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Pen & Paper - Spielsysteme => Savage Worlds => Thema gestartet von: Bluecaspar am 7.01.2014 | 01:15

Titel: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Bluecaspar am 7.01.2014 | 01:15
Ich hab bei YouTube erst wieder eine wahre Hasstriade gegen Savage Worlds angeschaut. Ich bin aber ein Fan von Savage Worlds und fand einige Sache so nicht richtig bzw. nicht objektiv beurteilt. Aber so richtig wollte man das in dem Video wohl auch nicht, man wollte eigentlich nur schimpfen.

Egal, ich möcht dafür mal ein wenig was dagegen halten und mal objektiv an die Sache ran gehen.

Den ersten Punkt den ich mal beleuchten möchte ist folgender:
Savage Worlds ist Grob und lässt sich nicht gut Feinskalieren.

Simmt aber ich denke, dass ist so gewollt. Man interessiert sich halt nicht dafür, dass etwas ein klein wenig passiert ist, sondern entweder es ist was passiert und es hat einen deutlich Einfluss bzw. Auswirkungen oder stattdessen es ist so gering, dass es im Endeffekt egal ist.

Ein Beispiel: Klar, man könnte jemanden mit vielen vielen kleinen Nadelstichen den gar aus machen. Aber will man das überhaupt oder anders gefragt, wie oft macht man das. Soll man wirklich die Regeln so danach ausrichten, dass das möglich ist. Savage Worlds verzichtet jedenfalls bewusst darauf, um unkompliziert und schnell zu sein. Im Endeffekt kann der Spielleiter doch auch einfach sagen, hey, du hast den armen Knilch jetzt schon eine Stunde lang gepickst. Ja, jetzt reichts so langsam für einen Schadenspunkt.

Sehr deutlich fällt die grobe Feinskalierung aber bei Waffen auf. Insbesondere bei Science Fiction Settings oder bei Settings in der Gegenwart. Es gibt nur sehr wenige Merkmale, wo sich Waffen unterscheiden können und so gibt es oft nur eine Art an Pistolen und nur eine Art an Gewehren, bzw. nur wenige Varianten mit Abweichungen in anderen Dingen als die Schadenswirkung.

Mich stört das aber ehrlichgesagt nicht, weil ich eh das erzählerische Rollenspiel dem taktischen Rollenspiel vorziehe. Wenn es dann doch mal zum Kampf kommt, und dass tut es ja auch beim erzählerischen Rollenspiel oft genug, dann reicht es mir zwischen einen Dolch und einen Schwert unterscheiden zu können oder zwischen einer Pistole und einen Gewehr. So genau brauch ich es nicht zu wissen wie ein Opfer von Gewalteinwirkungen zerhauen oder zerissen wird. Aber klar für Taktiker, die z.B. gerade desshalb solche Spiele wie Shadowrun mögen, für die ist das sicher nicht das richtige und das ist auch ok so. Ich denke mal, dass ist hier kein Nachteil von Savage Worlds, sondern Geschmackssache.

Für mich seh ich halt den Vorteil darin, dass ich eigentlich in keiner langen Waffenliste nachschauen muss, sondern mir die meisten und gängigsten Waffenwerte alle im Kopf behalten kann.  Und mal ehrlich, Listen im Rollenspiel sind schon ganz schön nerdig. Und ich möchte mich gegen alles wehren, was uns Rollenspieler als Nerds dahin stellt :D.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Tsu am 7.01.2014 | 03:29
Meinst Du dieses Video?  8)

http://youtu.be/vGAu6HM5MiE
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Kardohan am 7.01.2014 | 06:19
Bitte nicht die leidige Diskussion wieder...

Wem dieses System nicht gefällt, soll doch ein anderes wählen. Ist doch nicht so, als ob es keine Alternativen gäbe.

Das KEIN Regelsystem perfekt ist sollte jedem klar sein, der sich einige Zeit mit dem Hobby beschäftigt hat.

Hauptsache ist doch, dass einem Rollenspielen Spass macht. Mit welchem Regelsystem ist hier eindeutig zweitrangig.

Und nun husch wieder fort mit dir bis zum nächsten Jahr...
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Bluecaspar am 7.01.2014 | 08:20
Oha, jetzt hab ich wohl in ein Wespennest gestochen und ja genau, ich mein dieses Video.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Chrischie am 7.01.2014 | 08:22
1. Ja.
2. Das Video ist pure Ironie.
3. Savage Worlds ist schon wieder "out", also lohnt sich die Diskussion nicht.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Mocurion am 7.01.2014 | 08:28
3. Savage Worlds ist schon wieder "out", also lohnt sich die Diskussion nicht.

Och nööö, ich hab doch gerade erst richtig angefangen...:)
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Xemides am 7.01.2014 | 08:31
Blöde Frage, ohne SW zu bewerten, nur zum Verständnis:

Ich dachte immer, SW ist ein taktisches Spiel und kein erzählerisches.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Chrischie am 7.01.2014 | 08:46
Blöde Frage, ohne SW zu bewerten, nur zum Verständnis:

Ich dachte immer, SW ist ein taktisches Spiel und kein erzählerisches.

Komm lass es...
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Xemides am 7.01.2014 | 08:53
Komm lass es...

Warum ?

Wenn ich Bluecaspars Beitrag lese, frage ich mich wirklich, ob er da was durcheinander wirft.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Slayn am 7.01.2014 | 08:55
Warum ?

Wenn ich Bluecaspars Beitrag lese, frage ich mich wirklich, ob er da was durcheinander wirft.

Jupp, ich denke auch er wirft da etwas durcheinander. Detaillierte Waffen =/= Taktik, etc.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: sir_paul am 7.01.2014 | 09:08
Oha, jetzt hab ich wohl in ein Wespennest gestochen [...]

Wespennest, eher nicht... Aber diese Diskussion gab es schon seit Savage Worlds rausgekommen ist und viele der "Alteingesessenen" sind der Diskussion einfach müde.

Naja, sollen sie sich halt zurück halten (so wie auch ich) und den frischen Savages ein bisschen Raum geben sich auszutoben ;)
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 7.01.2014 | 09:43
Jedes Rollenspiel hat seine Vor- und Nachteile.

Und was man gerne spielt ist einfach Geschmackssache.

Savage Worlds kann bestimmt Dinge (und zwar sehr wohl erzählerisch als auch taktisch), und bestimmte Dinge nicht (die auch erzählerisch und taktisch sein können)

Aber ob man es nutzt, ist letztlich eine Frage des Geschmacks, oder wie ich lieber sage, der Sexyness.

Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Supersöldner am 7.01.2014 | 09:54
Also wenn mann nur das regelbuch liest wiergt es schon merkwürdieck. Aber wenn mann es mit verschidennän Settings wie Rippers, Necropolis 2350 usw liest wierkt es gleich viel besser.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 7.01.2014 | 10:00
Also ich habe das Regelbuch gelesen, fand es sehr konsistent und plausibel.

Bei vielen Settings denke ich mir immer eher,dass die Vorteile von Savage Worlds ad absurdum geführt werden.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Grospolian am 7.01.2014 | 11:01
*löachjt* das Video ist schon allein deswegen hörenswert, wenn man die Stimmen erkennt - ist aber wie gesagt nur Ironie ^^ ~;D
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Bluecaspar am 7.01.2014 | 12:28
Ja, stimmt schon, ich hab ganz ausgelassen, dass Savage Worlds auch darauf abziehlt mit Minitauren zu spielen. Geht schon in Richtung TableTop und viel taktischen Geplenkel. Die Regeln eignen sich wohl auch recht gut dafür. Wobei ich gestehen muss nicht wirklich TableTop Erfahrung zu haben. Ich schätze aber mal dass die Kampfregeln da auch eher einfacher gehalten sind, um Massenschlachten abhandeln zu können. Mag mich aber auch irren. Wie dem auch sei, wie bei jedem anderen Rollenspiel kann man auch hier Miniaturen verwenden oder man kann es auch lassen.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Bluecaspar am 7.01.2014 | 12:32
Bei vielen Settings denke ich mir immer eher,dass die Vorteile von Savage Worlds ad absurdum geführt werden.

Mich würde aber schon interessieren, was damit genau gemeint ist. Auch wenn die alten Hasen die Sache schon Leid sind, ich würde schon noch ein klein wenig auf der Sache rumkauen. Einfach um mir selber auch eine Meinung bilden zu können. Aber gut ich kann ja auch mal das Forum durchforsten :S.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Slayn am 7.01.2014 | 12:39
Mich würde aber schon interessieren, was damit genau gemeint ist. Auch wenn die alten Hasen die Sache schon Leid sind, ich würde schon noch ein klein wenig auf der Sache rumkauen. Einfach um mir selber auch eine Meinung bilden zu können. Aber gut ich kann ja auch mal das Forum durchforsten :S.

Der Vorteil ist doch, das schlichte Action-Szenen bei SaWo schnell geplant sind und schnell von der Hand gehen. Eben eine Verfolgungsjagd? Geht. Mal fix einen spannenden Kampf gegen eine Horde Nazis? Locker!

Je mehr man aber anfängt Sonderregeln oder Konditionen über das Setting einzuführen, umso mehr muss man nachfragen und eruieren wie das alles nun jetzt gerade eben funktioniert. Als Beispiel kannst du z.B. die Sache mit den Temperaturen und der Magie in Hellfrost hernehmen.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 7.01.2014 | 20:39
Mich würde aber schon interessieren, was damit genau gemeint ist. Auch wenn die alten Hasen die Sache schon Leid sind, ich würde schon noch ein klein wenig auf der Sache rumkauen. Einfach um mir selber auch eine Meinung bilden zu können. Aber gut ich kann ja auch mal das Forum durchforsten :S.

Ein Blick in Shaintar reicht. Oder Savage Earthdawn. Oder Hacking nach Interface Zero. Oder...
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: alexandro am 8.01.2014 | 15:24
Blöde Frage, ohne SW zu bewerten, nur zum Verständnis:

Ich dachte immer, SW ist ein taktisches Spiel und kein erzählerisches.

Ich denke Bluecaspar verwendet "erzählerisch" im allgemeinsprachlichen Sinne, also: "Wenige, relativ grobe, Regelkomplexe, welche relativ einfach zu handhaben sind und ein improvisationsfreudiges, fiktionszentriertes Spiel mit nur wenigen Unterbrechungen für Nachschlagen im GRW fördern".

In diesem Sinne ist SW etwa auf einer Ebene mit den "Erzähl"spielen WoD und CoC (wie bei allen Spielen dieser Art gilt auch hier natürlich: braucht man die richtige Runde für, damit es auch erzählerisch wird).
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: Pyromancer am 8.01.2014 | 15:39
Blöde Frage, ohne SW zu bewerten, nur zum Verständnis:

Ich dachte immer, SW ist ein taktisches Spiel und kein erzählerisches.

"Taktisch" und "erzählerisch" sind nicht entgegengesetzt, sondern orthogonal.

In meiner Spielpraxis werden die vorhandenen taktischen Elementen von SW aber zu einem sehr großen Prozentsatz auch tatsächlich eingesetzt, weil sie eben gut funktionieren und locker-flockig von der Hand gehen. Als Gegenbeispiel sei da vielleicht Midgard genannt, das sowohl relativ als auch absolut ein Vielfaches an Regeln für Miniaturen, Bewegung auf der Battlemap etc. mitbringt, die aber in der Praxis zu 95% ignoriert werden, weil sie arschlahm und unspassig sind.

Trotzdem kommt das Erzählerische bei SW nicht zu kurz, weil a) auch in den Kämpfen viel "gespielt" wird, was durch Handicaps auch ein bisschen forciert wird, und b) selbst 2-3 mittelgroße Kämpfe am Abend so schnell rum sind, dass genug Zeit für "richtiges Rollenspiel"(TM) bleibt.
Titel: Re: Savage Worlds – Vor- und Nachteile oder einfach nur Geschmackssache
Beitrag von: LushWoods am 8.01.2014 | 16:11
Man sollte bei SW evtl. auch zwischen taktischen Rollenspielelementen und taktischen Skirmishelementen unterscheiden.

Ersteres benutzen wir voll, zweiteres überhaupt nicht, da wir nie mit Minis spielen.