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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Feuersänger am 8.01.2014 | 11:10

Titel: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 8.01.2014 | 11:10
Mir ist da letztens in meinem Rollenspielumfeld was aufgefallen, und da wollt ich mal nachhorchen, ob ihr da ähnliche Beobachtungen gemacht habt.

Nämlich, zu welcher Sorte Charakter insbesondere Spielerinnen bevorzugt tendieren. Ich bediene mich jetzt hier mal der Fantasy-Terminologie (Kämpfer, Magier, Schurke etc), aber natürlich soll sich das Thema auch auf nicht-Fantasyspiele erstrecken.

Meiner Erfahrung nach spielt die absolute Mehrheit (also >50%) der Damen vorzugsweise "Schurken" - also Typus "sneaky & stealthy"; egal ob nun als epynome Rogue in D&D oder als Covert-Ops Specialist in Shadowrun.
Bei Magic Usern (auch wenn sie nun Psi, Mutanten oder sonstwie heißen) ist mir keine besondere Tendenz aufgefallen.
Unter den Kämpferklassen, sowieso schon eher in der Minderheit, werden mit großem, _großem_ Abstand Fernkämpfer bevorzugt. Gerne auch in Kombination mit obigem Sneaky/Stealthy Aspekt.
Extrem selten hingegen sind Nahkämpfer ohne Stealth-Skills unter der weiblichen Spielerschaft vertreten.

Bis hierhin ist also die Bilanz aus meiner persönlichen Erfahrung: Spielerinnen möchten vor allem nicht einstecken müssen. Sie scheuen zwar nicht prinzipiell jegliche Gewaltanwendung aber bitte so, dass sie zuerst aus dem Nichts attackieren können und dann idealerweise der Gegenschlag ausbleibt.

Dies stellt wie gesagt 1. nur meine persönliche Erfahrung und 2. eine Tendenz dar, und soll nicht im mindesten werten.
Wie seht ihr das?

Achja, und das soll bitte _nicht_ wieder in eine Crossgender-Play-Debatte abdriften! Ich sag's nur schonmal vorsorglich.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 11:20
Da mag zum Teil etwas dran sein. Gerade bei D&D hatte ein großer Teil meiner weiblichen Mitspielerschaft in die Schurken oder Bogen-Waldläufer Richtung gegriffen, meist mit "irgendwie agilen und attraktiven" Charakteren, von Elfen bis (meist) eher Exoten wie Genasi oder Fey´Ri, wobei die brutalsten Berserker-Charaktere bisher immer von den nettesten Frauen gespielt wurden.
Titel: Re:
Beitrag von: Callisto n/a am 8.01.2014 | 11:35
Bisl Stealth schadet nie, bei meiner Dsa-amazone hab ich das aber nur gesteigert, weil das für die Gruppe doch ne wichtige Fähigkeit war. Ansonsten geh ich bei Stealth mit, ich zieh aber eher Nahkampf mit ner guten Konsti vor. Fernkampf in Fantasy hab ich ausprobiert als ich jung war, aber das ist meist schnell lame weils doch zum nahkampf kommt.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Luxferre am 8.01.2014 | 11:37
Meine (sehr begrenzte) Wahrnehmung:

Platz 1: Magier
Platz 2: Schurke
.
.
.
.
Platz 3: Kämpfer

Also etwas anders gelagert. Aber durchaus nachvollziehbar.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Horatio am 8.01.2014 | 11:45
Hm.. ich kann das nicht bestätigen wenn ich mir die Frauen in meinen Runden ansehe.

Was mir aber auffällt ist unabhänig vom Geschlecht des Spielers, die von dir angesprochene Chrakterwahl gerne mit einem weiblichen Geschlecht des Charakters einhergeht. D.h. weibliche Charaktere meist die von die beschriebenen Schurken / Waldläufer, unabhänig davon ob ein Spieler weiblich oder männlich ist.

Würde sich natürlich dadurch decken, dass gerade Frauen oft weibliche und Männer oft männliche Charaktere spielen. Wobei ich auch die harten Einsteck und Austeil Charaktere in weiblicher Form erlebt habe; insbesondere bei Shadowrun.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Niniane am 8.01.2014 | 11:52
Interessanter Thread. Ich gehe im Geiste gerade meine "Mädels" durch, und tatsächlich war mein allererster Charakter eine Schurkin, weil mir gesagt wurde, das sei in ADND 2nd am einfachsten.

Danach kam eine Druidin, die ordentlich austeilen konnte in jeder Hinsicht. In Shadowrun waren es zwei Ki-Ads, von denen die zweite erst geschossen und dann gefragt hat, wenn sie nicht ihre Unterarmsporne ausgefahren hat, und zwei Schamaninnen. Beide eher zurückhaltende nette junge Damen, die sich aber zur Wehr setzen konnten.

Ansonsten spiele ich auch gerne mal Männer, da hab ich kein Problem mit. Reine Kämpfertypen wie beispielsweise der SR-Strassensamurai sind mir aber meistens einfach zu eindimensional, ich konnte mich da bisher noch nicht mit anfreunden.

Im Computerspiel (WoW, um genau zu sein) spiele ich inzwischen gar keine Caster mehr, weil ich die Kämpferklassen zum Leveln lieber mag.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Narrenspiel am 8.01.2014 | 11:54
Mach 'ne Umfrage hier im Forum, welche Klassen jeder am liebsten spielt, lass das Geschlecht angeben, find's raus. ;)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: 6 am 8.01.2014 | 11:55
Nach eigenen Erfahrungen:
Es kommt auf den Charakter der Frau an. (Jaja. Hört sich wieder PC an. Ist aber wirklich so.)

Es gibt jede Menge Frauen, die ich kenne, die Kämpfer bevorzugen. Gerne wird auch der Zwerg mit irgendeiner Klasse bevorzugt. Ich glaube die Ratio männliche Spieler zu Zwergen ist wirklich etwas kleiner als die Ratio weibliche Spieler zu Zwergen.
Eine besondere Präferenz zu Stealthcharakteren, die höher als bei den Männern wäre, ist mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: 6 am 8.01.2014 | 11:57
Interessanter Thread. Ich gehe im Geiste gerade meine "Mädels" durch, und tatsächlich war mein allererster Charakter eine Schurkin, weil mir gesagt wurde, das sei in ADND 2nd am einfachsten.
Meiner auch. Und ich bin keine Frau. ;)
Allerdings eigenständig, weil unsere Runde damals eine reine Newbie-Runde war.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: ElfenLied am 8.01.2014 | 12:54
Was die Mädels bei uns zuletzt gespielt haben (jetzt mal nur Fantasy RPGs):
1. (Halbdrow-) Paladin
2. Waldelfen Ranger
3. Menschen Paladin

Sind wohlgemerkt drei unterschiedliche Personen, verteilt auf zwei Runden.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Skeeve am 8.01.2014 | 13:16
Meiner Erfahrung nach spielt die absolute Mehrheit (also >50%) der Damen vorzugsweise "Schurken" - also Typus "sneaky & stealthy"; egal ob nun als epynome Rogue in D&D oder als Covert-Ops Specialist in Shadowrun.
Bei Magic Usern (auch wenn sie nun Psi, Mutanten oder sonstwie heißen) ist mir keine besondere Tendenz aufgefallen.
Unter den Kämpferklassen, sowieso schon eher in der Minderheit, werden mit großem, _großem_ Abstand Fernkämpfer bevorzugt. Gerne auch in Kombination mit obigem Sneaky/Stealthy Aspekt.
Extrem selten hingegen sind Nahkämpfer ohne Stealth-Skills unter der weiblichen Spielerschaft vertreten.

Bis hierhin ist also die Bilanz aus meiner persönlichen Erfahrung: Spielerinnen möchten vor allem nicht einstecken müssen. Sie scheuen zwar nicht prinzipiell jegliche Gewaltanwendung aber bitte so, dass sie zuerst aus dem Nichts attackieren können und dann idealerweise der Gegenschlag ausbleibt.

Zu den >50% und "sneaky & stealthy": in der Runde die ich jetzt leite, sind es genau 50%. Wobei die Katzendame der einen Spielerin eher der Typ "erst anschleichen und dann überraschend in den Nahkampf springen" ist. Die anderen 50% sind dafür kombinierte Fern-/Nahkämpferin ganz ohne "sneaky & stealthy".

Bei den Fantasy-Runden bei denen ich mitgespielt hatte bin ich schon zu lange raus um mich da an Details zu erinnern und bei der Traveller-Runde in der ich mitspielte, hatten die dortigen Spielerinnen zum einen die Sensortechnikerin unseres Raumschiffes und zum anderen die Ingenieurin/Maschinistin unseres Raumers gespielt. Aber ich glaube das waren auch zwei Charaktere die bei dem allerersten Abenteuer auf einem Con unter anderen zur Auswahl standen. Ich war der einzigste der sich nach dem Con einen neuen Charakter machen musste, weil mein Charakter am Ende des Con-Abenteuers gebeten wurde sich doch gefälligst ein anderes Raumschiff auszusuchen auf dem er sich dann in Zukunft rumtreiben möge...

Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: bobibob bobsen am 8.01.2014 | 13:32
Ich habe dre Damen in meiner Runde und kann überhaupt keine präferenzen feststellen. Die eine ist vom Halborc Barbaren nach dessen Tot zur Hexerin gewechselt. Ich habe eher den eindruck das Frauen nicht so festgelegt sind und gerne mal was neues ausprobieren.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 8.01.2014 | 13:44
Mal überlegen: (Buchstabe hinter der Klasse / Archetyp bedeutet jeweils das Geschlecht des Charakters)

aktuelle Runde:


ehemalige Runden:
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 8.01.2014 | 13:48
Also, da hab ich geschlechtsunabhängig den Eindruck, dass halt fast jeder irgendwann was neues ausprobiert, wenn er nur genug spielt. Ist halt dann nur die Frage, wie lang man dabei bleibt.

Ausnahmen prüfen die Regel; ich kenn auch einen der immer und immer den selben Typ Zauberer spielen will, und komplett mauert wenn man ihm mal was anderes nahelegt.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 8.01.2014 | 13:58
Also meine Ex-Ex spielte eigentlich immer etwas mit dicken schweren Waffen, egal was egal wo. DnD bildete tatsächlich mal eine Ausnahme, da spielte sie dann aber einen Zwerg.

Meine Ex, die einen Gelehrten in der Rippers-Runde gab, spielt bevorzugt männliche Charaktere, tendiert aber meist auch zu Kämpfern.

Eine gute Freundin, die auch immer wieder dabei ist, tendiert stark zu Nahkämpfern, wobei das Geschlecht der Charaktere sehr verschieden ist.

Die anderen Spielerinnen habe ich eigentlich immer nur in einer Runde erlebt, so dass ich keine Aussage über verschiedene Präferenzen sagen kann, sondern immer nur einen Ist-Zustand abgeben kann.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: 1of3 am 8.01.2014 | 14:15
Ich kann das aus meiner anekdotischen Erkenntnis jetzt auch nicht so bestätigen. Wenn ich von meiner langjährigen D&D-Runde ausgehe:

Eine Mitspielerin bevorzugt alle Arten von naturverbundenen Charakteren, egal ob Ranger oder Barbar.
Eine andere Mitspielerin hat Magier und Kämpfer gespielt.
Eine weitere einen leicht gerüsteten Nahkämpfer (*) und einen schwer gerüsteten und ziemlich blöden Paladin.
Die dritte Ranger (*), Magier und Paladin.

(*) Bei den beiden war das ihr jeweils erster Charakter, den sie auch jeweils wirklich lange und gern gespielt haben. Sie haben sich die aber nicht in vollem Bewusstsein ausgesucht, sondern bekamen die mehr oder weniger verpasst, weil sie in die laufende Runde eingestiegen sind. Ich glaube daher eher, dass so etwas eher nicht an den Präferenzen der Spielerinnen liegt, sondern daran, dass die Frauen in diese Rollen quasi hineingedrängt werden.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Erdgeist am 8.01.2014 | 14:51
Ich habe sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern meiner bisherigen Spielrunden nur selten eine Präferenz für einen bestimmten Charaktertypus ausmachen können.
Wenn sie lange genug dabei sind und häufiger Charakter- oder Systemwechsel anstehen, haben da alle schon mal so ziemlich jede Rolle einer "typischen" Gruppe ausgefüllt.

In meiner aktuellen Gruppe sind die bisher am längsten gespielte Charaktere dreier Frauen ein Kämpfer mit großen Schwert, eine Bogenschützin, sowie eine druidische Verwandlerin, die stets an vorderster Front steht, und bei den Männern, einschließlich mir, sind es ein Schurke, ein Magier und ein Kriegskleriker.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Nachtfrost am 8.01.2014 | 14:52
Über die Jahre haben die Frauen in unseren Runden meist weibliche Charaktere gespielt. Das Cross-Gender-Spiel bewegt sich dabei anteilsmäßig geschätzt etwa auf gleichem Level wie bei den Männern.

Präferenzen von Schurkenklassen, Elfen oder Magiern kann ich keine feststellen. Aber eine Scheu vor Klassen, die mit einem Mehraufwand an Regelkenntins einhergehen: allen voran Magier, anderweitig magiebegabte Charaktere und Priester

Charaktere von Spielerinnen bei uns:

Earthdawn: Troll (Krieger)
DSA: Thorwalerin
Rolemaster: Zwerg (Kriegerin), Elfe (Kundchafterin)
Pathfinder: Mensch (Barbarin), Mensch (Hexe)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Bad Horse am 8.01.2014 | 19:31
In unserer Ars-Magica-Runde sind die richtig guten Nahkämpfer bisher alle weiblich gewesen (aber von Männern gespielt). Der einzige männliche Char, der relativ gut kämpfen kann, ist meiner.

Ansonsten haben wir in der Runde eh nur einen weiblichen Char, der von einer Frau gespielt wird; der ist noch relativ jung, will aber Nahkämpfer werden. (Grogs rechne ich jetzt mal nicht mit, die können ja alle kämpfen.)

In unserer Dresden-Files-Runde haben wir keine weiblichen Charaktere, aber unser bester Nahkämpfer wird von einer Frau gespielt.

In unserer 7th-Sea-Runde müssen wir den weiblichen Charakter immer zurückhalten, damit die sich nicht sofort in jeden Kampf schmeißt. Die wird nun auch von einer Frau gespielt.

Hey, bei Fulminata ist der weibliche Char ein Schleich-Char... wird aber von einem Mann gespielt. Mein Char ist ein Nahkämpfer, aber ein männlicher. :)

Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: bobibob bobsen am 8.01.2014 | 19:52
Zitat
Also, da hab ich geschlechtsunabhängig den Eindruck, dass halt fast jeder irgendwann was neues ausprobiert, wenn er nur genug spielt. Ist halt dann nur die Frage, wie lang man dabei bleibt.


Ich habe bei Frauen das Gefühl das diese Präferenzlos an die Charakterwahl herangehen. Männer haben meist Vorlieben die dann variert werden. Es muß nicht immer der klassische Krieger sein es wird auch mal ein Ranger oder Barbar gespielt. Die Grundausrichtung bleibt aber häufig gleich.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Infernal Teddy am 8.01.2014 | 20:49
Öhm... sind denn schon wieder 80s-Wochen?
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 8.01.2014 | 20:53
Hm, das geht ja hier schon ziemlich durcheinander, evtl müsst man sich da doch einen Umfragemodus ausdenken.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: D. M_Athair am 9.01.2014 | 01:29
Im Gedächtnis geblieben sind mir:

WFRP 2nd: Fanatiker, Köhlerin, Pilgerin, Dienstmädchen/Betrügerin (alles Menschen)
Schattenjäger: Tech-Priesterin, Psionikerin (Biomantie)
Earthdawn: Druidin (Mensch), Schützin (Windling), Scout (Elfe)
Prince Valiant: Wikinger-Kriegerin
RISUS Märchen: Prinzessin
Narnia RPG: Dryade
cD&D: Kriegerin (mit Hund)
Savage Star Wars: "Freihändlerin" a la Han Solo, Rebellen-Kriegerin
DSA 4.X: Hexe, Hesinde-Geweihte
Ghostbusters International: Soziales Chamälion

... gespielt von 12 verschiedenen Frauen.
Die einzige Nische, die mir bisher als fehlend auffällt: Klerikerin/Heilerin
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Callisto n/a am 9.01.2014 | 01:41
... gespielt von 12 verschiedenen Frauen.
Die einzige Nische, die mir bisher als fehlend auffällt: Klerikerin/Heilerin
Ich hab mal ne Halblingsheilerin in Midgard gespielt.

Irgendwie denke ich, dass wir entweder zu wenig Menschen im Hobby sind um da groß repräsentativ werden zu können und das wahrscheinlich das Geschlecht da die kleinste Rolle spielt. Wer seit einem Jahr RPGs spielt wird sicher auch andere Charaktere präferieren, als jemand der 10 oder mehr Jahre spielt (und zwar nicht wegen dem Alter, sondern weil man die Sachen seiner Anfangszeit ja schon gespielt und daher mal was anderes ausprobieren möchte. Kann ich mir vorstellen). Das geht Frauen da also sicher nicht anders. Männer sind ja auch nur Frauen.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 9.01.2014 | 02:00
Ich kann meine Erfahrungen da zwar nicht mehr lückenlos rekonstruieren, aber soweit ich mich entsinne (jede Spielerin nur einmal zählend, mit dem beliebtesten Archetyp)

DSA: Auelfe, Hexe, Amazone
Shadowrun: Stealth Adeptin, Schamanin, Covert-Ops Specialist
AD&D/D&D/PF: Ranger, Rogue, Druid, Rogue, Thief
Conan: Thief, Scholar, Pirate, Temptress, Schwertkämpferin.

Davon haben nur 2 Spielerinnen bei mehreren Systemen mitgespielt, der Rest ist "uniq". Oneshots habe ich ignoriert.
Achja, eine hat noch in einer anderen Gruppe eine Gnom-Paladose gespielt, möglichst pazifistisch.

Ich bild mir ein ich hätt noch was vergessen, aber heut ists wohl schon zu spät.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Kearin am 9.01.2014 | 08:29
Also für die Zeit als die Damen und Herren noch jünger waren, komme ich zur selben Beobachtung. Heutzutage hat sich das aber weitestgehend aufgelöst.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Sid am 9.01.2014 | 09:36
Mir ist eine Sache besonders aufgefallen, wahrscheinlich nur ein Zufall, doch sehr bemerkenswert:

Sämtliche sprachaffine Charaktäre wie Linguisten, Xenosprachwissenschaftler usw. die mir jemals
als SC begegnet sind, wurden stets von weiblichen Spielern verkörpert.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Ursus Piscis am 9.01.2014 | 09:39
Ich habe es so in Erinnerung, dass Frauen bei uns systemunabhänigig ausnahmslos Schurkinnen (Diebinnen/Assassininnen) bzw. Zauberkundige gespielt haben.
Iirc war tatsächlich keine einzige Nahkämpferin (damage dealerin oder tank) dabei.

Insofern kann ich Beobachtung von Feuersänger nachvollziehen, wobei ich allerdings nicht weiß, ob auch tatsächlich die genanten Gründe dahinter stehen - oder ganz andere ...  ::)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Grey am 9.01.2014 | 10:37
Meine Frau spielt sehr gern den Ein-Mann-Tank, alles vom Marine bis zum Highlandkrieger mit Bihänder, aber die ist in Bezug auf feminines Verhalten ohnehin nur bedingt repräsentativ.

Wenn ich ansonsten meine Erinnerungsliste durchgehe, haben meine weiblichen Mitspielerinnen (in der Fantasy) folgende Charakterklassen besetzt:

Spielerin 1: Seefahrerin.
2: Magierin.
3: Klerikerin, Heilerin.
4: Kampfzwerg (männlich, allerdings nicht sehr überzeugend gespielt), Bardin.
5: Assassinin.
6: Kampfzwergin, Waldläuferin.
7: Kriegerin (egal welche Charklasse es eigentlich sein sollte -- die Dame war eine ziemliche Powergamerin).

Eine Überzahl der "sneaky" Kämpfertypen kann ich da jetzt nicht ausmachen. Direkte Attacke von vorn scheint auch bei den Frauen durchaus beliebt zu sein.

EDIT: Oder ist das nur weibliche Hinterlist, damit wir mit dem heimtückischen Angriff von hinten nicht mehr rechnen? ~;D
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Teylen am 9.01.2014 | 11:51
Nach etwas überlegen bin ich darauf gekommen das man eine Tendenz per Spielerin entdecken könnte, aber nicht per Geschlecht. Zumindest in Vampire ist der Charakter mit jeweils den meisten Sprachen (quasi der Gruppen-Gelehrte) in allen Fällen (Maskerade, Dark Age) der eines männlichen Spieler.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Shihan am 9.01.2014 | 12:30
Meiner Erfahrung nach korreliert das eher mit dem Alter. Jüngere Spieler wollen oft (subjektives oft) gerne den sneaky-stealthy-Assassins-Creed-Charakter haben, der vor allem elegant dabei aussieht, während er böse Dinge tut. Mit dem Alter (wieder nur meine subjektiven Erfahrungen) ändert sich das etwas.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Mitspielerin, die in unserer damaligen DSA-Runde immer die Flintenweiber gespielt hat. Die wollte nur Charaktere haben, die auch in jedem Fall zutreten und zuschlagen können, je größer die Waffe, desto besser.
Allerdings entsprach das irgendwie auch ihrem Charakter (sie hatte auch lange Jahre Erfahrung im Kick-Boxen).


Alles in allem würde ich diese Erwartungen nicht an das Geschlecht hängen. Aber es ist auch schwer, hier repräsentativ zu bleiben.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: chad vader am 9.01.2014 | 12:34
Unter den Kämpferklassen, sowieso schon eher in der Minderheit, werden mit großem, _großem_ Abstand Fernkämpfer bevorzugt. Gerne auch in Kombination mit obigem Sneaky/Stealthy Aspekt.
Extrem selten hingegen sind Nahkämpfer ohne Stealth-Skills unter der weiblichen Spielerschaft vertreten.
Hab derzeit nur eine biologisch-weibliche Spielerin und zwar in meiner 50 Fathoms Kampagne. Schon seit dem ersten Treffen hat sie klar signalisiert, dass sie Bock auf ne Frontsau hat. Als Halbork-Kämpferin mit einem Schwert in jeder Hand beschützt Sie ihre eher männlichen Gefährten - einen Magier, einen Schütze/Seefahrer und einen Schurken/Dieb.

Die letzte biologisch-weibliche Mitspielerin davor hatte eine Paladinin gespielt.

Das nächstliegende zu ner weiblichen Spielerin, was ich sonst habe, ist noch ein Transgender-Mitspieler/Mitspielerin. Er/Sie spielt in der Regel weibliche Chars mit guten bis sehr guten Nahkampfqualitäten.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 9.01.2014 | 12:38
Bei D&D und ähnlichen Spielen haben ALLE meine Spielerinnen mit mir als SL bis auf eine einzige (Halborkbarbarin) hauptsächlich Schurkinnen gespielt, insbesondere neue Spielerinnen. In Runden unter einem anderen Spielleiter war es dann jeweils naturverbundene einsame Seele (Werewolf) oder Halbvampirhexendingsbums (Pathfinder).
Immer eine gewisse Zwielichtsromantik.

Bei D&D-Varianten ist mir aufgefallen, dass die Illustrationen zu Schurken fast immer Frauen zeigen. Gerade neue Spielerinnen lassen sich vielleicht davon beeinflussen.

Zudem: Je jünger, desto mehr "Ich will Meuchler sein".
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Urias am 9.01.2014 | 14:12
Zudem: Je jünger, desto mehr "Ich will Meuchler sein".

Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Als ich noch jünger war bin ich allen mit meinen "Oh ich bin so ein pöser Meuchler"-Charakteren auf den Sack gegangen. Jaja, ich war jung und dumm. Aber man hat mich zurechtgestutzt und da bin ich auch ganz froh drüber.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: cromo am 9.01.2014 | 14:38
Ich werfe einfach mal drei Hypothese in den Raum.

Einerseits könnte es daran liegen, dass Spielerinnen sich tendenziell eher "in die Gruppe" einfügen. In vielen Fällen ist der Kraftprotz einfach als erstes belegt, häufig von einem männlichen Spieler, und es wird dann geschaut, wie man sich sinnvoll in die Gruppenkonstellation einfügen kann.

Andererseits würde ich auf mediale Vorbilder hinweisen. Über die meisten Genre hinweg sind Frauen eher die stealthy/ sneaky/ smart/ magic Charaktere mit weniger physischer Kraft als die männlichen Protagonisten. Das beeinflusst natürlich ebenfalls. In vielen Regelwerken findet man bei den Beispielcharakteren auch genau diese Aufteilung. Das beeinflusst natürlich eine Anfängerin, die neu ins Hobby kommt ebenfalls.

Davon abgesehen, denke ich nicht, dass dem so sein muss. Es gibt einfach mehr Männer als Frauen im Hobby und so fällt die Charkterwahl der Männer einfach nicht als Besonderheit auf, während auf die Charakterwahl der Frauen detaillierter geachtet wird. Jedenfalls habe ich schon mehrere Diskussionen über die Charakterwahl von Spielerinnen mitbekommen, während das Geschlecht bei der Auswahl von Männern halt als "die Norm" gesehen und nicht diskutiert wird.

(Ansonsten: Tachen! Ich geh dann wieder in die Ecke des Forums, wo ich still bin.  ;D)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Thandbar am 9.01.2014 | 15:09
Einerseits könnte es daran liegen, dass Spielerinnen sich tendenziell eher "in die Gruppe" einfügen. In vielen Fällen ist der Kraftprotz einfach als erstes belegt, häufig von einem männlichen Spieler, und es wird dann geschaut, wie man sich sinnvoll in die Gruppenkonstellation einfügen kann.

Von meiner alten WoW-Gilde her kenne ich es sogar so, dass dieses Sich-Einfügen den Frauen sogar regelrecht aufgezwungen wurde. Bei zwei Hexenmeistern musste dann der weibliche Mitspieler auf nen Priester umsatteln, nachdem der männliche sein Damagemeter-Geprahle lang genug im Chat abgerollte hatte. (Im übrigen wurde der einzige Krieger in der Gilde von einer Frau gesteuert, und die Schurken lagen allesamt in Männerhänden.)

Zitat
Andererseits würde ich auf mediale Vorbilder hinweisen. Über die meisten Genre hinweg sind Frauen eher die stealthy/ sneaky/ smart/ magic Charaktere mit weniger physischer Kraft als die männlichen Protagonisten. Das beeinflusst natürlich ebenfalls.

Absolut! Wer - wie meine Freundin - Lady Oscar und Lina Inverse gerne mag, scheut auch vor Schwertgefechten nicht zurück.
In meiner langjährigen L5R-Runde waren die Haudraufs übrigens die Damen, und Mönch und Schleicher/Bogenschütze/Sushivergifter wurden von zwei Herren gegeben.

Zitat
Davon abgesehen, denke ich nicht, dass dem so sein muss. Es gibt einfach mehr Männer als Frauen im Hobby und so fällt die Charkterwahl der Männer einfach nicht als Besonderheit auf, während auf die Charakterwahl der Frauen detaillierter geachtet wird. Jedenfalls habe ich schon mehrere Diskussionen über die Charakterwahl von Spielerinnen mitbekommen, während das Geschlecht bei der Auswahl von Männern halt als "die Norm" gesehen und nicht diskutiert wird.

Großes +1.

Wobei ich an mir selber vorstelle, dass ich für meinen Teil ebenfalls einen wohl stark altersbedingten Wandel vom Untoten/Dämonen-Zocker zum Druidenspieler hin gemacht habe. Führte ich früher die Geißel an, sind es nun die Nachtelfen.
 
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Pyromancer am 9.01.2014 | 15:14
Hier mal meine Stichprobe der von Spielerinnen gespielten Charaktere aus den Kampagnen, an die ich mich spontan erinnere:

Midgard: Söldnerin, Nordland-Barbarin
Midgard: Söldnerin, Druide, Ordenskriegerin, Heilerin
Necropolis: Anführerin, Heavy-Weapon-Dude, Sanitäterin, Sprengpionier
Traveller: adelige Göre
Engel: alles außer dem Michaeliten
Savage Worlds Midgard: Schurkin
Savage Worlds Midgard: Faustkämpfer, Bardin

Und als Gegenprobe die von Spielern gespielten Charaktere:
Midgard: Ordenskrieger, Ordensritter, Hexer, Magier
Midgard: Söldner, Barde
Necropolis: Heavy-Weapon-Dude, Scharfschütze
Traveller: Raumflotten-General, Scout
Engel: Michaelit
Savage Worlds: Magier, Kämpfer, Kämpfer, Ranger
Savage Worlds: Priester, Magierin, Schurke, Krieger

Wenn ich da Tendenzen festlegen müsste, wüsste ich nicht, wie.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 9.01.2014 | 17:15
Bei dir würde ich sagen, tendieren alle Spieler irgendwie sehr stark zu Haudraufs. :p
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Bad Horse am 9.01.2014 | 18:37
Mir ist eine Sache besonders aufgefallen, wahrscheinlich nur ein Zufall, doch sehr bemerkenswert:

Sämtliche sprachaffine Charaktäre wie Linguisten, Xenosprachwissenschaftler usw. die mir jemals
als SC begegnet sind, wurden stets von weiblichen Spielern verkörpert.

Find ich interessant. Mir fällt jetzt leider niemand außer mir ein, der einen wirklich sprachaffinen Char gespielt hat (was deine These zumindest vage untermauern würde).

Wie sieht es denn bei den Herren hier aus? Da sind doch genug Leute dabei, die zumindest im RL sprachaffin sind - habt ihr das je auf einen Char übertragen?
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 9.01.2014 | 18:43
Ich einige Male, ja. Auch sehr gerne historisch versierte Charaktere. Der Daniel Jackson-Typ wie im Star-Gate-Film wurde von mir oft verkörpert.
Ich kenne leider keine sprachaffine Rollenspielerin aus eigener Spielerfahrung, noch eine, die jemals solche Charaktere gespielt hätte.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 9.01.2014 | 18:43
Ich war mal mit einer Spielerin in einer Runde, deren Char konnte wirklich fast alle Sprachen der Kampagnenwelt. Aber das war eine.

In meiner aktuellen Runde ist das Sprachengenie ein Mann gespielt von einem Mann.

Ich selbst neige bei meinen Gelehrten Chars meist zu einer guten Auswahl an Sprachen, idealerweise exotischen Sprachen.

So hat in Rippers mein deutscher verrückter Wissenschaftler zum Beispiel Sorbisch als Sprache beherrscht.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Saffron am 9.01.2014 | 19:48
Ich kann mich nur auf die ca. 5 Frauen und 5 Männer beziehen, die im Lauf der Zeit Mitglieder meiner festen Rollenspielgruppe gewesen sind. Aber da ist es dann immerhin auch ein Zeitraum von rd. 20 Jahren, über den ich spreche.

Mein Fazit daraus: Total gemischt, ich kann da keine eindeutigen Vorlieben bei den  männlichen oder weiblichen Spielern ablesen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir viele Jahre lang Standard-Fantasy gespielt haben. Da kennt man halt seine Lieblingsklassen in- und auswendig und ist dann auch bereit, mal etwas ganz anderes auszuprobieren.

Ich würde eher einen anderen Zusammenhang feststellen (leider nicht geschlechterspezifisch, ich hoffe, das ist nicht zu sehr off-topic):

Die Spielern, die sich auch außerhalb des Spiele-Abends gern mal mit Rollenspiel beschäftigen spielen gerne Multi-class oder zumindest Charaktere, die ein breites Spektrum an Fähigkeiten haben, bei denen man viele verschiedene Möglichkeiten hat. Diejenigen, die ich in Richtung Casual Gamer schieben würde, und die nach Jahren immer noch nicht alle Regeln kennen, spielen lieber einen Charakter, der sich auf eine Klasse konzentriert. Ich glaube aber nicht, dass das nur Faulheit ist, weil man keine Lust hat, sich mit mehr Regeln zu belasten. Denn oft  erstreckt sich dieser Wunsch nach einer gewissen Gradlinigkeit auch auf die Persönlichkeit des Charakters: Die Ein-Klassen-Charaktere haben oft auch von der Persönlichkeit her ein, zwei ganz ausgeprägte Züge; sie sind eher plakativ, und man bekommt schnell ein Bild von ihnen. Die Jack-of-all-trades-Charaktere sind eher „tiefe Wasser“, bei denen dem man nicht auf den ersten Blick erkennt, was für eine Persönlichkeit dahinter steckt.

Spannend wäre auch noch die Frage nach der Gesinnung: Ich sehe bei Spielern oft eine Tendenz, entweder immer sehr heldenhafte, ritterliche, selbstlose Charaktere zu spielen oder eben zwielichtige, die zwar guter Gesinnung sind es aber mit dem Gesetz nicht so genau nehmen, die versuchen, ein größeres Stück von der Beute abzubekommen, oder die auch mal feige sind. Allerdings kann ich auch hier keine Präferenz bei den Geschlechtern sehen, sondern sehe eher, dass Spieler X oder Spielerin Y eben so gestrickt sind.

Sorry, aber die Anfangsthese kann ich so nicht bestätigen.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Archoangel am 9.01.2014 | 20:04
Die häufigsten fantasy-Standardcharaktere weiblicher Mitspieler an die ich mich erinnere waren (in zufälliger Reihenfolge):

-Magier
-Kleriker/Druide
-Barbar
-Kämpfer

früher ... ganz ganz früher in DSA:

-Hexe
-Amazone
-Elfe

... aber DSA war da eben einzigartig; sie haben ja quasi reine Mädels-Klassen eingebaut.

im Vergleich dazu die häufigeren Clans bei Vampire:

-Gangrel
-Brujah
-Lasombra
-Toreador

Zu deiner Grundannahme:

Ich kann mich an keine einzige Schurkin erinnern; beliebt waren eher die reinen Klopper, oder die Klopper, die auch zaubern können. Die Häufigsten, vom Weibsvolk gespielten Charaktere überhaupt waren Kleriker und Lasombra - zumindest eben in meinen Jahrzehnten und Gruppen. Meine Frau bevorzugte früher eigentlich Waldläufer/Gangrel, aber ihre Waldis waren eigentlich immer die Zweiwaffen-Tussen; Druiden wurden wegen Wildshape in 3.X plötzlich interessant ...
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Auribiel am 9.01.2014 | 20:28
@Feuersänger:

Unbefangen, d.h. ohne die anderen Posts gelesen zu haben:


In meiner Runde spielt(e) die weibliche Belegschaft:

8x Krieger
2x Krieger+ Stealthy
2x Jäger
2x Schurke
2x Geweihte
1x Waldläufer
1x Barde


Magische Professionen:

4x Heilung
5x Kampf
3x Sonstiges



Rein subjektiv:

Meiner Beobachtung nach spielen besonders die Frauen (auf Männer kann ich mich aufgrund der geringen Datenlage nicht beziehen) einen Schurken, die sich noch nicht sehr gut mit dem Rollenspiel auskennen. Jedenfalls fällt es mir frapierend auf, dass die meisten Neuzugänge (oder auch die, die keine Lust hatten, sich längerfristig mit den Regeln zu beschäftigen) bevorzugt einen Schurken gespielt haben bzw. noch spielen.
Ich vermute, dass dies in der Tat die von dir aufgezählten Gründe hat - sie wollen nicht einstecken müssen. Meiner Meinung nach begründet sich dies darin, dass sie noch keine Erfahrungswerte dahingegend haben, wie schwer der Schaden denn ausfallen würde und welche Konsequenzen dies für ihren Char hat. Je vertrauter sie hingegen mit System UND SL sind, desto breiter (und kriegerischer) streut die Wahl.
Anderer Grund, den ich meine beobachtet zu haben: Gerade zu Beginn möchten sich Neulinge beim Rollenspiel auch ausleben - auch im Hinblick auf den Bruch mit moralischen Vorstellungen. Man empfindet es offenbar besonders als Neulingen sehr interessant, in Häuser einzusteigen und wertvolle Dinge zu neppen. Einige Mitspieler bekommen da ganz glänzende Augen dabei, allein wenn sie schon so einen Einbruch nur planen. ;)
Mit der Zeit verliert sich das und es ist nicht mehr so spannend Thief zu spielen, dann rückt mehr das andere in den Mittelpunkt.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Grey am 9.01.2014 | 21:18
Wie sieht es denn bei den Herren hier aus? Da sind doch genug Leute dabei, die zumindest im RL sprachaffin sind - habt ihr das je auf einen Char übertragen?
Hab' ich, auf zwei M:tAs-Charaktere. Der eine spricht im wesentlichen dasselbe Sortiment wie ich (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch); der andere spricht noch mal deutlich mehr (wenn auch andere) Sprachen als ich. Mit der SL habe ich damals, anstatt ernsthaft sechzehn Sprachen in den Bogen einzutragen, einfach ausgemacht, der Charakter spricht "alles an lebenden und toten Sprachen, was es im nahen Osten so gibt". ;)

Außerdem habe ich ein gewisses Faible für einen meiner Fantasy-NSCs, Typ Renaissanceherrscher. Der spricht auch so ziemlich alle Sprachen meiner Spielwelt ...
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: גליטצער am 9.01.2014 | 21:45
Meiner Erfahrung nach spielt die absolute Mehrheit (also >50%) der Damen vorzugsweise "Schurken" - also Typus "sneaky & stealthy"; egal ob nun als epynome Rogue in D&D oder als Covert-Ops Specialist in Shadowrun.
Bei Magic Usern (auch wenn sie nun Psi, Mutanten oder sonstwie heißen) ist mir keine besondere Tendenz aufgefallen.
Unter den Kämpferklassen, sowieso schon eher in der Minderheit, werden mit großem, _großem_ Abstand Fernkämpfer bevorzugt. Gerne auch in Kombination mit obigem Sneaky/Stealthy Aspekt.
Extrem selten hingegen sind Nahkämpfer ohne Stealth-Skills unter der weiblichen Spielerschaft vertreten.
Verflucht, ich bin wohl doch eine Frau  :o
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Skeeve am 9.01.2014 | 23:20
Anderer Grund, den ich meine beobachtet zu haben: Gerade zu Beginn möchten sich Neulinge beim Rollenspiel auch ausleben - auch im Hinblick auf den Bruch mit moralischen Vorstellungen. Man empfindet es offenbar besonders als Neulingen sehr interessant, in Häuser einzusteigen und wertvolle Dinge zu neppen. Einige Mitspieler bekommen da ganz glänzende Augen dabei, allein wenn sie schon so einen Einbruch nur planen. ;)
Mit der Zeit verliert sich das und es ist nicht mehr so spannend Thief zu spielen, dann rückt mehr das andere in den Mittelpunkt.

Mein erster Charakter war vermutlich ein Kämpfer (weil damals bei D&D die unkomplizierteste Klasse) und vermutlich ein Mensch, in den folgenden Jahren hatte ich ich dann die anderen Klassen und Rassen ausprobert. Aber in den letzten Jahren hatte ich zwar in der einen AD&DRunde noch meinen Kleriker weiter gespielt, aber bei anderen AD&D/D&D3.5 Runden waren es nur noch "neugierige" Charaktere (und hatte mich immer geärgert dass ich bei der Charaktererschaffung einige Prozentpunkte auf "Taschendiebstahl" verbraten musste, die hätte ich lieber in "Klettern" und "Schlösser knacken" investiert.) Das ewige dumpfe draufklopfen auf den Gegner, die ewige Buchhaltung bei den Sprüchen und das ewige Heilen beim Kleriker wurde dann langweilig, dann rückte das andere in den Mittelpunkt. ;)

Das ging bei mir los, nachdem ich die Midkemia-Romane "Der Dieb von Krondor" und "Die Gilde des Todes" von Raymond Feist gelesen hatte in denen "Jimmy die Hand" bzw. "James" eine große Rolle spielte. Keine Ahnung ob mich nben "Jimmy die Hand" und Robin Hood noch andere Schurken/Einbrecher aus Film/Literatur/Computerspiel inspirierten. das sind die einzigen an die ich mich jetzt noch erinnern kann.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Sashael am 9.01.2014 | 23:32
Die Rollenspielerinnen, mit denen ich so gespielt habe, hatten (iirc) folgende Chars
SR  Streetsam mit Hang zum Labern

Aberrant 1) Fliegendes Killervieh, so stealthy wie eine Supernova
2) Heilerin, Pazifistin, Luftelementaristin ... wehte immer nur als Wind durch die Gegend

GURPS 1) Söldnerin mit seeeehr lockerem Abzugsfinger
2) viele verschiedene SCs mit meist verspieltem kindlichen Charakter

D&D 1) brachiale Halb-Ork Barbarin mit Zweihandaxt und der Tendenz zum CHAAAAAAARGE
2) Paladina mit Tendenz zum SMITE EVIL!
3) Druidin, sneaky, stealthy und HACK-SLASH-RIP
4) Heilerin aus Not
5) Sorceress

SaWo Kämpferin mit Zweihandhammer (die D&D-Heilerin, die an dieser Frontsau wesentlich mehr Spaß hat)

Warhammer 1) Stadtwache mit großer Hellebarde, die man zum Zuschlagen benutzt. Immer und immer wieder.
2) Ulric-Priest, so subtil wie ein Kriegshammer

M&M 1) Tierempathin mit Hang zum Schleichen
2) Schatten-Elementaristin, seeehr sneaky und stealthy

Meine Ex-Ex spielt gern brachiale Schlägerinnen. Meine Ex gerne agile Todbringer.

Hm ... eine geschlechtsspezifische Zuordnung ist da jetzt nicht so auszumachen.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Auribiel am 10.01.2014 | 00:51
Mein erster Charakter war vermutlich ein Kämpfer (weil damals bei D&D die unkomplizierteste Klasse) und vermutlich ein Mensch, in den folgenden Jahren hatte ich ich dann die anderen Klassen und Rassen ausprobert. Aber in den letzten Jahren hatte ich zwar in der einen AD&DRunde noch meinen Kleriker weiter gespielt, aber bei anderen AD&D/D&D3.5 Runden waren es nur noch "neugierige" Charaktere (und hatte mich immer geärgert dass ich bei der Charaktererschaffung einige Prozentpunkte auf "Taschendiebstahl" verbraten musste, die hätte ich lieber in "Klettern" und "Schlösser knacken" investiert.) Das ewige dumpfe draufklopfen auf den Gegner, die ewige Buchhaltung bei den Sprüchen und das ewige Heilen beim Kleriker wurde dann langweilig, dann rückte das andere in den Mittelpunkt. ;)

Das ging bei mir los, nachdem ich die Midkemia-Romane "Der Dieb von Krondor" und "Die Gilde des Todes" von Raymond Feist gelesen hatte in denen "Jimmy die Hand" bzw. "James" eine große Rolle spielte. Keine Ahnung ob mich nben "Jimmy die Hand" und Robin Hood noch andere Schurken/Einbrecher aus Film/Literatur/Computerspiel inspirierten. das sind die einzigen an die ich mich jetzt noch erinnern kann.


Na vielleicht haben diese Neulinge vorher auch einfach zuviele Diebesromane gelesen? Sollte ich mal untersuchen, danke für die Idee! :)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 10.01.2014 | 08:10
Also ich hab auch, geschlechtsunabhängig, erlebt, dass Spieler, die wenig spielen/gespielt haben (relative Neulinge und alte Hase) auch oft in Schurkenrichtung tendieren. Wobei die genaue Formulierung immer fast wortgenau "Ich würde gerne sowas wie ein Geheimagenten* spielen!" war. Ich hab mich immer gefragt, woher diese Motivation eigentlich stammt, da ich persönlich nie viel für solche Konzepte übrig hatte.

*aka. gruppeninkompatibeler James Bond
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Cassiopeia am 10.01.2014 | 08:52
"Ich würde gerne sowas wie ein Geheimagenten spielen!" war. Ich hab mich immer gefragt, woher diese Motivation eigentlich stammt.

Weil genau solche Typen die Helden in den üblichen Abenteuer/Action/Thriller-Filmen sind ?

Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 10.01.2014 | 10:44
Kann jemand sich die Arbeit machen und mal alle Antworten des Threads auswerten? Vielleicht können wir schon allgemeine Tendenzen oder einen Mangel an solchen feststellen. OP?
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 10.01.2014 | 11:53
Also, nach meinem aktuellen Eindruck scheint es da keinen allgemeingültigen Trend zu geben. Es haben sich doch relativ viele Leute gemeldet, die den Trend nicht bestätigen. Die neue Hypothese, dass es vor allem die Neulinge und unerfahrenen Spieler sind, die zu Schurken neigen, finde ich nicht ganz unplausibel.

Ich schau mal, ob ich da was rausdestillieren kann.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 10.01.2014 | 11:57
Ich frage mich, ob die Umfrage dadurch beeinflusst wird, dass möglicherweise besonders diejenigen einen Wortbeitrag verfassen, die sich von der Anfangsthese abheben wollen, etwas "Interessantes" sagen möchten. Eine normale Umfrage wäre vielleicht repräsentativer gewesen. Meine Vermutung ist, dass Leute mit einer Standarderfahrung eher bereit sind, nur ein Häkchen zu setzen, als sich die Mühe zu machen, extra zu schreiben, dass alles wie angenommen abgelaufen ist. Zudem sind Wortbeiträge namentlich, Umfragen anonym, also weniger mit Außenwirkung durch Hervortun verbunden.
Gibt es Beobachtungen, die diesem vermutete Phänomen entsprechen oder es widerlegen? Das wäre für die Statistik von Forenbefragungen allgemein interessant.

Auf genaue Nachfrage bei meinen Mitspielleitern im Umkreis kam nämlich tatsächlich heraus, dass die meisten nur Schurkencharaktere bei in der Regel kleinwüchsigen Rassen bei Frauen hatten, neben ein paar Heilern. Bei Männern gab es entweder die Zwergenfraktion (und Entsprechungen des zähen Haudraufs in anderen Settings) oder den total abgehobenen Akademiker (Zauberer, Mad Scientist).
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Teylen am 10.01.2014 | 12:01
Uhm, dann mach einfach eine Umfrage?  8)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 10.01.2014 | 12:05
Ich frage mich, ob die Umfrage dadurch beeinflusst wird, dass möglicherweise besonders diejenigen einen Wortbeitrag verfassen, die sich von der Anfangsthese abheben wollen, etwas "Interessantes" sagen möchten.

Danke, genau das wollte ich eben auch nachtragen. Das ist ein ganz normales Phänomen. Sieht man z.B. auch beim aktuellen Thread zur Charaktergenerierung im D&D-Board: im Thread beteiligen sich sehr stark Anhänger von Methode A, in der Umfrage jedoch erringt Methode B eine erdrückende Mehrheit. Läse man nur den Thread, würde man denken, "A" wäre mindestens genauso beliebt wie "B".

Ich nehme Vorschläge zur Formulierung der Umfrage und Antwortoptionen entgegen (oder meinetwegen kann es auch jemand anders in die Hand nehmen).
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 10.01.2014 | 12:14
"Frauen spielen im Rollenspiel meiner Erfahrung nach vor allem ...
... kampfstarke Charaktere (Nahkampf, direktes Kloppen)
... zaubernde oder akademische Charaktere (auch Linguisten, Historiker, Journalisten)
... diebische oder schießende Charaktere (kein direkter Kampf)
... heilende oder unterstüzende Charaktere (Kleriker, Sanitäter, Barden)
----
In der Gruppe übernehmen sie am ehesten...
... die allgemeine strategische oder taktische Führung, bzw die koordinierende Rolle (Gandalf beim Hobbit, Roy bei OotS)
... eine Unterstützerrolle
... die Rolle des Wortgewandten
... eine "Spezialrolle" (alleine vorspähen, einbrechen etc)
"

Mit der Bitte um jeweils genau eine Stimme oben und unten.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: 6 am 10.01.2014 | 12:16
Danke, genau das wollte ich eben auch nachtragen. Das ist ein ganz normales Phänomen. Sieht man z.B. auch beim aktuellen Thread zur Charaktergenerierung im D&D-Board: im Thread beteiligen sich sehr stark Anhänger von Methode A, in der Umfrage jedoch erringt Methode B eine erdrückende Mehrheit. Läse man nur den Thread, würde man denken, "A" wäre mindestens genauso beliebt wie "B".
Nein. Liest man den Umfragethread und zählt die User pro und kontra, kommt man in etwa auf das Umfrageergebnis.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Feuersänger am 10.01.2014 | 12:19
Dann sind die aber eine laute Minderheit. =D
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Timberwere am 10.01.2014 | 12:24
Also für mich selbst kann ich die These so halb bestätigen.

Ich weiß, dass ich, wenn ich nicht aufpasse, gerne mal in die Schublade 'magieloser Scout/Waldläufer/Schurke' greife, wobei mein allererster Pen&Paper Charakter überhaupt ever eine Journalistin war (aber das war Chill in den 1930ern, also nix mit Fantasy) und mein zweiter Charakter ever, und das war dann der erste Fantasy-Charakter (in Warhammer First) ein plattetragender Ritter.

Aber die naturverbundenen, geschickten und nicht unintelligenten Leisetreter liegen mir irgendwie, und ich nehme sie gern als "Erstcharakter" in neuen Systemen, vielleicht, weil ich ein neues System erstmal mit seinen mundanen Regeln kennenlernen möchte, ehe ich mich in die Magieregeln vertiefe. Aber ganz generell spiele ich vollwertige Caster-Charaktere nur sehr selten, auch wenn ich darauf achte, nicht immer in dieselbe waldläuferige Nische zu fallen. So war beispielsweise mein in unserer Nachwuchsrunde länger gespielter Hellfrost-Charakter ein ziemlich dumm-einfältiger Krieger, und auch bei unserem kurzen Earthdawn-Versuch habe ich eine Troll-Nahkämpferin ausprobiert.

Bei Ars Magica muss man zaubern, klar, aber sogar da bin ich mit der nordischen Halb-Hulder wieder in die wald-/naturverbundene Ecke gerutscht.
Mein LARP-Charakter war Kartographin, die anfangs sehr bücherwurmig daherkam, dann über die Jahre auch deutlich mehr verwaldläuferte und sich Fähigkeiten in der Kräuterheilkunde aneignete.

Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Teylen am 10.01.2014 | 12:25
Mit der Bitte um jeweils genau eine Stimme oben und unten.
Das führt dazu das Gruppen in denen Frauen alle mögliche Charaktere übernehmen / wechselende Rollen haben bzw. einfach nicht so festgelegt sind nicht antworten können.
Bei den Gruppenrollen fehlt die kämpfende Rolle.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Arldwulf am 10.01.2014 | 12:26
Dann sind die aber eine laute Minderheit. =D

Ist auch einfach eine Frage wen man wie zählt. Die Komplexität von Meinungen lässt sich in Umfragen schwer abbilden, und genausoschwer ist es anhand einer Argumentation gleich auf feststehende und allgemeingültige Meinungen zu schließen.

Trifft ja hier auch zu. Aus der bloßen Häufigkeit in der bestimmte Charakterkonzepte gespielt werden kann man noch nicht - oder nur sehr spekulativ - darauf schließen warum sie gespielt werden.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 10.01.2014 | 12:28
Das führt dazu das Gruppen in denen Frauen alle mögliche Charaktere übernehmen / wechselende Rollen haben bzw. einfach nicht so festgelegt sind nicht antworten können.
Bei den Gruppenrollen fehlt die kämpfende Rolle.

Ich wollte oben die Klasse des Charakters und unten die Funktion der Spielerin für die Gruppe insgesamt drin haben.

Gut, ich dachte, mit der Formulierung "vor allem" wäre klar, dass die allerhäufigste Klasse genannt werden soll. Aber es stimmt schon, es fehlt die Option, keine Präferenz angeben zu können. Also ändern wir das "welche Rollen wurden häufig von Frauen übernommen" oder so.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Teylen am 10.01.2014 | 12:35
Gut, ich dachte, mit der Formulierung "vor allem" wäre klar, dass die allerhäufigste Klasse genannt werden soll. Aber es stimmt schon, es fehlt die Option, keine Präferenz angeben zu können. Also ändern wir das "welche Rollen wurden häufig von Frauen übernommen" oder so.
Die Herausforderung ist doch wenn man eine Gruppe hat oder kennt in dem es keine Korrelation zwischen Rollen und Geschlecht gibt bzw. das Klassen/Rollenpräferenzen nicht geschlechtsspezifisch sind.

Das heißt ich habe versucht meine Vampire Runde zu betrachten (3 weibliche Spieler, 3 männliche) und bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.
Das heißt wir (Frauen) verteilen uns in der einzelnen Runde auf jeweils eine Ecke.
Wenn wir ein anderes (Vampire)-Setting/System spielen, wird es mitunter eine andere Ecke.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Skeeve am 10.01.2014 | 12:51
"Frauen spielen im Rollenspiel meiner Erfahrung nach vor allem ...
... kampfstarke Charaktere (Nahkampf, direktes Kloppen)
... zaubernde oder akademische Charaktere (auch Linguisten, Historiker, Journalisten)
... diebische oder schießende Charaktere (kein direkter Kampf)
... heilende oder unterstüzende Charaktere (Kleriker, Sanitäter, Barden)
----
In der Gruppe übernehmen sie am ehesten...
... die allgemeine strategische oder taktische Führung, bzw die koordinierende Rolle (Gandalf beim Hobbit, Roy bei OotS)
... eine Unterstützerrolle
... die Rolle des Wortgewandten
... eine "Spezialrolle" (alleine vorspähen, einbrechen etc)
"

Mit der Bitte um jeweils genau eine Stimme oben und unten.

Jeder nur ein Kreuz oben und unten?

Ich mache oben dann ein großes X für die elfische Klerikerin die im Kampf entweder mit ihrem Langbogen schießt oder ein paar magische Geschosse zaubert und während dem Kampf arkan oder nach dem Kampf entweder mundan oder arkan (wenn noch Machtpunkte vorhanden) die Verwundeten heilt.  ;D Sie hat auch noch einen Streitkolben, aber von dem wird seltener Gebrauch gemacht was aber auch daran liegt dass ich meine NSCs relativ schlecht auf Nahkampf-Entfernung an die Gruppe heran bekomme. Die meisten Charaktere in der Runde können genauos gut Schiessen wie Kämpfen.

Aber die besagte elfische Klerikerin ist auch nur ein Charakter einer Frau aus einer Runde. Also passt das weder zum  "meiner Erfahrung nach", noch zum "überwiegend" aus der obigen Frage.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Khouni am 10.01.2014 | 13:24
Jop Skeeve, Teylen hat schon angemerkt, dass das so nichts wird. Wir brauchen eine bessere Umfrage. :)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Skeeve am 10.01.2014 | 14:21
Naja, wie gesagt: wenn man das Kreuz so groß macht das es über mehrere Zeilen geht.  :) Wobei die Klerikerin ja eigentlich gar nicht zaubert, sondern sich nur Wunder(t).  ;) Also nur ein Kreuz für die unteren zwei Zeilen.

Aber mit meiner einen Runde habe ich eigentlich sowieso zu wenige Erfahrungswerte um hier mit reden zu können und die Erinnerung an die vergangenen D&D-Spieler-Jahre ist in dieser Hinsicht zu verschwommen.
Ich bekommen da nicht mal mehr meine eigenen Charaktere zusammen, geschweige den die der einen Frau in der einen oder anderen Runde. Wobei wir in der einen Runde auch recht häufig neue Charaktere machen mussten.

Aber da wurden die Werte auch ausgewürfelt (dann den Attributen zugeordnet, der höchste Wert landete wohl immer bei der Konstitution oder sie wurden auch nicht zugeordnet, sondern der Reihe nach durchgewürfelt) und meistens dann die Klasse genommen die gut zu den Werten passte und wenn man keinen guten Wert mehr hatte den man auf Weisheit packen konnte, dann wurde es eben kein Magier/kleriker. [für welchen war nochmal die Weisheit wichtig?]
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Nevermind am 20.05.2014 | 11:19
Meine Haupterfahrung liegt bei SR, ...

Die Mädels mit denen ich Jahrelang gespielt hab und die diverse Chars haben:
1. Hauptchar: Hunde-Schamanin / Nebenchars: Ex-Militär-Tank-Sam(W), FaceAttentäterin, Ratten-Schamanin, GW-Schamanin,  Herm.Magierin , Iltis-Schamanin
2. Hauptchar : ExGangerin-Jack in all Trades (Ausser Riggen und Magie) / Nebenchars: Kojoten-Schamanin / Tiersprecher-Adeptin/Einbrecher(Face)Adeptin/Ki-Mage/SprecherAdept / ExNutte-Sprecheradeptin und ein Geisterjägersam
3. Hauptchar : Wolfs-Schamanin / Nebenchars : Adeptin (Heimlichkeit) / Scharfschützin(Adeptin) / Deckerin
4. Hauptchar: Fuchs-Schamanistin / Nebenchars: Riggerin,  Söldnerin, FaceAttentäterin
5. Hauptchar: Scharfschützin / Nebenchars: Hermetikerin
Das sind nur die Chars die Aktiv gespielt werden und mindestens 50+ Karma erreicht haben.
Ansonsten ist der First Pick bei der Charerschaffung meiner Erfahrung nach sehr oft bei Schamanin oder KiDeppin.

Insoweit seh ich bei SR schon eine gewisse Tendenz zu Sneaky oder Magischen Chars.
Wobei es bei meiner Aktuellen Kampagnenrunde gemischt ist.
Die Kerle spielen AmnesieOpfer 1+2
Die Mädels spielen Troll-Datenkurier+leichterSam(W) / Zwergen-Sam /  Krähenschamanin / Ork-Sam(W)

Edith (Zeile nachgefügt)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Dragon am 20.05.2014 | 11:45
mmh interessant, lass mich mal meine Charaktere so durchgehen...

Shadowrun:
Schamane - Nahkämpfer (männlich, Troll)
Schamane - Nahkämpfer mit Gift (weiblich, Mensch)
Schamane - Ex-Pirat (männlich, Ork)
StreetSam - extrem vercybert, Stealth/Nahkampf (weiblich, Mensch und übrigens der einzige Char meiner einer der durch Tod ausgeschieden ist)
Schamane - Ex-Auftragskiller von Lofwyr (männlich, Ork) -> mein absoluter Lieblingschar, nur wegen diesem Char trauer ich etwas darum, dass wir kein SR mehr spielen  :'(
Schamane - Soldat/Sani (männlich, Ork, war aber auch eine Soldatenkampagne)
Schamane - Tiermeister (männlich, Ork)
Rigger - Menehune (Art Zwerg), weiblich

Sci-Fi:
SW - Nahkämpfer (irgend so ne Schlangenrasse^^, weiblich)
eigenes Setting - Scharfschütze/Rigger, ist aber auch im Nahkampf nicht schlecht (ne Echsenrasse, weiblich)

Necropolis:
Aufklärer/Scharfschütze - weiblich

Fantasy:
Schamanin - weiblich, Ork
Dieb/Psioniker - weiblich, Kobold

Sonstiges:
Schlangenwandler - Nahkampf, weiblich

Also, ich hab ne ausgeprägte Tendenz für magische Charaktere, wobei ich den 0815 Standard Magier nicht mag. Geschlecht ist mir egal, kommt auf den Char an. Ich hab noch nie so wirklich einen richtigen Zwerg gespielt, nur einmal kurz eine Menehune. Und ich spiele Menschen eigentlich nur, wenn ich muss und nur gaaaaanz selten freiwillig.
In der ganzen Auflistung ist nur ein Dieb, bzw. zwei Charaktere die wirklich auf Stealth ausgelegt waren.
2 Scharfschützen
und 2 Charaktere die "hauptberuflich" Nahkämpfer waren.

Ansonsten spielt in unserer Fantasyrunde noch ein Mädel mit, die spielt einen Waldläufer, Halbelf, männlich.

Wenn ich jetzt mal "meine Jungs" so durchgehe:
einer spielt immer irgendwie geartete Kämpfer, meist Nahkampf, aber auch Schützen, häufig sneaky (Sein Name ist schon synonym für diese Art Chars geworden bei uns^^)
ein anderer spielt gerne Supporter und Nicht-Kämpfer, der Geschichtenerzähler, der Computer-Nerd usw.
der Nächste mag gerne Chars die so kompliziert sind und so scharf am Setting vorbeischrammen, dass sie den SL (meist mich) gerne zum Haare raufen veranlassen, da ist das Motto: alles außer gewöhnlich!
Und der Letzte versucht immer "allrounder" zu bauen, die irgendwie alles ein bisschen können, aber nichts richtig, stellt dann im Spiel fest, dass das irgendwie nicht so läuft wie er sich das vorgestellt hat und dann wächst der Char peu a peu zum mega Nahkämpfer, oder er baut gleich einen neuen.
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Sphärenwanderer am 20.05.2014 | 11:53
Meiner Erfahrung nach kommt es geschlechtsunabhängig auf die Präferenz und das Temperament (;)) der Spieler an. Ich habe auch schon genug nach Blut lechzende Frauen erlebt, die am Spieltisch dann ihre Zweihänder-Barbaren auspacken, wohingegen ich auch genug männliche Spieler kenne, die ausschließlich Charaktere spielen, die sich im Hintergrund halten.

Was mir an Charakteren meiner weiblichen Mitspieler gerade einfällt:

Spielerin 1: Wikingerin mit Zweihänder, wilde Barbarin mit Wolfskrallen, magisch unterstützte Katana-Kriegerin (3/3 Nahkämpfer)
Spielerin 2: Kräftiger Zwergenschütze, riesige Nahkampfmonstrosität (Hulk in Gammaslayers), Ritterin (2/3 Nahkämpfer)
Spielerin 3: Katzenmenschenfrau mit 2 Schwertern (größte Metzelmaschine aller Zeiten und einzige fähige Nahkämpferin der Gruppe) (1/1 Nahkämpfer)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Holycleric5 am 20.05.2014 | 22:50
Bei den Runden, in denen ich Gespielt habe, gab es immer unterschiedliche Tendenzen:

Spielerin 1:
DSA: Schwertgesellin (w)
Rolemaster: Paladina (w), später auf Schurke (m) gewechselt
Aborea: Krieger (m)
DnD 4: Tiefling Psioniker (m)
Warhammer Fantasy Rollenspiel 2. Edition: Elf Blutbundkrieger (m)

Spielerin 2:
DnD 4: Drow Schurke (m)
Rolemaster: Mensch Haudegen (m)

Spielerin 3:
DnD 3.5: Halbling Bardin
Pathfinder: Mensch Druidin

Spielerin 4:
Pathfinder: Mensch Paladin (w) (War ein vorgefertigter Charakter von mir)

Außer bei DnD 4.0 und Rolemaster, wo die Spielerinnen 1 und 2 zusammen gespielt haben, waren alle Spielerinnen in unterschiedlichen Runden mit verschiedenen Systemen.
Insgesamt kann man hier sehen, dass es stark von der jeweiligen Spielerin abhängt, welche Charaktere gespielt werden.

Während z.B. Spielerin 3 eher Wert auf Unterstützung im Hintergrund und Heilung gelegt hat, wechselten bei Spielerin 1 je nach Wunschkonzept und restlicher Gruppenaufstellung die Charaktere zwischen Nahkämpfer (Paladina, Schwertgesellin), Stealth mit Nah- und Fernkampf (Blutbundkrieger, Schurke) und Magie (Psioniker)
Titel: Re: Klassen/Rollenpräferenzen geschlechtsspezifisch?
Beitrag von: Vigilluminatus am 20.05.2014 | 23:37
Die meisten meiner (Mit)Spielerinnen in Fantasy-Runden haben freiwillig die Leader/Heiler-Rollen übernommen oder Fernkampf-Magier gespielt. Und in Nicht-Fantasy-Runden haben sie meist Spione, Schützen und soziale Charaktere bevorzugt, die anderen den Nahkampf überlassen.

Von den einzigen zwei mir bekannten Spielerinnen, die aus freien Stücken Nahkämpfer gewählt haben, bevorzugt die eine flinke und akrobatische Duellanten. Nur die zweite spielt tatsächlich einen schwerstgerüsteten und ruppig auftretenden Super-Tank-Paladin ohne Eleganz/Eloquenz. Sie scheint eine Ausnahme zu sein. Eine weitere hat auch ziemlich viel Spaß mit ihrem Halbling-Kampfkoch, aber diesen ehemaligen NPC hat sie auf mein Bitten hin übernommen.