Ich selbst spiele ja nicht mehr, sammle und beschäftige mich aber dennoch noch ausgiebig mit D&D, insbesondere mit Settings und Abenteuern.
Gestern Abend, quasi als Gute-Nacht-Lektüre, habe ich angefangen, "Hour of the Knife" zu lesen, und bin ins Grübeln gekommen, ob ich dieses Abenteuer wie vorgeschlagen je hätte leiten können.
Ich setze mal das "Problem" in Spoiler-Tags, will ja keinem eventuell seinen Spass verderben:
In dem Abenteuer geht es um Morde durch Doppelgänger. Der Clue daran ist: Die Spieler selbst werden nach und nach durch Doppelgänger ersetzt, ohne dass sie es mitbekommen. Sprich: Der SL ist angehalten, nach und nach, jedesmal, wenn ein SC mehr oder weniger alleine unterwegs ist, ihn einfach zu töten. Ohne Kampf, ohne alles. Er ist tot und wird durch den Doppelgänger ersetzt. Der Spieler spielt ganz normal weiter, erst bei bestimmten Schlüsselszenen teilt der SL es ihm mit, weil er dort die anderen SC angreift. Danach ist der Spieler angehalten, einen Pre-Made-Charakter zu spielen, bis der letzte Spieler ersetzt wurde. Dann setzt eine andere Szene ein, in der die "echten" SC zum Leben erweckt werden. Dass dies irgendwann geschieht, wissen die Spieler vorher natürlich nicht.
Ich habe immer tolle Gruppen gehabt, die mir vertraut und auch einiges mitgemacht haben, in dem Wissen, dass am Ende schon eine Menge Spass bei rumkommen würde. Als Beispiel mal "Curse of the Azure Bonds", wo ohne Murren die geas-gleichen Tätowierungen akzeptiert wurden (obwohl es doch sehr, sehr railroadig war...).
Aber sowas? Würde das bei irgendwem funktionieren?
Mögliche Lösungsansätze:
1.) Warten, bis einer der SC auf sehr wenigen TP ist UND sich von der Gruppe entfernt (und sei es nur implizit, nicht ausgespielt, um aufs Klo zu gehen). Würfle für Überraschung für den Charakter (Wahrnehmungswerte solltest du bei dir haben) und dann den Angriff und Schaden des Doppelgängers. Ist der Charakter tot, mache weiter wie im AB vorgesehen. Ansonsten gönn dem Spieler das Überleben (der Angreifer versucht zu fliehen und dabei nicht als Doppelgänger erkannt zu werden).
2.) Lasse den Doppelgänger irgendein Betäubungsgift anrühren, würfle verdeckt den Angriff und Rettungswurf des Charakters. Wenn der Charakter dadurch bewusstlos wird, mach weiter wie im AB vorgesehen (evtll. wäre es hier passender, den bewusstlosen Chara vom Doppelgänger irgendwo deponieren zu lassen, damit er später befreit werden kann). Wenn er es schafft, beschreib ihn den Angriff und lass ihn entscheiden, ob er versucht den Angreifer zu verfolgen.
Verfolgung des Angreifers (nach 1. oder 2.): Lass den Spieler entscheiden, ob er den Attentäter (den er wahrscheinlich noch nicht als Doppelgänger erkannt hat) verfolgt - mache ihm dabei klar, dass er KEINE Zeit hat, die anderen SC zur Hilfe zu rufen. Wenn er ihn allein verfolgt, würfele die Verfolgungsjagd aus (gib dem Doppelgänger ausreichend gute Werte, damit er eine Weile "durchhalten" kann). Wenn er ihn einholt (sobald die Gelegenheit günstig ist, "verliert" der Doppelgänger absichtlich), würfele den Kampf aus (nach Möglichkeit verdeckt für den Doppelgänger, solange das nicht zu auffällig ist). Beschreibe einen Großteil der Doppelgänger-Angriffe als "Daneben", notiere dir aber verdeckt, den angerichteten Schaden beim Charakter. Lass den Spieler weiterkämpfen, auch wenn sein Charakter eigentlich tot ist und führe den Kampf irgendwie zuende (da die Beschreibung nicht real ist, sondern nur dem "Alibi" des Doppelgängers dient, kannst du den Angreifer beschreiben, wie du willst). Zu gegebener Zeit informiere den Spieler des ausgetauschten SC darüber, dass sein SC bei dem Kampf eigentlich gestorben wäre, du aber die Beschreibung angepasst hast, um die Infiltration des Doppelgängers in die Gruppe zu ermöglichen.
Ist immer noch nichts für JEDE Runde, aber ist zumindest etwas fairer.