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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => D&D5E => Thema gestartet von: Fredi der Elch am 9.09.2014 | 12:54

Titel: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Fredi der Elch am 9.09.2014 | 12:54
Beim Durchlesen des PHB fallen mir immer wieder Stellen auf, wo die Designer der 5e ganz bewusst und krampfhaft alle Konzepte aus der 4e vermeiden wollen - obwohl es einfacher gewesen wäre oder sie sowieso nur Augenwischerei betreiben (und im Kern doch 4e-ähnlich sind). Deswegen hier zwei humorige Exemplare solcher Stellen, bei denen man je nach Laune dem Kopf schütteln und/oder grinsen kann.

- Die 5e macht ein furchtbares Gewurstel um die Action-Economy. Es gibt Bonus Actions (aber nur eine pro Runde) und Dinge, die keine Actions sind (aber auch nur eine pro Runde). Und das alles nur, damit keiner "Minor Action" sagen muss. ;D
- Hit Dice. Hier wurde jetzt plötzlich der Name eines alten Konzepts verwendet, um bestimmte Heilmöglichkeiten zu erklären, auch wenn das Konzept damit früher überhaupt nichts zu tun hatte. Und das alles nur, damit keiner "Healing Surges" sagen muss... ;D

Was habe ihr noch für lustige Stellen gefunden, an denen sich die 5e auf Teufel komm raus von allem, was nach 4e aussehen könnte, absetzt?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Tantalos am 9.09.2014 | 13:03
Der Bloodied Status, der noch da ist, aber eben nicht mehr als Regelrelevant.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2014 | 13:47
Die Bonus/Minor/Swift/Quickened Actions sind ja eh aus der 3E/3.5 schon bekannt.

Da sind sie immer wieder mal fröhlich am umgestalten und umbenennen.

Was mir aber noch auffällt ist das Thema Battlemap. Eigentlich ist die 5E mit ihren neuen Regeln für Gelegenheitsattacken, den Bewegungsregeln und der Ausbreitung von Effekten viel abhängiger von der Battlemap als man dies zuvor war. Aber an vielen Stellen versucht man dies zu kaschieren, z.B. beim Schießen in den Nahkampf oder dem Wegfall von Flanking.

Das hat dann den lustigen Effekt, dass der Schurke besser auf den Gegner zielen kann wenn der Barbar vor diesem steht.

In der Praxis wird es aber wohl eher dazu führen, dass doch mit Battlemap gespielt wird, und der Spielleiter sagt: Advantage gibt's nur wenn der dir den Rücken oder die Seite zudreht. Im DMG kommt dann dazu wohl auch eine Hausregel...mal schauen ob die etwas taugt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Selganor [n/a] am 9.09.2014 | 13:56
In der Praxis wird es aber wohl eher dazu führen, dass doch mit Battlemap gespielt wird, und der Spielleiter sagt: Advantage gibt's nur wenn der dir den Rücken oder die Seite zudreht.
Lass mich raten... das war dann wieder ein "AD&D-DM" der Probleme damit hat wenn der Rogue mehr als einmal pro Kampf einen "Backstab" machen kann ;D

Dass der Rogue mit dem Sneak-Schaden in die Schadensbereiche kommt die der Fighter standardmaessig hat bemerken solche SL wohl nicht...
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: ElfenLied am 9.09.2014 | 14:04
Die 5e Cantrips fühlen sich sehr nach At-Wills aus der 4e an. Mich stört das nicht, da mich Armbrust Magier immer ziemlich genervt haben.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 9.09.2014 | 14:05
Lass mich raten... das war dann wieder ein "AD&D-DM" der Probleme damit hat wenn der Rogue mehr als einmal pro Kampf einen "Backstab" machen kann ;D

Dass der Rogue mit dem Sneak-Schaden in die Schadensbereiche kommt die der Fighter standardmaessig hat bemerken solche SL wohl nicht...
Nein, das war einer der hauptsächlich 3.5 spielt, und von AD&D keine Ahnung hat. ^^
Meine AD&D Spielleiter sind da toleranter.

Aber die Beschreibung passt wohl dennoch ziemlich gut, und du hast natürlich recht, was die Bewertung dieses Verhaltens angeht. So was sind halt die Folgen des Designs, im Prinzip ist eigentlich wohl das gleiche Verhalten wie in der 4e gewünscht (da gibts ja ebenfalls genug Möglichkeiten die Sneak Attack auch ohne Flanking zu erhalten, oder Flanking ohne genau gegenüber stehen zu müssen)

Aber halt ohne darauf hinzuweisen. Dadurch kriegt man dann sehr inkonsistente Regeln.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 9.09.2014 | 14:21
Die Anzahl der Zustände, verschiedene Schadenstypen inklusive Resistenzen schreit eigentlich auch nach 4E Keywords. OK das gabs teilweise auch schon vorher, aber zur 3.X Ära war das alles dann doch sehr willkürlich mit zigtausenden Zuständen usw. Das Streamlining dieser Dinge kommt aus der 4E. Man tarnt es halt geschickt mit Fließtext, dann sehen die Spells und Kampfmanöver für das ungeübte Auge halt aus wie 3.X Zauberbeschreibungen oder Classfeatures anstatt Powers.  ;) (Hint auf den Nachbarthread beabsichtigt!)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 9.09.2014 | 19:26
Zitat
Das hat dann den lustigen Effekt, dass der Schurke besser auf den Gegner zielen kann wenn der Barbar vor diesem steht.
Cover hat der Gegner trotzdem.  ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Holycleric5 am 9.09.2014 | 22:32
Die 5e Cantrips fühlen sich sehr nach At-Wills aus der 4e an. Mich stört das nicht, da mich Armbrust Magier immer ziemlich genervt haben.

Volle Zustimmung!

Auch wenn es in Pathfinder ebenfalls die Regel gab, dass man die Cantrips unbegrenzt einsetzen konnte, erinnern mich die Cantrips der 5. Edition eher an die At-Will Powers der vierten Edition. (z.B. war die "Sacred Flame" in 4E eine At-Wil Power, nun ist sie in 5E ein Cantrip)
Und ich finde Magier mit At-Will Sprüchen ebenfalls um längen besser als Armbrust-Magier.

Auch verwendet man wie in der 4E lieber necrotic damage statt Todesmagie, die einen instant tötet, Giftschaden ist Bonusschaden statt "erstschaden: 1W3 temporärer Stärkeschaden..."
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 10.09.2014 | 09:22
Die 4E hat meiner Meinung nach keinen Hehl daraus gemacht, dass sie gerne auf der Battlemat gespielt wird.
In der fünften wird das dadurch verschleiert, dass die Reichweiten in diesen fürchterlichen Fuß-Maßeinheiten gegeben werden, was zu ständigen Umrechnereien führt. Dass die Zaubereffekte nun als Kugel, Zylinder etc. angegeben sind, hilft auch überhaupt nicht weiter. Selbst wenn das Erklärungsbildchen dazu umwerfend niedlich ist.

Die 5e Cantrips fühlen sich sehr nach At-Wills aus der 4e an. Mich stört das nicht, da mich Armbrust Magier immer ziemlich genervt haben.

Cantrips sind aber immer Magie, während Schwertschwung, Fausthieb und Dolchwurf mundane Angriffe sind. Das ist in der 5E ein wichtiger Unterschied, da manche Monster immun gegen das eine und verwundbar gegen das andere sind. 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 10.09.2014 | 10:02
Die 4E hat meiner Meinung nach keinen Hehl daraus gemacht, dass sie gerne auf der Battlemat gespielt wird.
In der fünften wird das dadurch verschleiert, dass die Reichweiten in diesen fürchterlichen Fuß-Maßeinheiten gegeben werden, was zu ständigen Umrechnereien führt. Dass die Zaubereffekte nun als Kugel, Zylinder etc. angegeben sind, hilft auch überhaupt nicht weiter. Selbst wenn das Erklärungsbildchen dazu umwerfend niedlich ist.

Ja, das ist natürlich das eigentlich lustige daran. Die 4E hatte Regeländerungen welche man eigentlich vor allem für das Spiel ohne Battlemap gebrauchen kann. Grad auf solche Sachen wie Gelegenheitsattacken, Vereinheitlichung von Flächeneffekten, Bewegungsregeln und Schleichenregeln etc. bezogen. Aber immer den Anschein erweckt es geht nicht ohne.

Bei der 5E ist's genau anders herum. Man erweckt den Anschein keine zu brauchen - bringt aber Regeln rein bei denen das Spiel ohne Battlemap schwieriger wird.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 12.09.2014 | 10:25
Lass mich raten... das war dann wieder ein "AD&D-DM" der Probleme damit hat wenn der Rogue mehr als einmal pro Kampf einen "Backstab" machen kann ;D

Dass der Rogue mit dem Sneak-Schaden in die Schadensbereiche kommt die der Fighter standardmaessig hat bemerken solche SL wohl nicht...
Nur ist der Rogue eben kein Fighter und muß auch nicht zwangsweise in den Schadensbereich des Fighters kommen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 12.09.2014 | 12:50
Was macht denn der Rogue im Kampf? Mir gefielen die Rollen der 4ed. Da wusste man gleich beim Kampf, wer was macht und ob er seine Sache gut macht. Und der Fighter war dazu da, die anderen zu beschützen. In der 5ed ist das halt wieder wie früher: jeder macht halt irgendwie Schaden. Der eine mehr und der andere halt weniger.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 12.09.2014 | 13:16
Was macht denn der Rogue im Kampf? Mir gefielen die Rollen der 4ed. Da wusste man gleich beim Kampf, wer was macht und ob er seine Sache gut macht. Und der Fighter war dazu da, die anderen zu beschützen. In der 5ed ist das halt wieder wie früher: jeder macht halt irgendwie Schaden. Der eine mehr und der andere halt weniger.
Warum muß denn die Rolle definiert sein? Und die Tatsache, dass die 5E in dieser Hinsicht wieder ein paar Schritte zurück macht, kann ich nur begrüßen. Mir persönlich gehen aber einige Schritte dann aber auch nicht weit genug, was sich gerade am Rogue zeigt. Der Rogue wird, so habe ich den Eindruck, auf seine vermeintliche "Aufgabe" als Damagedealer reduziert. Seine (aber auch die anderer Klassen) Rolle und Stärken ausserhalb des Kampfes scheinen ausgeblendet zu werden.
Offenbar hat die 4E den Fokus vieler Spieler verschoben, so dass das Rollenspiel eher durch die Rollen im Kampf definiert werden. Allerdings ist ein Rollenspiel, das dem Spieler sagt, dass er einen Fighter nur dann gut spielt, wenn er ihn als anständigen "Tank" spielt, in seiner Ausrichtung sehr limitierend.
Wer es mag...       
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 12.09.2014 | 13:39
Rolle und Stärken ausserhalb des Kampfes scheinen ausgeblendet zu werden.
Offenbar hat die 4E den Fokus vieler Spieler verschoben, so dass das Rollenspiel eher durch die Rollen im Kampf definiert werden.
Kampf ist ein Schwerpunkt bei DnD und insbesondere bei der 4ed. Ausserhalb vom Kampf ist der Rogue, ein Rogue wie auch in jeder anderen Edition. Er stiehlt, schleicht und schaltet Fallen aus, usw. Ausserhalb vom Kampf kann ein Fighter machen wozu er lustig ist.
Ich habe meine Aussage über die Rolle ausschliesslich auf den Kampf bezogen. Und der Fighter als Defender ist deshalb nur im Kampf limitiert. Wer im Kampf gerne austeilen will soll halt einen Slayer nehmen.
Wenn ich ein Rollenspiel will, bei dem der Kampf nicht wichtig ist, kann ich ja auch Fate spielen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 14:09
Die Rollen gibt es schon immer, und sind letztlich auch in der 4E vor allem als Info gedacht. Ist ja nicht so, als ob der Kämpfer keinen Schaden macht. Noch nichtmal gesagt ob er nun der ist der am meisten schaden macht, oder doch ein anderer.

Schon im PHB gibt es ja "secondary roles" - was da schon aufzeigt wie schwammig und durchlässig diese Kategorien sind.

Und auch in der 5E ist es ja nun nicht so, als ob alle einfach nur "Schaden machen", auch wenn Mearls dies als Hauptkriterium für die Bewertung der Charaktere nannte. So etwas sind immer nur Tendenzen. In 4E arbeiten die Charaktere stärker zusammen, ergibt sich das Gesamtergebniss stärker aus der Summe und der Synergie ihrer Aktionen.

5E ist dort etwas stärker an 3.5 und dem Konzept "jeder darf mal scheinen", im Gegensatz zu "alle strahlen zusammen" angelegt. Es passiert leichter, dass ein einzelner Charakter einfach nur einen Zauber macht und damit eine Begegnung klar dominiert oder deutlich einfacher macht.

Das ist der Grund, warum man auch die Rollen weniger stark betonen muss, Spieler weniger an die Hand nehmen muss und erklären was die normale Aufgabe so eines Charakters sein könnte.

Aber wie gesagt...viel mehr als Tips sind das ja ohnehin nie gewesen, einige der besten "Controlling" Fähigkeiten der 4E stecken bei Leadern und Strikern, einige der besten "damage dealer" der 4E sind eigentlich "Defender" und eine der besten Möglichkeiten zum "Defending" ist excessives Controlling.

Oder anders gesagt: Am Ende kann sowieso jeder Charakter machen was er will. Ist in der 5E auch nicht anders...wie gesagt, nur mit etwas größerem Fokus auf reinen Schaden, und etwas weniger Teamarbeit. Darum sind die Begriffe selbst als Hilfe weniger interessant. Ich würde nichtmal sagen, dass die nun explizit vermieden werden. Sie sind nur einfach nicht wirklich nötig.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 12.09.2014 | 14:13
Ich habe meine Aussage über die Rolle ausschliesslich auf den Kampf bezogen. Und der Fighter als Tank ist deshalb nur im Kampf limitiert. Wer im Kampf gerne austeilen will soll halt einen Slayer nehmen.
Nur weil ein Rollenspiel wie D&D einen Schwerpunkt im Kampf legt, heisst es trotzdem nicht, dass dann automatisch eine Rollenverteilung wie im Onlinerollenspiel vorgenommen werden muß. Die Rollenverteilung und nicht deren Limitierung hat bei D&D bis einschließlich der 3.x sehr gut funktioniert. Erst durch die 4E hat diese Limitierung eingesetzt. Die 4E ist also nicht gleichzusetzen mit D&D.
Zitat
Wenn ich ein Rollenspiel will, bei dem der Kampf nicht wichtig ist, kann ich ja auch Fate spielen
Wenn ich ein Spiel will, in dem die Rollen der Klassen im Spiel allein durch den Kampf definiert werden, dann kann ich auch WoW spielen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 14:33
Das kann man wohl zu 100% unterschreiben. Und genau deshalb ist es natürlich so wichtig derartige Rollen nun nicht nur im Kampf zu definieren.

Sondern dafür zu sorgen, dass Unterstützungscharaktere halt immer unterstützen. Auch wenn es darum geht, ob man nun eine Fertigkeitsherausforderung bewältigen soll. Gerade beim 4E Barden sind da so viele schöne Sachen dabei, welche besonders ausserhalb der Kämpfe eine Wirkung entfalten. Aber auch andere Charaktere können so etwas natürlich, abhängig von ihrer Rolle und ihren Eigenschaften. Da gibt der Kämpfer dann halt Boni durch eine passende Rede weil er die Fähigkeit dazu hat. Und der Schurke hilft der Gruppe beim schleichen, während der Magier bei Reisen und Zaubern glänzt um Informationen zu sammeln und mit Zaubern die der Gruppe auch außerhalb der Kämpfe helfen. Und diese Dinge sind dann halt immer auch individuell - jeder Charakter hat mehrere solcher Unterstützungsfähigkeiten zur Auswahl, und auch außerhalb der Kämpfe müssen sie zusammenarbeiten. Ihre Rolle bezieht sich genauso auf diese Aspekte.

Aber das bringt einen natürlich zu einem weiterem Punkt den man vermieden hat: Den Fokus auf Nichtkampfherausforderungen.

Einer der größten Unterschiede der 4E waren ja die vielen Dinge die dafür hereingebracht wurden. Und sie nun wieder zu entfernen, und allgemein das Skillsystem recht rudimentär einzubringen ist dort natürlich auch als bewußter Schritt weg von solchen Elementen zu sehen. Und ein wenig stärker zu einem reinem Kampffokus.

Back to the Roots, im Sinne von "Back to the dungeon" wenn man so will.

Wenn Mearls sagt die Klassen seien über den Schaden ausbalanciert, und über die Anzahl der Kampfencounter, so muss man dies schon recht ernst nehmen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 12.09.2014 | 14:40
Das ist eine interessante Diskussion, hat aber mit der Ausgangsfrage nicht mehr so viel zu tun, oder?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 14:45
Weiß ich gar nicht...im Prinzip ist es ja schon etwas was die 5E vermeidet. Bzw. zwei Dinge.

Rollen zu haben (wie jedes D&D) aber sie nicht so benennen.
und
Fertigkeitsherausforderungen und Mittel um Fertigkeiten auch auf hohen Stufen interessant zu machen zu vermeiden.

Aber beim zweitem ist es halt mehr als nur ein Anschein...man hat das einfach ganz gestrichen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 12.09.2014 | 14:51
Einer der größten Unterschiede der 4E waren ja die vielen Dinge die dafür hereingebracht wurden. Und sie nun wieder zu entfernen, und allgemein das Skillsystem recht rudimentär einzubringen ist dort natürlich auch als bewußter Schritt weg von solchen Elementen zu sehen. Und ein wenig stärker zu einem reinem Kampffokus.

Back to the Roots, im Sinne von "Back to the dungeon" wenn man so will.
Genau diesen Punkt sehe ich nicht. Der Wegfall von Nichtkampfherausforderungen hat nichts mit einem verstärkten Fokus auf Kämpfe zu tun, sondern ist viel eher auf die "Rulings not Rules" zurückzuführen. In früheren Editionen wurde auch das Abhandeln von Fertigkeitsprüfungen eher durch die Entscheidungen des Spielleiters herbeigeführt als durch eine dedizierte Regelung im Handbuch. Das Spiel ausserhalb des Kampfes wird also nun nur wieder etwas regelfreier gehandhabt und dem Spielleiter einfach mehr Spielraum gegeben. Kämpfe hingegen wurden seit jeher bei D&D intensiv geregelt, was letztlich in der Natur der Sache liegt. 
Die Kausalität zwischen Wegfall von Skillchallenges und einem vergrößerten Fokus auf Kampf, wie Du es darstellst, ist also nicht gegeben.

Das ist eine interessante Diskussion, hat aber mit der Ausgangsfrage nicht mehr so viel zu tun, oder?
Bedingt. Tatsächlich sehe ich in der Klassenbalance in der 5E Relikte aus der 4E, unter dem Deckmantel eines Redesigns. Die Klassen sollen alle auch innerhalb des Kampfes irgendwie gleichwertig sein und vergleichbaren Schaden liefern.
Bestes Beispiel ist der Rogue, der in vorangegangen Editionen nie so auf Kampf ausgelegt war wie jetzt, die 4E mal ausgenommen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 15:07
Zitat
Wer im Kampf gerne austeilen will soll halt einen Slayer nehmen.
In 5E ist der Fighter ein Damage Dealer, ohne Wenn und Aber. Müsste noch ein wenig rechnen, aber momentan sehe ich nur den Sorcerer in seiner Liga.

Zitat
Die Klassen sollen alle auch innerhalb des Kampfes irgendwie gleichwertig sein und vergleichbaren Schaden liefern.
Bestes Beispiel ist der Rogue, der in vorangegangen Editionen nie so auf Kampf ausgelegt war wie jetzt, die 4E mal ausgenommen.
Ist so nicht richtig. Sowohl Ranger (Hunter) und Monk (Shadow) hinken vom Damage durchaus hinterher. Was prinzipiell nicht schlimm ist, weil sie ganz andere Fähigkeiten an den Tisch bringen.

Edit:
Und auch beim Rogue muss man gucken. Arcane Trickster habe ich mich noch nicht intensiv mit beschäftigt, aber richtig Damage (ganz vorne dabei) macht eigentlich nur der Assassine, wenn entsprechende Gifte kommen und dann auch nur in der ersten Runde. Der Rogue hat auch dadurch nichts an seiner Vielseitigkeit außerhalb des Kampfes verloren, außer, wenn ich es richtig sehe, sein Alleinstellungsmerkmal des Fallen Entschärfens.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 15:13
Die Kausalität zwischen Wegfall von Skillchallenges und einem vergrößerten Fokus auf Kampf, wie Du es darstellst, ist also nicht gegeben.

Zumindest muss sie nicht gegeben sein. Spielleiter, und die Gruppe in der man ist haben ja immer noch einen großen Einfluss, viel größer als ihn jedes System haben kann.

Das darf man also auch nicht als "mit 5E kann man nur Kampf machen, aber ja die 4E die ist ja supidupitoll und das beste geschnittene Brot seit der Erfindung des Getreides" missverstehen. (ich weiß...ist leicht bei mir ^^)

So ist es nicht gemeint. Gemeint damit ist, dass der Spielleiter und die Spieler weniger Hilfsmittel erhalten um derartige Situationen umzusetzen. Und vom System weniger darauf hingestoßen werden, dass sie dies tun sollten. Habe ich ein System mit vielen Hilfsmitteln für dieses Thema, welches mir sagt: "achte auf eine gute Ausgewogenheit zwischen Kämpfen und Nichtkampfsituationen" oder "Eine Nichtkampfsituation sollte genauso spannend und interessant sein wie eine Kampfsituation" so hat dies eine große Wirkung darauf wie neue Spielleiter (aber überraschenderweise auch alte Hasen) ein Abenteuer gestalten. Und umgedreht kann ein System auch Elemente haben welche bei derartigen Herausforderungen stören. Sieht man bei 3.5 ja gut, wo Fertigkeitsherausforderungen auf hohen Stufen schlicht durch Magie ersetzt und dadurch auch entfernt werden.

Ich habe früher dazu immer ein Beispiel aus einem meiner alten Abenteuer gebracht, welches ich zu 3.5 Zeiten geschrieben und dann für die 4E adaptiert habe. Die Folge dieser Konversion waren einfach deutlich mehr Möglichkeiten Fertigkeiten einzusetzen, deutlich mehr Möglichkeiten für alternative Lösungswege. Einfach weil das System dazu Ideen mitbrachte, dazu aufforderte.

Ob 5E dies auch kann wird man noch abwarten müssen. Ich hoffe da immer noch (trotz aller Absagen der Designer, trotz aller anderslautender Vorschauinfos) darauf auch im Dungeon Master Guide zu diesem Thema mehr als nur ein paar alternative Regeln wie sie eigentlich in ein Unearthed Arcana gehören zu erhalten.

Es ist viel zu früh für ein abschließendes Urteil. Aber in diesem Thread geht es ja um Dinge welche Spieler in der 4E abgeschreckt haben, und darum in der 5E nicht mehr so genannt werden, oder aber gar nicht mehr da sind.

Und da ist das Fertigkeitssystem halt ein großes Thema. Zum einem weil man die prinzipielle Mechanik von "trainierten" Fertigkeiten übernommen hat, sie aber nun anders nennt. Zum anderem aber auch weil man ansonsten so ziemlich alles aus dem Fenster wirft. Nicht nur die Dinge aus der 4E, sondern auch eine Menge aus 3.5.

Rulings not Rules ist nichts verkehrtes. Als Spielleitertipp. Es ist der Hinweis, Dinge auch anders zu machen wenn dies passender ist. Hey...als oller 4E Fan kann man da kaum dagegen sein, die Macher davon kleisterten ja ohnehin jede Seite mit einem penetrantem "It's your game! Change it, adjust it!" zu und wollten dauernd Improvisation fördern.

Doch "Rulings not Rules" sollte bedeuten: Ihr könnt die Regeln anpassen, und unsere Hilfestellungen und Tipps sollen euch nur inspirieren wie man es machen kann.

Es sollte nicht: "Ihr kriegt keine Hilfestellungen und Tipps" bedeuten.

Erst recht dann nicht, wenn man diesem Thema eigentlich einen großen Raum geben möchte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 12.09.2014 | 15:21
In 5E ist der Fighter ein Damage Dealer, ohne Wenn und Aber.

Hmm ne nicht alle, aber man kann ihn ganz klar auf Schaden auslegen. Was ich meine ist: So ein Sword n Board Volldosen-Battlemaster mit Protection Style und entsprechenden "controll" Manövern ist eher so mittelmäßig was den Schaden angeht. Aber ja, wenn man es drauf anlegt, ist der Fighter was konsistenten Schaden angeht ganz vorne mit dabei! Das war er in der 4E aber auch schon, von daher hat sich da nix geändert.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 15:28
Mal vom Thema Teamwork abgesehen hat sich an den Rollen ja seit AD&D ohnehin nicht so viel getan...ob man sie nun so nennt oder nicht ist am Ende auch bloß eine Frage der Freundlichkeit für Neueinsteiger.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 12.09.2014 | 15:43
Weiß ich gar nicht...im Prinzip ist es ja schon etwas was die 5E vermeidet. Bzw. zwei Dinge.

Rollen zu haben (wie jedes D&D) aber sie nicht so benennen.
und
Fertigkeitsherausforderungen und Mittel um Fertigkeiten auch auf hohen Stufen interessant zu machen zu vermeiden.

Aber beim zweitem ist es halt mehr als nur ein Anschein...man hat das einfach ganz gestrichen.

Beim zweiten vermeidet sie die 4E ja nicht.  8]
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 16:09
Beim zweiten vermeidet sie die 4E ja nicht.  8]

Naja, ich glaube die Aussage des Designers dazu ob man solche Dinge einbringt war glaube ich....lass mich kurz zitieren...

"I think they should burn in hell!"  :headbang:

Vermeiden ist insofern vielleicht das falsche Wort. Verbrennen und drauf rumhüpfen könnte es besser treffen. ;)
Aber mal abwarten, man darf auf solche Aussagen nicht allzuviel geben. Letztlich werden die Leute veröffentlichen was gewünscht wird. Oder zumindest was sie glauben, dass es gewünscht wird. Wenn genug Spieler diese Elemente vermissen, werden sie evtl. ja doch noch nachgereicht.

Aber man geht dort halt dennoch erstmal 3 Schritte zurück. Das sieht man halt nicht nur daran was sie nicht einbringen, sondern auch an dem was sie einbringen. Größere Flexibilität für Magiewirker, gerade bei Zaubern welche Fertigkeiten betreffen oder Lösungen per Fertigkeitseinsatz im Vergleich weniger effektiv erscheinen lassen.

Der 5E Fly Spell ist halt ab Stufe 5 vorrätig. Die 4E Version davon auf Stufe 16. Um jetzt mal ein einzelnes Beispiel zu nennen. Und für Detektivabenteuer ist das neue Magiesystem, mit der Möglichkeit beliebige Zauber in den Slot zu packen schlichtweg ein großes Problem.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 12.09.2014 | 16:15
Ich wollte eigentlich andeuten, dass das Skillchallengessystem der 4E auch eher rudimentär und mistig war. ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 16:17
Hehe...ja, sagen wir es so: Da haben alle gemeinsam ein wenig Neuland betreten. Die Designer welche anfangs doch einige Anpassungen machten, wie auch die Spieler. Inklusive aller Stolpersteine.

Aber klar: Verglichen mit dem was die 5E aktuell zu dem Thema beiträgt war auch die Initiale Version natürlich ein riesiger Unterschied.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 17:45
Zitat
Und für Detektivabenteuer ist das neue Magiesystem, mit der Möglichkeit beliebige Zauber in den Slot zu packen schlichtweg ein großes Problem.
Warum sollte das ein Problem sein?
Oder besser: Warum sollte ausgerechnet das ein Problem sein, wenn Divinations schon vorher die Pest waren was Detektivabenteuer angeht?

Zitat
Hmm ne nicht alle, aber man kann ihn ganz klar auf Schaden auslegen. Was ich meine ist: So ein Sword n Board Volldosen-Battlemaster mit Protection Style und entsprechenden "controll" Manövern ist eher so mittelmäßig was den Schaden angeht.
8d8+24 ist ein bisschen über mittelmäßig (Action Surge, STR 16, Longsword, Lvl 20).  ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 17:58
Warum sollte das ein Problem sein?
Oder besser: Warum sollte ausgerechnet das ein Problem sein, wenn Divinations schon vorher die Pest waren was Detektivabenteuer angeht?

Aufgrund der größeren Flexibilität. Muss ein Zauberwirker sich entscheiden ob und wie viele, und welche Zauber mit Nichtkampffokus er sich einprägen mag, und wie viele Kampfzauber so hat er eine geringere Flexibilität.

In der 5e verliert ein Magier der auf solche Situationen vorbereitet sein will kaum etwas. Und ist immer noch gleich gut auch auf dazwischen stattfindende Kämpfe vorbereitet.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 18:04
Aufgrund der größeren Flexibilität. Muss ein Zauberwirker sich entscheiden ob und wie viele, und welche Zauber mit Nichtkampffokus er sich einprägen mag, und wie viele Kampfzauber so hat er eine geringere Flexibilität.

In der 5e verliert ein Magier der auf solche Situationen vorbereitet sein will kaum etwas. Und ist immer noch gleich gut auch auf dazwischen stattfindende Kämpfe vorbereitet.
Du hast nie mit einem Diviner in der Gruppe in 3.5/4E gespielt und/oder mit Spielern, die jede Menge Scrolls gebaut haben, oder?

Abgesehen davon:

Wizard:
Zitat
True Strike
Comprehend Languages
Detect Magic
Identify
Detect Thoughts
Locate Object
See Invisibility
Clairvoyance
Tongues
Arcane Eye
Locate Creature
Contact Other Plane
Legend Lore
Rary's Telepathic Bond
Scrying
True Seeing

Cleric:
Zitat
Identify
Augury
Arcane Eye
Legend Lore
Scrying
Scrying
Speak with Animals
Guidance
Detect Evil and Good
Detect Magic
Detect Poison and Disease
Augury
Find Traps
Locate Object
Clairvoyance
Tongues
Divination
Locate Creature
Commune
Legend Lore
Scrying
Find the Path
True Seeing

Finde ich nicht wirklich tragisch.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 18:08
Du hast nie mit einem Diviner in der Gruppe in 3.5/4E gespielt und/oder mit Spielern, die jede Menge Scrolls gebaut haben, oder?

Doch natürlich, aber zum einem ging es mir nicht nur um Divinations, zum anderem sprach ich über das Magiesystem.

Erkenntnissmagie hat in jeder der Editionen große Auswirkung. Doch wann man sie nutzen kann, mit welchen Kosten ist unterschiedlich.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 12.09.2014 | 18:09
8d8+24 ist ein bisschen über mittelmäßig (Action Surge, STR 16, Longsword, Lvl 20).  ;)

Ja auf lvl 20  ::) Aber vergleich doch mal mit, sagen wir, einem Pala lvl 5 der einen Smite benutzt, oder einem Berserker lvl 10...
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 12.09.2014 | 18:13
Doch natürlich, aber zum einem ging es mir nicht nur um Divinations, zum anderem sprach ich über das Magiesystem.

Erkenntnissmagie hat in jeder der Editionen große Auswirkung. Doch wann man sie nutzen kann, mit welchen Kosten ist unterschiedlich.

Divination macht das schon bissle kaputt. Alleine schon der Speak with Dead Zauber. Instant Teleport zu beliebigen Orten finde ich genauso lame. Aber das sind halt heilige Kühe, die ihren Weg wieder zurück ins System gefunden haben, um die 3.X Fanboys glücklich zu machen.  ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 18:26
Ist ja nun auch nicht so, als ob so etwas generell schlecht fürs Spiel wäre, diese Zauber sind ja wirklich etwas was in D&D sehr viel Flair beitragen kann. 5e macht es halt den Magiewirkern dabei etwas einfacher, gibt ihnen die Möglichkeit ohne echte Kosten dennoch für sehr viele Situationen gleichzeitig gerüstet zu sein.

Das sorgt halt dafür, dass in solchen Situationen die magische Lösung häufiger gewählt wird, attraktiver wird. Divinination gibts anderswo genauso...aber halt mit Vor- und Nachteilen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 18:32
Ja auf lvl 20  ::) Aber vergleich doch mal mit, sagen wir, einem Pala lvl 5 der einen Smite benutzt, oder einem Berserker lvl 10...
Paladin Lvl 5 mit Searing Smite (Lvl 2 Slot) und Great Sword (STR 16):
4d6+6 + 2d6 Smite = 27

Fighter Lvl 5 mit Action Surge:
4d8+12 = 30
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 18:41
Zitat
Doch wann man sie nutzen kann, mit welchen Kosten ist unterschiedlich.
Locate Creature als Beispiel:

3.5 kostet er mich einen Lvl 4 Slot oder Peanuts an Gold
5E kostet er mich einen Lvl 4 oder Lvl 5 oder Lvl 6 oder Lvl 7 oder Lvl 8 oder Lvl 9 Slot.

Nehmen wir Lvl 17 für Lvl 9 Slot-Verfügbarkeit:
3.5: 5 Lvl 4 Slots (INT 22, also eher niedrig angesetzt).
5E: 9 mögliche Slots, wobei man sich halt fragen sollte: Gebe ich einen Slot ab 6 ab für so einen Zauber, wenn ich nur jeweils einen habe? Wenn ich nur Lvl 4 und 5 Slots einplane, sind es wieder 5.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 18:52
Nur kostet es mich in der 5e diesen Slot nunmal nicht. Oder genauer gesagt, nur wenn der Nutzen tatsächlich eintritt. Und ich den Zauber tatsächlich benötige.

Doch ich muss mich halt nicht vorab darauf vorbereitet, oder zumindest weniger als zuvor. Aber gut....kein Grund das zu vertiefen, ich wollte nur aufzeigen, dass die 5e hier ein paar der Schritte der 4e zur Vermeidung solcher Probleme wieder cancelled.

Das man dabei noch leicht über die 3.5 Version davon hinausgeht macht den Braten auch nicht mehr fett.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 18:56
Klar kostet es mich einen "Slot"; muss mich ja durchaus entscheiden, ob ich den Spell nun morgens mit in mein Repertoire für den Tag aufnehmen will.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 19:09
Ok, da verwendest du dann aber einen anderen Begriff unter dem Namen Slot. Und deine Zahlen hauen nicht mehr hin.

Denn auf der genannten Stufe 17 wären es eher 22 verschiedene vorbereitete Zauber, plus Cantrips und Rituale bei denen ich die Zauber aber frei und flexibel je nach Bedarf einsetzen kann. Sprich: Im Zweifel mich halt auch spontan zwischen Kampfzaubern und Nichtkampfzaubern umentscheiden kann.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 12.09.2014 | 19:23
Paladin Lvl 5 mit Searing Smite (Lvl 2 Slot) und Great Sword (STR 16):
4d6+6 + 2d6 Smite = 27

Fighter Lvl 5 mit Action Surge:
4d8+12 = 30

Hmm ok you win  :D Auf dem Papier wirkt er irgendwie schwächlicher  :embarassed:
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 19:25
Und?

Keine Ahnung, wie 4E das regelt, aber in 3.5 konnte mal Slots freilassen und nach Bedarf "nachfüllen", wenn ich mich richtig erinnere.

Kurzum:
Man kann es drehen, wie man will...aber 5E ist sicherlich nicht ein schlimmerer Detektivabenteuerkiller als andere Versionen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 19:29
Hmm ok you win  :D Auf dem Papier wirkt er irgendwie schwächlicher  :embarassed:
Tut er auch, aber Action Surge reisst es halt raus.

Allerdings muss man halt sagen, dass er diesen Trick nicht sonderlich oft am Tag machen kann, aber, wie man in WoW so schön sagt, "bursten" kann er.
Naja, die Caster können dann noch ein bisschen mehr.  :D
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 19:40
Und?

Keine Ahnung, wie 4E das regelt, aber in 3.5 konnte mal Slots freilassen und nach Bedarf "nachfüllen", wenn ich mich richtig erinnere.

Da erinnerst du dich richtig. Allerdings geht dies eben nicht instant. Würde man also Slots freilassen um sich z.B. spontan zwischen Kampf und Nichtkampf entscheiden zu können, so hat man eben nicht die Chance das ganze fix mal doch für einen ausbrechenden Kampf zu nutzen. In der Praxis werden daher eben doch viele Slots befüllt.

In der 4e gab es mehrere Maßnahmen zur Vermeidung dieser Problematik. Zum einem wurden viele Zauber zu Ritualen, mit längerer Zauberdauer und höheren Kosten. Vor allem hat man aber allen Klassen auch Dinge gegeben welche außerhalb des Kampfes nutzbar sind, und die Wirkung vieler Zauber entschärft. Das klassische Bezaubern z.B. ist damit deutlich entschärft worden.

Ist ja auch ok, wenn du sagst du kennst das nicht, und hast dich damit nicht beschäftigt. Muss ja auch nicht sein, auch wenn es für die Diskussion sicher besser wäre. Aber um beim Thema "was hat die 5e versucht aus der 4e zu vermeiden" zu bleiben: Genau solche Dinge sind es natürlich auch. Es galt für viele als Balancingfetisch, wenn die Klassen in solchen Situationen alle nützlich sind, und halt das ganze nicht einfach per Zauber lösbar ist.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2014 | 20:18
Zitat
Aber um beim Thema "was hat die 5e versucht aus der 4e zu vermeiden" zu bleiben: Genau solche Dinge sind es natürlich auch.
Der Thread heisst: "Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet".

Und ich stelle mir ehrlich gesagt die Frage, an welcher Stelle hier etwas "vermieden" wird, noch dazu "krampfhaft".
Parallel implizierst Du auch, dass die 4E hier einen "besseren" Weg gegangen ist:

Zitat
In der 4e gab es mehrere Maßnahmen zur Vermeidung dieser Problematik. Zum einem wurden viele Zauber zu Ritualen, mit längerer Zauberdauer und höheren Kosten. Vor allem hat man aber allen Klassen auch Dinge gegeben welche außerhalb des Kampfes nutzbar sind, und die Wirkung vieler Zauber entschärft. Das klassische Bezaubern z.B. ist damit deutlich entschärft worden.
Ein Charm Person hat in 5E einen maximalen DC von 19. Das heisst der +/-0 Commoner hat immer noch eine 10 % Chance, ihm zu widerstehen. Advantage, wenn er bekämpft wird (also +5).
Sobald der Gegner oder zu Befragende proficient ist, wirds schon schwerer. Und das schon, bevor nur ein Magic Item auf Papier gedruckt wurde.

Ist es also ein Gamebreaker? Kaum.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 12.09.2014 | 21:02
Vermieden wird das gleiche wie bei den anderen Punkten oben: Der Vorwurf es wie die 4e zu machen.

Und was heißt schon besser? Sowas sind immer Geschmackssachen, darum geht es ja. Ist doch nicht so als ob WotC sich nun gesagt hätte "komm lass uns mal Nichtkampfbegegnungen schwieriger umsetzbar machen", damit sich die doofen 4e-ler ärgern.

Es geht darum wie das Spiel angenommen werden soll, und auch darum wieder stärker als back to the roots wahrgenommen zu werden. Inklusive halt dem Gedanken "dann muss man sich auch stärker auf das Hauptthema des Spiels fokussieren".

Das ist nicht zwingend schlechter. Aber man sollte sich auch nichts vormachen, diese Änderung wird nicht durchgeführt um Spielern das Spiel zu erleichtern, sondern um sich weniger Vorwürfe einzuhandeln man opfere mal wieder so viel der Balance.

Und ja...Charm Person kann schiefgehen. Andere Zauber auch. Aber die perfekte Chance die der Zauber darauf haben sollte einen komplette Szene aufzulösen ist nicht 90%. Auch nicht 50%, oder 1%.

Sie ist: Arbeite mit deinen Gruppenmitgliedern zusammen, und dieser Zauber hilft dir dabei.

Aber ich hab auch kein Problem wenn du sagst "Skillsystem und Skillchallenges" seien kein gutes Beispiel für das Thema. Ist doch ok.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 13.09.2014 | 00:50
Und für Detektivabenteuer ist das neue Magiesystem, mit der Möglichkeit beliebige Zauber in den Slot zu packen schlichtweg ein großes Problem.

Sorry, ich finde es gut, wenn Detektivabenteuer durch Magie schnell zu lösen sind. Das ist konsequent.
Monte Cook hat mal ein Abenteuer designed, bei dem der Detektivteil quasi eine Seite war, weil er davon ausging, dass es per Commune gelöst wird.
Das ist super!  :d
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: alexandro am 13.09.2014 | 06:05
Sorry, ich finde es gut, wenn Detektivabenteuer durch Magie schnell zu lösen sind. Das ist konsequent.
Monte Cook hat mal ein Abenteuer designed, bei dem der Detektivteil quasi eine Seite war, weil er davon ausging, dass es per Commune gelöst wird.
Das ist super!  :d

Das ist grottig. Eine Lösung über einen bestimmten Charakterwert (Was ist, wenn kein Kleriker in der Gruppe ist?), ist schlechtes AB-Design.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: ElfenLied am 13.09.2014 | 06:53
Sorry, ich finde es gut, wenn Detektivabenteuer durch Magie schnell zu lösen sind. Das ist konsequent.
Monte Cook hat mal ein Abenteuer designed, bei dem der Detektivteil quasi eine Seite war, weil er davon ausging, dass es per Commune gelöst wird.
Das ist super!  :d

Also ganz ehrlich, wenn sich ein Detektivabenteuer durch ein einziges Speak with Dead lösen lässt, dann ist das Abenteuer schlecht designed, nicht der Zauber.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 07:16
Völlig richtig.

Um solche 1 Zauber = Abenteuer vorbei Situationen ging es dabei insofern auch gar nicht, sondern schlicht um die Frage wie sich größere Flexibilität bei Magiewirkern, bei gleichzeitigem Abbau von Optionen für andere Charaktere auswirkt.

Aber wie gesagt, man muss das gar nicht ewig durchdiskutieren, oben wollte ich wirklich einfach nur sagen, dass diese Änderungen bewusst mit dem Gedanken gemacht wurden nicht wie 4e wirken zu wollen. Ob man es selbst nun gut oder schlecht findet ist ohnehin ein eigenes Thema.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 13.09.2014 | 07:33
Granted, keine Skill Challenges sind eine klare Abgrenzung von der 4E.

Zitat
bei gleichzeitigem Abbau von Optionen für andere Charaktere
Ich finde nicht, dass man dies allgemeingültig sagen kann. Mit Rulings ist ein Begriff im Spiel, der auch, je nach SL, extrem viele Optionen zulässt, einfach weil der SL sagen kann, ob eine Option nun klappt oder nicht. Regeln, die festschreiben, wie es etwas funktioniert, sind eine klassische "0 oder 1"-Geschichte; was geschrieben steht, geht, alles andere nicht.

Natürlich kein gutes Kriterium für die Vergleichbarkeit von Situationen und ob die auch gerne als "Handwedelei des SL" benannte Vorgehensweise einem gefällt, steht auf einem anderen Blatt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 13.09.2014 | 08:00
Die Rollenverteilung und nicht deren Limitierung hat bei D&D bis einschließlich der 3.x sehr gut funktioniert. Erst durch die 4E hat diese Limitierung eingesetzt. Die 4E ist also nicht gleichzusetzen mit D&D.

Die 4E hat nicht "limitiert", sie hat einen Standard angegeben, nach dem Gruppen wie vorgesehen funktionieren und man zB alle Abenteuer, wie man sie kaufen will, durchspielen kann, ohne nach Anpassungen greifen zu müssen. Das ist so, wie wenn auf einer Dose Kidney-Bohnen ein Verfallsdatum drauf steht - es bedeutet nicht, dass Du das Zeug nicht noch einen Monat später essen kannst, aber der Hersteller garantiert mit seiner Angabe, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Produkt wie vorgesehen aussieht und schmeckt.
Und tatsächlich geht in der 4E auch jenseits des klassischen Rollenmusters ne ganze Menge. Sie stellt nur klar, dass es auf jeden Fall funktionieren wird, wenn man sich am klassischen Muster orientiert.

Mit dieser Transparenz hat die 5E eine Zeitlang geflirtet ("Class Groups"), dann aber den Begriff aufgrund der Bedenken der notorischen WoW-Untersteller offenbar fallen gelassen.
Dennoch merkt man ja im Spiel, dass man in Probleme reinläuft, wenn man ohne Heilung oder bestimmte Bann- und Wiederherstellungssprüche sich ins Abenteuer stürzt. Dann nuckelt einem der Intellect Devourer das Hirn aus, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tun kann, weil niemand die passenden Zauber kennt.

Wenn überhaupt, limitiert die 5E die Möglichkeit, Gruppen zusammenzustellen. In der 4E war es ohne weiteres möglich, eine reine "Barbaren"-Kampagne zu spielen (also nur mit primalen Klassen loszuziehen) oder nur martialische Kerle in der Gruppe zu haben, um den Rest einer Söldnertruppe in einer Welt mit nur total wenig Magie darzustellen.

Es gibt Andeutungen im Spiel, dass man Magie braucht, aber in welchem Maße es gut für eine Abenteurergruppe ist? Dazu gibt es schlicht keine Empfehlungen. Subkutan sind die alten Rollenverteilungen durchaus da, teilweise holt man sich die Zugehörigkeit zu seiner Rolle an einfach unterschiedlichen Orten ab (Feats, Kampfstile, Subklassen); die Fünfte hüllt sich nur in Schweigen darüber, was die angestrebte Norm ist und welche Fähigkeiten man wann braucht, um Abenteuer dieser und jener Stufe zu bestehen.

 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 08:08
Ich finde nicht, dass man dies allgemeingültig sagen kann. Mit Rulings ist ein Begriff im Spiel, der auch, je nach SL, extrem viele Optionen zulässt, einfach weil der SL sagen kann, ob eine Option nun klappt oder nicht. Regeln, die festschreiben, wie es etwas funktioniert, sind eine klassische "0 oder 1"-Geschichte; was geschrieben steht, geht, alles andere nicht.
Da würde ich dir wiedersprechen wollen, denn gerade wotc hat ja gezeigt, dass es nicht nur rulings oder rules gibt, sondern auch beides zusammen.

Gerade die letzte Edition war ja voller Texte welche Improvisation und freien umgang mit regeln fördern sollten. Inklusive natürlich auch von entsprechenden Passagen für Skills. Am Ende ging das so weit, dass man aktiv Beispiele für derlei Rulings abdruckte und dazu aufforderte.

Von einer 0 oder 1 Geschichte kann man da kaum sprechen, es geht eher um die Frage ob Rulings durch Regeln unterstützt werden oder nicht. Denn dafür sollten Regeln da sein, zum unterstützen und inspirieren.

Aber du sagst es ja ganz richtig: Abschließend kann man da gar nichts sagen, 5e kann alles was nun weggelassen wurde ja durchaus noch nachliefern. Es ist eine Momentaufnahme.

Nur schade, dass dies überhaupt nötig ist. Eigentlich wäre es besser die neue Edition wäre stärker mit dem Hintergedanken designed worden wie man das Spiel besser machen kann. Doch vieles ist da eher dem Marketinggedanken "wie wird es ankommen" geschuldet.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Vendes am 13.09.2014 | 08:59
Die 4E hat nicht "limitiert", sie hat einen Standard angegeben, nach dem Gruppen wie vorgesehen funktionieren und man zB alle Abenteuer, wie man sie kaufen will, durchspielen kann, ohne nach Anpassungen greifen zu müssen. Das ist so, wie wenn auf einer Dose Kidney-Bohnen ein Verfallsdatum drauf steht - es bedeutet nicht, dass Du das Zeug nicht noch einen Monat später essen kannst, aber der Hersteller garantiert mit seiner Angabe, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Produkt wie vorgesehen aussieht und schmeckt.
Und tatsächlich geht in der 4E auch jenseits des klassischen Rollenmusters ne ganze Menge. Sie stellt nur klar, dass es auf jeden Fall funktionieren wird, wenn man sich am klassischen Muster orientiert.
Vollkommen richtig. Erwähnenswert ist auch noch, dass es von einigen Klassen Varianten mit verschiedenen Primärrollen gibt. Ein Sentinel-Druide hat z. B. die Primärrolle "Leader", kann aber beim Stufenaufstieg auch Kräfte wählen, die eigentlich zum Guardian-Druiden gehören, der ein "Controller" ist usw. Dann gibt es auch noch die Hybrid-Klassen, mit denen ein Charakter im Prinzip in zwei Klassen gleichzeitig aufsteigt, womit sich das Prinzip mit den unterschiedlichen Rollen endgültig aushebeln lässt. Auch mit manchen Themes (5e macht so etwas ähnliches und nennt es "Backgrounds") kann man einem Charakter eine spürbar andere Richtung geben.

Offenbar hat die 4E den Fokus vieler Spieler verschoben, so dass das Rollenspiel eher durch die Rollen im Kampf definiert werden. Allerdings ist ein Rollenspiel, das dem Spieler sagt, dass er einen Fighter nur dann gut spielt, wenn er ihn als anständigen "Tank" spielt, in seiner Ausrichtung sehr limitierend.
Gerade der Fighter ist in 4E eine der flexibelsten Klassen, die keineswegs als "Tank" gespielt werden muss, sondern die verschiedenen Rollen miteinander mischen kann. Ich finde es immer wieder faszinierend, was man der 4E alles vorwirft und warte eigentlich nur noch darauf, dass sie demnächst auch für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird. ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 10:25
@Vendes:

Ich vermute mal, du hast die eigentliche Kritik damals nicht verstanden. Die hatte nicht damit zu tun das man die gewählte Klasse nicht spielen/darstellen kann wie man möchte, sondern das man streckenweise auf den immer gleichen Optionen festhängt. Wie war der Update Zyklus der Powers nochmal? 1 alle 4 Stufen? Ich hatte an den Klassen, die ich länger gespielt habe, schon meine Spaß, das stelle ich da auch gar nicht in Abrede (Deva Avenger, Tiefling Invoker), das Spielgefühl war nur über längere Strecken einfach identisch weil sich nicht viel verändert hat und das rauskloppen der Powers dann einfach nur noch mechanisch daherkommt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 10:30
Was natürlich angesichts der Unflexibilität vieler Klassen in der dritten Edition ziemlich bescheuerte "Kritik" ist.

Aber die armen Fullcaster, die sich nicht mehr zu eierlegenden Wollmilchsaugöttern entwickeln konnten, waren mit der 4E wirklich angearscht.
Sie tun mir so leid. Nicht!
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 10:38
Was natürlich angesichts der Unflexibilität vieler Klassen in der dritten Edition ziemlich bescheuerte "Kritik" ist.

Aber die armen Fullcaster, die sich nicht mehr zu eierlegenden Wollmilchsaugöttern entwickeln konnten, waren mit der 4E wirklich angearscht.
Sie tun mir so leid. Nicht!

Das sind aber zwei unterschiedliche Paar Stiefel. Ich stimme voll und ganz zu das in der 3.5, stärker noch in der 3.0, viele Klassen einfach so richtig fade waren und ihnen die Optionen fehlten, gar kein Thema.
Ich stimme auch voll und ganz zu dass das Designziel hinter der 4E, also allen Beteiligten gleichwertig was zu tun zu geben vom Grundgedanken her toll war und einen Schritt in die richtige Richtung darstellt.
Die Umsetzung des Designziels ist nur schlecht gelaufen.

Am Fullcaster Thema scheiden sich aber die Geister. Es ist schon extrem auffällig wie sehr hier die Meinungen auseinander gehen zwischen "Fullcaster sind OP" und "Fullcaster stören das Spiel nicht und sind oft Luschen". Diese Trennlinie gibt es heute noch sehr stark und ist wohl das Kommunikationsproblem No.1 im D20-Bereich.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 10:44
Am Fullcaster Thema scheiden sich aber die Geister. Es ist schon extrem auffällig wie sehr hier die Meinungen auseinander gehen zwischen "Fullcaster sind OP" und "Fullcaster stören das Spiel nicht und sind oft Luschen".
Die zweite Meinung habe zur 3er Edition noch nie gehört.  ;)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Vendes am 13.09.2014 | 10:48
@Slayn:
Zitat
Ich vermute mal, du hast die eigentliche Kritik damals nicht verstanden.
Ich weiß nicht, was du mit "damals" meinst, aber da ich erst nach Essentials in D&D 4E eingestiegen bin, ist mir diese Art von Kritik nicht so geläufig. Viele der Essentials-Klassen folgen ja nicht dem gleichen Schema wie die PHB-Klassen, sondern setzen auf Standardangriffe statt Spezialangriffe, ähnlich wie bei älteren D&D-Editionen. Diese Klassen erhalten zwar auch alle paar Stufen eine Utility-Power o. ä., aber längst nicht so viele wie die PHB-Klassen. Stattdessen haben/bekommen sie einzigartige Klassen-Features, die zumindest für eine gewisse Differenzierung sorgen. Ein Spieler in meiner Gruppe, der von einem Mage auf einen Thief umgestiegen ist, hat sich mir gegenüber verwundert geäußert, wie radikal unterschiedlich sich der neue Charakter spielt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 10:50
Die zweite Meinung habe zur 3er Edition noch nie gehört.  ;)

Die zweite Meinung kam ja auch immer dann, wenn es um massive Dungeoncrawls a la Return to the Temple of Elemental Evil oder Rappan Athuk ging, also immer wenn Ressourcenverwaltung wirklich wichtig wurde da man als Spieler keine Ahnung hat wann man endlich eine Rast einlegen kann.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 10:53
@Slayn:Ich weiß nicht, was du mit "damals" meinst, aber da ich erst nach Essentials in D&D 4E eingestiegen bin, ist mir diese Art von Kritik nicht so geläufig. Viele der Essentials-Klassen folgen ja nicht dem gleichen Schema wie die PHB-Klassen, sondern setzen auf Standardangriffe statt Spezialangriffe, ähnlich wie bei älteren D&D-Editionen. Diese Klassen erhalten zwar auch alle paar Stufen eine Utility-Power o. ä., aber längst nicht so viele wie die PHB-Klassen. Stattdessen haben/bekommen sie einzigartige Klassen-Features, die zumindest für eine gewisse Differenzierung sorgen. Ein Spieler in meiner Gruppe, der von einem Mage auf einen Thief umgestiegen ist, hat sich mir gegenüber verwundert geäußert, wie radikal unterschiedlich sich der neue Charakter spielt.

"Damals" = "PHB1 Zeit". Also die hauptsächliche Erfahrung die potentielle Umsteiger in das System gemacht haben werden. Klar, die Essentials haben einiges am Spiel verändert, aber ich denke zu der Zeit war das Kind schon längst in den Brunnen gefallen, ist abgesoffen und wurde als Untoter nochmals zerhackt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 13.09.2014 | 10:57
@Vendes:

Ich vermute mal, du hast die eigentliche Kritik damals nicht verstanden. Die hatte nicht damit zu tun das man die gewählte Klasse nicht spielen/darstellen kann wie man möchte, sondern das man streckenweise auf den immer gleichen Optionen festhängt. 

Wenn man einen Zauberwirker mit vielen Optionen spielen will, schreibt man bei seinem DM einfach immer wieder den Arcane-Might-Boon auf die Wunschliste und kauft jedem Baumhirten und jedem Ultroloth jedes nur mögliche Ritual ab.

 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 10:58
Wenn man einen Zauberwirker mit vielen Optionen spielen will, schreibt man bei seinem DM einfach immer wieder den Arcane-Might-Boon auf die Wunschliste und kauft jedem Baumhirten und jedem Ultroloth jedes nur mögliche Ritual ab.

Bizarr?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 11:06
Wie war der Update Zyklus der Powers nochmal? 1 alle 4 Stufen?

Nein...bzw. man kann es so genau nicht sagen. Neue Kräfte gabs auf Stufe 2, 3, 5,6,7,9 und 10 (usw. - danach gibt es ja PP und ähnliches).

Außerdem halt noch Extrakräfte über Talente, die Klasse, Items oder ähnliches. Mein Stufe 11 Assassine hat 18 verschiedene Kräfte, mein Magier (Stufe 10) nicht ganz das doppelte, mal ohne Rituale gerechnet. Aber es sind natürlich beliebige Zahlen möglich.

Ob sich "das Spielgefühl" dadurch ändert? Nicht wirklich, man ist halt ein Charakter seiner eigenen Rolle. Ein Assassine bleibt ein Assassine, auch dann wenn er neue Tricks dazu bekommt. Ändern tut sich dies erst mit Paragonpfaden und besonders den Epic Destinies welche dann auch auf das RP größere Wirkung haben.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 11:13
Nein...bzw. man kann es so genau nicht sagen.

So, gerade nochmals mein PHB1 rausgefischt: Doch, du kannst es recht genau sagen. Wirf einen Blick auf de Tabelle auf Seite 29 und schau dir an in welchem Tempo man "Gain" und "Replace" hat. Die Stufen hierfür stehen fest. Vergleiche das mit den durch Sternchen gekennzeichneten Einträgen in der Total Powers Known Spalte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 11:18
So, gerade nochmals mein PHB1 rausgefischt: Doch, du kannst es recht genau sagen. Wirf einen Blick auf de Tabelle auf Seite 29 und schau dir an in welchem Tempo man "Gain" und "Replace" hat. Die Stufen hierfür stehen fest. Vergleiche das mit den durch Sternchen gekennzeichneten Einträgen in der Total Powers Known Spalte.
Passt trotzdem nicht, da manche Powers andere Powers freischalten und manche Feats eine Power zur Verfügung stellen.

Wenn man will, kann man die verfügbaren Powers schon mit dem PHB1 merklich erhöhen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 11:24
So, gerade nochmals mein PHB1 rausgefischt: Doch, du kannst es recht genau sagen. Wirf einen Blick auf de Tabelle auf Seite 29 und schau dir an in welchem Tempo man "Gain" und "Replace" hat. Die Stufen hierfür stehen fest. Vergleiche das mit den durch Sternchen gekennzeichneten Einträgen in der Total Powers Known Spalte.

Mal davon abgesehen, dass dein eigenliches Argument (es ändert sich nur aller 4 Level etwas) durch Dinge die andere Ersetzen irgendwie bereits nicht so besonders viel Sinn ergibt, und es wie gesagt eher aller anderthalb Lvl ist (nur auf Powers bezogen): Meine Aussage bezog sich darauf, dass unterschiedliche Charaktere eine unterschiedliche Anzahl Kräfte haben können. Auch bereits nur mit den Spielerhandbuch Optionen.

Aber - irgendwie sind wir im falschem Thread für sowas, oder? Man könnte das höchstens unter "5E versucht die Klassen simpler zu halten und weniger Optionen einzubringen" erwähnen, aber eigentlich wäre wohl schon dies kein so besonders gutes Beispiel für das eigentlich gefragte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 11:30
Passt trotzdem nicht, da manche Powers andere Powers freischalten und manche Feats eine Power zur Verfügung stellen.

Wenn man will, kann man die verfügbaren Powers schon mit dem PHB1 merklich erhöhen.

Bring mal ein konkretes Beispiel anhand des PHB1, lass uns beim Heroic Tier bleiben.
Ok, es gibt Völker mit einer Encounter Power (Etwa Infernal Wrath beim Tiefling), es gibt Divinity Feats für die Klassen, die sich hier qualifizieren können (1/Gott) und es gibt Magic Items die eine Encounter Power oder eine Daily Power haben können. Was übersehe ich hier?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 11:49
Dinge, die nicht von der Tabelle erfasst werden:
Class Features:
Channel Divinity in vielen Formen
Healing Word, Lay on Hands, Inspiring Word
Divine Challenge
Wizard Class Features: 4 ehemalige Zauber, die als at-will verfügbar sind
Spellbook (doppelte Anzahl daily & utility spells)

Race Features:
Dragon Breath
Fey Step
Elven Accuracy
Second Chance
Infernal Wrath

Powers, die keine Powers im Sinne der Tabelle sind:
Rituale in Massen

Ausschließlich PHB1 und ausschließlich Heroic Tier. Die Inflexibilität wurde ja vor allem dem Wizard vorgeworfen. Dass man gerade den Wizard tweaken konnte wie man wollte, wurde freundlich ignoriert.
In dem Moment, wo du den DDI einbeziehst (Prä-Essentials übrigens) kommen noch diverse andere Class und Race Features hinzu, wie zum Beispiel die Diabolic Transformation der Tieflings.
In meiner damaligen Gruppe gab es bei den SCs, die alle auf Lvl 4 waren, zwischen 6 und 13 Powers auf dem Charactersheet. Ohne Rituale.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 11:52
Mal davon abgesehen, dass dein eigenliches Argument (es ändert sich nur aller 4 Level etwas) durch Dinge die andere Ersetzen irgendwie bereits nicht so besonders viel Sinn ergibt, und es wie gesagt eher aller anderthalb Lvl ist (nur auf Powers bezogen): Meine Aussage bezog sich darauf, dass unterschiedliche Charaktere eine unterschiedliche Anzahl Kräfte haben können. Auch bereits nur mit den Spielerhandbuch Optionen.

Aber - irgendwie sind wir im falschem Thread für sowas, oder? Man könnte das höchstens unter "5E versucht die Klassen simpler zu halten und weniger Optionen einzubringen" erwähnen, aber eigentlich wäre wohl schon dies kein so besonders gutes Beispiel für das eigentlich gefragte.

Ach, Arld ....

Wir reden hier doch gerade eben darüber was grundsätzlich im Fokus steht, @Encounter oder @Abenteuertag. Die 4E hat den Fokus auf @Encounter verschoben und genau das vermeidet die 5E wie der Teufel das Weihwasser.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 12:34
^^ um ehrlich zu sein hatte ich nicht darüber geredet, sondern einfach nur auf deine Aussage geantwortet bei der du nicht so recht wusstest wie viele Kräfte man eigentlich bekommt. Was hat das überhaupt mit Abenteuertag und Encounter zu tun? ^^

Aber ja: Es stimmt, die 5E balanciert die Klassen wieder über den Abenteuertag, was die 4E etwas abgeschwächt hatte.

Mit allen Nach- und Vorteilen des ganzen. Der größte Nachteil bei der "Abenteuertag" Variante sind halt die Probleme welche dies für die oben angesprochenen Abenteuertage mit wenig Kämpfen bringt. Klassen welche ihre Ressourcen frei verteilen können (Zauberwirker) sind dort dann halt viel leichter in der Lage zu glänzen wie Charaktere welche mehr Kämpfe benötigen um ihre Stärken ins Spiel zu bringen. Man ist also auf eine bestimmte Anzahl Kämpfe je Tag angewiesen um das Balancing zu halten. Mearls sprach für die 5E sogar mal davon das ganze sei nach einer fixen Zahl Kampfrunden balanced die man erreichen müsste.

Das ist bei der 4E halt nicht so...habe ich wenig Kämpfe profitieren die meisten Klassen davon gleich, und keine hat dadurch besondere Vor oder Nachteile. Die Gruppenbalance bleibt intakt, auch wenn ich für heute nur eine Investigation mit wenig Kampfgelegenheiten eingebaut hab.

Aber wie gesagt...das hat mit der Frage die du oben aufgeworfen hast doch überhaupt nichts zu tun, oder? Ich dachte dir ging es um die Aussage, dass sich über die Level zu wenig ändert?

Naja...ich find sowieso, dass wir ein paar dieser Themen lieber ins 4E Forum auslagern sollten.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 13.09.2014 | 12:43
Zitat
Klassen welche ihre Ressourcen frei verteilen können (Zauberwirker) sind dort dann halt viel leichter in der Lage zu glänzen wie Charaktere welche mehr Kämpfe benötigen um ihre Stärken ins Spiel zu bringen. Man ist also auf eine bestimmte Anzahl Kämpfe je Tag angewiesen um das Balancing zu halten. Mearls sprach für die 5E sogar mal davon das ganze sei nach einer fixen Zahl Kampfrunden balanced die man erreichen müsste.
Welche Klassen sollen das denn sein? Also jene, die erst "spät" glänzen?

Mike Mearls widerspricht sich leider auch immer, was die Encounter pro Tag angeht. Mal so, mal so.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Vendes am 13.09.2014 | 12:45
Selbst wenn zwei Charaktere auf einer Stufe exakt die gleiche Anzahl und Art von Powers hätten (was sich aus den von anderen schon genannten Gründen selbst mit dem PHB1 vermeiden lässt), könnten sie sich diese Powers von der Spielmechanik her immer noch unterschiedlich genug sein, um nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, dass man den gleichen Charakter in einer anderen Geschmacksrichtung spielt. Dieses Empfinden ist vollkommen subjektiv.

Wenn man darauf besteht, nur das PHB1 zu betrachten, ist es logischerweise "schlimmer", weil man die Auswahlmöglichkeiten auf ein Minimum einschränkt. Schon im PHB2 gibt es Klassen wie den den Druiden, der mit der Gestaltwandlung eine zentrale Spielmechanik besitzt, die keine andere Klasse hat. Zusätzlich sind durch Erweiterungsbände unzählige Differenzierungsmöglichkeiten in Form von Feats, Paragon Paths usw. hinzu gekommen. Es gibt z. B. mindestens einen funktionierenden Dragonborn-Sorcerer-Variante, die darauf ausgelegt ist, mit der Odemwaffe unter den feindlichen Nahkämpfern zu wüten statt aus der hintersten Schlachtreihe anzugreifen. Selbst ein einzelnes Item kann das Spielgefühl eines Charakters deutlich verändern. Items sind ein fester Bestandteil von 4E und wurden gerade während der Anfänge der Edition in Massen über potentiellen Umsteigern ausgeschüttet (Adventurer's Vault 1+2 usw.).

Wenn man natürlich alle diese Möglichkeiten nicht nutzt, kann man vielleicht zu dem Schluss kommen, dass sich alle Charaktere gleich spielen. Ob daran die Edition schuld ist, sei aber mal dahingestellt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Mouncy am 13.09.2014 | 12:49
Man ist also auf eine bestimmte Anzahl Kämpfe je Tag angewiesen um das Balancing zu halten.

Gibt es hierzu eigentlich schon eine offizielle Aussage eines Designers, was die empfohlene Anzahl der Begegnungen pro Tag ist?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 13.09.2014 | 12:54
Gibt es hierzu eigentlich schon eine offizielle Aussage eines Designers, was die empfohlene Anzahl der Begegnungen pro Tag ist?
Ja, allerdings widersprüchliche:

Zitat
The Adventuring Day: As a rule of thumb, the game assumes that characters of a particular level can defeat a total number of creatures with an XP value equal to two hard encounters before needing to take a long rest. That's not a perfect measure, since the adventuring day is subject to strategic considerations that can swing encounter difficulty from overwhelming to trivial, and back again. As a guideline, though, it's a good way to gauge when you can expect the party to start running out of resources.
Mike Mearls 07.07.

Zitat
Assuming typical adventuring conditions and average
luck, most adventuring parties can handle about six
to eight medium or hard encounters in a day.
DMDnD Basic Rules

Und dann natürlich noch die Tabelle aus dem .pdf, die weder zu 100 % mit der einen oder anderen Aussage übereinstimmen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 13:01
Sowieso, Designer erzählen viel wenn der Tag lang ist. Sowas ist maximal ein Indikator was sie sich dabei dachten, und weniger in Stein gemeißelt.
Welche Klassen sollen das denn sein? Also jene, die erst "spät" glänzen?

Klassen die spät glänzen wären solche die einen großen Teil ihrer Stärke aus passiven oder wiederherstellbaren Ressourcen bekommen. Hitpoints sind da das beste Beispiel, aber durchaus auch Fähigkeiten die bei einer Short Rest wiederkehren. Alles bei dem ich nicht selbst sagen kann wie viel ich davon von meinen täglichen Ressourcen in eine Herausforderung investiere, sondern die dadurch ausbalanciert sind einen durchschnittlichen Anteil dieser Ressourcen je Begegnung zu verbrauchen.

Im Gegenzug dazu stehen Klassen die einen Großteil ihrer Stärke aus aktiven und frei verteilbaren Ressourcen bekommen. Zauber sind hier das typische Beispiel. Wenn ich will hau ich die halt alle in einem Kampf heraus. Es ist nicht klug, solange noch weitere Kämpfe (oder allgemeiner: Herausforderungen) kommen. Doch ich kann es. 

Diese beiden Konzepte lassen sich nicht generell in Einklang bringen, sie überkreuzen sich. Was für den Spielleiter oft in der Konsequenz endet, dass die Abenteuer je Tag doch ihr Pensum erreichen müssen, auf verschiedene Art und Weise.

Magst du da 5E Beispiele hören? Eigentlich war es eine allgemeine Aussage über diese beiden Balancingmethoden, aber natürlich finden sich auch in der 5E konkrete Beispiele. 5E hat dabei btw. auch nicht zu 100% den Ansatz von Abenteuertag basiertem Balancing, egal was Mike so erzählt. Viele Elemente, wie Short Rests, oder z.B. vom Kämpfer aktiv einsetzbare Ressourcen gibt es auch in der 5E ja noch. Es ist also eine Mischform - die sich einfach nur von dem vorhergendem etwas fortbewegt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 13.09.2014 | 13:07
Zitat
Magst du da 5E Beispiele hören?
Genau die will ich hören.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 13.09.2014 | 13:07
Das ist grottig. Eine Lösung über einen bestimmten Charakterwert (Was ist, wenn kein Kleriker in der Gruppe ist?), ist schlechtes AB-Design.

Natürlich gibt es auch andere Lösungsmöglichkeiten. Aber das Abenteuer ist für Stufe 10+ geschrieben gewesen. Er ging davon aus, dass Divinations sofort Antworten bringen.

Also ganz ehrlich, wenn sich ein Detektivabenteuer durch ein einziges Speak with Dead lösen lässt, dann ist das Abenteuer schlecht designed, nicht der Zauber.

Das "Detektivabenteuer" war der Einstieg. Oh Mann... Erst mal meckern... typisch Deutsch.

Aber wehe jemand nimmt DSA oder SpliMo auf dem Level auseinander.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 13:31
Genau die will ich hören.

Klar, gern (auch wenn wir irgendwie immer weiter vom Thema abrutschen).

Die typischen Beispiele sind ja Magier und Kämpfer.

Das gilt Teilweise auch noch in der 5E. Der Magier kann prinzipiell alle seine Zauber in einem Kampf "raushauen", der Kämpfer jedoch nicht all seine Hitpoints, jedenfalls nicht aktiv. Aber wie gesagt: die 5E ist hier eine Mischform, und dies sieht man auch bei den beiden. So bekommt der Magier 1x je Tag einen Teil seiner Zauberslots zurück - und hat auch Zauber die er jederzeit nutzen kann.

Umgedreht hat der Kämpfer einige wenige Dinge die er wirklich nur einmal am Tag kann, und da eine Short Rest nicht immer möglich ist auch einige die zwar in der Theorie immer wieder erneuert werden können mit Action Surge und Second Wind auch Dinge welche nur eine (wenn auch unbestimmte) Zahl von Anwendungen haben.

Mischform halt.

Dennoch ist es so, dass beide unterschiedlich stark von verschieden "langen" Abenteuertagen beeinflusst werden. Auch bei anderen Klassen gilt dies. Der Schurke hat kaum "verbrauchbare" Fähigkeiten. Ihm macht ein langer Abenteuertag wenig aus, solang er seine Heilung bekommt, und am Ende des Tages funktionieren seine Fähigkeiten noch genauso gut wie zu Beginn.

Das ist beispielsweise bei einem Kleriker sehr viel weniger der Fall.


Wie gesagt: Wir sind da dann wirklich schon arg off topic. Balancing der Klassen untereinander über eine bestimmte Anzahl Encounter je Tag ist nicht zwingend etwas schlimmes und in D&D sogar der klassische und übliche Weg. Es hat Vorteile und Nachteile. Das das ganze überhaupt aufkam ist einzig dem Punkt geschuldet, dass es nun einmal in einigen Abenteuerarten unterschiedlich häufig zu Kämpfen kommt. Und einer der Nachteile eben der schrittweise Verlust des Klassenbalancings ist wenn man von der Vorgabe abweicht, welche die passende Anzahl Encounter sind. Für solche Fälle ist der 4E Ansatz besser, weil dort die Klassen alle gleichmäßig von der Anzahl der Kämpfe im Abenteuer betroffen werden, und ich damit halt diese auch stärker schwanken lassen kann.

Aber eigentlich ist es nichts wo die 5E die 4E nun krampfhaft vermeidet, oder besser gesagt: es ist nur ein Teil des größeren ganzen "wir wollen uns nicht vorwerfen lassen wieder alles einem Balancingfetisch opfern"
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 13.09.2014 | 15:39
Gerade der Fighter ist in 4E eine der flexibelsten Klassen, die keineswegs als "Tank" gespielt werden muss, sondern die verschiedenen Rollen miteinander mischen kann. Ich finde es immer wieder faszinierend, was man der 4E alles vorwirft und warte eigentlich nur noch darauf, dass sie demnächst auch für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird. ;)
Hättest Du den Thread hier aufmerksam verfolgt, dann wäre Dir aufgefallen dass mit Elden, offenbar ein 4E-Spieler, genau diese strikte Rollenzuweisung als eines der Vorzüge der 4E gepriesen hat. Aber ich zitiere gern noch einmal seinen Beitrag:
Mir gefielen die Rollen der 4ed. Da wusste man gleich beim Kampf, wer was macht und ob er seine Sache gut macht. Und der Fighter war dazu da, die anderen zu beschützen.

Meine Schlussfolgerung bezüglich des Einflusses der 4E auf das veränderte Spielverhalten liegt also in derartigen Aussagen begründet. 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 15:53
@Scurlock:

Ein klarer und strikter Fokus auf Rollen im und außerhalb des Kampfes ist gar keine schlechte Sache, besonders bei Systemen in denen es durch System Mastery zu enormen Unterschieden in der Effizienz eines Charakters kommen kann.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Vendes am 13.09.2014 | 16:32
Hättest Du den Thread hier aufmerksam verfolgt, dann wäre Dir aufgefallen dass mit Elden, offenbar ein 4E-Spieler, genau diese strikte Rollenzuweisung als eines der Vorzüge der 4E gepriesen hat. Aber ich zitiere gern noch einmal seinen Beitrag:
Meine Schlussfolgerung bezüglich des Einflusses der 4E auf das veränderte Spielverhalten liegt also in derartigen Aussagen begründet.
Seltsame Argumentation. Wenn ich auf jeden Zweizeiler eingehe, den jemand in diesem Thread geschrieben hat, hätte ich bis morgen zu tun. Wenn du solche offensichtlich kurz gefassten Aussagen ohne jegliche Begründung glaubst, ist das auch nicht mein Problem.

Fakt ist, dass es in D&D 4E diverse Varianten des Fighters gibt:

1. Den PHB-Fighter (aka "Weaponmaster"), der in Richtung "Tank" geht, aber ohne Einsatz eines Feats keine Plattenrüstung tragen kann und die Option hat, sich auf Zweihandwaffen zu spezialisieren.
2. Den "Battlerager", der beim Kämpfen kampfrauschartig temporäre Trefferpunkte sammelt und effektiver ist, wenn er maximal in Kettenrüstung kämpft.
3. Den "Tempest Fighter", der typischerweise mit zwei Waffen kämpft und üblicherweise eine leichte Rüstung trägt.
4. Den "Brawling Fighter", der mit einer freien Hand kämpft, um damit z. B. Feinde zu ergreifen.
5. Den "Arena Fighter", einen Spezialisten für improvisierte Waffen.
6. Den "Knight", der klar ein Tank ist und als einziger Fighter ohne Feat-Einsatz von Anfang an Plattenrüstung tragen kann.
7. Den "Slayer", der ausdrücklich kein Tank, sondern ein Damage Dealer (=Striker) ist.

Möglicherweise gibt es sogar noch mehr Varianten, die mir gerade nicht einfallen. Das ist eine Menge Auswahl, mit der es problemlos möglich ist, einen Fighter nicht als Tank, sondern als Damage Dealer zu spielen. Gerade in Gruppen mit mehr als vier Charakteren sind Charaktere, die zwei Rollen ausfüllen können, meistens nützlicher als totale Spezialisten. Wenn man es darauf anlegt, könnte man den Fighter sogar in Richtung Controller gehen lassen (Feinde verlangsamen und festhalten etc.).

Ender meinte wahrscheinlich, dass im PHB-Eintrag für den Fighter "Defender" als Rolle stand, wodurch ihm der Einstieg erleichtert wurde. Und das ist auch gut so. Trotzdem ist es nicht der Weisheit letzter Schuss in Bezug die Möglichkeiten der Klasse insgesamt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 13.09.2014 | 17:19
Seltsame Argumentation. Wenn ich auf jeden Zweizeiler eingehe, den jemand in diesem Thread geschrieben hat, hätte ich bis morgen zu tun. Wenn du solche offensichtlich kurz gefassten Aussagen ohne jegliche Begründung glaubst, ist das auch nicht mein Problem.
Ender meinte wahrscheinlich, dass im PHB-Eintrag für den Fighter "Defender" als Rolle stand, wodurch ihm der Einstieg erleichtert wurde. Und das ist auch gut so. Trotzdem ist es nicht der Weisheit letzter Schuss in Bezug die Möglichkeiten der Klasse insgesamt.
Mein Beitrag bezog sich hier explizit auf den Beitrag von Elden. Und da mir derartige Aussagen von 4E-Spielern nicht unbekannt sind, hat das weniger etwas mit Glauben zu tun, sondern viel mehr mit einem Eindruck, den ich bei vielen 4E-Spielern gewinne.
Prinzipiell ist das auch kein Problem, da diese Philosophie des Spiels sicher auch seine Vorteile hat, wie es Slayn selbst darlegt. Schwierig wird es nur, wenn diese Philosophie als allgemeingültige Diskussionsgrundlage dafür dient, wie D&D im Allgemeinen und D&D 5E im Speziellen aussehen müsste. 
 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 17:32
Prinzipiell ist das auch kein Problem, da diese Philosophie des Spiels sicher auch seine Vorteile hat, wie es Slayn selbst darlegt. Schwierig wird es nur, wenn diese Philosophie als allgemeingültige Diskussionsgrundlage dafür dient, wie D&D im Allgemeinen und D&D 5E im Speziellen aussehen müsste.

Schwierig wird es erst wenn es die Rolle als "Allrounder" dann noch geben können muss bzw. ein Charakter außerhalb seiner Spezialisierung noch etwas reißen soll.
Meines Empfindens nach schafft es D&D5E durch die Bounded Accuracy sowohl den Allrounder zu ermöglichen als auch den Spezialisten zu bevorzugen, eine Sache die in den letzten Editionen nicht geklappt hat, vor allem nicht die 4E.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Just_Flo am 13.09.2014 | 17:57
Natürlich gibt es auch andere Lösungsmöglichkeiten. Aber das Abenteuer ist für Stufe 10+ geschrieben gewesen. Er ging davon aus, dass Divinations sofort Antworten bringen.

Das "Detektivabenteuer" war der Einstieg. Oh Mann... Erst mal meckern... typisch Deutsch.

Aber wehe jemand nimmt DSA oder SpliMo auf dem Level auseinander.

Oder wehe jemand glaubt Murder-of.Crows Posts ohne 50zig mal nachzufragen, was er mit Detektivabenteuer meint ...

 :dftt:
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 18:03
Oder wehe jemand glaubt Murder-of.Crows Posts ohne 50zig mal nachzufragen, was er mit Detektivabenteuer meint ...

Ok, an der Stelle laufen wir jetzt Gefahr ganz hart OT zu werden. Aber: Was bedeutet denn Detektivarbeit wenn man die Regeln und ihre Optionen mit ins Spiel integriert?
Das ist doch eher ein Clash von Erfahrung und Erwartungshaltung und "unsere" Erfahrung wird halt enttäuscht wenn man Sachen mit rein nimmt, die zwar zu erwarten sind, nicht aber mit unserem direkten Gefühl für Story zusammenspielen.

Ganz ehrlich, jede Folge von CSI würde anders aussehen wenn es "Speak with Dead" geben würde.

Hier muss man mal mit sich selbst ins Gericht gehen und seine eigene Erwatungshaltung an die Story prüfen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 18:06
Mein Beitrag bezog sich hier explizit auf den Beitrag von Elden. Und da mir derartige Aussagen von 4E-Spielern nicht unbekannt sind, hat das weniger etwas mit Glauben zu tun, sondern viel mehr mit einem Eindruck, den ich bei vielen 4E-Spielern gewinne.
Prinzipiell ist das auch kein Problem, da diese Philosophie des Spiels sicher auch seine Vorteile hat, wie es Slayn selbst darlegt. Schwierig wird es nur, wenn diese Philosophie als allgemeingültige Diskussionsgrundlage dafür dient, wie D&D im Allgemeinen und D&D 5E im Speziellen aussehen müsste.

Ist halt immer die Frage was man so alles herausliest. Und um ehrlich zu sein, ich bin mir noch nicht einmal sicher, was du dort herausliest. ^^

"4E Spieler sind mit ihren Charakteren stärker auf bestimmte Rollen festgelegt"?

Keine Zwei Beiträge später zeigt Elden ja, dass er sehr wohl auch die "Damage Dealer" Variante des Kämpfers kennt, Vendes hat sie in seinem Posting ja ohnehin schon genannt. Da tue ich mir dann schwer anhand so eines halbsatzes der zwei Postings weiter bereits relativiert wird jemandem eine bestimmte Einstellung zu unterstellen.

Aber das ändert ja nichts daran, dass die 4E zumindest versucht Rollen zuzuweisen und neuen Spielern dabei zu helfen sich über ihre (möglichen) Aufgaben im Kampf klar zu werden.

Das diese dann in der Praxis viel variabler und situationsabhängiger sind versteht sich von selbst. 4E Charaktere haben so viele Optionen, dass man ohnehin schwer sagen kann wie ein Charakter aussehen wird, nur anhand seiner Klasse. Und natürlich sind dann auch alle möglichen Schattierungen und Richtungen innerhalb des Rollenkonzepts möglich.

Die 5E ändert dies dahingehend, dass die Infos zur Rolle nicht mehr dabeistehen.

Aber das es die Rollen generell gibt war schon bei allen D&D Editionen so gegeben.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Just_Flo am 13.09.2014 | 18:11
In einer Welt mit "Speak with Dead" bedeutet es halt, dass alles was mit "Speak with Dead" sofort zu lösen ist kein Detektivabenteuer sondern höchstens eine kleine Subaufgabe oder ein Einstieg oder halt schlichtwegs langweiliger Alltag für einen "Speak with Dead" Nutzer ist.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 18:15
In einer Welt mit "Speak with Dead" bedeutet es halt, dass alles was mit "Speak with Dead" sofort zu lösen ist kein Detektivabenteuer sondern höchstens eine kleine Subaufgabe oder ein Einstieg oder halt schlichtwegs langweiliger Alltag für einen "Speak with Dead" Nutzer ist.

Erstaunlich, aber: An der Stelle gebe ich dir unumwunden Recht. Solche Dinge sind dann kein Abenteuer mehr sondern einfach nur eine Szene in der man Ressourcen verbraucht.
Mal so als Witz am Rande und auch um den Übergang zu der erwähnten Monte Cook Sache zu finden: Wenn man in Pathfindern das Feat "Improved Familiar" nimmt, wird man zu 90% bei einem Vieh landen das Commune kann, also die direkte Anfrage an den Gott ....

Das vermeintliche Problem liegt hier eher am SL, denn man sollte sich bewusst darüber sein was eine Szene und was ein ganzes AB darstellen könnte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Draig-Athar am 13.09.2014 | 18:18
Was die 5E vermeidet: ich kann nur mit dem PHB spielen ohne mich fragen zu müssen wo bestimmte Rassen (Gnom, Halbork) oder Klassen (Druide, Mönch), geblieben sind.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 18:19
Speak with dead ist schon deshalb ja kein besonders gutes Beispiel, weil der Zauber ja in allen D&D Editionen existiert. Die Kosten sind unterschiedlich, aber es ist nun nicht so, als sei dies ein generelles Problem.

Die eigentlichen Unterschiede sind eher in der generellen Auflösung und den Hilfsmiteln die der SL erhält um solche Situationen zu schaffen zu sehen.

Man könnte ja mal aufzeigen wie so ein Detektiv Abenteuer in den einzelnen Editionen umgesetzt wird, und anhand dieses Beispiels dann auch besser erläutern was die Unterschiede sind. Aber: Das wäre doch echt was für einen eigenen Thread.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Just_Flo am 13.09.2014 | 18:21
Wer macht ihn auf? Und machen wir den Thread hier im DnD Board oder im allgemeinen?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 18:59
Wer macht ihn auf? Und machen wir den Thread hier im DnD Board oder im allgemeinen?

Wozu?

Die Frage wäre dann eher: "Welchen Sinn hat es das Setting gegen das System zu spielen" im Allgemeinen.

Ich zumindest bin nicht schizo genug um mich dann da zu beteiligen (außer es ist Sonntag und sonst nichts los).
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 13.09.2014 | 19:38
Ist halt immer die Frage was man so alles herausliest. Und um ehrlich zu sein, ich bin mir noch nicht einmal sicher, was du dort herausliest. ^^

"4E Spieler sind mit ihren Charakteren stärker auf bestimmte Rollen festgelegt"?


Nein, ich meine in erster Linie, dass die Charaktere auf ihre Effektivität im Kampf reduziert werden. "Gutes Spiel" wird dann dadurch definiert, wie gut die feste Rolle im Kampf ausgefüllt wird. Da ist es am Ende unerheblich ob es eine Fighterklasse gibt, die auch als Damagedealer taugt oder nur "tanken" kann. 
Die Reduktion auf diese Rollen ist mir persönlich zu wenig bzw. zu viel MMORPG-Philosophie.

Zitat
Aber das ändert ja nichts daran, dass die 4E zumindest versucht Rollen zuzuweisen und neuen Spielern dabei zu helfen sich über ihre (möglichen) Aufgaben im Kampf klar zu werden.
Nur ist eben so die Gefahr gegeben, dass gerade neue Spieler diese Spielphilosophie als generell bindend ansehen, da dies durch das Regelwerk vordefiniert wird.
Die 5E ist da für meinen Geschmack glücklicherweise freier gehalten.
   
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 19:47
Die Reduktion auf diese Rollen ist mir persönlich zu wenig bzw. zu viel MMORPG-Philosophie.
Die Reduktion gibt es aber schon seit Ewigkeiten. Klasse Kämpfer? Und zwei Drittel der Regeln beschäftigen sich mit dem Kampf?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 19:53
Die Reduktion gibt es aber schon seit Ewigkeiten. Klasse Kämpfer? Und zwei Drittel der Regeln beschäftigen sich mit dem Kampf?

Nein? Die Reduktion des Könnens auf bestimmte kernfähigkeiten ist eher neu und stellt sich aktuell als verzerrtes Spiegelbild von früheren Editionen dar.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 13.09.2014 | 19:54
Die Reduktion gibt es aber schon seit Ewigkeiten. Klasse Kämpfer? Und zwei Drittel der Regeln beschäftigen sich mit dem Kampf?
Es besteht ein Unterschied zwischen der Aussage, ich spiele einen Fighter, weil ich mir einen Charakter wie Gimli vorstelle und ich will einen Fighter spielen, weil der so gut "tanken" kann...
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: User6097 am 13.09.2014 | 20:14
Es besteht ein Unterschied zwischen der Aussage, ich spiele einen Fighter, weil ich mir einen Charakter wie Gimli vorstelle und ich will einen Fighter spielen, weil der so gut "tanken" kann...

Ich weiss jetzt nicht, ob Gimli soviele nachahmenswerte Charakterzüge aufweist, die über "er haut ordentlich mit seiner Axt zu und steckt viel weg" hinausgehen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 13.09.2014 | 20:17
Es besteht ein Unterschied zwischen der Aussage, ich spiele einen Fighter, weil ich mir einen Charakter wie Gimli vorstelle und ich will einen Fighter spielen, weil der so gut "tanken" kann...

Du kannst es nicht verhindern - in keiner Edition -, dass sich ein Spieler seinen Charakter nach Effizienz und Gruppensynergie hin aussucht.
Es gibt auch Leute, die spielen in manchen Versionen des Spiels keine Kämpfer, weil die nur draufhauen können oder irgendwann von den Zauberklassen an die Wand gedrängt werden. (Ich denke übrigens, Gimli wäre besser als Slayer umzusetzen, aber das nur anbei. :D)

Ich für meinen Teil habe meine 4E-Charaktere nicht nach Rollenstärke ausgesucht, sondern weil mich die Konzepte gereizt haben. Und den 4E-Fighter fand ich wesentlich spaßiger als die bisherigen Interpretationen der Klasse.

Die fünfte Edition geht stillschweigend durchaus davon aus, dass bestimmte Dinge in der Gruppe vorhanden sind. Das sieht man doch am Monsterdesign. Mit reinen Castern gegen einen Rakshasa wird eng, und ab einem bestimmten Punkt scheint Greater Restoration Pflicht zu sein, ebenso wie Heilung. Das Spiel lässt die Heldengruppe nur lieber den TPK erleiden, bevor es solche Sachen ausdrücklich verraten würde.
Der Fighter *ist* zäher als die meisten anderen Klassen, und es gibt Feats, die ihn stickier machen, also in die Richtung dessen rücken, was einen klassischen 4E-Defender ausmacht. Offenbar ist die Rolle nach wie vor im Spiel vorhanden, man schlüpft nur auf andere Weise in ihre Haut und sie wird nicht mehr ausdrücklich vom System als Rolle bezeichnet.

Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 20:42
Nein, ich meine in erster Linie, dass die Charaktere auf ihre Effektivität im Kampf reduziert werden. "Gutes Spiel" wird dann dadurch definiert, wie gut die feste Rolle im Kampf ausgefüllt wird. Da ist es am Ende unerheblich ob es eine Fighterklasse gibt, die auch als Damagedealer taugt oder nur "tanken" kann. 

Nur...wie passt dies damit zusammen, dass der 4e Kämpfer gegenüber seinen Alter Egos vor allem außerhalb der Kämpfe punktet? Ich hab dir das ja oben schon beschrieben, der große Unterschied ist, dass auch "mundane" Klassen in der 4e eben auch individuelle Optionen außerhalb der Kämpfe erhalten, und nicht nur darauf beschränkt sind. Kämpfen konnten sie schon immer gut. Jetzt machen sie es etwas flexibler, stärker auf die Charakterbeschreibung zugeschnitten, und mehr auf Teamwork. Aber der eigentliche Unterschied liegt darin, dass auch außerhalb der Kämpfe alle zusammen arbeiten.

Du sagst es ist doof wenn eine Klasse auf eine einzelne Handlungsweise im Kampf beschränkt ist. Aber mit  dem Spiel hat dies eigentlich nichts zu tun. Unter anderem weil die Rollen, und das dahinterstehende Konzept des Teamworks halt nicht am Ende des Kampfes enden, und sich nur darauf beziehen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 20:48
Nur...wie passt dies damit zusammen, dass der 4e Kämpfer gegenüber seinen Alter Egos vor allem außerhalb der Kämpfe punktet? Ich hab dir das ja oben schon beschrieben, der große Unterschied ist, dass auch "mundane" Klassen in der 4e eben auch individuelle Optionen außerhalb der Kämpfe erhalten, und nicht nur darauf beschränkt sind. Kämpfen konnten sie schon immer gut. Jetzt machen sie es etwas flexibler, stärker auf die Charakterbeschreibung zugeschnitten, und mehr auf Teamwork. Aber der eigentliche Unterschied liegt darin, dass auch außerhalb der Kämpfe alle zusammen arbeiten.

Du sagst es ist doof wenn eine Klasse auf eine einzelne Handlungsweise im Kampf beschränkt ist. Aber mit  dem Spiel hat dies eigentlich nichts zu tun. Unter anderem weil die Rollen, und das dahinterstehende Konzept des Teamworks halt nicht am Ende des Kampfes enden, und sich nur darauf beziehen.

Sorry, Arldwulf, du setzt da an der falschen Stelle an um auf Scurlocks Kritik wirklich einzugehen.

Die pre-3E Editionen hatten da tatsächlich bestimmte Rollen und diese als für das Spiel kritisch eingebaut, etwas das mit 3E und 4E definitiv verloren gegangen ist.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Scurlock am 13.09.2014 | 21:12
Du kannst es nicht verhindern - in keiner Edition -, dass sich ein Spieler seinen Charakter nach Effizienz und Gruppensynergie hin aussucht.
Ich will effiziente Charaktere gar nicht verhindern. Nur halte ich es für falsch, Charaktere allein auf ihre Effizienz und Gruppensynergietauglichkeit zu reduzieren.
Zitat
Die fünfte Edition geht stillschweigend durchaus davon aus, dass bestimmte Dinge in der Gruppe vorhanden sind. Das sieht man doch am Monsterdesign. Mit reinen Castern gegen einen Rakshasa wird eng, und ab einem bestimmten Punkt scheint Greater Restoration Pflicht zu sein, ebenso wie Heilung. Das Spiel lässt die Heldengruppe nur lieber den TPK erleiden, bevor es solche Sachen ausdrücklich verraten würde.
Ich glaube das ist auch eine dieser Philosophien, die mit der 3.x/4E Einzug gehalten hat. Es wird grundsätzlich erwartet, dass das Spiel immer so ausbalanciert ist, so dass die Charaktere jede Herausforderung aus der Gruppe heraus bewältigen können. Dabei war das in früheren Editionen durchaus auch üblich, dass Monster oder Herausforderungen nicht immer (auf Anhieb) zu knacken waren, oder eben nur aufgrund der Kreativität der Spieler. Und die 5E scheint ebenso diesen Weg wieder gehen zu wollen, was an dem Encounterdesign der ersten offiziellen Abenteuer zu sehen ist. Darüberhinaus sehe ich auch kein Problem darin, dass bestimmte Gruppenzusammenstellungen zu gewissen Risiken führen. Der SL sollte sich dessen allerdings bewusst sein und die Spielergruppe im Vorfeld darauf hinweisen, dass beispielsweise eine reine Castertruppe immer wieder mal Probleme haben wird. 
Zitat
Der Fighter *ist* zäher als die meisten anderen Klassen, und es gibt Feats, die ihn stickier machen, also in die Richtung dessen rücken, was einen klassischen 4E-Defender ausmacht. Offenbar ist die Rolle nach wie vor im Spiel vorhanden, man schlüpft nur auf andere Weise in ihre Haut und sie wird nicht mehr ausdrücklich vom System als Rolle bezeichnet.
Er wird eben vom Regelwerk auf diese Rolle nicht mehr explizit reduziert. Das ist es, was zählt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Vendes am 13.09.2014 | 21:28
Nein, ich meine in erster Linie, dass die Charaktere auf ihre Effektivität im Kampf reduziert werden. "Gutes Spiel" wird dann dadurch definiert, wie gut die feste Rolle im Kampf ausgefüllt wird. Da ist es am Ende unerheblich ob es eine Fighterklasse gibt, die auch als Damagedealer taugt oder nur "tanken" kann. 
Die Reduktion auf diese Rollen ist mir persönlich zu wenig bzw. zu viel MMORPG-Philosophie.
Nur ist eben so die Gefahr gegeben, dass gerade neue Spieler diese Spielphilosophie als generell bindend ansehen, da dies durch das Regelwerk vordefiniert wird.
Die 5E ist da für meinen Geschmack glücklicherweise freier gehalten.
Diese Kritik ist nachvollziehbar, aber auch nur, wenn man das D&D-4E-PHB als 2008 zum Vergleich heranzieht und den Rest der Edition ausblendet. In den D&D-Essentials-Bänden von 2010 weht nämlich ein anderer Wind. Da beginnt z. B. die Klassenbeschreibung der Tank-Variante des Fighters ("Knight") mit folgendem Text:
Zitat
Along the borderlands, knights are the stalwart commanders of peasant militias, caravan guards, and adventuring groups. Their cunning and skill puts them in control of the battlefield and lets them minimize the onslaught of their enemies. Rampaging monsters fear a knight above almost any other attacker. While the knight locks down a formidable foe, the other members of a party close in for the kill.

Many knights are members of chivalrous orders, though some are independent warriors who wander wherever their hearts take them. Each order combines a rigid sense of honor and relentless training to produce champions of the borderlands. Whenever ogres descend from the hills, when hobgoblins march from their strongholds, and when necromancers call forth armies of undead, a noble knight is the best defense an isolated community can hope for.

All sorts of warriors follow the path of the knight: young wanderers seeking to prove their mettle and gain full membership into a knightly order, reclusive warriors who abandon material comforts in favor of crusades for justice, or self-centered mercenaries who hope to claim treasure and power after every fight.

Most knights start as squires, training with orders that have heroic and historic names such as the Knights of the Watch or the Order of the Silver Dragon. Through study, martial practice, and adventuring, a squire earns the right to wear armor and bear the weapons of a knight. Orders maintain small keeps on the borderlands, from which they send out patrols, enforce the law, and repel monstrous incursions.
Der Text ist übrigens nicht abgetippt, sondern über die Seite von Wizards of the Coast frei verfügbar. Natürlich wird im Text auch erwähnt, dass der Ritter gut darin ist, Feinde im Schach zu halten. Aber der Rest des Textes zielt klar darauf ab, dem Spieler eine Motivation zum Spielen eines Ritters jenseits von "Ich will einen Tank spielen" zu geben, der ganz gut zu dem "Ich will Gimli spielen"-Beispiel passt, auch wenn Gimli jetzt natürlich kein Ritter ist. ;)

Gerade wenn wir von Einsteigern in das Hobby reden, sollte man eher D&D Essentials als das PHB betrachten, da D&D Essentials auf eben diese Zielgruppe abgezielt hat. Vieles, was am Anfang bei D&D 4E schief gelaufen ist, wurde nach zwei Jahren bereits korrigiert. Wenn man also betrachten will, was D&D 5E bewusst anders macht als 4E (so habe ich das Thema des Threads verstanden), sollte man nicht so tun, als würde D&D 4E nur aus dem ersten PHB bestehen. Sonst sollte der Titel des Threads entsprechend angepasst werden.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 21:34
Ich glaube das ist auch eine dieser Philosophien, die mit der 3.x/4E Einzug gehalten hat. Es wird grundsätzlich erwartet, dass das Spiel immer so ausbalanciert ist, so dass die Charaktere jede Herausforderung aus der Gruppe heraus bewältigen können.

Nicht wirklich...natürlich sind auch in 3.x und 4E unmögliche Herausforderungen vorgesehen. Die Formulierung dazu im 4E Spielleiterhandbuch lautet so ziemlich genau wie dein Text inklusive der Begründung, dass sich dadurch Spieler eben alternative Lösungen suchen müssen.

Und auch die 5E kennt ja in den ersten Abenteuern einige nicht wirklich lösbare Aufgaben.

In erster Linie handelt es sich da um eine Missinterpretation der ausführlicheren Anleitungen zur Bewertung von Monstern, nach dem Motto: "wenn der SL gut einschätzen kann wie schwer eine Monstergruppe ist, so macht der sie genau so stark wie die Gruppe es erfordert".

Doch tatsächlich steht dann in diesen erweiterten Regeln zur Erstellung der Encounter halt auch, wie sehr man dort variieren soll. Und dass perfekt auf die Gruppe zugeschnittene Begegnungen falsch sind. Die Grundannahme ist falsch, die angegebene Erwartungshaltung existiert nicht nur nicht, sondern wird explizit als der falsche Weg angesehen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Oberkampf am 13.09.2014 | 22:09
Naja, die 3E hatte schon eine Liste, welche Encounter Level einer Gruppe in einem Abenteuer in der Regel wie oft vorgesetzt werden sollen. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob die ELs und die CRs tatsächlich die Gefährlichkeit der Monster widerspiegeln, aber auf jeden Fall gab es den Versuch, die Begegnungen an die zu erwartende Stärke der Gruppe anzupassen. 4E hatte, glaube ich, eine ähnliche Liste zur Orientierung.

Für viele Spielstile finde ich das auch nicht schlecht. Die 5E wird, schätze ich, auch in die Richtung gehen, wenn auch vielleicht nicht so krass wie 3E und 4E.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Fredi der Elch am 13.09.2014 | 22:30
Die 5E wird, schätze ich, auch in die Richtung gehen, wenn auch vielleicht nicht so krass wie 3E und 4E.
Die 5e hat eine Liste, wieviele XP man in einem Encounter vergeben sollte und eine Liste, wieviele es am Tag sein sollten. Das ist mehr als 3e und 4e hatten. :)
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 22:33
Wieso werden eigentlich die Listen, mit denen der SL die Gefährlichkeit eines Encounters einschätzen kann, immer als Anleitung angesehen, wie man ganz smooth ans Gruppenlevel angepasste Encounter zum gemütlichen Schnetzeln erstellt? Und nicht als das, was sie sind: Eine Einschätzung, wie stark ein Encounter ist im Verhältnis zu einer beliebigen Abenteurergruppe. Damit wird es nämlich für den SL leichter(!), schwierigere aber schaffbare Encounter zu designen. Im Gegensatz zu dem Ansatz, dass alles irgendwie nicht nachvollziehbar bleibt. Wer soll denn hier getestet werden? Die Spieler und ihre SCs? Oder der SL, ob er irgendwann das System soweit versteht, dass er vom Verlauf eines Encounters nicht kalt erwischt wird? Das war nämlich das, was ich an 3.x so abgrundtief gehasst habe! Als SL will ich haarklein wissen, wie schwer ein Encounter ist. Ich will es nicht im Spiel herausfinden, wenn dabei das Leben der SCs auf dem Spiel steht. Ich will vorher darüber informiert sein, ob die Gruppe jetzt leichtes Spiel hat oder ordentlich kreativ werden muss!

Also was macht die 5E? Ist sie für den SL durchschaubar? Sind die Monster einschätzbar? Oder wird das wieder so ein Scheiss, dass der SL genauso wie die Spieler erst mal lernen muss, welche Monster er den Gruppen nun überhaupt vorsetzen kann?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 22:35
Die 5e hat eine Liste, wieviele XP man in einem Encounter vergeben sollte und eine Liste, wieviele es am Tag sein sollten. Das ist mehr als 3e und 4e hatten. :)

Die Aussage irritiert mich: Die 3E hatte eine echt klare Aussage dazu wie viele Encounter welcher Stufe ein Charakter Level ausmachen sollten. Das war hier das Maß aller Dinge. Die Mechaniken hier waren ebenfalls klar ausformuliert: 4x Äquivalentes CR/Tag, 12,5 Encounter davon/Level.
Ich sehe nicht wo es da keine klare Aussage geben haben sollte und wo sich da was mit der 5E verändert haben sollte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 22:39
Naja, die 3E hatte schon eine Liste, welche Encounter Level einer Gruppe in einem Abenteuer in der Regel wie oft vorgesetzt werden sollen. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob die ELs und die CRs tatsächlich die Gefährlichkeit der Monster widerspiegeln, aber auf jeden Fall gab es den Versuch, die Begegnungen an die zu erwartende Stärke der Gruppe anzupassen. 4E hatte, glaube ich, eine ähnliche Liste zur Orientierung.

Ja. Wie gesagt, man darf dort halt nur nicht den Fehler machen und von diesen Orientierungsangaben die falschen Schlüsse ziehen. Die Texte dazu gehen ja noch weiter, und hinter "auf Stufe X sind folgende Monster passend" kommt halt noch "aber beachte bitte, dass es langweilig wird wenn man sich nur darauf beschränkt, und pass die Schwierigkeit immer mal wieder an. Streu auch immer wieder Gegner ein die nicht einfach durch Kämpfe besiegt werden können, und lass die Spieler andere Wege finden".

Auch in AD&D steht auf den Abenteuern natürlich eine Stufenangabe, und beim Stufe 1 Abenteuer sind nicht plötzlich alle Gegner nur noch alte rote Drachen und Dämonenprinzen. Im Prinzip haben die Editionen hier keine Unterschiede, es gibt stets sowohl die normalen, durchaus schaffbaren Gegner wie auch solche bei denen ein anderer Weg angebracht sein könnte.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 22:41
abgrundtief gehasst habe!

Ganz ehrlich? Deine Aussagen dazu und der Spaß den du mit SaWo hast überraschen mich hier wirklich extrem!

Ich denke, es läuft darauf hinaus ob man es akzeptieren kann das ein System "Swingy" ist oder nicht.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 22:44
Der Nachteil schlechter CR Angaben ist halt, dass der SL sich viel stärker zurückhält, auf Sicherheit geht um sich nicht komplett zu vertun. Je besser ein Gegner einschätzbar für den SL ist, umso weiter kann man auch gehen und die Spieler fordern.

Umso leichter tut man sich auch vorab Gedanken einzubringen wie "das können die gar nicht im Kampf schaffen - also brauchen sie einen alternativen Weg, und dafür sollte ich Vorbereitungen treffen"
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 22:47
Der Nachteil schlechter CR Angaben ist halt, dass der SL sich viel stärker zurückhält, auf Sicherheit geht um sich nicht komplett zu vertun. Je besser ein Gegner einschätzbar für den SL ist, umso weiter kann man auch gehen und die Spieler fordern.

Wo hast du denn das her? Wenn du als Sl deine Spieler, die Fähigkeiten ihrer Charaktere und potentielle Reaktionen nicht kennst, dann hast du ein Problem!
Ein SL der mit diesem Wissen ausgestattet ist sollte auch die CR/ECL Berchnungen und Anpassungen kennen die für _seine Gruppe_ zutreffend sein!
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 22:49
Ja. Sollte.

Und wenn er es nicht tut gibt es Probleme. Darum sollten Regelsysteme dabei helfen, mit guten und auch detaillierten Angaben zu den einzelnen Monstern und wie sie sich in Kombination verhalten.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 22:57
Ja. Sollte.

Und wenn er es nicht tut gibt es Probleme. Darum sollten Regelsysteme dabei helfen, mit guten und auch detaillierten Angaben.

Ah, siehste! Ich habe mir gerade ein Bier aufgemacht, das Buch aufgeschlagen und wollte mich passiv berieseln lassen wie das Spiel auszusehen hat.
Fazit: Hätte ich eine offenen Kamin, wäre das PHB1 zwischenzeitlich da drin gelandet weil: Scheiße.

Der Versuch eines genormten Spielergebis das individuellen SLs übergestülpt wird kann nur klappen wenn die Gruppen davor schon ziemlich defekt waren.

[Nachtrag] Ich habe btw. im D&D Bereich durch andere SLs ein paar Sachen zu hören bekommen, oh Mann, was für ein Scheiß! Aber was ich von den Lösungen zu hören bekommen habe... wozu braucht man da eine spezifische Edition?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 23:02
Und der Zusammenhang zu dem von mir gesagtem ist? Ich seh den nämlich nicht, denn von genormtem Spielergebniss und dem SL etwas überzustülpen war da irgendwie nichts zu lesen, oder?

Es ging nur darum, dass man mit guten CR Angaben den Spielleitern mehr hilft als mit schlechten.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 13.09.2014 | 23:06
Und der Zusammenhang zu dem von mir gesagtem ist?

Das ist mich gerne direkt über deine Aussagen lustige mache und parallel dazu dem einem oder anderen SL aufzeige was ihre Art zu leiten wirklich ausmacht?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 13.09.2014 | 23:14
Ok...mach mal.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 13.09.2014 | 23:20
Nein, ich meine in erster Linie, dass die Charaktere auf ihre Effektivität im Kampf reduziert werden. "Gutes Spiel" wird dann dadurch definiert, wie gut die feste Rolle im Kampf ausgefüllt wird. Da ist es am Ende unerheblich ob es eine Fighterklasse gibt, die auch als Damagedealer taugt oder nur "tanken" kann. 
Die Reduktion auf diese Rollen ist mir persönlich zu wenig bzw. zu viel MMORPG-Philosophie.
Nur ist eben so die Gefahr gegeben, dass gerade neue Spieler diese Spielphilosophie als generell bindend ansehen, da dies durch das Regelwerk vordefiniert wird.
Die 5E ist da für meinen Geschmack glücklicherweise freier gehalten.
Das habe ich nie behauptet >:( Ich habe mich immer explizit nur auf den Kampf bezogen. Warum wird denn andauernd meine Aussage auch auf das restliche Spiel ausgeweitet??? Im Moment spiele ich gar nicht die 4ed, sondern Pathfinder und die 5ed. Und dort fällt mir auf, das halt alle nur drauf hauen/schiessen, während der Kleriker heilt. Es gibt kein Defending und kein Battlefield Control. Das vermisse ich. Und damit meine ich ausdrücklich: ich vermisse das beim Kampf- nicht ausserhalb des Kampfes. Ich hoffe das ist damit endlich durch und verstanden.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Sashael am 13.09.2014 | 23:33
Ganz ehrlich? Deine Aussagen dazu und der Spaß den du mit SaWo hast überraschen mich hier wirklich extrem!
Wieso?

SaWo ist leicht, D&D3 nicht.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Jeordam am 13.09.2014 | 23:37
Elden, hat den gar keiner deiner 5e Mitspieler Kontrollfeats oder passende Zauber parat?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 00:50
Zitat
Es gibt kein Tanking und kein Battlefield Control.
Das liegt aber an allem, nur nicht dem System.  :o

CR-Problematik:
Wie soll ein CR jemals allgemeingültig sein?

Nur mal auf 3.5 bezogen, Faktoren die reinspielen:
- Gruppenkonstellation
- verwendete Bücher
- Charaktererschaffungsmethode
- Erfahrenheit des SL
- Erfahrenheit der Spieler
- etc.

Nehmen wir doch nur mal den heute geposteten Manticore, der von vielen als langweilig abgetan wurde und wahrscheinlich in den Köpfen einiger als reines Haudraufmonster gesehen wird und damit für CR 3 passend.

Ich sehe folgendes:
- Darkvision
- Fly
- Ranged Attack
- Large Size

Das gibt mir so viele Optionen, dass ich wahrscheinlich eine unerfahrene und/oder unüblich zusammengestellte Gruppe mächtig ins Schwitzen bringen könnte. Luftangriff in der Dunkelheit, Grapple und mit dem Halbling/Gnom in den Klauen wegfliegen (und fallenlassen), und, und, und. Eine Gruppe mit erfahrenen Spielern hat damit wahrscheinlich viel geringere Probleme, weil sie taktisch dem ganzen mehr entgegensetzt.

Also, an wem oder was will man den CR 3 nun wirklich festmachen?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 01:22
Elden, hat den gar keiner deiner 5e Mitspieler Kontrollfeats oder passende Zauber parat?
Charaktere sind auf Level 4. Feats sind bei uns optional. Bisher hab ich aber noch nix in dieser Richtung gesehen.
Das liegt aber an allem, nur nicht dem System.  :o
Ok. Wer suchet, der findet. Ich hab jetzt ein Manöver beim Fighter/Paladin gesehen und ein Feat, das man für einen Defender verwenden kann. Die Auswahl ist jetzt nicht riesig, aber immerhin etwas. Ist halt etwas versteckt und defenden kann halt nur ein Mensch ab Lvl. 1 oder ein Paladin/Fighter ab Lvl. 3.
Also bei der 5ed wird Defending nicht krampfhaft vermieden, aber im Regelwerk wird dem kaum Raum gegeben.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 01:29
Muss es ein Sword&Board-Tank sein?

Ansonsten:
Battle Master mit Glaive/Halberd, Polearm Master, Sentinel und den Manövern Goading Attack, Menacing Attack, Pushing Attack, Trip Attack (eigene Wahl).
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Jeordam am 14.09.2014 | 03:48
Pack noch den (hochstufigen) Bär-Barbarian mit rein. Und das ist jetzt ohne Spells und nur das reine Schadentanken.

Generelle Battlefieldcontrol geht mit ungefähr einer Million Optionen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Fredi der Elch am 14.09.2014 | 08:05
Die Aussage irritiert mich: Die 3E hatte eine echt klare Aussage dazu wie viele Encounter welcher Stufe ein Charakter Level ausmachen sollten.
Das hatte die 4e auch. Aber es gab keine Aussage dazu, wie genau ein Adventuring Day auszusehen hatte. Die 5e hingegen ist da sehr viel genauer und gibt ein exaktes XP-Budget für Encounter und für den gesamten Tag vor. Das gab es so bei 4e zumindest nicht. Wenn man genau hinsieht, war die 4e nämlich gar nicht so restriktiv. ;)

Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 14.09.2014 | 09:45
Battle Master mit Glaive/Halberd, Polearm Master, Sentinel und den Manövern Goading Attack, Menacing Attack, Pushing Attack, Trip Attack (eigene Wahl).

Sieht nach einer vernünftigen Auflistung aus. Evtl. kann man da noch drüber nachdenken per Feat weitere Superiority Dice hinzu zu kaufen um die Manöver öfters ausführen zu können.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 09:50
Sieht nach einer vernünftigen Auflistung aus. Evtl. kann man da noch drüber nachdenken per Feat weitere Superiority Dice hinzu zu kaufen um die Manöver öfters ausführen zu können.
Jop.
Hängt auch ein bisschen von den Werten ab, wie oft man dann doch noch eine Attributssteigerung will.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 14.09.2014 | 10:05
Jop.
Hängt auch ein bisschen von den Werten ab, wie oft man dann doch noch eine Attributssteigerung will.

Und es stellt sich noch die Frage ob es wirklich sinnvoll ist den Fighter so auszustatten oder ob nicht eine andere Klasse eine bessere Unterstützung liefert, während der Fighter mit Sword&Board und Protection den Schaden von den Squishied abhält.
Ein Warlock mit Pact Blade kann auch locker zur Glaive greifen, kann aber da noch Hurls Thru Hell auslösen, was dann doch eine arg gute Kontrollfähigkeit ist.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 10:09
Zitat
Ein Warlock mit Pact Blade kann auch locker zur Glaive greifen, kann aber da noch Hurls Thru Hell auslösen, was dann doch eine arg gute Kontrollfähigkeit ist.
Arg spät und ich finde Pact of the Blade eh nicht sooo dolle.

Die Frage ist halt auch immer: Brauche ich einen Tank?

Aber wir werden sehr off-topic.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 14.09.2014 | 10:13
Letztlich ist das auch eher eine Frage wie es umgesetzt ist, als ob es machbar ist. Die 4e Version geht halt deutlich stärker davon aus, dass alle mundanen Charaktere auch ihre individuellen Optionen haben, in der 5e ist es ein wenig stärker wieder etwas für spezielle Builds und (Unter-)Klassen.

Aber das hat ja mehr damit zu tun, dass man ein einfacheres Spiel ermöglichen will, als damit krampfhaft die 4e vermeiden zu wollen.

Und wir stehen ganz am Anfang der Edition, da kommt schon noch was.

Das einzige was (neben den ganzen Nichtkampfsachen) aktuell ziemlich entfernt aussieht ist das Thema Teamwork. 4e Charaktere haben viel häufiger einander geholfen, einander neue Aktionen ermöglicht oder kleine Boni gegeben. Halt nicht nur Barde & Co., sondern alle.

Das passt aber natürlich auch nicht mehr so recht in das neue System.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 14.09.2014 | 10:20
Aber wir werden sehr off-topic.

Mich erstaut nur Eldens Aussage das es kein/kaum Battlefield Control zu geben scheint. Es ist dann doch eher so das man sich die Optionen halt zusammensuchen muss und sie nicht automatisch passend zur Klasse als fertiges Rollenpaket in die Hand gedrückt bekommt.
Das Beispiel mit dem Warlock und der Pact Blade sollte eigentlich nur illustrieren das man diese Optionen nahezu überall finden kann.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 10:31
Zitat
4e Charaktere haben viel häufiger einander geholfen, einander neue Aktionen ermöglicht oder kleine Boni gegeben. Halt nicht nur Barde & Co., sondern alle.
Naja, eine der Grundmechaniken in 5E ist Advantage. Und die gilt es zu generieren, weil bestimmte Klassen (bzw. eigentlich alle) davon profitieren.

Das fängt mit dem simplen Inspiration an, den man ja auch weitergeben kann. Ich denke, wenn man genau sucht, wird man bei jeder Klasse irgendetwas finden, mit dem sie der Gruppe hilft, bei manchen eben mehr als bei anderen. Deswegen finde ich den Ranger (Hunter) auch recht gut, obwohl er, rein auf den Kampf bezogen, eher im unteren Drittel mitspielt, aber in einer Wildniss-Kampagne ungemein wertvoll für die Gruppe sein kann.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 14.09.2014 | 10:35
Abgesehen von der Advantage gibt es ja auch noch so recht viele starke Optionen mit denen man Kombos aufbauen kann. Das muss man sich aber als Taktik erarbeiten und ergibt sich nicht mehr automatisch aus dem Einsatz von Powers.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 14.09.2014 | 10:44
Ich weiß. Aber genau weil Advantage so eine große Wirkung hat gibt es halt recht wenig andere Optionen für Teamplay. In einer hochstufigen 4e Gruppe gibt es dort leicht mal 20-30 verschiedene Optionen dafür, improvisierten krams und das in der 4e ja auch existierende Advantage und die dort möglichen Kombinationen mal nicht mitgezählt.

Das ist vielleicht ja auch die Erklärung für Eldens Aussage...man muss dort  die Relationen sehen, wenn man von einer Edition kommt in der sehr viele verschiedene Klassen viele verschiedene Optionen haben um etwas derartiges zu machen. Das ist ja der Punkt, Defender in der 4e tanken nicht nur einfach, sondern haben große Unterschiede in der Spielweise.

Aber umgedreht ist der Vergleich natürlich unfair. 5e wird auch noch flexibler und optionsreicher werden, die Charaktere sich stärker unterscheiden lassen.

Nur aus jetziger Sicht zählt das ganze halt noch unter "kaum vorhanden" - einfach weil der Vergleichsmaßstab unfair ist.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Oberkampf am 14.09.2014 | 10:46
Das habe ich nie behauptet >:( Ich habe mich immer explizit nur auf den Kampf bezogen. Warum wird denn andauernd meine Aussage auch auf das restliche Spiel ausgeweitet??? Im Moment spiele ich gar nicht die 4ed, sondern Pathfinder und die 5ed. Und dort fällt mir auf, das halt alle nur drauf hauen/schiessen, während der Kleriker heilt. Es gibt kein Tanking und kein Battlefield Control. Das vermisse ich. Und damit meine ich ausdrücklich: ich vermisse das beim Kampf- nicht ausserhalb des Kampfes. Ich hoffe das ist damit endlich durch und verstanden.

Das erlebe ich beim Pathfinder spielen ähnlich. Die Kämpfe sind zwar immer noch spannend, obwohl sie mittlerweile in Realzeit so lange dauern wie ein D&D4 Kampf, aber das Zusammenspiel der Charaktere mit verteilten taktischen Rollen kommt nicht an D&D4 heran. Ähnliches befürchte ich für 5E auch, aber da gibt es wenigstens ein paar Tank- und zeitlich beschränkte Debuff-Fähigkeiten.

Was außerhalb des Kampfes angeht: Ich bin mal gespannt, ob und wie die 5E regelmechanisch unterstützte Szenen/Herausforderungen konstruieren will, die nicht Teil einer Kampfbegegnung sind, und in die alle Klassen/Spielercharaktere eingebunden sind. Als positiv empfinde ich, dass sie auf ein Skillsystem verzichtet haben, das einen riesigen Abgrund zwischen den Fähigkeiten einzelner Klassen hinterlässt und somit ganze Klassen an der Beteiligung an einer Skillchallenge ausschließt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 11:41
Zitat
Ich bin mal gespannt, ob und wie die 5E regelmechanisch unterstützte Szenen/Herausforderungen konstruieren will, die nicht Teil einer Kampfbegegnung sind, und in die alle Klassen/Spielercharaktere eingebunden sind.
Ich weiss gar nicht, ob ich sowas haben will.

Ich habe hier gerade HotDQ liegen, Episode 2: Raiders´ Camp. Das Abenteuer macht Vorschläge bzw. gibt an, was im Lager zu welchem Zeitpunkt vor sich geht und mit was die Charaktere rechnen müssen/können. Aber der eigentliche Part, nämlich die Untersuchung und die Beschaffung der Informationen, bleibt ihnen überlassen, es wird mehr oder weniger nur das "Was" angegeben, nicht das "Wie".

Mag ich persönlich lieber, einfach weil es Spieler kreativ macht und auch für den SL spannend ist. Klar, hier ist evtl. viel Ruling gefragt, aber ist mir immer noch lieber als das reine Runterwürfeln, weil es die Regeln so vorschlagen. Denn, und das ist meine Erfahrung unabhängig von D&D, wenn in den Regeln etwas geschrieben steht, richten sich viele Spieler danach...und leider häufig nur danach.

Für Kampfsituationen finde ich das in großen Teilen wunderbar, weil beide Parteien sich auf sicherem Boden bewegen. Für alles andere bevorzuge ich Freiheiten, sowohl als Spieler als auch SL.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 11:48
Mich erstaut nur Eldens Aussage das es kein/kaum Battlefield Control zu geben scheint. Es ist dann doch eher so das man sich die Optionen halt zusammensuchen muss und sie nicht automatisch passend zur Klasse als fertiges Rollenpaket in die Hand gedrückt bekommt.
Das ist es. Bei der 5ed gibt's also schon Optionen, aber hier wird das Kind krampfhaft nicht beim Namen genannt. Liegt wohl an der MMORPG Kritik, die die 4ed einstecken musste. Defenden ja, aber bloß nicht darauf hinweisen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: User6097 am 14.09.2014 | 12:02
Be ider 4e wurden ja die Fähigkeiten kritisiert, die man nur einmal anwenden konnte, obwohl die Logik dagegenspricht, z.B. ein spezieller Faustschlag-den man theoretisch ständig machen könnte. Ist das bei der 5e noch drin?
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 12:05
Be ider 4e wurden ja die Fähigkeiten kritisiert, die man nur einmal anwenden konnte, obwohl die Logik dagegenspricht, z.B. ein spezieller Faustschlag-den man theoretisch ständig machen könnte. Ist das bei der 5e noch drin?
Hm, außer einige Monk-Fähigkeiten, die Ki fordern, fällt mir nichts ein. Andere Fähigkeiten, die nur 1/Day eingesetzt werden können, gibt es natürlich, aber ein Logikproblem wüsste ich jetzt nicht.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 12:46
Be ider 4e wurden ja die Fähigkeiten kritisiert, die man nur einmal anwenden konnte, obwohl die Logik dagegenspricht, z.B. ein spezieller Faustschlag-den man theoretisch ständig machen könnte. Ist das bei der 5e noch drin?
Klar gibt es auch in der 5ed Extras, die durch Ressourcenmanagement balanciert werden. Das sind vom Monk die oben genannten KI Punkte, vom Fighter Action Surges und Dingswürfel und natürlich die Spells der Caster. Ich höre diese Kritik an der 4ed zum ersten Mal.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Slayn am 14.09.2014 | 12:48
Das ist es. Bei der 5ed gibt's also schon Optionen, aber hier wird das Kind krampfhaft nicht beim Namen genannt. Liegt wohl an der MMORPG Kritik, die die 4ed einstecken musste. Tanken ja, aber bloß nicht darauf hinweisen.

Nö. Es sind nur die Fähigkeiten mit großem Meta-Anteil herausgefallen, also alles, mit dem man direkt oder indirekt die Handlung einer andere Figur außer der eigenen steuern kann, also Dinge wie das alte Come and Get me! und so etwas.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 13:39
Nö.
Nö was? Wo wird den explizit auf die Defender-Fähigkeit hingewiesen? Genau das was ich gesagt habe: Defender-Fähigkeit ist implizit durch Manöver&Feat gegeben, aber explizit nicht erwähnt- weil Defender/Striker/Controller und Leader gibts ja explizit nicht mehr.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Talasha am 14.09.2014 | 13:55
Klar gibt es auch in der 5ed Extras, die durch Ressourcenmanagement balanciert werden. Das sind vom Monk die oben genannten KI Punkte, vom Fighter Action Surges und Dingswürfel und natürlich die Spells der Caster. Ich höre diese Kritik an der 4ed zum ersten Mal.
Bei mir war es das gemoser über nur einmal täglich-Fähigkeiten bei allen Klassen das erste was ich über die 4. gehört habe.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 14:07
Nö was? Wo wird den explizit auf die Tank-Fähigkeit hingewiesen? Genau das was ich gesagt habe: Tank-Fähigkeit ist implizit durch Manöver&Feat gegeben, aber explizit nicht erwähnt- weil Defender/Striker/Controller und Leader gibts ja explizit nicht mehr.
Das Wort "Tank" kann, sollte und dürfte meiner Meinung nach so lange nicht mechanisch in irgendeinem RPG auftauchen, wenn die dafür wichtigste Komponente nicht auch mechanisch verankert wird: Aggro.
Im Prinzip reden wir hier nur über "Taunts", "Interrupts", Manöver, etc...aber in keinem Fall von Möglichkeiten, die Aggro dauerhaft auf sich zu halten.

Klar, man kann die Gegner dann so ausspielen, aber zwingend ist das nicht. Und würde es bei intelligenten Gegnern bei mir auch nie sein.

Rhylthar; hat im Molten Core getankt
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Oberkampf am 14.09.2014 | 14:34
Ich weiss gar nicht, ob ich sowas haben will.

[...]

Mag ich persönlich lieber, einfach weil es Spieler kreativ macht und auch für den SL spannend ist. Klar, hier ist evtl. viel Ruling gefragt, aber ist mir immer noch lieber als das reine Runterwürfeln, weil es die Regeln so vorschlagen. Denn, und das ist meine Erfahrung unabhängig von D&D, wenn in den Regeln etwas geschrieben steht, richten sich viele Spieler danach...und leider häufig nur danach.

Klar ist das immer so eine Frage, was man wie spielen und wie mechanisch lösen will. Ich mag es, wenn das System mit Regeln unterstützt, dass man Szenen nach Erfolg/Teilerfolg/Patt/Rückschlag/Niederlage auflösen kann und das ganze die Fähigkeiten der Charaktere berücksichtigt und die Spieler in die Erzählung einbindet. Nach meinem Empfinden wird es nämlich genau dann auch für den Spielleiter spannend, wohin die Szene sich entwickelt.

Außerdem mag ich es, wenn das System mir dafür eine grobe, aber variierbare Mechanik anbietet, die mir sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der spontanen Improvisation hilfreich ist. Wenn die Spieler also mal spontan entscheiden, eine Abkürzung durch den Todessumpf zu nehmen, möchte ich schnell eine Herausforderung der Charaktere zusammenstellen können, durch die ich weiß, wie frisch oder erschöpft oder krank die Charaktere aus dem Sumpf kommen, ob sie da hinauskommen, wo sie wollten, ob sie Ärger vermeiden konnten und was jeder einzelne Charakter dazu beigetragen hat. Die 4E Skillchallenge konnte ich so spielen, und bei Systemen ohne eine ähnliche Mechanik, vermisse ich sie oft.

Natürlich gibt es auch andere Lösungsmöglichkeiten dafür, aber mir gefallen Skillchallenges ganz gut, um die Abenteuer um Schwierigkeiten für die SCs zu bereichern, die nicht nur aus Kämpfen bestehen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 14.09.2014 | 14:45
Be ider 4e wurden ja die Fähigkeiten kritisiert, die man nur einmal anwenden konnte, obwohl die Logik dagegenspricht, z.B. ein spezieller Faustschlag-den man theoretisch ständig machen könnte. Ist das bei der 5e noch drin?

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die fünfte Edition den Anschein erweckt, so etwas gäbe es nicht mehr - siehe die Antworten oben.
Tatsächlich ist nun einfach entweder der Anteil der magischen Klassen und Subklassen größer als im PHB1 der 4E, um solche Dinge aufzunehmen, oder es wird sprachlich anders ausgedrückt und verpackt oder auf Subsysteme wie die Superiority Dice ausgelagert, deren Manövereffekte direkt aus der 4E stammen könnten und teilweise so "meta" sind wie die kritisierten Effekte dort. (Also: anderen Leuten THP geben etc.)
Statt der durchsichtigeren Bezeichnung von Encounter- und Daily-Powers greift die 5E auch zur Formulierung "einmal nach einer kurzen oder langen Rast" oder so ähnlich. 

Zitat
aber mir gefallen Skillchallenges ganz gut, um die Abenteuer um Schwierigkeiten für die SCs zu bereichern, die nicht nur aus Kämpfen bestehen.

Mit Skill Challenges ist es zudem einfacher, Situationen außerhalb von Kämpfen zu bewerten, wenn man XP für sie geben möchte, ohne alles aus dem Bauch heraus machen zu müssen. Es gibt aber auch Situationen, die ohne SC besser funktionieren als mit. Da zählen für mich viele Gesprächssequenzen mit dazu.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 14:47
Zitat
Mit Skill Challenges ist es zudem einfacher, Situationen außerhalb von Kämpfen zu bewerten, wenn man XP für sie geben möchte, ohne alles aus dem Bauch heraus machen zu müssen.
Stimmt wohl.

Aber natürlich nicht für jeden ein Argument, der z. B. mit der "Milestone Experience Rule" arbeitet.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Fredi der Elch am 14.09.2014 | 15:04
Tatsächlich ist nun einfach entweder der Anteil der magischen Klassen und Subklassen größer als im PHB1 der 4E, um solche Dinge aufzunehmen, oder es wird sprachlich anders ausgedrückt und verpackt oder auf Subsysteme wie die Superiority Dice ausgelagert, deren Manövereffekte direkt aus der 4E stammen könnten und teilweise so "meta" sind wie die kritisierten Effekte dort. (Also: anderen Leuten THP geben etc.)
Statt der durchsichtigeren Bezeichnung von Encounter- und Daily-Powers greift die 5E auch zur Formulierung "einmal nach einer kurzen oder langen Rast" oder so ähnlich.
Das ist ein super Beispiel für das Threadthema: es darf bloß nicht Encounterpower gesagt werden, aber im Endeffekt sind Superiority Dice nicht viel anderes. Nur (aus meiner Sicht) schlechter, da auf höheren Leveln irgendwie keine spannenden Optionen dazukommen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 15:04
Im Prinzip reden wir hier nur über "Taunts", "Interrupts", Manöver, etc...aber in keinem Fall von Möglichkeiten, die Aggro dauerhaft auf sich zu halten.
Das ist Wortklauberei. Die MMORPG-Aggro hat es in dieser Form noch nie in RPGs gegeben, da diese Resultat eines Algorithmus ist. Der Mechanismus in DnD arbeitet mit der Androhung von Strafe und ist ein psychologischer Effekt, den DM er ignorieren kann oder halt nicht (damit lasse ich jetzt spezifische Battlemind Powers aussen vor). Ich beuge mich und ersetzte überall bei mir "Tank" durch "Defender".
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 15:10
Zitat
Ich beuge mich und ersetzte überall bei mir "Tank" durch "Defender".
Und dann lies den Fluff-Text direkt unter dem Eintrag "Fighter" im PHB.

Was 5E nicht macht, ist den Spieler darauf zu stossen, wo er diese Optionen für diese Dinge findet bzw. wie am besten einsetzt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Elden am 14.09.2014 | 15:15
Was 5E nicht macht, ist den Spieler darauf zu stossen, wo er diese Optionen für diese Dinge findet bzw. wie am besten einsetzt.
Meine Rede.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 15:23
Meine Rede.
Nur:
Muss das Werk wirklich jeden an die Hand nehmen und sagen: "Guck mal, da, auf Seite XYZ,...könnte das etwas sein?"

Vielleicht bin ich ja zu RPG und MMORPG verwöhnt, aber irgendwie gehören für mich diese Überlegungen seitens der Spieler zum Standard.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 14.09.2014 | 17:17
Stimmt wohl.

Aber natürlich nicht für jeden ein Argument, der z. B. mit der "Milestone Experience Rule" arbeitet.

Die Milestone Experience Regel wäre wohl ohnehin ein Thema für sich.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 14.09.2014 | 17:50
Muss das Werk wirklich jeden an die Hand nehmen und sagen: "Guck mal, da, auf Seite XYZ,...könnte das etwas sein?"

Wobei das in der 5e mit den Paketen welche in Unterklassen verpackt sind eigentlich viel stärker tut, oder? Mehr als die 4e, in der man dort recht frei mischen kann zumindest. Aber ich würde auch nicht sagen, dass dies schlecht ist, gerade Neulingen wird so geholfen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 18:00
Zitat
Wobei das in der 5e mit den Paketen welche in Unterklassen verpackt sind eigentlich viel stärker tut, oder?
Jein.

Beim angegebenen Problem des Defenders nur sehr bedingt, da ein Battlemaster je nach Manöver alles sein kann und der Champion ohne Feats einfach nur nichtssagend ist.
Beim Rogue sicherlich, der Thief sieht man da schon sehr deutlich, wo der Hase hinläuft.

Bei den anderen muss man immer gucken, bis auf Ranger fällt mir eigentlich keine Klassen (Unterklasse) ein, bei der man wirklich sofort weiss: "Aha..so und so...".
Shadow Monk evtl. noch.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Arldwulf am 14.09.2014 | 18:08
Klar...ich wollte da auch nicht sagen, dass die Charaktere 100% darüber definiert werden. Aber wenn ich dich richtig verstanden hatte war deine Aussage ursprünglich ja auf die 4e gemünzt. Und das ist dann halt komisch, da dort natürlich eine noch deutlich freiere Auswahl der Charakteroptionen möglich ist. Der Schritt hin zu den Paketlösungen kam ja schon in den Essentials und wurde dort auch teilweise stark kritisiert, teilweise als Einsteigerfreundlich gelobt. 5e geht da eigentlich nur diesen Weg weiter.

Ist halt nur komisch sie für das Gegenteil zu loben was gemacht wird.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2014 | 19:18
Zitat
Aber wenn ich dich richtig verstanden hatte war deine Aussage ursprünglich ja auf die 4e gemünzt. Und das ist dann halt komisch, da dort natürlich eine noch deutlich freiere Auswahl der Charakteroptionen möglich ist.
Nö.

Ich habe lediglich auf Eldens...

Zitat
Nö was? Wo wird den explizit auf die Defender-Fähigkeit hingewiesen? Genau das was ich gesagt habe: Defender-Fähigkeit ist implizit durch Manöver&Feat gegeben, aber explizit nicht erwähnt- weil Defender/Striker/Controller und Leader gibts ja explizit nicht mehr.

...geantwortet.

Es ging nie um Pakete an sich, sondern lediglich um seine Kritik, dass in 5E nicht direkt auf Defender/Tank hingewiesen wurde...im Gegensatz zur 4E.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 17.09.2014 | 07:05
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass die 5E zwar den Anschein erweckt, mit dem Gesinnungssystem wieder "back to the roots" gegangen zu sein, eigentlich aber dasselbe macht wie die 4E. Mechanisch wirken sich Gesinnungen so gut wie gar nicht aus, selbst "Schutz vor ..." attackiert Monster Types, und keine Gesinnungen.

SCs sind so gut wie gar nicht beschränkt, was die Wahl ihrer Gesinnung angeht. Vielleicht wird es noch magische Waffen geben, die bestimmte Gesinnungen voraussetzen (wobei es auch in der 4E Artefakte gab, die darauf reagierten).
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: ElfenLied am 17.09.2014 | 07:27
Chaotisch/Neutral Böse ist für die offiziellen Wizards Veranstaltungsrunden gesperrt.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Holycleric5 am 17.09.2014 | 07:44
[...] Mechanisch wirken sich Gesinnungen so gut wie gar nicht aus, selbst "Schutz vor ..." attackiert Monster Types, und keine Gesinnungen.

SCs sind so gut wie gar nicht beschränkt, was die Wahl ihrer Gesinnung angeht. Vielleicht wird es noch magische Waffen geben, die bestimmte Gesinnungen voraussetzen (wobei es auch in der 4E Artefakte gab, die darauf reagierten).

Ich bin sehr froh, dass man bei den Klassen die Gesinnungsbeschränkungen aufgehoben hat, sodass meine Gruppe z.B. nicht erst auf einen Ausbauband warten (Antipaladin in Pathfinder) oder auf eine Prestigeklasse hinarbeiten muss (Finsterer Streiter in 3.5), muss, um z.B. "dunkle Paladine" zu spielen.

Auch bin ich froh, dass man z.B. nur einen "Protection from Evil and Good"- Spruch hat statt 4 "Protection From (Evil / Chaos / Law / Good)"

Die "Gesinnung" wird nun größtenteils durch das Ideal des Backgrounds festgelegt.

Zum Beispiel wurde unsere Zwergenkämpferin durch ihr Ideal des Sailor-Hintergrunds "böse" (Mastery: I am a predator and the other ships on sea are my prey). Da sehe ich schon interessante Situationen bei den Seereisen auf uns zukommen.  8]
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 17.09.2014 | 09:01

Die "Gesinnung" wird nun größtenteils durch das Ideal des Backgrounds festgelegt.
 

Das ist ein guter Punkt. Meiner Meinung nach macht ein System wie das der "Ideale" das, was das Gesinnungssystem auch tun sollte, nur besser - weil es psychologisch glaubwürdiger und interessanter ist.
Wenn es um Darstellungen elementaren Bösen etc. geht, gibt es auch ein anderes System, das das Gesinnungssystem vollständig ersetzt: Keywords bzw. Monstergruppen wie "Fiends" zB.

Dadurch bekommt das Gesinnungssystem in meinen Augen die Rolle eines Anstrichs; es erfüllt keinen echten Zweck mehr - bis auf die eine Sache, dass es das Große Rad rechtfertigen soll. Mechanisch ist es fast völlig aus dem Spiel rausgehebelt. 
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Forlorn am 17.09.2014 | 13:53
Naja, die Gesinnungen sind ja schon noch wichtig für Götter, Kleriker und deren Zauber.

Und:

Chaotisch/Neutral Böse ist für die offiziellen Wizards Veranstaltungsrunden gesperrt.

halte ich für reine Manipulation, die Spielergruppe zu zwingen dem Hauptquest zu folgen, um die Prinzessin zu retten. Alles andere würde ja auch den Rahmen von 2-3 Stunden Events sprengen. Im PHB steht ja lediglich, dass böse Gesinnungen ungewöhnlich und meist Gegnern und Monstern vorbehalten sind. Aber nicht unmöglich. Wie soll man sich denn sonst mit den ganzen Engeln, Archonten, etc. anlegen.
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: Thandbar am 17.09.2014 | 14:46
Wie soll man sich denn sonst mit den ganzen Engeln, Archonten, etc. anlegen.

So wie in God's Army halt. :D
Titel: Re: Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet
Beitrag von: afbeer am 17.09.2014 | 17:54
halte ich für reine Manipulation, die Spielergruppe zu zwingen dem Hauptquest zu folgen, um die Prinzessin zu retten.

Richtig ist, dass man den Vollpfosten beim Organized Play keine leichte Plattform geben will ihr Vollpfostentum auf Kosten der anderen Spieler/Charaktere auszuleben.
Diese Vollpfosten spielen ja mit Kindern, Nerds, Jugendlichen, Frauen, Asiaten, ... zusammen. Bei Organized Play darf jeder spielen der kommt. Da muss schon was passieren bevor einer von den Veranstaltungen ausgeschlossen wird.