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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Lesen => Thema gestartet von: Rhylthar am 15.10.2013 | 19:52
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Ich brauche mal wieder ein wenig was "Neues" zum lesen, da ja auch jetzt die dunkle Jahreszeit beginnt.
Habe beide oben genannten Serien schon länger im Visier, konnte mich aber noch nicht durchringen. Also brauche ich Empfehlungen jeglicher Art, ob Story, Schreibstil oder einfach nur subejektives Empfinden.
Und:
Ich würde ja gerne meinem alten "Arbeitgeber" Feder & Schwert was Gutes tun und die deutschen Übersetzungen kaufen, nur bräuchte ich auch da mal eine Einschätzung, wie gut diese sind.
Lese sonst 90 % auf englisch...
Danke im Voraus. :)
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Mir gefällt DF viel besser als Nightside. Letzteres ist für meinen Geschmack etwas zu weird.
Zur Qualität der Übersetzung kann ich nichts sagen.
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Nightside kenne ich nicht.
Harry Dresden kann ich auf jeden Fall empfehlen, ich habe die Serie sehr gern gelesen.
Zur Übersetzung kann ich nichts sagen, da ich die Bücher auf Englisch verschlungen habe.
Wenn man die Bücher schnell hintereinander weg liest fallen einige Passagen auf, die sich etwas wiederholen (Beschreibung der Wohnung, des Autos, nicht die Handlung), aber das machts nichts. Ich finde die Storys sehr temporeich, der Stil liest sich gut und es gibt eine merkliche Entwicklung der Figuren.
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Dresden!
Und lass immer ein paar Wochen Platz zwischen den Bänden, falls du das denn schaffst....
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Nightside.
Definitiv.
Punkt.
Dresden Files hat mich die ersten vier, fünf Romane bei der Stange halten können, aber dann war für mich die Luft raus. Zugegeben, die Beschreibung der Magie ist klasse, aber die sich wiederholende Struktut...? Harry kriegt aufs Maul, greift nach versteckten Kraftreserven, entkommt den bösen Buben, bekommt danach wieder aufs Maul, greift nach noch versteckteren Kraftreserven und gut ists...
Ja, die Nightside ist überdrehter und das ganz bewusst. Ja, viele Formulierungen wiederholen sich...und das ganz bewusst. Die Figuren sind weird und abgedreht und creepy und düsterbunt...aber alles mit Absicht! An jeder Ecke gibt es Superlativen, die sich gegenseitig zu überbieten versuchen, doch nie wird es ausgelutscht und der Wahnsinn hat Methode. Der Charme steckt grade in den ganzen Übertreibungen, mal so bunt, dass man schon vom Lesen Zahnfleischbluten bekommt, weil es dem literarischen Equivalent eines Bonbons aus purem Zucker mit rosa Lebensmittelfarbe gleichkommt und dann wieder so dunkel und brutal, dass die Zunge sich beim Lesen mit einem metallischen Geschmack überzieht..
Dabei kommt kein Protagonist je als Mary Sue rüber und grade dadurch, dass es an Absurditäten nach oben hin kein Limit gibt ist auch nie Ende der Fahnenstange, was verstecke Asse im Ärmel angeht..
Mit Harry Dresden wurde mir irgendwann langweilig, aber John Taylor zeigte mir - um mit einer Kapitalüberschrift zu sprechen - "wo die wirklich wilden Kerle wohnen"..
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Ich hab den ersten Band von Harry Dresden auf deutsch gelesen - und fand die Übersetzung kompetent, auch wenn ich sie nicht mit dem englischen Original vergleichen kann. Für mich offensichtliche Schnitzer blieben zumindest aus.
Das Buch selbst hat mir viel Spaß bereitet. Langeweile kommt da nicht auf.
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Darkling, die Dresden Files gehen doch mit Buch 4 erst richtig los.... So verschieden sind die Geschmäcker.
Aber echt, dir ist da was entgangen. Der überspannende Handlungsbogen ist nicht von Pappe.
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Mag sein, aber eine Serie, die ich mir "schönlesen" muss... *Augenbraue hochzieh*
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Kann ja nicht jeder Rollenspielnerd die DF gut finden... Du bist nur der erste den ich treffe... ;D
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Mag beide Serien sehr gerne. Nightside würde ich allerdings lieber als Rollenspiel spielen, als DF ("Don't rest your head" bietet ja zumindest vom Setting her etwas, was vage an die Nightside erinnert).
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Ich sage ja nicht, dass ich die DF nicht gut finde..
Sie haben mich nur einfach nicht so in den Bann(kreis) ziehen können wie die Versuchungen des Dunklen Herzens von London, der Ort, an dem immer Drei Uhr morgens ist und an dem sich Götter, Dämonen und Herrschaftsinstanzen im immerwährenden Neonlicht die Klinge in die Hand geben...wenn die zu der Klinke gehörende Tür sie nicht einfach verschluckt...
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Nightside macht Spaß, wenn man es Hand in Hand mit der Schwester-Serie, Secret Histories liest, da es später immer wieder nette Overlap Effekte gibt.
Angenehm abgedrehte Stories, nur kann der Autor verdammt nochmal nicht schreiben. Er wiederholt "Key"-Sätze so oft, bis einem die Tränen kommen.
Dresden Files fängt imho gut an, wird aber später, durch die Verzahnung, oft zu Drama-Lastig. So manchmal denke ich mir dann, ich bin irgendwo in der WoD gelandet.
Dritter Vorschlag: Wirf nen Blick auf Harry Conolly - Child of Fire. Der Mann kann schreiben und die Story taugt was.
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Naja Wiederholung von Key-Sätzen hat man auch bei G.R.R. Martin (kann man ein Trinkspiel draus machen, wie oft bei ASoIaF Phrasen wie "steep stone steps", "as useful as nipples on a breastplate" etc. fallen). Das gehört halt irgendwie dazu.
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was mich als OT wieder darauf bringt, dass Pat Rothfuss verdammt gut schreiben kann.
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Dresden, eindeutig. Mir ist der Hauptcharakter in Nightside zu arrogant. Harry Dresden ist ein alter Chauvi, aber immer ironisch gebrochen. Zur Übersetzung kann ich nichts sagen, habe beides auf Englisch gelesen.
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Mag sein, aber eine Serie, die ich mir "schönlesen" muss... *Augenbraue hochzieh*
Ich bin an DF auch im 5. Band stecken geblieben, genau aus den Gründen, die du nennst. Beim zweiten Lesen (zu viele enthusiastische Freunde, und schlecht fand ich's ja gar nicht) habe ich die "Hürde" überwunden - schon das nächste Buch brach mit dem Standard-Muster, und von da an ging auch echt die Post ab.
Nightside kenne ich nicht, klingt aber interessant. :)
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Dritter Vorschlag: Wirf nen Blick auf Harry Conolly - Child of Fire. Der Mann kann schreiben und die Story taugt was.
Es lohnt sich echt, sich diese 3 Bücher anzuschauen! Finde ich pers. besser als die Dresden Files und die mag ich auch!
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Nightside kenne ich nicht, klingt aber interessant. :)
Nightside und Secret History gehören zusammen.
Die eine Serie beschreibt einen durch und durch bösen und verrückten Ort, die Nightside, die sich im realen London versteckt und bei dem "sich die wirren Dinge offen zeigen können". Wir erleben die Serie aus den Augen eines "Noir Ritters"
Die andere Serie beschreibt die Außenwelt und ihre Beschützer, die Droods, ein Clan aus Superhelden, der sich hat korrumpieren lassen und erleben die Welt, bei dem sich "alles Wirre verstecken muss" aus den Augen des letzten nicht korrupten Superhelden.
Ab Band 6 beider Serien gibt es einen deutlichen Overlap, wenn z.B. eine bestimmte Fraktion gerade in der Nightside aufräumt und der Anruf des Drood nicht entgegengenommen werden kann, etc.
Beide Serien spielen damit, das ihre Helden "Ultimative Kräfte" haben, dagegen selbst nur Menschen sind.
Das ist rasante Action, sehr wild, sehr gute Ideen, die man als Rollenspieler mit Genuß verwerten kann, bei etlichen Dinge lache ich wirklich laut auf (peinlich, wenns in der U-Bahn geschieht) und der Humor spielt eine Rolle.