Und wieso tun sich ehrliche Spieler oft so schwer damit den Schummler offen zu konfrontieren, selbst wenn sie das Verhalten maßlos stört?
Aber meiner Erfahrung nach spielt man doch idR mit Freunden. Das würde dann ja bedeuten, dass Schummlern der Sieg ansich wichtiger wäre, als die Anerkennung der Freunde.
Irgendwie traurig.
Timmy schummelt weil es sich gut anfühlt von allen als Sieger angesehen zu werden.
Johny schummelt um sich selbst durch kreatives Schummeln auszudrücken.
Spike schummelt um sich selbst zu beweisen, dass er es kann. (von allen drei allerdings vermutlich am unwahrscheinlichsten, dass er es tut)
Warum schummelt Vorthos?
Spätestens wenn ein Spiel zu gestaltet ist dass 2/3 aller Aktion immer scheitern, wird es langweilig und Schummeln wird zur Notwehr.warum spielt man sowas?
(weil die Chars sonst drauf gehen würden), anstatt einfach zu sagen: "Ok Leute, das hab ich wohl falsch eingeschätzt, ich würde da gerne die Werte nochmal ändern", oder so.
Und wieso tun sich ehrliche Spieler oft so schwer damit den Schummler offen zu konfrontieren, selbst wenn sie das Verhalten maßlos stört?
Schummeln zur "Selbstverteidigung" gegen unfaire Spielchancen ist ein interessanter Ansatz, den ich noch garnicht bedacht habe.
Paradebeispiele aus dem RSP-Bereich dafür sind Systeme die als Komplettpaket daherkommen, etwa Pathfinder. Es gibt genug SLs, die einfach die Sache mit dem Wealth per Level nicht verstehen und somit auch nicht sehen wie die Chancen kippen können. Normal sollte z.B. ein Krieger gegen einen passenden Gegner eine 75% Trefferchance haben, gegen einen starken Gegner ca. 60%. Gibt man dem Krieger aber nicht die Mittel die er braucht (und die im System angedacht sind) um diese Chance zu halten, fällt man schnell auf 50%/35% Chance, was einfach Frust ist weil es jemand anderes verbockt hat.Aber die selbstbewusste, nicht schummel, Variante wäre doch viel eher den SL entsprechend darauf anzusprechen.
Aber die selbstbewusste, nicht schummel, Variante wäre doch viel eher den SL entsprechend darauf anzusprechen.
Beispiel aus meinem familiären Umfeld: Ein Verwandter von mir bezieht einen Großteil seiner Selbstvertrauensprothese daraus, daß er in X Spielen zuverlässig "als Sieger dasteht". Wenn er dann tatsächlich mal in Gefahr ist, eine Partie auf Platz 2 oder 3 zu beenden, fängt er an zu schummeln. Das "als Sieger dastehen" ist für ihn das einzig Entscheidende. Dabei geht es ihm nicht einmal um Respekt oder Anerkennung der anderen, sondern allein um das hohe Roß, von dem aus er hämisch über die Verlierer lästern kann.
Du müsstest selbst wissen dass das oft genug nichts bringt.Nicht wirklich... bzw. nur zweimal so krass, dass reden wirklich zwecklos war, weil da aber auch sehr konträre Spielvorstellungen und -stile aneinander gekracht sind und weniger, weil es unfair gewesen wäre. Im einen Fall hat der Spieler unsere Gruppe verlassen, im anderen Fall habe ich als Spielerin die Gruppe verlassen. Aber das passt nicht so ganz auf die von dir beschriebene Situation.
Ja, genau sowas haben wir auch in der Verwandschaft. Und deshalb schummeln wir ihn runter vom hohen Ross ;D
Niemand will von sich sagen, dass er aus Gewinnsucht schummelt,Dann gehöre/gehörte ich zu dieser Minderheit. Einen anderen Grund gab es eigentlich nicht für mich.
Niemand will von sich sagen, dass er aus Gewinnsucht schummelt
Ja, genau sowas haben wir auch in der Verwandschaft. Und deshalb schummeln wir ihn runter vom hohen Ross ;DNee, das war bei uns ein No-Go, solange wir noch mit ihm gespielt haben. Man muß dem Typen ja nicht auf seinem eigenen Niveau begegnen. :P
Womit ich dir gar nichts unterstellen will - es ist halt nur auffällt, dass die einzigen Leute, die sich hier im Thread zum Schummeln bekennen, als Grund dafür den Dienst an einem höheren Ziel (Gerechtigkeit, Erziehung hämischer Gewinner oder Spielspaß) angeben. Und wahrscheinlich sehen sich 99% aller Schummler genau so: Niemand will von sich sagen, dass er aus Gewinnsucht schummelt, alle sind der Meinung, dass sie Schummeln, um einen Fehler auszugleichen.ich will nicht behaupten, dass ich nicht schon mal geschummelt habe, als Kind oder so, aber wenn... dann ganz ehrlich, weiß ich es nicht mehr...
zu einer gewissen Phase des Spiels einfach die Grenzen die die Regeln vorgaben im Eifer des Gefechts verwischt habennur das z.B. Würfel drehen, Pöppel verschieben, Karten nicht aufdecken o.ä. keine verwischen der Regeln ist und irgendwie auch nicht als solches durchgeht, egal wie sehr man es sich vielleicht einreden möchte ;)
Dann gehöre/gehörte ich zu dieser Minderheit. Einen anderen Grund gab es eigentlich nicht für mich.
Ich finde ehrlich gesagt, wenn der Spielleiter die Würfel manipuliert, ist das nicht "schummeln".
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Ich würde sagen das kommt darauf an ob das Regelwerk dies explizit erlaubt oder nicht.
Und warum darf der SL entscheiden, was besser für die Story wäre?Ich würde sagen, das ist sein Job.
Ich würde sagen, das ist sein Job.
Und wieso tun sich ehrliche Spieler oft so schwer damit den Schummler offen zu konfrontieren, selbst wenn sie das Verhalten maßlos stört?
Und warum darf der SL entscheiden, was besser für die Story wäre?
Beim Skat oder so geht Schummeln oder Tricksen aber gar nicht, da würde ich ein, zwei mal warnen und dann das Spiel abbrechen.Wenn jemand beim Schafkopf bewusst schummeln würde und ich würde das merken, würde ich das Spiel beenden und meinen Einsatz zurücknehmen. Ohne Warnung. Spätestens bei Geld hört der Spaß auf.
Naja ich spiele normalerweise nicht um Geld oder wenn, dann um symbolische Beträge (1/10 Cent pro Punkt beim Skat).Ich weiß nicht, wie weit sich das beim Skat aufschaukelt. Aber ich kann sagen, dass an einem Abend bei Schafkopf und unseren Einsätzen selten mehr als 15 Euro pro Spieler den Besitzer wechseln. Also auch eher symbolisch.
warum wird eigentlich immer nur über das Schummeln um selbst zu gewinnen geredet
Was ist wenn der Probenmechanismus einfach unfair ist.Dann frage ich mich wieder, warum man das spielt oder diese Mechanismen benutzt.
Eine andere Frage ist, wie weit definiert man Schummeln denn im Bezug auf Rollenspiele. Als Meister Würfel drehen halte ich für relativ unkritisch, da es keine Balance zwischen Meister und Spieler gibt. Der Meister kann an den Würfeln beliebig nach oben und unten drehen, denn ob der Goblin jetzt verfehlt oder der Meister den Treffer auf gelungen hoch dreht macht keinen Unterschied weil der Meister ja genau so gut einen neuen Goblin auftauchen lassen kann. [...]
Aber gerade so was [d.h. Powergaming und nicht-zufällige Proben] finde ich störender als einen Meister der was an den Würfel dreht. Denn die Spieler sind auf meinem Level an Kompetenz und sind den gleichen Regeln unterworfen und damit ist das die "Konkurrenz" an der man sich messen muss. Da finde ich einen Powergamer o.Ä. schon deutlich störender (auch wenn mir das noch immer nicht den Spielspaß nimmt, aber es sorgt für einen faden Beigeschmack).
Auch als Spieler verlasse ich mich darauf, dass der Spielleiter, wenn er würfelt, das Würfelergebnis 1:1 umsetzt. Wenn er danach noch mehr XP-Futter vor meine Klinge wirft, OK. Wenn er aber das Würfelergebnis dreht, nur um mich zu treffen, dann ist das ein mieser Schachzug.Klar, der Unterschied ist nämlich: gegen Würfeldreher ist man machtlos!
AO
Aber was ist wenn man den Schummeln Begriff mal etwas weiter fasst. Ist z.B. Powergaming Schummeln? Es liegt perfekt in den Regeln und doch fühlt man sich in der Praxis als Normalspieler benachteiligt, wenn so ein MinMax-Monster in der Gruppe rumhängt und der Meister da mal nicht die Handbremse zieht.
Auch als Spieler verlasse ich mich darauf, dass der Spielleiter, wenn er würfelt, das Würfelergebnis 1:1 umsetzt. Wenn er danach noch mehr XP-Futter vor meine Klinge wirft, OK. Wenn er aber das Würfelergebnis dreht, nur um mich zu treffen, dann ist das ein mieser Schachzug.
Bei einer Umsetzung 1:1 gäbe es ja auch die andere Richtung. Wie ist es, wenn dir die Abweichung zum Vorteil gereicht?
Hier haben wir ein Problem mit dem Begriff "Schummeln" und der Rolle der "SL", ähnlich wie Gorbag es anspricht. Nicht zu schummeln bedeutet demnach nicht in einer Weise von den Regeln abzuweichen, die andere schlechter stellt. Das hast du dir entsprechend gerade verbeten. Was aber, wenn die SL andere besser stellt? Das würde üblicher Weise niemand tun, denn dann gewinnt man nicht. Wir ahnden es also üblicher Weise nicht als Schummeln. Die SL kann für gewöhnlich aber nicht gewinnen.
Irgendwie störe ich mich an der Vorstellung, dass es beim Rollenspiel was "zu gewinnen" gibt :o
Aber schummeln ist unabhängig vom Begünstigten immer noch schummeln!
Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel ;)
Klar, der Unterschied ist nämlich: gegen Würfeldreher ist man machtlos!
Zwar kann man vielleicht auch nichts dagegen tun, dass da die nächsten Gobbos um die Ecke laufen, aber gegen die Goblins kann ich was tun und sei es weglaufen.
Wieso musst du dich an den Spielern messen? Die Charaktere agieren doch sowieso meistens als Team. Wenn sie aber nicht als Team agieren, sondern gegeneinander, was ist falsch daran, wenn einer gewinnt?
Nichts hindert dich daran mehr Zeit zu investieren um das genau so gut zu können oder? Da ist einfach fehlender Spieler Skill vorhanden. Nicht persönlich gemeint.
Das ist aber auch relativ. Der Spielleiter sitzt am längeren Hebel und kann, da er perfekte Kontrolle über die Welt genießt seinen gewünschten Ausgang für ein Ereignis forcieren, ganz ohne Würfel zu drehen. Wenn das Ziel ist das die Spieler ⅓ Ihrer HP einbüßen bei dem ersten Encounter damit es eine wichtige Begegnung mit dem Dorfheiler die Straße runter gibt dann schafft das der Spielleiter auch auf die eine oder andere Weise. Klar kann das irgendwann lächerlich werden. Aber in der Regel ist es doch so das ich das einzelne Ereignis vernachlässigen kann, wenn kontrolliere welche Ereignisse alle eintreten. Du gewinnst gegen den Goblin ohne Schaden zu nehmen? Dann schicke ich einen zweiten Goblin. Du läufst weg durch den Wald? Schauen wir ob du die Bären falle siehst. Das Wespennest? Den steilen Abhang? Alles? Gut dann ist dein Essen verdorben und du bekommst eine Lebensmittelvergiftung.
Wenn dein Charakter nie in seiner Aufgabe erfolg hat oder nur selten Spothlight, dann stört die meisten Spieler das. Wenn Krieger A alles um Haut und Krieger B bei einem Skelett schon schwer atmet dann ist das auch suboptimal.
Ich werfe mal 'ne Frage in den Ring:
Ist das wirklich Schummeln, wenn der Spielleiter aus der Erzählung heraus versucht, etwas bestimmtes zu erreichen, was für ihn schwerer und aufwendiger ist, als wenn er in einer bestimmten Würfelprobe das Ergebnis dreht?
Da habe ich gewisse Zweifel.
Es ist Schummeln, wenn sich die Gruppe darauf geeinigt hat, dass man das nicht macht.
Genauso, wie Würfeldrehen Schummeln ist, wenn sich die Gruppe darauf geeinigt hat, dass man das nicht macht.
Natürlich kann sich jede Gruppe darauf einigen, dass Würfeldrehen oder Kulissenschieben in Ordnung ist, und dann ist es natürlich auch kein Schummeln mehr. :)
Problematisch ist das Ganze nur, weil es viele unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, und in Gruppen oft UNAUSGESPROCHEN davon ausgegangen wird, dass so und nicht anders gespielt wird.
Mit anderen Worten: Schummeln ist im Prinzip relativ und eine Definitionssache.
Da ich in der Vergangenheit viel auf Tabletopturnieren gespielt habe bin ich äußerst intolerant was Schummlerei am Spieltisch angeht. Gerade Würfeldrehen ist für mich ein absolutes no-go für beide Seiten, außer man einigt sich vor dem Spiel explizit darauf. Als SL Würfel ich immer offen und für die Spieler deutlich sichtbar, und erwarte von meinen Spielern dasselbe. Bei Würfeldrehern gibt es eine Verwarnung, beim zweiten Mal spiele ich nicht mehr mit der Person.
Ich hatte mal einen Mitspieler, der von seiner Burschenschaft her so ein bisschen völkisch angehaucht war, und für ihn war ein "Sieg" auch immer sowas wie ein Beweis für seine Überlegenheit. Als das mit dem Schummeln überhand nahm und er auch noch rassistische Parolen von sich gab, habe ich ihn mit Pfefferspray besprüht.
OT: Pfefferspray ... :o Rauswerfen wär' nicht drin gewesen?
Ich glaube, wenn mich jemand wegen Schummelns mit Pfefferspray besprühen würde, würde ich ihn anzeigen. Das ist dermaßen verhältnislos.
Nachdem er mir (vor Zeugen!) körperliche Gewalt angedroht hatte als ich ihn auf seine Schummlerei hinwies und mir Worte wie "Untermensch" und "Geh doch zurück nach <Herkunftsland>" an den Kopf geworfen wurden sah ich mich darin absolut gerechtfertigt.
Übrigens kenn ich das von mir selbst, dass ich nicht unbedingt am Würfel herumdrehe oder gar meinen Würfel zinke... aber wenn ich in einer wichtigen Situation schon mal gewürfelt habe, bevor der Rest der Gruppe hinschaut, dann kann es passieren, dass ich das Ergebnis nehme, wenn es gut war, oder noch mal würfele, wenn es mies war. Das Gleiche bei heruntergefallenen Würfeln.
Wobei ich ja noch eine andere Art zu "Schummeln" erlebt habe, die ich bisher primär von DSA-sozialisierten Spielern kenne:
Nach lauter harmlosen Kleinigkeiten fragen und dann daraus einen Fakt basteln der dann in den Raum gestellt wird und vom SL nicht mehr umkehrbar ist.
(Beispiel: Frage nach lauter Material und Beschaffenheiten in einem Raum, nur um dann zu erklären wie man jetzt daraus eine Bombe bastelt, etc.)
Ich werfe mal 'ne Frage in den Ring:
Ist das wirklich Schummeln, wenn der Spielleiter aus der Erzählung heraus versucht, etwas bestimmtes zu erreichen, was für ihn schwerer und aufwendiger ist, als wenn er in einer bestimmten Würfelprobe das Ergebnis dreht?
Da habe ich gewisse Zweifel.
Bei den erzählerischen Mitteln und Möglichkeiten des Spielleiters gibt es für die Spieler die Möglichkeiten, darauf entsprechend zu reagieren - eben mit ihren erzählerischen Mitteln. Und wenn der Spielleiter einfach nur mehr Monster aus dem Hut zaubert, dann gibt es dafür einen realen Gegenwert für die Spieler - nämlich mehr XP und Loot und Shit. Das alles gibt es nicht, wenn der Spielleiter seine Würfelergebnisse dreht ...
Deien Sache setzt aber vorraus, dass der SL alleine eine bessere Geschichte erzählt, als die Gruppe zusammen, und das will ich hiermit explizit abstreiten.
Die beste Geschichte entsteht, wenn alle zusammen wirken die Geschichte zu erzählen, und dabei alle offen und ehrlich sind mit ihren Würfeln.
Da wir ja inzwischen gänzlich bei Rollenspielen gelandet sind....
Witzig finde ich, dass gerade in alten Rollenspielen SL-Willkür, Regelbiegen und Würfeldrehen (im Sinne von "derSLMeister hat immer recht!") ja sogar durchaus erlaubt/erwünscht war und keinesfalls als Schummeln angesehen wurde.
@Slayn
Hast du die letzten Postings gelesen? Denn darin geht es meiner Ansicht nach u.A. darum, ob der SL "Schummeln" darf. Und in dem Punkt hat in den letzten 10-15 Jahren ein enormer Umdenkprozess statt gefunden.
Ich glaube mich erinnern zu können, dass Big Z. seiner Zeit sogar wehemend vom BESCHEISSEN DER SPIELER gesprochen hat, wenn der SL bei SaWo nicht nach den Regeln spielt.
[Nachricht] Hier ist "Schummeln" ein notwendiges Werkzeug um einen Fehler im System zu beheben, ähnlich wie Bennies bei SaWo ein notwendiges Werkzeug sind um einen Fehler in der Mechanik zu beheben.
Für mich persönlich ist Würfeldrehen (wenn ich es mitbekomme) eine Abart des Railroadings. :)
Wenn ich es nicht merke, das gleiche gilt somit auch für Railroading - ist es eine wundervolle Illusion.
@Slayn: Der Einsatz von Fatepunkten, durch die Würfeldrehen oder Würfelergebnisse aufgehoben worden sind, ist kein Schummeln; denn das ist doch ein erlaubtes Element des Spielsystems.
Erzählt der Spielleiter die Geschichte und sind damit die Spielerfiguren nur Teil einer Geschichte, die der SL erzählt?Auf beide Fragen lautet die Antwort: ja.
Oder:
Bietet der Spielleiter nur den Rahmen an, aus dem die Spieler die Geschichten ihrer Figuren ableiten und auf die der Spielleiter mit seinen Mitteln eingreift?
Oder waren sie selbst das Ziel? Vielleicht weil die Autoren nett fanden, wenn jeder kleine Steinchen hat? Ich schließe mich deiner Interpretation natürlich an, wenn du dein Telepathie-Zertifikat vorlegen kannst.
Auf beide Fragen lautet die Antwort: ja.
Das ist eine sich ständig durchkreuzende Wechselwirkung. Wenn ich so zurück denke, könnte ich nicht auf Anhieb sagen, ob es überhaupt möglich wäre, die eine Frage mit "davon war mehr" zu beantworten. Wenn man einen bestimmten Zeitabschnitt betrachtet, könnte man ein "mehr" entdecken, aber wenn man den Zeitabschnitt anders wählt, würde die Antwort anders lauten.
Eben. Schummeln ist es nur, wenn es verboten wird.
Die Frage ist daher eher: Warum wird etwas verboten?
...
Anders sieht es ja schon wieder im Kooperativen Spiel aus, bei dem man gemeinsam Siegt oder Verliert und sich daher ganz andere Schwerpunkte bilden.
Na gut. Warum etwas verboten wird, ist ein anderer Schuh, als die Frage, die ja im OP gestellt worden ist. Übertragen auf den Spielleiter lautet diese: "Warum schummelt der Spielleiter"?
Oder von hinten aufgezäumt: Unter welchen Umständen kann ein Spielleiter gerechtfertigt oder entschuldigt sein zu schummeln? Geht das überhaupt - Rechtfertigung oder Entschuldigung des Schummelns?
Imho weil wir bei uns im Hobby an sich die falschen Mittel einsetzen für das, was wir erreichen wollen. Und halt, historisch betrachtet, weil sich gewisse Dinge als Standard etabliert haben die schon immer zu nicht auflösbaren Widersprüchen geführt haben.
Klassisch ist doch Immersion durch Gefahr, Gefahr durch die Option verlieren zu können. Das steht im Kontrast zu einer langen Story die es zu erleben gilt und die halt nur klappt wenn niemand unterwegs verliert/stirbt.
Da sieht man halt einen Gegensatz zu anderen Paradigmen, wie etwa das Spiel bei dem man einfach schaut wie weit man kommt, sterben wird man sowieso.
Man muss da einfach mal ganz platt die Frage stellen: Geht es ohne SL-Schummelei wenn ein Spiel gleichzeitig unendlich viele Chancen haben soll zu enden, dafür aber eine Story dahinter ist die bis zu ihrem Ende erlebt werden soll?
Konkret kann man doch z.B. eine Runde "Schatten über Camelot" mit einer Runde DSA vergleichen: Bei Schatten ist es kein Drama wenn die Spieler mal gemeinsam versagen, bei DSA kommt es schlecht an wenn man das betreffende Abenteuer nicht bewältigt.
Schaut man sich dagegen eine Runde Fiasko an, ist es auch kein Drama wenn die Runde abbricht oder nicht gut zu einem Ende kommt, dann spielt man halt nochmal.
Bei allen stellt sich dann die Frage im Einzelfall: Aus welchen Motiven schummelt er dann?
Wenn es "gute" Motive gibt, bedeutet das dann, dass das Schummeln eigentlich keines ist?
Es ist Schummeln, wenn sich die Gruppe darauf geeinigt hat, dass man das nicht macht.
Genauso, wie Würfeldrehen Schummeln ist, wenn sich die Gruppe darauf geeinigt hat, dass man das nicht macht.
Natürlich kann sich jede Gruppe darauf einigen, dass Würfeldrehen oder Kulissenschieben in Ordnung ist, und dann ist es natürlich auch kein Schummeln mehr. :)
Problematisch ist das Ganze nur, weil es viele unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, und in Gruppen oft UNAUSGESPROCHEN davon ausgegangen wird, dass so und nicht anders gespielt wird.
Machtmotiv. ... sehe ich insbesondere auch als häufige Ursache für Schummeleien durch den SL.Nach meiner persönlichen Erfahrung eher NichtZustimm. Wann immer ich SLs beim "Schummeln" erwischt habe (ob nun durch Würfeldrehen oder nachträgliches Umdefinieren von Fakten), schien mir das Hauptmotiv zu sein, daß "seine schöne Geschichte" nicht zerschossen werden sollte.
Nach meiner persönlichen Erfahrung eher NichtZustimm. Wann immer ich SLs beim "Schummeln" erwischt habe (ob nun durch Würfeldrehen oder nachträgliches Umdefinieren von Fakten), schien mir das Hauptmotiv zu sein, daß "seine schöne Geschichte" nicht zerschossen werden sollte.
Ich glaube nicht, daß dabei der Wunsch nach Machtausübung im Vordergrund stand ("die Spieler in die Geschichte zwingen"), sondern vielmehr die Angst vor der Ratlosigkeit, wenn die Spieler "vom Plan abweichen" -- daß er dann einfach nicht gewußt hätte, wie er weiterleiten soll.
Absichtlich verlieren ist nicht schummeln. Das ist nicht optimal spielen. Du änderst nicht die Regeln um zu verlieren.
Ich sehe da jetzt qualitativ keinen Unterschied darin ob man jetzt einen Treffer/Crit/Erfolg dazu oder hinweg dichtet.
Nach meiner persönlichen Erfahrung eher NichtZustimm. Wann immer ich SLs beim "Schummeln" erwischt habe (ob nun durch Würfeldrehen oder nachträgliches Umdefinieren von Fakten), schien mir das Hauptmotiv zu sein, daß "seine schöne Geschichte" nicht zerschossen werden sollte.
Ich glaube nicht, daß dabei der Wunsch nach Machtausübung im Vordergrund stand ("die Spieler in die Geschichte zwingen"), sondern vielmehr die Angst vor der Ratlosigkeit, wenn die Spieler "vom Plan abweichen" -- daß er dann einfach nicht gewußt hätte, wie er weiterleiten soll.
Dürfte sich die Waage halten. Es gibt definitiv eine beträchtliche Anzahl an SLs, die ihr Ding durchziehen, zur Not auch gegen die Spieler, und denen bei Bedarf zeigen, wer der Chef ist. Ein Machtmotiv würde ich aber auch bei Munchkins vermuten. Wobei sich Macht- und Leistungsmotiv vermutlich gar nicht so leicht voneinander trennen lassen.
Ob Anerkennung gewinnen = Machtgewinn ist, da bin ich mir nicht so sicher.
Weil ob ein Klaps auf die Schulter, wie toll man das gemacht hat = Machtgewinn ist, wage ich zu bezweifeln.
? Wo liest Du das raus? Bei mir nicht oder?
Jemand anderen gewinnen u lassen hätte ich jetzt nicht mal als Schummeln verstanden. :D
Jemand anderen gewinnen u lassen hätte ich jetzt nicht mal als Schummeln verstanden. :DWenn es danach geht, habe ich als SL fast nie geschummelt. Meist habe ich nämlich (damals, bevor ich's mir abgewöhnt habe) die Würfel zugunsten der Spieler gedreht. ::)
Wenn es danach geht, habe ich als SL fast nie geschummelt. Meist habe ich nämlich (damals, bevor ich's mir abgewöhnt habe) die Würfel zugunsten der Spieler gedreht. ::)
Aber ist das nicht die Sache, die mit dem Hinweis auf Zornhau gemeint war? Würfel drehen zugunsten der Spieler entwertet alles was sie machen, ist also ein geschenkter Sieg. Schummeln, nur umgekehrt.Darum sagte ich ja: "Wenn es danach geht". ;)
Da es keine Mod-Ansage dazu gibt, mach ich hier einfach mal wieder auf.
@Moderation:
Wieso wurde das Thema denn geschlossen?
Wobei das doch witzig ist, bzw. eine Doppelmoral: Würfeldrehen für Erfolg ist Schummeln, Würfeldrehen für Misserfolg nicht? Dabei ist doch beides Würfeldrehen.
- Aufgrund der Herausforderung
Eine Lehrerin meinte während meiner Schulzeit das die Schüler selbst dann noch spicken würden, wenn der Test persönliche Daten (Name, Geschlecht) abfragt. Also Fakten die man sicher weiß. Ich glaube durchaus das sie Recht hatte.
Das schummeln kann als eine Art Minispiel verstanden werden bei der die Herausforderung ist entgegen der Regeln mitzuspielen und anschließend ein Ergebnis zu produzieren das regelgerecht aussieht. Nicht unbedingt weil man damit der Institution Schule oder der Lehrerin schaden möchte, eine gute Zukunft haben oder sich gegenüber anderen Schülern hervorzutun, sondern weil es in sich / für sich genommen Nervenkitzel bietet. Man hat die Herausforderung der Methode, Umsetzung man erhält ein Ergebnis jenachdem socialized man noch dabei.
Weshalb es auch Spiele gibt die versuchen den Aspekt zu simulieren.
Das Forum scheint irgendwie gelegentlich mal von selbst Themen zu schließen, das ist uns letztens schon mal aufgefallen.:o Um Himmels Willen, das Forum wird empfindungsfähig!
Wenn man z.B. das Ergebnis aus dem Physikbuch abschreibt - mit einem geplanten künstlichen Fehler, damits nicht so auffällt -, statt das Experiment durchzuführen. Klar, man könnte es vielleicht selber tun, aber was brächte das?Ich würde das am ehesten unter "Vorgehensweisen" einordnen, anstelle es an eine Motivation zu knüpfen.
Ich habe bei mir gerade eine Doppelmoral in der Denkweise entdeckt:Ich vermute folgendes:
- ich habe kein Problem dabei, dass der Spielleiter die Würfel dreht* oder halt ähnlich das Spiel manipuliert
- ich habe ein Problem damit, wenn ein Spieler das Gleiche macht
* allerdings möchte ich es als Spieler nicht merken - also einen offenen Wurf ändern wäre falsch, aber bei einem
verborgenen Wurf einen Misserfolg als Treffer deklarieren, bzw. einen Wert einfach hochsetzen ist okay.
Sind das noch Überbleibsel der DSA Prägung - der SL ist dein Herr und Meister?
Wobei das doch witzig ist, bzw. eine Doppelmoral: Würfeldrehen für Erfolg ist Schummeln, Würfeldrehen für Misserfolg nicht? Dabei ist doch beides Würfeldrehen.