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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 10:09

Titel: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 10:09
Hallo lieber Leute,

Es lässt sich nicht leugnen die Fantasy-Stores sterben aus da müssen wir uns nichts vor machen. Wo man noch vor einigen Jahren in jeder größeren Stadt zu min. ein bis zwei Geschäfte dieser Art finden konnte (etwas suchen natürlich vorausgesetzt) kann man heute froh sein wenn man solch einen laden in seiner Nähe hat ohne gleich einen Tagesausflug ein zu planen wovon 80% der zeit für Ab-und Anreise drauf gehen.

Ich weiß diese Thematik wurde bestimmt schon des öfteren hier durch gekaut aber mich interessiert besonders eine Aktuelle sicht der Lage!

Liegt es am Internet? Oder ist schlicht nicht genug Nachfrage nach all den Dinge die wir als Hobbys haben. Egal ob jetzt P&P, Brettspiele , TCG , Warhammer und was es sonst noch alles gibt.

Ich Frage auch besonders aus dem Grund (Und jetzt bitte nicht lachen ich weiß wie beknackt sich das anhört) Ich mir immer öfter vorstellen kann mich selbstständig zu machen und eine Idee immer und immer wieder sich nach vorne schummelt

WARUM KEINEN FANTASY-STORE AUF MACHEN !?

Ich meine mit den GW-Shops klappt es doch auch noch nach all den Jahren!?

Denkt bitte nicht ich gehe da allzu Naive an das Thema oder stelle mit vor solch ein Geschäft führt man mit Links keine Bange.

Mich interessiert wirklich ist kein bedarf mehr dafür da oder woran liegt das ?

Ich hoffe auf viele Antworten
Danke schon einmal vorab.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Infernal Teddy am 6.07.2014 | 10:19
Ich nenne es mal "Wandelunwillen".

Die Zeiten sind längst vorbei wo es ausreichte, ein Geschäft für Phantastik zu sein - das kann Amazon deutlich besser. Man muss verkaufen können, man muss kunden begeistern können, man muss den Markt aufmerksam beobachten, und man muss einen mehrwert anbieten, auch wenn die "kunden" gerade nichts kaufen - platz zum spielen, turniere, releaseparties... vielleicht das angebot halt um brettspiele und platz zum spielen für diese erweitern. Vielleicht dazu noch ein Café für phantastik sein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 6.07.2014 | 10:21
Erst einmal eine kurze Antwort: Nein.

Es besteht eigentlich kein Bedarf mehr an Fantasy-Stores, denn das Internet bietet dem potentiellen Käufer alles, was er sucht. Und dies häufig zu moderateren Preisen, als man es in einem Ladenlokal anbieten könnte. Das Interesse an Beratung dürfte aus meiner Sicht bei Käufern von P&P-Produkten auch selten so hoch sein, als dass sie dafür in ein Ladenlokal gehen müssten.

GW-Läden sollte man als Vergleich nicht heranziehen. Ich denke, dass ist mehr Marketing als alles andere oder aber sie sind so gut plaziert, dass doch eine größere Kundenzahl aus dem Umland extra dort hinfährt. Ich kann mir z. B. nicht vorstellen, dass der GW-Laden hier im CentrO bei den Mieten auch nur ansatzweise Gewinn produzieren wird.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 10:30
Das doofe ist halt: Fantasy Stores bringen praktisch keinen Mehrwert mehr.
- In Bücher "reinschnuppern" kann ich schon meist auf den Verlagswebseiten.
- Mir etwas "billig" zum Antesten kaufen kann ich über DriveThru oder die Verlags-eigenen PDF-Shops.
- Exoten kann ich eh nur übers Internet beziehen. (Roland!!! Ich liebe dich!!!)
- Mit anderen Spielern in Kontakt treten kann man über Foren wie das hier bzw. Spielerbörsen.
- Für Lieblingssysteme wie Pathfinder habe ich ein Abo und muss mir noch nicht mal Gedanken machen wann was erscheint.

Was bleibt also meistens noch übrig? Ein netter Plausch mit dem Verkäufer, das war´s erst mal.

GW-Läden fallen da erst mal durch eine Sonderstellung raus, denn hier gibt es ein physisches Produkt das man dringend braucht (die Minis) und auch das was vielen fehlt, nämlich ausreichend Platz um das Spiel auch zu spielen.

Ich haue da mal in die gleiche Kerbe wie Infernal Teddy:
Ein Laden muss mir genau das bieten was das Internet oder die Verlage so direkt nicht können: Platz zum Losspielen und Kennenlernen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 1of3 am 6.07.2014 | 10:40
Praktisch nutzlos. Ich benutze sie, höchstens wenn: "Oh, was? Der Geburtstag ist schon morgen? Noch schnell, was Nerdiges kaufen!"

Ein Cafe, in dem man zocken kann, wie Infernal Teddy das vorschlägt und dann den ein oder anderen Artikel auch kaufen kann, klingt schon attraktiver. Möglicher Weise auch mit ausleihbaren Brettspielen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 10:53
Ich habe ja einen gut sortierten Rollenspielladen keine 10 Gehminuten von mir entfernt. Hingehen tue ich trotzdem selten, obwohl ich mich dort wohlfühle, den Besitzer mag, immer dort Zeit für eine Runde Quatschen ist, teilweise auch Exoten vorhanden sind und sonstige Kram angeboten wird.

Warum?

1. Öffnungszeiten - abends nach der Arbeit hat der Laden zu. Wenn ich um 19Uhr wieder von der Arbeit zurück bin, ist zu. Eher ungünstig.
2. Es ist eben nicht alles vorhanden, gerade wenn man Exoten sucht.
3. Es ist immer Aufwand hinzugehen. Ich lese Samstags morgens verkatert etwas in einem Forum zu einem Spiel, dann ist es online gekauft, ohne dass ich mich duschen, anziehen, und fertig machen muss. Da werden aus 10 Min hin 10 Min zurück, und dort was kaufen schnell mal 1 Stunde und mehr.
4. Eng - gerade wenn zufällig mehrere Leute da sind, oder besser noch ein TableTop oder Trading-Card-Tunier stattfindet, ist es laut und eng, so dass das mit dem Wohfühlen schnell weniger wird.
5. Teuer - jetzt nicht so sehr bei deutschen Rollenspielbüchern, aber Zubehör, TradingCard oder Minis bekomme ich anders wo billiger.
6. Soziale Verpflichtungen - da die RPG-Szene ja doch letztlich recht übersichtlich ist, trifft man immer wieder Leute da, die man kennt. Entsprechend muss man zu denen nett, höflich, usw. sein, auch wenn man die Nasen nicht riechen kann. Das muss ich mir nicht immer geben.

Ja, ich gehe immer noch so 1 mal im Monat dahin, meist wenn ich daran vorbeikomme, und denke, gehst mal rein. Ich erwerbe auch eigentlich immer was, seien es Würfel, Magic-Karten, Met, oder Exoten-RPGs, aber das sind immer absolute Spontanaktionen, nichts was geplant ist. Das kommt auf anderen Wegen zu mir. (Ausnahme bildet, wenn ich das sowieso kaufen wollte, da zufällig vorbeikomme, und es dann gleich mitnehme)

Der große Nachteil beim Internet sind die Tage Wartezeit, bis ich das Produkt habe (was ja auch einschließt, dass der Nachbar der das Paket annimmt, ja auch mal nicht da sein kann, wird es im Ladengeschäft im Haus abgegeben, muss ich oft eine halbe Woche zusätzlich warten). Aber irgendwie nehme ich das lieber in Kauf als obige Nachteile.

Für die Spielersuche eignet sich meiner Meinung nach ein Laden sogar sehr viel schlechter als das Internet, weil im Internet kann man lesen, was die Spieler so denken oder meinen, woraus man viel schließen kann. Im Laden wird das viel mehr durch das Soziale verwässert.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 10:56
Ich gehe gerne mal in den hiesigen RPG-/Brettspiel-/Tabletop-Laden, um zu stöbern und einfach mal nur dort zu sein, da ich die bunte Spieleatmo eines solchen Spezialgeschäftes mag.
Beim Kaufen allerdings halte ich mich zurück, weil die Preise englischer Produkte teilweise sehr deutlich über den Netzangeboten liegen (bis zu 30%!). Deutsche Produkte mit Buchpreisbindung kaufe ich in dem Geschäft hin und wieder gerne, weil ich sie dann sofort habe.
Ein Argument für derart höhere Preise wäre für mich, wenn ich in die Bücher mal hineingucken könnte, aber die Verkäufer kriegen sofort ein gelbgrünes Ebolapestcholeragesicht, wenn man sie fragt, ob man ein Buch von seiner Folie befreien dürfe.
Ergo geht das Gros meines Geldes zu günstigeren Netzläden.
Wer heute noch einen Laden für RPG und Phantastik aufmacht, muß mMn schon sehr mutig sein, wenn nicht sogar waghalsig. Meiner Kenntnis nach ist selbst das Onlinegeschäft mit Rollenspielen nicht mehr das, was es mal war; allerdings ist das Hörensagen aus einigen Händlerkreisen. Es ist ja auch bezeichnend, daß es mittlerweile (noch) 10.000 Nagelstudios pro Großstadt gibt, aber bestenfalls noch 1 Fantasyladen. Wäre das Laden-&Cafémodell so vielversprechend, würde man es wohl öfter sehen...

Läden mit Rundenangebot und Leihbrettspielen stehe ich ebenfalls skeptisch gegenüber, weil sie i.d.R. voller sozial fragwürdiger Nerds ohne heimischen Spieleplatz sind, die nervig und/oder laut vor sich hinspielen und die Umgebung wie bei Cons stören.
Leihbrettspiele sind vielleicht nicht schlecht, aber das hängt sehr vom Angebot der Spiele und von deren Zustand nach einiger Benutzung ab; man weiß ja, wie der typische Mensch öffentliches Leihgut behandelt.
Hier im Laden gibt es solche Spielerunden, und mir reicht das ständige Gejohle der CCG-Kinder aus dem Keller schon, wenn ich nur den Laden betrete. Außerdem möchte ich beim achtstündigen Rollenspielen gemütlich in einem Sofa oder Sessel sitzen, nicht auf harten Caféstühlen mit der Pflicht, ständig irgendein Getränk zu ordern.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 11:14
@JS:

Naja, das ist doch eher eine Frage wie man die Sache mit dem Rundenangebot aufzieht. Wenn da die Besitzer aktiv partizipieren, dann kann man das auch produktiv als Verkaufsplattform nutzen und hat eine sehr gute Kontrolle darüber wie das ganze vonstatten geht.
Korki und Rumpel sind ja ein gutes Beispiel genau dafür.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Tarin am 6.07.2014 | 11:17
Vielleicht wären Kork und Rumpel hier generell gute Ansprechpartner :)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 11:27
[Nachtrag @JS]

Das eigentliche "Problem" bei der Laden-Cafe-Kombo liegt woanders: Wenn du nicht gerade wirklich viel Platz hast, dann kannst du nicht die Schlagzahlen generieren aus denen du einen guten Umsatz ziehst. Die Verweildauer ist zu hoch bei zu geringen Konsum als das es auch nur ansatzweise lohnenswert wäre (Außer man verkauft wirklich als Nahrungsmittel getarnte Scheiße um das per Marge auszugleichen).

Wir hatten früher mal einen Deal mit einer Pizzeria das wir zur absolut umsatzschwächsten Zeit bei denen einmarschieren konnten und wieder verschwunden sein mussten wenn das Abendgeschäft losgeht. Es war auch recht klar das es eine Pflicht zu einem gewissen Konsum gab, aber es war schon recht ernüchternd zu sehen wie wenig da bei gut 50 Rollen-, Karten- und BattleTechspielern in der Zeit rumkam.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 11:27
Das ist für mich nicht "woanders", sondern zusätzlich.
Sicherlich hängt dabei vieles von den Besitzern/Anbietern ab, dennoch frage ich mich nach wie vor, ob all der Mehraufwand dafür zusammen mit ein paar Getränken und verkauften Spielen lukrativ genug ist.
Wir haben hier von Verlagsseiten auch schon des öfteren gelesen, daß sehr viel Arbeit am Ende nur wenig Geld bringt, und ich frage mich, wie tragfähig und umsatzstark ein Spielecafé auf Dauer (!) ist. Es wird ja bei solchen Plänen und deren frischer Umsetzung gerne viel schöngeredet, aber wenn nach einigen harten Jahren dann 750,- EUR netto pro Monat auf dem Konto bleiben, kann man sich den Klumpatsch (mMn) auch sparen oder muß sich eben seines Herzblutes erfreuen.
Es ist doch auch bezeichnend, wieviele Netzläden inzwischen stark auf Brett- und Kartenspiele setzen, weil Rollenspiele bekanntlich nicht mehr den Umsatz von einst generieren und bestenfalls stagnieren.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 6.07.2014 | 11:38
Ich nenne es mal "Wandelunwillen".

Die Zeiten sind längst vorbei wo es ausreichte, ein Geschäft für Phantastik zu sein - das kann Amazon deutlich besser. Man muss verkaufen können, man muss kunden begeistern können, man muss den Markt aufmerksam beobachten, und man muss einen mehrwert anbieten, auch wenn die "kunden" gerade nichts kaufen - platz zum spielen, turniere, releaseparties... vielleicht das angebot halt um brettspiele und platz zum spielen für diese erweitern. Vielleicht dazu noch ein Café für phantastik sein.

Was Amazon "deutlich besser" kann, ist im Grunde gar nichts. Denn Amazon macht nichts, außer einen Katalog bereitzustellen. Redaktionelle Arbeit gibt es in-house bei Amazon schon längst nicht mehr. Entweder ist alles automatisiert, oder die Verlage, Shops und Kunden müssen selbst machen (tags setzen, Rezis schreiben, etc).

Die ach so kundenfreundliche und erfolgreiche Strategie von Amazon ist, möglichst keinen Finger zu rühren und schon gar kein Geld auszugeben. Wollte man aber das oben Gewünschte in einem Ladengeschäft umsetzen, dann hieße das, dass das Ladengeschäft viele Finger rühren und enorm viel Geld ausgeben muss. Kunden in einem Beratungsgespräch zu begeistern und den Markt zu beobachten, lässt sich noch relativ zeit- und kostengünstig bewerkstelligen, aber Platz zum Spielen, Termine und Releaseparties kosten halt richtig Geld. Geld, das der Konkurrent im Internet nie in die Hand nehmen muss und das erst einmal erwirtschaftet werden will. Angesichts dieser Rechnung verstehe ich ganz gut, weshalb Ladengeschäfte oft nicht so wandlungswillig sind, wie sie es wahrscheinlich selbst gerne wären - weil sie es sich nicht leisten können.

Vielleicht wären Kork und Rumpel hier generell gute Ansprechpartner :)

Wir sind eine inzwischen fast sechzehn Jahre alte Buchhandlung für Fantasy und Science Fiction, und wir profitieren von unserer guten Lage und unserem Ruf.

Wir haben schon immer Lesungen mit spannenden deutschen und internationalen Autoren veranstaltet, und seit letztem Jahr bieten wir monatlich einen Labertreff und einen Rollenspieltreff an. Das wird auch super angenommen, allerdings dürfte man dafür keine Arbeitsstunden aufrechnen. Wenn zum Rollenspieltreff zwölf Leute kommen, dann heißt das halt nicht, dass die jedes Mal auch jeweils für 20 Euro Bücher einkaufen. Wir setzen dabei halt eher darauf, dass der Laden langfristig einen gewissen Ruf bekommt und dass sich das dann auch in den Verkäufen niederschlägt. Und wir haben selber halt auch Bock drauf.  ;D Und wir können uns das nur leisten, weil wir drei Betreiber alle nebenher richtige Jobs zum Geldverdienen haben.  ;)

Bei uns werden Bücher übrigens selbstverständlich aus der Verschweißung ausgepackt, wenn Kunden reinlesen oder -riechen möchten! Dadurch entsteht einem Laden nun wirklich kein nennenswerter Verlust.

Wir überlegen ansonsten tatsächlich sehr stark in die vom Infernal Teddy angesprochene Richtung. Wir wollen, dass unsere Buchhandlung nicht nur ein Ort ist, wo man in einer exzellenten Auswahl an Genreliteratur rumstöbern kann und gut beraten wird, sondern auch ein Forum, wo man mit Autoren, Interessierten, Spezialisten und Fans zusammentreffen kann, wo man diskutiert, liest, spielt. Wir sind gespannt, wie sich das künftig weiter umsetzen lässt und was es uns bringt.  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 11:39
Es ist doch auch bezeichnend, wieviele Netzläden inzwischen stark auf Brett- und Kartenspiele setzen, weil Rollenspiele bekanntlich nicht mehr den Umsatz von einst generieren und bestenfalls stagnieren.

Bezeichnend? Ja, aber für etwas anderes.

Wenn ich da etwas bezeichnend finden soll, dann das: Ich kenne wenige Branchen die sich selbst intern so verdammt viel Konkurrenz machen und über so verdammt viele Vertriebswege verstreut sind. Sogar die Verlage stehen hier in direkter Konkurrenz zu den Distributoren und den PoS. Totaler Irrsinn den man sonst nirgends sieht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Weltengeist am 6.07.2014 | 11:43
Ich selbst kaufe gerne bei Präsenzläden, auch wenn es ein paar Prozent teurer ist, aber in meiner Gegend gibt es auf fast 100 km Umkreis keinen.

Meine Beobachtung ist aber auch, dass reine Rollenspielläden eine aussterbende Gattung sind. Gut laufende Läden für Fantastik scheinen eher eine Mischung verschiedener Sachen zu bieten: Comics und fantastische Literatur, Zinnfiguren (auch GW) und Rollenspiele, Sammelkarten und Computerspiele. Plus den bereits von vielen hier angesprochenen Event-Charakter, der ja letztlich einer der wenigen echten Vorteile des Präsenzladens gegenüber dem Onlineanbieter ist. Nicht wenige Läden supplementieren darüber hinaus ihr Einkommen mit einem eigenen Webshop, den man aber nicht als halbe Sache nebenher laufen lassen darf - das muss man ganz oder gar nicht machen.

Für den geneigten Gründer bedeutet das vermutlich, dass es nicht genügt, nur die Dinge anzubieten, die man selbst mag. Man muss zunächst mal anbieten, was die Kunden mögen. Und wenn sich rausstellt, dass der Rollenspielkram nur in den Regalen vergammelt - bist du dann bereit, dein Sortiment umzustellen und stattdessen Dinge zu verkaufen, auf die du selbst weniger stehst?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Aeron am 6.07.2014 | 11:49
Ein Laden hat den Vorteil zum Internetshop näher am Kunden zu sein mit persönlichen Beratungen und der direkten Produktpräsentation. Wenn ein Rollenspielladen dies nicht bietet, gibt es logischerweise auch keinen Vorteil da einzukaufen und nicht einen Online-Shop zu nutzen.
In Dresden gibt es einen guten Rollenspielladen, der durch regelmäßige Spielvorführungen, Turniere etc. eben sehr nah am Kunden ist, und wo ich entsprechend gern hingehe, weil ich da direkt die Spiele etc. anfassen und testen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 11:50
Beratung???

Sorry, das klappt bei Mainstream-Systemen, vielleicht

Ein Inhaber, der seit Jahren DnD spielt, und sonst nichts wirklich anguckt, kann einfach kaum richtig einen DSA-Fan beraten.

Sicherlich jetzt etwas übertrieben, aber es gibt einfach soviele Systeme mit sovielen Besonderheiten, dass wird nichts meiner Erfahrung nach.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 11:59
Das ist ein guter Punkt. Gute Beratung und Rollenspielläden bringe ich irgendwie nicht unter einen Hut.
Wenn ich ansonsten in Spartenläden gehe, dann mache ich das u.A. genau wegen der Beratung, weil ich mir etwas empfehlen oder anpassen lassen möchte.

Zu Amazon gehe ich wenn ich genau das nicht brauche und mich als Kunde aus dem Katalog selbst bedienen will.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 6.07.2014 | 12:03
Ein Laden hat den Vorteil zum Internetshop näher am Kunden zu sein mit persönlichen Beratungen und der direkten Produktpräsentation.
Als ich noch in Rollenspiel-Läden ging, da musste ich immer den Besitzer beraten und auf den neuesten Stand bringen ("Fadsch-Würfel? Was soll das sein?")... und wenn ich GLÜCK hatte, hat er mir auch mal einen Exoten bestellt. An sonsten hieß es: "Haben wir nicht, kriegen wir auch nicht mehr rein...". Was soll ich da?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Tarin am 6.07.2014 | 12:06
@Talon
So unterm Strich würde ich es also lassen ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 6.07.2014 | 12:09
Ich beziehe alle meine Produkte aus folgenden "Läden", der Menge des Einkaufs nach:

- Sphärenmeister (online)
- Dragonworld (Bestellung online, Abholung Freitag nach Feierabend, weil liegt auf dem Weg)
- Drivethrou (selbsterklärend)
- ebay (dito selbsterklärend)
- beim Verlag (wie Uhrwerk z.B.)
- Amazing (mittlerweile gar nicht mehr!)

Warum also gehe ich nicht einmal wöchentlich zu Dragonworld?
Erstens hat der liebe Jörg nicht mehr so viel interessantes Material, weil sein Hauptgeschäft Brettspiele (magierspiele.de) sind. Das Material selbst ist eher den "Großen Vier" zuzuordnen, also DSA, D&D 4E, Pathfinder und Shadowrun. Alles nicht (mehr) meine Kragenweite. Zweiterdings ist das Bestellen im Netz schön einfach für mich. Die Wartezeit ist Vorfreude. Ich muss mich nicht mit Leuten rumschlagen, die mir auf den Senkel gehen (was diverse Dauergäste in diesen Läden tun. Anekdoten dazu gern bei Nachfrage ...). Ich bezahle online und muss nicht am Automaten vorbei. Ich unterstütze einen feinen Kerl (oder auch zwei) und kaufe schließlich mit einem guten Gewissen, weil ich keinen Dreckskonzern unterstütze.
Tja, die lieben Gespräche mit Jörg sind schon sehr selten geworden und das vermisst man schon. Auch dass das Drachenei zugemacht hat ist eine Schande, wenngleich mein Interesse auch eh stark gesunken wäre. Kein Interesse an LARP, keine Lust auf diverse Besucher ... aber das hatten wir schon.

Als Betreiber eines solchen Ladens ist das Onlinegeschäft unabdingbar, wie es scheint. Aber wenn man sich marketingtechnisch ansatzweise vernünftig darstellen kann (siehe unseren königlichen Hoflieferanten hierzuforums), dann kann das Geschäft auch laufen. Auch ohne Laden. Wobei ... hat er denn (k)eines?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Visionär am 6.07.2014 | 12:11
Als ich noch in Rollenspiel-Läden ging, da musste ich immer den Besitzer beraten und auf den neuesten Stand bringen ("Fadsch-Würfel? Was soll das sein?")... und wenn ich GLÜCK hatte, hat er mir auch mal einen Exoten bestellt. An sonsten hieß es: "Haben wir nicht, kriegen wir auch nicht mehr rein...". Was soll ich da?
Ich habe versucht ein paar Boxen GW-Miniaturen zu kaufen (Imperium Freischärler, Bogenschützen, Armbrustschützen, Flagellanten). Ich war in drei Läden, darunter auch ein GW-Store => sie alle hatten nicht eine Box von den Gesuchten.

Warum soll ich mir die Mühe machen, in die Läden zu gehen, mit dem Risiko es dort nicht zu bekommen, wenn es Online zu mir nach hause geliefert wird? Umweltfreundlicher ist es auch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Saffron am 6.07.2014 | 12:14
Hi,

mir persönlich geht es so, dass ich die meisten Rollenspiel-Sachen als PDFs kaufe. Zum einen, weil es günstiger ist, wichtiger aber, weil ich dann alles auf dem Rechner habe, weil ich die Suche nutzen kann, undweil ich so nicht ein Dutzend Bücher zum Spieltermin mitschleppen muss.

Informieren tu ich mich eher in Foren oder Blogs, oder indem ich auf DriveThru stöbere.

Von meinen persönlichen Vorlieben mal ganz abgesehen, stelle ich zu dem Thema noch folgende Fragen in den Raum:

Wieviele Rollenspieler kaufen tatsächlich öfter mal neue Systeme oder Quellenbücher? Ich kann das schwer einschätzen. Hier im Forum bekommt man schon den Eindruck, dass viele Mitglieder den ganzen Schrank mit RPG-Krams voll haben, aber das liegt natürlich daran, dass die besonders kauffreudigen Spieler auch diejenigen sind, die in Rollenspielforen aktiv sind. Ob das aber reicht, um einen Laden wirtschaftlich sein zu lassen?

Dann ist noch die Frage, ob diejenigen Personene, die besonders viel Zeit für Rollenspiel aufwenden auch diejenigen sind, die viel Geld für Material ausgeben. Oft ist es ja so, dass man gerade während Schule/ Studium/ Ausbildung viel spielt, da aber nicht so viel Geld zur Verfügung hat. Später hat man dann vielleicht ein gutes Einkommen, aber wegen Job und Familie viel weniger Zeit zum Rollenspielen.

Ich könnte mir eher vorstellen, dass Läden sich nur lohnen, wenn sie ein sehr breites Angebot haben: Eine Mischung aus Spielwaren, Brettspiele, Rollenspiele, Computerspiele und dann vielleicht noch Deko-Krams mag klappen, aber für den urigen kleinen Rollenspielladen mit nur P&P's, Würfel, Miniaturen und Tabletops sehe ich eher schwarz.

Just my 2 cents
Saffron
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 6.07.2014 | 12:28
@Beratung:
Der Rollenspielexperte=Tanelorn-User betrachtet die Sache aber auch ein bisschen vom hohen Ross herab. Sicher wundere auch ich mich über einen Ladenbetreiber, der nur D&D spielt und über alles andere nichts sagen kann, oder über den Typen in einem Laden in Lübeck, der nichts von Warhammer 3rd wusste, nachdem es über eineinhalb Jahre auf dem Markt war. Andrerseits wurde hier oft genug gesagt, dass man wahrscheinlich vom Verkauf von Rollenspielen allein nicht leben kann. Das bedeutet, dass man sich als Händler eben wahnsinnig viel mit anderen Dingen beschäftigen muss. Bücher, Merchandise, Trading Cards, Action Figures, Tabletop, Brettspiele, etc. Plötzlich hat man es mit zig Sparten und tausend Großhändlern und Direktanbietern zu tun. Plötzlich müsste man an mehreren Fronten immer auf dem neuesten Stand sein, während man zusätzlich das Tagesgeschäft und den "Verwaltungskram" auf die Reihe kriegen muss. Da fällt leicht mal eine Sparte hinten runter. Dem Nerd, der in seiner Freizeit nichts besseres weiß, als im Tanelorn und auf zig anderen Rollenspiel-Seiten im Internet zu prokrastinieren, kann das natürlich kaum passieren.

Ansonsten anektdotisch: In der Berliner Morgenwelt bin ich schon sehr engagiert zu Rollenspielen beraten worden. Manche von den Verkäufern lassen sich von Kunden auch Feedback geben und reichen das dann weiter, auch wenn sie selbst die Sachen nicht kennen. Fand ich sehr gut. Und bei uns im Laden - bei unserer superbescheidenen Auswahl - haben wir auch durchaus schon Leute bezüglich Rollenspielen beraten. Es gibt eben doch noch extrem viele Leute, die von Rollenspielen entweder gar nichts wissen oder zwar etwas wissen, aber nicht im Tanelorn angemeldet sind und auch kein Interesse haben, fürs Rollenspiel so viel Zeit im Internet zu verbringen. Die sind froh um Tipps und Erklärungen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 12:38
Ich halte diesen Beratungsansatz ohnehin für eine überzogene Forderung.
In Fachgeschäften anderer Branchen gibt es entweder nur spezielle Angebote, die eine umfangreiche Beratung ermöglichen, oder es gibt bei einem breiten Sortiment mehrere Fachkräfte oder solche, die sich dafür halten (hält jemand Media Markt generell für ein gut beratendes Fachgeschäft?).
Wenn ich überlege, daß ich schon ziemlich viele Brett- und Rollenspiele pro Monat spiele und mit all der Einarbeitungszeit und dem Regelstudium enorm viel Freizeit verbringe(n muß), ist es schlicht und einfach nicht möglich, daß jemand neben seiner Arbeit noch locker die noch breitere Palette an Rollenspielen und Brettspielen so überblicken kann, daß er eine umfassende Beratung leisten kann. Selbst in Buchläden stellte ich immer wieder fest, daß die Empfehlungen der Verkäufer sehr eng begrenzt waren und mir viele Bücher, die für mich interessant waren, gar nicht genannt werden konnten.
Und mit dem Angebot an Rezis, Besprechungen, Vorstellungen und Forenhilfen kommt ohnehin kein Geschäft mehr mit, also kann das auch nicht der Kern eines lokalen Ladens sein. Wie schon gesagt wurde, sollte man als Verkäufer einen gewissen Überblick haben und etwas zu den Standards sagen können, aber Detailwissen für jeden Nerd von nebenan? Das ist nicht zu leisten.

PS: Übrigens tummeln sich in meinem örtlichen Laden schon die ungepflegten, aber billigen Freundinnen irgendwelcher Verkäufer hinter der Kasse und können nicht von der Wand bis zur Tapete denken. Selbst die Stammverkäufer kennen sich höchstens in ihrem Nischenbereich aus und haben sonst von Tuterei keine Ahnung. Dafür sind aber auch sie billig.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 12:40
@JS,

ich gebe dir recht. Nur wurde es ja vorher als Kriterium für das gehen in einen Laden angeführt.

Und die Aussagen hier dürften vor allem das Entkräften dieses Vorteils sein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 12:42
Das habe ich auch so gesehen.

"Und wir können uns das nur leisten, weil wir drei Betreiber alle nebenher richtige Jobs zum Geldverdienen haben."
Die Aussage wundert mich in keiner Weise, sie trifft ja auch auf den typischen Rollenspielverlag und Brettspielerfinder zu.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: asri am 6.07.2014 | 12:47
Ich Frage auch besonders aus dem Grund (Und jetzt bitte nicht lachen ich weiß wie beknackt sich das anhört) Ich mir immer öfter vorstellen kann mich selbstständig zu machen und eine Idee immer und immer wieder sich nach vorne schummelt

WARUM KEINEN FANTASY-STORE AUF MACHEN !?
[...]
Mich interessiert wirklich ist kein bedarf mehr dafür da oder woran liegt das ?

Talon, hast du schon mal im Einzelhandel, womöglich sogar in einem Fantasy-Laden gearbeitet?
Hast du Bock auf deine persönlichen Hobby-Themen, oder hast du Lust, dich nach dem Geschmack, den Hobbies und Interessen deiner (potenziellen) Kunden auszurichten? Hast du Lust, den Verwaltungskram einen kleinen Ladens zu schultern?

Wenn ich etwas Bestimmtes kaufen will, mache ich es mittlerweile häufig über das Internet. Stöbern und Spontankaufen in einem richtigen "Brick&Mortar"-Laden kommt bei mir äußerst selten vor, weil dessen Sortiment kaum mit den Online-Informationsangeboten mithalten kann.

Was ein Laden gegenüber dem Internet bieten kann (wie auch Korknadel schon ausführte): Ein örtliches Forum, Ort der Vernetzung und Begegnung. Wie stark ich das in meiner Stadt nutze? Wenig, obwohl ich selbst ein Rollenspieltreffen mit-organisiere, das zweiwöchentlich abends im Spieleladen stattfindet.

Mir wäre es trotzdem nicht egal, ob der Laden eingeht, nicht nur aus Nostalgie oder (eigennütziger?) Loyalität, sondern auch, weil ich es schön finde, wenn - etwas steif ausgedrückt - meine Mitbürger eine Anlaufstelle für Spielzeug, Spiele, Rollenspiele und mittlerweile auch Comics haben. Ich selbst komme wohl auch ohne aus bzw. nutze das Internet dafür.

Ob heutzutage so ein Laden sich etablieren und langfristig überleben kann, hängt sicher auch von der Bandbreite der angebotenen Produkte und eben der Einbettung in die verschiedenen örtlichen Communities zu verschiedenen Hobbies/ Interessensgebieten ab. Bist du bereits in solche Communities eingebunden? Besteht dort Bedarf an einem Ladenlokal?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 6.07.2014 | 12:59
@Beratung:
wie soll diese denn bei solchen günstigen Produkten abzuleisten sein? Wenn man gut ist in Beratung und Verkauf, dann hat man bei einem Kunden 20-120 Tacken Umsatz generiert. Wenn man wirklich gut ist. Also den Bedarf bedient und noch etwas zusätzlich aufschwatzt. Für Zweiteres sind sich die gutherzigen Weltverbesserer Rollenspieler natürlich zu gut ;) Also bleiben wir mal bei einer halben Stunde Beratung bei einer Person und einem Umsazu von vielleicht 30 Euronen.
Das ist betriebswirtschaftlicher Totalschaden, besser noch: Wahnsinn!
Überlege mal, was Du dann verdienen willst, bzw. kannst.
Betriebswirtschaftlich musst Du, Talon, denken wie ein Kapitalist. Erst recht in einem schwierigen Marktsegment, wo jederzeit jeder alles besser weiß und kann, als Du. Liest Du ja hier bereits zwischen den Zeilen. Du musst richtig Umsatz generieren, um überhaupt überleben zu können. Oder noch einen Zweit- und/oder Drittjob haben. Herzblut alleine macht Dich nicht satt oder zufrieden.

Als GF eines mittelständischen Unternehmens weiß ich, wovon ich rede. Das geht soweit, dass ich Beratungszeiten mittlerweile kurz halte, weil ich diesen Luxus nur noch begrenzt ableisten kann. Das en detail auszuführen ist etwas sehr rahmensprengend, aber vielleicht ist der Kern für Dich ja nachvollziehbar.

Dann schaue Dr mal die großen Unternehmen der "Bücher-Branche" an. Thalia baut Stellen ab und gleichzeitig das Sortiment akut auf. Mit Büchern, Literatur, Papier, etc. hat vieles dort schon nichts mehr zu tun. Und wenn es denen schon schwer fällt, was meinst Du, wartet auf Dich?
Ich rate Dir, Dein Hobby als genau DAS zu behalten. Als Hobby. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der Markt satt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 6.07.2014 | 13:00
Selbst in Buchläden stellte ich immer wieder fest, daß die Empfehlungen der Verkäufer sehr eng begrenzt waren und mir viele Bücher, die für mich interessant waren, gar nicht genannt werden konnten.
Und mit dem Angebot an Rezis, Besprechungen, Vorstellungen und Forenhilfen kommt ohnehin kein Geschäft mehr mit, also kann das auch nicht der Kern eines lokalen Ladens sein. Wie schon gesagt wurde, sollte man als Verkäufer einen gewissen Überblick haben und etwas zu den Standards sagen können, aber Detailwissen für jeden Nerd von nebenan? Das ist nicht zu leisten.

Dazu noch eine Bemerkung aus meinen Erfahrungen als einerseits beratender Buchhändler und andrerseits Nerd, der das Internet selbst nutzt: Wir haben ein großes Publikum, das die Beratung im Laden mehr schätzt als das Studium von Rezensionen im Netz. Wir können natürlich auch deswegen besonders gut beraten, weil wir sehr spezialisiert sind. Krimis, historische Romane, Liebesromane, Gegenwartsliteratur und all das scheidet von vornherein bei uns aus. Von daher ist auch unseren Kunden von vornherein klar, dass wir ihnen nicht alle Bücher empfehlen werden, die für sie interessant sein könnten, sondern nur die aus dem Genre.

Der große Vorteil gegenüber Amazons Algorhythmen ist beim persönlichen Beratungsgespräch, dass man sich gegenseitig vor sich hat. Über Gestik und Mimik wird sehr viel transportiert. Oft sieht man, bei welchem Reizwort der Kunde ein Funkeln in die Augen bekommt und kann dann in die Richtung weiter gehen und sich von den "Algorhythmen" (die wir ja auch haben, denn wir wissen genauso gut wie Amazon, dass viele Leute, die Brett und Weeks lesen, auch Sanderson mögen könnten) auch entfernen. So werden eben auch mal Bücher empfohlen, die auf den ersten Blick gar nicht so ins Schema passen, den Kunden aber vielleicht trotzdem interessieren. Dieser Austausch von (teils nur gestischen, mimischen) Kommentaren und Reaktionen bis hin zu Feedback ist beim persönlichen Kundengespräch wirklich etwas, was ich im Netz bisher nicht gefunden habe.

Wobei das natürlich immer auch schief gehen kann, wenn die Chemie zwischen Berater und Kunde einfach nicht stimmt. Davor ist man nie gefeit.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Skele-Surtur am 6.07.2014 | 13:01
Kleine, kuschlige Fantasyläden, in denen man schmökern und stöbern kann, sind die Tante-Emma-Läden der Rollenspielszene.
Wo sie sich halten, dort halten sie sich regelmäßig mit einer langsam vergreisenden Klientel an Stammkundschaft, die selbst entweder den Anschluss verloren hat oder nur noch aus wehmütiger Treue ihrem Weggefährten aus der Frühzeit der Fantasyszene die Stange hält, sowie dem gelegentlichen Passanten, der den Laden selbst mehr als nostalgische Kuriosität betrachtet, wo man aus der Verzückung des Augenblicks heraus eine Kleinigkeit erwirbt, so wie man im Urlaub an der Strandpromenade eine CD beim Straßenkünstler kauft, mehr des Sonnenuntergangs wegen, als um der Musik an sich willen und weil man es herzerwärmend findet, dass es so etwas noch gibt.

Sicher, der eine oder andere liebevoll geführte Laden im Nebenerwerb kann sich halten und das ist auch schön so, aber der erfolgsorientierte Unternehmer, der noch seine Familie ernähren muss, versucht sich vielleicht doch lieber in einer anderen Branche.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 13:04
@Beratung:

Ich denke nicht dass ich das von einem hohen Ross herab betrachte wenn ich meine das Beratung die letzte Bastion ist die ein Fantasy Store noch haben und halten kann. Die Zeiten sind halt nunmal vorbei als so ein Laden die einzige Bezugsquelle für begehrte US-Importe und ähnliches war, also wodurch in aller Welt sollten die sonst noch glänzen, welchen Mehrwert generieren sie für den Kunden?

Wenn es also zu viel verlangt ist das der Verkäufer zumindest den aktuellen Markt und die Trends kennt, na dann Prost Mahlzeit.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 13:05
@asri

Also im Einzelhandel bin ich schon seit gut 14Jahren tätig inkl. Intensiver Beratung von Kd. Und verkauf also der Funktionelle teil dieser Arbeit wäre mir nicht fremd. Speziell im Bereich Fantasy war ich allerdings Berufliche noch nicht tätig bzw. Diesem vergl. Jüngeren Kundenkliente.

Ich selber bin auch schon vor der Frage hier , mir darüber im klaren das es mit dem einfachen (Hinter dem ladentresen stehen und Kassieren) Konzept nicht reicht solch ein Projekt ans laufen zu bekommen geschweige den langfristig betreiben zu können.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Visionär am 6.07.2014 | 13:22
Versuchen wir doch jetzt mal die andere Seite zu betrachten. Was spricht denn dafür, sich mit einem eigenen Fantasy-Laden selbständig zu machen?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 13:23
Man kann im Tanelorn Surfen als produktive Arbeitszeit verbuchen?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 13:28
Die Klientel.

Korknadel:
Das mag allgemein so sein und für eine bestimmte Klientel zutreffen; ich habe nicht genug Überblick, um das in seinen Relationen bestätigen oder widerlegen zu können. Ich bin seit 15 Jahren eifriger Rezileser und Netzinformierer - genau wie jeder andere aus meinem Spielerkreis - und habe damit beste Erfahrungen gemacht. Ich käme auch schon lange nicht mehr auf die Idee, einen Verkäufer im Buch- oder Spieleladen nach dessen Ansichten zu fragen. Der letzte Kompetenzträger in diesem Bereich war Dirk Remmecke, auf dessen Urteil und Kenntnisse man damals in seinem Laden setzen konnte. Doch auch das war noch weitgehend vor meinem intensiven "Netzeintauchen".
Aber wie gesagt: Diese Aussage gilt für mich und meine ca. 10 regelmäßigen Mitspieler.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Niniane am 6.07.2014 | 13:29
1. Ich würde GW mal aus der Rechnung rauslassen, weil da ganz andere Mechanismen hinterstehen als bei der kleinen "Klitsche" an der Ecke. Wenn du aber unbedingt in den Bereich willst und seit Jahren ein GW-Produkt spielst, die suchen meines Wissens nach immer Leute für ihre Läden. Einfach mal auf der GW-Seite gucken. Das wäre vielleicht ein Anfang.

2. Bei uns in der Stadt (Universitätsstadt, knapp 100.000 Einwohner) gibt es einen kleinen Laden für Rollenspiele, Tabletop und Brettspiele, in Spuckweite der örtlichen GW-Filiale. Beide existieren jetzt seit einigen Jahren nebeneinander. Der kleine Laden bietet die Möglichkeit, zu spielen, man bekommt dort gute Beratung, und der Ladeninhaber bzw. der jeweilige Verkäufer sind immer freundlich und hilfsbereit. Ich denke, die Mischung macht es: Zum einen Hobbyist sein und den gewissen Nerdfaktor bewahren, und auf der anderen Seite knallharter Kaufmann sein.
Ich würde dir empfehlen, einfach mal eine entsprechende Analyse zu machen, richtig betriebswirtschaftlich und mich auch von der örtlichen IHK oder Gründerbüro beraten lassen. Dann siehst du ja vielleicht auch, ob sich die Sache lohnt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Xemides am 6.07.2014 | 13:33
Moin,

hier in Lübeck gab es mal einen Laden namens Spieleland, die hatten neben Gesellschaftsspielen auch Rollenspiele. Leider haben die Besitzer den Laden verkauft und nun ist er schon seit Jahren weg.

Der einzige Überlebende, das Gandalph, ist zwar nett und freundlich, jedoch nicht so gut informiert.

Dungeonslayers kannte er nicht, SPliMO-GRW, das kommt wenn es kommt, vorbestellen geht nicht.

Das hat mich dazu gebracht, solche Sachen lieber beim Roland zu bestellen.

Aber der Sphaerenmeister ist doch auch nicht nur im Netz sondern auch ein Ladenlokal, oder ? Und Roland ist doch eigentlich sehr gut informiert denke ich mir.

Ich kann auch nichts schlechtes über Tellurian aus Dortmund sagen. Dirk scheint eigentlich auch gut informiert zu sein.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 13:35
Naja ich denk mir ( vorausgesetzt der Bedarf würde dafür bestehen) das es einfach irgendwie diesen Utopischen traum vom "Hobby zum Beruf" machen verbindet.

Natürlich wäre es immer noch arbeiten aber doch irgendwie mehr als das.

Ich denke sowieso an ein breit gefächertes Konzept. Ein Ort an dem sich Hobbyisten verschiedenster art Treff und spielen können sich austauschen können. Praktisch ein Live-Forum bei dem man noch einkaufen kann.

Vielleicht bin ich mit meinen 30 Lenzen auch schon zu Nostalgisch oder Altmodisch aber ich habe mir so einen Ort eigentlich immer gewünscht und nie wirklich gefunden.

Und die 1-2 Läden die es bei mir in der nähe gibt die beherzigen zwar einige von den Konzepten die hier erwähnt werden aber es fehlt ihnen einfach dieses gewisse Etwas....
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 13:38
Hobby zum Beruf? Dann müßtest du aber Profi-Rollenspieler oder Rollenspielautor werden, nicht Verkäufer. Oder meinst du, daß du den ganzen Tag im Laden stehst und mit geldstrotzenden Käufern über Spiele fachsimpelst? Den überwiegenden Teil ihrer Zeit verbringen die Leute in "meinem" Laden mit Inventur, Kassieren, Regale einräumen, Onlinegeschäft abhandeln. Und wie oft sind sie im Keller bei den spielenden Kellerkindern? Selten bis nie.
Ich denke, du solltest diesen Plan nicht weiter verfolgen und lieber viel in deiner Freizeit spielen.
Vom gewissen Etwas, also der plauschigen Kuschelecke für Spielergespräche, verdient man kein Geld.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 6.07.2014 | 13:59
Der Einzelhandel hat es schwer, da man vieles im Internet günstiger bekommt. Ich würde davon abraten sich ohne ein extrem gutes Konzept selbstständig zu machen. Es ist ein großes finanzielles Risiko und wie die Situation in zehn Jahren aussieht will ich gar nicht erst wissen.

Die Frage wäre was gute Konzepte wären für einen solchen Laden und was du willst. Eventuell könnte man nicht nur den Platz zum spielen bieten sondern auch Knabbersachen und Trinken anbieten. Ein Regelsystem Verleih, statt einem Verkauf, also dass man für fünf Euro sich das Regelwerk für ne Woche ausleihen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 6.07.2014 | 14:02
@Beratung:

Ich denke nicht dass ich das von einem hohen Ross herab betrachte wenn ich meine das Beratung die letzte Bastion ist die ein Fantasy Store noch haben und halten kann. Die Zeiten sind halt nunmal vorbei als so ein Laden die einzige Bezugsquelle für begehrte US-Importe und ähnliches war, also wodurch in aller Welt sollten die sonst noch glänzen, welchen Mehrwert generieren sie für den Kunden?

Wenn es also zu viel verlangt ist das der Verkäufer zumindest den aktuellen Markt und die Trends kennt, na dann Prost Mahlzeit.

Ich bezog mich auf die Beiträge, in denen sich Leute mehr oder weniger mockiert haben darüber, dass die Leute in den Läden keine Ahnung haben, und wollte dem nur die Realität eines Mehr-Sparten-Ladens gegenüber stellen. Und damit komme ich halt zu der Aussage, dass man es als Hobby-Nerd leicht hat, besser informiert zu sein als manch ein Ladenbetreiber, der ständig mehrere Bälle jonglieren muss.

Von daher war das eigentlich gar nicht auf Dich gemünzt, und was das Problem angeht, gebe ich Dir ja auch recht: Natürlich darf der Rollenspieler verlangen, im Laden gut beraten zu werden, weil er sonst den Laden nicht in Anspruch zu nehmen braucht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 14:05
Besteht ein Unterschied zwischen einem Fantasy-Store und einem normalen Comic bzw. Rollenspielladen?
Ansonsten könnte man behaupten das es neben Drogerien, Lebensmittelläden und vielleicht noch Modeläden keinen Bedarf mehr für Ladengeschäfte gibt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 6.07.2014 | 14:06
Es wird aber natürlich auch andersherum ein Schuh daraus:

Wenn ich einen Laden in meinem Umfeld habe, in dem ich bekanntermaßen gut beraten werde, dann muss ich mich nicht intensiv vorab informieren.

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: D. M_Athair am 6.07.2014 | 14:15
Kurz meine Einkäufe:

Sphärenmeister
Foren (z.B. hier)
Ultra Comix
Imp's Shop

... Amazon (v.a. marketplace oder ganz selten Angebote).


Warum:

Sphärenmeister: Via PN kann ich mich beraten lassen. Das Sortiment ist super. Besorgt häufig mal Spiele auf Anfrage. Preis. Free RPG Day & Gratisrollenspieltag.

Ultra Comix: Restekiste, großes RSP-Sortiment, gute Auswahl an Gesellschaftsspielen, Comic-Spezialist, Fachsimpeln, L5R-CCG im Angebot, War Games Sortiment. Geek-Geschenkartikel findet man auch immer, wenn man braucht. Free RPG Day & Gratisrollenspieltag. Ab und zu RSP-Projekte oder L5R-Tuniere. Da kann ich vorbeigehen. Bei preisgebundenen Sachen ist das der kürzeste Weg. Spielflächen (meist von Yu-Gi Oh Leuten blockiert).

Imp's Shop: Netter recht informierter Verkäufer, Beratung, Verkauf von Neu- und Gebrauchtware, besonderes Würfelsortiment. Free RPG Day & Gratisrollenspieltag. Online-Bestellung möglich. Verhandlungen & Beratung & Angebote per Mail.

Foren: Immer mal wieder interessante OOP-Sachen oder gut Gebrauchtes.

Amazon: Special Interest-Zeug (wie Run out the guns!) ... das hierzulande kaum zu kriegen ist.
Englisches Zeug zum Schnäppchen-Preis (Pathfinder Beginner Box), für das ich auch nicht mehr Geld  ausgeben wollte.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 14:17
Ich denke sowieso an ein breit gefächertes Konzept. Ein Ort an dem sich Hobbyisten verschiedenster art Treff und spielen können sich austauschen können. Praktisch ein Live-Forum bei dem man noch einkaufen kann.
Nur als Gedanke.
Wäre es dann nicht sinnvoll den Foren-Aspekt in den Vordergrund zu stellen?
Das heißt eher ein Cafe, Lounge mit angeschlossenen Laden als umgekehrt.
So das man seinen eigentlichen Gewinn nicht aus massenhaft abgesetzten Rollenspielbüchern und Merchandise generiert, was wohl eh nicht gelingt, sondern aus dem Verzehr im Cafe.
Quasi das man die Rollenspieler mal nicht in den Keller verbannt, sondern sie so an normalen Tischen, in einem mehr oder weniger normalen Cafe spielen und reden lässt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 14:32
Besteht ein Unterschied zwischen einem Fantasy-Store und einem normalen Comic bzw. Rollenspielladen?
Ansonsten könnte man behaupten das es neben Drogerien, Lebensmittelläden und vielleicht noch Modeläden keinen Bedarf mehr für Ladengeschäfte gibt.

Ähm... also so, wie man es in der typischen deutschen Innenstadt seit Jahren erlebt?
;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Archoangel am 6.07.2014 | 14:33
da es in deiner nähe 1-2 läden gibt: lass es sein. der wenigen kundschaft die vorhanden ist noch einen laden vorzusetzen führt zu umsatzeinbrüchen bei allen dreien (also auch deinem neuen), weshalb langfristig wohl kaum drei läden existieren können. dein laden wird also aller wahrscheinlichkeit nach den anderen beiden umsatz stehlen, um dann nach 6-18 monaten unterzugehen. in der zwischenzeit hast du eventuell auch einem 8oder beiden) anderen die lebensgrundlage entzogen.

um ein breites sortiment zu haben brauchst du ohnehin erstmal ordentlich kapital, dass dir vermutlich keine bank geben wird; ergo: du verbrennst hier deine ersparnisse. kommissionsware ist in diesem hobba eher nicht vorhanden ...

denke bitte dran, dass der typische rolloladen etwa 5-15% seines umsatzes mit rollenspielen generiert. wenn du also tatsächlich neulinge im laden hast, solltest du sie für gw oder kartenspiele begeistern: die handelsspannen sind besser und die generieren regelmäßigen umsatz. der verkauf eines spiels zu dem man sich alles zusatzmaterial problemlos selbst machen kann ist doch eher unlukrativ für den laden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: D. M_Athair am 6.07.2014 | 14:35
Nur als Gedanke.
Wäre es dann nicht sinnvoll den Foren-Aspekt in den Vordergrund zu stellen?
Das heißt eher ein Cafe, Lounge mit angeschlossenen Laden als umgekehrt.
Hmm ... the bean bar (Cafe + Tabletop/Warhammer) und das chummers (Spiele/RPG-Bistro/Kneipe mit kleinen Speisen und Internet) gibt's beides seit Jahren nicht mehr. In Nürnberg scheinen solche Konzepte jedenfalls nicht genug Einnahmen zu generieren.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 6.07.2014 | 14:36
Um mich in Sachen Cafe (auch) für Rollenspieler  einmal am Klischee zu bedienen:

Zeig mir fünf Rollenspieler und ich zeige dir sechs Leute, mit denen ich nicht in einem normalen Cafe gesehen werden möchte: Dich und die anderen fünf.

Das echte Problem:

Es reicht im Zweifelsfall ein Catpissman, um sowohl das Geschäft als normales Cafe zu beeinträchtigen als auch wegen vermeintlicher Intoleranz den eigenen Mithobbyisten gegenüber abgekanzelt zu werden.

Aber natürlich:

Ein gutes gastronomisches Konzept kann offensichtlich aufgehen. Dann sind wir aber eigentlich auch wieder ganz in der Nähe von Korknadel - das Geld wird an anderer Stelle verdient und das eigene Hobby fließt nebenher (und eventuell unter Querfinanzierung) eben mit ein.

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Oh Gott sie sind Überall am 6.07.2014 | 14:42
Ich habe selbst Jahrelang in einem Fantasyladen gearbeitet und kann da aus dem Nähkästchen plaudern.
Zunächst einmal ist der Vergleich Online Handel und stationärer Einzelhandel unfair. Warum? Weil der Onlinehändler sich am Rand der Stadt ne billiges Lager mieten kann und auch nicht soviel Geld in Personal stecken muss wie im Einzelhandel. Wobei man in der Fantasyniche jetzt auch wirklich nicht toll verdient.

Der Online Handel kann dadurch auch leichter den Oreis drücken, auf lange sicht mehr Umsetzen und bessere Einkaufspreise bekommen und noch niedriger anbieten.

Wenn du jetzt als kleiner Händler mal auf einen Schlag 10-20x das neue Buch xy ziehst ist das schon toll. Ein Onlinehändler kann da mehr ziehen und hat auch, dadurch das er Weltweit verkaufen kann bessere Absatzchancen. Zudem bekommt ein kleiner Laden auch weitaus schlechtere Rabatte und kann oft auch gar nicht billiger seinals ein Onlinevertieb.

Die Beratung, da kommts halt auf den Händler an. Was das größere Problem ist, dass die meisten Leute in dieser Branche kaum einen Kaufmännischen Hintergrund, bzw. eine Kaufmännische Ausbildung haben und das ganze dadurch unproffesionell und unorganisiert ist. Häufig blicken dann diese auch nicht worauf es ankommt, um einen Kunden zu befriedigen.
Und zu schnelligkeit, das liegt auch zum Teil an den deutschen Großhändlern. Ja auch an den ganz großen Namen. Da kannst du dann einen Titel bestellen und das kann dauern. Dann erkläre mal denm Kunden warum du das nicht schneller bekommst. Ein riesenspaß....

Zur eigentlichen Frage, ich finde die Art Laden immer noch Toll. Aber es geht ja nicht nur um Fantasyläden, der stationäre Einzelhandel, ist doch generell dieser Frage ausgesetzt. Warum sollte ich Samstags nach Klamotten schauen gehen, wenn ich zum einen eh nur unmotivierte und in Deutschland unfreundliches Personal vorfinde, wenn ich das übers Netz machen kann. Auch Lebensmittel werden in Zukunft mehr übers Netz verkauft werden.

Ein reiner Rollenspiel Laden würde gar nicht funktionieren. Da machste in ein paar Monaten Pleite. Du MUSST Trading Cards und anderes anbieten, denn sonst generierst du zu wenig Umsatz. Auch dieses "die haben alle keine Ahnung", dass gibts schon. Aber jetzt lern dich mal in Magic,Yu Gi Oh, Warhammer, Fantasy &SciFi Literatur, und XY RPGs ein. Das ist echt ein haufen Arbeit...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 15:19
Ähm... also so, wie man es in der typischen deutschen Innenstadt seit Jahren erlebt?
;)
Ich hab sowas noch nie in Deutschland gesehen.
Am nächsten kommt noch vielleicht das Mumpitz in Koblenz ran. Wobei man da keine Spiele kaufen kann und wenn sich das Zeug selber mitbringen muss.

Ansonsten glaube ich das das Klientel nicht schlimmer wäre als in normalen Studenten / Hipster / "Künstler" Cafes. ^^;
Ein gutes gastronomisches Konzept kann offensichtlich aufgehen. Dann sind wir aber eigentlich auch wieder ganz in der Nähe von Korknadel - das Geld wird an anderer Stelle verdient und das eigene Hobby fließt nebenher (und eventuell unter Querfinanzierung) eben mit ein.
Das war die Idee dahinter. ^^;
Man hat etwas womit man Geld verdient, und etwas was man mit seinem Hobby verbinden kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 6.07.2014 | 15:48
Zunächst einmal ist der Vergleich Online Handel und stationärer Einzelhandel unfair.

Der Vergleich ist nicht unfair sondern naheliegend. Er ist genauso unfair wie der Zwischen Kette und Familienbetrieb. Natürlich kann der Einzelhandel nicht so billig sein wie der Onlinehandel. Er wird aber vom Preis her immer mit dem Onlinehandel verglichen werden. Man muss dem Kunden dann erklären welchen Mehrwert er hat wenn er bei einem selbst kauft und nicht im Internet. Dass man höhere Kosten hat etc. ist für den Kunden nicht relevant, der will für mehr Geld auch mehr Leistung. Wer nur das gleiche bietet wie das Internet aber teurer wird nicht gebraucht. Über das Internet klagen bringt nichts, man muss eine Nische finden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 16:01
Ich hab sowas noch nie in Deutschland gesehen.
Am nächsten kommt noch vielleicht das Mumpitz in Koblenz ran. Wobei man da keine Spiele kaufen kann und wenn sich das Zeug selber mitbringen muss.

Ansonsten glaube ich das das Klientel nicht schlimmer wäre als in normalen Studenten / Hipster / "Künstler" Cafes. ^^;Das war die Idee dahinter. ^^;
Man hat etwas womit man Geld verdient, und etwas was man mit seinem Hobby verbinden kann.

Die Klientel.

Du hast also noch nie Innenstädte gesehen, die fast ausschließlich aus Modebuden, Drogerien, Handyläden und Freßbuden bestehen? Leben wir im selben Deutschland?
Der Bedarf an anderen Läden scheint jetzt schon gering zu sein.

Ansonsten könnte man behaupten das es neben Drogerien, Lebensmittelläden und vielleicht noch Modeläden keinen Bedarf mehr für Ladengeschäfte gibt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 16:08
Die Klientel.

Du hast also noch nie Innenstädte gesehen, die fast ausschließlich aus Modebuden, Drogerien, Handyläden und Freßbuden bestehen? Leben wir im selben Deutschland?
Der Bedarf an anderen Läden scheint jetzt schon gering zu sein.

Bisserl mehr als das Klientel ist es schon. Hast du mal die Ladenmieten in der Innenstadt einer Metropole, besonders in einer Fußgängerzone gesehen? Da ist es kein Wunder wenn sich nur noch die Arten von Geschäften halten können die das Potential haben _wirklich_ Kohle zu scheffeln, also Mode-Ketten, Luxusartikel und bestimmte Arten von Gastro.

Btw. @Teylen:

Gastro ist im Moment in Deutschland so mit eines der härtesten Gewerbe die es gibt. Ich glaube ganz ehrlich nicht das man das "mal so" als Standbein für etwas anderes nutzen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Niniane am 6.07.2014 | 16:14
Gastro ist im Moment in Deutschland so mit eines der härtesten Gewerbe die es gibt. Ich glaube ganz ehrlich nicht das man das "mal so" als Standbein für etwas anderes nutzen kann.

Das, und ich behaupte, die Auflagen für das Gründen eines Gastronomiebetriebes sind ungleich höher als die für ein reines Ladengeschäft. Dann lieber nur ein Café, aber da sind wir dann wieder bei dem, was Slayn sagt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 6.07.2014 | 16:16
Man muss den stationären Einzelhandel imho immer mit dem Online-Handel vergleichen. Wer dies als Einzelhändler nicht tut, handelt grob fahrlässig und wird über kurz oder lang auf die Nase fallen, wenn er nicht aufpasst.

Ich habe vor ca. 15 Jahren in der Uni eine Hausarbeit über Lebensmittelhandel im Internet geschrieben. Damals war Deutschland, was das anging, noch Neuland und überaus skeptisch, während die Briten dies schon ganz pragmatisch und regelmäßig nutzten (Stichwort: Tesco). Warum war das in Deutschland so? Nun, die Menschen wollten Lebensmittel "sehen" und "anfassen" und außerdem, und dies ist das eigentlich entscheidende, war der Lebensmitteleinkauf für viele ein "Event" bzw. "Ritual". Und viele hier werden sicherlich auch noch den "großen Samstagseinkauf" kennen.

Und nur, wenn der Einzelhandel es schafft, dem potentiellen Käufer seinen Einkauf als "Event" näherzubringen, hat er eine gute Chance gegen den Online-Handel. Dies kann die Beratung sein. Das können gewisse Extras sein wie eine Leseecke in der Thalia-Buchhandlung. Oder aber auch das ganze drumherum.

Hier, sprich Oberhausen, läuft der Einzelhandel im CentrO trotz horrender Mieten richtig gut (während die Innenstadt eine Katastrophe ist). Warum? Weil es ein riesiges Center (größtes Europas) ist, dass neben einer sehr guten Gastronomie noch ein Kino, ein SeaLife und ein Legoland nebenan hat. Die Niederländer stehen Samstags ab 09:00 Uhr auf dem Parkplatz und warten auf die Öffnung um 09:30 Uhr. Erlebnsiorientiertes Einkaufen, für Groß und Klein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 16:20
Bisserl mehr als das Klientel ist es schon.

Bisserl vielleicht, aber nicht gerade sehr viel.
Man sieht bei uns auch noch mal eine Juwelier und ein Buchhandlung, die Rest ist wie oben beschrieben. Und gute Lagen kosten nun mal viel; wem nützt eine Geschäft am Arm der Welt?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 16:36
Du hast also noch nie Innenstädte gesehen, die fast ausschließlich aus Modebuden, Drogerien, Handyläden und Freßbuden bestehen? Leben wir im selben Deutschland?
Der Bedarf an anderen Läden scheint jetzt schon gering zu sein.
Ich sehe durchaus jede Menge Cafes in Innenstädten.
Nur keine die neben dem Cafe Aspekt (Getränke, Flammkuchen, Suppen etc.) einen weiteren einbauen (Einzelhandel,.. Buchhandel, Internet, Zeitschriften etc.)

Kann natürlich auch sein das sie es nicht tun weil es eine schlechte Idee.
Wobei ich beim letzten Stadtbesuch meine durchaus auch andere Läden bemerkt zu haben. Was aber mit daran liegen könnte das es den Leuten in Baden-Baden eher eher gut geht, Koblenz eine Studenten Stadt ist und Frankfurt halt auch nicht arm bzw. zumindest die Masse hat. ^^;
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 17:32
Ok, ich zählte Cafés zu den Freßbuden, und selbst die Buchhandlungen unterhalten mittlerweile Cafés.
Das ändert aber nichts am grundsätzlichen Problem eines Spielecafés.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Weltengeist am 6.07.2014 | 17:51
Gab's da nicht so einen Crowdfunder letztes Jahr, der genau so ein Rollenspieler-Event-Cafe gründen wollte? Bin jetzt zu faul zum Suchen, aber mir ist so, als wäre da was gewesen...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Graf Hardimund am 6.07.2014 | 18:04
Ich blättere schon ganz gerne (physich) mal in einem Rollenspielbuch, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es haben will, und mache auch dann und wann einen Spontankauf. Und weil ich will, dass ich auch in Zukunft Gelegenheit dazu habe, mache ich da alle meine sonstigen RSP-Einkäufe, selbst wenn das Gewünschte nicht vorrätig ist und ich es über einen Onlinehändler schneller kriegen könnte.

Das mache ich übrigens auch bei Büchern weitestgehend so. Online kaufe ich vor allem Musik, aber das auch erst, seit die Plattenläden aus der Innenstadt verschwunden sind. Ich habe nun aber auch das Glück, dass die Innenstadt in fußläufiger Entfernung von meiner Wohnung und meiner Arbeitsstelle liegt.

Bei mir (Osnabrück, Uni-Stadt, ca. 150 000 Ew.) gibt es zwei Läden, die Rollenspielkram haben, wobei der eine in erster Linie ein Gesellschaftsspiele-Laden ist und der andere, bei dem ich Stammkunde bin, sein Geld vor allem mit Tabletop-Kram zu machen scheint. Manchmal muss man sich, um an die Rollenspiele ranzukommen, an einer Tabletop-Spielrunde vorbeiquetschen. So vergreist kommt mir die Klientel da übrigens auch nicht vor, was aber an meiner eigenen Vergreisung liegen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Skele-Surtur am 6.07.2014 | 18:07
Mein Post war ja nicht zuletzt auch eine Polemik. Dass die schon vergreist wären, dazu gibt es die Rollenspielszene noch gar nicht lang genug.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 18:21
Wenn ich also bis hier mal zusammenfassen darf.:

Rollenspiel-Geschäfte bzw. Verschiedenen abweichende Konzepte als solches werden hier bisher zwar gemocht (sei es nun aus Nostalgie od. Verbundenheit zu bekannten Ladenbesitzer) aber im Großen und ganzen scheitert es daran das ..
1.Die Wohnung verlassen muß um zum Laden zu gehen
2.Man dort auf Menschen treffen könnten die man sich vorher nicht aussuchen kann.
3.Die Preise dort nicht zwangsläufig mit denen im Netz mithalten können.
4.Das bisherige Personal nicht genug über die zu verkaufende wahre weiß.Man sich aber eh am liebsten Kundig macht.
5.Es zwar anscheinend ein reges Interesse an einer art Cafe-Hybride gibt aber einem dann wieder die Punkte 1&2 den weg versperren.
6.Die Summer aller Fakten im Grunde dazu führen das jeder zukünftige Mensch mit einer Idee die leute mehr vors Loch zu holen wohl in einem Finanziellen Desaster enden wird.

Ich bin froh das ich die Frag hier gestellt habe den sie hat mir schon ein wenig die Augen geöffnet.
Ich weiß Grad heute in diesen Zeiten wo jeder sein Geld zusammen halten muß dreht man oft jeden Cent 2mal um ...aber den Tenor den ich hier raus hören kann lautet im Grunde

Der Kd. Als solches möchte maximalen Service zu minimalen kosten am besten noch ohne das haus zu verlassen.

Es wundert mich nicht das viele Geschäfte inzwischen den Bach runter gegangen sind.

Vielleicht gehöre ich aber auch zu einer aussterbenden Rasse bedingt durch meine berufliche Tätigkeit in Einzelhandel da ich lieber in Fachgeschäften Einkaufe und nur die Dinge im Netz kaufe die ich wirklich sonst nicht in meiner nähe bekommen kann auch wenn ich da mal ein paar mehr Euros für bezahle .
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 6.07.2014 | 18:44
Mich wundert ein Teil des Verhaltens, und zwar die Abneigung, sich mit anderen Kunden und Verkäufern auseinander zu setzen, übrigens gerade bei Rollenspielern, die doch immer so sehr betonen, dass Rollenspiel so etwas Gesellschaftliches ist, wo man noch richtig mit anderen Menschen zu tun hat.

Was die Gefahr anbelangt, auf Idioten zu treffen, die finde ich eigentlich im Internet, bei Online-Rezensionen und -Meinungen und ja, auch in Rollenspielforen in viel größerem Maße gegeben als in Läden. Ich mag Läden sehr, und unangenehme Mitmenschen lassen sich dort viel leichter handeln als im Internt, finde ich. Ich kriege im Buchladen durchaus viel Mist erzählt von manchen Kunden, aber das ist ein Bruchteil dessen, was ich im Internet zu lesen kriege, ganz zu schweigen davon, dass Diskussionen anders verlaufen, wenn man sich persönlich gegenüber steht. Da suchen alle Beteiligten meistens viel schneller einen Kompromiss oder einen Weg, das Gespräch zu beenden als im Netz. So echte menschliche Begegnungen, auch im Handel, haben finde ich schon etwas Reizvolles und durchaus auch Menschliches.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: am 6.07.2014 | 18:48
Da ich kein vertrauen zu Amarson habe ziehe ich einen Guten Laden jederzeit vor.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 18:49
Der Kd. Als solches möchte maximalen Service zu minimalen kosten am besten noch ohne das haus zu verlassen.

Es wundert mich nicht das viele Geschäfte inzwischen den Bach runter gegangen sind.

Das sollte absolut nicht verwunderlich sein. So ein Brick&Mortar Shop macht für den Kunden nur Sinn, wenn etwas dabei ist was es dem Kunden unmöglich macht ihn nicht zu nutzen. (Etwa: Sportschuhläden mit Messung für Laufschuhe, Musikläden bei denen man den Sound von nem neuen Verstärker erst mal Probehören kann, Golf Pro-Shops bei denen der gekaufte Schläger dann gefittet wird, usw.)
Ansonsten macht es recht wenig Sinn den Laden, den Distributor und den Verlag zu bezahlen, wenn ich gleich zum Verlag gehen kann. Cut out the Middleman und so.
Beschwer dich an der Stelle aber auch bei den Verlagen die es mitgemacht haben dies zu ermöglichen eben indem traditionelle Vertriebsstrukturen aufgeweicht wurden.

Natürlich wird das dazu führen dass die Situation mit dem Einzelhandel weiter bergab geht und die direkte Auswahl immer einseitiger werden wird. Klar, jetzt kann man sagen: Du als Kunde hast es in der Hand ob so kommen wird! Aber.... Neh, sorry!

Mich wundert ein Teil des Verhaltens, und zwar die Abneigung, sich mit anderen Kunden und Verkäufern auseinander zu setzen, übrigens gerade bei Rollenspielern, die doch immer so sehr betonen, dass Rollenspiel so etwas Gesellschaftliches ist, wo man noch richtig mit anderen Menschen zu tun hat.

Ja, das ist sehr komisch und extrem unlogisch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Skele-Surtur am 6.07.2014 | 18:49
Mich wundert ein Teil des Verhaltens, und zwar die Abneigung, sich mit anderen Kunden und Verkäufern auseinander zu setzen, übrigens gerade bei Rollenspielern, die doch immer so sehr betonen, dass Rollenspiel so etwas Gesellschaftliches ist, wo man noch richtig mit anderen Menschen zu tun hat.

Was die Gefahr anbelangt, auf Idioten zu treffen, die finde ich eigentlich im Internet, bei Online-Rezensionen und -Meinungen und ja, auch in Rollenspielforen in viel größerem Maße gegeben als in Läden. Ich mag Läden sehr, und unangenehme Mitmenschen lassen sich dort viel leichter handeln als im Internt, finde ich. Ich kriege im Buchladen durchaus viel Mist erzählt von manchen Kunden, aber das ist ein Bruchteil dessen, was ich im Internet zu lesen kriege, ganz zu schweigen davon, dass Diskussionen anders verlaufen, wenn man sich persönlich gegenüber steht. Da suchen alle Beteiligten meistens viel schneller einen Kompromiss oder einen Weg, das Gespräch zu beenden als im Netz. So echte menschliche Begegnungen, auch im Handel, haben finde ich schon etwas Reizvolles und durchaus auch Menschliches.
Das sehe ich auch so.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 6.07.2014 | 19:01
Der Kd. Als solches möchte maximalen Service zu minimalen kosten am besten noch ohne das haus zu verlassen.

Es wundert mich nicht das viele Geschäfte inzwischen den Bach runter gegangen sind.
Machen wir es doch mal andersrum:
Wieso sollte ich mich ins Auto setzen, einen Parkplatz in der Innenstadt finden, um dann in Deinen Laden zu gehen? Welchen Vorteil habe ich da, den ich hier zuhause nicht geniessen kann?

Ach ja. Ich fühle mich übrigens von Dir vergrätzt, nachdem Du uns hier moralisch kommst. Das seh ich schonmal als Minuspunkt an.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 6.07.2014 | 19:12
Mich wundert ein Teil des Verhaltens, und zwar die Abneigung, sich mit anderen Kunden und Verkäufern auseinander zu setzen, übrigens gerade bei Rollenspielern, die doch immer so sehr betonen, dass Rollenspiel so etwas Gesellschaftliches ist, wo man noch richtig mit anderen Menschen zu tun hat.
Ich denke das ist historisch bedingt. Früher (als ich noch in Rollenspielläden gegangen bin) gab es recht häufig "Stammkunden" die den ganzen Tag nichts anderes gemacht haben, als im Laden rumzuhängen und den oder die Verkäufer mit Nerdgesprächen gebunden haben. Diese Nerdgespräche sind nicht wirklich für jedermann, deren Auftreten insgesamt war auch insgesamt dem Ladenklima abträglich. Mich selber hatte das nicht gestört, aber kenne ne Menge Leute, die aus eben jenen Grund nicht mehr in Rollenspielläden gehen würden.

EDIT: Ach ja. Unterschied Internet-Laden: Fürs Internet brauchst Du gefühlt keinen großen Aufwand betreiben. Du klickst auf eine Seite und dann bist Du da. Wenn Dir da einer doof kommt, dann klickste das halt weg. Bei einem Laden bist Du extra zum Laden gefahren oder gelaufen. Da ist die Deppentoleranz deutlich geringer.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Archoangel am 6.07.2014 | 19:13
Machen wir es doch mal andersrum:
Wieso sollte ich mich ins Auto setzen, einen Parkplatz in der Innenstadt finden, um dann in Deinen Laden zu gehen? Welchen Vorteil habe ich da, den ich hier zuhause nicht geniessen kann?

Ach ja. Ich fühle mich übrigens von Dir vergrätzt, nachdem Du uns hier moralisch kommst. Das seh ich schonmal als Minuspunkt an.

was denn? er handelt doch nur wie der typische mitarbeiter eines beliebigen hobbystores: er meckert wie schlecht die welt geworden ist, dass die kunden seine arbeit nicht wertschätzen und rollos ohnehin ein faules, undankbares pack sind. <seufz> ... ich vermisse valle doch sehr ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 19:25
[quote name="Talon der Reisende" post=1856452 timestamp=1404663679]
Der Kd. Als solches möchte maximalen Service zu minimalen kosten am besten noch ohne das haus zu verlassen.

Es wundert mich nicht das viele Geschäfte inzwischen den Bach runter gegangen sind.
[/quote]
Machen wir es doch mal andersrum:
Wieso sollte ich mich ins Auto setzen, einen Parkplatz in der Innenstadt finden, um dann in Deinen Laden zu gehen? Welchen Vorteil habe ich da, den ich hier zuhause nicht geniessen kann?

Ach ja. Ich fühle mich übrigens von Dir vergrätzt, nachdem Du uns hier moralisch kommst. Das seh ich schonmal als Minuspunkt an.


Zum ersten Teil kann ich nur sagen : Damit man eben mal vor die Tür kommt und gleichgesinnte in Live trifft.
Verstehe mich nicht falsch ich nutze auch gern und viel die Foren und will sie auch nicht missen, ich habe dort auch einige nette Leute kennen gelernt mit denen ich mich auch Live treffe usw. Aber eines muß man doch eingestehen noch viel kreativer und schöner ist es doch mit vielen gleichgesinnten zusammen am Tisch zu sitzen und dort der Kreativität freien lauf zu lassen im direkten Gespräch gerade deshalb gehe ich z.B. auf Cons.

Zum zweiten Punkt da :
Da tut es mir leid das man dich so leicht vergrätzten kann nur weil man eine eigene Meinung hat die nicht zwangsläufig mit der deinen konform läuft aber eben dies ist es nun mal meine Meinung und weder will ich damit jemanden beleidigen noch was böses oder so.
Aber dennoch möchte ich sie kunt tun um eben genau das hin zu bekommen einen Meinungsaustausch.
Wofür wenn nicht auch dafür sollte man sich entscheiden in einem Forum Aktiv zu werden ?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 19:30
Nur mal so ein paar Anekdoten aus meinem Erlebnis mit Hobby-Stores:

1. Verkäufer die auf Gartenstühlen hinter eine Kasse auf einem Gartentisch sitzen
2. Läden, wo man klingeln muss um reinzukommen.
3. Begrüßung: Wenn ihr nicht mindestens 50 EUR ausgebt, könnt ihr auch wieder gehen
4. Verkäufer, die hinter der Kasse ihren Döner essen.
5. Verkäufer, die einem erklären, warum man die Bundesregierung vor die Wand stellen sollte

Nur mal so was ich schon an Verkäufern in wohl gemerkt 5 verschiedenen Läden erlebt habe. Und da ist die Kundeschaft noch nicht mit drin.

Aber das betrifft ja nicht nur RPG-Läden, sondern auch andere Hobbyläden sind da meiner Erfahrung nach nicht besser.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 19:31
@Archoanegel

Tut mir leid aber das habe ich so nicht gesagt, ich habe lediglich zusammen gefasst was ich bisher so gelesen habe.
Ich bin schließlich selber ein RPG spieler und ich habe niemand als Faul und undankbar geschweige denn als "Pack" bezeichnet.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 19:32
Wenn ich sowas heutzutage angehen würde dann so:


Es ist kein "Ladengeschäft" im eigentlich Sinne. Sondern ein Spielecafe.
Keine Kneipe, in der alles Düster ist sondern ein ordentliches familienfreundliches Cafe in hell und modern.
Es gibt Kaffee und Kuchen und was sonst so üblich ist und auch das ein andere andere deftigere "Backwerk" (ich denke da an solche Snacks wie man sie eben auch beim Selbstbediungsbäcker kriegt). Wenn sich abzeichnet, dass man mehr braucht, kann man immer noch das Essensangebot erweitern.

Es gibt eine große saubere gepflegte Sammlung an Brettspielen, Kartenspielen, Zeugs für Tabletop und eben auch einiges an Rollenspielen.
Gegen ein kleines Entgelt kann man sich die Sachen aus der Vitrine nehmen lassen wo sie natürlich ordentlich präsentiert sind.
Das Cafe sollte von Haus aus ein klein wenig verwinkelt sein und wenn möglich sogar noch möglichst viele kleine Räume haben. Das ganze dient dazu den Schallpegel durch andere Gäste gering zu halten.
Die kleinen Räume können je nachdem wie das Geschäft läuft frei verfügbar für alle Gäste oder gegen ein Entgelt zu reservieren sein (oder ein mittelding wie Reservierte Gäste haben vorrang aber wenn der Raum leer ist könnt ihr rein).

Alles (!) was zum Spielen angeboten wird kann auch gekauft werden. Damit meine ich nicht, dass man von allem zweit oder drittexemplare rumliegen hat, sondern dass Gäste entweder zu einem verringerten Preis (weil gebraucht) die Vorführexemplare kaufen können (die werden dann natürlich durch neue ersetzt) oder wie in einem Buchhandel einfach bestellen können. Entweder direkt zu sich nachhause oder hier ins Cafe wo es bis zu 2 Wochen für sie ausliegt.
Der Grund warum wir die Vorführexemplare verkaufen ist einfach. Erstens sind so spontankäufe möglich und wir erlauben Leuten mit kleinem Geldbeutel was mitzunehmen... aber vor allem: Wir wollen modern freundlich und gepflegt sein. Dazu gehört auch ein gepflegtes Sortiment. Wenn ein Spiel nicht mehr toll aussieht dann wird es für uns zunehmend uninteressanter. Durch einen stetigen Wechsel des Sortiments (oder zumindest stets neu aussehendes Sortiment) bleibt alles "frisch".

Das ganze verbinden wir dann wenn möglich noch mit einem Rollenspielverein, der das Cafe als Vereinshaus hat, oder notfalls eben ein Club. Ein kleiner monatlicher Beitrag sorgt dafür, dass man Räume früher (oder je nach Geschäftslage überhaupt) reservieren kann. Außerdem kann jedes Mitglied jeden Abend 2-3 Spiele umsonst ausleihen. Dann vielleicht noch ein Bonusprogramm a la paypack wo man sich prozentualen Erlass auf die Speisen und Getränke herbeisparen kann.

Außerdem noch viele Kleinigkeiten, die das ganze "freundlicher" und persönlicher wirken lassen. Jeden Monat wird ein Din A3 Plakat gedruckt auf dem die aktuellen Lieblingsspiele der Arbeitskräfte und evtl. der wichtigen Vereinsleute mit Bildern präsentiert werden. (Alternativ kann man das auch als Diashow auf einem Bildschirm laufen lassen). Die Vereinsleute werden durch Bonusprogramme wie oben beschrieben dazu getrieben offene Runden anzubieten und Spiele zu erklären. Es werden aber auch zu den großen Conventions  (Spielemesse, RPC usw) im Nachhinein die wichtigen Neuheiten vom Personal oder so die zu bekommen sind direkt Supportern vorgestellt und ins Ausleihprogramm aufgenommen.

Wo ich schon Supporter sagen. Supporterrunden, Autorenrunden, Vereinsrunden, Playtests, Turniere, Romanlesungen, Workshops. Das Cafe versucht möglichst viele Gelegenheiten wahrzunehmen ein "Programm" zu haben. Dabei wird aber nicht sonstwohin vorgedrungen. Bei allem geht es um Spiele. Kein Mittelaltertanz, kein jodelkurs, kein yoga.  Selbst die Romanlesungen und Workshops sollten Spiele tangieren.
Das alles nimmt nie das ganze Cafe ein, so dass dank verwinkelter Bauweise noch normale Besucher kommen können, aber die müssen sich an den Programmrunden vorbei durchkämpfen.


Soweit erstmal meine Gedanken dazu.

Was bietet das fiktionale Cafe was Amazon oder selbst Sphärenmeister (den ich ja selber toll finde und wo ich meine Sachen jetzt bestelle) nicht bietet:
- Einen Ort zum evtl. auch spontanen Spielen
- (Gegen Entgelt) Essen und Trinken
- Die Möglichkeit neue Spiele auch mal selber auszutesten
- Eine Zusammengehörigkeitsgefühl durch den Verein
- Gute Beratung durch Personal aber vor allem durch andere Spieler vor Ort
- Offizielles Programm zum bespaßt werden
- Infos über Neuheiten
- Erstkontakt mit Rollenspiel und Spielen allgemein als echtes Hobby ohne große Berührungsängste


Warum das ganze nie passieren wird:
Sobald das Cafe ordentlich läuft (was es vielleicht sogar würde) würde man merken, dass alle Spiele Bereiche bis auf klassiche Brett und Kartenspiele vielleicht rentabel aber auf keinen Fall ökonomisch sinnvoll sind was den Aufwand aufgeht. Wer auch nur annähernd mit denkt und nicht aus Idealismus weiter macht, wird die Rollenspiel/Tabletop/TCG/usw. Sachen langsam einschlafen lassen.
Ich selber könnte mir vielleicht vorstellen als potentieller Betreiber diese Sparte weiterzuführen, aber als Betreiber habe ich eine Menge anderes zu tun und kann das nicht alleine. Dann noch jemanden dafür zu bezahlen ist vermutlich nicht klug und es einem freiwilligen aus dem Verein in die Hand zu geben (so sich einer findet) ist ein großes Risiko.



EDIT: Zur Klarstellung.. die Zielgruppe sind Hobbysten in den verschiedenen Spielbereichen aber vor allem Familien. Wenn da einer ekelig daher kommen würde oder laut rumschreit wird der wie in jedem anderen Cafe eben dementsprechend raus gebeten. Keine Sonderbehandlung wegen gleichen Hobbies.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 19:32
Talon: Danke, aber ich will etwas kaufen und nicht unterhalten werden von irgendwelchen Gleichgesinnten, die mir auf Cons schon genug kindischen Blödfug über ihre Rollenspielerlebnisse ungefragt ans Bein paulen. Das macht mich ganz nebenbei nicht zu einem Soziopathen. PASSENDE Gleichgesinnte fand ich schon genug über... moment... wo war das gleich... ach, das Internet.
Ich sehe es wie 6, du liest die Beiträge ziemlich gefärbt. Und was ich eingestehen muß, entscheide ich dann lieber selbst.

Korknadel: Ihr handelt mit unangenehmen Mitmenschen?
;)

Shadom: Das ist Café Utopia. Allein die "sauber gepflegte Sammlung" würde mich schon mal sehr interessieren.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 19:58
Was die Gefahr anbelangt, auf Idioten zu treffen, die finde ich eigentlich im Internet, bei Online-Rezensionen und -Meinungen und ja, auch in Rollenspielforen in viel größerem Maße gegeben als in Läden. Ich mag Läden sehr, und unangenehme Mitmenschen lassen sich dort viel leichter handeln als im Internt, finde ich.

Also einen Händler, den ich anschreie, dass er blöd mies und dämlich ist, und, eigentlich keine Ahnung hat, der wird mich seines Ladens verweisen.

Wenn ich Amazon eine solche E-Mail schreibe, oder den Service anrufe, werden mich da Agenten dort trotzdem freundlich behandeln, und mich als Kunden halten wollen, warum: weil irgendwelche Vorgesetzten das mal so festgelegt haben.

Ich lass dir auch mal die Ware auf dem Kassentresen liegen, weil mir irgendein Verhalten nicht gepasst hat, dürfte immer Auswirkungen auf meinen nächsten Einkauf haben, bei Amazon interessiert das keinen.

Erscheine ich bei dir im Laden mit einem tropfenden Döner in der einen Hand, und einer offenen Bierflasche in der anderen, in einem vollgesauten Shirt und gewaschen, wirst du auch versuchen mich schnell aus dem Laden zu bekommen. Amazon ist das egal.

Ich kann mich bei Amazon wie die Axt im Walde benehmen, Auswirkungen auf meinen Einkauf hat das nicht. Eventuell kriege ich am Ende sogar noch einen Gutschein, um meine Kundenzufriedenheit zu verbessern. Bei dir im Laden dürfte das anders aussehen.

Finde ich einen gewaltigen Vorteil.

Die so vom Laden schwärmen setzen auch immer voraus, dass die Kunden gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten an den Tag legen. Will ich aber ehrlich gesagt nicht.

Klar kann ich es, wenn ich es will, und hey, auch ich bin ein gesellschaftliches Wesen, also tue ich es in der Regel auch.

Aber hey, im Internet muss ich es nicht, und trotzdem hat man mich als Kunden gern.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Niniane am 6.07.2014 | 20:01
@Shadom: Interessantes Konzept, allerdings würde ich maximal drei Räume haben wollen zu Anfang: einen fürs Rollenspiel, einen für Brettspiele und einen für Tabletop. In letzterem biete ich den Gästen maximal das Gelände, da die meisten sowieso eine Armee haben, und die Figuren nunmal dazu tendieren, schneller kaputt zu gehen oder zu verschwinden.
Generell hätte ich ein wenig Angst, dass die Leute vielleicht doch mal was in die Tasche stecken, aber da kann man ja vielleicht auf die Kundenbindung vertrauen.

@JS und andere: Meine Fresse (sorry), was kennt ihr denn für Leute und für Läden? Das schreit ja gerade dazu, dass Talon es besser macht. Ich hoffe übrigens, eure Erfahrungen beschränken sich auf RPG-Läden, sonst sehe ich für den deutschen Einzelhandel schwarz..

Ich halte Shadoms Konzept übrigens nicht für "Cafe Utopia", ich denke, wenn man die Besucher ernst nimmt und ihnen etwas bietet, werden sie auch die Einrichtung und die Sachen pfleglich behandeln. Sicher gibt es immer Idioten, aber nennt mir mal bitte einen Ort und eine Branche, wo es die nicht gibt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 6.07.2014 | 20:02
@JS und andere: Meine Fresse (sorry), was kennt ihr denn für Leute und für Läden? Das schreit ja gerade dazu, dass Talon es besser macht. Ich hoffe übrigens, eure Erfahrungen beschränken sich auf RPG-Läden, sonst sehe ich für den deutschen Einzelhandel schwarz..

Also ich kann solche Stories auch aus Eisenbahnfachläden erzählen (wo ich mal mit 100 EUR die ich ausgeben wollte für ein Geschenk rausgegangen bin, weil man sich geweigert hat mir was zu verkaufen).
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 6.07.2014 | 20:03
Zum ersten Teil kann ich nur sagen : Damit man eben mal vor die Tür kommt und gleichgesinnte in Live trifft.
Verstehe mich nicht falsch ich nutze auch gern und viel die Foren und will sie auch nicht missen, ich habe dort auch einige nette Leute kennen gelernt mit denen ich mich auch Live treffe usw. Aber eines muß man doch eingestehen noch viel kreativer und schöner ist es doch mit vielen gleichgesinnten zusammen am Tisch zu sitzen und dort der Kreativität freien lauf zu lassen im direkten Gespräch gerade deshalb gehe ich z.B. auf Cons.
Du willst einen CON aufziehen? Cool. Da bin ich sofort dabei. :d
Nette Leute im Laden kennenzulernen ist sicherlich eine interessante Idee. Allerdings kannst Du im Gegensatz zu einem CON niemals gewährleisten, dass Leute im Laden sind, die sich unterhalten wollen, wenn ich komme. Eben deshalb gibt es ja CONs. :)
Zitat
Zum zweiten Punkt da :
Da tut es mir leid das man dich so leicht vergrätzten kann nur weil man eine eigene Meinung hat die nicht zwangsläufig mit der deinen konform läuft aber eben dies ist es nun mal meine Meinung und weder will ich damit jemanden beleidigen noch was böses oder so.
Aber dennoch möchte ich sie kunt tun um eben genau das hin zu bekommen einen Meinungsaustausch.
Wofür wenn nicht auch dafür sollte man sich entscheiden in einem Forum Aktiv zu werden ?
Du kannst Deine Meinung im Forum gerne kund tun. Darum ging es ja garnicht. Ich dachte Du überlegst, ob Du einen Fantasyladen aufziehen könntest. Dann kommt Deine Ansage, dass Kunden eh nur maximalen Service für minimale Kosten wollen. Da werde ich als potentieller Kunde gleich mal von der Seite angemacht. Es geht also nicht darum, was ich von Dir als User halte (das ist eh egal), sondern was ich von Dir als Kunde halte. Wegen solch einem Spruch habe ich schonmal demonstrativ einen Laden verlassen (natürlich mit Erklärung warum ich das mache) und den Laden dann gemieden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 6.07.2014 | 20:06
  sonst sehe ich für den deutschen Einzelhandel schwarz..
 .
der kann doch nicht einmal Leinen von Baumwolle von Kunstfaser unterscheiden, von Farben hat der auch keine Ahnung
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Visionär am 6.07.2014 | 20:10
Geld verdient man durch Verkäufe. Gewinn = (Anzahl verkaufter Artikel)*Gewinnmarge - Fixkosten.
Egal wie schön der laden ist, am Ende musst du verkaufen. Willst du 2000 eur gewinn musst du wahrscheinlich 200 bis 300 artikel oder bücher verkaufen.etwa 10 verkaufte Artikel zu 50 eur pro Tag.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 6.07.2014 | 20:11
@Shadom:
Coole Idee! :d
In den USA gibt es sogar schon so einen Laden allerdings alleine auf Brettspiele fixiert:
GameHaus Cafe (http://www.gamehauscafe.com/) in Glendale Kalifornien.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 20:15
Ich halte Shadoms Konzept übrigens nicht für "Cafe Utopia", ich denke, wenn man die Besucher ernst nimmt und ihnen etwas bietet, werden sie auch die Einrichtung und die Sachen pfleglich behandeln. Sicher gibt es immer Idioten, aber nennt mir mal bitte einen Ort und eine Branche, wo es die nicht gibt.

Das Konzept ist nett, die Chance das es aufgeht ist nur leider sehr gering (wobei, eher nonexistent). Das Problem ist nachwievor das extrem schlechte Verhältnis von Verweildauer zu Konsum. Ich kann das gerne mit Rechenbeispielen unterlegen, wenn Bedarf besteht.

[Nachtrag] Ich kenne ein paar Läden mit ähnlichen Konzepten, also egal ob jetzt Spiele oder zumindest extreme Kinderfreundlichkeit bei denen es genau daran gehapert hat und leider für sich feststellen mussten: Genau ihr angedachter USP steht ihnen im Weg.

Was sich dagegen lohnen könnte wäre eine rein saisonale Lösung: Irgendwo eine schöne Wiese besorgen, Pavillions drauf, viele Biertische/Bierbänke und schauen das man den benötigten Umsatz durch gleichzeitige Masse erreichen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 6.07.2014 | 20:23
Ich bin euch jedenfalls sehr dankbar für den großen Input und eure Meinungen.
Sollte ich jemanden vor den Kopf gestoßen haben tut mir das sehr leid, das war nicht meine Absicht.

Und nur um es klar zu stellen weder besitze ich einen Laden noch will ich eine CON veranstalten.
Ich denke halt nur ab und an daran mich unter umständen Selbststänig zu machen und es stellte sich mir halt die Frage nach einer möglichen Nachfrage für einen Fantasy-Store bzw. möglicher ähnlichen Konzepte .

Auch hat mich mal eure Meinung Interessiert warum Ihr glaubt das bestehende Geschäft so vom Aussterben bedroht sind.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 6.07.2014 | 20:27
@JS und andere: Meine Fresse (sorry), was kennt ihr denn für Leute und für Läden? Das schreit ja gerade dazu, dass Talon es besser macht. Ich hoffe übrigens, eure Erfahrungen beschränken sich auf RPG-Läden, sonst sehe ich für den deutschen Einzelhandel schwarz..

Ich kenne eine gute Handvoll Hamburger Läden (einige davon bereits dicht gemacht) und meide den persönlichen Auftritt dort sicherlich NICHT nur wegen der Verkäufer oder Mitarbeiter.
Okay, ich bin alle andere als optisch passend in dieses "Milieu", daher werde ich in diesen Läden von der werten Kundschaft zumeist recht abfällig angeschaut, teilweise habe ich Kopfschütteln erlebt (das war im Mytholon, dort wurde ich sogar vom Angestellten unhöflich und abweisend behandelt, muss an meinem Poloshirt gelegen haben ...).
Ins Dragonworld gehe ich an sich gerne, wegen der Chefs Jörg und Karen. Mit den beiden plausche ich gern, meist bis sich ein völlig Unbeteiligter aufdrängt und sich mit völlig unqualifizierten Kommentaren zum Pansen macht. Brauche ich nicht, habe mich schon mittendrin von den beiden verabschiedet und diesen Kerl stehen gelassen.
Das ist mehr als einmal so passiert.
Dann gab es das Haus der Fantasy, am Borgweg in Hamburg. Ich war eher selten dort, weil das Lieferprogramm nicht so mein Fall war ...
Ich schmökerte dort lässig herum, da kamen drei Neulinge hinein (ist lange her, mehr als zehn Jahre wohl). Denen wurde von den rumlungernden Platzhirschen kein Platz gemacht (der Laden war SEHR eng geschnitten) und dann lief die Xte Wiederholung Babylon5 auf einem MiniTV mit lautem Ton und diversen völlig bekloppten Kommentaren von dusseligen Zuguckern.
Die Drei haben leise das Weite gesucht.
Dann gab es noch das Drachenei. Ich kannte die Leute dort recht gut, man traf sich auch auf dem ein oder anderen LARP. Dort wurde mir dann von drei anderen LARPern unerbeten und zusammenhangslos ein Vortrag gehalten, wie ich bitteschön zu LARPen hätte (wir kannten uns nicht!) und dass die sich meiner annehmen würden, wenn ich ... ja, also eigentlich wurde ich gar nicht gefragt. Irgendwie ist das Verhalten abschreckend gewesen.

Und das ist eine schöne Überleitung.
Abschreckendes Verhalten ...
Das habe ich sehr oft erlebt. Auch in anderen Gruppen, wo ich probeweise mitspielte oder auch Gastauftritte hatte.
Und genau deshalb genieße ich die Anonymität des WWW. Hier kann ich mich hervorragend mit gleichgesinnten austauschen, blende diverse Kommis oder Leute aus, finde gute Kontakte, ohne dass es zu eng wird. Passt scho. Und spielen tue ich weiterhin mit meinen Schulfreunden, die ich allesamt mehr als 20 Jahre kenne.

Ich habe mir jetzt mal das Otherland im Netz angesehen. Eine Buchhandlung mit Fantasybezug. Dort würde ich mich sicherlich sehen lassen. Zumal die drei Leutz dort recht normal daherkommen (was man von vielen Rollenspielern nicht sagen kann).
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Archoangel am 6.07.2014 | 20:27
wenn es schon  in münchen (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/bazi-bar-spielfigur-statt-bierflasche-1.552523) nach vier jahren eine brettspielbar nicht geschafft hat, dann frage ich mich schon wie irgendwo sonst ein rollenspielcafe überleben möchte ... aber bitte: ist ein freies land; wie und wo du deine ersparnisse den locus runterspülen möchtest bleibt ganz dir überlassen.

und rollenspieler sind (was sowas angeht) vermnutlich ohnehin mit die schlimmsten kunden. da sind genügend schwarze schafe, die klauen wie die raben sobald sie die gelegnheit haben ; der umgang mit feemder leute eigentum ist mehr als fragwürdig und ich kenne vor allem im live sektor genügend arschkrampen, ide selbst in atmosphärischen lokationen in denen gastwirte nur verlangen, dass man bei ihnen zu akzeptablen preisen getränke rwirbt, lieber vorher noch beimn aldi vorbei fahren, um ihren verzeh dort zu regeln. will sagen: zum spielen werden sicher nicht wenige kommen und dein mobilliar/deine spiele abnutzen. an die wirtschaftlichkeit will ich so recht nicht glauben und ich gehe davon aus, dass der schwund recht hoch sein wird. gerade in einem verwinkelten laden ... und von den gesiotteten akzeptablen kunden alleine dürfte man kaum leben können - die spielen dann doch ehr in ihren gesittetten akzeptablen wohnungen mit ihren gesotteten akzeptablen freunden und/ofder kindern.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 20:35
@ Geld:
Und wenn man den Konsum pro Verweildauer eben durch stündliche Mietpreise der Spiele wieder reinholt?
Also nicht wahnsinnig teuer sondern einfach nur um den REst reinzukriegen.
Außerdem die Vereins/Clubmitglieder, die ja monatlich etwas bezahlen.
Glaube aber wie gesagt auch nicht, dass es das rentableste Konzept ist. Machbar ist es aber glaube ich schon.

@ Zustand:
Die Spiele werden nur vom Personal rausgegeben (darf aber jeder Kellner usw.) Dabei kurz vor und nachkontrollieren sollte ja keine große Sache sein. Dann noch einmal auf der Liste unterschreiben damit man weiß wer es hat. Ganz unbürokratisch. Gut sichtbar steht natürlich auch auf der Liste "Durch die Unterschrift zeige ich mich verantwortlich das Spiel im selben Zustand zurück zu bringen, sonst muss das Vorführexemplar erworben werden" Dabei ruhig ein klein wenig menschlich kulant sein bei der Kontrolle aber von Zeit zu Zeit auch durchsetzen

@Räume:
Ich stelle mir in meinem ideal Cafe keine thematisch geordneten Räume vor. Wenn die Tische so konzipiert sind, dass man sie sicher aneinander stellen kann, dann nimmt man halt mal 3 für ein Tabletop zusammen. Es geht ja eben darum, dass trotz Schallschutz alle Gäste mit allen Teilen des Hobbys in kleinen Dosen konfroniert werden.

@Schnapsidee vs Brettspielbar:
Ich kenne die Brettspielbar nicht, aber bar klingt schonmal nicht nach cafe. Das ist was ganz anderes. Nehme ich meinen 8 jährigen Sohn in eine Bar mit? Nein. In ein Cafe zum Leiter spiel spielen? Ja. Es geht eben nicht um ein Rollenspielcafe. Sondern um ein Spielcafe. Da sollen Leute Mensch Ärger dich nicht, Schach, Pandemie, Munchkin, Arkham Horror  usw spielen können und eben auch W40k Tabletop und DSA als Beispiel.
Außerdem: Das ist eine Idee. Nichtmal ein Plan. Das Konzept ist gerade in den 10 Minuten Post schreiben entstanden. Da ich gastronomisch auch unbegabt bin, werde ich das wohl auch kaum machen..

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 20:36
Oh, die Bazi Bar! Tja, die war nett und hat mir ganz gut gefallen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 20:44
Shadom: Bar Utopia, wie ich schon sagte. "Sollte machbar sein, glaube ich" ist als Hinweis so gut wie nichts wert. Mietpreis pro Stunde, wenn man manche Anleitung schon ein bis zwei Stunden studieren muß? Geräuschkulisse abmildern, wenn die Shadowrunner neben konzentrierten Brettspielern sitzen? Das ist wohl illusorisch. Ebenso die genaue Kontrolle aller Komponenten jedes herausgegebenen Brettspieles.
Nebenbei: Wer kauft eigentlich die attraktive Spielesammlung für 30 bis 40 Euro pro Einzelstück?
Und wer Garantieverträge unterschreibt, darf bei Empfang gleich mal alle Komponenten durchgehen. Sehr effektiv.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 6.07.2014 | 20:45
Das ganze verbinden wir dann wenn möglich noch mit einem Rollenspielverein, der das Cafe als Vereinshaus hat, oder notfalls eben ein Club. Ein kleiner monatlicher Beitrag sorgt dafür, dass man Räume früher (oder je nach Geschäftslage überhaupt) reservieren kann. Außerdem kann jedes Mitglied jeden Abend 2-3 Spiele umsonst ausleihen. Dann vielleicht noch ein Bonusprogramm a la paypack wo man sich prozentualen Erlass auf die Speisen und Getränke herbeisparen kann.

Das Ganze funktioniert, wenn man es andersherum aufzieht: Man muss als Vereinsheim anfangen, und dann eben das alles bieten, was du da aufgezählt hast. Präzedenzfall: Thoule e.V. in Karlsruhe.
(http://www.thoule.de/prod/pics/heim.jpg)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 6.07.2014 | 20:47
Ist doch aber ein Verein, kein Gewerbe, oder?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 6.07.2014 | 20:48
Ich hab auch mal in einem Laden gearbeitet, und die Diebstähle haben sich da ziemlich in Grenzen gehalten. Da seh ich nicht so ein großes Problem.

Wenn du Platz zum Rumhängen bietest, sollte dir klar sein, dass es zu deinem Job gehört, die Ladenfliegen ein bisschen im Zaum zu halten, dass die nicht andere potentielle oder tatsächlich Kunden verschrecken.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 6.07.2014 | 20:49
Ist doch aber ein Verein, kein Gewerbe, oder?

EBEN!

Alles, was mir so ein "Laden", oder "Spiele-Cafe" o.ä. bietet, bietet mir auch so ein Verein, nur besser und billiger. Nette Leute, Informationen, Austausch, Bestellmöglichkeiten, Räumlichkeiten, Veranstaltungen, ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 20:58
Vielleicht sehe ich gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber ist so ein Verein nicht grundlegend eine geschlossene Veranstaltung eben um seine Vorteile ggü. dem Gewerbe erhalten zu können?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 21:15
Shadom: Bar Utopia, wie ich schon sagte. "Sollte machbar sein, glaube ich" ist als Hinweis so gut wie nichts wert. Mietpreis pro Stunde, wenn man manche Anleitung schon ein bis zwei Stunden studieren muß? Geräuschkulisse abmildern, wenn die Shadowrunner neben konzentrierten Brettspielern sitzen? Das ist wohl illusorisch. Ebenso die genaue Kontrolle aller Komponenten jedes herausgegebenen Brettspieles.
Nebenbei: Wer kauft eigentlich die attraktive Spielesammlung für 30 bis 40 Euro pro Einzelstück?
Und wer Garantieverträge unterschreibt, darf bei Empfang gleich mal alle Komponenten durchgehen. Sehr effektiv.


Die attraktive Spielsammlung haben viele von uns zuhause. Wenn ich tatsächlich so ein Cafe aufmachen würde, dann würde ich das wohl als Startkapital von Zuhause mitnehmen. Ich verbringe dann ja eh als Besitzer 75% meiner wachen Zeit da. (wer selbsttändig ist wird das wohl nachvollziehen können).
Dann hätte ich Pandemie, Arkham Horror usw. So wie meine Spiele aussehen sind die (zumindest am ersten Tag) auch alle quasi neuwertig. Dazu noch eine Menge ebenso gut gepflegter Rollenspiele. Tabltop Gelände hätte ich keins, aber das kann ja nachkommen.

WAs den Zustand und die Kontrolle angeht. Wenn da gut sichtbar steht, dass die Verantwortlich für fehlende Teile sind und da die Uhrzeiten (alleine schon wegen dem Geld) notiert werden... ich denke da werden viele auch ohne ECHTE Kontrolle hellhörig. Da viele Spiele nur 1-2 mal am Tag weggehen und vermutlich an Stammkunden kann man recht schnell rausfinden wer die Sachen schlecht behandelt und dann durch "Stichprobenkontrolle" das Problem lösen. Meine Erfahrung in ähnlichen Bereichen (Aushilfsjob Bibliothek und vorher mal Videothek) hat mir gezeigt: die meistne Menschen sind ehrlich und vernünftig, wenn man sie selbst so behandelt.

Was das mit den Mietpreisen und der Anleitung angeht:
1. Wenn man das "Programm" mit Proberunden zum laufen kriegt ist das glaube ich kein großes Problem. Denn wenn ich mit 4 Leuten da bin werden wir uns recht sicher ein Spiel greifen, dass mindestens einer von uns kennt. Ich weiß ja nicht wie es euch da geht, aber ich finde eben wirklich, dass nur mit Anleitung lernen etwas öde ist.
2. Das Personal (oder zumindest ich als BEtreiber) muss die Spiele ja eh kennen. Kurzes Erklärvideo nachdem man es sich angeeignet hat selber machen. Muss nicht sehr hochwertig sein. Nur nicht peinlich. Kann man auch so bei Youtube online stellen. Vielleicht rentiert sich durch ad einnahmen ja zumindest das Video machen schon so. Sollte die Verweildauer ohne Spielzeit merkbar reduzieren.
3. Anleitungen einfach drucken? Es kostet 2 Minuten pro Spiel auf die Verlagseite zu gehen und die Anleitung zu finden. Dann auf Drucken klicken, eine "Tacker Bindung" ordentlich machen und auf Anfrage hin umsonst rausgeben. Von Spielen die gut gehen direkt 5 drucken, weil es da schwund geben wird. Dann können sich die paar, die daran Interesse haben das ja schon vorher ansehen. Einziges Problem: die (Lern)Zeit die mir vorher durch Mietpreise bezahlt wurde ist plötzlich keine Einnahmequelle. Da hätte ich auch noch keine Lösung zu.

Was Geräuschkulisse angeht. Wie in jedem anderen Cafe werden Schreihälse gebeten ruhiger zu werden und notfalls rauskomplementiert. Das ist keine Convention und kein Wohnzimmer sondern öffentlicher Raum mit den zugehörigen Sozialkonventionen. Einem 10 jährigen kann ich Geschrei weil er bei Monopoly verloren hat eher verzeihen als einem 30 jährigen der sich nicht einkriegt weil sein Charakter Tod ist.
Außerden: wie gesagt. Verwinkelter Aufbau. Ich stell mir einen kleinen Raum mit großer Theke und 3 Tischen vor. Dann gibt es offene Durchgänge (keine Türen da die man schließen könnte) in 2-3 weitere Räume in die jeweils 3-4 Tische passen. Dann noch entweder von einem dieser Räume oder vom Hauptraum ausgehen noch eine Tür in einen Flur wo man zu 1-2 echten Hinterzimmern kommt. Solche Häuser gibt es definitiv. Oft sind die sogar unbeliebt weil "unglücklich geschnitten". Denk vielleicht eher an eine großzügig geschnittene Gemeinschaftsarztpraxis von der Raumaufteilung. Nur eben komplett renoviert als Cafe.

Das das alles aber eine Kopfgeburt ist kann ich nicht zu oft betonen. Wer das was ich hier schreibt für bare Münze nimmt und versucht sowas aufzumachen. Selber schuld. Da muss man vorher eine Meeenge Infos einholen.




@Thule / Verein / Cafe.
Vereinsheime sind oft auch Kneipen, Kegelbahnen usw. und dementsprechend nicht zwingend geschlossene Gesellschaften.
Was ein Verein allein (meiner Meinung nach) selten bietet:
1. Ein offenes äußeres was auch nichts Vereinsmitglieder ohne jedewede Hemmungen reinschauen lässt. Von Thoule habe ich schon gehört und es ist echt cool. Aber geht da Otto Normal mit seinem Grundschüler Kind rein?
2. Echtes Programm mit Supportern, Lesungen, Vorstellungen neuer Spiele usw.
3. Die Möglichkeit beim Kellner mal direkt was zu essen zu bestellen

Aber ja.. die Idee so ein Cafe in einer Stadt mit einem bestehenden Verein aufzumachen wäre echt bescheuert. Da es gefühlt aber in jeder 10. großen Stadt mal einen aktiven Verein gibt ist das ja durchaus aufeinander abzustimmen. Ich eröffne ja auch nicht einen Saturn neben direkt neben einem Mediamarkt (außer ich will natürlich aggressiven Wettbewerb aber darum geht es hier ja nun wirklich nicht)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Text am 6.07.2014 | 21:20
Slayn, ich kenne es ehr so dass ein Verein keinen Gewinn erwirtschaften darf.

Die Vereine die ich kenne funktionieren alle nach dem Prinzip dass Gäste willkommen sind - aber wer regelmäßig kommt wird irgendwann mal höflich bedrängt dem Verein beizutreten und einen kleinen regelmäßigen Mitgliedsbeitrag zu zahlen (Von obskuren Sonderformen wie "Raucherclubs" mit "Tagesmitgliedschaft" mal abgesehen).

Zumal, gerade wenn du ein gemeinnütziger Verein bist, könntest du es ja auch so aufziehen, dass nur das "Personal" der Utopia Bar Vereinsmitglied ist, der Verein aber Spiele für die Allgemeinheit (und insbesondere die Jugend, wegen der Gemeinnützigkeit  ;) ) zur Verfügung stellt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 6.07.2014 | 21:27
Slayn, ich kenne es ehr so dass ein Verein keinen Gewinn erwirtschaften darf.

Gilt das nicht nur für gemeinnützige Vereine?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Visionär am 6.07.2014 | 21:33
Der ADAC ist ein Verein. Die FIFA auch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 21:33
Slayn, ich kenne es ehr so dass ein Verein keinen Gewinn erwirtschaften darf.

Das gilt nur für gemeinnützige Vereine.

Die Vereine die ich kenne funktionieren alle nach dem Prinzip dass Gäste willkommen sind - aber wer regelmäßig kommt wird irgendwann mal höflich bedrängt dem Verein beizutreten und einen kleinen regelmäßigen Mitgliedsbeitrag zu zahlen (Von obskuren Sonderformen wie "Raucherclubs" mit "Tagesmitgliedschaft" mal abgesehen).

Zumal, gerade wenn du ein gemeinnütziger Verein bist, könntest du es ja auch so aufziehen, dass nur das "Personal" der Utopia Bar Vereinsmitglied ist, der Verein aber Spiele für die Allgemeinheit (und insbesondere die Jugend, wegen der Gemeinnützigkeit  ;) ) zur Verfügung stellt.

Ich kenne Vereine primär aus dem Sportumfeld, also nichts gemeinütziges da.
Dort herrscht eine strickte Trennung zwischen Vereinsleben und Gewerbe. Sprich: Alles was versteuert werden muss _und_ öffentlich zugänglich sein soll, läuft unter Gewerbe, also etwa Gastro, Shops, Verleih, Trainer, etc.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 21:39
Als falls mich irgendwann der Pfeffer in den Hintern beißt und ich wirklich so ein Cafe aufmachen würde, dann würde es jetzt wohl 100% sicher Utopia Spielecafé heißen.
Dazu hat sich der Name dank euch schon zu sehr eingebrannt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 21:42
Als falls mich irgendwann der Pfeffer in den Hintern beißt und ich wirklich so ein Cafe aufmachen würde, dann würde es jetzt wohl 100% sicher Utopia Spielecafé heißen.
Dazu hat sich der Name dank euch schon zu sehr eingebrannt.

Na, mach. Wort- und Bildmarke anmelden solltest du ja aus dem FF kennen, oder?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 6.07.2014 | 21:50
Oh, du hast schon eine Bildmarke? Cool.

Zeigen!  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 22:12
Na, mach. Wort- und Bildmarke anmelden solltest du ja aus dem FF kennen, oder?

Wennn du mir vorher ne Ausbildung als Gastronom spendierst mach ich das doch glatt. ~;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 6.07.2014 | 22:14
Naja, Thoule ist insofern nicht unbedingt ein gutes Beispiel, weil es sich um einen gemeinnützigen Verein handelt.

Es ist ein hervorragendes Beispiel. Es kam hier ja die Frage auf, was ein Laden so für Vorteile gegenüber "dem Internet" hat. Und diese ganzen Vorteile bietet ein Spieleverein mit einem eigenen Vereinsheim eben auch - bis auf den Punkt, dass da halt keiner Vollzeit seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann. Aber das kann man mit einem Rollenspiel-Laden auch nicht.

Die Tatsache, dass man als gemeinnütziger Verein, der Jugendarbeit etc. macht, auch noch Fördermittel bekommt (wenn man es geschickt anstellt), ist das i-Tüpfelchen. Das ist eine Win-Win-Situation.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 6.07.2014 | 22:26
@Pyromancer:

Ok, erklär mir was: Wie stellst du dir das ganze heutzutage denn so vor?
Konkreter: Wenn man jetzt, wie in Talons Fall, bei Null anfängt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 6.07.2014 | 22:32
Leider haben wir mit Spielevereinen, ob RPG oder Brett- und Kartenspiele, nur schlechte Erfahrungen gemacht. Man wird einfach ignoriert, wenn man auftaucht, die Vereinsmitglieder reden nur miteinander und wenn man dann noch etwas schüchtern ist ist es eh vergeben Liebesmüh. "Verein" ist sicher auch für andere Leute eher ein rotes Tuch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 6.07.2014 | 22:55
Außerdem muss ich seit ich "die krupp" geschrieben habe immer nur noch bei dem Wort Verein blöd grinsen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 23:09
Shadom: Bar Utopia, wie ich schon sagte. "Sollte machbar sein, glaube ich" ist als Hinweis so gut wie nichts wert.
Gab es in ähnlicher Form in Belgien.
Es war allerdings kein Cafe sondern eher eine Kneipe.
Es gab dort ein Regal mit unterschiedlichen Spielen. Die konnte man nehmen und spielen. Dabei ist soweit ich sah nichts weggekommen. Verschiedene Clubs konnten ihr Material in einem Hinterraum lagern.
Obwohl es ansonsten eine ganz normale Kneipe war, war es durchaus möglich zu spielen. Das heißt z.B. Go Spieler neben einer Gruppe die Siedler von Catan zockte, neben Trivial Pursuit, neben Gimpf und einer Scrabbel Runde. Während da noch normale Gäste waren und im Hintergrund klassische Musik lief (war halt das Cafe Amadee).
Wenn man sich das mal so genau überlegt,... in einem normalen Cafe sitzen ja auch dutzende Gruppen und unterhalten sich ohne das die anderen deswegen vergrätzt werden.

Das ganze lief soweit wohl recht gut solange der Besitzer lebte.
Als er starb hat sich eine Gemeinschaft von Fans gebildet die das Projekt u.a. auf freiwilliger Basis weiter führten und so gestalteten das eine schwarze Null dabei rauskam (Getränkepreise angepasst, Ordnung reingebracht, Team aufgestellt, Fördergelder gesammelt etc, pp.). Das funktionierte über gut drei Jahre soweit gut. Bis es dann zu Stress innerhalb der Gruppe kam und darüber hinaus noch die normale Mietgebühr kräftig angehoben wurden.

Die Spieleclubs verteilten sich dann auf andere Cafes. Das heißt teilweise richtige Cafes. Wo man halt nur Spielmaterial einlagern muss.
Was wiederum auch in Deutschland geht.

Das einzige Unterschied zu dem Konzept von Shadom, zu dem was funktionieren könnte, wäre das man halt auch noch ein kleines Lager hält wo man die Spiele verkauft.
Nun und das es eher ein Art-Cafe wäre anstelle einer Kneipe. Man bräuchte halt eine Schanklizenz und ggf. eine zum kochen.
Das einzige was ich machen würde. Ich würde nur Brett- und Rollenspiele anbieten. Weil Tabletop Sachen zu viel Platz brauchen und die da ihre Getränke nicht unter bekommen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 6.07.2014 | 23:18
Mal so ganz Allgemein, mit Vereinen außen vor.
Die Gäste müssen ja nicht spielen. Sie können es. Wenn sie wollen. Wenn sie nicht wollen trinken sie einfach ihre Kaffees und essen einen Flammkuchen.
Vielleicht wollen sie auch nur etwas beim Kaffee lesen, und wieso dann nicht ein (Rollen-)Spielbuch. Vielleicht direkt mit gedruckten Blatt und einem Stift.
Mal so als Abwechslung zur normalen Zeitung (die man ggf. auch anbieten kann) oder einen Roman.

Ich gehe durchaus gerne Essen.
Allerdings ist, so gut das Essen auch sein mag, es mitunter etwas langweilig nur die Natur anzuschauen, Passanten oder was so im Restaurant los ist.
Naja und wenn man dann fertig mit Essen ist, wäre doch sowas ein guter Grund sitzen zu bleiben, mehr zu trinken und halt was zu lesen,..

So ähnlich wie man sich ein klassisches Wiener Cafe vorstellt? Nur noch mit Spielen und vielleicht eine Ecke heller?
Halt etwas geselliger als mitunter das eigene Wohnzimmer und man muss nicht selber essen machen, Getränke besorgen und dann spülen,..
..., so quasi dann für sozial angehauchte Spieler?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Blizzard am 7.07.2014 | 00:26
Alles, was mir so ein "Laden", oder "Spiele-Cafe" o.ä. bietet, bietet mir auch so ein Verein, nur besser und billiger. Nette Leute, Informationen, Austausch, Bestellmöglichkeiten, Räumlichkeiten, Veranstaltungen, ...
Man kann im Verein sicherlich viele Dinge tun wie Leute treffen, zusammen zocken, Brett-und Rollenspiele ausprobieren oder ausleihen. Aber sicherlich nicht kommerziellen Handel betreiben. Zumindest nicht in den (RPG-)Vereinen, die ich kenne.

@topic: Ich bin früher gerne in RPG-Läden gegangen, weil sie damals meine erste Anlaufstelle für Material waren. Doch dann hat einer nach dem anderen dicht gemacht...gut es gibt jetzt in der ehemaligen RPG-Heimat noch nen RPG-Laden, in den ich aber inzwischen auch nicht mehr so gerne gehe. Besagter Laden hatte ursprünglich 3 Mitarbeiter: Il Chef, hat etwas Erfahrung mit Rollenspiel, TT und Büchern...hat noch en anderen Job, ursprünglich nur 2-3x im Laden...aber der Typ ist/war echt ein Ladenhüter im negativen Sinne...dem hat man nur allzu oft angesehen, dass es ihm da eigentlich keinen Spaß macht und so richtig reden konnteste mit dem auch nicht. Ferner Verkäufer "A", viel Erfahrung mit D&D,ansonsten sieht es mau aus mit RPG, viel Erfahrung mit TT, ansonsten aber ein  Freak im negativen Sinne, der einen seltsame Art von Humor hat . Und zu guter Letzt "Verkäufer B". Ein sehr belesener Mann, was Romane & Bücher angeht. RPG-Erfahrung auch vorwiegend mit D&D, kennt aber auch ein paar andere Systeme. Von TT etwas Ahnung, aber ansonsten ein sehr umgänglicher Typ, mit dem man auch öfters einfach mal so quatschen konnte. Der konnte dir auch Sachen empfehlen, hat sich quasi den A**** aufgerissen um ganz exotische oder oop-Sachen doch noch irgendwie bestellen zu können. In der Vergangenheit gab es sogar einige Leute, die nur kamen, wenn Verkäufer B da war. Und nun ratet mal, wenn sie entlassen haben...

Inzwischen bin ich ja umgezogen, der nächst gelegene RPG-Laden befindet sich 50 Km Entfernung...da weiß man die Vorzüge des Internets dann schon zu schätzen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 7.07.2014 | 00:38
@Pyromancer:

Ok, erklär mir was: Wie stellst du dir das ganze heutzutage denn so vor?
Konkreter: Wenn man jetzt, wie in Talons Fall, bei Null anfängt.

Konkret: Rollenspieler gehen nicht mehr in Läden, und wenn sie gehen, dann kaufen sie nix (bzw. wenig) und vergraulen Neukunden. Alles, was Läden tun könnten, um für "die Szene" attraktiv zu sein kostet Geld, ohne Umsatz zu generieren, und ist keine Grundlage für ein funktionierendes Geschäftsmodell. Einen Rollenspiel-Laden aufzumachen ist finanzieller Selbstmord.
Mein Tipp für Talon: Lass es.

Was gehen könnte: Fantasy-Mode. Goth/Mittelalter/Steampunk/SM-Klamotten, und im Regal an der Seite ein paar LARP-Schwerter und DSA-Boxen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 7.07.2014 | 07:10
Also einen Händler, den ich anschreie, dass er blöd mies und dämlich ist, und, eigentlich keine Ahnung hat, der wird mich seines Ladens verweisen.

Wenn ich Amazon eine solche E-Mail schreibe, oder den Service anrufe, werden mich da Agenten dort trotzdem freundlich behandeln, und mich als Kunden halten wollen, warum: weil irgendwelche Vorgesetzten das mal so festgelegt haben.
Newsflash: Auch beim Einkaufen im Internet gibt es Verhaltensregeln. Und auch bei Amazon darfst Du nicht einfach Leute beleidigen, und sie machen hinterher trotzdem noch nen Kotau vor Dir.
Und die Tatsache, dass Du es als *Vorteil* empfindest, ungestraft Leute ankacken und allgemein auf gesellschaftliche Regeln pfeifen zu dürfen ist ohne Worte.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 7.07.2014 | 08:49
wenn du gerne den Kotau vor Leuten machst, die nur dein bestes, nämlich dein Geld wollen, kannst du das gerne machen.

und ja, ich weiß sehr genau, wie es ist auf der anderen Seite der Line zu sitzen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Achamanian am 7.07.2014 | 09:00
wenn du gerne den Kotau vor Leuten machst, die nur dein bestes, nämlich dein Geld wollen, kannst du das gerne machen.

Es gibt schon einen Unterschied zwischen Kotau machen und beiderseitiger Höflichkeit. Wenn du diesen Unterschied nicht siehst, dann bist du wahrscheinlich bei den Versandhändlern wirklich besser aufgehoben ... ich kann aus meiner Erfahrung in unserer Buchhandlung jedenfalls sagen, dass die allermeisten Kunden es offenbar als Feature und nicht als Bug empfinden, dass man sich bei uns auch nett unterhalten kann und es in der Regel mit offenen, freundlichen Verkäufern zu tun hat, die ihrerseits auch Freundlichkeit erwarten - und nicht mit welchem, die auf Beileidigungen mit einem Plastikgrinsen im Gesicht und einem "Vielen Dank für ihren Einkauf!" und "Was können wir noch für sie tun?" reagieren.
Kunden, die ein ernsthaft beleidigendes Verhalten an den Tag legen, fliegen bei uns raus; nicht nur, weil sie uns nerven, sondern auch, weil sie das Geschäft schädigen. Eine freundliche Grundatmosphäre ist nämlich auf lange Sicht ziemlich wichtig, wenn man Kunden halten (und neue gewinnen) will. Wer bloß Frust abladen oder König Kunde spielen will, hat leider Pech gehabt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 09:06
Also ich bin auch froh wenn ich so diverses im Netz kaufen kann und ein Teil des Reizes ist tatsächlich, mich nicht rausputzen zu müssen oder freundliche Mine zu machen. Ich gucke nunmal von Natur aus grimmig, so hab ich mir sagen lassen (Minenspiel sagt mir wenig) und in der Regel sind meine Klamotten mit Katzenkrallenlöchern und irgendwelchen Flecken behaftet, da ich apraxisch bin und eben oft kleckere. Und wenn ich da eben "mit Döner und Bier" sitzen und mein Zeugs bestellen kann ist das wirklich viel praktischer.

Für RPG-Zeugs trifft das nur begrenzt zu, allerdings würde ich, wie schon immer, in nen Laden eher gehen um mal Gleichgesinnte zu treffen und Bücher direkt anzusehen, als viel zu kaufen. Wenn ich an früher zurückdenke, hingen wir in den Läden auch mal ganztags rum wenn wir sonst nix zu tun hatte, einfach weil Platz zum Spielen war und man auch mal neue Interessenten trafen. Eventuell haben wir für Neulinge mit unseren Geekgeschwätz und Nerdtratsch auch eher abschreckend gewirkt, da ich nicht einschätzen kann wie ich auf andere wirke kann ich das leider nicht sagen. Die Ladeninhaber waren aber nicht bös drum dass wir da rumhingen - das traf auch auf Esoterikläden, den Mal-und Bastelshop, den Modellbauladen, den Exotic Music Händler und die Spezialitätenbuchhandlung zu.

Seltsame Leute haben wir überall an diesen Orten getroffen, im Modellbauladen am Häufigsten. Ich erinnere mich da an einen Typ mit sehr lauter Stimme, der sich nie die Nase putzen konnte und dauern geschnieft hat. Hätte uns nicht abgehalten, im Zweifelsfall haben wir halt die Location gewechselt.


Mein Mann würde auch gern so eine Art "Cafe Utopia" eröffnen, wenn auch noch mit Onlineshop und Esoterikecke, aber wir sind in der falschen Stadt, und ich glaube selbst in der richtigen Stadt wäre das nur dann einen Versuch wert, wenn einem die Räume gehören und man nicht darauf angewiesen ist, wenigstens die Miete abzudecken. Ich würde ja lieber so ein Katzencafe eröffnen. Obwohl, vielleicht könnte man das ja miteinander verbinden  ;D

Jedenfalls sind weder mein Männe noch ich als leutefreundliches Aushängeschild und Gastronom geeignet. Es wäre also noch jemand nötig, und so verrückt ist schliesslich keiner.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 7.07.2014 | 09:15
Ja, eine freundliche Ladenathmosphäre ist schön. Leider erlebt man sie selten.

Ausnahme bilden hier tatsächlich Restaurant und Cafes.

Klar kann man deswegen in einen Laden gehen, und das mache ich auch mal gerne. Aber wenn ich nur was kaufen will, und es schnell, zügig und ohne unnötige Gespräche gehen soll, dann muss ich sagen, geht nichts über den Online-Handel.

Schnell, zügig und immer höflich. Erlebt ich im Fachhandel selten. Und je öfter man in den Laden kommt, desto schlechter wird es.

Klar ist das Statement oben sehr überzeichnet, aber es soll halt klar einen Unterschied zwischen den Formen aufzeigen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Achamanian am 7.07.2014 | 09:34
Also ich bin auch froh wenn ich so diverses im Netz kaufen kann und ein Teil des Reizes ist tatsächlich, mich nicht rausputzen zu müssen oder freundliche Mine zu machen. Ich gucke nunmal von Natur aus grimmig, so hab ich mir sagen lassen (Minenspiel sagt mir wenig) und in der Regel sind meine Klamotten mit Katzenkrallenlöchern und irgendwelchen Flecken behaftet, da ich apraxisch bin und eben oft kleckere. Und wenn ich da eben "mit Döner und Bier" sitzen und mein Zeugs bestellen kann ist das wirklich viel praktischer.


Da greift für mich allerdings auch der Unterschied zwischen "ein bisschen verschroben sein" und "bewusst unhöflich sein". Wenn jemand wortkarg oder grimmig ist, ist das für mich was völlig anderes, als wenn jemand meint, dass es sein verbrieftes Recht als Kunde sei, Verkäufer herablassend oder unverschämt zu behandeln.
Und klar, Kunden mit Döner muss ich bitten, draußen aufzuessen und dann reinzukommen - aber auch über so was kann man sich mit beiderseitigem Wohwollen mehr oder weniger wortreich oder wortkarg verständigen, und jeder Döneresser wird auch irgendwie verstehen, warum Döner im Buchladen nicht geht, wenn er es verstehen will.

Ohne die verschrobenen, wortkargen, komisch angezogenen und nerdigen Kunden würde einem Fantasy-Laden wahnsinnig viel fehlen. Die dürfen dann auch gerne den halben Tag bei uns rumhängen und nichts kaufen. (tun sie auch.)
Es gibt aber auch so Kunden, die eine halbe Stunde lang meine volle Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen, regelmäßig dumme Sprüche machen wie "Ach, dieses Buch haben Sie also nicht gelesen? Na, wie wollen Sie denn dann ihre Kunden beraten?" (weil es ihnen offenbar lieber wäre, wenn man ihnen vorlügt, dass man ALLE Bücher im Laden persönlich gelesen hat, und zwar letzte Woche), die, wenn man ihnen von einem Buch abrät, noch empört sind, dass man Bücher führt, die man nicht empfehlen kann, und die dann am Ende so tun, als müsste man ihnen die Füße küssen, weil sie einem eine Dreiviertelstunde höchst unerquicklicher Arbeitszeit mit dem Kauf eines Taschenbuchs für 9,95 entlohnen, von denen für mich als Händler wahrscheinlich nicht mal genug übrigbleibt, um die Heizkosten für die Zeit zu decken, die der Kunde im Laden verbracht hat ...
Und bei solchen Kunden denke ich schon manchmal: Mensch, bestell doch bei Amazon, wenn du Verkäufer willst, die dir nur und ausschließlich nach dem Maul reden und standardisierte Danke-für-ihren-Einkauf-Mails verschicken; dann kriegst du, was du willst und schädigst mein Geschäft nicht, indem du mir die Arbeitszeit klaust und die Atmosphäre verstänkerst.

Komischerweise sind es aber eigentlich fast nie die Leute mit den fleckigen Nerd-Shirts, die sich so verhalten. Die sind vielleicht gelegentlich wortkarg und gucken grimmig in die Gegend oder fangen Unterhaltungen über Warhammer-Spezialistenwissen an, bei denen ich leider passen muss; aber das ist für mich völlig okay etwas ganz anderes als die Mentalität einiger (glücklicherweise weniger) Kunden, die meinen, dass man Verkäufer prinzipiell wie Dreck behandeln sollte und sie zum Dank dafür freundlich zu lächeln und zu lügen haben. Ich gucke selbst grimmig, wenn ich einen schlechten Tag habe, daran ist nichts Falsches, finde ich ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 09:52
Konkret: Rollenspieler gehen nicht mehr in Läden, und wenn sie gehen, dann kaufen sie nix (bzw. wenig) und vergraulen Neukunden. Alles, was Läden tun könnten, um für "die Szene" attraktiv zu sein kostet Geld, ohne Umsatz zu generieren, und ist keine Grundlage für ein funktionierendes Geschäftsmodell. Einen Rollenspiel-Laden aufzumachen ist finanzieller Selbstmord.
Mein Tipp für Talon: Lass es.

Was gehen könnte: Fantasy-Mode. Goth/Mittelalter/Steampunk/SM-Klamotten, und im Regal an der Seite ein paar LARP-Schwerter und DSA-Boxen.

Oh Mann! Und ich dachte jetzt kommt etwas im Stil von: Erst einen Verein gründen und da an aufwärts. irgendwie bin ich jetzt leicht... enttäuscht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Achamanian am 7.07.2014 | 10:01
Oh Mann! Und ich dachte jetzt kommt etwas im Stil von: Erst einen Verein gründen und da an aufwärts. irgendwie bin ich jetzt leicht... enttäuscht.

Na ja, wir machen ja gerade das Experiment ... das Rollenspielsortiment ist bei uns noch immer klein, wird aber stetig erweitert. Einen nennenswerten Umsatzanteil bringt das noch nicht; aber die Rollenspieler vergraulen definitv auch keine Kunden, weil sie sich nämlich meistens gerne und angeregt über die Spiele unterhalten, dabei Interesse wecken und für eine lebendige Atmosphäre sorgen. Uns uns Ladenbetreibern nebenher gut Laune machen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 10:06
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Also so normale Cafes. Wo man Kuchen, Kaffee und einen Platz zum sitzen sowie eventuell eine Tageszeitung bekommt. Vielleicht so Cafes wo im Hintergrund Element of Crime läuft, man merkwürdige Tages-Suppen bestellen kann und man Flammkuchen bestellen kann. Das heißt Orte wo man Verköstigung erhält, entspannen und quatschen kann, sich treffen, aber die zumindest meinereiner nicht als Freßbuden bezeichnen würde.
Ich mein, ich finde Vereinsheime wie das der Thoule e.V. wirklich toll, aber so ein 'richtiges' Cafe ist doch imho eher was anderes. ^^;;;
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Achamanian am 7.07.2014 | 10:08
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Ich ja. Ziemlich oft sogar, sicher zweimal die Woche ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 7.07.2014 | 10:09
wenn du gerne den Kotau vor Leuten machst, die nur dein bestes, nämlich dein Geld wollen, kannst du das gerne machen.
1.) Wenn ich nicht verlange, dass mein Gegenüber sich von mir widerstandlos beschimpfen lässt, mache ich damit noch lange keinen Kotau.
2.) Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber an *mir* ist das Beste nicht mein Geld.

Aber wenn Du das so siehst, dann wird mir einiges klar. Und dann brauchen wir da auch nicht mehr drüber diskutieren. :)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 7.07.2014 | 10:12
Selten , es gibt nur 2(?) mir bekannte Cafes , die einen guten Tee servieren, 20 - 60 min Fahrzeit einfach
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Dark_Tigger am 7.07.2014 | 10:15
Ich meine mit den GW-Shops klappt es doch auch noch nach all den Jahren!?
Weswegen GW auch immer mehr Läden zumacht, oder nur noch 2-3 Tage die Woche offen hat?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 10:15
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Also so normale Cafes. Wo man Kuchen, Kaffee und einen Platz zum sitzen sowie eventuell eine Tageszeitung bekommt. Vielleicht so Cafes wo im Hintergrund Element of Crime läuft, man merkwürdige Tages-Suppen bestellen kann und man Flammkuchen bestellen kann. Das heißt Orte wo man Verköstigung erhält, entspannen und quatschen kann, sich treffen, aber die zumindest meinereiner nicht als Freßbuden bezeichnen würde.
Ich mein, ich finde Vereinsheime wie das der Thoule e.V. wirklich toll, aber so ein 'richtiges' Cafe ist doch imho eher was anderes. ^^;;;

Recht oft sogar. Evtl. so zwei mal die Woche, würde ich sagen. Ein kleines nettes Bistro ziehe ich auch jederzeit einem (Ketten-)Coffeeshop vor.

Selten , es gibt nur 2(?) mir bekannte Cafes , die einen guten Tee servieren, 20 - 60 min Fahrzeit einfach

Wohnst du am Arsch der Welt oder sind deine Ansprüche an Tee so hoch?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 7.07.2014 | 10:17
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Und wie!
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 7.07.2014 | 10:23
Cafés? Täglich. Und damit meine ich nicht diese modernen Ketten wie Starbucks und Co.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nevermind am 7.07.2014 | 10:26
Moin

da ich am Samstag gerade bei dem zehnjährigen Jubiläum eines Rollenspielladens war, denke ich nicht das man den Abgesang der hier zelebriert wird 1:1 unterschreiben kann.
Gerade weil hier die 100% Internetaffinen rumlaufen.

Aber egal was man aufmacht, Spieler-Cafe, Rollenspielladen oder auch Rollenspielverein, gibt es einfach diverseste Faktoren die man dabei beachten muss.

Hier mal für den Laden:

1. Spielerszene/potenzieller Kundenkreis: Wieviele Aktiven und wieviel Rollenspielpotenial hat die Gegend, sind Sie verstreut oder hab ich leichte Kontaktmöglichkeiten.  Z.B. hat Coburg eine sehr Aktive Szene die auch über relativ wenige Multiplikatoren zu erreichen ist.

2. Konkurenz: Wie viele Konkurenten sind im Einzungsbereich. Wo kann man sich Unterscheiden, was kann man Anbieten was der andere nicht oder nur unzureichend anbieten kann.

3. Spiel/Platzangebot: Hab ich Platz zum Spielen oder nur Ladenfläche, wenn Spielfläche da ist, wie bekomm ich Sie voll/biete ich auch Gelände an. Wie verhindere ich das die Spieler die Kunden zu sehr nerven (Yugi-Kiddies/Magic-Spieler etc). Beschaffung von Spielvorstellungen/Lesungen/Tunieren.

4. Öffnungszeiten: Was bietet man als Öffnugnszeiten an. Kids sind eher Nachmittags da, Werktätige wollen vielleicht mal zwischendurch reinspringen oder eben Abends. Im schlimmsten Falle hat mal also Öffnungszeiten von 11.00-20.00 + Extrazeiten für Tuniere, Leute die man nicht sofort rauskehren kann.

5. Personal/Arbeitszeiten: Das Selbständigkeit selbst und ständig heisst, is hoffentlich klar, aber 5 1/2 - 6x9 Stunden + Verwaltung sind 50+ Stunden. Wie werden die gewuppt. Ist man selber + das Personal so 'vorzeigbar',  halbwegs kompetent und zuverlässig das die beschriebenen Negativbeispiele nicht auftauchen und man die Kunden nicht vergrätzt.

6. Liquidität: Ist genug Geld vorhanden um den Laden einzurichten, Waren ins Regal zustellen und auch die Neuheiten zeitnah zu bestellen.  Und über ein paar Monate mit roten Zahlen zu leben.


Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 7.07.2014 | 10:46

Wohnst du am Arsch der Welt oder sind deine Ansprüche an Tee so hoch?
Weder noch

Eine der beiden liegt in FFM

Es fängt damit an, das ich wenn ich auf der Karte sehe da Tee steht und ich frage ist es Schwarzer.(und das meist bedeutet Ceylon Assam niedriger Qualität a la Teefix)

Dann kommt er meist in der Kanne , Tasse und hat schon X Minuten gezogen.
Noch besser man bekommt Kräuteraufguss.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 7.07.2014 | 10:48
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?
Wir versuchen momentan einen Rollenspielstammtisch aufzuziehen. Dazu gehen wir 1x im Monat zum Brunchen in ein Cafe.
Ansonsten gehen wir selten ins Cafe.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 12:33
Wie oft warst du dort?
Bisher leider nur einmal.
Was aber jedoch an anderen Herausforderungen gelegen hat, die sich einerseits wohl bald lösen werden und die ich andererseits vielleicht in absehbarer Zeit überwinden kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 13:05
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Also so normale Cafes. Wo man Kuchen, Kaffee und einen Platz zum sitzen sowie eventuell eine Tageszeitung bekommt. Vielleicht so Cafes wo im Hintergrund Element of Crime läuft, man merkwürdige Tages-Suppen bestellen kann und man Flammkuchen bestellen kann. Das heißt Orte wo man Verköstigung erhält, entspannen und quatschen kann, sich treffen, aber die zumindest meinereiner nicht als Freßbuden bezeichnen würde.
Ich mein, ich finde Vereinsheime wie das der Thoule e.V. wirklich toll, aber so ein 'richtiges' Cafe ist doch imho eher was anderes. ^^;;;

Wenn meine Eltern zu Besuch kommen oder wir allgemein gegen Nachmittag Gäste haben, gehen wir öfter in Cafés. Meine bessere Hälfte backt auch mal gerne selber (mhh vielleicht kann die ja die Küche in meinem Utopia Spielcafe übernehmen...), aber wenn es dafür keine Zeit gibt gehen wir eher ins Cafe als was beim Bäcker mitzunehmen.
Wenn es hier bereits ein Utopia Spielcafé geben würde, dann würde ich da bestimmt öfter hingehen. Einfach weil ich hier soo selten dazu komme was zu spielen und sich da bestimmt auch "Fremde" oder "flüchtige Bekannte" finden mit denen ich spielen könnte.

Was zu weiteren Idee für das Café führt. Es gibt im Vorderraum einen etwas größeren hohen Tisch an dem man aber mit Barhockern sitzt (also etwas höher und etwas unpraktisch fürs spielen aber für das kurze Sitzen absolut in Ordnung). Der ist groß sichtbar als Meeting Point ausgezeichnet. Da setzt man sich zu, lernt Leute kennen und zieht sich dann in der entstandenen GRuppe zurück an einen "echten" Tisch um was zu spielen oder so. Das hohe Sitzen und der Barhocker laden nicht zum langen verweilen ein und machen ordentliches Spielen fast unmöglich. Dementsprechend würde der Tisch vermutlich eher weniger von einem Dauergast entgegen der Planung benutzt werden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Quendan am 7.07.2014 | 13:27
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Ständig. Unter anderem machen wir als Verlag oft Besprechungen in unseren Lieblingscafés. Und mitunter erfinden wir sogar Besprechungen, damit wir in ein Café gehen können. ;D

Leider hat unser perfektes Stamm-Café zuletzt dicht gemacht, das war ein Comic-Café mit richtig coolem Ambiente, ausgefallenen Getränken (Fentimans ftw!) und sehr gutem Essen. Da waren wir sicher einmal die Woche. Ein Ersatz muss noch gefunden werden, daher sind wir aktuell seltener in Cafés unterwegs als sonst. :(
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 7.07.2014 | 13:29
Ich seh schon die Cafe Idee hat einige ganz schön angefixt

Aber nur mal Hypothetisch wie weit wärt Ihr den bereit für so einen ort zu fahren ?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 13:38
Ich seh schon die Cafe Idee hat einige ganz schön angefixt

Aber nur mal Hypothetisch wie weit wärt Ihr den bereit für so einen ort zu fahren ?

*Lacht*

Es kommt darauf an wie "Stabil" dieser Ort ist. Für mich gibt es in Bezug auf Gastro nichts schlimmeres als wenn die Qualität schwankt, je nachdem wer gerade bedient oder in der Küche steht - Finde ich unsexy und sorgt dafür dass ich einen Ort meide.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Krayzeee am 7.07.2014 | 14:06
Nur einmal so aus Neugier in den Raum gefragt.
Geht ihr eigentlich noch in Cafes?

Wenn es das studentische Budget erlaubt - ja. :D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 7.07.2014 | 14:15
30 min - 1h
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Skele-Surtur am 7.07.2014 | 14:17
Rund 'ne Stunde, weniger is' besser. Wenn es wirklich extremst geil ist, dann sind 90min auch noch machbar, aber das ist absolutes Maximum, wenn das Ambiente einfach geil ist.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 14:18
Ich seh schon die Cafe Idee hat einige ganz schön angefixt

Aber nur mal Hypothetisch wie weit wärt Ihr den bereit für so einen ort zu fahren ?

Hey das war meine / Teddys Idee! Ne Scherz beiseite wäre toll wenn einer sowas wirklich machen würde.
Wenn das denn wirklich das Cafe wie hier geschildert (familienfreundlich, sauber, offen hell usw.) wäre, dann würde ich damit bis zu ner dreiviertel Stunde Fahrtweg bereit sein  fahren. Wenns weniger wäre würde ich aber natürlich öfter kommen. Wichtig ist eben aber wirklich, dass es von Anfang an "gut" ist und nicht wie ne Klitsche wirkt. Sonst bin ich nach dem ersten mal abgeschreckt und komme nie wieder. Dafür braucht man aber natürlich auch gut Startkapital. (Spielesammlung, Renovierungskosten, Einrichtung, Miete, Personal usw.) In der Regel fängt sich ja ein Restaurant erst an nach ein paar Jahren zu rentieren wenn man eine Stammkundschaft aufgebaut hat und die Kosten für die Stunde null endlich wieder drin sind. Bis dahin muss man aber einen langen Atem (lies Ersparnisse) haben
Dementsprechend sollte man für so einen Ort schon entweder eine der größten Städte (600.000 Einwohner würde ich schon sagen) oder eine gut besiedelte Gegend wie das Ruhrgebiet aussuchen. Wenn man sowas z.B. in Essen recht zentral machen würde, dann kriegt man damit auch evtl Leute aus Bochum, Duisburg, Wuppertal und sogar auch Düsseldorf und Dortmund zu packen.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 14:23
Tja, wir sind leider nur in Recklinghausen  :q

Ich bin auch immer noch der Meinung dass man es fast lassen kann wenn man nicht mindestens zu dritt ist und einem die Immobilie gehört. Oder man halt wirklich so viel Kohle hat dass man eigentlich nicht arbeiten bräuchte.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 14:27
Also, dass man zur Risikoverteilung und um direkt mehr Manpower zu haben zu dritt sein sollte sehe ich ein, aber die Immobilie gehört?
Klar wenn man schon eine hat umso besser, aber eine kaufen fällt ja wohl raus. Miete halte ich aber durchaus für möglich. Man darf sich halt nicht über den Tisch ziehen lassen.
Vor allem weil man dann (solange man in der Gegend bleibt und das ordentlich an seine Kunden kommuniziert) viellicht auch mal in andere Räumlichkeiten umziehen kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 14:30
Das mit der Immobilie ist eine Illusion, wenn auch eine praktische. Gehört sie einem, dann muss man keine Miete/Pacht zahlen aber die Immobilie an sich verliert ihren Wert, einfach weil man nicht bekommt was man bekommen sollte. Mieser Tausch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 7.07.2014 | 14:34
Mir persönlich schwebt ein Spielecafé auch schon länger im Kopf herum, es gibt auch bereits eins in Berlin was ganz gut läuft.

http://www.spielwiese-berlin.de/

Die machen das auch mit Spiele Verleih /Verkauf, aber Primär Spiele Café.

Ich denke das Konzept hier, Hobby Intressierte zusammen bringen ist unschlagbar und kann auch kein Forum ersetzen. Ich habe auch schon über Foren mehrere Spielrunden gefunden, aber wenn man einen Anlaufpunkt hat, wo man einfach mehr Leute kennen lernen kann, unterschiedliche Spielweisen findet, Leute die Spiele erklären, das hat schon etwas schönes. Beisammen sein, wo Konsum nicht an erster Stelle steht, hat auch in unserer Gesellschaft etwas anachronistisches, subversives.

Hamburg gibt es auch so einen Anlaufpunkt, es ist also die Frage, wieviele dieser Anlaufpunkte verträgt eine Stadt.In Berlin das Café ist wohl öfters ausgebucht, und man kann einen Tisch per Kalender im vorraus mieten.

Generell denke ich aber auch, das bestimmte Konzepte in Berlin viel leichter zu realisieren sind, als in anderen Deutschen Städten.

In NRW hört man das sie Bücherreien, Schwimmbäder und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen haben, ich weiss nicht inwieweit das andere Öffentliche Einrichtungen wie Bürgerhäuser etc. betrifft.

Die Stabilsten Spielrunden die ich kenne, sind die, die auf einen öffentlichen Raum zugriff haben, den sie gegen geringes Entgelt mieten können.

Ich persönlich denke es würde funktionieren, wenn man sich einen Ruf erarbeitet, und zusätztlich eine gute Online Präsenz hat, also zum Tisch mieten, und man die Infrastruktur entsprechend gestaltet, das ungestört gespielt werden kann, also Tische nicht zu nahe beieinander.

Man könnte einen Grösseren Raum /Café ausserhalb mieten, man hat weniger Laufkundschaft, dafür mehr Leute die gezielt wegen der Spiele kommen, dafür hat man einen grösseren Raum.
(Für eine Diskothek funktioniert das in einem Industriegebiet ebenfalls.)

Das noch mit Lesungen /Workshops gekoppelt, wäre einfach super. Ich würde auf jedenfall hingehen...



Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 14:35
Ich meinte ja auch wenn einem schon so ein Laden gehört. Hier in der gegend vermieten sich Läden nämlich super schlecht, da stehen viele leer und in manchen Orten sind auch die Scheiben eingeworfen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 14:40


In NRW hört man das sie Bücherreien, Schwimmbäder und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen haben, ich weiss nicht inwieweit das andere Öffentliche Einrichtungen wie Bürgerhäuser etc. betrifft.



Büchereien haben in der Nähe hier keine geschlossen aber die Schwimmbäder sind in der Tat fast alle zu (die öffentlichen) - was schlicht dran liegt das die alt sind und Städte pleite. Kein Geld zur Renovierung, und wenn doch, dauert das Jahre.

Bürgerhäuser sind hier scheißteuer zu mieten, einfach so  hingehen ist nicht mehr, da muss man schon ne richtige Veranstaltung haben. Und dann gibt es auch nur 2 davon die zumindest von uns aus halbwegs erreichbar sind.

Männe wollte eher in der Stadtmitte in das neue Einkaufszentrum, der hat die Idee noch nicht ganz aufgegeben. Aber ich bin ziemlich sicher dass die Mieten dort ähnlich horrend wären wie in der Dortmunder Variante.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 14:56
Mir persönlich schwebt ein Spielecafé auch schon länger im Kopf herum, es gibt auch bereits eins in Berlin was ganz gut läuft.

http://www.spielwiese-berlin.de/

Ich hätte vielleicht weniger die Buchhandlung / Kinderzimmer Optik gewählt, aber ansonsten ist das zu 90% genau das was mir im Kopf rumspuckte! Da jetzt noch Rollenspiele mit drin und fertig.
Richtig toll zu sehen, dass sowas also wirklich funktionieren kann.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 15:10
Stellt sich immer noch die Frage ob die davon leben könne.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 15:23
Wenn die wie sangeet schreibt quasi mitunter bis in's dorthinaus ausgebucht sind vermutlich schon?
Was das ganze herausfordernd macht ist das man dafür einerseits ein gastronomisches Konzept und entsprechendes können aufweisen muss. Das heißt das man eine gute Speisekarte mit einem passenden Koch zusammenstellen kann mit Preisen die dafür sorgen das man bei den Speisen und Getränken Gewinn macht.

Daneben braucht es ein stichhaltiges finanzielles Konzept für den Hobby-Teil.
Das heißt die Auslage an Spielen muss finanziert werden. Etwaige Ausfälle / Austausche, Verschleiß sollte in der Kalkulation enthalten sein. Die Spiele die man verkauft brauchen ein Lager. Das ganze muss einen entsprechenden Umsatz finden ohne das man - zumindest nicht allzu häufig - den Kunden sagen muss das das Spiel nachkommt.
Bei der Leihgebühr sollten je nach Spiel so Aspekte mit rein das die Leute da ggf. nicht bei essen. Auch sollte man sich überlegen ob sich die Anschaffung mehrerer Exemplare eines Spiels zur Ausgabe lohnt und wie oft es ausgeliehen werden muss damit es sich rechnet.

Dabei ist natürlich auch sowas wie Mieten und Angestellte zu berücksichtigen. Gerade wenn man nicht Koch, Barrista, Verkäufer, Bedienung, Buchhalter und Berarter in einer Person sein kann. Immerhin wird man auch mal krank und sowas.

Kurz, man sollte ein solides bis sehr gutes Verständnis von der Erstellung eines betriebswirtschaftlichen Konzept haben.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 15:36
Ansonsten wurden ein paar Seiten vorher ein gescheitertes Crowdfunding Projekt zu dem Thema erwähnt.
Das könnte dies hier gewesen sein: IndieGoGo: Voyager Bonn (http://igg.me/at/Voyager-Bonn)
Obwohl das Projekt nicht das Ziel erreichte war am 28.06. Eröffnung: Voyager Bonn (http://www.voyager-bonn.de/)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 7.07.2014 | 15:51
Ich würde das wie gesagt, an eine eher Entlegene Stelle (Industrie Gebiet) mit grösserer Fläche und geringeren Mieten ansiedeln. Man lockt leute mit dem Inhalt, und der ist nunmal weniger auf Laufpublikum angewiesen.

Ich würde mir aber auch den Raum gezielt aussuchen, d.h. schauen, wieviel Konkurenz gibt es da schon mit ähnlichen Konzepten etc.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 16:13
Ausgebucht sein heisst nicht unbedingt dass man Gewinn macht, wie ich im Bekanntenkreis feststellen konnte.

Industriegebiet würde ich gar nicht wollen. Da kämen weder die Schüler und Studenten noch ich selbst gut hin  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 16:16
Wir können ja mal einen ganz einfachen Test machen:

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nevermind am 7.07.2014 | 16:25
Wir können ja mal einen ganz einfachen Test machen:

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)

Ich. :)

Aber nicht häufig.
Und ich weis das meine Runde da nur sehr begrenzt mitziehen würde.
Studenten und son Pack, Arbeiten sollten Sie anstatt Platon zu lesen. SCNR
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nocturama am 7.07.2014 | 16:27
"Zeitcafés" gibt es ja schon, wo man pro Stunde bezahlt und bestimmte Sachen gratis sind (Kaffee, Getränke, Kekse...). Ich bin mir aber nicht sicher, inwiefern sich das lohnt.

Im Unperfekthaus (http://www.unperfekthaus.de/restaurant/) zahlt man für All-you-can-eat und Tageskarte 29 Euro (Alkohl kostet extra), wobei die noch andere Einkommensquellen haben (Raummiete). Ich war bisher nur am WE da und da brummt der Laden. Ist aber auch gut gelegen und zieht viele Leute an, die dort lernen oder arbeiten.

Für das Angebot da bezahle ich gerne die 30 Euro. Man kann den ganzen Tag vor sich hinessen und dabei Rollenspielen klappt erwiesenermaßen auch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Krayzeee am 7.07.2014 | 16:30
Wir können ja mal einen ganz einfachen Test machen:

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)

Spiele derzeit mit meiner Rollenspielrunde (weil alternativenlos) in einem Gasthaus, da kommen wir meist so mit 15 Euro weniger pro Nase raus. (Alles Studenten)
Also wär das jetzt auch nicht so abwegig... Esse und trinke halt nur die Hälfte, dann bin ich auch in dem Cafe bei 15 Euro :P
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 16:32
Könnte ich nicht, übersteigt zumindest für den Moment meine Finanzen. Vor allem weil ich ja auch noch hinfahren muss.

Den Eintritt selbst gerne, aber auch da würden meine Gruppen wohl nicht mitziehen, vor allem die Schüler nicht. Eintritt pro Gruppe würde meinsr Meinung mehr Sinn machen.

Maximal könnte ich wohl 15.- ausgeben,. Das aber auch mehr als einmal im Monat, so mich die Fahrt nicht viel kostet.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Sin am 7.07.2014 | 16:32
Wieviele Rollenspielgruppen gibt es wohl, bei denen alle Mitglieder soviel Geld ausgeben wollen/können? Wobei die meisten Gruppen eh lieber bei einem Spieler zuhause spielen. Suchen wir hier als Zielgruppe die Schnittmenge aus reichen und obdachlosen Rollenspielern?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nevermind am 7.07.2014 | 16:38
Also die mit kleinen Kindern und Unleidigen Ehepartnern?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Sin am 7.07.2014 | 16:42
Genau, die Gruppen, die nur aus solchen Leuten bestehen. Und die wirklich noch spielen und nicht nur in Foren rumhängen, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 16:45
Ich spiele eigentich lieber woanders als bei jemandem zuhause. Einmal macht es dann nix wenn der Gastgeber mal nicht kann, und dann hat man auch nicht die ganzen anderen Probleme die halt auftauchen können, wie z.B Rest der Familie will Ruhe, Klodeckel offengelassen etc.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 16:46
Tja, ich habe mal die Kalkulation für ein Coworking Space in Berlin Kreuzberg in die Hände bekommen und die benötigten Eckdaten sind recht deckungsgleich mit dem, was für so ein Cafe so gefragt sein dürfte.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nevermind am 7.07.2014 | 16:48
Genau, die Gruppen, die nur aus solchen Leuten bestehen. Und die wirklich noch spielen und nicht nur in Foren rumhängen, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern.

Ach damals,... :)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 16:58
Ausgebucht sein heisst nicht unbedingt dass man Gewinn macht, wie ich im Bekanntenkreis feststellen konnte.
Deswegen der Hinweis auf die sehr guten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse.
Ich mein, mal unabhängig davon wie realistisch das ist was man bei "Rach" zu sehen kriegt, man sollte schon schauen das nach den Kosten für die Zutaten die Speisen Gewinn machen. ^^

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)
Ich werde heute Abend mir mal wieder ein Essen gönnen. Das sind dann wahrscheinlich etwa 25€, vielleicht 30€.

Wobei mein Konzept für das Cafe ein anderes wäre.
Ich würde schauen das es irgendwo halbwegs zentral gelegen ist. Das heißt schon in oder in der Nähe der Fußgängerzone.
Die in erster Linie anvisierte Kundschaft wären so normale Personen ab etwa 20+ das heißt eher Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern sowie "Kunst Interessierte". Weniger Studenten und Kinder. Dementsprechend hätte das Cafe normale Öffnungszeiten von etwa 17 - 23 Uhr. Vielleicht mit kurzer Mittagsphase. Es würde einen hellen Innenraum geben, sowie draußen oder im Hinterhof eine Terrasse.

So wie es ist sollte das Cafe halbwegs normal laufen können. Wie andere Cafes dieser Art auch.
Die Kunden bezahlen auch keinen Eintritt, dann gehen die ja gar nicht erst rein, sondern können da ihren normalen Cafe Tätigkeiten nach gehen. Essen, entspannen, ein wenig trinken. Während im Hintergrund vielleicht leichter Jazz oder Weltmusik läuft. Künstler sind auch gerne dazu eingeladen Bilder auszustellen und man kann sie im Cafe auch gleich erwerben.

Damit hat man aber noch das Problem das man ein Cafe wie jedes andere ist.
Das die Kunden in die anderen Cafes gehen.

Da kommen dann die Spiele rein. Das heißt die Kunden können, müssen aber nicht, Spiele ausleihen.
Sowohl zum gemeinsamen Spiel als auch zur Lektüre. Alles was auf der Karte zum spielen steht, sollte dann auch gekauft werden können.
Vielleicht zunächst ohne einen Ladenraum, einfach an der Theke. Wobei man in einem Ladenraum die angebotenen Spiele ausstellen könnte.
Also richtig ausstellen. Mit großzügen Platz, weil soviel werden das nicht sein, und eher halt auf ansehnlich präsentiert gemacht. Will der Kunde dann ein Spiel, holt es die Bedienung/Verkäuferkraft auf den Lager. Wobei ein eher kleiner Stock da wäre.

Daneben könnte man versuchen Brettspielclubs das eigene Cafe schmackhaft zu machen. Spielvorstellungen organisieren sowie vielleicht kleine Events halten wie eine Motto-Party zu Werwölfe vom Düsterwald oder ein Krimidinner.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 17:19
Wir können ja mal einen ganz einfachen Test machen:

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)

Wenn du es nicht Eintritt nennst (den müssten ja alle bezahlen) sondern "Spielepass" oder so... also etwas das sich jeder der auch wo mitspielt (das ist ja SEHR leicht ersichtlich, da man ja eben stundenlang an dem Platz sitzt und alleine weil es so leicht ersichtlich ist wird da kaum einer versuchen zu schummeln) kaufen musst:
Dann bezahle ich das sehr gerne und würde vermutlich zwei mal im Monat kommen (sonstiges wie beschrieben vorrausgesetzt)

Wenn ich zudem noch Vereinsmitglied/Clubmitglied/VIP/Whatever bin und ein Spielepass Abo für 15 Euro im Monat habe, dann komme ich sogar öfter (wo ich ja jeweils auch das Essen konsumiere. BEvor der Einwand kommt bedenke, dass ein nicht geringer Teil der Mitglieder im Gegensatz zu mir nicht wirklich 3 mal im Monat kommt, sondern aus Sympathie oder als Karteileiche einfach weiter zahlt. Also kann das für die aktiven Nutzer durchaus eine Ersparnis sein.


Ansonsten hätte ich aber auch wie Teylen eine Mischkalkulation mit vielen Gästen gemacht, die eben keinen Spielepass holen und einfach nur als normale Gäste ins Cafe gehen. Da werden auch Leute kommen, die einfach gerne an einem Tisch sitzen und lauschen wie drei Tische weiter einer DSA spielt. Dann nachdem sie ein Stück Kaffee und Kuchen hatte (also so nach 20 Minuten) gehen die wieder. Oder Mama und Papa bringen ihr Grundschulkind zu den anderen. Essen mit dem Elternpaar das "Aufsicht" hat ein Stück Kuchen und gehen dann auch noch 20 Minuten wieder.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 7.07.2014 | 17:28

Wer von euch wäre bereit 5 Euro Eintritt p.P. zu zahlen, dazu jeweils 10 Euro p.P für Essen und Getränke um einen Nachmittag spielen zu können? (Also 25€ p.P.)
Ich wäre eher bereit nen Monatsbeitrag/Abo zu zahlen.

Essen und Getränke würden stark vom Angebot abhängen
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 7.07.2014 | 17:28
Was man noch zu Finanzierung ergenzen könnte:

Angenommen man Findet 4-6 Leute dir wirklich großes Interesse an so einem Herzensprojekt hätten könnte man sich die Arbeit und das finanziellen teilen.Sicher muß sich dann jeder im klaren sein das dies kein Ding ist um reich zu werden aber so wäre das Finanzielle Risiko für jeden kleiner und man könnte noch die zeit finden das neben seinem Hauptberuf ggf. Zu betreiben.

Den seien wir erhlich so ein Konzept ist mehr ein dienst an der Allgemeinheit und wegen der Liebe zu Hobbys nicht um der nächste Millionär zu werden
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 17:34
Hm... na gut, ok Teylen.

Dein Laden, in einer 3A Lage in Berlin gelegen, hat eine monatliche Pacht von 3K die auf dich persönlich läuft und eine fixe Dauer von 4 Jahren hat. Die Ablöse beträgt 50K, die Kaution 20K. Notwendige Ausstattung 30K.

Und jetzt du! Los!
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 7.07.2014 | 17:35
Was man noch zu Finanzierung ergenzen könnte:

Angenommen man Findet 4-6 Leute dir wirklich großes Interesse an so einem Herzensprojekt hätten könnte man sich die Arbeit und das finanziellen teilen.Sicher muß sich dann jeder im klaren sein das dies kein Ding ist um reich zu werden aber so wäre das Finanzielle Risiko für jeden kleiner und man könnte noch die zeit finden das neben seinem Hauptberuf ggf. Zu betreiben.

Den seien wir erhlich so ein Konzept ist mehr ein dienst an der Allgemeinheit und wegen der Liebe zu Hobbys nicht um der nächste Millionär zu werden

Dann ist es wahrscheinlich wirklich sinnvoller, das Ganze als Verein aufzuziehen und noch Fördermittel und Subventionen abzugreifen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 7.07.2014 | 18:05
Normale Leute und spieler irgendeiner Art müssten meiner Meining nach getrennt werden können, weil Spiele doch etwas laut werden können. Da möchte vielleicht die Gruppe auch nicht so exponiert sitzen. Ich jedenfalls mag das gar nicht.

Und es sind nun mal sehr viele junge Erwachsene Studenten  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Cassiopeia am 7.07.2014 | 18:34
Spielende Kunden konsumieren aber pro Zeit weniger. Schließlich sind sie abgelenkt vom Spiel, sie kommen auch nicht wegen Essen&Trinken oder wollen noch "schnell" zu Ende spielen, da lohnt sich ja kein Getränk mehr, etc.
Die Idee ist ja wohl, dass durch eine Spieleleihgebühr wieder reinzuholen.

Hier sind Rollenspiele aber gegenüber Brettspielen im Nachteil, denn sie dauern länger. Also müsste die Gebühr höher sein.

Wenn ich zwei Stunden ins Cafe gehe konsumiere ich für 10 EUR.
Im Brettspielecafe spiele ich 2h und konsumiere weniger, sagen wir für 7 EUR.
Im Rollenspielcafe spiele ich 4h und konsumiere wie beim Brettspiel. Also 14 EUR in vier Stunden.

Eine Gruppe von 4 Gästen macht also in 4 Stunden folgenden Verzehrumsatz:
Cafe: 80 EUR
Brettspieleface: 56 EUR
Rollenspielcafe: 56 EUR

Um die fehlenden 24 EUR wieder rein zu holen, müsste ich eine Spielegebühr nehmen. Im Spielecafe für jede Spielgruppe 12 EUR. Im Brettspielcafe für 24 EUR. Ist pro Zeit das gleiche, aber ich fürchte die Kunden werden das anders sehen.


Über die Zahlen kann man streiten, aber wenn es einen Minderverzehr gibt, muss man eine Spielgebühr pro Zeit nehmen. Und die wird schnell happig werden, wenn vier Personen 4+ Stunden spielen, wie es im Rollenspiel üblich ist.
Und ob die Kundschaft bereit, pro Abend 20+ EUR zu zahlen oder doch lieber das Regelwerk selber anschafft und woanders spielt? Die sieht nämlich als Mehrwert nur dass die Spiele vor Ort angeboten werden und findet es am Ende noch "unverschämt", dass die Cafebesitzer ihre Spiele nach 3mal Spielen armotisiert haben wollen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 7.07.2014 | 18:43
Was die Pacht angeht halte ich es für durchaus realisierbar. Die anderen Cafés schaffen es schließlich auch.
Natürlich würde ich vor so einer Unternehmung erstmal Kurse hinsichtlich Betriebswirtschaftslehre machen, einen Gastronomie / Gewerbeschein erwerben unter Beratung einen Geschäftsplan erstellen. Der nicht nur für die Finanzierung dient sondern auch als Prüfung der Rentabilität. Sowie anschließend eine Bank aufsuchen.

Tatsächlich bin ich allerdings bisher in meiner Festanstellung, weit jenseits des Gastronomie Gewerbe oder auch nur einem regen Kundenkontakt, recht zufrieden. :)


Hinsichtlich des Verzehr beim spielen habe ich die Erfahrung in Belgien gemacht das der Go-Club in der Cafe/Bar normal trank.
Ansonsten sind solche Kunden mitunter auch abseits derlei eine Herausforderung. Das heißt auch im Irish Pub wo mitunter Taschen auf selbst mitgebrachtes hin kontrolliert werden. Zumindest in Studentenstädte. Nu und auch so kann man sich einen Abend lang an ein Glas klammern. ^^;
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 19:04
*lacht*

Ok, vergiss das.

Zum einem gehört Gastro, zumindest in Deutschland, zu genau den Gewerben in denen du keinen Kredit bekommen wirst, auch nicht von Stellen wie der KFW, die eigentlichen _allen_ Gründern Kredite geben müssen. Du müsstest schon eine laufende Firma/ein laufendes Gewerbe haben und Bilanzen vorweisen können um das zu ändern.
Das hat mit der strikten Trennung _du als Privatperson_ und _du als Geschäft_ zu tun: Auch wenn das Cafe den Bach runter geht, für den Kredit und die Pacht stehst du direkt und persönlich gerade (oder im Fall der Pacht: Bis es einen neuen Pächter gibt)

Man könnte da jetzt rumwitzeln, aber für ein Cafe ist Espresso das "Schwarze Gold". So ein Latte Macchiato hat einen Wareneinsatz von ca. 13 Cent und geht für 3.50 über den Tresen. Da geht es nur um Schlagzahlen, also wieviel Latte to Go kann man in den drei Hauptzeiten den Kunden in die Hand drücken und sie so schnell es geht loswerden damit das ganze lohnenswert ist und man die finanzielle Belastung erst mal in den Griff bekommt.

(An der Stelle ein kleiner Hinweis: Wenn ihr unzufriedene Kunden in einem Restaurant seid und der nette Kellner bietet euch einen Espresso als Entschädigung an, besteht darauf dass das Gericht um das es geht von der Rechnung genommen wird. lasst euch nicht von der netten geste einlullen).

Wir reden hier aber bisher immer über lange Verweildauer, das bedeutet: Futter.

Grob gesagt wären Spiele sowohl ein Luxus als auch ein praktischer Lückenfüller in der Zeit, in der man eigentlich kein Geld verdient und in der "von Natur aus" in einem Cafe nichts los ist.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 7.07.2014 | 19:41
Das mit dem Voyager Bonn ist eine super sache, finde ich cool das sie das Durchgezogen haben, auch ohne Crowd funding.

Das Problem beim crowd funding ist auch, das man nicht seine ganze Zielgruppe erreicht, verlässliche Information über die Popularität kann das noch nicht geben.

Viele kennen Kickstarter / Indiegogo noch nicht mal.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 20:06
@sangeet:

Was redest du da bitte? Dinge wie Kickstarter sind auf ihre Art der ultimative Reality Check. Wenn ich es nicht schaffe genug Leute darauf aufmerksam und Neugierig zu machen, dann hat das ganze recht wenig Sinn, einfach weil gerade bewiesen wurde dass es im laufenden Geschäft, wo man noch weniger Zeit dazu hat sich mit so etwas auseinander zu setzen, nicht gehen wird.
das bedeutet auch das man nicht genug Bekanntheit über Social Plattformen wie Facebook erlangt hat, etwas das essenziell wichtig für die Branche geworden ist.

Ich kann an der Stelle den Startern nur wünschen all ihr hab und Gut rechtzeitig und legal in Sicherheit gebracht zu haben bevor sie damit losgelegt haben.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 7.07.2014 | 20:16
@Slayn:

Du lachst und machst dich hier darüber lustig. Das ist ein bißchen sinnlos. Niemand hier hat einen echten Business Plan. Wie auch keiner hier im Thread hat bisher ernsthaft gesagt, dass er so ein Kaffee aufmachen will. Da ist ein Gedankenspiel (bisher).
Deine Einwände wiederrum sind sehr gute Fragen, die es zumindest wenn man einen Schritt weiter geht zu beantworten gilt. Leider fehlt mir wie scheinbar den anderen auch das Knowhow um das ordentlich beantworten zu können. Daher gebe ich das mal in folgende Frage an dich formuliert.

Prämissen:
- Das Café ist zwar nicht in der absoluten Fußgängerzone der großen Stadt, aber schon relativ zentral, so dass auch Laufkundschaft auftritt.
- Die Räume im Café sind für einen normalen gastronomischen Betrieb eigentlich ungünstig, weil sie unübersichtlich sind und die Fläche in verschiedene Räume aufgeteilt ist. (für uns ist das ja gut aber die Miete usw. sollte es doch drücken oder?)
- Der Laden ist auf Miete zu einem gewöhnlichen Preis unter berücksichtung der obigen Sachen.
- Ich habe bereits einen renoviert eingerichtet usw. Das heißt (woher auch immer) meine Startausgaben habe ich alle getätigt.
- Ich würde aus ideeler Sturheit den Laden eher wieder dichtmachen und mein Startkapital fast komplett verlieren als auf den Spieleteil zu verzichten.
- Als normales Café (also ohne jegliche Spiele usw.) würde der Laden vermutlich abgesehen von der seltsamen Raumverteilung funktionieren (Lage, Konkurrenz, Preise, Qualitität der Speisen, usw.).


Geplante Einnahmequellen:
- Normales Café Geschäft von Gästen, die sich z.B. nen Espresso krallen ein Stück Apfelkuchen essen und wieder gehen. (Wenn viele Tische durch Spielgruppen besetzt sind und zu wenig Platz für das normale Geschäft ist dieser Teil natürlich kleiner)
- Einnahmen durch Spielbezogene Angebote
-- Tages Spielpässe (erlaubt für die Dauer des Tages immer ein Spiel ausgeliehen zu haben... natürlich nur im Café und nicht zum nach Hause nehmen
-- Abo Spielpässe (ist so kalkuliert, dass es was die Spielpässe allein angeht auf +/- 0 kommt wenn ein Abonoment jede Woche einmal kommt)
-- (Verringerter aber noch existenter) Speisen/Getränke Konsum pro Stunde durch die Spieler
-- Evtl Eintritt bei besonderen Veranstaltungen wie Workshops, Demospiele, Mini Conventions usw.
-- Hinterräume die gegen Gebühr exklusiv reserviert werden können (z.B. 1 Rollenspiel/Konferenz Zimmer für Runden, die gerne komplett ungestört sind)

Jetzt komme ich, dein absolut bester Freund auf der Welt, auf dich zu und sage, dass das Leben deiner Familie und das Schicksal der Welt davon abhängt, dass du mir erklärst warum das (k)ein sinnvolles Konzept ist. Sprich ob die spielbezogenen Angebote die normalen Einnahmen so sehr belasten, dass ich es durch die Einnahmen durch eben diese Angebote nicht mehr wieder reinkriegen. Echte Zahlen gibt es leider nicht weil die Cthulhu gefressen hat, also müssen wir uns komplett auf dein Knowhow und Bauchgefühl verlassen.

Wird die Welt untergehen, weil du dich der Sache gar nicht annimmst? Kannst du mich beruhigen, weil das vermutlich so klappt? Oder muss ich meinen Laden schließen und hab mein Startvermögen in den Wind geschossen?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 7.07.2014 | 20:32
@ Slayn

Es ist nicht der Reality Check, es gibt viele Facebook verweigerer, leute die nicht Twittern etc.
Ich habe kein TV, und klar lese /diskutiere ich auch mal in einem Forum.
Wäre natürlich nett, wenn man hier Werbung dafür gemacht hätte.

Ich schaue regelmässig auf Kickstarter, aber nie auf Indiegogo. Das ist schon ein Unterschied, ob ich ein Regionales Café oder ein Produkt erzeuge, das für jeden zugänglich ist. Das Voyager ist eben hauptsächlich für den Einzugsbereich Bonn interessant, und ich denke ein grossteil der Spieler aus der Region haben eben nicht auf Indiegogo geschaut. (Weil sie eben Kickstarter beobachten, oder indifferenziert gegenüber Crowdfunding sind.)

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 21:55
@Shadom:

Glaub mir, ich mache mich nicht darüber lustig.
Ok, ein paar Sachen zu dem Thema:

Gewerbliche Pacht und Private Mieten unterscheiden sich erheblich. Ich hatte vorhin als Beispiel den Code 3A genannt. Das bedeutet, recht grob, Zone, Lage und Potential. Je höher die Zahl, umso weniger ist in der Gegend los, je höher der Buchstabe, umso schwieriger ist die Location zu erreichen. (1 könnte Innenstadt sein, ein Einkaufsviertel, eine Einkaufsmeile. 2 könnte ein beliebter Platz sein, etc. A ist an einer Hauptstraße, neben einer Haltestelle, B ist eine Seitenstraße der Hauptstraße, etc.).
Gewerbliche Pacht wird nur nach Potential berechnet, daher ist genau dieser Code mit die Hauptgrundlage dafür wie sich die Pacht ergibt.
Als Beispiel: In einer münchner 1B Lage zahlt man für 25qm eine monatliche Pacht von 22K Euro. (Laden direkt hinter dem Rathaus am Marienplatz). 3A in Berlin wäre z.B. ein bewohntes Kiez im Prenzlauer Berg in der Nähe der Trambahn.

Im Gegensatz zur Miete, die ja Nutzungsgebunden ist, kauft man sich hier erst mal reines Potential ein bevor es weiter geht. Dementsprechend der Hinweis auf die 4 Jahre. Dem Besitzer ist es egal was du damit machst und ob du überhaupt drin bist, du hast das Potential erst mal für diesen Zeitraum erhalten. Dein Laden kann pleite gehen, das Potential der Location ist aber noch da, also zahlst _du_ persönlich dafür.

Die Auflagen für Gastro sind _extrem streng_, daher der Hinweis auf die Ablöse. Jeder Besitzer, der einen Laden nach diesen strengen Vorgaben ausgestattet hat, wird die Kosten dafür, da ja Potential, 1:1 an den Pächter weitergeben. Wenn diese Auflagen nicht erfüllt werden, dann erhälst du als Pächter auch nicht die Genehmigung dafür dein Gewerbe betreiben zu dürfen. Da wir hier in Deutschland sind, wird diese letzte Genehmigung auch erst dann erteilt, wenn der Laden kurz vor der Eröffnung steht und sich am Setup nichts mehr ändern kann. Bis zu dem Punkt: Volles Risiko des Pächters.

Um mal bei den theoretischen 3K Pacht bei der berliner Location zu bleiben: An der Stelle, an der du den reinen Pachtvertrag unterschrieben hast, stehst du schon potentiell mit 144K in der kreide weil du diese Summe in den nächsten 4 Jahren zu berappen hast, so oder so. Das ist eine Summe, von der könnte man sich dort auch eine angenehme 3-Zimmer-Wohnung leisten oder ein Reihenhaus im Speckgürtel der Stadt, nur um das mal zu illustrieren.

Ab jetzt kann man also anfangen seinen Laden einzurichten und auszustatten. Das ist extrem wichtig weil das direkt mit der Kapazität zu tun hat die man später bedienen kann und auch damit was später überhaupt möglich ist. Spätere Änderungen hier sind so gut wie unmöglich und bedingen meist einen kompletten Stillstand des Betriebs.
Das bedingt auch, wie man sich an der Stelle evtl. schon vorstellen kann, das man halbwegs eine Ahnung davon hat was man anbieten will und auch in welchen Mengen es über den Tresen gehen wird, denn eine Änderung an diesen Kapazitäten ist, wie erwähnt, später nicht mehr drin.

Um bei Flammkuchen zu bleiben: Will man in einer vernünftigen Zeit (ca. 3 Minuten) einer vernünftigen Anzahl an Gästen (max. 2 parallel, 30+ am Tag) lecker Flammkuchen bieten, liegt die Erstinvestition hier, ohne Wareneinsatz, bei 7,5K+ Euro.

Wenn man jetzt keine Deals eingeht, landet man bei Ausstattung der Küche und des Thekenbereichs gut und gerne bei 50K Euro.
Geht man Deals ein und lässt sich z.B. Premix-Anlage, Theken Kühlbereich, Eis oder Barista Bereich von einem externen Zulieferer Sponsoren, kann man das auf ca. 25K Euro drücken, hängt aber in Mindestabsatzmengen fest die man zu erreichen hat. Erreicht man die nicht, zahlt man mit dem eigenen Gewinn die Differenz.

Hier ist ein wichtiger Punkt der gerne übergangen wird: Dinge _werden_ kaputtgehen. Wenn der Laden Shiny bleiben soll und die Küche funktional, dann ist klar das innerhalb eines Jahres alles ausgetauscht werden muss, egal ob Töpfe, Pfannen, Tische oder Stühle, das wird ein immer wiederkehrender Kostenfaktor werden.

An der Stelle sind wir jetzt potentiell mit 200K in der Kreide, sehen uns mit hohen Fixkosten konfrontiert, haben uns um den Wareneinsatz zu kümmern und wissen um die wiederkehrenden Kosten.

Gute, im Sinne von funktionierender Gastro, holt das an der Stelle durch hohe Schlagzahlen, absolute Gewinnmaximierung und ggf. auch durch hartes Ausbeuten der Angestellten und brachialer Steuerhinterziehung ganz zufriedenstellend rein.
Auch wenn das bisher geschriebene nicht ganz so danach klingt, _wirklich gute_ Gastro ist eine Goldgrube.

[Gleich gehts weiter]
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 7.07.2014 | 23:12
... und weiter.

@Shadom:

Konkret bedeutet das für dich dass die Tauglichkeit des Objekts an sich keine Rolle spielt, da nur zwei Faktoren zählen: Lage (und somit Pacht) und Gastro-Zulassung (ohne geht´s nicht), modifiziert um den Faktor "Größe", denn die brauchst du.

Da es definitiv kein "To Go"-Geschäft werden soll, kannst du ab der Stelle anfangen zu berechnen welchen Umsatz das Lokal/der einzelne Tisch/der einzelne Gast machen muss um überhaupt +/- Null laufen zu können. Dann kannst du dir mal ansehen wie die Kalkulation der Margen ablaufen muss damit aus dem Umsatz der notwendige Gewinn wird.
Nur so als kleiner Hinweis: Aus dem Grund ist eine Flasche Wein im Restaurant so teuer, der Kellner fragt direkt danach was man trinken möchte und zwischen dem "Gruß aus der Küche" und dem eigentlichen Essen hat man bestimmt schon das erste Glas gelehrt und bestellt nach.

Auf das Projekt hier bezogen müssen Gedanken und Kalkulation so laufen:
- Es ist damit zu rechnen dass ein Tisch pro Tag nur ein mal besetzt wird.
(Lange Spielzeit.)
- Es ist damit zu rechnen das der Platzbedarf der Gäste höher ist und ein Tisch daher nur halb besetzt wird.
(Es gibt Spiele die viel Platz brauchen.)
- Einfaches Essen wird bevorzugt, teure Getränke eher nicht
(Kann man neutral betrachten. man kann auch mit Essen einen Gewinn machen, Getränke sind nur einfacher).

Alleine das bestimmt schon im Alleingang welches Speisesortiment angeboten wird, welche Getränke vorhanden sein müssen und diktiert uns praktisch dass es am jedem tisch gratis gesalzene Erdnüsse zum knabbern geben wird.

Recht konservativ gerechnet (2B Lage in einer Metropole, Besitzer als Mitarbeiter, 2 Angestellte, adäquate Ausstattung, 50 Plätze) müsste jeder 4er Tisch pro Tag 80 Euro Umsatz generieren damit man am Ende mit +/- Null dasteht. Von Tilgung, Steuern, etc. sprechen wir an der Stelle noch nicht mal. Bezahlung auf unterstem Niveau, 365 Tage, kein Urlaub.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 7.07.2014 | 23:22
Wenn man sich dann ausrechnet was man mit anderen Konzepten verdienen kann...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 7.07.2014 | 23:32
Bar /Burgerbude etc... Club, aber will man irgendwo arbeiten wo es einem Freude bereitet zu sein? Das ist das wichtige, das einem die Arbeit spass macht, Arbeit bleibt es natürlich trotzdem. Ob man nun Spieler bewirtet, oder eine Fussballkneipe hat, ist natürlich von der Atmosphäre her etwas ganz anderes.
Je besser der Laden läuft, desto mehr fühlt es sich nach Arbeit an.

Ich fände es aber trotzdem cool, wenn Gastronomie nicht so extrem auf Konsum ausgerichtet wäre, und ein Spieletreff ist da schon eine feine Sache, und ich finde unsere Gesellschaft braucht da mehr davon. In Wien waren die Kaffehäuser auch vorallem für ihre Künstler berühmt die sich dort ausgetauscht haben. Spiele geben einem die möglichkeit Zwanglos mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, ohne das vermutet wird der will irgendwas von mir.

Rein von der Idealismus seite Spricht da sehr viel Dafür, so eine Gastronomie zu haben, und wäre meiner Meinung nach auch wert Gefördert zu werden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Sashael am 8.07.2014 | 00:04
Ich fände es aber trotzdem cool, wenn Gastronomie nicht so extrem auf Konsum ausgerichtet wäre, und ein Spieletreff ist da schon eine feine Sache, und ich finde unsere Gesellschaft braucht da mehr davon. In Wien waren die Kaffehäuser auch vorallem für ihre Künstler berühmt die sich dort ausgetauscht haben. Spiele geben einem die möglichkeit Zwanglos mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, ohne das vermutet wird der will irgendwas von mir.

Rein von der Idealismus seite Spricht da sehr viel Dafür, so eine Gastronomie zu haben, und wäre meiner Meinung nach auch wert Gefördert zu werden.

Gastronomie braucht Angestellte. Allein schafft man da gar nichts, nada, null.
Und diese Angestellten möchten gerne bezahlt werden. Und zwar ausreichend. Die müssen nämlich ihre Rechnungen bezahlen und wollen sich auch mal was leisten können.
Und das Geld kommt nunmal durch die Gäste rein. Die Kaffeehäuser in Wien haben auch mit ziemlicher Sicherheit nicht den Künstlern einen Ort geboten, weil sie so altruistisch waren, sondern weil bekannte Künstler eine Werbequelle darstellen, über die man noch mehr Umsatz generieren kann.

Idealismus in allen Ehren, aber die Notwendigkeiten fallen einem da sehr schnell vor die Füße.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 00:45
Zum einem gehört Gastro, zumindest in Deutschland, zu genau den Gewerben in denen du keinen Kredit bekommen wirst, auch nicht von Stellen wie der KFW, die eigentlichen _allen_ Gründern Kredite geben müssen. Du müsstest schon eine laufende Firma/ein laufendes Gewerbe haben und Bilanzen vorweisen können um das zu ändern.
Dann hat das neue Thai-China-Japan das in Baden-Baden aufgemacht hat, Zentral, neben dem Festspielhaus, und quasi in Spukreichweite der Fußgängerzone, die geschätzten 100k - 200k aus der Portokasse bezahlt? Es machen immer mal wieder Leute Cafes, Kneipen, Bars in der Innenstadt auf, die wohl irgendwo her das Geld bekommen haben.
Mein Tipp wäre eine Bank nach überzeugenden Geschäftsplan. So anstelle eines spontanen Dukatenscheißer.

Auch im kleineren, in der Familienkneipe (*) im Dorf, mit eher erbärmlicher Laufkundschaft, scheint das irgendwo zu gehen.
(*) Ursprünglich von der Mutter gepachtet, vor etwa ~10 Jahren oder so, mittlerweile inkl. Pacht von der Tochter weitergeführt (Nach Todesfällen in der Familie).

Zitat
Grob gesagt wären Spiele sowohl ein Luxus als auch ein praktischer Lückenfüller in der Zeit, in der man eigentlich kein Geld verdient und in der "von Natur aus" in einem Cafe nichts los ist.
Sie wären m.E. vorallem eine Werbemaßnahme. Etwas womit man gegenüber anderen Cafes Mehrwert bietet, Aufmerksamkeit erzielt und Kunden bindet. Jenachdem auch Prestige-Objekt.

@Wiener Kaffeehäuser
Nach meiner Kenntnis brachte der Trend in den Häusern nur zu reden und nichts zu verzehren, mit dem Verweis darauf Künstler zu sein, seitens Studenten, die Kaffeehäuser arg in's schwimmen.
Rum gerissen hat es wohl so etwas wie ein - mehr oder minder - Verzehrszwang. Weil schwätzende Künstler nichts bringen, wenn sie das nicht mindestens noch bei mehreren Kaffee und so tun.
Was sich jedoch hinsichtlich Künstler anbietet, ist das man kooperiert und kleine Ausstellungen mit Verkaufsvermittlung macht. Vielleicht noch mit Kontakt Künstler / Kunde.
So das man mit etwas Glück es schafft die Kunstszene in's Cafe zu ziehen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 01:22
Slayn, du kannst hier noch so viele harte Fakten bringen, es wird - wie üblich - die Spielecaféromantiker nicht überzeugen. Daher sattle lieber vom Finanzierungsberater auf Insolvenzberater um, der wird dann meiner Meinung nach in absehbarer Zeit des öfteren gebraucht werden.
;)

Hat die Caféfraktion irgendwelche schlüssigen Nachweise für ihre Behauptungen, Mutmaßungen und Meinungen? Oder ist das angebliche Funktionieren einiger weniger dieser oder ähnlicher Cafés* irgendwo in Deutschland oder Europa die einzige Begründung?
Spiele als effektive Werbemaßnahme, die sicher reichlich zahlende Kunden zieht? Nachweis?
Funktionierende Finanzierung über einen ausreichend langen Zeitraum hinweg? Wirtschaftsplan?
Alles andere bleibt zumindest für mich weitgehend Hobbyromantik und Café Utopia.

*: Eine Kneipe, die neben der üblichen Gastro auch ein paar allgemein bekannte Spiele anbietet, zähle ich NICHT dazu.

Ich verstehe auch noch nicht, welche Zielgruppe dauerhaft für Umsatz und Gewinn sorgen soll.
Warum sollte eine Familie kommen, die für das gesamte Verzehrgeld das Spiel dann auch locker kaufen könnte?
Warum sollte ein Vielspieler kommen, dessen Sammlung das Zehnfache der Cafésammlung umfaßt und der mit Spezialwünschen ohnehin schnell an die Grenzen der Cafésammlung stoßen dürfte?
Warum sollte sich eine Rollenspieltruppe an einen Ort begeben, der neben den Kosten zuviel Umtrieb, Ablenkung und auch Lärm bieten dürfte - von vielleicht wenig bequemen Stühlen ganz zu schweigen?
Warum sollte ich mich gezielt zum Spieletesten an einen Ort begeben, wo nicht garantiert ist, daß dieses Spiel in diesem Moment verfügbar ist?

Ich mag mich verschätzen, aber das wohlsituierte Spielerpärchen oder die Anschluß suchenden Einzelspieler, welche sich dann oft und konsumierfreudig in einem solchen Café tummeln sollen, stellen vielleicht eher die Ausnahme denn die Regel dar. Ohnehin müßte das Einzugsgebiet extrem groß sein, um genügend finanziell lockere Spieler anzuziehen. Der typische Deutsche ist nicht mal im Promillebereich so spielfreudig und spielkauflustig, wie es hier im eigenen Süppchen gerne angenommen wird. (Ich erinnere dabei auch an die Artikel eines Rollenspielherausgebers, der sich bei den ersten Auflagezahlen nach den prozentualen Mutmaßungen der Szene richtete und dabei deutlich zu hoch griff.)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 02:28
Ja, vielleicht.
Aber hoch verschulden, um das herauszufinden?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.07.2014 | 04:16
Bin jetzt völlig konfus, wo denn hier bei einem interessanten Gedankenspiel irgendwelche "Fraktionen" sein sollen. Da hab ich wohl was überlesen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 8.07.2014 | 07:45
Noch mal ein anderer Gedanke/Tipp:

Ich glaube, dass ein Rollenspielladen halbwegs funktionieren könnte, wenn man ihn so führt wie der Sphärenmeister das mit seinem Versandshop macht: Kundenservice an oberster Stelle. Das ahnungslose Rumgemuffel vieler Ladenbetreiber ist ja das, was die meisten Leute abschreckt und in den Onlinehandel treibt. Allerdings gibt es immer noch genug Leute, die dankbar sind, wenn sie bei Fragen nicht im Netz recherchieren müssen und keine E-Mails schreiben brauchen, sondern im Laden einen Verkäufer fragen können. Wenn man dann mit der nötigen Kompetenz und Freundlichkeit darauf reagieren kann, hat man sich sicher schon den ein oder anderen Kunden gewonnen.

Das wird allerdings nicht reichen. Ein zusätzlicher Kaffeebetrieb ist extrem problematisch (ich glaube nicht daran), und wenn man sich Tabletops, Sammelkarten und den ganzen Schrott in den Laden reinholt, mutiert man schnell wieder zur Nerdhöhle, verliert den Überblick, etc.

Man muss auch einfach damit rechnen, dass GW-Läden und das, was ich "Nerdhöhlen" nenne, auch einen Teil des potentiellen Publikums aktiv abschrecken. Viele Leute, die sich etwas auf ihre Vernunft und ihren Geschmack einbilden und Judith Herrmann lesen, würden solche Läden allein schon aufgrund der optischen Präsentation nicht betreten oder sich darin unwohl fühlen.

Deshalb könnte man überlegen, ob man neben Rollenspielen auch andere Produkte anbietet, die ein allgemeines Publikum ansprechen. Popkulturell allgemein verträglicher Merchandise, Papeteriekram, Nippes, Geschenkartikel, Kerzen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass man zwischen diesem Kram und den Rollenspielen eine Verbindung schafft, aber auf keinen Fall sollten es nur Action Figures sein, mit denen man nur die Nerds abgreift, sondern eben Dinge, die trotz dieser etwaigen Verbindung auch noch den x-beliebigen Passanten ansprechen. Damit man neben der Nischenzielgruppe eben auch Laufpublikum abgreift.

Das ist jetzt nur mal so aus der Hüfte geschossen. Keine Ahnung, ob sich so etwas realisieren ließe, aber es wäre in meinen Augen ein spannendes Experiment.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 8.07.2014 | 08:36
Eine Kneipe, die neben der üblichen Gastro auch ein paar allgemein bekannte Spiele anbietet, zähle ich NICHT dazu.

Die wäre aber das, was wohl am unstrittigsten aufgehen könnte.

Reguläre Gastronomie (ob nun Restaurant, Bar, Cafe, aber bleiben wir doch ruhig beim Cafe), die als Gastronomie - und nur als Gastronomie - wirtschaftet.

Aus Hobbyidealismus kleistere ich eine meiner Wände mit einer Regalwand zu, die ich komplett mit gebrauchten (Rollen)spielen fülle. Wer lesen mag, greift da hinein oder eben auch nicht. Wer will kann mir das Zeug auch abkaufen, aber das ist nicht die Haupteinnahmequelle des Ladens. Es ist überhaupt keine eingeplante Einnahmequelle, sondern einfach nur ein Teil meiner Gestaltung, der vielleicht dazu führt, dass sich Spieler hier besonders wohl fühlen und/oder dass Nichtspieler mit dem Hobby in relativ unaufdringlicher Weise in Kontakt kommen. Meinethalben packe ich zu den ganz gewöhnlichen Brettspielen/Schach/Spielkarten, die irgendwo deponiert sind, falls Familien mit Kindern/eine Skatrunde/... kommen sollten und nach so etwas fragen, auch noch ein oder zwei einfache Genrespiele dazu oder billige vorgebaute Magicdecks.

Wenn sich dann Vereine, Spielrunden, ... finden, die gerne einen Raum mieten, einen Stammtisch einrichten, ein Turnier veranstalten oder was auch immer wollen, weil sie sich hier so wohl fühlen, dann gerne, aber das ist kein fester Teil des Konzepts und wird so behandelt wie auch jede andere Veranstaltung, ob Geburtstagsfeier oder Vortrag zur Bachblütentherapie.

Gedeih und Verderb hängt jetzt wenigstens "nur" noch daran, ob ich einen ordentlichen Cafebetrieb (oder welche Sorte Gastronomie auch immer) zu führen verstehe, und nicht mehr an meinen Hobbyutopien.

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Nevermind am 8.07.2014 | 08:49
Noch mal ein anderer Gedanke/Tipp:

Ich glaube, dass ein Rollenspielladen halbwegs funktionieren könnte, wenn man ihn so führt wie der Sphärenmeister das mit seinem Versandshop macht: Kundenservice an oberster Stelle. Das ahnungslose Rumgemuffel vieler Ladenbetreiber ist ja das, was die meisten Leute abschreckt und in den Onlinehandel treibt. Allerdings gibt es immer noch genug Leute, die dankbar sind, wenn sie bei Fragen nicht im Netz recherchieren müssen und keine E-Mails schreiben brauchen, sondern im Laden einen Verkäufer fragen können. Wenn man dann mit der nötigen Kompetenz und Freundlichkeit darauf reagieren kann, hat man sich sicher schon den ein oder anderen Kunden gewonnen.
Kompetenz ja, was hier teilweise 'verlangt' wird geht imho übers Ziel hinaus.

Das wird allerdings nicht reichen. Ein zusätzlicher Kaffeebetrieb ist extrem problematisch (ich glaube nicht daran), und wenn man sich Tabletops, Sammelkarten und den ganzen Schrott in den Laden reinholt, mutiert man schnell wieder zur Nerdhöhle, verliert den Überblick, etc.

Man muss auch einfach damit rechnen, dass GW-Läden und das, was ich "Nerdhöhlen" nenne, auch einen Teil des potentiellen Publikums aktiv abschrecken. Viele Leute, die sich etwas auf ihre Vernunft und ihren Geschmack einbilden und Judith Herrmann lesen, würden solche Läden allein schon aufgrund der optischen Präsentation nicht betreten oder sich darin unwohl fühlen.

Deshalb könnte man überlegen, ob man neben Rollenspielen auch andere Produkte anbietet, die ein allgemeines Publikum ansprechen. Popkulturell allgemein verträglicher Merchandise, Papeteriekram, Nippes, Geschenkartikel, Kerzen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass man zwischen diesem Kram und den Rollenspielen eine Verbindung schafft, aber auf keinen Fall sollten es nur Action Figures sein, mit denen man nur die Nerds abgreift, sondern eben Dinge, die trotz dieser etwaigen Verbindung auch noch den x-beliebigen Passanten ansprechen. Damit man neben der Nischenzielgruppe eben auch Laufpublikum abgreift.

Ich glaub ich bin ein Nerd, ich hab keine Ahnung wer Judith Herrmann ist.
Aber davon ab, ....
Hier in HH sind bisher 2 Versionen gelaufen:
Drachenei später Atlantis, eine 'freundliche Nerdhöhle, wo aber die Kartennerds in 'getrennte'Räumlichkeiten zum Spielen gesetzt werden. Da gibt es weniger  Nippes Actionfiguren und Laufkundschaftströdel. Dafür viele Bücher und eie Vernünftige Grundberatung.
Das Spieleland mit deutlich besserer Lage, da  gibt es eben auch viel Actionfiguren und Zeug das eben über die Laufkundschaft läuft.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 8.07.2014 | 09:03
Das waren jetzt einige für mich sehr wertvolle Anregungen von Slayn und JS.

Ich denke die 80 Euro pro Tisch kann man zumindest um ein paar jämmerliche Euro nach unten drücken wenn man es schafft ein gutes Dutzend Spielpass Abonennten zusammenzukriegen, die aber nicht so häufig kommen. Da kann ich mir einige Vorstellen, die das aus Sympathie machen, einige, die das aus Doofheit richtig zu rechnen machen, und einige, denen einfach immer mal wieder was dazwischen kommt. Das ist ja sozusagen Geld, dass den täglichen Verkehr betrifft.


Trotzdem wird natürlich viel weniger konsumiert wenn da eine Gruppe 4 Stunden sitzt als wenn da dieselbe Anzahl Leute in einer Stunde durchgeht.
Das ist ein Problem. Also ein leicht alternativer Zugang um das Problem leicht zu mindern.
Zum Spielen werden in den normalen Räumlichkeiten vor allem "kurze" und auch "kleine" Spiele angeboten. Die meisten Kartenspiele sollten den Effekt haben. Im Grunde alles wo hinten eine Spieldauer von über eine Stunde steht, muss schon verdammt (!) gut sein um in den Verleih für "vorne" zu kommen. In meinem Gebäude ist "vorne" aber gerade auch ein sehr kleiner Platz geworden. Die kleinen Spiele sind quasi umsonst 1-2 Euro zum ausleihen oder so. Vielleicht machen wir 10 Euro draus und geben dann aber auch 8 Euro Verzehrgutschein oder so einen Mist dabei um ein wenig Konsum zu garantieren.

Mein Wunschobjekt sieht jetzt so aus:
Eingangsraum: Große Theke, Meeting Point (sagen wir mal ersetzt 2 Tische lädt aber auch wirklich nicht zum langen Sitzen ein), 3 normale Cafe Tische, Hübsche Spieleauslage (vielleicht über der Theke in einer Wandvitrine?) mit vielen Spielen. Davon ein Drittel kleine Spiele für vorne, der Rest ist markiert um klar zu machen, dass man die nicht hier vorne spielen kann.
Spielräume: Vom Eingangsraum ausgehend sind mehrere Räume (2 oder 3) vorhanden, die jeweils so groß wären, dass ich 2 Cafetische (oder eben direkt wie ich es dann gemacht haben würde) einen ordentlichen Tisch reingestellt habe. Die Spielräume sind abgeschlossen.  Um einen zu bekommen reserviert man sich den Raum für X Euro (hab hier gerade mit mehreren Summen rumgespielt und komme auf keinen sinnvollen Preis weil ich das nicht abschätzen kann.. Hilfe?).
Da drin ist enthalten:
- Der Raum für den halben Tag (Raum kann also theoretisch zwei mal am Tag vermietet werden da es zwei Slots gibt, wird aber kulant gesehen und somit meistens nur einmal am Tag tatsächlich)
- Freie Auswahl aus der Spielevitrine (aber immer nur ein Spiel gleichzeitig), eigene Spiele dürfen aber natürlich mitgebracht werden.
- Verzehrgutschein in Höhe von ??? Euro


Kann das soweit ökonomisch besser klappen?

Was ist meine Zielgruppe:
- Vorne haben wir jetzt zu 90% normales Cafe Geschäft. Ich denke also dieselben Leute, die in ein normales Cafe gehen. Das Kartenspiel ist ja quasi nur noch ein netter Gag für die.
- Vorne:  Familien mit Kindern. So ein Kind ist halt eben manchmal ermüdend und in einem normalem Café wird dem schnell langweilig. Wenn man hier noch nebenbei das "Lustige Eselspiel" (Ab 6 Jahre Spieldauer circa 15 Min) spielt, dann ist der kleine glücklich und man selber kann sich etwas entspannen.
- Vorne: Meetingpoint. Leute die Anschluss an das Hobby suchen. Dort findet man (falls der Laden ansonsten läuft) immer wieder Spielwillige. Wenn man dann noch ein digitales schwarzes Brett für Spieler/GRuppengesuche macht holt man sich da noch mehr Leute (mit voller Absicht digital. Auf die Art kann nur das Personal das eingeben und es wird mit Absicht etwas umständlich gemacht. Man setzt sich an einen Tisch kriegt ein formular zum per Hand ausfüllen und wird währenddessen gefragt ob man was essen/trinken möchte.) Dann wird das Formular mit ein paar der Infos in den Rechner getippt. Wer dann Interesse an einem der Einträge hat, sagt das dem Personal und kriegt die restlichen Infos von denen als Kopie auf die man natürlich auch ein klein wenig warten muss während man was Essen/Trinken kann)
- Hinten: Spielgruppen für Rollenspiele / Brettspiele, die keinen Ort zur Verfügung haben. 
Also Leute
-, die keine großen Wohnungen haben (aber sich als Gruppenausgabe den Raum leisten können
-, die logistische Probleme haben sich bei den verfügbaren Orten zu treffen (z.B. alle auf ÖPNV angewiesen oder das Spielecafe ist die geographische Mitte oder so)
-, die zwar die Wohnungen verfügbar hätten, aber sich die Spiele nicht besorgt haben (wäre natürlich auf Dauer klüger, die sich selber zu kaufen, aber ich kenne Leute, die sich sowas einfach nicht selber anschaffen, weil man sich ja dann selber informieren muss)
-, die zuhause keine "Erlaubnis" haben zu spielen. Sei es ein Schüler, der die Eltern nervt, (sagt mir nicht die hätten kein Geld, viele haben wesentlich mehr Geld als Studenten), ein Elternteil, das das kleine Kind stören würde, oder ein Ehepartner, der seine bessere Hälfte nicht in ein Hobby reinziehen will, dass der nicht möchte.

Sind wir näher an einem sinnvollen Konzept oder habe ich mich sogar weiter entfernt?



- Für die hinteren
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 09:05
Glas: Das paßt dann aber mMn nicht zum "Rollohobby zum Beruf machen", um das es hier anfänglich ging.
:)

Sister: Ich erkenne hier wertungsneutral eine kleine Fraktion der Warner & Mahner sowie eine kleine der Konzeptbefürworter; der Rest liegt dazwischen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 09:29
*: Eine Kneipe, die neben der üblichen Gastro auch ein paar allgemein bekannte Spiele anbietet, zähle ich NICHT dazu.
Aha? Warum nicht? Um genau das geht es doch. Man macht eine Kneipe oder ein Café und bietet daneben auch Spiele mit kleinem Verkauf an.
Wobei ich im Gegensatz zu BuG da schon ein kleines Konzept dahinter stellen würde, so das man über Lager und andere Kosten keinen Verlust macht, auf eine Schwarze Null kommt.

Was Schach oder auch Go Spieler betrifft so ist meine Erfahrung das Clubs oftmals das Material mitbringen und man es nur Lagern muss.
Zumindest war das bisher in nahezu allen Go Clubs wo ich bisher so war so.

Zitat
Warum sollte eine Familie kommen, die für das gesamte Verzehrgeld das Spiel dann auch locker kaufen könnte?
Weil sie Lust haben in ein Cafe zu gehen und Sachen zu verzehren. Weil das Spiel ein netter added Bonus ist.
Hab grad gestern auf dem Weg zu meinen fav. Restaurant eine Familie mit Kind gesehen die scheinbar auch ohne Spiel bereit war das Verzehrgeld da zu lassen. Neben den ganzen anderen Gästen auf der vollen Terrasse.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 10:13
Aha. Geht es hier denn noch um das Ursprungsthema und Spielen mit Cafégastronomie, wie man das vergleichbar in Buchläden findet? Oder geht es hier jetzt nur um ein Café, in dem es auch ein paar Spiele der altbekannten Art gibt?
Mir scheint, da wird etwas zuviel durcheinandergewürfelt, wie auch Verzehren in einen Topf mit Verzehren plus Spielemiete geworfen wird.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 10:29
Das Ursprungsthema war doch ein Spielladen mit Fokus auf Rollenspiel, Tabletop und Phantastikwaren.
Daneben gibt es die Idee eines Cafe mit einigen Spielen und der Möglichkeit sie zu erwerben.
Sowie die Idee eines - im Grunde - Spielorts mit Cafe Betrieb.

Ich persönlich würde eher zur ersten Variante neigen, Shadom zur Zweiten.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 8.07.2014 | 10:39
@sangeet:

Und ich fände es sehr fair wenn das Personal nicht ausgebeutet wird, ihre Lohnnebenkosten nicht dadurch gedrückt werden das man sie trotz Vollzeit als Halbtagskräfte einstellt und das Trinkgeld am Abend eingesammelt anstatt verteilt wird.
Daher finde ich es ok, wenn es genau so läuft wie mit den Wiener Kaffeehäusern: Die Künstler sind nur sinnloser Schmuck, aber ein paar betuchte Mäzene wollten sich genau damit schmücken, also haben sie für die mit bezahlt.
Also, freiwillige vor: Wer hinterlegt bei so einem Konzept seine Kreditkartendaten und lässt die anderen drauf "Anschreiben"? Ist doch nur Fair und Altruistisch!

@Saschael:

Die Himmelspagode nebenan macht das ganz gut: Die 08/15 Servicekräfte sprechen kein Deutsch bzw., dürfen gar nicht mit den Gästen sprechen, dafür leben sie kostenlos im Keller und haben 1x/Woche bewachten Ausflug für eine Stunde. Wenn für sie alles gut geht bekommen sie auch irgendwann ihren Pass wieder.
Das sind doch die perfekten Vorraussetzungen um so einen Idealismus gewuppt zu bekommen.

@Teylen:

Ja, das wird aus der Portokasse bezahlt. Womöglich nur nicht ihre. Bekommst ein Bienchen wenn du herausfindest was damit gemeint ist.

@Korknadel:

Um das auf den Punkt zu bringen: Nimm also irgendeine gut funktionierende Basis und biete noch Rollenspiele mit an _ohne_ damit die Basis zu beeinträchtigen.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 10:46
@Slayn:
Ach ja. Ich weiß. Deiner tiefen Einsicht nach zu Folge ist es schließlich auch gänzlich unmöglich heutzutage auch nur ein normales Cafe zu eröffnen.  ::)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 10:47
Slayn: Eben.

Ein Café kann gut laufen, ein lokaler Rollen-/Brettspielladen... könnte auch irgendwie eventuell vielleicht noch überleben. Beides zusammen ist doch je nach Schwerpunktsetzung die Schwierigkeit, um die es hier die ganze Zeit geht.
Und wie besonders Slayn sehr umfang- und zahlenreich aufgezeigt hat, dürfte es bei bestimmten Konzepten nun mal enorme Probleme geben, egal, wie liebevoll (und kundenromantisch) sie gedacht sein mögen. Wohlgemerkt: "dürfte", da es handfeste Erfahrungswerte für das Funktionieren offenbar nicht gibt.

Teylen: Unmöglich vielleicht nicht, aber... seltsam... in meiner Großstadt wechseln die meisten Cafés ihre Besitzer und Namen wie Imelda Marcos ihre Schuhe, vor allem in den weniger rosigen und angesagten Lagen. So vielversprechend scheint mir das Konzept Café derzeit also auch nicht zu sein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 8.07.2014 | 10:49
@Slayn:
Ach ja. Ich weiß. Deiner tiefen Einsicht nach zu Folge ist es schließlich auch gänzlich unmöglich heutzutage auch nur ein normales Cafe zu eröffnen.  ::)
Unmöglich? Nein.

Risikobehaftet as hell? Aber ganz sicher. Es sei denn, die jeweilige Umgebung gibt es her, dass es noch eine "Café-Kultur" gibt, die nicht gänzlich von der Konkurrenz bedient wird.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 11:00
Und wie besonders Slayn sehr umfang- und zahlenreich aufgezeigt hat
Oh, die paar aus dem Hintern gezerrten Zahlen?
Die normalen Gründungskosten für eine Unternehmen anführen wieso so etwas nie und nimmer funktionieren kann. Wirklich sehr stichhhaltig  ::)

Zitat
Teylen: Unmöglich vielleicht nicht, aber... seltsam... in meiner Großstadt wechseln die meisten Cafés ihre Besitzer und Namen wie Imelda Marcos ihre Schuhe, vor allem in den weniger rosigen und angesagten Lagen.
Sehr merkwürdig das in den Städten in denen ich wohnten oder arbeitete oder öfter verkehrte die Cafes Bestand hatten und lediglich entweder der Tod des Besitzers oder ein Umzug zum wechsel führte. Scheint also super stabil zu sein.


@Rhylthar
Weil es risikobehaftet bzw. schwierig ist braucht man ein Konzept das über den 0815-Standard hinaus geht.
Sofern man sich nicht gleich wo als Franchiser anhängt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 8.07.2014 | 11:04
@Teylen:

Es ist überhaupt nicht schwer mal recht schnell und umkompliziert an sehr großen mengen Geld zu kommen und in der Gastro wird genau das so an viel zu vielen Orten praktiziert. Das sind dann auch die Läden, die trotzdem das sie immer leer erscheinen wenn man dran vorbei geht sich über Jahrzehnte halten "können". Das gibt in legaler und illegaler Form.
Ob man es damit zu tun hat, kann man ganz einfach testen indem man nachsieht ob der Besitzer einer, sagen wir mal, Dönerbude in der S-Klasse unterwegs ist oder das Fahrrad nimmt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 8.07.2014 | 11:05
Zitat
Sehr merkwürdig das in den Städten in denen ich wohnten oder arbeitete oder öfter verkehrte die Cafes Bestand hatten und lediglich entweder der Tod des Besitzers oder ein Umzug zum wechsel führte. Scheint also super stabil zu sein.
Die paar aus dem Hintern gezerrten Städte ohne stichhafte Belege und Zahlen? Wirklich sehr aussagekräftig.

SCNR
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 11:12
Oh, die paar aus dem Hintern gezerrten Zahlen?
Die normalen Gründungskosten für eine Unternehmen anführen wieso so etwas nie und nimmer funktionieren kann. Wirklich sehr stichhhaltig  ::)

Jedenfalls um Längen stichhaltiger als deine aus dem Bauch herausraisonnierten Überlegungen.
;)

Rhylthar: Danke, du kamst mir mit deinen Worte zuvor.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 11:13
Städte wären soweit Koblenz, Andernach, Mayen, Frankfurt (aM), Leuven, Brüssel, Vilvoorde, Baden-Baden.
Hinsichtlich der Cafes, mein AllTimeFavorite ist noch das Mumpitz. In Leuven wäre es das Himelaya. Baden-Baden das Bikkuri, wobei das neu in der Stadt ist (wie ich).
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Sashael am 8.07.2014 | 11:14
Teylen, du darfst ausnahmsweise mal glauben, was der Slayn da schreibt. Das hat Hand und Fuß. Er redet ja eben NICHT davon, dass es unmöglich ist, ein Café zu eröffnen, sondern dass ein Café für eine Nischenkundschaft wesentlich schlechtere Voraussetzungen hat. Alles, was vom normalen Cafégeschäft ablenkt, schlägt sich negativ auf den Umsatz nieder. Und vom Umsatz muss eben nicht nur der Betreiber leben (und alle Rechnungen bezahlen) können, sondern auch seine Angestellten.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 11:20
Okay. Überzeugt.  ^-^
Dann sind halt die wo ich mag und öfter besuche entweder Geldwaschanlagen oder pleite und Wissens noch nicht.  ^-^
Abgesehen davon das ich wohl einen natürlichen Zug hin zu den beständigen hab.  ^-^
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: YY am 8.07.2014 | 11:30
Die Frage ist also eigentlich:

Wie überzeugt man die organisierte Kriminalität davon, ein Rollenspielcafé als Geldwäscherei zu nutzen?  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 11:38
Man versucht neue P&P Rollenspieler aus den Reihen der lokalen Soldaten zu rekrutieren um so anschließend den Sohn des lokalen Oberhaupt zu korrumpieren auf das der Daddy überzeugt?  ~;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 8.07.2014 | 11:40
Und ich fände es sehr fair wenn das Personal nicht ausgebeutet wird, ihre Lohnnebenkosten nicht dadurch gedrückt werden das man sie trotz Vollzeit als Halbtagskräfte einstellt und das Trinkgeld am Abend eingesammelt anstatt verteilt wird.

Bissdu Gudmensch, oder was?  ;D

Slayn hat übrigens mit der Himmels-Pagode auch einen Tipp angesprochen, den ich nur unterstützen kann: Wer einen Fantasy-Laden aufmacht, sollte sich dringend einige illegale Goblinsklaven zulegen. Nach unseren Erfahrungen aus dem Otherland halten die sich im Keller eigentlich ganz gut und fangen auch selten mit den Zombies Stress an. Wer Infos zur Haltung dieser nützlichen Racker braucht, kann sich gerne an uns wenden.

Nur um auch mal ein paar anekdotische Wahrheiten aus dem Business beizutragen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 8.07.2014 | 11:59
Man versucht neue P&P Rollenspieler aus den Reihen der lokalen Soldaten zu rekrutieren um so anschließend den Sohn des lokalen Oberhaupt zu korrumpieren auf das der Daddy überzeugt?

Und dann gibt es Rollenspielturniere mit der örtlichen Kripo-Spieletruppe?
Ich mache den Mafiosi aber nicht den SL.
Man kommt dann auch schnell in die Bredouille, wenn die Spieler echte Erfahrungen mit Schießereien, Folter und physischer Gewalt haben.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 8.07.2014 | 12:53
Und dann gibt es Rollenspielturniere mit der örtlichen Kripo-Spieletruppe?
Ich mache den Mafiosi aber nicht den SL.
Man kommt dann auch schnell in die Bredouille, wenn die Spieler echte Erfahrungen mit Schießereien, Folter und physischer Gewalt haben.

Das erinnert mich an die Geschichte mit der brasilianischen Todes-Schwadron.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: YY am 8.07.2014 | 12:56
Ich hab auch schon überlegt, ob ich es verlinke  :)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 8.07.2014 | 13:02
Faszinierend.
Kaum wendet man sich mal bestimmter Schattenseiten des ganzen zu, kommen die Clowns aus dem Gebüsch gesprungen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Pyromancer am 8.07.2014 | 13:03
Faszinierend.
Kaum wendet man sich mal bestimmter Schattenseiten des ganzen zu, kommen die Clowns aus dem Gebüsch gesprungen.

Zur ernsthaften Seite ist glaube ich auch alles wesentliche gesagt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 8.07.2014 | 13:05
Das Problem ist halt, dass wir "idealisten" uns zumindest teilweise zusammen zu reimen versuchen wie ein Konzept, das in manchen Cafes ja zumindest recht ähnlich funktioniert, scheinbar nicht funktionieren kann.

Zumindest ich habe ja wirklich versucht in meinem beschränktem Wissen darzustellen was ich zu tun versuche und das dann sogar nach eurer Kritik nochmal angepasst.
Tenor ist aber immer noch kann nicht klappen.
Gleichzeitig scheint es ja in manchen Cafés zu klappen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 8.07.2014 | 13:19
Das Problem ist halt, dass wir "idealisten" uns zumindest teilweise zusammen zu reimen versuchen wie ein Konzept, das in manchen Cafes ja zumindest recht ähnlich funktioniert, scheinbar nicht funktionieren kann.

Zumindest ich habe ja wirklich versucht in meinem beschränktem Wissen darzustellen was ich zu tun versuche und das dann sogar nach eurer Kritik nochmal angepasst.
Tenor ist aber immer noch kann nicht klappen.
Gleichzeitig scheint es ja in manchen Cafés zu klappen.

Das Aussage war nicht "Es kann nicht klappen!" sondern "Es kann nur klappen wenn ..", gefolgt von einigen Bedingungen die grundlegend erfüllt werden müssen. Um die führt kein Wohlwollen und kein Idealismus drum herum.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Shadom am 8.07.2014 | 13:44
Das Aussage war nicht "Es kann nicht klappen!" sondern "Es kann nur klappen wenn ..", gefolgt von einigen Bedingungen die grundlegend erfüllt werden müssen. Um die führt kein Wohlwollen und kein Idealismus drum herum.

Die einzigen Bedingungen, die ich wirklich aus deinen Posts bisher rausgelesen habe (wenn da mehr ist tut mir das sehr leid, aber da liegt wirklich nicht mein Talent insoweit.. ich habs versucht):
a Es gibt ein ein großes Finanzielles Risiko das ab dem Zeitpunkt der Pacht besteht und manche der Umstände, die alles kippen lassen können und erst danach kommen, liegen nicht in der eigenen Hand (z.B. die Gewerbeerlaubnis)
b Man muss halt Zahlen ausrechnen wieviel man pro Tag verdienen muss um alles zu finanzieren.
c Spiele dauern lange und brauchen viel Platz. Was den Konsum pro Tisch drückt.

und die Reaktion (zumindest von mir) war:
a Klar, das geht ja aber jedem Café so
b Klar, das geht ja aber jedem Café so
c1 Stimmt, aber es ist doch durchaus vorstellbar das Abonnementen, Tages-Spielegebühr, Raumreservierung, Spieleverkäufe, Programmevents mit Eintritt  ausreichen diesen Malus wieder auszugleichen. Evtl. kommt ja sogar mehr normale Laufkundschaft aus Interesse am Konzept des Ladens rein selbst ohne was zu spielen.
bzw.
c2 Stimmt, aber in andere Spielecafés scheint es doch trotzdem zu funktionieren. (Siehe c1 warum vermutlich)




Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Just_Flo am 8.07.2014 | 14:37
Hm, bei dem ganzen die Spieler drücken den Umsatzsache komme ich irgendwie nicht mit.

Ich bin mit mehreren Spielclubs und Stammtischen in mindestens 3 Lokations immer wieder gerne gesehen. Wir lassen da nicht 80 € pro Tisch. (Wenigstens in 2 der Gruppen.) Aber wir füllen sonst leere Tische.

Klar machen die mit uns Verlust im Vergleich dazu,  wenn sie stattdessen auf dem jeweiligen Tisch Laufkundschaft sitzen hätten. Klar machen sie mit uns Gewinn im Vergleich mit dem leeren Tisch.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Steppenork am 8.07.2014 | 15:18
Es gibt hier bei uns (in Saarbrücken) auf knapp 180000 Einwohner zwei Läden, die Rollenspiele führen. Der alteingesessene macht denke ich seinen Hauptumsatz mit Comics und Sammelfiguren, es gibt nur ein paar Regalmeter für Rollenspiele und etwas mehr für Miniaturenspiele. Wobei die Auswahl gerade bei Rollenspielen in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. Der andere Laden hat alles von Brettspielen über CCG und Miniaturenspiele bis Rollenspiele. Das Geschäft ist verhältnismäßig neu und scheint auf den ersten Blick ganz gut zu laufen, wenn man nach dem Puplikumsverkehr geht. Im Gegensatz zum anderen Geschäft gibt es hier auch Spieltische und regelmäßig Spielertreffen. Ich vermute aber mal, dass der Besitzer nicht umsonst zusätzlich einen dhl-Paketshop betreibt. Ein Cafe hat keines von beiden Geschäften zu bieten.

Das finanzielle Risiko schreckt sicherlich ab. Spieler, die ewig da sitzen und kaum was bestellen, bringen nicht sonderlich viel Umsatz, wenn man nicht gerade die Tischpreise sehr hoch treibt, was auch wieder abschrecken würde. Wenn man die Fläche für die Tische nicht benötigt und sich stattdessen auf den Verkauf beschränkt, reicht ein kleineres Ladenlokal und das kostet weniger. Und man sollte auch berücksichtigen, dass freakige Rollenspielläden selten an exponierter Stelle liegen. Das müssten sie aber, wenn sie auch noch auf Laufkundschaft für ihr Cafe aus wären, und das würde wiederum höhere Kosten bedeuten. Am Stadtrand oder Industriegebiet verlässt man sich vollständig auf Stammkundschaft und Mund-zu-Mund-Propaganda und das ist bei einer Nische wie Fantasyspiele schon ein großes finanzielles Risiko.

Ich kaufe gerne im Laden ein, weil ich gerne stöbere und die Atmosphäre mag. Ich würde vermutlich zu den Stammgästen gehören, wenn es hier so was wie ein Spielecafe gäbe. Ich würde sogar, wenn ich das Geld hätte und nicht einen anderen Job, den ich (noch) nicht an den Nagel hängen will, selbst sowas versuchen. Das Hirngespinst habe ich schon seit Jahren...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 8.07.2014 | 15:42
Wobei man sich Fragen kann in wie weit Spielen tatsächlich den Konsum im Cafe drückt.
Ich kenne es nur von einem Go-Club her, allerdings wurde da nachdem einpendeln erstmal gegessen und anschließend Cola und Kibas bestellt. Die dann auch normal getrunken und nicht "niedergenippt" wurden. Wenn ich dort allein hingehe und was esse, trinke und nicht spiele bin ich zwar schneller aber auch mit weniger verzehrten Getränken, wieder weg.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Just_Flo am 8.07.2014 | 16:22
Hm, dass ist wohl verschieden. Wenn ich in nem Shop bin, dann kaufe ich auch etwas. Entweder weil ich schon was wollte oder was finde, dass ich will.
Selbst wenn ich nur zum labern, malen oder nem Kampagnenspiel da bin, dann finde ich doch immer etwas und wenn es Farben sind. Meistens stieg die Menge der jeweiligen Einkäufe auch mit der Anzahl der schon sinnvoll beschäftigten Anwesenden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Tequila am 8.07.2014 | 18:47
Da Spieler oftmals Freaks sind, wäre es eventuell eine Möglichkeit, die Spielräume in den Keller zu verfrachten, also in Räume, die normalerweise kein zahlendes Cafepublikum sich antgun würde, für Rollenspiele aber quasi das Dungeonfeeling gleich mitbringt.Dazu oin jedem raum ein kleiner PC festinstalliert, damit man seine BEstellungen direkt an die Theke schicken kann, damit nicht dauern Personal runter rennt. Aber schon ab und an, um zum Verzehr auch mal zu ermutigen.


Vorteil: Kellerräume sind oft eh mit dabei, werden aber eben nicht sinnvoll genutzt. Man braucht für die Nischennutzung so kein teuren 2A Lagen raum, sondern kann dort die Geldgeber (aka Laufkundschaft für to go Produkte) "befriedigen"
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Supersöldner am 8.07.2014 | 18:51
verwenden wir doch Lieber Worte wie  Sonderbar und nicht Worte wie Freaks.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.07.2014 | 18:53
Nerds

NERDS

NERDS

NERDS
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Talon der Reisende am 8.07.2014 | 18:59
Letzt endlich glaub ich was man am meisten braucht ist den Mut zum Risiko egal womit man sich Eigenständig macht.

Sicher das Konzept muß stimmen , die Lokalität , und viele andere hier schon genannte Faktoren.
Und ich glaube egal wie viel man darüber nachdenkt , selbst wenn die Bank oder ein anseres Kreditinstitut grünes Licht gibt steht und fällt alles irgendwo mit der Nachfrage.

Sprich gibt es noch genug leute da draußen die sagen :

1.Ja ich kaufe gern in einem Laden ein auch wenn mich das vielleicht 5-10 € mehr als im Netz kostet weil ich gerne in Geschäfte gehe bzw  die Atmosphäre dort mag oder warum auch immer.

2.Ich suche einen ort wo ich mit freunden zusammen spielen kann und das nicht immer bei mir oder sonst wem Zuhause bzw. Ich suche einen ort wo die Möglichkeit besteht/die Wahrscheinlichkeit groß ist auf Menschen zu stoßen mit ahnlichen Hobbys wie ich.

3.Ich einen laden suche mit Kompetenten freundlichen Angestellten wo mich auch die ein oder andere Nerd backe nicht stört (vielleicht bin ich ja selbst eine ;-)  )

4.Ich kein Problem mit einem gewissen Anfahrtsweg habe wenn das Ambiente wirklich gut ist.

All das muß gegeben sein denk ich und man findet glaube ich nicht eher raus ob es diese leute gibt bevor das Angebot da ist und man dann Jubeln kann oder Gast in der nächsten Folge "Raus aus den Schulden" wird.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 19:05
@Gastronomie: Die Kneipe, in die wir früher immer gegangen sind (nicht zum Spielen, sondern halt zum Rumhängen, aber da haben wir dann auch den ganzen Abend einen Tisch belegt), wurde von einem Menschen geführt, der tagsüber einen "richtigen" Job hatte. Der Pub war quasi sein Hobby.

Ich vermute mal sehr stark, dass viele Leute, die ein Café oder etwas ähnliches aufmachen, da nicht mit Finanzen = 0 anfangen werden. Nach dem, was Slayn vorgerechnet hat, lohnt sich das auch nicht wirklich.

@Geschäftsplan: Professionelle Hilfe bei einem Geschäftsplan ist ganz schön teuer. Da ist es nicht mit 50 € getan. Vermutlich auch nicht mit 500 €. Und dann kann es immer noch gut sein, dass das Urteil "Nee, lohnt net" ist.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.07.2014 | 19:54
Ja klaaar... schüren wir das dämliche Image von Nerds im Keller oder was? Freaks?

Um das mal klarzustellen, wenn ich irgendwo anders als in MEINEM Keller spielen soll - wer spielt denn da schon wenn man andere Möglichkeiten hat - dann muss der Raum freundlich und hell eingerichtet sein.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Steppenork am 8.07.2014 | 20:10
Um das mal klarzustellen, wenn ich irgendwo anders als in MEINEM Keller spielen soll - wer spielt denn da schon wenn man andere Möglichkeiten hat - dann muss der Raum freundlich und hell eingerichtet sein.
Ich hätte auch nichts gegen einen stimmungsvoll eingerichteten Gewölbekeller auszusetzen, aber im ehemaligen Kohlekeller, wo man den Kopf einziehen muss, wenn man durch die Tür geht, das dann eher nicht. Wenn man Kellerräume so einrichtet, dass sie gemütlich sind, dann ist das sicherlich auch nicht ganz billig.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 8.07.2014 | 20:11
Da Spieler oftmals Freaks sind, wäre es eventuell eine Möglichkeit, die Spielräume in den Keller zu verfrachten, also in Räume, die normalerweise kein zahlendes Cafepublikum sich antgun würde, für Rollenspiele aber quasi das Dungeonfeeling gleich mitbringt.Dazu oin jedem raum ein kleiner PC festinstalliert, damit man seine BEstellungen direkt an die Theke schicken kann, damit nicht dauern Personal runter rennt. Aber schon ab und an, um zum Verzehr auch mal zu ermutigen.


Vorteil: Kellerräume sind oft eh mit dabei, werden aber eben nicht sinnvoll genutzt. Man braucht für die Nischennutzung so kein teuren 2A Lagen raum, sondern kann dort die Geldgeber (aka Laufkundschaft für to go Produkte) "befriedigen"

 >;D

Wir sind ja eher selten einer Meinung ... aber hierfür beide Daumen hoch  :d :d
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.07.2014 | 20:14
Klar, Gewölbekeller ist cool. Aber für mich vermutlich auch nur für Spiele am Abend. Solange die Sonne draussen ist, möchte ich in einem Raum sein der Hell ist, sonst bekomme ich Depressionen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 20:16
Spätestens wenn jemand im Keller "stimmungsvolle" Kerzen anmacht, ist die Luftqualität beim Teufel.  :P
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Barbara am 8.07.2014 | 20:17
Spätestens wenn jemand im Keller "stimmungsvolle" Kerzen anmacht, ist die Luftqualität beim Teufel.  :P
Dank moderner Technik ist das kein Problem mehr, wenn elektrische Kerzen genutzt werden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 8.07.2014 | 20:21
Das Konzept des Kellers ist ja auch nicht wirklich neu.

Ich glaube, jede Kegelbahn, auf der ich jemals war, befand sich im Keller.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 20:28
Kegelbahn ist jetzt aber wirklich mal ein guter Vergleich.  ;D

Ich meine, du brauchst keine teure Technik, den Platz kannst du mit Tischen nutzen; und so mega-viel konsumieren ja Kegler beim Spielen auch nicht. Die zahlen dann halt für den Abend Kegelbahn, aber das könnte man ja dann auch über eine Tischgebühr regeln...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.07.2014 | 20:35
Kegel gehe ich nicht aber unsere Bowlingbahn ist im 3. Stock  8)

Elektrische Kerzen? Oh je  ::) Nee, das wär auch nix für mich. In den meisten Kellerrestaurants sind auch echte, und die Luft da ist normalerweise ok. Aber abgesehen von meiner Hauptgruppe sind meine Spieler eh unkerzbar. Da ist viel zu viel Bewegung am Tisch dass ich da echte sFeuer haben wöllte  :D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 8.07.2014 | 20:36
Kegelbahn ist jetzt aber wirklich mal ein guter Vergleich.  ;D

Ich meine, du brauchst keine teure Technik, den Platz kannst du mit Tischen nutzen; und so mega-viel konsumieren ja Kegler beim Spielen auch nicht. Die zahlen dann halt für den Abend Kegelbahn, aber das könnte man ja dann auch über eine Tischgebühr regeln...

Also die paar Kegelbahnen, die ich noch kenne, sind alle unter einer Gaststätte als Nebenangebot oder im Sportheim. Vermutlich würden sich die so ohne alles andere auch nicht rentieren.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Steppenork am 8.07.2014 | 20:36
Kegelbahn ist jetzt aber wirklich mal ein guter Vergleich.  ;D

Ich meine, du brauchst keine teure Technik, den Platz kannst du mit Tischen nutzen; und so mega-viel konsumieren ja Kegler beim Spielen auch nicht. Die zahlen dann halt für den Abend Kegelbahn, aber das könnte man ja dann auch über eine Tischgebühr regeln...
Bei den Kegelbahnen, die ich bisher kennengelernt habe, kommt dann auch die richtige Dungeonstimmung auf.  :ctlu:
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 8.07.2014 | 20:38
Die Kegelbahn ist genau so ein guter Vergleich wie der "Saal" in der klassischen süddeutschen Gastro.
Ja, sie dürfen ruhig da sein, sollten wenn es geht nichts kosten und sind alles, wirklich alles, nur nicht das Hauptgeschäft.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 8.07.2014 | 20:55
Die Kegelbahn ist genau so ein guter Vergleich wie der "Saal" in der klassischen süddeutschen Gastro.
Ja, sie dürfen ruhig da sein, sollten wenn es geht nichts kosten und sind alles, wirklich alles, nur nicht das Hauptgeschäft.
Richtig. Die funktionierende Gastronomie muss den Laden tragen, Rest kann Nebengewinn sein.

Ob ich das nun noch erweitern will/kann, nämlich dass ich z. B. Rollenspiel-/Brettspielprodukte in jenem Raum ausstelle und u. U. zum Kauf anbiete, könnte man sich überlegen.

Ich kenne das alles aus meiner "wilden Zeit"; sei es der sonst ungenutze Nebenraum für Kicker/Billiard, der Keller in der Kneipe/Café, der zur Minidiskothek umgemodelt wurde, etc. Die wichtigen Einnahmen mussten aber immer "oben" sprudeln.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 21:00
Im Prinzip brauchen wir also nur noch einen erfolgreichen Gastronom, der nix gegen ein paar Rollenspieler im Keller hat.  ^-^

...das ist dann aber vermutlich eher als Verein, bei dem jemand einen entsprechenden Verwandten hat, darstellbar, als als Hobbyist, der davon irgendwie leben der dadurch keinen regelmäßigen finanziellen Verlust einfahren will.  ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Text am 8.07.2014 | 21:15
Wie wäre es denn mit einer Wohnzimmer-Vermietung ohne angeschlossene Gastronomie?

Also so was wie ein Hotel - nur dass man da für die 40€ nicht ein Zimmer mit Bett für eine Nacht bekommt - sondern ein Zimmer mit großem Tisch und gemütlichen Stühlen für einen Nachmittag/Abend. Optional noch mit Zugriff auf die angeschlossene Spiele- und Rollenspiel-Bibliothek. Quasi Tagungsräume, bloß nicht ganz so Business-mäßig.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 8.07.2014 | 21:18
Wie wäre es denn mit einer Wohnzimmer-Vermietung ohne angeschlossene Gastronomie?

Also so was wie ein Hotel - nur dass man da für die 40€ nicht ein Zimmer mit Bett für eine Nacht bekommt - sondern ein Zimmer mit großem Tisch und gemütlichen Stühlen für einen Nachmittag/Abend. Optional noch mit Zugriff auf die angeschlossene Spiele- und Rollenspiel-Bibliothek. Quasi Tagungsräume, bloß nicht ganz so Business-mäßig.
Falls dies jemand ernsthaft vorhat und durchführt...man berichte mir vom Erfolg.

Kann ein 25qm Kellerzimmer mit durchaus größerer RPG-Sammlung, W-LAN, grossem IKEA Hemnes-Rundtisch (ausziehbar) und Nebenraum für Getränke inkl. Kühlschrank bieten!  ;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 21:25
Das würde sich vielleicht als eine Art Mitspielzentrale verwirklichen lassen - da können Leute ihre freien Räumlichkeiten für irgendwelches Geld für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen, und spielwillige Leute mit Platzproblemen können die dann buchen.  :)

Wobei ich nicht weiß, wie viele Gruppen wirklich so große Platzprobleme haben, dass sie einfach einen Raum von privat anmieten, nur um da zu spielen.  :-\
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Text am 8.07.2014 | 21:37
Zwei Gründe würden für mich dafür sprechen so ein Angebot anzunehmen:
1. zentrale Lage - wenn die Leute weit auseinander wohnen und sich so die Möglichkeit bietet, sich irgendwo in der Mitte zu treffen.
2. ein großer Spieltisch - statt einem viel zu kleinen Küchentisch in der eigenen Wohnung

Bonus-Argument für Faulpelze: ich muss die eigene Wohnung nicht aufräumen  ~;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 8.07.2014 | 21:41
Bonus-Argument für Faulpelze: ich muss die eigene Wohnung nicht aufräumen  ~;D

Und schon hast du ziemlich zielsicher den Grund gefunden, warum das nur wenige Leute anbieten werden.  :-\
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Tequila am 8.07.2014 | 21:43
Im Prinzip brauchen wir also nur noch einen erfolgreichen Gastronom, der nix gegen ein paar Rollenspieler im Keller hat.  ^-^

...das ist dann aber vermutlich eher als Verein, bei dem jemand einen entsprechenden Verwandten hat, darstellbar, als als Hobbyist, der davon irgendwie leben der dadurch keinen regelmäßigen finanziellen Verlust einfahren will.  ;)

Unser Verein (Historisch-Fantastische Gesellscahft in Duisburg) hat sich immer in einer Gaststätte im Keller getroffen. Alle drei Wochen Freitags waren wir dort, hatten unsere Spielothek in einem abschließbaren Schrank und waren gern gesehne Gäste.

Ich bin übrigens fasziniert, wie hier auf das Wort "Freaks" steilgegangen wird und man sich dagegen verwehrt, in den Keller zu gehen.

Wir halten also fest: Wir erwarten, das wir top eingerichtete, helle Räume haben, die möglichst nichts kosten dürfen und besonders viel verzehren will man auch nicht...

Bin mir sicher, das dies funktionieren wird....NICHT!

Ich hatte im übrigen mal eine Kneipe, in der es zumindest einen Spieleabend in der Woche gab: Magic, diverse Brettspiele, etc.pp

Da war dann immer die sogenannte Colafraktion da: Jeder hielt sich den gesamten Abend krampfhaft an einer Coke fest, einer von vier hat vielleicht was gegessen...

Nä, so war das alles nichts
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 8.07.2014 | 22:02
@Geschäftsplan: Professionelle Hilfe bei einem Geschäftsplan ist ganz schön teuer. Da ist es nicht mit 50 € getan. Vermutlich auch nicht mit 500 €. Und dann kann es immer noch gut sein, dass das Urteil "Nee, lohnt net" ist.

Selbst wenn es 5000€ kostet, verglichen mit den Kosten wenn man hinterher auf die Nase fliegt ist das nichts. Ein professioneller Geschäftsplan hilft mehr als irgend ein idealistisches "wird schon klappen". Die sagen ja nicht ohne Grund nee, lohnt nicht.
Ich persönlich würde auf jeden Fall eine Wirtschaftlichkeitsprüfung machen lassen. Wenn man ne Viertelmillionen in die Hand nimmt (nehmen muss) würde ich an der Stelle nicht sparen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 9.07.2014 | 08:31
Ich meine, du brauchst keine teure Technik, den Platz kannst du mit Tischen nutzen; und so mega-viel konsumieren ja Kegler beim Spielen auch nicht. Die zahlen dann halt für den Abend Kegelbahn, aber das könnte man ja dann auch über eine Tischgebühr regeln...
Kegler konsumieren nicht viel? Von dem was ich hörte haben Kegelvereine den Ruf zu saufen wie die Löcher. ^^;;;
Auch sowas wie Dart und Skat Spieler werden nicht angelockt weil man was für die Gemeinschaft tun mag, sondern weil die ordentlich was wegziehen.


@Tequilla:
Bisher hat doch keiner davon gesprochen das man im normalen Cafe nicht etwas trinken mag?
Ich finde das Cafe ja gerade attraktiv weil man dort trinken und ggf. was essen kann.

Dementgegen ist mein Wille mich irgendwo in einen Keller stecken zu lassen, irgendwie gering. oO;
Mal davon ab das ich wesentlich mehr Colas und Kibas trinken kann als Alk. Selbst wenn die eine Biersorte haben sie trinkbar ist. ^^
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: korknadel am 9.07.2014 | 08:38
Also entweder ich verwirkliche den Traum von einem Ort, wo sich eine Community finden und austoben kann, oder ich schicke die Nerds in den Keller und überlasse sie dort ihrem Schicksal. Die Zwergenbinge - Gott hab sie selig - in Tübingen hat das so gemacht (mit einem wirklich tollen Gewölbekeller). Das ist für die Spieler zwar sehr praktisch, aber im Laden selbst merkst Du davon dann halt nichts (was auch besser sein kann). Eine Treff-/Café-Atmo kommt so jedenfalls nicht auf.

Übrigens noch eine Schwierigkeit beim Handeln mit Rollenspielen: Die Kunden, die bloß DSA, Shadowrun und Cthulhu auf Deutsch wollen, hast Du schnell befriedigt. Aber bei spezielleren Kunden wie den Tanelornis läufst Du ständig Gefahr, sagen zu müssen: Sorry habe ich grad nicht da, oder gar: Sorry, führen wir nicht. Um für alle Kundenwünsche gewappnet zu sein, müsste man sich riesige Warenmassen in den Laden stellen, und das meiste davon wird dann vielleicht ein oder zwei Mal im halben Jahr verkauft - oder noch seltener. Es nicht da zu haben, ist riskant, weil man die speziellen Kunden vergrault (Rollenspieler sind nunmal speziell und pingelig in solchen Sachen). Es da zu haben, bedeutet, dass man ständig wahnsinnig viel Kapital bindet. Zumal Waren aus den USA schon allein vom Porto her nur relativ teuer zu importieren sind und man den ganzen Kram nicht remittieren kann. Die Sortimentgestaltung ist eine heikle bzw. teure Sache.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 9.07.2014 | 08:51
@Talon:

Du suchst ja tendentiell eher bestätigende Meinungen, aber da ich dazu betriebswirtschaftlich nichts ableisten kann (  >;D ) lege ich Dir eine andere Sache ans Herz:

Du möchtest gern einen offenen Treff mit und für Gleichgesinnte schaffen. Ein Laden, mit und/oder oder ohne Café scheidet ja logischerweise aus. Was also, wenn Du Dich einfach ehrenamtlich betätigst. Einen vernünftigen Job hast Du ja. Deinen Bedarf an einem gemütlichen und schönen Treff (ergo ohne Kapitalismus) kann man hervorragend zB in seiner (besser evangelischen!) Kirchengemeinde starten. Hast Dui einen Gruppenleiterschein gemacht? Warst vielleicht bei den Pfadis oder gar Konfirmanden? Kennt man Dich in Deiner Gemeinde?
Das ist etwas, wo Du in ganz kleinem Rahmen Kaffee und Gebäck zum Selbstkostenpreis ausgeben kannst, gemütlich zu zivilen Zeiten Spielrunden oder Diskussionsrunden einlädst, Freunde alt und neu triffst.
So würde ich starten.
Bei genügendem Bedarf kann man daraus auch einen Verein gründen und das Portfolio vielleicht auf Brett- uznd Kartenspiel erweitern. Außerdem generiert man so affinen Nachwuchs  :d

Wenn Du dann noch Lust und Zeit und Muße hast, Deine Kiddies mit Rollenspielmaterie zu versorgen, kannst Du ja in Absprache mit DeinemArbeitgeber erstmal ein Minigewerbe anmelden und den local dealer spielen. Frag bei den Verlagen an, was für Dich drin ist, mach Deine ersten Gehversuche.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 9.07.2014 | 08:56
@Teylen:

Mit der Colafraktion hat er recht, das ist nun mal so. (Am besten sind die, die dann noch heimlich eine Flasche in ihrem Rucksack haben und nachfüllen wenn keiner hinsieht).

Es geht aber primär um die Verweildauer und den Bezug auf den Konsum. Das bedeutet, eine Gruppe setzt sich an den Tisch, wird diesen recht lange blockieren und einen Konsum haben der (im Vergleich zu den kosten) praktisch nicht existent ist. Wenn 4 Leute an einem 4er Tisch jeweils 20 Euro konsumieren (Flammkuchen, kaffee, 2 Glas Wein, "Tischmiete"), dann kommt man mit Ach und Krach auf die benötigten 80 Euro für diesen Tisch damit man anfängt aus dem Minusbereich zu kommen.

Jetzt sind Rollen- und Brettspiele aber etwas das Platz braucht, also wird ein 4er für 4 Leute nicht reichen, eher ein 6er oder 8er Tisch, dann müsste die Mindestgrenze schon wieder auf 120/160 angehoben werden und da sind die mit ihrem Konsum halt weit davon entfernt.

Oder um das anders zu formulieren: Je länger du sitzt, umso unrentabler wirst du. Zum einem eben wegen deinem maximalen Konsum, zum anderen weil du einen Platz blockierst den andere Konsumenten nutzen könnten.
Es gibt Zeiten, bei denen stört das nicht, zumindest nicht akut, etwa zwischen den Rush Hours oder wenn schon davon abzusehen ist dass das Geschäft für den Tag zu Ende ist und niemand mehr nachkommt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 9.07.2014 | 09:19
Jetzt sind Rollen- und Brettspiele aber etwas das Platz braucht, also wird ein 4er für 4 Leute nicht reichen, eher ein 6er oder 8er Tisch, dann müsste die Mindestgrenze schon wieder auf 120/160 angehoben werden und da sind die mit ihrem Konsum halt weit davon entfernt.

Wenn wir die letzten Zahlen von Shadom nehmen, dann wird das Missverhältnis noch größer: Als Spielfläche vorgesehen waren separate Räume mit Platz für zwei Cafetische, wobei auf Grund des zum Spielen benötigten Platzes in jedem Raum nur eine Runde platziert werden soll. Außerdem ging er davon aus, dass der Raum nur einmal am Tag belegt ist, obwohl eine Spielrunde höchstens die Hälfte der Öffnungszeit anwesend ist.

Ergo tausche ich eine Spielrunde gegen das vierfache an "regulären" Gästen (doppelt so viel Platz, halbe Zeit unnutzbar).

Dann doch lieber die Regalwand mit Spielen als Dekoration und ein freundschaftliches Verhältnis zu Spielern und Vereinen... ...die aber bitte wie alle anderen auch regulär konsumieren und gegebenenfalls reservieren mögen.

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 9.07.2014 | 09:35
Deswegen würde ich ein Industrie Gebiet vorschlagen, da bekommt man Büroräume schon für weniger Geld, und man muss nicht 22k an Ladenmiete reinholen. In FFM waren es vor 15 Jahren 8k am Römer für 50qm, das ist bestimmt nicht weniger geworden. (Eiscafe)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 9.07.2014 | 10:02
Das einzige was ich im Kontext von Schmuggelaktionen miterlebt hab war Wasser.
Ansonsten zog ich an einem normalen Barabend schonmal um die zehn Cola. Nun oder etwas weniger als eine Handvoll großer Kibas. Dementgegen verkrafte ich da höchstens drei Rodenbach Biere bis ich keinen Durst mehr habe. Zumal Cola schließlich auch noch recht fix absteht.

Vom Platzverbrauch sollte man halt nicht mit TableTop anfangen. Der Rest geht eigentlich. Zumindest mit einem großen Go-Brett war so ein normaler zweiter Tisch kein wirkliches Problem.

Ansonsten, nur aus Neugier, wo nimmst du die 80€ pro Tisch her?
Wenn ich mir die Preise in meinem aktuellen fav. Restaurant ansehe und mir vorstelle das man an einem Zweiertisch jeweils die teuersten Speisen von der Karte (Vorspeise, Hauptgericht, Dessert) plus Getränk nimmt, wird es eher herausfordernd 80€ zu erreichen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 9.07.2014 | 10:08
Zitat
Ansonsten zog ich an einem normalen Barabend schonmal um die zehn Cola.
Das ist für den Durchschnittskunden viel (i. S. v. "utopisch viel") zu hoch.

Mit Glück trinkt der durchschnittliche Kunde 3 - 4 Getränke...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 9.07.2014 | 10:14
Was auch okay wäre?
Ich finde nur die Annahme das die Leute es schaffen sich beim Zuckerwasser, das ja drauf angelegt ist das man zuviel davon trinkt, zurück zu halten. @.@;
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 9.07.2014 | 10:20
Was auch okay wäre?
Ich finde nur die Annahme das die Leute es schaffen sich beim Zuckerwasser, das ja drauf angelegt ist das man zuviel davon trinkt, zurück zu halten. @.@;
4 Leute a 4 Getränke (2,50 €) macht bei mir 40,00 €. Und ein Tisch für 4+ Stunden weg.

Nope, das ist kein Umsatz, der sich rentiert. Und ganz ehrlich: Nach Cola Nr. 3 würde ich auch passen, den pelzigen Geschmack kriege ich ja nie wieder aus dem Mund.
Wahrscheinlicher wäre für mich das Szenario, dass ich bei sowas eher eine Flasche Wasser kaufe und mir die reicht. Nochmal weniger Einnahmen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 9.07.2014 | 10:58
@Teylen:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 9.07.2014 | 15:10
Dragonworld ist ja vor einigen Jahren aus Wellingsbüttel (teurer Stadtteil am Alsterlauf) nach Fuhlsbüttel (mittelpreisig) gezogen.

Jetzt sind die beiden aber nach Besdorf (Nähe Wacken) gezogen. Ist sicherlich schön ruhig ... Und billig. Ich kann mir vorstellen, dass die Lebensqualität dort recht hoch ist. Ruhe, grün, Natur. Aber einen wirtschaftlichen Aspekt denke ich mir einfach mal dazu ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Ifram am 10.07.2014 | 09:47
Das Spielecafé Voyager  (http://www.voyager-bonn.de/)hat frisch eröffnet und ist mit einem Stand auf der FeenCon (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,90004.msg1857848.html#msg1857848) vertreten.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 10.07.2014 | 09:53
Das Spielecafé Voyager  (http://www.voyager-bonn.de/)hat frisch eröffnet und ist mit einem Stand auf der FeenCon (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,90004.msg1857848.html#msg1857848) vertreten.
Bin gespannt, ob es sich hält. Wobei bei einer Uni-Stadt wie Bonn könnte es funktionieren.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Akirael am 10.07.2014 | 11:32
Ich habe vor den Prüfungen dieses Jahr, mal ein paar Ladenkonzepte mit einer Oberstufe im Einzelhandel durchgekaspert. Heruasgekommen sind ein paar sehr interessante Sachen.

1. BWL-Absolventen und Wirtschafts-Lehrämtler verstehen keine lokalen Märkte, keiner der Lehrer und Ausbildungspartner hat ein tragfähiges Konzept auf die Beine stellen können, wenn man den Standort des Ladenlokals auf die Heimatstadt beschränkte. Dabei war die Nutzung des Internets explizit erlaubt.

2. Berufsschüler können nicht nur sehr kreativ sein, sie wissen was ihre Stadt braucht. Und das Resultat war, das eines von drei Phantastik-Store konzepten aufging. Es fing Planungskäufer durch das Internet, bot Mehrwert durch Serviceleistungen, die es nur im Ladenlokal gab (Vermietung von Spielutensilien, Anfertigung von Sondermodellen durch 3D Druck für Tabletoper und DnD spieler, Turnier- und Eventorganisation etc.) und es gab Kommunikation mit der lokalen Szene (Kurz ein Rundum-Werbekonzept). Außerdem wurde sehr stark auf Laufkundschaft und Impulskäufe, bei der Ladengestaltung, gesetzt. Denn hier lieben es die Leute einfach durch die Innenstadt zu bummeln und sich einfach treiben zu lassen.

3. Der Einzelhandel ist im Begriff sich erneut zu Wandeln, immer mehr Kunden verlieren den Glauben ans Internet als günstigste Option,völlig zurecht. Der Trend bewegt sich wieder weg von Vollsortimentlern hin zu echten Fachgeschäften, weil eben doch Beratungsbedarf besteht, aber auf einem völlig anderen Niveau als früher. Die Menschen sind heutzutage, dank Schlaufon und Co., einfach besser informiert und Versandhändler und Vollsortimentler können die nun notwendige Tiefe der Serviceleistungen einfach nicht liefern. Die Zeiten von "Geiz ist geil" sind vorbei, jetzt wo die Menschen eigentlich alles haben was sie brauchen, wollen sie Wertsteigerungen haben. Und welcher Art diese sind, ist von Standort zu Standort unterschiedlich. Das können die großen auf dem Markt nicht bedienen und hier liegt die Chance der kleinen, sie sind agiler auf ihrem Markt und näher an ihren Kunden. Ebenso gelten alte Vorurteile und Marktweisheiten nicht mehr und das ist auch was aktuell Traditionsunternehmen ins wanken bringt, wärend viele Emporkömmlinge die Märkte erfolgreich erobern.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Steppenork am 10.07.2014 | 14:15
Die Punkte 1 und 2 glaube ich sofort. Es ist alles auf Globalisierung ausgerichtet, da wundert es mich nicht, wenn Marktwirtschaft im Kleinen langsam von den Lehrplänen verschwindet.
Bei Punkt 3 bin ich aber skeptisch. Ich habe schon oft Diskusionen geführt, in denen die Aussage gefallen ist "ich seh mir das im Laden an und dann bestell ich's im Internet, da ist es billiger und wird mir direkt an die Haustür geliefert." Von Anschauen verdient aber kein Fachgeschäft etwas. Was ich jedoch beobachte ist, dass gerade Nischen wieder ganz gut zu laufen scheinen. Bei uns hat vor kurzem ein neuer Plattenladen aufgemacht, die beiden Comic- respektive Rollenspielläden scheinen einigermaßen zu laufen und was es wie Sand am Meer gibt sind Geschäfte für Einrichtungsgegenstände alller Art, Läden für Bastel- und Malzubehör usw.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: YY am 10.07.2014 | 15:05
 :Ironie:
Wie schaffen es Geschäfte mit Laden plötzlich wieder günstiger zu sein als Internet-Versandhändler?

Günstiger geht wohl nicht, aber Mehrwert bieten geht.

Bei mir im Dorf ist ein Werkzeug-Handel, der überregional bekannt ist - weil man sich dort auskennt und richtig Zeit nimmt.
Die haben z.B. vor Kurzem einen Hersteller komplett aus dem Sortiment genommen, weil der die Produktion verlagert hat und als direkte Folge von einer Lieferung auf die nächste nur noch billigen Schrott geliefert hat.

O-Ton vom Chef: "So einen Mist kann ich nicht mit gutem Gewissen verkaufen."

Auch bei anderen Sachen ist der immer am Ball, und das schätzt die Kundschaft eben.

Geht nicht mit jeder Ware, aber da geht das sehr gut auf.


Ich habe schon oft Diskusionen geführt, in denen die Aussage gefallen ist "ich seh mir das im Laden an und dann bestell ich's im Internet, da ist es billiger und wird mir direkt an die Haustür geliefert."

Da könnte ich jetzt aufs Schönste abranten, aber ich belasse es mal bei der positiven Feststellung, dass mir das in letzter Zeit deutlich weniger begegnet.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 10.07.2014 | 15:18
Zitat
Ich habe schon oft Diskusionen geführt, in denen die Aussage gefallen ist "ich seh mir das im Laden an und dann bestell ich's im Internet, da ist es billiger und wird mir direkt an die Haustür geliefert."
Das kommt immer drauf an...

Ich bin definitiv nicht bereit, für Produkte beim Media-Markt/Saturn einen Aufschlag von 30 % - 50 % zu zahlen, denn wo ist in diesen Geschäften mein Mehrwert?
Unterschied dazu: Baumarkt. In den meisten Fällen habe ich die Preise ca. im Kopf (Vorabinformationen eingeholt), aber wenn ich da wirklich eine gute Beratung erhalte...dort mitgenommen, wobei ich auch da auf den Preisunterschied achte.

Meinen PC würde ich nur noch in der örtlichen Klitsche zusammenstellen lassen, Einzelteile dagegen wiederum im Internet holen (Grafikkarte, Speicher, etc.).
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Akirael am 10.07.2014 | 22:03
Tatsächlich sind die Einzelhändler nicht günstiger, sondern die Internetanbieter werden immer teurer. Was nicht zuletzt an den immer größeren Risiken, wie etwa schärferen Gewährleistungsansprüchen oder der gesteigerten Kapizalbindung, liegt. Das wird für viele kleine Internetanbieter kaum noch tragbar. Ich nenne hier jetzt mal bloß den Rücklauf bei Textilien als Beispiel. Da werden drei mal das gleiche Shirt in verschiedenen größen bestellt und zwei kommen mit aufgerissener Verpackung zurück, das sind Kosten und wärend die zwei nicht verkauften Shirts bei der Post liegen, kann der Händler sie nicht weiterverkaufen. Deshalb wird, seit diesem Juni, der Kunde zur Kasse gebeten, wenn dieser etwas zurück schickt. Und ja, man zahlt den Versand auch, wenn man am Ende kein Produkt gekauft hat.

Auch verstehen gute Verkäufer und Einzelhandelskaufleute, dem Beratungsdiebstahl entgegen zu wirken, nämlich durch ein gut durchorganisiertes Verkaufsgespräch. Soll der Kunde doch den Hauptartikel im Netz kaufen die notwendigen und erleichternden Zusatzartikel kauft er beim Händler seines Vertrauens. Und das ist der Schlüssel, Vertrauen. Menschen vertrauen Dienstleistern dessen Gesicht sie kennen und nicht irgend einem gesichtslosen Bestellformular auf einer Mattscheibe. Auch kann der Einzelhändler kulanter sein, WENN ich mit ihm gut stehe. Ein Internetanbieter kann das im Normalfall nicht, wo wir wieder beim Mehrwert, des Einzelhandels, wären.

Und auf die Frage nach Fachgeschäften im Internet, nein die gibt es dort nicht. Das sind bestenfalls Fachkataloge. Beratung, notwendige oder erleichternde Zusatzdienstleistungen und Alternativprodukte oder gar alternative Problemlösungen bekommt man dort nicht. Und diese sind mitunter bezeichnend für Fachgeschäfte und unterscheiden diese von Fachmärkten, wie etwa Media-Saturn oder Expert. Und ehe jetzt jemand fragt, ja ich habe die notwendigen Qualifikationen der IHK, um diese Aussage so zu machen zu können. ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Just_Flo am 10.07.2014 | 22:36
Also ich bin faul und will mein Produkt jetzt hier und gleich haben. Vom Laden nach Hause rennen und dann nochmal auf die Lieferung warten, wenn ich das Produkt auch gleich mitnehmen kann? Vergiss es.

Ansonsten gehöre ich zu den "Spinnern" die ihre Einkäufe nach Sympathie bzw. nach wer was macht für die Communities aufteilt.

Ich unterstütze meine Läden Vorort. Bin ich in Ingolstadt, dann ist das halt nunmal der GW.
Ich unterstütze den Bruder meines Reensburger Nachbarns bzw. den Laden, der den Verein unterstützt.
Ich unterstütze den Laden in Augsburg, weil der Gregor was für die Community tut und Turniere organisiert. Bekomme ich da Prozente? Bei einzelnen Bezugsquellen ja. Würde ich bei diesen auch ohne Prozente kaufen? Ja.
Kaufe ich auch online? Ja, PDFS. Kaufe ich auch reale Produkte Online? Amazon und Ebay ja,  billigst Versand aus England nein.
Würde ich reale RPG Produkte / Warhammer Produkte online kaufen, dann wohl beim Roland bzw. nem Shop, der 2 Tunterstützt.abletopforen
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Steppenork am 10.07.2014 | 23:42
@ JustFlo

genau so!
+1
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: YY am 10.07.2014 | 23:47
@Turning Wheel:

Ich bin für meine Kamera damals auch 60 km gefahren...dafür war aber die Beratung klasse.
Hochwertige Fotoausrüstung ist schon speziell.

Bei dir und Akirael liegt die Wahrheit wohl wirklich nicht dazwischen, sondern je nach betrachteter Nische jeweils am ganz anderen Ende  ;)

Ich habe auch schon öfter den Fall gehabt, dass manche Sachen im Netz von zig Leuten super bewertet wurden und dann kommt irgendein Landei aus meinem Bekanntenkreis an und weiss von dem einen Knackpunkt, der das Ganze zum absoluten No-Go macht.
Tausend Reviews bringen mir nichts, wenn die alle keine Ahnung haben oder das Zeug anders nutzen als ich.

Aber da gehts dann auch nicht um Bücher oder Schuhe...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 11.07.2014 | 00:09
Ich stimme Akirael insofern zu, als das ich "Common Knowledge" und "Best Practices" zwar konsultiere aber auch generell hinterfrage und versuche mir Informationen zu einem Business-Thema auf allen Ebenen einzuholen, was meist die enormen Löcher in den beiden Oben genannten Dingern aufzeigen kann. Das mag vielleicht daran liegen dass ich bis vor kurzem bei einer der Firmen tätig war die genau diese Art von "Best Practices" formuliert hat.

Ich muss aber an der Stelle sagen, seine Vergleiche hinken hier gewaltig. Es ist eine Sache etwas aufzubauen das Self Sustainable ist, eine ganz andere einen individuellen Exit zu planen bzw. mit Shareholder Value Sachen zu hantieren.

Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Akirael am 11.07.2014 | 00:17
[...]

Ich muss aber an der Stelle sagen, seine Vergleiche hinken hier gewaltig. Es ist eine Sache etwas aufzubauen das Self Sustainable ist, eine ganz andere einen individuellen Exit zu planen bzw. mit Shareholder Value Sachen zu hantieren.
Hier kann ich insofern zustimmen, das es wirklich einen Unterschied machen kann, abhängig davon in welchen Größenordnungen man arbeiten will. Und ich verdiene nuneinmal meinen Lebensunterhalt damit Kleinbetriebe vor dem Bankrott zu bewahren und Ausbildungsabsolventen zu zeigen das Mittelstandsbetriebe bzw. die Selbstständigkeit auch eine Karriereoption sind. ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 11.07.2014 | 00:44
Hier kann ich insofern zustimmen, das es wirklich einen Unterschied machen kann, abhängig davon in welchen Größenordnungen man arbeiten will. Und ich verdiene nuneinmal meinen Lebensunterhalt damit Kleinbetriebe vor dem Bankrott zu bewahren und Ausbildungsabsolventen zu zeigen das Mittelstandsbetriebe bzw. die Selbstständigkeit auch eine Karriereoption sind. ;)

Das ist insofern wirklich witzig da wir das selbe machen, nur auf komplett unterschiedlichen Ebenen. Erklärt natürlich auch den vollkommen unterschiedlichen Blickwinkel auf das ganze.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 11.07.2014 | 01:29
Ich habe z.B. letztes Jahr eine größere Summe für eine Fotoausrüstung ausgegeben.
Ich habe mehrere Tage versucht, das in realen Geschäften in 50 (!) km Umkreis zu tun.
Ich war sogar bereit 10% mehr auszugeben als bei verschiedenen Spezialisten im Web.
Es ging nicht. Es gab keine Geschäfte mehr bis auf eines. Und das hat mich am Telefon so schlecht
beraten, dass ich den Weg erst gar nicht gemacht habe.
Im Internet dagegen habe ich verschiedene Videos zu Produkten angesehen, die so detailliert
waren, dass kein Verkaufsgespräch dieser Erde ein annähernder Ersatz gewesen wäre.
Das liegt daran, dass ich gerne 3 bis 5 Stunden investiere, wenn ich ein Ding für mehrere
K Euro kaufe. Zumal die Information im Netz deutlich fundierter ist, weil die dortigen Verkaufsgespräche
schnell mal von 10.000 Leuten gesehen und von 500 bewertet und kommentiert werden.

Das habe ich heute auch gelesen: Laut einer Studie schafft der Onlinehandel eine 3 mal höhere Markenbindung als der Einzelhandel, da der Onlinehandel viel detailierter auf den Kunden eingehen kann als das offline möglich ist.

Ich bin erstaunt wie viele Leute hier Kleinbetriebe retten. Dann könnte man ja doch ein Geschäft aufmachen^^
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 11.07.2014 | 01:36
Ähm... Vertrauen? Was soll das bitte aussagen?
Ob ein Berater kompetent berät oder ein Ladengeschäft kulant ist oder - zugegeben - ein Webshop anständig, kann ich als Laie nicht einschãtzen oder nur im Notfall dann erleben und schlimmstenfalls erleiden. Da muß ich also ÜBERALL viel Vertrauen mitbringen (ich nenne es eher Hoffnung).

Bei Amazon z.B. brauche ich kein Vertrauen mehr, denn bei denen WEISS ich, daß ich mich auf Kulanz, Kundenfreundlichkeit und umstandslose Abwicklungen verlassen kann - und das seit 14 glücklichen Stammkundenjahren. Und als eifriger Rezileser, Abwäger und Netzinformierer schaue ich hier zuhause auf massenhaft Rollenspiele, Brettspiele, Bücher, Technik und Schnickschnack jeder Art bei einem bemerkenswerten Minimum an Fehlkäufen. Es geht ja auch andersherum: kompetente Rezensenten und Tester in jeder gewünschten Vielfalt und nicht nur der Ladenberater, der mir das suboptimale XYZ empfiehlt, weil er das bessere ABC nicht führt oder aus persönlichen Gründen doof findet (siehe Apple vs. Android). Unser kürzlicher Kauf eines großartigen 47'' Fernsehers aufgrund bester Besprechungen (teils sogar mit sehr guten Tips zu vernünftigen Einstellungen) und eines unschlagbaren Preises war wieder Argument genug für diesen Vertriebsweg.

Ich will hier weder die eine noch die andere Seite pauschal preisen, aber mein Umfeld und ich haben genau bei Amazon und anderen Internetshops das gefunden, was wir in vielen Läden an Mehrwert vermißten. Selbst meine Eltern sind auf ihre alten Tage noch eifrige Amazonier geworden, weil sie von Angebot, Preisen und Service so begeistert waren und sind.

Sicher, für ein gutes Fahrrad oder eine Heiztherme ginge ich wohl auch zum Händler vor Ort, aber sonst?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 11.07.2014 | 01:45
Ich bin erstaunt wie viele Leute hier Kleinbetriebe retten. Dann könnte man ja doch ein Geschäft aufmachen^^

Es gibt sehr viele Mittel und Wege das zu tun die weder was mit einander zu tun haben noch über einen Kamm geschert werden können.

Ähm... Vertrauen? Was soll das bitte aussagen?

Sorry, JS, ich bin etwas müde, daher fasse ich mich kurz: Wir reden hierbei über die Königsdisziplin von Marketing und auch PR.
Fühl dich nicht angegriffen, aber: You drank the cool aid!
Ich denke, die Werber die hier mitlesen- und diskutieren verstehen was gemeint ist.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Anastylos am 11.07.2014 | 02:01
Es gibt sehr viele Mittel und Wege das zu tun die weder was mit einander zu tun haben noch über einen Kamm geschert werden können.

Auch wenn das jetzt schon etwas OT ist, kannst du das noch weiter ausführen? Was für Mittel und Wege meinst du?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 11.07.2014 | 02:01
Sorry, JS, ich bin etwas müde, daher fasse ich mich kurz: Wir reden hierbei über die Königsdisziplin von Marketing und auch PR.
Fühl dich nicht angegriffen, aber: You drank the cool aid!
Ich denke, die Werber die hier mitlesen- und diskutieren verstehen was gemeint ist.

Kool-Aid.
Solche dämlichen Phrasen kannst du dir bitte sparen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Slayn am 11.07.2014 | 02:08
Kool-Aid.
Solche dämlichen Phrasen kannst du dir bitte sparen.

Sorry, aber diese Phrase hast du provoziert.
Du beschreibst, wenn man so will, eine bestimmte Art von Kundenbindung aus dem Lehrbuch. Das meinte ich vorhin etwas abwertend, in diesem Kontext aber relativ neutral, weil es etwas betrifft das man als Werber, bzw. noch mehr in der PR zu erreichen versucht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 11.07.2014 | 02:27
Sorry, aber diese Phrase hast du provoziert.
Du beschreibst, wenn man so will, eine bestimmte Art von Kundenbindung aus dem Lehrbuch. Das meinte ich vorhin etwas abwertend, in diesem Kontext aber relativ neutral, weil es etwas betrifft das man als Werber, bzw. noch mehr in der PR zu erreichen versucht.

Schön, daß ich dich zu einer abwertenden Phrase provozieren konnte; es wäre ja nicht das :T:, wenn alle mal höflich blieben...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Barbara am 11.07.2014 | 13:08
Bitte kommt wieder zum urspünglichen Thema zurück.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 11.07.2014 | 18:33
Etwas OT aber das könnte vielleicht interessant zum Thema sein:
The Dice Tower: Top Ten Essentials for a Good Game Store (https://www.youtube.com/watch?v=0lBng6tff_8).
Klar das ist Infotainment, aber ich finde doch, dass da einige gute Ratschläge dabei sein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Keckse am 16.04.2015 | 07:40
Ist zwar schon älter aber beim Überfliegen waren einige ? im Kopf aber trotz allem nett da bei uns gerade ein Laden zumacht und man sich dann schon denkt "warum"
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Chiarina am 16.04.2015 | 08:53
Klar - auch ich bestelle hin und wieder etwas übers Internet. Aber ich habe immerhin ein Abo in meinem örtlichen Comicladen auf alle Rollenspielprodukte der beiden Systeme, die ich im Auge behalten möchte. Manchmal schreibe ich eine email, ob nicht dies und das endlich mal angekommen ist. Meistens ist es dann etwa zwei Wochen später vorhanden. Ich komme mir dabei nicht allzu idealistisch vor und weiß, dass das den Untergang dieser Läden nicht aufhalten wird. Trotzdem kann man ja zeigen, dass man selbst damit nicht einverstanden ist. Darum geht´s.

Wenn es nur um den Verkauf ginge, dann wäre es mir wahrscheinlich auch egal. Auch die Möglichkeit, in irgendein Produkt mal reinsehen zu können, finde ich kein Argument. Man kann auch im Netz häufig irgendwelche Beispielseiten anschauen. Und wenn man nicht ganz sicher ist, fragt man eben bei Tanelorn mal nach. Was ich aber an den Läden gemocht habe, war die Tatsache, dass man Gleichgesinnte treffen konnte. Es gab ein schwarzes Brett mit krakeligen Aushängen von Leuten, die Mitspieler suchten, und wenn man Interesse hatte, ging man zum Verkäufer, den man natürlich auch recht gut kannte, und fragte, was das denn so für welche sind. Nachmittags wurden Einführungsrunden angeboten, bei denen man neue Systeme und neue Mitspieler kennenlernen konnte. Zu Beginn meines Studiums war ein solcher Laden dafür verantwortlich, dass ich eigentlich ohne Zeitverlust sofort in der lokalen Szene angekommen war. Ich habe an so einem Ort sogar mal eine Midgard-Marktplatzschlägerei für insgesamt 16 Charaktere angeboten und hatte keine Probleme, die Runde vollzubekommen. Einfach so, an einem Nachmittag mitten in der Woche. Ein bisschen traurig bin ich deshalb schon, dass es das nicht mehr gibt.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 16.04.2015 | 09:29
Beispielseiten im Netz sind zumindest aus meiner Sicht kein Ersatz für ein Ansichtsexemplar.

Ein passenderer Vergleich wäre ein vollständiges pdf. Das wiederum ist unentgeltlich und legal nicht immer zu haben.

Dieses Argument (selbst Einsicht in Produkte nehmen zu können) für lokale Läden sehe ich daher nicht als entkräftet.

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Irian am 16.04.2015 | 09:38
Mein Hauptproblem mit Läden war meistens, dass sie das nicht haben, was ich bevorzuge, und das ist "Englisch". Ich kaufe, außer wenn ich mal wieder DSA spielen sollte, meine Quellenbücher eigentlich fast immer englisch, wenn sie nicht original Deutsch sind. Beispiel Shadowrun, da kaufe ich eventuelle ADL-Bücher schon auf deutsch, klar, aber die restlichen Regelwerke einfach englisch. Das ist einfach eine persönliche Präferenz, ich bevorzuge i.A. auch englische Filme, Bücher, etc. Und hier "scheitern" dann die meisten Fantasy-Läden für mich: Zum einen ist die Auswahl meist gering (oder gar Null), zum anderen wird sowas im Regelfall nicht einfach "zur Ansicht" bestellt (und da würde ich mich auch schlecht fühlen und da es im netz auch ned immer problemlos geht, lasse ich es meist) und die Lieferung dauerte oft länger als wenn ich direkt im Internet bestellt hätte. Das gleiche gilt auch für Fantasy-Romane, etc. - wobei ich hier inzwischen eh stark zum Ebook tendiere, weil mein Ebook-Reader einfach eine große Bibliothek beinhaltet, die ich nichtmal in nen großen Rucksack bekäme sonst.

Das alles erschwert mir den Zugang zu Fantasy-Läden leider arg, d.h. es muss da deutlich mehr geben damit ich da reingehe, z.B. eben Rollenspiel-Betrieb, Veranstaltungen, etc. - dann bin ich da auch gerne bereit, meine Bestellungen von englischem Zeug über den Laden laufen zu lassen und ein paar Tage länger auf Zeug zu warten.

Mal sehen, wie es wird wenn ich nun im Mai umziehe, das Otherland ist ja erfreulicherweise gut erreichbar von meiner neuen Bleibe aus, we'll see...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: kalgani am 16.04.2015 | 09:49
Mein Problem mit lokalen Läden ist eher das diese in 99% der Fälle vollgestopften Lagerräumen gleichen und weniger einem Laden in dem man was finden könnte.
Allerdings versuche ich regelmäßig bei dem einen interessanten Store hier in Köln reinzuschauen und auch die gedruckten Waren bei diesem zu bestellen.

Funktioniert meist recht gut, aber manchmal muss man dort einfach zu lange warten... leider.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: gunware am 16.04.2015 | 12:10
Keine Läden, die mit kurzer Zeit zu erreichen wären. Das ist das Problem. Wobei klar ist, dass sich das für die auf einer Hand abzählbare Kunden in den Kleinstädten nicht lohnt. Da kann man nicht auf grünen Zweig kommen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Timo am 16.04.2015 | 12:34
Ich kann noch was in den Topf werfen:
Die Nerdgemeinde ist zu informiert(oder hälts ich zumindest dafür), P&P Spieler haben für gewöhnlich einen höheren Wissensstand als der Durchschnittsbürger, damit möchte ich sagen, dass Nerdstm auch über die Fähigkeit im Internet was zu finden(und mind. englisch sprechen zu können) viel informierter sind.

Ein Ladengeschäft lebt heutzutage auch von der Unfähigkeit der Kunden sich vernünftig zu informieren.

Beispiele aus meinem (Buchhandels)Verkaufsleben:
Kunde sucht (seiner Meinung nach) seltenes Buch, dass er unbedingt haben möchte, seit Jahren sucht aber noch nie gefunden hat, ich hatte es zwar nicht im Laden, aber in 30 Sekunden hatte ich 12 Antiquariate in Deutschland gefunden, die das Buch für unter 5€ im Angebot hatten. Die Lösung war ZVAB, aber einfach in Google: "Vergriffene Bücher kaufen" eintippen führt in den ersten Hits zu ZVAB und Abebooks, der Kunde kannte nur Amazon&ebay und hat einfach nicht den Gedanken gehabt woanders zu gucken.

Kunde sucht eine 1:10000 Karte einer Region in Russland, er möchte nicht im Internet bestellen, da er die Karte erstmal sehen möchte, meien Buchhandlung hat sowas zwar nicht, aber ich konnte ihn zu einem Karten-/Reiseführerladen im selben Ort schicken, der in den gelben Seiten steht, im Internet zu finden ist, seit 30 Jahren in der Ortschaft existiert aus der der Kunde auch kommt...
----------------
Was ich sagen möchte, ist dass Rollenspieler schon ein kleiner Kundenstamm sind und in diesem Bereich ist dann auch ein hoher Anteil, der gerne übers Internet kauft und damit klar kommt, was es Fantasyläden besonders schwer macht einen Kundenstamm zu halten von dem sie existieren können, im Gegensatz zu anderen Hobbies, bei denen die Interessierten abhängiger vom normalen Laden sind.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 16.04.2015 | 14:04
Timo, Rollenspieler sind NICHT die Rollenspieler aus dem :T:  ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: D. M_Athair am 16.04.2015 | 14:49
Meine Argumente beim Ultra Comix zu kaufen:

1. Wenn die Übersetzung passabel ist, dann kaufe ich die Sachen lieber auf Deutsch. Das spart mir die Übersetzungsarbeit für den Spieltisch. Und dank Buchpreisbindung ist es egal, ob ich ein Buch online kaufe oder nicht.

2. Die Post habe ich hier in Nürnberg nicht als besonders zuverlässig erlebt. Da werden Paketkarten an die Haustür gepappt (wo sie schonmal verschwinden können). Da warten die Paketdienste nicht immer lange genug, bis ich eine Chance habe an der Tür zu sein. Da werden Pakte einfach mal beim Nachbarn abgegeben - ohne, dass beim Adressaten geklingelt worden wäre. Es nervt den Sachen hinterherspringen zu müssen. Selbst dann, wenn es nicht immer notwendig ist.

3. Reinblättern. Zusätzlich zu dem, was B_u_G schrieb: Wichtig, da ich schon Bücher wegen Geruchsbelästigung wieder abgegeben habe.

4. Der Laden hat ... eine große RSP-Auswahl, viele Brett- und Kartenspiele, führt Wargames und das L5R-Sammelkartenspiel. Wollte ich da im Netz einkaufen, müsste ich wahrscheinlich 4 verschiedene Online-Stores ansteuern.

5. Amazon ist ... nicht das Gelbe vom Ei. Das Musikangebot ist super. Filme & Co auch. Deutsche Bücher bekomme ich über die lokale Buchhandlung - die nebenbei eine große Auswahl von für mich interessanten Büchern vor Ort hat - schneller. Englische Rollenspiele: Da ist bei Roland (und selbst bei den meisten anderen Online-Stores) die Auswahl besser, die Verpackung besser und der Versand auch meist schneller. RSP kauf ich bei Amazon nur im Super-Sonder-Angebot (wie damals 13th Age für 18€) oder OOP-Sachen via Marketplace (aber da sind andere Kanäle auch häufig vielversprechender). Die Verpackung bei Amazon ... ist des öfteren eine Katastrophe. Von der Geschäftspolitik will ich gar nicht erst reden.


... was klar gegen die Läden spricht: Einige Verlage sind oder haben kein(en) Publisher mehr, sondern benutzen PoD (wie Cakebread & Walton). Die Sachen kann ich halt nicht im Laden bekommen. Darunter sind zunehmend mehr Sachen, für die ich mich interessiere. Im Gegenzug finde ich gerade im deutschsprachigen Verlagsprogramm zunehmend weniger Produkte, die mich irgendwie begeistern. (Insbesondere seit der Einstellung von WFRP2, evtl. WFRP3, L5R 4th, der Ulisses-Fanware-Reihe, Labyrinth Lord und dem Einsamer Wolf Mehrspielerbuch ergänzt um den Schlaf der Reihen 40K, Rolemaster und Aborea.) Das einzige was verblieben ist sind Indies von "Kleinstverlagen" (Fiasko, Ruh dich nicht aus!, Trauma).

Was auch gegen die Läden spricht: Die wenigsten haben eine Gebrauchtwaren-Ecke.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: BobMorane am 16.04.2015 | 15:00
Mein Problem mit lokalen Läden ist eher das diese in 99% der Fälle vollgestopften Lagerräumen gleichen und weniger einem Laden in dem man was finden könnte.
Allerdings versuche ich regelmäßig bei dem einen interessanten Store hier in Köln reinzuschauen und auch die gedruckten Waren bei diesem zu bestellen.

Funktioniert meist recht gut, aber manchmal muss man dort einfach zu lange warten... leider.

Du meinst den einen Laden, den es in Köln noch gibt? Der ist in der tat recht voll gekürmelt, kaufe da aber trotzdem gerne.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Bad Horse am 16.04.2015 | 18:25
Timo, Rollenspieler sind NICHT die Rollenspieler aus dem :T:  ;)

Aber: So rein aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass die Tanelornis genau die Leute sind, die auch richtig Geld ins Hobby investieren. ;)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Xemides am 16.04.2015 | 19:15
Also Gorai und ich waren ja gerade in London. Im Forbidden Planet.  Da gibts zwar kaum RPGs, aber Romane, Comics und Mangas und Filme, und Fanartikel. Der Laden ist voll und da arbeiten 10-20 Leute.

Ich glaube schon, das sich so ein Laden lohnen würde.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 16.04.2015 | 19:27
In den deutschen 8 Millionen-Städten auf jeden Fall.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Sashael am 16.04.2015 | 19:32
In den deutschen 8 Millionen-Städten auf jeden Fall.
Darum haben entsprechende Läden in Deutschland ja auch nur 3-5 Mitarbeiter.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 16.04.2015 | 19:39
Ich habe einen Fantasy-Stammladen, den ich seit nunmehr ca. fast 20 Jahren mit meiner Aufwartung beglücke. Ich bin einer von zwei Kunden mit eigener Kiste (mit Namen!) - ich hau also da ne ganze Menge Geld raus.
Denoch würde ich schätzen, dass ich seit ca. 3 Jahren ungefähr 80+% meiner Rollenspielkäufe im Netz mache.
Die Gründe sind:
1. Ich kaufe viele gebrauchte oder nicht mehr im Handel erhältlichen Sachen. Gerade bei englischen Sachen kann man so den einen oder anderen Schnapp machen bzw. kriegt das Spiel überhaupt.
2. Beim Versandladen bekomme ich mein neues Spiel oft mit PDF, oft etwas billiger (aber die paar Euros sind kein wirkliches Argument) UND direkt vor die Haustür geliefert. Das spart nicht nur Zeit und ist für mich immer wie Weihnachten, wenn ich von der Arbeit komme, sondern auch ca. 70 km hin und zurück zum Laden plus Parkgebühren.
3. Rie. Sen. Aus. Wahl.

Dennoch möchte ich meinen Laden nicht missen und bestelle dort auch weiterhin, auch wenn ich aus rein ökonomischer Sicht anders billiger wegkäme - aber aus rein ökonomischer Sicht ist es eh Quark, sein Geld für Rollenspiele zu verschleudern.
Und da ich kein homo oeconomicus bin, hier die Gründe für den Laden:
1. Ich bin gerne da. Das ist so wie eine Stammkneipe. Ich krieg Kaffee, kann über Spiele plauschen, kaufe nette Sachen und tanke Lebenslust auf. Ich mag meinen Rollenspielladenjockel, seinen Verkaufsknecht und die anderen Verpeilten da, die wie ich ihr Leben mit Rollenspielen vertrödeln. Und wir reden auch nicht nur über Spiele. Das ist echt mein "Örtlicher Freundlicher Rollenspielladen" (ÖFRO).
2. Ich kann durchaus mir Spiele bestellen, ansehen und dann auch nicht kaufen. Das kommt zwar kaum vor, aber ich habe bei manchen Sachen im Netz schon daneben gegriffen und mir da dann gedacht: "Hättest du im Laden nicht gekauft."
3. Ich kann mich MIT ECHTEN MENSCHEN unterhalten. Über Scheiß, der nicht wichtig ist. Wie Rollenspiele. Tut gut.
4. Auch ÖFRO-Besitzer wollen leben.
5. ÖFROs beleben das Hobby.

Daher sehe ich zu, dass ich deutsche Sachen (also mit Buchpreisbindung) im ÖFRO kaufe. Wen dann da noch was anderes steht, nehm ich gerne mehr mit. Gebrauchte Sachen gibt es da eher nicht bis sehr wenig - da entgeht dem ÖFRO-Mann nichts, wenn ich ein nicht mehr beziehbares Spiel bei Ebay schieße.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Teylen am 17.04.2015 | 08:43
Fantasy-Stores greifen zudem mitunter auf Kunden zurück die nicht Online sind.
Das heißt wenn eine größere Publikation eine Auflage von 2000-3000 Exemplaren hat und man sich anschaut das man über Tanelorn, Blutschwerter, Nerdpol, Nerdvana vielleicht mit guten Willen auf 200 internet aktive Rollenspieler kommt gibt es da eine Menge Leute die vielleicht doch nicht so internet affin sind wie es wirkt wenn man sich im Kreise von internetaffinen austauscht,..
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Keckse am 17.04.2015 | 10:02
Weiter Oben mußte ich kurz zucken " nen Schnapp" machen ist so in Mode - war früher halt anders. Ich hab hier noch meine DSA Sachen aus den 90ern mit Preisen stehen - die wurden bezahlt weil man es wollte und es einem das Wert war. Heute wird auf biegen und brechen oft Geiz ist Geil betrieben im Extrem.

In nem Laden hier der zumacht und % gibt erlebt man da auch so Exoten wie  "Das macht dann anstelle 170,- dann mit % 110,-"  und vom Kunden kommt "Ich geb dir 100 du machst ja eh zu" .... da zuckt schon etwas zumindest mal das Auge

Bin ein Freund von WIN-WIN-Situationen - auch wenn mir klar ist das viele es eher so sehen das man das "Wissen" was man dem Anderen voraus ist dazu nutzen sollte Profit drauß zu ziehen (leider) anstelle sich zu freuen das Spiel zu bekommen. Was mir bei Ebay auf den Sack geht ist z.B. das die vergriffenen Sachen gerne von Händlern oder Quasi-Händlern aufgekauft werden und dann zum 2x wieder drin landen ... Grrrr
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 17.04.2015 | 16:25
Das mit dem Schnapp sehe ich ein wenig anders als du - aber wirklich nur ein wenig.

Ich stimme zu, dass es ein Unverschämtheit ist, einen Rabatt von 170 auf 110 Euro weiter zu drücken mit dem Hinweis, dass der Handelspartner eh am Arsch ist. Absolute Frechheit!

Ich kauf halt gerne altes Zeug - ein "Schnapp" ist da nicht unbedingt günstig, sondern - weil selten - nur nicht sehr teuer.
ch habe gerade mal geschaut: in den letzten 14 Monaten habe ich jeden Monat Rollenspielartikel im Wert zwischen 110 und 1.200 Euro gekauft. Wie gesagt: Nicht insgesamt oder einmal dafür - jeden Monat im Schnitt so ca. 400-500 €. Da sind dann seltene Exoten darunter, Sachen, die mich interessieren, für die ich aber nicht den vollen Preis zahlen würde (auch mein Interesse kennt Grenzen) und ganz viel für's Regal udn die Sammlung.

Wenn ich im Jahr ca. € 5000 ins Hobby schieße, dann erlaube ich mir auch mal ein echtes Schnäppchen mitzunehmen - allerdings feilsche ich nicht (oder selten - Preisvorschläge bei Ebay sind kein feilschen in dem Sinne, sondeern vom Anbieter ja gewollt) und schon gar nicht, so schamlos und entwürdigend wie in deinem Beispiel.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Weltengeist am 18.04.2015 | 08:33
Ich wohne in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern. Es gibt hier 2 Läden mit Fantasyspielen.
Einen Brettspielladen mit kompletter Fantasy-Etage und einen GW. Und zusätzlich noch einen Comicladen mit Rollenspielregal.
Anscheinend besteht schon noch Nachfrage.

Da schreibst du aber was ganz Entscheidendes (gerade wenn man mal schaut, wie die ursprüngliche Frage des Threaderstellers lautete): Keiner dieser Läden ist ein reiner Rollenspielladen. Sie mischen verschiedene Produktkategorien, damit der Umsatz reicht. Und das scheint (wenn man sich die erfolgreichen Läden in Nicht-Millionenstädten anschaut) der einzige Weg zu sein, wie es funktioniert.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 18.04.2015 | 08:39
Da schreibst du aber was ganz Entscheidendes (gerade wenn man mal schaut, wie die ursprüngliche Frage des Threaderstellers lautete): Keiner dieser Läden ist ein reiner Rollenspielladen. Sie mischen verschiedene Produktkategorien, damit der Umsatz reicht. Und das scheint (wenn man sich die erfolgreichen Läden in Nicht-Millionenstädten anschaut) der einzige Weg zu sein, wie es funktioniert.
Ist in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) doch immer mehr so geworden, dass spezialisierte Nischenläden immer weniger wurden.

Ich sehe das ja auch bei Briefmarken-/Münzläden oder Modellbau-/elektrische Eisenbahnläden. Ohne jetzt wirklich da sehr intensiv geforscht zu haben, sind es gefühlt doch merklich weniger.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Samael am 18.04.2015 | 08:43
Ich wohne in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern. Es gibt hier 2 Läden mit Fantasyspielen.
Einen Brettspielladen mit kompletter Fantasy-Etage und einen GW. Und zusätzlich noch einen Comicladen mit Rollenspielregal.
Anscheinend besteht schon noch Nachfrage.

Ich kenne die zwei betreffenden Läden und zumindest vor zwei, drei Jahren war das RSP Angebot mehr als ärmlich. So plusminus ein Billy-Regal. Etwas minimal exotisches bestellen konnten die auch nicht (Shackled City Hardcover).

Viel mehr als ein Buch pro Tag dürften die selten verkauft haben.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Gillrog am 18.04.2015 | 08:59
Bei uns hier kann ich auch die Tendenz beobachten, dass der Rollenspielanteil im Laden zurückgeht. Einen reinen RPG-Laden hatten wir noch nie (der GW hat vor Jahren schon geschlossen).
Der vorhandene Spiele-Laden reduziert gefühlt sein RPG-Sortiment Jahr für Jahr. Vor zehn Jahren deckten Rollenspiele noch rund 50% des Sortiments ab, mittlerweile ist die Verkaufsfläche locker viermal so groß und es ist nur kleines Regal für RPGs übriggeblieben.

Persönlich finde ich das schade. Ich bin zwar kein "Viel-Käufer" aber ich stöbere gerne mal in der Auslage und wenn mich dann mal ein System oder ein Band "anspringt", dann wird er halt gekauft. Das geschieht aber aufgrund der schrumpfenden Auswahl auch immer seltener.  :'(
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 18.04.2015 | 10:32
Bei meinem ÖFRO war es auch Ende der 90er noch so, dass man da hineinging und dann waren da - ich weiß nicht - vier, fünf Regalreihen 1,80 x 3m, getrennt duch Gänge beidseitig bestückt. Da lag dann alles schön sortiert vom Grundregelwerk bis zum Quellenband und man konnte richtig stöbern. DA sist schon lange auch sehr geschrumpft auf vielleicht drei Billyregale. Ein Comicladen haz auch ein paar Bücher in einem Regal verstaut, aber das ist so "was vom Abend übrigblieb", soll heißen: Zwar neuwertig, aber entweder veraltet (deutsche D&D 3.5 Fluffbücher oder Splats) und ein wenig DSA (und ich glaube Eathdawn oder so) - passte alles nicht zusammen. Außerdem kaufe ich keine 10 Jahre alten Bücher zum buchgebundenen Preis. Die sind entweder TEUER (weil selten) oder SCHNÄPPCHEN (weil die damals schon keiner haben wollte).

Nur Rollenspiel lohnen sich aber schon seit 10 Jahren nicht mehr. Ich würd eauch eher eine Sex-Shop aufmachen und von innen glühende und rotierende Neondildos verkaufen und mit "Dildorama" eher Geld verdienen als mit D&D(ildos) ....
- DA ist noch keiner drauf gekommen! Hurra! Eine Marktlücke: Das Model "Greyhawk für Grognards, "Vergessene Reize" für Leute in langen, langweiligen Kam ... Beziehungen, "Dark Sun" als extra-große Model für die Fetischszene - selbst "Labyrinth Lord" bekommt da eine völlig neue Perspektive ;-).

Aber zürück zum Thema:
Der letzte Laden, bei dem ich noch "Oooh!", "Was ist DAS!?!" und ""DAS gibt es noch?" machen konnte, war Fan'En in Essen, als der noch ein Ladenlokal hatte (macht nur noch Versand und "Lagerbesuch 24/7" - jau, auch ich wollte schon immer mit Termin sonntagmorgens um 3.56 durch ein Rollolager strolchen ...).

Dazu die folgende Anekdote:
Vor jahren wollte ich in eine militärische D20 Modern-Kampagen mit dem Abenteuer "Raid on Rajallapor" einsteigen. Das Abenteuer besaß ich schon seit Jahren - nun war es WEG! Sch....ön. Also im Internet gekramt. Noble Knights abgesucht, wildes googeln - nüscht.
Wer das Abenteuer nicht kennt (ist gut!): Es ist ein in Lizenz heregestelltes Modul von 1984 von dem früheren Miniaturenhersteller Grenadier Models Inc. für das Rollenspiel Mercenaries, Spies & Private Eyes von Blade/ Flying Buffalo - soll heißen: Ein auf rollenspielabwegen befindliche Miniaturenfirma, die es nicht mehr gibt, stellte für ein Spiel, das es nicht mehr gibt und schon seinerzeit keiner kannte, ein Nischenmodul her (Söldner in Indien tun illegale Dinge). Keiner kennt es, keiner verkauft es. Ich will es haben.
Ich also bei Fan'En angerufen: habt ihr das? - "Klar!"
SOFORT nach Essen. Im laden angekommen den örtlichen Hilfsknecht befrgat - der natürlich überfordert war. Der zum Chef. Chef kommt aus dem Büro, läuft zum Regal, ein Griff - da war es. Originalverpackt.

Okay, der Preis war saftig (€30 glaube ich), aber das war schon was:
"Ich brauch Scheiße, die keiner kennt und schon damals keiner spielte, selbst in der Nische kaufte das keiner!"
- "Hier, bitte. Tüte?"
Okay, das Letzte ist gelogen - im Fan'En kriegt man keine Tüte, sondern wird bei einem Umsatz unter € 100 angekniffelt und kommt gerade noch um ein Hausverbot herum - aber das ist eine andere Geschichte ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 18.04.2015 | 10:47
Fanen ist schon ein spezieller Fall...sie haben außergewöhnlich viele Raritäten, aber wissen auch ganz genau, was sie dafür nehmen können.

Ich behaupte mal dreist, der einzige (RPG-Händler)Stand auf der SPIEL, bei dem ich noch nie was gekauft habe oder in Versuchung kam.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Noir am 18.04.2015 | 10:56
Beim Fanen wurde ich bisher fast immer unfreundlich, teilweise sogar richtig grob frech behandelt. Habe dann vor Jahren schon für mich beschlossen, nie wieder auch nur einen Cent dazulassen. Hab mich damals schon gefragt, wie der Läden überleben kann, wenn man da so behandelt wird. Aber vielleicht war ich auch ein Einzelfall. Die Auswahl war aber ziemlich gut im Laden damals, das muss man ihnen lassen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 18.04.2015 | 11:13
Hier im Pott ist der Besitzer als SMAUG bekannt - weil er, ähnlich wie der liebe Drache, auf seinem Spielhort sitzt und jeden anfaucht und beleidigt, der sich in seine Höh... Laden hineinwagt und was von dem Hort .. nein, Waren im Angebot kaufen will.

Und, nein, das Verhalten ist keine Ausnahme, schlechter Tag o.ä. - DAS IST SO! Punkt. Da hätte ich mehr als eine Anekdote auf Lager - aus Erfahrungen, Erzählungen usw. usf.

Ja, sie haben tolle Raritäten, aber ich kaufe da nur (wenn überhaupt) per Versand und wenn es das Spiel nirgends mehr gibt. Was das angeht, gebe ich dir da recht, Rhyltar.

Was ich (und viele andere) aber schon seit ganz Langem nicht verstehe ist, dass sie auch bei anderen Produkten, also US-Importen, Sachen als "Schnäppchen" anbieten, die ich mit einem Klick direkt in den USA MIT VERSANDLOSTEN billiger bekomme. Ganz zu Schweigen von jedem anderen Laden in unserer schönen Republik.

Das Rätsel um Fanen ist also:
Wie hält sich ein Ladenüber Jahrzehnte erfolgreich im Geschäft der
1) teurer ist als alle anderen,
2) unfreundlicher ist als alle anderen,
3) ein Nischenproduktanbietet, bei dem die Kunden meist eine gute Marktübersicht (Sachkunde, Internet) haben,
4) es genug und genügend zugängliche und erreichbare Mitanbieter gibt?

Selbst auf der SPIEL scheinen die ja ordentlich zu verkaufen, obgleich die "Schnäppchen" ein Drittel teuer sind als DAS EXAKT GLEICHE PRODUKT am Stand gegenüber!

Ich tippe darauf, dass das ein SM-Kult ist:
Die Kunden sind emotional abhängig und WOLLEN ausgenommen und beschimpft werden. Und auf der SPIEL sind sie dann noch zudem "zeigefreudig": Seht her, ich bin dumm, Scheiße, kaufe teuer und lasse mich bespucken! Ja, Fanen-Mann, gib mir Tiernamen und lass mich dein Kaufsklave sein.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 18.04.2015 | 11:32
Wenn ich das hier so lese, dann ist glaube ich die Tendenz der Kundschaft zum Boykott auch noch ein weiteres Problem für Rollenspielläden. ;)

(Ich nehme mich da gar nicht aus - zu einem der Läden in meinem Einzugsbereich gehe ich auch aus Prinzip nicht hin. :P)

Ich tippe darauf, dass das ein SM-Kult ist:

Ich sehe, du hast dich auf die Idee von der Kombination von Sex und Rollenspielladen ziemlich eingeschossen, oder? :P

mfG
jdw
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: BobMorane am 18.04.2015 | 11:34
Sex sells, warum nicht auch Rollenspiele.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 18.04.2015 | 11:39
Ich bin für andere Lösungen des Rätsels sehr aufgeschlossen und HOFFE, dass es anders ist.  ;)

Da aber die Erfahrungen mit Fanen ja anscheinend von vielen gemacht wurden und viele entweder gar nicht oder nur noch in Ausnahmefällen dort kaufen, ist es für mich echt (kein Flachs) ein echtes Rätsel, wie man bei solch einem Geschäftsverhalten so lange im Geschäft bleiben kann.

Vielleicht sterben die Dummen einfach nicht aus oder es ist eine wie auch immer ge(ab)artete Form der Kundenbindung, die sich mir nicht erschließt.

P.S.: Die Idee mit den D&Dildos finde ich aber tatsächlich ... überdenkenswert.  8)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Irian am 18.04.2015 | 11:42
Sex sells, warum nicht auch Rollenspiele.
Ja, ne, das ist jetzt auch eine völlig neue Erkenntnis... Ich erinnere mich absolut nicht, dass das vorher jemand versucht hätte. Zum Beispiel gabs nie nacktes Fleisch in DSA Büchern... Nööö... Und der Roman über Thaliomnels Heldengeschichte las sich auch nicht wie ein Softporno teilweise. Also, wirklich völlig revolutionäres Konzept ;-)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 18.04.2015 | 11:44
Ich bin für andere Lösungen des Rätsels sehr aufgeschlossen und HOFFE, dass es anders ist.  ;)
Naja. Selbst mit den Erfahrungen kaufst Du bei denen immer noch ein.
Sprich: Wenn Du eine Rarität sonst nicht findest, nimmst Du da sogar die saftigen Preise in Kauf und Du dürfest sicher nicht der Einzige sein, der den FanEn als Schatzhort, bei dem man ALLES findet, ansieht.

So viel Rätsel sehe ich da nicht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Tequila am 19.04.2015 | 19:23
Okay, das Letzte ist gelogen - im Fan'En kriegt man keine Tüte, sondern wird bei einem Umsatz unter € 100 angekniffelt und kommt gerade noch um ein Hausverbot herum - aber das ist eine andere Geschichte ...

Das ist sooooooo schön, weil es irgendwie der Wahrheit entspricht *g*
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 19.04.2015 | 21:15
Er hat auch gute Tage.  Ich habe mich auch schon ganz net bei nem Kaffee im Laden mit ihm unterhalten. Beim Versand ist Fanen auch sehr kulant - packen immer was für lau dabei. Meist nicht ganz heiße Sachen, aber trotzdem nett und zudem sehr subjektiv, weil ich oft schon (große Sammlung) den Kram im Regal habe. Aber es sind immer neuwertige Sachen, kein verknitterter, angestoßener Schrott. Da kann man sich wahrlich nicht beschweren.

Aber auch ich musste den Besitzer schon nach sehr launiger Anmache, wieso ich "nur" für € XXX einkaufe (ich glaube, es waren so 60-80 Öcken) darauf hinweisen, dass ich für mein Geld arbeite und es nicht im Keller von der Wand kratze.
Andere Leute wurden auch schon aus dem Laden expediert, weil sie sich "mal umschauen" wollten - dafür wäre der Laden nicht da, dass könne man auf der Netzseite machen! War ein Fehler - der Herr ist auch ein Vielkäufer und hätte bestimmt was gefunden. Wieder andere wollten bloß Würfel zum regulären Preis kaufen und nicht "doppelt oder nichts" darum würfeln. Dann gab es eben keine Würfel ...

Mit solchen und anderen Anekdoten könnte ich Bände füllen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 19.04.2015 | 22:07
FanEn als Schatzhort, bei dem man ALLES findet

Nein, eben nicht.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 20.04.2015 | 05:24
Nein, eben nicht.
Wenn ich mir die Aussagen oben anschaue, dann eben schon. Genau den Ruf scheinen sie zu haben.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 20.04.2015 | 05:41
Das ist die Krux bei mir als Sammler:

Gäbe es ein Ladenlokal, würde ich gerne ab und an da Stöbern. Aber ich könnte eben nicht "versprechen", ob und in welcher Höhe ich Umsatz generieren würde. Denn es wäre immer spontan, falls ich etwas kaufen würde. Neuheiten eher sowieso nicht, weil eine Bestellung komfortabler und schneller ist. Und bei anderen weiss ich ja nun nicht, ob ich etwas finde.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 20.04.2015 | 07:26
Ich mag Fanen. Mir reicht auch der online shop und der telefonische Kontakt. Ein Ladenlokal brauche ich nicht, da ich a) zu weit weg wohne und b) eh nicht mehr in Fantasyläden gehe. Außerdem habe ich dort echt spezielles D&D 3.X Material bekommen, welches in D so gut wie gar nicht angeboten wurde.
Aber ich habe dort immer über 80€ eingekauft, daher kann ich nicht bestätigen, wie das aussieht, wenn man weniger kauft.
Davon ab, funktioniert das shopsystem echt gut, was man vom f-shop wiederum nicht behaupten kann ...
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 20.04.2015 | 11:33
Wenn ich mir die Aussagen oben anschaue, dann eben schon. Genau den Ruf scheinen sie zu haben.

Der Ruf entspricht aber nicht der Realität, wie ich oft genug als Raritätensucher feststellen mußte.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: D. M_Athair am 20.04.2015 | 13:50
Der Ruf entspricht aber nicht der Realität, wie ich oft genug als Raritätensucher feststellen mußte.
Kommt halt darauf an wie rar, deine Raritäten sind. Ich hab da schon ein paar gute Sachen gefunden.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 20.04.2015 | 14:07
Ich widersprach ja auch nur der Auffassung, dort fände man ALLES.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Luxferre am 20.04.2015 | 14:19
Ich widersprach ja auch nur der Auffassung, dort fände man ALLES.

ALLES schließt NICHTS mit ein  ~;D
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 20.04.2015 | 15:12
Oh, also auch Träume, Wünsche und den Sinn des Lebens. Faszinierender Laden.
 ::)
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 20.04.2015 | 15:41
Ach DA steckt das Bernsteinzimmer!  ^-^
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: JS am 20.04.2015 | 16:04
Nessi und Yeti haben die auch.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: sangeet am 20.04.2015 | 16:39
ALLES schließt NICHTS mit ein  ~;D

Endlich, jemand der das verstanden hat.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: 6 am 20.04.2015 | 18:20
Der Ruf entspricht aber nicht der Realität, wie ich oft genug als Raritätensucher feststellen mußte.
Davon gehe ich sogar aus. Allerdings ist so ein etabliertes Image sehr sehr stark (*hust*Mediamarkt*hust*).
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Der Rote Baron am 20.04.2015 | 22:31
Sie haben schon jede Menge Altkram in guter bis MINT-Qualität zu Pfefferpreisen - wie gesagt: (damals) 20 Jahre alte, originalverpackte Nischenabenteuer zu Exatenspielen von Totfirmen mit einem gezielten Handgriff - da war ich schon beeindruckt.
Bisweilen sind die Produktlisten nicht immer auf dem letzten Stand (manchmal ist etwa snoch als lieferbar aufgelistet und doch schon weg), aber das sind Pettitessen.
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: Rhylthar am 21.04.2015 | 07:20
Der derzeitige Dollarkurs spielt ihnen ja durchaus in die Hände....
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: YY am 5.05.2015 | 22:09
Beim Fanen wurde ich bisher fast immer unfreundlich, teilweise sogar richtig grob frech behandelt. Habe dann vor Jahren schon für mich beschlossen, nie wieder auch nur einen Cent dazulassen. Hab mich damals schon gefragt, wie der Läden überleben kann, wenn man da so behandelt wird. Aber vielleicht war ich auch ein Einzelfall.

Ich habe jüngst zum ersten Mal was dort bestellt - Mailkontakt total nett und sehr sympathisch.

Hat da die Besetzung gewechselt oder so?
Titel: Re: Besteht überhaupt noch die Nachfrage nach Fantasy-Stores
Beitrag von: blut_und_glas am 6.05.2015 | 22:39
Ich habe jüngst zum ersten Mal was dort bestellt - Mailkontakt total nett und sehr sympathisch.

Da schließe ich mich an.

mfG
jdw