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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Barbara am 23.12.2003 | 18:19
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Hallo ...
Nachdem ich jetzt meinen ersten selbstgebauten ArsMagica-Charakter nachkorregieren musste, weil der unstimmig war, stellt sich mir die Frage, ob das normal ist ... z.b. hab ich beim Charakterbau nicht alle Punkte ausgegeben, die dem Charakter für Zaubersprüche zustanden ...
Das bezieht sich jetzt nicht auf das o.g. System - das ist nur ein Beispiel - ... sondern eher auf alle bei der Charaktererschaffung für den Erschaffer neuen Systeme.
Welche Aspekte ausser der Erfahrung mit möglichst vielen verschienden Systemen spielt da rein?
Inwieweit trägt der Spielleiter Verantwortung fuer die Charaktäre seiner Runde?
Würdet ihr als SL eine nachträgelich Anpassung / Korrektur von Unlogik im Charakter erlauben?
Ab wann hört der Charakter auf, dieser Cahrakter zu sein?
ML *fragend*
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Generell würde ich sagen, dass ein Charakter aufhört der selbe zu sein, wenn du grundlegendes wie sein Verhalten, seine Persönlichkeit an sich, änderst. wenn du Werte änderst kann es trotzdem noch der gleiche Char sein.
Mir z.B. passiert das öfter, dass ich hinterher nochmal an meinen Chars feile, nachdem ich sie erschaffen habe und eine Runde oder zwei gespielt habe.
Es ändert sich dabei nichts Wesentliches nur kleine Dinge, die ihn etwas stimmiger machen.
Meiner Meinung nach ist es vollkommen normal und legitim an seinem Charakter ein zwei Abende zu feilen, bis er steht. Allerdings sollte auch irgendwann schluss sein.
Spätere Veränderungen in der Persönlichkleit des Chars können im Verlauf mit der Entwicklung des Charakters begründet werden.
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Das Bauen vor dem Spiel ist nur die Vorbereitung für die Charakterentwicklung. Ich entwickle meine Spielfiguren während des Spiels und mit dem Spiel.
Vom System abhängige Bastelprobleme sind gang und gäbe. Entweder weil das System, nicht so ganz das rüberbringen kann, was ich will, oder aber, weil ich das System noch nicht so ganz verstanden habe.
Als SL gebe ich zwar je nach Gruppe und Abenteuer bestimmte Dinge vor, bin aber bei der Charaktergestaltung sehr flexibel. Allerdings möchte ich den Charakter mit dem Spieler vor dem ersten Spiel besprechen.
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Meine ersten Charaktere bei völlig neuen Systemen baue ich, damit ich die Regeln und die Möglichkeiten ausprobieren kann. Da fehlt dann natürlich jegliches Konzept, da die Werte nach dem Motto entstehen:
"Geil, was soll das denn sein?" ... lies lies... "Cool! Will ich haben! Lechz!" ...schreib irgendeine tolle Sonderfertigkeit o.ä. auf...
Mein zweiter Char bekommt dann den eigentlichen Schliff, der ihn von NSCs unterscheidet.
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Der letzte chara, den ich gebaut habe, (ohne eindringliches zuraten des SLs) war ein SLA-Industries Chara. Das ging zwar nicht total daneben, aber mit dem Endergebnis war ich nach zweimaligem spielen sehr unzufrieden.
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Mein erster Charakter hat 7 Jahrelang gehalten, daher hat er sich ssehr häufig und viel verändert
Aber er war am Anfang schon recht gut geworden / hat sein konzept erfüllt!
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Mein allererster Char hat sich auch sehr lange gehalten, hab keine Ahnung wie lange eigentlich. Aber da hat mir mein Kumpel erstmal die Regeln erklärt, erläutert, was ein Rollenspiel überhaupt ist usw.
Wenn ich jetzt die ersten Chars baue, dann sind die nur dazu da, mich mit dem Spiel anzufreunden (dies gilt nur, wenn ich mir das Regelwerk gerade zum erstenmal alleine durchlese). Ansonsten kann ich richtige erste Helden erst dann bauen, wenn ich mich mit der Gruppe getroffen habe und wir einigermaßen wissen, was wir wie spielen wollen.
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Meinen ersten Midgard-Character spiele ich immer noch!
Er waechst und gedeiht, muss ab und an etwas geschont werden (wenn er "seine" Errol-Flynn-Aktionen wieder mal uebertrieben hat), hat Staerken und Schwaechen und inzwischen einiges an Hintergrund...
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Also das ist mal wirklich eine Frage, bei der man nur antworten kann: "Es kommt darauf an."
Erstens kommt es auf den Hintergrund an. Wenn du den Hintergrund nicht kennst oder kein Gefühl für den Hintergrund bekommst, hast du bereits beim Konzept ein Problem. Mein erster und einziger Midgard-Charakter war so ein Fall. Er hat in den paar Sitzungen, die ich ihn gespielt habe, nicht einen Funken Persönlichkeit oder Flair entwickelt. Bei Vampire hingegen war das überhaupt kein Problem, da das Setting erstens jedem ein bisschen was sagt und ich zweitens vorher schon Vampire geleitet hatte. Bei DSA hatte ich mit meinem Gaukler auch keine derartigen Probleme, weil man einen Gaukler in einer Mittelalter/Renaissance-Welt immer leicht konzeptionieren kann. Ich hatte bei letzterem ohnehin stark auf Stereotype gesetzt, und der Charakter gewann erst nach und nach an Tiefe, als ich als Spieler mehr über die Welt und vor allem die Religionen erfuhr und mich entschied, dass ich ein sehr frommer, gutherziger Gaukler sein wollte.
Die zweite Ebene liegt in der Darstellung. Ich kenne das Problem von mir selbst und auch von meinen Spielern, dass die Darstellung des Charakters einfach nicht so klappt, wie das vor Spielbeginn geplant war. Entweder der Spieler selbst bringt den Charakter nicht so rüber, wie er wollte, oder die Mitspieler nehmen ihn nicht so auf. Oder die Darstellung ist zwar okay, harmoniert aber nicht mit dem Stil der Gruppe, der sich nach ein paar Sitzungen herauskristallisiert. So was kann einem ganz schön den Spaß verderben.
Und dann gibt es natürlich noch die Sache mit den Werten. Je ausgewogener und stringenter ein System ist, desto weniger Probleme sollte es da geben. Aber manche Systeme haben einfach "Bugs", die man kennen muss. Bei Shadowrun auf Reflexbooster verzichtet? Dumm gelaufen. Hätte dir ja auch mal einer vorher die Ini-Regel erklären können. Das sind besonders ärgerliche, weil unnötige Probleme. Natürlich kann es bei einer Vielzahl von Sonderfähigkeiten auch schwierig sein, gleich die richtigen zu wählen, weil man vielleicht schlecht einschätzen kann, ob man diese im Spiel vernünftig zur Geltung bringen wird.
In allen drei Fällen bin ich als SL gewillt, meinen Spielern viele Freiheiten bei nachträglichen Änderungen zu geben. Schließlich sollen sie ja mit dem Charakter leben und auch Spaß haben, also sollte der Charakter ihren Vorstellungen entsprechen. Über Plausibilitätsmängel kann man da m.E. hinwegsehen, dann tut man halt so, als wäre es von Anfang an anders gewesen.
BTW: Bei der Umfrage kann ich in dieser Form daher nichts anklicken, da nichts passt.
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Mir ist mein erster Charakter recht gut gelungen, find ich. War "in sich schlüssig" und ich hab später nur wenig / fast gar nichts geändert.
Hatte aber auch tollel Hilfe vom SL bei der Erschaffung! :)
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Ich kenn das Problem (ich kenn auch den Charakter, wegen dem die Umfrage gestartet wurde)... aber das ist ziemlich systemabhängig. In einigen Systemen gibt es, wie Vermi schon festgestellt hat, ein paar Sachen, die man auf jeden Fall wissen sollte - und die sollte einem der SL auch sagen. In anderen Systemen ist das nicht so kritisch oder schwierig, aber auch da ist eine vernünftige Anleitung durch den SL oder einen Spieler, der sich damit auskennt, sinnvoll. Auch bei Vampire kann es passieren, daß sich jemand ein Dominate-Monster baut, daß dann 4 oder 5 Würfel (also eher wenig) bei den entsprechenden Würfen hat. Oder irgendwelche angeblichen Top-Athleten mit Geschicklichkeit 5 und Stärke 1...
Mein allererster Ars-Charakter war ein voller Schuß in den Ofen, aber da kam ich von AD&D und hatte keine Ahnung von Punkt-basierten Systemen... die beiden nächsten waren zwar nicht optimal gebaut, haben aber sehr viel Spaß gemacht... zumal mein SL mir mitten in der Kampagne erlaubt hat, meinen Companion nochmal - passend zur Charakterentwicklung - umzubauen. :)
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Da ich meistens erst Charaktere baue, wenn ich mir das Spiel bzw. den Hintergrund ordentlich angetan habe, bekomme ich meistens auch das, was ich will und spielen kann. Ausreißer gibt es zwar immer (Wir brauchen noch einen Gastspieler für das Nischenrollenspiel "Monster aus dem All, die alles Fressen!" - Du hast 5 Minuten!), aber die sind eher die Ausnahmen.
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Da ich meine Charaktere nicht nach Leistungskriterien umsetze sondern nur auf Charakterdarstellung achte, hatte ich noch niemals einen Charakter der nicht so war, wie ich mir das gedacht hatte.
Natürlich lese ich mich in die Hintergrundwelt ein, aber Regelungen interessieren mich (an dieser Stelle) kaum.
Naja, ich wäre wohl kein guter Powergamer, da ich fast immer Charaktere habe, die zwar sehr viel Spaß machen, aber selten effizient oider herausragend sind.
Ingo