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Pen & Paper - Spielsysteme => DSA - Das schwarze Auge => DSA4 und früher => Thema gestartet von: Blutschrei am 3.10.2013 | 15:15
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Hallo liebes Tanelorn,
Ich als "meist-nur-SL" werde die naechsten wochen wohl vermehrt Spieler sein. Und ich kann mich einfach nicht entscheiden: Was fuer einen Charakter soll ich spielen? Auf den ersten Blick bietet Dsa eine vielzahl echt schoener Karrieren, Professionen, Einzelschicksale... beim zweiten Blick sind die meisten dann doch viel zu spezialisiert fuer das wald&wiesen-oneshot-rpg. Allem voran vermisse ich die Moeglichkeit, mich erst im Laufe meines Abenteuerlebens zu spezialisieren, viele weichen stellt man ja bereits bei der charaktererstellung.
Welches Konzept koennt ihr mir empfehlen? Was ist in vielen Situationen einsatztauglich, bietet die Moeglichkeit zur ausdifferenzierten Charakterentwicklung und was ist der besondere Funke am Konzept?
Ich freu mich auf Inspirationen :)
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Wenn du nach allen Seiten grundsätzlich offen bist, mach es doch davon abhängig, was es in deiner Gruppe schon bzw. noch nicht gibt. Das wäre mal ein Ansatz.
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Wenn es nur eine Reihe von One Shots ist, ist doch die Charakterentwicklung egal. Du willst doch "jetzt" mitspielen, also passt jeder Charakter, der diese Motivation aufweisen kann.
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Soll es denn was übernatürliches oder was profanes werden? Wenn profan, dann empfehle ich einen Krieger. Hat die Grundlagen für das Kämpferische und die Richtung Kämpfer => alles andere ist regeltechnisch deutlich leichter (2-3mal billiger zu steigern) als umgekehrt.
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Im Wesentlichen hast du drei Möglichkeiten. Entweder nimmst du eine Figur, die in einem Bereich schon wirklich brauchbar ist, das willst du aber wohl nicht, weil du diese Art von Entwicklung eher erst später erleben willst. Das andere Extrem ist eine Figur, die am Anfang einfach noch gar nicht viel kann, dafür gibt's bei DSA ja die so viel belästerten Zivilberufe (der wandernde Müllersbursche, der Rattenfänger, der Schriftsteller...). Die kannst du dann später in nahezu jede Richtung entwickeln, was spannend sein kann, wenn dich die Anfangsphase des Überhauptnichtskönnens nicht frustet.
Wenn du aber eine Figur haben willst, die von Anfang an hier und da mal nützlich ist, ohne schon der Superspezialist zu sein, würde ich empfehlen, ihr einerseits ein paar grundlegende Kampffähigkeiten mitzugeben, sie andererseits (ggf. mittels BGB) aber auch in einem der drei Bereiche Natur, Gesellschaft oder Handwerk zu stärken. Dann hast du einen Charakter (pardon: Helden), mit dem du zumindest in jedem Abenteuer deine Screentime kriegst.
Da du ein Beispiel haben wolltest: Ich hatte selbst mal einen Höhlenforscher, der seine Stärken einerseits im Bereich Wissen und Handwerk hatte - wenn man da die richtigen raussucht, hat man schon mal jemanden, der in Höhlen, Ruinen, düsteren Kellern etc. recht nützlich ist. Andererseits wusste er sich aber auch seiner Haut zu wehren - nicht wie ein Profikämpfer, aber doch ganz ordentlich. Im Grunde war er eine Art Indiana Jones. Oder eben ein Zwerg in Menschengestalt, nur dass die Rolle ungleich unterhaltsamer wurde dadurch, dass er eben kein Zwerg war, sich aber wie einer benahm (grummeln, saufen, gelegentlich aufbrausen, Zwölfgötterkirche belästern,...). Verglichen mit einem Profi (Profikämpfer, Profigelehrter, Profigrabräuber,...) war er natürlich in jedem Bereich noch ausbaufähig, aber gelangweilt habe ich mich mit der Figur wirklich nicht. ;)
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Welches Konzept koennt ihr mir empfehlen? Was ist in vielen Situationen einsatztauglich, bietet die Moeglichkeit zur ausdifferenzierten Charakterentwicklung und was ist der besondere Funke am Konzept?
Die krassesten Allrounder dürften bei DSA Elfen sein. Die haben können eigentlich in so ziemlich jeder klassische Abenteuer Situation was reißen, da sie so ziemlich alle guten Standart Zauber in ihrer Liste haben und auch Talentmäßig eingermaßen breit aufgestellt sind.
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Die konkrete Profession ist eher unerheblich. Was aber immer geht ist irgendwas, das sich auf irgendeine Weise als Söldling durchschlägt. Mit dem Job kommst du echt überall unter.
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Wunderbar universell finde ich immer den Taugenichts.
Adelig, aber ohne Erbe, meint alles zu können (und kann nicht wirklich), triebt sich mit Gossenpack rum, kann sich aber auch am Hofe blicken lassen. Zieht nicht des Schnöden Mammons wegen in die Welt, sondern um zu lernen, die Damen zu beeindrucken, "Gutes" zu tun, oder mal wieder auf der Flucht vor Gehörntem Ehemann/Eheweib.
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Was das regeltechnische angeht, kann ich dir keinen Hinweis geben, mir scheint, die "Weichenstellung am Anfang" lässt sich bei DSA4 kaum umgehen. Aber was das rollenspielerische angeht, habe ich gute Erfahrungen mit Charakteren gemacht, die nicht dem Klischee ihrer Profession entsprachen und einen starken Widerspruch in sich bargen, dessen Auflösung in die eine oder andere Richtung dann auch die rollenspielerische Würze darstellte.
Beispiel: Ein Absolvent der hochehrwürdigen Margierakademie zu Bethana (wie auch immer noch mal der offizielle Name lautete), der wegen zu viel Wein, Raufereien und Regelverstößen beinahe von der Schule geflogen wäre und auch sonst es noch nie geschafft hatte, sich wie ein ehrwürdiger Magus zu benehmen, der sich auf Wetttrinken mit Zwergen und Thorwalern einließ (und natürlich verlor), die weiße Robe bei erster Gelegenheit gegen Lederkleidung eintauschte, sich eine Seeschlange tätowieren ließ und am Ende doch die Ehre seiner Akademie und seines Standes verteidigte, als es darauf ankam.