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Pen & Paper - Spielsysteme => Systemübergreifende Themen => Thema gestartet von: condor am 12.08.2013 | 22:46

Titel: FATE vs. PDQ
Beitrag von: condor am 12.08.2013 | 22:46
Zugegeben, der Vergleich ist womöglich etwas willkürlich gewählt, aber beide Systeme sind mir seit einiger Zeit als sehr profiliert aufgefallen und haben einen ähnlichen Ansatz. Ehrlich gesagt, versuche ich mich v.a. zu entscheiden, welchem System ich mich persönlich in Zukunft mehr widmen will - könnt ihr mir helfen?

Bisher sehe ich folgende Vor- und Nachteile:

FATE
+ ist präsenter und hat mehr Unterstützung, v.a. seit dem famosen GRW FATE Core
+ lässt einen denselben Aspekt positiv und negativ verwenden
+ ist konsequenter mit dem erzählerischen Ansatz durch Stress/Konsequenzen
+ Open Gaming License

PDQ
+ ist konsequenter mit dem erzählerischen Ansatz dadurch, dass es keine Skills hat
+ ist intuitiver und weniger abstrakt, was die Regeln angeht
+ kann Vorteile durch Ausrüstung (ein wenig) leichter umsetzen
+ verschiedene Umsetzung tendieren nicht zu Ziegelstein-Umfang
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Pyromancer am 12.08.2013 | 22:54
Das ist reine Geschmackssache. Für Leute, denen das "normale" Fate zu umfangreich und crunchig ist, gibt es ja noch Fate Accelerated und Fate2Go - und seit allerneuestem: FATE ZERO (http://tanelorn.net/index.php/topic,85518.0.html).
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Crimson King am 12.08.2013 | 22:57
PDQ ist in jedem Fall weniger abstrakt und dadurch zugänglicher, und es fühlt sich insgesamt etwas klassischer an. Vor allem aber liegt der Fokus bei PDQ eher auf schneller Action, während FATE mehr Optionen für durch die Aspekte der Charaktere oder des Settings getriebenes Storyspiel bietet. Die in den letzten Monaten erschienenen leichtgewichtigen FATE-Varianten haben sich aber beim Spieltempo und dem Abstraktionsgrad PDQ angenähert.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Orakel am 12.08.2013 | 23:31
Gibt es von PDQ deutsche übersetzungen, die in irgendeiner Form (auch) als toter Baum zu erhalten sind?
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Blechpirat am 13.08.2013 | 07:08
PDQ: +Fanmail
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: 1of3 am 13.08.2013 | 07:14
PDQ
+ ist konsequenter mit dem erzählerischen Ansatz dadurch, dass es keine Skills hat

Die heißen anders, aber Skills hat das durchaus.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Azzu am 13.08.2013 | 07:32
Wenn dir beide Systeme zusagen, könnte auch Cortex+ etwas für dich sein. Das hat sich viele Elemente von Fate und PDQ abgeguckt und mit dem alten Cortex-System kombiniert.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: condor am 13.08.2013 | 15:36
Gibt es von PDQ deutsche übersetzungen, die in irgendeiner Form (auch) als toter Baum zu erhalten sind?

Nicht, dass ich wüsste. Angekündigt ist "Zorcerer of Zo (http://tanelorn.net/index.php/topic,72982.75.html)" auf Deutsch, aber der aktuelle Stand ist mir nicht bekannt.

PDQ: +Fanmail

Hängt jetzt nicht wirklich am System an sich, oder?

Die heißen anders, aber Skills hat das durchaus.

Skills im Sinne einer festgelegten Anzahl verfügbarer Werte? Ich war der Meinung, PDQ löst eigentlich alles über frei formulierbare Qualities (analog zu Aspekten bei FATE, wo es aber eben zusätzlich die Skill-Liste gibt).
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Crimson King am 13.08.2013 | 15:41
Qualities sind keine Aspekte. Qualities haben Zahlenwerte, auf die gewürfelt wird. Qualities können nicht getagged oder compelled werden. Damit verhalten sie sich wie Skills, mit dem Unterschied, dass Qualities in der Tat frei definierbar sind.

Im Ergebnis spielt sich PDQ damit klassischer, weil man wesentlich weniger darauf schaut, über geeigneten Einsatz der Aspekte zu Storyzwecken FATE-Punkte zu generieren, sondern sich mehr auf freies Charakterspiel konzentriert.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Nocturama am 13.08.2013 | 15:45
Skills im Sinne einer festgelegten Anzahl verfügbarer Werte? Ich war der Meinung, PDQ löst eigentlich alles über frei formulierbare Qualities (analog zu Aspekten bei FATE, wo es aber eben zusätzlich die Skill-Liste gibt).

Qualities bei PDQ haben keinen Nachteil, wie es bei Aspekten der Fall ist. Sie sind etwas "das mein Charakter kann" und damit schon Skills, nur dass man sie eben selbst benennen kann.

Bei Truth & Justice gibt es aspektähnliche Werte (Motivation, bei der ich Gummipunkte bekomme oder zahlen muss, wenn ich ihr nicht folge, Vulnerability, bei der ich Schaden bekomme, aber auch Gummipunkte).
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: condor am 13.08.2013 | 15:49
Qualities sind keine Aspekte. Qualities haben Zahlenwerte, auf die gewürfelt wird. Qualities können nicht getagged oder compelled werden. Damit verhalten sie sich wie Skills, mit dem Unterschied, dass Qualities in der Tat frei definierbar sind.

Qualities bei PDQ haben keinen Nachteil, wie es bei Aspekten der Fall ist. Sie sind etwas "das mein Charakter kann" und damit schon Skills, nur dass man sie eben selbst benennen kann.

Ja OK, der Vergleichspunkt zu Aspekten (die bei FATE2 auch noch einen Zahlen-Wert hatten) ist im wesentlichen das Freitext-Feld  ;)

Aber der Unterschied zu handelsüblichen Skills geht schon noch weiter: Die Boni von Qualities können kombiniert werden, Skills idR nicht, weil die meisten Systeme davon ausgeht, dass sich Skills nicht überschneiden (sollen). Außerdem funktionieren Qualities bei PDQ gleichzeitig als Hitpoints, was ebenfalls eher unüblich für Skills ist.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Orakel am 13.08.2013 | 23:40
PDQ: +Fanmail
Fatepoints werde doch auch nach dem Prinzip verteilt. (Oder ist das jetzt eine Eigenart von Fate2Go?)
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Pyromancer am 13.08.2013 | 23:50
Fatepoints werde doch auch nach dem Prinzip verteilt. (Oder ist das jetzt eine Eigenart von Fate2Go?)

Das ist eine optionale Regel bei F2G.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Crimson King am 13.08.2013 | 23:56
Fanmail verringert auch die Bedeutung der Aspekte als Quelle von FATE-Punkten und reduziert dadurch die mechanische Forcierung der Storyorientierung. Normalerweise erhält man FATE-Punkte, indem man basierend auf den eigenen Aspekten Entscheidungen trifft, die die Story potenziell interessanter machen. Wenn man auf einmal FATE-Punkte für das Befolgen der Rule of Cool bekommt, nähert sich das Spielgefühl weiter an PDQ an.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Blechpirat am 14.08.2013 | 07:33
In der Regeln von FATE3 und Core gibt es kein Fanmail. M.E. aus gutem Grund, FATE funktioniert mit Fanmail (Fatemail :) ?) ganz anders. Das harte Reizen der Aspekte, das in FATE die Geschichte vorantreibt und eines der wichtigsten Werkzeuge eines SL ist, entfällt praktisch, außerdem verlieren die Kämpfe jede Balance. Fatepunkte sind viel zu mächtig, um als Fanmail einsetzbar zu sein.

Die Styledice von PDQ sind verglichen mit FATE  sehr sehr wenig mechanisch wirksam. Trotzdem enthält PDQ# strenge Regeln zur Vergabe und zur Frage, wie viele Styledice gerade im Spiel sein dürfen.
Titel: Re: FATE vs. PDQ
Beitrag von: Orakel am 14.08.2013 | 18:19
Das ist eine optionale Regel bei F2G.

Okay, danke. (Hatte das Regelwerk gerade nicht zur Hand.)