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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Luxferre am 8.01.2014 | 15:08

Titel: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Luxferre am 8.01.2014 | 15:08
Was macht es für Euch aus, der SL zu sein? Auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und zu leiten, zu leiden und bestenfalls ein kleines Bisschen mitzuspielen?

Aber das sind nur die beiden Eingangsfragen zum eigentlichen Thema.

Wie ist es für Euch Dauer-SL, plötzlich (vielleicht nach Jahren) mal wieder die Seiten zu wechseln und wieder Spieler zu sein?
Spannend? Aufregend? Habt Ihr Schiss? Oder gar Stress?
Wie fühlt es sich an, das Ruder abzugeben, die Kontrolle an den Nagel zu hängen und sich einem anderen (vielleicht fremden) SL auszuliefern?

Ich stehe vor dieser Situation und bin ... kritisch. Aus mehreren Gründen, die ich aber noch nicht komplett ergründet habe.
Zumal ich recht selbstbewusst behaupten kann ein recht guter SL mit den klassischen und einigen ungewöhnlichen Qualitäten zu sein. Vielleicht geht da mein Selbstbewusstsein mit mir durch? Oder ist es banaler Kontrollverlust (um es überspitzt zu sagen).

Ich bin also sehr gespannt auf Eure Gedanken zu diesem Thema.




disclaimer:
Die Fragestellungen implizieren es schon, ich gehe hier von einem recht klassischen Standard-SL Posten aus. Daher sind Postings im Sinne von "Warum? Der SL ist doch auch nur ein Spieler." oder "Wir spielen aber ohne SL." sowie "Diese althergebrachten Rollen sind doch eh unlängst Geschichte." weder zielführend, noch erwünscht.
Vielen Dank für konstruktive Beiträge  :d
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 15:13
Da ich aktuell zum ersten Mal seit langer Zeit auch mal wieder als Spieler unterwegs sein darf, muss ich sagen: Mich frustriert dieser Wechsel mehr als Alles andere. Ich bin es gewohnt im Laufe des SL-Tätigkeit auf bestimmte Dinge zu achten, auf bestimmte andere Dinge Einfluss zu nehmen und vor Allem dabei die laufende Eigendynamik zwischen den Spielern subtil zu verstärken und zu lenken.

Ich gebe mal ganz unumwunden zu, dass ich das nicht mehr abstellen kann und es mir wirklich verdammt schwer fällt nicht mehr in Spotlights, Opportunities und Möglichkeiten zu denken.

Ich spiele dabei mir einem guten SL, keine Frage, trotzdem kann ich da nicht abschalten. Ich sehe mich am Spieltisch um und will immer mal wieder sagen: "Du mehr Aktion!" oder das Tempo beeinflussen.

Es ist ganz ehrlich ein Fall von AAAARGH!
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Oak am 8.01.2014 | 15:17
Auf jeden Fall was Slayn sagt.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich als Spielleiter mal Leerlauf habe. Selbst, wenn die anderen Spieler mit ihren Charakteren untereinander beschäftigt sind, bin ich dabei, höre zu, fische Idee raus oder lasse mal eben einen Nichtspielercharakter (Bedienung, etc.) auftauchen. So habe ich inzwischen ziemliche Schwierigkeiten nur Spieler zu sein (in einem einfachen Abenteuer).

Gestalten. Ideen verwirklichen. Zum erstaunen bringen. Oder einfach erfreuen. Das sind so die wesentlichen Dinge für mich als Spielleiter und diese lassen sich an der Stelle eher angehen, als als Spieler. Dahinter steht sicherlich auch das Gefühl, mehr unter Kontrolle zu haben.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 8.01.2014 | 15:20
Ich kann das Gefühl nachvollziehen.

Vor allem, da ich als Spieler mit dem Stil des SLs auf jeden Fall klar kommen muss, als SL aber auch mal ein zwei mit anderem Spielstil ignorieren kann.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 15:33
Ein "junger" SL bin ich schon lange nicht mehr, aber als ich es noch war, war ich Alleinunterhalter, Rundenplaner, Motivator und Moderator zugleich. Das war ich, in der Tat, irgendwann leid. Meine eigenen Ideen langweilten mich und von den Spielern kam zu wenig.

Spieler statt SL zu sein, empfand ich als wahnsinnig befreiend und toll, nachdem ich mich davon gelöst hatte, wie ein schlechter Beifahrer ständig für den SL mit zu denken. Endlich war ich nicht mehr allein für das Gelingen des Spielabends verantwortlich! Gleichzeitig konnte ich aber auch als Spieler viele Ideen einbringen und von den meisten SLs wurde das auch dankbar aufgenommen; bei SLs, die alles abblockten, wurde ich hingegen nicht glücklich und fragte mich gelegentlich, ob ich auch mal so ein Abblocker-SL gewesen war.

Ich kann dir nur raten, deinem neuen SL einen Vertrauensvorschuss zu geben, dich auf seinen Leitstil einzulassen und nicht ständig damit zu vergleichen, wie du selbst als Spielleiter eine bestimmte Situation gehandhabt hättest. Fällt vielleicht schwer, lohnt sich aber. Konzentriere dich lieber darauf, wie du die Gruppe mit deinem Spiel bereichern kannst. Versuche, der Spieler zu sein, den du dir selbst als SL wünschen würdest.

Eine Weile habe ich viel lieber gespielt als geleitet, aber inzwischen entdecke ich auch die Freude am Leiten wieder. "Bestenfalls ein kleines Bisschen mitspielen" ist mir dabei allerdings zu wenig, als SL will ich voll mitspielen, und bei einer Gruppe von aktiven, motivierten, gut miteinander harmonierenden Spielern ist das auch kein Problem. Ich habe mich schon lange von der Idee verabschiedet, dass es Aufgabe des SL sei, die Gruppe zum Funktionieren zu bringen, wenn sie nicht von alleine funktioniert (a.k.a. der "Kindergärtner-SL").

Ich gebe mal ganz unumwunden zu, dass ich das nicht mehr abstellen kann und es mir wirklich verdammt schwer fällt nicht mehr in Spotlights, Opportunities und Möglichkeiten zu denken.

Was ist verkehrt daran, als Spieler so zu denken?
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Narubia am 8.01.2014 | 15:42
Mir geht es komplett anders:

Nachdem ich über 8 Jahre selbst fast ausschließlich geleitet habe, und meinen Posten abgeben durfte, war ich total befreit.

Ich habe eine Menge mehr Herzblut in meine Charaktere stecken können, was ich aus Zeitmangel vorher nicht konnte, Hintergrundstorys zu entwickeln, die länger sind als 5 Seiten, das intensive Eindenken in den Charakter und seine kleinen, feinen, Charakterzüge spielen...
Für so eine detaillierte Feinadjustierung gibt es als Spielleiter mit Weib und Beruf keine Zeit. Jedenfalls nicht für mich.

Ich kann Lord Verminaard zu 100% nachvollziehen, besonders, den Part mit dem "Beifahrer". Daraus kommt man nur schwer, aber wenn man es kann, dann habe ich zumindest mehr Spaß am Spiel. Ich spiele lieber, als dass ich leite.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: kalgani am 8.01.2014 | 15:50
Mein Tipp zu deinem Problem: Kontrollverlust einhergehend mit angst vorm Spielersein.

Mein Tipp zur Bekämpfung: Erwarte nix und versuche nur dein Spotlight zu bespielen.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: pharyon am 8.01.2014 | 15:55
Ich komme selten genug in den Genuss des Spielerseins. Für mich ist das eine schöne, angenehme Abwechslung, da ich doch meist SL bin und dort viiieeel mehr Vorbereitung habe. Auf dieser Ebene ist Spielersein für mich angenehmer, ich geh da meistens entspannter zu den Spielabenden.

p^^
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Gorilla am 8.01.2014 | 16:07
Ich kann's gut verstehen, da ich auch meist SL bin, aber eben auch gelegentlich Spieler. Eigentlich bin ich auch gerne Spieler, nur leider stimmen meine Ideen und Vorstellungen von "Spiel" und oft auch "Setting" nicht immer mit der meiner SL überein, obwohl diese ausnahmslos alle gut sind.
So sehr mich meine Spieler manchmal auch "nerven" (so schlimm ist es nicht, aber es gibt diese Situationen einfach immer wieder, in denen man sich denkt "warum das jetzt nur?"), immerhin habe ich als SL mehr die Fäden in der Hand und kann mehr Einfluss nehmen, als es als normaler Spieler der Fall ist.
Und damit ist es leichter, das Spiel in die für mich "richtige" Richtung zu lenken. Daran liegt es für mich in erster Linie, dass ich als Spieler öfter "enttäuscht" bin als als SL. Allerdings ist das in meinen aktuellen Runden Jammern auf recht hohem Niveau, das muss ich zugeben.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Kearin am 8.01.2014 | 16:21
Mir geht es genau wie Vermi.

Ich finde es unglaublich befreiend nicht mehr länger in der Bringe-Schuld zu sein, sondern mich einfach zurücklehnen zu können. Ich muss auch sagen, dass ich es momentan sehr angenehm finde, da ich Familienvater bin und in meinem Beruf tagtäglich mit der Verantwortung für hunderte Menschenleben konfrontiert werde (Verantwortung wie sonst tot) und so ganz froh bin, wenn ich zumindest in meiner Freizeit einfach einmal nicht den Weißen Hut auf haben muss.

Meinen Input kann ich trotzdem einbringen und kann mich so einfach daran freuen einer der Spieler zu sein, die ich mir als SL öfters gewünscht hätte.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 16:27
Was ist verkehrt daran, als Spieler so zu denken?

Nachdem ich mich als SL noch nie in irgendeiner Art von Bringschuld gefühlt habe, ist das dann doch mehr oder weniger unpassend.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Auribiel am 8.01.2014 | 16:31
Ursprünglich wurde ich der Haupt-SL meiner Runde, da außer mir sich alle entweder mehr oder weniger (eher MEHR) davor gedrückt haben oder aber so miese Leitungsergebnisse brachten, dass die anderen Spieler der Gruppe sich schlicht geweigert haben, nochmal mitzuspielen, wenn besagter Mitspieler mal wieder den SL-Posten übernimmt.

Das war für mich zu Beginn nur mäßig zufriedenstellend, aber hätte ich es nicht gemacht, hätte es gar kein Rollenspiel gegeben und da hab ich dann in den Sauren Apfel gebissen.

Dann habe ich mich damit abgefunden entdeckt, dass SLen auch Spaß machen kann. Es gefällt mir einfach, fertige Abenteuer möglichst spannend (und frei) zu präsentieren oder selbst Szenarios auszudenken, ich bastle gerne Handouts, Karten usw.


ABER nachdem ich jahrelang fast nur SLt habe, stelle ich fest, dass es mir massiv schwer fällt, wieder in die Rolle des Spielers zu schlüpfen. Zum einen muss ich mich zurückhalten, den anderen SL bei (vermeintlichen) Fehlern nicht zu korrigieren. Zum anderen fehlt mir auch ein gutes Stück weit das Vertrauen in andere SLs, umso mehr, wenn ich sie nicht kenne, aber auch bei einigen Mitspielern kann ich mich nicht einfach in die Rolle "fallen lassen" und einfach nur spielen. Ich habe schon versucht das zu ergründen (und bei Spielen mit Player Empowerment fällt es mir nicht so schwer), ich weiß nur nicht, ob ich wirklich die Lust habe, daran zu arbeiten.
Ist es mir das Wert, mich jetzt wieder in die Haltung des Spielers zu wuseln, wenn ich doch meistens wieder auf dem SL-Posten landen werde? Und macht mir das Spieler-Dasein überhaupt noch Spaß genug?

Irgendwie nicht.

Allerdings hat dieser Missstand mit dazu geführt, dass ich im Moment nur noch 2er-Rollenspiel betreibe - ich befinde mich da insgesamt im Moment in einer Sinnkrise.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 8.01.2014 | 16:40
Nachdem ich mich als SL noch nie in irgendeiner Art von Bringschuld gefühlt habe, ist das dann doch mehr oder weniger unpassend.
Sorry, das raff ich nicht.
Was hat das mit deiner Bringschuld als SL zu tun, wenn man als Spieler auch in Spotlights und Möglichkeiten denkt und die Geschichte aktiv mitgestaltet?

Ich bin auch lieber Spieler als SL - und war es auch meistens, SL nur in Ausnahmen - aber ich denke genau so. Ich überlege "was wäre für die Story cool", kommuniziere das offen, gebe Feedback für Aktionen meiner Mitspieler und nehme auch Anteil an deren Szenen ("Leerlauf" kenne ich auch als Spieler nicht). Ich nehme also auf die Geschichte nicht nur durch die Handlungen meines Charakters Einfluss sondern auch durch OOC-Kommentare und -feedback.

Ich sehe nicht, inwiefern das unpassend wäre. Oder was das mit einer "Bringschuld" des SL zu tun hat.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Oak am 8.01.2014 | 16:59
Wir stellen also fest: Es gibt unterschiedliche Stile und Ansichten.
 :o

 ;D

@Slayn: Als Mitspieler (egal welcher Art) fordere ich tatsächlich von allen Mitspielern eine Bringschuld ein. Rollenspiel als Teamwork... Wenn jeder an den anderen denkt ist an alle gedacht... und so weiter. Und ich vermute, dass Deine Formulierung etwas missverständlich war, nur auf "keine besondere" Bringschuld (also im Vergleich mit allen Mitspielern) hinweisen sollte. Das sähe ich dann ähnlich. Wer sich zu mir an den (zumeist virtuellen) Tisch mit der Einstellung setzt "Na dann bespasst mich mal" sollte besser wieder aufstehen und gehen.
 >;D
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 17:20
Oak hat das so ziemlich gut auf den Punkt gebracht - Auch das, was mich an Vermis Beitrag so irritiert hat.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 17:40
Ich habe nicht verstanden, was du mir mitteilen möchtest, Slayn.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: mondy am 8.01.2014 | 17:40
Also ich für mein Teil muss sagen, dass ich als SL den ganzen Abend über unterhalten werde und in Aktion bin... als ich dann wieder spielen durfte gab es teilweise so viel leerlauf, dass mir richtig langweilig wurde oder sogar gegen den Schlaf kämpfen musste. Sowas passiert mir als SL nicht.

Meine Motivation SL zu sein ist zudem eine Geschichte erzählen zu dürfen, die ich mir zudem auch selber ausgedacht habe, so als würde ich gerade ein Buch schreiben und andere Leute dürfen daran teilnehmen, deswegen habe ich auch mein Spass dabei leiten zu dürfen.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Glühbirne am 8.01.2014 | 17:42
Ich war die meiste Zeit meines Rollenspielelebens SL. Ich bin das ziemlich gerne. Wenn ich Spieler bin kann ich nicht ganz davon lassen. Ich mag es wenn der SL mir einen NSC in die Hand drückt, wenn mein SC nicht vor Ort ist, ich mag es, wenn er mir die Verwaltung der Kampfregeln aufs auge drückt ect. Wenn ich nur Spielen kann/darf/soll ist das schon komisch. Ich spiele auch dann meist aus dem Blickwinkel eines Autors oder Regisseurs. Damit komme ich aber klar.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 17:49
Ich habe nicht verstanden, was du mir mitteilen möchtest, Slayn.

Ich finde deinen Beitrag um die SL-Erfahrung bedrückend, wenn ich ehrlich bin. Wenn ich mir vor Augen halte wie es frustrierend es sein muss den Job so zu machen, so wie du ihn beschreibst, würde mir zum einem der Mut vergehen, später auch noch die schiere Lust daran.

Und ja, um ehrlich zu sein, ich hatte deinen letzten Absatz übersehen vor dem Quote. Den halte ich nun mal für ganz wichtig.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Agent_Orange am 8.01.2014 | 18:03
Hallo.

Ich habe recht schnell gelernt, mich entspannt zurückzulehnen. Bis vor etwa 5-6 Jahren war ich Dauerspielleiter für über eineinhalb Jahrzehnte; schon während dieser Zeit war ich auch, aber eben nur selten Spieler.

Irgendwie hatte ich nie die hier zum Teil aufgeworfenen Probleme oder Herausforderungen zu meistern (pun intended); es gab zwar vereinzelt Momente, in denen der SL in mir regelrecht aufschreien wollte. Aber auch über diese Momente war ich hinweggekommen.

Mein heutiger Spielstil ist vor allem dadurch geprägt, dass ich a) den anderen SL machen tue und lasse, ohne dass ich seine Art zu leiten und zu leiden kommentiere oder bewerte, und dass ich b) gerade bei den Spielstemen oder -welten, mit denen ich sehr vertraut bin, den anderen Spielern den Vortritt lasse und mich als Spieler sehr bewusst im Hintergrund aufhalte; wenn der Spielleiter unter b) von dem Setting-Kanon oder den Spielregeln abweicht - so be it!; damit kann ich wunderbar umgehen. Wenn das zu viel wird, würde ich aber die Spielrunde verlassen, was bisher noch nie fällig wurde.

Das einzige, was mir manchmal so durch den Kopf geht, ist diese Frage: "Warum sterben meine Charaktere verglichen mit denen anderer doch vergleichsweise häufig? Habe ich mich als SL möglicherweise daran gewöhnt, dass die von mir gespielten Figuren sterben?"  >;D

AO
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Thandbar am 8.01.2014 | 18:19
Was ich als klassischer SL toll finde: die Zeit zwischen den Sitzungen.
Wo man sich Gedanken macht, wie es weitergehen könnte, in der Kaffeepause ein neues Monster entwirft oder einen neuen NPC gestaltet, auf dem Klo plötzlich den Durchbruch hat, was die eine große Überraschung im Plot sein könnte, und am Abend nochmal an der selbstgemalten Karte rumpinselt, während man den Soundtrack fürs nächste Mal im Hintergrund laufen hat.

 
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 18:21
Ich finde deinen Beitrag um die SL-Erfahrung bedrückend, wenn ich ehrlich bin. Wenn ich mir vor Augen halte wie es frustrierend es sein muss den Job so zu machen, so wie du ihn beschreibst, würde mir zum einem der Mut vergehen, später auch noch die schiere Lust daran.

Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil. ;) Ich finde heute den Gedanken, so einen Rundum-Bespaßer-SL zu geben, auch ganz furchtbar. Und typischerweise sind es auch genau diese SLs, die früher oder später den SL-Burnout beklagen. Ich spiele auch gar nicht gerne bei solchen SLs, weil sie eben oftmals auch Abblocker-SLs sind. Vielmehr finde ich ein Wechselspiel zwischen Spielern und SL erstrebenswert.

Man sollte aber bei all dem fortschrittlichen Gedankengut nicht übersehen, dass viele Rundum-Bespaßer-SLs von ihren Spielern glaubwürdig in den Himmel gelobt werden, sie also durchaus gefragt sind. Ich selber habe bei meiner Gruppe von anno dazumal ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass die gar nichts anderes haben wollten (so von ihnen ausdrücklich artikuliert, nachdem ich sie eine Weile mit neuen Systemen und Spielstilen genervt hatte: "Können wir nicht einfach wieder so spielen wie früher?"). Damit war leider das Schicksal der Gruppe besiegelt.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: mondy am 8.01.2014 | 18:42
Was soll denn ein Rundum-Bespasler-SL sein?

Klar die Bezeichnung wirkt selbsterklärend, aber mir fehlt hier trotzdem eine Definition. Was soll da der grundlegende Unterschied zu "früher" sein?
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 18:44
Steht in meinem Post weiter oben. ;)
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Oak am 8.01.2014 | 18:46
Was ich als klassischer SL toll finde: die Zeit zwischen den Sitzungen.
Wo man sich Gedanken macht, wie es weitergehen könnte, in der Kaffeepause ein neues Monster entwirft oder einen neuen NPC gestaltet, auf dem Klo plötzlich den Durchbruch hat, was die eine große Überraschung im Plot sein könnte, und am Abend nochmal an der selbstgemalten Karte rumpinselt, während man den Soundtrack fürs nächste Mal im Hintergrund laufen hat.

So in der Art liebe ich es auch.
Ein Online-Notiztool ist dabei mein wichtigstes Werkzeug.

Das könnte ich nicht, wenn ich Spieler wäre... glaube ich. Und ich wäre immer ein Stückweit Bittsteller beim Spielleiter, emien Planung könnte ich gar nicht ohne ihn umsetzen... So ist es in der Tat allerdings auch als Spielleiter. Ich plane für alles mögliche (meistens nur ein paar Stichpunkte, nicht super viel Arbeit) und die Spieler gehen in eine andere Richtung...

Dennoch, ich bin allemal lieber Spielleiter als Spieler.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 18:52
Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil. ;)

Mein Gehirn hatte halt schon gegen Ende des zweiten Absatzes aus schierer Notwehr abgeschaltet. DU BIST SCHULD! ;)

Was soll denn ein Rundum-Bespasler-SL sein?

Man kann das von Vermi noch nehmen und ergänzen. Es geht halt darum: Im allgemeinen Konsens übernimmt der SL wirklich die Verantwortung für alles und die Spieler geben auch mehr als viel ihrer Freiheit ab, "nur" um ein geplantes und "narrativ gutes" Abenteuer zu erleben, bei dem, nach allen Regeln der Kunst, die Höhen, Tiefen und Twists schon festgelegt sind. Scheitern ist keine Option, außer es ist geplant, daher ist alles in diesem Spiel eine reine Illusion.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 19:18
So, und nachdem das vom Tisch ist, bleibt aber immer noch meine Frage unbeantwortet, was falsch daran sei, als Spieler in Spotlights und Opportunities zu denken. ;)
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 8.01.2014 | 19:31
So, und nachdem das vom Tisch ist, bleibt aber immer noch meine Frage unbeantwortet, was falsch daran sei, als Spieler in Spotlights und Opportunities zu denken. ;)

Ich tue mal so als wäre es keine Fangfrage.
Wie du selbst geschrieben hat, abseits von Erfahrungen mit Indie oder anderen Spielen in der Richtung, kommt man als "nur Spieler" wirklich selten in Berührung mit diesem Thema oder macht sich auch nur ausgedehnte Gedanken darüber mehr zum Spiel beizutragen als nur die eigene Handlung innerhalb einer Situation, wenn sie benötigt wird.
"Falsch" daran ist also gar nichts, bedenkt man den Punkt dass alle beteiligten mitmachen und auch eine gewisse Verschiebung innerhalb der Erzählkompenzen stattfindet. So richtig "Falsch" kann es aber werden, wenn daraus Kompetenzgerangel entsteht, da div. Modi am Tisch am laufen sind, die Konkurrenz nicht vertragen.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.01.2014 | 19:33
Dann sind wir uns ja einig.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Bad Horse am 8.01.2014 | 19:47
Ich mach beides gern, leiten und spielen. Wenn ich eine Zeitlang nur eins machen muss / darf, dann fehlt mir was.

Beim Leiten mag ich es besonders gern, wenn mich meine Spieler überraschen. Wenn sie einen Aspekt in meinem Szenario finden, der mir gar nicht klar war. Wenn sie sich ernsthaft mit dem fiktiven Dilemma in dem Szenario auseinandersetzen. Dann wird's richtig lebendig.

Außerdem spiel ich einfach gern Charaktere, und da machen NSCs natürlich viel Spaß. Auch wenn ich meine ollen NSCs nicht immer so richtig unter Kontrolle habe und die manchmal einfach Sachen vorschlagen und tun wollen, die ihnen grad in dem Moment in den Sinn kommen.

Das gleiche gilt dann auch für meine SCs - die spiel ich gern, weil ich gucken will, wie und wohin die sich entwickeln. Allerdings bin ich kein Bespaß-mich-doch-Spieler; ich arbeite gern an der Runde mit und gehe auf Plotsaufhänger oder "wichtige NSCs" ein, aber ich mag es nicht, wenn ich ohne Erklärung geblockt werde.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: DerEskapist am 8.01.2014 | 23:09
Sagen wir's doch mal mit Sylvester-Worten, war ja neulich  ;)
Spielleiter sein ist wie ein Feuerwerk abbrennen. Man kann's überall knallen lassen und das gleich noch aus der Sicht unterschiedlicher Personen. Man kann in die verschiedenartigsten NSCs eintauchen und hat eben den größten Anteil auf den Verlauf des Abends.

Spieler ist gemütlicher. Das ist eher wie eine Wunderkerze in der Hand halten und sich auf ruhige Art dran zu erfreuen. Als langjähriger Spielleiter mal wieder Spieler sein das erlebe ich gerade auch wieder. Ich nehme mich bewusst zurück, um den anderen nicht das Spotlight zu nehmen im altbekannten Spielleiter-Rausch. An diese Phasen mit teilweisem Leerlauf muss man sich erst mal wieder gewöhnen - man muss sich deutlich "runtertakten". Natürlich ist das eine lockerere Sache wenn man wie Curt sagen kann "Here we are, now entertain us".

Was mir das Spieler sein manchmal besonders schwer macht ist wenn mir der eigene SC dabei im Weg steht. Das Abenteuer hängt an einem eher lahmen Punkt, der SL beschleunigt nicht, die anderen SCs machen auch nix effektives und eigentlich weiß man wie man die Sache vorantreiben müsste, um in der Story voranzukommen, ABER... alles was man tun könnte, würde der eigene SC nicht tun. Z.B. weil er einen gewissen Ehrenkodex hat oder ein vertrottelter Professor ist oder er die benötigten Fähigkeiten nicht besitzt oder weil er sich so doll mit den NSCs angefreundet hat (entsprechende Würfelergebnisse beim bezirzt werden), dass er den Braten gar nicht riechen kann dass bei denen was faul ist oder weil er gerade nicht an dem Ort ist wo er handeln kann oder ausgenockt oder ...
Noch schlimmer: Wenn man merkt dass der SL einen auf unlogisch-ungeschickte Weise in eine gewisse Situation hineintreiben will um seine eigene Story voranzubringen, aber man sich da auf Teufel komm raus nicht bevormunden lassen will...

Beim Schreiben merke ich schon dass ich zwar mal ab und zu gern Spieler bin, aber das SL-sein auf Dauer nicht missen will, gerade auch weil das Abenteuer- und Hintergrund-Basteln eben auch Spaß macht.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Oak am 9.01.2014 | 00:11

Sagen wir's doch mal mit Sylvester-Worten, war ja neulich  ;)

Wat? Gabs schon wieder Rambo über die Feiertage?
😜
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Thandbar am 9.01.2014 | 09:46
Ja, der wär bestimmt ein prima Spielleiter ...
"Ich bin das Gesetz!" (http://www.youtube.com/watch?v=Zjph6NJhf24)
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Uebelator am 9.01.2014 | 10:08
Ich bin jetzt seit rund 3 Jahren alleiniger SL unserer Pathfinder-Gruppe und hab da mittlerweile alle Höhen und Tiefen durch, die man als SL so haben kann. Von "Ich schmeiss die Runde hin!" bis "Wie cool war das denn jetzt bitte?".

Ich erzähle wahnsinnig gern Geschichten und wenns nur das wäre, würd ich vermutlich auf ewig SL bleiben wollen. Aber da gibts ja noch die lieben Spieler, die - wenn sie denn wollen - richtig rocken können. Dann macht ein Abend mal so richtig Spaß.
Auf der anderen Seite gibts aber auch solche Sessions, bei denen ein-zwei Spieler am Tag vorher feiern waren und dann völlig übermüdet und verkatert auf der Couch mit dem Schlaf kämpfen. Und da sehe ich es absolut nicht ein, den Bespaßer zu machen.
Oder wenn ich das Gefühl habe, dass ich als SL mir mehr Gedanken über die Spieler-Charaktere und ihre Motivationen mache, als die Spieler selbst.

Aaaber, all dieser Frust gerät schnell in Vergessenheit, wenn man eine Session hat, bei der alles passt und alle miterzählen und die handlung vorantreiben und Drama machen. Und wegen dieser Sessions bin ich gern Spielleiter.

Vor kurzem hab ich eine Runde gefunden, in der ich mal wieder Spieler sein darf und das macht mir auch irre viel Spaß. Einfach nur über den eigenen Charakter nachdenken zu müssen ist schon deutlich einfacher, als die Welt, sämtliche NSCs, Organisationen und sonst was im Kopf zu haben...

Mein Fazit wäre sowas wie: Ich spiele genausogern wie ich leite, wenngleich die Gefahr von Frust und Stress als SL deutlich höher ist.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Boba Fett am 9.01.2014 | 11:19
Hallo Selbsthilfegruppe, mein Name ist Frank!
Ich bin @home ausschliesslich Spielleiter und wäre eigentlich viel lieber Spieler!
Zitat
Hallo Frank!

...
-scnr- ;D

So ganz stimmt das natürlich nicht.
Ich bin @home ausschliesslich Spielleiter und wäre eigentlich viel lieber häufiger Spieler!
In meiner uralten Runde hatten wir den Zustand, dass wir einen SpL hatten, der aber dermaßen lieblos mit Rollenspiel umgegangen ist, dass ich schlicht keine Lust hatte zu spielen.
In ein Setting einlesen ist ja auch vollkommen überflüssig...  Also macht man lieber selber den Job.
In meiner neueren Runde, die im Moment auch nur sehr selten spielt, darf ich den Job auch gleich weitermachen...

Naja, ich hätte gern eine Verhältnis 2/3 Spieler, 1/3 Spielleiter.
Die Rolle als Spieler bringt mir einfach sehr viele Inspirationen für die Rolle als Spielleiter...
Abgesehen davon bin ich kein großer Autodidakt. Ich lerne Rollenspieler sehr viel leichter und lieber via learning by doing, als durchs studieren des GRWs.

Aus dem Grund versuche ich auch möglichst viel auf dem Treffen zu spielen und immer mal neue Systeme dort kennenzulernen.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Fürst Mordewitz am 10.01.2014 | 14:48
Ein sehr interessanter Thread, mit viel interessantem Input. Ich persönlich finde den Gedanken, gelegentlich den "Regiestuhl" mit der "Bühne" zu tauschen sehr verlockend.

In unserer Runde fällt mir seit Jahren traditionell die Rolle als Spielleiter zu. Über mehrere Kampagnen und One-Shots hinweg habe ich geleitet. Auch in den  beiden aktuellen Kampagnen unserer Runde bin ich wieder der Speilleiter.
Mir macht diese Rolle im Spiel auch Spaß, genauso wie es meinen Spielern Spaß macht ihre Charaktere zu spielen. Gemeinsam verlaufen unsere wöchentlichen Spielabende dann auch immer sehr spaßig und schön.
Es ist also ein Wunschkonstellation bei uns, aber es gab auch keine Alternativen. Denn obwohl ich gerne einmal in die Rolle eines Charakters schlüpfen würde, erklärte sich jahrelang keiner meiner Mitspieler bereit die Rolle des Spielleiters zu übernehmen. Legitime Begründungen waren jeweils, meiner Meinung nach legitim, das fehlende Interesse am Spielleiten/  starke Interesse an einem neuen Charakter oder das mangelnde Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als Spielleiter.

Ich habe dann zwar hier und da einmal den Versuch unternommen als Charakter in anderen Runden mitzuspielen, aber diese endeten stets desaströs. Ironischerweise war der Grund hierfür immer der (gleiche) Spielleiter dieser Gruppen. Ein aus dem Bereich es Popcornkinos abgeschauter und schlecht umgesetzter Plot nach dem anderen verlief im Sande, als ganze Passagen im Nachhinein wiederholt als "kollektive Gruppenträume/Halluzinationen" abgetan wurden, NSC-Marry-Sues den kompletten Plot und die Spielercharaktere dominierten und ganze Spielabende wegen mangelnder Vorbereitung des Spielleiters vertratscht wurden.
Trotzdem, oder gerade deshalb, freue ich mich darauf, endlich einmal länger die Seiten tauschen zu können. Die Lösung hierfür war frisches Blut. Ein neuer Spieler in der Runde möchte nach dem Abschluss einer unserer aktuellen Kampagnen sein Debut als Spielleiter geben. Und er bereitet sich sehr interessiert, angemessen und gewissenhaft darauf vor.
Ich bin gespannt, ob mir der Rollentausch leitchfallen und mir so viel Spaß machen wird wie erwartet.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Saffron am 10.01.2014 | 15:40
Hmmm, so genau weiß ich gar nicht, ob ich hier im Thread richtig bin...

Ich spiele öfter als ich leite, und wenn wir bei uns in der Runde nicht akuten Mangel an Spielleitern hätten, würde ich wahrscheinlich gar nicht mehr leiten. Dabei macht mir das Leiten am Spielabend selbst schon Spaß. Es ist nur so, dass ich null Spaß am Vorbereiten, am Erschaffen von Settings, am Basteln von Abenteuern, am Einlesen in die Regeln etc. habe.

Trotzdem kann ich ein wenig nachvollziehen, was einige von euch beschreiben. Seit ich viel in Foren lese und mir SL-Tipps ansehe, bin ich mit den anderen Spielleitern irgendwie oft unzufrieden. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so recht aus meiner Haut kann und automatisch im Meta-Modus bin. Zum Beispiel denke ich dann: "Boah, grad plätschert das Abenteuer nur so dahin, jetzt wird's echt langweilig. Wenn ich Spielleiter wär, würd ich jetzt einen Cut ansagen oder irgendwas passieren lassen, das Tempo reinbringt."

Was ich allerdings nicht kenne, ist das Gefühl des Kontrollverlustes. Das Steuer aus der Hand zu geben, stört mich so gar nicht. Vielleicht, weil ich diese Verantwortung ja gar nicht so gern haben möchte. 

Was ich sehr lustig finde: Man sagt ja immer, Ärzte seien die schlechtesten Patienten. Scheint wohl bei Spielleitern genauso zu sein.  ;D
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: DerEskapist am 10.01.2014 | 19:00
Wat? Gabs schon wieder Rambo über die Feiertage?
😜

 ;D

Vooooorsicht - ruckzuck is die Lippe dick...  ;)
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: dunklerschatten am 10.01.2014 | 23:49
Bei uns in der Runde wechseln wir regelmäßig das System und dann auch den SL, ergo spiele ich eigentlich mehr als ich leite.
Beides finde ich absolut grandios, wobei ich mitlerweile sagen mussl, das ich lieber leite.

Da man einfach mehr Möglichkeiten hat, klar kann man sich net voll austoben da sonst die Gruppe an die Wand gespielt wird.  Aber die Bandbreite der spielbaren Rollen ist einfach größer, ein hoch auf NPCs :)

Schwierig finde ich es ab und an als Spieler, da man natürlich seinen eigenen Stil des Leitens hat und dann andere SL´s an hand der pers. Ansichten "bewertet"
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Spencer am 10.01.2014 | 23:54
Ich will beides nicht missen. Am liebsten ist es mir so 2/3 der Zeit Spieler zu sein und 1/3 leiten.

Einmal habe ich ne Kampagne mit ca. 30 Spieltagen am Stück gemacht, wo ich rund 2,5 Jahre nie Spieler war. Was habe ich mich danach wieder aufs Spielen gefreut :D

Ich liebe beides und möchte beides haben!
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Horatio am 11.01.2014 | 00:20
Hm.. meine Erfahrung war, dass immer wenn ich von einer längern Phase zurück kam in der ich viel gespielt hatte, ich als SL einen Sprung nach vorne gemacht habe. Man braucht den Perspektivenwechsel und ab und an auch mal den Abstand vom Leiten um sich weiterzuentwickeln. Das deckt sich auch mit meiner Beobachtung, dass die meisten "Nur-SL" SLs in unterschiedlichen Ausprägungen betriebsblind sind.

Davon abgesehen hilft es enorm sich auf verschiendene Spielstile einzulassen indem man regelmäßig auf Cons spielt und leitet, also außerhalb der bekannten Heimrunde (und so toll es ist nicht nur mit "Tanelornies", sondern gerade auch mit "normalen Rollenspielern"^^). Indies helfen einem ebenso einzelne SL-Kompetenzen "isoliert" zu verbessern.

Eine Runde in der Woche ist gut unterzubringen; und immer wenn man inspiriert ist ein Oneshot dann und wann, damit man auch was für die Cons in Petto hat :). Mehr Leiten muss nicht sein :).

Davon abgesehen kann man auf Spielerseite verdammt viel für das Spiel am Tisch tun; in bestimmten Bereichen sogar mehr als als SL :). Auch unterscheiden sich die Kompetenzen die es als SL und als Spieler braucht nicht in dem Ausmaß wie es manche Leute klingen lassen; der Fokus ist ein anderer, klar.

Nebenbei, nur als Idee: Wenn ihr als Spieler das Gefühl habt, dem SL "reinreden" zu wollen (also eher darüber nachdenkt was er besser machen sollte, anstatt was ihr draus machen könnt), geht mal in euch und schaut, ob ihr nicht auch selbst auf SL Seite möglicherweise fremde Ideen (also Spielerinput) eher abblockt anstatt sie aufzugreifen. Ist natürlich nur ein Indiz das gar nichts heißen muss, aber genau nach solchen Dingen muss man schauen, wenn man sich weiterentwickeln will :).

Was nicht heißt, dass man nicht auch schlechten SLs (in unterschiedlichen Abstufungen) über den Weg läuft; da ist mein Problem allerdings dann, dass ich als Spieler nichts geboten bekomme womit ich im Spiel "arbeiten" kann und / oder mein Input keine Auswirkungen auf das Spiel hat. Soll heißen ich bin als Spieler unzufrieden, nicht als SL ;).
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Gaming Cat am 11.01.2014 | 13:28
Was macht es für Euch aus, der SL zu sein? Auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und zu leiten, zu leiden und bestenfalls ein kleines Bisschen mitzuspielen?
Wie ist es für Euch Dauer-SL, plötzlich (vielleicht nach Jahren) mal wieder die Seiten zu wechseln und wieder Spieler zu sein?
Spannend? Aufregend? Habt Ihr Schiss? Oder gar Stress?
Wie fühlt es sich an, das Ruder abzugeben, die Kontrolle an den Nagel zu hängen und sich einem anderen (vielleicht fremden) SL auszuliefern?
Naja, als SL erzähle ich eine interaktive Geschichte mit zyklischen Spannungsbögen und versuche den Input der Spieler mit meinen eigenen Ideen irgendwie zur Deckung zu kriegen...das ist nie ganz einfach aber gerade deshalb immer ein lohnender Versuch, den ich (bisher) nie als "Leiden" empfunden habe.
Finde es für jeden Spieler äußerst lehrreich auch mal (sei es für kurze Zeit) Spielleiter zu sein. Allein schon, weil jeder mal auf dem "Hot Seat" Platz nehmen sollte, um die Erfahrung zu machen. Das häufige Spielleiten hat bei mir wohl dazu geführt, dass ich als Spieler sehr viel entspannter bin und mich auch mal zurücklehne um Input aufzusaugen und zu verarbeiten. Man wird vielleicht auch etwas generöser, wenn es ums Ableben eigener Charaktere geht...ist man als SL ja bestens gewöhnt.
Bin immer noch sehr gerne AUCH Spieler, da für mich das RPG erst durch die Einnahme beider Perspektiven auf Dauer so richtig ausgekostet wird. Ob man kritischer gegen andere SL wird ist schwer zu sagen - man wird evtl. etwas empfindlicher bei eigenen No-Go's aber dafür generell etwas toleranter, da man sich an eigene Fehler/Schwachstellen erinnert...  ;)
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Jens am 20.01.2014 | 14:48
Wenn ich vom SL Posten auf den Spielerposten wechsle, dann ändert sich bei mir meist die Grundhaltung. Ich selbst halte mich jetzt nicht für den überragenden Überflieger des Spielleitertums und erwarte da auch recht wenig von den anderen. Als SL versuche ich eine Plattform zu bieten, auf der die Spieler den Plot hin und herschubsen können. Wo sie ihr Ziel verfolgen, ich ihnen Steine in den Weg (oder auch mal frontal ins Gesicht) werfe und wo ich sehe, wie sie damit umgehen, wie sich ihre Charaktere entwickeln.

Als Spieler will ich mich auf meinen Charakter besinnen und durch ihn versuchen, das Spiel interessant zu machen. Ja, das ist meine Ausrede für waghalsige Aktionen und teilweise grenzdebile Pläne ;D Und wenn diese Pläne dann schief gehen und wir alle in der Tinte sitzen, dann reibe ich mir die Hände und freue mich darauf, ob und wie wir da wieder rauskommen :D
Natürlich achte ich da auch auf die Mitspieler und fahre keinen Wagen vor die Wand, den sie gerne noch ein paar Spielsitzungen weiterfahren wollen, aber durch den Charakter und dessen Entscheidungen habe ich auch einigen Einfluss auf das Spiel.

Ich muss nur darauf achten, nicht allzu sehr ins Metagaming zu verfallen, denn was ich weiß, das weiß der Charakter nicht unbedingt auch. Und die Handlungen sollen immer noch nachvollziehbar bleiben. Es ist eben eine ganz andere Art des Spiels, aber im Grunde auf derselben Ebene.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Luxferre am 20.01.2014 | 16:12
Ich scheine ja nicht alleine zu sein, das tut schonmal ganz gut.

Den Tipp mit dem "aktiven Zurücklehnen, zuhören und re-agieren" nehme ich mir mal besonders zu Herzen.  :d

Ich berichte mal, wie es dann anläuft ...
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Luxferre am 29.01.2014 | 08:54
So, das nächste Problem steht im Raum ...

(noch leite ich, und das ist erstmal gut so)

Wir werden eine Ruckzuck Kampagne Pathfinder spielen, wo das Endziel ist, dass unsere Charaktere Ikonen des folgenden Zeitalters werden sollen. Wir werden also in den Schaffensprozess der Welt eingebunden und sollen unsere Charaktere ziemlich zügig auf Stufe 20 spielen.

Ein Freund meldete schon einen Druiden an. Ich habe mich für einen Kleriker "entschieden". Außerdem wäre ich gern das Face der Gruppe.
Aber ...
Jetzt kommen mir diese ganzen Beschränkungen beim Charakterbau so eng vor. Blöd, was?
Plötzlich muss ich mich entscheiden und mich konzentriert auf einen Charakter fokussieren.
Das macht mir echt zu schaffen. Ehrlich jetzt. Immer mal wieder überlege ich dann, ob ich nicht doch lieber einen Inquisitor spielen soll oder welche Domänen jetzt die besten wären.

Ich kann das gar nicht so genau fassen, woran es liegt.
Zumal ich mich derart nicht kenne. Im Geschäftsleben fälle ich jeden Tag aufs neue wichtige und finanziell gehaltvolle Entscheidungen. Und das schnell. Probleme müssen in Kürze gelöst werden und nicht das Rumgeeiere, was sich jetzt gerade in meinem Kopf abspielt. Verrückte Welt ...

Das zu den Einblicken in meine Gedankenwelt  >;D Völlig bekloppt.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Khouni am 29.01.2014 | 09:04
Lux, such dir einfach einen Guide im Internet (Treanmonks sind die besten) und baue dir einen Charakter entsprechend erprobten Vorgaben. Das Ausspielen wird dir dann am Ende doch mehr Persönlichkeit einbringen.

Ich muss sagen, dass ich an sich lieber Spieler wäre - ich kann dann die Realität leichter hinter mir lassen, in eine andere eintauchen und wirklich Abenteuer _erleben_ -, bin aber mit den meisten Spielleitern sehr unzufrieden und werde auch meistens um Leitung gebeten. Gerade bei Indiespielen vergeht mir als Spieler die Lust, weil ich mich mehr als Lenker denn als Abenteurer fühle. Indiespiele halte ich nur als Spielleiter durch, dann aber ausgesprochen gerne. Als Spieler stelle ich den Anspruch, dass ich vergesse, wer ich bin, und in eine andere Welt eintauchen darf, in der mein Charakter wahrscheinlich aus Idiotie heraus an einem Skorpionsstich verreckt. Ich drehe durch, sobald ich sowas wie eine gezielte Dramaturgie bemerke. Dann bin ich wieder nur jemand, der an einem Tisch sitzt und erzählt. Was cool ist, aber eben nicht die für mich aufregendste Form des Spieles. Ich mag keine Geschichten erfinden, sondern Dinge erleben, die es hinterher wert sind, zu Geschichten zu werden. Ich kenne nur ein, zwei Leiter, bei denen das wirklich so funktioniert hat. Ich mag mich wundern, rätseln, seltsame Dinge finden und frei durch die Wildnis streifen. Insofern HASSE ich es, wenn mir als Spieler Dinge angeboten werden, um die Dramaturgie zu bestimmen, wie Bennies oder Fatepunkte, mit denen ich gar die Umgebung verändern könnte. Das reißt mich komplett heraus, ich will einfach nur eine Minimalbasis an System und Metaelementen, damit das Spiel irgendwelche Regeln hat und eine kleine ausreichende Simulation erfolgt, die Dinge messbar macht. Als Spielleiter freue ich mich hingegen, wenn die Spieler auf diese Weise nicht nur agieren, sondern gestalten können, und liebe hochtrabende Konzepte. Ein wenig bescheuert ist das schon. :D

EDIT:: Indie hier gleich forgig.

EDIT EDIT:: Mir fehlt als Spieler oftmals eine gewisse Menge an Naivität und Bodenständigkeit von Seiten der Gruppe, die Leute sind mir meistens zu erwachsen und zu verkopft, da kommt nichts aus dem Herzen und alles wird vorher auf Tauglichkeit, auf Designziele und was weiß ich geprüft. Um es mit blödem Theoriesprech zu sagen, mir fehlt der Sense of Wonder und das Gefühl, in einer echten, wenn auch bizarren Welt herumzurennen. Meine Mitspieler und der Spielleiter sollen wie Fritz Leiber oder Jack Vance sein, nicht wie Drehbuchautoren.

Und Jens...
Als Spieler will ich mich auf meinen Charakter besinnen und durch ihn versuchen, das Spiel interessant zu machen. Ja, das ist meine Ausrede für waghalsige Aktionen und teilweise grenzdebile Pläne ;D Und wenn diese Pläne dann schief gehen und wir alle in der Tinte sitzen, dann reibe ich mir die Hände und freue mich darauf, ob und wie wir da wieder rauskommen :D
Ich muss nur darauf achten, nicht allzu sehr ins Metagaming zu verfallen, denn was ich weiß, das weiß der Charakter nicht unbedingt auch. Und die Handlungen sollen immer noch nachvollziehbar bleiben. Es ist eben eine ganz andere Art des Spiels, aber im Grunde auf derselben Ebene.
Dafür mal  :d
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Luxferre am 29.01.2014 | 13:36
Lux, such dir einfach einen Guide im Internet (Treanmonks sind die besten) und baue dir einen Charakter entsprechend erprobten Vorgaben. Das Ausspielen wird dir dann am Ende doch mehr Persönlichkeit einbringen.

Nee. Denn ich mag CHA als zweithöchstes Attribut haben und dazu gibts keine gescheiten Builds. Und da wir nicht auf Golarion spielen und ich meine Domänen frei wählen darf, gäbe es sowieso mehr Diskussionen darüber, als über den Charakter. Du kennst es doch ...  >;D

Vielleicht starte ich mal nen Thread. Wobei ... dann würden einige Leute merken, dass ich die Regeln gar nicht so gut kenne, wie ich immer tue  ~;D
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Rev. Bilk am 29.01.2014 | 14:35
Zitat
Die Rolle als Spieler bringt mir einfach sehr viele Inspirationen für die Rolle als Spielleiter...
Abgesehen davon bin ich kein großer Autodidakt. Ich lerne Rollenspieler sehr viel leichter und lieber via learning by doing, als durchs studieren des GRWs.


Danke für diese Steilvorlage, der Spiegel springt mich förmlich an.

Ansonsten hat das Spielleiten und das Lesen hier im Tanelorn als Spieler ziemlich versaut...Mir fallen als Spieler viele Punkte auf, wo ich einfach nur mit dem Kopf vor die Wand möchte. Zur Zeit habe ich drei Runden, und bei zweien davon (beide nicht hier im Board) möchte ich manchmal den jeweiligen SL über den Tisch ziehen. Zum Glück sind das nur punktuelle Ausfälle, ansonsten würde ich gar nicht mehr spielen, dafür sind das Sachen, wo ich den SL dann echt würgen könnte...

Und dann gibt es da die Gegenseite: warum leite ich nicht selbst? Weil ich zur Zeit nur ein bestimmtes System leiten möchte - und hier kommt die Schleife zu Boba - mich in dem System nicht fest genug verwurzelt fühle, um es "sauber" zu präsentieren. Mit DnD 4 hatte ich mich ähnlich schlecht vorbereitet versucht und das Ganze wurde (auch dank anderer Faktoren) ein ziemliches Desaster. Darauf habe ich derzeit keinen Bock, wenn ich leite, will ich mich auf die Story und die Spieler, jedoch nocht auf das System konzentrieren

Meine Versuche, eine Gruppe mit genau diesem System (WH3e) aufzuziehen sind derzeit auch im Sande verlaufen bzw landeten bei Savage Worlds..So blah, so what.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Slayn am 29.01.2014 | 14:44
So, das nächste Problem steht im Raum ...

Oi bist du ein Doofmann.

Ganz ehrlich, was ist so schwer daran, sich mal mit allen Mitspielern zu treffen, über die Rollen zu reden, diese zu verteilen und dann damit zu arbeiten? Gerade diese ganzen Entscheidungs-Sachen werden doch viel einfacher, wenn man das reine Team funktional betrachtet und dann anfängt damit zu arbeiten.
Zudem macht Team-Optimierung viel mehr Spaß als pure Einzel-Char-Optimierung.

Und nur by-the-by, bei dem, was ihr plant, solltet ihr vielleicht die Mythic Regeln im Auge behalten.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Der Räuber Plotzenhotz am 29.01.2014 | 14:58
Ich habe auch so ziemlich alle Extreme durch, vom Nur-Leiten (längste Kampagne: 3 Jahre mit Sitzungen im 14-Tage-Rhythmus) bis nur Spielen (teilweise zwei feste Kampagnen mit wöchentlichen Sitzungen + gelegentlichen Con-Besuchen).

Als SL habe ich mich nie als Alleinunterhalter gesehen, sondern als Ermöglicher -- ich ermögliche den Spielern, eine spannende Geschichte zu erleben. Viele SLs, die ich kenne, haben aber Angst, die Kontrolle über die Geschichte zu verlieren. Sie werfen den Spielern nur ab und zu einen Knochen hin -- oder aber sie versuchen die SC förmlich ins Abenteuer zu prügeln, wenn die noch in der Kneipe sitzen und Schwänke erzählen wollen. Das erste ist frustrierend für die Spieler, das zweite anstrengend für den SL.

Ich dagegen neige dazu, am Anfang eines Abenteuers erst Mal einen ganzen Sack mit bunten Hinweisen auszustreuen -- manches gehört zum Abenteuer, manches ist Nebensache, manches führt in die Irre, manches verweist schon auf die nächste Episode. Den Rest tüfteln die Spieler schon alleine aus, man muss sie nur machen lassen. Insofern kann ich mich über mangelnde Spieleraktionen nie beschweren, ich fühle mich auch als SL bestens unterhalten.

Aber ein gutes Spiel will vorbereitet sein, und das macht Arbeit, insbesondere bei längeren Kampagnen (einen One-Shot schüttele ich auch in zehn Minuten aus dem Hut). Wenn ich nicht gut vorbereitet war, war das Spielerlebnis für alle Seiten meist suboptimal. Daher gilt für mich: Wenn ich keine Kraft und keine Zeit zur Vorbereitung habe, dann spiele ich lieber -- und muss mich dann nur um meinen Charakter kümmern. Das hat auch seinen Reiz.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: Ginster am 29.01.2014 | 15:16
Hm.. meine Erfahrung war, dass immer wenn ich von einer längern Phase zurück kam in der ich viel gespielt hatte, ich als SL einen Sprung nach vorne gemacht habe. Man braucht den Perspektivenwechsel und ab und an auch mal den Abstand vom Leiten um sich weiterzuentwickeln. Das deckt sich auch mit meiner Beobachtung, dass die meisten "Nur-SL" SLs in unterschiedlichen Ausprägungen betriebsblind sind.

Ich wollte das einfach nochmal zitieren, denn ich finde das sehr sehr wahr.
Titel: Re: Die Leiden des jungen ... Spielleiters
Beitrag von: sangeet am 3.02.2014 | 00:23
Bei mir hat sich einer meiner Spieler freiwillig gemeldet, das er mal den SL machen möchte, und zum glück ist es auch der, der mit seinen lustigen spässen, immer die Atmosphäre torpediert hat :D, ich freue mich schon darauf, wenn er mal SL ist, entweder wird es eine Lehrreiche Erfahrung für Ihn, oder er wird es besser machen wie ich, ich bin auf jedenfall gespannt. (Nein ich will ihn nicht torpedieren, und habe den SL Job auch schon öfters abgegeben, ich lasse mich gerne positiv überraschen.) Und ich denke es tut einer Runde ganz gut, wenn jeder mal den SL macht, dann kommt es nicht zu wirklichen "Godmode" Ausfällen. (Kontroll Verlusten.) Ausserdem ists mit Improspiel auch gerne gesehen, das die Kontrolle verloren wird.