmal so Ansagen kommen wie "ich schlage vor, SC 1 macht dies und das, während SC 2 XY zaubert, um BLA zu bewirken, während mein Char ABC macht..."
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 16.08.2013 | 13:20
Warum schnappst du dir dann nicht die olle fauchende Katze, wohnt eh nur 20 Mins von dir entfernt und will spielen?  :ctlu:
Nichts gegen die Katze, aber passt schon so... ;)

Ist jetzt von meiner Seite auch kein wirkliches Gejammer, hatte während 17 Semester ( ;D ) Studium genug Zeit, mich mit RPG und MMORPG auszutoben.
Jetzt habe ich mein 25qm² Nerdzimmer voller shiny RPG-Sachen/Romanen und tatsächlich macht mir das Lesen der Werke sehr viel Spaß (Fluffbücher natürlich mehr als reine Regelwerke).

Ab und zu eine Rezension schreiben, fertig. Gut, dass ist jetzt echt off-topic.

Zitat
Wenn ich D&D / PF o.ä. spiele, dann sehe ich nicht nur die Tools meines Chars, sondern die der ganzen Gruppe. Da können dann auch schonmal so Ansagen kommen wie "ich schlage vor, SC 1 macht dies und das, während SC 2 XY zaubert, um BLA zu bewirken, während mein Char ABC macht..."
Hihi, könnte ich sein. Und Dein Schurkenproblem kenne ich...kam selten dazu, einen zu spielen, weil ich bei der Gruppenzusammenstellung vorher schon gemerkt habe, wo es fehlen könnte...und habe dann die Lücke geschlossen. Meist Fernkämpfer oder Heiler.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 16.08.2013 | 13:29
@Tudor:

ist das aber nicht ein Teil eines funktionierenden Gruppenspiels? Wenn sich alle beteiligten darauf einlassen eine Situation nicht nur individuell anzugehen, sondern wo Dinge für den Fortlauf der Geschichte zwischen allen Teilnehmern besprochen werden?

@Rhylthar:

Ich muss dich da einfach necken, denn ich hätte nicht gedacht dass du da so ein Feigling wirst. Also: Katze! Fass!

(Ich necke deswegen, weil ich Rhylthar für einen der sympatischten Spieler halte, die es so gibt und es eine Schande ist wenn er nicht mehr aktiv dabei ist)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 17.08.2013 | 11:51
(Ich necke deswegen, weil ich Rhylthar für einen der sympatischten Spieler halte, die es so gibt und es eine Schande ist wenn er nicht mehr aktiv dabei ist)
Huh? Danke. :)

Naja, und wirklich "inaktiv" werde ich nicht sein. Ich habe immer wieder gemerkt, dass auch die Theorie hinter Systemen mir sehr gefällt und ich mich gerne und ausführlich damit beschäftige. War bei D&D 3.0/3.5 so, bei WoW ebenfalls...und wird bei D&D Next wohl auch wieder sein.

Deswegen mag ich auch solche Threads wie diesen (neben Forgotten-Realms-Threads, meine zweite "Heimat"), weil man da mit gewisser Praxiserfahrung und Theoriewissen doch sehr schnell merkt, wo es denn hapert, um im Zweifel Tipps zu geben. Bin da auch bedeutend ruhiger geworden (früher hätte ich bei Systemkritik einen Flamewar angezettelt  ;D), wichtiger ist es mir, dass z. B. Darius hier für sich ein paar Erkenntnisse oder eben eine neue Sichtweise auf die Ausgangssituation bekommt.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 18.08.2013 | 22:43
Zitat
Ansonsten denke ich, dass man als Rogue bei PF ganz gut neben Full-Castern bestehen kann. Es ist nämlich bei PF nicht mehr der Fall, dass er komplett durch Magie ersetzbar ist, weil die besagten Zauber keinen Auto-Win-Button mehr haben. PF lässt viel über CL-Checks laufen und da ist der Skill-Bonus eines Schurken schnell doppelt so hoch.
Das Problem des Schurken bei PF sind auch weniger die Vollcaster, das z.B. Barde und Ranger ihn (z.T. mit Hilfe der Richtigen Archetypen) ihm Skill Bereich Konkurenz Machen oder sogar überflügeln und auch abseits davon mehr drauf haben. Und auch in Punkto DPR durch die Aufwertung der Anderen Klassen ziemlich an Boden verloren hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 18.08.2013 | 23:13
Keiner kann in allem gut sein, soviel Skill Punkte bekommt man nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 19.08.2013 | 11:52
by the way:

bin übrigens imme rnoch der meinung das der rogue einfach auch die ki-punkte vom alternativen ninja bekommen sollte.
pro "ninja trick/rogue talent" kann er sich eine spell bis grad 2 aussuchen den er als spell like kann und dafür ki-(mental) punkte verballern muss.

"master tricks/adv. rogue trick" kann er sich einen spell bis grad 4 aussuchen, ebenfalls bezahlbar per ki-(mental) punkte.
das wären maximal 1 spell je 2 stufen die er sich dann aussuchen könnte (10 spells auf stufe 20)

alle spells sind grundsätzlich personal und können nur auf den rogue angewendet werden, außer utility spells ala knock welche aber nur touched object sein sollten. sonst hat man den scorching rays werfenden rogue der den blaster-sorcerer unnötig macht^^ auch sollte man die wahl der spells beschränken.

aber eventuell ist dies einen eigenen thread wert?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 19.08.2013 | 12:28
Keiner kann in allem gut sein, soviel Skill Punkte bekommt man nicht.
Ja aber der Kann dank Versatile Performance ähnlich viele wie der schurke ahben, undann gibt da noch Archetypen mit Klassfeatures wie
Zitat von: Sandmanbard
Master of Deception (Ex)
A sandman gains a bonus equal to half his level on Bluff, Sleight of Hand, and Stealth checks. He may also disarm magical traps with Disable Device as a rogue’s trapfinding ability.
This ability replaces bardic knowledge.
Da wird es für den Schurken dann schon schwer mit zuhalten.

Und wenn ein Ranger in seinem Favored Terrain ist, ist er auch auf ein mal dem Schurken beim Schleichen und Entdecken deutlich überlegen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 19.08.2013 | 17:59
Es wäre auch merkwürdig wenn der Schurke dem Waldläufer auf seinem Spezialgebiet den Rang abläuft.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 19.08.2013 | 19:44
Wieso, der Druide macht das doch auch? *scnr* xD

Noch ein Gedanke zu der generellen Balanceproblematik. Nichts Neues, war auch in früheren Threads schonmal da, aber es stört mich nach wie vor: ich nenne es mal einseitige Abhängigkeit.
Generell gesagt, die Mundanen brauchen die Caster, aber die Caster brauchen die Mundanen nicht. Bzw ist der Wizard nur auf sehr niedrigen Stufen auf Schutz durch den Kämpfer angewiesen - und selbst diesen Schutz kann ein anderer Vollcaster in der Regel genausogut oder besser gewähren. Nebenbei bemerkt kann der Kämpfer diesen Schutz auch nicht zuverlässig gewährleisten, da es in PF keinerlei Tank- oder Aggro-Mechanik gibt. Wenn der Gegner den Tank ignorieren und gleich den Magier rushen will, dann macht er das halt. In 3.5 gab es auch nur genau eine Klasse, die wirklich tanken konnte.

Wie dem auch sei: es ist praktisch, wenn man Fighter- oder Rogue-Äffchen dabei hat, aber man kann sie auch durch ein paar Zauber adäquat ersetzen. Umgekehrt geht das aber nicht.

Das ist für mich wirklich ein Problem, weil es dem Mundanen so die ganze Zeit signalisiert: Du bist ein Abenteurer Zweiter Klasse, ein Handlanger, ein Wasserträger.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 19.08.2013 | 20:16
Der Druide hat weder Stealth noch die Skillpunkte, um mit dem Ranger gleich zu ziehen. Vor allem wenn er seine magischen Skills steigern möchte.

Was immer gerne vergessen wird, ist die Tatsache das Mundane auch Schutz gewähren oder Fertigkeiten einsetzen könnnen, wenn die Zauber mal aufgebraucht sind oder Magie nicht wirkt. Sie sind die Versicherung. Manche gehen ohne Versicherung durchs Leben. Kann gut gehen, kann auch daneben gehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 19.08.2013 | 20:36
1. Der Druide braucht ja auch kein Stealth, der hinterlässt vom Start weg keine Spuren; kann alternativ zum Scouten auch ein Viech vorausschicken oder sich selber in ein Viech verwandeln.

2. So jenseits der niedrigsten Stufen kann ich mich echt nicht mehr dran erinnern, wann mir da (oder einem anderem Vollcaster-Spieler) da zuletzt wirklich die Zauber ausgegangen wären. Ich hab schonmal ein "Gauntlet" gespielt in dem die Party in einem Rutsch sich von Level 9 bis 11 durchgekämpft hat, ohne zu rasten -- _da_ waren dann mal wirklich die Zauber (von Cleric, Druid, Wizard) so ziemlich alle, aber in der Zeit wurden >>50.000XP erspielt [edit: es waren glaub ich sogar eher fast 60K XP], das ging somit _weit_ über den üblichen Abenteurer-Tag von "4 Encounter/Tag" hinaus. Achja, ein Fighter und ein Rogue waren auch dabei, aber dank Core-Only Restriktion nicht besonders effektiv.
Kurzum: "Den Castern gehen aber die Zauber aus und dann stehen sie mit runtergelassenen Hosen da" ist eine Mär.

3. Wie oben schon gesagt ist das mit dem "Schutz durch die Mundanen" sehr unzuverlässig, mangels Aggro-Mechanik.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 19.08.2013 | 22:31
Egal wie gut man sich vorbereitet, man hat nicht immer den passenden Zauber für jede Situation.
Man kann seine Zauber zwar breit streuen, um möglichst viel abzudecken, aber das geht auf Kosten der Ausdauer, wenn Probleme öfter auftauchen. Oder man bereitet mehrmals den gleichen oder ähnliche Zauber vor, dann ist man aber nicht mehr flexibel. Und selbst wenn du 3xKnock vorbereitest, beim vierten mal fehlt Dir der Zauber. Und wenn Du Dispel Magic in der Hinterhand hälst, um die magischen Gegner zu besiegen, dann bringt Dir das nichts gegen ne Horde Orks. Früher oder später gehen Dir die nützlichen Zauber aus. Das lässt sich nicht vermeiden. Und wenn Du Pech hast, passiert Dir das bei der ersten Herausforderung.

Besser man spart sich noch Knock und bereitet was Vernünftiges vor und überlässt Dir Arbeit nem Schurken. Dann braucht man seine begrenzten Anwendungen von Wild Shape auch nicht für eine Verwandlungen in einen Spatzen aufwenden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 19.08.2013 | 22:50
Aber das ist ja genau das was ich meine: es ist für den Caster angenehm oder praktisch, ein Skill-Äffchen dabeizuhaben. Es ist in der Regel nicht notwendig bzw es gibt immer Wege drum herum.
Man könnte z.B. auch sagen: ein Wand of Knock öffnet 50 Schlösser und ist immer noch billiger als ein ganzer Beuteanteil für den Schurken, und der Stecken bescheisst auch nicht beim Einsacken der Beute.
Umgekehrt ist die Anwesenheit von Castern für die Mundanen eben keine bloße Annehmlichkeit (oder gar: Belastung), sondern unverzichtbar und "lebensnotwichtig". So viele Items, wie man bräuchte um sich von Castern zu emanzipieren, kann man sich gar nicht leisten.

Mal davon abgesehen, dass der Wizard mit seinen _massig_ Bonusskillpoints mit geringem Aufwand (maximal 1 Level Rogue) in diesen Bereichen für alle praktischen Zwecke ebensogut sein kann wie der Singleclass-Rogue. Aber der Rogue eben den Wizard nicht einfach mal so locker-flockig ersetzen kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 19.08.2013 | 23:49
Der Wand of Knock ist ein schlechtes Argument. In PF müsste der schon verdammt teuer sein, um etwas zu bringen (CL Check). Davon ab ist das ja nicht die einzige Situation.
Wenn man wirklich alle Gegner als Zauberanwender selbst erledigen muss, gehen einem schnell die Zauber aus.

Und nein, Bonus Skill Points und 1 Stufe Rogue reichen nicht zum Ersatz. Selbst in PF nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 00:00
Zitat
Es wäre auch merkwürdig wenn der Schurke dem Waldläufer auf seinem Spezialgebiet den Rang abläuft.
Nur ist Heimlichkeit eigentlich auch eines der Spezialgebiete des Schurkens und der Vorteil des Waldläufers ist ja nicht auf Wildnis beschränkt er kann ja auch Urban und Underground als Terrain nehmen (ersteres ist in einem Spiel in dem man sich regelmäßig durch Dungeons prügelt mMn ein No-Brainer)  was ja eigentlich der "Homeground" des Schurkens ist. Und wenn der Ranger dann auch noch Camouflage und Hide in Plain Sight bekommt oder noch zusätzlich Magie benutzt sieht der Schurke ganz schön alt aus.

Zitat
Der Wand of Knock ist ein schlechtes Argument. In PF müsste der schon verdammt teuer sein, um etwas zu bringen (CL Check). Davon ab ist das ja nicht die einzige Situation.
Notfalls halt ein paar Pearls of Power.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 00:16
Meinetwegen. Ich sag mal so: dadurch, dass in PF die Rogue-ersetzenden Zauber generft wurden (ich hab natürlich immer primär die 3.5-Versionen präsent; allerdings war auch Find Traps dort nur ein Search-Bonus), wird es meinetwegen dort zwingender, einen Rogue dabei zu haben. Es wird aber dadurch nicht angenehmer, einen Rogue zu spielen. Man ist und bleibt das Äffchen, das zu gegebener Zeit einen W20 rollen darf.
Das einzige, was in 3.X langweiliger ist, als einen Skillcheck zu machen (Rogue), ist, gar nichts tun zu können (Fighter).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Tudor the Traveller am 20.08.2013 | 00:35
Und wenn der Ranger dann auch noch Camouflage und Hide in Plain Sight bekommt oder noch zusätzlich Magie benutzt sieht der Schurke ganz schön alt aus.

Bei PF tun sich imo Schurke und Waldläufer nicht viel. Der Schurke kann über die Rogue Talents auch Favored Terrain und Hide in Plain Sight abgreifen, und auch noch einige Nettigkeiten mehr, z.B. Track auf Perception umleiten. Und UMD ist für einen Rogue ja auch ein No-Brainer.

Auch der Barde läuft ihm nicht unbedingt den Rang ab. Er mag Schlösser öffnen und Fallen entschärfen, aber er bleibt ein Buffer, der Schurke eine Glasscanon. Wobei mit dem d8 auch nicht mehr sooo sehr "Glass".
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 20.08.2013 | 08:17
Bei PF tun sich imo Schurke und Waldläufer nicht viel. Der Schurke kann über die Rogue Talents auch Favored Terrain und Hide in Plain Sight abgreifen, und auch noch einige Nettigkeiten mehr, z.B. Track auf Perception umleiten. Und UMD ist für einen Rogue ja auch ein No-Brainer.

Auch der Barde läuft ihm nicht unbedingt den Rang ab. Er mag Schlösser öffnen und Fallen entschärfen, aber er bleibt ein Buffer, der Schurke eine Glasscanon. Wobei mit dem d8 auch nicht mehr sooo sehr "Glass".

Der Schurke von Welt ist Ninja mit Eldritch Heritage (Shadow) für HiPS in noch viel besser kann schon sehr gut die "sneaky"-Schiene fahren. Dennoch ist ein Vivisectionist over all einfach der bessere Schurke würde ich behaupten. Den Barden kann man damit so gar nicht vergleichen - der Barde kann in PF alles sein. Nahkämpfer, Skill-Monkey, Archer, Glasscanon oder er ist einfach soundstriker! Archetype fürs Fallenentshärfen gibt es zwar auch und der ist sogar echt gut, spielerisch ist das dennoch ein Caster und damit dem Schirken einfach überlegen was viele Anforderungsbereiche angeht. Reine Buffer sind Barden bei PF allerdings absolut nicht.

Beim Schurken muss man einfach vom TWF-archetypischen Schurken abweichen, den viele irgendwie so gerne im Kopf haben. Das ist einfach rein mechanisch schlecht für die Klasse. Ein THF-Earthbreaker-Scout dagegen ist einfach nur eine wahnsinnige Maschiene, defensiv stark und dank sap feats den allermeisten Fightern voraus, was Schaden angeht - und das ohne auf Fullattacks angewiesen zu sein.

Was den Waldläufer angeht - klar, der Schurke kann viele Dinge, die ein Waldläufer auch kann. Aber dank Boon Companion und Instant Enemy, sowie den grundsätzlich besseren Kampffähigkeiten, ist der Waldläufer sehr Kampfstark (ohne größeren Aufwand und das auf gleich 3 (4) effizienten Gebieten: THF, Archery, Schild-TWF und evtl normales TWF) - hat dazu noch einen Gefährten, ist stabiler, hat zwar keine Spells, weil er Trapper gewählt hat, um den Schurken vollständig zu ersetzen, ist ansonsten aber in fast allen Belangen dem Standard-Rogue überlegen.

Klar kann ein Schurke cool sein, aber die Klasse, so wie sie ist, kann in den meisten Fällen und insbesondere dann, wenn man nicht optimiert (aka sap-feats und shatter defense oder eben Earthbreaker-Geprügel) sehr einfach vollständig durch andere Klassen ersetzt werden. Und zwar drch viele Klassen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 09:20
Zitat
Beim Schurken muss man einfach vom TWF-archetypischen Schurken abweichen, den viele irgendwie so gerne im Kopf haben. Das ist einfach rein mechanisch schlecht für die Klasse.
Und das sollte es eben nicht sein.


Zitat
Ein THF-Earthbreaker-Scout dagegen ist einfach nur eine wahnsinnige Maschiene, defensiv stark und dank sap feats den allermeisten Fightern voraus, was Schaden angeht - und das ohne auf Fullattacks angewiesen zu sein.
Ist dafür Stilmäßig schon wieder eine Ecke Weg vom Normalen Schurken. Bei Schurke denkt man ja ehr nicht so an den Großen Starken Typen mit dem Dicken Hammer.

Zitat
Auch der Barde läuft ihm nicht unbedingt den Rang ab. Er mag Schlösser öffnen und Fallen entschärfen, aber er bleibt ein Buffer, der Schurke eine Glasscanon. Wobei mit dem d8 auch nicht mehr sooo sehr "Glass".
Wobei so Cannon ist er eben auch nicht, die ganzen d6 sehen zwar immer sehr beeindruckend aus, aber andere Klassen können weit mehr Schaden raus rotzen und zwar ohne die mit Sneak Attacks verbundene Problematik.

Ich persönlich mag das ja sehr das man sich beim Schurken im Kampf eben etwas cleverer Agieren muss um eben Flanking o.ä. zu erreichen nur wenn man dann halt im Endeffekt weniger Schaden macht als der Typ der nur da Steht und Power Attack ansagt ist das nicht so richtig befriedigend.
Und die ganzen Methoden um Sneak Attalks völlig zu negieren und das man oft völlig aufgeschmissen ist wenn man alleine Scouten gehen muss und in ein paar Gegner rein rennt, machen es auch nicht besser.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 20.08.2013 | 09:40
Und das sollte es eben nicht sein.

dafür sollte man ein umlegen von str auf dex was den schaden angeht erlauben, was den regeln nach nicht möglich ist.

Wobei so Cannon ist er eben auch nicht, die ganzen d6 sehen zwar immer sehr beeindruckend aus, aber andere Klassen können weit mehr Schaden raus rotzen und zwar ohne die mit Sneak Attacks verbundene Problematik.

Ich persönlich mag das ja sehr das man sich beim Schurken im Kampf eben etwas cleverer Agieren muss um eben Flanking o.ä. zu erreichen nur wenn man dann halt im Endeffekt weniger Schaden macht als der Typ der nur da Steht und Power Attack ansagt ist das nicht so richtig befriedigend.
Und die ganzen Methoden um Sneak Attalks völlig zu negieren und das man oft völlig aufgeschmissen ist wenn man alleine Scouten gehen muss und in ein paar Gegner rein rennt, machen es auch nicht besser.

ninja - vanishing trick (unsichtbar als swiftaction) ab stufe 10 master trick invisible blade (greater invisibility)

wenn der schurke/ninja dann mit piranha strike, 2 kukris/wakisashi/shortswords (keen/improved crit) und einem dex schadenfeat arbeitet.
dann hat man auch gar kein problem mit dex build und dem schadensoutput.

Zitat
improved Weapon finesse
Voraussetzungen: Weapon Finesse, DEX 13, light weapons, Level 4
Vorteil: Du kannst deinen DEX modifikator, anstatt des STR modifikator für Schadensboni nutzen.
Dieser Bonus gilt nicht für finesse Waffen. Nur für als light weapons eingestufte Waffen. Der 1,5-fache Schaden bei zweihändiger Führung kommt dadurch nicht zur Anwendung. Der maximale Schadensbonus ist 1/2 Charakterstufe. Die off-hand bekommt weiterhin bei Zweiwaffenkampf halben Schadensbonus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 10:18
piranha strike ist auch so eine Sache, iirc kann der beim Schurken die DPR schnell senken, weil die Attacken nicht mehr Treffen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 20.08.2013 | 10:34
dafür sollte man ein umlegen von str auf dex was den schaden angeht erlauben, was den regeln nach nicht möglich ist.

ninja - vanishing trick (unsichtbar als swiftaction) ab stufe 10 master trick invisible blade (greater invisibility)

wenn der schurke/ninja dann mit piranha strike, 2 kukris/wakisashi/shortswords (keen/improved crit) und einem dex schadenfeat arbeitet.
dann hat man auch gar kein problem mit dex build und dem schadensoutput.


Warum ich von dem feat nichts halte, habe ich ja damals im Gate schon erläutert - es ist schlichtweg nicht nötig. Piranha Strike bewirkt tatsächlich nur dann einen signifikanten DPR-Bonus, wenn der Gegner eine geringe AC hat UND Du nicht sneaken kannst - ansonsten lohnt sich das Talent quasi nie. Da ist man mit sap-feats und shatter defense auch als TWFer besser beraten.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 10:42
Das Dumme sind doch Enabler Feats an sich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 11:30
Das mit TWF ist schon bitter - zahl einen arschvoll Feats, stinke immer noch ab.

War auch in 3.5 lange so (und in 3.0 noch schlimmer), obwohl es da gegen Ende langsam besser wurde, durch ein paar Kniffe die in späten Splats kamen. Die aber in PF wieder nicht mehr zur Verfügung stehen.

Dex to Damage ist nur ein Aspekt. Gibt es in PF nicht ein Agile Enchantment?
In 3.5 gibt es u.a. den Feat "Shadow Blade", der einem Dex-to-Damage mit einer gewissen Auswahl Waffen gibt (in etwa deckungsgleich mit Finessewaffen). Der Clou ist, Stärke bleibt immer noch anwendbar. Nachteil, man muss entweder Martial Adept sein (1 Level Swordsage reicht) oder zwei zusätzliche Feats als Prereq aufwenden (die aber ihren eigenen Nutzen haben).

Dann _will_ ja offenbar niemand, dass TWF gleichwertig mit THF ist. Kalgani, hast du den Improved Finesse Feat geschrieben? Das ist ja ein Paradebeispiel: man bietet erstmal etwas nützliches an - und versieht es dann mit massenweise Einschränkungen und Nerfs. Was soll das? KISS, Mensch, KISS! Warum nicht einfach:
Improved Weapon Finesse.
Prerequisites: [...]
Benefit: you add your Dexterity modifier to damage with any Finesse weapon, as long as you are actually using Weapon Finesse.


Weiteres Problem ist, speziell beim Rogue und anderen Precision-Strikern, dass der Präzisionsschaden nicht gegen ein concealed target anwendbar ist. 20% Concealment reichen, und man ist immun gegen Sneak Attack. Und es gibt _massig_ Quellen für Concealment. Das müsste man dann auch erst wieder auskontern -- was wieder Ressourcen kostet, nur um einen Nachteil auszugleichen, den man ohne Präzisionsschaden gar nicht hätte.

Das Allerschlimmste aber ist, dass TWF mit noch soviel Bonusschaden nur was bringt, wenn man auch eine Full Attack anbringen kann - was in der Regel bedeutet, dass man nicht in der gleichen Runde voll angreifen kann, in der man sich bewegt hat. Das ist insbesondere für einen eher squishigen Charakter wie den Rogue katastrophal, da er sich so erst in Flank-Position bringen muss, eine ganze Runde auf dem Präsentierteller stehen, und hoffen dass er noch lebt, wenn er wieder dran ist.
Darum ist es in super-wichtig, dass man Move + Full Attack gleichzeitig hinbekommt. Dazu gibt es in 3.5 diverse Möglichkeiten: Pounce, Belt of Battle (3/day), Travel Devotion (tunlichst zu verbinden mit 1 Level [Cloistered] Cleric), etc.
Auch hier gilt aber wieder: auf jede nichtmagische Möglichkeit kommen ca. 10 magische/psionische Möglichkeiten, die der Nichtmagischen auch noch meist überlegen sind. Nur damit die Mundanen nicht vergessen, dass sie nichts Besonderes sind.

Tja, und da ist jetzt die Gretchenfrage: kann man in PF Move+Full Attack kombinieren, und wenn ja, mit welchem Aufwand?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 11:37
@Feuersänger:

Dein Thema scheint ja der reine Kampf und nur Balancing über Kampf zu sein.
Im Grunde versagen aber die meisten d20-Derivate deswegen, weil sie es nicht schaffen Kampf und nicht-Kampf in eine gewisse Balance zu bringen und der nicht-Kampf rapide an Wert verliert, sei es durch "Ausspielen" anstatt Skills, sei es durch die Lösungsmöglichkeiten durch Kampf-Optionen, etwa Zauber statt Skills.

Würde man hier rigoroser die Kampf/nicht-Kampf Balance hallten und wahren, würde es anders aussehen mit dem Schurken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 11:42
Nein, mitnichten.
Mein Mantra, Ideal und Doktrin ist:
Jede Klasse, jeder Charakter sollte _im Kampf_ und!!! _außerhalb des Kampfes_ eine Nische haben, nützlich sein und Spielspaß bieten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 20.08.2013 | 11:44
bei den Skills wird es doch noch bekloppter.

was sollen Cle, Fig & Pal bitte mit 2 Skillpoints pro level anfangen?
alle die nicht INT als hauptattribut haben sollten mind. 4 Skillpoints als Basis bekommen.
auch das der Fig perception nicht als class skill hat ist einfach lächerlich.

das skill system geht mit den exorbitanten boni eh absulut durch die decke.
da gefallen mir die regelung aus der 4E/next schon wesentlich besser.


bewegen und full attack? nur wenn du nen kitsune/catfolk oder ähnliches bist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 12:26
Ich stimme zu.
Das Skillsystem finde ich halt wie gesagt im Vergleich zu Kampf und Magie einfach langweilig, weil man immer nur seine sturen einfachen Würfe macht. Dagegen ist es viel spannender, z.B. bekannte Zauber auf neue und unerwartete Weise einzusetzen.

Nichtsdestotrotz sind manche Skills halt einfach wichtig, wenngleich ihre Anwendung keinen Spaß macht.
Dass der Fighter so eine beschissene Skill-Liste hat, ist in der Tat ein Riesenmanko. Bleibt ihm nur, sich Perception per Headband of Intellect zu holen.

Der Cleric kann sich wenigstens (in 3.5) über Domains etc. mit verschiedenen Knowledge Skills eindecken, und sich Knowledge Devotion holen, auch "the Thinking Man's Weapon Focus" genannt. Natürlich braucht man dazu etwas Int. Und ist nochmal ein weiterer Grund, warum Cloistered Cleric 1 so ein toller Dip für fast jeden Build ist. Ob einem das gefällt oder nicht. :/
[wer's nicht kennt: Knowledge Devotion gibt skalierende Boni auf Attack/Damage gegen den jeweiligen Knowledges zugeordnete Kreaturen.]
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 13:23
Zitat
Weiteres Problem ist, speziell beim Rogue und anderen Precision-Strikern, dass der Präzisionsschaden nicht gegen ein concealed target anwendbar ist. 20% Concealment reichen, und man ist immun gegen Sneak Attack. Und es gibt _massig_ Quellen für Concealment. Das müsste man dann auch erst wieder auskontern -- was wieder Ressourcen kostet, nur um einen Nachteil auszugleichen, den man ohne Präzisionsschaden gar nicht hätte.
Dagegen gibt bei Pathfinder einen Feat (Shadow Strike (http://www.d20pfsrd.com/feats/combat-feats/shadow-strike-combat)), das Problem ist nur einfach das man als Schurke einfach nicht genug Featslots hat alle Feats zunehmen die man bräuchte um die Probelme der Klasse zu Fixen.

Zitat
bewegen und full attack? nur wenn du nen kitsune/catfolk oder ähnliches bist.
Oder ein Level 10 Barbar, und ein paar Fighter Archetypen (Two Weapon und Mobile) haben zumindestens was ähnliches (vielleicht gibts auch noch mehr Archetypen aber mit sowas aber dafür fehlt mir die Übersicht).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 13:25
Nein, mitnichten.
Mein Mantra, Ideal und Doktrin ist:
Jede Klasse, jeder Charakter sollte _im Kampf_ und!!! _außerhalb des Kampfes_ eine Nische haben, nützlich sein und Spielspaß bieten.

Tendenziell würde ich dem widersprechen, wäre es nicht Realität dass Kämpfe überdimensioniert viel zeit in Anspruch nehmen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 13:28
Oder ein Level 10 Barbar, und ein paar Fighter Archetypen (Two Weapon und Mobile) haben zumindestens was ähnliches (vielleicht gibts auch noch mehr Archetypen aber mit sowas aber dafür fehlt mir die Übersicht).

Die haben dann aber wieder keinen Bonusschaden, der TWF überhaupt erst irgendwie interessant machen würde.
Du kannst es drehen und wenden wie du willst, es bleibt einfach Mist.

Tendenziell würde ich dem widersprechen, wäre es nicht Realität dass Kämpfe überdimensioniert viel zeit in Anspruch nehmen.

Für mich ist völlig wurscht, wie sich die Zeit am Spieltisch aufteilt. Wenn ein Spieler über signifikante Strecken nur dasitzen und zuschauen kann, ist das scheisse.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 13:34
Für mich ist völlig wurscht, wie sich die Zeit am Spieltisch aufteilt. Wenn ein Spieler über signifikante Strecken nur dasitzen und zuschauen kann, ist das scheisse.

Rein theoretisch gesprochen: Gerade in D&D in der Kampf der kleinteiligste Faktor.
Soziale Begegnung: 1-3 Würfe und gut. Fallen, 2 Würfe und gut.
würden wir diesen Masstab auf den Kampf umsetzen, sähe auch die Balance anders aus.
Im Grunde bedeutet das, sich von der Konsequenz "Du stirbst" zu verabschieden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 13:44
Wer will denn das? Ich könnte mir nur wenig langweiligeres vorstellen als ein Rollenspiel, in dem der Kampf mit 2, 3 Würfen abgehandelt ist. Alle Spielelemente gleich langweilig zu machen, kann wohl schwerlich die Lösung sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 14:19
Wer will denn das? Ich könnte mir nur wenig langweiligeres vorstellen als ein Rollenspiel, in dem der Kampf mit 2, 3 Würfen abgehandelt ist. Alle Spielelemente gleich langweilig zu machen, kann wohl schwerlich die Lösung sein.

Der letzte Punkt ist der Entscheidende. "Gleich langweilig machen".
Es gab vor kurzem einen anderen Faden, der sich damit beschäftigt hat warum nur tödloche Situationen spannend und somit gut ausgearbeitet sind.
Um mal eben die eine oder andere Parallele mit Shadowrun zu ziehen, hier haben wir ja ein ähnliches problem, nämlich den kampf als die einzige Gruppenaktivität, während die restlichen Spieler bei den notwendigen Einzelaktionen (Astral Scouting, Scouting, Decking) doof rumsitzt.
Für dieses Problem gibt es bis jetzt selten wirklich brauchbare Lösungen, auch wenn diese dringend benötigt würden.

Oder, um AD&D1st heran zu ziehen, dort war der nicht-Kampf, also die Fallen, ebenso tödlich wie der Kampf (sehr viel Save or Die). Der Nutzen eines Thief wurde also nicht dadurch bestimmt, welche Kampfkraft er erbringen kann, sondern dadurch, welche Gefahren und Kosten er für die Gruppe vermeiden konnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 20.08.2013 | 14:54
Das ist aber jetzt ne steile These.
Es gibt genug Spieler, die soziale Interaktion und die Entwicklung der Geschichte sehr spannend finden. Die spielen dann stundenlang ohne zu wuerfeln.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 20.08.2013 | 15:02
Der Threadersteller hatte aber doch offensichtlich ein Problem mit der Balance. (Und dieses Problem hat sich erst lange Zeit nach dem Kauf des Spiels ergeben - weswegen es klar ist, warum Balance mit Kaufentscheidungen meist nicht sehr viel zu tun hat.)

Dagegen sag ich ja auch gar nichts. Und wenn er diese Probleme hat, weil das ein für ihn wichtiges Thema ist, hat er zwei Möglichkeiten: das System zu "fixen" oder ein anderes System zu nehmen.


Zitat
Für mich klingt das so, als wäre das System broken, und die beteiligten Spieler samt SL müssten es permanent "fixen".

Das System ist aber nicht kaputt. Das System setzt allerdings eine Herangehensweise an das Spiel voraus, die früher selbstverständlich war, heute aber anscheinend keine besondere Popularität mehr genießt. Es setzt nämlich voraus, dass Spielleiter und Spieler zusammenarbeiten, damit jeder Spieler seine Zeit im Rampenlicht erhält. Das muss man auch bei den damaligen Balancediskussionen beachten. Da ging es viel weniger um gleichstarke Regeloptionen als eben um die Möglichkeit, mit einem beliebigen Charakter seine Zeit im Spotlight zu erhalten.

Anscheinend aber ist der kooperative Charakter des Spiels nicht mehr modern (böse Zungen wie ich könnten auch behaupten, der Durchschnittsmenschspieler des Jahres 2013 sei zur Kooperation gar nicht mehr fähig). Das Problem hat das Pen & Paper-Rollenspiel genauso wie Online-Spiele. Kein Wunder, dass man hüben wie drüben auf regelbasierte Spielbalances setzt und den menschlichen Einflussfaktor auf diese Balance möglichst auszumerzen versucht. Pathfinder ist allerdings in diesem Sinne nach wie vor ein traditionelles D&D-System, dass nach wie vor davon ausgeht, dass die jeweiligen Gruppen besser bedient sind, wenn sie das System an ihre Spielweise anpassen (statt andersherum). Der Bedarf (oder positiver ausgedrückt: das Recht) zu "fixen", ist also kein Bug, sondern ein Feature des Spiels. Insoweit mussten und müssen die Designer von D&D 3.5/PF also gar nicht darauf achten, alles möglichst perfekt zu balancieren. Statt dessen haben sie den Luxus, mit allen möglichen Optionen um sich zu werfen und es den Spielern zu überlassen, die für sie passenden herauszupicken.

Das heisst natürlich nicht, dass das System 3.5 perfekt ist, es also dort überhaupt keine Probleme gibt. Nur treten die ach so oft beklagten Balanceprobleme bei den Gruppen, die mit der entsprechenden Einstellung an das System herangehen, in einem absolut beherrschbaren Maße auf. Systemkenntnis spielt dabei sogar eher eine negative Rolle, sofern sie nicht gleichmäßig vorhanden ist. Nicht umsonst ist für das aktuelle Problembeispiel des OPs gerade der Spieler hauptverantwortlich, der am meisten davon besitzt.

Fazit: Es gibt verschiedene Herangehensweisen an das Thema "Spielbalance". Diese Herangehensweisen mögen unterschiedlich massentauglich sein, sind aber dennoch als qualitativ gleichwertig anzusehen. Insoweit halte ich es für fraglich, wenn man für die auftretenden Probleme immer dem System die Schuld in die Schuhe schiebt, anstatt die eigene Herangehensweise selbstkritisch zu betrachten. Die ist nämlich nur allzuoft das eigentliche Problem.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 15:08
Das ist aber jetzt ne steile These.
Es gibt genug Spieler, die soziale Interaktion und die Entwicklung der Geschichte sehr spannend finden. Die spielen dann stundenlang ohne zu wuerfeln.

Kann man sinnvoller anwenden. "Sag ja oder würfle" hat nie etwas an seiner Richtigkeit verloren.
Hierbei ist z.B. das entrüstete verhalten von Feuersänger zu beachten. "Ich schlachte den Drachen ab!" - "Ok", könnte nie vorkommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 15:18
Diese jüngste Inkarnation des genannten Threads habe ich verpasst (war aber schonmal vorher da), aber Tödlichkeit ist da m.E. nicht dermaßen ausschlaggebend. Im Falle von D&D enden Kämpfe meist in der Totalauslöschung einer Seite, weil es eben keine Todesspirale gibt und wenig Möglichkeiten, den Gegner kampfunfähig zu machen, ohne ihn zu töten. Ich glaube, wir hatten es in diesem Thread schonmal: ein Gegner mit 1HP kann immer noch ganz genau soviel Schaden machen wie mit 200HP.

Es mag auch mit reinspielen, dass man meistens gegen völlig andere Kreaturen kämpft (Orks, Untote, Riesen, Dämonen... usw), und von entgegengesetzter Gesinnung, was es alles erschwert, einen nicht-tödlichen Ausgang anzudenken.
"Show them no mercy, for you shall receive none."

Sei es alles, wie es sei -- meinetwegen könnte man sich auch Mechanismen ausdenken oder Settingkonventionen verankern, die den Tod zur Ausnahme machen. Z.B., mal so aus der Hüfte geschossen: wenn die HP weg sind, ist man nicht tot sondern die Kampfmoral ist gebrochen. Kämpfe enden in der Regel in Flucht/Rückzug einer Partei, und es ist zumindest unter intelligenten Kreaturen Brauch und alte Sitte, einen fliehenden Gegner ziehen zu lassen (oder gefangenzunehmen, aber jdf nicht abzuschlachten).
Das könnte man alles machen, aber es würde trotzdem nichts daran ändern, dass man 1. _trotzdem_ immer noch jeden Kampf gewinnen will, und 2. dass man den Kampf detailliert und kleinteilig haben will. Da hab ich schon meinen Char darauf geskillt, dass er diese und jene Tricks abziehen kann -- und dann will ich das auch tun, und nicht nach einem lapidaren "Gefechtswurf" darüber informiert werden, dass die Gegner erfolgreich in die Flucht geschlagen wurden.

Kampf ist halt deswegen eine gute Spielumgebung, weil man hier auch wirklich jedem Beteiligten etwas zu tun geben kann: der eine bufft die Gruppe, der zweite bindest Gegner, der dritte rotzt Schaden raus, so in etwa.
Das ist bei Nicht-Kampf deutlich schwieriger; wie du schon sagst braucht man in Sozialsituationen _ein_ Face, bei Fallen etc _einen_ Skillmonkey; und die meisten körperlichen Herausforderungen (wie Steilwände, Schluchten, Flüsse), die eigentlich Skills erfordern sollten, werden durch Magie sehr schnell obsolet gemacht.

Ich find es auch nicht so schlimm, dass nicht _jeder_ _immer_ voll mitmischen kann, aber wie gesagt sollte es halt für jeden Charakter auch außerhalb des Kampfes eine Rolle geben. Dass die meisten Aufgaben mit ein, zwei Würfen abgehandelt sind, ist und bleibt langweilig, aber das ist halt das Dilemma; niemand hat Lust, eine halbe Stunde dem Decker bei seinem Matrixrun zuzuschauen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 15:24
Eine spannende und logische Konsequenz daraus hat man ja im Retro-Klon LotFP gezogen. Nur Kämpfer können etwas im kampf reißen, das ist ihr Spotlight.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 15:33
Eine spannende und logische Konsequenz daraus hat man ja im Retro-Klon LotFP gezogen. Nur Kämpfer können etwas im kampf reißen, das ist ihr Spotlight.

Genau das finde ich ultra bescheuert. Sowas von ultra-super-ober-komplett-bescheuert, dass mir die Superlative ausgehen. Ein derart arschlangweiliges Spiel würd ich nicht eine halbe Stunde spielen wollen.
Das ist GENAU FALSCHRUM!
Wie ich schon vor einigen Beiträgen schrieb: das Spiel für alle Beteiligten gleich langweilig zu machen, ist NICHT der Weg zu einem guten Spiel!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.08.2013 | 15:40
Genau das finde ich ultra bescheuert. Sowas von ultra-super-ober-komplett-bescheuert, dass mir die Superlative ausgehen. Ein derart arschlangweiliges Spiel würd ich nicht eine halbe Stunde spielen wollen.
Das ist GENAU FALSCHRUM!
Wie ich schon vor einigen Beiträgen schrieb: das Spiel für alle Beteiligten gleich langweilig zu machen, ist NICHT der Weg zu einem guten Spiel!
...und mittlerweile wissen wir immer noch nicht was du willst.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 15:42
Genau das finde ich ultra bescheuert. Sowas von ultra-super-ober-komplett-bescheuert, dass mir die Superlative ausgehen. Ein derart arschlangweiliges Spiel würd ich nicht eine halbe Stunde spielen wollen.
Das ist GENAU FALSCHRUM!
Wie ich schon vor einigen Beiträgen schrieb: das Spiel für alle Beteiligten gleich langweilig zu machen, ist NICHT der Weg zu einem guten Spiel!

Gleich Langweilig also Einzelspiel, also Spotlight, Spannend also Gruppenspiel ohne Spotlights mit Option auf Wipe, da ohne ja keine Konsequenzen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.08.2013 | 15:53
Gleich Langweilig also Einzelspiel, also Spotlight, Spannend also Gruppenspiel ohne Spotlights mit Option auf Wipe, da ohne ja keine Konsequenzen?

Die Worte verstehe ich ja, aber der Satz...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 15:56
...und mittlerweile wissen wir immer noch nicht was du willst.

Dann sperr mal die entzündeten Glotzer auf und lies.  ::)

Mein Mantra, Ideal und Doktrin ist:
Jede Klasse, jeder Charakter sollte _im Kampf_ und!!! _außerhalb des Kampfes_ eine Nische haben, nützlich sein und Spielspaß bieten.

--

Gleich Langweilig also Einzelspiel, also Spotlight, Spannend also Gruppenspiel ohne Spotlights mit Option auf Wipe, da ohne ja keine Konsequenzen?

Einzelspiel ist für den Rest der Gruppe langweilig. Wenn jeder Spieler sich 75% der Zeit langweilt, ist das für mich keine gut investierte Freizeit.
Es reicht, wenn jeder Spieler sagen wir mal 5% der Zeit "Spotlight" hat. Ein Theaterstück besteht ja auch nicht ausschließlich aus Monologen. Die verbleibenden 75-80% der Zeit sollte _jeder_ beitragen können.
Die Option auf Wipe hast du dazugedichtet. Auf diese Unterstellung geh ich gar nicht erst ein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 16:02
Die Worte verstehe ich ja, aber der Satz...

Der Satz bedingt darauf wie Spannung aufgebaut wird. "Victory or Bust!" zählt in den meisten Kämpfen, also ein bestimmendes, binäres Ergebnis. Wenn du so willst, ein Roadblock, der überwunden werden muss.
Diese Denkweise gilt nicht außerhalb des Kampfes. Hier wird halt wiederholt und wiederholt, macht ja nichts.
Ich kann diese Denkweise aber auch aufbrechen indem ich sage: Nur der Fighter hat etwas in einer Kampfszene verloren, der Rest ist da überflüssig, genau so wie nur der Schurke etwas in einer Fallenszene verloren hat und nur der Barde in einer sozialen Szene.

@Feuersänger:
Sorry, aber du legst den Maßstab Kampf an und alle müssen ihr Gewicht tragen können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.08.2013 | 16:02
Dann sperr mal die entzündeten Glotzer auf und lies.  ::)

Ja. Und du siehst das hier nicht gegeben weil?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.08.2013 | 16:03
Der Satz bedingt darauf wie Spannung aufgebaut wird. "Victory or Bust!" zählt in den meisten Kämpfen, also ein bestimmendes, binäres Ergebnis. Wenn du so willst, ein Roadblock, der überwunden werden muss.
Diese Denkweise gilt nicht außerhalb des Kampfes. Hier wird halt wiederholt und wiederholt, macht ja nichts.
Ich kann diese Denkweise aber auch aufbrechen indem ich sage: Nur der Fighter hat etwas in einer Kampfszene verloren, der Rest ist da überflüssig, genau so wie nur der Schurke etwas in einer Fallenszene verloren hat und nur der Barde in einer sozialen Szene.

Diese Denkweise würde für mich irgendwo zwischen "Computerspiel", "Lageweile" und "Dumm" fallen. Und wäre definitiv nichts das ich spielen würde.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 20.08.2013 | 16:11

Das System setzt allerdings eine Herangehensweise an das Spiel voraus, die früher selbstverständlich war, heute aber anscheinend keine besondere Popularität mehr genießt.

Du veranstaltest da einen ähnlichen geistigen Brückenschlag wie Slayn. "Will mehr Balance = asoziales WoW-Gesocks!"
Und das finde ich halt nicht. Ich freu mich auch nicht an "Balance" als Selbstzweck oder weil ich wahnsinnig egoistisch mein Powergame durchrocken will (das geht übrigens besser in Systemen, die keinerlei Balance aufweisen), sondern weil ein balanciertes System es dem SL leichter macht, Spotlights zu verteilen, diese niemals gezwungen wirken und keiner das Gefühl hat, im Schatten eines anderen zu stehn oder unangenehm über seine Teammitglieder hinauszuwachsen, wenn er den nächsten Schritt bei seiner Charakterentwicklung vollzieht.

Was ich gerne mache, ist mir "im stillen Kämmerlein" zu überlegen, wie ich meinen Charakter bauen könnte, um meine Gruppe möglichst effektiv zu unterstützen. Wenn bei diesen Überlegungen aber die Frage im Vordergrund steht, ob ich jetzt nicht wieder dem Schurken oder Krieger auf den Schlips trete, schränkt das die reine Freude am Charakterrumdoktern schon irgendwie ein.

Ich persönlich finde es schon schade, wenn so ikonische Geschichten wie Dex-Schurke offenbar eine Build-Falle darstellen. Ein Spiel, das klassische Fantasy liefern möchte, die klassischen Archetypen aber eher abstinken lässt - ich finde halt nicht, dass das gutes Design ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 16:13
Diese Denkweise würde für mich irgendwo zwischen "Computerspiel", "Lageweile" und "Dumm" fallen. Und wäre definitiv nichts das ich spielen würde.

In der Praxis ist es aber so.
Einzelaktionen werden schnell abgehandelt, um die Gruppe nicht zu lange warten zu lassen, während man in den Gruppenaktionen, meist Kämpfen, lang und hart an die sogen. Balance geknüpft ist.
Würfel mal auf "Wissen", entschärfe mal diese Falle, nutze mal dem Skript entsprechend dieses Class-Feature.... alles identisch.
Skeptisch betrachtet, vor allem in Anbetracht dessen, was uns für das Spielen anerzogen wurde, könnte ein Krieger in den gleichen schnelle und kompetenten Schritten einen Balor niedermetzeln, die ein Dieb braucht um eine tödliche Falle zu entschärfen.
Wir sind nun aber eine Art von Simulation gewöhnt, die suggeriert dass die eine Handlung mehr Wert ist als die andere.
Reden wir stattdessen über Spannung. Ist das Lösen eines Rätsels unter Zeitdruck spannend? Ist das hantieren mit einem tödlichen Mechanismus spannend? Ist der Kampf gegen einen Dämon spannend? Ist das Aufdecken einer Intrige spannend?
Für mich in allen Fällen ja. Nur warum wird nur eines davon von den Regeln traditionell spannend abgedeckt, der Rest nicht?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.08.2013 | 16:19
Balance is a myth.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 16:26
Balance is a myth.

Im System bedingt, schon.
Im Spiel bedingt wiederum nicht, denn das ist auf die eine oder andere Art gesteuert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 16:32
@Feuersänger:
Sorry, aber du legst den Maßstab Kampf an und alle müssen ihr Gewicht tragen können.

Hauptsächlich im eigenen Interesse. Weil man sich sonst langweilt, wenn man nur zuschauen kann. Ich könnte auch vom herausforderungsorienterten Standpunkt argumentieren, aber der ist hier nicht primär relevant.

Ich weiß aber nicht, wie oft ich mich jetzt noch wiederholen soll, oder ob ich mich wirklich derart unverständlich ausdrücke.

Ist es wirklich ~so~ schwer zu nachzuvollziehen, dass mich die Aussicht enorm anödet, erst dem Fighter 15 Minuten beim kämpfen zuzusehen, dann dem Rogue 15 Minuten beim kniffeln, dann dem Barden 15 Minuten beim Verhandeln, ehe ich als Ranger die anderen 15 Minuten durch die Wildnis führen darf, und so jeder Einzelne 3/4 der Zeit bloß blöd rumsitzt?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 20.08.2013 | 16:50
Ist es wirklich ~so~ schwer zu nachzuvollziehen, dass mich die Aussicht enorm anödet, erst dem Fighter 15 Minuten beim kämpfen zuzusehen, dann dem Rogue 15 Minuten beim kniffeln, dann dem Barden 15 Minuten beim Verhandeln, ehe ich als Ranger die anderen 15 Minuten durch die Wildnis führen darf, und so jeder Einzelne 3/4 der Zeit bloß blöd rumsitzt?

Nein, das ist überhaupt nicht schwer zu verstehen, im Gegenteil, niemand langweilt sich gerne und jeder hat gerne Spotlight, kein Problem damit.
Ich hinterfrage nur zwei Dinge dabei: Abhandlung einer Einzelaktion: 10 Sekunden. (Würfel mal auf Traps. Ok, 32. Geschafft), dagegen dauert ein Kampf, also die notwendige Gruppenaktion 2 Stunden.
Mal ganz brutal gesagt ist diese ganze Balance-Scheiße nur genau diesem Zeitunterschied zuzuordnen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 20.08.2013 | 17:16
gibt es bei dir keinen austausch unter den chars?
überlegen die nicht gemeinsam wie sie ein hindernis überwinden können (egal ob kampf oder story)?
also meist versuchen bei mir die spieler miteinander zu spielen und nicht nebeneinander...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 20.08.2013 | 17:43
... und so jeder Einzelne 3/4 der Zeit bloß blöd rumsitzt?
Das bei Kämpfen auf hohen Stufen, besonders bei Spellcastern Beteildigung, nicht anders. Da muss man vieleicht keine 45 Minuten warten, aber 20 Minuten können da leicht zusammen kommen bis man wieder dran ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 17:47
Zitat
überlegen die nicht gemeinsam wie sie ein hindernis überwinden können (egal ob kampf oder story)?
Bei DnD ist das halt die Frage wie sehr man dabei Spieler und Charwissen trennen möchte (bzw. Out Of Character die weitere Strategie diskutiert), der Int 10 Kämpfer mit seine 2 Skill Punkten hat halt im Endeffekt keine Ahnung von nichts, was soll der Groß zu einem "Story Hindernis" beitragen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 18:28
Ja. Und du siehst das hier nicht gegeben weil?

Hatten wir alles schon zwanzigmal in diesem Thread. Wer lesen kann, und so.

@Slayn:
Zitat
Nein, das ist überhaupt nicht schwer zu verstehen, im Gegenteil, niemand langweilt sich gerne und jeder hat gerne Spotlight, kein Problem damit.
Ich hinterfrage nur zwei Dinge dabei: Abhandlung einer Einzelaktion: 10 Sekunden. (Würfel mal auf Traps. Ok, 32. Geschafft), dagegen dauert ein Kampf, also die notwendige Gruppenaktion 2 Stunden.

Ad 1, ich persönlich z.B. brauch nicht unbedingt "Spotlight". Dazu bin ich wohl zu wenig Rampensau. Es ist mir lieber, wenn ich 80% der Zeit kooperativ beitragen kann und 20% Sendepause habe, als wenn ich 20% mit viel Brimborium meine Arie singe und die anderen 80% im Off stehe.

Ad 2, dazu hab ich weiter oben schon was gesagt. Wenn man solche Nicht-Kampfsituationen ausführlich gestaltet, landet man beim Matrix-run des Deckers, und wir alle wissen wie blöde das für den Rest der Gruppe ist. Aber die Skill-Handhabung wie sie in 3.X/PF ist, ist auch wie gesagt scheißlangweilig, da geb ich dir absolut recht. Was man dagegen machen kann: keine Ahnung; egal was man macht, jede Mechanik läuft entweder auf das eine oder das andere hinaus.
Der Kampf ist quasi das einzige Element, in dem man jedem Charakter gerecht werden _kann_, wenn da jeder eine Nische hat, die er bedient. Was aber wiederum entsprechendes Klassendesign voraussetzt.

nur:
Zitat
Mal ganz brutal gesagt ist diese ganze Balance-Scheiße nur genau diesem Zeitunterschied zuzuordnen.

Diesen Gedankensprung kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Das bei Kämpfen auf hohen Stufen, besonders bei Spellcastern Beteildigung, nicht anders. Da muss man vieleicht keine 45 Minuten warten, aber 20 Minuten können da leicht zusammen kommen bis man wieder dran ist.

Deswegen bin ich ja dafür, die Spellcaster in ihrem allumspannenden Machtniveau zu beschneiden, sodass der Zauberer nicht mehr lang und breit aus X Aktionen abwägt, mal eben die Action Economy aushebelt, zweimal hintereinander drankommt, vier Zauber raushaut und alles mit Summons und Callings zuspammt, die auch noch jede ihre Aktionen auswürfeln dürfen.

Zitat
Bei DnD ist das halt die Frage wie sehr man dabei Spieler und Charwissen trennen möchte

Ich z.B. bin jetzt nicht so der anale Wissens-Trenner, aber davon abgesehen, es ist natürlich klar, dass eine D&D-Sitzung nicht ausschließlich aus Aktionen und Würfen besteht. Wir hatten auch schon ganze Sitzungen ohne einen einzigen Kampf. Dafür halt umso mehr NSC-Interaktion und Exploration, inklusive Überwindung von Umwelt-Hindernissen usw., und da wiederum war ein etwaiger Skillwurf nur ein Tüpfelchen im ganzen Vorgang aus Überlegungen und Abwägungen etc.

Aber da ist es halt auch wieder normal, wenn man überlegt was man da jetzt tun kann, dass man auf sein Charakterblatt schaut und sich überlegt, wie man das, was da geschrieben steht, einbringen könnte. Und da ist halt auch wieder der Fighter sehr schnell durch ("Bringt uns Springen hier weiter? Nein? Dann mach ich mal Pause.") während die Caster mal locker fünf, sechs Blätter oder mehr nur mit Zauberlisten durchsehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 20.08.2013 | 19:26
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

edit: Keine Ahnung, warum der post erst jetzt raus ging - stammt eigentlich von irgendwann heute morgen. Fürs derzeitige Thema aber wohl irrelevant.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 19:30
Wenn du mal zurückblätterst, wirst du sehen, dass ich lediglich die Kritik der hier von (mehr oder weniger) regelmäßigen PF-Spielern aufgegriffen und von da aus meine Schlüsse gezogen habe; wenn du ein Problem damit hast, wende dich an jene.

nachtrag:
In 3.5 ist das Skillen eines Rogues auf TWF richtig und gut; im Rahmen der Möglichkeiten, die der Rogue halt überhaupt hat. Es kekst wohl vor allem die Umsteiger an, dass das Rezept in PF nicht mehr vernünftig funktioniert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.08.2013 | 20:13
@Wasum
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 20.08.2013 | 21:07
hmm, alle an Nicht-Kampfsituationen beteiligen:

a) Exploration, Umwelthindernisse mal so klischeehaft
Spurensuchen - Ranger
Karte lesen - Wizard
Hinterhalt entdecken - Rogue
Alle wieder aufmuntern - Cleric
Steilwand überwinden - Alle müssen ran

Das ganze als eine Situation darstellen mit Details in der Beschreibung von DM und Spielern. Jeder trägt bei. Das ist nicht in einer 1/2 Minute gespielt.

b) Informationen Sammeln mal so klischeehaft
Schmeicheln - Bard
Bedrohen - Barbarian
Hintergrundwissen - Wizard
Beziehungen zu örtlichen Organisationen - Cleric
Vertrauenswürdigen Eindruck machen - Alle müssen ran

Das ganze als eine Situation darstellen mit Details in der Beschreibung von DM und Spielern. Jeder trägt bei. Das ist nicht in einer 1/2 Minute gespielt.

c) Fallen mal so klischeehaft
Entschärfen - Rogue
trotzdem aushalten - Fighter
Komponenten eine Herkunft zuordnen - Wizard
Auren spüren - Cleric
? - Alle müssen ran

Das ganze als eine Situation darstellen mit Details in der Beschreibung von DM und Spielern. Jeder trägt bei. Das ist nicht in einer 1/2 Minute gespielt.

@Slayn
Das wird alles nicht einfach runtergewürfelt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 20.08.2013 | 21:19
Klingt irgendwie wie eine 4e-Skill-Challenge.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 20.08.2013 | 21:42
In 3.X kann man solche "Challenges" im Einzelfall nach dem Aid Another Prinzip abwickeln.
Also z.B. bei dem Fallenbeispiel: wenn der DD-Mod des Rogue nicht ausreicht, um die Falle zu entschärfen, können Wizard und Cleric durch ihre magischen Analysen vllt noch je +1 dazutun - und dann könnte es langen.
(Was der Fighter damit zu tun haben sollte, entzieht sich meiner Phantasie. ;) )
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 10:39
Du veranstaltest da einen ähnlichen geistigen Brückenschlag wie Slayn. "Will mehr Balance = asoziales WoW-Gesocks!"

Das tue ich alleine deswegen schon nicht, weil ich WoW jahrelang gespielt habe und es nach wie vor für eines der besten MMOs auf dem Markt halte. Da würde ich mich ja selbst beleidigen, wenn ich diesen Brückenschlag veranstalten würde.

Ich glaube allerdings tatsächlich (vor allem, weil die 4E-Designer das ja auch gar nicht zu verheimlichen versucht haben), dass der Einfluss von MMORPGS eine nicht ganz unwichtige Rolle für das Design der vierten Edition spielten. Was ich nicht glaube (und da fühl ich mich durch die Marktentwicklung bestätigt), ist, dass es eine gute Idee war, das in der Radikalität zu tun, wie es von den 4E-Designern umgesetzt wurde. Und das liegt eben nicht dadran, dass Spieler wie ich (also der durchschnittliche Pathfinderspieler) zu doof sind, um die Vorteile eines regelbalancierten Spiels zu erkennen, oder das wir Balance gar nicht wollen, weil wir die Mitspieler dann ja nicht mehr übervorteilen können. Es liegt einfach daran, dass ein so radikal auf Balance fokussiertes System, unsere eigentlichen Bedürfnisse als Rollenspieler nicht so gut erfüllt wie ein unbalancierteres, aber dafür optionsreicheres System.

Was du allerdings aus meinem Post herauslesen kannst, ist meine Meinung, dass in den letzten 20-30 Jahren eine gesellschaftliche und politische Entwicklung (Stichwort: Überbetonung eines ungezügelten Individualismus) stattgefunden hat, die ich für sehr bedauernswert halte und die vor den Toren des Rollenspiels nicht etwa halt macht, sondern natürlich auch die Vorlieben und Meinungen von Rollenspielern prägt. Aber die Diskussion ist glaube ich für diesen Thread der falsche Ort.

zurück zum Thema: Auf den Paizo-boards findet aktuell eine ähnliche Diskussion (http://paizo.com/threads/rzs2q2gn?Adventure-Paths-and-high-level-play) statt, in die sich gestern auch James Jacobs eingeschaltet hat, der dazu etwas sagte, was man immer im Hinterkopf behalten sollte. Ausgangspunkt war dieser Post:

Zitat
The problem is not with the point-buy or even the number of player characters (20 point buy and six PC's). The 20 point-buy is a +1 to their main stat or (more often) a second main stat at a +1, which in most cases translates to more power uses overall.

The problem is that with party buffs and players optimizing even a little bit opponents are almost impossible to miss and player characters are very, very difficult to hit. And that damage/saves scale in such a way that the standard hitpoints/saves of opponents are pitiful in comparison, while monsters/NPC's themselves generate saves which are comparatively weak. I think hitpoints are the only resource player characters cannot easily maximise without sacrificing too much potential in their other stats.

Again, until the middle levels of the game are reached, the game stays balanced enough, but it scales very poorly for monsters/NPC's against what player characters can put out when the higher-than-level-10 times roll in.

Die Replik von James Jacobs:
Zitat
Actually... 20 point buy and 6 PCs is a part of the problem. The game's core (on which our adventures are built) assume 15 point buy and 4 players.

The fact that you have 20 point buy PCs, 150% the PCs, and that your players are all experienced means that your players are going to get progressively more powerful, and as a result the further into an AP you get, the more noticeable this is going to get.

If it's REALLY a problem... dropping down to 15 or even 10 point buy is a good solution. Present it to your players as playing the game on "hard mode" if you will. Challenge them to play the game that way.

Alternatively, you can just adjust the number of the foes and their hp upward until you reach an equilibrium.

Korrigiert mich, falls ich falsch liege, aber mein Eindruck aus den letzten Jahren ist der, dass die wenigsten Gruppen der von James genannten Baseline für ihr Spiel folgen. Sei es, dass sie mehr oder weniger Spieler haben, sei es, dass ihnen PB 15 nicht ausreicht oder sie eben durch Erfahrungswissen gelernt haben, ihre Charaktere über den für die Abenteuer angesetzten Standard hinaus zu optimieren. In jedem Fall aber führt es dazu, dass sich das Stärkeverhältnis SC zu Gegnern mit steigender Stufe zuungunsten der Gegner entwickelt, was dann schlimmstenfalls dazu führen kann, dass sie am Ende des APs mit dem Endgegner einfach den Boden aufwischen.

Die APs unmodifiziert zu benutzen, ist also wohl nur in einem recht eng gesteckten Regelrahmen möglich. Verlässt man diesen, ohne entsprechend das Abenteuer anzupassen (und juhu, JJ benutzt mein Lieblingswort Equilibrium ^^) kriegt man natürlich Probleme. Die bekäme man mit der 4E so sicherlich nicht. Gut, dafür hat man dort kaum Auswahl an guten APs, aber man kann ja nicht alles haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 10:52
Zitat
Es liegt einfach daran, dass ein so radikal auf Balance fokussiertes System, unsere eigentlichen Bedürfnisse als Rollenspieler nicht so gut erfüllt wie ein unbalancierteres, aber dafür optionsreicheres System.

Die Frage ist ob ein optionsreiches Spiel zwingend unbalanciert sein muss - und ob Balance und Optionsreichtum sich überhaupt ausschließen müssen. Um bei 3.5 als Beispiel zu bleiben: obwohl man als Core only Spieler weniger Optionen hat geht dies nicht mit besserer Balance einher. Im Gegenteil.

Auch ganz theoretisch betrachtet ist es ja so dass man jede neue Option bewerten kann und nach bestem wissen und gewissen auf eine bestimmte Stufe setzen kann. Und dabei auch Synergieeffekte berücksichtigen kann. Entweder sofort oder später wenn jemand anderes sie findet.

Balancing und Optionsvielfalt schließen sich also nicht aus. Tatsächlich ist es ja sogar so dass je besser ein System balanced ist, umso einfacher kann man neue Optionen hinzufügen, umso weniger ist die Gefahr da etwas zu übersehen das spielbrechende Auswirkungen hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 10:56
Balance und ein nach Oben hin offenes System schließen sich dagegen aus. Ab dem Punkt, ab dem die gewählten Optionen anfangen richtige Synergien zu entwickeln, schießt man auf der Skala schnell nach Oben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 11:02
Weiß ich gar nicht. Stell es dir als Waage vor. Gibt es ein Gewicht bei dem die Waage nicht mehr ausgeglichen sein kann?

Nein...egal wie schwer die eine Seite wird, die andere kann genauso schwer sein.

Eine nach oben offene Skala ändert daran nichts, da für die Balance ja nur wichtig ist das zwei Werte auf der Skala verglichen werden können. Oder in Rollenspielbegriffen gesprochen: Auch wenn der Stufe 1000 Magier unbeschreiblich (im Wortsinne) mächtig ist: Für die Balance ist nur wichtig dass man ihn auf Level X mit anderen Level X Charakteren vergleichen kann.

Und dies bedeutet natürlich auch dass es keine Fähigkeit geben kann die per se unbalanced ist. Nur das sie auf der falschen Stufe eingeordnet sein kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 11:02
Und was in der Theorie schön klingt, ist meiner Meinung nach in der Praxis fast unmöglich auf Papier zu bringen.

Um mal (u. a.) auf Wormys Post einzugehen:
Auf was soll denn gebalanced werden? (In D&D 3.5) PB 32, 28...was ist mit ausgewürfelten Charakteren?
Sollen alle Klassen auf allen Stufen gleich stark sein?
Wie sollen Skills gebalanced werden?
usw.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 11:06
Gleich "stark" wirft natürlich die Frage auf was man unter "stark" versteht, ich würde es gleich "nützlich" nennen.

In der Hoffnung dass dies der bessere Begriff ist. Und das bezieht sich dann natürlich genauso auf einzelne Spielelemente. Auch Skills sollten so gestaltet werden dass sie gleich nützlich sind.

Das ganze bezieht sich dann natürlich immer auf durchschnittliche Abenteuerverteilung (wenn man nur Untote verhaut in seinen Abenteuern werden Charaktere die sich mit Untoten beschäftigen immer Vorteile haben). Und man darf dort nicht Perfektion erwarten. Es geht beim Balancing nicht darum die perfekte Balance zu erreichen (klappt eh nicht), sondern darum den Aufwand für Designer, Spieler und Spielleiter zu minimieren und den Spielraum den man hat um die Optionsvielfalt auch zu nutzen ohne das System zum kippen zu bringen zu erhöhen.

Oder anders gesprochen: darum den Turm so zu bauen dass man auch mal ein bisschen daran wackeln kann ohne dass er einstürzt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 11:28
Zitat
Auch Skills sollten so gestaltet werden dass sie gleich nützlich sind.
Skills an sich sind schon Optionen (in AD&D 2nd waren sie optional), die niemals gleichwertig behandelt sein können, weil es viel zu situationsabhängig ist und zu viele Faktoren mitspielen, um die Nützlichkeit eines Skills beurteilen zu können.

Zitat
Oder anders gesprochen: darum den Turm so zu bauen dass man auch mal ein bisschen daran wackeln kann ohne dass er einstürzt.
Um mal bei diesem Vergleich zu bleiben:
Der Turm ist hier aber aus ganz anderen Gründen eingestürzt.

a) Die Anleitung  zum Bau (AP) war nicht besonders gut.
b) Der Turm war für eine andere Anzahl an Personen (SC) ausgelegt.
c) Als Materialien (SC) wurde weitestgehend Balsaholz verwendet...und außerdem noch Stahlbeton mit eingebaut.
d) Der Architekt hat dadurch "Pfusch am Bau" (nicht böse gemeint!) betrieben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 11:34
Ja, das sehe ich eigentlich genauso, auf das Ausgangsbeispiel bezogen. Vieles davon ist natürlich genau wie JJ das schon sagt ein Problem der Spielrunde selbst, und noch nicht des Systems. Eine Herausforderung die für 4 Spieler gedacht ist mit 6 Leuten zu lösen gelingt auch in ausbalancierten Systemen leichter. Das ist etwas welches man dem System nicht anlasten und nicht daran kritisieren kann.

Aber dies gilt eben auch nicht für alles.

Einige der geschilderten Probleme (gerade der Unterschied im Aufstiegstempo von Magiewirkern und Nichtmagiewirkern) haben mit diesen Themen (zu viele Spieler z.B.) natürlich nichts zu tun.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 11:53
Die Frage ist ob ein optionsreiches Spiel zwingend unbalanciert sein muss - und ob Balance und Optionsreichtum sich überhaupt ausschließen müssen.

Auf beide Fragen kann ich mit einem klaren Nein antworten, aber das habe ich ja auch nicht geschrieben. Allerdings steht es wohl ausser Frage, dass ein stärker balanciertes System diese balance mit einer absolut gesehen geringeren Optionsanzahl bezahlt, weil eben unbalancierte Optionen keinen Eingang finden dürfen.

Meine Frage ist also, ob mir der Zuwachs an Balance den Verzicht auf diese Optionen wert ist. Das hängt davon ab, wie ich und jeder andere diese Optionen bewerte. Meine Antwort ist einfach: Optionen > Balance. Wenn du eine andere Antwort gibst, ist das nicht mehr als Recht. Geschmack ist schliesslich Geschmack. Was mich allerdings nicht erst seit heute stört, ist, dass du ständig zu implizieren versuchst, deine Antwort sei die objektiv gesehen bessere. Und das ist sie eben nicht. und darüber diskutier ich mit dir auch nicht mehr.


Gleich "stark" wirft natürlich die Frage auf was man unter "stark" versteht, ich würde es gleich "nützlich" nennen.

Ist aber nicht dasselbe, deswegen ist diese Ersetzung nicht zielführend.  Die Prestigeklasse "Harfner" (als beispiel) bezieht ihren Nutzen nämlich keineswegs in erster Linie aus der Frage, ob sie genauso stark wie eine andere Option ist. Der Nutzen liegt vielmehr darin, dass sie es dem Spielleiter ermöglicht, flairreiche NSC zu bauen (bzw den Spielern, flairreiche SC zu erstellen, wobei ich das für den untergeordneten Zweck halte, aber das ist ein anderes Thema).
Klar ist es kein Problem, für die 4E einen ebenso flairreichen Paragon Path "Harper Agent" zu erstellen (falls es nicht schon so was gibt, hab schon lang in kein 4E-Buch mehr reingeschaut). Wahrscheinlich wäre der im Vergleich zum anderen Material viel balancierter als die 3.5-PRC (im Sinne von genau so stark wie andere Paragon Paths). Für den Spieler, dessen Charakter auf Stufe 6 aufsteigt, kann man aber wohl kaum von gleicher Nützlichkeit sprechen, für den ist das nämlich nur in einer der beiden Regelversionen überhaupt eine aktuelle Option.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 21.08.2013 | 12:01
Weiß ich gar nicht. Stell es dir als Waage vor. Gibt es ein Gewicht bei dem die Waage nicht mehr ausgeglichen sein kann?

Natürlich. An eine real existierende Balkenwaage für den Hausgebrauch kannst du auch nicht an jede Seite ein Auto dranhängen. Dann biegen und brechen die Arme. Genauso ist es im Spiel. Wenn man es gar zu sehr übertreibt, bricht das System komplett zusammen. Bei 3.X (v.a. 3.5) wären das extrem optimierte Charaktere, die Lücken im System ausnutzen und im Wortsinn die Welt aus den Angeln heben können. Vor allem natürlich T1er, die in einer Runde ganze Kampagnen beenden können, bis hin zu Pun-Pun (sprichwörtlich unendliche Macht). Egal was man da entgegensetzt, das Spiel kann man vergessen.

That said, ist es nur logisch dass man mit 6 ordentlich geskillten SCs keine nennenswerten Probleme mit den Herausforderungen von Standardabenteuern hat. Das ist 50% "overpowered", keine Überraschung.
Den Hinweis auf PB 15 oder gar, ich schüttele mich, PB 10 hingegen ist bescheuert; wie schon gesagt kommen nur Vollcaster in ihrer SAD-Herrlichkeit damit relativ gut zurecht, während Mundane / Teilcaster zunehmend Schwierigkeiten bekommen bzw zur Nutzlosigkeit verkümmern. Dass die Designer das immer noch nicht einsehen, macht mich richtig sauer.

--

Wie dem auch sei: nachdem ich neulich so rumgetönt habe, will ich am kommenden Wochenende das Experiment wagen, und mit 3.5 ein offizielles Abenteuer für _2_ T3-Charaktere leiten. Ich weiß noch nicht, welches ich da nehmen werde; zur Not wird es einfach ein Gauntlet. Charaktere baue ich, es wird ein Swift Hunter und ein Crusader werden, singleclass, ohne abgefahrene Tricks. (Level 4, 32 PB, WBL)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 21.08.2013 | 12:06
 
Zitat
Allerdings steht es wohl ausser Frage, dass ein stärker balanciertes System diese balance mit einer absolut gesehen geringeren Optionsanzahl bezahlt, weil eben unbalancierte Optionen keinen Eingang finden dürfen.
Wobei bei D20 viele der Optionen so schlecht sind das sie keiner nimmt, und ein gewisser Teil so imba das sie kein Spielleiter zu lässt, so das ein Wegfall kein großer Verlust ist.

Und das bei manche Klassen (Schurke, Mönch) nur nach Ziemlichen Optimierungsaufwand überhaupt Chars raus kommen die irgendwie mithalten können, kann auch nicht Sinn der Sache sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 12:06
Auf beide Fragen kann ich mit einem klaren Nein antworten, aber das habe ich ja auch nicht geschrieben. Allerdings steht es wohl ausser Frage, dass ein stärker balanciertes System diese balance mit einer absolut gesehen geringeren Optionsanzahl bezahlt, weil eben unbalancierte Optionen keinen Eingang finden dürfen.


Warum sollten sie keinen Eingang finden? Der einzige Unterschied ist dass sie auf einem anderem Level verfügbar werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 12:18
Das tue ich alleine deswegen schon nicht, weil ich WoW jahrelang gespielt habe und es nach wie vor für eines der besten MMOs auf dem Markt halte.

An dem Beispiel World of Warcraft kann man zumindest gut sehen, dass es kein Balancing "an sich" gibt, sondern dieses immer abhängig ist von den Zielvorgaben, die man als Designer umsetzen möchte. Was die Maximen des Balancings angeht, so durchlief WoW ja mehrere Prinzipienwechsel, die meiner Meinung nach nicht alle zum Vorteil des Gameplays waren.
Das WoW, das ich mochte, wurde durch den ubiquitären Gebrauch von Damagemeter und Dungeon-Finder völlig kaputtgemacht, da dadurch gerade die Denke Einzug hielt, die Du als allgemeinen Trend in der Gesellschaft ausgemacht hast.

  
Zitat
Es liegt einfach daran, dass ein so radikal auf Balance fokussiertes System, unsere eigentlichen Bedürfnisse als Rollenspieler nicht so gut erfüllt wie ein unbalancierteres, aber dafür optionsreicheres System.

"unsere eigentlichen Bedürfnisse als Rollenspieler" - das ist nicht gerade tief gestapelt.
Meine eigenen Bedürfnisse als Rollenspieler werden von den 3er-Spawns nicht abgedeckt. Nach meiner Wahrnehmung habe ich hier *weniger* Optionen, die in umsomehr Wust versteckt sind. Der unselige Wirrwarr aus Feats und Sonderregeln ohne jeden taktischen Mehrgewinn finde ich wenig anziehend. Ein Anfänger läuft sofort in irgendeine Falle, weil er sich an klassischen Fantasy-Tropen orientiert.

Der Vorteil der 4E für mich ist, dass ich mit den Regelbüchern beim Spieler erscheinen kann, und der je nach Laune sich einfach eine Klasse rauspickt und ich mir keine Sorgen machen muss, ob das ab Stufe 10 dann auseinanderfällt oder nicht.

Die 4E hat vieles falsch gemacht, in meinen Augen. Ich mag das Layout nicht, die Bilder meistens auch nicht, die Sprüche auf der Rückseite der Büche sind richtig dolle peinlich. Und für meinen Geschmack hat mir die 4E mittlerweile eigentlich auch schon wieder zu viele Optionen. Ach ja: Und die Abenteuer sind auch richtig Mist.

Die "Balance" der 4E besteht ja einfach darin, dass die 4E klar sagt, für welche Art von Spiel sie designt wurde, und dies dann eben auch umsetzt. Demgegenüber ist die 3E eine chaotische Anhäufung an Build-Optionen, die so wenig gegeneinander gewichtet sind, dass das Erreichen des Spielgefühls auf die Gruppenverantwortung und Spielleitertüchtigkeit abgewälzt werden muss.    
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 12:22
Der einzige Unterschied ist dass sie auf einem anderem Level verfügbar werden.

Und zwar auf einem genau festgelegten. Siehe dazu mein Beispiel. Für den Harper-Paragon Path hast du genau eine Option, nämlich eben, den Paragon path ab Stufe 11 einzuschlagen. Nicht früher und soweit ich weiss auch nicht später. Bei der 3.5-PRC hast du diese Wahl auf jeder Stufe neu (und kannst bei jedem späteren Stufenaufstieg auch wieder (zwischenzeitlich oder komplett) aussteigen. Alleine aus dieser deutlich höheren Flexibilität konstituieren sich in 3.5 zahlreiche Möglichkeiten, die es so in der 4E nicht gibt. Man kann sich wie der Dämon auf den Standpunkt stellen, dass das gar nicht schlimm ist, weil viele dieser Möglichkeiten gar nicht wahrgenommen werden. Was ich zum einen für eine fragwürdige Einschätzung halte, weil wir gar nicht beurteilen können, was ALLE machen (und Optionen, die KEIN Spielleiter zulässt, gibt es dank mir gar nicht XD). Was aber zum anderen genau das ist, was ich vorher sagte, nämlich dass da jeder seine eigene Beurteilung hat.

Der Vorteil, den mir 3.5/Pathfinder bietet ist, dass ich mich (vermutlich) mit dem Dämon auf einen Kompromiss einigen könnte, mit der wir beide gut klarkommen. Mit Feuersänger womöglich auf einen anderen, mit dir wiederum auf einen dritten. Und zwar einfach durch Weglassung, weniger durch Modifikation (wobei das bei allseitiger Zustimmung im Rahmen von Hausregeln auch geht).

Und genau das hab ich bei einem auf Spielbalance fokussierten System so eben nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 12:35
An dem Beispiel World of Warcraft kann man zumindest gut sehen, dass es kein Balancing "an sich" gibt, sondern dieses immer abhängig ist von den Zielvorgaben, die man als Designer umsetzen möchte. Was die Maximen des Balancings angeht, so durchlief WoW ja mehrere Prinzipienwechsel, die meiner Meinung nach nicht alle zum Vorteil des Gameplays waren.
Das WoW, das ich mochte, wurde durch den ubiquitären Gebrauch von Damagemeter und Dungeon-Finder völlig kaputtgemacht, da dadurch gerade die Denke Einzug hielt, die Du als allgemeinen Trend in der Gesellschaft ausgemacht hast.

Stimme ich dir prinzipiell zu. Für mich war der Dealbreaker die Einschränkung der zu Beginn völlig freien Skillung. Auch da wurde die Optionsvielfalt eingeschränkt, um das Verskillen von Charakteren zu erschweren. Für mich ein Problem, weil ich Verskillen für ein legitimes Mittel halte, den Schwierigkeitgrad des Spieles zu erhöhen.

  
Zitat
"unsere eigentlichen Bedürfnisse als Rollenspieler" - das ist nicht gerade tief gestapelt.
Nuja, ich hab ja vorher definiert, wenn ich damit meine, nämlich Spieler wie mich. Ich halte mich allerdings nicht für außergewöhnlich, insoweit vermute ich, nicht der einzige zu sein, für den regelbasierte Zwangsbalance nicht das wichtigste im Leben ist.

 
Zitat
Demgegenüber ist die 3E eine chaotische Anhäufung an Build-Optionen, die so wenig gegeneinander gewichtet sind, dass das Erreichen des Spielgefühls auf die Gruppenverantwortung und Spielleitertüchtigkeit abgewälzt werden muss.

Siehst du und das ist meiner Meinung nach der Kasus Knaxus, weil ich das für die 3e-Varianten als genau die Zielvorgabe der Designer halte: Stellt den Spielern so viele Optionen wie möglich zur Verfügung und überlasst es diesen, sich ihr eigenes System zu basteln. Weil die ihren eigenen Geschmack sowieso besser kennen, als wir das tun.

Zitat
Die "Balance" der 4E besteht ja einfach darin, dass die 4E klar sagt, für welche Art von Spiel sie designt wurde, und dies dann eben auch umsetzt.
vollkommene Zustimmung. Mein persönliches "Problem" mit der 4E ist ja auch nicht, dass sie das schlecht macht. Sondern, dass ich die Art von Spiel, das sie umsetzt, gar nicht spielen will.

und das Problem hab ich mit Pathfinder in derselben Form halt nicht, das kann ich mir (leichter) zurechtbiegen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 12:46
Und zwar auf einem genau festgelegten. Siehe dazu mein Beispiel. Für den Harper-Paragon Path hast du genau eine Option, nämlich eben, den Paragon path ab Stufe 11 einzuschlagen. Nicht früher und soweit ich weiss auch nicht später.

Doch, auch später. Und natürlich kann ich in der 4E den Harfner noch mit deutlich mehr Optionen einbringen als nur dem Paragon Pfad. Das ist ja gerade der Vorteil eines ausbalancierten Ansatzes. Ich kann viel leichter neue Dinge hinzufügen, weil ich mich stärker darauf verlassen kann dass die vorherigen Dinge bereits eine Grundbalance mit sich bringen. Irgendwann kippt dann auch dieser Turm natürlich - wie gesagt, perfekte Balance gibt es nicht.

Aber es dauert eben viel länger, verträgt viel mehr zusätzlichen Freiraum. Das man z.B. wie dies bei den Essentialsklassen oder auch den PHB3 Klassen gemacht wird einfach mal das ganze Klassensystem ignoriert und neue Mechaniken einbaut funktioniert nur dann gut wenn die vorherige Basis stabil war. Aber auch ganz von der Klassenbasis weg gilt dies ja. So eine Spielrunde wie die mit meinem Magier im Turm könnte ich in 3.5 nicht machen ohne das System umzuschmeißen und ein neues zu bauen. Die 4E hat auch was ihre Spielweisen angeht einen viel größeren Spielraum in dem sie problemlos funktioniert, und natürlich ist auch dies ein Balancingthema. Bis wohin kann ich den Turm schief bauen ohne dass er fällt.

Aber ich will die 4E ja aus gutem Grund hier aus dem Thread heraushalten. Balancing ist ein Thema welches man auch diskutieren kann ohne dabei andere Editionen einzubringen - und auch sollte. Denn wozu führt die Diskussion ansonsten? Doch nur dazu dass wir hier einen neuen Editionskrieg anzetteln und auch völlig themenfremde Dinge eingeworfen werden wie "4E ist doch von WoW inspiriert".

Das hilft dem Threaderöffner kein bisschen, und hilft auch nicht um 3.5 oder Pathfinder RPG zu betrachten und einzuschätzen. Für die Frage ob 3.5 besser balanced sein sollte ist die 4E völlig unwichtig, sie kann dort nur stören, ablenken. Sie ist ein Strohmann um nicht über das eigentliche Thema zu reden.

Wenn du doch über die 4E reden willst: Ist doch super, hier gibt es ja ein schönes kleines 4E Unterforum, da sind dann auch solche Detailfragen wie deine zum Paragonpfad und wann man den nehmen kann schon beantwortet und können viel besser diskutiert werden. Aber ganz ehrlich - für das Thema hier braucht man sie nicht. Das gehört hier nicht hin. PF und D&D 3.5 gehört hier hin. Ist auch als Thema genug interessant und spannend um es hier zu diskutieren ohne neue Editionskriege loszutreten. Ich verstehe nicht warum man sie hier krampfhaft immer hineinbringen will. Nur als Ablenkung? Das ist doch durchsichtig.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 21.08.2013 | 12:51
Und was in der Theorie schön klingt, ist meiner Meinung nach in der Praxis fast unmöglich auf Papier zu bringen.

Auf was soll denn gebalanced werden? (In D&D 3.5) PB 32, 28...was ist mit ausgewürfelten Charakteren?
Sollen alle Klassen auf allen Stufen gleich stark sein?
Wie sollen Skills gebalanced werden?

Würfelwürfe sind schonmal fehl im Thema Balance. Ich habe PB 58 Charaktere geleitet und PB 8. In der gleichen Runde. Mit Frust. Bis der zweite Spieler in der zweiten Session nachwürfeln durfte.
Somit widerspricht eine Regel aus dem GRW konsequent der Balance. Spannend, oder?  8] ;)

Ich gehe mit Wormys "Vielfalt schlägt Balance" komplett konform und hasse Systeme abgrundtief, die keine gesunde (regelseitige) Streuung erlauben.
Den Rest streue ich als SL. Habe ich ja andernorts mehrfach geschrieben. Spotlights, Lacher, Herausforderungen, Hintergründe, Nachteile, Vorteile... alles wird von mir immer wieder gut verteilt angespielt. Was die Spieler daraus machen ist ihnen überlassen. Ich setze sozusagen den Teaser.


Zitat
Zitat
Die "Balance" der 4E besteht ja einfach darin, dass die 4E klar sagt, für welche Art von Spiel sie designt wurde, und dies dann eben auch umsetzt.
vollkommene Zustimmung. Mein persönliches "Problem" mit der 4E ist ja auch nicht, dass sie das schlecht macht. Sondern, dass ich die Art von Spiel, das sie umsetzt, gar nicht spielen will.

Sehr schön gesagt. Ich stimme Dir (mal wieder) zu.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 21.08.2013 | 12:52
Danke Arldwulf. 4E bitte raus hier. Balance und PF sind ja glücklicherweise das Thema  :d
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 13:03
Zitat
Ich gehe mit Wormys "Vielfalt schlägt Balance" komplett konform und hasse Systeme abgrundtief, die keine gesunde (regelseitige) Streuung erlauben.
Den Rest streue ich als SL. Habe ich ja andernorts mehrfach geschrieben. Spotlights, Lacher, Herausforderungen, Hintergründe, Nachteile, Vorteile... alles wird von mir immer wieder gut verteilt angespielt. Was die Spieler daraus machen ist ihnen überlassen. Ich setze sozusagen den Teaser.
Womit Du, als SL, quasi das Gegengewicht auf der jeweiligen Waagschale bist, der das Spiel an sich ausbalanciert (wenn ich es richtig verstanden habe).

Das meinte ich, als ich in einem Thread sagte: Das Ungleichgewicht ist ein theoretisches Konstrukt, das oft genug gar nicht auftritt bzw. nicht störend auftritt.

Als einigermaßen regelfester SL geht das auch gut, ansonsten muss man die Vielfalt bei Unsicherheit, wie sich etwas auswirkt, eben beschneiden. Zusatzwerk komplett weglassen, Dinge abändern, einzelne Komponenten streichen, etc.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 21.08.2013 | 13:06
Womit Du, als SL, quasi das Gegengewicht auf der jeweiligen Waagschale bist, der das Spiel an sich ausbalanciert (wenn ich es richtig verstanden habe).

Das meinte ich, als ich in einem Thread sagte: Das Ungleichgewicht ist ein theoretisches Konstrukt, das oft genug gar nicht auftritt bzw. nicht störend auftritt.

Als einigermaßen regelfester SL geht das auch gut, ansonsten muss man die Vielfalt bei Unsicherheit, wie sich etwas auswirkt, eben beschneiden. Zusatzwerk komplett weglassen, Dinge abändern, einzelne Komponenten streichen, etc.

Ja, ja und ja  ;D

Ich empfinde es als meine SL-Aufgabe, eventuell auftretende Ungleichgewichte auszugleichen.
Ich leite auch gern Gruppen mit unterschiedlichem Machtgrad (Stufen, Grade, Level, etc...), sorge aber dafür, dass auch der Knappe des Ritters seine Momente hat, wie auch der mitreisende Schurke nicht jede erdenkliche Möglichkeit nutzen kann, alleine auf Raubzüge zu gehen. Also greife ich regulierend in mehrfacher Weise ein, lenke, kontrolliere und schaffe Freiräume, bzw gehe auf Spielerinitiativen ein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 13:06
Weiß ich gar nicht. Stell es dir als Waage vor. Gibt es ein Gewicht bei dem die Waage nicht mehr ausgeglichen sein kann?

Nein...egal wie schwer die eine Seite wird, die andere kann genauso schwer sein.

Eine nach oben offene Skala ändert daran nichts, da für die Balance ja nur wichtig ist das zwei Werte auf der Skala verglichen werden können. Oder in Rollenspielbegriffen gesprochen: Auch wenn der Stufe 1000 Magier unbeschreiblich (im Wortsinne) mächtig ist: Für die Balance ist nur wichtig dass man ihn auf Level X mit anderen Level X Charakteren vergleichen kann.

Und dies bedeutet natürlich auch dass es keine Fähigkeit geben kann die per se unbalanced ist. Nur das sie auf der falschen Stufe eingeordnet sein kann.

Nicht das Gewicht, die Waage ist das Problem. Wenn ich auf eine Waage, die 2 Kilo halten kann, 2x4 Kilo packe, mag das, rein rechnerisch, ausbalanciert sein, wir werden es nur nie erfahren, weil wir die Waage zertrümmert haben. In dem Fall hier: den AP.

Was dieser Faden bisher aber gut aufzeigt, ist das noch nicht mal im Ansatz ein Konsens besteht was denn nun eine Balanace ausmacht, insbesondere weil wir von Multifunktionalen Regeln reden, die wir alle unterschiedlich nutzen.

Ich werfen deswegen mal eine andere Idee in den Raum: Ein AP muss anders designed und geschrieben werden, mit klaren Handlungsanweisungen wie man mit den realen Gegebenheiten am Spieltisch eine Balance in diesem einem AP erstellt, anstatt von einer fiktiven Balance auszugehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 13:10
Danke Arldwulf. 4E bitte raus hier. Balance und PF sind ja glücklicherweise das Thema  :d

Man kann es nicht oft genug sagen, ja.

Also zurück zur Balance. Eines der wichtigsten Themen was ich dahingehend sehe ist btw. der Freiraum in der Abenteuergestaltung. Man sieht dies an mehreren Punkten.

Oft genug wird zum Beispiel gesagt: Ja wenn Klasse X zu schwach ist und Klasse Y so viel stärker dann bau doch Dinge ein bei denen Klasse X glänzen kann! Auch weiter oben wird dieser Ansatz verfolgt. "Der Spielleiter passt dies an".Was an sich und in unbalancierten Systemen auch ein guter Ratschlag ist.  Aber was bedeutet das in der Praxis?

Die Folge daraus ist doch dass ich die Gestaltung der Abenteuer weniger frei vornehmen kann, das der Spielleiter Kompromisse machen muss. Je unbalancierter das System ist, umso eingeschränkter werde ich hierbei. Man sieht dies sehr schön bei der Frage der Kampflastigkeit von Abenteuern. In D&D 3.5 gibt es aktive Ressourcen (Zauberslots z.B.) und passive Ressourcen (Hitpoints z.B.)

Aktive Ressourcen sind dabei Ressourcen deren Verwendungshäufigkeit ich selbst bestimmen kann. Bei passiven kann ich dies nicht.

Ein oft genanntes Mittel um Kämpfer und Magier zu balancen basiert auf diesen theoretischen Überlegungen: "dann bring doch mehr Kämpfe ein, am Ende des Tages wird der Magier schwächer und der Kämpfer stärker".

Mal ganz davon abgesehen welche anderen Probleme dieser Ansatz mit sich bringt, wie dem dass der Kämpfer meist viel schneller seine Ressourcen verbraucht als der Magier: Selbst wenn dies funktionieren würde bedeutet der Ansatz immer noch: Um eine Balance herzustellen muss der Spielleiter sein Abenteuer anpassen. Und zwar auf eine ganz bestimmte Art und Weise, das Korsett in das man hier gezwängt wird kann man durchaus als eng bezeichnen.

Es ist eigentlich sehr einfach aus diesem Korsett auszubrechen. Balancing ist hierbei ein sehr wichtiges Thema. Anstatt dass der Spielleiter die Art der Abenteuer einschränkt um nachträglich den wackligen Turm zu stabilisieren kann man von vornherein darauf achten dass die Klassen unabhängig von dem Abenteuer funktionieren können und die oben genannte Problematik gar nicht erst zum Tragen kommt.

Das hat dann auch nichts damit zu tun dass Magier und Kämpfer mechanisch genau gleich funktionieren müssen bevor dieser Einwand nun kommt. Nur damit dass beide sowohl mit wenig als auch mit vielen Kämpfen gleich gut klarkommen sollten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 13:12
Wenn du doch über die 4E reden willst: Ist doch super, hier gibt es ja ein schönes kleines 4E Unterforum, da sind dann auch solche Detailfragen wie deine zum Paragonpfad und wann man den nehmen kann schon beantwortet und können viel besser diskutiert werden. Aber ganz ehrlich - für das Thema hier braucht man sie nicht. Das gehört hier nicht hin. PF und D&D 3.5 gehört hier hin. Ist auch als Thema genug interessant und spannend um es hier zu diskutieren ohne neue Editionskriege loszutreten. Ich verstehe nicht warum man sie hier krampfhaft immer hineinbringen will. Nur als Ablenkung? Das ist doch durchsichtig.

Ich halte es für einfacher am konkreten Beispiel zu argumentieren, und da bietet sich die 4E an, weil sie (welch Zufall) eben genau auf den Prinzipien beruht, die du hier vertrittst. Wenn du daraus einen Editionskrieg machen willst, ist das deine Sache. Sonst versucht das hier jedenfalls niemand. Im übrigen hab ich das Beispiel deswegen gewählt, weil gerade die Paragonpfade eine der 4E-Elemente sind, die mir eigentlich ganz gut gefallen und ich tatsächlich schon überlegt habe, die 3.X-Prestigeklassen in diese Richtung umzubauen. Das lustige und den Kern der Diskussion berührende ist, dass ich letztlich deswegen darauf verzichtet habe, weil mir klarwurde, dass ich es letztlich nur deswegen getan hätte, um den Spielern potentielle balancestörende Missbrauchsmöglichkeiten aus der Hand zu schlagen, die sie bei mir sowieso nie zu verwenden versuchten. Und das war es mir halt einfach nicht wert, weil ich ihnen gleichzeitig Möglichkeiten weggenommen hätte, ihren Charakter nach ihrem Gusto zu gestalten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 21.08.2013 | 13:13
Ich werfen deswegen mal eine andere Idee in den Raum: Ein AP muss anders designed und geschrieben werden, mit klaren Handlungsanweisungen wie man mit den realen Gegebenheiten am Spieltisch eine Balance in diesem einem AP erstellt, anstatt von einer fiktiven Balance auszugehen.

Ein AP sollte eine gesunde Handvoll Plotpoints haben, diese gut ausgearbeitet und plausibel in die Spielwelt integrieren und es dem SL leicht machen überhaupt zu leiten.

Das ist ein großes Problem für mich. Wenn ich einen AP by the book leite, sind meine Spieler KOMPLETT unterfordert. Geheimnisse sind aufgedeckt, bevor sie überhaupt wichtig werden könnten, NSC werden durchschaut, geheime Orte und Schätze werden allesamt gefunden. Sie jagen also verdammt erfolgreich, weswegen ich immer mindestens noch einen weiteren Subplot in der Hinterhand habe.
Also schreibe und denke ich die APs um, modifiziere sie und lasse sie beizeiten abdriften.

Als Fazit bleibt also, dass kein AP meine Gruppe oder mich befriedigen konnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 13:17
Was dieser Faden bisher aber gut aufzeigt, ist das noch nicht mal im Ansatz ein Konsens besteht was denn nun eine Balanace ausmacht, insbesondere weil wir von Multifunktionalen Regeln reden, die wir alle unterschiedlich nutzen.

Vielleicht hilft einem der Begriff "Balance" auch nicht so viel weiter, weil man erst einmal formulieren müsste, was man von einem D&D-artigen Spiel erwartet. Nach meinem Verständnis geht es bei der Balance um die Entsprechung von Spielkonzept und Regeln.

Wenn ich als Konzept habe, dass Solare scheiße viel mächtiger sind als Drachenblütige, ist das System nicht balanciert, wenn regelseitig beide gleich mächtig sind. Wenn ich als Konzept habe, dass Zauberer und Schurken bis in Stufe 20 hinaus gleichberechtigt dieselben Abenteuer erleben sollen, ist es nicht balanciert, wenn die Zauberer immer stärker werden.  
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 13:24
Ich halte es für einfacher am konkreten Beispiel zu argumentieren, und da bietet sich die 4E an, weil sie (welch Zufall) eben genau auf den Prinzipien beruht, die du hier vertrittst.

Das Problem ist: Das tut sie nicht. Vieles der von mir oben angesprochenen Punkte sind in der 4E nicht oder nur teilweise oder auch ganz anders umgesetzt.

Und das wirft die Frage auf inwieweit die 4E dich hier auf die falsche Spur führen kann. Man sieht dies sehr schön an der Diskussion oben. Du scheinst die 4E als in ihrer Optionsvielfalt reduziert zu empfinden, und gleichzeitig als balanced. Und ziehst dann den Schluss "Balancing führt zu geringerer Optionsvielfalt".

Damit verläßt du aber den Kontext des oben genannten Arguments. Da ich nicht über die 4E geredet habe und auch nicht über die Umsetzung in der 4E reden wir dann am Ende über verschiedene Dinge.

Deshalb nochmal: Lass sie doch einfach raus. Es ist nicht so schwer einfach nur auf die Postings einzugehen die tatsächlich gemacht werden. Ohne die im Klischeebild der User erwarteten Postings noch hinzuzudenken. Am Ende schreib ich sonst hier 10x: "Lass die 4E hier raus! Darüber rede ich nicht."

Und bei dir kommt immer nur an: "Mensch, der Arldwulf redet ja nur über die 4E". Weil du dann Dinge die davon unabhängig sind - wie die Balancingfrage - gleichsetzt. Alles oben gesagte  -  von der Korrektur deiner Annahme über Paragonpfade mal abgesehen - bezieht sich NICHT auf die 4E. Es behandelt auch nicht die Umsetzung in der 4E, und ich sehe auch die Umsetzung der 4E nicht so als ob sie dem oben genanntem entspricht. Kurzum: Es hat mit der 4E nichts zu tun. Aber sehr viel mit Pathfinder RPG und D&D 3.5.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 13:27
Zitat
Ich werfen deswegen mal eine andere Idee in den Raum: Ein AP muss anders designed und geschrieben werden, mit klaren Handlungsanweisungen wie man mit den realen Gegebenheiten am Spieltisch eine Balance in diesem einem AP erstellt, anstatt von einer fiktiven Balance auszugehen.
In einigen 3.0/3.5 Abenteuern, häufig von Drittanbietern, waren Ansätze davon zu erkennen. Es wurde auf unterschiedliche Gruppengrößen eingegangen, wie auch, wenn bestimmte Klassen nicht vorhanden waren. Also klare Tipps für SL, wie sie mit der geänderten Situation, von der das Abenteuer grundsätzlich ausging, umgehen könnten. Bewusst hier der Konjunktiv, denn irgendwie habe ich es als SL immer als meine Pflicht angesehen, die vorgefertigten Abenteuer Spieler und SC gerecht aufzubereiten.

Deswegen kann ich die Anmerkung von Arldwulf bezüglich der Handlungsfreiheit bei der Erstellung/Auswahl von Abenteuern so nicht verstehen:
Als SL bin ich IMMER eingeschränkt...und zwar durch meine Spieler. Ihre Charakterwahl war da durchaus mit berücksichtigt, allerdings auch ihr Verständnis, was sie wo wie spielen wollen. Und da kann ich das ausbalancierteste System haben...den Faktor Mensch wird es nie komplett berücksichtigen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 13:35
In einigen 3.0/3.5 Abenteuern, häufig von Drittanbietern, waren Ansätze davon zu erkennen. Es wurde auf unterschiedliche Gruppengrößen eingegangen, wie auch, wenn bestimmte Klassen nicht vorhanden waren. 

Hat das funktioniert oder musste man trotzdem noch "von Hand" nachjustieren?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 13:38
Deswegen kann ich die Anmerkung von Arldwulf bezüglich der Handlungsfreiheit so nicht verstehen:
Als SL bin ich IMMER eingeschränkt...und zwar durch meine Spieler. Ihre Charakterwahl war da durchaus mit berücksichtigt, allerdings auch ihr Verständnis, was sie wo wie spielen wollen. Und da kann ich das ausbalancierteste System haben...den Faktor Mensch wird es nie komplett berücksichtigen.

Da hast du durchaus recht. Einschränkungen existieren ja auch nicht nur durch Balance. Aber um ein Beispiel zu zitieren was ich früher mal nannte:

Nur weil 50 km weiter Stau ist bedeutet dies noch nicht dass ich die Steine welche auf die Autobahn gefallen sind nicht wegräume.

Hindernisse sind voneinander unabhängig zu betrachten, und die bloße Existenz von weiteren Hindernissen bedeutet noch nicht dass man einzelne Aspekte nicht besser machen kann.

Dein Beispiel mit den Spielern zeigt dies ja sehr schön. Wenn die Spieler Klasse X und Klasse Y wählen so werde ich sehr wahrscheinlich kein Spiel leiten dass vor allem Spieler der Klasse Z interessiert hätte. Ich kann es machen aber wahrscheinlich haben sie wenig Spaß daran.

Das ist natürlich eine Einschränkung. Ist es aber auch die gleiche Einschränkung als wenn ich sage: "Klasse X und Klasse Y zusammen in einer Gruppe? Das funktioniert nicht so recht!" (und ja  -  auch dies kann ich machen und dann eben mit Threads wie diesem hier leben indem die Spieler sich später drüber ärgern)

Um ein klassisches Beispiel zu bringen: In einem Detektivabenteuer sind vor allem die Skillmonkeys und die Magiewirker gefragt. Die ersten lösen das ganze mit ihren Fertigkeiten, die zweiten das ganze indem sie diese Fertigkeiten durch Zauber ersetzen. Je höher die Stufe umso mehr ersetzen letztere auch die ersteren ganz.

Nimm mal an ich bringe eine Klasse die bisher nicht so recht mit derartigen Abenteuern klar kam dazu dass sie auch in so einem Abenteuer funktioniert. (sei es indem ich das System anpasse oder nur am Charakter herumbastle)

Und sorge auch dafür dass die Magiewirker die Skillmonkeys auch auf hohen Stufen nicht ersetzen.

Würde dies dafür sorgen dass der Spielleiter der Gruppe häufiger derartige Abenteuer einbringt? Ich denke schon. Ganz einfach weil er seltener hören wird: "Mhhh....eigentlich hab ich den ganzen Abend nix gemacht". Darum geht es beim Thema Balance. Den Freiraum zu erhöhen was möglich ist und gut funktioniert. Was ich bedenkenlos einbringen kann ohne dabei Spieler zu verärgern oder auf Dauer zu verlieren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 13:52
Hat das funktioniert oder musste man trotzdem noch "von Hand" nachjustieren?
Nur 2x ausprobiert. Grundlegend hätte es wohl funktioniert, aber da ich Abenteuern immer "meine eigene Note" beigefügt habe, kann ich es nicht mit letzer Konsequenz sagen.
Auf ein Beispiel kann ich im Zusammenhang mit Arldwulfs Posting eingehen.

Zitat
Um ein klassisches Beispiel zu bringen: In einem Detektivabenteuer sind vor allem die Skillmonkeys und die Magiewirker gefragt. Die ersten lösen das ganze mit ihren Fertigkeiten, die zweiten das ganze indem sie diese Fertigkeiten durch Zauber ersetzen. Je höher die Stufe umso mehr ersetzen letztere auch die ersteren ganz.

Nimm mal an ich bringe eine Klasse die bisher nicht so recht mit derartigen Abenteuern klar kam dazu dass sie auch in so einem Abenteuer funktioniert. (sei es indem ich das System anpasse oder nur am Charakter herumbastle)

Und sorge auch dafür dass die Magiewirker die Skillmonkeys auch auf hohen Stufen nicht ersetzen.
Detektivabenteuer sind ein Genre, dass in Systemen mit Erkenntnismagie irgendwann ohne Gegenmagie kaum noch funktionieren. Und dies beginnt schon sehr früh, denn der Paladin kann zum Gamebreaker werden, weil "Detect Evil" von Anfang an alles kaputtmachen kann. Trotzdem können auch andere Klassen hier sinnvoll arbeiten. Ein Fighter mit Intimidate oder als Sicherheit, wenn ein anderer Charakter beim Informationen sammeln ein wenig zu auffällig war, Ranger mit Track, der Spuren folgt...etc.

Und auf solche Dinge, gerade mit der Erkenntnismagie, wurde teilweise in den Abenteuern eingegangen und dem SL Tipps gegeben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 13:56
Und das wirft die Frage auf inwieweit die 4E dich hier auf die falsche Spur führen kann. Man sieht dies sehr schön an der Diskussion oben. Du scheinst die 4E als in ihrer Optionsvielfalt reduziert zu empfinden, und gleichzeitig als balanced. Und ziehst dann den Schluss "Balancing führt zu geringerer Optionsvielfalt".

Anders herum wird ein Schuh draus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Spielbalance die Optionsvielfalt reduziert. Die 4E halte ich nur für ein ebendies belegendes Beispiel.

Zitat
Wenn ich als Konzept habe, dass Zauberer und Schurken bis in Stufe 20 hinaus gleichberechtigt dieselben Abenteuer erleben sollen, ist es nicht balanciert, wenn die Zauberer immer stärker werden.  

Zum einen ist die regeltechnische Stärke nur ein einzelner Faktor bezüglich der Frage der gleichberechtigten Teilhabe an Abenteuern. Zum anderen bin ich nicht der einzige, der auch in diesem Thread schon mehrfach darauf hingewiesen hat, dass diese Teilhabe im Rahmen von Pathfinder problemlos möglich ist, wenn man sich entweder an den Standard hält, der von den Abenteuerautoren gesetzt wird oder die Abenteuer eben an den eigenen Standard anpasst. Das gilt übrigens auch für das System, dessen Namen ich nicht mehr nennen soll. ^^

Das wichtige aber, und das gilt unabhängig von der Spielweise und wurde auch schon mehrfach gesagt: Pathfinder ist ein System, bei dem die Anpassung des Systems an den eigenen Geschmack (und den der jeweiligen Gruppe) ESSENTIELLER TEIL des Spielkonzeptes ist, die Regeln alleine also gar nicht das leisten können und SOLLEN, was du ihnen abverlangst. Das muss man zugegebenermassen wissen, um mit einem solchen System umgehen zu können, aber dafür steht es ja auch im Grundregelwerk drin. Wenn man das ignoriert, kommt es NATÜRLICH zu Problemen, die aber nicht von den Regeln, sondern durch den Umgang mit dem System bedingt sind. Daraus kann man durchaus die Schlussfolgerung ziehen, dass das System nicht die eigenen Bedürfnisse befriedigt. Das aber der fehlenden Spielbalance anzulasten, zeigt letztlich nur, dass man das System nicht vollständig verstanden hat.


Zu den Abenteuern: Wie oben geschrieben schränken sich die Pathfinderautoren ja ganz bewusst auf einen sehr enggefassten Standard als kleinsten gemeinsamen Nenner ein. Es ist allerdings nicht feststellbar, dass das zu einer gearteten Einschränkung bei der Erstellung und Auswahl der Abenteuer geführt hätte. Zusätzlich umfasst gerade dieser Standard Tier 1 wie Tier 5-Klassen, was wiederum beweist, dass die Tier-Einteilung gar nicht so essentiell für den Erfolg einer Spielrunde ist, wie sich das manchmal in den Diskussionen darstellt. Auch hier ist allerdings essentieller Teil des Standards, dass man die Abenteuer immer an die eigene Gruppe anpassen muss. Rhylthar hat durchaus berechtigt darauf hingewiesen, dass diese erforderliche Anpassungsleistung nicht nur den Regelteil umfasst. Aber sie umfasst ihn eben auch, und zwar gewollt. Hat vor und Nachteile, für die meisten Pathfinderspiele überwiegen die Vorteile.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 14:04
Anders herum wird ein Schuh draus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Spielbalance die Optionsvielfalt reduziert. Die 4E halte ich nur für ein ebendies belegendes Beispiel.

Das Problem ist: Wenn die 4E nicht macht was ich oben anspreche, wie kann sie dann ein Beispiel dafür sein was passiert wenn man macht was ich anspreche? Und wenn du nicht das besprechen willst was ich sagte - warum zitierst du es dann? Ich kann es nicht klarer sagen als es oben steht: für die genannten Argumente ist die 4E völlig belanglos.

Das einzige was es wirklich tut, was es wirklich bewirkt ist doch dass du dann nicht auf die Argumente eingehen musst die man nennt. Oder sie zwar kurz bestätigst nach dem Motto: "da hast du recht, Balance und Optionsvielfalt schließen sich nicht aus" um dies im nächstem Satz dann doch wieder zu behaupten.

Es ist eine Ablenkung. Und nutzlos. Denn sie vermag nicht die einfache Frage zu beantworten: "Gibt es eine Option welche man in einem ausbalanciertem Spiel nicht auf irgendeinem bestimmtem Stärkeniveau einbringen kann?"

Egal wie schwach oder stark eine Option nun einmal ist - man kann sie immer bewerten und anhand dieser Bewertung in einen Kontext mit anderen Optionen setzen. Woraus direkt folgt: Ein ausbalanciertes System beeinflusst die Optionsvielfalt nicht.

Das Gegenteil ist der Fall. Das siehst du sehr schön wenn man sich damit beschäftigt was eigentlich mit den ganzen so richtig schlecht balancierten Optionen passiert sobald sie in ein echtes Spiel sollen. Sie werden entfernt. Der Spielleiter schaut sie an und nimmt sie aus dem Spiel heraus. Das gleiche tun Designer btw. auch schon vorab. Und als Resultat ist die Optionsvielfalt kleiner als sie in einem ausbalanciertem System wäre.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 14:06
Anders herum wird ein Schuh draus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Spielbalance die Optionsvielfalt reduziert. Die 4E halte ich nur für ein ebendies belegendes Beispiel.
Um mal aus einer komplett anderen Richtung zu kommen:
Bei Gesellschafts- und Computerspielen bedeutet eine hohe Spielebalance ein hohes Mass an spielbarer Optionsvielfalt. Je unbalancierter ein Spiel, desto kleiner ist Anzahl an sinnvollen Optionen. Ich denke bei Rollenspielen sollte es eigentlich genauso sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 14:09
Ich fand diesen einen Einwand von Feuersänger bisher so richtig vielsagend, was diese Problematik angeht.
Ein Kampf "muss" detailliert sein, sonst ist es gefühlt/traditionell kein Kampf. Eine Klassenaktion darf nicht detailliert sein, sonst langweilen sich die anderen.
Das ist sowohl da Erbe von D&D als dann auch die immerwährende Problematik der Balance.
Ich finde das deswegen erwähnenswert, weil diese Gewichtung und der Grundgedanke der Simulation dahinter, keinen Selbstzweck hat sondern nur Erziehungssache ist.
Gerade deswegen sind einige Anläufe, die man auch in vereinzelten APs sehen konnte, hier so interessant, nämlichen das binäre Ergebnis hinter Handlungen durch andere Regelungen zu ersetzen. Mir sind da schon mehrere AP-Einzelteile aufgefallen, bei ddenen man einen Punktestand, o.ä. erreichen musste.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 14:19
Detektivabenteuer sind ein Genre, dass in Systemen mit Erkenntnismagie irgendwann ohne Gegenmagie kaum noch funktionieren. Und dies beginnt schon sehr früh, denn der Paladin kann zum Gamebreaker werden, weil "Detect Evil" von Anfang an alles kaputtmachen kann. Trotzdem können auch andere Klassen hier sinnvoll arbeiten. Ein Fighter mit Intimidate oder als Sicherheit, wenn ein anderer Charakter beim Informationen sammeln ein wenig zu auffällig war, Ranger mit Track, der Spuren folgt...etc.

Das ist übrigens ein sehr wichtiger Gedanke. ich hab auf den Paizoboards analog grad einen Thread gelesen, in dem ein User um Ratschläge für die Charakterwahl bei einer stealth-basierten Kampagne bat (Rogues und Ninjas waren aussen vor). ich war selber überrascht, dass nahezu für jede Grundklasse Varianten genannt wurden, die zum genannten Thema passten.

Aber es stimmt natürlich: Detektivabenteuer im herkömmlichen Sinne machen in D&D thematisch vor allem auf den niedrigen Stufen echten Sinn. Und da hat man die Balanceprobleme der hohen Stufen eh noch nicht.

Das Problem ist: Wenn die 4E nicht macht was ich oben anspreche, wie kann sie dann ein Beispiel dafür sein was passiert wenn man macht was ich anspreche?

Huh, wer spricht denn jetzt über die 4E? Aber du hast natürlich recht. Wenn sie nicht auf Balance fokussiert wäre, wäre sie ein schlechtes Beispiel für ein balancefokussiertes System. Wie gut, dass sich dieses Problem nicht stellt. Schließlich ist Balance ihr zentrales Thema.

Bei Gesellschafts- und Computerspielen bedeutet eine hohe Spielebalance ein hohes Mass an spielbarer Optionsvielfalt.

Interessante Ansicht. Magst du erklären wie du darauf kommst? Wenn ich jetzt nämlich beispielsweise an Schach denke (und etwas viel balancierteres fällt mir kaum ein), dann hat man damit genau eine Option: nämlich Schach zu spielen. Was kein Problem ist, weil man sonst ja auch gar nichts damit können soll.

Der Unterschied, den ich zu Rollenspielen sehe: es ist viel schwieriger zu definieren, was für eine einzelne Gruppe sinnvoll ist. Du sagst jetzt, ein unbalanciertes System beschränke die Anzahl an sinnvollen Optionen. Das stimmt aber nur dann, wenn du im Vorfeld definierst, was denn "sinnvoll" eigentlich bedeutet. Genau darauf verzichtet Pathfinder (und eigentlich alle D&D-Vorgänger) aber, weil die Designer der Ansicht sind, dass man diese Definition den Spielern überlassen sollte. Der Nachteil liegt auf der Hand, es ist nicht so balanciert. Der Vorteil ist, das es keine Spieler vergrault, denen die konkrete Umsetzung der Spielbalance nicht gefällt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 14:24
@Wormy:

bei einem Gesellschaftsspiel hast du immer einen eng begrenzen Handlungsspielraum in dem du dich bewegen, aka spielen, kannst.
nach dem Gesamtumfang bekannt ist, können Optionen diesen selten zerstören.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 14:31
bei einem Gesellschaftsspiel hast du immer einen eng begrenzen Handlungsspielraum in dem du dich bewegen, aka spielen, kannst.
nach dem Gesamtumfang bekannt ist, können Optionen diesen selten zerstören.

Meinem Verständnis nach kannst du aber nur Optionen verwenden, die diesen eng begrenzten Handlungsspielraum nicht zerstören, was ihre Menge deutlich eingrenzt. Bei einem generalistischen Rollenspiel ala D&D hat man aber eigentlich gar keine Begrenzung, insoweit ist die Anzahl potentiell verwendbarer Optionen zunächst mal unendlich. Deswegen hab ich ja nachgefragt, weil ich den Einwand vom Preußischen Generaloberst wohl nicht verstehe.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Jeordam am 21.08.2013 | 14:33
Aber es stimmt natürlich: Detektivabenteuer im herkömmlichen Sinne machen in D&D thematisch vor allem auf den niedrigen Stufen echten Sinn. Und da hat man die Balanceprobleme der hohen Stufen eh noch nicht.
Erinnert mich an eine Einführungsdetektivrunde in 3.5 die ich mal hatte. Wunderbares Pixelbitching, passende Zauber falls vorhanden waren nicht vorbereitet, Skills weitgehend unpassend und mein Halborkbarbar mit seinen null Skillpunkten hat sich damit beschäftigt Halblinge und Zwerge auf Dächer zu heben damit sie die dortigen Blutspritzer betrachten konnten.
Ernüchternde Erfahrung, klappt das in PF denn besser?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 14:43
Aber es stimmt natürlich: Detektivabenteuer im herkömmlichen Sinne machen in D&D thematisch vor allem auf den niedrigen Stufen echten Sinn. Und da hat man die Balanceprobleme der hohen Stufen eh noch nicht.

Eigentlich machen sie auch auf hohen Stufen thematisch Sinn. So sind beispielsweise in D&D Romanen natürlich auch hochstufige Protagonisten mit derartigen Dingen beschäftigt. Dort wird dann nur das System häufig in den Hintergrund gedrängt oder bei der konkreten Umsetzungen der Lösungen einfach ignoriert.

Man kann jetzt nicht unbedingt sagen dass es für den hochstufigen Abenteurer keine Rätsel mehr zu lösen gäbe, nichts mehr herauszufinden gäbe und nur noch das Bekämpfen von Gegnern auf dem Tagesplan steht, rein Thematisch. Im Gegenteil, der Topos ist ja eher dass der hochstufige Abenteurer ruhiger wird dahingehend und weniger mit klassischen Kämpfen zu tun hat als in seiner Jugend. Wie gesagt - thematisch.

In der Spielumsetzung in 3.5 oder auch Pathfinder ist es natürlich anders, was dann dafür sorgt dass in den meisten Gruppen auf höheren Stufen derartige Herausforderungen nicht mehr so stark angesprochen werden. Aber man kann ja nichtmal sagen dass dies D&D weit so wäre.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 14:44
Meinem Verständnis nach kannst du aber nur Optionen verwenden, die diesen eng begrenzten Handlungsspielraum nicht zerstören, was ihre Menge deutlich eingrenzt. Bei einem generalistischen Rollenspiel ala D&D hat man aber eigentlich gar keine Begrenzung, insoweit ist die Anzahl potentiell verwendbarer Optionen zunächst mal unendlich. Deswegen hab ich ja nachgefragt, weil ich den Einwand vom Preußischen Generaloberst wohl nicht verstehe.

Bei einem "generalistischen Rollenspiel ala D&D" handelt sich um einen Zwitter aus Simulation und Spiel. Ein Spiel, egal ob Brett- oder Computerspiel ist begrenzt durch seine Regeln und die mitgelieferten Inhalte. Man kann diese zwar erweitern, sie stellen aber immer noch den kompletten Umfang dar, der nicht überschritten werden kann. Dies bedeutet unter anderem dass die Regeln die Intention für alle Handlungen bestimmen und die Masse der Handlungen, die dann in Relation zur menge der Regeln steht, überschaubar ist.
Der Simulations-Aspekt unseres Hobbies besagt aber, das wir etwas Visualisieren, die dann in Einzelschritte verpacken und hier dann, traditionell, die Würfel sprechen lassen.
In einem Brett- oder Computerspiel kann nur derjenige, der Schlösser knacken kann, ein Schloss knacken. Finite Umgebung. Ok, einige erlauben noch andere Ideen, dann aber mit "Aufpreis", etwa die Truhe zerdeppern, auf die Gefahr hin den Inhalt zu zerstören (Geht ebenfalls nur finit). Bei "uns" dagegen wird die Intention, die Truhe irgendwie zu öffnen, visualisiert und dies dann retroaktiv in Regeln verpackt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 14:47
Wie gesagt: In einem ausbalanciertem Spiel kann ich jede beliebige Option einbringen, und anhand ihrer Stärke gewichten.

In einem nicht ausbalanciertem Spiel ist die Wahrscheinlichkeit viel höher dass ich etwas nicht einbringen darf weil die Auswirkungen unabsehbar sind, oder der Aufwand zur Anpassung zu groß würde, zu viel Folgen nach sich ziehen würde. Will ich einen Stein auf den ausbalancierten Turm mit solidem Fundament packen so ist dies eben viel einfacher als wenn dieser Turm wacklig auf der Stecknadel herumtaumelt. Ich kann es in beiden Fällen.

Im Zweitem muss ich dann nur sehr wahrscheinlich den Turm festhalten. Und wenn ich den Stein lieber auf die linke als die rechte Ecke legen will geht es nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 14:51
Erinnert mich an eine Einführungsdetektivrunde in 3.5 die ich mal hatte. Wunderbares Pixelbitching, passende Zauber falls vorhanden waren nicht vorbereitet, Skills weitgehend unpassend und mein Halborkbarbar mit seinen null Skillpunkten hat sich damit beschäftigt Halblinge und Zwerge auf Dächer zu heben damit sie die dortigen Blutspritzer betrachten konnten.
Ernüchternde Erfahrung, klappt das in PF denn besser?

Halborks haben keinen Attributsmalus mehr und können ihren +2 Bonus frei auf ein Attribut verteilen, einen Halbork mit hoher Intelligenz zu spielen ist also erst mal überhaupt kein Problem. Wenn man mit Character Traits spielt, ist es sicher auch kein Problem für den Halborkbarbaren, die entsprechenden Skills als Klassenskill freizuschalten. Obs jetzt irgendwo Archetypen gibt, die einen Barbaren in diese Richtung modifizeren, weiss ich ehrlich gesagt nicht, aber insgesamt sollte es in PF auf jedenfall einfacher sein als in 3.5, einen solchen Charakter in ein Detektivabenteuer zu integrieren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 14:55
Der Unterschied, den ich zu Rollenspielen sehe: es ist viel schwieriger zu definieren, was für eine einzelne Gruppe sinnvoll ist.
Das ist garnicht so schwierig wie Du glaubst. Du kannst Dir die Regeleinzelteile anschauen und dabei überprüfen, welche Dynamiken in Gang gesetzt werden. Wenn diese Dynamiken dazu führen, dass eine Klasse z.B. im Kampf deutlich schwächer ist, als eine andere Klasse, dann weisst Du das das System im Kampf nicht ausbalanciert ist. Das bedeutet automatisch, dass der Spieler der ersten Klasse im Kampf gegenüber der zweiten Klasse keine sinnvollen Optionen hat. Ergo bedeutet das automatisch, dass der Kampf nur dann eine sinnvolle Option für die Gruppe ist, wenn Klasse 1 nicht mit Klasse 2 zusammen spielt. Da haben wir also gleich mal eine Unbalanciertheit (Klasse2 deutlich besser im Kampf als Klasse1), die sinnvolle Optionen (Kampf mit Klasse1 und Klasse2 in der Gruppe) ausschliesst.
Hier im Thread führten mehrere Unbalanciertheiten des Systems dazu, dass der Endkampf nur sinnvolle Optionen für einen Spieler zur Verfügung stellte, während die anderen Spieler garkeine sinnvolle Optionen hatten.
Siehst Du das Problem? Noch ein doofes Problem dabei ist, dass viele Unbalanciertheiten von PF und 3.X sehr suptil und versteckt sind. D.h. ein SL muss entweder viel Erfahrung mit dem System oder eine unglaublich gute Auffassungsgabe haben, um diese Unbalanciertheiten zu erkennen und dann entsprechend gegenzusteuern. Kann er das auf grund fehlender Erfahrung... das Ergebnis hat diesen Thread gestartet.
Zitat
Der Vorteil ist, das es keine Spieler vergrault, denen die konkrete Umsetzung der Spielbalance nicht gefällt.
Ich behaupte jetzt mal ganz gemein, dass nicht die Umsetzung der Spielbalance das Knockout-Kriterium ist, sondern das Komplettdesign der Regeln.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 14:58
Zitat
Wie gesagt: In einem ausbalanciertem Spiel kann ich jede beliebige Option einbringen, und anhand ihrer Stärke gewichten.
Und das macht jeder mir bekannte SL bei D&D 3.5 genau so. ER gewichtet, ob es nun passt oder nicht.
Wenn man das Regelsystem verinnerlicht hat, ist es meist gar kein Problem, fast alles zuzulassen. Ausreisser, die nie reinpassen, mal aussen vor.

Nur kann weder WotC (damals) oder Paizo nun sicher gewährleisten, für wen etwas passt und für wen nicht. Für den einen ist "Persistent Spell" der totale Horror, für den anderen nicht.
Manch einer baut Action Points aus Eberron in seine FR-Kampagne, mancher nicht.

Und manch einer arbeitet Abenteuer so auf, dass sie zu seiner Gruppe passen.

Zitat
Hier im Thread führten mehrere Unbalanciertheiten des Systems dazu, dass der Endkampf nur sinnvolle Optionen für einen Spieler zur Verfügung stellte, während die anderen Spieler garkeine sinnvolle Optionen hatten.
Sorry, aber das ist schlichtweg falsch.
Es waren noch 2 Fullcaster dabei, die laut Aussagen aller, die hier ein Unbalanciertheit von PF/D&D 3.5 monieren, noch besser als eben jener Charakter hätten sein müssen. Haben aber das Potential nicht ausgespielt. Dass der SL den Gegner auch nicht gut gespielt hat (in Kombination mit einem schlechten Abenteuer), muss hier zwingend in Betracht gezogen werden, da hier das System garantiert nicht daran Schuld ist.

Abgesehen halte ich es für fragwürdig, zu sagen, "Wenn Spieler 1 ungleich Spieler 2 im Kampf, dann keine Balance." Das ist in der Tat WoW-Arena/PvP-Denkweise, aber hier gibt es eben noch mehr als nur den Kampf.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 15:03
Und das macht jeder mir bekannte SL bei D&D 3.5 genau so. ER gewichtet, ob es nun passt oder nicht.
Wenn man das Regelsystem verinnerlicht hat, ist es meist gar kein Problem, fast alles zuzulassen. Ausreisser, die nie reinpassen, mal aussen vor.

Nur kann weder WotC (damals) oder Paizo nun sicher gewährleisten, für wen etwas passt und für wen nicht. Für den einen ist "Persistent Spell" der totale Horror, für den anderen nicht.
Manch einer baut Action Points aus Eberron in seine FR-Kampagne, mancher nicht.

Und manch einer arbeitet Abenteuer so auf, dass sie zu seiner Gruppe passen.

Klar. Wurde ja auch oben schon gesagt, das ganze ist nichts womit man nicht leben könnte. Ich hab damit Jahrelang gelebt, auch gut gelebt. Mit jeder Menge Spaß. Man darf dort nicht so tun als ob 3.5 oder Pathfinder RPG nun ein ganz furchtbares Rollenspiel wäre blos weil es Balancingprobleme gibt.

Wenn man sich besseres Balancing wünscht dann geht es darum den Spielraum des SLs und der Spieler zu erweitern, und den Aufwand zur Ermöglichung dieses Spielraums möglichst gering zu machen. Auch für den Threaderöffner hätte ja der Spielleiter ein Spiel hinzaubern können dass keine Probleme sondern hier einen "Hey, das war richtig toll!" Post erzeugt hätte.

Sozusagen - "keine Kritikpunkte - nur Lob!".

Es ist nur einfacher, weniger aufwändiger für Spieler und Spielleiter wenn das System von sich aus bereits eine Grundbalance mitbringt, möglichst wenig Balancingprobleme mitbringt. Das Beispiel mit der Autobahn zeigt dies ja schön. Je breiter die Straße und je weniger Hindernisse am Anfang drauf sind umso leichter kann dort jemand den Weg freiräumen. Zu sagen: "Hey, wir müssen uns beim Straßenbau nicht drum kümmern ob da ein paar Felsen auf die Straße fallen können: Da kommt doch eh einer und räumt sie später weg!" ist kein gutes Argument.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 15:08
Eigentlich machen sie auch auf hohen Stufen thematisch Sinn. So sind beispielsweise in D&D Romanen natürlich auch hochstufige Protagonisten mit derartigen Dingen beschäftigt.

Da hat man aber typischerweise einen Einzelcharakter mit passender Klassenzuordnung, keine wie im Spiel übliche Gruppenzusammenstellung. Und nicht umsonst handelt es sich bei diesen Klassen typischerweise um gerade die Exemplare, die eben nicht über Erkenntnismagie verfügen.


@Slayn: Ich stimme dir soweit ich erkennen kann, vollkommen zu. Ziehe allerdings daraus die Schlussfolgerung, dass ich deswegen im Rollenspiel gerade mehr Möglichkeiten (Optionen) habe, als im Brett- oder Computerspiel. Anders also als vom Generaloberst behauptet.

Wie gesagt: In einem ausbalanciertem Spiel kann ich jede beliebige Option einbringen, und anhand ihrer Stärke gewichten.

Ja, und wenn sie aufgrund der Gewichtung nicht dahin passt, wohin ich sie gerne hätte, kann ich sie nicht in meinem Sinne verwenden, ohne den Gesamtturm zum Einsturz zu bringen: Gesamtnutzen = Null.

Das Problem hab ich in Pathfinder nicht, der Turm ist nämlich viel stabiler, als du wahrhaben möchtest und hält es durchaus aus, wenn ich die Option einfach dann verwende, wenn ICH es will, ohne dabei auf das System Rücksicht zu nehmen bzw. alle möglichen Spätfolgen einzukalkulieren. Um die kümmer ich mich dann, wenn (falls) sie anfallen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 15:13
@Slayn: Ich stimme dir soweit ich erkennen kann, vollkommen zu. Ziehe allerdings daraus die Schlussfolgerung, dass ich deswegen im Rollenspiel gerade mehr Möglichkeiten (Optionen) habe, als im Brett- oder Computerspiel. Anders also als vom Generaloberst behauptet.
Nein. Das habe ich nicht. Ich habe behauptet das ein balanciertes Brett- oder Computerspiel mehr Möglichkeiten zur Verfügungen haben als ein unbalanciertes Brett- oder Computerspiel. Also dass die Spielbalance innerhalb eines Brett- oder Computerspiel zu mehr sinnvollen Optionen führt.

Ein Vergleich der Optionsvielfalt zwischen Rollenspiele auf der einen und Brett- und Computerspielen auf der anderen Seite ist vollkommen sinnlos.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 15:13
Da hat man aber typischerweise einen Einzelcharakter mit passender Klassenzuordnung, keine wie im Spiel übliche Gruppenzusammenstellung. Und nicht umsonst handelt es sich bei diesen Klassen typischerweise um gerade die Exemplare, die eben nicht über Erkenntnismagie verfügen.

Doch doch, auch mit Erkenntnissmagie. Diese wurde dann nur nicht so umgesetzt wie im System vorgesehen. Oder andere Mittel wurden so umgesetzt dass sie gleich effektiv wären wie derartige Magie. Story über Regeln sozusagen. Ist durchaus ja ein gutes Mittel - so sehr es auch besser wäre wenn die Distanz zwischen beidem kleiner ist.

Das Problem hab ich in Pathfinder nicht, der Turm ist nämlich viel stabiler, als du wahrhaben möchtest und hält es durchaus aus, wenn ich die Option einfach dann verwende, wenn ICH es will, ohne dabei auf das System Rücksicht zu nehmen bzw. alle möglichen Spätfolgen einzukalkulieren. Um die kümmer ich mich dann, wenn (falls) sie anfallen.

Super! Also ist es doch gut wenn der Turm stabil ist? Denn wenn das so ist kann man ihn noch etwas stabiler machen. Und dann kannst du noch mehr Optionen so verwenden wie du es willst. Damit du dich um weniger Dinge kümmern musst, weil weniger Dinge anfallen. Damit du dich weniger um das System kümmern musst und weniger Spätfolgen einkalkulieren musst.

Und du mehr Zeit hast zu spielen. Tolle Abenteuer zu erdenken.  All das beschriebene klingt wie eine Werbung für ausbalancierte Systeme.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 15:33
Das ist garnicht so schwierig wie Du glaubst.

ich verstehe deinen Einwand (für "meine" Gruppe gehe ich ja genauso vor), meinte meinen Satz aber allgemeiner. Beim Brettspiel hast du ein klar definiertes Spielkonzept, dass genau für die Spieler sinnvoll ist, die an so etwas Spass haben. Beim Rollenspiel hingegen stehst du vor dem Problem, es mit einer völlig diffusen Zielgruppe zu tun zu haben, die völlig unterschiedliche, teilweise diametral entgegengesetzte Ziele verfolgen. Klar kann man, und das tun ja auch viele Rollenspielsysteme, diese Zielgruppe künstlich einschränken (und das wird ja von den Mitgliedern der jeweiligen Zielgruppe auch oft begrüßt, weil sie dann genau das bekommen, was sie wollen), hat dann aber auch eine entsprechend kleine Spielerschaft

D&D/PF hat aber eigentlich den Anspruch, möglichst viele dieser Spieler unter einen Hut zu bekommen. Der Anspruch beisst sich aber mit dem Ziel der Spielbalance, also muss ein Kompromiss zwischen den beiden Zielen her. Der Kompromiss, den Pathfinder da geht, hat sie immerhin zur Nummer 1 am Markt gemacht, was allerdings kein Wunder ist, weil es im Prinzip derselbe Kompromiss der vorherigen Nummer 1, D&D 3.5 gewesen ist. Klar ist dieser Kompromiss nicht für jeden Spieler der passende, darüber braucht man auch nicht zu diskutieren. Aber man muss sich ja nur die Diskussionen anschauen, die es in der Betaphase zu den verschiedensten Themen gab, um zu erkennen, wieviele Spieler jeden Kompromiss Richtung mehr Spielbalance vehement abgelehnt haben.

Nein. Das habe ich nicht. Ich habe behauptet das ein balanciertes Brett- oder Computerspiel mehr Möglichkeiten zur Verfügungen haben als ein unbalanciertes Brett- oder Computerspiel.

Ah, jetzt hab ichs kapiert, Stimme aber immer noch nicht zu, was aber daran liegt, dass ich auch die schlechteren Möglichkeiten als vollwertige Möglichkeiten mitzähle. Ich hab bei Spielen wie D2 oder später WoW meine Skillpunkte mit steigender Spielerfahrung zunehmend zufallsbasiert verteilt, also Optionen wahrgenommen, die es später so gar nicht mehr gab. Da waren auch sicherlich Sachen nahe der Unspielbarkeit dabei, deren Wegfallen mich jetzt auch nicht so sehr gestört hätte. Allerdings ist mit den Späteren Updates im Sinne der Balance auch vieles weggefallen, was durchaus spielbar war.

Super! Also ist es doch gut wenn der Turm stabil ist? Denn wenn das so ist kann man ihn noch etwas stabiler machen

Um beim Bild zu bleiben. Der Pathfinderturm ist auch dann stabil, wenn man runde Steine einbaut. Klar könnte ich den noch stabiler machen, wenn ich die runden Steine durch eckige ersetze. Dann habe ich aber nicht mehr, sondern weniger Optionen. Vielleicht kann ich ihn dann sogar höher bauen, weil ich ja schließlich immer nur die gleichen eckigen Steine verwende. Das sind dann aber nicht mehr Optionen, sondern eben nur: More of the same.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 15:46
Um beim Bild zu bleiben. Der Pathfinderturm ist auch dann stabil, wenn man runde Steine einbaut. Klar könnte ich den noch stabiler machen, wenn ich die runden Steine durch eckige ersetze. Dann habe ich aber nicht mehr, sondern weniger Optionen. Vielleicht kann ich ihn dann sogar höher bauen, weil ich ja schließlich immer nur die gleichen eckigen Steine verwende. Das sind dann aber nicht mehr Optionen, sondern eben nur: More of the same.

Genau hier verstehe ich dich nicht. Denn je stabiler der Turm ist, umso eher kann ich doch Steine in beliebigen Formen einbauen. Auf den instabilen Turm kann ich nur noch eine bestimmte Steinform setzen - alles andere bringt ihn zum Einsturz. Je wackliger der Turm, je kleiner der Spielraum.

Das gleiche sieht man hier:

Zitat
D&D/PF hat aber eigentlich den Anspruch, möglichst viele dieser Spieler unter einen Hut zu bekommen. Der Anspruch beisst sich aber mit dem Ziel der Spielbalance, also muss ein Kompromiss zwischen den beiden Zielen her.


Eigentlich ist Spielbalance es die möglichst verschiedene Dinge ermöglicht. Schlechte Spielbalance beißt sich mit diesem Ziel. Je schlechter die Spielbalance ist umso eher werde ich Kompromisse machen müssen. Umso eher werde ich hören: Naja, dann wähl doch Option A, dann bist du auch nicht so schwach wie bei Option B, das ist doch fast das gleiche.

Was genau deinem Argument mit den Runden Steinen entspricht. "wähl doch den Ninja, der ist doch fast so wie der Schurke" ist letztlich nix anderes als "wähl doch den eckigen Stein, der ist fast so wie der Runde". In einem ausbalanciertem System ist dieser Kompromiss nicht notwendig.

Deine ganze Argumentation baut auf einer Grundannahme auf (Balance muss gegen Vielfalt eingetauscht werden) die keinerlei Begründung hat und der man sehr einfach widersprechen kann. Eigentlich ist Balance ein Mittel das Vielfalt ermöglicht. Der ganze Sinn hinter Balance ist es Vielfalt zu ermöglichen, zu ermöglichen dass verschiedene Dinge gegeneinander ausgewogen werden können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 15:55
@Wormy:
Ah. Ich sehe Dein Problem. Du vermischt zwei verschiedene Sachen miteinander.
Ich geh mal auf Dein Beispiel WoW ein. Dort wurde erstens die Skilloptionen eingedampft und zweitens wurde die Möglichkeit gegeben Skillpunkte wieder neu zu vergeben.

Das hat aber nichts mit Spielbalance zu tun.

Diese Änderungen wurden gemacht, um das Spiel zu vereinfachen. Ein Casual Gamer sollte mit wenig Aufwand und vor allem wenig Frustration das Gleiche Spielerlebnis haben können wie ein WoW-Crack. Deswegen wurden die Spielmöglichkeiten extrem eingeschränkt (Mittlerweile kannst Du glaube ich nur noch aus 6 3-er-Gruppen jeweils einen Skill aussuchen.). Zusätzlich wurde die Anzahl der möglichen Angriffsarten auch eingedampft. Ein Anfänger brauch also ganz überspitzt ausgedrückt nur noch 1 Knopf immer hintereinander drücken und schöpft das volle Potential der Klasse aus.

Das ist eine Spielvereinfachung. Vergleichbar wäre das im Rollenspiel, wenn ein Spieler alle drei Stufen aus 3 Optionen eine auswählen könnte und diese Option einfach seine "I Win!"-Aktion modifizert. (Übrigens extrem ist diese "I win!"-Spielvereinfachung bei Flashgames zu sehen. Es gibt jede Menge Flashgames, die einen Verlust so schmerzlos wie möglich machen, damit Du so lange wie irgendmöglich das Spiel weiter spielst.)

Das meine ich aber nicht. Eines der ausbalanciertesten Spiel des letzten Jahres ist Terra Mystica. Gleichzeitig ist das ein Spiel, dass ich niemals (wieder) mit Casual Gamer spielen würde, weil sie von den Spieloptionen so dermassen überrannt werden. Gerade wegen der Spielbalance hat man bei dem Spiel aber verdammt viele Wege zu gewinnen und uA genau das macht den Spass des Spieles aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 16:03
@Preuss:

Die Quintessenz davon ist also: Wenn es einen fest begrenzenden Rahmen/Framework gibt, sind alle Optionen gleich viel Wert und alle Arten zu Spielen sollten einem zu Gewinn führen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 16:12
Zitat
Eigentlich ist Balance ein Mittel das Vielfalt ermöglicht. Der ganze Sinn hinter Balance ist es Vielfalt zu ermöglichen, zu ermöglichen dass verschiedene Dinge gegeneinander ausgewogen werden können.
Nein, das ist nicht der Sinn von Balance, jedenfalls nicht, um den es hier geht.

Balance würde für D&D 3.5/PF bedeuten:
Jede Klasse kann in jeder Situation genau gleich viel bzw. ist gleich gut.

oder

Jede Klasse ist in einem Teilaspekt des Spieles sehr, sehr gut, in anderen schlecht oder beherrscht sie gar nicht. Alle Teilaspekte sind gleichwertig stark und werden gleichwertig oft im Spiel eingebunden.

Und hier hört es dann ganz schnell mit der Vielfalt auf. Das Variante 2 von sich aus einschränkt, ist klar; den Faktor "Mensch" lasse ich auch mal außen vor.
Zusätzliche Optionen würden bedeuten, dass ich für jede Klasse gleichmäßig viele, gleichmäßig starke Zusatzdinge herausbringe. Wechselwirkungen müssen berücksichtigt werden, es dürfen auch nur "mechanische Zusätze" sein, Fluffzusätze sind nicht bewertbar, weil kampagnenabhängig.

Da insbesondere die Wechselwirkungen immer schwieriger zu durchschauen sind, wird es durchweg schwieriger, die Balance aufrecht zu erhalten. Kann kein Producer bei der Masse an Optionen, die herausgebracht wurden, gewährleisten, denn ihrem Entwicklerteam stehen millionen von kreativen Köpfen gegenüber. Und dann wird "gefixed": Hier abgeschwächt, da aufgewertet...unendlicher Prozess, der immer schwieriger wird, weil ständig neues herauskommt.

Deswegen für mich lieber jede Menge Optionen, aus denen ich meine Rosinen rauspicke. So, wie sie für mich passen, denn ich als SL berücksichtige dann auch den Faktor "Mensch".
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 16:14
@Slayn:
Nein. Das Framework sollte dafür sorgen, dass alle Gewinn(*)optionen, die ein Spieldesigner (Spieleautor und SL!) zur Verfügung stellen will auch ausgenutzt werden können.

* Gewinn bezieht sich auf die Spassmotivation. Es geht also nicht darum, der Sieger eines Spiels zu sein, sondern seine "Spass"erwartung erfüllt zu bekommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 16:19
Alle Teilaspekte sind gleichwertig stark und werden gleichwertig oft im Spiel eingebunden.

Und hier hört es dann ganz schnell mit der Vielfalt auf.

Inwiefern hört es mit der Vielfalt denn auf? Du nennst unten eine schöne Metapher, das Rosinenpicken. Wenn du das gemacht hast, aus der Tüte mit dem Studentenfutter die Rosinen herausgepickt hast, und sie alle hübsch in eine Reihe gelegt hast: Wie vielfältig sind sie danach denn noch?

Und hättest du nicht mehr Vielfalt wenn in der Tüte alles zumindest halbwegs gleich gut schmeckt (nicht zu verwechseln mit "gleich schmeckt" bevor dies nun kommt) und du nicht die Rosinen herauspickst?

In deiner Aussage oben sieht man doch sehr schön dass es sich dabei um mehrere Teilaspekte handelt. Nicht um einen, sondern um viele. Sie gleichmäßig ins Spiel einzubinden fördert Vielfalt. Sich auf einzelne zu beschränken reduziert sie.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 16:23
Da insbesondere die Wechselwirkungen immer schwieriger zu durchschauen sind, wird es durchweg schwieriger, die Balance aufrecht zu erhalten. Kann kein Producer bei der Masse an Optionen, die herausgebracht wurden, gewährleisten, denn ihrem Entwicklerteam stehen millionen von kreativen Köpfen gegenüber. Und dann wird "gefixed": Hier abgeschwächt, da aufgewertet...unendlicher Prozess, der immer schwieriger wird, weil ständig neues herauskommt.
Lustig, aber die Küstenzauberer machen das bereits seit knapp 20 Jahren ziemlich erfolgreich... mit Magic the Gathering. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 16:25
@Slayn:
Nein. Das Framework sollte dafür sorgen, dass alle Gewinn(*)optionen, die ein Spieldesigner (Spieleautor und SL!) zur Verfügung stellen will auch ausgenutzt werden können.

Und an der Stelle haben wir ein Verständigungsproblem. Wenn ein Spiel suggeriert ich hatte die Wahl aus mehreren Optionen und soll mir die Option herauspicken mit der ich den meisten Spaß habe, ist alles cool und ok. Wenn der Nachsatz kommt: Und wunder dich nachher nicht, wenn du nicht die Option gewählt hast, die uns Spaß macht, dann hast du halt weniger Spaß als andere, ist es weder cool noch ok.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 16:30
Und an der Stelle haben wir ein Verständigungsproblem. Wenn ein Spiel suggeriert ich hatte die Wahl aus mehreren Optionen und soll mir die Option herauspicken mit der ich den meisten Spaß habe, ist alles cool und ok. Wenn der Nachsatz kommt: Und wunder dich nachher nicht, wenn du nicht die Option gewählt hast, die uns Spaß macht, dann hast du halt weniger Spaß als andere, ist es weder cool noch ok.
Und wenn der Nachsatz kommt, dann stellt sich die Frage, wieso diese Option überhaupt zur Wahl stand, denn dann ist das Spiel unbalanciert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 16:31
Oder noch eher: warum die Option nicht so gestaltet wurde dass sie genauso viel Spaß bereiten konnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 16:33
Oder noch eher: warum die Option nicht so gestaltet wurde dass sie genauso viel Spaß bereiten könnte.
I fixed it.
Ansonsten sehe ich es ähnlich. :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 16:36
Perfekt gefixt. :-)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:14
Das hat aber nichts mit Spielbalance zu tun.

Finde ich doch. Die Vereinfachung lag ja gerade darin, für den Spieler über das Eindampfen der Skilloptionen die Gefahr zu verringern, seinen Charakter zu verskillen, also einen relativ zum Spiel gesehen unbalancierten Charakter zu erschaffen.

Genau hier verstehe ich dich nicht. Denn je stabiler der Turm ist, umso eher kann ich doch Steine in beliebigen Formen einbauen. Auf den instabilen Turm kann ich nur noch eine bestimmte Steinform setzen - alles andere bringt ihn zum Einsturz. Je wackliger der Turm, je kleiner der Spielraum.

Ich versuchs mal zu erklären. Für mich heisst stabil soviel wie: funktioniert für meine aktuellen Bedürfnisse (die von Spielrunde zu Spielrunde variieren können). Wenn man wie ich von unendlich vielen unterscheidbaren Bedürfnissen ausgeht, heisst das, dass man letztlich unendlich viele Türme braucht, um diese angemessen zu befriedigen. Und selbst wenn es den einen Turm gäbe (woran ich nicht glaube), wäre noch der fähigste Architekt nicht in der Lage, diesen in einer einzigen Bauanleitung zu beschreiben.

Ein gutes System in meinem Sinne ist nun ein System, dass mir mittels einer möglichst großen Anzahl an Bausteinen und entsprechend gefassten Regeln ermöglicht, möglichst viele dieser Türme abzubilden. Dazu gehören wohlgemerkt auch sehr instabile Türme und letztlich sogar Türme, die beim kleinsten Hauch einstürzen, weil sie eben Bausteine verwenden, die gar nicht zueinander passen (runde und eckige eben), sprich Türme, die man mit allerlei Hilfsmitteln abstützen muss.

Und das Problem, das ich mit der Spielbalance als Fokus eines Regelsystems habe, ist, dass dadurch typischerweise nicht nur die Bruchbauten aus dem Spiel entfernt werden (auf die könnte ich zur Not ja noch verzichten), sondern eben auch ein Teil der "nur" instabilen Türme (und auf die zu verzichten bin ich nicht bereit, einfach weil mit ihnen die entsprechenden Optionen verloren gehen).

Du scheinst ja nun der Auffassung zu sein, dass ein System möglich sei, dass es ermögliche, diese ganzen vielen instabilen Türme zu integrieren und ihnen dabei gleichzeitig dieselbe Stabilität zu verleihen, wie sie die stabilen Türme bereits besitzen. Ich halte das für völlig unmöglich bzw. zumindest bisher realiter für nichtexistent. Und solange das letztere der Fall ist, ziehe ich mein unvollkommenes, potentiell Bruchbauten produzierendes Regelsystem jedem "balancierteren" System vor, das leider den Nachteil hat, dass man damit nur Türme bauen kann, mit denen ich zu spielen keine Lust habe.

Zitat
Was genau deinem Argument mit den Runden Steinen entspricht. "wähl doch den Ninja, der ist doch fast so wie der Schurke" ist letztlich nix anderes als "wähl doch den eckigen Stein, der ist fast so wie der Runde". In einem ausbalanciertem System ist dieser Kompromiss nicht notwendig.
Zitat

Ist gar nicht mein Argument. Mein Argument ist: Spiel ruhig den Schurken (runder Stein) mit dem Magier (eckiger Stein) zusammen. Pass halt nur auf, weil der so entstehende Turm etwas instabil ist und einstürzen kann. Wenn man nicht aufpasst.

Ich geb dir recht: In einem balancierteren System ist diese Warnung vielleicht unnötig, weil das System alle Klassen als ovale Steine darstellt. Problem: Ich will nicht nur mit ovalen Steinen spielen, weil man damit nicht so viele verschiedene Türme bauen kann, als wenn die Steine alle unterschiedlich geformt sind.

Fazit: Meine ganze Argumentation baut auf einer Grundannahme auf, die du gar nicht widerlegen kannst, weil du dazu den einen Turm konstruieren müsstest. Da es sich dabei mathematisch gesprochen um ein NP-vollständiges Problem handeln dürfte, bin ich mir sogar sehr sicher, dass du das nicht hinbekommen wirst. :)


P.S. Der einzige Sinn von Spielbalance ist es, zu verhindern, dass sich die Spieler mit Mitteln der Regeln gegenseitig übertrumpfen. Vielfalt hat mit Spielbalance überhaupt nichts zu tun, und schon gar nicht ist Balance die Grundlage dafür.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:23
Und hättest du nicht mehr Vielfalt wenn in der Tüte alles zumindest halbwegs gleich gut schmeckt (nicht zu verwechseln mit "gleich schmeckt" bevor dies nun kommt) und du nicht die Rosinen herauspickst?

tjo ich hab eine Nussallergie, muss also die Rosinen herauspicken (in Wirklichkeit lass ich die Finger vernünftigerweise ganz davon, aber das ignorier ich hier mal). Die Indie-Antwort auf mein Problem wäre wohl: Dann kauf dir halt eine Packung Rosinen.

Die Spielbalance-basierte Antwort ist es, alles halbwegs gut schmecken zu lassen.

Die Pathfinder-Antwort ist es, Nüsse wie Rosinen richtig gut schmecken zu lassen, dabei aber in Kauf zu nehmen, dass dem einen Spieler das eine schmeckt, dem anderen Spieler das andere, und die Vielfrasse sich vielleicht den Bauch daran verderben. Aber immerhin hat man die Wahl.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 17:29
Puh! Diese Vergleiche sind so schräg, dass ich den Bildschirm schief halten muss, um noch mitlesen zu können.  :P
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:38
Ja, ich weiss, ich bin heut voll esoterisch drauf. ^^
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 17:42
ich würde euch weder Rosinen noch Nüsse geben, sonern gesunden Salat. Den müsste dann jeder essen, damit er genug Vitamine bekommt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 17:44
Ich dachte, Rosinen haben mehr Vitamine als Salat?
Egal, ich hab jetzt total Hunger auf Studentenfutter.  :(
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 17:51
ich würde euch weder Rosinen noch Nüsse geben, sonern gesunden Salat. Den müsste dann jeder essen, damit er genug Vitamine bekommt.

Ich hätte jetzt gerne einen frischen Glasnudelsalat mit Zitrone-Chili-Dressing, Frühlingszwiebeln, Tofu und Garnelen.
Als Beilage dazu hätte ich gerne ein nicht angestaubtes Kampfsystem, mit dem ich spannende aber faire Kämpfe in 15 Minuten erledigt bekomme.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:55
ich würde euch weder Rosinen noch Nüsse geben, sonern gesunden Salat. Den müsste dann jeder essen, damit er genug Vitamine bekommt.

Ey, Nüsse sind gesund. Nur hab ich die Nussallergie leider wirklich ^^.

Gehen wir mal von der Bildnismalerei wieder weg. Pathfinder ist unbalanciert, da beisst keine Maus den Faden ab, wenn das Spiel auch auf hohen Stufen keineswegs so unspielbar ist, wie es von manchen gemacht wird. Nun hält mich ja niemand davon ab, beispielsweise alle Klassen so zu modifizieren, dass sie sich in etwa auf demselben Tier bewegen, wenn ich das unbedingt für nötig halte. Sollten die Designer das aber machen wollen, stehen sie sofort vor dem Problem, welches Tier sie denn als Massstab wählen sollen: Tier 1 (wie ich es bevorzugen würde) würde sich dafür wohl genausowenig eignen wie Tier 5. Liefe also letztlich auf Tier 3 hinaus (und ich vermute, dass WotC genau das mit der 4E versucht haben), was ich (siehe parenthese) auch nicht für die verkaufstechnisch klügste Lösung halte.

Bleibt also letztlich nur: Macht das einfach so, wie es für euch am besten passt und wir bieten euch möglichst viel Zeug, mit dem ihr herumdoktorn könnt.

Und das machen sie ziemlich gut.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 17:57
Finde ich doch. Die Vereinfachung lag ja gerade darin, für den Spieler über das Eindampfen der Skilloptionen die Gefahr zu verringern, seinen Charakter zu verskillen, also einen relativ zum Spiel gesehen unbalancierten Charakter zu erschaffen.
Stop!
Die Balanciertheit eines Charakters hat nichts mit der Spielbalance zu tun. Natürlich kannst und darfst Du auch in balancierten Spielen Fehlentscheidungen machen, die zur Niederlage führen (Spiel mal gegen einen Schachgroßmeister). Das kann schliesslich ein wichtiger Teil der Spassmotivation sein. Entscheidend ist doch, dass eine Option eben nicht klar im Vorteil gegenüber anderen Optionen ist. Auf WoW gemünzt sollte nicht jeder effektive Tank ein Waffenkrieger mit der immer gleichen Skillung sein, sondern auch andere Klassen sollten die Tankposition auf ihre Art effektiv füllen können. Wenn Du einen Magier hast, solltest Du allerdings nicht erwarten, als Tank Verwendung zu finden.

Um wieder die Kurve zum Rollenspiel zu bringen: Deine Spassmotivation (optimierter Charakterbuild) darf nicht dafür sorgen, dass andere Spassmotivationen, die vom Gamedesigner (Spielautor und SL) nicht von vornherein abgelehnt wurden, (z.B. improvisierte Problemlösung oder Gruppenspiel) keine sinnvollen Optionen mehr haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 17:59
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Leute Unbalance wollen. Es ist ein Spiel, sich die guten Sachen rauszusuchen, das geht nur, wenn manche Sachen nix taugen. Der Profi weiss, was geht, der Anfänger versagt. Deshalb geben die Ärzte ihren Krankheiten lateinische Namen.

Die großen Systeme sind alle unbalanciert, DSA,SR,D&D. Da ist der Wettbewerbsgedanke drin, kannst sagen was willst. Und das geht nur, wenn manche auch versagen.  

IMHO verkauft sich ein System dann, wenn ich als Profi nen Anfänger an die Wand spielen kann. Die Zielgruppe von Rollenspielen ist bzw. war nunmal Jungs ab 14 jahren. Was erwartet ihr da?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 18:00
Ist gar nicht mein Argument. Mein Argument ist: Spiel ruhig den Schurken (runder Stein) mit dem Magier (eckiger Stein) zusammen. Pass halt nur auf, weil der so entstehende Turm etwas instabil ist und einstürzen kann. Wenn man nicht aufpasst.

Ich geb dir recht: In einem balancierteren System ist diese Warnung vielleicht unnötig, weil das System alle Klassen als ovale Steine darstellt. Problem: Ich will nicht nur mit ovalen Steinen spielen, weil man damit nicht so viele verschiedene Türme bauen kann, als wenn die Steine alle unterschiedlich geformt sind.

Und genau da sind wir anderer Meinung. Um bei dem Turm und den Steinen zu bleiben:

Nimm an du hast 4 verschiedene (es könnten natürlich unendlich viele sein) verschiedene Steinformen. Die Pyramide, die Kugel, das Rechteck und den komischen Entenkopfförmigen Stein.

In einem ausbalanciertem System haben alle 4 die gleiche höhe auf der gleichen Stufe. In einem nicht ausbalanciertem System nicht.

In einem ausbalanciertem System kann die Form variieren, sie ist egal. Solange alle Steine die gleiche Höhe erreichen kann ich eine schöne Platte mit meinem wertvollen Spielspaß draufpacken ohne das dieser herunterfällt und zerbricht. Ich könnte 4 Kugeln drunter packen. Oder 4 Pyramiden. 4 Rechtecke. Oder auch ein Rechteck und drei Entenkopfsteinchen oder aber alles wild durchgemischt. Ich kann auch beliebige andere Formen drunter packen. Die einzige Vorraussetzung ist: Alle müssen die gleiche Höhe haben.

Und nicht einmal diese muss eingehalten werden. Denn wenn ich nun statt einem Level zwei Level mache so kann ich auf Level 2 eine andere Höhe haben wie auf Level 1. Wichtig ist nur dass zu jeder Höhe die ein Stein hat auch Varianten der anderen Formen existieren.

Ob ich dann die Pyramide oder die Kugel nutze ist unwichtig - solange zu jeder Größe die die eine Form haben kann die anderen Varianten auch existieren.

Heißt das das in unbalancierten Systemen, in denen die Kugel viel höher reicht als das Rechteck und die Pyramide alle überragt meine schöne Platte voller Spielspaß runterfällt? Nein. Denn die Typen die da stapeln denken ja mit. Sie picken die richtigen Steine. Sie picken die Rosinen wenn du so willst. Es heißt also nur das unter dieser Platte die Vielfalt geringer sein wird. Weniger Möglichkeiten genutzt werden können.

Wenn ich dich recht verstehe sagst du nun: Hey, aber dafür kann ich auch die Kugel mit 10 cm Höhe haben und die Pyramide mit 5!

Doch dies ist ein Trugschluß. In einem balanciertem System hättest du sowohl die Kugel mit 10cm als auch die Pyramide mit 10cm als auch die Kugel mit 5cm als auch die Pyramide mit 5cm. Und alle stehen auf verschiedenen Leveln ohne das deshalb der Turm schief werden muss.

Vielfalt bedeutet eben nicht dass es nur die eine Möglichkeit gibt die besser ist als alle anderen. Es bedeutet dass es sehr viele Möglichkeiten gibt die vergleichbar gut sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 18:03
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Leute Unbalance wollen. Es ist ein Spiel, sich die guten Sachen rauszusuchen, das geht nur, wenn manche Sachen nix taugen. Der Profi weiss, was geht, der Anfänger versagt.

Das ist der Aspekt, den Monte Cook wohl mit "System Mastery" meinte.
Nur glaube ich irgendwie nicht, dass die doofen Feats und die schwachen ikonischen Klassen Absicht waren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 18:06
Das ist der Aspekt, den Monte Cook wohl mit "System Mastery" meinte.
Nur glaube ich irgendwie nicht, dass die doofen Feats und die schwachen ikonischen Klassen Absicht waren.

Die Entdeckung des Porzellans war auch keine Absicht, sondern der Versuch, Gold zu erzeugen. Aber "System mastery" triffts. Ich wage die These, das kein System groß werden kann ohne diese.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 18:08
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Leute Unbalance wollen. Es ist ein Spiel, sich die guten Sachen rauszusuchen, das geht nur, wenn manche Sachen nix taugen. Der Profi weiss, was geht, der Anfänger versagt. Deshalb geben die Ärzte ihren Krankheiten lateinische Namen.
Hast Du schonmal Magic the Gathering gespielt? Das ist eines der Spiele mit der am besten ausgeklügelten Spielbalance (Du willst nicht wissen wieviele Testspiele pro neuen Edition gespielt werden, um die Balance halten zu können). Trotzdem gibt es da jede Menge Karten, die einfach nur Schrott sind und bewusst in jedes Set mit eingebaut werden. Spielbalance hat nichts damit zu tun, dass jede Entscheidung gleich gut sein muss.
Zitat
Die großen Systeme sind alle unbalanciert, DSA,SR,D&D. Da ist der Wettbewerbsgedanke drin, kannst sagen was willst. Und das geht nur, wenn manche auch versagen.  
Klar sind sie das. Manche mehr, manche weniger. Aber genau deshalb haben sich ja ne Menge Indiespiele von den großen Systemen abgegrenzt.
Zitat
IMHO verkauft sich ein System dann, wenn ich als Profi nen Anfänger an die Wand spielen kann. Die Zielgruppe von Rollenspielen ist bzw. war nunmal Jungs ab 14 jahren. Was erwartet ihr da?
Nee. Ein System verkauft sich dann, wenn ich coole Sachen damit machen kann und wenn die Bilder cool sind. Das hat wenig mit 14 jährigen Jungs zu tun.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 21.08.2013 | 18:13
Inwiefern hört es mit der Vielfalt denn auf? Du nennst unten eine schöne Metapher, das Rosinenpicken. Wenn du das gemacht hast, aus der Tüte mit dem Studentenfutter die Rosinen herausgepickt hast, und sie alle hübsch in eine Reihe gelegt hast: Wie vielfältig sind sie danach denn noch?

Und hättest du nicht mehr Vielfalt wenn in der Tüte alles zumindest halbwegs gleich gut schmeckt (nicht zu verwechseln mit "gleich schmeckt" bevor dies nun kommt) und du nicht die Rosinen herauspickst?

In deiner Aussage oben sieht man doch sehr schön dass es sich dabei um mehrere Teilaspekte handelt. Nicht um einen, sondern um viele. Sie gleichmäßig ins Spiel einzubinden fördert Vielfalt. Sich auf einzelne zu beschränken reduziert sie.
Falsch verstanden:
An diesem Tag (oder eben für diesen Charakter) suche ich mir die "Rosinen" raus...und die Feats, Skills, Klasse, etc haben nullnadanientenix mit Stärke/Balance zu tun, sondern weil ich sie in dem Moment für passend halte. Natürlich fallen da ganz viele Optionen hintenrunter, sogar viele starke Optionen.

Und beim nächsten mal sind es wieder "Rosinen"...nur eben andere.

Und alle "Rosinen" können leider auch nicht gleich lecker sein...denn Spellfocus ist für meinen Rogue so sinnvoll wie Power Attack für meinen pazifistischen Kleriker.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 18:14
Die Entdeckung des Porzellans war auch keine Absicht, sondern der Versuch, Gold zu erzeugen. Aber "System mastery" triffts. Ich wage die These, das kein System groß werden kann ohne diese.
Da kann ich Dir jeweils aus den Gesellschaftspielen und den Computerspielen Gegenbeispiele nennen:
1. Bei Monopoly gibt es keine "System Mastery". Da kannste Dich auf den Kopf stellen. Entweder Du hast Glück beim Würfeln oder eben nicht. Trotzdem ist es immer noch der Marktführer was Verkaufszahlen angeht.
2. Die Sims ist wegen den Charakter-, Möbel- und sonstigen Mods so groß geworden. Da steht nicht der "System Mastery"-Gedanke im Vordergrund, sondern der "Expression"-Gedanke.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 18:15
Magic belegt meine These nur. Erfolgreich mit System mastery.

Indiespiele belegen meine These noch einmal. keine ausgeprägte System mastery, keine größere Verbreitung.

Und sagen, wir Malmsturm wäre ein System, wo man coole Sachen mit machen kann, und wo gute Bilder hat, groß wirds deshalb aber noch lang nicht, genausowenig wie hundert andere Spiele. Belegt meine These nocheinmal.

neben SR,DSA und D&D sind auch quasi alle anderen größeren Systeme ebenfalls schlecht gebalanced, z.B. Warhammer, Cthulhu oder Midgard.

Klar, es kann nur eine zufällige Korrelation sein, aber ich finde das schon ziemlich einleuchtend.  

Meine These bezieht sich nun auch wirklich nur auf Rollenspiele, weder auf Brett- noch auf Computerspiele. ich will auch niemanden überreden, aber ich find die Übereinstimmung schon sehr krass.




Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 18:18
Sollten die Designer das aber machen wollen, stehen sie sofort vor dem Problem, welches Tier sie denn als Massstab wählen sollen: Tier 1 (wie ich es bevorzugen würde) würde sich dafür wohl genausowenig eignen wie Tier 5. Liefe also letztlich auf Tier 3 hinaus (und ich vermute, dass WotC genau das mit der 4E versucht haben), was ich (siehe parenthese) auch nicht für die verkaufstechnisch klügste Lösung halte.

Definiert sich Tier 1 nicht darüber dass die darin enthaltenen Klassen die anderen Klassen ersetzen können? Es geht dort ja nicht darum den meisten Schaden zu machen oder dergleichen.

Das macht es natürlich schon definitionsgemäß zu einem fragwürdigem Kandidaten. Aber ich weiß auch nicht ob die Designer überhaupt sich an irgendeinem Tier orientieren sollten. Was sie sollten ist doch sich an Themen, an Fluff und Hintergründen orientieren. Wichtig ist doch nicht dass der Magier alle an die Wand spielen kann. Wichtig ist dass es Magier gibt.

Ich habs oben ja schonmal gesagt: Die Klasse macht mir eigentlich gerade in den Systemen Spass in denen sie nicht irgendwann die anderen Charaktere überstrahlt. Je ausbalancierter umso mehr Spaß hab ich damit. Zum Teil liegt dies an der oben genannten Selbsteinschränkung. Wenn man eine Tier 1 Klasse spielt achtet man ein wenig darauf den anderen ihren Freiraum zu lassen, muss dies auch. Aber vor allem weil man mehr tun kann wenn man nicht darüber nachdenken muss ob die nächste Aktion vielleicht schlecht für den Gruppenfrieden wäre.

Die tollen Aktionen kann ich dann ja dennoch machen. Aber eben dann wenn es auch zu meinem Level passt. Oder wenn ich dafür die Kosten bezahle.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 18:25
@Erik: System Mastery ist sicher ein wichtiger Aspekt um Spiele und vor allem Folgeprodukte zu verkaufen. Aber auch Spieler die daran Spass haben haben dann ja mehr Spaß wenn es nicht nur die eine tolle Option zu finden gibt.

Sondern 50. Oder 500.

Je mehr Wege es dann gibt das System zu meistern umso besser. Und am besten ist es wenn alles benutzt werden kann um das System zu meistern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 18:26
Magic belegt meine These nur. Erfolgreich mit System mastery.
Okay. Also siehst Du ein, dass die Leute Spiele mit Spielbalance wollen? Gut. (Thema abgehakt)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 21.08.2013 | 18:56
Zitat
Die großen Systeme sind alle unbalanciert, DSA,SR,D&D. Da ist der Wettbewerbsgedanke drin, kannst sagen was willst. Und das geht nur, wenn manche auch versagen.
Wobei bei DSA mMn die Unterschiede zwischen einem Optimierten und einem "normal gebauten" Char deutlich kleiner sind als bei DnD.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 18:57
Okay. Also siehst Du ein, dass die Leute Spiele mit Spielbalance wollen? Gut. (Thema abgehakt)

Nagut, Thema abgehakt, obwohl ich natürlich garnix einsehe. Ich meine ja genau das gegenteil, nämlich das die Leute (ausser ein paar jecke Tanelornis) KEINE Spielbalance wollen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 21.08.2013 | 18:59
Nagut, Thema abgehakt, obwohl ich natürlich garnix einsehe. Ich meine ja genau das gegenteil, nämlich das die Leute (ausser ein paar jecke Tanelornis) KEINE Spielbalance wollen.

Ja und nein. Ich brauche keine Balance um Spaß zu haben, ich erwarte aber von einem System, das suggeriert eine Balaance zu haben, die tatsächlich zu haben und nicht nur als Slogan vor sich her zu tragen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 19:01
Nagut, Thema abgehakt, obwohl ich natürlich garnix einsehe. Ich meine ja genau das gegenteil, nämlich das die Leute (ausser ein paar jecke Tanelornis) KEINE Spielbalance wollen.
Da wären wir dann wieder bei Magic the Gathering, dass eine ausgeklügelte Spielbalance hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 21.08.2013 | 19:01
Liefe also letztlich auf Tier 3 hinaus (und ich vermute, dass WotC genau das mit der 4E versucht haben)

Hier muss ich eben einhaken: die 4E Klassen sind im Vergleich zu 3.X eher so auf (schwachem) Tier 4 angesiedelt.

Tier 3 bedeutet: kann ein oder zwei Sachen verdammt gut, hat aber noch andere Asse im Ärmel, ist also nicht aufgeschmissen wenn sein Haupttrick mal nicht anwendbar ist. Das bedeutet z.B. das Wechseln oder gleichzeitige Ausfüllen der Rollen _mit einem Charakter_, nicht durch Verändern des ganzen Builds.

Tier 4 hingegen bedeutet: Kann ein (maximal zwei) Sachen gut, hat aber echte Probleme, wenn er das mal nicht einbringen kann.

Und 4E-Charaktere fallen da eindeutig in letztere Kategorie.

Ein 3.5er Warblade z.B. kann innerhalb einer Runde zwischen Striker- und Leadermodus wechseln, und beide Rollen brilliant erfüllen. Selbst härteste Gegner kann er meist in einer Runde aus den Latschen hauen und das alle paar Runden wiederholen.
Ein Crusader ist in erster Linie Defender und kann leicht auf Lockdown (=control) geskillt werden, dazu kann er bei Bedarf ebenfalls auf Leader umschalten. Dennoch nehmen sie anderen T3-Klassen nicht die Butter vom Brot, sondern ergänzen sich mit diesen.
Durch diese Flexibilität und Effektivität in jeder einzelnen Rolle sind diese Klassen T3.

4E... naja. Da sind meine überschaubaren Erfahrungen jedenfalls ganz anders. Da hatten wir einen Striker, der einmal am Tag einen Standardgegner oneshotten konnte ("Uuuuuuh" *ehrfürchtiges raunen*), einen Defender, der von den Gegnern einfach ignoriert wurde, einen Controller der auch nur 1-2mal am Tag nützlich war, und was der Leader für ne Flasche war, spar ich hier mal aus. ;)
Also bei 4E würde ich sagen: ein gut geskillter Charakter einer der besseren Klassen ist T4; weniger gut geskillte oder schwächere Klassen nur T5 (die bei uns in der Runde anscheinend in der Mehrzahl waren).

PF, um mal wieder den Bogen zu schlagen, strebt mit vielen seiner selbstentwickelten Klassen (Magus etc) durchaus T3-Niveau an, und hebt einige der alten T5er auf T4 an, aber leidet halt nach wie vor unter dem ererbten Ballast in Form der T1/T2er, die man nicht los wird.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 21.08.2013 | 19:15
4E... naja. Da sind meine überschaubaren Erfahrungen jedenfalls ganz anders. Da hatten wir einen Striker, der einmal am Tag einen Standardgegner oneshotten konnte ("Uuuuuuh" *ehrfürchtiges raunen*), einen Defender, der von den Gegnern einfach ignoriert wurde, einen Controller der auch nur 1-2mal am Tag nützlich war, und was der Leader für ne Flasche war, spar ich hier mal aus. ;)

Hm... bis welche Stufe habt ihr denn gespielt?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 19:16
Da wären wir dann wieder bei Magic the Gathering, dass eine ausgeklügelte Spielbalance hat.

is aber kein Rollenspiel.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 19:20
Ich denke dass es ganz generell wenig Sinn macht 4e Charaktere in das 3.5er Tier System packen zu wollen, dafür sind die Tiers zu speziell und die Systeme zu unterschiedlich. Ein 4e Charakter gilt dann als gut wenn er gemeinsam mit anderen etwas bewirken kann - in oder außerhalb des Kampfs.

Bei einem 3.5er Charakter geht es viel stärker darum eine Situation selbst entscheiden zu können. Das spiegelt sich ja in den Tiers auch wieder und in ihrer Beschreibung.

Rein von dieser Fähigkeit her hat Feuersanger da schon recht dassPowerlevel ist niedriger, auch wenn 4e Charaktere natürlich viel seltener nutzlos sind, und der Kämpfer nicht nur im Kampf etwas taugt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 19:25
Das Tier System auf 4e, bzw. auf irgendwas ausserhalb von 3.5/Pathfinder anzuwenden ist völlig sinnfrei, da würd ich Ardwulf zustimmen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 21.08.2013 | 19:26
Hm... bis welche Stufe habt ihr denn gespielt?

8. Aber da wir a) nicht diesen Thread damit zuspammen sollten, und b) ich immer noch keine Lust habe, in den 4E-Blubberthread zu schreiben, verweise ich da mal auf unseren Rundenplanungs- und Debriefingsthread:
http://tanelorn.net/index.php/topic,82852.0.html
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 19:29
is aber kein Rollenspiel.
Mal was Anderes (http://kotaku.com/video-games-obsession-with-winning-is-killing-them-511624286) und noch was ganz Anderes (http://kotaku.com/a-board-game-piece-is-more-than-a-mere-chunk-of-plastic-479506066). :)
(Okay. Das tangiert das Thema hier nur ganz peripher. Ich denke aber es passt trotzdem als Antwort)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 19:48
Die Balanciertheit eines Charakters hat nichts mit der Spielbalance zu tun.

naja, mit Verlaub, darum geht es doch die ganze Zeit, nämlich um die Balanciertheit eines Charakters relativ zu den anderen Charakteren und zum Spiel. Beim Schach kann man den einzelnen Schachfiguren recht eindeutig eine Schachstärke relativ zum Bauern als kleinster Einheit zuordnen (was ja auch zur Einschätzung von Spielpositionen genutzt wird). Und aus Gründen der Fairness ist es natürlich eine sehr gute Idee, beiden Parteien dasselbe Material an die Hand zu geben, um den wahrscheinlichen Spielausgang bei gleicher Spielstärke nicht schon vorwegzunehmen. Aber natürlich handelt es sich hier auch um ein Wettkampfspiel. (btw. ich weiss gar nicht, wieviel Material mir ein Schachgroßmeister vorgeben müsste, damit Chancengleichheit herrscht. Wäre aber wohl eine Menge ^^)

Zitat
Um wieder die Kurve zum Rollenspiel zu bringen: Deine Spassmotivation (optimierter Charakterbuild) darf nicht dafür sorgen, dass andere Spassmotivationen, die vom Gamedesigner (Spielautor und SL) nicht von vornherein abgelehnt wurden, (z.B. improvisierte Problemlösung oder Gruppenspiel) keine sinnvollen Optionen mehr haben.

Das tut sie ja auch nicht. Die Frage ist, ob Spieler mit unterschiedlichen Spassmotivationen überhaupt in eine Gruppe passen und falls nicht, ob das unbedingt vom System verhindert werden muss oder ob das auch einfach der gesunde Menschenverstand erledigen darf. Persönlich bringt mir Optimierung per se zum Beispiel überhaupt keinen Spassgewinn und auch wenn mich durchaus an eine Gruppe von Optimierern anpassen kann, sofern wir eine genügende Menge an sonstigen Motivationsfaktoren teilen, weiss ich von vorneherein, dass ich viel mehr Spass an einem Spiel habe, in der ich das gar nicht erst tun muss (sei es, weil die anderen auch nicht optimieren, oder weil sie wenigstens kein Problem damit haben, wenn ich das nicht tue).
Wie dem auch sei: Ich habe immer die Option, nicht mit anderen Personen zu spielen, wenn unsere Interessen zu weit auseinanderklaffen. In 3.5/Pathfinder ist das aber meine Entscheidung, nicht die des Systems und genau darauf lege ich größten Wert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 19:55
In einem ausbalanciertem System haben alle 4 die gleiche höhe auf der gleichen Stufe. In einem nicht ausbalanciertem System nicht.

Wir können das Spiel natürlich nun ewig treiben, dass du ständig neue Parameter einführst, die für alle gleich sind, und du dass dann als balanciertheit begründest. Kürzen wir also ab: Ich will auch nicht, dass die gleich hoch, breit oder sonst wie gleich sind. Weil das IMMER bedeutet, dass alles, was davon abweicht, aus dem System geschmissen wird.

Zitat
Heißt das das in unbalancierten Systemen, in denen die Kugel viel höher reicht als das Rechteck und die Pyramide alle überragt meine schöne Platte voller Spielspaß runterfällt? Nein. Denn die Typen die da stapeln denken ja mit. Sie picken die richtigen Steine. Sie picken die Rosinen wenn du so willst. Es heißt also nur das unter dieser Platte die Vielfalt geringer sein wird. Weniger Möglichkeiten genutzt werden können.

Das heisst es eben nicht. Rhylthar hat das schon richtig zu stellen versucht. Meine Rosinen sind nicht deine Rosinen, und meine Rosinen von heute sind wahrscheinlich nicht mal dieselben Rosinen, die ich morgen wählen werde. Die Vielfalt insgesamt gesehen ist also keinesfalls geringer, es werden auch nicht insgesamt weniger optionen verwendet. Abgesehen davon, dass man in einer einzelnen Spielrunde nie alle optionen einsetzen wird, aber das tut man in einem balancierteren System ja auch nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 19:58
Wir können das Spiel natürlich nun ewig treiben, dass du ständig neue Parameter einführst, die für alle gleich sind, und du dass dann als balanciertheit begründest. Kürzen wir also ab: Ich will auch nicht, dass die gleich hoch, breit oder sonst wie gleich sind. Weil das IMMER bedeutet, dass alles, was davon abweicht, aus dem System geschmissen wird.


Oder nie. Darum geht es ja. Habe ich zu allen formen die passenden Größen, so sind sie alle im Spiel anzutreffen.

Erst wenn ich sage dass es die größte Größe nur in Form X gibt verliere ich Vielfalt. Ich kann dir ein einfacheres Beispiel nennen dass ich heute auf einem Spielplatz gesehen habe. Eine Wippe mit drei Sitzen an jedem Ende.

Auf ihr können eben dann nicht mehr nur Kinder mit dem gleichem Gewicht wippen. Sondern auch der dicke Paul mit dem dünnem Max und der kleine Peter mit seinem Papa. Lustig wäre dabei zu sehen was passiert wenn ich auf einer Seite der Wippe nur noch den inneren Sitz habe und auf der anderen nur noch den äußeren. Müsste deiner Argumentation nach ja Vielfalt fördern, durch Imbalance.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 20:01
Hier stellt sich mir auch die Frage, ob balancierte Systeme nicht inherent latent faschistisch sind, da sie ja alle Elemente, die nicht passen, konsequent ausschliessen, und alle SC quasi "gleichschalten".  
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 20:08
naja, mit Verlaub, darum geht es doch die ganze Zeit, nämlich um die Balanciertheit eines Charakters relativ zu den anderen Charakteren und zum Spiel.
Jetzt springst Du von WoW direkt zum PnP-Rollenspiel. Wir waren bei der Balanciertheit eines Charakters immer noch bei WoW. (Ich hoffe Du willst nicht sagen, dass ein Charakter in WoW die gleiche Aufgabe hat wie ein Charakter in einem PnP-Rollenspiel)
In einem normalen Rollenspiel (im Gegensatz zu WoW!) kann die Balanciertheit eines Charakters mit der Spielbalance zu tun haben und zwar in der Form, dass die Charaktere in Bezug der Spassmotivationen ausbalanciert sein sollten.
Zitat
Das tut sie ja auch nicht. Die Frage ist, ob Spieler mit unterschiedlichen Spassmotivationen überhaupt in eine Gruppe passen und falls nicht, ob das unbedingt vom System verhindert werden muss oder ob das auch einfach der gesunde Menschenverstand erledigen darf.
1. Viele Spassmotivationen sind sehr nahe beieinander, sodass sie ohne größere Anpassungen zusammen spielen können (wenn die Spielbalance nicht in eine Richtung wegspringt)
2. Ein SL-Neuling dürfte genug damit zu tun haben, sein Abenteuer einigermassen auf die Reihe zu bekommen. Wenn er sich dann noch mit den Spassmotivationen der Spieler eingehend beschäftigen muss...
3. Als SL mit Erfahrung kannst Du natürlich ne Menge im Spiel ausgleichen. Nicht umsonst sehe ich den SL als Gamedesigner. Je weniger Kopf Du Dir darum machen musst, desto mehr kannst Du Dich um anderes kümmern. Wenn Dir aber ein System gefällt und Du mit der Unbalanciertheit keine Probleme hast, dann more Power to You. :))
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 20:08
Hier stellt sich mir auch die Frage, ob balancierte Systeme nicht inherent latent faschistisch sind, da sie ja alle Elemente, die nicht passen, konsequent ausschliessen, und alle SC quasi "gleichschalten".  

Genau das tun sie ja nicht, im Gegenteil. Sie ermöglichen ja dass möglichst viel gleich gut funktioniert. Um bei deinem Bild zu bleiben: es sind schlecht balancierte Systeme bei denen ein anderer Weg bestraft wird, und auf Dauer aus dem Spiel verschwindet. In einem totalitären System hat man eine große Ungleichheit in dem wie gut man mit verschiedenen Wegen zurecht kommt, manche von ihnen sind wesentlich steiniger als andere.

Aber die Folge davon ist eben nicht dass totalitäre Systeme für ihre Offenheit und Vielfalt bekannt wären. Beides lässt sich nur durch Gleichberechtigung erreichen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 20:10
Darum geht es ja. Habe ich zu allen formen die passenden Größen, so sind sie alle im Spiel anzutreffen.

Erst wenn ich sage dass es die größte Größe nur in Form X gibt verliere ich Vielfalt.

Die Sätze könnte ich genauso formulieren, würde aber den ersten Satz natürlich auf Pathfinder münzen und den zweiten auf irgendwelche balancierteren Systeme.



Zitat
Auf ihr können eben dann nicht mehr nur Kinder mit dem gleichem Gewicht schaukeln. Sondern auch der dicke Paul mit dem dünnem Max und der kleine Peter mit seinem Papa. Lustig wäre dabei zu sehen was passiert wenn ich auf einer Seite der Schaukel nur noch den inneren Sitz habe und auf der anderen nur noch den äußeren. Müsste deiner Argumentation nach ja Vielfalt fördern, durch Imbalance.

Meiner Argumentation nach müsste es den Schauklern überlassen bleiben, wie sie die Sitzanordnung konfigurieren wollen. Und wenn sie (warum auch immer). halt Spass dran haben, auf der einen Seite nur den inneren Sitz anzubringen und auf der anderen nur den Äußeren, dann können sie das eben tun. Und genau das nenne ich Vielfalt. und genau das schätze ich auch an Pathfinder. Da kann man nämlich beides haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 20:10
Hier stellt sich mir auch die Frage, ob balancierte Systeme nicht inherent latent faschistisch sind, da sie ja alle Elemente, die nicht passen, konsequent ausschliessen, und alle SC quasi "gleichschalten".  
Ich weiss. Ich dürfte Dir damit langsam richtig auf den Senkel gehen, aber MTG ist da wieder das Gegenargument. Wie wir etabliert haben, ist das System ziemlich ausbalanciert. Die Decks sind aber alles andere als "gleichgeschaltet". Im Gegenteil. Die Balance sorgt dafür dass sehr viele verschiedene Decks auch in Turniere mit Siegmöglichkeit spielbar sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 20:19
Ich hoffe Du willst nicht sagen, dass ein Charakter in WoW die gleiche Aufgabe hat wie ein Charakter in einem PnP-Rollenspiel
Natürlich nicht ^^

Zitat
In einem normalen Rollenspiel (im Gegensatz zu WoW!) kann die Balanciertheit eines Charakters mit der Spielbalance zu tun haben und zwar in der Form, dass die Charaktere in Bezug der Spassmotivationen ausbalanciert sein sollten.
1. Viele Spassmotivationen sind sehr nahe beieinander, sodass sie ohne größere Anpassungen zusammen spielen können (wenn die Spielbalance nicht in eine Richtung wegspringt)
2. Ein SL-Neuling dürfte genug damit zu tun haben, sein Abenteuer einigermassen auf die Reihe zu bekommen. Wenn er sich dann noch mit den Spassmotivationen der Spieler eingehend beschäftigen muss...
3. Als SL mit Erfahrung kannst Du natürlich ne Menge im Spiel ausgleichen. Nicht umsonst sehe ich den SL als Gamedesigner. Je weniger Kopf Du Dir darum machen musst, desto mehr kannst Du Dich um anderes kümmern. Wenn Dir aber ein System gefällt und Du mit der Unbalanciertheit keine Probleme hast, dann more Power to You. :))

Würde ich im Allgemeinen unterschreiben, mit der Einschränkung bei Punkt 2, dass wir (also zumindest ich) früher auch vom System überfordert waren und uns einfach damit beholfen haben, dass wir uns das System nach und nach angeeignet und vorher ganz viel mit den Händen gewedelt haben. Gab keine Probleme und wenn ich für heutige SL-Neulinge nicht auf einmal höhere Massstäbe anlege, gibts auch heute noch keine.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 20:30
Die Sätze könnte ich genauso formulieren, würde aber den ersten Satz natürlich auf Pathfinder münzen und den zweiten auf irgendwelche balancierteren Systeme.

Nur kann ich den Satz für die balancierte Systeme begründen. Und bin nicht auf: "ist halt so" angewiesen, sondern kann sagen warum es so ist. Warum Vielfalt durch Gleichberechtigung bewahrt und durch fehlende Gleichberechtigung eingeschränkt wird.

Du sagst in Pathfinder könnten die Leute auf der Wippe selbst sagen wo ihr Sitz ist. Aber ist das wirklich so? Weiter vorn im Thread klang dies noch ganz anders, da sollten Charaktere sich anpassen und bei der Gruppenzusammenstellung darauf geachtet werden dass nicht zu verschiedene Tiers da wären. Und deine Lösung für Probleme bezüglich dieses Themas lautete sie nicht man solle nicht so sehr an einzelne Klassen gebunden sein, am Ende ginge es doch eher um Themen? Eine Art: so genau muss man's ja nicht nehmen mit dem was man spielen will?

Wie genau funktioniert dies denn dann gleich nochmal?

Seien wir doch mal ehrlich: die 3.5er Klassen lassen sich deshalb so gut in Tiers einteilen weil ihr Platz auf der Wippe recht fix vorgegeben ist. Ich kann halt nicht sagen dass ich heute mal den Tier 1 Kämpfer spielen will. Und die Lösung dafür dass Peter mit seinem Papa wippen kann ist dass man entweder sagt: hey, dass macht ja total Spaß wenn einer oben rumsitzt und nicht zum Boden kommt und nur der andere sich abstößt. Oder dass man Peter durch Onkel Bernd austauscht der etwa so viel Gewicht wie Peters Papa hat. Ist ja fast das gleiche...

In einer meiner Runden habe ich momentan einen Kämpfer mit einem einhändig geführten Spieß und einem Dolch. Der damit auch tauglich umgehen kann. Dass es in 3.5 und Pathfinder Runden praktisch keine Kämpfer mit Spieß und Dolch gibt hat viel mit Balancing zu tun. Aber für Vielfalt sorgt es nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 20:44
Tja, schon wieder Widerspruch. Dem muss ich jedoch entgegenhalten, das rote Decks deutlich einfacher zu spielen sind,
Einfacher als was? White Weenie? Black Weenie? Blue Control? Heisst für Dich "einfacher zu spielen" "leichter damit zu gewinnen" oder nur "keine komplizierten Karten"?
Zitat

die balance also nur für den Fall gilt, das die Teilnehmer über identische Vorerfahrungen spieltechnischer Natur verfügen.
Die Balance gilt auf für den Fall, dass beide Teilnehmer nicht über identische Vorerfahrungen spieltechnischer Natur verfügen. Die Balance sorgt dafür, dass die Erfahrung und nicht das Deck gewinnt. Und genau das ist die Spassmotivation bei MTG.
Zitat
Zusätzlich ist der Poweranstieg durch neue karten zu bedenken, der die balance ebenfalls gefährdet, und klare kapitalistisch neolibertäre Tendenzen zeigt. 
Der Powercreep wird in MTG durch die Spieletests abgefangen. Ich sage ja nicht umsonst die ganze Zeit dasss da verdammt viel Spieltestzeit einfliesst.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: 6 am 21.08.2013 | 20:46
Würde ich im Allgemeinen unterschreiben, mit der Einschränkung bei Punkt 2, dass wir (also zumindest ich) früher auch vom System überfordert waren und uns einfach damit beholfen haben, dass wir uns das System nach und nach angeeignet und vorher ganz viel mit den Händen gewedelt haben. Gab keine Probleme und wenn ich für heutige SL-Neulinge nicht auf einmal höhere Massstäbe anlege, gibts auch heute noch keine.
Ich geh mal davon aus, dass Du noch zu OD&D-Zeiten oder DSA1 oder 2-Zeiten zum Rollenspiel gekommen bist. Die Systeme sind wesentlich balancierter als teilweise die heutigen Systeme. Sicher aber balancierter als PF oder 3.X.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 21.08.2013 | 21:02
Lass uns lieber mal Magic spielen als hier weiter zu posten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 21:18
Nur kann ich den Satz für die balancierte Systeme begründen. Und bin nicht auf: "ist halt so" angewiesen

Stop.Jetzt wirst du unverschämt. Ich argumentier mir doch nicht über mehrere Posts hinweg die Finger fusselig, nur damit du das am Ende unfairerweise auf ein reines "ist halt so" reduzierst.

Zitat
Du sagst in Pathfinder könnten die Leute auf der Wippe selbst sagen wo ihr Sitz ist.
Ich hab gesagt, sie können sich ihre Wippe selbst bauen.

Zitat
Weiter vorn im Thread klang dies noch ganz anders, da sollten Charaktere sich anpassen und bei der Gruppenzusammenstellung darauf geachtet werden dass nicht zu verschiedene Tiers da wären
Ich hab in diesem Thread inzwischen schon mehrfach geschrieben, dass das Spiel mit Klassen aus verschiedenen Tiers sehr wohl funktioniert.

Zitat
Und deine Lösung für Probleme bezüglich dieses Themas lautete sie nicht man solle nicht so sehr an einzelne Klassen gebunden sein, am Ende ginge es doch eher um Themen? Eine Art: so genau muss man's ja nicht nehmen mit dem was man spielen will?
das ist nicht meine lösung, das ist meine meine Meinung. Deinen Halunken Max (so wie du ihn minimal beschrieben hast) kann ich in Pathfinder mit so ziemlich jeder Charakterklasse bauen. Welche davon ich nehme, ist von den verschiedensten Gründen abhängig. Einer davon kann sein, dass die anderen alle mit Tier 1-SCs rumlaufen und ich nicht als einziger mit einem Tier 4 oder Tier 5-Charakter rumrennen möchte. Wenn das für mich so unglaublich wichtig ist, nehm ich halt nicht ausgerechnet die Schurkenklasse. Das heisst nicht, dass sie nicht funktioniert. (nur mal so nebenbei: die Brilliant Gameologists stufen den Pathfinder-Schurken übrigens als Tier 3 Klasse ein).


Zitat
Seien wir doch mal ehrlich: die 3.5er Klassen lassen sich deshalb so gut in Tiers einteilen weil ihr Platz auf der Wippe recht fix vorgegeben ist. Ich kann halt nicht sagen dass ich heute mal den Tier 1 Kämpfer spielen will.

Hat niemand behauptet. Den müsste man sich tatsächlich erst bauen. Kann man aber, wenn man will (keine Ahnung warum man das wollen sollte, aber egal). Nur: in deinem balancierten System hat man auch nur einen Kämpfer eines bestimmten Tiers (je nachdem, wo es hinbalanciert wurde). da hat man aber nicht so einfach die Möglichkeit, sich einen ganz anderen Kämpfer zu basteln, weil man damit das ganze System zum Einsturz bringt. Ein Tier 1-Kämpfer in PF würde zwar thematisch keinen Sinn machen, aber dem System schaden würde es sicher nicht.

Umgekehrt sind die Tier 1-Charaktere dieses auch nur unter der Voraussetzung, dass sie die vorhandenen Optionen auch vollumfänglich einsetzen. Was einerseits Stufenabhängig ist (man muss die Optionen erst mal kriegen), zweitens spielweise- und erfahrungsabhängig ist.


Zitat
Und die Lösung dafür dass Peter mit seinem Papa wippen kann ist dass man entweder sagt: hey, dass macht ja total Spaß wenn einer oben rumsitzt und nicht zum Boden kommt und nur der andere sich abstößt. Oder dass man Peter durch Onkel Bernd austauscht der etwa so viel Gewicht wie Peters Papa hat. Ist ja fast das gleiche...

hast du keine Kinder? Sonst kennst du sicher die völlig Legitime lösung, dass der Papa einfach ein bissl nachhilft, damit der kleine Peter trotzdem Spass hat. Und da sagt sicher keiner: Einer von euch muss von der Wippe runter.

Zitat
Dass es in 3.5 und Pathfinder Runden praktisch keine Kämpfer mit Spieß und Dolch gibt hat viel mit Balancing zu tun. Aber für Vielfalt sorgt es nicht.
Hat mit Balancing rein gar nichts zu tun. Aber sehr viel damit, dass die meisten Spieler bestimmt nicht dieses Bild im Kopf haben, wenn sie an einen Kämpfer denken.
[/quote]

Ich geh mal davon aus, dass Du noch zu OD&D-Zeiten oder DSA1 oder 2-Zeiten zum Rollenspiel gekommen bist. Die Systeme sind wesentlich balancierter als teilweise die heutigen Systeme. Sicher aber balancierter als PF oder 3.X.

nicht ganz. Meine ersten Erfahrungen hab ich zwar mit DSA 1 gemacht, aber richtig eingestiegen (insbesondere als Spielleiter) bin ich erst mit AD&D 2 und DSA 3. Weiss nicht, ob man das von diesen Systemen auch so einfach behaupten kann.

Davon ab erreichen OD&D und DSA ihre Balanciertheit natürlich gerade durch eine Reduktion des Regelsystems auf das Allernotwendigste. Funktioniert prächtig (ich benutz DSA 1 gerade als Einstiegssystem für meine Kinder^^), erfordert dem SL aber eine ganze Menge an Eigenleistung ab, wenn er das System darüber hinaus gestalten will. Das wäre ja nun gerade ein prächtiges Beispiel für meine Behauptung, dass Spielbalance vor allem über systematische Regelbeschränkung funktioniert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 21.08.2013 | 21:56
jetzt wirst du persönlich.


Das ist natürlich nicht meine Absicht. Es bezieht sich nur auf das wie ich deine Argumentationsweise dort gerade empfinde. Wenn auf eine längere Erklärung warum das Abbauen von Balancinghindernissen mehr Optionen spielbar macht gleich wieder kommt: "aber dann hat man ja weniger Vielfalt" ohne auf das gesagte einzugehen wirkt dies einfach sehr nach einer "ist halt so, basta" Argumentation.

Auch beim Thema Waffen sieht man dies. Deine Formulierung ist nicht etwa "das kann auch andere Gründe haben" sondern:

Hat mit Balancing rein gar nichts zu tun.

Das ist absolut. Doch sehr fragwürdig zugleich. Natürlich haben die unterschiedlichen Powerlevel der Waffen auch auf die Verwendung im Spiel Einfluss. Wie sollten sie auch nicht. Und es ist eben kein Zufall dass in Systemen mit besser ausbalancierten Waffen auch vielfältigere Varianten gewählt werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 00:03
Ich würde es sehr begrüßen, wenn du Bearbeitungen meiner Wortwahl nicht als Zitat darstellst. Wenn ich den Begriff "persönlich" hätte benutzen wollen, hätte ich das getan.

Hat mit Balancing rein gar nichts zu tun.

Das ist absolut. Doch sehr fragwürdig zugleich. Natürlich haben die unterschiedlichen Powerlevel der Waffen auch auf die Verwendung im Spiel Einfluss. Wie sollten sie auch nicht. Und es ist eben kein Zufall dass in Systemen mit besser ausbalancierten Waffen auch vielfältigere Varianten gewählt werden.

dann mach aus dem "rein gar nichts" eben ein "so gut wie gar nichts". Und natürlich haben die unterschiedlichen Powerlevel der Waffen auch auf die Verwendung im Spiel Einfluss. Bis dahin geh ich sogar mit dir D'Accord.

Nur der letzte Satz, der stimmt eben nicht. Deine Variante mit Spies und Dolch bleibt auch in 4E eine exotische Variante, sofern sie nicht powertechnisch besser gestellt wird als die Standardvarianten (was in der 4E ja eigentlich nicht der Fall sein sollte). Und das hat eben nichts mit Balance zu tun, sondern damit, dass es einfach nicht in das typische Bild eines Kämpfers passt (nebenbei: hat das überhaupt irgendein historisches Vorbild?).
In der 4E rennen eben nicht plötzlich alle Möglichen Leute mit Charakteren rum, die für 3.5 undenkbar wären. Wie auch in der 3.5/PF schon Kämpfer mit den unterschiedlichsten Waffenkombinationen gesichtet wurden, von denen bei weitem nicht alle aus Optimierersicht besonders sinnvoll waren. Dass das plötzlich in der 4E (oder meinethalben einem anderen besser ausbalancierten System) zugenommen haben soll, kannst du wahrscheinlich gar nicht belegen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 01:56
Ich würde es sehr begrüßen, wenn du Bearbeitungen meiner Wortwahl nicht als Zitat darstellst. Wenn ich den Begriff "persönlich" hätte benutzen wollen, hätte ich das getan.


Sorry, war keine Absicht.

Nur der letzte Satz, der stimmt eben nicht. Deine Variante mit Spies und Dolch bleibt auch in 4E eine exotische Variante, sofern sie nicht powertechnisch besser gestellt wird als die Standardvarianten (was in der 4E ja eigentlich nicht der Fall sein sollte). Und das hat eben nichts mit Balance zu tun, sondern damit, dass es einfach nicht in das typische Bild eines Kämpfers passt.

Also hat es einen Einfluß, aber hat keinen Einfluß? Was denn nun? Glaubst du dass schlechtere mechanische Umsetzbarkeit Spieler von der Wahl eines Charakters abhalten kann oder nicht?

Auf die 4e wollte ich nicht einmal unbedingt hinaus, aber ja: auch da gibts einige Ansätze zum besserem Balancing der einzelnen Waffentypen. Aber man braucht die 4e dafür ja gar nicht. Du sagst ja etwas sehr interessantes: es läge daran dass diese Vorstellung vom Kämpfer nicht passt. Und dort ist dann halt die Frage: ist es denn Schlimm wenn meine Vorstellung davon mit deiner oder der von jemand anders nicht übereinstimmt? Warum sollte das System mir Vorgeben welche Vorstellung die "richtige" ist?

Letztlich läuft dein Argument doch auf: schon OK wenn Option A besser als Option B ist - Option A passt eh besser zur Vorstellung von so einem Charakter. hinaus.

Und das ist genau was ich mit Einschränkungen der Charaktervielfalt meine. Irgendwann hat einer entschieden was passt und was nicht, was stark ist und was nicht. Den eigenen Weg zu finden, die eigene Vorstellung davon einzubringen  wird davon erschwert.

nebenbei: hat das überhaupt irgendein historisches Vorbild?).

klar hat es dass. Rein historisch betrachtet ist der Zweihänderkämpfer der in Rollenspielen so protegiert wird eigentlich etwas eher ungewöhnliches. Der Spieß als Hauptwaffe wurde eigentlich erst von den späteren Landsknechten abgelöst . Das Messer als Waffe war zeitlos. Dass in Rollenspielen der Zweihänder so hervorgehoben wird hat also andere gründe, die mehr mit der Vorstellung vom muskelbepackten Arni zu tun haben der ein uberdimensioniertes Schwert schwingt.

Ein wenig Pulp war eben immer dabei.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 10:43
Also hat es einen Einfluß, aber hat keinen Einfluß? Was denn nun? Glaubst du dass schlechtere mechanische Umsetzbarkeit Spieler von der Wahl eines Charakters abhalten kann oder nicht?

Es hat einen Einfluss insoweit, als das Spieler, die zur Optimierung neigen, sich natürlich daran orientieren, was auf regelmechanischer Ebene die bessere Wahl ist. Spieler, denen daran gelegen ist, ein bestimmtes Charakterkonzept zu verwirklichen, lassen sich aber nicht beeinflussen. Wenn ich beispielsweise im Mwangibecken einen Stammeskrieger umsetzen wollte, wäre ein Kämpfer mit Spiess und Dolch beispielsweise denkbar und dann ist es mir völlig egal, ob das regelmechanisch gesehen eine suboptimale Wahl ist.

Zitat
Es läge daran dass diese Vorstellung vom Kämpfer nicht passt. Und dort ist dann halt die Frage: ist es denn Schlimm wenn meine Vorstellung davon mit deiner oder der von jemand anders nicht übereinstimmt? Warum sollte das System mir Vorgeben welche Vorstellung die "richtige" ist?

Du vermischt da zwei Dinge. Der erste Satz bezog sich einfach auf die Mehrzahl der Spielerschaft. Wenn die an einen D&D-Kämpfer denken, denken sie eben mehrheitlich nicht an einen afrikanischen Stammeskrieger. Also wird es statistisch gesehen weniger solcher Builds geben. Und zwar unabhängig davon, wie balanciert diese Optionen sind.

Es ist auch nicht schlimm, wenn unsere Vorstellungen voneinander abweichen, ich brauche da auch keine Vorgaben des Systems, die 3.5/PF ja auch nicht macht, schließlich kann man so einen Build ja auch dort bauen. Ich erwarte allerdings tatsächlich, dass das System die unterschiedliche Stärke von Waffen abbildet, und das beinhaltet auch unterschiedlichen Waffenschaden. Die Römer haben ihr Imperium nicht nur dank überlegener Strategie errichtet, sondern auch, weil sie oft einfach die bessere Ausrüstung hatten.

Zitat
Letztlich läuft dein Argument doch auf: schon OK wenn Option A besser als Option B ist - Option A passt eh besser zur Vorstellung von so einem Charakter. hinaus.

Eher: schon ok, wenn Option A besser als Option B ist, das wäre sie in Wirklichkeit nämlich auch (und ich behaupte nicht, dass 3.5/PF das in jedem Fall auch so umsetzt; wünschenswert wäre es aber^^)

edit: Aber eigentlich ist meine Argumentation vor allem: Schon ok, wenn Option A besser als Option B ist. Hauptsache, sie ist überhaupt da. und irgendwer findet immer einen Nutzen dafür.

Zitat
Und das ist genau was ich mit Einschränkungen der Charaktervielfalt meine. Irgendwann hat einer entschieden was passt und was nicht, was stark ist und was nicht. Den eigenen Weg zu finden, die eigene Vorstellung davon einzubringen  wird davon erschwert.

Zum einen liegt die Erschwernis ja vor allem darin, dass die Waffen etwas weniger Schaden machen als andere. Zweiwaffenkämpfer sind allerdings ein keineswegs ungewöhnlicher Anblick, obwohl das gar nicht ursprünglicher Sinn und Zweck dieser Klasse ist. Dafür gibts ja eigentlich den Waldläufer. Pathfinder hat das sogar über den Archetyp des Two-Weapon Warrior noch aufgeweicht. Die von dir postulierte Einschränkung der Charaktervielfalt existiert zumindest an dieser Stelle also gar nicht.

Zitat
klar hat es dass. Rein historisch betrachtet ist der Zweihänderkämpfer der in Rollenspielen so protegiert wird eigentlich etwas eher ungewöhnliches. Der Spieß als Hauptwaffe wurde eigentlich erst von den späteren Landsknechten abgelöst . Das Messer als Waffe war zeitlos. Dass in Rollenspielen der Zweihänder so hervorgehoben wird hat also andere gründe, die mehr mit der Vorstellung vom muskelbepackten Arni zu tun haben der ein uberdimensioniertes Schwert schwingt.

An den Zweihänder hab ich dabei jetzt gar nicht gedacht, da spielt natürlich die literarische Vorlage sicher eine Rolle (wobei ich persönlich glaube ich noch nie einen Kämpfer mit 2H-Waffe gespielt habe^^). Mir gings jetzt allerdings um genau die von dir genannte Waffenkombination. Mir ist keine konkrete historische Kampfeinheit bekannt, die tatsächlich zweihändig mit Spiess und Dolch kämpfte, insoweit wollte ich mit der Frage nur eine eventuelle Wissenslücke schließen.

Zitat
Ein wenig Pulp war eben immer dabei.

Genau, und das erklärt auch viel besser als deine Balanceargumentation, warum so viele Spieler Kämpfer mit nem Zweihänder spielen. Die haben halt Conan im Kopf.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 11:07
Wobei Conan eigentlich meistens, wenn er es sich aussuchen kann, einhändig mit Breitschwert kämpft. Und die freie Hand z.B. dazu verwendet, Gegner zu packen und durch die Gegend zu schleudern.

Im Conan-RPG kann man seinen Char auch in die Richtung skillen; man braucht iirc Improved Grapple und kann damit ein Kampfmanöver freischalten. Davon abgesehen, dass man sein Breitschwert natürlich jederzeit zweihändig fassen und ne Power Attack rausbrettern kann.

In 3.X hingegen gibt es überhaupt keine Inzentive, einhändig zu kämpfen. Da ist die Denke mehr "Der liebe Gott hat dir zwei Hände gegeben, um damit Dinge zu halten". Und wie ihr schon sagt, die Regelmechanik läuft immer wieder darauf hinaus, dass THF der überlegene Kampfstil ist. Erhöhter Stärkebonus, verstärkte Power Attack, und vor allem muss man den Kampfstil nicht erst extra mit Feats freischalten, sondern kann diese dazu nutzen, um ihn tatsächlich zu _verbessern_.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 11:16
@Wormy:

Die Lösung hier wäre grundsätzlich betrachtet recht einfach, würde aber an anderen Stellen Fragen auf werfen.
Ich könnte hergehen und ein "Mwangi Stammeskrieger"-Archetyp erstellen und dieses dafür nutzen dem Charakter sowohl mehr Tiefe als auch einen Boost zu verleihen, damit er weiter Fähig ist sein Gewicht zu tragen.

Das greift dann aber eine Kernproblematik an: Der gefühlte Realismus der hinter einigen Werten steckt. Du hattest ja selbst erwähnt, das für dich Unterschiedliche Waffen unterschiedliche Werte brauchen, "fürs Gefühl". Gäbe es da einen Zusammenhang zu einem "magischen Realismus" und Waffen- und Zauberwerte würden nach einer ähnlich realen Skala bewertet, ok. Den gibt es aber nicht.

Würde ich den Mwangi per Archetyp so herrichten, dass sein Dolch 1d6 macht und sein Speer 1d10, weil das diesen Archetyp darstellt, wird "aus Realismus heraus" die Frage aufkommen, warum jemand anderes mit eben den gleichen Waffen nicht die gleichen Werte hat, wobei die selbst Frage parallel nicht bei Zaubern und Class features gestellt wird.

Um ein Beispiel zu geben: Der dagger Master Archetyp sneaked mit d8 bei Dolchen, statt d6, um hier Meisterschaft zu zeigen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 11:20
Es hat einen Einfluss insoweit, als das Spieler, die zur Optimierung neigen, sich natürlich daran orientieren, was auf regelmechanischer Ebene die bessere Wahl ist. Spieler, denen daran gelegen ist, ein bestimmtes Charakterkonzept zu verwirklichen, lassen sich aber nicht beeinflussen. Wenn ich beispielsweise im Mwangibecken einen Stammeskrieger umsetzen wollte, wäre ein Kämpfer mit Spiess und Dolch beispielsweise denkbar und dann ist es mir völlig egal, ob das regelmechanisch gesehen eine suboptimale Wahl ist.

Ist doch ein guter Ansatz um diese Diskussion fortzuführen. Du würdest also zustimmen dass manche Spieler sich davon abschrecken lassen? Anhand der Frage wie wichtig ihnen die Stärke ihres Charakters ist?

Wenn das so ist dann könnte man ja noch eine Frage aufwerfen. Siehst du dies als entweder / oder, also als "entweder ich kümmere mich um meine Charakteroptimierung oder nicht". Oder als fließenden Bereich bei dem sich der eine mehr und der andere weniger darum kümmert, aber kaum jemand die Extreme besetzt und die meisten etwas dazwischen beherzigen?

Das wäre meine Meinung. Nur weil eine Charakteroption mechanisch schlechter ist heißt dies noch nicht das niemand sie wählt. Es heißt nur dass dies sehr viele Spieler betrifft die sich potentiell dafür interessieren würden.

Für die Frage inwieweit es Vielfalt reduziert würde aber schon ein einzelner Spieler ausreichen der sich davon abschrecken lässt. Das ist es was ich oben schrieb. In einem ausbalanciertem System haben die Spieler die Möglichkeit frei das zu wählen was sie spielen wollen - ohne Hindernisse und Einschränkungen, und auch ohne "wenn du das wählst hast du es etwas leichter".

Und da es keine Fähigkeit gibt die ich nicht ausbalancieren kann stellt dies das Optimum an Optionsvielfalt dar. Das natürlich in der Praxis nie erreicht wird, da irgendwann die Publisher nicht mehr genug davon verkaufen, die Spieler genug Optionen haben und die Balance ebenfalls nie perfekt ist - man kann einfach nur nach dem bestmöglichem streben. Ein Teil dieses Strebens nach dem bestmöglichem ist es aber für Balance zu sorgen. Für Gleichberechtigung als deren Folge sich Vielfalt entwickeln kann.

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In 3.X hingegen gibt es überhaupt keine Inzentive, einhändig zu kämpfen. Da ist die Denke mehr "Der liebe Gott hat dir zwei Hände gegeben, um damit Dinge zu halten". Und wie ihr schon sagt, die Regelmechanik läuft immer wieder darauf hinaus, dass THF der überlegene Kampfstil ist. Erhöhter Stärkebonus, verstärkte Power Attack, und vor allem muss man den Kampfstil nicht erst extra mit Feats freischalten, sondern kann diese dazu nutzen, um ihn tatsächlich zu _verbessern_.

Ja - und leider führt dies natürlich auch zu einer gewissen Angleichung der Charaktere.  Wie gesagt - es bedeutet nicht dass nun alle zu 100% gleich herumlaufen. Aber vieles wird halt doch sehr ähnlich gewählt. Das betrifft ja auch nicht nur Kämpfer es gilt generell für viele Klassen.

Und nein - das liegt nicht daran dass niemand sich etwas anderes vorstellen kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 11:34
@Arldwulf:

Hier sind ja "High Concept" und System Mastery sowohl eng verbunden als stark entkoppelt.
"Sozial verträgliches Powergaming" beruht ja darauf, einen Einklang zwischen System Mastery und High Concept zu finden, sprich einen Charakter zu spielen, nicht ein Regelkonstrukt. Das funktioniert im Moment über relative wenige Pfade und nutzt immer die gleichen Mitteln, bringt also nur eine endliche Masse an Builds hier hervor.

"Problematisch" wird es, wenn die für System Mastery genutzten Dinge nicht mehr mit dem High Concept übereinstimmen, entweder, weil das High Concept nicht durch System Mastery bestimmt wird, oder weil die System Mastery Komponenten auf kein High Concept hinzielen sondern nur Selbstzweck sind.

Gerade in der 3,5 fehlte der Bezug zum High Concept ja und kommt so langsam mit PF zum tragen. An der Stelle könnte man der gesuchten Balance weit mehr helfen.

Spieler, die High Concept annehmen, dagegen System Mastery ablehnen, haben ein ganz anderes Problem und sollten nicht d20 spielen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 11:51
Ganz generell denke ich dass es sehr viele verschiedene Spielertypen gibt, und sehr fließende Übergänge. Die meisten befinden sich sicherlich irgendwo zwischen den Extremen, betreiben weder exzessives Powergaming noch ist ihnen die Stärke ihres Charakters egal.

Und sind auch bereit für Kompromisse was die Charaktererstellung angeht. Ist ja nun nicht so als ob da nun einer heulend in der Ecke sitzt weil er sein Charakterkonzept leicht anders als geplant umsetzen sollte um mitzuhalten.

Es ist nur besser wenn dies gar nicht erst nötig wird, erzeugt größere Vielfalt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 12:02
bap-bap-bap-bap. Nochmal zurück. Was soll denn jetzt "High Concept" sein?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 12:06
Würde ich den Mwangi per Archetyp so herrichten, dass sein Dolch 1d6 macht und sein Speer 1d10, weil das diesen Archetyp darstellt, wird "aus Realismus heraus" die Frage aufkommen, warum jemand anderes mit eben den gleichen Waffen nicht die gleichen Werte hat, wobei die selbst Frage parallel nicht bei Zaubern und Class features gestellt wird.

Zum einen würde ich die Frage einfach damit beantworten, dass der Mwangi halt Experte im Umgang mit diesen Waffen hat. Das lässt sich ja über entsprechende Klassenfertigkeiten des Archetypen problemlos machen. Zum anderen stellt sich für mich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, so etwas zu tun, oder ob der Wunsch nach einem solchen Archetypen nicht ein Zeichen dafür ist, dass der Spieler Lust auf ein Spiel unterhalb des normalen Powerniveaus von Pathfinder hat. Persönlich bin ich der Meinung, dass das System eben beides anbieten bzw. zumindest ermöglichen sollte. Und das tut es in meinen Augen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 12:13
bap-bap-bap-bap. Nochmal zurück. Was soll denn jetzt "High Concept" sein?

Ein "High Concept" ist das, was ich letzten Endes wirklich spielen will. Bob Howard, Nekromant. Conan, Barbar. Arthus, Ritter und König der Briten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 12:17
Für die Frage inwieweit es Vielfalt reduziert würde aber schon ein einzelner Spieler ausreichen der sich davon abschrecken lässt. Das ist es was ich oben schrieb. In einem ausbalanciertem System haben die Spieler die Möglichkeit frei das zu wählen was sie spielen wollen - ohne Hindernisse und Einschränkungen, und auch ohne "wenn du das wählst hast du es etwas leichter".

Das gilt aber doch umgekehrt genauso. Wenn in einem balancierten System die Option "Spiess und Dolch" genauso stark ist wie die Option "Langschwert und Schild", dann wird mich das davon abschrecken, sie zu wählen, weil ich das einfach für unpassend halte. Für mich ist das Hindernis also gerade das, was du als Vorteil definierst. Wenn sie aber nicht gleichstark sind, dann muss das automatisch die Konsequenz haben, dass ich in irgendeiner Form in meiner Wahl beschränkt bin, weil sonst eine Imbalance entsteht.

Spielbalance an sich ist also auch eine Art der Einschränkung. Weil naturgegebenermassen eine der beiden im Post an Slayn beschriebenen Optionen nicht gleichberechtigt in dem balancierten System enthalten sein kann (mit gleichberechtigt meine ich hier, dass ich beide Optionen in einer beliebigen Situation äquivalent gegeneinander  austauschen kann, eine der beiden ist dann immer unbalanciert). Und da ist mir eben das System lieber, dass mir beide Optionen unkomentiert nebeneinander stellt und mir die Wahl überlässt, welches ich wann einsetzen will.

Was letztlich das ist, weswegen ich PF den höheren Optionsreichtum unterstelle. Weil ich dort im Prinzip jede Einzeloption auf die unterschiedlichsten Weisen ins Spiel einbauen und sogar gleichberechtigt nebeneinander stellen kann. In einem balancierten System steht das immer unter dem Primat eben dieser Balance, da kann mian nicht so einfach sagen: ist zwar nicht balanciert, ich nehm sie aber trotzdem.

Dass es jetzt prinzipiell in einem unbalancierten System inhaltliche Optionen gibt, die man nicht auf irgendeine Art in einem balancierten System unterbringen kann, glaube ich hingegen nicht. Wie ja auch umgekehrt alles, was in einem balancierten System vorhanden ist, auf irgendeine Weise in das unbalancierte System überführbar ist.


Zitat
Die Sortierung der Stärken von Waffen in D&D 3E/3.5 hat mit Realismus nur sehr wenig zu tun. Dazu gab es auch mal ein schönes Interview in dem die Motivation hierfür explizit dergestalt geäußert wollte das man hiermit einfach nur System Mastery fördern wollte - also das "finden" der besten Waffenkombinationen. Simulation ist dort sehr sekundär.

Hast du dazu zufällig einen Link? Würde mich interessieren. Unabhängig davon ist aber einiges auch einfach aus den älteren Editionen mitgeschleppt worden. und in denen gab es an dieser Stelle sehr wohl einen simulativen Anspruch, der dann eben aus Versehen nach 3E mitgeschleppt wurde.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 12:30
Ah, okay. Mich haben deine Formulierungen verwirrt. Man nutzt nicht Dinge "für" System Mastery, sondern deine persönliche System Mastery sagt dir, welche Dinge du nutzen solltest. Im Prinzip bezeichnet der Begriff eine ausgedehnte Regelkenntnis.

Es gibt gerade in 3.5 meist X Möglichkeiten, ein beliebiges Konzept abzubilden. Meist eine offensichtliche, aber suboptimale (dargestellt durch eine Grundklasse). Und dann diverse zunehmend abgehobene und obskure Möglichkeiten, die man erst erkennen kann, wenn man sich mit dem System mehr oder weniger gut auskennt.

Nebenbei: im GitP-Forum laufen immer wieder mal Userinitiierte Build-Wettbewerbe. Dazu wird ein bestimmtes Thema / Konzept vorgegeben sowie die zur Verfügung stehenden Ressourcen. Seinen Ursprung hatte das im "Iron Chef", in dem es in erster Linie um Theoretische Optimierung geht. Wesentlich origineller ist aber der "Zinc Saucier", dessen Grundidee ist: Baue einen Konzeptcharakter, ohne die naheliegendste/vorgesehen Klasse zu verwenden. Aktuell z.B. "Ranger ohne Rangerlevel". Bedingung ist natürlich, dass der fertige Charakter das, was ein Ranger macht, mindestens genausogut kann.

Fiel mir nur gerade zum Thema "High Concept" ein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 12:33
Zum einen würde ich die Frage einfach damit beantworten, dass der Mwangi halt Experte im Umgang mit diesen Waffen hat. Das lässt sich ja über entsprechende Klassenfertigkeiten des Archetypen problemlos machen. Zum anderen stellt sich für mich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, so etwas zu tun, oder ob der Wunsch nach einem solchen Archetypen nicht ein Zeichen dafür ist, dass der Spieler Lust auf ein Spiel unterhalb des normalen Powerniveaus von Pathfinder hat. Persönlich bin ich der Meinung, dass das System eben beides anbieten bzw. zumindest ermöglichen sollte. Und das tut es in meinen Augen.


Wenn der Spieler diesen Wunsch hegen sollte kann er dies doch auch durch niedrigeres Point Buy. Wozu also die Unterteilung in schwache und starke Optionen? Ist doch viel besser wenn er diesen Wunsch dann mit einer beliebigen Klasse wahrmachen kann.

Das ganze hat etwas von "selber schuld. Wenn der Spieler diese Richtung wählt dann will er es nicht anders".

Threads wie dieser würden nach dieser Logik entstehen weil die Spieler eigentlich gar nicht wussten was sie wollten. Sonst hätten sie ja eine der Klassen gespielt die sich mehr einbringen kann.

@Wormy: Gleichbehandlung schreckt dich also ab? Denn es ist ja nicht mangelnder Realismus, der Spieß und seine Formen waren immer eine sehr erfolgreiche, teilweise deutlich Epochen prägende Waffe. Ähnlich viele andere Waffen. Realismus steht dort sehr weit hinten an und lässt sich eher in AD&D als in 3.5 finden. Aber erschreckend finde ich das weil du ja anderswo Vielfalt und Wahlmöglichkeiten einforderst. Findest du "klar ihr könnt wählen, aber für alle die X wählen gilt...." nicht inkonsequent? Ob etwas passt sollten die Spieler entscheiden. Das ist doch der Charakter einer Wahl, nicht: alle Stimmen für Partei X zählen doppelt, die sind ganz eh die besten, alles andere passt nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 12:40
@Feuersänger:

Betrachte es andersherum:
Es fehlt eine ganz einfache Balance-Anweisung auf dem High-Concept Niveau, die sich dann auf der Regelebene wiederspiegelt.
Etwa: Bist du der einzige Schurke neben 2 Vollmagiern, macht deine Sneak Attack 1d12. Bist du ein Mwangi Stammeskrieger in einer High-Power Gruppe, macht dein Speer 1d20.

Nicht die regeln müssen gebalanced werden, die Konzepte sollten es.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 12:40
Zitat
Die Sortierung der Stärken von Waffen in D&D 3E/3.5 hat mit Realismus nur sehr wenig zu tun. Dazu gab es auch mal ein schönes Interview in dem die Motivation hierfür explizit dergestalt geäußert wollte das man hiermit einfach nur System Mastery fördern wollte - also das "finden" der besten Waffenkombinationen. Simulation ist dort sehr sekundär.

Ich kenne da nur die Äußerung von Monte Cook, dass sie angeblich "Trap Feats" wie Combat Casting etc absichtlich ins Spiel eingebaut hätten, damit ein Spieler sich besonders toll und clever vorkommen kann, wenn er erkennt dass es nichts taugt. Ich hab aber so meine Zweifel, dass das der Wahrheit entspricht.

Was die Waffen angeht, würde mich aber auch interessieren, ob den 3.X-Designern z.B. von Anfang an klar war, dass die Spiked Chain die beste Waffe im Spiel ist. Wenn ja, würde sie wunderbar ins behauptete Muster passen: sieht von den Werten her lahm aus, aber kann viele Dinge die keine andere Waffe kann. Der Noob sieht nur "2d4, x2" und denkt "Meh, da müsst ich ja schön blöd sein, Greatsword ist besser"; der Pro erkennt, dass die zusätzlichen Eigenschaften (allen voran die variable Reichweite _ohne_ Aktionsaufwand) viel wertvoller sind als 1-2 lausige Schadenspunkte und 5% mehr Crit.

Aber wie gesagt, talk's cheap; nachher kann man immer behaupten, dass man das mit Bedacht von Anfang an so gemacht hat.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 12:56
Talk´s Cheap zählt hier glaub ich eher. Die Grundwerte der Waffen entsprechen ja so ziemlich den von vorherigen Editionen überlieferten, die alten Special features finden sich auch wieder. Nur die Crit-Werte nach Einteilung sind neu.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:07
Talk´s Cheap zählt hier glaub ich eher. Die Grundwerte der Waffen entsprechen ja so ziemlich den von vorherigen Editionen überlieferten, die alten Special features finden sich auch wieder. Nur die Crit-Werte nach Einteilung sind neu.

Jein - was weggefallen ist sind die Armor Class Adjustments und Initiativemodifikatoren. Sprich dass halt manche Klasse gegen manche Rüstung effektiver ist und dass sie unterschiedlich schnell genutzt werden können. Auch der erhöhte Schaden für Zweihandwaffen ist neu.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 13:09
Jein - was weggefallen ist sind die Armor Class Adjustments und Initiativemodifikatoren. Auch der erhöhte Schaden für Zweihandwaffen ist neu. Sprich dass halt manche Klasse gegen manche Rüstung effektiver ist und dass sie unterschiedlich schnell genutzt werden können.

*Hustet*

Aber Type haben wir, vs DR.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:11
Klar. Letztlich ist es natürlich auch unwichtig ob sie das alles absichtlich gemacht hatten oder es sich nur unabsichtlich so ergab. Feuersänger hat schon recht, im Nachhinein kann man vieles rechtfertigen.

Die Wirkung bleibt natürlich die gleiche.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:27
Mal ein wenig über die Abschreckungswirkung balancierter Systeme nachgedacht.

Dort ist die Abschreckung wenn ich das richtig sehe die Abschreckung von etwas das vorhanden ist und funktionieren würde - mir aber unpassend erscheint.

Bei der Abschreckung unbalancierter Systeme ist es umgekehrt. Dort möchte ich etwas tun - doch es ist im System entweder nicht vorhanden oder funktioniert nicht so richtig.

Im erstem Fall kann ich sagen: Na dann wähl ich es halt nicht. Wenn mir nicht gefällt dass Option A genausogut funktioniert wie Option B lass ich sie einfach links liegen. Das was mich interessiert ist ja eh etwas anderes.

Im zweitem Fall ist die Reaktion komplizierter. Hier ist das "dann nimm halt etwas anderes" eine direkte Verweigerung des Wunsches des Spielers.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 13:40
@Arldwulf:

Schwierig. Es gibt mehrere ausbalancierte Systeme, die eine Balance wahren und trotzdem ein "High Concept" erlauben.
Wenn man hier 4E heranzieht, hat man eine Reihe an Archetyen, aus denen man den passenden wählt. Das kritisierte Fehlen von Optionen ist hierbei an sich idiotisch, da es so viele Archetypen gibt. Dennoch, ich muss etwas festes wählen.
Es gibt andere Systeme, deren Erschaffungsregeln so straff gezogen sind, dass ich mir mein High Concept nach Wunsch erschaffen kann, dennoch am Ende ein balanced Charakter bei herauskommt.
Der Unterschied ist wieder System Mastery und der gefühlte belohnungseffeckt, wenn er denn gewünscht ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:49

Wenn man hier 4E heranzieht, hat man eine Reihe an Archetyen, aus denen man den passenden wählt.

Ehrlich gesagt würde ich dies bei der 4E für eine problematische Aussage halten, da ich hier ja auch innerhalb eines Archtypens viel größere Unterschiede habe, und die Möglichkeiten zur Differenzierung größer sind. Zwei Kämpferarchetypen in der 4E machen halt tatsächlich etwas anderes, führen unterschiedliche Aktionen aus und haben nicht nur unterschiedliche Boni. Aber das entführt den Thread nur. Mir ging es eher um die Unterschiede in der von Wormy genannten Abschreckung balancierter Systeme und der von mir genannten Abschreckung unbalancierter Systeme. Das eine stört sich daran das jemand anderes etwas wählen könnte das ich unpassend finden könnte. Das ich neben meinem Schwertkämpfer noch einen Speerkämpfer haben könnte.

Das andere ist die Abschreckung dass ich gern einen Speerkämpfer spielen möchte  -  vom System aber davon abgedrängt werde. Wobei dies jeweils wieder nur Beispiele sind. Genausogut hätte ich Magiewirker und Nichtmagiewirker schreiben können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 13:49
Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.

Also z.B. "Es ist völlig egal ob du Langschwert, Streitaxt, Kriegshammer oder Speer auf deinen Charakterbogen schreibst, regeltechnisch ist das immer eine Einhandwaffe und die Werte sind immer die gleichen".
Das langweilt mich. Enorm!
Hingegen das "Alles hat seine kleinen Vor- und Nachteile" samt Aufteilung in Simple und Martial Weapons von 3.X finde ich da insgesamt gar nicht schlecht. Da gibt es ein paar _leicht_ überlegene Auswahlen, aber es ist trotzdem keine Katastrophe, wenn man als Kleriker die traditionelle Heavy Mace nimmt statt den situational etwas effektiveren Morgenstern.
Anders schaut es da bei den Exotic Weapons aus; die meisten sind Traps / Blödsinn, nur die Spiked Chain ist wie schon gesagt der absolute Goldstandard und weit und breit die einzig vernünftige Auswahl. (In einigen Splats gibt es auch noch vereinzelt sinnvolle Alternativen.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 13:50
Wenn der Spieler diesen Wunsch hegen sollte kann er dies doch auch durch niedrigeres Point Buy. Wozu also die Unterteilung in schwache und starke Optionen? Ist doch viel besser wenn er diesen Wunsch dann mit einer beliebigen Klasse wahrmachen kann.

Weil das unterschiedliche Arten sind, das Machtniveau zu senken, die unterschiedliche Auswirkungen haben. Wenn mir Klasse X als solche zu mächtig ist, dann bringt es mir gar nichts, wenn ich sie mit einem niedrigeren Point Buy baue, da die Regelanteile, wegen der ich sie als zu mächtig empfinde, nicht verschwinden und auch nicht unbedingt geschwächt werden. Gilt analog für zu schwache Klassen. Point Buy ist einfach ein ganz anderer Hebel als die Fähigkeiten eines Charakters. Und auch da wieder gilt: Wenn ich nur an einem Hebel ziehe(n darf), geht damit Vielfalt flöten.

Zitat
Das ganze hat etwas von "selber schuld. Wenn der Spieler diese Richtung wählt dann will er es nicht anders".

Fast. Bis auf das "selber schuld". Du tust die ganze Zeit so, als wäre es etwas schlechtes, wenn er eine schwächere Option wählen kann. Ist es aber nicht. Es gibt Spieler, die WOLLEN das.

Ich hab solangsam den Eindruck, dass der grundlegende Gedanke, den du hier immer wieder propagierst, der ist, dass alle Optionen für alle Spieler zu jedem Zeitpunkt gleichwertig sein müssen, weil sie sonst eingeschränkt sind. Auf die Idee, dass kein Spieler das überhaupt will, kommst du anscheinend gar nicht. Was jeder Spieler will, ist, dass er seine Idee genauso umsetzen kann, wie er das haben will. und das ist etwas ganz anderes.

Zitat
Threads wie dieser würden nach dieser Logik entstehen weil die Spieler eigentlich gar nicht wussten was sie wollten. Sonst hätten sie ja eine der Klassen gespielt die sich mehr einbringen kann.

Nein, Threads wie diese entstehen, weil der Sl überschätzt hat, was Kaufabenteuer eigentlich leisten können und gleichzeitig einen Spieler in die Gruppe integriert hat, der über viel mehr Systemkenntnis als die Mitspieler verfügte und das (unabsichtlich) in einem für den Gruppenspass schädlichen Maße eingesetzt hat. Das ist die Gefahr in einem unbalancierten System, die aber durch seine Vorteile mehr als aufgewogen werden.

Zitat
Findest du "klar ihr könnt wählen, aber für alle die X wählen gilt...." nicht inkonsequent? Ob etwas passt sollten die Spieler entscheiden.

Nein finde ich gar nicht. Wenn ich deinen Build als Zwei-Waffen-kämpfer mit Spiess und Dolch nur mit den Grundregeln umsetze, dann gelten eben die Möglichkeiten und Einschränkungen dieser Regeln. Wenn mir das nicht gefällt, gibts Zusatzmaterial. und wenn mir das nicht ausreicht, baue ich es mir eben passend, wie ich es haben will. Und das tolle dabei ist, dass es mich einen feuchten Kehricht kümmert, was das Regelbuch dazu sagt, weil das Regelbuch eben nicht meine Spielrunde leitet (siehe auch meine Sig), und weil das System nicht daran stirbt, wenn meine Umsetzung nicht so ganz toll balanciert ist. Hauptsache ich und meine Gruppe haben Spass. Alles andere ist in diesem Zusammenhang irrelevant.

und genau das ist die Entscheidungsmöglichkeit, die ich haben will und die ich für wichtig halte. Und die mir ein balanciertes System zwangsläufig in dieser Freiheit gar nicht bieten kann (weil es sonst ganz schnell nicht mehr balanciert wäre).

Im erstem Fall kann ich sagen: Na dann wähl ich es halt nicht. Wenn mir nicht gefällt dass Option A genausogut funktioniert wie Option B lass ich sie einfach links liegen. Das was mich interessiert ist ja eh etwas anderes.

Eben nicht. Option A ist eventuell genau das, was mich interessiert, mir passt nur die Umsetzung im System nicht. Links liegen lassen ist also keine Lösung
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 22.08.2013 | 13:54
Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.

Ja, und das ist leider das, was viele unter Balance verstehen. Bei Computerspielen kenne ich das, und die folgende Vereinheitlichung, die einer solchen Vorstellung nachgibt, tut dem Spiel nicht gut - siehe WoW.
"Wähwähwäh, warum habe ich als Zerg keine unsichtbaren Einheiten und der Protoss hat so viele, das ist nicht gebalanced!"
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:59
Eben nicht. Option A ist eventuell genau das, was mich interessiert, mir passt nur die Umsetzung im System nicht. Links liegen lassen ist also keine Lösung

Nur ist die Chance dass jemand Option A gerne stark hätte genauso hoch wie die Chance dass jemand Option A gerne schwach hätte.

Du sagst ich käme nicht darauf dass Spieler dies wollen würden. Ehrlich gesagt finde ich dies völlig nachvollziehbar. Den umgekehrten Fall aber genauso.

Und genau weil ich nicht vorhersehen kann ob Spieler gerne wollen dass Option A mächtiger als Option B ist oder umgekehrt ist es sinnvoll sie gleich mächtig zu machen.

Nimm mal ein anderes Beispiel: Die Geschwindigkeit in der Magier und Kämpfer Macht hinzugewinnen. Ganz offenbar geht dies beim Magier schneller voran. Finden dies Spieler gut? Oder schlecht? Für beides gibt es gute Argumente. Für das gute "Magier sind nunmal rein vom Topos her mächtiger", für die entgegengesetzte Meinung: "Dass Magier mächtig sind liegt in ihrem Topos daran dass sie die alten Typen mit Bart sind, nicht daran dass sie schneller lernen".

Und es werden sich genug Leute finden die eine der beiden Seiten verteidigen wollen. Oder gleich noch eine dritte Meinung haben.

Balance ist immer auch ein Ausgleich. Ja natürlich kann ich der Meinung sein dass Magier schneller stark werden sollen als Kämpfer. Aber ein gutes System, das möglichst viel Freiheit in der Charaktererstellung bieten will sollte einen Ausgleich finden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 14:00
Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.

Ja, da hast du natürlich völlig recht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen dass dies dann nichts mehr mit Balance zu tun hat. Einfach weil dort ja nicht mehr zwei verschiedene Dinge ausgeglichen werden sondern zwei gleiche Dinge. Die man naturgemäß gar nicht ausgleichen muss.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 22.08.2013 | 14:02
Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.

Also z.B. "Es ist völlig egal ob du Langschwert, Streitaxt, Kriegshammer oder Speer auf deinen Charakterbogen schreibst, regeltechnisch ist das immer eine Einhandwaffe und die Werte sind immer die gleichen".
Das langweilt mich. Enorm!
Hingegen das "Alles hat seine kleinen Vor- und Nachteile" samt Aufteilung in Simple und Martial Weapons von 3.X finde ich da insgesamt gar nicht schlecht. Da gibt es ein paar _leicht_ überlegene Auswahlen, aber es ist trotzdem keine Katastrophe, wenn man als Kleriker die traditionelle Heavy Mace nimmt statt den situational etwas effektiveren Morgenstern.
Anders schaut es da bei den Exotic Weapons aus; die meisten sind Traps / Blödsinn, nur die Spiked Chain ist wie schon gesagt der absolute Goldstandard und weit und breit die einzig vernünftige Auswahl. (In einigen Splats gibt es auch noch vereinzelt sinnvolle Alternativen.)

Mal als reine Denkübung gesehen:
Stell dir vor, wir verorten jeder Klasse eine Punktewert. Schurke ist 60 Punkte Wert, Wizard 100.
Dein Ansatz von Balance ist oft: Ok, dann kappen wir beim Wizard 40 Punkte. Im Gegensatz dazu könnte man immer sagen: Ok, dann geben wir dem Schurken 40 Punkte. System Mastery wäre dann, eine 100 Punkte Klasse wie 110 Punkte zu spielen, was legitim ist.

Die Sache ist also dann keine stupide Vereinheitlichung, was du bei Waffen kritisierst, bei Castern aber irgendwo forderst, sondern diese besagten 40 Punkte für den Schurken zu bekommen, etwa eben dadurch im Features zu geben, die Waffenschaden, Sneak und TWF automatisch anhebt, bis er bei 100 Punkten ist. der schlaue Spieler könnte dann, durch System Mastery, noch diese virtuellen 10 Punkte rausholen.

Im Gegensatz dazu müssten APs/Monster auch angepasst werden, einfach indem man sagt: hast du eine 40-60 Punkte Gruppe, sieht der Kampf so und so aus...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 14:16
Und genau weil ich nicht vorhersehen kann ob Spieler gerne wollen dass Option A mächtiger als Option B ist oder umgekehrt ist es sinnvoll sie gleich mächtig zu machen.

Nein. Es ist sinnvoll, mehrere Möglichkeiten (A>B, A=B, A<B) anzubieten oder wenigstens den Spielern die Möglichkeit einzuräumen, sich das selbst zu basteln. Ist natürlich ein mehr an Arbeit, gerade deswegen war und ist aber die OGL so ein genialer Gedanke.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 14:23
Sehe ich durchaus ähnlich, und selbst etwas basteln zu können ist eine Super Sache.

Aber dies ändert eben nichts an der Frage was der Verlag veröffentlchen sollte. Und hier wäre die Version von Option A welche Option B Gleichberechtigt ist am wichtigsten.

Einfach weil es leichter ist etwas aus der Balance zu bringen als diese zu erreichen. Und weil die Spieler dann bewußt die Entscheidung treffen etwas stärker als etwas anderes zu machen - anstatt dies erst später im Spiel festzustellen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 14:28
@Slayn:
In diese Punkte umgerechnet, würde ich die Tiers etwa wie folgt verorten:

T1 = 100+
T2 = 80-90
T3 = 50-60
T4 = 30-40
T5 = <25

(Wie du siehst, wäre das Verhältnis Wizard/Rogue also nicht 100:60, sondern eher 100:35.)

Auf dein Beispiel übertragen, ist das Problem bei diesem Ansatz ganz einfach, dass bereits 80 Punkte reichen, um das Spiel zu sprengen. "Let's make each class equally broken" ist kein guter Designansatz. Wirklich nicht. Es wäre absolut kontraproduktiv, und für den Spielleiter unmöglich zu handhaben, wenn jeder Charakter T1 wäre.
Der Sweet Spot liegt wie gesagt für mich (und viele andere) bei T3, mit den zuvor beschriebenen Kompetenzen und Grenzen. Natürlich mag es auch Leute geben, die niedriger oder höher spielen wollen, das ist halt Geschmackssache. Jedenfalls ist es für meinen bevorzugten Spielstil erstrebenswert, dass die höheren Klassen auf T3 gekappt und die niedrigeren auf T3 aufgebohrt werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 17:06
Einfach weil es leichter ist etwas aus der Balance zu bringen als diese zu erreichen.

Das sehe ich genauso. Führt aber im Design dazu, das man sich entscheiden muss, auf welchem Machtniveau man es ausbalancieren will. Und egal, wie man sich entscheidet, man kriegt in jedem Fall ein Problem mit den Spielern, denen das gewählte Machtniveau nicht behagt. Das ist genau das, was der 4E passiert ist. Die einen haben bemängelt, dass ihnen der Kämpfer plötzlich zu stark geraten ist, die anderen, dass der Magier abgeschwächt wurde. Und beide Gruppen sind lieber bei einem System geblieben, dass balanceteschnisch gesehen die Klassen schlechter umsetzt.
Und meine Vermutung ist, dass das zwangsläufig passiert, wenn man den Balancegedanken zu stark betont, weil das eben die Wahl eines gemeinsamen Machtniveaus bedingt, das stets nur einem Teil der Spieler mundet.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 17:17
Die 4e ist an vielem gescheitert. Aber hier gehört sie nicht wirklich hin.

Dass Balancing von Kämpfer und Magier war dort aber eher etwas das positiv aufgenommen wurde. Oder anders gesagt: ohne dies hätte die Edition noch schlechtere Kritiken erhalten. Und dann sogar berechtigt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 22.08.2013 | 17:38
Und meine Vermutung ist, dass das zwangsläufig passiert, wenn man den Balancegedanken zu stark betont, weil das eben die Wahl eines gemeinsamen Machtniveaus bedingt, das stets nur einem Teil der Spieler mundet.

Ich sehe es in der Tat als einen der Vorteile von D&D2/Pathfinder an, dass man sich durch die Wahl der Klasse auch einen Platz in der Gruppenhierarchie aussuchen kann. 
Das Problem ist nur, dass man diesen Platz dann auch ausfüllen können und wollen sollte. 
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 22.08.2013 | 17:52
Bei uns hatte Gruppenhierachie noch nie was mit der Klasse zu tun. Entweder spielt man nen Anführtertyp oder lässt es bleiben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 22.08.2013 | 17:55
Da hab ich mich etwas unklar ausgedrückt, mir gehts um die Hierarchie/die Rollenverteilung unter den Spielern, nicht unbedingt unter den Charakteren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 18:16
Moment. Soll das jetzt heißen, dass ich durch eine bestimmte Klassenwahl zum Anführer der Spielergruppe werde, gleichzeitig aber mein Charakter nicht unbedingt Anführer der Party sein wird?
Komm ich jetzt nicht mit.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 18:18
Ich sehe es in der Tat als einen der Vorteile von D&D2/Pathfinder an, dass man sich durch die Wahl der Klasse auch einen Platz in der Gruppenhierarchie aussuchen kann.  
Das Problem ist nur, dass man diesen Platz dann auch ausfüllen können und wollen sollte.  

Aber wäre es nicht viel besser wenn ich dies unabhängig von der Klasse wähle?

Indem man diese Entscheidung mit der Klassenwahl verknüpft schränkt man auch die Zahl der Klasssen ein die für ein bestimmtes Niveau zur Verfügung stehen. Der bessere Ansatz ist doch zu sagen: OK, Paul will etwas mächtiger spielen, Max dagegen im Hintergrund bleiben - und dann unabhängig von der Klassenwahl dies mechanisch zu unterstützen.

Sei es durch den Hebel Point buy punkte oder erhöhten Anteil an Erfahrungspunkten. Gerade bei letzterem ist der Unterschied zu schnellerem Anstieg im Powerlevel bei unbalancierten Klassen ja nur noch dass man dies bewußt tut und jeder Mitspieler dies sieht. In einem ausbalancierten System kann ich ja die gleichen Unterschiede im Powerlevel haben. Nur dort eben bewußt weil ich dies will, und meine Gruppe. Nicht vom System vorgegeben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 20:07
Die 4e ist an vielem gescheitert. Aber hier gehört sie nicht wirklich hin.

Die 4E ist genau das System, das den Versuch unternommen hat, Balance ins D&D-Land zu bringen. Klar gehört die hier hin.

Zitat
Dass Balancing von Kämpfer und Magier war dort aber eher etwas das positiv aufgenommen wurde. Oder anders gesagt: ohne dies hätte die Edition noch schlechtere Kritiken erhalten. Und dann sogar berechtigt.

Die Kritik war eh berechtigt,aber das können wir getrost hier rauslassen. Fakt ist: Die 4e ist deutlich besser balanciert als die Vorgängeredition. Und hat nicht nur, aber auch deswegen gut die Hälfte ihrer Spielerschaft verloren. Und das zeigt eben, dass für sehr viele Spieler Balance nicht der zentrale Punkt für ihren Spielspass darstellt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 20:36
Dein Bemühen hier die 4E um jeden Preis in die Diskussion hineinzubringen in allen Ehren, aber hatten wir eigentlich schonmal eine 4E Diskussion in der die Erwiderung "so steht das leider nicht in den Büchern" die falsche Erwiderung gewesen wäre? Selbst hier im Thread bei deinem Einwand bezüglich der Paragon Pfade galt dies doch nun wieder.

Ist doch auch ok. Du spielst sie nicht, du beschäftigst dich nicht damit.

Musst du auch nicht. Das ist nichts schlimmes. Du brauchst keine Ahnung von der 4E zu haben.

Es macht nur Diskussionen darüber sehr nutzlos. Erst Recht wenn die Diskussionen dann über die Motivationen anderer Spieler gehen sollen etwas zu spielen oder dies sein zu lassen.

Wenn du wirklich so überzeugt bist das Spieler Imbalance wollen hab ich ein Experiment für dich. Geh doch mal in eine beliebige Spielrunde und schlage vor das von heute an Spieler 1 mehr Exp erhält als Spieler 2. Also schneller zu einem höherem Powerlevel kommt. Wie viele Prozent der Spieler würdest du schätzen sind von diesem Vorschlag begeistert? Wie viele fänden ihn gut?

Wir hatten hier mal eine tolle Diskussion über Levelunterschiede bei Charaktern innerhalb einer Gruppe. Ich war damals dafür (und find das auch immer noch toll) - aber dies war eine absolute Minderheitenposition. Die meisten Spieler äußerten stattdessen dass dies langweilig sei, nicht funktionieren würde oder dergleichen. Das ist das lustige daran: Offene Imbalance wird weitgehend abgelehnt. Und sobald diese Imbalance ins Spiel kommt ohne das die Spieler sich bewußt dafür entscheiden soll dies ein Mittel sein um Spieler zu einem System zu bringen?

Warum gibt es dann so oft Balancingdiskussionen um die 3E/3.5 und Pathfinder RPG?  Und warum gibt es eigentlich im 4E Forum keine Threads "hey, ich fände es viel besser wenn die Balance schlechter wäre"?

Das ganze ist nicht mehr als eine Strohmanndiskussion. Es wurde weiter ja oben schon gesagt dass auch bei dir der Turm möglichst stabil ist. Und von anderen gesagt dass die Balance nachträglich durch den Spielleiter kommt. Worum geht es also? Nur darum möglichst keine Kritik am System zuzulassen? Was ist denn schlimm daran? Wir sind hier in einem 3.5/Pathfinder RPG Thread, und irgendwie hast du nichts besseres zu tun als zu sagen: Hey, aber die 4E....

Wenn du über die 4E reden willst: Da gibt es ein tolles Unterforum. Wie wärs mal darüber zu reden wie beispielsweise dem Threaderöffner geholfen werden kann wenn er die unterschiedliche Aufstiegsgeschwindigkeit von Magier und Kämpfer anspricht?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: ErikErikson am 22.08.2013 | 20:41

Wenn du wirklich so überzeugt bist das Spieler Imbalance wollen hab ich ein Experiment für dich. Geh doch mal in eine beliebige Spielrunde und schlage vor das von heute an Spieler 1 mehr Exp erhält als Spieler 2. Also schneller zu einem höherem Powerlevel kommt. Wie viele Prozent der Spieler würdest du schätzen sind von diesem Vorschlag begeistert? Wie viele fänden ihn gut?

Die wollen schon Imbalance, aber dergestalt, das der Experte durch Anwendung von Expertenwissen mehr XP bekommt. geh in ne klassische RPG Runde und schlag vor, das die erfahrensten Spieler nie mehr XP haben dürfen als der unerfahrenste Spieler. Da bekämst du was zu hören.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 22.08.2013 | 20:44
Die wollen schon Imbalance, aber dergestalt, das der Experte durch Anwendung von Expertenwissen mehr XP bekommt. geh in ne klassische RPG Runde und schlag vor, das die erfahrensten Spieler nie mehr XP haben dürfen als der unerfahrenste Spieler. Da bekämst du was zu hören.

Klingt ja auch nach einem super Plan. Bloß hat dies eben nichts damit zu tun dass Klasse A stärker als Klasse B ist.

Das Expertenwissen zeigt sich ja darin dass ein Experte mit Klasse A stärker ist als ein Laie, und dies genauso für Klasse B gilt. Dass er mit jeder Klasse gleich gut sein Expertenwissen zeigen kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2013 | 20:45
Die wollen schon Imbalance, aber dergestalt, das der Experte durch Anwendung von Expertenwissen mehr XP bekommt.

Naja, das nu nicht. Da die XP in D&D gleichmäßig verteilt wird, bzw im Falle von unterschiedlichen Leveln die niedrigeren sogar _mehr_ XP bekommen (bis sie aufgeholt haben), kann das gar nicht der Fall sein. Das ist den Powergamern auch völlig wurscht. Denen reicht das Bewusstsein, mal wieder so richtig gerockt zu haben. Dabei wollen sie (meistens) nicht besser sein als die anderen, und sie wollen keine höheren Belohnungen, sie wollen nur das Spiel schlagen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 23.08.2013 | 08:48
Zitat
T1 = 100+
T2 = 80-90
T3 = 50-60
T4 = 30-40
T5 = <25

Hier möchte ich nochmal drauf eingehen, ohne jetzt zu überprüfen, ob diese Punkteeinteilung so stimmig ist (kann und will ich auch gar nicht, ist aber auch irrelevant für meine Aussage).
Dieser Punkteeinteilung würde ich die gleiche Einteilung für Spielertypen gegenübersetzen, also wäre ein T1 Spieler der absolute regelfeste, auf Optimierung erpichte Spielertyp, während T5 eher derjenige ist, der Regeln rudimentär kennt und so "dahin spielt". Was bedeutet, dass ein T1 Spieler mit einer T3 Klasse sehr wahrscheinlich einen T5 Spieler mit T1 Klasse "an die Wand spielt". Oder dasselbe passiert, wenn ich beiden Spielern eine T3 Klasse gebe. Eventuell sogar dieselbe.

Wie könnte ich das vermeiden?
Nun, entweder durch ganz krasse Trennung der Aufgaben a la Shadowrun (Decker vs. Magier) oder (jetzt bin ich wieder bei Optionen) die Auswahl an möglichen Optionen zu beschränken und zwar so stark, dass die Lücke zwischen den Spielertypen und was sie aus ihren Charakteren machen können nicht zu groß wird. Kurz: Den T1 Spieler in seinen Möglichkeiten beschneiden und den T5 Spieler quasi den Charakter so "leicht" machen, dass er selbst mit der Spielweise annähernd am T1 Spieler dranbleibt.

(Das ist natürlich das Extrembeispiel an Spielertypen am Tisch; wird häufig so nicht vorkommen, aber in der Theorie ist es genau so möglich wie T1 Klassen das Spiel sprengen können).

PF/3.5 hat da eben den anderen Weg gewählt. Hau Optionen raus noch und nöcher, Spielleiter und Spieler werden es gemeinsam richten. Man findet sich irgendwo auf gemeinsamen T-Stufen zusammen und selbst wenn Unterschiede da sind, gleichen die Spieler und der Spielleiter es selbst aus.

Un diesen Ansatz halte ich persönlich für wesentlich besser, als eine Gleichmacherei (Balance) von Klassen und Optionen. Denn wenn ich dabei konsequent sein will, muss ich Optionen weglassen, denn Optionen, um so mehr es werden, bevorzugen immer T1/T2 Spielertypen, die damit wesentlich mehr anfangen können als alle anderen...womit ich dann wieder der Gefahr der Unbalance unterliege.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 09:03
Nach dieser Logik ist also ein unbalanciertes System besser um die Gefahr der Unbalance zu vermeiden? ^^

Nochmal...es gibt ja keine Option die man nicht in ein ausbalanciertes System bringen könnte. Im Gegenteil, am wenigsten Balance in 3.5 hat man beispielsweise Core only - also durch reduzieren der Optionen.

In deinem Beispiel ist die Chance dass der T1 Spieler die T1 klasse wählt ja durchaus hoch. Und die daraus entstehenden Unterschiede sind dann für keinen befriedigend, weder für den T1 Spieler der mal wieder das gleiche spielt noch für den T5 Spieler der gar nicht weiß wieso das was auf dem Papier und in seiner Vorstellung nach einem interessanten Charakter klang nicht so recht funktioniert.

Von einem ausbalancierten System würden beide profitieren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 23.08.2013 | 09:22
An der Sache mit den unterschiedlichen Spielerniveaus ist durchaus was dran; ich glaube ich hatte das in diesem Thread auch schonmal aufgebracht. Allerdings sind die T1-Klassen auch nicht alle pflegeleicht.
Der Druid ist _die_ Faceroll-Klasse. Solang man ihm Natural Spell gibt, kann man gar nichts falsch machen. Wie heisst es so schön, "Einen Druiden zu optimieren ist wie TNT an eine Atombombe dranzukleben: es geht, aber wozu?"
Der Kleriker ist auch relativ leicht zu spielen, in dem Sinne als das man nicht krepieren wird weil man ja so robust ist und so viel Heilung hat. Man wird offensiv nicht viel auf die Reihe bringen, aber das macht nichts, solange man seine Party unterstützt.
Der Wizard hingegen ist ein Extremfall. Seine Power steht und fällt mit der Systemkenntnis des Spielers. Man kann ihn zum Gott machen oder total verskillen. Ein verskillter Wizard, mit einem Spieler der sich nicht mit den Zaubern auskennt, bringt nichts und wird vermutlich meist nicht lange überleben.

Wie gesagt, ich habe schonmal einer schwachen Spielerin einen Druidencharakter gegeben, damit sie in der Gruppe beitragen konnte. Hat funktioniert. Hätte ich ihr einen Wizard gegeben, hätte es nicht funktioniert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 23.08.2013 | 09:30
Zitat
Im Gegenteil, am wenigsten Balance in 3.5 hat man beispielsweise Core only - also durch reduzieren der Optionen.
Core only hat durch den Wegfall der ganzen Optionen ein SL die größte Chance, das ganze balanced zu halten. Weil die Übersichtlichkeit natürlich größer ist.

Zitat
In deinem Beispiel ist die Chance dass der T1 Spieler die T1 klasse wählt ja durchaus hoch. Und die daraus entstehenden Unterschiede sind dann für keinen befriedigend, weder für den T1 Spieler der mal wieder das gleiche spielt noch für den T5 Spieler der gar nicht weiß wieso das was auf dem Papier und in seiner Vorstellung nach einem interessanten Charakter klang nicht so recht funktioniert.
Einem T1 Spieler wird allerdings auch immer klar sein, dass er da eine T1 Klasse wählt. Und einem T5 Spieler kannst Du eine T1 Klasse vor die Nase setzen...er wird sie im Extremfall noch schlechter spielen als der T1 Spieler die T5 Klasse, einfach, weil er die Möglichkeiten der T1 Klasse gar nicht überblickt/überblicken will.

Und der T5 Spieler (oder auch gerne mal T3/T4, um von den Extremen wegzukommen) wird mit mehr Optionen immer schlechter darstehen, weil er gar nicht alle richtig bewerten kann/will, wie es T1 und T2 Spieler würden. Lässt man Optionen weg, werden im Laufe der Zeit durch reine Spielerfahrung manche T3/4 Spieler zu T1/2 Spielern...der T1 Spieler kann aber sein Wissen nicht erweitern, also holen die anderen auf.

Zitat
Nach dieser Logik ist also ein unbalanciertes System besser um die Gefahr der Unbalance zu vermeiden? ^^
Ich bevorzuge in diesem Beispiel (PF/D&D 3.5) das unbalancierte System mit den zigtausend Optionen zur Charaktererstellung gegenüber einem System, das auf Teufel komm raus versucht, balanced zu sein, weil es meiner Meinung nach nicht funktioniert oder nur auf Kosten des Wegfalls von Optionen. Dafür muss ich als SL oder Spieler eben selbst ein wenig Arbeit aufbringen.

@ Feuersänger:
Ich habe beides mit Druide/Priester erlebt. Die Druidin hat so gut wie gar nicht die Verwandlungen genutzt und nur eine minimale Auswahl an Zaubern. Dem Kleriker war die Zauberliste zu lang (Auswahl für sich getroffen), außerdem hat er aus Flairgründen (Ilmater/Lathander als Gottheit (?)) bestimmte Zauber gewählt/abgelehnt.

Kein Gamebreaker dabei. Wizard als T1 Klasse wurde in meinen Runden sehr selten gewählt...zu komplex für manche Spieler.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 23.08.2013 | 09:45
Ich bevorzuge in diesem Beispiel (PF/D&D 3.5) das unbalancierte System mit den zigtausend Optionen zur Charaktererstellung gegenüber einem System, das auf Teufel komm raus versucht, balanced zu sein, weil es meiner Meinung nach nicht funktioniert oder nur auf Kosten des Wegfalls von Optionen. Dafür muss ich als SL oder Spieler eben selbst ein wenig Arbeit aufbringen.

+1
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 09:51
Zitat
Dafür muss ich als SL oder Spieler eben selbst ein wenig Arbeit aufbringen.

Ist ja auch OK, hab ich ja auch jahrelang gemacht. Kompromisse funktionieren. Aber du hast ja auch keinen Ring of timestop bei dir herumliegen. Die Zeit die ich früher zum aussortieren benutzte, zum nachbalancen und zum NPC und Monster anzupassen stecke ich jetzt in die Story und die Umgebung.

Und auch in Abwechslungsreichere Charaktere. Mit am Ende mehr Optionen die ich nutzen kann, weil es viel seltener ist dass ein SL Material ablehnt oder dass es nichts taugt oder zu stark ist. Deine Ansicht ist dafür ja ein gutes Beispiel. Wenn der SL sich - weil es ihm sonst zu viel Arbeit macht oder er das Material nicht kennt - auf etwas wie Core only beschränkt ist die Zahl der Optionen eben doch wieder viel kleiner.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 23.08.2013 | 10:01
Ich habe beides mit Druide/Priester erlebt. Die Druidin hat so gut wie gar nicht die Verwandlungen genutzt und nur eine minimale Auswahl an Zaubern. Dem Kleriker war die Zauberliste zu lang (Auswahl für sich getroffen), außerdem hat er aus Flairgründen (Ilmater/Lathander als Gottheit (?)) bestimmte Zauber gewählt/abgelehnt.

Jup. "Unsere" Druidenspielerin hat sich immerhin in jedem Kampf in ein Viech verwandelt und ist in den Nahkampf gegangen. Und war damit effektiver als vorher mit ihrem Greatsword-Fighter, _und_ hatte ihren Spaß dabei. Ihre Zauber hat sie nicht wirklich planvoll eingesetzt, aber das hat nichts gemacht. Hauptsache, sie hatte welche und konnte wie wir anderen ihre Zauberlisten durchsehen, wenn wir vor einem Problem standen. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: rayen am 23.08.2013 | 10:13
Wir haben ein wenig 3.5e und 4e gespielt. Ich war damals vor der Entscheidung Pathfinder oder die 4e zu kaufen und hab mich für zweitere entschieden.

Jetzt sind wir ne recht neue Gruppe, die zwar gerne spielt, aber nicht soviel Erfahrung mitbringt. Wir haben ein Bild von nem Charakter im Kopf, die Ansätze einer Hintergrundgeschichte wollen den dann erstellen und zusammen ein wenig spielen.

Bei der 4e muss nicht lange überlegt werden, man sucht sich die passende Klasse, erstellt den Charakter und startet. Bei 3.5e hieß es immer erstmal Bücher wälzen Optionen suchen weiterentwickeln oder supoptimal sein. Wir hatten da einen Spieler der alle Optionen im Kopf hatte und sich immer überlegene Charaktere baute und damit der Gruppe den Spaß nahm. (ja Anfängerprobleme) Aberam Ende hatte niemand mehr wirklich Lust zu spielen. Erst mit der Balance in 4e war es wieder so einfach, das schnlles Losspielen möglich war und allen Spaß machte.

Und das deswegen, weil es besser zu den Spielertypen passte, als Regelwälzer zu durchforsten.
Balancierte Klassen machen es für Anfänger und Gelegenheitsspieler leichter einzustigen, da sie einfach weniger Fehler in der Charaktererschaffung zulassen.
Auch lässt es den unerfahrenen SL leichter ein Abenteuer erstellen, das seine Gruppe weder über noch unterfordert.

Auf der anderen Seite ist es klar, dass ein System mit optimierungsvielfalt einem Vielspieler mehr anspricht und auch mehr Möglichkeiten bietet individuelle Konzepte zu erstellen. Am Ende muss er sich ja nicht darum kümmern, ob der Charakter zu stark oder zu schwach ist, er muss nur als Charakter funktionieren.
Die Arbeit es für die Gruppe funktionierend zu machen und jeden Char gleich viel oder angemessen viel Spotlight zu geben liegt beim SL.

Es ist also in meinen Augen eher eine Frage nach dem Bevorzugten Spielstil als nach den Regeltechnischen Vorteilen.

Balance macht ein Spiel zwar gleichförmiger weil es egal ist welche Option ich wähle da alle gleich stark sind und kommt damit Spielern endgegen, die wenig Aufwand betreiben wollen. Inbalance sorgt auf der anderen Seite für mehr Möglichkeiten der Individualisierung.

Allerdings und hier mal auf MMOs bezogen wo es den Begriff des Flavor of the month Charakters gibt, verleitet ein System ohne Balance auch dazu die stärkste mögliche Option zu wählen um zu glänzen und optimal zu funktionieren.
Aber auch das ist wieder Spielerabhängig. So macht in meinen Augen nicht das System den Spieler sondern der Spieler spielt das System nach seinen Vorstellungen.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 10:23
Man muss aber eben dazusagen dass der sinnvolle Balancingansatz nicht ist alles gleich zu machen (also Optionen zu reduzieren) sondern Optionen die Möglichkeit zu geben auf verschiedenen Wegen nützlich zu werden. Sprich: Magier und Schurke tun nicht das gleiche, ihre Aktionen bewirken auch nicht das gleiche. Aber beide sind legitime Möglichkeiten um Probleme zu lösen und nur weil ich den einen Weg wähle heißt das noch nicht dass der andere leichter oder schwerer gewesen wäre.

Balancing hat an sich also nichts mit Reduzierung von Optionen zu tun, oder dass man diese mit weniger System Mastery ausspielen kann. In einem ausbalanciertem System gibt es halt nicht nur den einen Berg auf den man klettern kann - sondern viele.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 23.08.2013 | 11:19
Ist ja auch OK, hab ich ja auch jahrelang gemacht. Kompromisse funktionieren. Aber du hast ja auch keinen Ring of timestop bei dir herumliegen. Die Zeit die ich früher zum aussortieren benutzte, zum nachbalancen und zum NPC und Monster anzupassen stecke ich jetzt in die Story und die Umgebung.

Echt, die 1min mehr machts bei Dir aus?

Schurke Stufe 3 in einer Stufe 7 Gruppe hat einfach DC 20 Schlösser zu knacken, während der Kleri DC 25 Sense Motive knacken muss. Ist jetzt nicht soooo schwer, das anzupassen  8] :P
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 11:27
Du weißt ja gar nicht was für dumme Ideen ich in einer Minute haben kann.  ~;D

Nein, mein durchschnittlicher SL Aufwand für die Vorbereitung von 3.5er Runden ging häufig in den Stundenbereich. Das lag natürlich auch daran dass wir recht lange Sessions hatten.

Aber für das was dabei herauskam war es zuviel. Sag ich ganz selbstkritisch, meine 3.5 Abenteuer waren nicht gut genug. Auch die nicht die letztlich gut ankamen. Ich hab viel zu viel Zeit mit NPC basteln, Hausregeln und Regeldiskussionen verbracht.

Ich spiel ja inzwischen sogar wieder Pathfinder ab und an. Aber ich würde wohl nur sehr ungern wieder ein 3.5 Spielleiter werden, weil das was mir am Spielleitersein Spaß macht, das Ausdenken von Spielwelten und Geschichten zu kurz kommt, zu sehr von anderen Themen überlagert wird.

Ich find es völlig ok wenn jemand sagt: Hey, der Spielleiter gleicht das alles aus!

Aber selbst würde ich diese Zeit nicht mehr - zumindest nicht in dieser Menge - für so etwas einsetzen wollen. Lieber für was anderes.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 23.08.2013 | 11:45
Moment. Soll das jetzt heißen, dass ich durch eine bestimmte Klassenwahl zum Anführer der Spielergruppe werde, gleichzeitig aber mein Charakter nicht unbedingt Anführer der Party sein wird?
Komm ich jetzt nicht mit.

Im Prinzip ja, wobei da die Frage nach Henne und Ei ist. In unseren Pathfindergruppen haben die Casual Gamer umd Mitläufer Charaktere mit "einfachen" Klassen aus den weniger guten Tiers. Die Wortführer und Experten, deren Stimme in der Gruppe auch öfter gehört wird/mehr Gewicht hat, wählen effektivere Charaktere.


Aber wäre es nicht viel besser wenn ich dies unabhängig von der Klasse wähle?

Für viele Spieler ja, für manche nein.
  
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 23.08.2013 | 11:56
Nein, mein durchschnittlicher SL Aufwand für die Vorbereitung von 3.5er Runden ging häufig in den Stundenbereich. Das lag natürlich auch daran dass wir recht lange Sessions hatten.

Aber für das was dabei herauskam war es zuviel. Sag ich ganz selbstkritisch, meine 3.5 Abenteuer waren nicht gut genug. Auch die nicht die letztlich gut ankamen. Ich hab viel zu viel Zeit mit NPC basteln, Hausregeln und Regeldiskussionen verbracht.

Ich spiel ja inzwischen sogar wieder Pathfinder ab und an. Aber ich würde wohl nur sehr ungern wieder ein 3.5 Spielleiter werden, weil das was mir am Spielleitersein Spaß macht, das Ausdenken von Spielwelten und Geschichten zu kurz kommt, zu sehr von anderen Themen überlagert wird.

Ich find es völlig ok wenn jemand sagt: Hey, der Spielleiter gleicht das alles aus!

Aber selbst würde ich diese Zeit nicht mehr - zumindest nicht in dieser Menge - für so etwas einsetzen wollen. Lieber für was anderes.

Sehen wir sogar ähnlich. Ich bereite für den Stufenbereich 1-8 circa 1/3 Std regeltechnisch vor und 8-11 circa 1 Std. Alles darüber wird mir derbst zum Graus! Daher ja auch meine Abkehr von D&D.

Jetzt freue ich mich mal wieder auf eine knackige Kurzkampagne (Stufe 1-7, evtl 8) und auch hier werden die SC recht unterschiedlich optimiert sein. Der Barbarenspieler hat schon ein durchschlagendes Konzept im Kopf  >;D

Wenn ich als SL übrigens nur wirklich wenig Regelkrams vorbereiten will, dann spiele ich FATE und Co  ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 23.08.2013 | 12:04
Uh. Noch ein Nachtrag zu meinem vorvorherigen Beitrag. Von wegen "spielerischer Anspruch einer Klasse". Da sollte man sich auch das untere Ende der Skala ansehen.
Es ist ein häufiger Trugschluss, dass man Neulingen am besten eine "einfache" Klasse wie Fighter zuteilen sollte, weil diese leichter zu spielen sei. Oder weil man gleich losspielen will und es deswegen schnell gehen muss. Das gilt _ganz besonders_ für den Fighter; kaum eine zweite Klasse hat man so schnell verskillt wie diese. Und verskillte Charaktere machen keinen Spaß. Gerade wenn man quasi keine Class features hat, nur einen Batzen frei wählbarer Bonusfeats, muss man sich erstmal damit auskennen, bevor man die Werkzeuge effektiv nutzen kann.
(Der 3.5 Fighter hat gar keine Classfeatures; der PF Fighter ein wenig "More of the Same".)

Wenn man Anfängern schon eine "simple" Klasse anempfehlen will, dann sollte das eher etwas sein, wo man nicht mit unnötig vielen Auswahlen belastet wird. Also z.B. Barbar. Da sind die Klassenfeatures vorgegeben und man muss sie nur abhaken.
Aber wie gesagt, man kann ihnen auch nen Druiden oder Kleriker anvertrauen; der wird dann zwar auf Sparflamme gespielt, aber das reicht schon, um zurechtzukommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 12:40
Für viele Spieler ja, für manche nein.

Inwiefern? Nimm mal an das System gibt vor: "Klasse A ist für die Spieler die besonders viel Einfluss auf das Spiel nehmen wollen, Klasse B für die Normalspieler und Klasse C für die die nur wenig Einfluss haben wollen".

In einem ausbalancierten System wäre dies anders, dort heißt es dann einfach: Ihr könnt Klasse A, B oder C wählen und entscheiden ob ihr mit eurem Charakter lieber besonders viel oder wenig oder genausoviel Einfluss wie alle anderen haben wollt.

Den Wunsch danach unterschiedliche Powerlevel, unterschiedlich starke Möglichkeiten der Einflussnahme auszuspielen verstehe ich völlig - find ich toll.

Aber wie genau sollte es möglich sein dass ein Spieler davon profitiert wenn er damit an eine bestimmte Klasse gebunden ist? Schließlich könnte man in Variante 2 immer noch die gleiche Konstellation erstellen wie in Variante 1. Nur bin ich nicht mehr daran gebunden dies mit einem bestimmtem Charakterkonzept zu machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Roland am 23.08.2013 | 12:46
Ich selbst hab bei der Sache ziemliche Vorbehalte, aber einige Spieler entziehen sich gern der Verantwortung fürs Spiel.  Da hilft es, dann auch nur einen mittelmäßigen Charakter zu haben. In Spielen bei denen jeder gleich gut ist (bzw. problemlos sein kann), gibt das viel mehr Probleme, weil die Ausrede des weniger fähigen Charakters fehlt. Außerdem sind dann ja nicht die ernorm guten SC der Mitspieler da, die im Zweifelsfall den Tag retten können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 12:58
Versteh ich völlig. Aber dann wären die Spieler doch viel besser dran zu sagen:

"Ok, ich spiele die stille Kitty die die Abenteurer begleitet und versucht von ihnen zu lernen aber keine Führungsrolle spielt. "
"Super, kannst du machen wähl dir einfach eine Klasse, das kannst du mit jeder Klasse machen"

als zu sagen

"Ok, ich spiele die stille Kitty die die Abenteurer begleitet und versucht von ihnen zu lernen aber keine Führungsrolle spielt."
"Na dann nimm Klasse X, mit Klasse Y klappt das nicht so recht."
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 23.08.2013 | 13:06
Ich selbst hab bei der Sache ziemliche Vorbehalte, aber einige Spieler entziehen sich gern der Verantwortung fürs Spiel.  Da hilft es, dann auch nur einen mittelmäßigen Charakter zu haben.

Und daher soll es sinnvoll sein, dass ein Fighter in allen Belangen einem Druid unterlegen ist? Was ist, wenn jemand, der sich lieber nicht in den Vordergrund drängt, vom Flair her lieber einen Druid spielen würde? Oder wenn jemand einen kompetenten Fighter spielen will, das Spiel diesen Wunsch aber nach Kräften behindert? Ich kann die Logik nicht nachvollziehen, dass mir ein Spiel vorschreibt, welche Klassen so schwach zu sein haben, dass nur Profis sie halbwegs kompetent spielen können, während andere so stark sind, dass Anfänger mit ihnen nichts falsch machen können, auch wenn sie möglicherweise überfordert sind, und Profis das Spiel sprengen können. Und ich HATTE schon mal einen Anfänger, der einen Fighter gespielt hat, weil er am Anfang nicht überfordert werden wollte... später hat er sich dann beklagt, dass er im Kampf langweilig zu spielen und außerhalb des Kampfes völlig nutzlos ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 23.08.2013 | 15:51
Dein Bemühen hier die 4E um jeden Preis in die Diskussion hineinzubringen in allen Ehren, aber hatten wir eigentlich schonmal eine 4E Diskussion in der die Erwiderung "so steht das leider nicht in den Büchern" die falsche Erwiderung gewesen wäre?

Mehrfach, und lustigerweise wurde die Behauptung auch noch dann aufrechterhalten, wenn man das entsprechende Zitat wörtlich nachgeliefert hat. Das ist das Problem mit dir. Ich weiss sowohl, was in den Grundregelbüchern drinsteht als auch das was die Designer dazu gesagt haben (mit letzterem hab ich mich wahrscheinlich sogar intensiver beschäftigt als du). und weil du in der Sache keine Gegenargumente kennst, versuchst du meine Kompetenz anzugreifen. Und ja das hatten wir früher schon.


Zitat
Selbst hier im Thread bei deinem Einwand bezüglich der Paragon Pfade galt dies doch nun wieder.

Nur bei dem Teil des Einwandes, bei dem ich mir nicht sicher war, was ich auch deutlich so gekennzeichnet hatte. Insoweit hab ich deine Korrektur auch nicht weiter hinterfragt. Bezeichnend, wie du meinen Einwand hier wieder verdrehst.

Zitat
Ist doch auch ok. Du spielst sie nicht, du beschäftigst dich nicht damit.

Habe ich lang genug. Womöglich sogar intensiver, als du dich je mit Pathfinder beschäftigt hast. Dass ich das inzwischen nicht mehr tue, macht mein Wissen nicht obsolet, die Grundregelwerke sind nämlich immer noch dieselben.

Zitat
Du brauchst keine Ahnung von der 4E zu haben.

Hab ich aber. Genug, um fundierte Aussagen zu machen. Die dich dazu zwingen, meine Kompetenz schlechtzumachen zu versuchen.


Zitat
Wenn du wirklich so überzeugt bist das Spieler Imbalance wollen

Du hörst überhaupt nicht zu, oder? Es geht nicht um die Imbalance, sondern um die damit verbundenen Möglichkeiten, die man in einem balancierten System so eben nicht haben kann. Da spielt das mit rein, was ErikErikson gesagt hat, da spielt das mit rein was Feuersänger gesagt hat, und da spielen noch zig andere Motivationen mit rein, die den entsprechenden Spielern viel, viel wichtiger sind als die Spielbalance als Prinzip. ich hab keine Ahnung, ob du das einfach nicht zugeben willst oder ob du da ein Wahrnehmungsproblem hast, weil du von dir auf andere schliesst. Dass ich an dieser Stelle keinen Blödsinn rede, beweist der Erfolg von Pathfinder. Dessen Fans geben nämlich durch die Bank weg zu, dass die 4E besser balanciert ist als die 3.5 oder PF. Und ziehen 3.5/PF trotzdem vor. Lässt sich nur damit erklären, dass die beiden Systeme irgendetwas haben, was die 4E eben nicht bietet. Die Mär, dass das an der üblen Nachrede der 4E-Hater hängt, ist jedenfalls Schwachsinn, die Leute sind auch bei uns nicht besonders beliebt, weil wir ständig mit denen in einen Topf gesteckt werden. Halt das, was du hier ja auch gerade abziehst.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 23.08.2013 | 17:10
*Sfz* Lass es gut sein. Tut mir leid wenn du dich angegriffen gefühlt hast - eigentlich hätte ich es einfach bei "4E gehört ins 4E Forum" belassen sollen.

Das ganze bringt nichts.

Darum auch mal zu einem anderem Thema (zumindest als Versuch). Es wird ja im Ausgangsposting noch etwas anderes angesprochen, die Balance zwischen Monstern und Spielercharakteren. Insbesondere dass die Monster oft nur 1-2 Runden durchhalten.

Das hängt wie oben schon gesagt natürlich mit der Wahl des Abenteuerpfads zusammen, mit der Anzahl Spielercharaktere und dem Point Buy.

Aber dennoch ist es ja durchaus ein häufiger zu sehendes Verhalten das ich auch schon öfters hatte, auf höheren Stufen werden die Kämpfe kürzer, auch dann wenn man sich an die Vorgaben hält. Ich weiß nicht einmal ob ich das so schlecht finden soll...aber Anpassungen der Monster durch den SL sind ja durchaus etwas häufiges und auch dafür geht natürlich Zeit drauf. Wenn ich mir ein CR 9 Monster wie der Frostriesen anschaue weiß ich auch wirklich nicht ob er ein sinnvoller Gegner für eine Gruppe Abenteurer auf dieser oder leicht darunterliegender Stufe ist.

Wie würdet ihr das Challenge Rating System in Pathfinder bewerten?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 23.08.2013 | 18:19
Wie würdet ihr das Challenge Rating System in Pathfinder bewerten?

Funktioniert meistens ganz ordentlich mit der oben genannten Standardgruppe, ist aber wie in 3.5 von sehr vielen Faktoren abhängig, so dass in der Praxis durchaus Anpassungsbedarf entstehen kann, speziell bei Gruppen, die aus mehr als 4 Mitgliedern bestehen und/oder mit höherem PB gebastelt wurden. Dazu spielt auch hier wieder die Systemkenntnis einen Faktor. Kennt man die Schwächen eines Monsters und geht entsprechend planend an die Sache heran, wird ein Kampf natürlich leichter als wenn man unvorbereitet von demselben Monster überrascht wird.

Ich hab den Frostriesen jetzt mal auf die Schnelle mit der Stufe 9-Beispielsgruppe aus dem Council of Thieves-AP verglichen und sehe das eigentlich schon als ganz passend an. Mit seinem recht ordentlichen Angriffsbonus und seinem Durchschnittsschaden von 23 kann er speziell für Charaktere mit weniger Trefferpunkten durchaus zur Gefahr werden (Seoni aus der obigen Gruppe hat AC 18 und 50 TP, die haut er mit etwas Glück in einer Runde aus den Pantoffeln) und dank der hohen Eigen-TP hält er auch ein wenig aus.

Aber klar kann der Kampf auch ein jähes Ende nehmen (insbesondere wenn Seoni ihren Zauber "charm monster" gegen den verheerend miesen Willensrettungswurf des Frostriesen einsetzt).

Jetzt stehen die Beispielscharaktere natürlich nicht im Ruf besonders optimiert zu sein. Gegen entsprechend aufgepimpte Gruppen sieht der Frostriese natürlich zusehends älter aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: sangeet am 26.08.2013 | 09:57
Wir hatten am WE unsere erste Pathfinder Session, 5 sehr erfahren DnD Spieler. Wir hatten die letzen 2,5 Jahre die 4e gespielt, fanden die etwas zu statisch, und sind deswegen auf Pathfinder gegangen.

Ich habe leider einen Riesen Unterschied bemerken müssen: Jeder hatte das Regelbuch vor sich liegen, dazu noch mehrere Apps auf Tablets für Spellbooks /Animal Companions /Summoned Creatures. Dazu gab es noch mehrere unterschiedliche Rettungswürfe + unterschiedliche Trefferwürfe für Zauber (Touch & Normal)

Das ist schon erheblich komplizierter wie die 4e, wo man mit seinen Spielkarten alles im Blick hatte. Ich weiss ehrlich gesagt nicht ob sich das Bessern wird, da ja immer mehr Optionen mit ins Spiel kommen, und wir auch einen Summoner im Spiel haben, der von unserem Power Gamer gespielt wird. Auf Level 1 kann der schon 9 Summons nacheinander am Start haben, das ist verdammt viel, ich finde unterschiedliche Powerlevel bedeutet schon irgendwie auch unterschiedlich viel Spass, vor allem wenn die Mechaniken so wichtig werden, und DnD nun mal Kampf orientiert ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 26.08.2013 | 09:59
Mir erscheinen CR und EXP immer etwas wahllos, letztendlich auch, weil man immer mit großen, feingliedrigen Zahlen hantiert. Ok, sicher, bestimmte Dinge haben XP-Kosten, nur macht es das nicht unbedingt besser.

@sangeet:
Kleiner Tipp am Rande: Geh auf die PF SRD und Copy-Paste dir alles raus, was für einen Char benötigt wird und klatsche das auf ein Blatt, nebst Kopie für den SL. Es geht.

9 Summons sind kein Ding, überhaupt keines. Im Gegensatz zur 4E (Encounter, Daily) gelten die nur bis zur Rast. Auf Stufe 1 sind andere Dinge weitaus krasser, etwas ein Barbar mit einer 2H-Axt.

[Nachtrag]
Bevor ich das vergesse: Balance läuft hier ein wenig anders, genau so wie Herausforderung.
Ich ziehe mir jetzt mal spontan eine Formel aus dem Popo: (Anzahl der Spieler +1) *2 "Normale Herausforderungen" für einen Stufenaufstieg. (Anzahl der Spieler +1) Herausforderungen bis zu einer Rast. Also 2* alle ressourcen verbraten bis zu einem Stufenaufstieg.
So läuft die Balance hier. Wenn du zu wenig Druck machst, also mehr als 1* Rast pro Aufstieg, sollten sie weniger EXP bekommen, etc. Daher, im Idealfall, EXP nicht ansagen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 26.08.2013 | 10:09
@ Sangeet:
Seid ihr jetzt insgesamt 5 Leute (4 Spieler, 1 SL) oder 6? 5 Spieler sind von sich aus nicht einfach zu handlen, mein "Sweet Spot" waren tatsächlich 4 Spieler.

Zitat
Ich weiss ehrlich gesagt nicht ob sich das Bessern wird, da ja immer mehr Optionen mit ins Spiel kommen, und wir auch einen Summoner im Spiel haben, der von unserem Power Gamer gespielt wird.
Hier kannst Du doch theoretisch eingreifen. Optionen beschränken...oder meinst Du die normale Progression über den Stufenanstieg?

Ansonsten sind hier, (für mich) 3 grundsätzliche "Probleme" im Spiel:

1. Relativ frisch in PF. Als SL war meine goldene Regel: "Kenn die Regeln besser als die Spieler."--> Zeitaufwändig
2. Power Gamer. Will ich nicht verdammen oder sonst irgendwie schlecht machen, aber dies kann zu heterogenen Gruppen führen bzw. auch mit 1. kollidieren.
3. Summoning. Eine Pest am Spieltisch, einfach aufgrund des Verwaltungsaufwandes von zusätzlichen "Viechern".

Lasst den Powergamer leiten. :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: sangeet am 26.08.2013 | 11:15
5 Spieler +1 SL, ich selber Spiele einen Druiden, ich denke der Powergamer will garnicht Leiten, der will Powergamen :P , ich weiss auch nicht ob ich gegen einen Powergamer Spielen wollen würde, da wäre ich vermutlich raus.

Gibt Leute die blühen nur im Kampf aus, und spielen nebenher auf ihrem Tablet irgendwelche Strategie Games.... , Wartezeiten sind auch doof. (ich spreche nicht von mir.)

Mit Progression, habe ich die Stufen Progression gemeint, ich werde mir einen eigenen Character Bogen für die Summons / Pet machen, das geht bestimmt ein kleines bisschen effizienter, trotzdem ist das viel viel aufwendiger als 4e.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 26.08.2013 | 11:25
5 Spieler +1 SL, ich selber Spiele einen Druiden, ich denke der Powergamer will garnicht Leiten, der will Powergamen :P , ich weiss auch nicht ob ich gegen einen Powergamer Spielen wollen würde, da wäre ich vermutlich raus.

Gibt Leute die blühen nur im Kampf aus, und spielen nebenher auf ihrem Tablet irgendwelche Strategie Games.... , Wartezeiten sind auch doof. (ich spreche nicht von mir.)

Mit Progression, habe ich die Stufen Progression gemeint, ich werde mir einen eigenen Character Bogen für die Summons / Pet machen, das geht bestimmt ein kleines bisschen effizienter, trotzdem ist das viel viel aufwendiger als 4e.

Sangeet, hier ist eine gänzlich andere Denkweise gefragt als ich der 4E. In PF/3,5 hat man endliche und unendliche Ressourcen und die müssen bis zum Stufenaufstieg reichen, das ist die Herausforderung hier. Keine Milestones, keine nächtliche Erneuerung.
Balance muss man hier nur im Sinne vom Stufenaufstieg sehen und in den Handlungen, die bis dahin erfolgen. Eine Gruppe, die alle 2 Kämpfe rasten muss, bekommt einfach keine EXP und Punkt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 26.08.2013 | 11:41
Gibt Leute die blühen nur im Kampf aus, und spielen nebenher auf ihrem Tablet irgendwelche Strategie Games.... , Wartezeiten sind auch doof. (ich spreche nicht von mir.)

geth ja mal gar nicht... und 5 minuten später fragen sie dann: "Was ist denn passiert? ... "
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 27.08.2013 | 00:08
Eben in einem älteren Thread auf GitP gelesen -- vom Urheber des Tier Systems höchstselbst. Ich fand es so lustig, dass ich es mit euch teilen möchte:

[es ging zunächst um den 3E-Playtest, wo der Wizard als Blaster gespielt wurde, der Cleric als Heilbot, und der Druide für 1d6 mit seinem Krummsäbel zugehauen hat statt Wildshape zu benutzen.]

Every class was considered balanced by the initial play testers, because they didn't know what they were doing.
...
Of course, the Wizard class still had more power than the Fighter class, so his Tier ranking was the same. But that power was being used to, well, suck. And Tier 1s are good at everything. Even sucking if they want. Frankly, a Wizard can suck even more than a Fighter could ever dream of sucking. A Fighter can stab himself to death, but only a Wizard could Plane Shift to some horrible far realm to be tortured for an eternity of insanity.

 :D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 27.08.2013 | 08:53
 ;D >;D ~;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 30.08.2013 | 08:17
Wie der Threadtitel schon vorgibt, soll es ja auch mal um Lob gehen.
Entsprechend der durch den Titel vorgegebenen Reihenfolge (erst Kritik, dann Lob) möchte ich mich den positiven Seiten zuwenden.

Als SL leite ich Pathfinder bis Stufe 12 wirklich gern.
Allerdings mit einigen Einschränkungen. Diese werde ich meinen Spielern demnächst vorstellen. Kill teleport! Erster Schritt zu etwas bodenständiger Fantasy.
Ach ja, ich wollte loben  >;D

Die Regelwerke sind übersichtlich, logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Artwork und Layout wissen zu gefallen. Es bedient mehrere Spielstile. und für mich ist aber der grundlegende Mechanismus (W20 vs Schwierigkeit) so dermaßen festgebrannt, dass ich mich wahrscheinlich niemals komplett von ihm trennen könnte. Pathfinder hat mich nun also unter neuen Bedingungen wieder. Das ist das erste Mal, dass ich mit einer Ex schwach werde *lach*

Das teilweise großartige Abenteuerdesign trägt dazu bei. Ich verwende sie 1:1 oder als Steinbrüche, spiele drei Abenteuer als offene Handlungsfäden nebeneinander... das klappt nur, weil die Welt aus einem Guss ist. Und das Regelwerk überall wiederzufinden ist.

Und dank diverser Splatbooks muss ich jetzt auch nichtmehr stundenlang NSC, Monster und Co ausarbeiten (NPC Codex, 3 Monsterhandbücher, viele Chroniken zu Monstertypen). Danke dafür!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 30.08.2013 | 09:30
Gut, dann mal Lob:

(Disclaimer: Ich habe gar keine High-Level Probleme)

Ich finde die Idee mit den Archetypen spitze und gut umgesetzt, eine Verbesserung zu den alten Prestigeklassen. Ebenso finde ich die Produktpolitik, was Crunch angeht, hervorragend. Es kommt genug Material, es ist aber keine Schwemme. Das die APs Hit or Miss sind, ist klar und vom persönlichen Geschmack abhängig, meistens sind sie dennoch gut.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 31.08.2013 | 09:00
Ich bevorzuge in diesem Beispiel (PF/D&D 3.5) das unbalancierte System mit den zigtausend Optionen zur Charaktererstellung gegenüber einem System, das auf Teufel komm raus versucht, balanced zu sein, weil es meiner Meinung nach nicht funktioniert oder nur auf Kosten des Wegfalls von Optionen. Dafür muss ich als SL oder Spieler eben selbst ein wenig Arbeit aufbringen.

In dieser Diskussion werden offensichtlich oft die beiden Extreme 4e für Balance und PF für Optionen gegenübergestellt. Aber wieso steht 4e mit seinem komplett unterschiedlichen System für Balance, wenn Leute wie z.B. Feuersänger doch eher dafür plädieren, die PF-Klassen auf T3 zu bringen und so Balance in PF zu schaffen? Welche Optionen würden bitteschön wegfallen, wenn, sagen wir mal nur als Beispiel, die T1-Klassen einige Spruchlevels verlieren, aber trotzdem noch Dutzende Sprüche am Tag haben, und die niedrigen T-Levels mit besseren Klassenfertigkeiten aufgewertet werden? Es gäbe immer noch Feats, es gäbe immer noch Archetypen, es gäbe immer noch unendlich lange Listen für Caster... ich weiß nicht, welche Optionen da verloren gehen würden, wenn man sich die Arbeit antun würde, alle Klassen zu T3en (wobei ich zugeben, dass es MIR viel zu viel Arbeit wäre, in PF über Klassen, Zauber und Feats mit der Balanceschere drüberzufahren). Balance ist nicht gleich automatisch das 4e-System.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 31.08.2013 | 09:16
Welche Optionen würden bitteschön wegfallen, wenn, sagen wir mal nur als Beispiel, die T1-Klassen einige Spruchlevels verlieren,

Na genau die Optionen der Spruchlevels natürlich...  :q Ich hab noch extra Level eingeführt - weniger würde ich definitiv nicht spielen wollen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 31.08.2013 | 09:24
@Vigilluminatus:

"Balance" kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise entstehen. Leute wie Feuersänger möchten "Balance" auf dem rein mechanischen, also System-Niveau fest integriert haben und verorten sie dann auch dort, deswegen der dauernde Vergleich zur 4E. Ist zwar ein valider Punkt, nur bei weitem nicht der einzige Ansatzpunkt für "Balance", was hallt in solchen Diskussionen gerne untergeht. Mir persönlich ist z.B. die mechanische "Balance" überhaupt nicht wichtig, weil ich die "Balance" am Spieltisch auch so hinbekomme, daher kann ich Optionen mehr schätzen und unterbringen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 31.08.2013 | 16:31
Ich hab noch extra Level eingeführt

Wie denn das? Hast du Level-10-Sprüche eingeführt?

Und ich stimme durchaus mit Feuersänger überein, dass ich gern auf mechanischer Ebene Balance habe, ich mein halt nur, dass das in 4e völlig anders gelöst wurde (ziemlich gleichartige Powers für alle), als wie er das glaub ich gern in PF hätte (schwächeres Vancian für T1+2, bessere Klassenfähigkeiten für T4+5). Da wären die Klassen durchaus noch unterschiedlicher als in 4e, denk ich, ich würd mir nur die Arbeit nicht antun, das bei PF herstellen zu wollen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 31.08.2013 | 17:19
Wie denn das? Hast du Level-10-Sprüche eingeführt?


Yup, wir haben 13 Spruchlevels.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 31.08.2013 | 17:31
Und ich stimme durchaus mit Feuersänger überein, dass ich gern auf mechanischer Ebene Balance habe, ich mein halt nur, dass das in 4e völlig anders gelöst wurde (ziemlich gleichartige Powers für alle), als wie er das glaub ich gern in PF hätte (schwächeres Vancian für T1+2, bessere Klassenfähigkeiten für T4+5). Da wären die Klassen durchaus noch unterschiedlicher als in 4e, denk ich, ich würd mir nur die Arbeit nicht antun, das bei PF herstellen zu wollen.
Vorallem ist es mMn mit dem Überarbeiten der Klassen nicht getan, man müsste sich vermutlich auch mit Feats, Zaubern beschäftigen und ein paar Macken einfach mal auf der Grundlegenden Ebene fixen (sowas wie die Bewegung+Vollerangriff-Problematik), statt die immer nur über irgendwelche Builds zu fixen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 31.08.2013 | 22:02
Yup, wir haben 13 Spruchlevels.

Poh, wenn man bedenkt wie leicht sich Spiele schon mit deutlich niedrigeren Spruchgraden sprengen lassen -- erst recht wenn Grad 9 verfügbar ist -- kann ich mir echt nicht vorstellen, wie bei weiterer Hochskalierung die Grade 10+ noch irgendwas vom Spiel übrig lassen können.

ein paar Macken einfach mal auf der Grundlegenden Ebene fixen (sowas wie die Bewegung+Vollerangriff-Problematik), statt die immer nur über irgendwelche Builds zu fixen.

Wobei ich da sagen muss, dass ich die Bewegungs/Angriffs-Regelung standardmäßig gar nicht viel anders haben will. Wer sich bewegen und Full Attack schlagen will, muss sich halt was einfallen lassen. Das ist mir allemal lieber, als wenn _alle_ Kreaturen das automatisch können. Gerade höherstufige Monster machen absurd viel Schaden mit einer Full Attack - da ist es also der taktische Anspruch, diesen Biestern niemals einen Vollangriff zu gewähren. Wenn die sich jetzt automatisch und jeder einzelne bewegen und voll zuhauen können, dann bleibt aber bei den SCs kein Auge trocken. Und es gibt nichts, was man dagegen machen könnte -- außer vllt sie magisch zu behindern, womit wir wieder beim Anfang wären.

Allerdings ist diese Verlagerung des Spiels hin zum Beherrschen der Action Economy auch eher eine Entwicklung des späten 3.5; PF hat da afaik wieder ein Stück zurückgespult und lässt da gar nicht so viele Späße zu. Was natürlich umgekehrt bedeutet, dass da die Mundanen wieder unter dem Move/Attack Dilemma leiden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 31.08.2013 | 22:11
Poh, wenn man bedenkt wie leicht sich Spiele schon mit deutlich niedrigeren Spruchgraden sprengen lassen -- erst recht wenn Grad 9 verfügbar ist -- kann ich mir echt nicht vorstellen, wie bei weiterer Hochskalierung die Grade 10+ noch irgendwas vom Spiel übrig lassen können.

Wobei wir jetzt streng genommen nicht mit Sicherheit wissen, ob die Sprüche 10-13 tatsächlich mächtiger sind als existierende Level-9-Sprüche oder ob das derzeit existierende Level-9-System auf 13 ausgeweitet wurde (was grundsätzlich nicht schlecht wäre, schließlich gibt's auf den Leveln mehr oder weniger mächtige Sprüche).

Falls Ersteres, würd ich das für Overkill halten - ob man Caster nun für overpowered oder gerade mächtig genug hält, noch vier Spruchlevel, die "mächtiger" sind als Time Stop, brauchen sie meiner Ansicht nach auf keinen Fall.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 31.08.2013 | 23:14
Wobei wir jetzt streng genommen nicht mit Sicherheit wissen, ob die Sprüche 10-13 tatsächlich mächtiger sind als existierende Level-9-Sprüche oder ob das derzeit existierende Level-9-System auf 13 ausgeweitet wurde (was grundsätzlich nicht schlecht wäre, schließlich gibt's auf den Leveln mehr oder weniger mächtige Sprüche).

Falls Ersteres, würd ich das für Overkill halten - ob man Caster nun für overpowered oder gerade mächtig genug hält, noch vier Spruchlevel, die "mächtiger" sind als Time Stop, brauchen sie meiner Ansicht nach auf keinen Fall.

Hatten wir schon, nannte sich Netheril und war recht konsequent in der Steigerung, also Dinge wie "Fliegende Stadt erschaffen". Das spätere Epic Level Handbook mit seinem Spruchsystem dagegen glich Macht mit zeit der Rituale aus, da war zwar einiges drin, dauerte aber und war umständlich- Mich persönlich hat Epic nie angesprochen.
Der andere Punkt ist aber das ständig erwähnte "aushebeln" und ganz ehrlich, wer keine Abenteuer schreiben kann, die nicht ausgehebelt werden, der sollte die Stufen einfach nicht bespielen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 31.08.2013 | 23:46
Zitat
Wer sich bewegen und Full Attack schlagen will, muss sich halt was einfallen lassen. Das ist mir allemal lieber, als wenn _alle_ Kreaturen das automatisch können.
Aber das sich jeder einfach eine Stufe Lion Totem Barbar oder Kleriker+Travel Devotion nimmt unabhängig davon ob es jetzt zum Char passt oder nicht kann mMn auch nicht Sinn der Sache sein.

Und man könnte die Problematik ja auch anders rum fixen, dann darf das Monster an das man ich ran bewegt halt auch keinen Vollen Angriff mehr gegen einen starten, weil man ja die halbe Runde gar nicht da stand.





Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 1.09.2013 | 06:49
In dieser Diskussion werden offensichtlich oft die beiden Extreme 4e für Balance und PF für Optionen gegenübergestellt. Aber wieso steht 4e mit seinem komplett unterschiedlichen System für Balance, wenn Leute wie z.B. Feuersänger doch eher dafür plädieren, die PF-Klassen auf T3 zu bringen und so Balance in PF zu schaffen? Welche Optionen würden bitteschön wegfallen, wenn, sagen wir mal nur als Beispiel, die T1-Klassen einige Spruchlevels verlieren, aber trotzdem noch Dutzende Sprüche am Tag haben, und die niedrigen T-Levels mit besseren Klassenfertigkeiten aufgewertet werden? Es gäbe immer noch Feats, es gäbe immer noch Archetypen, es gäbe immer noch unendlich lange Listen für Caster... ich weiß nicht, welche Optionen da verloren gehen würden, wenn man sich die Arbeit antun würde, alle Klassen zu T3en (wobei ich zugeben, dass es MIR viel zu viel Arbeit wäre, in PF über Klassen, Zauber und Feats mit der Balanceschere drüberzufahren). Balance ist nicht gleich automatisch das 4e-System.

Das ganze ist so oder so ein Trugschluß, es müssen gar keine Optionen wegfallen, sondern nur die vorhandenen balanced werden und für Klassen die wenig Optionen bisher haben kämen neue Optionen hinzu. Und zwar dann halt gleich eine ganze Menge neue Optionen.

Und auch wenns mich nervt die 4e hier zu sehen: das ist ja letztlich was die 4e macht. Es gibt wenig aus 3.5 was man nicht auch als Option dort wiederfindet. Und wenn ich dort eine Gruppe mit 5 Charakteren hab macht halt keiner von ihnen das gleiche, jeder hat eigene, spezielle Aktionen. Auch dann wenn z.B. Sorcerer und Wizard in einer Gruppe sind oder 2 Nahkämpfer. Balance hat mit "auf Optionen verzichten" halt nichts zu tun. Im Gegenteil, erst wenn ich imbalance habe kommt der SL auf die Idee etwas machen zu müssen, und verwehrt mir eventuell Optionen. Oder ich wurde gerne etwas spielen aber weiß es funktioniert mehr schlecht als recht.

In einem ausbalancierten System hat man mehr Optionen, nicht weniger. Das wird nur bei 3.5 durch die Masse an Material ausgeglichen. Auch wenn dies natürlich am Ende eh nicht komplett im Spiel auftaucht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Rhylthar am 1.09.2013 | 12:13
Zitat
In einem ausbalancierten System hat man mehr Optionen, nicht weniger. Das wird nur bei 3.5 durch die Masse an Material ausgeglichen. Auch wenn dies natürlich am Ende eh nicht komplett im Spiel auftaucht.
Sehe ich immer noch komplett anders, aber sich selbst zitieren ist halt schlechter Stil.  ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 1.09.2013 | 12:20
Mich persönlich hat Epic nie angesprochen.

Ja, mit Epic konnte mich nur in NWN arrangieren. Grundsätzlich finde ich es dämlich, weil es 1. das Grundkonzept des 3.X-Multiclassing aushebelt - "Wenn du eine Sache haben willst, musst du andere Sachen dafür aufgeben"; mit Epic kann man sich einfach alles holen. Darum mögen auch Optimierer die Epicsachen nicht -- da fehlt die Herausforderung. Und 2. weil die Machtbalance dort endgültig zum Teufel geht; der Zauberer kann die vorgenannten fliegenden Städte erschaffen oder neue Kontinente sich aus dem Ozean erheben lassen, und der Kämpfer bekommt nochmal +1 auf To Hit. :6

Wollte dann noch was zu Arldwulf sagen aber hab vergessen was es war.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 1.09.2013 | 12:24
Ich finde die Begriffe "Balance" und "Optionen", wie sie in der Diskussion hier geführt werden, beide ziemlich schwammig.
Je nachdem, was man unter Optionsvielfalt versteht, hat je nach Umfeld die 4E mehr (im Encounter selber, zum Beispiel) oder die 3.x-Abkömmlinge. Was die Charakterbaumöglichkeiten angeht, bin ich mir unsicher, da die 4E einen mittlerweile auch mit Feats regelrecht zuscheißt - pardon me - und man alle paar Stufen immer wieder neue Powers auswählen muss, was rechnerisch, glaube ich, mehr Optionen aufschließt als eine durch Vorbedingungen stark beschränkte Wahl von Prestigeklassen.  

Weder "Balance" noch "Optionen" an sich machen für mich ein tolles Rollenspiel aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 1.09.2013 | 19:10
ich weiß nicht, welche Optionen da verloren gehen würden, wenn man sich die Arbeit antun würde, alle Klassen zu T3en (wobei ich zugeben, dass es MIR viel zu viel Arbeit wäre, in PF über Klassen, Zauber und Feats mit der Balanceschere drüberzufahren). Balance ist nicht gleich automatisch das 4e-System.

Ganz einfach: Die Optionen, einen T1- (oder einen T5-) Charakter oder gar eine komplette solche Gruppe zu spielen. Und das kann nicht einfach dadruch korrigiert werden, dass man eben einen Charakter mit höherer (oder niedrigerer) Stufe spielt.

Das wird gerne bei der Diskussion um die Tiers vergessen, dass es dabei nämlich nicht nur um mechanische Balance geht. Sondern auch um die Art des Spielerlebnisses, dass man mit den Charakteren eines bestimmten Tiers haben kann. Tier 1 Charaktere haben (auf hohen Stufen) Fähigkeiten, mit denen sie das Universum aus den Angeln heben können. Charaktere ab spätestens Tier 3 haben das nicht mehr.

Da sind wir dann wieder bei meinen ständigen Superheldenvergleichen: Superman und Batman mechanisch auszubalancieren geht einfach nicht. Wenn beide mechanisch gleich stark sind, dann ist entweder der eine nicht mehr Superman oder der andere nicht mehr Batman. Was ein gutes DC-Superheldenspiel also leisten müsste, wäre diese mechanische imbalance zwar zuzulassen, gleichzeitig aber mit geeigneten Mechanismen dafür zu sorgen, dass trotzdem beide Charaktere ihre Zeit im Rampenlicht erhalten. Wenn das funktioniert, wäre das für mich durchaus als Spielbalance zu bezeichnen. Für mich persönlich funktioniert da 3.5/PF ganz gut (besser gehts immer), aber wir beachten und akzeptieren dabei eben auch, dass im Rahmen dieses Systems der Balancefaktor "SL" eine ganz entscheidende Rolle spielt. und wer denkt, dass das gefälligst durch das System geregelt sein muss, der muss eben was anderes spielen.  Oder in den (für ihn) sauren Apfel beissen.

was rechnerisch, glaube ich, mehr Optionen aufschließt als eine durch Vorbedingungen stark beschränkte Wahl von Prestigeklassen. 

Wär ich mir nicht mal sicher, da die (für mich noch dazu verhandelbaren) Vorbedingungen ja nur eine Mindeststufe definieren, du darin aber alle möglichen Möglichkeiten hast, wie du die Klassen kombinieren willst. Spielt für mich aber auch keine Rolle, weil das gar nicht die Art von Optionen beschreibt, die für mich im Zusammenhang in diesem Thread wirklich relevant sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Guennarr am 1.09.2013 | 21:04
Ich habe den Thread ja einige Zeit interessiert mitgelesen, aber inzwischen hat sich das ganze ja in einen der (leider) üblichen Grabenkämpfe verwandelt.

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass euch der Threadstarter schon vor einigen Threadseiten abhanden gekommen ist?
Geht es in einem Thread üblicherweise nicht um die Beantwortung der Ausgangsfrage?
Ist die aktuell geführte Diskussion für einen selbsterklärten relativen Pathfinder-Neuling wie Darius überhaupt noch nachvollziehbar, geschweige denn interessant?

Schade, die unbestritten bestehenden Optimierungspotenziale z.B. im hochstufigen Spiel kann man sicherlich auf unterschiedliche Weise angehen oder hausregeln.
Einige interessante Hinweise und Ansätze wurden ja angerissen... aber das nun stattfindende Gerangel erinnert mich an manche aktuelle Wahlkampfdiskussion...
Es geht mehr um Prinzipien als die Beantwortung der Ausgangsfrage. Damit kommt euch die Leserschaft abhanden.

Wünsche euch viel Spaß beim Weiterdiskutieren!
G.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 1.09.2013 | 23:57
Ich habe den Thread ja einige Zeit interessiert mitgelesen, aber inzwischen hat sich das ganze ja in einen der (leider) üblichen Grabenkämpfe verwandelt.

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass euch der Threadstarter schon vor einigen Threadseiten abhanden gekommen ist?
Geht es in einem Thread üblicherweise nicht um die Beantwortung der Ausgangsfrage?
Ist die aktuell geführte Diskussion für einen selbsterklärten relativen Pathfinder-Neuling wie Darius überhaupt noch nachvollziehbar, geschweige denn interessant?

Schade, die unbestritten bestehenden Optimierungspotenziale z.B. im hochstufigen Spiel kann man sicherlich auf unterschiedliche Weise angehen oder hausregeln.
Einige interessante Hinweise und Ansätze wurden ja angerissen... aber das nun stattfindende Gerangel erinnert mich an manche aktuelle Wahlkampfdiskussion...
Es geht mehr um Prinzipien als die Beantwortung der Ausgangsfrage. Damit kommt euch die Leserschaft abhanden.

Wünsche euch viel Spaß beim Weiterdiskutieren!
G.

Es ist ganz witzig, dass du das erwähnst.
Witzig deswegen, weil die Ursprungsfrage ja zum Teil geklärt ist und Darius eine unrealistische Erwartungshaltung an den Tag gelegt hat, die nicht erfüllt werden konnte. Doppelt witzig, weil das an den Tag gelegte Konsumentenverhalten dafür gesorgt hat das Problem weiterhin beim Produkt zu suchen, nicht bei sich selbst, mit dem Fazit lieber das Produkt zu wechseln.

Ob die Folgediskussion irgendjemanden weiter hilft oder nicht ist Ansichtssache.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 2.09.2013 | 07:33
Zitat
Tier 1 Charaktere haben (auf hohen Stufen) Fähigkeiten, mit denen sie das Universum aus den Angeln heben können. Charaktere ab spätestens Tier 3 haben das nicht mehr.

Da sind wir dann wieder bei meinen ständigen Superheldenvergleichen: Superman und Batman mechanisch auszubalancieren geht einfach nicht. Wenn beide mechanisch gleich stark sind, dann ist entweder der eine nicht mehr Superman oder der andere nicht mehr Batman. Was ein gutes DC-Superheldenspiel also leisten müsste, wäre diese mechanische imbalance zwar zuzulassen, gleichzeitig aber mit geeigneten Mechanismen dafür zu sorgen, dass trotzdem beide Charaktere ihre Zeit im Rampenlicht erhalten. Wenn das funktioniert, wäre das für mich durchaus als Spielbalance zu bezeichnen. Für mich persönlich funktioniert da 3.5/PF ganz gut (besser gehts immer), aber wir beachten und akzeptieren dabei eben auch, dass im Rahmen dieses Systems der Balancefaktor "SL" eine ganz entscheidende Rolle spielt. und wer denkt, dass das gefälligst durch das System geregelt sein muss, der muss eben was anderes spielen.  Oder in den (für ihn) sauren Apfel beissen.

Die Frage hierbei ist nur ob dies über fixe Klassen geschehen muss. Ob ich mir sozusagen sagen lassen muss dass Superman kein Nahkämpfer sein darf weil das nicht mächtig genug wäre und ich für Tier 1 doch bitte Dr. Manhatten nehmen soll. Superman und Batman sind sich letztlich thematisch sehr ähnlich, sie betreiben beide viel Nahkampf, haben Möglichkeiten auf kurze Distanz Fernkampfwaffen einzusetzen und können ihre Fähigkeiten einsetzen um etwas vorab zu inspizieren, ob nun per Superblick oder per technischem Gimmick ist am Ende nur Flair.

Denkt man die Entwicklung von Batman weiter, mit immer besseren technischen Tricks so kommt man eben auch an einen Punkt an dem er das unzerstörbare Seil spannt das die Brücke zusammenhält die vom Erdbeben getrennt wurde. Im Flair müssen sie sich immer unterscheiden,doch auch ein Batman mit noch besserem Batgürtel wäre noch Batman, auch wenn er sich von seiner Firma einen Jet bauen lässt um so schnell wie Superman zu fliegen. Entscheidend sind nicht die Probleme die er löst, sondern die Art wie er sie löst. Das Flair und der Hintergrund des Charakters. Aber was ist eigentlich das Flair eines Magiers? Ist es: Seine Kräfte sind leichter zu lernen, er gewinnt viel schneller Macht dazu und braucht nicht so viel Erfahrung wie andere? Oder doch eher: Magie ist schwer zu lernen, und die wirklich Mächtigen Magier sind uralt und unglaublich erfahren. Sie haben mehr gesehen und erfahren als man sich vorstellen kann.

Das Flair geht nicht verloren wenn Magier auf der gleichen Erfahrungsstufe wie Kämpfer auch gleich mächtig sind. Es gibt immer noch mehr zu lernen. Und ihnen zu sagen dass sie den leichten Weg nehmen wird dem Flair der Magie nicht gerecht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 2.09.2013 | 07:42
Es ist ganz witzig, dass du das erwähnst.
Witzig deswegen, weil die Ursprungsfrage ja zum Teil geklärt ist und Darius eine unrealistische Erwartungshaltung an den Tag gelegt hat, die nicht erfüllt werden konnte. Doppelt witzig, weil das an den Tag gelegte Konsumentenverhalten dafür gesorgt hat das Problem weiterhin beim Produkt zu suchen, nicht bei sich selbst, mit dem Fazit lieber das Produkt zu wechseln.

Interessanter Punkt übrigens.
Ich sehe es nämlich so, dass die Erwartungshaltung dazu aufforderte andere Produkte vorzuschlagen. Somit ist das sehr wohl Themenbestandteil.
Was wirklich nicht diskutiert wurde, ist eben jener Punkt:
"Welche Erwartungshaltung kann ich an Pathfinder stellen?"

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 2.09.2013 | 10:20
Superman und Batman sind sich letztlich thematisch sehr ähnlich, sie betreiben beide viel Nahkampf, haben Möglichkeiten auf kurze Distanz Fernkampfwaffen einzusetzen und können ihre Fähigkeiten einsetzen um etwas vorab zu inspizieren, ob nun per Superblick oder per technischem Gimmick ist am Ende nur Flair.

Der Superman/Batman-Vergleich hilft, glaube ich, nicht wirklich weiter. Es sind Comics, keine Rollenspiele, da gibt es keine Mechanik, die man im Auge behalten müsste, sondern reine Erzählung.
An sich kämpfen die beiden schon in unterschiedlichen Klassen, was man ja doch an den Gegnern sieht. Sobald die beiden aufeinandertreffen, sorgt aber schon "der Geist der Erzählung" dafür, dass Batman eine entscheidende Rolle ausübt und zeigen kann, dass er Superman an vielen Stellen überlegen ist.

Wenn Klassen unterschiedlich schnell stärker werden oder ein ganz anderes Limit erreichen können, verliert die Stufenmechanik für mich ihren eigentlichen Zweck, nämlich die relative Macht eines Charakters darzustellen und damit eine Herausforderungsebene anzuzeigen, auf der er agieren kann.
Kaufabenteuer geben doch meistens an: "geeignet für 4 Helden der Stufen 11-15" oder dergleichen. Das heißt, dass der Abenteuertext von einer Aussagekraft der Stufenhöhe ausgeht, der ihr vom Rest des Systems abgesprochen wird.
Es ist ja nicht so, dass "Stufe 25-30" bedeutet, sich jetzt mit kosmischen Größen anzulegen, sondern dass man dazu auch noch eine bestimmte Klasse oder einen bestimmten Build verfolgen muss. Nur dass einem das Regelwerk diese feine Mitbedingung nicht vermittelt.

Klar, es gibt Erzählwelten, wo Magier einfach mehr draufhaben als andere. Bei David Eddings oder Robert Asprin degradieren schon junge Zauberer die größten Kriegerhelden zu Wasserträgern. Aber dies trifft nicht auf alle möglichen Settings zu, und zumindest 3.X hatte ja schon den Anspruch, als Universalsystem herangezogen werden zu können, was eine Transparenz bezüglich des Machtlevels in Bezug auf die jeweilige Stufe schon dringend erfordert hätte. 

Zitat
"Welche Erwartungshaltung kann ich an Pathfinder stellen?"

Klingt für mich wie das Kant'sche "Was darf ich hoffen?"  :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 2.09.2013 | 10:47
Was die Charakterbaumöglichkeiten angeht, bin ich mir unsicher, da die 4E einen mittlerweile auch mit Feats regelrecht zuscheißt - pardon me - und man alle paar Stufen immer wieder neue Powers auswählen muss, was rechnerisch, glaube ich, mehr Optionen aufschließt als eine durch Vorbedingungen stark beschränkte Wahl von Prestigeklassen.  

Ich hab neulich erst eine Zahl zu PF gelesen, wieviele Klassen, PrCs und Archetypen es gibt; ich hab sie mir nicht gemerkt aber sie wirkte relativ niedrig, Größenordnung 100. Bei 3.5 hingegen weiß ich es ziemlich genau; da gibt es ca 150 Klassen, 750 PrCs, 3300 Feats (Dreitausenddreihundert!), und allein in PHB und Spell Compendium zusammen 1600 Zauber; mit den weiteren Splats wird man die 2000 da locker knacken, und die ganzen alternativen Magiesysteme (Psionik usw) sind noch gar nicht eingerechnet. Klar, vieles davon ist Mist, aber so schaut es aus, wenn man die Optionen ungeachtet des Powerlevels vergleicht.

Wieviele Optionen ein einzelner Charakter im Spiel hat, hängt freilich in 3.X extrem von seinem Build ab. Die Unterkante ist freilich das Hulk-Smash! One-Trick Pony, aber Vollcaster können aus Listen mit locker 700 Zaubern auswählen, und auch wenn man die Blaster-Spells in verschiedenen Farben abzieht, bleiben trotzdem noch einige 100 übrig, die _einem einzigen_ Charakter zur Verfügung stehen.
Was kann dagegen ein 4E Charakter? Alle 2 Level eine neue Power?

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass euch der Threadstarter schon vor einigen Threadseiten abhanden gekommen ist?

Jo, wissen wir. Der TE betrachtet seine Frage wohl als beantwortet. Da das hier kein Blog ist und es auch kein Geld für Klicks gibt, interessiert es wohl niemanden hier besonders, wieviele Unbeteiligte diese Beiträge noch lesen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 2.09.2013 | 11:03
Was kann dagegen ein 4E Charakter?

Ich denke es ist die falsche Fragestellung, denn 4E hat ja nicht nur das Ziel des Balancings gehabt sondern noch ein paar andere Ziele die dort mit hineinspielen. Und der Ansatz des Balancings in der 4E ist ein Ansatz - man darf dort das System nicht als den Hohegral des Balancings ansehen, das ist es nicht.

Aber was die reinen Zahlen angeht: Das Compendium ist dort ja eine wunderbare Quelle um diese anzeigen zu lassen. Aktuell kennt die 4E knapp 9380 Powers, 390 Rituale, 3266 Feats, 77 Klassen, 576 Paragon Pfade, 110 Character Themes und 814 Backgrounds. Und natürlich noch ein paar andere Dinge. ;)

Das maximum für einen einzelnen Charakter als Wahlmöglichkeiten ist schwer abzusehen da es durchaus Möglichkeiten gibt bei denen ein Magier z.B. innerhalb von einer Standardaktion komplett umlernen kann, Rituale vorbereitungslos möglich sind und es jede Menge verschiedene und kombinierbare Multiklassingmöglichkeiten gibt.

Kurzum: Wenn man will kommt man sowohl in 3.5 als auch in der 4E an einen Punkt an der die Frage "kannst du" praktisch immer mit ja beantwortet wird. Der einzige Unterschied ist dass wenn ich meinen SL frage was erlaubt ist er bei der 4E sagt: Alles. Und bei 3.5 nicht.

Ist aber wie oben gesagt völlig nutzlos hier einzelne Systeme zu vergleichen. Viel wichtiger ist die Frage: Gibt es eine Fähigkeit die man unmöglich bewerten und auf ein bestimmtes Machtlevel setzen kann? Gibt es etwas das man unmöglich balancen kann? Aktuell habe ich dafür noch kein Beispiel gesehen. Nur Beispiele dafür, dass etwas mächtiger ist als es für die Erfahrung die der Charakter hat passend ist.

Und das ist auch ok, Wormy hat ja recht damit dass Spieler auch unterschiedliche Spielstile bevorzugen können. Manche wollen nach 5 Jahren Spielzeit noch das gleiche heroische Spiel wie zuvor. Andere lieber etwas Welterschütternd episches.

Das lässt sich aber viel besser über die Geschwindigkeit der Erfahrungspunktevergabe regeln als über "Klasse X bekommt schneller Macht als Klasse Y".

Weil ich dann für beide Spielstile beide Klassen wählen kann. Ohne Einschränkungen die meine tolle Optionsvielfalt der Systeme wieder kaputt machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 2.09.2013 | 12:25
Oh, danke für die Info. Ja, das ist schon eine ganze Menge.

Mir ist noch was zu etwas weiter oben eingefallen:

Aber das sich jeder einfach eine Stufe Lion Totem Barbar oder Kleriker+Travel Devotion nimmt unabhängig davon ob es jetzt zum Char passt oder nicht kann mMn auch nicht Sinn der Sache sein.

Da stimme ich dir zu; ich finde solche Dips auch doof.
Pounce ist die eine Sache; wie gesagt gibt es da nur sehr wenige nichtmagische Möglichkeiten ranzukommen.
Auch die Devo-feats sind ein klassisches Beispiel für das, was mich an 3.5 am meisten ankotzt: alles, was ein Mundaner kann, kann ein Zauberer besser. Darum habe ich da die Hausregel eingeführt, dass auch weltliche Charaktere diese Dinger einfach mehrmals aktivieren können, so als hätten sie 3+CHA Turn Attempts/day. Das schließt die Lücke zum Cloistered-Cleric-1-Dip zwar nicht vollends, aber macht sie zumindest spürbar kleiner.

Edit: Umgekehrt hat man nicht das Problem, dass jeder Gegner automatisch Move+Full Attacks rausrotzen kann -- man gibt die entsprechenden Feats einfach nur den besonderen Gegnern, die das können sollen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 2.09.2013 | 12:47
Oh, danke für die Info. Ja, das ist schon eine ganze Menge.

Ja...aber man darf das wie gesagt nicht mißverstehen. Diese Menge an Optionen (eigentlich sind es natürlich sowohl in 3.5 als auch in der 4E sogar noch mehr...man hört nur irgendwann auf aufzuzählen) hat erstmal nichts damit zu tun ob das System balanced ist oder nicht.

Für diese Fragestellung ist dann nur wichtig was der Spielleiter in seiner Runde von diesen zehntausenden Optionen alles erlaubt. Die Antwort eines 4E Spielleiters lautet hier in 90% aller Fälle: Alles was im Charbuilder steht (also alle veröffentlichten Materialien) plus mehr nach Anfrage.

Und die restlichen 10% teilen sich auf in Leute die noch mehr erlauben (Homebrew, 3rd Party & Co.) oder gerade keinen Zugriff auf die restlichen Materialien haben. Selbst in diesem Fall kenne ich genug Leute die so viel Vertrauen haben und einfach sagen: Hey, ich kenne das Buch zwar nicht, aber druck deinen Charbogen aus, das wird schon passen.

Das ist eine vollkommen andere Mentalität als ich sie zu 3.5 Zeiten kannte wo das Material oftmals sehr stark für die Spielrunden wieder eingeschränkt wurde. Wie viel veröffentlicht wird hat also mit Balancing nichts zu tun. Was davon im Spiel landet schon.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 11:12
So, jetzt bin ich auch PF-entjungfert. Allerdings nur mit einem Einstiegsabenteuer auf Level 3, was auf den Nürnberger Spieletagen angeboten wurde. Es war, wenn ich das richtig verstanden habe, das erste Kapitel von diesem Schlangendingens-AP.

Eigentlich wollte ich ja einen Magier ausprobieren, aber da wir nur 3 SCs waren, habe ich doch wieder zum Cleric gegriffen. Und da wollte ich eigentlich einen Cleric of Desna spielen, mit Luck&Travel, aber das ging sich in Sachen Kampfaufstellung nicht aus: Für den Nahkampf fehlte mir die Heavy Armour, für den Fernkampf die Bogen-Proficiency. Also musste ich auf Erastil wechseln, um einen Bogen verwenden zu können, und somit auf deutlich schwächere Domänen ausweichen. Immerhin konnte ich so einen Archer Cleric spielen, allerdings musste ich dafür Dex zum Primärstat machen, weil Zen Archery ist ja böse und powergaming und musste ganz dringend verboten werden.

Spieler #2 hatte einen mitgebrachten Kämpfer und der Spieler wusste zum Glück, was er tat: Zweihandwaffen-Archetyp und Luzerner Hammer, Combat Reflexes und Cleave sprachen eine deutliche Sprache. Der Schaden, den er ausgeteilt hat, war echt nicht mehr feierlich für das Level, aber das lag auch daran, dass er overgeared war (hatte bereits in +2-Stärkeitem, insgesamt Str 22). Hinzu kam, wie mir gerade beim Nachlesen klar wird, dass er Overhand Chop falsch eingerechnet hat: gemeint ist wohl "Str bonus x2 statt x1,5", aber er hat gemeint, er kann die x1,5 verdoppeln und hat entsprechend mit dem dreifachen Stärkebonus zugehauen (er wusste also doch nicht so vollständig, was er tat). Der SL hat sich gewundert, aber nicht die Mühe gemacht das weiter zu verfolgen. Das waren also regelwidrige +6 Schaden pro Schlag.
Da blieb durchaus kein Auge trocken, und wir marschierten zügig durch die Encounter.

Spieler #3 hatte sich ad hoc einen Rogue gebastelt, und obwohl er statt Point Buy eine sehr großzügige Würfelmethode wählte und auch durchweg ziemlich gute Werte hatte, ging er den Weg alles Schurkischen: er war weitgehend irrelevant und konnte nicht viel beitragen.

Unsere Taktik war also insgesamt: so schnell so viel Schaden rausrotzen, dass das Fehlen eines Tanks nicht weiter ins Gewicht fällt. Das hat sich ja schon seit 3.5er-Zeiten bewährt und funktioniert auch hier soweit sehr gut.

Insgesamt hat sich das Spiel - zumindest auf diesem Level - nicht wesentlich von der 3.5-Experience unterschieden. Mit ein paar Ausnahmen.
- Channeling funktionierte ganz gut, aber ich betrachte es trotzdem eher als Gimmick.
- schön fand ich, dass ich mit einem Grad 2 Zauber die ganze Gruppe mit Protection from Evil ausstatten konnte.
- weniger schön finde ich, und das habe ich schon vorher gesagt, dass der Kleriker
Zitat
out of the box
für überhaupt keinen Kampfstil geeignet ist. Wie gesagt, für den Nahkampf fehlt ihm die Rüstung und für den Fernkampf die Waffe. Und dass 90% der Lowlevel-erschaffenen Kleriker Erastil dienen, kann ja auch nicht Sinn der Übung sein. Traditionellerweise bekommt in 3.X jede Klasse die Waffen- und Rüstungsfähigkeiten, die für sie am besten funktionieren; es ist schade, dass PF das in den Wind geschossen hat.
Umgekehrt hat der Erastil-Cleric als Archer dann aber auch ziemlich gut funktioniert.

Insgesamt hat es mir soviel Spaß gemacht, dass ich mir XP und Loot (1x Immervoller Köcher ftw) aufgeschrieben habe. Vielleicht lässt sich das ja fortsetzen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 8.09.2013 | 11:37
Naja, es gibt schon eine Menge Möglichkeiten, Melee-Kleriker zu spielen. Schau Dir Tactics oder Growth Domain an. Oder Feather Domain. Archery ist für Clerics in PF einfach nicht optimal, aber wenn Du kämpfen magst, sind schon extrem gute Nahkampfkonzepte möglich. Oder wirf mal einen Blick auf die Madness Domain - jenseits von gut und böse!

Dass heavy armor fehlt, ist doof, aber nichts zu schlimmes für clerics. Dafür gibt es jetzt sacred summons, was für Melee-Clerics super cool ist! Dazu u.U. noch einen passenden Archetype und los gehts.

Ansonsten wirkt die Runde aber nicht sonderlich repräsentativ, wenn ich das so lese - aber vielleicht spielst Du ja noch etwas weiter in der Runde (auch, wenn Schlangenschädel ein eher schwacher AP ist).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 8.09.2013 | 13:16
das heavy armor fehlt ist gut, denn ein kleriker sollte vom konzept her nicht als erstes als tank arbeiten.
es gibt aber einen archetypen der mehr fighter ist, dafür aber je grad einen spellslot weniger. (Crusader s. 40 UC)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 14:09
das heavy armor fehlt ist gut, denn ein kleriker sollte vom konzept her nicht als erstes als tank arbeiten.

Wer sagt das? Wer bestimmt das? Auf wessen Mist ist das gewachsen? Kleriker waren in D&D IMMER SCHON die Tanks in Schwerer Rüstung. Das hat nebenbei realhistorische Hintergründe. Und da sie meistens keine so hohe Stärke haben, und deswegen nicht besonders von Zweihandwaffen profitieren würden, müssen sie auch kein schlechtes Gewissen haben wenn sie einen Schild tragen.

Wenn sie aufgrund eines Paradigmenwechsels nicht als Tanks arbeiten sollen: bitte, kann man machen. Aber dann sollte man ihnen trotzdem _irgendeine_ sinnvolle Rolle im Kampf ermöglichen. Da ihre Zauber sehr buffzentriert und wenig offensiv sind, im Gegensatz zum Wizard, braucht man das auch nicht zu versuchen. Wenn er nicht an die Front darf, bleibt nur Fernkampf. Aber der bleibt wiederum 95% der Kleriker aufgrund mangelnder Proficiency verschlossen.

Kurzum, da (aber nicht nur da) hat PF echt gepatzt. Ich sage ja nicht, dass man einen Kleriker nicht entsprechend skillen kann, aber dass er standardmäßig so in die Rolle des second-line-Healbots gezwungen wird, das ist einfach beknackt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.09.2013 | 14:20
Kleriker waren in D&D IMMER SCHON die Tanks in Schwerer Rüstung.

Kann ich nicht erinnern dass das je bei uns so war - wer ne Rüstung und viel Waffendurchschlag will kann Paladin sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 14:38
Kann ich nicht erinnern dass das je bei uns so war - wer ne Rüstung und viel Waffendurchschlag will kann Paladin sein.

Ein Paladin ist ja wieder was komplett anderes - so mit 80% weniger Zauberkraft und so. Zumal ich nun schon oft gelesen habe, dass ein Paladin in PF idealerweise als Fernkämpfer geskillt werden sollte.
Und es geht ja beim Standardkleriker nicht um "viel Waffendurchschlag". Im Gegenteil, der klassische Fullplate+Shield Cleric ist mit seinen 1W8 vernachlässigbar. Er kann aber den prügelnden Fighter vorne unterstützen und Angriffe auf sich ziehen, die dank seiner höheren AC danebengehen.
Das ist wohlgemerkt nicht der _optimale_ Spielstil, nein, in 3.5 jedenfalls lange nicht. Aber es _ist_ eine Rolle im Kampf, die er (von OD&D bis 3.5) bedienen kann und damit zurechtkommt.

Klassischer Fall von "if it ain't broken, don't fix it". Der Tank-Cleric ist in einem 3.5 Spiel noch das geringste Problem (bzw gar keines) in Punkto Game balance. Warum also dem Spieler jegliche Standardmethode wegnehmen, sich an einem Kampf zu beteiligen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 8.09.2013 | 14:48
Also gibt es den klassischen Zwergenkleriker in PF nicht mehr?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 8.09.2013 | 15:24
Wer sagt das?
Er sagt das.

Wer bestimmt das? Auf wessen Mist ist das gewachsen?
Es ist wohl naheliegend das dies die Designer von PF waren.

Abgesehen davon ist es eine allgemein bekannte Feststellung das der 3.0/3.5 Cleric sehr stark ist (ich meine Du hast auch so etwas mal geschrieben). Das Weglassen der Rüstungsfertigkeit ist ein kleiner Schritt diesem zu begegnen. Wer einen Cleric alter Schule spielen will kann das noch immer tun. Dafür gibt es noch immer Optionen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 8.09.2013 | 15:34
Schwere Rüstung als Talent kaufen und fertig...  8]
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 8.09.2013 | 18:34
meines erachtens ist es auch imme rnoch sinnlos das ein fullcaster wie cleric, druid, oracle 3/4 bab haben.
wieso haben die nciht wie wizard und sorcerer einen 1/2 bab ??? da wäre viel besser gewesen.

vollmaggi = 1/2 bab
teilmaggi = 3/4 bab
kann nix maggi aber ein paar tricks = 4/4 bab

aber damit sind wir wieder wo ganz anders...
ich frag mich inzwischen wofür man wirklich attribute mit modifikatoren braucht.
"attribute" sollte nur für den fluff sein, modifikatoren nur über klasse und talente kommen.
hätte man auch einen modifiktor weniger der irgendwelche mechaniken aufbrechen könnte...
aber dann hat man kein DnD mehr, zumindest sollte man nicht versuchen es als solchen zu verkaufen ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 19:01
Das ist aber genau der falsche Hebel, den man an die Balance ansetzen kann. Wie schon gesagt, es ist nicht die schwere Rüstung, die den Kleriker zu T1 macht. Im Gegenteil nimmt man damit dem Spieler eine Möglichkeit, am Spiel zu partizipieren, _ohne_ den anderen die Show zu stehlen. Es sind die Zauber, die den Kleriker zu T1 machen, und wenn er mit denen aufdreht, jucken ihn die 3 Punkte AC nicht mehr. An der Power des vollen Spellcastings hingegen hat PF nichts nennenswertes geändert. Siehe Divine Power: er stackt nicht mehr mit Haste. Das war's auch schon. In allen anderen Belangen ist er sogar noch _stärker_ als die 3.5er Version.

Schwere Rüstung als Talent kaufen und fertig...  8]

Du verstehst mich offenbar nicht. Es geht mir nicht darum, was man sich alles dazukaufen kann oder auch nicht. Ich sehe es als Problem, dass eine Klasse - als _einzige_ Klasse - nicht mit den Proficiencies ausgestattet ist, die für sie am besten funktionieren. Das wäre als ob man sagt, "Der Barde kann zwar in Leichter Rüstung zaubern, aber er kann von Haus aus mit keiner Rüstung umgehen" oder "Der Ranger kann nicht mit Fernwaffen umgehen, es sei denn er gibt ein Feat dafür aus". Wer dir sowas erzählen würde, dem würdest du auch was husten und nicht sagen "Naja, geb ich halt ein Feat aus".

meines erachtens ist es auch imme rnoch sinnlos das ein fullcaster wie cleric, druid, oracle 3/4 bab haben.
wieso haben die nciht wie wizard und sorcerer einen 1/2 bab ??? da wäre viel besser gewesen.

Wie ich oben schon andeutete: beim Cleric hat das einen realhistorischen Hintergrund. Hier standen mittelalterliche Fürstbischöfe Pate, allen voran Ulrich von Augsburg, der seine Stadt 955 erfolgreich gegen die Ungarn verteidigte. Genau daher stammt auch der Brauch, dass Kleriker nur mit stumpfen Waffen kämpfen durften: als Gottesdiener sollten sie kein Blut vergießen (aber mit einem Streitkolben Schädel zu Mus verarbeiten war offenbar okay). Dies war auch die Regel in früheren D&D-Editionen; 3.0 hat "dürfen" in "können" umgewandelt und das "dürfen nicht" gestrichen.

Was hingegen die 3.X-Designer für ein Kraut geraucht haben, als sie den Druiden geschrieben haben, weiß ich nicht, aber es würde auf dem Schwarzmarkt bestimmt Spitzenpreise erzielen.

Deinen Anforderungen entspräche ja der 3.5 Cloistered Cleric, aber solange der immer noch Zugriff auf die Kampfbuffs Divine Favor/Power hat, juckt ihn der gesenkte BAB überhaupt nicht, zumal er auch noch effektiv Knowledge Devotion gratis dazu bekommt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 8.09.2013 | 20:11
mich interessiert ein angeblicher realweltlicher hintergrund wirklich überhaupt nicht.


für mich sollte der cleric ein supporter char sein, keiner der per direktem angriffe ziehen/schaden austeilen im spiel mitwirkt.
das ist für alte editionen ok, aber spätestens ab 3.5 PHB II überholt.

edit:
der regeltechnisch besser abgebildete divine kämpfer ist meines erachtens der inquisitor (zumindest bei PF)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 20:44
mich interessiert ein angeblicher realweltlicher hintergrund wirklich überhaupt nicht.

Du hast gefragt, _wieso_ sie das gemacht haben. Ich hab es dir beantwortet. Jetzt zu sagen "interessiert mich nicht" finde ich ziemlich banane.

Zitat
für mich sollte der cleric ein supporter char sein, keiner der per direktem angriffe ziehen/schaden austeilen im spiel mitwirkt.

Wie soll er denn "supporten", wenn er seine Buffs schon draußen hat und nicht mehr physisch in den Kampf eingreifen darf? Das gleiche machen wie der Wizard? Wozu braucht man dann noch zwei verschiedene Klassen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 8.09.2013 | 20:50
reicht für 2 verschiedene klassen nicht die unterschiedliche zauberauswahl?
mein ideales "DnD" hat inzwischen übrigens wirklich wenig mit DnD zu tun.
das bei ADD sogar der schurke eine schlechteren thac0 als der cleric hatte war übrigens wirklich nen witz.

das mit banane kann ich nicht nachvollziehen, aber banane waren die designer beim der divine fullcasters.
denn was haben realweltliche vorbilder mit einer funktionierenden spielmechanik zu tun?
in der realität konnte die schließlich auch nicht wirklich zaubern, oder?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wulfhelm am 8.09.2013 | 21:21
Genau daher stammt auch der Brauch, dass Kleriker nur mit stumpfen Waffen kämpfen durften: als Gottesdiener sollten sie kein Blut vergießen (aber mit einem Streitkolben Schädel zu Mus verarbeiten war offenbar okay).
Nur ein kleiner Lean-in: Es gibt nicht wirklich einen Beleg für diese These. Soweit ich weiß, ist das aus einer Fehlinterpretation des Teppich von Bayeux entstanden, weil Bischof Odo dort mit einem Streitkolben dargestellt ist (was aber auch für Wilhelm selber zutrifft, der nun alles andere als ein Kleriker war.) In anderen Quellen werden kämpfende Mitglieder des Klerus durchaus mit Schwert und Lanze beschrieben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 8.09.2013 | 21:26
reicht für 2 verschiedene klassen nicht die unterschiedliche zauberauswahl?

Naja, wie man's nimmt. Ein bisschen was an Alleinstellungsmerkmalen hätte ich doch noch ganz gerne. Davon abgesehen, ist die Zauberliste des Magiers nochmal deutlich mächtiger als die des Klerikers.

Zitat
mein ideales "DnD" hat inzwischen übrigens wirklich wenig mit DnD zu tun.

Warum sich dann überhaupt noch mit D&D aufhalten? Ist ja nicht so, dass es nicht genügend andere Systeme gäbe. Ohne jetzt zu wissen, was genau für dich das "ideale DnD" wäre.

Zitat
das mit banane kann ich nicht nachvollziehen, aber banane waren die designer beim der divine fullcasters.
denn was haben realweltliche vorbilder mit einer funktionierenden spielmechanik zu tun?

Okay, mal ernsthaft: ich nehme mal an, du hast dich mit deinem "interessiert mich nicht" einfach unglücklich ausgedrückt. Geschenkt. Davon abgesehen, sind die arkanen Fullcaster kein Stück gesünder. BAB ist eine Lüge, das sieht man ja schon wenn man Ranger und Druid vergleicht. Oder sich beim Magier Sprüche wie Magic Jar anschaut.

Wie gesagt, ich sehe in meinem Spiel lieber einen Kleriker mit Fullplate und Schild der einen Streitkolben schwingt und dabei meinetwegen mit Fire Reserve ein wenig Extraschaden raushaut, als einen der links und rechts Gegner einfach implodieren lässt oder Summons spammt.

Zitat
in der realität konnte die schließlich auch nicht wirklich zaubern, oder?

Och, sie konnten es zumindest mit jedem Teufel oder Dämonen aufnehmen, der ihnen in die Quere kam. Total gut. :p
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 9.09.2013 | 08:04
So, jetzt bin ich auch PF-entjungfert.
Heißt das, dass Du es vorher noch gar nicht gespielt hattest?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 08:23
So, jetzt bin ich auch PF-entjungfert. Allerdings nur mit einem Einstiegsabenteuer auf Level 3, was auf den Nürnberger Spieletagen angeboten wurde. Es war, wenn ich das richtig verstanden habe, das erste Kapitel von diesem Schlangendingens-AP.


Wie?

Du hattest zuvor noch nie PF gespielt? Ich dachte bei deine ganzen Posts, dass du da mind. 5 Jahre Erfahrung drin hast und ständig spielst. Wundert mich jetzt, bei deiner Frequenz an guten Ratschlägen zum System und den Theorien dazu. Komisch.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 08:28
Heißt das, dass Du es vorher noch gar nicht gespielt hattest?

Was könnte es denn sonst heißen?

Keine reine PF-Runde, nein. Wir hatten lediglich einzelne PF-Mechaniken in unsere anderen Runden implementiert, z.B. konsolidierte Skills oder den Combat Maneuver Block. Das meiste davon haben wir nach einiger Zeit wieder aufgegeben. Speziell die CMs hatten mich zunächst sehr begeistert, und dann enttäuscht weil sich damit alles Jacke wie Hose angefühlt hat. Wir sind dann wieder zu den Special Attacks zurückkgekehrt.

@Darius: ich kann lesen, und mir Gedanken machen wie sich Mechaniken im Spiel auswirken. ;) Habe aber auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich es primär aus der Theorie kenne und ansonsten nur 3.0 und 3.5 extensive gespielt habe.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 9.09.2013 | 08:36
Was könnte es denn sonst heißen?
Ich wollte nur sicher gehen. Nachdem Du Dich hier so als Regelguru gerierst, hat mich das - ähnlich wie Darius - dann doch verwundert.

Aber gut, zeigt mir nur einmal mehr, wie gute man einen Mangel an echtem Wissen (und dazu ist Erfahrung aus erster Hand zwingend erforderlich) mit festem Auftreten überspielen kann.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 9.09.2013 | 08:43
Dem Kleriker wird doch ständig (auch von Dir, Feuersänger) attestiert, dass er neben dem Druiden die mächtigste Sau im Stall ist.
Jetzt fällt ein kleines Talent weg und Du schiebst Frust? Ernsthaft?
Finde ich ziemlich überzogen. Zumal es nicht viel kostet, seinen Kleriker wunschgemäß auszustatten.

Dass Dein SL Zen Archery verbietet ist kein Problem des Systems. Somit schlicht und ergreifend nicht kritikwürdig.

Ich weiß nicht genau, worauf Du mit Deiner Argumentation hinaus willst. Aber PF ist anders als 3.5 und das ist gut so.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 08:44
Ich denke schon dass man vieles auch theoretisch betrachten kann, aber es birgt halt die Gefahr es in der Praxis dann anders zu empfinden. Die Combat Maneuvers oben sind da ja ein gutes Beispiel. Spielerfahrung bringt schon eine Menge.

Aber in jedem Fall find ich es lustig dass ich mit meinen anderthalb Jahren Pathfinder und aktiver Gruppe den Krams trotz allem rumkritisieren mehr gespielt hab. ^^
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 08:53
Jo.

Ich selbst war und bin nie der Typ gewesen, der Systeme nur theoretisch betrachtet hat sonder immer in echt gespielt hat. Das ganze erklärt mir jetzt auch ein wenig wieso ich es auch hier so empfinde, dass meine Erfahrungen aus dem praktischen Spiel heraus hier nur theoretisch diskutiert wurden.

PF fühlt sich vollkommen anders an, wenn gespielt, als wenn nur die Regeln gelesen und verstanden. Theoretisch klingen alle eure Vorschläge auch wirklich schlüssig, glücklich werde ich aber trotzdem nicht mehr damit denke ich.

Ich habe die ganze Diskussion nicht mehr 100% verfolgt hier, aber ich bleibe dabei. In dem System sind echte Designfehler drin und es ist schlichtweg schwach entwickelt, wenn mir einzelne Builds so aus dem Ruder laufen im Vergleich zu "normalen" Builds.

Ein System, welches von mir verlangt, nur bestimmte Wege zu gehen, um wirklich der Rockstar sein zu können und andere abstraft, die einfach "cool" sein wollten ist nix für mich und ich wage zu behaupten, dass es einfach nicht gut ist. Unterschiede dürfen sein, aber nicht mit dieser Schere, wie sie bei PF auseinander geht. Aber das scheint ja D&D im allgemeinen zu sein. Schade.

Habe gestern Hollow Earth Expedition gespielt. War geil. Macht Spaß. Wird weiter gespielt.  :d

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 08:55
Ich wollte nur sicher gehen. Nachdem Du Dich hier so als Regelguru gerierst, hat mich das - ähnlich wie Darius - dann doch verwundert.

Wo behaupte ich denn bitte, ich sei PF-Regelguru? oÔ

Dem Kleriker wird doch ständig (auch von Dir, Feuersänger) attestiert, dass er neben dem Druiden die mächtigste Sau im Stall ist.
Jetzt fällt ein kleines Talent weg und Du schiebst Frust? Ernsthaft?

Ich hatte gehofft, ich hätte mich oben klar genug ausgedrückt. Ja, die T1-Caster sind OP, aber das liegt an ihren Zaubern und nicht an den weltlichen Fähigkeiten. Es ist also verfehlt, die weltlichen Fähigkeiten zu beschneiden; statt dessen sollte man lieber die Zauber stutzen. So zwingt man den Spieler eigentlich viel mehr dazu, seine mächtige Magie stärker auszuspielen.

Zitat
Dass Dein SL Zen Archery verbietet ist kein Problem des Systems. Somit schlicht und ergreifend nicht kritikwürdig.

Soweit ich weiß, ist die einzige Möglichkeit, da ranzukommen, 3 Level Monk zu nehmen. Der Aufwand (3 verlorene Casterlevel) steht in keiner Relation zum Ertrag. Ich vergleiche das mit dem 3.5 Feat Zen Archery, den jeder Charakter mit BAB 1+ wählen konnte, was den Cleric Archer in der Form überhaupt erst möglich gemacht hat.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 9.09.2013 | 08:57
Ich wollte nur sicher gehen. Nachdem Du Dich hier so als Regelguru gerierst, hat mich das - ähnlich wie Darius - dann doch verwundert.

Aber gut, zeigt mir nur einmal mehr, wie gute man einen Mangel an echtem Wissen (und dazu ist Erfahrung aus erster Hand zwingend erforderlich) mit festem Auftreten überspielen kann.
Man muss ein System nicht spielen, um die Regeln zu verstehen. Lesen reicht da vollkommen aus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 09:01
@Feuersänger:

Darin liegt, wie auch Darius selbst sagt, ein gewisser Unterschied. Ich habe 3 APs mit 3,5 und 4 mit PF geleitet und bin bei den späteren nicht mehr auf die angesprochene Einseitigkeit gestoßen, da verhält sich die Spielpraxis halt ganz anders.

Was dein Gemecker über Zen Archery angeht, auch hier könnte man eine eine T-Tabelle einführen, bei der man sieht wie gut die Feats sind. Vieles aus der späteren 3.5 war einfach krass, da gab es Dinge, die als Feat umgesetzt wurden, die so stark wie eine einzelne 3-Stufen-PK waren. Hirnrissig.

@Darius:

Wirf mal einen Blick auf Desolation, wenn du es findest, ist die Fantasy-Abart von Hex.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 09:10
Man muss ein System nicht spielen, um die Regeln zu verstehen. Lesen reicht da vollkommen aus.
Man muss es zwingend spielen, um den "Geschmack" zu verstehen. Doch!

Regeltheorie ist nur das Gerede vom Blinden von den Farben. Wie im echten Leben halt. Grau ist alle Theorie..die Wahrheit ist aufm Platz.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Thandbar am 9.09.2013 | 09:16
Man muss es zwingend spielen, um den "Geschmack" zu verstehen. Doch!

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es bei Rollenspielen überhaupt einen einheitlichen Geschmack pro System gibt. Besonders, wenn viele Hausregeln eingesetzt werden und manche Bereiche des Spiels quasi überhaupt nicht verregelt sind, unterscheidet sich das Spiel von Tisch zu Tisch bisweilen ganz schön. (Das habe ich bei DSA und D&D eigentlich schon so erlebt.)
 

In etlichen Diskussionen kommen ja immer so Argumente auf wie "bei uns ist das aber ganz anders". Was der Nachteil von Debatten ist, die sich dann ausschließlich auf die Erfahrungsseite stützen.  :)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 09:17
Man muss es zwingend spielen, um den "Geschmack" zu verstehen. Doch!

Regeltheorie ist nur das Gerede vom Blinden von den Farben. Wie im echten Leben halt. Grau ist alle Theorie..die Wahrheit ist aufm Platz.

Wobei man da noch was anfügen kann, betrifft auch dich und deine ursprünglich Problem. Hier wird ja gerne über Builds und Powergamern geschrieben, etwas das bei einen etwas härter gespielten AP unterwegs, also wenn man bei 1 anfängt sich hochzuspielen, eher selten passiert, da du in den "schwachen Stufen", welche bei den meisten Builds gerne theoretisch in kauf genommen werden, einfach verreckst oder dir deine Mitspieler auf die Zehen treten, da dein Charakter nichts leistet während gerade die wirren Build-Optionen sich aufbauen.

Ich frage mich daher, ob ein Paladin-Oracle-Build, wenn ab Stufe 1 erspielt, überhaupt je entstanden wäre, denn so ganz ehrlich, hätte der Heiler der Gruppe mit Pala-Multiclassing rumgespielt, hätte ich ihm als Mitspieler ordentlich die Meinung um die Ohren gehauen-
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 09:17
Nochmal kurz zum Thema PF-Spielpraxis: ich habe speziell in meinen ersten Beiträgen in diesem Thread immer wieder gesagt, "in 3.5 ist das (auch) so und so". Da ich allgemein viel in diesem Board schreibe, war ich auch davon ausgegangen, es sei inzwischen bekannt, dass ich in 1. Linie 3.5-Jünger bin. Ich hatte nicht vor, den Eindruck zu erwecken, ich würde seit Jahren wöchentlich PF spielen.

Zitat
Vieles aus der späteren 3.5 war einfach krass, da gab es Dinge, die als Feat umgesetzt wurden, die so stark wie eine einzelne 3-Stufen-PK waren.

Ja, sowas gibt's. Teilweise ist das auch bewusst und mit Bedacht eingeführt worden, mit Feats die auf bestimmte UP Klassen zugeschnitten sind. Z.B. From Smite to Song, welcher den Paladin schwupps um 1 Tier anhebt.
Dass es leider sowas auch für die sowieso schon übermächtigen Vollcaster gibt, ist aber wirklich keine Glanzleistung der Autoren. Aber Zen Archery würde ich jetzt nicht dazuzählen. Eher schon diesen Drachenmagie-Scheiss.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 09:17
Wobei man auch nicht übertreiben sollte. Vieles von dem was Feuersänger oben anspricht würde ich so unterschreiben. Ist ja auch klar - zumindest das hat er ja auch ganz offensichtlich gespielt oder zumindest beim Charakterbau berücksichtigt.

Und klar...Pathfinder neigt ein wenig dazu Charaktere in eine bestimmte Rolle zu drängen und trotz immer noch hoher Optionsvielfalt ist dort immer ein wenig das Gefühl eingeschränkt zu werden. Spaß macht es trotzdem - zumindest mir - und sei es auch nur weil ein guter SL und eine gute Gruppe vieles herausreißen können was die Designer so verbocken, und weil Pathfinder RPG am Ende immer noch auf 3.5 aufsetzt das für sich genommen ein gutes System ist.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Vigilluminatus am 9.09.2013 | 09:20
Wenn man bei "Geschmack" bleibt, ist die OGL generell Suppe, Pathfinder und 3.5 Nudelsuppe und PF ein kleines bisschen stärker gewürzt als 3.5 (3.55 meiner Ansicht nach). Ich hab beide früher mal gespielt und trau mich zu sagen, dass es ohne Weiteres möglich ist als jemand, der viel 3.5 gespielt hat und Pathfinder nur durchgelesen hat, kompetent über beide Regelsysteme zu reden. Feuersänger redet ja hauptsächlich über Regelmechanismen und die unterscheiden sich kaum.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Talim am 9.09.2013 | 09:20
Man muss es zwingend spielen, um den "Geschmack" zu verstehen. Doch!

Regeltheorie ist nur das Gerede vom Blinden von den Farben. Wie im echten Leben halt. Grau ist alle Theorie..die Wahrheit ist aufm Platz.
Darueber habe ich nichts geschrieben. Es ging um Regeln und Regelgurus. Dazu braucht man keine Spielerfahrung.
Ich kann Dir auch Regeln erklaren, die 5 Minuten vorher aufgestellt wurden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 9.09.2013 | 09:25
Und klar...Pathfinder neigt ein wenig dazu Charaktere in eine bestimmte Rolle zu drängen und trotz immer noch hoher Optionsvielfalt ist dort immer ein wenig das Gefühl eingeschränkt zu werden. Spaß macht es trotzdem - zumindest mir - und sei es auch nur weil ein guter SL und eine gute Gruppe vieles herausreißen können was die Designer so verbocken, und weil Pathfinder RPG am Ende immer noch auf 3.5 aufsetzt das für sich genommen ein gutes System ist.

Äh... NEIN!

Ich habe einen großartigen Paladin / Schattentänzer. Keine klassische Rolle und er rockt trotzdem.

Ich habe einen ST basierten Schurken / Schattentänzer. Nicht klassich, aber... rockt!

Ich habe einen Tengu Ninja / Schwertspezi. Rockt!

Ich habe.... merkste was?

Du gehst mit PF genauso pauschal (falsch) um, wie Du den Kritikern Deines Lieblingssystems andichtest. Also obacht, lieber Arldwulf. Steinhaus und Glas und so...  ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 09:26
Noch ein Gedanke: es kommt ja auch noch darauf an, wie konsequent die Regeln überhaupt angewendet werden. Am WE hat sich gezeigt, dass ich teilweise mit meiner reinen Theorie teilweise eine bessere Regelkenntnis besitze als die anwesenden regelmäßigen Spieler inklusive SL. Beispielsweise funzt Cleave in der PF-Version eigentlich nur noch gegen nebeneinanderstehende Gegner. Unser Fighter hingegen hat fröhlich in der Gegend rumgecleaved und das war in Ordnung so. Auch die -2 AC-Penalty wurde ignoriert. Ich hab auch nichts dazu gesagt, weil ich den PF-Nerf eh blöd finde.

Whoaha, sorry muss zur Arbeit, aber wir sprechen uns später.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 09:28
Darueber habe ich nichts geschrieben. Es ging um Regeln und Regelgurus. Dazu braucht man keine Spielerfahrung.
Ich kann Dir auch Regeln erklaren, die 5 Minuten vorher aufgestellt wurden.

Nur bin ich da mal ehrlich. Ich würde deine Erklärungen nicht annehmen, weil ich dabei bleibe. Nur weil jemand die Regeln gelesen hat, hat er noch lange keine Ahnung vom Spielgefühl und vom spielen an sich.

Spiele und speziell Rollenspiele wollen gespielt werden. Nicht erklärt werden. Ich habe aber auch tatsächlich eine große Abneigung gegen dieses Regelgeschwurbel, wenn ich weiß, dass nicht gespielt wird von den Leuten. Drüber reden fand ich schon immer nur bis einem gewissen Grad wirklich sinnvoll.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 09:29
Wenn man bei "Geschmack" bleibt, ist die OGL generell Suppe, Pathfinder und 3.5 Nudelsuppe und PF ein kleines bisschen stärker gewürzt als 3.5 (3.55 meiner Ansicht nach). Ich hab beide früher mal gespielt und trau mich zu sagen, dass es ohne Weiteres möglich ist als jemand, der viel 3.5 gespielt hat und Pathfinder nur durchgelesen hat, kompetent über beide Regelsysteme zu reden. Feuersänger redet ja hauptsächlich über Regelmechanismen und die unterscheiden sich kaum.

Und ...

Darueber habe ich nichts geschrieben. Es ging um Regeln und Regelgurus. Dazu braucht man keine Spielerfahrung.
Ich kann Dir auch Regeln erklaren, die 5 Minuten vorher aufgestellt wurden.

Darum gehts doch aber. PF ist auf "Long Haul" eingestellt und zwar um die APs zu unterstützen. Diese wiederum haben bestimmte Endstufen, meist 14-16, danach kommt nichts mehr (außer Vorschlägen was man machen kann). Da man sie stringent als Gruppe durchspielen soll, ohne großen Verluste aber immer als Gruppenspiel, geschehen diese Art von theoretischen Ausreißern, über die hier geredet wird seltener als bei der 3,5 und den dortigen ABs und APs.
Konzeptcharaktere sind ein Thema, klar, aber unterschiedlich zu betrachten. Wenn ein Spieler einen Konzeptcharakter einführt, entweder weil er später hinzu stößt oder später seinen Charakter wechseln will, dann geschieht etwas, das im Balancing eines AP-Spiels nicht vorgesehen ist und davor auch so nicht geschehen wäre. Hier mal Theorie und Praxis bedenken.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 09:36
Und ...

Darum gehts doch aber. PF ist auf "Long Haul" eingestellt und zwar um die APs zu unterstützen. Diese wiederum haben bestimmte Endstufen, meist 14-16, danach kommt nichts mehr (außer Vorschlägen was man machen kann). Da man sie stringent als Gruppe durchspielen soll, ohne großen Verluste aber immer als Gruppenspiel, geschehen diese Art von theoretischen Ausreißern, über die hier geredet wird seltener als bei der 3,5 und den dortigen ABs und APs.
Konzeptcharaktere sind ein Thema, klar, aber unterschiedlich zu betrachten. Wenn ein Spieler einen Konzeptcharakter einführt, entweder weil er später hinzu stößt oder später seinen Charakter wechseln will, dann geschieht etwas, das im Balancing eines AP-Spiels nicht vorgesehen ist und davor auch so nicht geschehen wäre. Hier mal Theorie und Praxis bedenken.

Mhh...kannst du das nochmal etwas mehr ausführen? Irgendwie klingt das sehr nach: Es ist darauf ausgelegt genau die passenden Charaktere zu nehmen mit denen es nicht kippt. Du sagst die Ausreißer geschehen seltener. Ist das deiner Meinung nach so weil der Adventure Pfad dann einfach nicht mehr zuende gespielt wird, also als Art Selektion zu verstehen bei der die unpassenden Klassen aussortiert werden weil die Spiele irgendwann kaputt gehen mit ihnen?

Aber ich bin mir nicht sicher ob ich dich dort falsch verstehe mit dieser Argumentation. Also noch unsicherer als sonst im Internet, wo man eh schon sehr leicht viel falsch versteht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 9.09.2013 | 09:42
@Darius/HEX: Hab es auch gespielt und hatte viel Spaß. Das Regelsystem gibt mir trotzdem nix. Mal ganz davon abgesehen, kann man ein einmaliges Spielerlebnis jetzt schlecht vergleichen ... Ich vermute mal, Pathfinder hat Dir beim ersten Mal viel Spaß gemacht ...

@Feuersänger: Fairerweise muss man sagen, dass sich DnD 3.5 und PF sehr ähneln und manche Probleme in beiden auftreten. Dass er ein DnD 3.5-Jünger ist, daraus hat er nie Hehl gemacht.


@Charakter hochleveln am Tisch / im stillen Kämmerlein: Slayn hat da nen wichtigen Punkt. Es ist schon ein Unterschied, ob man einen SC Stufe für Stufe im Spiel aufbaut (und so die Stufen durchleidet, die man in Kauf nimmt, um zu optimieren, aber wo der Build noch nicht trägt), oder ob man auf Stufe X einsteigt, wo der Build trägt.

Ich unserer RotR-Runde hat einer der Spellcaster noch ne Stufe Hexenmeister genommen, um ein paar Zusatzzauber zu haben. Dafür erreicht er jetzt sein höheres Spruchlevel ne Stufe später - und die kann sich ganz schön ziehen ...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 09:50
Mhh...kannst du das nochmal etwas mehr ausführen? Irgendwie klingt das sehr nach: Es ist darauf ausgelegt genau die passenden Charaktere zu nehmen mit denen es nicht kippt. Du sagst die Ausreißer geschehen seltener. Ist das deiner Meinung nach so weil der Adventure Pfad dann einfach nicht mehr zuende gespielt wird, also als Art Selektion zu verstehen bei der die unpassenden Klassen aussortiert werden weil die Spiele irgendwann kaputt gehen mit ihnen?

Es ist so zu verstehen, dass, in einem normalen AP, wenn ein normal erfahrener Meister mit einer Standard-Gruppe (BP15, 4 Leute) spielt, dann immer jetzt gerade eben genügend Druck da ist, damit die Gruppe jetzt gerade eben "performen" muss.
Viel Builds nehmen sub-optimale Dinge und bauen daraus nachher eine starke Synergie auf. Wenn du aber immer jetzt sofort und auf der Stelle Leistung zu erbringen hast, ist genau das nicht möglich.
Betrachte den Pal3/Oracle Build, der diesen AP "gesprengt" hat. Hätte der Spieler diesen Char von Level 1 an hochspielen müssen, wäre das nur schwer gegangen. Oracle hat die selbst Spruchprogression wie ein Sorcerer, also um 1 verzögert im vergleich zum Wiz/Clr. Nimm die Paladinstufen hinzu, die ja irgendwann genommen werden müssten und im Spiel wären die Caster-Fähigkeiten kontinuierlich geschrumpft bevor der eigentlich angedachte Synergie-Effekt zum tragen kommt.
der Fokus bei der Charakter-Entwicklung liegt dann auch mehr darauf die nächste Stufe zu erreichen, als darauf ein ominöses Build-Ziel zu erreichen, einfach da man durch den Druck muss. Dies gilt aber auch gleichsam für Style-Charaktere, eben den genannten 2WW Rogue, denn auch auf den lastet Druck, der eigentlich dazu führt so einen Build nicht zu spielen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 09:55
@Darius/HEX: Hab es auch gespielt und hatte viel Spaß. Das Regelsystem gibt mir trotzdem nix. Mal ganz davon abgesehen, kann man ein einmaliges Spielerlebnis jetzt schlecht vergleichen ... Ich vermute mal, Pathfinder hat Dir beim ersten Mal viel Spaß gemacht ...
Pathfinder macht sogar immer noch Spaß. Nur eben nicht auf den hohen Stufen. Bis Level 8-9 ist alles OK. Da habe ich auch nie das Gefühl, das mir das System um die Ohren fliegt und alle bekommen genug Spotlight.

Zum Vergleich HEX/PF. HEX fühlt sich allerdings schon mal ganz anders an, als es PF je tat. Schnell, bunt, charakterorientiert. Und mit wesentich weniger Optionen und nicht gefühlten 1000 Optionen für meinen Startcharakter.

Aber ganz allgemein: Vielleicht bin ich nicht mehr der Typ Spieler und SL, um Systeme wie PF zu spielen. Ich spielte ja wirklich lange Rolemaster und auch das hat mich nur noch genervt zum Schluss. Wobei ich sagen muss, dass das Rolemaster System wirklich was kann vom Design her. Da kam es nie zu solchen Verwerfungen innerhalb einer Gruppe.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 10:01
@Slayn: Ah, verstehe. Aber wie passt das damit zusammen dass ja eigentlich (auch wenn es in dieser Runde so kam) dieser etwas verquere Build gar nicht der stärkste sein musste?

Da waren ja noch ein paar Tier 1 Charaktere in der Gruppe.

Und ist das ganze dann nicht dennoch eine Form der Selektion? Wie du schon sagst, diese "Builds" machen dann ja eine Weile lang keinen Spaß - und anschließend wenn sie mal funktionieren machen sie den anderen keinen Spaß mehr. Irgendwie finde ich es komisch als Lösung solcher Probleme dann "wird ja eh nicht gemacht, macht zu lange keinen Spaß" zu nehmen.

Das es den Spaß beeinträchtigt ist ja gerade das Problem. Nehmen wir mal an die Spielrunde dort hätte wirklich von Anfang an gespielt, und das Oracle hätte erstmal ein paar Stufen gejammert, bevor dann die nächsten Stufen die anderen über das Oracle jammern.

Ist das wirklich eine Lösung? Ich weiß auch dass am Ende die erfolgreichen Spielrunden darauf achten es nicht so weit kommen zu lassen, oder dies zumindest nicht extrem so werden zu lassen. Aber es ist auch sehr einschränkend und ich denke es sind auch genug Runden schon an solchen Dingen kaputt gegangen (inklusive welchen von mir leider).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 10:02
@Darius:
Wären dann die neuen Module ala The Dragon´s Demand (Stufe 1-7) (http://paizo.com/products/btpy8yvy?Pathfinder-Module-The-Dragons-Demand) oder Thornkeep (Stufe 1-8) (http://paizo.com/products/btpy8tb0?Pathfinder-Online-Thornkeep) nicht was für dich?
Oder einige der Society Scenarios sind auch auf 3-6/4-7/5-8 ausgelegt. Eventuell dort mal stöbern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 10:05
@Slayn: Ah, verstehe. Aber wie passt das damit zusammen dass ja eigentlich (auch wenn es in dieser Runde so kam) dieser etwas verquere Build gar nicht der stärkste sein musste?

Da waren ja noch ein paar Tier 1 Charaktere in der Gruppe.

Und ist das ganze dann nicht dennoch eine Form der Selektion? Wie du schon sagst, diese "Builds" machen dann ja eine Weile lang keinen Spaß - und anschließend wenn sie mal funktionieren machen sie den anderen keinen Spaß mehr. Irgendwie finde ich es komisch als Lösung solcher Probleme dann "wird ja eh nicht gemacht, macht zu lange keinen Spaß" zu nehmen.

Das es den Spaß beeinträchtigt ist ja gerade das Problem. Nehmen wir mal an die Spielrunde dort hätte wirklich von Anfang an gespielt, und das Oracle hätte erstmal ein paar Stufen gejammert, bevor dann die nächsten Stufen die anderen über das Oracle jammern.

Ist das wirklich eine Lösung? Ich weiß auch dass am Ende die erfolgreichen Spielrunden darauf achten es nicht so weit kommen zu lassen, oder dies zumindest nicht extrem so werden zu lassen. Aber es ist auch sehr einschränkend und ich denke es sind auch genug Runden schon an solchen Dingen kaputt gegangen (inklusive welchen von mir leider).

Ließ nochmals nach: Dieser Charakter kam später hinzu und war schon mehr oder weniger fertig gebaut, die Synergien waren schon da.
Die restlichen Charaktere sind im Spiel entstanden, mit den zu Verfügung stehenden Ressourcen, eben genau der Stelle an der das eigentliche Balancing dabei liegt, daher war von dem so groß besprochenen T1-Vorsprung auch wenig zu spüren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Darius am 9.09.2013 | 10:06
Ja, die habe ich schon Im Auge! ;)

Es gibt ja auch deutsche Abenteuermodule, die von Level 1 bis 5/6 gehen. Die Krypta der ewigen Flamme ist so ein Modul.

Wenn ich wieder PF leite, dann wird es so ein Modul werden. Dauert auch nicht so lange, wie ein ganzer Pfad und man hört aus meiner Sicht rechtzeitig auf. Aber auch die hier schon erwähnte Kommunikation innerhalb der Gruppe wird für mich wichtig sein. Auch da sehe ich viel Potential, weil die leute verstanden haben, warum ich so reagiert habe.

Zurückhaltung bei den SC und ein gesunder Menschenverstand können da schon viel beitragen. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 10:06
Ließ nochmals nach: Dieser Charakter kam später hinzu und war schon mehr oder weniger fertig gebaut, die Synergien waren schon da.
Die restlichen Charaktere sind im Spiel entstanden, mit den zu Verfügung stehenden Ressourcen, eben genau der Stelle an der das eigentliche Balancing dabei liegt, daher war von dem so groß besprochenen T1-Vorsprung auch wenig zu spüren.

Ja, das hab ich schon gelesen. Aber dies hätte ja nicht so sein müssen, genausogut hätte der Oracle Spieler ja schon zuvor in der Gruppe sein können. Und so wie ich dich verstanden habe sagst du: Dann wäre das Build nicht so geworden. Darum ja die Frage ob es denn wirklich besser wäre wenn der Oraclecharakter entweder etwas ganz anderes spielt oder aber erstmal ein paar Stufen lang rumjammert bevor dann die anderen jammern.

Irgendwie klingt das nicht nach einer guten Lösung.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 9.09.2013 | 10:41
...
Betrachte den Pal3/Oracle Build, der diesen AP "gesprengt" hat. Hätte der Spieler diesen Char von Level 1 an hochspielen müssen, wäre das nur schwer gegangen. Oracle hat die selbst Spruchprogression wie ein Sorcerer, also um 1 verzögert im vergleich zum Wiz/Clr. Nimm die Paladinstufen hinzu, die ja irgendwann genommen werden müssten und im Spiel wären die Caster-Fähigkeiten kontinuierlich geschrumpft bevor der eigentlich angedachte Synergie-Effekt zum tragen kommt.
der Fokus bei der Charakter-Entwicklung liegt dann auch mehr darauf die nächste Stufe zu erreichen, als darauf ein ominöses Build-Ziel zu erreichen, einfach da man durch den Druck muss. Dies gilt aber auch gleichsam für Style-Charaktere, eben den genannten 2WW Rogue, denn auch auf den lastet Druck, der eigentlich dazu führt so einen Build nicht zu spielen.
In dem Beispiel ist es Zufall (SCNR), dass der neue Charakter durch einen Späteinsteiger mitgebracht wurde.
In meinem gerade von mir gespielten AP sind bereits 4 Charaktere gestorben und mangels Resourcen nicht wiederbelebt worden. Die Ersatzcharaktere sind natürlich nicht von Stufe 1 an hochgespielt.

@Regelexpertise Pathfinder ist eine gewaltige Sammlung von Splatbooks für OGL und damit für D&D 3.5. Daher kann jeder, der sich regeltechnisch mit D&D 3.5 auskennt diese Regeln in ihren Auswirkungen bewerten (Bravo Feuersänger). Bestimmte Aspekte, wie auch von Slayn und Feuersänger ausgeführt, das Spielgefühl sind dann auch nur bei Spiel erfahrbar und ist etwas völlig anderes als die Auswirkungen der Regeln.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 11:00
und hört bei der Änderung des Barden- und Steinwissens auf.

Da sprichst du natürlich eine der (für mich als alten Bardenspieler, der zu 3.5 Zeiten knapp 80% aller Charaktere als Barden gespielt hat) schmerzhaftesten Änderungen an. Bardenwissen.

Denn Pathfinder hat dies ja letztlich nicht geändert sondern einfach entfernt und durch die Möglichkeit andere Skillchecks mit einem Bonus zu machen ersetzt. Während der 3.5er Barde tatsächlich anderes Wissen - das eine Verknüpfung mit Geschichten hatte - erhalten hat, welches andere Charaktere nicht bekommen konnten erhält der Pathfinder Barde nur noch einen (oftmals viel zu hohen) Bonus auf Wissensfähigkeiten die mit Geschichten und Liedern überhaupt nichts mehr zu tun haben müssen.

Insbesondere Lore Master empfinde ich im Spiel als sehr störend, und ist einer der Hauptgründe warum ich den Standardbarden in Pathfinder RPG nicht mag. Es ist einfach der von mir gewünschten Rolle nicht entsprechend wenn ich mehr über Magie weiß als der Magier. Tatsächlich tue ich dies aber mit meinem "Take 20" auf Wissenswürfe. Das ging mal so weit dass bei diesen Fragen mal einfach immer mein Barde angeschaut wurde - selbst von eben diesem Magier. Ohne das dies im RP irgendeinen Grund gehabt hätte. Während die Dinge von denen ich tatsächlich Ahnung hätte haben sollen im Spiel eigentlich nicht mehr vorkommen - echtes Bardenwissen gibt es halt nicht mehr.

Die "Lösung" dafür heißt dann oft: Nimm halt einen Archetypen!, doch das läuft sehr stark in die Richtung "na spiel doch was anderes", und auch dort bin ich natürlich dann an andere Konventionen gebunden.

Leider, denn die Bardenklasse liebe ich immer noch. Aber es ist leider auch nicht die einzige Änderung bei der Pathfinder RPG sie ein wenig zusammenstutzt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 11:35
Ja, das hab ich schon gelesen. Aber dies hätte ja nicht so sein müssen, genausogut hätte der Oracle Spieler ja schon zuvor in der Gruppe sein können. Und so wie ich dich verstanden habe sagst du: Dann wäre das Build nicht so geworden. Darum ja die Frage ob es denn wirklich besser wäre wenn der Oraclecharakter entweder etwas ganz anderes spielt oder aber erstmal ein paar Stufen lang rumjammert bevor dann die anderen jammern.

Wenn jemand jammert, egal ob der Spieler oder seine Mitspieler, dann ist eh zwischen denen etwas schief gelaufen. Was bringt das beste Built, wenn die Mitspieler diesen Charakter erst mal mitschleppen müssen, ohne dass dieser sein Gewicht tragen kann? Da würden meine Spieler schon eher streiken als ich.
Wir reden doch hier über ein Gruppenspiel, bei dem Charaktere am realen Spieltisch gemessen werden und wachsen.

Irgendwie klingt das nicht nach einer guten Lösung.

Das ist aber die Lösung für die ganze Balance-Sache, denn im Spiel stellen sich Dinge anders dar als in der Theorie.

@afbeer:
Keine Wiederbelebung mangels Ressourcen oder mangels Zauber ist ein Ding für sich und kommt in den untersten Stufen oft vor. Welchen AP spielt ihr denn gerade, das ihr da so viele Verluste habt?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 11:42
Das ist aber die Lösung für die ganze Balance-Sache, denn im Spiel stellen sich Dinge anders dar als in der Theorie.

Das Problem ist ja: Diese Probleme entstehen im Spiel. Es gibt wohl tausende Threads wie diesen zu 3.5 und Pathfinder in den Foren die sich damit beschäftigen. Und das sind ja nun nicht alles Leute die das Spiel nur theoretisch kennen oder nicht von der Basis an spielten. Sondern eher Leute die das Spiel lieben und seit Jahren spielen. Allein in diesem Forum hier finden sich genug davon.

Es ist ja nicht so als ob diese Probleme nur theoretisch sind, nein sie passieren im Spiel. Und im Spiel suchen gute Spielleiter und Spieler dafür eine Lösung. Was lobenswert ist, und auch darin resultiert das man Spaß damit haben kann. Das ich beispielsweise Spaß damit hab, trotz aller Problemchen und Einschränkungen.

Aber es ist dennoch irgendwie eher ein Umgehen des Problems als eine echte Lösung. Mehr so ein - "in guten Runden passiert das nicht! Und schlechte Runden in denen das passiert lösen sich eh irgendwann auf."

Ist mir leider zu oft passiert das auch Runden die ich eigentlich sehr mochte an so etwas zerbrachen. Und ich merks ja auch bei mir selbst. Ich spiele zwar schon eine weile wieder Pathfinder RPG nach der letzten Gruppe die kaputtging. Aber ich würde es mit besseren Regeln natürlich viel häufiger spielen, und ich denke auch dass die Dauer die die Gruppen halten höher wäre. Einfach weil es noch etwas mehr Spaß machen würde.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 11:57
@Arldwulf:

Für meinen Geschmack wirfst du jetzt drei Dinge zusammen, die nicht zusammen gehören, auch wenn es so scheint.

Auf Grund der Grauen Theorie wirken etliche Optionen besser als andere. Das könnte man jederzeit sogar mathematisch unterfüttern, bringt am Spieltisch aber nur wenig.

System Mastery und Powergaming im "Hier und Jetzt", da sind gute und starke Optionen immer besser und zu bevorzugen, zeigen sich am Spieltisch auch als solche und bringen allen Beteiligten Spaß

System Mastery und Powergaming im "Stillen Kämmerlein", hier kommen die extremen Varianten hervor, aber auch oft zu extremen Kosten. In meinen Gruppen waren es mehr die Mitspieler als ich, die auf die Barrikaden gingen und ein Gespräch mit dem betreffenden Spieler gesucht haben, da der ihnen den Spaß verdorben hat. Gerade das hier ist oftmals eine anerzogene Lücke, dann man schiebt das zu oft auf den Meister, auch wenn es eine Sache ist die in der Gruppe zu lösen ist.

Sl-Seitig ist das eine andere Sache. Wer hier System Mastery kennt, der setzt z.B. eine Anfängergruppe (um den alten Begriff zu nutzen) auf die klassische 4xEL-x Schiene an, eine erfahrene Gruppe dagegen auf Low Progression, 8xEL-x.

Daher eine klare Trennung von Problemen, die In Potentia entstehen können und Problemen, die im Spiel entstehen werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 12:01
Da stimme ich dir durchaus zu. Natürlich gibt es jede Menge theoretische Builds die am Spieltisch nie landen, weil jeder weiß dass sie das Spiel sprengen würden.

Pun Pun ist da so ein Beispiel. Reine Theorie.

Ich spreche also ausschließlich über die tatsächlich im Spiel eingesetzten Optionen - ausschließlich über das was du als "im hier und jetzt" bezeichnest. Insofern irrst du dich auch wenn du sagst ich werfe dort etwas durcheinander. Die Optionen aus dem stillem Kämmerlein und der Optimiererecke betrachte ich gar nicht erst, die bleiben ganz außen vor.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 12:19
Da stimme ich dir durchaus zu. Natürlich gibt es jede Menge theoretische Builds die am Spieltisch nie landen, weil jeder weiß dass sie das Spiel sprengen würden.

Pun Pun ist da so ein Beispiel. Reine Theorie.

Ich spreche also ausschließlich über die tatsächlich im Spiel eingesetzten Optionen - ausschließlich über das was du als "im hier und jetzt" bezeichnest. Insofern irrst du dich auch wenn du sagst ich werfe dort etwas durcheinander. Die Optionen aus dem stillem Kämmerlein und der Optimiererecke betrachte ich gar nicht erst, die bleiben ganz außen vor.

Pun Pun ist witzig, das meine ich aber nicht.

(Sorry, keine Bücher zur Hand, deswegen fallen mir die genauen Feat-Namen jetzt nicht ein, sollte aber klar sein was ich meine)
Vergleiche mal das: Es gibt ja immer wieder die wilde Idee, der Kleriker wäre der bessere Kämpfer, gerade eben wenn er mit Persistent Spell den Divine Power 24h machen kann, besonders, wenn er sich die Kosten durch (mit einem Feat) eingesetzte Turn Attempts durchpowered.
Vergleiche dagegen ein Feat wie "Stormtrooper" aus dem Complete Warrior, bei dem man aus einer Kette Feats die eher mit (+) zu bewerten sind, nachher ein Synergiepaket im (+++) Bereich bekommt.

Ersteres klingt auf dem Papier gut, scheitert aber später, im Spiel, daran dass man eben seine Turn Attempts benötigt und eben nicht zur Verfügung hat um das eine Feat da zu powern. Entweder sind dann die TAs weg, fehlen im Spiel, was dann zu unfriede und ärger sorgt, gerade in PF, oder der Spieler ist unzufrieden, da sein Konzept nicht aufgeht.
Daher wieder allgemeine und gemeinsame Charaktererschaffung, kein stilles Kämmerlein, dann gibt es keine "weit ausholenden Konzepte" und das kommt nicht auf.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 12:38
Das habe ich noch nie so erlebt. Wirklich vermisst habe ich "Untote vertreiben" nie, es ist in Relation zu Grad 4- oder Grad 5-Zaubern (auf die man in den Stufen, von denen man da redet ja bereits Zugriff hat) eigentlich immer die schlechtere Wahl.

Reden wir über die 3,5 oder PF? Die Positive Energy variante ist immer ein guter, solider Gruppenheilzauber ohne Ressourcenverschwendung, ersetzt an und für sich den Stab of CLW-Standard der 3,5.

[Nachtrag] Das Balancing in bezug zu einem AP ist zu betrachten, nicht die "einfach so"-Variante.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Narubia am 9.09.2013 | 12:54
Reden wir über die 3,5 oder PF? Die Positive Energy variante ist immer ein guter, solider Gruppenheilzauber ohne Ressourcenverschwendung, ersetzt an und für sich den Stab of CLW-Standard der 3,5.
Ich meinte ersteres, für PF hast du Recht. Aber ich kenne grade auch keine Möglichkeit, in PF Anwendungen für "Positive Energie kanalisieren" in Metamagie zu verwenden, so wie es DMM in 3.5 möglich machte. Aber vielleicht belehrst du mich gleich eines Besseren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 12:59
aber dafür gibt es doch nun channeling feats.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 13:09
Ich meinte ersteres, für PF hast du Recht. Aber ich kenne grade auch keine Möglichkeit, in PF Anwendungen für "Positive Energie kanalisieren" in Metamagie zu verwenden, so wie es DMM in 3.5 möglich machte. Aber vielleicht belehrst du mich gleich eines Besseren.

Ich muss dich da gar keines besseren belehren, ich zeige nur einen Unterschied auf.
In der 3,5 waren Turn und besonders Rebuke unglaublich nutzlos, da die Mechanik noch irgendwie auf dem Alten AD&D Vorbild basierten. Deswegen konnte man sie auch getrost anderweitig nutzen. Im gleichen Stil war ein Wand of CLW die beste Heilung.
Es gibt aber etliche Leute, die sagen d20 ist d20, deswegen portieren wir einfach mal alles rüber (Theorie eben), welche die gleichen alten Feats und diese Denkweise auf PF anwenden, wo eben Turn zur Heilung eingesetzt einfach zig Mal besser ist als ein Wand of CLW.
Das sind aber diese Unterschiede, die im Spiel hervorkommen, nicht wenn man einfach nur die Regeln wälzt.
Trotzdem ist es noch möglich, wie kalgani erwähnt, mit bestimmten Feats mal eben zwischen Elementaren, Outsidern, Fey, etc. mit Turn/Rebuke Nova zu gehen und einfach zu bomben, was immer noch sinnvoller ist als das alte Persistent-Dingends zu nutzen.

[Nachtrag] Der wichtige Unterschied ist darin zu sehen, das so ein Konzept wie "Billiges Persistent Divine Power" keine Füße mehr auf den Boden bekommt, wenn alle beteiligten Mittel, eben die Turn/Rebukes und Feats einfach anderswo besser eingesetzt sind.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 13:34
@slayn eigentlich wollte ich sagen das mein Problem eher ist: auch bei den ganz normalen, nur wenig optimierten Charakteren gibt es die oben angesprochenenen Probleme. Aber je mehr ich drüber nachdenke umso mehr wird mir klar dass es mehr als dies ist. In einem ausbalancierten System wurden wir über den Character des Paladinoracles sprechen.

Über die frage wie man ihn stimmig machen kann, und welche Mechanik ihn im Rollenspiel gut darstellbar macht. Und einfach nur sagen, dass dies eigentlich eine schöne Charakteridee ist. Und welche Optionen am besten helfen könnten um den Charakter so darzustellen dass er seine Rolle gut ausfüllt. Die Rolle des Charakters wohlgemerkt, im Rollenspiel.

Doch stattdessen geht es um builds im theoretischem und praktischem und die Frage ob den überhaupt jemand von Level 1 an spielen würde. Feuersängers Klerikerprobleme, und mein Ärger über den Barden sind dort nur weitere Beispiele. Gute Regeln sollten im Rollenspiel helfen und es unterstützen, nicht es einschränken und erschweren stimmungsvoll zu spielen.

Doch das ist letztlich viel zu selten der Fall.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 13:49
Wieso baut man sich überhaupt theoretische builds?
also ich hab meist erstmal eine vorstellung um was es thematisch gehen soll und dann schaue ich wie ich das am ehesten hin bekomme. was dann im spiel passiert entscheidet die weitere entwickung des SC.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 13:54
Machen wahrscheinlich viele so, aber so wie ich Slayn verstanden hab geht es ihm ja auch gar nicht um rein theoretische Builds (also PunPun und Co.) sondern auch um Builds die tatsächlich im Spiel auftauchen, aber vorher "entworfen" wurden.

Also vorgeplant wurden. Korrigier mich da bitte wenn ich es falsch verstanden hab Slayn.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 14:27
klar hab ich auch vorher eine idee wo ich mit dem char hin will, aber das wird zu 90% während der runde über den haufen geworfen weil es einfach nicht mehr wirklich zur gruppendynamik passen würde.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 15:02
Whoa, ihr wart ja fleissig. Ich häng da jetzt etwas hinterher:

Zitat
Ich denke, was Feuersänger im Allgemeinen unterschätzt, sind die vielen Kleinständerungen, die Pathfinder meiner Ansicht nach zum besseren System machen.

Klar, es gibt viele Kleinständerungen, aber hier hat sich für mich auch in der Praxis bestätigt, was ich vorher schon vermutete: wer früher schon 3.5 gespielt hat, verwendet diese Micro-Änderungen meist gar nicht. Siehe das obige Beispiel für Cleave; die Gruppe spielt schon länger Pathfinder, aber verwendet immer noch die 3.5er Cleave-Regeln. Ihnen ist vermutlich nichtmal bewusst, dass das bei PF eigentlich anders geht.

Das ist auch ganz natürlich. Alte Regeln, die sich einem einmal eingeprägt haben, lassen sich nur schwer überschreiben. Ich ertappe mich heute noch immer wieder dabei, dass ich in manchen Dingen noch die 3.0er-Version im Kopf habe und automatisch anwende. Z.B. bei diversen Buffs, die damals Stunden/Stufe anhielten und jetzt nur noch Minuten.

Otto Normalspieler hat die Regeln einmal gelesen, und sieht jetzt nicht ein, den ganzen dicken Schwarten nochmal mit der Lupe nach all diesen kleinen Änderungen abzusuchen. Ich hätte es da auch schön gefunden, wenn alle geänderten Regeln in PF farblich markiert wären.

--

Zweitens, ein wenig Senf zur Turn Undead-Geschichte: wie Slayn vollkommen richtig sagt, ist TU als solches in 3.5 vollkommen für die Füße. Macht aber nix, weil die Attempts als Brennstoff für Dinge wie Devotion Feats oder DMM viel sinnvoller eingesetzt sind. Man plant da voraus: "Ich habe Travel Devotion, das will ich 4mal am Tag einsetzen können, also muss ich dafür 6 TU einplanen (das erste ist ja gratis)" usw. Es interessiert wirklich _kein Schwein_, ob er dann noch TUs zum eigentlichen törnen übrig hat.

DMM Persist ist so eine Sache: ja, es gibt dem Kleriker BAB und HP eines Fighters und dazu einen Stärkebonus (der als Item 36K wert ist). Aber das frisst halt im ganzen 3-4 Feats: Extend, Persist, DMM und dann noch ein Extra Turning um es bezahlen zu können. Als SL habe ich da inzwischen keine Bedenken mehr, dass es gamebreaking wäre.

Es gibt halt zwei Sorten von Imbalance:
- einmal das "Fuck you I'm a God" Syndrom, wenn ein einzelner Spieler kraft seiner Magie das ganze Spiel aus den Angeln hebt, und mit jeglichen Herausforderungen einfach Schlitten fährt, oder ganze Kampagnen sprengt indem er den Oberbösewicht unter seine Kontrolle bringt.
- und andererseits als mildere Stufe, wenn ein Charakter zwar nicht das Spiel sprengt, aber trotzdem dermaßen in fremden Revieren wildert, dass der eigentliche Revierinhaber überflüssig gemacht wird. Vorausgesetzt, er konnte seine Rolle überhaupt jemals erfüllen, was ja leider auch nicht selbstverständlich ist.

Der DMM Persist Cleric ist ggf eine Instanz von Fall 2, weil er zumindest _ähnlich_ gut kämpfen kann wie ein Kämpfer oder Paladin (man darf ja nicht vergessen, dass es mit Divine Power nicht getan ist, sondern es auch noch Divine Favour, Righteous Might etc gibt), und _zusätzlich_ auch immer noch volles Spellcasting hat. Wodurch sich der T5-Spieler mit Recht fragt, was er in diesem Spiel eigentlich soll. Allerdings kann er sich die gleiche Frage auch schon stellen, wenn ein T3-Krieger wie Warblade oder Crusader im Spiel ist. Letztere sind eben dazu gedacht, die Kernklassen zu _ersetzen_ und nicht unbedingt, um neben ihnen zu existieren. Fighter nimmt man als Spieler eigentlich nur noch maximal als 1-2 Level Dip, und als SL für NSCs, weil sie beherrschbarer und leichter zu handlen sind als Adepten.
Kurz, der Persist Cleric fällt für mich in die gleiche Schiene: wenn er im Spiel ist, braucht man keinen Pala oder Fighter mehr. Warblade oder Crusie hingegen können sich weiterhin behaupten. Ob er also in einer Spielrunde akzeptabel ist, hängt davon ab was die anderen spielen wollen und welches Powerniveau insgesamt angestrebt wird. Insgesamt ist er sogar relativ gesehen harmloser als manch anderer Cleric, der mit seinen TUs lieber sein Spellcasting boostet.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 15:14
Ich glaube eh dass persistent Spell hier nicht unbedingt hingehört....funktioniert in Pathfinder ja eh anders. Das ist mehr ein reines 3.5 Thema.

Ganz generell würde ich die Änderungen zwischen 3.5 und Pathfinder RPG aber auch nicht als "klein" bezeichnen. Am Ende ist doch recht wenig unberührt geblieben. Pathfinder RPG und 3.5 sind verschiedene Spiele.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 15:25
Stimmt, es ging dabei mehr um die Evaluation Turn Undead vs. Channeling.
Ich sag mal so:
Channeling macht das, was es soll, besser als in 3.5 Turn Undead. Aber eben auch nicht mehr.
Turn Undead macht das, was es eigentlich soll, überhaupt nicht gut, aber stattdessen kann man dafür viel mehr, mächtigere Sachen damit anstellen, die es in PF wie gesagt überhaupt nicht gibt.

(Allerdings hat die PF Channel-Regel ihren Ursprung auch in einer 3.5-Optionalregel, aus CD wenn ich mich recht entsinne. Die kam aber so spät, dass sich zu dem Zeitpunkt schon niemand mehr dafür interessiert hat, weil es schon viel bessere [mächtigere] Optionen gab.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 15:44
Also ich spiele nun seit ca. 3 Jahren nur noch PF (was DnD artiges angeht) und die alten cleave, power attack, darkness, spazial attack etc. regeln sind nur noch wage vorhanden.

auch das cleave nur bei benachbarten gegnern einsetzbar ist, finde ich nur logisch und konsequent.

was das zusammenlegen von skills angeht nervt es mcih inzwischen das man bei level 10 gruppen um was einigermaßen zu verstecken mind. DC30 für perception ansetzen muss, damit ein chance besteht das die gruppe das nicht findet.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 15:55
auch das cleave nur bei benachbarten gegnern einsetzbar ist, finde ich nur logisch und konsequent.

Finde ich überhaupt nicht zwingend. Was spricht dagegen, dass man eine Stangenwaffe so heftig schwingt, dass man damit einen 180°-Sweep vollführt?
Mal ganz außen vor gelassen, dass es sehr unfair den Mundanen gegenüber ist, bei ihnen jede einzelne Handlung von vermeintlichem Realismus abhängig zu machen, während die Zauberer tun dürfen was sie wollen, weil Mädschick.
Viel wichtiger finde ich da, dass ein _Feat_ (eine knappe Ressource) einen spürbaren Mehrwert bieten sollte. Und wenn ich mir da so das erlebte Spiel ins Gedächtnis rufe, kam es _kein einziges Mal_ vor, dass zwei Gegner direkt nebeneinander standen, obwohl wir teilweise gegen 5 Feinde gleichzeitig kämpften. Der Fighter hätte von seiner Featauswahl also streng nach PF-Regeln genau NICHTS gehabt, trotz 6 ausgefochtenen Encountern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 16:11
dafür muss ich beim PF cleave aber den gegner nur treffen nur nicht droppen.

leider gibt es den shieldwall aber nur per teamworkfeat und nicht automatisch.
denn dann würden nebeneinander stehenden gegner sicher öfter vorkommen.

was viel mehr stört das man in PF cleave nicht bei einer full-attack nutzen kann!
genauso sinnlos wie vital strike das nur mit einer einfachen attacke funktioniert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 16:13
Gibt eigentlich eine Menge derartige Regelanpassungen die etwas anpassen was nicht unbedingt angepasst werden musste. Oder das eigentliche Problem dass eine Regelmechanik hatte nicht anfassen  -  aber dafür die Dinge die funktionierten kaputt machen.

Bardenlieder und Polymorph sind da auch so ein paar Beispiele. Aber zum Teil hab ich das ganze inzwischen schon akzeptiert - man darf dort nicht unbedingt den 3.5 Vergleich immer bringen. Es ist ein eigenes Spiel, und auch wenn vieles in 3.5 besser funktionierte kann man Pathfinder RPG ja auch nicht nachsagen dass nun alles schlecht wäre. Ein paar schöne Ideen sind da schon enthalten, und für sich genommen macht es auch Spaß.

Man darf halt nur nicht die Erwartungshaltung haben das es 3.5 "fixt". Da wo Paizo eine 3.5 Regelung ändert kommt selten etwas gutes raus, da wo sie etwas eigenes einbauen gefällt es mir oft schon viel besser.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 16:23
Man darf halt nur nicht die Erwartungshaltung haben das es 3.5 "fixt". Da wo Paizo eine 3.5 Regelung ändert kommt selten etwas gutes raus, da wo sie etwas eigenes einbauen gefällt es mir oft schon viel besser.

Diese aussage empfinde ich als blödsinn. denn 99% der geänderten regelmachaniken gefallen den meisten doch besser, sonst würden die alle schließlich noch 3.5 spielen und nicht PF. generell findet man inzwischen einfacher PF runden als 3.5er daher die aussage
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 9.09.2013 | 16:30
Finde ich überhaupt nicht zwingend. Was spricht dagegen, dass man eine Stangenwaffe so heftig schwingt, dass man damit einen 180°-Sweep vollführt?
Mal ganz außen vor gelassen, dass es sehr unfair den Mundanen gegenüber ist, bei ihnen jede einzelne Handlung von vermeintlichem Realismus abhängig zu machen, während die Zauberer tun dürfen was sie wollen, weil Mädschick.
Viel wichtiger finde ich da, dass ein _Feat_ (eine knappe Ressource) einen spürbaren Mehrwert bieten sollte. Und wenn ich mir da so das erlebte Spiel ins Gedächtnis rufe, kam es _kein einziges Mal_ vor, dass zwei Gegner direkt nebeneinander standen, obwohl wir teilweise gegen 5 Feinde gleichzeitig kämpften. Der Fighter hätte von seiner Featauswahl also streng nach PF-Regeln genau NICHTS gehabt, trotz 6 ausgefochtenen Encountern.

Ich habe mit Dir darüber schon mal irgendwo in einem anderen Thread gesprochen. Über die PF-spezifischen Regelmechanismen zu Urteilen ohne eine vollständige Übersicht zu haben, was möglich ist, ist schlichtweg unzureichend. Die Schere zwischen "Fighter und Wizard" ist in PF schmaler als in 3.5 wenn man es in Relation zu den Zusatzquellenbänden setzt.

Man kann mit den 4 "Basisregelwerken" unfassbar vielseitige Kämpferkonzepte spielen.

Und auch sowas wie vital strike ist im richtigen Konzept einfach nur mega stark. Bei 3.5 wie auch bei PF gibt es nur wenige feats, die pauschal stark sind. Die meisten erfordern eben gewisse Synergien und sind dann unter Umständen richtig cool.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 16:33
Diese aussage empfinde ich als blödsinn. denn 99% der geänderten regelmachaniken gefallen den meisten doch besser, sonst würden die alle schließlich noch 3.5 spielen und nicht PF. generell findet man inzwischen einfacher PF runden als 3.5er daher die aussage

^^ Hey, im Prinzip bin sogar ich dort ein Beispiel dafür.

Ich spiele ja schließlich auch Pathfinder RPG und nicht mehr 3.5

Insofern ist das durchaus ein valides Argument. Doch die Gründe sind bei genauerer Betrachtung natürlich vielfältiger. Es gibt einfach insgesamt weniger 3.5 Gruppen inzwischen. Obwohl die Spieler die ich kenne eigentlich fast alle ähnliche Probleme mit 3.5 hatten und mit Pathfinder RPG haben sind sie dennoch gewechselt.

Sei es weil sie mal was neues ausprobieren wollten, sei es weil sie so leichter an Material kamen oder weil die Mundpropaganda in den Foren über Pathfinder doch zumeist positiv ist. Bei vielen war es auch der Editionsstreit zuvor.

Wenn ich heute nach einer Gruppe suche finde ich für Pathfinder RPG leichter eine als für 3.5 und so etwas verstärkt sich natürlich auch automatisch selbst.

Aber ich würde dies nicht als einzigen Grund gelten lassen. Wie oben schon gesagt: Pathfinder RPG macht Spaß. All die Gründe oben würden nicht ziehen, oder hätten nur kurzfristig gezogen wenn es nicht so wäre. Das System als ganzes ist ein gutes Rollenspielsystem, und ich kenne haufenweise Systeme die deutlich schlechter sind. Selbst im D&D Umfeld gefällt mir 3.0 z.B. schlechter und auch 3.5 nur leicht besser.

Das macht nur nicht jede Änderung darin sinnvoll. Oder das System nun perfekt. Manche Sachen kann man kritisieren, und alles was ich oben sage ist dass die meisten Sachen die ich kritisieren würde Änderungen gegenüber der 3.5 sind. Also Regeln die man darin angepasst hatte. Während mir Dinge die ganz neu hinzukamen oft durchaus gut gefallen.

Muss dir ja nicht genauso gehen, vielleicht siehst du es genau anders herum? Ich meine - das ist doch der Sinn von Threads wie diesem und Diskussionsforen. Wenn du beispielsweise eine andere Meinung hast zu den Bardenliedern (als Beispiel): Hau sie raus! Ich denke das hilft Leuten die sich für Pathfinder RPG interessieren mehr als: Schau, die ganzen 3.5 Runden sind verschwunden!

Denn die sind nicht einfach nur verschwunden weil Pathfinder RPG nun als System ohne jeden Zweifel besser wäre.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 16:35
Diese aussage empfinde ich als blödsinn. denn 99% der geänderten regelmachaniken gefallen den meisten doch besser, sonst würden die alle schließlich noch 3.5 spielen und nicht PF.

Ich sehe das wiederum genauso wie Arldwulf. PF hat bei vielen Dingen, die überhaupt nicht broken waren, versucht sie zu "fixen" und dadurch verschlimmbessert.
Siehe Cleave: ja, das triggert in 3.5 nur wenn ein Gegner fällt. Das hat unser Fighter aber sehr zuverlässig geliefert; abgesehen vom Endkampf hat er alle Gegner bis auf einen geoneshotted; Cleave hätte also sowieso getriggert. (Zugegeben, da war diese falsche Interpretation von Overhead Chop mit dabei.)

Zitat
generell findet man inzwischen einfacher PF runden als 3.5er daher die aussage

Der Sachverhalt trifft zwar zu, aber das hat m.E. schlicht und einfach den Grund, dass PF nach wie vor _in Print_ ist, während man 3.5 Zeug kaum noch rankommt. Wenn man also neue Spieler rekrutieren will, hat man mit PF deutlich bessere Karten. Auch muss man dem deutschen Verlag neidlos zugestehen, dass sie sehr gute Öffentlichkeitsarbeit machen, mit Supportrunden usw.
3.5 spielt heutzutage in erster Linie, wer den ganzen Krempel halt noch hat und sich nicht davon trennen mag - aus welchen Gründen auch immer. Bei mir liegt es wie gesagt daran, dass es in 3.5 einfach ein Haufen Zeug gibt, dass ich _geil_ finde und nicht darauf verzichten möchte. UND ich hab dabei noch nichtmal das volle Potential erschlossen; ich benutze keine Psionik, kein Incarnum, keine Incantations, keine Paktmagie...

Allerdings bleiben eben nicht alle Spieler auf ewig bei einem System. Die meisten brechen irgendwann zu neuen Ufern auf. Und da ist halt der Unterschied, dass abgewanderte PF-Spieler durch neue Rekruten ersetzt werden, verrentete 3.5-Spieler hingegen nicht. We are a dying race.  :-\

Auch ich muss mich so langsam mit dem Gedanken anfreunden, mangels Alternative in eine PF-Runde einzusteigen. Besser als nichts, aber _lieber noch_ würde ich weiterhin 3.5 spielen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 16:38
Machen wahrscheinlich viele so, aber so wie ich Slayn verstanden hab geht es ihm ja auch gar nicht um rein theoretische Builds (also PunPun und Co.) sondern auch um Builds die tatsächlich im Spiel auftauchen, aber vorher "entworfen" wurden.

Also vorgeplant wurden. Korrigier mich da bitte wenn ich es falsch verstanden hab Slayn.

Hast du vollkommen richtig verstanden.
Wobei ich mich, abseits der Regeln, schon immer gefragt habe, wie sich jemand einen Charakter visualisiert, der erst ab Stufe X vollständig genug ist, so dass auch andere Mitspieler ihn als solches erkennen. Aber das nur so nebenbei.

@Feuersänger:
Gerade an der Stelle merkt man: Wir reden von der BRD, du von der Weimarar Republik. Ja, es ist D20, nein, es ist nicht wirklich 3,75E. Durch die genutzten Stellschrauben ist vieles sehr anders.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 16:39
"An der Stelle"? Worauf beziehst du dich da jetzt?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 16:42
Hast du vollkommen richtig verstanden.
Wobei ich mich, abseits der Regeln, schon immer gefragt habe, wie sich jemand einen Charakter visualisiert, der erst ab Stufe X vollständig genug ist, so dass auch andere Mitspieler ihn als solches erkennen. Aber das nur so nebenbei.

Ich glaube gar nicht dass die Spieler das so sehen - ging mir zumindest nie so wenn ich einen Charakter vorgeplant hab, und meist war dies ja ohnehin nur grob.

Aber mein Hauptpunkt ist ja ohnehin: Auch gänzlich ohne derartige Vorplanung existieren die Balancingprobleme ja - es ist nicht so als ob die nur zum Tragen kämen wenn man auf ein bestimmtes Build hinarbeiten muss. Im Gegenteil - häufig wird ja als Lösung der Probleme genannt: "Dann spiel doch Build XYZ, damit holst du auf!" was ich wie gesagt auch nicht für eine optimale Lösung halte da es die Charaktervielfalt und Bindung sehr einschränkt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 9.09.2013 | 16:46
... denn 99% der geänderten regelmachaniken gefallen den meisten doch besser, sonst würden die alle schließlich noch 3.5 spielen und nicht PF. ...
Die Leute spielen PF, weil sie dafür leicht ein GRW erwerben könne. Das hat bei OGL Spielen weniger mit dem Gefallen zu tun als mit der Verfügbarkeit.

Pathfinder entstand, weil die APs ein GRW im Laden brauchten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 16:51
"An der Stelle"? Worauf beziehst du dich da jetzt?

Ich bin, relativ gesehen, spät zu PF umgestiegen und mir ging dauernd im Kopf rum: Ist doch nicht broken, was fixen die es?
Die Regeln aber mal komplett und stringent umgesetzt, ergibt eben diesen kleiner werdenden Spalt zwischen den Tiers, wie er schon erwähnt wurde.
Cleave ist da eben so ein Paradebeispiel, dass du erst zu schätzen weißt, wenn du es mal in Aktion gesehen hast, vorzugsweise in Kombination mit Melee-Klassen, die es dann auch noch wirklich sinnvoll umsetzen können, etwa Cavalier/Samurai, Rogue/Ninja oder vielen der richtig deftigen Fighter-Archetypen.

Ich glaube gar nicht dass die Spieler das so sehen - ging mir zumindest nie so wenn ich einen Charakter vorgeplant hab, und meist war dies ja ohnehin nur grob.

Einer meiner Spieler hatte da so einen Tick, der hat sich seine Charaktere als richtige Helden vorgestellt und hatte dabei wohl Roman Protagonisten im Kopf. Der hat sich diesen Helden nachgebastelt und dann erspielt. das war eine Quasl zu sehen, wie er von vorne herein versucht hat einen bestimmten Charakter darzustellen, auch wenn die Mechanik ihn an keinster Stelle unterstützt hat.
Iregendwann haben wir ihn verdonnert einen der Beispielcharaktere zu nehmen und siehe da, es wurde für alle Beteiligten angenehmer.

Aber mein Hauptpunkt ist ja ohnehin: Auch gänzlich ohne derartige Vorplanung existieren die Balancingprobleme ja - es ist nicht so als ob die nur zum Tragen kämen wenn man auf ein bestimmtes Build hinarbeiten muss. Im Gegenteil - häufig wird ja als Lösung der Probleme genannt: "Dann spiel doch Build XYZ, damit holst du auf!" was ich wie gesagt auch nicht für eine optimale Lösung halte da es die Charaktervielfalt und Bindung sehr einschränkt.

Dass das Problem immer noch existiert ist klar, widerspricht ja auch keiner. Es ist nur nicht so extrem. So wählt ein Wizard-Spieler, der nicht vorgeplant hat, seine Spells ggf. auch nur von Stufe zu Stufe, also je nachdem was jetzt passt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 16:58
Die Leute spielen PF, weil sie dafür leicht ein GRW erwerben könne. Das hat bei OGL Spielen weniger mit dem Gefallen zu tun als mit der Verfügbarkeit.

Pathfinder entstand, weil die APs ein GRW im Laden brauchten.


PF entstand wohl eher weil WotC paizo den Dragon/Dungeon Stecker gezogen hatte und die 4E nicht der erwartete knaller war und man somit das risiko "3.5 refurbishing" einging, was dann sicher etwas unerwartet durch die decke ging.

was die verfügbarkeit angeht, warum hat es dann nicht irgendein anderes d20 derivat geschafft den status zu bekommen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 17:00
was die verfügbarkeit angeht, warum hat es dann nicht irgendein anderes d20 derivat geschafft den status zu bekommen?

Auch wenn das leicht OT ist: Die Derivate, die ich so gesehen habe, waren zwar oft nett, aber meist Nischenprodukte oder nie wirklich vollständig.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 17:01
Um das aber nochmal zu erwähnen: Ich glaube auch nicht dass es NUR die bessere Verfügbarkeit ist. Wie gesagt, es gibt auch vieles was gut funktioniert. Und das was schlecht funktioniert kann man immer hausregeln und anpassen oder einfach ignorieren.

Wenn ich z.B. oben sage dass 3.5 aus meiner Sicht das bessere System ist dann ist der Unterschied zum einem marginal - zum anderem bezieht sich dies immer auf eine Rules as Written Betrachtung. Es gibt eben mehr Änderungen die mir nicht gefallen als Änderungen die ich gut finde. Sowohl 3.5 als auch Pathfinder RPG werden aber ohnehin oft mit Anpassungen bespielt - das ganze hat also immer auch etwas theoretisches und man wird im Spiel nicht immer von allen Problemen die es so gibt erwischt.

Meist von nur wenigen.

Wie gesagt: Das System selbst ist immer noch ein gutes. Nur halt nicht unbedingt die große Verbesserung zur 3.5 und wenn man die Änderungen dort tatsächlich genau so übernimmt wie sie dastehen kommt man auch leicht an Stellen bei denen es konkrete Verschlechterungen gibt. Bei denen etwas einfach schlechter funktioniert als vorher.

Ich hab ja oben gesagt dass ich zu 3.5 Zeiten zu gut 80% Barden gespielt hab. Ich liebe die Klasse, und aus meiner Sicht kann sie in 3.5 sogar gut als Ankerpunkt für ein Balancing genommen werden. Ich mag das Flair, ich mag viele Mechaniken und auch wenn ich mal sogar eine Version gebastelt hab als alternativen Barden: Am Ende hat mir auch der 3.5 Barde immer sehr viel Spaß gemacht.

Der Pathfinderbarde ist nun etwas bei dem ich von einer verhunzten Regelanpassung sprechen würde, viele Änderungen dort gefallen mir entweder überhaupt nicht oder sind aus meiner Sicht mit sehr wenig Nachdenken über die Auswirkungen entstanden. Das Gefühl das dort jemand saß und überlegt hat: "Hey, wie können wir dafür sorgen dass diese Klasse mehr Spaß macht, besser funktioniert und ihr Flair transportiert" habe ich nie.

Das war zum Teil in Playtestzeiten noch etwas schlimmer, aber auch die fertige Version ist halt etwas das mir leicht den Spaß an meiner Lieblingsklasse verdirbt. Aber ich spiele trotzdem Pathfinder RPG. Nur halt nicht mehr so oft das was mir am meisten Spaß machen würde. Man kann die Anzahl der Spieler nicht rein auf Regelqualität reduzieren, dafür gibt es zu viele Spieler die zwar mit Regeln unzufrieden sind, aber dennoch aus anderen Gründen mitspielen.

Meinen Barden spiel ich inzwischen halt woanders  -  es ist ok. Manchmal muss man auch einfach Kompromisse machen und nicht erwarten dass das System in allen Dingen toll ist. Manchmal spielt man auch einfach nur etwas weil nichts anderes sich anbietet.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 9.09.2013 | 17:09
zum barden kann ich leider nix sagen, mit dem konnte ich schon in 3.0 nix anfangen.
aber so wie sich die auswirkungen am spieltisch anhören waren die änderungen eventuell wirklich suboptimal.
kann ich aber wie gesagt nicht beurteilen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 17:12
zum barden kann ich leider nix sagen, mit dem konnte ich schon in 3.0 nix anfangen.
aber so wie sich die auswirkungen am spieltisch anhören waren die änderungen eventuell wirklich suboptimal.
kann ich aber wie gesagt nicht beurteilen.

Da ich die Änderungen am Barden Live und in Farbe erlebt habe: Jein. Auf eine einzelne Szene oder ein einzelnes Abenteuer bezogen, sind die Änderungen mist, da jetzt auch ein Barde viele Punkte in Knowledge versenken muss. Auf einen AP oder eine Kampagne betrachtet sind sie gut, da jetzt nicht mehr nur eine Klasse ein Mittel hat um schnell, einfach und vor allem billig an die Infos zu kommen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 9.09.2013 | 17:23
Pathfinder macht sogar immer noch Spaß. Nur eben nicht auf den hohen Stufen. Bis Level 8-9 ist alles OK. Da habe ich auch nie das Gefühl, das mir das System um die Ohren fliegt und alle bekommen genug Spotlight.

Zum Vergleich HEX/PF. HEX fühlt sich allerdings schon mal ganz anders an, als es PF je tat. Schnell, bunt, charakterorientiert. Und mit wesentich weniger Optionen und nicht gefühlten 1000 Optionen für meinen Startcharakter.

Aber ganz allgemein: Vielleicht bin ich nicht mehr der Typ Spieler und SL, um Systeme wie PF zu spielen. Ich spielte ja wirklich lange Rolemaster und auch das hat mich nur noch genervt zum Schluss. Wobei ich sagen muss, dass das Rolemaster System wirklich was kann vom Design her. Da kam es nie zu solchen Verwerfungen innerhalb einer Gruppe.
Ich antworte spät, aber ich antworte ^^

Wichtig war mir, darauf aufmerksam zu machen, dass Du einen Ersteindruck nicht mit dem Langzeiteindruck vergleichen kannst. Wolltest Du vermutlich auch nicht.

Jedes der genannten Spiele scheint mir für einen bestimmten Spielstil besonders geeignet zu sein Pathfinder gamistisch, Rolemaster simulativ und HEX narritativ.

Ich leite (und spiele) übrigens zunehmend gerne wieder OneShots, Abenteuer und Kurzkampagnen, einfach weil sie mehr Abwechslung bieten. Andererseits bin ich auch bei drei PF-Abenteuerpfaden fleissig dabei ... Aber ja, Einzelabenteuer machen Sinn. Die Falkengrundsequenz hab ich insgesamt viermal gespielt, lohnt sich, ist aber dungeonlastig.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 17:31
Der Barde ist halt ein gutes Beispiel warum ich Pathfinder sehr einschränkend empfinde, denn letztlich wird er sehr auf eine Rolle festgelegt, und auch die Alternativklassen haben daran für mich immer recht wenig geändert, da sie einfach nur auf andere Rollen festlegten. So richtig nach dem was ich für meine Charaktere wollte war nie dabei. Aber ein Problem ist sicher auch neben diesen Einschränkungen die Nerfkeule. Warum diese ausgerechnet den Barden treffen musste weiß wohl kaum einer. Ich habe trotzdem lange versucht, hab auch ein paar alternate Klassen probiert. Wie gesagt, ich bin da stur. Und über die Jahre hab ich sicher an die 30 Bardencharaktere gespielt, es gibt sicher nicht viel verrücktere Bardenfans.  ;-)

Und ich habe immer gern Barden gespielt. Aber am Ende ist's halt einfach so dass es das falsche System ist dafür.  Es macht trotzdem Spaß, nur halt nicht so viel wie eine wirklich verbesserte 3.5 gemacht hätte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 17:33
Cleave ist da eben so ein Paradebeispiel, dass du erst zu schätzen weißt, wenn du es mal in Aktion gesehen hast, vorzugsweise in Kombination mit Melee-Klassen, die es dann auch noch wirklich sinnvoll umsetzen können, etwa Cavalier/Samurai, Rogue/Ninja oder vielen der richtig deftigen Fighter-Archetypen.

Wie gesagt, ich _habe_ hier einen PF-Fighter in Aktion erlebt, der (von gewissen Fehlinterpretationen abgesehen) genau so gebaut war, wie ein effektiver Fighter sein muss: Stangenwaffe, Power Attack, Combat Reflexes. Und Cleave. Die gefochtenen Encounter waren gegen 2, 2, 3, 5, 1, 5 Gegner. Und bei _keinem_ davon hätte PF-Cleave ein einziges Mal getriggert, weil die Gegner _nie_ nebeneinander standen. Ich weiß nicht, wieviel Beweis man noch braucht, dass der Feat as written Rotz ist?

Ich kann zwar die gute Absicht an der Änderung erkennen -- in 3.5 nimmt in der Tat kaum noch jemand Cleave, der nicht unbedingt muss (wg Prereqs), und erst recht nimmt niemand Great Cleave, weil das jenseits der untersten Stufen quasi gar nicht mehr triggert. Aber frei nach Bert Brecht, gut gemeint heisst halt oft schlecht gemacht.

Davon abgesehen, dass ich jetzt Rogue und Ninja so rein vom Flair her nicht so als die "Cleaver" betrachtet hätte. Aber das Thema mit den "unintuitiven Builds" hatten wir ja schon früher im Thread.

--

Das mit dem Barden finde ich auch schade; ich hab mir die Klasse in PF noch gar nicht angeschaut, aber ich denke Arldi weiß wohl wovon er redet. Jedenfalls stimme ich zu, dass er balancetechnisch in 3.5 sehr schön austariert ist - jedenfalls mit Splatbook-Einsatz (wobei man da auch nur eine handvoll Elemente braucht). Der 3.0er Barde hingegen war in der Tat weitgehend ein Waste of Space, aber die Zeiten sind ja nur wirklich lange vorbei.
Ja, wenn die Klassen auf dem Niveau des 3.5er-Barden austariert wären, das wäre für mich der Idealfall.

edit:

was die verfügbarkeit angeht, warum hat es dann nicht irgendein anderes d20 derivat geschafft den status zu bekommen?

Welches, zum Beispiel?

Paizo hat insbesondere marketingtechnisch einiges richtig gemacht. Sie haben zwar in Kauf genommen, ein paar Spieler der "Alten Garde" zu vergrätzen, aber sich dafür eben auf das Potential nachkommender Spieler verlassen. Und sie waren halt zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie haben an der genau richtigen Stelle gesagt "Wir machen sowas wie D&D 3.75", und sich dabei von vornherein so breitbeinig aufgestellt, dass sonst keiner mehr die rechte Lust hatte, diesen doch eher begrenzten Nischenmarkt zu umkämpfen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 9.09.2013 | 17:41
Der Barde ist halt ein gutes Beispiel warum ich Pathfinder sehr einschränkend empfinde, denn letztlich wird er sehr auf eine Rolle festgelegt, und auch die Alternativklassen haben daran für mich immer recht wenig geändert, da sie einfach nur auf andere Rollen festlegten. So richtig nach dem was ich für meine Charaktere wollte war nie dabei. Aber ein Problem ist sicher auch neben diesen Einschränkungen die Nerfkeule. Warum diese ausgerechnet den Barden treffen musste weiß wohl kaum einer. Ich habe trotzdem lange versucht, hab auch ein paar alternate Klassen probiert. Wie gesagt, ich bin da stur. Und über die Jahre hab ich sicher an die 30 Bardencharaktere gespielt, es gibt sicher nicht viel verrücktere Bardenfans.  ;-)

Und ich habe immer gern Barden gespielt. Aber am Ende ist's halt einfach so dass es das falsche System ist dafür.  Es macht trotzdem Spaß, nur halt nicht so viel wie eine wirklich verbesserte 3.5 gemacht hätte.


Hier würde mich mal interessieren, wie Du das meinst. In Pathfinder kann man doch so viele verschiedene starke Barden spielen - in 3.5 bräuchte man da 'ne Schubkarre, um die notwendigen Splatbooks parat zu haben. Nahkämpfer, Fernkämpfer, Controller, Supporter, Rogue/Scout, all das funktioniert überragend. Dazu gibt es noch zig Nieschenbuilds, die auch so einiges können. Oder habe ich einfach etwas falsch verstanden?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 17:47
Kann ich gern machen, aber wenn du dabei helfen magst kannst du mir sagen welchen der beiden Aspekte in meinem Posting (Thematische Einschränkung oder Nerfkeule) du dort näher ausgeführt möchtest. Denn teilweise sind diese voneinander sehr unterschiedlich, gerade der Loremastertypus ist in dem was das System für ihn vorsieht ja durchaus stark. Teilweise zu stark, bzw. in den falschen Dingen stark.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 9.09.2013 | 17:53
Ich finde beide Themenpunkte spannend, würde das aber gerne in einem eigenen Thread lesen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2013 | 17:59
Die Antwort hab ich befürchtet, das wird wieder ein langes Posting. ;-)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 9.09.2013 | 21:31
PF entstand wohl eher weil WotC paizo den Dragon/Dungeon Stecker gezogen hatte und die 4E nicht der erwartete knaller war und man somit das risiko "3.5 refurbishing" einging, was dann sicher etwas unerwartet durch die decke ging.

Nope. PF entstand, weil die Wizards nicht mit ihrer GSL aus den Puschen kamen, und damit Paizo zu der Entscheidung zwangen, entweder bei der GenCon ohne Produkte dazustehen, oder eben einen eigenen Weg zu gehen. Deswegen entschied man sich zunächst, bei 3.5 zu bleiben. Die Ankündigung von Pathfinder fiel im März 2008, also noch 2-3 Monate vor der Veröffentlichung der 4E. Da konnte man rein naturgemäß höchstens raten, dass die 4E nicht so der Knaller werden würde. Wobei sich laut der Wizards die 4E-Grundregelwerke ja sogar noch besser verkauften als die der Vorgängeredition.


Dass PF dann so durch die Decke gehen würde, war aber tatsächlich unerwartet. Ich müsste nachschauen, aber ich meine es wäre in einem Interview auf Grognardia.com gewesen, wo Erik Mona zugab, dass man bei der Kalkulation der zu erwartenden Verkäufe schon sehr optimistisch gewesen sei, und völlig platt gewesen sei, als sich dann herausstellte, dass man damit bei weitem zu defensiv geplant hatte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 9.09.2013 | 21:42
Die Ankündigung von Pathfinder fiel im März 2008, also noch 2-3 Monate vor der Veröffentlichung der 4E.

Ah danke, ich hatte mich schon gefragt, ob ich das falsch in Erinnerung hatte. Meinte mich auch zu erinnern, dass schon vor dem Release von 4E die Rede von PF gewesen sei.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 9.09.2013 | 21:44
Andere Publisher hatten in der zeit ja auch Probleme weil WotC nicht zu Potte kam, etwa Necromancer Games.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 9.09.2013 | 23:46
PF entstand wohl eher weil WotC paizo den Dragon/Dungeon Stecker gezogen hatte und die 4E nicht der erwartete knaller war und man somit das risiko "3.5 refurbishing" einging, was dann sicher etwas unerwartet durch die decke ging.

was die verfügbarkeit angeht, warum hat es dann nicht irgendein anderes d20 derivat geschafft den status zu bekommen?
2x Paizo Blog im März 2008 (http://paizo.com/paizo/blog/2008/march)
Zitat
The Pathfinder RPG is designed with backward compatibility

Podcast The Tome Show episode 53 Interview mit Erik Mona (http://www.thetomeshow.com/2008/03/24/the-tome-ep-53-erik-mona-pathfinder/)
Minute 4:10 [Pathfinder ist die Produktreihe der APs, das Datum ist 24. 3. 2008]
Zitat
... the 3.5 books go out of print. We took a look at 4.0, at the fact that at least to date [there] is no OGL for 4.0 and we took a look at our deadlines for pathfinder and our other products and we said well the smartest option here, that allows us to tell the kind of stories we want to do with Pathfinder, is to branch off at this point to use the OGL and create a version of the core rulebooks that can be in print beyond june.
So weit zur Motivation. Mit den AP gab es auch ein Zugpferd, dass einen Kundenstamm (mit Abonnenten) zum Pathfinder RPG mitnahm. Mit dem Release war Pathfinder dann das OGL GRW.

D20 Produkte konnten wegen der Lizenz soetwa grundlegendes wie Erfahrungspunkte Tabellen nicht beinhalten. Alternative Grundregelwerke brauchen nur die OGL.
Und zu diesem Zeitpunkt wurde sie auch schon nicht mehr vergeben.

Malhavoc Produkte waren zu speziell und nicht EDO.
Trailblazer von 2009 hat sich als system optimizer angepriesen, und damit nicht als eigenständiges GRW.

@Ardwulf, Ich wichte Verfügbarkeit eines OGL GRW höher als die Qualität der Regeln und nichts als ausschließlich. Deine Betonung auf 'nur' erweckt einen falschen Eindruck meiner Aussage.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 07:40
Das bezog sich auch nicht auf deine Aussage speziell, sondern war mehr eine Ergänzung zu meinem eigenem Posting. Ich denke dass man dies leicht falsch lesen kann, als "hey, Pathfinder RPG ist eigentlich mist, aber nun sind alle hingerannt und man findet nur die Runden". Gerade wenn der Ruf des 4e Jüngers einen da verfolgt.

Ich wollte dort also nur keinen falschen Eindruck aufkommen lassen, du warst gar nicht explizit gemeint. Und wenn dann eher als "sieht Feuersänger sicher genauso das es mehr Gründe gibt"

Ich sehe es ganz ähnlich wie du. Verfügbarkeit ist ein wichtiger Aspekt. Und viele sind natürlich auch wegen der Backward Compatibility hingerannt die am Anfang beworben wurde oder dem am Anfang geäußerten Anspruch das System besser machen zu wollen. Paizo hat dort gute Marketingarbeit geleistet, und am Ende sind die Spieler geblieben, auch wenn diese Versprechungen nicht ganz gehalten werden konnten.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 10.09.2013 | 08:24
Ist halt die Frage, ob sie die Versprechungen nicht eingehalten haben. Das Regelmaterial aus 3.5 kann mit keinen bis nur leichten Anpassungen auch in PF benutzt werden und den Anspruch, das System besser machen zu wollen, haben sie nie geäußert. "Smoothing out the rough edges" heisst jedenfalls etwas ganz anderes und ist ihnen nach Ansicht der meisten Spieler auch größtenteils gelungen.

Gerade der Barde ist dabei ein schönes Beispiel dafür, dass es letztlich eine einfache Geschmacksfrage ist, ob man die Änderungen gut findet oder nicht. Ich hab in 3.5 auch ziemlich oft einen Barden gespielt, aber stets trotz und nie wegen der Mechanik (die ich für fürchterlich langweilig gehalten habe). Die PF-Variante halte ich für die mechanisch deutlich gelungenere, die mir persönlich viel mehr Freude zu spielen macht. *

Wenn du in dem Zusammenhang dann von "konkreter Verschlechterung" und "verhunzter Regelanpassung" sprichst, musst du dich nicht wundern, wenn das dann als "hey, Pathfinder RPG ist eigentlich mist, aber nun sind alle hingerannt und man findet nur die Runden" gelesen wird. Du solltest dich eher wundern, wenn es nicht so gelesen wird.

*Übrigens ist das eines der Dinge, die Paizo wirklich gut hinbekommen haben, nämlich die Umgestaltung der Grundklassen auf eine Weise, die das Durchspielen dieser Klassen bis Stufe 20 plötzlich wieder zu einer ernstzunehmenden interessanten Option macht. Diese Eigenschaft war den 3.5-Klassen ja nahezu komplett abhanden gekommen.

Im übrigen gibt es zwar viele PF-Spieler, die mit einzelnen Regeln unzufrieden sind (die gibt es bei jedem genügend komplexen System, war bei 3.5 auch so), es gibt aber kaum Spieler, die mit "den" Regeln an sich unzufrieden sind (diese Art von Spielern spielt typischerweise ein anderes System). Klar hat Paizo gute Marketingarbeit geleistet, aber sie haben dann eben auch geliefert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 09:03
als kritik:
greater invisibility bei ninja/schurken nervt den SL. vor allem das es per swift action aktivierbar ist.
jetzt muss man allen halbwegs wichtigen gegner nsc fast schon einen ring of see invisibility geben...

zu paizo bzgl PF: da hab ich wohl was durcheinander geworfen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 09:30
@Wormy: Ja, ich weiß schon für wen ich solche Klarstellungen schreibe, und warum ich mich da gern wiederhole dass das System trotz allem gut ist und Spaß macht. ^^

Aber hey, ich kann dort nur konkrete Regeln benennen und Argumente bringen warum ich diese für schlechter empfinde. Am Ende wirst du immer sagen können "klar, aber ich find das so viel besser!". Ist doch auch ok. Ich hab keine große Lust auf unsere allmonatliche Ja/Nein/Doch! Veranstaltung Wormy, und auch nicht wirklich die Hoffnung dass dies zu etwas führt. Ich meine: Du findest ernsthaft die Änderungen beim Barden gelungen? Welche genau eigentlich?

Vielleicht dass er Bardenlieder nicht mehr gleichzeitig anhaben und damit kombinieren kann? Dass Bardenlieder nun nur noch 1 Runde andauern und weitere Wirkung mit Extraanwendungen hinzugekauft werden muss? Und damit der Barde seine Lieder viel seltener einsetzen kann?

Oder doch dass Bardenwissen entfernt und durch Boni auf andere Wissensarten ersetzt wurde? Vielleicht dass Fascinate abgeschwächt wurde?

Wenn ich oben schreibe dass ich es störend empfand dass mein Pathfinder Barde bei Fragen zur Magie mehr wußte als unser Magier. Dafür es aber keine Regelmechanik mehr gab um darzustellen welche Lieder und Geschichten er so kennt. Ist das eine gute Änderung aus deiner Sicht? Wir haben diese Diskussion doch schonmal geführt, ein paar Jahre ist es her - da wusstest du noch nichtmal wie Bardenwissen überhaupt richtig funktioniert. Was der Unterschied zu normalen Knowledge Skills war.

Es würden mir btw. durchaus gute Änderungen beim Barden einfallen auch wenn diese durch die Boosts der anderen Klassen wieder wettgemacht. Insgesamt gehört der Barde dennoch in die Kategorie des Druiden - zu den Klassen die ein wenig generfed wurden.. Das er auf hohen Stufen sein Lied mit geringeren Aktionen starten kann find ich gut. Die endlich angepasste Zauberprogression auf Stufe 1. Wenn man ehrlich ist muss man aber sagen: Das erste kann er auch in 3.5 - nur besser. Das zweite ist ab Level 2 kein Thema mehr. Manche neue Bardenlieder sind auch schön, auch wenn 3.5 dort in seinen Splatbooks bessere Ideen hatte und sie thematisch oft unpassend sind.

Dennoch - etwas kleines gut zu machen ist ja dennoch gut.

Und auch bei vielen anderen Änderungen geht mir das so. Es ist nicht alles schlecht, vieles macht auch Sinn und das Spiel als ganzes macht immer noch jede Menge Spaß. Insgesamt kommt bei mir ein leichtes Minus heraus. Vielleicht gehts dir anders, bei dir kommt ein leichtes Plus heraus? Es ändert nicht viel. Es ist nicht mal wichtig, denn ich würde das Spiel nicht spielen wenn es keinen Spaß machen würde - und erst recht nicht drüber diskutieren. Mit 3.5 als Basis nutzt Paizo ein System welches ich immer mochte, trotz aller Macken. So viel falsch können sie da gar nicht machen, auch wenn mal etwas schlechter wird.

Nur hätte Paizo natürlich mit all dem Aufwand der im Playtest steckte durchaus auch das System grundlegend verbessern können. Und bei sehr vielen Regeländerungen wäre mit etwas mehr Nachdenken auch drin gewesen das eigentliche Problem zu finden. Es ist ja nicht so als ob man nur ein paar kleinigkeiten geändert hätte.

Es gibt mehr Regelungen die geändert wurden als solche die gleich blieben. Die keinen bis nur leichten Anpassungen und die Backward Compatibility von denen du dort sprichst sind schon ein wenig fragwürdig. Es gibt so viele Synergien die sich dann ergeben durch kleine Boosts die Paizo einzelnen Klassen gibt dass mit 3.5 Material das Balancing komplett über den Haufen geworfen wird. Aber gut - ich weiß - Balancing ist nicht so wichtig. Darum macht das auch nichts. Also nicht jedem. Dir nicht, oder?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 09:56
warum betrieben wir hier eine 3.5 vs PF diskussion eigentlich?
hat doch wirklich gar nix mit dem thema zu tun...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 10.09.2013 | 10:02
als kritik:
greater invisibility bei ninja/schurken nervt den SL. vor allem das es per swift action aktivierbar ist.
jetzt muss man allen halbwegs wichtigen gegner nsc fast schon einen ring of see invisibility geben...

zu paizo bzgl PF: da hab ich wohl was durcheinander geworfen.

Warum?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 10.09.2013 | 10:10
als kritik:
greater invisibility bei ninja/schurken nervt den SL. vor allem das es per swift action aktivierbar ist.
jetzt muss man allen halbwegs wichtigen gegner nsc fast schon einen ring of see invisibility geben...

Ich frage mich, genau wie Wasum, nach dem Warum hier.
Der ganze Sinn einer Erstschlags-Klasse ist der Erstschlag.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 10:41
warum betrieben wir hier eine 3.5 vs PF diskussion eigentlich?
hat doch wirklich gar nix mit dem thema zu tun...

Ich denke da geht es auch weniger um 3.5 vs PF als halt um konkrete Änderungen und ob man die gut oder schlecht findet.

Um ein anderes Beispiel zu nennen: In PF wurden die Erfahrungspunktekosten für magische Gegenstände abgeschafft. Ich kann nun als Magier mir zum halbem Schriftrollenpreis während meiner Abenteuer Zauber auf Schriftrollen schreiben, was gegenüber der 3.5 Regelung eine deutliche Verstärkung darstellt. Auch andere magische Gegenstände sind so leichter erstellbar. Gefällt mir eigentlich nicht so gut, denn natürlich erhöht sich damit auch die Anzahl und Wichtigkeit magischer Gegenstände im Spiel. Umgedreht mochte ich die Regelung mit Erfahrungspunkten auch nicht so recht. So etwas ist es letztlich - die Frage ob man solche Änderungen gut findet oder nicht. Und meist gibt es darauf auch nicht nur eine Antwort oder nur das eine durchschlagende Argument das alle anderen nichtig macht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 11:13
ICh finde die Regelung gut, da mein homebrew in high-magic setting ist was die menge an gegenständen bis betrag x auch einfacher erklärbar macht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 11:18
Macht Sinn.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 11:20
Ich frage mich, genau wie Wasum, nach dem Warum hier.
Der ganze Sinn einer Erstschlags-Klasse ist der Erstschlag.

weil der ninja sich direkt wieder unsichtbar machen kann und wieder eine full-attack raushauen kann.
macht dispel magic ziemlich nutzlos und nur dinge die unsichtbares sichtbar machen sind wirklich sinnvoll.
(see invibility, insibility purge etc.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 10.09.2013 | 11:26
weil der ninja sich direkt wieder unsichtbar machen kann und wieder eine full-attack raushauen kann.
macht dispel magic ziemlich nutzlos und nur dinge die unsichtbares sichtbar machen sind wirklich sinnvoll.
(see invibility, insibility purge etc.)

Das ist doch nur ein gefühltes Problem. Die Schadenswerte, über die wir dabei reden, sind ok, stechen aber auch nicht sonderlich heraus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 11:32
Es geht da doch auch nicht um Schadenswerte, sondern darum solch eine Klasse spannend und abwechslungsreich zu machen - und dafür zu sorgen dass sie nicht immer den gleichen Trick immer wieder macht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 10.09.2013 | 11:33
Viel eher - gerade sowas macht die entsprechenden Klassen auf den entsprechenden Stufen auch nur halbwegs konkurenzfähig, was den Kampf angeht. Eine Schurke mit SA macht Schaden, der unter dem eines Fighters liegt, aber nicht vernachlässigbar ist. Kann er nur jede zweite Runde sneaken, ist sein Schaden nur halb so hoch. Die Option, Ressourcen zu verbrennen für halbwegs brauchbaren Schaden halte ich bei diesen Klassen für eine sehr gute Idee. So oft kann man es ja auch wieder nicht machen und die Notwendigkeit, vielseitig zu bleiben als Rogue und Co nimmt das mMn nicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2013 | 11:45
Das beschreibt natürlich vieles von dem was mich an unbalancierten Systemen stört. Statt über das flair eines Ninjas, über seinen tollen Hintergrund und wie dieser möglichst passend mechanisch umgesetzt werden könnte redet man dann über die Frage wie er mit anderen klassen mithalten könnte. Dabei sollte dies eine Grundlage sein, über die man sich überhaupt nicht speziell den Kopf zerbrechen muss.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 11:54
der ninja macht wenig schaden wenn er jeden angriff sneaken kann und durch unsichtbarkeit der gegner keine dex bekommt sowie der ninja nochmal ein +2 auf den angriff? bei nem level 10 ninja mit twf kommt man da schnell 2*5w6+2w6+(x=STR/PA/buffs) pro runde (bei zwei kurzschwertern), ohne das haste an ist. finde ich jetzt nicht so vernachlässigbar.

das ganze kann man aber auch über improved/greater feint und nem hohen bluff skill lösen.
ein bischen CHA sollte ein rogue/ninja schließlich auch haben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 10.09.2013 | 11:56
Es gibt ja da auch so ähnliche Späße in 3.5. Klar, der Ninja sticht dadurch den Rogue aus -- aber dass der Rogue in PF den "Short end of the stick" bekommen hat, hatten wir ja schon vor vielen Seiten konstatiert. Der Ninja ersetzt bzw verdrängt den Rogue - so wie in 3.5 beispielsweise der Warblade den Fighter ersetzt/verdrängt. In Falle des Ninjas ist das ja sogar offiziell, durch den Status als "Alternate Class". (Wohingegen man dem Warblade noch jederzeit durch ein paar Level Fighter mitgeben kann.)

Ich sehe das jedenfalls nicht als problematisch: es ist ein Fix für das Problem, dass Sneak zu selten und zu schwierig einsetzbar ist. Und alle SLs sollten endlich mal über ihre "Oh Gott der Rogue macht 23 Schaden!!1!einself" Paranoia hinwegkommen. Ein Haufen W6 sehen immer viel schlimmer aus, als sie sind.

Was nun den Barden angeht, kann ich Arldwulfs Leid gänzlich nachvollziehen. Mich würde das alles auch stören. Auch finde ich es gar nicht problematisch, wenn mal ein Nichtmagier irgendwas besser kann als ein Magier. Da sehen die Spitzhüte mal, wie das ist, wenn man in ihrem Revier wildert. :p

Weiters bringt mich das auf einen weiteren Kritikpunkt an PF, den ich anzubringen habe:
Immer wieder stößt man auf geänderte Mechaniken, die sich einfach vollkommen Meta anfühlen und rational nicht nachvollziehbar sind. Als Beispiel habe ich ja andernorts schonmal den Inquisitor mit seinen wild in der Gegend herumgeschmissenen Judgments angeführt. Hier haben wir mit den Bardenliedern etwas, das ich sogar noch dämlicher finde. Wieso kann ein Barde bitte nur wenige Sekunden am Tag singen? Das ist doch völliger Schwachsinn. Verkrüppelung einer stimmungsvollen Regelmechanik um einer vermeintlichen Balance willen. Und das, obwohl der Barde in 3.5 überhaupt nicht imba war. (Es sei denn, man rechnet mehrere Barden mit unterschiedlichen Dragonfire Inspirations ein, das ist wieder ein Teil der von mir verschmähten Drachenmagie, und gibt es in PF ja sowieso nicht.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 10.09.2013 | 11:59
Es geht da doch auch nicht um Schadenswerte, sondern darum solch eine Klasse spannend und abwechslungsreich zu machen - und dafür zu sorgen dass sie nicht immer den gleichen Trick immer wieder macht.

Was zB eines meiner Hauptprobleme mit den ganzen "Tripper" oder "Sunder" Builds ist. Gähnende Langeweile....
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 10.09.2013 | 12:02
Das ist generell ein Problem der mundanen Chars. Insbesondere, wenn sie 3+ Feats in einen einzelnen Trick investieren müssen. Wer viel Abwechslung haben will, muss einen Zauberer spielen. (Oder in 3.5 einen Martial Adept.)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 10.09.2013 | 12:11
bei nem level 10 ninja mit twf kommt man da schnell 2*5w6+2w6+(x=STR/PA/buffs) pro runde (bei zwei kurzschwertern), ohne das haste an ist. finde ich jetzt nicht so vernachlässigbar.
Aber vermutlich trotzdem nicht höher als der des Fighters ist, der dafür nichts anderes machen muss als "Power Attack" rufen.

das ganze kann man aber auch über improved/greater feint und nem hohen bluff skill lösen.
ein bischen CHA sollte ein rogue/ninja schließlich auch haben.
Wenn sie feint mal so überarbeiten würden das man das für ne Sinnvolle Menge an Feats in der selben Runde wie einen vollen Angriff durchführen kann ...


Zitat
Ich sehe das jedenfalls nicht als problematisch: es ist ein Fix für das Problem, dass Sneak zu selten und zu schwierig einsetzbar ist.
Jupp, man stelle sich mal vor es gäbe soviel Möglichkeiten Power Attacks o.ä. zu negieren wie es das für Sneak Attacks gibt. (Wär bestimmt mal lustig einen Abend lang jedem Gegner Elusiv Target (oder wie der Feat hieß) zu verpassen und zu sehen wie die Fighter freuen)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 10.09.2013 | 12:14
Das ist generell ein Problem der mundanen Chars. Insbesondere, wenn sie 3+ Feats in einen einzelnen Trick investieren müssen. Wer viel Abwechslung haben will, muss einen Zauberer spielen. (Oder in 3.5 einen Martial Adept.)

Das stimmt eben so nicht mehr unbedingt. Der angesprochene Ninja ist ein hervorragendes Beispiel für einen Sackgassen-Build, der weniger nützlich ist als man meint. Beides, Schadenswerte und Spielgefühl lässt sich stark verbessern.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 10.09.2013 | 12:21
der ninja macht wenig schaden wenn er jeden angriff sneaken kann und durch unsichtbarkeit der gegner keine dex bekommt sowie der ninja nochmal ein +2 auf den angriff? bei nem level 10 ninja mit twf kommt man da schnell 2*5w6+2w6+(x=STR/PA/buffs) pro runde (bei zwei kurzschwertern), ohne das haste an ist. finde ich jetzt nicht so vernachlässigbar.

das ganze kann man aber auch über improved/greater feint und nem hohen bluff skill lösen.
ein bischen CHA sollte ein rogue/ninja schließlich auch haben.

Das wären 42 Punkte Schaden bei mäßigem to-hit. Auf Stufe 10 nicht wirklich der Renner für eine Full Attack.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 10.09.2013 | 12:28
jetzt nicht an dem beispiel aufhängen das ist mathematisch eh fürn popo.
die offhand hab schließlich auch einfach als "daneben" deklariert.

warum der ninja ein sackgassen build ist hätte ich aber gerne genauer erklärt, verstehe ich so nämlich nicht.
aber das ein ninja der vanishing trick besitzt dieses natürlich im kampf einsetzt ist klar, bringt schließlich enorme vorteile für diesen. das im kampf das dann etwas nach otp aussieht ist nur verständlich.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 10.09.2013 | 12:47
Das ist generell ein Problem der mundanen Chars. Insbesondere, wenn sie 3+ Feats in einen einzelnen Trick investieren müssen. Wer viel Abwechslung haben will, muss einen Zauberer spielen. (Oder in 3.5 einen Martial Adept.)


Würdest Du die "Improved" und "Greater" Talente jeweils zu einem zusammenfassen? Ich denke gerade darüber nach, um einem Nahkämpfer mehr als einen Trick schmackhaft zu machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 10.09.2013 | 12:51
Würdest Du die "Improved" und "Greater" Talente jeweils zu einem zusammenfassen? Ich denke gerade darüber nach, um einem Nahkämpfer mehr als einen Trick schmackhaft zu machen.

Ich hätte die Improved XY (3.5) von vornherein nicht in 2 Talente aufgespalten. Also ja.
(Improved + Greater Trip zusammen sind auch immer noch ein wenig schwächer als 3.5 Improved Trip alleine. Auch hier wieder völlig unnötige Nerfs, die obendrein die augenscheinlich günstigere Featprogression wieder nivellieren.)

Korrektur: die Einschätzung berücksichtigt nicht die evtl geänderten Erfolgswahrscheinlichkeiten dank der CM-Mechanik. Da habe ich grad keine Lust, das durchzurechnen. In 3.5 favorisieren die Speziangriffe vor allem Kreaturen mit Monsterstärke und Größenvorteil, was auf Seiten der Spieler eine ziemliche Optimierung bedingt, wenn man sie konsistent durchbringen will.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 10.09.2013 | 22:31
@Wormy: Ja, ich weiß schon für wen ich solche Klarstellungen schreibe, und warum ich mich da gern wiederhole dass das System trotz allem gut ist und Spaß macht. ^^

Für mich brauchst du die nicht zu schreiben, ich glaube es dir eh nicht. dafür sind deine Argumentationen viel zu einseitig und oft schlichtweg falsch.

Zitat
Aber hey, ich kann dort nur konkrete Regeln benennen und Argumente bringen warum ich diese für schlechter empfinde.

Du schreibst aber nicht, dass du sie schlechter findest, das wäre mir nämlich ziemlich schnuppe. Du schreibst andauernd, dass sie objektiv schlechter wären und relativierst nur dann, wenn jemand darauf hinweist.

Zitat
Ich meine: Du findest ernsthaft die Änderungen beim Barden gelungen? Welche genau eigentlich?

Ich erinnere mich durchaus, die Diskussion schon mal gewonnen zu haben. Also nur kurz, weil du fragst:

Zitat
Vielleicht dass er Bardenlieder nicht mehr gleichzeitig anhaben und damit kombinieren kann?

ja. Jetzt macht es wenigstens Sinn.
 
Zitat
Dass Bardenlieder nun nur noch 1 Runde andauern und weitere Wirkung mit Extraanwendungen hinzugekauft werden muss?

ebenfalls ja. Fördert das Ressourcenmanagement und der Barde singt nicht nur deswegen, weil ihm gerade nichts besseres einfällt.

Zitat
Und damit der Barde seine Lieder viel seltener einsetzen kann?

Ach Gott, als würde die Anzahl an Runden, die dem Barden zur Verfügung stehen, nicht locker ausreichen, um durch den Tag zu kommen. Dafür ist das Aufrechterhalten eines Liedes eine Freie Aktion, er kann also ausser dumm rumzustehen und zu spielen noch irgendetwas sinnvolles zusätzlich machen.

Zitat
Oder doch dass Bardenwissen entfernt und durch Boni auf andere Wissensarten ersetzt wurde?
jo, finde ich sogar hervorragend. Ich bin immer dafür, Redundanzen zu  entfernen.

Zitat
Vielleicht dass Fascinate abgeschwächt wurde?

War vorher eh zu stark. Jetzt ist es wenigstens kein No-Brainer mehr.

Zitat
Wenn ich oben schreibe dass ich es störend empfand dass mein Pathfinder Barde bei Fragen zur Magie mehr wußte als unser Magier.

dann hättest entweder du weniger oder der magier mehr Punkte in den Skill reinstecken sollen. Das System zwingt dir das nicht auf.

Zitat
Dafür es aber keine Regelmechanik mehr gab um darzustellen welche Lieder und Geschichten er so kennt.
Wäre eine schlechte Änderung, wenn es denn eine wäre. Die Regelmechanik gibts in 3.5 auch nicht.

Zitat
Ist das eine gute Änderung aus deiner Sicht? Wir haben diese Diskussion doch schonmal geführt, ein paar Jahre ist es her - da wusstest du noch nichtmal wie Bardenwissen überhaupt richtig funktioniert.

ich bin ja auch blöd und kann nicht lesen. Oder: Du stellst mal wieder irgendwelche bescheuerten Behauptungen auf.

Zitat
Was der Unterschied zu normalen Knowledge Skills war.

Wenn du den Teil mit den magischen Gegenständen weglässt, gibt es keinen relevanten. Und der Teil mit den magischen Gegenständen spielt in der Praxis eh keine Rolle, weil identify viel zuverlässiger ist (es sei denn der SL schenkt seinen Spieler gerne was).

Zitat
Insgesamt kommt bei mir ein leichtes Minus heraus.

Wenn dabei nur ein leichtes Minus herauskommst, wieso meckerst du dann so viel? Was anderes als darauf herumzuprügeln tust du nämlich nicht.

Zitat
Vielleicht gehts dir anders, bei dir kommt ein leichtes Plus heraus?

Bei mir kommt gar nichts dabei heraus, mir ist es nämlich egal. Ich hätte das PFRPG nicht gebraucht, weil ich mit 3.5 vollauf zufrieden war(bin). Deswegen kann ich trotzdem die Anstrengungen der Designer würdigen, ohne ständig ein Haar in der Suppe zu suchen, und wenn ich dann eines finde, so zu tun, als hätten sie es gleich komplett verbockt.

Zitat
Nur hätte Paizo natürlich mit all dem Aufwand der im Playtest steckte durchaus auch das System grundlegend verbessern können.

Hätten sie. Haben sie in der Alpha und Betaphase auch teilweise angeboten. Mit dem Ergebnis. dass eine grundlegende Verbesserung (die eine grundlegende Veränderung zur Folge gehabt hätte) von den Fans niedriger priorisiert wurde als andere Designziele (z.B. die Rückwärtskompatibilität). Ich (und die meisten anderen) wollten, dass durch PF unsere alten 3.5-Bücher nicht unbrauchbar wurden. Das setzt dem Veränderungswillen gewisse Grenzen. Und nur nebenbei: Wenn das für uns keine Rolle gespielt hätte, hätten wir ja auch einfach 4E spielen können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 11.09.2013 | 07:49
@Barde und sein Wissen:

der Barde ist für mich der klassische Gelehrtencharakter. Klingt erstmal doff, meine ich aber ernst. Irgendeiner Klasse musste man den Stempel aufdrücken und ich finde es passt beim Barden, wie Faust und Gretchen. Und dass er etwas besser weiß, als ein Magier, heißt doch nicht, dass er deshalb besser handeln kann. Er supportet seine Gruppe mal wieder. Dieses Mal mit Fachwissen. Ich liebe den PF Barden geradezu und in unserer Gruppe wird sich gern darum geprügelt, wer den Barden spielen darf...



@ Lob / Kritik:

wir sind gerade zurück umgestiegen auf Pathfinder. Aus vielen Gründen, die auch weniger wichtig sind (zumindest hier). Aber was mich regelseitig dazu bewogen hat ist, dass der Grundmechanismus einfach einfach ist. Andere Systeme quälen sich halt derbst einen ab.
Außerdem muss ich als SL mittlerweile nur noch die Geschichte vorbereiten. Alle Gegner, die ich mir vorstellen kann, finde ich in Büchern oder im Netz. D.h. mir wird seitens Paizo eine Menge Arbeit abgenommen. Auch Geld, aber das ist für mich als Nichtvater noch okay  ;D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 08:11
Für mich brauchst du die nicht zu schreiben, ich glaube es dir eh nicht. dafür sind deine Argumentationen viel zu einseitig und oft schlichtweg falsch.
Die Klarstellung diente dazu zu sagen dass man bei aller Kritik nicht vergessen sollte dass mir Pathfinder trotzdem Spaß macht. Was könnte daran "falsch" sein? Wie kann es falsch sein etwas zu mögen - auch dann wenn es Dinge gibt die einem nicht gefallen?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 11.09.2013 | 10:08
@Barde und sein Wissen:

der Barde ist für mich der klassische Gelehrtencharakter. Klingt erstmal doff, meine ich aber ernst. Irgendeiner Klasse musste man den Stempel aufdrücken und ich finde es passt beim Barden, wie Faust und Gretchen. Und dass er etwas besser weiß, als ein Magier, heißt doch nicht, dass er deshalb besser handeln kann. Er supportet seine Gruppe mal wieder. Dieses Mal mit Fachwissen. Ich liebe den PF Barden geradezu und in unserer Gruppe wird sich gern darum geprügelt, wer den Barden spielen darf...

Unser PF-Bardenspieler hat mal zu 3.5-Zeiten nach einem effektiven Barden im DnD-Gate gefragt.

Oft und gern zitierte Antwort: Spiel einen Hexenmeister, der singt ...

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 11:07
Unser PF-Bardenspieler hat mal zu 3.5-Zeiten nach einem effektiven Barden im DnD-Gate gefragt.

Oft und gern zitierte Antwort: Spiel einen Hexenmeister, der singt ...

=D

Naja, das ist aber nicht ganz fair; der 3.5er Barde kann allein mit seinem Inspire Courage verdammt viel für die Party tun. Klar, er ist immer noch T3 und Sorcerer ist T2, das sind verschiedene Ligen. Aber gut, wenn ich so durch's 'Gate stöbere finde ich da auch einen Haufen schlicht falscher Informationen und Regelinterpretationen. Man muss halt z.B. auch erstmal wissen, dass man IC optimieren kann. Wenn auf Level 8 jeder in der Party +6 auf Angriff und Schaden bekommt, macht sich niemand mehr lustig.

Prinzipiell gibt's das aber leider in 3.X öfter: der Druide ist ein besserer Ranger als irgendein Ranger, gleiches gilt für Kleriker und Paladin. Aber das haben wir ja auch in diesem Thread schon hinreichend geübt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 11.09.2013 | 11:14
War jetzt auch eher als lustige Anekdote gedacht denn als ernsthafter Vergleich.

Die Änderung, die ich persönlich wirklich als sinnig empfinde, hat Wormy erwähnt:

Zitat
Dafür ist das Aufrechterhalten eines Liedes eine Freie Aktion, er kann also ausser dumm rumzustehen und zu spielen noch irgendetwas sinnvolles zusätzlich machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 11:31
Zitat
Dafür ist das Aufrechterhalten eines Liedes eine Freie Aktion, er kann also ausser dumm rumzustehen und zu spielen noch irgendetwas sinnvolles zusätzlich machen.

Das ist aber Quark; die wichtigsten / kampfrelevanten Lieder lassen sich auch in 3.5 ohne Aktionsaufwand aufrechterhalten: Inspire Courage/Greatness/Heroics sowie Countersong. Und mit Harmonizing Weapon oder Melodic Casting kann er auch gleichzeitig Zauber wirken. Der Rest muss per Aktion aufrechterhalten werden, das finde ich aber nun nicht tragisch. Dafür kann mein Bardsader seine Einheit in der wogenden Feldschlacht wenn es sein muss stundenlang anfeuern und gleichzeitig selber mitkämpfen, und ist nicht nach 30 Sekunden aus der Puste.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 11:36
Das ist aber Quark; die wichtigsten / kampfrelevanten Lieder lassen sich auch in 3.5 ohne Aktionsaufwand aufrechterhalten: Inspire Courage/Greatness/Heroics sowie Countersong. Und mit Harmonizing Weapon oder Melodic Casting kann er auch gleichzeitig Zauber wirken. Der Rest muss per Aktion aufrechterhalten werden, das finde ich aber nun nicht tragisch. Dafür kann mein Bardsader seine Einheit in der wogenden Feldschlacht wenn es sein muss stundenlang anfeuern und gleichzeitig selber mitkämpfen, und ist nicht nach 30 Sekunden aus der Puste.

Bei der aktuellen Dauer der Kämpfe ist aber eh nach 30 Sek Schluss, macht also wenig aus. Wenn dann noch Massenkampf hinzu kommt, wird eh ein anderes System benutzt.
Im Gegensatz zum alten Barden muss eben kein Feart oder Special Items genommen werden, um diese Effekt zu generieren, dagegen kann man jetzt noch interessante Archeytp-Fähigkeiten einsetzen (etwa Lotus Geisha) oder später auf Masterpieces upgraden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 11:42
Auch der Originalbarde muss dafür kein Feat aufwenden....bei ihm hält das Lied noch 5 runden extra nachdem er aufhört. Was ja auch schön den inspirierenden Charakter aufzeigt. So dass die Inspiration halt nicht gleich weg ist sobald der Barde aufhört. Aber vor allem dass die Lieder nicht mehr kombinierbar sind schwächt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 11:46
Zitat
Bei der aktuellen Dauer der Kämpfe ist aber eh nach 30 Sek Schluss, macht also wenig aus.

Wie Arldwulf sagt, dadurch dass das Lied 5 Runden nachwirkt ist es in 3.5 auch für das SWAT-Spiel egal. Mir geht es dabei aber auch ein wenig um weltinterne Plausibilität, und nicht nur die reine Ausrichtung sämtlicher Spielmechaniken ausschließlich auf die Battlemap. Es ist und bleibt hirnverbrannter Schwachsinn, dass ein ausgebildeter Sänger nichtmal bis zum ersten Refrain kommt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 11:58
Es ist und bleibt hirnverbrannter Schwachsinn, dass ein ausgebildeter Sänger nichtmal bis zum ersten Refrain kommt.

So etwas ist mir ziemlich egal. Ich schließe nicht von den Regeln zu einem (Spielwelts)Realitätsbezug.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 12:03
Tja, für mich ist das ein Bruch der Suspension of Disbelief.
Davon abgesehen, _warum_ überhaupt diese Änderung? Wenn es im Spiel sowieso nichts ausmacht, warum dann ändern?

Lässt sich eigentlich bei PF das IC noch aufpumpen, wenn ja, wie?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 11.09.2013 | 12:16
Zitat
Naja, das ist aber nicht ganz fair; der 3.5er Barde kann allein mit seinem Inspire Courage verdammt viel für die Party tun. Klar, er ist immer noch T3 und Sorcerer ist T2, das sind verschiedene Ligen. Aber gut, wenn ich so durch's 'Gate stöbere finde ich da auch einen Haufen schlicht falscher Informationen und Regelinterpretationen. Man muss halt z.B. auch erstmal wissen, dass man IC optimieren kann. Wenn auf Level 8 jeder in der Party +6 auf Angriff und Schaden bekommt, macht sich niemand mehr lustig.
Wobei es auch davon abhängt zu welchem Zeitpunkt der 3.5 Zeit die Frage gestellt wurde. Um den Barden so hoch zu Pumpen braucht man einiges an Splat Material, bevor das erschienen war dürfte der Barde ganze Ecke schlechter dagestanden haben, der Hexenmeister hingegen dürfte auch Core Only T2 sein.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 12:19
Lässt sich eigentlich bei PF das IC noch aufpumpen, wenn ja, wie?

Es kommt darauf an was du unter "aufpumpen" verstehst.
Dauer, Länge, Anzahl, nachhall, das lässt sich alles über Feats verbessern.
Etliche Archetypen können andere, veränderte oder ungewöhnliche Performances.
Masterpieces schallten Optionen frei.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 12:49
Um den Barden so hoch zu Pumpen braucht man einiges an Splat Material, bevor das erschienen war dürfte der Barde ganze Ecke schlechter dagestanden haben, der Hexenmeister hingegen dürfte auch Core Only T2 sein.

Korrekt, man braucht schon so 3-4 Splats, um den Barden gut zu machen. Idealerweise SpC, ECS, MIC, und optional noch S&S und ToB (die sind nicht so kritisch). Wenn man es richtig heftig haben will, BoED.

Es kommt darauf an was du unter "aufpumpen" verstehst.

Ich meine das, worauf es wirklich ankommt: den Bonus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Narubia am 11.09.2013 | 13:07
Ach komm, Feuersänger, langsam nervt es. Wenn du sagst, dass der Barde nur 30 Sekunden singen kann, dann hast du schlicht irgendwo nicht das Regelwerk gelesen. Selbst ein wirklich mies gebauter Barde mit 14 Charisma singt auf der ersten Stufe bereits 6 Runden lang. Okay, das war nicht SO gemeint, Kniefieselei? Dann drehe ich es eben mal um: Der 3.5-Barde kann ununterbrochen singen, bis er an Schlafmangel oder Dehydrierung stirbt. Wesentlich logischer, was?
Fakt ist: In PF kann nur eine gewisse Anzahl an Runden pro Tag die Leute SO inspirieren, dass es WAHRHAFT magische Boni gibt. Das klingt für mich so wie es ist - absolut logisch. Dich hält überhaupt nichts davon ab, länger zu singen, du inspirierst halt dann nicht mehr. Du kannst diese Kraft einfach nur eine gewisse Anzahl an Runden X aufrecht erhalten, danach spielst du zwar noch, deine Musik hat aber keine Magie mehr inne. Das ist wie "Der Magier kann x-mal pro Tag zauber A wirken" oder "Der Paladin kann 5-mal pro Tag Hand auflegen" - vollkommen klar. Nich klar finde ich die Regelmechanik "Der Barde kann 5-mal pro Tag mit Bardenmusik beginnen" - Open End. Das ist einfach in meinen Augen unschöner und stellt für mich letzten Endes die Frage auf: Der Barde kann 5-mal am Tag 6 Sekunden inspirieren, aber alternativ eine einzelne Anwendung den Tag lang nutzen? Warum sollte er nicht den ganzen Tag singen, sobald er die Waffe hat? Wird's langsam lächerlich genug?
Während hingegen der D&D-Barde um überhaupt IC als freie Aktion aufrecht zu erhalten irgendwelche Splatbook-Items (Stichwort WBL - so billig ist das auch nicht) braucht, kann der PF-Barde das von Haus aus. Finde ich schön geregelt. Und auch die Runden pro Tag - ähnlich wie beim Barbaren, finde ich gut. Für die typischen Kämpfe von Abenteurern reicht das vollkommen aus.

Und alles andere, ob er zum Refrain kommt oder ob er mit dem Refrain anfängt, ach, da zitiere ich einfach dich:
Mir geht es dabei aber auch ein wenig um weltinterne Plausibilität.

Weiterhin: Auch die Bardenwissen-Regelung finde ich gut. Die vorherige war nur ein Ersatz für die ganzen anderen Wissenswürfe. (Zauberkunde zur Ermittlung magischer Eigenschaften ist im weiteren Sinne auch ein Wissenswurf.)

Und um mich jetzt noch unbeliebt zu machen: Der Barde 3.5 CORE kann nix, da hat der auch kein +6 Inspire Courage und keine Harmonizing Weapon. Du argumentierst jederzeit mit 1 Million Splatbooks in denen Talent Murks steht und Effekt Imbamurks bringt. In vielen dieser Splatbooks sind so unglaublich vermurkste Zauber, Talente, Prestigeklassen - ja komplette Kapitel (Siehe UA) vorhanden, die einfach in die Tonne gehören. Da auszusortieren, was eigentlich im Sinne des Erfinders war und was nicht - was eine Klasse deutlich stärker macht als angedacht, was sie imba macht, etc., das ist doch totale Willkür und so unübersichtlich, dass man Monate bräuchte, um aus diesen Büchern das vernünftige rauszusuchen und zusammenzuschreiben. Da kannst du es gleich hausregeln, denn in denselben Splatbooks sind so unfassbar dümmliche oder unfassbar unbalancte Sachen, dass viele Hausregeln einfach weit besser wären. Wenn du meinst, du weißt es besser als die Autoren von Paizo oder WoTC (wobei ich das gar nicht ausschließe, denn immerhin traue ich zumindest einigen Autoren von WoTC nicht allzuviel GMV zu), dann hausregle es doch einfach selbst besser. Aber davon auszugehen, dass in all diesen Büchern ausschließlich sinnvolle Dinge drin stehen und all diese Dinge für Argumentationen heran zu ziehen, halte ich einfach für unsinnig. Hingegen wenn du deine eigenen Hausregeln mit GMV entwirfst, dann sollte das für deine Runden absolut okay sein und hingegen sogar einen Mehrwert bringen.
Ich will damit nicht sagen, dass ALLES, was in diesen Büchern steht, immer unsinnig ist, aber du verkaufst die Inhalte dieser Bücher mit deiner Regelkenntnis immer als Löffel der Weisheit, und das sind diese Bücher wahrhaft nicht. Im Gegenteil, ab und an ist mal ein bisschen Weizen zwischen dem Spreu. Weizen, nicht Gold.
Zudem würde ich behaupten, der absolute Großteil der D&D Spieler (darunter fällt z. B. ein großer Teil, der niemals ein D&D-Forum besucht und selbst kaum oder nur Core-Regelwerke besitzt) benutzt diese Splatbooks nicht oder hat darauf keinen Zugriff. Die meisten davon sind zudem englisch und für viele D&D-Spieler gar nicht nutzbar.
Ich kenne auch persönlich keinen Spielleiter, der nicht entweder gar keine dieser Splatbooks zulässt oder sie stark restriktiert zulässt.

Um zu einer letzten, zusammenfassenden Aussage zu kommen: Diese Anprangerung, die du für PF erhebst (Barde in PF ungerechtfertigt schwächer, hirnverbrannter Schwachsinn), sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt:
1. Ist PF viel jünger - ein so altes System wie 3.5 mit 1 Mio Splatbooks ist einfach nicht mit einem viel jüngeren Regelwerk, das sich noch DERART SCHNELL ausweitet, zu vergleichen
2. Deine Argumentation basiert auf Regelwerken, die zwar offiziell sind, aber die...
a) die meisten Spieler nicht nutzen
b) völlig zurecht gar nicht in deutscher Sprache erschienen sind - demnach vielen gar nicht zugänglich sind
c) so viel Murks enthalten, dass man den Rest auch getrost als "Müll" verbuchen kann, wenn man nicht genau hinschaut.
3. Deine Argumentation bezüglich des kurzen Atems der Barden ist schlicht falsch, der Barde kann problemlos länger singen.
4. Was in welchem Splatbook steht, ist vollkommen unwichtig - wichtig ist, was man spielt und was du spielen willst - und wenn du in deiner PF-Runde die Progression des IC für Barden auf +1 pro 2 Stufen anhebst, dann ist das deine Regel, und es ist okay so.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 13:55
Während hingegen der D&D-Barde um überhaupt IC als freie Aktion aufrecht zu erhalten irgendwelche Splatbook-Items (Stichwort WBL - so billig ist das auch nicht) braucht,

Das stimmt ja nicht. Er braucht das Item, um das Lied nach anderen Aktionen _wieder aufzunehmen_ und beliebig lange weiterzuführen. Wenn er weder Feat noch Item hat, hat er halt "nur" die 5 Runden Nachhall. Während derer er auch ein anderes Lied anstimmen kann. Optimierer halten die Harmonizing Weapon für überbewertet, weil sie sagen der normale Nachhall reicht dicke aus um einen Encounter abzuschließen; mir gefällt sie nach wie vor sehr gut (und +1 Preis sind auch wirklich nicht die Welt).

Zitat
kann der PF-Barde das von Haus aus. Finde ich schön geregelt. Und auch die Runden pro Tag - ähnlich wie beim Barbaren, finde ich gut.

Stimmt, danke für den Hinweis, die Rundenfieselei beim Barbaren finde ich genauso beknackt.

Zitat
Und um mich jetzt noch unbeliebt zu machen: Der Barde 3.5 CORE kann nix, da hat der auch kein +6 Inspire Courage und keine Harmonizing Weapon. Du argumentierst jederzeit mit 1 Million Splatbooks in denen Talent Murks steht und Effekt Imbamurks bringt.

3.5 Core ist in der Tat unspielbar, aber nicht nur mit dem Barden, sondern mit quasi allen Klassen außer den Big Three.
Und schieb dir deine Übertreibungen sonstwohin. Ich habe gerade im vorigen Post gezeigt, dass man 3, in Worten DREI Splats braucht, um den Barden stark zu machen. Und jedes davon ist auch für viele andere Klassen interessant und in fast allen Gruppen vertreten. Und es gibt KEIN Splat, dass dermaßen imba ist wie das Core-Material. Durch großzügigen Splateinsatz _verbessert_ man die Balance.
3.5 beinhaltet eben die Splats. Sie gehören dazu. Man muss nicht alle nehmen, aber ein paar braucht man in der Tat schon. Das ist in der Tat etwas, das bei PF nicht so ist, das ist schon nur mit CRB recht gut spielbar. Aber wenn man die Splats einmal hat, stört das auch nicht weiter.
Auch ist der PF Barde auf den untersten Leveln (ca 1-3) durchaus nützlicher als in 3.5, aber ab Level 4 relativiert sich das bzw kehrt sich um.

Zitat
Ich kenne auch persönlich keinen Spielleiter, der nicht entweder gar keine dieser Splatbooks zulässt oder sie stark restriktiert zulässt.

Was für mich ein dringendes Warnzeichen ist, dass der SL das System nicht verstanden hat und man besser nicht mit ihm spielen sollte. Oder wenn, dann ausschließlich als CoDzilla.

Zitat
1. Ist PF viel jünger - ein so altes System wie 3.5 mit 1 Mio Splatbooks ist einfach nicht mit einem viel jüngeren Regelwerk, das sich noch DERART SCHNELL ausweitet, zu vergleichen

PF konnte von vornherein auf 5 Jahre Entwicklung in 3.5 und die ganzen dort gemachten Erfahrungen zurückgreifen. Es ist mitnichten ein "junges System". Im Gegenteil, für jeden Designfehler, den 3.5 per Splats ausgebügelt hat und dann in PF wieder von vorne auftaucht, gehören die Designer geohrfeigt.

Zitat
2. Deine Argumentation basiert auf Regelwerken, die zwar offiziell sind, aber die...
a) die meisten Spieler nicht nutzen

Haltlose Behauptung. Die meisten Spieler, die _ich_ kenne, nutzen die Splats, auch die Englischen. Ist jetzt nicht so, dass Englischkenntnisse im 21. Jahrhundert eine Geheimwissenschaft wären.

Der Barde in 3.5 Core war broken, die Splats haben ihn gefixt. Danach war er nicht mehr broken, also warum an Sachen rumfummeln, die nicht kaputt sind? Man riskiert nur, es schlimmer zu machen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Narubia am 11.09.2013 | 14:38
3.5 Core ist in der Tat unspielbar, aber nicht nur mit dem Barden, sondern mit quasi allen Klassen außer den Big Three.
Wenn du nach diesen endlosen Diskussionen immer noch nicht erkannt hast, dass diese komplette Powerlevel-Diskussion immer vom Spielstil abhängig ist und damit diese Verallgemeinerungen obsolet, dann ist an deiner Lesekompetenz durchaus zu zweifeln. Es gibt Gruppen, die über große Spielzeiten überhaupt gar kein Problem mit der Spielbalance haben. Auch Darius' Gruppe hatte, wenn ich das richtig verstanden habe, bis in den Mid-High-Bereich keine größeren Probleme. Und die meisten Gruppen spielen nunmal nicht direkt im High-Level-Bereich.

Und schieb dir deine Übertreibungen sonstwohin.
Nc.

Ich habe gerade im vorigen Post gezeigt, dass man 3, in Worten DREI Splats braucht, um den Barden stark zu machen.
Immerhin hast du 6, in Worten sechs, genannt. Zudem - 3 Splatbooks, man muss bei PF erstmal schauen, dass man 3 Bücher findet, die man getrost als "Splatbooks" bezeichnen kann. Diese sind insgesamt viel besser sortiert und enthalten eben weniger unnützen Mus.

Und jedes davon ist auch für viele andere Klassen interessant und in fast allen Gruppen vertreten. Und es gibt KEIN Splat, dass dermaßen imba ist wie das Core-Material.

Da sind wir einer Meinung, auch wenn ich die Formulierung nicht so gut finde, aber letzten Endes triffst du den Kern.

3.5 beinhaltet eben die Splats. Sie gehören dazu. Man muss nicht alle nehmen, aber ein paar braucht man in der Tat schon. Das ist in der Tat etwas, das bei PF nicht so ist, das ist schon nur mit CRB recht gut spielbar. Aber wenn man die Splats einmal hat, stört das auch nicht weiter.
Ich fange nicht nochmal damit an, dass Core spielbar ist (wenn auch nicht besonders geil). Aber davon ab, ich habe bei PF schlicht nicht das Gefühl, wenn ich mir die Bücher anschaue, da ein "Splatbuch" vor mir zu haben. Ich habe eher das Gefühl, Erweiterungen vor mir zu haben, weil einfach viel weniger Müll drin steht, den kein Mensch gebrauchen kann.
So ein Buch wie das BoVD ist einfach... eine andere Kategorie.

PF konnte von vornherein auf 5 Jahre Entwicklung in 3.5 und die ganzen dort gemachten Erfahrungen zurückgreifen. Es ist mitnichten ein "junges System". Im Gegenteil, für jeden Designfehler, den 3.5 per Splats ausgebügelt hat und dann in PF wieder von vorne auftaucht, gehören die Designer geohrfeigt.
Da hast du sicher einen Punkt. Pathfinder hat Fehler gemacht. Imho (und da nehme ich dir ja nicht deine Ansicht) haben sie aber mehr besser gemacht, als sie schlecht gemacht haben. Das, was man für schlecht hält, kann man dann ja immernoch hausregeln.

Haltlose Behauptung. Die meisten Spieler, die _ich_ kenne, nutzen die Splats, auch die Englischen. Ist jetzt nicht so, dass Englischkenntnisse im 21. Jahrhundert eine Geheimwissenschaft wären.
Besuchst du regelmäßig Cons oder unterschiedliche Rollenspielvereine? Egal, wo ich war, ich habe seltenst englische 3.5-Regelwerke gesehen, und wenn, dann waren sie eher verpönt. Wenn du deine Spieler eher im Internet kennenlernst, kann das natürlich anders sein, denn die haben automatisch a) (zumindest illegal) Zugriff auf alle Splatbooks und können b) in der Regel ausreichend Englisch.
Davon ab, "Schulenglisch, Abitur" reicht nicht, diese Regelwerke mal eben so durchzulesen. Da muss man sich schon viel einarbeiten.

Der Barde in 3.5 Core war broken, die Splats haben ihn gefixt. Danach war er nicht mehr broken, also warum an Sachen rumfummeln, die nicht kaputt sind? Man riskiert nur, es schlimmer zu machen.
Oder kann es besser machen - und unsere Diskussion zeigt ja - ich finde ihn besser. Bardenwissen und die Bardenmusik, so wie sie waren, haben mir nie getaugt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 14:39
Ich finde die ganzen Splatbookeinwürfe auch nicht so besonders - meine Argumente oben waren eigentlich auch eher auf den ganz normalen Standardbarden ohne große Optimierung gemünzt. Und ja - auch der ganz normaler Core Barde ist nicht "mist" sondern immer noch mehr oder weniger im Mittelmaß des Powerspektrums. Die Splatbooks runden eine Menge ab, doch auch ohne diese funktioniert er gut.

Ich denke auch dass sich hier Pathfinder RPG gar nicht so verstecken muss, es gibt auch genug Möglichkeiten etwas wieder zu verbessern, den Charakter zu optimieren. Auch Barden.

Man darf sowas nicht als Komplettveriss verstehen. Die Anpassungen selbst sind aus meiner Sicht sehr fragwürdig - und als ich meinen Barden in Pathfinder RPG gespielt hab sind sie auch sehr einschneidend für den Spaß daran gewesen. Und wie dies kam habe ich weiter oben versucht auszuführen. Aber erstens gibt es Möglichkeiten diese Schwierigkeiten zu umschiffen (wenn auch mit natürlich wieder ein paar anderen Kompromissen und Kosten verbunden) und zweitens ja auch noch ein paar andere Klassen.

Es ist nicht viel mehr als eben Kritik an ein paar Regeländerungen. Und klar: Ich versteh auch jeden der sagt: "Ich will da einen Gelehrten haben, genau so hab ich mir die Klasse immer vorgestellt!"

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 11.09.2013 | 14:46
1. Ist PF viel jünger - ein so altes System wie 3.5 mit 1 Mio Splatbooks ist einfach nicht mit einem viel jüngeren Regelwerk, das sich noch DERART SCHNELL ausweitet, zu vergleichen
PF kam im August 2009 raus und altert seitdem (2013). Jetzt 4 Jahre
D&D 3,5 kam im July 2003 raus und alterte bis August 2007. auch 4 Jahre
Material davor war für D&D 3.0 bzw. nur fluffmäßig leicht für Pathfinder und D&D 3.5 zu übernehmen.

Im Ganzen ist der Bloat über Open Game License bzw. Pathfinder Compatibility License durch 3rd Party Publishers auch in derselben Größenordnung.
Zitat
2. ... Regelwerken, die zwar offiziell sind, aber die...
a) die meisten Spieler nicht nutzen
b) völlig zurecht gar nicht in deutscher Sprache erschienen sind - demnach vielen gar nicht zugänglich sind
c) so viel Murks enthalten, dass man den Rest auch getrost als "Müll" verbuchen kann, wenn man nicht genau hinschaut.
Dies ist damit genauso wahr für Pathfinder.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 15:06
Wenn du nach diesen endlosen Diskussionen immer noch nicht erkannt hast, dass diese komplette Powerlevel-Diskussion immer vom Spielstil abhängig ist und damit diese Verallgemeinerungen obsolet, dann ist an deiner Lesekompetenz durchaus zu zweifeln. Es gibt Gruppen, die über große Spielzeiten überhaupt gar kein Problem mit der Spielbalance haben. Auch Darius' Gruppe hatte, wenn ich das richtig verstanden habe, bis in den Mid-High-Bereich keine größeren Probleme. Und die meisten Gruppen spielen nunmal nicht direkt im High-Level-Bereich.

Hä? Darius hat doch PF gespielt und nicht 3.5. oÔ Und selbst da hat ihm eine Vollcaster-Klasse in die Suppe gespuckt.*
In 3.5 _kriegst_ du mit Core-only irgendwann massive Probleme. Klar, nicht auf den niedrigsten Stufen, aber spätestens ab Level 10 brechen die Dämme. Dann gibt es nämlich in Core einfach kein Material mehr, was für die weltlichen Klassen echten Mehrwert bietet. Da fängt der Fighter an, Feats für seine Sekundärwaffe zu nehmen, während der Magier... you know the rest.

Zitat
Immerhin hast du 6, in Worten sechs, genannt. Zudem - 3 Splatbooks, man muss bei PF erstmal schauen, dass man 3 Bücher findet, die man getrost als "Splatbooks" bezeichnen kann.

Von diesen 6 sind aber die zweiten 3 eher "Glasur" abnehmender Wichtigkeit. Wie dem auch sei. Fakt: in PF gibt es weniger Zusatzmaterial. Ja und? Für dich ist das ein Vorteil von PF, für mich ein Nachteil. Und in 3.5-Splats ist in der Tat viel "Mus" dabei, das bestreite ich nicht. Aber eben dazwischen nicht nur Weizenkörner, sondern echte Perlen, die einem Charakter mehr Glanz verleihen als alles, was PF bietet.
Nochmal: ich kann verstehen, dass man ein Spiel bevorzugt, für das man nicht viel Material anschaffen muss. Und es macht auch nicht jedem Spaß, aus einem Wust von Optionen das "gute Zeug" rauszufinden. Aber manchen Leuten macht eben gerade das Spaß. Und für die ist dann 3.5 besser als PF.

Zitat
Besuchst du regelmäßig Cons oder unterschiedliche Rollenspielvereine?

Nicht regelmäßig, aber gelegentlich. Gerade da habe ich so einige (3.5) Komplettisten kennengelernt. Natürlich schleppt man aber auf eine Con oder zum Vereinstreff nicht zwei Regalmeter Bücher mit.

--

*) Wobei man da insbesondere den antiklimatischen "Nach einer Runde vorbei"-Endkampf stark relativieren muss: der fragliche Charakter hat, wieviel, 380 Schaden(?) rausgerotzt, weil der Spieler _zwei Crits_ hintereinander gewürfelt hat, mit einer x4 Waffe. Mit sowas kann man nicht rechnen - es sei denn, der Charakter hat eine Fähigkeit, Threats auch ohne Würfelwurf zu generieren. Auf die Weise sind aus regulär ~2-3 Treffern effektiv 10-11 geworden. Wären die Crits nicht gefallen, hätte das ganz anders ausgesehen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 15:27
Der Wahnwitz hinter der ganzen Argumentation ist doch der: Ein Haufen an wirklich broken Material/Splats hat Klassen angeblich gefixed, was in diesem Kontext wohl bedeutet, dass ihnen wahnwitzige Fähigkeiten zugestanden wurden. Siehe etwa den Barden der Sprüche bis Grad 9 konnte oder den Ur-Magus den man mit einem 1-Stufen Dip und einem Feat erreichen konnte.
Also wenn das die Messlatte für sinnvolles Spielen ist, dann sind alle "Das ist so Broken!" Sachen, über die teilweise geredet werden (Siehe Vollcaster Rebalancing) einfach nur ein hausgemachter Haufen Exkremente.
Und ja, solche Argumente und Quellenbeweise klingen für mich nach jemanden, der mehr Liest als spielt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 15:40
@Slayn:
Alles eine Frage des bevorzugten Powerlevels. Wenn ich mein Spiel auf T3 zentrieren will, kann ich darin natürlich keine Sublime Chords oder Ur-Priests brauchen. Ich brauche aber auch keinen SubChord oder sonst eine PrC, um den Core-Barden zu fixen. Mein Ansatz war nie "Let's make each class equally broken" (wie das bei F&K Tomes der Fall ist).

Natürlich bedingt das einiges an Beschäftigung mit dem System, um das Potential einzelner Optionen einordnen zu können. Da ist 3.5 alles andere als pflegeleicht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 11.09.2013 | 15:41
Hä? Darius hat doch PF gespielt und nicht 3.5. oÔ Und selbst da hat ihm eine Vollcaster-Klasse in die Suppe gespuckt.*
In 3.5 _kriegst_ du mit Core-only irgendwann massive Probleme. Klar, nicht auf den niedrigsten Stufen, aber spätestens ab Level 10 brechen die Dämme. Dann gibt es nämlich in Core einfach kein Material mehr, was für die weltlichen Klassen echten Mehrwert bietet. Da fängt der Fighter an, Feats für seine Sekundärwaffe zu nehmen, während der Magier... you know the rest.
 
Von diesen 6 sind aber die zweiten 3 eher "Glasur" abnehmender Wichtigkeit. Wie dem auch sei. Fakt: in PF gibt es weniger Zusatzmaterial. Ja und? Für dich ist das ein Vorteil von PF, für mich ein Nachteil. Und in 3.5-Splats ist in der Tat viel "Mus" dabei, das bestreite ich nicht. Aber eben dazwischen nicht nur Weizenkörner, sondern echte Perlen, die einem Charakter mehr Glanz verleihen als alles, was PF bietet.
Nochmal: ich kann verstehen, dass man ein Spiel bevorzugt, für das man nicht viel Material anschaffen muss. Und es macht auch nicht jedem Spaß, aus einem Wust von Optionen das "gute Zeug" rauszufinden. Aber manchen Leuten macht eben gerade das Spaß. Und für die ist dann 3.5 besser als PF.

Nicht regelmäßig, aber gelegentlich. Gerade da habe ich so einige (3.5) Komplettisten kennengelernt. Natürlich schleppt man aber auf eine Con oder zum Vereinstreff nicht zwei Regalmeter Bücher mit.

--

*) Wobei man da insbesondere den antiklimatischen "Nach einer Runde vorbei"-Endkampf stark relativieren muss: der fragliche Charakter hat, wieviel, 380 Schaden(?) rausgerotzt, weil der Spieler _zwei Crits_ hintereinander gewürfelt hat, mit einer x4 Waffe. Mit sowas kann man nicht rechnen - es sei denn, der Charakter hat eine Fähigkeit, Threats auch ohne Würfelwurf zu generieren. Auf die Weise sind aus regulär ~2-3 Treffern effektiv 10-11 geworden. Wären die Crits nicht gefallen, hätte das ganz anders ausgesehen.


Wie schon gefühlt 36847 mal erwähnt, war unser Problem nicht im Ansatz die schwere zwischen den verschiedenen Tiers. Aber das wird hier ja ohnehin gerne ignoriert, weil Tiers scheinbar ein tolles Thema zum diskutieren sind.
Ein Fighter, ein halbwegs gut gebauter Fighter hätte genau das gleiche angerichtet. Das Problem war doch ein ganz anderes und zwar NICHT das für 3.5/PF typische Problem der klaffenden Lücken zwischen den einzelnen Tiers.

Der Schaden wurde übrigens mit einem Zweihänder angerichtet, nicht mit einer Sense.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 15:51

Wie schon gefühlt 36847 mal erwähnt, war unser Problem nicht im Ansatz die schwere zwischen den verschiedenen Tiers. Aber das wird hier ja ohnehin gerne ignoriert, weil Tiers scheinbar ein tolles Thema zum diskutieren sind.
Ein Fighter, ein halbwegs gut gebauter Fighter hätte genau das gleiche angerichtet. Das Problem war doch ein ganz anderes und zwar NICHT das für 3.5/PF typische Problem der klaffenden Lücken zwischen den einzelnen Tiers.

Der Schaden wurde übrigens mit einem Zweihänder angerichtet, nicht mit einer Sense.

Die Tier-Thematik kam doch nur auf, weil der Rogue so gefühlt schlecht abgeschnitten hat.
Die Powergaming-Diskussion deswegen, weil man hier einen Kniff genutzt hat, womit ein Vollcaster zu Melee-Sau werden konnte.
Ansonsten stimme ich dir zu, gute Crits zur rechten Zeit sind immer happig. Unser Barbar mit seiner 2H-Axt war da immer wieder für Überraschungen gut.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 11.09.2013 | 15:56
Narubia: ich mag diese zeilenweisen Zitateschlachten nicht weiterführen, aber weiter oben hast du dich im gleichen Satz auf 3.5 Core und auf Darius' Spiel bezogen, und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Zweitens, "Jauchegrube" - Hyperbole ist wirklich dein liebstes Stilmittel, oder? Ist doch nicht so, als würde man sich damit wehtun.

Drittens, mir ist jedenfalls noch kein SL begegnet, der gesagt hätte "nur dieses und jene Splat, alles andere verboten". Ich habe sehr wohl SLs getroffen, die Core Only vorgeben wollten, aber mit denen habe ich dann nicht gespielt. Die mit denen ich gespielt habe, waren da wesentlich relaxter.
Ich selber bin da als SL teilweise restriktiv, aber schlicht weil ich keine Lust habe, mich in noch ein weiteres Subsystem einzulesen, wie z.B. Psionik oder Vestiges etc. Da fürchte ich mich aber nicht vor Powercreep, sondern stehe schlicht zu meiner Faulheit.

Ein Fighter, ein halbwegs gut gebauter Fighter hätte genau das gleiche angerichtet. Das Problem war doch ein ganz anderes und zwar NICHT das für 3.5/PF typische Problem der klaffenden Lücken zwischen den einzelnen Tiers.

Entschuldige das mit der Sense; hatte ich im Vorfeld so verstanden.
Aber dass ein reiner Kämpfer im Nahkampf "genau das gleiche" ausrichtet wie ein Vollcaster mit Pala-Dip, ist für dich "kein Problem"? Wäre ich Fighter gewesen, wäre das für mich sehr wohl ein Problem. Exakt das illustriert _genau_ die Tier-Problematik.

Weitere Problemquellen durch die Komplexität des Systems und einem nicht so 100% erfahrenen SL bleiben davon freilich unberührt (bzw machen es nicht besser).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 15:57
Naja, als gelehrten habe ich den Barden mir nie vorgestellt, aber jemanden, der einfach viel weiß, weil er viel aufschnappt. Wie du diesen Bonus auf Wissenswürfe erklärst, sei deinem Fluff überlassen - was unter dem Strich rauskommt, ist: Er weiß einfach ne Menge.
Wo du eigentlich das herziehst, dass der Barde ein Gelehrter ist, ist mir schleierhaft, ich hab das hier schon mal gelesen, wer hat denn mit dem Stuss eig. angefangen?

Ich würd es wie gesagt nicht Stuss nennen - auch wenn ich diese Meinung nicht teile - aber wenn du wissen willst wer das eingebracht hat: Das war Luxferre als Antwort auf meine Ausführungen zum geändertem Bardenwissen. Im Sinne von: "Macht nix, ich finds gut so - der soll ruhig Fachwissen statt Legendenwissen haben."

Mein Problem ist dabei auch weniger dass der Barde Bardenwissen hat, als dass dies in 3.5 Spezialwissen mit konkreter Verbindung zu Geschichten und Legenden, erwähnenswerten Orten etc. ist. Sprich: Der Barde kann mit diesem Wissen nicht sich besser als der Ranger im Wald auskennen. Aber er kann sagen dass er von dem Schatz der Nymphen am Schwarzwasserfluss eine Geschichte gehört hat. Das ist insbesondere für den SL eine tolle Möglichkeit diese Geschichten auch tatsächlich hineinzubringen. Die Umgebung stimmungsvoller darzustellen. Und für den Barden war es ein Alleinstellungsmerkmal.

Das der Barde in Pathfinder RPG dann den Waldläufer durch seinen Take 20 sehr leicht übertrumpfen kann wenn es darum geht sich im Wald auszukennen ist die eine Sache. Aber das Hauptproblem ist: Das Wissen was er mit dem Wurf bekommt ist auch tatsächlich Naturwissen. Es ist kein Wissen über Legenden und Geschichten. Die Balancingthematik ist dann wiederum nur etwas das das ganze verschärft, es ist sehr leicht auch ohne echte Investition in den Skill trotzdem allein über den Take 20 zu glänzen.

In 3.5 ist dies anders. Es ist ein eigener Wissensskill wenn man so will. Mit eigenem Schwierigkeitsgrad und eigenem Themengebiet, welches leider jetzt gestrichen wurde.

Das kann man natürlich immer noch so spielen, auch ohne mechanische Unterstützung. Problematisch wurde es in meiner Gruppe als das bessere Fachwissen von den anderen Spielern auch angespielt wurde. Natürlich weiß dann die Gruppe auch dass die beste Chance gegeben war wenn der Barde dies versucht. Es hat nur im RP vorn und hinten nicht gepasst. Alternative Klassen sind dabei durchaus eine Möglichkeit - und wenn sie nicht thematisch so eingeschränkt wären hätten sie mir sicher helfen können. Hausregeln sind immer auch eine Möglichkeit, es ist ja prinzipiell z.B. etwas einfaches das 3.5er Bardenwissen einfach wieder einzuführen, entweder als eigenen Wissensskill oder schlicht mit der Originalregelung.

Es ging mir nur darum zu sagen warum ich die neue Regelung im RP als schwierig bzw. störend empfand. Es ist eben nicht "das gleiche" - ich erhalte in der Praxis tatsächlich anderes Wissen, tue es auf andere Situationen anwenden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 15:58
Och, gib Ruhe, Feuersänger, deine Wortwahl und Rhetorik ist auch nicht die feine englische Art. Schraub da mal etwas zurück, dann darfst du andere kritisieren. (Gilt ebenso für Narubia)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 11.09.2013 | 16:44

Entschuldige das mit der Sense; hatte ich im Vorfeld so verstanden.
Aber dass ein reiner Kämpfer im Nahkampf "genau das gleiche" ausrichtet wie ein Vollcaster mit Pala-Dip, ist für dich "kein Problem"? Wäre ich Fighter gewesen, wäre das für mich sehr wohl ein Problem. Exakt das illustriert _genau_ die Tier-Problematik.


Hat mit dem eigentlichen Thema des Threads aber nichts zu tun.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 16:50
Man sollte jetzt aber auch nicht so tun als ob die Balancingfragen gar nicht existieren würden. Mit Optimierung lässt sich vieles korrigieren und auch der SL und die Gruppe kann vieles beitragen damit am Ende trotzdem ein gutes Spiel herauskommt.

Doch die Tiers und die Differenzen im Powerniveau selbst existieren schon und sind auch durchaus nachvollziehbar.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 16:52
Zumal ein Fighter dazu nicht 5/6 Buffs am Laufen haben muss.

Ist aber nicht genau das eines der Kernthemen dieses Fadens?

Wenn alles gut läuft und alle Mitspieler fair mitspielen, dann ist der Fighter eine gut funktionierende Klasse und sein Spieler hat Spaß an der Sache. Ebenso hat der Spielleiter einen Überblick was geschieht und muss sich mit wenigen Stellschrauben auskennen.
Bricht ein Spieler hier aus, dann fängt das Wettrüsten an und fordert sowohl Mitspieler als auch Spielleiter. Wenn die das Wettrüsten dann nicht mitmachen können oder wollen, steht man vor einer Katastrophe.

Ja, Systemwissen ist ein Teil davon, unter anderen deswegen, weil man seinen Charakter, nennen wir es mal "suboptimieren" kann (siehe TWF), aber auch weil man wissen muss, wann man an die kritischen Synergien kommt und was diese ausmachen werden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 17:02
Die Probleme treten allerdings auch in Gruppen mit Neulingen auf, und in solchen ohne großen Hang zur Optimierung. Es ist ja kein Nischenthema, wie oben schon gesagt sind eigentlich alle 3.5 und Pathfinderforen mit immer wiederkehrenden Threads zum Thema Balancing durchsetzt. Wenn wir uns dort 5 Foren anschauen ist die Chance sehr hoch das in jedem auf Seite eins ein Thread existiert der das Thema Balancing anschneidet. Eher sogar mehr als einer.

Es ist eben auch ein die breite Masse betreffendes Thema und berührt in gewissem Grad jede Gruppe. Es ist nur keines das generell am Spielen hindert. Man kann es umgehen und eben die Kosten dafür bezahlen, mit geringerer Flexibilität, etwas weniger Einfühlung in den Charakter und höherem Aufwand etc. Und der Preis ist es durchaus wert, das ganze macht ja Spaß.

Ginge halt nur besser ohne dies.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 17:19
Ginge halt nur besser ohne dies.

Hier ist aber auch Wormys Aussage, vor gefühlten 20 Seiten einfach wahr: Optimieren bedeutet halt nicht nur den eigenen Charakter optimieren, es bedeutet auch, sich in das Machtniveau der Spielgruppe einzufinden.

Für mich ist das eine Grundhaltung in Bezug auf erfolgreichen Gruppenspiel.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 17:23
Die Frage ist halt was dies in der Praxis bedeutet. Optimierung ist ja nicht einfach mal *schnipps* nun bin ich optimiert.

Optimierung ist auch mit der Wahl bestimmter Charakteroptionen verbunden die zusammen ein höheres Powerlevel ergeben. (oder anders herum, wenn man die stärkere Klasse betrachten will der Verzicht auf derartige Optionen).

Ich denke es ist jedem klar: Das geht. Und es gibt genug Gruppen die das hinbekommen. Aber erstens eben auch solche die es nicht hinbekommen. Die irgendwann merken das etwas aus dem Ruder läuft. Und dann von mir aus Threads in Foren aufmachen oder am Ende ihre Gruppe einstampfen oder Spieler verlieren. Und für die wäre besseres Balancing hilfreich.

Aber zweitens bedeutet es eben auch für die Gruppen welche es hinbekommen dass Charaktere weniger flexibel erstellt werden als dies eigentlich möglich wäre. Ich kann den Krieger natürlich optimieren dahingehend dass sein Schadensoutput toll ist, oder er andere Vorzüge hat. Aber für diese Optimierung gibt es eben viel weniger sinnvolle Builds die sie ermöglichen als sie ohne diese Notwendigkeit zur Verfügung stehen würden.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 17:29
Uff, gerade für den d20-bereich ist das ein schweres und heikles Thema.
Ich nannte doch vorher den Vanishing Trick Ninja einen Sackgassen Build, da er nur durch diese eine Strategie an seinen Schadensoutput kommt.
Hierin liegt imho die eigentliche Kunst des d20-Leitens, nämlich Herausforderungen zu stellen ohne die Spieler in solche Verhaltensmuster zu drängen.

Die Charaktere müssen also nur so weit optimiert sein, wie sie dem jeweiligen Spieler ein Erfolgserlebnis garantieren können.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 11.09.2013 | 18:14
Ist ja effektiv das gleiche. Ob ich nun sage "der SL passt seine Abenteuer an damit auch die schwächeren Charaktere mitmachen können" oder ob ich sage "der schwächere Charakter wird von seinem Spieler etwas angepasst damit er mitmachen kann"* ist eigentlich kein großer Unterschied. Das ganze funktioniert meistens, macht manchmal Probleme - aber immer ist es halt auch etwas Aufwand und eine Einschränkung, und sei sie noch so klein. Wenn Max sich seinen Kämpfer auf eine bestimmte Weise vorstellt und dann halt eine andere Waffe wählt weil diese effektiver ist, oder eine Prestigeklasse die er vorher nicht auf dem Schirm hatte so ist ja noch nicht das ganze Charakterkonzept kaputt. Man darf dort nicht übertreiben.

Aber besser ist halt immer wenn Max sich den Kämpfer genau so machen kann wie er ihn sich vorstellt. Und vom System darin unterstützt wird. Und dies mit jeder Klasse funktioniert. Das schließt auch Stärkeunterschiede ein, wie gesagt. Man kann durchaus sagen: Ich will aber in der Gruppe einen Charakter haben der gar nicht in das Powerlevel der anderen reinpasst. Aber auch hier: Besser ist es wenn das System dieses Konzept nicht einschränkt, wenn ich dafür nicht an bestimmte Optionen oder Klassen gebunden bin.

*wobei man immer bei "mitmachen" bedenken sollte das dies natürlich kein entweder/oder ist, sondern ein eher fließender Bereich. Auch schwache Klassen und Builds können durchaus mitmachen, die Chance das sie mit der Häufigkeit und Intensität unzufrieden sind ist nur höher.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 11.09.2013 | 18:25
Zitat
Ich nannte doch vorher den Vanishing Trick Ninja einen Sackgassen Build, da er nur durch diese eine Strategie an seinen Schadensoutput kommt.
Naja er kann auch noch ganz Stinknormal flanken o.ä. (anders als der 3.5 Ninja).
Zudem ist auch Vanishing Trick kein Allheilmittel, gibt genug Gegner die Blindsight, Unscanny Dodge o.ä. haben.

Den Schlimmen Hake am Ninja find ich ehr das sein KI über CH läuft, was man bei Schurken sonst in der Regel (notgedrungen) dumpt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 11.09.2013 | 18:57
@Arldwulf:

So ein bisschen Jain muss hier schon sein.
Denk mal zurück an das ursprüngliche D&D oder von mir aus auch AD&D. Die mögliche Varianz war doch arg begrenzt, eben weil das System an sich mit starken und starren Grenzen gearbeitet hat. Dies haben wir bei einem nach Oben hin offenen System nicht mehr.

Nebenan, in den von Teylen gestarteten Faden, hatte ich geschrieben dass ich das System spiele und meine Präferenzen daran anpasse. Dies lässt sich hier übernehmen. Im Endeffekt ist es mir egal, was Max will, wenn Max einen Krieger spielen will, hat er einen funktionierenden Krieger zu spielen, das schuldet er nämlich seinen Mitspielern.
Die umgekehrte Denkweise, nämlich dass die Gruppe Rücksicht auf Max nehmen muss, ist zwar eine Grundbedingung für ein Gruppenspiel, geht aber auch einehr mit einer Forderung an Max. (Siehe: Bringschuld)

@EDaA:
(da fehlt noch irgendwo ein "K" in dem Namen)
Streich mal das Allheilmittel und all diese Gedanken. Es geht nur darum, dass ein Spieler meint oder sich sicher ist nur über eine, und nur diese eine, Strategie zum vollen Erfolg zu kommen. Siehe viele Powergaming Builds, die eben genau auf eine hochoptimierte Aktion abzielen. Tipp: Such mal nach Glaivelock.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 11.09.2013 | 19:58
Zitat
Streich mal das Allheilmittel und all diese Gedanken. Es geht nur darum, dass ein Spieler meint oder sich sicher ist nur über eine, und nur diese eine, Strategie zum vollen Erfolg zu kommen.
Wobei du bei Nichtmagiern (ToB-Klassen mal außen vor) unter D20 mMn meist auch keine Große Wahl hast als dich auf einen Kampfstiel hin zu Optimieren. Ne Flexiblität wie du sie z.B. bei DSA3 haben kannst, wo du z.B. nen Char bauen kannst, der mit Einhandwaffen, Zweihandwaffen, Stangenwaffen, Unbewaffnet, im Fernkampf und im Reiterkampf gut ist, ist bei D20 nicht drin.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.09.2013 | 00:03
Wobei das doch so ein schön befriedigendes Allheilmittel war.

Keine eine Ahnung? Alle Würfe vergeigt? Niemand weis mehr weiter? Bardic Knowledge bis zum Abwinken!
(Und wenn das versagt, Legend Lore Spells, gefolgt von Commune)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 07:19
Ich glaube, alles, was du dir schönes über die Barden zusammengereimt hast, einfach eher in deiner (Spiel-)Welt existiert. Das Gerüst wurde dir jetzt mit der Änderung kaputt gemacht, und du siehst nicht, dass es nie da war. Bardenwissen war in 3.5 einfach inhaltslos.

Ich kenne zumindest viele bei denen dies so war, weil sie sich mit den konkreten Regeln nie so recht beschäftigt haben. Aber eigentlich ist die 3.5 Regelung schon recht klar, und es ist auch explizit geregelt auf was dies Anwendbar ist. Der Text über Bardenwissen ist ja länger und ausführlicher als der aller anderer Wissenswürfe. Dass diese was konkrete Probleme angeht substituierbar sind stimmt natürlich. In dem Beispiel mit dem zu durchquerendem Wald habe es viele verschiedene Dinge die helfen können. Aber jeder davon gibt halt anderes wissen.

Die Änderung bei Pathfinder ist ein wenig so als wäre knowledge (Religion) abgeschafft worden und dafür bekommt der Kleriker einen Bonus auf wissen über ebenen und Magie. Ersetzbar ist vieles. Aber das ändert erstmal nichts daran das es weggefallen ist, und derartige Ersetzungen bergen eben immer die Gefahr unerwünschte Nebenwirkungen zu haben wie ich sie aus meiner Runde geschildert hab.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 07:31
Nebenan, in den von Teylen gestarteten Faden, hatte ich geschrieben dass ich das System spiele und meine Präferenzen daran anpasse. Dies lässt sich hier übernehmen. Im Endeffekt ist es mir egal, was Max will, wenn Max einen Krieger spielen will, hat er einen funktionierenden Krieger zu spielen, das schuldet er nämlich seinen Mitspielern.
Die umgekehrte Denkweise, nämlich dass die Gruppe Rücksicht auf Max nehmen muss, ist zwar eine Grundbedingung für ein Gruppenspiel, geht aber auch einehr mit einer Forderung an Max. (Siehe: Bringschuld)

Mal noch hierzu: ich sehe das ganz genauso eigentlich, da sind wir einer Meinung. Doch der Spielraum, die Anzahl Optionen ist hierbei natürlich größer wenn es mehr als einen Weg gibt dies zu tun, und je mehr Möglichkeiten das System bietet umso besser kann man beides Vereinen, die Bringschuld des Spielers und das was er sich wünscht.

Und das ist wofür Balancing gut ist. Für Charakterfreiheit ohne dabei die Bringschuld an die Gruppe zu verletzen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.09.2013 | 08:17
Wobei das doch so ein schön befriedigendes Allheilmittel war.

Keine eine Ahnung? Alle Würfe vergeigt? Niemand weis mehr weiter? Bardic Knowledge bis zum Abwinken!
(Und wenn das versagt, Legend Lore Spells, gefolgt von Commune)

Ich finde einen Barden noch immer ein befriedigendes Allheilmittel.
Jetzt mal Budder-bei-die-Fisches, wir spielen doch Abenteuer, um den Plot aufzudecken und diesem nicht stundenlang zuzuwinken und am Ende doof dazustehen. Es soll eben etwas Neues erfahren werden. Und das geht nunmal super, wenn der Barde sein Wissen anschmeißt und alles das herausbekommen kann, was es über die Welt, den Plot und Sonstwiewas zu erfahren gibt.
In diesem Moment wirds etwas "meta", weil der SL den Spielern etwas bisher unbekanntes erzählt, was der Charakter eigentlich aber schon weiß... und? Kümmerts wirklich? Mich nicht.
Bspw leite ich gerade den Schlangenschädel und der Barde/Archäologe kann dermaßen viel herausfinden... großartig. Da sich der Hexernmeister der Gruppe noch auf Sprachen spezialisiert hat, wirds ganz besonders klasse.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 12.09.2013 | 08:55
Die Klarstellung diente dazu zu sagen dass man bei aller Kritik nicht vergessen sollte dass mir Pathfinder trotzdem Spaß macht. Was könnte daran "falsch" sein? Wie kann es falsch sein etwas zu mögen - auch dann wenn es Dinge gibt die einem nicht gefallen?

Wenn jemand ständig an einem System herummäkelt (und das machst du ja schon jahrelang), dann fällt es halt schwer zu glauben, ganz einfach. Zumal diese "Klarstellungen" von dir stets nur nachgeschoben werden, wenn jemand denn Finger darauflegt. Wenn dann noch dazukommt, dass man bei einem gewissen anderen System keinerlei Kritik gelten lässt und sogar einfache Zustandsbeschreibungen anficht, nur weil die dazu führen könnten, dass jemand deswegen dieses System nicht mag?

Mach dir selber einen Reim drauf, wie du bei anderen darauf reagieren würdest.

P.S. Dir gefällt der Barde nicht? Sei konstruktiv, nutze die OGL und bau ihn so, wie du ihn haben willst. Idealerweise stellst du ihn der Comm zur Verfügung, dann hat die auch etwas davon.

edit: Das mit dem Optimieren ist eigentlich ganz einfach, denn erst im Spiel entscheidet sich ja, wie sehr das zum Tragen kommt. Ich hab schon mit Spielern zusammen gespielt, deren Namen regelmäßig in Optimierungsthreads zu lesen waren und sind und die es trotzdem ganz hervorragend verstanden, ihren Mitspielern nicht die Butter vom Brot zu nehmen. Die hatten aber auch nicht die Einstellung, ihren Spass notfalls auf Kosten des Spaßes ihrer Mitspieler haben zu müssen.

In den Foren liest sich das aber meistens so, als sei der Optimierer der Goldstandard und alle anderen die Spassverderber.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 09:09
Ich denke es geht auch weniger darum ob der Barde etwas herausfinden kann (kann er ja in beiden Versionen), sondern eher darum welche Art von Wissen es ist.

@Wormy: Die Klarstellung dass ich das System dennoch gern spiele hab ich von Anfang an gebracht. Auch nicht nur einmal. Und auch nicht zum erstem Mal in diesem Thread, sondern eigentlich jedes mal wenn ich über 3.5 oder Pathfinder mehr als einen Halbsatz rede. Ob du das nun glaubst oder nicht ist ganz deine Sache - ich kann dir nur sagen wie es ist: Ich habe mit 3e/3.5 ein gutes Jahrzehnt meinen Spaß gehabt und habe auch jetzt mit Pathfinder RPG Spaß.

So wie tausende andere Spieler. Das einzige was daran unglaubwürdig ist, ist das verzerrte Bildniss was du dort aufwirfst. Ist es so schwer zu verstehen das man auch kritisieren kann was man mag? Das man sogar die Dinge eher kritisiert die einen interessieren als jene die einen völlig kalt lassen? Vor vielen Jahren hab ich mal gern mit dir diskutiert  -  aber inzwischen ist es völlig egal was ich sage, und sei es auch: Hey, ich mag XYZ - am Ende kommt bei dir doch nur "das ist der böse 4E Fanboy" an. Und alles positive was man sagt wird gleich als Falschheit angesehen.

Und ich habe längst einen alternativen Barden erstellt. Schon vor Jahren. Und ihn auch zur Verfügung gestellt. Fanden damals auch einige toll. Hab ihn auch eine Weile lang bespielt, sehr gern sogar. Aber warum dies nun verhindern sollte über Regeländerungen bei Pathfinder RPG zu sprechen? Keine Ahnung. Und auf deine Frage: Ich kann mir sehr einfach einen Reim darauf machen wie ich reagieren würde wenn mir jemand sagt:

Zitat
"Pathfinder RPG ist sicher nicht perfekt, xyz und abc gefällt mir nicht. Aber es macht mir Spaß, und viele der Änderungen gefallen mir auch"

Ich würde ihn fragen was ihm nicht gefällt, ihm vielleicht helfen bei Dingen die ihn im Spiel störten. Und ansonsten tierisch gern einfach eine Runde mit demjenigem Spielen, denn Spieler die sich mit einem System beschäftigen und sagen können was ihnen gefällt und was nicht sind sehr hilfreich für mich als SL, und auch als Mitspieler. Was mir irgendwie nicht einfallen würde ist: Das was du da sagst ist doch alles nur Schein, in Wahrheit ist deine Meinung genau so wie ich sie mir denke! Ich glaub dir sowieso nicht!
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Luxferre am 12.09.2013 | 09:20
Ich denke es geht auch weniger darum ob der Barde etwas herausfinden kann (kann er ja in beiden Versionen), sondern eher darum welche Art von Wissen es ist.

Doch, tut es. Ich finde es klasse, dass er Derjenige welcher ist, der dieses gesamte Spezialwissen haben kann.
Weißt Du, ich interessiere mich nicht für garundische Gutenachtgeschichten. Ich will Weltgeschichte präsentieren. Epische Geschichten, Heldengeschichten, der Stoff der Heldengeschichten. Dafür spielen wir nämlich Rollenspiele ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 09:36
Klingt doch super. Aber genau mit dieser Aussage würde ich hingehen und sagen: Darum ist es falsch den Skill mit dem man etwas speziell über diese epische Geschichten erfahren kann durch einen allgemeinen Bonus auf generelles Wissen zu ersetzen.

Wie genau profitieren die epischen Geschichten denn davon wenn der Barde dem Waldläufer erklärt wie der Hase seinen Bau baut?

Und würden sie nicht eher davon profitieren wenn er von Geschichten und Legenden erzählen kann? Du sprichst von Spezialwissen - doch die Fertigkeit für dieses Spezialwissen wurde entfernt. Und durch "du bekommst halt folgende Boni auf Wissenswürfe" ersetzt. Das ist für einen Archäologen btw. gar nicht so schlecht, da verstehe ich dich schon.

Der hat einfach auch ein breites Wissen (und es spricht auch nichts dagegen dem Barden die Möglichkeit zu geben Wissen in anderen Fachgebieten anzuhäufen). Aber es ist eben Wissen über Geschichte, über alte Rüstungen, alte Religionen oder alte Pflanzen und Architektur. Toll zu haben - da stimm ich dir voll zu. Für einen Archäologen auch sehr passend.

Aber eben keine Heldengeschichte. Und für den nächstbesten Tavernenbarden ist es auch nicht unbedingt das richtige.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.09.2013 | 09:59
Naja er kann auch noch ganz Stinknormal flanken o.ä. (anders als der 3.5 Ninja).
Zudem ist auch Vanishing Trick kein Allheilmittel, gibt genug Gegner die Blindsight, Unscanny Dodge o.ä. haben.

Den Schlimmen Hake am Ninja find ich ehr das sein KI über CH läuft, was man bei Schurken sonst in der Regel (notgedrungen) dumpt.

seit wann ist beim schurken CHA ein dumpstat?
dann kann der auch UMD nicht mehr ordentlich nutzen...

der schurke kann eher int dumpen skillpunkte hat er auch mit INT 6 noch genug...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 12.09.2013 | 10:05
Wundert mich auch. Kommt natürlich auf die Gruppe an, aber im Prinzip ist er immer eine gute Wahl für die Charisma-Nische mit Diplomatie (Informationen sammeln!), Bluffen etc.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.09.2013 | 10:11
@Arldwulf:

Was mich so wundert: Bardic Knowledge war früher ein Super-Skill, der irgendwie alle anderen Skills umfasst hat und sich automatisch selbst gesteigert hat.
Würdest du jetzt einen Skill Knowledge (Bardic) auswählen, was du kannst, würde das etwas ändern? Warum ergibt bei dir ein Knowledge (Arcana) Wurf automatisch "realistische" Ergebnisse und keinen Barden-Flavour, ein Knowledge (Dungeoneering) Wurf realistische Ergebnisse und keine Bardenlegenden über Dungeons und Monster?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 12.09.2013 | 10:34
Wundert mich auch. Kommt natürlich auf die Gruppe an, aber im Prinzip ist er immer eine gute Wahl für die Charisma-Nische mit Diplomatie (Informationen sammeln!), Bluffen etc.

Zumal Schurken dann quasi prädestiniert sind für eldritch heritage, was ihrer Vielseitigkeit als "echter" Schurke ohne optimiertes Angeiffs-build einfach nur zu Gute kommt. Finde es gibt kaum eine Klasse, die mehr Möglichkeiten hat, sich mit diesen Talenten Feinschliff zu verpassen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 10:49
@Arldwulf:

Was mich so wundert: Bardic Knowledge war früher ein Super-Skill, der irgendwie alle anderen Skills umfasst hat und sich automatisch selbst gesteigert hat.
Würdest du jetzt einen Skill Knowledge (Bardic) auswählen, was du kannst, würde das etwas ändern? Warum ergibt bei dir ein Knowledge (Arcana) Wurf automatisch "realistische" Ergebnisse und keinen Barden-Flavour, ein Knowledge (Dungeoneering) Wurf realistische Ergebnisse und keine Bardenlegenden über Dungeons und Monster?

Das würde ich gar nicht so sagen. Wie viele Wissenswürfe überschneidet sich auch hier viel. Und natürlich können derartige Skills auch Legenden enthalten. Oder um es anders zu sagen: Ich denke auch dass der SL natürlich weiterhin Legenden ausgeben kann. Und ich bin mir sicher wenn ich wieder einen Barden spiele (wird ja eh nicht lange dauern bis mich da das Fieber wieder packt) wird das mein jetziger SL auch so machen, und wenn ich ihn halt drum bitten muss.

Rein vom System her gibt es aber nun wenig dass dies erfordert. Es ist nicht mehr explizit so vorgesehen, was es in 3.5 noch war. Und auch in der Runde in der ich diese Probleme hatte gab es das nicht. Viel wichtiger ist aber: Nicht bei jedem "Wissen (XYZ)" Wurf machen Legenden und Geschichten Sinn, und können plausibel etwas sinnvolles ergeben. Das System unterscheidet aber hier nicht mehr. Und in der Folge hatten beispielsweise auch meine damaligen Mitspieler nicht unterschieden ob das Thema nun eher eines war welches mit Legenden betrachtet werden sollte oder eines das mit anderem Fachwissen betrachtet werden sollte.

Das Beispiel mit einem Entfernen von "Wissen (Religion)" trifft es ganz gut. Ich könnte dann immer noch sagen: Was stört es dich, du kannst doch über Untote auch mit Wissen über dunkle Gewölbe etwas erfahren und über die Götter mit Ebenenwissen. Und das stimmt. Ich kann dieses Wissen als SL auch über andere Wissensskills einbringen. Aber am Ende ist der Charakter halt nicht mehr derjenige der Wissen über Religion hat, sondern derjenige der Wissen über Gewölbe oder Ebenen hat. Das Ersetzen durch andere Themengebiete bringt eben auch immer etwas aus diesen Themengebieten mit sich, und birgt umgedreht immer die Gefahr etwas nicht abzudecken.

Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.09.2013 | 11:11
Zitat
seit wann ist beim schurken CHA ein dumpstat?
Seit die Klasse jenseits von Skills einfach keinerlei Synergie zu CHA hat? Und Skill Boosts kann man aus anderen Quellen billiger haben (z.B. Circlet of Persuasion oder irgend ein anders Skillboost Item).
Dumpstat ist vielleicht etwas übertrieben (richtig Dumpen kann man bei Schurken ja irgendwie nichts) aber mehr als CHA 10 würde ich einem Schurken nicht geben (allenfalls CH 12, aber die +1 die das bei Skillchecks bringt machen jetzt auch nicht so den Unterschied).

Die CHA-Skill-Nische kannst du mit einem Barden mMn viel besser füllen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Schwertwal am 12.09.2013 | 11:20
Der Ki-Pool basiert in PF (falls wir uns hier überhaupt auf PF beziehen) auf CH.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.09.2013 | 11:37
Den hat der Standart Schurke aber nicht*), sondern nur der Ninja, so das dir mit dem Ninja gegenüber dem Schurken einen weiteren Wichtigen Stat einhandelst.


*)(bzw. wenn er ihn sich in der abgeschwächten als Talent holt ist der WIS Basiert
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.09.2013 | 12:12
Warum man den Ki-pool nicht per Errata auch einfach dem Schurken gibt ist mir immer noch ein rätsel...
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 12.09.2013 | 12:14
Die CHA-Skill-Nische kannst du mit einem Barden mMn viel besser füllen.
Wenn einer am Tisch wäre.
Es spielen viele Vorlieben, aktuelle Ideen etc. in die Gruppenzusammensetzung rein. Einen Charakter, der sich unterhalten kann, dabei zu haben ist doch sehr wünschenswert.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 12.09.2013 | 12:33
Ja, denk ich auch.

Klar, wenn ein Barde am Tisch ist, ist der natürlich eher dafür präsestiniert.

Aber der Schurke kann die Nische gut "nebenbei" ausfüllen, wenn es kein anderer am Tisch macht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.09.2013 | 12:36
Warum man den Ki-pool nicht per Errata auch einfach dem Schurken gibt ist mir immer noch ein rätsel...

Ich hätte da jetzt aus dem Stand gesagt: weil man mit dem geistigen Bild von Schurken keine Dinge wie "Ki" verbindet. Mit einem Ninja schon eher. Wobei da die PF-Crew erfahrungsgemäß keine Bauchschmerzen bei unpassenden Meta-Fähigkeiten bekommt.

Da stellt man sich wohl auf den Standpunkt: mit dem Ninja gibt es eine Alternativklasse, die den Schurken vollständig ersetzt. Ninjas sind doch cool. Alle lieben Ninjas! Wer den Flavour eines Ninja nicht mag, hat halt Pech gehabt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.09.2013 | 12:49
Dann nennt man es halt "trick points" und fertig. ;)
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.09.2013 | 14:24
Zitat
Aber der Schurke kann die Nische gut "nebenbei" ausfüllen, wenn es kein anderer am Tisch macht.
Dann kann man sich aber auch das CHA sparen und ist immer noch der Beste in dem Gebiet. Zumal es dabei in der Regel auch mehr darauf ankommt wie gut der Spieler labern kann als darauf ob er jetzt ein Punk Charisma Bonus mehr oder weniger in Diplomacy hat.


Zitat
Da stellt man sich wohl auf den Standpunkt: mit dem Ninja gibt es eine Alternativklasse, die den Schurken vollständig ersetzt.
Ohne Trapfinding ist es jedenfalls mMn kein vollständiger Ersatz.

Der Schurke ist mMn durch die Regeln Systematisch benachteiligt, um das wirklich zu Repariern müssten entweder die Regeln geändert werden oder es müssten ein paar wirklich heftige Schurkentalente her die Benachteiligung aufheben.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.09.2013 | 14:36
Ohne Trapfinding ist es jedenfalls mMn kein vollständiger Ersatz.

Da ist was dran. Ich hätte jetzt angenommen, der Ninja bekommt Trapfinding, _weil_ er ja eine Alternate Class ist und irgendwer muss die Nische doch abdecken. Aber dem ist in der Tat nicht so. Und die Regeln besagen immer noch (wie in 3.5), dass man nur mit Trapfinding an magische Fallen ran kann.

Gibt es denn in PF noch Klassen außer dem Rogue, die Trapfinding bekommen?
In 3.5 haben sich da mit der Zeit eine ganze Menge angesammelt: Scout, Factotum, Beguiler, Spellthief... sind die, die mir auf Anhieb einfallen; es mag noch mehr geben.

Zitat
Der Schurke ist mMn durch die Regeln Systematisch benachteiligt

Jop.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.09.2013 | 14:39
Ohne Trapfinding ist es jedenfalls mMn kein vollständiger Ersatz.

Das wollte ich auch gerade erwähnen. Der Ninja ersetzt den Schurken nicht, er ist nur ein beispiel dafür, wie man mit einer Alternativklasse ein anderes Ziel hinbekommt, nämlich eine Kampfklasse anstatt einer Utility-Klasse.

Der Schurke ist mMn durch die Regeln Systematisch benachteiligt, um das wirklich zu Repariern müssten entweder die Regeln geändert werden oder es müssten ein paar wirklich heftige Schurkentalente her die Benachteiligung aufheben.

Da sage ich jetzt mal ganz vorsichtig "Jain". Man kann mit beiden, Rogue und Ninja, hervorragende und effektive Charaktere bauen, wenn man das System kennt und versteht. Das meine ich mit dem Hintergedanken, dass man eben nicht das "Bild" eines bestimmten Schurken im Kopf haben darf, den man dann mittels der regeln darstellt, sondern die regeln den Schurken vorgeben, in den man sich dann einlebt.

@Feuersänger: Core Classes und Pks bekommen es nicht. Dafür gibt es ein paar Archetypes, die Trapfinding geben. Auf Anhieb fallen mir da jetzt eine Ranger und eine Alchemist AT ein, wobei ich mir nicht wirklich sicher bin, ob diese dann auch Disable Device als Special haben, womit man Magical Traps disarmed.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: afbeer am 12.09.2013 | 15:01
Dann kann man sich aber auch das CHA sparen und ist immer noch der Beste in dem Gebiet.
Es geht also darum der beste zu sein? Ich hatte den Eindruck es geht darum die CHA-Skill Nische adäquat ausfüllen zu können.
Wir reden hier von DC25 + gegenerischer CHA-Mod (Diplomacy) bzw. DC 20 + caster level bzw. DC 25 + spell level (UMD)
Zitat
Zumal es dabei in der Regel auch mehr darauf ankommt wie gut der Spieler labern kann als darauf ob er jetzt ein Punk Charisma Bonus mehr oder weniger in Diplomacy hat.
Ehrlich so feindlich gegenüber den Nichtlabertaschen?

Wenn ich mein Maul nicht halten kann, muss mein Charakter zwinged die CHA-Fertigkeiten skillen, sonst spiel ich ihn anders als er ist. Ganz schlecht.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 12.09.2013 | 15:17
Es geht also darum der beste zu sein? Ich hatte den Eindruck es geht darum die CHA-Skill Nische adäquat ausfüllen zu können.

Ihr habt mich ein bißchen abgehängt, was jetzt eigentlich das Argument ist, aber prinzipiell gibt es nur ein Skill-relevantes Attribut, und das ist Int. Int gibt dir Skillpunkte, die einen 1 oder 2 Punkte niedrigeren Cha-Bonus doppelt und dreifach wieder ausgleichen. Damit will ich nun nicht propagieren, dass man als Face sein Cha dumpen sollte, aber wenn die Wahl zwischen Int 12, Cha 10 und Int 10, Cha 12 besteht, gibt es für einen nicht-Cha-Synergeten (wie den Rogue) überhaupt keinen Grund, das letztere zu wählen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.09.2013 | 15:23
Ihr habt mich ein bißchen abgehängt, was jetzt eigentlich das Argument ist, aber prinzipiell gibt es nur ein Skill-relevantes Attribut, und das ist Int. Int gibt dir Skillpunkte, die einen 1 oder 2 Punkte niedrigeren Cha-Bonus doppelt und dreifach wieder ausgleichen. Damit will ich nun nicht propagieren, dass man als Face sein Cha dumpen sollte, aber wenn die Wahl zwischen Int 12, Cha 10 und Int 10, Cha 12 besteht, gibt es für einen nicht-Cha-Synergeten (wie den Rogue) überhaupt keinen Grund, das letztere zu wählen.

Was ein gutes Beispiel für oben genannten System Wissen ist. Gleiches betrifft, sowohl Rogue als auch Ninja, die essenziellen Skills wie Trapfinding oder Disarm, mehr Skillspunkte und breitere Auswahl bringen da einfach mehr als der schiere Dex-Bonus.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: BlueShark am 12.09.2013 | 15:37
@Feuersänger: Core Classes und Pks bekommen es nicht. Dafür gibt es ein paar Archetypes, die Trapfinding geben. Auf Anhieb fallen mir da jetzt eine Ranger und eine Alchemist AT ein, wobei ich mir nicht wirklich sicher bin, ob diese dann auch Disable Device als Special haben, womit man Magical Traps disarmed.
Welche mir einfielen waren diese drei hier:
[UR=http://www.d20pfsrd.com/classes/core-classes/ranger/archetypes/paizo---ranger-archetypes/trapper]Trapper (Ranger)[/URL]
Urban Ranger (Ranger) (http://www.d20pfsrd.com/classes/core-classes/ranger/archetypes/paizo---ranger-archetypes/urban-ranger)
Crypt Breaker (Alchemist) (http://www.d20pfsrd.com/classes/base-classes/alchemist/archetypes/paizo---alchemist-archetypes/crypt-breaker)

Die bekommen dann auch alle Disable Device als Class Skill :)

Ich denke dennoch, dass der Schurke seine Berechtigung hat und wenn es nur aus der Tradition heraus in jeder Gruppe einen Schurken geben sollte :D Im Zweifelsfall wird es halt ein Arcane Trickster, dann kann er auch Zaubern :D
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.09.2013 | 15:59
Und der Sandman Bard (http://www.d20pfsrd.com/classes/core-classes/bard/archetypes/paizo---bard-archetypes/sandman).


Zitat
Gleiches betrifft, sowohl Rogue als auch Ninja, die essenziellen Skills wie Trapfinding oder Disarm, mehr Skillspunkte und breitere Auswahl bringen da einfach mehr als der schiere Dex-Bonus.
Wobei der einem in der Regel halt unter Umständen auch noch To-Hit, Rüstungsklasse und und Schaden Bringt, der Skill Bonus ist da halt nur die Zugabe.

Für nen Skill kriegst du halt nen +5 Competence Bonus Item für 2500 Gold.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 12.09.2013 | 16:05
Wobei der einem in der Regel halt unter Umständen auch noch To-Hit, Rüstungsklasse und und Schaden Bringt, der Skill Bonus ist da halt nur die Zugabe.

Für nen Skill kriegst du halt nen +5 Competence Bonus Item für 2500 Gold.

Und Stop an der Stelle. Das ist genau das, was ich meinte. Um einen hohen Dex-Bonus nutzen zu können, muss man erst mal massig Feats investieren, Feats, die einem an anderer Stelle abgehen.
Abgesehen von Dex-Bonus auf AC und Ref Saves, bringt die hohe Dex am Anfang nämlich gar nichts und ist noch schwerer umzusetzen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 12.09.2013 | 16:08
"Pathfinder RPG ist sicher nicht perfekt, xyz und abc gefällt mir nicht. Aber es macht mir Spaß, und viele der Änderungen gefallen mir auch"

Nach einem Spieler, der sich so äußert, hab ich dich aber nicht gefragt.

Thema Trapfinding:

Die Bardenarchetypen Sandman und Detective erhalten das auf Stufe 1 bzw. 2, der Archivist auch auf Stufe 2, der Archaeologist aus dem Ultimate Combat erhält es auf Stufe 6.

dann gibt es das Seeker Oracle aus dem Pathfinder Society Field Guide, den Trap breaker alchimist aus dem Dungeoneer's Handbook, den Trapper ranger aus dem Ultimate Magic, das sind jedenfalls die, die ich auf die Schnelle gefunden habe.

PRCs gibt es auch ein paar, z.B. den Aspis Agent aus dem Paths of Prestige.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2013 | 16:36
Nach einem Spieler, der sich so äußert, hab ich dich aber nicht gefragt.

Dann reden wir über andere Spieler. Denn das oben genannte ist genau wie ich mich über Pathfinder RPG äußern würde und trifft meine Meinung sehr gut. Über wen magst du denn lieber reden?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.09.2013 | 17:00
Zitat
Und Stop an der Stelle. Das ist genau das, was ich meinte. Um einen hohen Dex-Bonus nutzen zu können, muss man erst mal massig Feats investieren, Feats, die einem an anderer Stelle abgehen.
Abgesehen von Dex-Bonus auf AC und Ref Saves, bringt die hohe Dex am Anfang nämlich gar nichts und ist noch schwerer umzusetzen.
Bei Pathfinder 1 Feat nämlich Waffen Finesse (das man auch als Rogue Talent nehmen kann), Dex to Damage ist ne +1 Verzauberung (agile).

Aber klar es ist Resourcen Intensiv, aber beim Schurken gibts halt keine Wirkliche Patentlösung, die Alternative ist halt auf Stärke zu gehen worunter dann aber RK und Skills leiden (kann man natürlich mit ne Schwereren Rüstung Kompensieren kostet aber auch ein Feat und darunter leiden Dank ACP wieder die Skills) oder du findest dich damit ab im Kampf nichts zu reißen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 12.09.2013 | 17:26
ich finde immer noch das in den offiziellen regelwerken dort einfach was fehlt.
vor allem das alle chars sich über feats "magic knacks" kaufen können, oder "alternate racial traits"
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2013 | 09:49
Mal noch was kleines positives: Was mir wirklich bei Pathfinder RPG gefällt sind beispielsweise die Masterpieces, und auch bei vielen Klassen die Archetypen. Ist auch da nicht so dass ich bei allem in der Umsetzung nur gutes sehe, aber die Grundidee ist sinnvoll. Noch ein Stück besser wäre das sogar gewesen hier mehr flexibilität in der Zusammenstellung zuzulassen, so dass man sich aus den Änderungen an Fähigkeiten das passendste heraussuchen könnte.

Aber auch so ist es eigentlich eine schöne Sache.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.09.2013 | 09:56
masterpieces?
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Slayn am 13.09.2013 | 10:07
masterpieces?

Eine Option für Barden. Da kann man, entweder als Feat oder anstatt eines Spell Known Slots, weitere, teils sehr spezifische, Performances hinzulernen.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: kalgani am 13.09.2013 | 10:57
achso, es fehlte irgendwie der bardenbezug in dem posting vom arldwulf.

ich hätte es übrigens cool gefunden wenn man keine festen classfeatures pro stufe gegeben hätte sondern jeweils einen kleinen pool aus dem man sich die für sich passende fähigkeit auswählen könnte.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2013 | 11:26
achso, es fehlte irgendwie der bardenbezug in dem posting vom arldwulf.

ich hätte es übrigens cool gefunden wenn man keine festen classfeatures pro stufe gegeben hätte sondern jeweils einen kleinen pool aus dem man sich die für sich passende fähigkeit auswählen könnte.

Ja, so meinte ich das weiter oben. Gerade bei so spezifischen Dingen (wie beim Barden ein "Todeslied") wäre das sinnvoll gewesen. Zwar kann man über die Archetypen dann viel wieder austauschen, aber diese bringen selbst natürlich auch wieder eigenes Flair mit - das nicht zwingend zum Charakter passen muss. Alles in einen Topf und die Archetypen nur als Flairbeschreibung und Charakterbeispiele für Leute die gern schnell etwas zusammengestellt bekommen wäre der bessere Weg gewesen
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 13.09.2013 | 11:35
Ja, so meinte ich das weiter oben. Gerade bei so spezifischen Dingen (wie beim Barden ein "Todeslied") wäre das sinnvoll gewesen. Zwar kann man über die Archetypen dann viel wieder austauschen, aber diese bringen selbst natürlich auch wieder eigenes Flair mit - das nicht zwingend zum Charakter passen muss. Alles in einen Topf und die Archetypen nur als Flairbeschreibung und Charakterbeispiele für Leute die gern schnell etwas zusammengestellt bekommen wäre der bessere Weg gewesen
Ich halte es da mit dem Dude: Das ist Deine Meinung, Mann!

Also ernsthaft, ich halte die Variante Archetypen für wesentlich besser, da diese eben ein eigenes Flair erzeugen und ein Komplettpaket darstellen. Habe ich nur die Komponenten, wird das denen gefallen, die gerne bauen und basteln (und/oder optimieren), aber das war es dann auch.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2013 | 11:51
Die Komplettpakete könnte man ja weiter haben. Nur dann auch explizit als solche gekennzeichnet. Nach dem Motto: Schaut mal hier - wer sich für einen Falkner interessiert findet hier unser Falkner Komplettpaket. Wenn euch daran etwas nicht gefällt, tauscht das doch ruhig, vielleicht findet ihr ja eine Fähigkeit aus einem anderem Komplettpaket für euren Charakter stimmiger?

Aber wie oben schon gesagt: Das ist dann auch Kritik auf hohem Niveau. Natürlich geht das ganze noch etwas flexibler, aber das ändert ja nichts daran dass es prinzipiell etwas gutes ist.

Es gibt eine Menge Archetypen die mir wirklich gut gefallen. Und bei denen die ich kritisieren würde ist es auch oft eher die Umsetzung einzelner Fähigkeiten, also etwas das von einem flexiblerem Ansatz gar nicht betroffen wäre.

Und oft ist da auch viel gut gemeint, man sieht dass es toll sein könnte und es wird nur durch andere Dinge dann kaputt gemacht. Nimm z.B. mal Bladethirst vom Arcane Duelist (Barden Archetyp). Das ist im ganzem Ansatz völlig richtig gedacht, eine magische Waffenverstärkung wie sie wunderbar zum Archetypen passt. Geht aber natürlich daran kaputt dass ich sie nicht zusammen mit Inspire Courage nutzen kann. Und man somit eigentlich einen Bonus auf die eigene Waffe gegen einen vergleichbaren Bonus für sich selbst + die Verbündeten tauscht. (Ist immer noch nicht nutzlos dadurch, das nicht. Nur halt sehr eingeschränkt)

Solche Inkonsistenzen gibt es durchaus häufiger mal, und ich denke auch die gäbe es seltener wenn die Archetypen weniger abgeschlossen designed wären. Aber trotzdem - die generelle Idee der Archetypen und der flexibleren Klasseneigenschaften ist schon nicht verkehrt.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 13.09.2013 | 11:53
Das ganze birgt dann allerdings die Gefahr, noch anfälliger für Optimierer zu sein, sprich: man hat eine noch größere Spanne. DAS aber war ja ein Großteil der Ausgangskritik (von Darius).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2013 | 11:55
Klar, aber das ist ja kein Problem der Flexibilität sondern eines der imbalance der Optionen. Gibt ja keinen Grund warum bei einem Archetyp die alternative Klassenfähigkeit für irgendetwas die der anderen Archetypen in den Schatten stellen sollte. Sie soll anders sein, das reicht schon.

Und ich sehe schon einen Unterschied ob man eine Regelung einführt von der alle Klassen gleichermaßen profitieren können (Archetypen gibts ja nicht nur bei einer Klasse) oder etwas von dem nur wenige profitieren.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Feuersänger am 13.09.2013 | 12:04
Ich denke, Greifenklaue befürchtet da unerwartete Synergien, die durch das Mischen verschiedener Fähigkeiten entstehen können. Also mal ganz banal gesagt: Archetyp 1 gibt dir +X Schaden auf deine Angriffe; Archetyp 2 gibt dir +2 Angriffe. Normalerweise musst du dich entscheiden, was davon du haben willst. Durch freies Mix-and-Match kannst du +2 Angriffe mit +X Schaden auf alle bekommen. Das ist in 3.5 gang und gäbe, aber PF ist da ein wenig paranoid.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2013 | 12:06
Klar. Aber wie gesagt: Die Freie Wahl würde ja alle Archetypen betreffen, davon profitieren dann also alle Klassen gleichermaßen. Synergien wird man immer finden können, aber im allgemeinem sind die alternativen Klassenfähigkeiten ja nicht so angelegt dass sie dort alles aus den Angeln heben.

Und in deinem Beispiel würde ich dann ja auch etwas anderes verlieren. Solange dies genauso gut ist wie die Dinge die ich mir aussuche ist das ganze kein Problem.

Aber klar...gutes Balancing ist dort sicher auch eine Vorraussetzung für derartige Flexibilität. Wie immer.
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Greifenklaue am 13.09.2013 | 12:09
Meiner Meinung nach ist es immer so: Je mehr Optionen, desto mehr Möglichkeiten, es zu optimieren.

Daran ist also weniger das Design schuld, als die Vielzahl der Optionen.

(Gut, man könnte definieren, dass solche Elemente NIE stacken, aber das wäre imho die langweiligste)

@Feuersänger: Genau!

(Ich hätte im Prinzip nix dagegen, aber man bekommt damit eine größere Spanne an Charakterkompetenz, sprich unbalanciertere Charaktere - und das war ja die Ursprungskritik).
Titel: Re: [PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Beitrag von: Wormys_Queue am 13.09.2013 | 19:23
achso, es fehlte irgendwie der bardenbezug in dem posting vom arldwulf.

ich hätte es übrigens cool gefunden wenn man keine festen classfeatures pro stufe gegeben hätte sondern jeweils einen kleinen pool aus dem man sich die für sich passende fähigkeit auswählen könnte.

Teilweise gibt es so etwas ja (Rogue Talents usw.). Andererseits kann man das ja auch selber machen. 3.5/PF bietet eine Menge Optionen an und macht in Form von Klassen, Archetypen etc. Vorschläge, wie man diese verknüpfen kann. Das heisst aber nicht, das man nicht dasselbe tun kann, wenn man andere Verknüpfungen möchte. Ist sogar offiziell erlaubt (OGL und so).