Da wir das Abenteuer fast durch haben, hier meine Einschätzung:
Wechselnde Spielerzahlend nicht beachtet, besteht meine Kerngruppe aus einem kompletten Rollenspiel-Neuling, zwei D&D-Neulingen, und einem Gelegenheitsspieler. Die Gruppe hat jeden Nebenschauplatz gründlich abgegrast und steht jetzt am Anfang des letzten Dungeon. Dafür haben sie drei Nachmittage zu je etwa sieben Stunden gebraucht (incl. Pizzabestellung, kurzer Pausen, etc.). Wir spielen ohne Kampfplan und genaue Positionierung, außerdem lasse ich Gegner schon mal das Weite suchen. Auch wurde der eine oder andere Kampf durch Tricksereien oder Verhandlungen umgangen, so dass wir nicht jeden Encounter stur "by the book" durchgehackt haben.
Ich schätze dass der Abschluss des Abenteuers keine ganze Sitzung mehr in Anspruch nehmen wird. Ich veranschlage dafür höchstens noch drei bis vier Stunden - Es ergibt sich also in unserem Fall eine ungefähre Dauer von knapp unter 25 Stunden Spielzeit.
Was ist deine Einschätzung zu dem Abenteuer?
Ich finds ja wahnsinnig gut gemacht. Es liest sich einfach schön.
Man hat als Spieler viele Optionen, wird kaum eingeengt, es hat aber trotzdem eine schöne Steigerung des Schwierigkeitslevels, und erklärt auch die Mechaniken ganz gut.
Spielt es sich auch so gut?
Ein bisschen zu viel des Guten erschien mir das Schaulaufen der zahlreichen FR-Organisationen. Wenn man mal nachzählt, haben da folgende Gruppierungen einen Auftritt:
- Harfner
- Zhentarim
- Drachenkult
- Smaragdenklave
- Orden des Panzerhandschuhs
- Grafenbündnis
- Rote Magier von Thay
Fazit: Das Regelsystem/Abenteuer wurde als deutlich tödlich(er) wahrgenommen, wobei sich zeigen muss, ob das nur für die erste Stufe bzw. unteren Stufen gilt. Allerdings habe ich selten einen so angenehmen Spielfluss erlebt. Die (neuen) Regeln waren sehr schnell erlernt und das Nachschlagen im Buch hielt sich in Grenzen. Auch hier muss ich aber zeigen, ob das auch noch für die höheren Stufen gilt.
Hohe Werte in Stealth und Perception erscheinen mir zumindest in diesem Part des Abenteuers als nahezu überlebenswichtig zu sein. Den Warlock habe ich als recht schwach empfunden, der Ranger und später der Rogue waren hingegen die Charaktere, die hier glänzen konnten.
Du spieltest sonst C&C, oder?Ja, wir haben nach der 3.5 in unserer Runde lange Jahre C&C gespielt. Für uns war es damals weg vom Regelballast, hin zum mehr (Aus-)Spielen. Einigen Spielern gefiel dabei aber eben nicht, dass die Entwicklungsmöglichkeiten der Charaktere von Regelseite dann doch eher gegen Null tendierten. Auch die Regelbasis von C&C (die Siege-Engine) erwies sich so manches Mal sowohl als Segen, wie auch als Fluch. Es war sehr robust für die Einführung von Hausregeln, allerdings musste für unseren Geschmack auch viel gehausregelt werden. Trotzdem war das recht einfache Regelsystem von C&C für uns der richtige Weg zu mehr Spaß am Spieltisch und vereinfachte die Arbeit des SL enorm.
Wie würdest Du die 5E im Vergleich dazu einordnen? Ich bin ja kein Verfechter der OSR, daher würde mich Dein Urteil dazu mal interessieren.
Würdest Du auch sagen, dass sich schon sehr früh (mal wieder) gewisse Skills als no-brainer herausstellen?
Welche Kritikpunkte hast Du bisher konkret am Regelwerk?
Ich schließe mich Scurlock weitgehend an. Auf der ersten Stufe ist 5E wirklich ziemlich gefährlich für die SC. Ich vermute, dass das relativ schnell besser wird, wobei sich das erst noch am Spieltisch rausstellen muss. Donnerstag haben wir dazu Gelegenheit, da sind dann die meisten Charaktere in unserer Gruppe immerhin schon auf der 2. Stufe.
Danke für Deinen ausführlichen Post, Scurlock :dWie gesagt kann ich schwer nach einer Sitzung beurteilen, wie sich die 5E insbesondere auf höheren Stufen spielen bzw. leiten lässt. Allerdings hat mir zum ersten Mal seit langer Zeit, wenn nicht sogar überhaupt, während einer Spielrunde auch der Regelteil eines Systems großen Spaß gemacht.
Ich will den Thread nicht weiter entführen, aber noch am Rande anmerken, dass ich ja an sich fertig bin mit D&D (in meinem Falle insbesondere Pathfinder). An sich halt ... muss so eine Art Stockholm Syndrom sein >;D
D&D5 könnte allerdings etwas ändern. Es ist etwas Indy, ohne zu sehr Indy zu sein. Es ist etwas D&D, ohne zu sehr 4E zu sein. Es ist deutlich regelleichter, was ich eh bevorzuge. Und vielleicht genau so zu leiten, dass ich endlich wieder gerne leite und nicht das große Leiden weiter geht.
Also ich finde ja, dass Stufe 2 ist nicht viel anders ist. Ab 3 wirds m.M.n dan gut :-) Dann gibts für alle schon Subklassenzeugs, und die HPs sind einem Bereich, bei dem man nicht direkt beim ersten harten Treffer aus den Latschen kippt. Der 5E Sweet Spot liegt vermutlich zwischen 3 und 13, ähnlich wie bei 3.X.Auch wenn ein Testkampf zwischen zwei 3er Charaktergruppen auf Stufe 3 nicht repräsentativ ist, hatte ich trotzdem den Eindruck, dass auch auf höheren Stufen die Tödlichkeit des Systems weiter besteht. Nur die Charakteroptionen im Kampf sind mehr geworden, was sicher den Überlebensmöglichkeiten der Charaktere etwas zu gute kommt.
Ich glaube eher, dass die Tödlichkeit auf höheren Stufen abnimmt.