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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Supersöldner am 19.11.2014 | 13:50
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Politik als sekundär Spiel. Irgendwie habe ich die Neigung bei allem was ich im Rollenspiel Bereich zu entwickeln versuche immer Politik als eine Art zweites Spiel zusätzlich zu dem Normalen einschleicht. Normal heißt in dem Fall halt eine Gruppe von ,,Abenteuern,,. Doch Politik ob das nun der versuch einer Gruppe von Superschurken ist eine Stadt bzw die Politik wirtschafte und das Verbrechen dort zu kontrollieren bei Jäger VS Monster Verhandlungen mit andere Jäger Gruppe der Regierung und den Geheimdiensten oder in einen Ninja Dorf die Politik der Clann Dörfer und Reiche mischt sich halt immer wieder als zweite ebnende ein und kam großen Einfluss auf die Ressourcen und Möglichkeiten der Spieler haben. Doch vielen Spielern wird das als Ablenkung vom Normalen Abenteuer leben doch er auf die nerven gehen? Wehrend ich der Meinung bin das es das Spiel (Grade wenn Mann sehr lange spielt) erweitert und bereichert. Was sagt die Community auf :T: :T: dazu?
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Hört sich ein bisschen nach REIGN an, zumindest habe ich solche Sachen mal mit REIGN gesteuert.
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Ich eröffne mal mit einem: Die Geschmäcker sind da verschieden.
Zum einen mag nicht jeder Rollenspieler auch zwangsläufig komplizierte Strategiespiele und solchen Kram. Wenn die ganze Runde auch auf Strategie- und Intrigenspiele steht, dann kann (unter bestimmten Umständen) die politische Ebene sicherlich eine Bereicherung für die Gruppe sein. Wenn aber nur ein oder zwei Spieler nicht auf solche Spiele stehen ist das vermutlich ein Aspekt des gemeinsamen Spiels auf das sie ebenfalls nicht stehen werden.
Zum anderen wird das wahre Rollenspiel (TM) dabei natürlich verwässert. Selbst wer auf Strategiespiele und Rollenspiele steht, findet es deshalb gleich super gut beides zu mischen. Nur weil jemand Boxen und Schach mag, findet er es nicht zwangsläufig gut beides zum Schachboxen zu verbinden. Denn während man sich in der Theorie noch einreden könnte, dass man dann ja zwei tolle Sachen unter einen Hut bringt, leiden letztendlich in der Praxis beide Teile darunter, dass man sich nicht 100% auf sie konzentriert.
Wenn man sich zwischendurch ein oder zwei Stunden mit der politischen Ebene und globaler Strategie beschäftigt ist es für viele Spieler recht schwierig anschließend nahtlos mit dem Rollenspiel im engeren Sinne, also der verkörperung ihres Charakters, dem Storytelling und dem Method Acting, so weiter zu machen als hätte es diese Unterbrechung nicht gegeben.
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Hört sich ein bisschen nach REIGN an, zumindest habe ich solche Sachen mal mit REIGN gesteuert.
REIGN modelliert ja im Grunde Gruppierungen, die dann untereinander wie Charaktere in einer Art Kampfsystem interagieren. Es gibt auch noch verschiedene andere Spiele, die ähnlich vorgehen. (Und das meines Erachtens um Längen besser machen als REIGN.)
Das muss aber gar nicht die benutzte Methode sein. Es reicht ja schon für gewisse Dinge Indikatoren zu haben und diese abhängig vom Spielverlauf zu verändern. Also wenn die Protagonisten Verbrechen bekämpfen, geht der Verbrechens-Indikator zurück. In diesem Sinne fungiert das System dann ähnlich wie eine XP-Vergabe, also als Ergebnis-Messung der gespielten Handlungen.
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Bei Ars Magica spielt der "Covenant" (Heimat der Magier) eine bedeutende Rolle. Und der Ausbau sowie die diplomatischen Beziehungen mit anderen Covenants fühlen sich dann auch wie ein Spiel im Spiel an. - Macht aber trotzdem eine Menge Spaß.
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Eine sinnvolle Einbindung der Charaktere in ihre Umwelt finde ich zumindest sehr wichtig - ob das jetzt der Bund bei Ars Magica, die Stadt bei Dresden Files oder irgendein anderer Ort oder eine andere Organisation ist, ist erstmal egal.
Aber nur herumziehende Abenteurer zu spielen, die von einem Ort zum anderen ziehen, ohne feste Verbindungen aufzubauen - das wäre mir zu wenig.
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Für mich kommt es extrem stark darauf an was man spielt und wie es sich anfühlen soll.
Ein Spiel das zu weiten Teilen von der Einbettung der Charaktere in eine größere Umwelt lebt, kommt ohne Politik in der einen oder anderen Form nicht aus. Liegt der Fokus aber wo anders, etwa Action, Level Ups, etc. steht Politik dem nur im Weg.
Kurz: ich könnte mir Dresden Files, L5R und Co. ohne nicht vorstellen, bei D&D oder Rifts wäre es Zeitverschwendung.
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Ich finde ja, Politik ist unvermeidlich. Selbst bei D&D entscheidet man sich ja für eine Seite und hilft der und erwartet im Gegenzug dann auch Unterstützung, und oftmals jenseits von Geld und anderen Ressourcen. Das ist dann natürlich eine sehr passive Form von Politik, man ist mehr so eine Schachfigur-for-Hire als ein tatsächlicher Schachspieler. Und oftmals gibt einem der SL vielleicht auch nicht die Wahl - auf der einen Seite ist das Gute, und das Böse auf der anderen Seite will dich eh nur um-moschen und würde mit dir noch nicht mal im Ansatz in Verhandlungen treten.
Die Frage ist in den meisten Kampagnen finde ich mehr, wie aktiv man Politik betreibt und ob man eine eigenständige Agenda entwickelt und umzusetzen versucht. Bei unseren Runden kommt sowas in irgendeiner Form eigentlich fast immer vor, allein schon weil die Spieler das forcieren. Sobald man ein eigenes Pferdchen im Rennen hat, ist Politik ja nahezu automatisch ein Teil des Spiels.
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REIGN modelliert ja im Grunde Gruppierungen, die dann untereinander wie Charaktere in einer Art Kampfsystem interagieren. Es gibt auch noch verschiedene andere Spiele, die ähnlich vorgehen. (Und das meines Erachtens um Längen besser machen als REIGN.)
Kannst du diese bitte nennen? Interessiert mich.
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Wenn man ein Politik-Konzept für ein Setting hat, kann es auch bereichernd sein, ohne dass die SCs direkt damit zu tun haben. So hat man einen Plot, der im Hintergrund abläuft und durch diverse Events die Welt lebendiger wirken lässt. Entweder die SCs versuchen damit zu interagieren oder sie bekommen zumindest einen Eindruck wie die "Welt sich aktuell anfühlt" (angespannte politische Lage, Anschläge, Unterdrükungsmassnahmen, Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen etc.).
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Ich überlege im Moment wie man ein politisches System, abseits des Ausspielens gestallten könnte wenn es ein zentrales Organ wie z.b. Einen Senat oder Ältesten Rat gibt den man durch Aktionen, z.b. Öffentliches Reden beeinflussen kann. Habt ihr da Ideen?
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Da gibt es zB ein "soziales Kampfsystem" in nWoD VtR - Requiem for Rome, welches es ermöglicht, Senatsdebatten und Rededuelle im Allgemeinen abzubilden. Das Ganze findest Du unter S. 178: Debate in Elysium.
Wenn Du es also nicht (immer) ausspielen willst, findest Du hier zumindest massenhaft Anregungen für diesen Aspekt von Politik.
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Vielen Dank !
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Politik ist in D&D ebenfalls interessant. Vor allem halt auf selbstgebauten Welten. Ob die SCs damit viel Berührung haben oder nur die Auswirkungen erfahren kommt ganz auf die Kampagne an.