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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Archoangel am 12.11.2013 | 11:17

Titel: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 11:17
Warum blickt eigentlich keiner hier auf die goldenen 80er zurück und fragt sich, wie RPG damals zu einem relativ hohen Verbreitungsgrad gekommen ist? Immerhin kann man getrost davon ausgehen, dass sich die Zahl aktiver Spieler in den letzten 25 Jahren auf ein Zehntel reduziert hat. Der Grund warum mir heute so viele Menschen fortgeschrittenen Alters begegnen, die was mit RPG anfangen können, es schonmal gespielt haben, oder jemanden kennen, der es gespielt hat, liegt doch daran, dass RPG ein goldenes Jahrzehnt von `86 bis `95 erlebte; auch die gesellschaftliche Akzeptanz ist dadurch nachhaltig beeinflusst worden. Wir können ewig rätseln, ob es Magic, bessere Computerspiele oder wasweisich war, dass das Ende dieser goldenen Zeit bewirkte und auch heute dafür verantwortlich ist, dass junge Menschen kein RPG mehr spielen wollen (und nur um junge geht es, die Reaktivierung alter ex-Spieler wird nicht die Lösung sein [und ist auch völlig illusorisch]) und doch zu keinem verwertbaren Ergebnis kommen.

Wir kommen von hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87068.new.html#new).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 11:32
Ich glaube, die 80er waren eine sehr gute Zeit für Science-Fiction und Fantasy:

- Es war der frische Star Wars Boom
- Es war die goldene Zeit für z.B. Perry Rhodan
- Daneben gab es noch einige andere Serien: Mythor, Macabros, Larry Brent, etc.
- Aufkommende PC-Spiele
- Man hatte noch mehr Lust sich miteinander zu beschäftigen stattt am PC und der Konsole zu sitzen, sich persönlich zu treffen.
- Es gab Verknüpfungen der Szene: Werbung für FOLLOW in Romanen zum Beispiel
- Im Fernsehen liefen auch einige phantastische Jugendserien (Cpt. Future, Saber Rider, Lone Ranger, Brave Heart)
- Es war auch der Star Wars Boom
- weitere SF-Filme wie Terminator, ET, Unheimliche Begegnung der Dritten Art)
- Die Abenteuerspielebücher in deutscher Übersetzung (ich einnere mich an den einsachem Wolt, die Fighting Fantasy     Bücher,DnD Bücher und weitere).

Das sind so die Haupteinflüsse, die mir einfallen.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 11:34
Für mich waren die 80er Fun, weil sich noch nicht durchs "Deutsche Rollenspiel" versaut waren. Ich habe D&D durch die Kinder von amerikanischen Besatzern kennen und lieben gelernt, und das ist nun mal ne ganz andere Hausnummer gewesen, als das, was man "hierzulande" spielt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2013 | 11:35
1. einsteigerfreundliche Spiele (DSA 1, Red Box)

2. Präsenz in den Spielwarenläden

3. weniger Konkurrenz in artverwandten Segmenten (Brettspiele, Computerspiele)


Möglicherweise, aber das würde ich nicht unterschreiben, war die No Future-Generation für ein eskapistisches Hobby auch offener.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Greifenklaue am 12.11.2013 | 11:36
- keine Alternativen wie PC- und Konsolenspiele, Onlinespiele etc.

Die generieren bei der Jugend schlicht mer Interesse, damit haben nicht nur Rollenspieler zu kämpfen, sondern auch die Handball E-Jugend, die Jugendfeuerwehr und die Pfadifinder.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Zed am 12.11.2013 | 11:52
Was Greifenklaue sagt; es gab nichts besseres.

Die "Herr der Ringe"-Leser hatten außer der Möglichkeit, noch mehr Fantasy zu lesen, kein Forum, etwas mit ihrem Interesse anzufangen. Da war das Tischrollenspiel (und dann auch LARPen) das einzige und auch noch eine tolle Möglichkeit, tiefer und aktiver in die Welten einzusteigen.

Der Spaß, sich mit den Welten zu beschäftigen, und die Lust, sich darüber auszutauschen, wird heute von digitalen Angeboten abgezogen. Das ist nicht schlimm, sondern das ist halt so. Dass der Rollenspielboom noch die geburtenstarken Jahrgänge erwischte trug dazu bei, eine damals große, tragfähige Szene zu etablieren. Die digitalen Möglichkeiten wie dieses Forum hier hilft nun der geschrumpften Szene, gut zu bestehen.

Ein Revival der goldenen Zeiten wird nicht kommen, solange es die digitalen Angebote gibt, denke ich. Wenn es weiterhin genug kreativen Output und Anregungen gibt, stört mich der Rückgang so sehr ... wie das Wetter.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 11:54
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Arldwulf am 12.11.2013 | 11:58
In erster Linie natürlich das gleiche was noch heute viele Leute zu Rollenspielen treibt:

Es macht Spaß. Die ganzen alten Sachen haben damals Spaß gemacht, und sich auf diese Spielweise einzulassen kann auch heute noch Spaß machen.

Ganz generell würde ich aber auch nicht sagen dass es heute überhaupt so viel weniger Spieler sind. Gerade bezüglich weiblicher Spieler hat sich der Anteil ja sehr stark erhöht, und auch von einem reinem "Nerdspiel" ist man weit weggegangen.

Die meisten Rollenspieler haben nur inzwischen einfach schon Rollenspiele. Das drückt den Markt, reduziert ihn auf Neuanschaffungen und Neueinsteiger während damals einfach jeder ein Neueinsteiger war.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 12:01
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.
Bards Tale zu zweit oder zu dritt am C64 ist auch verdammt schwierig. Heutzutage gehst Du einfach mal ne Runde farmen in WoW (oder Minecraft oder Call of Duty...) und laberst über Skype oder TS mit den Kumpels, die alle auch farmen. Oder Leveln. Oder Raiden. Irgendeiner wird schon on sein.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Zed am 12.11.2013 | 12:06
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.

Stimmt, so ging es mir auch. Ich empfand damals aber die Computerspiele - wohl auch wegen ihrer fehlenden Interaktivität mit anderen Spielern - nicht als Ersatz für echtes Tischrollenspiel. Auch ich habe lieber mit Freunden AD&D gespielt als "Pool of Radiance".

Wenn ich dagegen an den sozialen Sog von MMOGs oder an die Grafik von Skyrim denke, dann verstehe ich, wie die digitalen Angebote den analogen das Wasser haben abgraben können.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 12:08
- keine Alternativen wie PC- und Konsolenspiele, Onlinespiele etc.

Die generieren bei der Jugend schlicht mer Interesse, damit haben nicht nur Rollenspieler zu kämpfen, sondern auch die Handball E-Jugend, die Jugendfeuerwehr und die Pfadifinder.

Das dürfte wohl der Hauptgrund sein. Zwar gab es auch damals schon andere Mittel, seine(unsere) Ziet tot zu schlagen, aber die multimediale Spieleindustrie (inkl. Browser- und Handy-Spielen) mit ihrer sehr geringen Zugangsschwelle und dem möglichen Gruppengefühl (Koop, MMOs, Foren, Gilden) macht dem RSP das Leben wohl tatsächlich ziemlich schwer.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2013 | 12:11
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.

Wie viele Multiplayer-Rollenspiele oder taugliche Story-Rollenspiele gab es da? Bis auf die Ultima-Serie waren das alles Crawls mit simpelster Grafik. Ich mochte die Spiele, Bard's Tale hat mich zum Rollenspieler gemacht, aber der Immersions- und Identifikationsfaktor war dann doch eher gering im Vergleich zu den Virtual Reality-Rollenspielen oder den Multiplayer-Spielen, die es inzwischen gibt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Skele-Surtur am 12.11.2013 | 12:15

Die Konkurrenz mag tatsächlich ein Grund sein. Ich vermute mal, dass früher auch die Karten- und Brettspielindustrie und möglicherweise auch die Sportwarenhersteller mehr Umsätze gemacht haben als heute.

Während man "damals" das neue Produkt Rollenspiel aktiv nach außen bewarb und neue Kundenkreise zu erschließen versuchte (man hatte ja noch garkeinen aktiven Kundenkreis: DSA bei Schmidtspiele und in jedem Spielwarenladen zu bekommen), ist man sichs heute zufrieden, den aktiven Kundenkreis mit immer ausgefeilteren Versionen des bereits Bekannten zu versorgen - einerseits, weil man nun einen Kundenkreis hat, mit dem man kalkulieren kann, andererseits vielleicht auch, weil man sich nicht der Konkurrenz der übermächtigen Videospielindustrie stellen möchte.

Versuche, Neulinge zu werben, gehen vor allem von den Spielern aus, wenig von den Machern der kommerziellen Produkte.
Kickstarter und ähnliches funktioniert ja nach dem Prinzip, schon vor dem Start des Projekts bereits eine Basis zu haben (die sich vornehmlich aus den bereits aktiven Rollenspielern rekrutiert). Werbung außerhalb der mehr oder weniger geschlossenen Rollenspielszene wird fast gar nicht mehr gemacht.

Da gibt es nur die "Basisarbeit" der oft all zu nerdigen Fangemeinde, die sich zu einem nicht geringen Anteil auch daran labt, eine Szene zu sein, Publikum für ein Nischenprodukt. Da mangelt es zum einen an breiter Motivation, als auch an Professionalität, Manpower und Geldmitteln. Kurz: jede für die Werbung neuer Spieler notwendigen Ressource ist Mangelware.

Damit soll nicht das hohe Engagement einzelner Rollenspieler und Vereine in Abrede gestellt werden, aber die Breite unternehmerische Basis fehlt nach meinem Dafürhalten.

Und an dieser Stelle ist die Frage, ob wir das überhaupt bedauern sollten oder das nicht eher als ein Gesundschrumpfen zu verstehen ist. Letzteres ist von mir übrigens wirklich als offene Frage zu verstehen: Ich habe im Augenblick diesbezüglich keine klare Position.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hector am 12.11.2013 | 12:15
Was man auch nicht vergessen darf ist, dass die Rollenspielgemeinde damals auf einige wenige Systeme gebündelt war. DSA, D&D, Midgard, Rolemaster, Runequest (und dessen Ableger wie Cthulhu und Stormbringer). Dadurch war es damals leichter, Mitspieler für sein System zu finden als heute, wo sich die Rollenspiele auf gefühlte 1.000 Systeme verteilen. Und viele haben Vorbehalte gegen das, was die anderen spielen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2013 | 12:19
Die meisten Systeme werden heute aber auch nur von einer Handvoll Spieler gespielt. DnD, Pathfinder, DSA und Shadowrun dominieren den Markt. Die dürften gemeinsam auch 90% aller Runden ausmachen. Da kann das Tanelorn leicht die Wahrnehmung verzerren.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 12:23
Immerhin kann man getrost davon ausgehen, dass sich die Zahl aktiver Spieler in den letzten 25 Jahren auf ein Zehntel reduziert hat.

Kann man?

Der Grund warum mir heute so viele Menschen fortgeschrittenen Alters begegnen, die was mit RPG anfangen können, es schonmal gespielt haben, oder jemanden kennen, der es gespielt hat..

Es ist doch nur natürlich, dass ältere Leute eine größere Chance haben schon mal in ihrem langen Leben mit Rollenspielen in Kontakt gekommen zu sein, als junge Menschen. Weil er einfach eine viel längere Zeit dazu Gelegenheit hatte.

Und es ist doch nur natürlich, dass Menschen mit Hobbies aufhören, wenn die Zeit knapper wird. Beruf, Familie, u.s.w. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ältere Menschen das Hobby eher nicht mehr ausüben.

Alle Leute die ich kenne, kennen jemanden der schon mal Rollenspiele gespielt hat: Nämlich wenigstens mich.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 12:25
Ich glaube wir versteifen uns viel zu sehr auf die heutige Situation im Vergleich zu den 80-er. Viel interessanter fände ich mal drüber nachzudenken, wieso es überhaupt zu einem Rollenspielboom gekommen ist. Wieso haben so viele Leute in den 80-er plötzlich angefangen rollenzuspielen?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 12:25
[Antwort auf Gorillas Post]

Ist das wirklich so? Irgendwie mache ich da ganz andere Erfahrungen ... ist wohl beruflich bedingt.

Ich denke, dass junge Menschen heutzutage viel mehr Aufmerksamkeit brauchen, also vor allem jemanden, der sie an gewisse Dinge heranführt. Wenn nicht werden sie sich eben anderen Dingen zuwenden, ohne diese wirklich zu begreifen, wie sonst liese sich erklären, dass meine Schüler ohne Fratzenbook, Google, Wikipedia, Spieleaffe(&Co.) das Internet weder kennen noch interessant finden? Das sie - obwohl mit PC, internetfähiger Konsole und Smartphone/Tablet ausgerüstet noch nicht einmal eine email schreiben können (geschweige denn wissen, was das ist). usw

Als ich am Anfang in unserer Schule zum ersten Mal in den Spieleraum ging (damals ein ziemlich trostloser Ort) und mich mit den Kindern hingesetzt habe, um mit ihnen zu spielen war die Begeisterung sehr groß. Nachdem wir den Raum neu gestalteten und auch dank ebay einige weitere Spiele einbrachten, ein paar Kollegen sich auch die Mühe gemacht haben mit Kindern zu spielen usw war der Raum richtig hipp (und ist es bis heute - die Großen zeigen den Kleinen mittlerweile die Spiele, ab und an muss ein Kollege noch helfen/erklären ... aber es ist ein Selbstläufer geworden).

Gleiches mit Minecraft ... mittlerweile bemühe ich mich um die Schullizenz.

Gleiches mit der Rollenspiel-AG in der Projektwoche.

Mag sein, dass es früher einfacher war, geekige Hobbys im Kreise der Freunde selbst zu lernen. Mag sein, dass es heute mehr interessante Alternativen gibt. Aber ich denke, dass dem Hobby einfach der Einstieg schwer gemacht wird. Es gibt einfach kein vernünftiges Einsteigerprodukt, dass es auch einem nicht geekigen Erwachsenen ermöglichen würde mal mit seinen Kiddies eine Runde zu spielen bis sie es alleine können, dass es absoluten Neulingen ermöglicht das Spiel interessant selbst zu lernen, dass es geekigen Erwachsenen erlaubt das Hobby schnell und unkompliziert weiterzugeben.

Mit fehlt ein solches Produkt, dass vor allem
-preiswert
-einfach
-gut unterstützt

sein sollte.

Dungeonslayers? Zu wenig Produkte.
Arborea? Zu wenig Produkte.
Pathfinder Beginners? Zu wenig Produkte. Zu teuer.
DSA? Gibts nichts.
Shadowrun? sag du es mir.
Cthulhu? sag du es mir/nix für Kiddies.
Midgard5? Immer noch nix für Einsteiger/zu teuer.

Wo ist DSA1/BECMI? Da können Verlage und Szene jammern so viel sie wollen - solange nichts brauchbares (wie in den 80ern) zum Ziehen da ist wird sich langfristig nichts ändern. Zumindest nicht zum "Besseren".

Edit: siehe oben
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Grubentroll am 12.11.2013 | 12:27
Da kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen...

Die Angebote an aktiv "eskapistischen" Aktivitäten sind heute so unendlich viel größer als wie in den 80ern.

Damals gabs halt nur Rollenspielen, wenn man "aktiv Abenteuer erleben" wollte in einer Fantasiewelt.


(kleiner Add: und ganz ehrlich, sowas wie "WOW" verhält sich im Vergleich zu einer Tischrollenspielrunde D&D wie Crack-Kokain-rauchen im Vergleich zu Pullmoll-Lutschtabletten. "Bards Tale"-Spielen war da vielleicht Em-Eukal, also bissi mehr Zucker.)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 12:29
@Archoangel:
Hast Du Dir mal Maus&Mystik und das Pathfinder Adventure Cardgame angeschaut?
Klar. Beides sind keine Rollenspiele. Allerdings finde ich die Rollenspielansätze doch schonmal interessant.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 12:29
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.

Ich zumindest tatsächlich nicht. Mein erster PC war ein Schneider 6128 nach der Konfimation. Danach wieder lange nichts, und dann in den 90ern ein erster richtiger PC.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 12:36
@Archoangel:
Hast Du Dir mal Maus&Mystik und das Pathfinder Adventure Cardgame angeschaut?
Klar. Beides sind keine Rollenspiele. Allerdings finde ich die Rollenspielansätze doch schonmal interessant.

Ja schon, aber: Produktausstoß! Weder heute noch gestern ziehst du Leute mit einem tollen Produkt und danach: "jetzt werd`mal bitte selber kreativ - es gibt nichts mehr". DSA1 kam mit einer Box und fünf Abenteuern auf den Markt und als das Jahr rum war, waren es schon zwei Boxen, sieben Abenteuer +Zusatzmaterial. 1985 kamen dann nochmal rund 20 neue Sachen hinzu usw. Bei BECMI war es ähnlich (wenn auch kürzer, aber am Schluss gab es dennoch 5 Boxen, über 20 Abenteuer, 8 Zeitschriften und mehr). DAS war für DSA sicher auch der Durchbruch, nicht "nur" die drei Spots im vorweihnachtlichen ZDF. Und auf deutsch sollten die Teile auch sein, denn die Englischkenntnis deutscher Teenager ist in den letzten 25 Jahren alles andere als besser geworden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 12:39
Archoangels beobachtung möchte ich zustimmen. Wenn man seine Produkte schon nicht in den Spielwarenbereichbringen kann, muss man sie wenigstens vernünftig betreuen.

Und daran mangelt es leider bei allen Systemen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 12:41
Archoangels beobachtung möchte ich zustimmen. Wenn man seine Produkte schon nicht in den Spielwarenbereichbringen kann, muss man sie wenigstens vernünftig betreuen.

Und daran mangelt es leider bei allen Systemen.

Aber sowas von. Hätten wir am Anfang keine Kauf-ABs gehabt, wär bei uns das Spiel oft eingegangen.
Wenn ich mir heute die Shadowrun Missions ansehe, staune ich immer wieder, genau das hätten wir damals gebraucht. Gibt es bei uns, übersetzt, aber nicht. Tja.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 12:45
@Archoangel:
Den Produktausstoss wirst Du (leider) heutzutage mit reinem P&P-Rollenspiel nicht mehr angestossen bekommen, ausser Du findest jemanden, der reich geerbt hat und sonst nicht weiss, was er mit dem Geld machen soll. Sowas bekommst Du nur noch mit einem neuen Ansatz hin (Das Lord of the Rings-Kartenspiel ist mittlerweile nach 2 Jahren bei der 30. Erweiterung).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Greifenklaue am 12.11.2013 | 12:53
Mal angenommen, Du machst es heute so wie bei DSA 1. Trotzdem verkaufst Du nicht mal ein Zehntel der damaligen Zahlen. Und damit wird auch klar, warum nach einem Jahr der Produktausstoß erlahmt.

Was an der heutigen Konkurrenz in- und außerhalb der Szene liegt.

Was sich bei meinem letzten Einsteiger bewährt hat: Der hat mit Brickslayers angefangen, dann zu DS gewechselt, spielt es nach zwei Jahren noch mit Begeisterung (Stichwort: Internetmaterial), nun leitet er begeistert Pathfinder. Und dort hast Du dann tatsächlich den von Dir gewünschten Produktfluß.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2013 | 12:58
Mal angenommen, Du machst es heute so wie bei DSA 1. Trotzdem verkaufst Du nicht mal ein Zehntel der damaligen Zahlen.

Woher weißt du das?

Nicht, dass ich dir nicht ein Stück weit zustimmen würde. Ich glaube nicht, dass der Faktor bei 1:10 liegt, aber auch 1:2 oder 1:3 sind schon knackig. Trotzdem, wenn man Rollenspiel verbreiten und insbesondere der jungen Generation vermitteln will, geht der Weg über die Spielwarenabteilungen und Werbung. Dass man ggf. die Themen variieren und nicht ausschließlich auf Fantasy-Gedöns mit hohem Gewaltanteil bei den Konfliktlösungen geht, ist aber ein Faktor, der eine breitere Aufstellung ermöglicht und damit wieder einiges an zusätzlichen Käufern bringen kann. So ein auf Urban Fantasy mit Jugendlichen spezialisiertes, einfaches Regelwerk mit guten Kaufabenteuern könnte schon was werden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 13:03
Ich denke um
Zitat
Fantasy-Gedöns mit hohem Gewaltanteil bei den Konfliktlösungen
wirst du kaum herumkommen: DAS rockt nämlich bei den Kiddies nach wie vor am härtesten, wie mir meine eigene Erfahrung berichtet. Weichgespülte "lass-uns-drüber-reden" Romantik ist halt doch eher ein pädagogischer Irrlauf der Moderne, der sich langfristig nicht halten kann.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 13:18
Das Problem an einem idiotensicheren Anfängerrollenspiel mit hohem Produktoutput ist ganz einfach folgendes:

Es wird echt schwer die bereits aktiven Rollenspieler davon zu überzeugen.
Und es wird wohl noch schwieriger so ein Projekt nur von Neu-Rollenspielern finanzieren zu lassen.

Es sei denn es gelingt einem ein Produkt auf den Markt zu bringen, dass alte Hasen genau so sehr anspricht wie Neueinsteiger.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 12.11.2013 | 13:23
Ich glaube der große Unterschied zwischen damals und heute ist: Das Internet

und zwar nicht auf Seiten der potentiellen Neuspieler, sondern auf Seiten der Altspieler und Schöpfer.

Angenommen wir würden ein einfaches Rollenspiel auf Niveau von DSA1 bauen (5 oder 6 Basiswerte, einfach Methode die Attacke zu bestimmen, Lebenspunkte, Magiepunkte und eine Handvoll Zaubersprüche, eine kleine Sammlung Monster), und es als Werk für Neuspieler vorstellen, Abenteuer sind auch schon 5 oder 6 geschrieben (bzw. Autor von Webveröffendlichungen gefragt, ob man die nehmen kann), und ein paar sind in Vorbereitung.

Die Leute würden es da schon zerreden.
Der eine will andere Sprüche, oder mehr ...
Der nächste will die aktive Parade ...
Mehr Fantasy, mehr Realismus, andere Abenteuer ....

Am Ende, wäre soviel Energie auf die Diskussion im Web verwand worden, dass das Projekt nicht mehr vernünftig umgesetzt wird.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 13:37
Auf jeden Fall sollte man in Zeiten des Internet vielleicht andere Vertriebswege und Kanäle für die Werbung wählen. Vielleicht geht es doch ohne Spielwarenhandel und Fernsehwerbung, wenn man Facebook, Amazon und Co nutzt?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Nocturama am 12.11.2013 | 13:44
Vor allem ist das Internet inzwischen so weit, dass man auch als Verlag recht problemlos Voice- oder Videochat-Einführungsrunden auf seiner Homepage zur Verfügung stellen könnte.

Wundert mich eigentlich, dass das so selten gemacht wird.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 14:06
Das Problem an einem idiotensicheren Anfängerrollenspiel mit hohem Produktoutput ist ganz einfach folgendes:

Es wird echt schwer die bereits aktiven Rollenspieler davon zu überzeugen.
Und es wird wohl noch schwieriger so ein Projekt nur von Neu-Rollenspielern finanzieren zu lassen.

Es sei denn es gelingt einem ein Produkt auf den Markt zu bringen, dass alte Hasen genau so sehr anspricht wie Neueinsteiger.

Ich hallte ja Pathfinder für ein idiotensicheres Rollenspiel mit massivem Produktoutput. Die Leute haben ihre Hausaufgaben gemacht sind sind stark vom bisher bekannten Schema F abgewichen, nur um damit noch mehr Erfolg zu haben.

Vor allem ist das Internet inzwischen so weit, dass man auch als Verlag recht problemlos Voice- oder Videochat-Einführungsrunden auf seiner Homepage zur Verfügung stellen könnte.

Wundert mich eigentlich, dass das so selten gemacht wird.

Ach komm, das kostet Zeit und Geld, das sollen doch die Fans erledigen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 14:11
Pathfinder ist für Einsteiger zu komplex und zu kompliziert. Selbst das Beginners hat in der AG bei Anleitung durch einen alten hasen (mich) seeeeehr lange gebraucht, bis jeder die Regeln der (vorgefertigten) Charaktere begriffen hat, geschweige denn Sonderregeln. LL wäre mir fast schon lieber egwesen, aber ich habe mich dann bewusst für eine Heroquest-artige Box entschieden, eben um auch ein bute-Farben-Kawumm Erlebnis zu integrieren (und in der Hoffnung, dass die Komplexität eben leicht vermittelbar ist, wenn nur ein erfahrener Amweiser vorhanden ist).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 14:14
Vor allem ist das Internet inzwischen so weit, dass man auch als Verlag recht problemlos Voice- oder Videochat-Einführungsrunden auf seiner Homepage zur Verfügung stellen könnte.

Wundert mich eigentlich, dass das so selten gemacht wird.

Vor allem, da es mittlerweile im PC- und Brett-Spielbereich durchaus üblich ist, Tutorialvideos anzubieten; im Falle von PC-Spielen häufig als erste Mission getarnt und im Spiel dabei.

@Archoangel: Wenn deine persönlichen Erfahrungen die Wirklichkeit für die Gesamtheit der Jugendlichen widerspiegelt, dann gibt das doch Anlass zur Hoffnung auf viel Nachwuchs. Und in diesem Fall müssen wir alle uns selbst an die Nase fassen und zugeben, es ist unsere Schuld als aktive Spieler, dass kaum Nachwuchs kommt, da wir uns keinen "erziehen".
Klar können wir die Verantwortung dafür weiter auf die Verlage abwälzen und uns bequem zurücklehen, aber in anderen Nischenhobbys ist es ebenfalls so, dass "Nachwuchs" nur entsteht, wenn die aktiven Betreiber (die Spieler) sich darum bemühen.
Und lasst uns ehrlich sein: Wer von uns hat schon groß Lust, mit pubertierenden 15-jährigen am Spieltisch zu sitzen? Da schlägt wohl wieder eine der Einstiegshürden unseres Hobbies zu: es ist ein seh persönliches Erleben, das stark vom Lebensumfeld und der Lebens- und Spielerfahrung jedes einzelnen Teilnehmers geprägt wird.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Nocturama am 12.11.2013 | 14:16
Ach komm, das kostet Zeit und Geld, das sollen doch die Fans erledigen.

Ganz jenseits von Sarkasmus: Ja klar, warum nicht? Es gibt sicher genug begeisterte Spielleiter von System X, die sich als Demosupporter online zur Verfügung stellen würden. Kostenlos. Oder "bezahlt" durch das neueste Quellenbuch, PDF-Zugang,... Finde ich auch nicht unbedingt verwerflich.

Mir fällt aber wirklich kein einziger Rollenspielverlag ein, der gezielt Online-Demorunden organisiert oder sogar eine "Spielecke" mit integrierten Voice- und Videochat auf seiner Homepage hätte.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 14:21
Ganz jenseits von Sarkasmus: Ja klar, warum nicht? Es gibt sicher genug begeisterte Spielleiter von System X, die sich als Demosupporter online zur Verfügung stellen würden. Kostenlos. Oder "bezahlt" durch das neueste Quellenbuch, PDF-Zugang,... Finde ich auch nicht unbedingt verwerflich.

Mir fällt aber wirklich kein einziger Rollenspielverlag ein, der gezielt Online-Demorunden organisiert oder sogar eine "Spielecke" mit integrierten Voice- und Videochat auf seiner Homepage hätte.

Das ist viel mehr resigniert als sarkastisch gewesen. Wenn ich betrachte, wie sich z.B. die OSR-Bewegung von Blogs zu G+ hangouts entwickelt hat, ist irgendwie klar, warum die Leute so erfolgreich rekrutieren konnten.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Tybalt am 12.11.2013 | 14:23
Früher war alles besser,
früher war alles gut.
Da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.
...



Ich stelle mir gerade vor, ich, Mitte der 80'ern, habe gerade mir DSA angefangen, ein Kumpel und ich suchen Mitspieler und treffen nur auf verständnislose Blicke, und dann kommt da ein Typ auf mich zu: "Weißt du, in ungefähr 25 Jahre wird es nicht nur 5 oder 6 deutsche Systeme geben, sondern vierzig oder mehr, du bekommst jederzeit Infos über Spiele, du bekommst Abenteuer umsonst hinterhergeworfen, ja sogar komplette Rollenspiele für umsonst, und auch viele Nichtspieler werden wissen, was Rollenspiele sind, und niemand außer ein paar Spinnern wird mehr davon reden, daß dein Hobby satanistisch ist... und die Rollenspieler in dieser Zukunft gucken dann auf euch einsame Rollenspieler zurück, seufzen, und erklären es zur Goldenen Zeit Der Rollenspiele."

Ich hätte ihn nur entgeistert angeschaut.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 14:26
Tybalt hat Recht.  :d
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 14:32
@Gorilla:

Der Punkt ist: ohne irgendeine Form von Unterstützung der Verlage wird das niemand dauerhaft und in ausreichender Zahl lange genug mitmachen - nur um der Szene etwas gutes getan zu haben. Wer so viel Idealismus mitbringt ist bei Greenpeace, Unicef&Co. sicher besser aufgehoben und wird da auch dauerhafter positiv entlohnt (in Form von Gewissensstreicheleinheiten). Und da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz: so lange ein/mehrere Verlag(e) kein tragfähiges Einsteigerprodukt auf den Markt werfen und ein wie-auch-immer-geartetes Bonussystem für aktive Supporter entwickeln wird sich hier nicht viel ändern.

Früher gab es ja tatsächlich einen hohen Aufwand seitens der Läden, die da auch noch ein hohes Eigeninteresse hatten. Wer 50-80% seines Umsatzes mit Rollenspiel und -derivaten erzielt, tut sich da selbst einen großen Gefallen. In den 80ern/frühen 90ern hat das auch quasi jeder der "Gründerväterläden" gemacht, sei es mit eigenen Cons, Büchereinachmittagen, Schulspenden usw. Dann kamen u.a. die neuen Läden, die sich "ins gemachte Nest setzten" und quasi nur über den Preis versuchten mit dem Hobby reich zu werden, was bei den alten Läden zum Teil verstörende Reaktionen hervorruf. Magic und die Verlagspolitik haben dem Ganzen dann den Rest gegeben und nur wenige haben sich rechtzeitig ins Internet gerettet. Anfangs waren die Produktrabatte bei entsprechender Abnahme bis zu 80%, in der Regel jedoch bei 55-60%. Heute liegen sie bei gerade mal 25-42% - auch etwas, was es für die Läden uninteressant werden lässt RPGs allzu sehr zu bewerben; man hat sie halt für die Stammkunden im Programm und verkauft den jüngeren einfach Magic, Yu-Gi und Warhammer - da bleibt langfristig mehr hängen. Einsteigerrunden finden - wenn überhaupt - ducrh Stammkunden quasi privat statt und auch ein Free-RPG-day wird da nichts ändern, da er ohnehin fast nur Regelspieler die was abstauben wollen zieht.

Ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass irgendein Verlag sich mal die Mühe gemacht hätte gezielt Leute aus Foren anzuschreiben, ob sie Interesse an der Mitarbeit an einem Einsteigerprodukt hätten - und gerade in den Foren tummeln sich bei genauerer Beobachtung immer noch die paar Idealisten rum, die aus reinem Goodwill den größten Beitrag zur Neukundengewinnung leisten. Statt dessen kommen halt wieder ein paar halbgare Ideen pseudo-professioneller Verlagsschreiberlinge auf den Tisch, die dann alle dann und wann was einstzeigerähnliches auf den Markt werfen - bar jedem Realitätsanspruch - was dann wieder in der Versenkung verschwindet; und man kann anschließend sagen: wir habens ja probiert, aber keiner interessiert sich dafür. Siehe Quest, oder Aborea, oder eben Pathfinder Beginners.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 12.11.2013 | 14:37
Ich stelle mir gerade vor, ich, Mitte der 80'ern, habe gerade mir DSA angefangen, ein Kumpel und ich suchen Mitspieler und treffen nur auf verständnislose Blicke, und dann kommt da ein Typ auf mich zu: "Weißt du, in ungefähr 25 Jahre wird es nicht nur 5 oder 6 deutsche Systeme geben, sondern vierzig oder mehr, du bekommst jederzeit Infos über Spiele, du bekommst Abenteuer umsonst hinterhergeworfen, ja sogar komplette Rollenspiele für umsonst, und auch viele Nichtspieler werden wissen, was Rollenspiele sind, und niemand außer ein paar Spinnern wird mehr davon reden, daß dein Hobby satanistisch ist... und die Rollenspieler in dieser Zukunft gucken dann auf euch einsame Rollenspieler zurück, seufzen, und erklären es zur Goldenen Zeit Der Rollenspiele."

Ich hätte ihn nur entgeistert angeschaut.

Denkfehler. Ich hab '79 angefangen, '82 in Deutschland. Wenn ich damals jemanden gefragt hätte, ja, blank stare. Dann eine Erklärung. Dann Neugier und schließlich Begeisterung  und  zuverlässige Teilnahme. Heute? Blank Stare. Erklärung. Möglicherweise Interesse, möglicherweise Spaß. Aber eine Aktivität regelmäßig und zuverlässig ausführen? Eher nicht.

Das ist mMn das Problem. Das kenne ich mit jungen (<25) Leuten in allen Aktvitäten von Bogenschießen über Rollenspiel bis hin zum Schwertkampf. Nach ein paar Wochen / Monaten ist was anderes interessant.

EDIT/ Nein. Kein alter-Mann-Rant. Das Angebot an Eskapismen ist einfach sehr viel größer, und andere Eskapismen sind halt leichter und mit weniger Commitment zugänglich.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 14:39
Ich hallte ja Pathfinder für ein idiotensicheres Rollenspiel mit massivem Produktoutput. Die Leute haben ihre Hausaufgaben gemacht sind sind stark vom bisher bekannten Schema F abgewichen, nur um damit noch mehr Erfolg zu haben.

Pathfinder ist für Neueinsteiger aber wieder viel zu umfangreich.

Ich hätte mir so einen Schinken damals vielleicht angetan, aber die heutige Jugend liest kaum noch. Und wenn, dann Trendreihen wie Twilight oder Harry Potter. Als ich einen Bekannten malvorschlug, Das Lied von Eis und Feuer zu lesen, nachdem er die Serie mag, meinte er das wären zu viele Seiten. Und der war schon Anfang 20.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 14:43
Früher war alles besser,
früher war alles gut.
Da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.
...

Ich stelle mir gerade vor, es ist Mitte der 80er. Am PX steht eine Schlange an Menschen, denn es gibt eine neue Sendung von TSR. In den Gärten glühen die BBQ Smoker vor, T-Bone-Steaks stehen bereit und das Root Beer ist kaltgestellt und zum knabbern gibt es Chester Cheetos. Überall treffen sich Familien, das neueste Modul wird ausgepackt und ein massiv gebauter, fies aussehender schwarzer Sergeant fängt an für seine Kinder und deren Freunde Secret of Saltmarsh zu leiten, während der Leutnant im Nachbargarten Ravenloft auspackt. Am Abend gehts dann zum gemeinsamen Bowlen und zu McDonalds.
Was für ein Traum.... Ach nee, war gar kein Traum, nur meine Kindheit (Und yeah, wir hatten He-Man Figuren als Importware!)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 14:47
Slayn, offenbar wohntest du in der Nähe von G.Is. Aber nicht jede Ecke war so von den Besatzungstruppen bestückt. Hier in Lübeck gab es so was nicht und ich habe mit Redbox-DnD komplett selber beigerbacht,e s gab niemanden der mich anwies. Und ich war auch im Freundeskreis der erste RPGer.

Das war November 1983, als DnD auf deutsch auf dem Markt kam. Vion englischen Systemen war ich mit 12 Jahren noch meilenweit entfernt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 14:50
Was Tybalt beschreibt entspricht meiner Erinnerung nicht im Geringsten. Keine Ahnung, vielleicht war es ja in Großheide (Kreis Norden, Ostfriesland) so, aber in Frankenthal, Nähe Ludwigshafen/Mannheim eher nicht. Zumindest nicht in der von mir im Ausgangspost genannten zeit (`86-`95). Sicher - als wir anfingen waren wir (wie es sich später herausstellte) die zweite Gruppe in FT, aber ziemlich zeitgleich starteten noch zwei-drei andere und binnen Kurzem gab es anderthalb Dutzend aktive Runden, Tendenz steigend. Alleine unsere Gruppe hat aktiv über Schule/Pfadfinder/Jugendgruppen/Vereine innerhalb von zwei Jahren 70+ neue Spieler generiert.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 14:57
Ich hätte mir so einen Schinken damals vielleicht angetan, aber die heutige Jugend liest kaum noch.
Stimmt nicht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Noir am 12.11.2013 | 14:59
Alleine unsere Gruppe hat aktiv über Schule/Pfadfinder/Jugendgruppen/Vereine innerhalb von zwei Jahren 70+ neue Spieler generiert.

Das klappt auch heute noch ohne Probleme. Eine Bekannte hat mal ein ganzes Ferienlager für eine RPG-Runde begeistert. Sie haben einen Abend lang gespannt und engagiert mit knapp 70 Leuten gespielt. Spaß hatten alle. Davon spielt heute aber noch genau: Sie allein. Es gab danach noch die eine oder andere Runde mit den Kindern/Jugendlichen. Und dann hat es sich wieder zertreten. Die Begeisterungsfähigkeit ist heute einfach nicht mehr gegeben, weil es Unmengen Alternativen gibt. Das kann und darf man nicht unterschätzen. Die einzige Möglichkeit, die man Ende der 80er/Anfang der 90er hatte um mit anderen Leuten etwas zu unternehmen, waren Brett- und Rollenspiele. Und die Rollenspiele waren dann bei den "Spielebegeisterten" eben eine coolere Variante des Brettspiels, dass man Sonntags vielleicht auch noch mit Mama und Papa spielte.

Ich sage auch, dass das Internet der Sargnagel sein wird. Ich glaube auch nicht, dass man dem großartig entgegen wirken kann. Man kann vermutlich - wenn man das Internet richtig nutzt - die Zeit bis zur Beerdigung aufschieben. Aber im Großen und Ganzen wird es so etwas wie eine goldene RPG Zeit wohl nicht mehr geben. Dafür ist die Jugend einfach inzwischen zu sehr verwöhnt. Mal ehrlich: Welcher Jugendliche im Alter von 12+ hat heute noch Bock sich stundenlang mit einem Buch auseinanderzusetzen, dass einem letzten Endes nur die Regeln beibringt. Danach muss man NOCHMAL Stunden damit verbringen um ein Abenteuer vorzubereiten. Selbst ein Kaufabenteuer benötigt Vorbereitung.

Motivation ist das Zauberwort. Imho. Ich wüßte aber nicht wie man die, bei der Masse an Alternativen wirklich hochhalten soll.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 15:03
Slayn, offenbar wohntest du in der Nähe von G.Is. Aber nicht jede Ecke war so von den Besatzungstruppen bestückt. Hier in Lübeck gab es so was nicht und ich habe mit Redbox-DnD komplett selber beigerbacht,e s gab niemanden der mich anwies. Und ich war auch im Freundeskreis der erste RPGer.

Das war November 1983, als DnD auf deutsch auf dem Markt kam. Vion englischen Systemen war ich mit 12 Jahren noch meilenweit entfernt.

Jupp, es gab einen großen Stützpunkt mit angeschlossener Universität. Viele der Gruppen, die sich da zur Grundschulzeit gebildet hatten, sind in der einen oder anderen Form bis ins Studium hinein erhalten geblieben, bis es die Leute über ganz Deutschland verstreut hat.
Wir hatten wirklich sehr lange einen deal mit dem Besitzer eines italienischen Restaurants am laufen, das wir jeden Donnerstag eine Geschlossene Gesellschaft sind und dort in aller Ruhe gemeinsam spielen können.
Danach der Umstieg zur "Deutschen Szene" war, gelinde gesagt, ein Horror.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 12.11.2013 | 15:15
Re: Lesen und die pöhse Jugend.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 15:16
Stimmt nicht.

Nunja, ich habe das von einigen Azubis so erfahren. Ein Beispiel nannte ich ja, eine andere hat gerade mal die Bio von Ballack gelesen und rührt sonst kein Buch an.

Vielleicht kennst du da andere Beispiele und kannst sie benennen.


Und speziell zum Rollenspiel:


Glücklicherweise gibt es immer wieder neue Jugendliche, die zum Rollenspiel finden.

Bei ein paar Bekannten trug die Fantasybegeisterung der Eltern dazu bei, das die Kids jetzt Midgard spielen, ein Sohn einer Bekannten war zumindest kurzzeitig von der DSA1-Box, die er im Ktankenhaus fand, sehr begeistert.

Und auch andere jüngere Spieler sind mit bekannt.

Das ändert nichts daran, das es so einen Boom nicht mehr geben wird, aber einzelne finden noch immer den Weg ins Hobby.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 12.11.2013 | 15:19
Regelmäßige Buchleser:

1954: 50+%
1998: 41%
2010: 38%

EDIT/ ach ja, und wenn ich diese Zahlen sehe, dann lesen Erwachsene deutlich weniger Bücher als Jugendliche. Zumindest vor drei Jahren (frischeres habe ich nicht gefunden.)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 15:20
Bei uns in Hamburg war es in den 90ern auch so, dass eigentlich jeder zwischen 13 und 18 irgendjemanden kannte, der rollenspielte. In meiner Oberstufe von gut 60 Leuten gab es bereits zwei unabhängig voneinander existierende Rollenspieler-Kreise, jeweils mit verschiedenen Spielleitern, Gruppen, Systemen und auch Mitspielern außerhalb der Stufe, die sich dann teilweise vermischten. Es gab da ja auch allein im näheren Umkreis mindestens drei Rollenspiel-/Tabletop-Läden, die gibt es alle schon lange nicht mehr. Und ich glaube vier (?) verschiedene regelmäßig erscheinende, deutschsprachige, farbig gedruckte Rollenspiel-Zeitschriften. Schwer zu sagen, woran das lag.

Natürlich spielen Konkurrenzprodukte eine Rolle. Natürlich gabe es schon Konsolen und dann auch PC-Spiele, aber die haben inzwischen ganz andere Quantensprünge gemacht, vor allem was offenes/interaktives Gameplay und natürlich Multiplayer/Online-Spielen angeht. Und auch das Aufkommen der Trading Card Games dürfte nicht ganz unbedeutend sein. Vom Bauchgefühl her würde ich aber sagen, dass das allein als Erklärung nicht reicht. Wäre gespannt, was die "Insider" hier im Forum darüber denken. Was mir durch den Kopf geht:

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 15:20
@Noir: Meine Erfahrung ist auch hier eine andere. Der Eigenantrieb mag geringer sein, aber das potientiell auch langfristige Interesse ist da. Nur braucht es eben heutzutage Anleitung von Außen, bis die Kidds verstehen wie toll das Hobby ist. Von meiner Projektgruppe sind nach über einem Jahr zwei Gruppen hervorgegangen, sowie ein paar weitere Interessierte, die aber keinen Anschluss finden (und auch nicht die Motivation/Beliebtheit aufbringen selbst etwas aus dem Boden zu stampfen). Wobei hier gerade die jüngeren Anfänger noch am dollsten dabei sind (ehemals 6./7. Klasse). Beide Runden spielen Pathfinder und sind sofort auf das deutsche GRW umgestiegen. Wenn es Fragen gab, durften sie an mich herantreten (was am Anfang ab und an vorkam, mittlerweile aber eher nicht mehr). Und selbst wenn aus einer Projektgruppe nur EIN ernsthaft begeisterter hervorgehen würde wäre dies noch ein Gewinn für das Hobby. Und jetzt erzähl`mir bitte das Pathfinder-GRW wäre ein dünnes Heftchen, nach dessen Lesen man sofort loslegen könnte ...
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2013 | 15:21
Regelmäßige Buchleser:

1954: 50+%
1998: 41%
2010: 38%

Das sagt zumindest nichts über das Goldene Zeitalter in den 80ern und frühen 90ern aus. Ich bezweifle aber auch, dass das viel ändern würde. Der Fernseher dürfte eher der große Leseverhinderer sein, und der ist deutlich älter.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Arldwulf am 12.11.2013 | 15:22
Mhh...wenn ich mal so meinen Vater und meinen Sohn vergleiche wer da häufiger ein Buch liest: Es nimmt sich nicht viel, eher in die "die Jugend liest mehr" Richtung.

Aber man muss ja gar nicht Bücher thematisieren, ich spiele ja auch mit meinem Sohn Rollenspiel und genauso verfährt mein Spielleiter mit seinen Kindern. Das Interesse ist definitiv da und das Problem ist dann eher genug Termine zu finden für alle.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 15:23
@Gorilla:

Der Punkt ist: ohne irgendeine Form von Unterstützung der Verlage wird das niemand dauerhaft und in ausreichender Zahl lange genug mitmachen - nur um der Szene etwas gutes getan zu haben. Wer so viel Idealismus mitbringt ist bei Greenpeace, Unicef&Co. sicher besser aufgehoben und wird da auch dauerhafter positiv entlohnt (in Form von Gewissensstreicheleinheiten). Und da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz: so lange ein/mehrere Verlag(e) kein tragfähiges Einsteigerprodukt auf den Markt werfen und ein wie-auch-immer-geartetes Bonussystem für aktive Supporter entwickeln wird sich hier nicht viel ändern.

Wohl. Wenn es darum geht, für sich selbst - ganz persönlich und egoistisch - neue Mitspieler zu finden.
Ich kenne das aus dem Tabletop-Bereich sehr gut und dort funktionieren die kleinen Systeme genau so. Support seitens der Verlage hilft, aber es muss oft auch ohne gehen, da die Verleger kaum Möglichkeiten haben, bis sie eine gewisse Grundgesamtheit erreicht haben. Ich habe z.B. für das Skirmish-System "Infinity" in den letzten 6/7 Jahren sicher 50+ Einführungsspiele gegeben und mindestens 20 Spieler "gewonnen" (nicht alle dauerhaft, aber immerhin), auch ohne dafür direkt in Geldwert oder Figuren entlohnt worden zu sein und kenne etliche Spieler, die es ebenso gemacht haben. Aus reinem Spaß am Spiel und dem Wunsch mehr Mitspieler zu haben.
Von Nischensportarten ganz zu schweigen. Unsere Kung Fu-Gemeinschaft bleibt einzig und allein durch die "Mundpropaganda" der Mitglieder am Leben.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 15:24
@Verminaard: interessante Gedanken, guter Beitrag.  :d Da muss ich mal drüber nachdenken.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 15:26
@Gorilla: wenn das die Regel wäre müssten wir diese Debatte nicht führen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Grubentroll am 12.11.2013 | 15:31
Früher war alles besser,
früher war alles gut.
Da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.
...



Ich stelle mir gerade vor, ich, Mitte der 80'ern, habe gerade mir DSA angefangen, ein Kumpel und ich suchen Mitspieler und treffen nur auf verständnislose Blicke, und dann kommt da ein Typ auf mich zu: "Weißt du, in ungefähr 25 Jahre wird es nicht nur 5 oder 6 deutsche Systeme geben, sondern vierzig oder mehr, du bekommst jederzeit Infos über Spiele, du bekommst Abenteuer umsonst hinterhergeworfen, ja sogar komplette Rollenspiele für umsonst, und auch viele Nichtspieler werden wissen, was Rollenspiele sind, und niemand außer ein paar Spinnern wird mehr davon reden, daß dein Hobby satanistisch ist... und die Rollenspieler in dieser Zukunft gucken dann auf euch einsame Rollenspieler zurück, seufzen, und erklären es zur Goldenen Zeit Der Rollenspiele."

Ich hätte ihn nur entgeistert angeschaut.

Mitte der 80er war in kürzester Zeit jeder in unserer Jahrgangsstufe angefixt von DSA, und ich kannte mindestens 4 oder 5 Runden, die regelmäßig gespielt haben. Alles Leute die ich persönlich kannte.

Heutzutage spielt in meinem erweiterten Freundeskreis niemand mehr aktiv.

Wir haben vielleicht contentmäßig ein goldenes Zeitalter, aber wer drauf steht mal nicht der zu sein, der alles anleiert, dann finde ich es heutzutage schon schwer, wenn man nicht auf Skype-Runden und sowas steht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: sangeet am 12.11.2013 | 15:33
Und keiner von euch hatten einen C64 oder ein Sega Mega Drive? hatte ich beides, plus mehrere Hundert Raubkopierte Spiele dafür, trotz Bards Tale bin ich lieber zum Spielen mit Freunden gegangen.


Richtig ! Und die Leute mit denen ich Spiele, sind auch alle 10 Jahre jünger wie ich, und in erster linie geht es um das Sozialisieren, deswegen machen wir das zumindest. Weil wir gerne zusammen lachen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Sid am 12.11.2013 | 15:35
Warum blickt eigentlich keiner hier auf die goldenen 80er zurück und fragt sich, wie RPG damals zu einem relativ hohen Verbreitungsgrad gekommen ist? Immerhin kann man getrost davon ausgehen, dass sich die Zahl aktiver Spieler in den letzten 25 Jahren auf ein Zehntel reduziert hat.
Wirklich?
Ich sage, man kann getrost davon ausgehen, dass ohne Zahlen zu kennen man von nichts getrost ausgehen sollte.
Interessant wie diese pure Behauptung für bare Münze genommen wird.

Meine Quellenrecherche blieb leider ergebnislos. Und ich hab noch den leckeren Zugang zum Hochschulbibliotheksnetz und IEEE. :)
Eine Quelle wäre nett.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 15:41
Wirklich?
Ich sage, man kann getrost davon ausgehen, dass ohne Zahlen zu kennen man von nichts getrost ausgehen sollte.
Interessant wie diese pure Behauptung für bare Münze genommen wird.

Meine Quellenrecherche blieb leider ergebnislos. Und ich hab noch den leckeren Zugang zum Hochschulbibliotheksnetz und IEEE. :)
Eine Quelle wäre nett.

Es ist doch seltsam: Früher kam man in eine andere Stadt, hat im guten alten Telefonbuch mal nachgeschlagen wo sich der nächste RPG-Laden befindet und konnte dort auf recht viele Spieler und Gruppen treffen, der Anschluss war da recht leicht.
Heute, in der Zeit der "totalen" Vernetzung, braucht es ewig bis man mal genug Mitspieler für irgendwas findet.
Ok, ein Teil davon ist die ziemlich brutale Zersplitterung unseres Hobbies in immer mehr Systeme, dennoch ....
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 15:44
@Gorilla: wenn das die Regel wäre müssten wir diese Debatte nicht führen.
Ich behaupte, es ist die Regel.
Jedes Nischenhobby lebt von der Begeisterung der Akteure und nicht von riesigen professionellen Marketing-Budgets. Rollenspiel ist da imho nicht anders. Wenn es also keine größere Verbreitung findet, dann wahrscheinlich wegen uns.
Auch andere Hobbys werden nicht groß, weil sich jemand denkt "hey, cool, ich hab 200 Mio übrig, jetzt mach ich XY mal groß", sondern weil die Hobbyisten ihre Begeisterung nach außen tragen und so neue Interessenten dafür gewinnen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 15:44
Nunja, ich habe das von einigen Azubis so erfahren. Ein Beispiel nannte ich ja, eine andere hat gerade mal die Bio von Ballack gelesen und rührt sonst kein Buch an.

Vielleicht kennst du da andere Beispiele und kannst sie benennen.
Naja. Mein Vater rührt auch kein Buch an. Ich mittlerweile übrigens auch nicht mehr. Das gilt auch für einige meiner Onkel und Tanten. Von daher wäre ich mit anekdotischen Angaben sehr vorsichtig. Hróđvitnir hat ja schon in seinem Spoiler einen netten Artikel zum Thema zitiert.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 15:46
Ich behaupte, es ist die Regel.
Jedes Nischenhobby lebt von der Begeisterung der Akteure und nicht von riesigen professionellen Marketing-Budgets. Rollenspiel ist da imho nicht anders. Wenn es also keine größere Verbreitung findet, dann wahrscheinlich wegen uns.
Auch andere Hobbys werden nicht groß, weil sich jemand denkt "hey, cool, ich hab 200 Mio übrig, jetzt mach ich XY mal groß", sondern weil die Hobbyisten ihre Begeisterung nach außen tragen und so neue Interessenten dafür gewinnen.

Ich sage nur: Ubuntu.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 15:51
Und was genau willst du damit sagen?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 15:53
Und was genau willst du damit sagen?

Da hat jemand gesagt: "Hey, cool ich habe 200 Mio übrig, ich mache eine Linux-Distribution mal groß!"
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 15:58
Ja, und bei Red Bull hat jemand gesagt "ich habe hier Geld und generiere einen Mainstream-Hype".
Und bei Apple hat jemand gesagt "ich habe hier Geld und generiere einen Hype".
Und bei Pokemon hat jemand gesagt "ich habe hier Geld und generiere einen Hype".
Usw.
blablabla

So lange aber niemand kommt und sagt, "ich habe hier zig Mio und mache aus RSP einen Hype" liegt es eben an uns. Auch andere Hobbies kommen wegen ihrer aktiven Betreiber zu mehr Zulauf und Akzeptanz. Falls du also ein paar Mio übrig hast, bin ich gerne bereit, irgendwas mit dir groß zu machen, andernfalls heißt es weiterhin, dass jeder Hobbyist in seinem persönlichen Umkreis gefragt ist, wenn er sich mehr Mitspieler wünscht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.11.2013 | 16:09
Zitat
Mal angenommen, Du machst es heute so wie bei DSA 1. Trotzdem verkaufst Du nicht mal ein Zehntel der damaligen Zahlen. Und damit wird auch klar, warum nach einem Jahr der Produktausstoß erlahmt.
Wobei die heutigen Produkte auch deutlich umfangreicher sind als die damaligen. Abenteuer in DSA1 Stil könnte Ulisses vermutlich auch in deutlich größerer Menge produzieren, Frage ist nur ob die heutigen Spieler sowas noch kaufen würden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 12.11.2013 | 16:38
Naja. Mein Vater rührt auch kein Buch an. Ich mittlerweile übrigens auch nicht mehr. Das gilt auch für einige meiner Onkel und Tanten.

Wie schade, werde ich nie verstehen. Bücher gehören zu meinem Leben. Und seien es Ebooks.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 16:57
Nunja, ich habe das von einigen Azubis so erfahren. Ein Beispiel nannte ich ja, eine andere hat gerade mal die Bio von Ballack gelesen und rührt sonst kein Buch an.
Neben Statistiken, wie sie hier schon erwähnt wurden, auch einfach die Erfahrung aus dem örtlichen Buchhandel: Jugendbücher werden gekauft, nachgefragt und gelesen - und sind und bleiben ein wichtiges Umsatzstandbein. Auch und gerade, um das zum x-ten Male zu wiederholen, im Bereich der Phantastik.

Was allerdings zu bedenken ist, und das ist noch so eine Sache, die hier noch kaum angesprochen wurde: Es gibt große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. An Büchern, gerade in diesem Bereich, interessiert sind zum allergrößten Teil Mädchen. Und auch die erhobenen Statistiken bestätigen das ja: Der Anteil der regelmäßigen Leser ist unter Jungs viel geringer, wohingegen es viel mehr männliche Lese-Totalverweigerer gibt.

Im Rollenspielhobby haben wir aber ein großes männliches Übergewicht. Bei der DSA-Umfrage von Ulisses waren 89% der (immerhin 3900) Teilnehmer männlich. Und DSA halte ich nicht für ein besonders "frauenfeindliches" Spiel.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 16:59
Wobei die heutigen Produkte auch deutlich umfangreicher sind als die damaligen. Abenteuer in DSA1 Stil könnte Ulisses vermutlich auch in deutlich größerer Menge produzieren, Frage ist nur ob die heutigen Spieler sowas noch kaufen würden.

Genau hier ist das Problem: die heutigen Spieler. Die sind halt alle im gehobenen Alter und schon 2W10+5 Jahre dabei. Was uns (und langfristig natürlich auch den Verlagen) jedoch fehlt sind die Spieler mit 1W8-1 Jahren im Hobby. Und ohne die sind wir bald beim Dinosaurier-Problem: wir sterben aus. Kein schneller, abrupter Tod, sondern ein langsames Dahinsiechen. Nicht desto weniger dennoch ein Sterben. Und was die Zahlen angeht: die sind geschätzt (und mir geht es ehrlich gesagt auch tierisch auf den Sack, dass wir in diesem Dark Age of Reason für alles und jeden Scheiß Belege, Zahlen und Fakten liefern sollen); DSA hatte mal ca. 150.000 verkaufte Grundboxen und die D&D Spielerschaft war fast genausogroß (ohne nennenswerte Überschneidung), weshalb ich alte Schätzungen (nicht von mir, sondern von Leutchen wie Kiesow&Co) von 800.000 Rollenspielern als nicht gerade unrealistisch betrachte (Hochzeit!). Da ich persönlich aufgrund ähnlicher Zahlen (Verlagsumsätze, Rollenspielläden und Verkaufszahlen, persönliche Erfahrung etc) von ca. 80.000 Hobbyisten heute ausgehe, ist der Schwund eben mit 90% zu beziffern. Daher die Aussage: heute haben wir noch ein Zehntel der Spieler von damals.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 17:05
Da ist etwas sehr Wahres dran.
Ich glaube ohnehin, dass RSP zu weiten Teilen ein Hobby ist, für das sich vor allem Frauen begeistern müssten. Bereits frühkindlich spielen solche Dinge (Rollenspiel) bei Mädchen eine i.d.R. größere Rolle als bei Jungs (das ist jetzt bitte nicht sexistisch zu sehen). Vor den erwachsenen oder erwachseneren Lesern von z.B. Harry Potter dürfte eine deutlich größere Zahl weiblich sein.
Im Foren-RSP-Bereich habe ich persönlich schon mehrfach festgestellt, dass in den Foren, die sich originär aus der Literatur und nicht dem Rollenspiel an sich ableiten, der größere Teil der User weiblich ist, es sich also vornehmlich im Userinnen handelt, die Spaß daran finden, in die Geschichten einzutauchen und eigene Charaktere zu verkörpern.
Wenn ich an meinen Anfangstage zurückdenke, war es wohl auch damals (schon?) so, dass ein wichtiger Punkt bei der Faszination des RSP der "Powercreep" ausgemacht hat und mehr Crunch ("Dickere Eier") irgendwie geil war. Das lässt sich für männliche Spieler bei anderen Spielen viel leichter realisieren (WoW u.Ä., Shooter (Übung macht den Meister), eigentlich MMOs/PC-Spiele jeglicher Art).

Suchen wir vielleicht tatsächlich beim falschen Geschlecht nach der Zukunft des RSP, weil Frauen im Schnitt einfach eine höhere Affinität haben und auf sie als Zielgruppe zugeschnittene Produkte kaum angeboten werden?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 17:08
(und mir geht es ehrlich gesagt auch tierisch auf den Sack, dass wir in diesem Dark Age of Reason für alles und jeden Scheiß Belege, Zahlen und Fakten liefern sollen);
:bang:
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 17:10
Da ist etwas sehr Wahres dran.
Ich glaube ohnehin, dass RSP zu weiten Teilen ein Hobby ist, für das sich vor allem Frauen begeistern müssten. Bereits frühkindlich spielen solche Dinge (Rollenspiel) bei Mädchen eine i.d.R. größere Rolle als bei Jungs (das ist jetzt bitte nicht sexistisch zu sehen). Vor den erwachsenen oder erwachseneren Lesern von z.B. Harry Potter dürfte eine deutlich größere Zahl weiblich sein.
Im Foren-RSP-Bereich habe ich persönlich schon mehrfach festgestellt, dass in den Foren, die sich originär aus der Literatur und nicht dem Rollenspiel an sich ableiten, der größere Teil der User weiblich ist, es sich also vornehmlich im Userinnen handelt, die Spaß daran finden, in die Geschichten einzutauchen und eigene Charaktere zu verkörpern.
Wenn ich an meinen Anfangstage zurückdenke, war es wohl auch damals (schon?) so, dass ein wichtiger Punkt bei der Faszination des RSP der "Powercreep" ausgemacht hat und mehr Crunch ("Dickere Eier") irgendwie geil war. Das lässt sich für männliche Spieler bei anderen Spielen viel leichter realisieren (WoW u.Ä., Shooter (Übung macht den Meister), eigentlich MMOs/PC-Spiele jeglicher Art).

Suchen wir vielleicht tatsächlich beim falschen Geschlecht nach der Zukunft des RSP, weil Frauen im Schnitt einfach eine höhere Affinität haben und auf sie als Zielgruppe zugeschnittene Produkte kaum angeboten werden?
Genau das ist eine verdammt gute Frage.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 17:12
Da ist etwas sehr Wahres dran.
Ich glaube ohnehin, dass RSP zu weiten Teilen ein Hobby ist, für das sich vor allem Frauen begeistern müssten

Sorry, ich wollte schon auf deinen vorherigen Beitrag antworten.

Die Frage ist zum einem nach dem Inhalts, zum anderen hier die Verknüpfung zur Zielgruppe.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 17:12
Genau hier ist das Problem: die heutigen Spieler. Die sind halt alle im gehobenen Alter und schon 2W10+5 Jahre dabei. Was uns (und langfristig natürlich auch den Verlagen) jedoch fehlt sind die Spieler mit 1W8-1 Jahren im Hobby. Und ohne die sind wir bald beim Dinosaurier-Problem: wir sterben aus.

So schnell würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen! Die jetzt 35-jährigen haben vielleicht wenig Draht zu den jetzt 12-jährigen, aber in ein paar Jahren haben sie vielleicht selbst ein 12-jähriges Kind und dann mag was passieren. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Man wird sehen. Und selbst wenn nicht, na gut, wir werden ja bekanntlich alle über 90, also selbst bei Rente mit 70 sehe ich da ein neues "goldenes Zeitalter" des Viel-Zeit-Fürs-Spielen-Habens auf uns zukommen. ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: kalgani am 12.11.2013 | 17:12
interessanter ansatz, gorilla.

aber ich glaube bei frauen wird eine art von p&p erwartet wie bei "uns" männern.
ein erzählerisches märchenspiel wäre bei den meisten mir bekannt eventuell noch was interessantes, wo alles böse weggefluffed wird^^

sorry, falls ich irgendwelchen anwesenden powercreep mädels auf den "schlips" trete, aber das ist meine ganz persönliche empfindung bei dem großteil der frauen um mich rum. außerdem gehen die lieber tanzen als in der bude zu hocken und sich in träumenreien zu verlieren. hab nur so "hummeln im hintern" um mich herum.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 17:13
Lieber Wulfhelm: wie soll ich dir denn meine eigenen Erfahrungen belegen? Meine nicht aus der Luft gegriffenen Annahmen, eigen gedachten Zusammanhänge, Vermutungen, Denkkonstrukte und eben das gesammelte Wissen und Halbwissen, die Fakten, Vermutungen, Mutmaßungen und durch Denken zu einer für mich geltenden Wahrheit zusammengefügten Realität? Es gibt nun halt mal keine offiziellen Zahlen, nur eben das, was sich Leute wie ich aus dem vorhandenen Wissen zusammenreimen. Das sind keine Fakten, aber das ist besser als "          " (Nichts). Liefer`du mir also Zahlen die meine widerlegen; und solange du das nicht kannst sind meine deutlich aussagekräftiger, als alles was du (nicht) belegen kannst.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: kalgani am 12.11.2013 | 17:15
So schnell würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen! Die jetzt 35-jährigen haben vielleicht wenig Draht zu den jetzt 12-jährigen, aber in ein paar Jahren haben sie vielleicht selbst ein 12-jähriges Kind und dann mag was passieren. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Man wird sehen.

Und selbst wenn nicht, na gut, wir werden ja bekanntlich alle über 90, also selbst bei Rente mit 70 sehe ich da ein neues "goldenes Zeitalter" des Viel-Zeit-Fürs-Spielen-Habens auf uns zukommen. ;)

absatz eins in arbeit.  :d

absatz zwei: du hast meinen gedanken an die weit entfernte rente gerettet   ~;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 12.11.2013 | 17:15
Da ist etwas sehr Wahres dran.
Ich glaube ohnehin, dass RSP zu weiten Teilen ein Hobby ist, für das sich vor allem Frauen begeistern müssten. Bereits frühkindlich spielen solche Dinge (Rollenspiel) bei Mädchen eine i.d.R. größere Rolle als bei Jungs (das ist jetzt bitte nicht sexistisch zu sehen). Vor den erwachsenen oder erwachseneren Lesern von z.B. Harry Potter dürfte eine deutlich größere Zahl weiblich sein.
Im Foren-RSP-Bereich habe ich persönlich schon mehrfach festgestellt, dass in den Foren, die sich originär aus der Literatur und nicht dem Rollenspiel an sich ableiten, der größere Teil der User weiblich ist, es sich also vornehmlich im Userinnen handelt, die Spaß daran finden, in die Geschichten einzutauchen und eigene Charaktere zu verkörpern.
Wenn ich an meinen Anfangstage zurückdenke, war es wohl auch damals (schon?) so, dass ein wichtiger Punkt bei der Faszination des RSP der "Powercreep" ausgemacht hat und mehr Crunch ("Dickere Eier") irgendwie geil war. Das lässt sich für männliche Spieler bei anderen Spielen viel leichter realisieren (WoW u.Ä., Shooter (Übung macht den Meister), eigentlich MMOs/PC-Spiele jeglicher Art).

Suchen wir vielleicht tatsächlich beim falschen Geschlecht nach der Zukunft des RSP, weil Frauen im Schnitt einfach eine höhere Affinität haben und auf sie als Zielgruppe zugeschnittene Produkte kaum angeboten werden?
Die Antwort aus den 90-er war Vampire. Als das Rollenspiel raus kam, kamen ganze Wagenladungen Frauen zum Rollenspiel.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: psycho-dad am 12.11.2013 | 17:16
Lieber Wulfhelm: wie soll ich dir denn meine eigenen Erfahrungen belegen? Meine nicht aus der Luft gegriffenen Annahmen, eigen gedachten Zusammanhänge, Vermutungen, Denkkonstrukte und eben das gesammelte Wissen und Halbwissen, die Fakten, Vermutungen, Mutmaßungen und durch Denken zu einer für mich geltenden Wahrheit zusammengefügten Realität? Es gibt nun halt mal keine offiziellen Zahlen, nur eben das, was sich Leute wie ich aus dem vorhandenen Wissen zusammenreimen. Das sind keine Fakten, aber das ist besser als "          " (Nichts). Liefer`du mir also Zahlen die meine widerlegen; und solange du das nicht kannst sind meine deutlich aussagekräftiger, als alles was du (nicht) belegen kannst.

*klugschiss*

Streng genommen seid ihr beide genau gleichwertig nichtssagend.

*duck und Renn* ^^
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 17:16
So schnell würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen! Die jetzt 35-jährigen haben vielleicht wenig Draht zu den jetzt 12-jährigen, aber in ein paar Jahren haben sie vielleicht selbst ein 12-jähriges Kind und dann mag was passieren. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Man wird sehen. Und selbst wenn nicht, na gut, wir werden ja bekanntlich alle über 90, also selbst bei Rente mit 70 sehe ich da ein neues "goldenes Zeitalter" des Viel-Zeit-Fürs-Spielen-Habens auf uns zukommen. ;)

Und bei Alzheimer ab 72 können wir sogar endlos das selbe Abenteuer spielen. Genial. DAS ist die Lösung. Back to Topic.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 17:18
@Psycho-Dad: dann hast du nur diesen Post gelesen; ich denke ich habe meine Zahlen-Schätzung hier (und anderswo) ausgiebig begründet. Finde mir bitte eine ausgefeiltere Begründung für eine andere Zahl und ich bin ganz Ohr.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: psycho-dad am 12.11.2013 | 17:20
Du stellst doch Zahlen in den Raum, DU stellst eine Behauptung (=Schätzung) auf. Ergo bist du in der Bringschuld.


Ich Troll nur und konnt mir den dummen Kommentar nicht verkneifen.  ;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 17:24
Lieber Wulfhelm: wie soll ich dir denn meine eigenen Erfahrungen belegen?
Deine eigenen Erfahrungen glaube ich Dir sehr gerne ohne Beleg. Diesen eine ihnen nicht anstehende Bedeutung zuzumessen und sie auf diese Weise zur allgemeingültigen "Wahrheit" erheben zu wollen, nicht.

Zitat
Das sind keine Fakten, aber das ist besser als "          " (Nichts).
Wie in einem anderen Zusammenhang schon mal erwähnt: Nein. Ist es nicht. Wenn man etwas nicht weiß und auch keine ausreichende Grundlage hat, um eine wirklich begründete Vermutung anzustellen, dann sollte man Spekulationen einfach lassen.

Ich muss übrigens in dem Zusammenhang meine erste Aussage etwas einschränken - wenn es um Kindheits- und Jugenderinnerungen geht. Denn die sind nun mal oft nachweisbar falsch und verklärend. Von daher kann es durchaus sein, dass manch einer denkt, damals in den goldenen 80ern hätte die ganze Schule DSA gespielt - und dass dies für denjenigen auch subjektiv die Wahrheit ist. Auch wenn's tatsächlich nur die eigene Clique war.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 17:25
Vampire ist ein gutes Stichwort. Das hat wirklich viele Frauen zum RSP gebracht.

Der Punkt, den Slayn eingebracht hat, trifft die Sache vielleicht noch besser: Aktuelle Spiele sind zum überwiegenden Teil auf den typischen (männlichen) Nerd als Spieler (aka Kunden) ausgerichtet. Es scheint auch, als wäre der Markt hier gesättigt. Neue Kunden lassen sich also eventuell nur mit anderen Zielgruppen erschließen, die über eine entsprechende Grundgesamtheit verfügen. Spezialistensysteme oder abgefahrene Indies werden da also nicht groß weiterhelfen.
Vielleicht ist die Antwort wirklich ein "großes" Twilight oder Harry Potter RSP ohne großen Crunch und mit viel Tragödien, bunten Schicksalen und romantischen Liebeleien. Wer schreibt es mit mir? Vielleicht würden wir sogar reich damit (i don't think so).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 17:27
Vielleicht ist die Antwort wirklich ein "großes" Twilight oder Harry Potter RSP ohne großen Crunch und mit viel Tragödien, bunten Schicksalen und romantischen Liebeleien. Wer schreibt es mit mir? Vielleicht würden wir sogar reich damit (i don't think so).
Jemand, der Erpresserfotos von JKR oder Stephanie Meyer besitzt? ;)
Ansonsten klagen die bzw. ihre Vertreter Dir nämlich den Allerwertesten weg...

Aber die Idee, ganz gender-mainstreaming-incorrect mal darüber nachzudenken, wie ein Rollenspiel für lesende, an Phantastik und Mystery interessierte Mädchen ab 12 aussehen sollte, finde icht gut.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 17:30
Ja genau, es sollten sich unbedingt ein paar Männer zusammen tun und das ultimative Frauen-Rollenspiel schreiben. ;) Äh, nicht. ::)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Sashael am 12.11.2013 | 17:31
Ich bin recht fest davon überzeugt, dass ein Twighlight-RPG einen ganz neuen und ziemlich großen Spielerstamm ergeben würde.

Genauso fest bin ich davon überzeugt, dass ich mit DIESEN Spielerinnen NICHT spielen möchte.  >;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 17:34
Ja genau, es sollten sich unbedingt ein paar Männer zusammen tun und das ultimative Frauen-Rollenspiel schreiben.
Nö, aber die implizierte gegenteilige Auffassung, dass das nur "die" Frauen selber können und wir, die wir die fremdartigen Gedankengänge dieser geheimnisvollen Wesen ja sowieso nicht nachvollziehen können, gar nicht darüber nachzudenken brauchen, ist auch Quatsch.

P.S.: Wobei es klar ist: Mit dem Spruch "Vom Autor von BARBAREN!" sollte man bei dem Spiel vielleicht nicht unbedingt werben.  :P
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 17:39
Ja genau, es sollten sich unbedingt ein paar Männer zusammen tun und das ultimative Frauen-Rollenspiel schreiben. ;) Äh, nicht. ::)

Wir könnten doch Bad Horse mal drauf ansetzen ^^

Ich bin recht fest davon überzeugt, dass ein Twighlight-RPG einen ganz neuen und ziemlich großen Spielerstamm ergeben würde.

Genauso fest bin ich davon überzeugt, dass ich mit DIESEN Spielerinnen NICHT spielen möchte.  >;D

Ach?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 17:40
Zitat
Denn die sind nun mal oft nachweisbar falsch und verklärend.
Da bin ich aber gespannt, wie du mir wissenschaftlich nachweisen möchtest, dass MEINE Erinnerungen falsch sind. Der Rest ist aus meiner Sicht Käse, von daher sollten wir diesen Teil der Debatte ruhen lassen - wir werden noch nicht einmal annähernd auf eine gemeinsame Basis finden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Skele-Surtur am 12.11.2013 | 17:40
Ich bin recht fest davon überzeugt, dass ein Twighlight-RPG einen ganz neuen und ziemlich großen Spielerstamm ergeben würde.

Genauso fest bin ich davon überzeugt, dass ich mit DIESEN Spielerinnen NICHT spielen möchte.  >;D
Well, I certainly would.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 17:41
Nö, aber die implizierte gegenteilige Auffassung, dass das nur "die" Frauen selber können und wir, die wir die fremdartigen Gedankengänge dieser geheimnisvollen Wesen ja sowieso nicht nachvollziehen können, gar nicht darüber nachzudenken brauchen, ist auch Quatsch.

Dafür hätte ich dann mal gerne einen wissenschaftlichen Beleg.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hector am 12.11.2013 | 17:42
Ich habe mal über den Tellerrand geschaut. Tabletop ist ja durchaus mit dem Rollenspiel verwandt (schließlich ist D&D ja aus einem Tabletop-Projekt entstanden). Und wenn man sich mal Games Workshop ansieht, kann von Konsumentenstagnation im Tabletopbereich keine Rede sein. Hier mal ein Artikel mit ein wenig Zahlenmaterial:

http://www.gamestrust.de/news,games-workshop-warhammer-co-lassen-umsaetze-weiter-wachsen,id24364.html (http://www.gamestrust.de/news,games-workshop-warhammer-co-lassen-umsaetze-weiter-wachsen,id24364.html)

Und warum hat Games Workshop international Erfolg? Weil die einen professionell betriebenen, rücksichtslos erfolgsorientierten Kult um ihre Produkte betreiben. Weil sie ständig neue Produkte auf den Markt bringen, auf welchem sie im Übrigen äußerst aggressiv um sich beißen. Weil sie Kids und ihre Eltern in ihre Hobbyzentren locken, in denen sektenartig geschulte Verkäufer ihnen ihr Mantra reindrücken.

Ich bin sicher, wenn man das entsprechend auf ein bestimmtes Rollenspielsystem umsetzen würde, würde das auch brummen. Und GW-Produkte sind nicht einmal besonders einsteigerfreundlich. Im Gegenteil. Die sind extrem komplex, mit tausend Sonder- und Zusatzregeln, FAQs, etc. Trotzdem wird das von ganzen Heerscharen von Kids und Junggebliebenen auf der ganzen Welt gespielt.

Stellt Euch mal vor, in den größeren Städten gäbe es reine DSA-Läden. Wo es die gesamte Produktpalette gibt und wo ständig kleine Einführungsrunden laufen. Wo man regelmäßig zum Spielen und Basteln kommen kann und einem der Ladenleiter anschließend für neue DSA-Supplements, Minis, Würfel, Abenteuer und Floorplans das Taschengeld entlockt.

Mein Fazit: Um in der heutigen Zeit ein Rollenspielprodukt erfolgreich (ich meine RICHTIG erfolgreich) vertreiben zu können, muss man frei von Idealismus sein und das Ganze mit dem nötigen Startkapital professionell aufziehen. Mit Werbung in Funk und Fernsehen, Facebook, Twitter, regelmäßigen Cons und Partnerläden, die das Produkt bis zum Erbrechen pushen. Eben wie jedes andere Massenprodukt auch, sei es nun ein Putzmittel oder ein Schokoriegel. Und daran krankt die Szene. Es gibt keine wirkliche Professionalität.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 17:43
@Verminaard: Wie konnte ich es nur vergessen: Produkte für Frauen können niemals von Männern produziert werden und umgekehrt. Wo kommen wir da denn hin. Am Ende werden Frauen noch Programmierinnen und Männer bleibe zuhause und ziehen Kinder groß.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 17:46
Ich habe mal über den Tellerrand geschaut. Tabletop ist ja durchaus mit dem Rollenspiel verwandt (schließlich ist D&D ja aus einem Tabletop-Projekt entstanden). Und wenn man sich mal Games Workshop ansieht, kann von Konsumentenstagnation im Tabletopbereich keine Rede sein. Hier mal ein Artikel mit ein wenig Zahlenmaterial:

http://www.gamestrust.de/news,games-workshop-warhammer-co-lassen-umsaetze-weiter-wachsen,id24364.html (http://www.gamestrust.de/news,games-workshop-warhammer-co-lassen-umsaetze-weiter-wachsen,id24364.html)
[...]

Äh, ja. Kuck doch mal genauer auf die umsatzwerte. Dann stellst du nämlich tatsächlich einen rückläufigen Trend fest, bzw. dass das letzte Umsatztal gerade mal wieder verlassen wird und dem Ganzen eine zyklische Entwicklung zugrunde liegt. Ganz normaler Produkt-Lebenszyklus mit Relaunches.
Gleichbleibender Umsatz bei höheren Preisen pro Stück bedeutet übrigens weniger verkaufte Stückzahlen. Man stellt also fest: GW hat ähnlichen Umsatz wie vor ca. 5 Jahren und damit weniger Stück verkauft. Wahrscheinlich also auch weniger Kunden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: psycho-dad am 12.11.2013 | 17:47
Da bin ich aber gespannt, wie du mir wissenschaftlich nachweisen möchtest, dass MEINE Erinnerungen falsch sind.

Ein Freund von mir ist gestorben. Nur 3 Tage vorher hat er zum ersten mal seit 5 Jahren ein Malzbier getrunken. Bedeutet das jetzt, das Malzbier Tödlich giftig ist?

Korrelation =/= Kausalität. Nur weil du etwas erlebt hast, Bedeuted das noch lange nicht, das es da irgendeinen Zusammenhang gibt. Deshalb sind Anektdotische beobachtungen in Statistiken bestenfalls kuriose Randerscheinungen, Falsch oder (schlimmstenfalls) erstunken und erlogen. Deine Beobachtungen können zu 100% korrekt sein. Sie sagen trotzdem genau garnix darüber aus, wie sich die Gesamtheit der Dinge verhält. Deshalb unterlässt man anekdotische Schilderungen in ernsthaften Debatten besser, wenn man das Beispiel nicht grade zwingend zur Illustration braucht.  :)

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 17:52
Guter Post, Großkomtur! Klar würden solche Läden viel mehr Produkte absetzen, wobei mir das Zahlenmaterial fehlt, ob man mit Büchern allein ebensoviel Umsatz und Gewinn machen kann, wie mit TT-Zubehör. Mehr Zubehör wäre sicher hilfreich, Würfel sowieso aber ggf. dann auch Minis, Tiles etc. und gerne auch eine hauseigene, offizielle LARP-Brand, LARP ist ja sowieso ein nicht zu unterschätzender Bereich und es sorgt auch dafür, dass der Laden einfach nach mehr aussieht!

Allerdings sehe ich einen ganz entscheidenden und wichtigen Nachteil von DSA gegenüber Warhammer, den ich wie folgt zusammenfassen möchte:

(http://whfb.lexicanum.de/mediawiki/images/thumb/2/27/Gotrek_Gurnisson-Portrait.jpg/230px-Gotrek_Gurnisson-Portrait.jpg)

 ;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Nocturama am 12.11.2013 | 17:53
Ich bin recht fest davon überzeugt, dass ein Twighlight-RPG einen ganz neuen und ziemlich großen Spielerstamm ergeben würde.

Genauso fest bin ich davon überzeugt, dass ich mit DIESEN Spielerinnen NICHT spielen möchte.  >;D

Na ja, mit Monsterhearts kann man ziemlich astrein Twilight/Teenwolf/Vampire Diaries nachspielen. Hat jetzt nicht den Twilight-Spielerinnen-Boom ausgelöst.

Macht außerdem sauviel Spaß, das Spiel.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 17:56
Monsterhearts ist halt zu forgy-porgy.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Nocturama am 12.11.2013 | 18:01
Monsterhearts ist halt zu forgy-porgy.

Ne, ich glaube, das liegt mehr daran, dass man seine sexy Vampirphantasien nicht wirklich vor einer Spielgruppe ausbreiten will, vor allem nicht als Teenagerin. Deshalb halte ich Romantikspiele auch nicht wirklich für einen sinnvollen Weg, um diese Zielgruppe zu gewinnen.

Um sowas entspannt genieße zu können, braucht man da schon einen gewissen Abstand und eine gewisse Gesetztheit.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Skele-Surtur am 12.11.2013 | 18:02
Guter Post, Großkomtur! Klar würden solche Läden viel mehr Produkte absetzen, wobei mir das Zahlenmaterial fehlt, ob man mit Büchern allein ebensoviel Umsatz und Gewinn machen kann, wie mit TT-Zubehör. Mehr Zubehör wäre sicher hilfreich, Würfel sowieso aber ggf. dann auch Minis, Tiles etc. und gerne auch eine hauseigene, offizielle LARP-Brand, LARP ist ja sowieso ein nicht zu unterschätzender Bereich und es sorgt auch dafür, dass der Laden einfach nach mehr aussieht!

Allerdings sehe ich einen ganz entscheidenden und wichtigen Nachteil von DSA gegenüber Warhammer, den ich wie folgt zusammenfassen möchte:

(http://whfb.lexicanum.de/mediawiki/images/thumb/2/27/Gotrek_Gurnisson-Portrait.jpg/230px-Gotrek_Gurnisson-Portrait.jpg)

 ;D
Gotrek Gurnisson. Because an already hilarious over-the-top fantasy game is just not goofy enough without a fat, nearly nude, axe-swinging douche who can't even get himself killed on purpose. Okay, Stichelei bei Seite:

Ich muss zustimmen. Mit sicherheit zieht der trash-faktor von WH einfach deutlich fester insbesondere die 12-15 jährigen Jungs an, als dieser, soweit ich das beurteilen kann, irgendwie... biedere Look von DSA.
Aber das heißt nicht, dass nicht zumindest ein paar Marktanteile in diesem Bereich zu holen wären.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 18:04
Da bin ich aber gespannt, wie du mir wissenschaftlich nachweisen möchtest, dass MEINE Erinnerungen falsch sind.
Das würde ich im diesem Fall genau so wie bei allen anderen durch entsprechende Konsultation von Quellen machen, da ich aber weder Interesse noch Grund dafür habe, speziell in Deinem Privatleben herumzuschnüffeln, bleibt das Theorie.

Zitat
Dafür hätte ich dann mal gerne einen wissenschaftlichen Beleg.
Du solltest Dich darin schulen, zwischen Meinungsäußerungen und Faktenbehauptungen zu unterscheiden und zu beurteilen, wann was relevant ist.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hector am 12.11.2013 | 18:05
Nun, Lord Verminaard, wenn es nur am Grimdark-Faktor liegt, Künstler wie John Blanche und Konsorten sollten sich für ein professionelles Budget schon auftun lassen.  8)

@Gorilla: Es liegt mir fern, GW glorifizieren zu wollen (ich dachte, das fließt zwischen den Zeilen deutlich raus). Aber wenn man mal guckt, was z.B. TSR, Rackham oder WotC heute so machen, scheinen die bei GW doch irgendetwas richtig zu machen, oder?  ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 18:07
Das würde ich im diesem Fall genau so wie bei allen anderen durch entsprechende Konsultation von Quellen machen, da ich aber weder Interesse noch Grund dafür habe, speziell in Deinem Privatleben herumzuschnüffeln, bleibt das Theorie.
Du solltest Dich darin schulen, zwischen Meinungsäußerungen und Faktenbehauptungen zu unterscheiden und zu beurteilen, wann was relevant ist.

Das nennt man dann "situationsbedingte Ethik". Du solltest in die Politik wechseln.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 18:11
Ne, ich glaube, das liegt mehr daran, dass man seine sexy Vampirphantasien nicht wirklich vor einer Spielgruppe ausbreiten will, vor allem nicht als Teenagerin. Deshalb halte ich Romantikspiele auch nicht wirklich für einen sinnvollen Weg, um diese Zielgruppe zu gewinnen.

Naja, V:tM hat ja funktioniert. Weil V:tM ein Spiel für Leute ist, die sich selbst und ihre Fiktion (zu) ernst nehmen. Monsterhearts ist viel zu selbstreflektiert und ironisch. Und optisch viel zu wenig opulent. Und es liefert das inspirierende Quellenmaterial nicht mit, weil im Zielpublikum von Monsterhearts eine geradezu dogmatische Ablehnung gegen sogenannte "thinly disguised prose" aka "fluff text" besteht. Monsterhearts kennt seine Zielgruppe und die hat es ja auch beim Kickstarter gebacked. Es ist weder ein Spiel für RSP-Anfänger, noch für Teenager, sondern ein Spiel für Leute, die schon mal auf Story-Games oder dem Blog von Vincent Baker gepostet haben. (Disclaimer: Habe nur den Klappentext und die Skins und ein paar Forum-Posts/Rezis gelesen, aber nicht das Buch.) Aber das ist OT! ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 18:15
Das nennt man dann "situationsbedingte Ethik".
Nein, das nennt man einen funktionsfähigen Verstand, aber ganz davon ab habe ich mir jetzt, denke ich, genug Bullshit in dieser Richtung angehört.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 18:18
GW macht sicher etwas richtig, aber es verliert im Trend insgesamt Käufer. So richtig macht es die Sache also auch wieder nicht (darum ging es mir und nicht darum GW schlecht zu reden).
Die Frage ist allerdings in unserem Thema nicht, wie wir ein laufendes System ausbeuten. Genau das tut GW nämlich. Zugute halten muss man GW in dem Zusammenhang natürlich, dass sie an der Verberitung von Tabeltop Gaming ein gutes Stück mitgearbeitet haben.
Wir sind im Moment allerdings nicht an dem Punkt, wo jemand im deutschen RSP-Markt einmarschiert und mit seinen Marketing- und Produktionsmillionen um sich wirft, um ein wirklich Geschäft daraus zu machen.
Wir sind aktuell da, wo GW vor 25 Jahren stand: Es gibt diese Spieler, sie geben Geld für Produkte aus und ein kleiner Markt ist schon erschlossen. Jetzt heißt es, Leute finden, die für möglichst wenig Geld (das sind z.B. auch heute noch GW-Mitarbeiter) möglichst viel Werbung für das Produkt machen.
So wie die RSP-Szene und der Markt in Deutschland im Moment aufgestellt ist, kann diese Leistung eigentlich nur von "Ehrenamtlichen" erbracht werden.
Was hilft es uns also, über die Macht des Geldes zu sprechen und ach-wie-viel sich damit erreichen ließe, wenn diese Geld im Moment niemand hat?

Eine gewisse Professionalisierung ist übrigens nicht notwendig. In allen Branchen wird so viel Mist gebaut, Geld verschlissen und fehlerhafte Produkte auf den Markt geworfen, da muss das größtenteils von engagierten Liebhabern betriebene Rollenspiel sich nicht wirklich verstecken. Ich sag nur Flughafen Berlin, jede Rückruf-Aktion jedes Autobauers, Apple-Irgendwas.

Zum Thema "Frauen-Rollenspiel": Man kann auch Twilight meinen, ohne Twilight draufzuschreiben - viele Browsergames machen das recht erfolgreich. Und Harry Potter-Klone gibt es viele ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 18:19
@Wulfhelm: Da du PMs geblockt hast: können wir das hier jetzt langsam sein lassen?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 18:20
Naja, V:tM hat ja funktioniert. Weil V:tM ein Spiel für Leute ist, die sich selbst und ihre Fiktion (zu) ernst nehmen. Monsterhearts ist viel zu selbstreflektiert und ironisch. Und optisch viel zu wenig opulent. Und es liefert das inspirierende Quellenmaterial nicht mit, weil im Zielpublikum von Monsterhearts eine geradezu dogmatische Ablehnung gegen sogenannte "thinly disguised prose" aka "fluff text" besteht. Monsterhearts kennt seine Zielgruppe und die hat es ja auch beim Kickstarter gebacked. Es ist weder ein Spiel für RSP-Anfänger, noch für Teenager, sondern ein Spiel für Leute, die schon mal auf Story-Games oder dem Blog von Vincent Baker gepostet haben. (Disclaimer: Habe nur den Klappentext und die Skins und ein paar Forum-Posts/Rezis gelesen, aber nicht das Buch.) Aber das ist OT! ;)
Ja, so würde ich das auch etwa sehen. Bei etwas wie V:tM sehe ich allerdings das Problem, dass Du das in einer Jugendbuchabteilung oder gar im Spielwarengeschäft heute nicht platzieren könntest, weil es viel zu "fies" ist.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Auribiel am 12.11.2013 | 18:21
Ne, ich glaube, das liegt mehr daran, dass man seine sexy Vampirphantasien nicht wirklich vor einer Spielgruppe ausbreiten will, vor allem nicht als Teenagerin. Deshalb halte ich Romantikspiele auch nicht wirklich für einen sinnvollen Weg, um diese Zielgruppe zu gewinnen.

Dann solltest du dich mal im Forenbereich zu diversen Themen umschauen, da sprießen die RPGs zu den "sexy Vampirphantasien" genau so aus dem Boden, wie die sexy-Fantasien zu diversen Mangas. Und zwar vor allem unter dem Teenagerinnen und vor allem wenn sexy Boys in den Stories vorkommen. Zumindest in Chat und Foren tummelt sich da einiges an Rollenspieler. Nur wie ich sagte: Halt alles ohne System und freies Rollenspiel.

Vielleicht hat sich hier einfach ein Teil des Marktes (zumindest was Spielerinnen angeht) einfach verlagert? Das Spielalter fängt da auch bei um die 14-15 an und geht bis in die 20er hoch.



Hauptproblem ist in meinen Augen einfach die Verfügbarkeit. Wenn man keine Ahnung von Rollenspielen hat, will man doch nicht die Katze im Sack kaufen. Die Spiele gehören einfach wieder zu Karstadt und Kaufhof oder von mir aus auch zu Vedes. Jedenfalls da hin, wo die Kids sich das angucken, die Boxen aufmachen und anlesen können. Dazu noch Werbespots im Fernsehen, gut ist.

Ich behaupte nach wie vor, dass nicht der Online-Boom bzw. die Videospielszene Konkurrent des Rollenspiels ist. Meine Runde und ich haben früher immer viel gezockt (C64, SNES, Playstation, Playstation 2 etc.), aber das war nie ein Ersatz für Rollenspiel. Ich sehe eher, dass sich auch hier das Rollenspiel vom P&P weg hin zum Rollenspiel IM Onlinegame verlagert hat. Entweder dann per TS oder im Chat. Oder zählt nur das, was am Tisch gezockt wird, auch als RollenspielTM? ;)

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 18:22
Ja, so würde ich das auch etwa sehen. Bei etwas wie V:tM sehe ich allerdings das Problem, dass Du das in einer Jugendbuchabteilung oder gar im Spielwarengeschäft heute nicht platzieren könntest, weil es viel zu "fies" ist.
Warst du schon mal wieder in ner Jugendbuch- oder Spielzeugabteilung? ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Sashael am 12.11.2013 | 18:28
Na ja, mit Monsterhearts kann man ziemlich astrein Twilight/Teenwolf/Vampire Diaries nachspielen. Hat jetzt nicht den Twilight-Spielerinnen-Boom ausgelöst.
Ich rede von einem Twighlight-RPG. Nicht von einem RPG, mit dem man Twighlight spielen könnte.  ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Wulfhelm am 12.11.2013 | 18:28
Warst du schon mal wieder in ner Jugendbuch- oder Spielzeugabteilung?
Ja. Ich habe in einer gearbeitet. Und ich möchte darum wirklich vermuten, dass V:tM große Probleme hätte, da anzukommen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 18:30
Na, dann müssen wir "einfach nur" zu den aktuellen Rechteinhabern aufbrechen und ihnen erklären, was für ein geiles Geschäft es denn ist, wenn sie zusätzlich zum Brettspiel auch noch ein Rollenspiel rausbringen.

Und der Erfolg der Twilight-Klon-Spiele beruht wohl in allererster Linie auf ihrer Twilightigkeit - die ließe sich auch für einen RSP-Klon nutzen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: YY am 12.11.2013 | 18:30
*Rückgriff in graue Vorzeit  :)*
und ganz ehrlich, sowas wie "WOW" verhält sich im Vergleich zu einer Tischrollenspielrunde D&D wie Crack-Kokain-rauchen im Vergleich zu Pullmoll-Lutschtabletten.

Diese Sorte P&P-Rollenspiel hält sich doch nur deswegen, weil es Leute gibt, die das genau andersrum formulieren würden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 18:33
Jetzt heißt es, Leute finden, die für möglichst wenig Geld (das sind z.B. auch heute noch GW-Mitarbeiter) möglichst viel Werbung für das Produkt machen.
So wie die RSP-Szene und der Markt in Deutschland im Moment aufgestellt ist, kann diese Leistung eigentlich nur von "Ehrenamtlichen" erbracht werden.

Und auch hier rächt sich eben die von mir bereits erwähnte Fokussierung auf die "goldene Generation", denn die meisten von denen stehen jetzt mitten im Leben und haben neben Job und Familie nicht die Muße, ihr Hobby zu promoten. Dafür braucht man schlicht und ergreifend Schüler und Studenten, und wenn ich bei mir in den GW rein gehe, dann sind das auch Leute um die 20, die da hinterm Tresen stehen. Die müsste man gewinnen, und da hat man jetzt aufgrund des gesunkenen Bekanntheitsgrades und des Fehlens zielgruppengerechter Produkte eben Schwierigkeiten. Da ist Warhammer vielleicht auch zeitloser, aber es wurde ja schon zurecht erwähnt, dass dort die Einstiegshürden auch nicht gerade niedrig sind.

Die Frage ist halt, wenn man denn die zielgruppengerechten Produkte hätte und auch das Marketing, würde das für die ebenfalls bereits erwähnte "kritische Masse" reichen? Dabei spielt dann halt schon auch eine Rolle, dass man heute, anders als 1990, gegen TCGs, Videospiele und MMOs antritt. Da sollte man schon wenigstens ein paar Online-Tools und Apps aufrüsten. Aber das gehört eigentlich nach nebenan (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87068.0.html).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 18:36
Ja, zeitlich weniger belastete junge Menschen sind sicher eher so begeisterungsfähig, dass sie RSP auch aktiv promoten. Aber die gibt es doch. Zumindest sehe ich nicht nur alte Säcke(tm) wie mich auf den Rollenspieltreffen in meiner Region (wenn die auch ca. 60%) ausmachen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Nocturama am 12.11.2013 | 18:59
Dann solltest du dich mal im Forenbereich zu diversen Themen umschauen, da sprießen die RPGs zu den "sexy Vampirphantasien" genau so aus dem Boden, wie die sexy-Fantasien zu diversen Mangas. Und zwar vor allem unter dem Teenagerinnen und vor allem wenn sexy Boys in den Stories vorkommen. Zumindest in Chat und Foren tummelt sich da einiges an Rollenspieler. Nur wie ich sagte: Halt alles ohne System und freies Rollenspiel.

Das ist mir schon klar, deshalb der Verweis auf die Fanfiction. Ich bin mir ganz sicher, dass es emotional ein großer Unterschied ist, ob ich in einem Forum anonym über meine Fantasien schreibe oder ob ich das von Angesicht zu Angesicht mit jemandem auslebe. Da wird ja teilweise knallharte Pornographie verfasst - und trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die gleichen Mädels sich entspannt zusammen hinsetzen und sich erzählen, wie groß genau denn nun das Dingsi von Edward ist und was der dann damit tut.
Ich weiß auch ehrlich nicht, ob das Rollenspiel das beste Medium für sowas ist.

Ich würde auch noch mal sagen: Man kann sicher durch gezielte Online-Rundenangebote die Hemmschwelle für den Rollenspieleinstieg niedriger ansetzen. Und wenn man als Verlag damit keine Neuspieler generiert, sondern alte Hasen für sein Produkt begeistert, auch gut.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.11.2013 | 19:07
Zitat
Naja, V:tM hat ja funktioniert. Weil V:tM ein Spiel für Leute ist, die sich selbst und ihre Fiktion (zu) ernst nehmen. Monsterhearts ist viel zu selbstreflektiert und ironisch. Und optisch viel zu wenig opulent. Und es liefert das inspirierende Quellenmaterial nicht mit, weil im Zielpublikum von Monsterhearts eine geradezu dogmatische Ablehnung gegen sogenannte "thinly disguised prose" aka "fluff text" besteht. Monsterhearts kennt seine Zielgruppe und die hat es ja auch beim Kickstarter gebacked. Es ist weder ein Spiel für RSP-Anfänger, noch für Teenager, sondern ein Spiel für Leute, die schon mal auf Story-Games oder dem Blog von Vincent Baker gepostet haben.
Wobei ich V:tM auch nicht gerade für Anfängerfreundlich oder leicht spielbar halte.
Zumal sich die Zahl der Kaufabenteuer sehr in grenzen hält und man bei den Settingbüchern der SL noch einiges an Arbeit investieren muss um was spielbares in der Hand zu haben.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 19:13
Aber immerhin hatte es eine Menge ausführliche und instruktive Anleitungen und Beispiele für Spieler und Spielleiter im Grundregelwerk. Da könnten sich heute einige ne Scheibe von abschneiden. ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 12.11.2013 | 19:16
Aber immerhin hatte es eine Menge ausführliche und instruktive Anleitungen und Beispiele für Spieler und Spielleiter im Grundregelwerk. Da könnten sich heute einige ne Scheibe von abschneiden. ;)

Was? V:tM?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: D. M_Athair am 12.11.2013 | 19:22
Suchen wir vielleicht tatsächlich beim falschen Geschlecht nach der Zukunft des RSP, weil Frauen im Schnitt einfach eine höhere Affinität haben und auf sie als Zielgruppe zugeschnittene Produkte kaum angeboten werden?
Keine Ahnung. Ich würd da mal bei der Redaktion Phantastik (http://www.phantastik-kalender.de) (den Machern von Private Eye) nachfragen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 19:29
Na ja, mit Monsterhearts kann man ziemlich astrein Twilight/Teenwolf/Vampire Diaries nachspielen. Hat jetzt nicht den Twilight-Spielerinnen-Boom ausgelöst.

Bringt aber keine neue Zielgruppe, wenn Eingeweihte wissen, dass das geht. Da muss Twilight auf dem Cover stehen und Bilder von den Schauspielern müssen da drauf, und dann muss es zwischen Büchern und DVDs stehen.

Es sucht sich doch kein Nicht-Rollenspieler gezielt ein Rollenspiel mit dem man ganz gut Twilight nachspielen kann. Wenn überhaupt stolpern die über ein Twilight-Rollenspiel.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 19:39
Natürlich kann man damit Twilight-Fans erreichen, wenn man es schafft sie in Kontakt dazu zu bringen. Die verstehen die Markensignale von Twilight auch, wenn der Inhalt auf den ersten Blick zu "ihrem" Setting passen. Es wird mit der offiziellen Lizenz natürlich einfacher (bzw. evtl. - je nachdem, wie genau die Lizenz aussieht), aber kann genauso ohne funktionieren.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 12.11.2013 | 19:41
Also müssten 2-3 Monsterheart oder Vampire SLs auf die entsprechenden Foren angesetzt wenigstens für Foren RPG und TS und bei der überleitung is echte RPG reiche Beute haben oder?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 19:43
Es ist eh voll simple Leute zum Rollenspiel zu bringen, wenn sie erst einmal Kontakt damit haben. Twilight oder nicht Twilight. Will man das Rollenspiel-Hobby beleben, dann sollte man das am besten in die eigene Hand nehmen. Ich hab dieses Jahr alleine und aus eigenem Antrieb 5 Initiaten ins Hobby eingeführt. Und ihr so?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 19:48
Euch ist schon klar, dass Twilight bei den Mädels schon lange wieder "out" ist?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 19:53
Die Mädels, die vor 2 Jahre so darauf abgegangen sind, dürften jetzt alt genug sein, um sich auch neben den Romanen mit dem Zeug zu beschäftigen.

Ich habe diese Jahr nur zwei (niegelnagelneue) Spieler aufgetan. Dafür aber zwei weitere reaktiviert, die länger weg vom Hobby waren. Ist doch aber auch schon mal was.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 19:53
Genau, jetzt brauchen wir Shades of Grey: Rollenspiele von der einen Art im Rollenspiel der anderen Art.  >;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 19:57
Soweit ich das mitbekommen habe, stehen auf SoG aber doch vor allem die Mütter der jungen Frauen, die wir als Jungspielerinnen erreichen wollen, oder? ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 12.11.2013 | 20:03
Euch ist schon klar, dass Twilight bei den Mädels schon lange wieder "out" ist?

Okay, was ist momentan in? (Bzw. wieviel sollten wir den Lochis dafür bieten, dass sie RPG promoten?)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Chiungalla am 12.11.2013 | 20:24
Soweit ich das mitbekommen habe, stehen auf SoG aber doch vor allem die Mütter der jungen Frauen, die wir als Jungspielerinnen erreichen wollen, oder? ;)

Dann hast Du das ganz anders mitbekommen als ich. Man konnte eine Zeit lang keine 5 Schritte auf dem Campus gehen ohne eine junge Frau mit einem der Bücher zu sehen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Sashael am 12.11.2013 | 20:39
Dann hast Du das ganz anders mitbekommen als ich. Man konnte eine Zeit lang keine 5 Schritte auf dem Campus gehen ohne eine junge Frau mit einem der Bücher zu sehen.
Und für die Männer gibt es "Shades of hä?" (http://www.amazon.de/Shades-Ralf-Linus-H%C3%B6ke-Ausgabe/dp/B00BWESIHK/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1384285077&sr=8-1&keywords=Shades+of+h%C3%A4).  ~;D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 12.11.2013 | 21:25
Soweit ich das mitbekommen habe, stehen auf SoG aber doch vor allem die Mütter der jungen Frauen, die wir als Jungspielerinnen erreichen wollen, oder? ;)

7. bis 9. Klasse. Da gibt es zwar auch die ein oder andere Mutter, aber deren Töchter spielen noch gar nichts.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DerEskapist am 12.11.2013 | 21:42
GW macht sicher etwas richtig, aber es verliert im Trend insgesamt Käufer. So richtig macht es die Sache also auch wieder nicht (darum ging es mir und nicht darum GW schlecht zu reden).
Die Frage ist allerdings in unserem Thema nicht, wie wir ein laufendes System ausbeuten. Genau das tut GW nämlich. Zugute halten muss man GW in dem Zusammenhang natürlich, dass sie an der Verberitung von Tabeltop Gaming ein gutes Stück mitgearbeitet haben.
Wir sind im Moment allerdings nicht an dem Punkt, wo jemand im deutschen RSP-Markt einmarschiert und mit seinen Marketing- und Produktionsmillionen um sich wirft, um ein wirklich Geschäft daraus zu machen.
Wir sind aktuell da, wo GW vor 25 Jahren stand: Es gibt diese Spieler, sie geben Geld für Produkte aus und ein kleiner Markt ist schon erschlossen. Jetzt heißt es, Leute finden, die für möglichst wenig Geld (das sind z.B. auch heute noch GW-Mitarbeiter) möglichst viel Werbung für das Produkt machen.
So wie die RSP-Szene und der Markt in Deutschland im Moment aufgestellt ist, kann diese Leistung eigentlich nur von "Ehrenamtlichen" erbracht werden.
Was hilft es uns also, über die Macht des Geldes zu sprechen und ach-wie-viel sich damit erreichen ließe, wenn diese Geld im Moment niemand hat?

Ich denke dass die Komplexität von GW Tabletop Spielen sich heutzutage viel besser am PC handhaben lassen. Das war in den 80ern und frühen 90ern noch nicht grafisch ansprechend genug und wir waren noch nicht im Online-Zeitalter. Das hat sich inzwischen geändert und somit muss ich Gorilla recht geben: GW ist auf dem absteigenden Ast.

Aber das Thema Komplexität ist beim Rollenspiel für Neueinsteiger ein entscheidender Faktor. Da ihr alle sehr stark auf die Frauen hofft: Ich glaube nicht dass die typische 14jährige - verzeiht mir Geschlechterklischees - darauf Lust hat sich in etwas so schwer zugänglich wie - die hier als teil simpel erachteten - Pathfinder-Regeln einzuarbeiten.

Ein Rollenspiel das das goldene Zeitalter zurückbringen soll muss einfach zu erlernen sein. Gerade wenn die Zielgruppe eben nicht auf taktisch anspruchsvolles Power-Game-Monster-Bashing steht sondern eben "weiblichere" Themen angeboten bekommt - Diplomatie, Erzählerisches, Magier-Internat ...

Des weiteren muss trotzdem der Spagat gelingen, dass auch alte Hasen von solch neuartigen Rollenspielprodukten angesprochen werden; also eine gewisse Raffiniertheit muss drin sein (jemand sagt in einem verwandten Post mal "easy to learn, hard to master") damit man die bestehenden Community mit aktivieren kann in Verbindung mit Neueinsteigern.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 12.11.2013 | 21:46
Komplexität ist m.E. teilweise auch gerade der Reiz bzw. das, was die Nachhaltigkeit ausmacht. Aber sie ist nicht mit Kompliziertheit, erst recht unnötiger Kompliziertheit zu verwechseln. ;)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2013 | 22:27
Ich hatte den Eindruck, dass damals Komplexität gerade auch ein Elememnt war, welches Interesse erzeugte (spätestens, wenn es dafür eien belohung gab in Form von Effektivität im Spiel) und ohne Weiterentwicklung oder Interesse daran dann Leute abgesprungen sind oder aufgehört haben.
Selbstbauen ist in derRegel erst später gekommen, wenn man schon angefixt war oder das eigene System weniger von irgendetwas hatte, als ein anderes vom Hörensagen.
Verfeinerung udn Aufteilung in spezifishcere Spielstile kam dann noch später, wenn auch dieser allgemeine Reiz verflogen war und eine weitere Runde nachdenekn über das, was amn da tut eingestzt hatte (wiederum mit einigen Spielerverlusten)

In dem Sinne - es mag ja sein, dass man mit einem einfachen Einstieg eine niedrigere Hürde allgemein hat, aber hält man die Leute damit auch? Der Appetitt kommt doch scheinbar beim Essen und da muss dann auch genug zum Beißen erst mal da sein. Und auf Originalität kann man in dem Moment auch verzichten, das Konzept ist neu genug, dass man nicht mit exotischen Twists die Hürde genau da wieder höher legen muss, wo sie richtig weh tut - im Zugang zum SIS.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 22:47
Die "Komplexität" eines Rollenspielsystems hängt aber doch nicht vornehmlich von der Kompliziertheit des Regelwerks ab oder davon, wie umfangreich dieses ist.
Die Komplexität beim Rollenspiel kommt über die Möglichkeiten zur Interaktion mit der Spielwelt - und das hat mit solchen undurchsichtigen Regelmonstern wie PF oder DSA nicht unbedingt viel zu tun.
"Leveln" (und somit Badges sammeln wie aus Steam) kann man auch mit einem einfachen System.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2013 | 22:54
Die "Komplexität" eines Rollenspielsystems hängt aber doch nicht vornehmlich von der Kompliziertheit des Regelwerks ab oder davon, wie umfangreich dieses ist.
Die Komplexität beim Rollenspiel kommt über die Möglichkeiten zur Interaktion mit der Spielwelt - und das hat mit solchen undurchsichtigen Regelmonstern wie PF oder DSA nicht unbedingt viel zu tun.
"Leveln" (und somit Badges sammeln wie aus Steam) kann man auch mit einem einfachen System.

Aber Systembeherrschung war prestigeträchtig und da zählt(e) nur belegbares (siehe z.B. DSA-Trivia), nicht weichquatschen. Künstlerischer Anspruch z.B. oder ähnliches ist erst später dazu gekommen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 12.11.2013 | 23:12
Genau, "war". Damals. ;)

EDIT:
Mit der Komplexität bzgl. der Interaktion mit der Spielwelt meinte ich jetzt weder Märchenonkel-Erzählspiel, noch freies Impro-Theater-Spiel oder auch  große In-Character-Reflexions-Arien.
Es geht mir dabei nur um die unendliche Anzahl an möglichen Aktionen der Spieler, bzw. Charaktere. Es ist eben nicht wie am PC geskriptet und man hat nicht nur Option A,B, oder C, sondern die Geschichte entsteht im Detail erst am Spieltisch und man hat jederzeit auch alle anderen Handlungsoptionen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 10:06
Aber das Thema Komplexität ist beim Rollenspiel für Neueinsteiger ein entscheidender Faktor. Da ihr alle sehr stark auf die Frauen hofft: Ich glaube nicht dass die typische 14jährige - verzeiht mir Geschlechterklischees - darauf Lust hat sich in etwas so schwer zugänglich wie - die hier als teil simpel erachteten - Pathfinder-Regeln einzuarbeiten.

Ich muss meine Aussage zu Pathfinder wohl etwas relativieren, dann kommt auch der Zusammenhang zur Komplexität dabei rum:
Ich halte die Kernmechanik von d20/PF, also "1d20+mod über Zahl, Hoch ist Gut!" für simpel und eingängig, gerade weil sie in den meisten Standard-Situationen vorkommt. Wer das mal gelernt hat, der kann es einfach mal spielen.

Komplexität spiegelt sich hier in "System Mastery"wieder. Alle starten ja gleich, nur wer Synergien sieht, erkundet und nutzt, kommt unter den gleichen Startbedingungen weiter als die anderen, was ja ein wichtiges Element für den eigenen Spaß ist, das Ego schmeicheln.

Hier muss WoW mal wieder als Vergleich herhalten: Dort starten auch alle Warlocks identisch, divergieren aber in der "System Mastery"-Phase, in der Spieler mit den Talentbäumen experimentieren und das Spiel lernen.

Im Vergleich dazu DSA4, bei dem die Charaktererschaffung eigentlich nur kompliziert ist ohne direkt etwas zur Komplexität beizutragen.

Kleiner Nachtrag: Wer kennt noch die Zeit als PC/Konsolen-Spiele so richtig kacke schwer waren? Als man im Urlaub in Italien sein Taschengeld an Videokonsolen verzockt hat, die brutal schwer waren?

D&D war bei uns so ähnlich. Wir haben meist nur Dungeons gekrault und unsere Helden sind irgendwann verreckt, nur war das jedes mal ein schieres Erfolgserlebnis, wenn man "weiter" gekommen ist als davor.

Nachtrag 2: Höher, weiter, besser, schneller und in Konkurrenz unter einander sein war, glaube ich, damals für mich einer der größten Langzeitmotivatoren an diesem Spiel. Das weichgespülte "Erleben einer Geschichte" interessiert mich deswegen auch heute noch keinen Deut.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 13.11.2013 | 10:50
Da dürfte dann der Unterschied liegen: du bist eben "amerikanisiert" an die Sache herangegangen, wohingegen bei vielen "germanisierten" eben das "Erleben" des Abenteuers im Vordergrund stand, nicht die kompetitive Konfliktsimulation. Ich bin ja nun auch mit DSA sozialisiert und habe das "miteinander Abenteuer erleben" immer als primären Magneten erlebt. AD&D hat mir das Ganze auf einem anderen Powerniveau erlaubt, aber einen kompetitiven Spielstil ahbe ich auch erst kennen gelernt, als wir anfingen mit den Amis zu spielen. War nicht schlechter, aber eben anders. Vorher war selbst der Master irgendwie immer Teil der Gruppe, später oftmals eher Gegner der Gruppe (im Rahmen der Regeln). Was sich nun für ein Erstlingswerk besser eignet ... keine Ahnung. Prinzipiell würde ich sagen ein gutes RPG muss jeden Spielstil unterstützen, aber welchen es als "default" vorgeben sollte - da bin ich (im Moment) überfragt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 11:11
Mir zeigen sich da nur ein paar Parallelen auf, die man in Betracht ziehen kann und die sich über alle Medien erstrecken. Alle haben mir Kurz- und Langzeitmotivation zu tun.
Das geht auch damit einher, wie oft "wir" Systeme oder Spiele wechseln, das gilt gleichsam für RPGs als auch Brettspiele als auch Computerspiele.

Auf der "amerikanisierten Seite", wie du das so nett nennst, sind "Sport" und "Leistung" wichtige Merkmale.
Vgl. hierzu "den Highscore schlagen" und "Medaillen einsammel" bei Spielen. gerade hier finde ich es interessant, das kommerziell erfolgreiche Computerspiele meist eine ganz klare Gewichtung hinlegen. Man kann man "Abenteuer erleben" (aka Single Player Campaign), die Langzeit-Action findet aber beim "Konflikt" statt (aka Multiplayer).

Was ich dabei bezeichnend finde: Für die 3E gab es ja ursprünglich das Motto: "Back to the Dungeon!". Für mich ein ganz starker Indikator dafür, das man sich mal Gedanken darüber gemacht hat, was D&D damals hat groß werden lassen und wieder dorthin wollte.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Asarea am 13.11.2013 | 11:16
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die "Komplexität" eines PnP-Spiels oder PC-Games darüber entscheidet, ob sich ein junger Mensch, egal ob männlich oder weiblich, für das Spiel entscheidet. Sondern, ob das Ganze fähig ist, eine Sehnsucht nach Kreativität, erzählerischer Freiheit, interessanten Abenteuern etc. bei einem Noch-nicht-Spieler zu triggern.
Heute haben wir einfach ein unendlich viel größeres Angebot an Möglichkeiten, solche Sehnsüchte zu befriedigen, sei es durch MMOs verschiedener Kaliber, sehr viel mehr Games für alle Medien, sehr sehr viel mehr Bücher, Mangas, etc.

Wenn ich zurückblicke, war das ohnehin amüsant. Ich (Mädel!, 15) war einer der wenigen ausgewiesenen Nerds in der Jahrgangsstufe. Gemeinsam haben wir zu dritt unsere ersten PnP Gehversuche mit einer mühsam vom Mund abgesparten DSA-Box gemacht. Andere Jungs zockten zwar auf ihren Commodores, Amigas, rudimentären PCs und was es da alles gab, aber eher Baller- und Prügel-Games als Rollenspiele. Die einzige Schnittmenge waren da Adventures wie "Indiana Jones - Fate of Atlantis" etc.
Heutzutage zocken die Kids schon mit 12 WoW, weil es eben alle tun und nehmen von da aus dann vielleicht einen Bogen zum Rollenspiel, wenn sie auf interessante Weise daran heran geführt werden. In verschiedenen PC-MMO-RP-Communities lese ich das immer häufiger, dass Rollenspieler, wenn sie sich vorstellen, dass sie diverse MMOs gezockt haben und darüber dann zum RP gekommen sind. Der 'klassische' Weg, der für meine Generation normal ist, scheint auszusterben oder geringwertiger zu werden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 13.11.2013 | 11:20
Wenn ich so an meine Entwicklung denke, dann habe ich in meinen Teenagerjahren mit DnD und S+S und Taveller den Spaß am Monster plätten und Schätze horten mit einfacher Geschichte gehabt.

In den 90ern lernte ich Runequest und Glorantha kennen, und dadurch begann ich, mehr Spaß am Erkunden und Erleben einer Welt und der darin inegrierten Abenteuer zu haben. Midgard mit seinen Kaufabentuern war da ein Zwischending, weil dort die Abenteuer so in die Welt inegriert waeren, das es Spaß machte und der Wttbewerb auch nicht im Mittelpunkt stand.

Ich würde mich weder als germanisiert bezeichnen (denn DSA spielte ich bis 2004 nicht) noch amerikanisiert bezeichnen.


Und zu PC-Spielen:

Ich habe 1998 mit Everquest begonnen, MMORPG zu spielen. Als dann WoW erschein und ich das testete, fand ich da schon den Schwierigkeitsgrad zu niedrig und das leveln zu schnell.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 13.11.2013 | 11:24
@Slayn:
Klar. Aber für den typischen "Germanen" war das eben nicht das, was D&D groß werden lies: der Reiz von AD&D gegenüber DSA war vielmehr, dass man a) eigene Welten generieren konnte b) andere Spielstile problemlos umsetzen konnte. Selbst die Leute, die D&D/AD&D als erstes RPG kennen gelernt haben, spielten doch deutlich anders als die "typischen" Amigruppen. Und eben diese "Freiheit" ist eigentlich mit 3E den Bach runter gegangen (weshalb das Spiel in D wahrscheinlich [langfristig] hier nicht so gut lief wie in Malörika). Seltsamerweise kenne ich hierzulande noch eine beachtliche Anzahl von Gruppen, die AD&D spielen, wohingegen 3E stark zurückgegangen (wahrscheinlich mit Pathfinder immer noch mehr als AD&D) und 4E quasi nonexistent ist.

"Back to the Dungeon" ist damit sicher ein Element, dass auch in einem Einsteigerspiel verwurzelt sein sollte, aber eben nicht ausschließlich!
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Arldwulf am 13.11.2013 | 11:32
Die Frage ist ja ob "die typischen Amigruppen" denn wirklich so typisch sind. Die Amis mit denen ich so spiele verhalten sich eigentlich nicht wirklich anders als deutsche Spieler. Das ist zwar mal wieder nur ein subjektiver Eindruck, dennoch halte ich vieles bei diesen vermeintlichen Unterschieden in erster Linie für Klischees.

Die zum Teil ja auch bewusst aufgebaut wurden um die lokalen Systeme als Besserrollenspiel dastehen zu lassen - zumindest eine Zeit lang.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 13.11.2013 | 11:41
Ich denke das muss historisch betrachtet werden: meiner Erfahrung nach gab es bis Anfang der 90er nur sehr sporadische Berührungen zwischen amerikanischen und deutschen Spielrunden, eben wie Slayn schrieb durch die Nachbarschaft, oder von Leuten mit Auslandsaufenthalt. Hier in der Region fanden rollenspielerische Begegnungen auf breiterer Ebene erst ab 2nd Edition statt. Insofern dürften deine neueren Erlebnisse eben schon von Jahren/Jahrzehnten des geistigen Austausches "getrübt" sein. Gerade auch durch das Medium Internet hat sich da in diesem Jahrtausend viel bewegt. Aber gerade eine Analyse von Rollenspielen der zweiten Generation zeigt schon, dass es recht unterschiedliche Ansätze gab, die sich meiner Meinung nach auch kontinental unterscheiden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 11:55
Natürlich muss das historisch betrachtet werden, deswegen ist der jetzt-Zustand für diese Diskussion auch egal.
Das kam jetzt vielleicht vorhin falsch rüber. Ich empfinde es als wichtig, darauf hinzuweisen dass es "damals" Medienübergreifend bestimmte Konvergenzen gab, etwa besagte "High Score" Mentalität, weswegen sich viele Leute zum Rollenspiel hingezogen gefühlt haben, weil hier ein bestimmtes Bedürfnis befriedigt wurde.

Witzig ist für mich, das, zumindest in meinen Augen, die Goldenen Jahre einher gehen mit dem monolithischen Stand mehrerer Firmen/Systeme und enden, wenn die Diversifizierung des Hobbies in mehrere Unter-Nischen beginnt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Noir am 13.11.2013 | 12:10
Nochmal zu "Einsteigerregeln" -> Wenn ich noch einmal genauer darüber nachdenke, glaube ich, dass das kein so wichtiger Punkt ist. ICH bin damals mit DSA3 angefangen. Habe die Grundbox an meinem 13. Geburtstag bekommen. DSA3 war zwar weit weniger kompliziert als DSA4 es ist - aber ich finde durchaus weit entfernt von "total mega einfach". Wichtig ist, dass ein produkt zu begeistern weiß. DSA3 hätte so komplex und nervig wie 4 sein können - das wäre MIR damals als Kind egal gewesen. Ich war von diesem Produkt fasziniert.

Der Punkt, dass auch Material vorhanden sein muss, halte ich übrigens auch (!) für unwichtig. Zumindest wenn es um junge neue Spieler geht. Ich kann jetzt nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen. WIR hatten damals gar nicht genug Kohle um uns ständig Kaufabenteuer zu kaufen. Geschweige denn Regelboxen. Da hätten 200000 Kaufabenteuer mit legendärem Ruf direkt im Vedes liegen können - wir hätten maximal alle 6 Monate mal eines gekauft. Wir haben damals schon - direkt nach dem Einführungsabenteuer aus der Starterbox - angefangen unsere eigenen Abenteuer zu schreiben. Und das ging sehr gut. Klar, die waren größtenteils ziemlicher Humbug (Riesenheuschrecken ftw!) - aber sie haben die Gruppe einige Jahre bei der Stange gehalten UND davon spielen heute etwa die Hälfte immer noch aktiv.

Also Komplexität und Material sind imho gar keine so großen Faktoren. Da muss irgendwo anders der Hase im Pfeffer liegen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 13.11.2013 | 12:10
Witzig ist für mich, das, zumindest in meinen Augen, die Goldenen Jahre einher gehen mit dem monolithischen Stand mehrerer Firmen/Systeme und enden, wenn die Diversifizierung des Hobbies in mehrere Unter-Nischen beginnt.

Die Beobachtung ist so nicht richtig. Die Diversifizierung setzte bereits vor dem Beginn des Goldenen Zeitalters ein und nahm während der 80er richtig Fahrt auf, als auch TSR einen erzählorientierten Ansatz propagierte, immer mehr Genres erschlossen und auch im Bereich des Regeldesigns unterschiedliche Konzepte erprobt wurden.

Ich denke, das Goldene Zeitalter endete eher schleichend damit, dass aus vielen spielenden Schülern und Studenten Berufstätige wurden und für einige von diesen ein derart zeitintensives Hobby einfach an Priorität verloren hat.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 12:22
Die Beobachtung ist so nicht richtig. Die Diversifizierung setzte bereits vor dem Beginn des Goldenen Zeitalters ein und nahm während der 80er richtig Fahrt auf, als auch TSR einen erzählorientierten Ansatz propagierte, immer mehr Genres erschlossen und auch im Bereich des Regeldesigns unterschiedliche Konzepte erprobt wurden.

Ich denke, das Goldene Zeitalter endete eher schleichend damit, dass aus vielen spielenden Schülern und Studenten Berufstätige wurden und für einige von diesen ein derart zeitintensives Hobby einfach an Priorität verloren hat.

Ganz überzeugt mich deine Argumentation hier nicht. Ich habe es so erlebt, das gerade die erste große Welle der Zersplitterung erst eine Welle an neuen und interessierten Spielern brachte, es danach aber schwieriger wurde, neue Spieler zu bekommen, weil sie sich oft schon auf etwas eingeschossen hatten. Die Erwartungshaltung war nun vollkommen anders. Einen Dragonlance-Spieler jetzt zu "klassischem" Dungeon-Crawl zu bringen wurde genau so schwer, wie einen DSA2-Spieler dazu zu bewegen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Raven am 13.11.2013 | 13:27
Weil vorhin soviel über neue Leute gesprochen wurde:
Ich denke eher das Problem liegt nicht an den jungen Leuten selbst, sondern eher daran das es wirklich heutzutage verdammt schwer ist überhaupt was von Rollenspiel zu hören, geschweige denn als Jugendlicher daran zu kommen (Man bedenke, nicht jeder 13 Jährige darf etwas aus dem Internet bestellen).
Als ich das erste Mal mit 11 von Rollenspiel hörte (Eher Zufall, suchte eigentlich was ganz anderes im Internet), war es für mich auch schlicht unmöglich daran zu kommen. In den Geschäften bekommt man sowas ja nicht und das es eigene Läden dafür gibt muss man erstmal wissen. Ich kam auch erst recht spät an ein System (D&D 3.5 Einsteigerbox) und das auch nur durch Zufall. An Mitspielern mangelte es mir jedoch trotz PC-Spiele (WoW) und anderen angeblichen Störfaktoren nicht. Wohlgemerkt das war so ca. 2003/04 (Bin jetzt 22). Relativ schnell konnte ich eine große Menge Spieler um mich scharen. Als dann auch noch jemand an mehre D&D Bücher gekommen ist, puh, da war RP gar nicht mehr wegzudenken und das obwohl wir alle WoW (Das im übrigen mittlerweile wieder Out ist, weil ich hier ja doch recht viel davon lese) zockten wie die Wilden. Erst als wir alle auf höhere Schulen bzw. in die Lehre gingen hörte sich das dann auf. Einige Jahre später traf man sich wieder und wurde zu der Gruppe die heute noch steht.

Was ich eigentlich damit sagen will: Es ist auch heutzutage recht leicht Leute zum Rollenspiel zu bewegen. Schafft meine Gruppe ja auch mit Leichtigkeit (Liegt aber vielleicht daran das unsere Zielpersonen in unserem Alter sind). Jedoch wenn man niemanden kennt der es macht, ist es total schwierig überhaupt etwas davon mitzubekommen. Wie denn auch? Werbung wird fast keine gemacht und auch so stolpert man eher nur mit Zufall darüber. Am Interesse mangelt es jedoch glaube ich nicht. Und wenn man vielleicht wieder dafür Werben würde und es in den Läden kaufen könnte, hätten wir garantiert um einiges mehr Spieler als jetzt.

Und ja, Regeln sind abschreckend. Vorallem wenn es z.B.: DSA ist. Keiner meiner Spieler wollte es spielen. Sie kannten einfacheres wie Dungeonslayers und dann kam natürlich die Frage: "Warum kompliziert, wenns auch einfach geht?". Kann ich ehrlich gesagt auch verstehen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 13.11.2013 | 14:07
Ich widerspreche, Raven, ich widerspreche.
Selbst wenn man RSP nur vom PC kennt - und dort begegnet dem Begriff wohl jeder Spieler - hat man schon mal davon gelesen/gehört und hat eine grobe Vorstellung davon, worum es geht.
Die Verfügbarkeit ist so gut wie nie, weil es unzählige von Shops gibt, die man Online nutzen kann.
Sonst stimme ich zu:
Mit dem eigentlichen Kern deiner Aussage bestätigst du ja nur, was ich bereits erwähnt habe: es liegt an den "alten Hasen", die sich nicht so aktiv um Nachwuchs bemühen. Das ist imho die Werbung, die funktionieren kann. Andere Werbemaßnahmen seitens der Verlage würden wohl eher zu nichts führen, weil mit deren knappen Geschäftsvolumen niemals der Werbedruck auf die Straße kommen kann, der notwendig wäre.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 13.11.2013 | 14:13
Ganz überzeugt mich deine Argumentation hier nicht. Ich habe es so erlebt, das gerade die erste große Welle der Zersplitterung erst eine Welle an neuen und interessierten Spielern brachte, es danach aber schwieriger wurde, neue Spieler zu bekommen, weil sie sich oft schon auf etwas eingeschossen hatten. Die Erwartungshaltung war nun vollkommen anders. Einen Dragonlance-Spieler jetzt zu "klassischem" Dungeon-Crawl zu bringen wurde genau so schwer, wie einen DSA2-Spieler dazu zu bewegen.

Und was hat das mit dem Ende des Goldenen Zeitalters zu tun?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.11.2013 | 14:29
Was soll eigentlich ein goldenes Zeitalter Bedeuten? Wenn damit Bekanntheitsgrad und Verfügbarkeit von Rollenspielen gemeint ist leben wir definitiv jetzt in einem goldenen Zeitalter.

Slebst meine Stiefmutter weis zumindest im Prinzip was WOW ist, ich hab noch keinen über 10 getroffen der Pokemon nicht kennt.
Der Begriff wekt heute Assoziation mit Spiel und Freizeit, nicht mehr mit Sex und Verhaltenstherapie und auf Seiten wie drivethroughrpg kann ich unter  dutzenden Regelwerken auswählen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Raven am 13.11.2013 | 14:35
Es ging mir nicht um Rollenspiel an sich, sondern um Pen & Paper Rollenspiele. Denn von diesen hat noch nicht jeder was gehört. Nur weil man weiß was ein Rollenspiel am PC ist, kennt man nicht gleich automatisch Pen & Paper. Sonst müsste ich nicht jedem Neuling erklären was das denn ist. Und dazu zählen auch Leute, welche Jahrelang am PC und auf Konsole RPGs gespielt habe. Es wäre einfach mal interessant sich in ein Kaufhaus zu stellen und 500 Leute zu befragen und dann mal schauen wie viele es wirklich kennen. Ich denke das werden nicht besonders viele sein. Aber bis das mal wer macht, behaupte ich mal das kann keiner von uns wirklich sagen.

Bei der Verfügbarkeit ging es mir nur um Örtliche Kaufhäuser und Händler. Online bestellen darf bzw. kann eben nicht jeder 13-14 Jährige, welche ja eigentlich den besten Nachwuchs darstellen würden. Und eben spezielle Shops zu finden ist relativ schwer ohne Ahnung, zumindest bei mir in Wien.

Ich denke es würde schon helfen, wenn man P&P Spiele im Laden kaufen könnte. Und da hätten einige Verlage sogar die Möglichkeit dazu, z.B.: Pegasus, welche ja bereits zumindest mit Quest einen Anfang gemacht haben.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 13.11.2013 | 14:40
Offline Verfügbarkeit ist auch gegeben, weil jedes Produkt mit ISBN-Nummer in jeder Buchhandlung grundsätzlich bestellt werden kann.
Auch "früher" musste ich in meiner Jugend (ohne eine Unzahl von Online-Shops) so an meine RSP-Bücher kommen. Oder ich mache es wie jeder andere Minderjährige und frage meine Eltern oder Großeltern, ob sie mir was bestellen - funktioniert bei anderen Dingen ja auch. Hab noch keinen Jugendlichen erlebt, der große Mühe hatte, seine Klamotten, sein Handy, seine Musik, seine Comics oder was auch immer per Versand zu bekommen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 13.11.2013 | 14:40
Heutzutage zocken die Kids schon mit 12 WoW, weil es eben alle tun und nehmen von da aus dann vielleicht einen Bogen zum Rollenspiel, wenn sie auf interessante Weise daran heran geführt werden. In verschiedenen PC-MMO-RP-Communities lese ich das immer häufiger, dass Rollenspieler, wenn sie sich vorstellen, dass sie diverse MMOs gezockt haben und darüber dann zum RP gekommen sind. Der 'klassische' Weg, der für meine Generation normal ist, scheint auszusterben oder geringwertiger zu werden.

Das finde ich eine interessante Beobachtung. Denn RP in MMOs ist ja gerade die Nicht-Kampf-Seite, ist ja gerade das Stimmungs-/Erzählspiel und das wäre dann ja viel eher das, was solche Kandidaten ködert, als ein kampflastiges System.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 14:41
Was soll eigentlich ein goldenes Zeitalter Bedeuten? Wenn damit Bekanntheitsgrad und Verfügbarkeit von Rollenspielen gemeint ist leben wir definitiv jetzt in einem goldenen Zeitalter.

Das "Goldene Zeitalter" hat in dem Zusammenhang mit aktiv gespielt und große Spielerschaft zu tun, wenn man so will, im Mainstream angekommen sein. Masse, Verfügbarkeit und Qualität spielen da eher eine untergeordnete Rolle.

Und was hat das mit dem Ende des Goldenen Zeitalters zu tun?

Das zerbröseln in kleinere, fokussierte Sub-Gruppen hat genau den gerade genannten Zugriff auf eine große Spielerschaft zerstört und P&P RPG somit erst in lauter kleine Nischen verteilt, die nicht gerade kompatibel sind, dann dadurch das Schrumpfen ausgelöst.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.11.2013 | 14:49
Verfügbarkeit hat nichts mit dem Alter zu tun. Pornos sind und waren ab 18, trotzdem ist heute die Verfügbarkeit höher als in den 80er Jahren.
Und zumindest für die gratisdownloads muß man auch keinen Altersnachweis haben. Zumal es auch im Netz hunderte von Rollenspielseiten gibt wo man gratis Indi Regelwerke runterladen kann. Davon konnte ich am Anfang meiner Rollenspielzeit nur träumen (und da war ich schon über 18).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 13.11.2013 | 14:53
Verfügbarkeit ist natürlich überhaupt kein Thema. Aber Präsenz ist ein großes Thema. Und beim Bekanntheitsgrad würde ich dir widersprechen, jedenfalls in der Gruppe "U20". Kann ich natürlich nicht belegen, aber P&P scheint mir heute bei den unter 20-jährigen weit weniger bekannt zu sein als in den 90ern.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 14:54
Verfügbarkeit hat nichts mit dem Alter zu tun. Pornos sind und waren ab 18, trotzdem ist heute die Verfügbarkeit höher als in den 80er Jahren.
Und zumindest für die gratisdownloads muß man auch keinen Altersnachweis haben. Zumal es auch im Netz hunderte von Rollenspielseiten gibt wo man gratis Indi Regelwerke runterladen kann. Davon konnte ich am Anfang meiner Rollenspielzeit nur träumen (und da war ich schon über 18).

Sorry, der Hinweis auf die Verfügbarkeit von Sachen ist doch total irrelevant. In praktisch jeder Hinsicht ist die Qualität der Sachen, die wir so bekommen können, mittlerweile so hoch, da hätte man früher drüber gestaunt.
Das ändert aber wenig daran, das RSP als Hobby nun einfach sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden ist und man sich schwer tut, Spieler oder Gruppen zu finden.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.11.2013 | 15:04
Zitat
Das ändert aber wenig daran, das RSP als Hobby nun einfach sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden ist und man sich schwer tut, Spieler oder Gruppen zu finden.

Das ist denke ich von Person zu Person sehr verschieden.
Ich hab momentan 1-2 Rollenspielrunden pro Woche und könnte theoretisch sogar noch mehr haben wenn ich mehr Zeit hätte. Früher hatte ich ca einmal im Monat ne Runde.
Danke Facebook, emaillisten etc hab ich eigentlich überhaupt kein problem Runden zu finden und wenn man via skype(oder vergleichbaren Programmen) spielt dann ist es auch egal wo man wohnt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 13.11.2013 | 15:06
Das ändert aber wenig daran, das RSP als Hobby nun einfach sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden ist und man sich schwer tut, Spieler oder Gruppen zu finden.
Hä? RSP ist heute viel mehr in den Medien präsent als vor z.B. 25 Jahren. Ja, es gab damals einen Tom Hanks-Film, der bestätigt hat, dass alle Rollos einen an der Waffel haben. Das hat uns gut getan.
Heute gibt es mehrer Big Bang Theory-Folgen, wo man Sheldon&Co. beim RP (ok, is nur DnD, aber immerhin) beobachten kann. Mehrere Celebrities bekennen sich öffentlich dazu, das zu spielen oder gespielt zu haben (Wheaton, Diesel). DSA erlebt gerade im PC-Bereich eine neue Blüte. FFG hat Rollenspiele im Sortiment und bewirbt dieses mit Flyer-Beilegern in ihren anderen Produkten.
Da ist nix von der Bildfläche verschwunden - eher im Gegenteil.
Wir werden nur nicht mehr als ganz so "elitär" (in unseren Augen) oder "verrückt" (in den Augen uneingeweihter) wahrgenommen. Es ist eben ein nerdiges Hobby von vielen, mit dem man niemanden mehr groß erschrecken kann.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Grubentroll am 13.11.2013 | 15:07
Ich stelle immer wieder fest, dass der ComputerRPGler P&P kennt, und als was cooles nerdiges ansieht, was er auch mal ausprobieren möchte.

Der Schritt zum P&P-Spieler, der sich auch Grundregelwerke und Settings kauft ist da aber noch lange nicht getan, bzw, findet gar nicht erst statt.

Computerrollenspiele sind einfach extremst leicht zugänglich. Mit dem Dualshock in der Hand auf der PS3 ein Männchen durch die Gegend steuern und erst mal durch ein Tutorial gesteuert ein paar Goblins verdreschen ist halt einfach. Es erklärt sich von selber.

Sich durchs D&D4E-Players Handbook durcharbeiten um ansatzweise zu verstehen, wie man sich überhaupt seinen Charakter zusammenbaut und auf welchen Seiten man da überall schauen muss ist richtig Arbeit. Selbst bei einem relativ einfachen Regelwerk ist's kein Vergleich zu modernen Computerspielen.

Und wenn man das dann alles hinter sich gebracht hat, hat man immer noch keine Mitspieler gefunden, die sich das auch "antun wollen".
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 13.11.2013 | 15:16
Und wenn man das dann alles hinter sich gebracht hat, hat man immer noch keine Mitspieler gefunden, die sich das auch "antun wollen".
Der "Nachwuchs" hat da wohl deutlich geringere Probleme als wir damals. Die sind schließlich mit sozialen Netzwerken aufgewachsen und können die auch halbwegs nutzen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.11.2013 | 15:19
Wobei Schachspieler auch nicht zum Hobby kommen indem sie ein Buch mit Schachregeln lesen sondern weil ihnen jemand das Spiel beim spielen beibringt.
Mensch ärger Dich nicht spielt man ja uch nicht mit seinem Kindern indenen man denen erst die Anleitung zum Studieren mitgibt.
Pen&Paper Rollenspiel ist denke ich schlecht zum selber lernen geeignet, Ausnahme die "choose your own Path" Abenteuerbücher, die es ja inzwischen auch wieder gibt
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 13.11.2013 | 15:26
Warum blickt eigentlich keiner hier auf die goldenen 80er zurück und fragt sich, wie RPG damals zu einem relativ hohen Verbreitungsgrad gekommen ist?
Vielleicht weil einige, zumindest ein paar, also mal ich in den "goldenen 80ern" nichts oder nichtviel von Pen und Paper Rollenspielen wussten und eher so in den "goldenen (späten) 90ern" näher dazugestossen sind.

Selbst wenn man RSP nur vom PC kennt - und dort begegnet dem Begriff wohl jeder Spieler - hat man schon mal davon gelesen/gehört und hat eine grobe Vorstellung davon, worum es geht.
Ich habe meiner französische Französisch-Lehrerin ein (französisches) Tischrollenspiel gezeigt.
Sie meinte daraufhin das sie sich mit Rollenspiel auskennen würde, schließlich hätte sie wegen (jüngerer) Schüler und ihrer Kinder einen Account bei mindestens Second Life angelegt.
Es war durchaus mit etwas Aufwand verbunden zu erklären das das Buch bzw. die beiden Bücher keine Bedienungsanleitung oder Beiwerk zu einem Computerspiel sind. Das es dabei um ein eigenständiges Spiel handelt welchen man ganz normal an einem Tisch sitzt und eine Erzählung schafft.

Auch in Autoren Zirkeln die Geschichten schaffen in dem sie diese wechselseitig aus der Sicht unterschiedlicher Figuren fortführen weiß man, nach meinem Eindruck, soweit ich mich erinnere, nicht unbedingt von Pen & Paper RPGs. Obwohl die nochmal einen Tacken näher dran sind.

Das zerbröseln in kleinere, fokussierte Sub-Gruppen hat genau den gerade genannten Zugriff auf eine große Spielerschaft zerstört und P&P RPG somit erst in lauter kleine Nischen verteilt, die nicht gerade kompatibel sind, dann dadurch das Schrumpfen ausgelöst.
M.E. zerbröselt die Szene weniger als das - unter Umständen - andere Gruppen überhaupt sichtbar werden. Das heißt wenn man von amerikanischen Soldaten D&D gezeigt bekommen hat, hat man vielleicht nicht mitbekommen das wer anders im Ort irgendwie an Amber Diceless rankam.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Weltengeist am 13.11.2013 | 15:29
Nachdem ich mich jetzt endlich durch diese unmögliche Wall of Text gekämpft habe, stelle ich mal eine provokante These in den Raum: Es gibt heute gar nicht weniger Rollenspieler als damals. Wahrscheinlich gibt es sogar mehr. Jedenfalls wenn wir mal anfangen, die richtigen Größen miteinander zu vergleichen. 

Hä? Hat der Weltengeist jetzt den Rest seines Verstandes auch noch verloren? Nun, vielleicht, aber um das zu beurteilen, folgen wir ihm mal zurück in das "goldene Zeitalter". Vorhang auf...

Wir schreiben das ach so selige Jahr 1985 (und wer damals nicht dabei war, dem sei zur Einstimmung ein frühes DSA- oder D&D-Abenteuer ans Herz gelegt). In so gut wie jeder Schulklasse gibt es mindestens eine Rollenspielgruppe, aber kaum eine davon spielt die Sorte Rollenspiel , wie sie heute hier im Forum propagiert wird. Das wäre zwar theoretisch durchaus möglich, wird aber weder von Regeln noch von Kaufabenteuern wirklich unterstützt. Die überwältigende Mehrzahl der Spieler spielt daher etwas, was viel näher an einem heutigen Computerspiel ist als an einem freien Erzählspiel: Der Spielleiter sitzt hinter einem vorgefertigten Abenteuer mit äußerst beschränkten Handlungsmöglichkeiten (ein Spielstil, der später als "Hardcore-Railroading" bekannt werden sollte). Es gibt nur fünf Figurenklassen, die meisten Charaktere sind wandelnde Klischees, und im Wesentlichen geht es darum, von Raum zu Raum zu marschieren, Gegner zu plätten und Schätze einzusammeln, damit man aufsteigen und kann und somit noch besser darin, Gegner zu plätten und Schätze einzusammeln. DAS und nicht die tiefe Immersion in komplexe Charaktere wird mit der Mehrzahl der sagenhaften 150.000 verkauften DSA-Boxen gespielt.

Und dann kommen die Computerrollenspiele. Sie haben nicht nur die bessere Optik und sorgen für einen weitaus größeren Adrenalin-Kick beim Monsterplätten, sie lösen auch das Spielleiter-Problem: Endlich muss keiner mehr die Arschkarte ziehen und sich vorbereiten, damit die anderen Spaß haben können. Also geht die Mehrzahl der Rollenspieler dorthin, wo für sie eigentlich alles besser war: Zu den Computerrollenspielen. Sie spielen dort aber nicht etwa etwas anderes, sondern genau das gleiche, was sie immer gespielt haben!

Übrig bleiben die, denen es tatsächlich um das interaktive Erzählspiel ging. Sie schauen sich verwundert um und fragen: "Hä? Wo sind die denn alle? Warum gibt es nur noch so wenige Rollenspieler?" Aber das stimmt gar nicht - sie waren nie mehr gewesen. Es hatte sich nur anders angefühlt, weil sie die gleiche Box benutzt hatten wie die, die eigentlich ein ganz anderes Spiel spielten.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 13.11.2013 | 15:32
Selbst Monster schnetzeln kann am Tisch mit anderen Menschen mehr Spaß machen als am Rechner. Einmal davon abgesehen das es immernoch Massen von DSA-Spielern gibt. Zumindest soviele das mancheiner eine Monokultur wähnen mag.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 15:33
@Weltengeist:

Scroll mal hoch, das hatten wir schon, Bezug: "Amerikanisierte" und "Germanisierte" Spielweise.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 13.11.2013 | 15:44
Wobei Schachspieler auch nicht zum Hobby kommen indem sie ein Buch mit Schachregeln lesen sondern weil ihnen jemand das Spiel beim spielen beibringt.
Mensch ärger Dich nicht spielt man ja uch nicht mit seinem Kindern indenen man denen erst die Anleitung zum Studieren mitgibt.
Pen&Paper Rollenspiel ist denke ich schlecht zum selber lernen geeignet, Ausnahme die "choose your own Path" Abenteuerbücher, die es ja inzwischen auch wieder gibt
Womit wir wieder bei dem Argument sind, das ich vorhin schon gebracht habe: Wir müssen uns selbst an die Nase fassen, wenn wir unzufrieden mit der Anzahl an Mitspielern sind.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hector am 13.11.2013 | 16:08
@ Weltengeist: Hat mir gut gefallen: )

@ all: Woraus bezieht Ihr eigentlich die These, es gebe heute weniger Rollenspieler als früher? Zumindest von einer geringeren Akzeptanz bemerke ich persönlich nichts, im Gegenteil. Früher wurde ich, wenn ich von meinem Hobby/Nebenberuf berichtete, von den meisten Leuten ziemlich blöde angeschaut. Heute kann mit dem Begriff "Rollenspiel" jeder etwas anfangen. Und wenn nur einer fragt: "Ist das sowas wie World of Warcraft?" Dann kann ich antworten: "Ja, genau. Nur ohne Computer, dafür mit Würfeln und Figuren." "Echt? Wie cool ist das denn? Hast Du mal nen Link?" In den Schulklassen meiner Neffen und Nichten, die jetzt überwiegend in den frühen 20ern (also eine komplette Generation unter mir) sind, gab es viele Leute, die entweder Tabletop oder P&P machten. Und auf den Unis ebenso. Fast jeder, den man anspricht, kennt DSA. Das ist in der Deutschen Popkultur fest verankert. Auch D&D ist vielen ein Begriff.

Das große Problem, das ich habe, ist, Leute in meiner Altersgruppe (40+) zum Spielen zu finden. Ich habe halt keinen Bock, mit Leuten zu zocken, die vom Alter her meine Kinder sein könnten, weil ich gerne auch neben dem Spiel kommuniziere und da gerne einigermaßen auf der gleichen Welle liege. Nur ist es nun einmal Fakt, dass nicht jeder, der in den 80ern oder 90ern mit Rollenspiel angefangen hat, dies sein Leben lang macht. Bzw., viele Leute werden einfach bequem und wollen nur noch Google Hangout spielen, aber darauf habe ich halt keinen Bock. Ich habe während meiner Dienstzeiten genug PC, brauche ich dann abends nicht mehr.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 13.11.2013 | 16:12
Das zerbröseln in kleinere, fokussierte Sub-Gruppen hat genau den gerade genannten Zugriff auf eine große Spielerschaft zerstört und P&P RPG somit erst in lauter kleine Nischen verteilt, die nicht gerade kompatibel sind, dann dadurch das Schrumpfen ausgelöst.

Das ist nicht ganz das, was du zuerst geschrieben hast. So kann man das als These ganz sicher stehen lassen. Ich glaube allerdings nicht, dass sie stimmt. Nach meiner Meinung hat die stärkere Fokussierung einzelner Spiele auf bestimmte Themen erst mal mehr Leuten die Chance gegeben, sich im von einem Spiel aufgegriffenen Thema wiederzufinden. Vorher musste man Fantasy spielen, und wenn man darauf keinen Bock hatte, dann spielte man halt garnicht. Danach konnte man alle möglichen Sachen spielen, und viele Spieler waren ja schon immer für mehr als ein Thema zu haben.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.11.2013 | 16:15
Die Zersplitterung in Subgruppen ist nebenbei einer der Gründe warum ich heute noch PnP-RPG spiele. Nach zig Jahren D&D/DSA war bei mir erst mal ordentlich die Luft raus und die Indies haben wieder mein Interesse entfacht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 13.11.2013 | 17:26
Das ist nicht ganz das, was du zuerst geschrieben hast. So kann man das als These ganz sicher stehen lassen. Ich glaube allerdings nicht, dass sie stimmt. Nach meiner Meinung hat die stärkere Fokussierung einzelner Spiele auf bestimmte Themen erst mal mehr Leuten die Chance gegeben, sich im von einem Spiel aufgegriffenen Thema wiederzufinden. Vorher musste man Fantasy spielen, und wenn man darauf keinen Bock hatte, dann spielte man halt garnicht. Danach konnte man alle möglichen Sachen spielen, und viele Spieler waren ja schon immer für mehr als ein Thema zu haben.

Ich behaupte ja nicht, das es für die Nischen-Spieler schlecht ist, im Gegenteil. Sonst wären ja Vampire und Shadowrun damals nicht ach so brutale Erfolge gewesen. Das Problem liegt darin, das wir zu viel unter den Oberbegriff "Rollenspiel" subsumieren, die einzelnen Gruppen darin aber nicht mehr oder nur noch teilweise "Kompatibel" zu einander sind. Bricht eine solche Nische weg, findet eben keine (oder nur ganze selten) Migration zu einer anderen Nische statt, die Leute bleiben dann eben beim Alt-Bekannten oder hören auf zu spielen.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Candero am 13.11.2013 | 18:56
Ein Aspekt der mir noch fehlt: Demographie.
Schaut euch mal diese Grafik (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bevoelkerungsentwicklung_deutschland.png) an. Das typische Einstiegsalter ins Rollenspiel (bzw. generell in ein Hobby) liegt grob zwischen 15 und 25 Jahren. Es gibt schlicht weniger potentielle Neueinsteiger, als das noch in den 80er Jahren der Fall war. Dazu kommen dann noch oben genannten Gründe.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 15:54
Stimmt! 1/8 weniger Geburten (mein Jahrgang zu heute) erklärt den Schwund von gefühlten 90% der jungen Spieler. Da hätte ich auch selbst draufkommen können ...
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 16:01
Stimmt! 1/8 weniger Geburten (mein Jahrgang zu heute) erklärt den Schwund von gefühlten 90% der jungen Spieler. Da hätte ich auch selbst draufkommen können ...

Vielleicht ist es auch einfach das. Der gefühlte Schwund.
Ich für meinen Teil muss zugeben, dass ich relativ wenig Kontakt zu jungen Spielern habe, aber immer mal wieder feststelle, dass es sie gibt. Habe erst vor kurzem bei einer Brettspielrunde wieder 2 Leute kennen gelernt, die auch RSP betreiben und 15+ Jahre jünger sind als ich - und wir hatten insgesamt in der Region keine Überschneidungen bei den RSP-Bekannten.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 14.11.2013 | 16:24
Als man selber jung war hatte man auch sicher mehr Kontakt mit "Jungen" als wenn man eine (oder zwei oder drei) Generation älter ist.
Hinzukommt denk ich daß die Lesekompetenz abgenommen hat (wird ja gerne alle 2 Wochen auf spiegel online was dazu berichtet. Mein einer Mitbewohner beispielsweise hat ausserhalb der Schule nicht ein einziges Buch in seinem Leben gelesen. So ein typisches DSA oder D&D Regelwerk wär für den nicht gerade anziehend.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 16:32
Worauf ich mich beim gefühl verlasse? Den Blick über die Con-Runden und die Nachfrage bei diversen Läden. Kann natürlich sein, dass es hunderttausende RPG-ler unter 25 gibt, die nie auf einer CON waren und auch ihre Einkäufe nicht in Hobbystores tätigen ... aber glauben kann ich das irgendwie nicht. Leider.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 16:36
Hinzukommt denk ich daß die Lesekompetenz abgenommen hat (wird ja gerne alle 2 Wochen auf spiegel online was dazu berichtet. Mein einer Mitbewohner beispielsweise...

Das Märchen von der Lesefaulheit ist ein solches (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87103.msg1772927.html#msg1772927) und daher im Rahmen der Diskussion auch über anekdotische Beweisführung oder gar SPON nicht hilfreich. Meine Großeltern mütterlicherseits (*1899 und 1901) hatten bis zu ihrem Tode vielleicht drei Bücher im Haus. Sagt das was über deren Generation aus? Nö. Nur über sie selbst.

Wobei Lesekompetenz tatsächlich eine Grundvoraussetzung ist. Die PF Beginner Box versucht das etwas durch ihre schreiende Aufmachung wettzumachen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 16:38
Ich persönlich empfinde die Sprachwahl bei diversen neueren "Einsteigerprodukten" (z.B.: Dungeonslayers) zum Teil schon sehr grenzwertig. Ich glaube nicht, dass das bei der Zielgruppe gut ankommt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 14.11.2013 | 16:40
Ich gebe in einem sozial schwachen Stadtteil Mathematiknachhilfe, hatte im lauf der Jahre weit über 100 Schüler. Und Probleme bei der Schreib/Lesekompetenz ist ein ganz massives Problem. Viele haben schlicht nicht genug Wortschatz um Textaufgaben aus der Oberstufe verstehen zu können.
Und "ich hasse Lesen" hör ich auch nicht gerade selten in diesem Umfeld. Das klassische PnP Rollenspiel ist jedoch ein leseintensives Hobby.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 16:42
Ich persönlich empfinde die Sprachwahl bei diversen neueren "Einsteigerprodukten" (z.B.: Dungeonslayers) zum Teil schon sehr grenzwertig. Ich glaube nicht, dass das bei der Zielgruppe gut ankommt.

Ja. Aborea ist unglaublich herablassend im Tonfall gewesen, mit einem schweren Einschlag Courts-Mahler. Mit dem kumpelhaften Ranwanzen im SaWo GRW habe ich auch meine Probleme. PF-Box im Englischen war okay, die deutsche habe ich nur verschenkt, aber nie reingelesen. DS ist mir jetzt in der Hinsicht allerdings eher neutral im Gedächtnis, da kann ich mich aber auch grundlegend täuschen.

Ich gebe in einem sozial schwachen Stadtteil Mathematiknachhilfe, hatte im lauf der Jahre weit über 100 Schüler. Und Probleme bei der Schreib/Lesekompetenz ist ein ganz massives Problem. Viele haben schlicht nicht genug Wortschatz um Textaufgaben aus der Oberstufe verstehen zu können.
Und "ich hasse Lesen" hör ich auch nicht gerade selten in diesem Umfeld. Das klassische PnP Rollenspiel ist jedoch ein leseintensives Hobby.

In sozial schwachen Schichten gab es dieses Problem immer, das ist keine Neuentwicklung.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 16:43
Juhu, Hróđvitnir  führt einen Beleg an und ihr entgegnet dem mit persönlichen Beobachtungen...
Start again. Number One: The Larch.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 16:45
Ich pisse was?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 16:47
http://www.youtube.com/watch?v=ug8nHaelWtc

Weniger du, vielmehr der Taschentuch.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 14.11.2013 | 16:48
Mal ne andere Idee. Kann es vielleicht sein, dass heutzutage vollkommen anders gerollenspielt wird? Wenn ich mir anschaue wieviel Terz heutzutage um Cosplays und Improtheater gemacht wird, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sich das Rollenspiel an sich gewandelt hat und P&P-Rollenspiel einfach ein "Relikt aus der alten Zeit" ist.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 16:52
http://www.youtube.com/watch?v=ug8nHaelWtc

Schon klar, deswegen ja auch:

Zitat
Pilatus: Also, tu pist ein Tefitist.
Brian: Ich pisse was?
Pilatus: Hhh. Prügel ihn, Zenturio, für diese Unverchämtheit.

Gut ... ich war mal nicht gemeint  ;D .
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 16:54
Mal ne andere Idee. Kann es vielleicht sein, dass heutzutage vollkommen anders gerollenspielt wird? Wenn ich mir anschaue wieviel Terz heutzutage um Cosplays und Improtheater gemacht wird, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sich das Rollenspiel an sich gewandelt hat und P&P-Rollenspiel einfach ein "Relikt aus der alten Zeit" ist.

Natürlich. Viele "Spielstile" kann man weit besser mit anderen Medien umsetzen, als mit P&P.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 16:55
Mal ne andere Idee. Kann es vielleicht sein, dass heutzutage vollkommen anders gerollenspielt wird? Wenn ich mir anschaue wieviel Terz heutzutage um Cosplays und Improtheater gemacht wird, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sich das Rollenspiel an sich gewandelt hat und P&P-Rollenspiel einfach ein "Relikt aus der alten Zeit" ist.

So würde ich das nicht sagen. Wobei du natürlich Recht hast: aus der Szene Rollenspiel sind andere Szenen hervorgegangen, die sicher auch einen (nicht gerade kleinen) Teil der Szene abtransportiert haben. Man bedenke: die Kartenspieler, Livespieler (Mittelaltermärktler, deutschen Re-Enactment Gruppen), MMORPG-ler und andere kamen ursprünglich alle aus dem Rollenspiel. Da ist schon was drann.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 14.11.2013 | 16:56
Natürlich. Viele "Spielstile" kann man weit besser mit anderen Medien umsetzen, als mit P&P.
Geh mal von den Stilen weg. Ich finde Dir für jeden Spielstil ein Wandlung vom P&P-Rollenspiel weg.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 16:58
Geh mal von den Stilen weg. Ich finde Dir für jeden Spielstil ein Wandlung vom P&P-Rollenspiel weg.

Dann nenn es Geschmäcker oder Fokus. Es gibt halt genug Kombinationen, die gehen mit P&P, die gehen aber mit anderen Dingen besser.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 14.11.2013 | 17:00
So würde ich das nicht sagen. Wobei du natürlich Recht hast: aus der Szene Rollenspiel sind andere Szenen hervorgegangen, die sicher auch einen (nicht gerade kleinen) Teil der Szene abtransportiert haben. Man bedenke: die Kartenspieler, Livespieler (Mittelaltermärktler, deutschen Re-Enactment Gruppen), MMORPG-ler und andere kamen ursprünglich alle aus dem Rollenspiel. Da ist schon was drann.
Das würde ich einschränken. Die ganzen Forenspielarten (Harry Potter, Artemis Fowl) und auch die Original-Cosplayer (Anime-Gedöns) dürften direkt und ohne Umweg zu ihrer Art des Rollenspiels gefunden haben. Bei den Improspielern gibt es zwar scheinbar ne gewisse Schnittmenge. Aber einige, die ich kenne, aus der Szene sind auch vollkommen P&P-Rollenspiel-frei.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: 6 am 14.11.2013 | 17:03
Dann nenn es Geschmäcker oder Fokus. Es gibt halt genug Kombinationen, die gehen mit P&P, die gehen aber mit anderen Dingen besser.
Was ich insgesamt sagen will ist: Heutzutage läuft die Rollenspiel-Sozialisierung ausserhalb des P&P. Dabei ist es wirklich egal welcher Fokus oder welcher Geschmack Dich zum P&P gebracht hat. Heutzutage wird woanders gerollenspielt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 17:05
Ist das so?
Gibt es denn nun wirklich weniger aktive Rollos /aktive Runden als "früher"?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 17:05
Was ich insgesamt sagen will ist: Heutzutage läuft die Rollenspiel-Sozialisierung ausserhalb des P&P. Dabei ist es wirklich egal welcher Fokus oder welcher Geschmack Dich zum P&P gebracht hat. Heutzutage wird woanders gerollenspielt.

Ich bin gerade zu faul um zurück zu blättern und mich selbst zu zitieren. Kurzform: Wir subsumieren zu viel unter dem Begriff Rollenspiel und sind dennoch unter einander nicht kompatibel.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: DasTaschentuch am 14.11.2013 | 17:07
Wobei mich gerade der Larpaspekt doch interessieren würde. Hat jemand sowas wie die kummulierten Besucherzahlen der gängigen Larpveranstaltungen in Deutschland?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 17:11
Ist das so?
Gibt es denn nun wirklich weniger aktive Rollos /aktive Runden als "früher"?

Daten gibts halt keine, nur Anekdoten. Hier mein Eindruck: Früher, als ich noch jung war  :korvin: war ich zeitweise in bis zu 5 Gruppen eingebettet. Ich hatte, wenn ich einfach so los bin, immer meine gebundene Arbeitskopie der Red Box dabei und einen Satz Würfel, falls man in einer Kneipe genug Rollos trifft und Bock bekommt auf eine spontane Runde vor Ort, weil man nix besseres vorhatte. Das war so 1986 - 1992.

Heute habe ich eine feste Runde. Eine derzeit große Runde mit Tendenz zum Wachstum, daß sich splitten lohnen könnte, aber eben kein Vergleich zu früher. Doppelfreistunde 8 und 9, in den C-Raum, gefragt wer Zeit und Lust auf 'ne Runde D&D hat und sieben Mitspieler sofort gehabt. Ich glaube nicht, daß es das heute noch gibt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 17:24
Ist das so?
Gibt es denn nun wirklich weniger aktive Rollos /aktive Runden als "früher"?

Wenn man wirklich breit alles betrachtet, gibt es weit aus mehr Rollenspieler als je zuvor.
Betrachtet man aber Zersplitterung und Spezialisierung, gibt es in der eigenen Nische so wenig verfügbare Mitspieler wie noch nie.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Mutifu am 14.11.2013 | 17:28
Bei uns haben halt so um 2000 rum Magic und Tabletop diese Nische ausgefüllt. Alle Jungs im Jahrgang haben das irgendwann mal gespielt. Was Rollenspiel ist wussten wir und hatten auch passiv Interesse daran, aber wir hatten ja schon unsere Hobbies und niemand hat eine Runde aufgemacht.

Von daher muss ich sagen Rollenspiel hat eine starke Konkurrenz, trotzdem spiele ich heute mit den gleichen Leuten Rollenspiel. Ich sehe also durchaus Potenzial da Leute abzufischen und der Bekanntheitsgrad von Rollenspiel dürfte nicht so sehr abgenommen haben. Auch im Studium wussten eigentlich alle was Rollenspiel ist und viele Leute zeigen mildes Interesse. Vermis Anforderung des "Weggeflasht"-Seins erfüllt davon allerdings kaum jemand.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 19:00
Ist das so?
Gibt es denn nun wirklich weniger aktive Rollos /aktive Runden als "früher"?

Kann auch sein, dass das regional bedingt ist; aber von dem was ich von den Kumpels anderswo höre scheint es doch überall das selbe zu sein: sinkende Umsätze in den Läden und auf den CONs immer die selben Gesichter. An und für sich dürfte im Segment 30+ keine große Veränderung zu sehen sein - wer so lange aktiv dabei war lässt sich von Familie/Beruf auch nur maximal einschränken; die Generation 20+ war seit jehedem kleiner, ich habe aber den Eindruck, dass die Rollenspielerhalbwertzeit hier gesunken ist. Unter 20 erscheint es mir noch deutlich dünner auszusehen. Da es keine verlässlichen Zahlen gibt kann das natürlich auch eine Sache des Empfindens sein, aber ich denke schon, dass es seit dem 3E-Boom abwärts gegangen ist.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 19:04
Ich wollte dir nicht widersprechen, ich weiß es nur eben nicht.
Schade, dass uns da niemand halbwegs brauchbare Daten liefern kann.
Aber insgesamt sind wir uns doch allesamt einig, dass der Markt eher stagniert oder schrumpft als wächst, oder?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 19:08
Definitiv. Wie gesagt, ich beziehe meine Daten (jenseits der persönlichen Beobachtung) aus den Erfahrungsberichten diverser Läden und Conventions. Und das sieht von Jahr zu Jahr kaum besser aus. Zumindest die Läden müssten hin und wieder ja mitbekommen, ob RPG gerade an die nächste Generation weitergeht, oder nicht. Ich halte es doch für mehr als unwahrscheinlich, dass Heerscharen von Jungspielern die Onlinehändler und den kostenlosen Online-Content plündern (was auch - jenseits von Amazon - kaum den Händlerschwund im Netz erklären dürfte).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 19:20
Weiß nicht. Die Zahl der Aussteller auf der RPC z.B. steigt ja tendenziell und angeblich "zeigen sich Aussteller und Besucher gleichermaßen zufrieden". Besucherzahlen werden zwar keine mehr veröffentlicht, was allerdings wieder auf weniger gut Zahlen hindeuten könnte.
Auf der Spiel passiert auch nicht so viel weniger als früher (oder irre ich mich?).
Dass Läden nun eher Schwierigkeiten haben, verwundert nicht weiter, da der jugendliche Sparfuchs wohl eher Online bestellen dürfte (und vielleicht gar nicht weiß, dass es den kleinen Winzladen gibt), wo Preise, Verfügbarkeit und Bequemlichkeit einfach besser sind.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Weltengeist am 14.11.2013 | 19:32
Dass Läden nun eher Schwierigkeiten haben, verwundert nicht weiter, da der jugendliche Sparfuchs wohl eher Online bestellen dürfte (und vielleicht gar nicht weiß, dass es den kleinen Winzladen gibt), wo Preise, Verfügbarkeit und Bequemlichkeit einfach besser sind.

Nach meiner Beobachtung bestellt gar mancher "jugendlicher Sparfuchs" gar nicht - er wartet einfach, bis das Material seiner Wahl per Filesharing "verfügbar" wird. Ich kenne tatsächlich etliche Rollenspieler, die seit Jahren sehr aktiv spielen und dabei noch nie einen Cent für ein Rollenspielbuch ausgegeben haben.

Was wiederum auch eine Erklärung für sinkende Auflagen sein könnte, die nicht unbedingt mit sinkenden Spielerzahlen identisch sein müssen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 19:36
Ihr hab fast alle recht. So was wie http://nerdpol.yooco.de/ gibt es nicht. Dass ich momentan in 5 Runden spiele ist auch gelogen. Dass ich wenigstens ab ca. 18/19 Uhr jeden Tag eine Runde DSA und wahrscheinlich auch andere Runden innerhalb von 20 Minuten über TS zusammenhabe ist wohl nur, weil ich so super brilliant und beliebt bin (Not). 
Wenn ich jetzt noch Google Hangout checken oder die 10-30 Minuten die man dafür braucht investieren würde, dann wäre ich sogar zu jeder Tageszeit mit RPG versorgt.
Diverse Textonly RPGs existieren auch nicht.

Ich denke, dass Rollenspiel einfach von einer kleineren Zahl größerer Nische in eine größere Zahl kleinerer Nischen umgezogen ist. Ob sich in den Nischen jetzt mehr Leute tummeln? Keine Ahnung. Aber die Nischen können jetzt mehr Ansprüche bedienen.
Leute, die früher kein RP hätten betreiben können finden jetzt mehr auf sie zugeschnittene Möglichkeiten.

Dann kommt wie Weltengeist schon erwähnt hat noch das Filesharing Problem dazu. Früher hatte halt einer aus der Gruppe das Buch und jemand ist damit zu Copyshop gegangen. Heute hat halt einer aus der Gruppe Google ...
Wobei das meiner Erfahrung nach nicht nur davon abhängt wieviel Geld verfügbar ist sondern mehr, wie stark etwas gewertschätzt wird.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 20:03
Leute, die früher kein RP hätten betreiben können finden jetzt mehr auf sie zugeschnittene Möglichkeiten.

Wieso kann jemand "kein RP betreiben"? Zeit?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 20:06
Wieso kann jemand "kein RP betreiben"? Zeit?

irgendwie eine seltsame Aussage. bedeutet das, jemand hätte damals keinen Spaß bei 08/15 Fantasy gehabt und kommt erst ins Spiel, wenn seine wirklich ganz spezifische Nische bedient wird?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 20:06
Floh, ich finde deinen Sarkasmus hier völlig unangebracht und überflüssig. Schön, wenn du andere Erfahrungen gemacht hast und nett, dass du uns diese mitteilst. Aber acht Seiten Postings als ignorante Idioten abzutun - muss das wirklich sein?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 20:09
Floh, ich finde deinen Sarkasmus hier völlig unangebracht und überflüssig. Schön, wenn du andere Erfahrungen gemacht hast und nett, dass du uns diese mitteilst. Aber acht Seiten Postings als ignorante Idioten abzutun - muss das wirklich sein?

Mein vermeintlicher Namensvetter beweist damit nur eines: Wenn man sich im Herz des Mainstream befindet, in seinem Fall DSA, dann hat man keine Probleme.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Lord Verminaard am 14.11.2013 | 20:10
Lesekompetenz ist nicht das Thema. Die Zielgruppe sind Leseratten, und davon gibt's womöglich ein paar weniger als vor 20 Jahren, aber immer noch reichlich genug.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Bad Horse am 14.11.2013 | 20:12
Wenn die Leute z.b. in einem Kaff wohnen, in dem es keine Rollenspieler gibt? Oder keine, mit denen sie halbwegs klar kommen? Oder keine, zu denen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unter der Woche gut hinkommen?

Das sind alles Dinge, an die Beteiligung am Hobby vor den ganzen Online-Portalen gescheitert sind.

Auf dem verlinkten Portal (und auch auf der Drachenzwinge) finden sich übrigens auch haufenweise Angebote jenseits von DSA.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 20:21
Wenn die Leute z.b. in einem Kaff wohnen, in dem es keine Rollenspieler gibt? Oder keine, mit denen sie halbwegs klar kommen? Oder keine, zu denen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unter der Woche gut hinkommen?

Das sind alles Dinge, an die Beteiligung am Hobby vor den ganzen Online-Portalen gescheitert sind.

Auf dem verlinkten Portal (und auch auf der Drachenzwinge) finden sich übrigens auch haufenweise Angebote jenseits von DSA.

Lebst du am Arsch der Welt, dann lebst du am Arsch der Welt. Da kann dann auch gar nichts irgendwas daran ändern.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 14.11.2013 | 20:23
Hab ne Bekannte, die wohnt mitten in Dortmund, und passt gut in das klassische Lesenratten-Shema, hat trotzdem bis mitte 20 nichts von Rollenspiel gehört, trotz Fantasieaffinität.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 20:36
Hab nen Bekannten, der wohnt in nem Kaff mit 250 Einwohnern und liest nicht wirklich viel. Spielt trotzdem mit mir Rolle.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 20:36
Spinnst du? Wer arbeiten will findet auch Arbeit - Hartz IV-Bezieher sind also nur ... äh ... falsche Baustelle. <Sarkasmusmodus aus> Wir haben ja nun gerade gezeigt bekommen, dass wir alten Säcke uns offensichtlich alle irren: es gibt keinen Spielerschwund, mann muss nur wissen wo. Das hilft zwar den Verlagen und den Läden auch nicht weiter (soviel dann zur Frage im Nachbarthread, ob man mit RPGs Geld verdienen kann: kann man nicht, da die Heufenweise jungen Spieler sich den Content lieber illegal downloaden), aber zumindest das Hobby wird in absehbarer Zeit nicht aussterben. Im Gegenteil - die goldenen Zeiten scheinen jetzt (und nicht in der Vergangenheit) zu sein, denn nun kann man dank Internet zu jeder zeit an jedem Ort mit beliebig vielen Spielern beliebigen Alters ein beliebiges Rollenspiel spielen - sooft man will - und alles noch kostenlos, da man die Regeln/Hintergrundbücher/Abenteuer dank Internet nicht mehr bezahlen muss.

... ich glaub`es immer noch nicht, sorry Floh - deine Vermittlungsseite in Ehren, aber irgendwie kommt mir das immer noch sehr seltsam vor. Seit Jahren wird in den bekannten Foren von ehrlich interessierten Leuten die Problematik hoch und runter diskuttiert, es werden Lösungsstrategien entwickelt, Probleme analysiert und quasi alle kommen zu den gleichen Schlüssen und jetzt willst du uns hier erzählen, dass wir alle spinnen und es in Wirklichkeit ganz anders aussieht? Kommt mir irgendwie unwahrscheinlich vor. Vielleicht liegt es auch an meinem Beruf und der tasache, dass Kollegen mit ähnlichen Projekten immer davon berichten, dass an ihren Schulen auch quasi nie bzw. kein rollenspielender Schüler hervorbricht und sich dann herausstellt, dass es an der Schule bereits anderthalb dutzend Gruppen gibt.

Es ist schön, dass es Spielerzentralen bzw. Foren gibt, die helfen Spieler in Runden zu vermitteln: deshalb sind wir aber (so glaube ich) nicht zahlreicher geworden, sondern diejenigen, die das Hobby betreiben sind mittlerweile besser organisiert und vernetzt. Alles andere würde meiner erlebten Realität so weit entgegenstehen, dass ich vermuten müsste in einem Paralleluniversum zu leben und durch einen Zufall der Multirealität auf ein gemeinsames Forum zugreifen kann. Eher nicht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Bad Horse am 14.11.2013 | 20:38
Lebst du am Arsch der Welt, dann lebst du am Arsch der Welt. Da kann dann auch gar nichts irgendwas daran ändern.

Früher hieß das: Du kannst kein Rollenspiel machen.

Heute heißt das: Du brauchst eine halbwegs sinnvolle Internetverbindung und ein Headset, um Rollenspiel zu machen.

Halte ich schon für eine signifikante Veränderung.

@Archo: Jetzt komm mal wieder runter. Vielleicht sind es nicht mehr Rollenspieler, aber dass in Google-Hangout, auf der Drachenzwinge und anderswo munter gespielt wird, ist ein Fakt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 20:47
So - nach Anmeldung in besagtem Forum stelle ich fest: ganze 373 Spieler stehen zur Verfügung - von denen keiner im 50km Umkreis zu meinem Wohnort. Quod erat demonstrandum. Bringt mir also goarnix. Null. Niente. Nüscht.

Ich bin jetzt maßlos enttäuscht - ich dachte jetzt echt ich kann auf den 6000+ Spielerpool zugreifen, der mir zeigt, dass alleine in meinem Kaff noch wenigstens zwei-drei Rollos wohnen von denen ich nichts wusste. WIRKLICH! Ernsthaft.

Was sollte das also für ein Argument sein?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 20:50
Früher hieß das: Du kannst kein Rollenspiel machen.

Heute heißt das: Du brauchst eine halbwegs sinnvolle Internetverbindung und ein Headset, um Rollenspiel zu machen.

Halte ich schon für eine signifikante Veränderung.

@Archo: Jetzt komm mal wieder runter. Vielleicht sind es nicht mehr Rollenspieler, aber dass in Google-Hangout, auf der Drachenzwinge und anderswo munter gespielt wird, ist ein Fakt.

Komisch, ich muss gerade an Dating denken und mir kommt der Satz "Lowered Expectations" in den Sinn.

Wenn du an einem Ort lebst, an dem es schon schwer ist adäquate Partner für ein gemischtes Doppel beim Tennis zu finden, dann ok, da ist so etwas eine Art von Gottesgeschenk.

Vielleicht bin ich aber der einzige, der es seltsam findet, wenn so ein Behelfsmittel zur Norm erklärt wird.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 20:56
Drachenzwing bin ich jetzt auch drinnen: wo ist die Suchfunktion um Spieler einer Region zu finden?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 20:58
Verstehe ich das richtig: in der Drachenzwinge sieht man so echte lebende Menschen quasi nie - weil alles nur über irgendeinen komischen technischen Schnickschnack funktioniert, also sowas wie eine Konferenzschaltung am Telfon?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 20:59
@Archoangel: An welcher Schulform unterrichtest du denn eigentlich? (Falls das keine zu persönliche Frage ist. Aber du hast das als Beleg für deine Einschätzungen ja schon mehrfach gebracht.)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Archoangel am 14.11.2013 | 21:00
Realschule plus. Mit Bekannten/Kollegen an so ziemlich jeder Schulform.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:03
Mein vermeintlicher Namensvetter beweist damit nur eines: Wenn man sich im Herz des Mainstream befindet, in seinem Fall DSA, dann hat man keine Probleme.

Falls tatsächlich der Eindruck entstanden ist, dass ich jemanden als
Zitat
ignoranten Idioten
abstempeln wollte, dann tut es mir leid und ich entschuldige mich. Tatsächlich habe ich zwar den Eindruck, dass wie so oft viele auf ihrer wohlgebildeten Meinung bestehen und kleine Zwischenrufe gelegentlich überhört werden, aber ein Idiot ist sicher niemand hier in diesem Thread.

Worauf ich hinaus wollte, war das vielleicht einfach nur zustark auf eine ganz bestimmte Form des RPGs geschaut wird und zwar auf das offline PnP. In diesem Bereich bin ich wie ich gestehen muss nur noch auf 2-3 Cons und 2-3 mal im JAhr bei einem Vereinsabend unterwegs. Auf Cons lande ich da tatsächlich meistens bei DSA. Beim Vereinsabend ist DSA nur eines von 5-6 (DSA, Cthulu, WoD, SR, Cyberpunk, diverse selbstgemachte) Systemen die häufiger gespielt werden.

Offline Spielrunden die ich aus verschiedenen Gründen im Raum Ingolstadt (20 KM Umkreis) und im Raum Regensburg (20 KM Umkreis) momentan leider nicht bespiele aber bei den ich mitspielen könnte: Dark Heresy, DnD3, 4 und next, Pathfinder, Das RPG zu WM/WH, ...)

Aktuell spiele ich tatsächlich nur in 2 DSA Runden mit. Dazu kommt dan 2 Mal Fate und einmal Splittermond.

Gründe warum jemand früher nicht hätte spielen können? Flaches Land, keine eigenen Verkehrsmittel, komplizierte Systeme, Szenenzersplitterung, Zeitprobleme, ... .

Heute schalte ich den Computer an und kann zu jeder Vorliebe zu jedem Zeitpunkt etwas finden. Klar muss ich dazu ein paar Sachen wissen und können, aber es ist möglich.

Das www kann viele Hürden umgehen und abschaffen.

@Archo: Jede Aktion und Aktivität die Spieler schafft ist super. Neue Junge Spieler gibt es immer zuwenig. Da danke ich dir für jede deiner Aktionen. In Sachen Spielergewinnung bin ich dir weit hinterher. Von meinen Schülern (inklusive ehemaligen) spielen wenn überhaupt wohl maximal 5-10 im Sinne von unserem Verständnis. (Das meine Schüler aus einer ganz anderen sozialen Schicht kommen als deine und wenn dann überhaupt Online-/Computer-RPGs spielen, ist halt so. Wenigstens wissen sie dank mir schonmal das es zu Drakensang noch andere Sachen gibt und was Warhammer ist. Vielleicht ist ja meine Inflitration der SMV erfolgreich und es gibt einen Projekttag...)

Worauf ich den Blick werfen will ist rüber zu den Foren in denen es neue Spieler gibt und zu den Möglichkeiten EXspieler wieder zureaktivieren.
Ich sage nicht, alles ist palletti, schließlich gibt es das www.
Ich sage, heute gibt es die Möglichkeit RPG zielgerichtet auch an Menschen zubringen, die in ihrer aktuellen Lebenslage früher nicht hätten spielen können. Heute kann RPG vielmehr Bedürfnisse viel zugeschnittener erfüllen.
Ich sage auch, dass wir bei vielen Betrachtungen auch sehr viel von unserem Standpunkt ausgehen und selten andere Verständnisse anschauen.

Was das Thema Laden- und Szenensterben angeht, da bin ich aus meiner Erfahrung der Meinung, dass nur stirbt, was es verdient hat bzw. wenn es die Szene verdient hat. Sorry, aber jeder Laden dessen eingehen ich mitbekommen habe, der hatte es entweder verdient oder die Szene der Stadt hatte keinen Laden verdient.
Das sage ich, als jemand der in 2 Städten die Fahne von Warhammer Fantasy hochhält regelmäßig Turniereveranstaltet (und besucht) sowie teilweise auf 3-4 Stammtische die Woche fährt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 14.11.2013 | 21:06
Ah, ok. Danke für die Info.
Meine positive Sicht der Dinge lässt etwas nach, wenn du sagst, deine Kollegen bestätigen deine Einschätzung allesamt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:11
@Archo: Suchst du über die DZ offline Spieler oder suchst du eine Möglichkeit hier und jetzt fast sofort los zuspielen?
Offlinerunden wirst du wohl über verschiedene Cons bekommen.
Hier und jetzt kannst du sehr wahrscheinlich mit 10-15 Minuten Zeitinvestition sofort losspielen/meistern. (=Würfeltool im TS instalieren, Channel mit dem Text: Spontanrunde XYZ auch Anfänger erwünscht XY:za erstellen und losgeht es. Alternativ in die Loung oder den Empfang gehen und fragen, wer hat Bock auf eine Runde Z.)

Google Hangout, bei dem du Leute sogar sehen kannst, solltes du dir eventuell im Nerdpool erklären lassen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 21:12
@Just_Flo:

Wir unterhalten uns ja gerade über die "Goldene Zeit", also das "Damals". So gesehen kaum Internet und nur Offline.
Der Witz dabei besteht für mich darin, das es vor, sagen wir mal, 20 Jahren gerade mal 4, maximal 5 aktiv bespielte Systeme gab und sich alle vorhandenen Spieler auf diese verteilt haben. Somit konnte man sich eigentlich sicher sein, immer an Spieler "der passenden Geschmacksrichtung" zu kommen.
Klar, das schließt die von Bad Horse genannten Landpomeranzen aus, das Problem hatten die aber in jeder Hinsicht.
Ich finde es deswegen witzig, wenn jemand schreibt "Aber Heute ist doch toll, denn jeder findet seine Nische!"... ohne den Nachsatz: "In der steht er dann alleine, es sei denn, er findet Online Mitspieler".
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:20
Okay, zeige mir 10 DSA Spieler, die das selbe Spiel spielen oder auch nur 50% in ihrer Erwartung an das Spiel übereinstimmen und schon bin ich überzeugt :)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 14.11.2013 | 21:23
Der Witz dabei besteht für mich darin, das es vor, sagen wir mal, 20 Jahren gerade mal 4, maximal 5 aktiv bespielte Systeme gab und sich alle vorhandenen Spieler auf diese verteilt haben.

Ich würde 1993 mal eher an 400 bis 500 Systeme denken, zumindest aber 40 bis 50.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 21:28
Okay, zeige mir 10 DSA Spieler, die das selbe Spiel spielen oder auch nur 50% in ihrer Erwartung an das Spiel übereinstimmen und schon bin ich überzeugt :)

Hier? In nem Forum? No way! Sorry wenn ich da etwas verallgemeinere, wir "hier" haben zu viel gesehen, zu hohe Ansprüche und sind "Verzogen".

Würde ich mich an nem Samstag in den RPG-Laden stellen, würde ich die 10 normalen DSA-Spieler wohl zusammen bekommen.

@CK:

Die man kennt und die aktiv bespielt werden. Ich würde da eher sagen: AD&D, VtM, SR, DSA bei uns.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 14.11.2013 | 21:28
Zum LARP:

Da scheint es reichlich Spieler zu geben.

Das Drachenfest wirbt mit 4500 Spielern, die Mythodea Conquest mit 6000+NSCs. Und das sind nur die beiden größten.

Dazu gibt es halt viele kleine immer noch, im Osten Endzeit-LARPS.

Grenzwertig zwischen den Szenen  sind die Steampunkfans, die sich ja meist nur verkleiden und treffen.


Die Reenacter würde ich nicht als Rollenspieler bezeichnen, das scheinen mir mehr historisch interessierte zu sein.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Xemides am 14.11.2013 | 21:29
Ich würde 1993 mal eher an 400 bis 500 Systeme denken, zumindest aber 40 bis 50.

Zustimmung. Wenn ich an die Fanpro-Kataloge denke, ich die ich schon in den 80ern regelmässig bekam, die waren schon gefüllt mit dutzenden Systemen.

Und 1993 waren viele der gängigeren schon übersetzt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Haukrinn am 14.11.2013 | 21:31
Ich würde 1993 mal eher an 400 bis 500 Systeme denken, zumindest aber 40 bis 50.

Würde ich ähnlich sehen. Die heutigen "Großen" gab es alle damals schon und ein Blick in die damaligen Fanzines offenbart ziemlich eindeutig wie viel neues Zeug (und auch neue Systeme) damals Anfang der Neunziger wirklich jeden Monat erschienen sind.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 14.11.2013 | 21:32
Die man kennt und die aktiv bespielt werden. Ich würde da eher sagen: AD&D, VtM, SR, DSA bei uns.

Redest du von Marktanteilen bzw. schlichter Häufigkeit der Verwendung?

DnD, Pathfinder, DSA und Shadowrun beherrschen heute den Markt in D. Wo ist der Unterschied? Außer, dass es das tanelorn gibt und man deshalb drölfzig Nischensysteme kennt, die einem vor den Zeiten des Internet verborgen geblieben wären.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:34
Hm, Midgard, Gurps, DSA, ADnD/DnD, WoD, SR, Earthdawn, Traveller, Amber,  und ? Ich kenne zu viele Dinosaurier.

Irgendwie hat auch jeder Spieler früher, also seit ich spiele, also seit ungefähr 1992 anders gespielt. Ein Blick auf die Grabenkämpfe über das Richtige TM Spiel in DSA, WoD, SR, DnD, ... und ich glaube nicht, dass Slayn recht hat.

Irgendwie habe ich ähnliche Spielstiele bisher nur in OnlineRunden und beim Stammtisch kennengelernt. Wobei wenn auch beim Stammtisch da sind 3-4 verschiedene Spielstiele anwesend, die halt nur rechtzeitig die Scheuklappen aufsetzen um das was einen individuell am anderen Speilstiel nicht gefällt zu übersehen.

PG, Bauergaming, Method Acting, Casual, ... alles in jeder offline Runde die ich je gespielt habe dabei.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Bad Horse am 14.11.2013 | 21:39
Allein die World of Darkness hatte fünf verschiedene Subsysteme; plus Neben-Systeme für Gypsies, für Mumien, für Fomori... die wurden alle gespielt (na, Wraith nicht so viel, aber auch da hatte ich mal ne Runde).
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 21:39
Redest du von Marktanteilen?

DnD, Pathfinder, DSA und Shadowrun beherrschen heute den Markt in D. Wo ist der Unterschied? Außer, dass es das tanelorn gibt und man deshalb drölfzig Nischensysteme kennt, die einem vor den Zeiten des Internet verborgen geblieben wären.

Nein, ich rede von einem beobachteten Effekt. Der Wunsch, auszubrechen und in der eigenen Nische zu spielen war schon immer da, der Sog zum Mainstream dagegen war, durch schiere Präsenz, stärker.
Ich möchte nachträglich gar nicht wissen, wie viel Geld ich damals für die Sachen ausgegeben habe, die mein Interesse geweckt haben, die ich gelesen habe und spielen wollt. So mit 21 muss ich wohl an die 4 Regalmeter an RPGs gehabt haben.
Der Mainstream war aber, mangels einfacher Alternativen, stärker.

Ich will das weder schön noch schlecht reden, ich erinnere aber nochmals daran, wir reden über "damals", nicht heute, und wo da der Unterschied ist.
Hätte es damals schon die Option gegeben, so einfach mit anderen Leuten in Kontakt zu treten und die jeweils bevorzugte Nische zu bespielen, wären wir persönlich damals evtl. schneller und einfacher glücklich geworden und das Hobby als Industrie wäre noch früher zersplittert.

Es ist, so gesehen, ein Witz: Die Wünsche der Spieler sind heute nicht anders als damals, die Möglichkeit, mit Leuten in Verbindung zu treten, die diese Wünsche teilen, sind Heute aber gegeben und waren es damals nicht. Daher eine mehr oder weniger erzwungene Homogenität im Spiel.

Und wenn ich noch ein mal diese Woche "Witz" schreibe, nenne ich mich um in "Comedian".
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:47
Jetzt die Gretchenfrage: Ist die Zersplitterung schecht?
a) Nein.
b) Ja, für diejenigen RPG-Produzenten, die mindestens eine schwarze 0 sehen müssen.
c) Ja, für alle RPG-Produzenten
d) Ja, für die Kunden.
e) Ja, für Kunden und RPG-Produzenten.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 21:49
So - nach Anmeldung in besagtem Forum stelle ich fest: ganze 373 Spieler stehen zur Verfügung - von denen keiner im 50km Umkreis zu meinem Wohnort. Quod erat demonstrandum. Bringt mir also goarnix. Null. Niente. Nüscht.
Du hast nicht gemerkt das von der Möglichkeit die Rede davon war Tischrollenspiel, P&P Rollenspiel Online zu spielen?

Über Drachenzwinge findest du Runden die per Teamspeak spielen. Die sehen sich idR nicht.
Über Nerdpol findest du Runden die per Google+ Hangout spielen. Die sehen sich auch.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 21:51
Manchmal ist es halt doch die Frage ob der Schüler oder der Korrektor den Text nicht verstanden hat.  Wobei ich einfach mal davon ausgehe, das Archoangel das Stielmittel der :Ironie: verwendet um mir aufzuzeigen, weshalb mein Beitrag weniger sinnvoll war als ich es dachte.

Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Crimson King am 14.11.2013 | 21:55
Nein, ich rede von einem beobachteten Effekt. Der Wunsch, auszubrechen und in der eigenen Nische zu spielen war schon immer da, der Sog zum Mainstream dagegen war, durch schiere Präsenz, stärker.
Ich möchte nachträglich gar nicht wissen, wie viel Geld ich damals für die Sachen ausgegeben habe, die mein Interesse geweckt haben, die ich gelesen habe und spielen wollt. So mit 21 muss ich wohl an die 4 Regalmeter an RPGs gehabt haben.
Der Mainstream war aber, mangels einfacher Alternativen, stärker.

Ich will das weder schön noch schlecht reden, ich erinnere aber nochmals daran, wir reden über "damals", nicht heute, und wo da der Unterschied ist.
Hätte es damals schon die Option gegeben, so einfach mit anderen Leuten in Kontakt zu treten und die jeweils bevorzugte Nische zu bespielen, wären wir persönlich damals evtl. schneller und einfacher glücklich geworden und das Hobby als Industrie wäre noch früher zersplittert.

Damals hat man sich sein eigenes System gebaut, wenn einem der leicht zugängliche Mainstream nicht gepasst hat. Diese Do-it-yourself-Mentalität hat sicherlich dadurch, dass heute für jeden Geschmack ein System existiert und dank Internet leicht zugänglich ist, abgenommen. Die Zersplitterung war aber zumindest 1993 bereits da. Da neigt sich das Goldene Zeitalter aber auch schon seinem Ende entgegen.

Ich habe 1993, nachdem ich zu Schülerzeiten kurz mal DnD aus der Red Box und den anderen Boxen geleitet habe, im Grunde richtig mit Pen and Paper angefangen und alleine da bereits durch den Uni-Rollenspielabend in KL und die daraus entstandenen Kontakte in kürzester Zeit 5, 6 verschiedene Systeme kennen gelernt, darunter auch würfelloses Spiel. Dabei war die Szene damals im Vergleich zu heute minimal organisiert, was auch dazu führte, dass man gar nicht so leicht an Spieler kam. 1995 bin ich dann in den örtlichen Verein eingetreten, was noch mal einen Schwall an neuen Systemen und anderen Ansichten mit sich gebracht hat. Das hat mir aber auch gezeigt, wie zersplittert die Szene damals war, und zwar in dem Sinn, dass diverse Rollenspielrunden existiert haben, die nichts voneinander wussten und jeweils im eigenen Saft schmorten.

Wenn ich die heutigen Möglichkeiten sehe, Leute zu kontaktieren, um das gemeinsam favorisierte Spiel zu spielen, ist das im Vergleich zu damals phantastisch. Wenn ich mich frage, warum es dann doch manchmal schwer fällt, die passenden Spieler zu finden, liegt das daran, dass

a) die Leute Arbeit, Familie und zeitaufwändiges Hobby nicht mehr unter einen Hut kriegen
b) sich die Interessen vieler Leute mit der Zeit einfach verschoben haben
c) deutlich weniger Leute unter 25 heute Rollenspiel spielen, heißt, die Spieler, die durch a) und b) verloren wurden, wurden numerisch nicht ersetzt
d) trotz der vielen verfügbaren Systeme viele Leute immer nur das spielen wollen, das sie schon kennen und lieben gelernt oder zumindest so gut kennen gelernt haben, dass sie mit den Schwächen des Systems umgehen können

Ich kann dagegen nicht erkennen, dass die Zersplitterung es mir heute schwerer macht, Spieler zu finden. Ist aber nur ein Erfahrungswert.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 22:01
Und meine Hoffnung/Meinung ist es, dass wir die Leute die unter a) fallen mit dem Internet wieder einfangen können. Mehrere Mütter/Väter bzw. werdende Mütter/Väter und internationale Spielrunden, (Östereich zählt doch oder :) )  verleiten mich zu der Annahme, dass dies möglich sein kann.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:02
Die ganze Online-RSP-Diskussion ist doch daneben. Statt sechsstelliger Zahlen haben wir heute 6000 Online-Hanseln, die halt gut vernetzt sind. Toll. Bestätigt nur die initiale Aussage, daß es verdammt viel weniger RSPler gibt als vor 20 bis 25 Jahren.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 22:04
Ich glaube nicht das etwas über 1/3 der Rollenspieler im Tanelorn angemeldet ist.
Das heißt ich halte die Zahl von Online sowie Offline Spielern nachwievor für höher.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:06
Ich auch. Mir gehts um die gelobten OL-Spieler. In der Zwinge hängen minus der üblichen Karteileichen 3000 - 3200 herum, in den Hangouts sinds noch weniger. So what?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 22:07
Die ganze Online-RSP-Diskussion ist doch daneben. Statt sechsstelliger Zahlen haben wir heute 6000 Online-Hanseln, die halt gut vernetzt sind. Toll. Bestätigt nur die initiale Aussage, daß es verdammt viel weniger RSPler gibt als vor 20 bis 25 Jahren.

Das. Siehe: "Lowered Expectations".

Ich glaube nicht das etwas über 1/3 der Rollenspieler im Tanelorn angemeldet ist.
Das heißt ich halte die Zahl von Online sowie Offline Spielern nachwievor für höher.

Weder, noch, Teylen. Die Leute, die sich im Stillen finden und spielen, sind weder hier noch sonstwo, die bekommen wir gar nicht mit.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:12
Dein Avatar gefällt mir jetzt besser...

Um eines draufzusetzen. Um die spielerische Abdeckung zu erreichen, die Flo schildert, benötigt er das ganze deutschsprachige WWW. Wieviel sind das? 70 Millionen? Mehr? Dieselbe Abdeckung hatte ich Ende der 80er in RL in einer Stadt wie Mainz mit damals 175.000 Einwohnern.

Will noch irgendjemand anzweifeln, daß wir einen dramatischen Schwund erlitten haben, der sich in Archos vermuteten Dimensionen bewegt?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 22:21
Ich auch. Mir gehts um die gelobten OL-Spieler. In der Zwinge hängen minus der üblichen Karteileichen 3000 - 3200 herum, in den Hangouts sinds noch weniger. So what?
Was Hangouts angeht kann ich da jederzeit einen erstellen und hätte vermutlich 5 Mitspieler.
Wieso sollte es weniger Hangouts geben?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:25
Okay Teylen. ich geb mich geschlagen. Die Szene ist heute genausogroß wie vor 25 Jahren. Es gibt eher mehr als weniger Rollenspieler. Es gibt soviele Systeme, daß wir keinerlei Nachwuchsprobleme haben und auf absehbare Zeit keine haben werden. Und Leute weichen aufs Online-P&P aus nicht weil sie müßten, sondern weil es so eine dolle Erfahrung ist, seine Mitspieler nicht oder nur als Kamerabildchen zu sehen. Persönlicher Kontakt ist sowieso überschätzt.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 22:28
Okay Teylen. ich geb mich geschlagen. Die Szene ist heute genausogroß wie vor 25 Jahren. Es gibt eher mehr als weniger Rollenspieler. Es gibt soviele Systeme, daß wir keinerlei Nachwuchsprobleme haben und auf absehbare Zeit keine haben werden. Und Leute weichen aufs Online-P&P aus nicht weil sie müßten, sondern weil es so eine dolle Erfahrung ist, seine Mitspieler nicht oder nur als Kamerabildchen zu sehen. Persönlicher Kontakt ist sowieso überschätzt.

Komm, wir treffen uns bei nächstgelegenen örtlichen Laden, kaufen da was, gehen danach ein Bier trinken und nutzen echte Würfel.

(Irgendwie muss ich gerade an den Unterschied zwischen Sex und Telefonsex denken)
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 22:32
Ich denke, dass wegen den Nischen wir hier 6 000 super offline vernetzte die sich auf Cons treffen haben. Dort drüben sind 6 000 super vernetzte Onlinespieler. Dann haben wir zweimal 6 000 vernetzen Onlinespieler, die sich davon abgespalten haben. Dann sind hier parallel dazu nochmal 6 000 Onlinejungs organisiert. Von denen haben sich wieder zweimal 6 000 abgespalten. Dann hängen in den systemspezifischen Onlineforen der großen nochmal 6 000 Jungs pro System rum. Dann gibt es x mal 6 000 Leute die nur auf den Seiten des Verlages unterwegs sind. Dann gibt es neben dem  :T: ja noch andere Foren wie Aktion Abenteuer, Helden.de, ... Achja, zu jedem System gibt es noch Minderheitenforen in denen dann halt 500 Leute die nirgendwo anders sind rumhängen, ... .

Es werden heute deshalb so weniger gezählt, weil nicht jeder alle Orte zum zählen findet. Aber ob wenn jeamdn damals und heute alle Orte gefunden hätte, dieser damals mehr oder weniger gezählt hätte, das weis ich nicht.

Eigentlich brauche ich nur ein Telefon und einen Anruf und schon steht schonmal im 10 000 Einwohner Kaff Geisenfeld eine Einführungsrunde Runde Dark Heresy. Dann kann ich jedes der größeren Systeme, wenn ich mich 20 KM nach Ingolstadt bewege abdecken. Wenn ich anbiete zumeistern und mich einbisschen anstrenge und Werbung mache, dann kann ich sogar jedes System und jedes Tabletop hier spielen.
Wenn ich offline sicher an einem beliebigen Tag spielen will, dann muss ich halt eine Telefon-/Emailliste/ ein regionales Forum abarbeiten bzw. mal kurz mit jemand, der regional besser verwurzelt ist telefonieren und ich spiele. Das dauert dann aber halt länger als die 10 Minuten von oben und ich muss mehr Vorkehrungen treffen.

Heute finde ich die ganzen Leute die es offline gibt und ihre Nischen besser durch das Internet. Früher war ich darauf angewiesen, dass der Typ im Laden mich an die Blood Bowler vor Ort vermittelt oder jemand meinen Zettel auf dem Blood Bowler gesucht steht liest. Heute nutze ich Google und lande dann bei der NAFL. Jetzt muss ich nur noch den Schritt ins RL schaffen.

@Hródvitnir: Komplett falsch. Sehr viele Leute, die du nicht zählst und die im Goldenen Zeitalter nicht gespielt hätten tummeln sich an Orten, die dir nicht passen. Manches, was du nicht magst/kennst ist trotzdem PnP RPG.
Manche Leute bevorzugen für regelmässiges oder für One Shots bestimmte Sachen. Schau doch auch mal in den Wie müssten Rollenspiele ... Thread. Vieles, was dort gefortet wird ist heute schon online Möglich.
Offline und Online sind beide sehr viel Wert und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden oder sich ignorieren. Nur weil jemand etwas nicht findet, heißt es nicht, dass es nicht existiert. In diesem Sinne um es mit den Lochis zu sagen: Das Reallife ist für uns alle Neuland.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 22:32
Oh stimmt ja. Weil vor 25 Jahren, da waren die Städte und Dörfer nur so voll mit Rollenspieler. Man ist überall über die Gefallen. Die Systeme gab es auch zum Spottpreis für ein kleines Taschengeld zu haben und erst die Vielfalt mit der jede Gruppe und natürlich auch jeder Spieler natürlich ganz genau das System zu dem Thema, in der Aufmachung gefunden hat die ihm Spaß macht. Deswegen platzen auch die Rollenspielregale vor der Vielfalt der vor 25 Jahren veröffentlichen Rollenspiele. Vermutlich haben die neuen da nur kein Platz mehr. Online? Ja Pfui. Mit dieser neumodischen Technik spielt natürlich überhaupt keiner. Der wahre Rollenspieler scheut die Webcam noch mehr als der Vampir das Tageslicht. Geschweige den Formen ohne Kamera, das ist gleich wie ein Pflock durchs Herz. Unwürdig und Unerträglich.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:39
(Irgendwie muss ich gerade an den Unterschied zwischen Sex und Telefonsex denken)

Nö. Das sind eher die Typen, die die ihre Vinylpuppe anpreisen und als höherwertig verkaufen als Deine echte, glückliche RL-Beziehung. "Aber sie ist abwaschbar." Natürlich mag das praktisch sein, wenn sonst nix zur Hand ist...

Teylen, Flo: Ich kenne OL-RSP, zwei Gruppen zusammen ca. 100 Stunden. Seitdem nicht mehr. Ich stehe auf ein RL-Umfeld für meinen Eskapismus. Ich mag Menschen, nicht Stimmen in meinen Kopfhörern. Ich koche gerne mit ihnen, ich esse gerne mit ihnen, ich trinke nachher gerne ein Bier mit ihnen. So das altmodische Zeug für Ü30-Opas.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Bad Horse am 14.11.2013 | 22:42
Den Vergleich mit der Vinylpuppe finde ich jetzt sehr abwertend.  :(

Ich spiele auch lieber persönlich mit Leuten, die ich gern mag - aber ich spiele lieber online mit Leuten, die ich mag, als persönlich mit Leuten, die ich nur so okay finde.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:44
Den Vergleich mit der Vinylpuppe finde ich jetzt sehr abwertend.  :(

Mmmh. Strenggenommen wertest Du mit dieser Meinung jene ab, die Vinyl echten Menschen bevorzugen. Find ich jetzt nicht so gut und sehr ausschließend, Du.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 22:51
Hróđvitnir: Unfassbar aber wahr. Ich habe eigentlich alle Menschen mit denen ich OL-RPG mit Ton gespielt habe auch schon einmal gesehen, mit ihnen gegessen, getrunken (Cocktails ^^ aber auch nicht alkoholisches) und mit ihnen gekocht. Nicht unbedingt in der Reihenfolge.
Sogar mit einem Teil derer mit denen ich nur per Text spielte.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 22:57
N'Kay. Ganz ironiefrei, Teylen, wirklich, kein Smiley, nix: Ich finde es gut, daß Du mit Hilfe von Onlinemedien deine ortsbedingte RSP-Einsamkeit durchbrechen kannst. Ohne Scheiß, ohne Hintergedanken. Ja, das kann praktisch sein. Ich finde es unbefriedigend und keinen Ersatz, aber YMMV.

Aber bitte jetzt noch einmal auf das Topic konzentrieren. Gab es "früher" mehr RSPler? Gab es einen regelrechten "Boom"? Warum? In diesem Kontext sind die 6000 deutschsprachigen Online-Hanseln (sorrry, Flo, mehr werdens nicht sein) nicht relevant. Ein interessantes Randphänomen vielleicht, das aufzeigt, wie man aus der angesprochenen Not entkommen kann, aber Faktum bleibt: Wo sind die Zeiten, als sich ein deutschsprachiges Grundwerk 100.000 mal verkaufte und nicht ins Regal gestellt, sondern benutzt wurde? Was ist der Grund für diesen Wandel?
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 23:09
Hròdvitnir: Schade, dass du obwohl du Online RPG deiner Aussage nach kennst es nichts für dich ist. Könntest du mir bitte zeigen, wo ich dabei bin, Online RPG
Zitat
als höherwertig verkaufen als Deine echte, glückliche RL-Beziehung.
Dies würde ich gerne korrigieren. Schließlich ist für mich deine Form des RPGs nicht minderwertig. Andersherum habe ich leider den Eindruck, dass für dich und Slayn Online-RPG minderwertig ist. Habe ich euch da richtig verstanden oder wolltet ihr nur ausdrücken, dass online-RPG halt einfach nichts für euch ist.

Lustiger Fakt nebenher: Durch Online-RPG habe ich mittlerweile mehr RPGler offline kennen gelernt, als ich früher über offline Wege kannte. Damit kann ich bestätigen, das es mehr als 6 000 RPGler (on- und offline zusammengezählt) gibt. (Wenigstens die gezählt die nicht vor bayrischen Spielern/SL wegrennen)

Warum sich kein Regelwerk mehr 150 000 mal verkauft? Weil es nicht mehr notwendig ist 3-4 Mainstreamspiele in Reserve zu haben um überhaupt spielen zu können. Ich bestreite nicht, dass die einzelnen Kuchenstücke heute kleiner sind als damals. Ich sage aber, dass heute auch Kuchenteile von Leuten gekauft oder besser verzehrt werden, die früher wegen Allergien und Blutzucker den Kuchen meiden mussten.
Heißt, ich denke, dass heute die Möglichkeit besteht, einen weitausgrößerer Teil der potentiellen Kuchenesser mit mehr verschiedenen Kuchen zuversorgen als früher. Ob die Zahl der potentiellen Kuchenesser heute größer ist, kann ich dir aber nicht sagen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 14.11.2013 | 23:22
@Flo

Minderwertig ist der falsche Ausdruck dafür. Für mich ist OL-RPG genau so legitimer Spaß wie eben WoW spielen. Ich kann  an beidem Spaß haben, kein Thema.
Es erfüllt nur nicht meine Ansprüche an das Spiel, die ich gewohnt bin, und die daher für mich wirklich den gesamten Spaß ausmachen.
Wenn du so willst, es ist ein Plan B, der auf der gleichen Stufe steht, wie etwa eine Rune WoW oder EVE zu spielen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 14.11.2013 | 23:25
Einmal davon abgesehen das ich geneigt bin mich der Verneinung der Abwertung von P&P Online RPG anzuschließen.
Auch eine Gleichstellung mit MMORPGs etc. die schlicht von der Spielweise unzutreffend ist. Man behauptet so idR. auch nicht das System XY das man nicht mag, das einem nicht zu sagt, das man scheiße findet, das gleiche ist bzw. auf einer Stufe mit MMORPGs/CRPGs steht.

Daneben. verkaufte Boxen "verschwinden" idR. nicht. Das heißt die Leute die damals DSA2 aus der Box spielen, angenommen es waren alle 100k, werden diese Boxen vermutlich immernoch irgendwie haben und ggf. weiter nutzen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.11.2013 | 23:29
Andersherum habe ich leider den Eindruck, dass für dich und Slayn Online-RPG minderwertig ist. Habe ich euch da richtig verstanden oder wolltet ihr nur ausdrücken, dass online-RPG halt einfach nichts für euch ist.

In all honesty: Für mich ist es minderwertig im Sinne von im Vergleich schlechter. Den "Wert"-Begriff mag ich da nicht. Es ist immersionshindernd, weitaus zäher und mit deutlich mehr Mißverständnissen versehen. Der RL-Kontakt - für mich eines der Argumente für jedes meiner Hobbies, ich mag die Menschen da - fehlt weitgehend und wird durch sterile Mikrofone ersetzt. Auch auf die Gefahr hin, jetzt wieder Leuten auf die Füße zu treten: Es verhält sich zu Tischrollenspiel wie, ach ich laß es.

Und nein, ich bin kein verknöcherter Feind neuer Medien. Ich finde auch (begrenzt) Gefallen an MMRPG (für mich was komplett anderes als RSP, aber durchaus Spaßiges) und ich habe jahrelang begeistert einen Online-Flugi (IL2 Sturmovik) gezockt inkl. Staffelmitgliedschaften, Flugausbildung für Noobs etc. Beides hatte einen hohen Stellenwert für mich, keine Frage, aber an Tisch-P&P schätze ich sehr viel anderes und halte die OL-Fassung für Ersatzkaffee.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Sashael am 14.11.2013 | 23:32
Andersherum habe ich leider den Eindruck, dass für dich und Slayn Online-RPG minderwertig ist. Habe ich euch da richtig verstanden oder wolltet ihr nur ausdrücken, dass online-RPG halt einfach nichts für euch ist.
Also ich persönlich finde Online-RPG wirklich minderwertig, und ich bin nicht mal Hròdvitnir oder Slayn. Habs ausprobiert und es fehlte an allen Ecken und Enden. Mimik, Gestik, Beschreibungsmöglichkeiten, Absprachen des SIS, Taktikabsprachen, Akustik ... alles litt unter dem Medium. Würfeln per Online-Tool fand ich dazu auch noch doof. Und mit nem Kopfhörer auf der Rübe komm ich auch einfach nicht in meinen Charakter rein.

Das ist wie Trabbi 601 S vs. Audi A4. Beides bringt einen ans Ziel, aber der Trabbi ist doch ganz objektiv das minderwertigere Auto. Hat aber auch seine Fans.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 23:42
@Slayn: Ah, danke. Dann hatte ich dich oben halb falsch verstanden. So wie du es jetzt erklärt hast verstehe ich es. Deines interessanten Verleich hatte ich da ursprünglich wohl um einiges negativer aufgefasst als er beabsichtigt war. Dieses Missverständnis ist jetzt behoben.

In der Ansicht, dass die bisher besten 3-4 Festmale offline waren, stimmen wir überein. Bei mir ist es halt so, dass dafür die Masse der wirklich guten Essen online war.
Heißt, die Top 10 waren offline Runden (auch Larp), dafür sind halt die Plätze 11-100 online Runden.   

@Hròdvitnir und Sashel: Auch wenn ich sehr viel der von euch geäußerten Meinung nicht teile, so verstehe ich wie ihr zu dieser kommt. Da jetzt eure Meinung kenne, verstehe ich auch warum ihr bei den Themen Neuspielermangel, Goldenes Zeitalter und Rollenspielverbreitung die Schlüsse zieht, die  ihr zieht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Callisto n/a am 14.11.2013 | 23:48
Na, wenn Hangout kein richtiges RPG ist, ist es kein Wunder, dass da angeblich ein Nachwuchsproblem herrscht. Wo seht ihr denn überhaupt junge Leute mal und wann merkt ihr, was die für Hobbies haben? Ach, die spielen auch per Hangout? Jetzt echt? Ja tun sie. Viele, sehr junge Menschen. Die dann auch offline spielen. Aber die mögen das T nicht. Die treffen sich woanders. Online. Per Hangout und so.
Ich mag ja deren Treffpunkt nicht mal, weil ich keine jungen Menschen mag. Aber die sind aktiv und ziehen Neuspieler. Übers onlinespielen.

Ich als alte Frau ziehe mittlerweile Hangoutrunden vor. Weil sie einfacher zu organisieren sind und die angeblichen Nachteile für mich keine sind. Ja, Hangout ist besser als Offline. Reines AudioRPG mag ich allerdings auch nicht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Just_Flo am 14.11.2013 | 23:50
So kann man das auch sagen.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Gorilla am 15.11.2013 | 00:07
Da ist wohl was dran.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 15.11.2013 | 00:31
@Flo:

Wie soll ich das ausdrücken, ohne das es jetzt peinlich oder schwülstig klingt?
Für mich persönlich ist ein ganz großer Anteil am Spaß am Rollenspiel die Interaktion und das Ritual drumherum. Bei meinem vorherigen Auftrag hatte ich mit Kollegen gespielt, wir sind vor dem Spiel gemeinsam ins Restaurant gegangen, haben in der Lounge vom Hotel Shadowrun gespielt und im Anschluss ging es noch in eine Bar, Cocktails trinken.
Ähnlich hatten meine damalige Partnerin und ich noch zur Studienzeit mit zwei anderen Pärchen gespielt, da wurde davor gemeinsam gekocht, zwischendrin echt heftigen Irish Coffee getrunken und über Job und Studium und die Kiddies Geschnakt.
Genau so hatte ich mich letzten Sonntag mit Sashael erst zum Frühstück getroffen, bei dem wir lecker gespeist haben und nebenbei über Politik und Wirtschaft gequatscht haben, bevor es losging.
Fuck, als die Dragonlance Module rauskamen, hatten wir immer Kids Club Menues und mehrere Flaschen Four Roses.

Das ist für mich ein integraler Bestandteil, um das Hobby zu Spaß, Kategorie 1A zu machen.

Was Callisto da beschreibt, macht Spaß. Ebenso wie ich früher mit einigen Leuten, die hier aktiv sind, Raiden war, das hat auch Spaß gemacht. Ebenso "prügel" ich mich oft mit einigen Leuten aus dem BattleTech-Forum mittels MegaMek, das macht auch Spaß.

Ich denke aber, ich nenne es mal bewusst "Ritual" um es vom eigentlichen Rollenspiel zu trennen, also das ganze, teils bewusst gelebte Umfeld. habe ich Spaß, wenn ich einen Paizo AP mittels Hangout spiele? Sicher! Habe ich mehr Spaß, wenn ich diesen AP bewusst mit "Ritual" am Tisch spiele? Aber sowas von.

Der Vergleich mit den "Festmalen" ist daher passend.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Thandbar am 15.11.2013 | 00:36
@Flo:

Wie soll ich das ausdrücken, ohne das es jetzt peinlich oder schwülstig klingt?
Für mich persönlich ist ein ganz großer Anteil am Spaß am Rollenspiel die Interaktion und das Ritual drumherum. Bei meinem vorherigen Auftrag hatte ich mit Kollegen gespielt, wir sind vor dem Spiel gemeinsam ins Restaurant gegangen, haben in der Lounge vom Hotel Shadowrun gespielt und im Anschluss ging es noch in eine Bar, Cocktails trinken.
Ähnlich hatten meine damalige Partnerin und ich noch zur Studienzeit mit zwei anderen Pärchen gespielt, da wurde davor gemeinsam gekocht, zwischendrin echt heftigen Irish Coffee getrunken und über Job und Studium und die Kiddies Geschnakt.
Genau so hatte ich mich letzten Sonntag mit Sashael erst zum Frühstück getroffen, bei dem wir lecker gespeist haben und nebenbei über Politik und Wirtschaft gequatscht haben, bevor es losging.
Fuck, als die Dragonlance Module rauskamen, hatten wir immer Kids Club Menues und mehrere Flaschen Four Roses.

Das ist für mich ein integraler Bestandteil, um das Hobby zu Spaß, Kategorie 1A zu machen.

Was Callisto da beschreibt, macht Spaß. Ebenso wie ich früher mit einigen Leuten, die hier aktiv sind, Raiden war, das hat auch Spaß gemacht. Ebenso "prügel" ich mich oft mit einigen Leuten aus dem BattleTech-Forum mittels MegaMek, das macht auch Spaß.

Ich denke aber, ich nenne es mal bewusst "Ritual" um es vom eigentlichen Rollenspiel zu trennen, also das ganze, teils bewusst gelebte Umfeld. habe ich Spaß, wenn ich einen Paizo AP mittels Hangout spiele? Sicher! Habe ich mehr Spaß, wenn ich diesen AP bewusst mit "Ritual" am Tisch spiele? Aber sowas von.

Der Vergleich mit den "Festmalen" ist daher passend.

Sehr schön gesagt!  :d
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Callisto n/a am 15.11.2013 | 00:50
Also weil manche ANDERE Rituale pflegen ist das kein richtiges Rollenspiel. Okay. Die Jugend von heute und so.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Slayn am 15.11.2013 | 00:56
Also weil manche ANDERE Rituale pflegen ist das kein richtiges Rollenspiel. Okay. Die Jugend von heute und so.

Callisto, zum einem bist du maximal Mitte 30, zum anderen geht das am Thema vorbei.
Der springende Punkt dabei ist doch, das man "früher", mangels Alternativen, viel mehr Leute für diese direkte und persönliche Art zu spielen finden konnte.
München hatte z.B. nur genau einen RSP-Laden und vor dem Boom des Online-Handels, konnte man sich da einfach an einem Samstag reinstellen und auf Spieler-Suche gehen. Einfach neben den bereich stellen, der von Interesse war und warten, wer so kommt.

Du wirkst dagegen gerade eben so, als würde ich dich oder deine Art zu Spielen herabwürdigen. Mache ich nicht.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Teylen am 15.11.2013 | 07:12
Man kann auch Rituale beim Hangout, Skype, TS etc. haben.
Halt seltener das man sich mit Alkohol betrinkt. Aber das quatschen davor, danach und in Pausen ist da doch oftmals mit drin.
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Weltengeist am 15.11.2013 | 07:51
Viele, sehr junge Menschen. Die dann auch offline spielen. Aber die mögen das T nicht.

Wenn ich den Tonfall sehe, der hier auf den letzten drei Seiten von einigen Leuten angeschlagen wird, kann ich's ihnen (mal wieder) nicht verdenken. Ich bin daher aus der Diskussion raus (kann man eigentlich auch Themen blacklisten?).

P.S.: Gerade fällt mir auf: Callisto is back... Hat ja nicht lange gehalten, die Abstinenz :D
Titel: Re: Was war in den goldenen Zeiten der Grund für den Rollenspielerboom?
Beitrag von: Bad Horse am 15.11.2013 | 18:55
Ich hab die Diskussion um Online-Spiele mal ab einem einigermaßen willkürlichen Punkt abgetrennt. Ein echter Trennpunkt der "Goldenen Zeiten" und der Onlinedebatte war etwas schwierig zu finden, aber mit Online geht es jedenfalls hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87159.0.html) weiter.