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Pen & Paper - Spielsysteme => Savage Worlds => Savage Worlds Regelsystem => Thema gestartet von: Bluecaspar am 15.12.2014 | 22:22

Titel: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Bluecaspar am 15.12.2014 | 22:22
Servus,

wie geht ihr eigentlich mit dem Umstand um, dass manche Würfelsteigerungen bei manchen Schwierigkeiten keinen Vorteil bei der Erfolgschance bringen (z. B. W4 zu W6 bei einer Schwierigkeit von 6).
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Pyromancer am 15.12.2014 | 22:30
wie geht ihr eigentlich mit dem Umstand um, dass manche Würfelsteigerungen bei manchen Schwierigkeiten keinen Vorteil bei der Erfolgschance bringen (z. B. W4 zu W6 bei einer Schwierigkeit von 6).

Ich ignorier das einfach. Im praktischen Spiel ist das nicht fühlbar, und so bald Steigerungen relevant sind (also quasi immer) ist der größere Würfel auch wieder besser.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 15.12.2014 | 22:36
Wir handhaben das so, dass man in diesen Fällen auch mit dem kleineren Würfel würfeln darf. Also z.B. mit dem W4 würfelt, obwohl man den Wert auf W6 hat.

Das funktioniert recht gut und ist einfach zu implementieren.

Eine etwas aufwendigere Implementierung, die bei uns gerade in der Testphase ist:
Wenn man die höchste Zahl würfelt, zählt sie so, wie die nächstkleinere Zahl. Das heißt:
4 auf W4 = 3 (plus Option zum Hochwürfeln)
6 auf W6 = 5 (plus Option zum Hochwürfeln)
8 auf W8 = 7 (plus Option zum Hochwürfeln)
10 auf W10 = 9 (plus Option zum Hochwürfeln)
12 auf W12 = 11 (plus Option zum Hochwürfeln)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: TeichDragon am 15.12.2014 | 22:48
Exploding dice, and some unexpected results for Savage Worlds (http://axiscity.hexamon.net/users/isomage/rpgmath/explode/) (and a solution)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Jeordam am 15.12.2014 | 23:39
Einfach ignorieren. Die 0,5% aller Würfelwürfe in denen das überhaupt zutrifft machen den Kohl nicht fett.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 16.12.2014 | 05:30
Wie Jeordam sagt, hat dieser "Glitch" in der Praxis keinerlei spürbaren Effekt. Die ermittelte Abweichung wird alleine schon durch die niemals idealen und stets wechselnden Würfelbedingungen mehr als aufgehoben.

Womit mal wieder lernt, dass man mathematische Ergebnisse bei der "Modellierung der Natur" am Ende stets an derselben auf ihre Relevanz messen muss.

Übrigens wird dieses Thema - egal wie oft man es aus der Gruft holt - durch die Wiederholung nicht relevanter.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Tyrion am 16.12.2014 | 09:39
Relevanz ist höchst subjektiv... ;)

Als Neuling stelle ich mir durchaus auch solche Fragen oder bin  froh, dass sie gestellt werden und ich auf ein Thema/eine Problemstellung aufmerksam werde. Unabhängig davon, wie oft ein alter Hase die Frage schon beantwortet hat, oder deren Beantwortung mitverfolgt hat. Klar gibt es eine Suchfunktion... aber Fragen die ich mir bisher nicht gestellt habe, kann ich auch nicht suchen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: sir_paul am 16.12.2014 | 10:42
Eine etwas aufwendigere Implementierung, die bei uns gerade in der Testphase ist:
Wenn man die höchste Zahl würfelt, zählt sie so, wie die nächstkleinere Zahl. Das heißt:
4 auf W4 = 3 (plus Option zum Hochwürfeln)
6 auf W6 = 5 (plus Option zum Hochwürfeln)
8 auf W8 = 7 (plus Option zum Hochwürfeln)
10 auf W10 = 9 (plus Option zum Hochwürfeln)
12 auf W12 = 11 (plus Option zum Hochwürfeln)

Sowas schwebte mir auch mal vor, da wäre ich an einem Praxisbericht interessiert!
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Greifenklaue am 16.12.2014 | 10:54
Ich hab hier mal einen Fix mit Fatewürfeln gelesen:

-> http://www.peginc.com/forum/viewtopic.php?t=41300
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 16.12.2014 | 18:56
Du solltest allerdings auch Erwähnen das Clint höchstselbst darin eine Spielbremse sieht.

Alle "Fixes" für dieses Problem, das in der Praxis definitiv keines ist, sind zwar ganz nette mathematische Spielereien. In der Praxis sind es aber nur zweifelhafte Spielbremsen, die die Abfertigung komplizierter machen.

Nett zu wissen, das es den "Bump" gibt, aber da er in Praxis keinerlei Auswirkungen hat, ignoriert man ihn auch gleich wieder.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Thorgest am 16.12.2014 | 19:10
Bei der Überschrift hab ich auf Würfel aus C4 gehoft...aber so eine irrelevante Regeldiskusion ist das geschreibe doch garnicht wert....meldet euch wenn die Würfel wirklich explodieren >;D
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Bluecaspar am 16.12.2014 | 22:13
Zitat
Ich ignorier das einfach. Im praktischen Spiel ist das nicht fühlbar, und so bald Steigerungen relevant sind (also quasi immer) ist der größere Würfel auch wieder besser.

Ich hab mir mal ein Computerprogramm geschrieben, welches jede Würfelstufe 10.000 mal nach den Savage Worlds Regeln würfeln lässt. Das Ergebnis ist so ziemlich das selbe, wie dass welches man bei dem erwähnten Link sieht.

Ja, der Unterschied ist äußerst gering. Bei einen W4 zu einen W6 ist er 2,3%, bei einen W6 zu einen W8 nur noch 1,1% und bei den nachfolgenden wird es noch geringer.

Allerdings kommt da von den Spielern zu recht die Kritik, dass in manchen Situation es nichts gebracht hat, Punkte ausgegeben zu haben, damit die Fertigkeit gesteigert wurde.

Ich sehe das zwar selber nicht ganz so kritisch, da es wirklich in nur ganz wenigen Fällen vorkommt aber stört das keinen von euch? Schließlich erwartet jeder auch eine bessere Erfolgschance bei einen Wurf, wenn er einen höheren Fertigkeitswert hat.


Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Gorbag am 16.12.2014 | 22:34
Wir handhaben das so, dass man in diesen Fällen auch mit dem kleineren Würfel würfeln darf. Also z.B. mit dem W4 würfelt, obwohl man den Wert auf W6 hat.

Das funktioniert recht gut und ist einfach zu implementieren.

Eine etwas aufwendigere Implementierung, die bei uns gerade in der Testphase ist:
Wenn man die höchste Zahl würfelt, zählt sie so, wie die nächstkleinere Zahl. Das heißt:
4 auf W4 = 3 (plus Option zum Hochwürfeln)
6 auf W6 = 5 (plus Option zum Hochwürfeln)
8 auf W8 = 7 (plus Option zum Hochwürfeln)
10 auf W10 = 9 (plus Option zum Hochwürfeln)
12 auf W12 = 11 (plus Option zum Hochwürfeln)

Das sollte ja eigentlich das Problem lösen. Ich finde allerdings die Umsetzung eleganter, wenn man 1 vom explodierenden Würfel abzieht. Heißt ich Werfe eine 4 (bleibt) und dann eine 3 (wird zur 2). Wenn man den Würfel also das erste mal anpackt wird er normal gewertet, fängt man an weiter zu Würfeln ist jedes Ergebnis einen Punkt weniger wert als auf dem Würfel steht. Gleiches Ergebnis und ich finde es was angenehmer zu Rechnen. Aber das kann auch meine persönliche Präferenz sein.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Bluecaspar am 16.12.2014 | 22:39
Ja, das mit dem -1 werd ich mir auch mal berechnen lassen. Mal sehen, wie das Ergebnis aussehen wird. Ich werd wohl aber erst am Wochenende die Muse dafür haben.

Mal eine Frage, hat jemand einen Tipp für mich, wo ich diese sogenannnten "fudge dices" her bekomme. (W6 mit zwei mal + und zwei mal - und zwei mal nichts)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Gorbag am 16.12.2014 | 22:41
Ja, das mit dem -1 werd ich mir auch mal berechnen lassen. Mal sehen, wie das Ergebnis aussehen wird. Ich werd wohl aber erst am Wochenende die Muse dafür haben.

Mal eine Frage, hat jemand einen Tipp für mich, wo ich diese sogenannnten "fudge dices" her bekomme. (W6 mit zwei mal + und zwei mal - und zwei mal nichts)

Hier:
http://www.sphaerenmeisters-spiele.de/epages/15455106.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/15455106/Categories/%22W%C3%BCrfel%20und%20Zubeh%C3%B6r%22/%22W%C3%BCrfel%20und%20W%C3%BCrfelbecher%22/%22FUDGE%20und%20FATE%20W%C3%BCrfel%22 (http://www.sphaerenmeisters-spiele.de/epages/15455106.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/15455106/Categories/%22W%C3%BCrfel%20und%20Zubeh%C3%B6r%22/%22W%C3%BCrfel%20und%20W%C3%BCrfelbecher%22/%22FUDGE%20und%20FATE%20W%C3%BCrfel%22)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Bluecaspar am 16.12.2014 | 23:07
Herzlichen Dank
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: ManuFS am 17.12.2014 | 08:12
aber stört das keinen von euch? Schließlich erwartet jeder auch eine bessere Erfolgschance bei einen Wurf, wenn er einen höheren Fertigkeitswert hat.

Nein. Denn im Spielgefühl werden die Erfolgschancen besser. Dieser eine Fall ist mathematisch zwar belegbar, aber in der Realität schlicht irrelevant. Allerdings neigen meiner Erfahrung nach Leute die davon wissen dazu, schlichtes Würfelpech auf diesen Extremfall zu schieben und dann Änderung anzuregen (die nicht nötig ist, IMHO).
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 17.12.2014 | 08:36
Kein Würfelwurf ist gleich und ideal:
- Die Würfel selber sind immer irgendwie unausgewogen.
- Die Würfel kommen sich (bei mehreren) in die Quere.
- Die Würfel springen ungleichmäßig vom Untergrund ab
- Es kommt auf dein Handhaltung und -führung beim Würfeln an bzw. Position im Würfelbecher
- Die Würfel sind nie aus dem absolut gleichen Material gefertigt
- In der Praxis ist die Form, Gewicht und Größe des Würfels selbst das größte Problem
etc etc etc ad nauseam

Merksatz aus dem Physikunterricht:

Nicht alles was sich mathematisch errechnen lässt,
ist in der Praxis auch wirklich relevant!


Wer das nicht glaubt möge mir bitte in der Realität die negative Seitenlänge einer Fläche zeigen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 17.12.2014 | 08:47
Wer sich bei der Erhöhung seiner Eigenschaften hiervon beeinflussen lässt, verkennt völlig, das dadurch seine Kompetenz insgesamt steigt und man in der Praxis nie andauernd gegen den gleichen Wert anwürfelt - insbesondere nicht den "problematischen Bereich". Wir würfeln immer gegen einen ZW4 und es gibt immer irgendwelche Modifikatoren die das Ergebnis verändern, sofern man mit einem Bennie nicht sowieso den Wurf wiederholt.

Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: eldaen am 17.12.2014 | 09:02
Ich weiß, es ist nicht konstruktiv, aber jedes Mal, wenn ich in der Forenübersicht den Titel dieses Threads lese, hab ich dieses Bild da im Kopf...  ;)

(http://s23.postimg.org/th6gk7217/explosion_make_up.jpg)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Sid am 17.12.2014 | 09:09
Merksatz aus dem Physikunterricht:

Nicht alles was sich mathematisch errechnen lässt,
ist in der Praxis auch wirklich relevant!


Wer das nicht glaubt möge mir bitte in der Realität die negative Seitenlänge einer Fläche zeigen.

Merksatz aus dem Designunterricht:

Die Schriftgröße und der Schriftschnitt verleihen dem Inhalt einer Aussage kein zusätzliches Gewicht. :)
--

Es hat angeblich sogar ablenkende Wirkung - weil der Betrachter der Form der Darstellung erhöhte Aufmerksamkeit
widmet und seine Gedanken nicht mehr zu 100% der eigentlichen Aussage gelten.

Das ist Schade, denn die Aussage ist absolut korrekt und wichtig bei der Einschätzung des Einflusses auf das Spielvergnügen.
Und sie steht auch in jedem Statistik-Interpreation behandelden Büchlein:

"Die Signifikanz ist ungleich dem kausalen Zusammenhang"

Doch hier kommt der springende Punkt:
Relevant ist, was Menschen dazu machen. :)

Weiter so! Mir macht es Spaß zu lesen und ab und an lernt man was dazu.
z.B. was für Menschen eigentlich relevant ist.   ^-^
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Greifenklaue am 17.12.2014 | 11:59
Wer das nicht glaubt möge mir bitte in der Realität die negative Seitenlänge einer Fläche zeigen.
Naja, in der höheren Mathematik rechnest Du ja auch mit sogenannten "imaginären Zahlen" (eben i oder j, wobei i hoch 2 = -1) und diese haben in der Anwendung in den Ingenieurswissenschaten eben doch eine Bedeutung ...

Gut, aber davon ab, ich wollte nur auf den Fix hinweisen. Ich hab mich nicht tiefergehend damit beschäftigt und denke auch, dass SaWo ganz hervorragend so funktioniert, wie es funktioniert.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Narubia am 17.12.2014 | 12:39
Zum Thema selbst kann ich reichlich wenig sagen, jedoch zu:
- Die Würfel selber sind immer irgendwie unausgewogen.
- Die Würfel kommen sich (bei mehreren) in die Quere.
- Die Würfel springen ungleichmäßig vom Untergrund ab
- Es kommt auf dein Handhaltung und -führung beim Würfeln an bzw. Position im Würfelbecher
- Die Würfel sind nie aus dem absolut gleichen Material gefertigt
- In der Praxis ist die Form, Gewicht und Größe des Würfels selbst das größte Problem
etc etc etc ad nauseam
Wenn sich mehrere Würfel in die Quere kommen, ändert das prinzipiell nichts an ihrem Erwartungswert und ihren Wahrscheinlichkeiten.
Die Handhaltung und -Führung sowie die Position im Würfelbecher kann für einzelne Würfe zwar entscheidend sein, gleicht sich jedoch im Mittel über längere Zeit aus. Der Effekt ist also, solange man ihn nicht künstlich (ich nehme den Würfel immer so in den becher, dass die 6 oben ist...) aufbauscht, nicht einmal über eine Million Würfe messbar.
Es ist vollkommen egal, ob 2 Würfel aus unterschiedlichem Material sind. Deswegen haben sie keine unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten. Selbst WENN innerhalb eines Würfels signifikante Dichteunterschiede bestünden (nehmen wir mal an, dass ein Würfel auf einer Seite 1% mehr wiegt als auf der anderen), dann macht das fast nichts aus. Tatsächlich ist genau das sogar bei den meisten Würfeln der Fall (immerhin fehlt bei Würfeln aufgrund der Augenzahl-Markierung meist Material). Gewogen habe ich das zwar nie, aber getestet: über eine Testreihe von 10.000 Würfen ist das absolut irrelevant und stand mit der Dichte in keinem Zusammenhang.

TL; DR: Tatsächlich sind all diese Faktoren nichtig. Mit nichtig meine ich: Fallen selbst unter einer Würfelreihe von 10.000 Würfen nicht ins Gewicht.

Aber: Ich kenne jetzt zwar das System der explodierenden Würfeln nicht und kann dementsprechend wenig zum Beispiel sagen: Eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 1% kann man am Spieltisch genau dann fühlen, wenn sie situationsentscheidend ist.
Ich spiele in meiner PF-Runde (kurz gesagt) mit einer Regel, die bei drei 20ern in Folge (Chance 1:8000, also rund 0,01%) bei einem Angriffswurf im sofortigen Tod ohne Rettungswurf für den Gegner endet. Diese Regel hat bisher zweimal gegriffen, obwohl in der Gruppe sicher seit Einführung keine 16000 Würfe gemacht wurden.

Fazit: Mathematische Berechnungen machen imho in jedem Fall Sinn, und nur weil eine Regel in einem Regelwerk steht, heißt das nicht, dass sie gut ist.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Greifenklaue am 17.12.2014 | 15:27
Wer sich für exakte Würfel interessiert, dem seien Game Science-Würfel, auch als Zcochi-Würfel bekannt, empfohlen. Hier zwei Videos aus meinem Blog (https://greifenklaue.wordpress.com/2008/11/30/game-science-die-geheimnisse-hinter-der-wurfelkante/).

(Gesamtaussage: Die Ziffern 6, 8, 9, 0 ziehen Nasen in ihren "o"s und haben dager eine etwas verringerte, die gegenüberliegenden eine etwas erhöhte Wahrscheinlichkeit. Praxisrelevanz tendiert aber gegen 0, aber wenn es stört, kann sich Zocchi-Würfel kaufen.)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 17.12.2014 | 15:44
Ich spiele in meiner PF-Runde (kurz gesagt) mit einer Regel, die bei drei 20ern in Folge (Chance 1:8000, also rund 0,01%) bei einem Angriffswurf im sofortigen Tod ohne Rettungswurf für den Gegner endet. Diese Regel hat bisher zweimal gegriffen, obwohl in der Gruppe sicher seit Einführung keine 16000 Würfe gemacht wurden.

Fazit: Mathematische Berechnungen machen imho in jedem Fall Sinn, und nur weil eine Regel in einem Regelwerk steht, heißt das nicht, dass sie gut ist.

Dein Beispiel beweist eher das Gegenteil: die mathematische Berechnung hatte null Auswirkung auf den Ausgang der Situation. Auch wenn man den Spielern sagt "Ist OK, das passiert eigentlich nur in 0,01% der Fälle" ändert das nichts an der Spielrealität.

@GK: Leider gibt es keine exakten W10 (kann es gar nicht geben). Und exakte Würfel ändern nichts an einer unexakten Unterlage, Variationen beim Werfen (es sei denn jemand konstruiert einen Roboterarm mit integriertem Würfelbecher, welcher immer diesselbe bewegung macht), der Position der Würfel im Würfelbecher (und damit meine ich nicht "die 6 liegt immer oben", sondern die ganz normalen, unbewussten, Muster) usw. usf.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2014 | 16:07
@GK: Leider gibt es keine exakten W10 (kann es gar nicht geben).

Der W10 ist kein platonischer Körper, aber exakte W10, also 10-Flächner, bei denen theoretisch beim zufälligen Werfen jede Seite mit gleicher Wahrscheinlichkeit oben landet, gibt es.
</klugscheiss>
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2014 | 16:32
Dein Beispiel beweist eher das Gegenteil: die mathematische Berechnung hatte null Auswirkung auf den Ausgang der Situation.
Bei mathematischen Berechnungen geht es nicht nur um den Erwartungswert sondern auch um Standardabweichungen und um Konfidenzintervalle.

Es sind hauptsächlich die Nicht-Mathematiker, die statistische Aussagen auf Erwartungswerte reduzieren, ohne Standardabweichungen oder Konfidenzintervalle zu beachten.

Mache also bitte nicht die Mathematik für die Fehler der Nicht-Mathematiker verantwortlich.

Zitat
Leider gibt es keine exakten W10 (kann es gar nicht geben). Und exakte Würfel ändern nichts an einer unexakten Unterlage, Variationen beim Werfen (es sei denn jemand konstruiert einen Roboterarm mit integriertem Würfelbecher, welcher immer diesselbe bewegung macht), der Position der Würfel im Würfelbecher (und damit meine ich nicht "die 6 liegt immer oben", sondern die ganz normalen, unbewussten, Muster) usw. usf.
Zum ersten Satz hat Pyromancer ja bereits was gesagt.

Zu den restlichen Punkten: Diese Faktoren beeinflussen zwar das einzelne konkrete Würfelergebnis. Aber sie haben keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten bzw. den Erwartungswert.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Greifenklaue am 17.12.2014 | 18:16
@GK: Leider gibt es keine exakten W10 (kann es gar nicht geben). Und exakte Würfel ändern nichts an einer unexakten Unterlage, Variationen beim Werfen (es sei denn jemand konstruiert einen Roboterarm mit integriertem Würfelbecher, welcher immer diesselbe bewegung macht), der Position der Würfel im Würfelbecher (und damit meine ich nicht "die 6 liegt immer oben", sondern die ganz normalen, unbewussten, Muster) usw. usf.
Du meinst kein W10 als platonischen Körper, denk ich. Ähh, siehe Pyromancer.

Aber darum geht es ja in dem Video nicht, da geht es um die Herstellung von Würfeln ohne typische Qualitätsmängel (wie Nasen). Einfach mal angucken - es ist schon beeindruckend, wenn er da 20 W20 stapelt und die untereinander eine Abweichung von bis zu einer Würfelhöhe haben.

(Praktisch gesehen, hat das aber keine große Relevanz beim RPG, andererseits z.B. für Casinowürfel wichtig, aber da gibt es ja nur W6 ...)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 17.12.2014 | 18:53
Wenn die Videos nicht privat wären...
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: YY am 17.12.2014 | 20:07
Wir würfeln immer gegen einen ZW4 und es gibt immer irgendwelche Modifikatoren die das Ergebnis verändern, sofern man mit einem Bennie nicht sowieso den Wurf wiederholt.

In der Sache hast du ja Recht, aber das hier ist dann weniger zielführend.

Es spielt keine Rolle, ob der ZW4 fest ist und man Modifikatoren einrechnet oder ob man den ZW rechnerisch verändert - die Zahl, die man würfeln muss, bleibt die selbe.

Und wenn man einen solchen Wurf wiederholt, ist die verschobene Wahrscheinlichkeit nicht auf einmal egal, sondern wird sogar relevanter.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Greifenklaue am 17.12.2014 | 20:39
Wenn die Videos nicht privat wären...

Ach, doof. Das hat er dann wohl mal umgestellt - das ist wirklich faszinierend, wenn man sich dafür interessiert.

Ich verlinke mal für alle Interessierten den englischen Wiki-Artikel (http://en.wikipedia.org/wiki/Lou_Zocchi), mit dem sollte es klappen ;)

So, das sollte dann aber auch zu dem Thema Würfelfertigung genügen ^^
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Bluecaspar am 17.12.2014 | 21:07
Wer sich bei der Erhöhung seiner Eigenschaften hiervon beeinflussen lässt, verkennt völlig, das dadurch seine Kompetenz insgesamt steigt und man in der Praxis nie andauernd gegen den gleichen Wert anwürfelt - insbesondere nicht den "problematischen Bereich". Wir würfeln immer gegen einen ZW4 und es gibt immer irgendwelche Modifikatoren die das Ergebnis verändern, sofern man mit einem Bennie nicht sowieso den Wurf wiederholt.

Ja, das trifft denke ich mal die Worte nach denen ich gesucht habe.

So ganz lässt sich das Problem wohl nie aus der Welt schaffen lassen aber bei welchen Regelsystem ist denn schon alles toll. Savage Worlds ist zwar mein Lieblings-System, aber dieser "Dorn" hat mich schon ein wenig gestochen bzw. gestört. Ich hab hier aber jetzt eine Menge Agrumente und auch ein paar neue Ideen mitgenommen. Danke für die rege Beteiligung.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 28.12.2014 | 10:56
Es sind hauptsächlich die Nicht-Mathematiker, die statistische Aussagen auf Erwartungswerte reduzieren, ohne Standardabweichungen oder Konfidenzintervalle zu beachten.

Natürlich geht es hier um (deskriptiv) statistische Erwartungswerte. Und diese können erwiesenermaßen auch gewonnen werden, wenn gar keine keine mathematischen Wahrscheinlichkeiten erkennbar sind.


Zitat
Zu den restlichen Punkten: Diese Faktoren beeinflussen zwar das einzelne konkrete Würfelergebnis. Aber sie haben keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten bzw. den Erwartungswert.

Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerte sind NICHT dasselbe.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 29.12.2014 | 15:24
@ alexandro
Wenn ich mir den ersten Post durchlese, erscheint es mir, als ging es eher um analytische Statistik als um deskriptive Statistik. Ist ja auch irgendwie logisch: Inwiefern hilft mir deskriptive Statistik beim Rollenspiel? Analytische Statistik dagegen ist sinnvoll: Ich möchte wissen, wie wahrscheinlich ich die Probe schaffe. Ich möchte wissen, mit wievielen kritischen Erfolgen ich an einem Spielabend so rechnen muss (Konfidenzintervall).

Und klar, man kann deskriptive Statistik betreiben und ihre Werte ausrechnen. Aber das heißt noch lange nicht, dass es hier sinnvoll ist.

In einem Punkt stimme ich dir aber zu:
Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerte sind NICHT dasselbe.
100%-Zustimmung. Und dem Eröffnungsposter ging es um Wahrscheinlichkeiten und nicht um Erwartungswerte.

Und zu den Punkten, die du angeführt hattest: Diese beeinflussen nunmal weder die Wahrscheinlichkeiten noch die Erwartungswerte.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 29.12.2014 | 23:07
Da unterscheiden wir uns. Ich brauche nicht zu wissen, mit wievielen Erfolgen/Misserfolgen ich an einem Spielabend rechnen muss. Im Gegenteil: dieses Wissen würde mir einen guten Teil der Immersion rauben, es würde sich anfühlen wie "ein Spiel", in dem man halt zwischen spielerischen Optionen abwägt. Ich brauche ein paar Unwägbarkeiten und Spannungen, so wie beim Ausgang eines Fußballspiels, bei Wahlen und all die anderen Dingen, welche sich nicht exakt berechnen lassen.

Das heißt keineswegs, dass diese Dinge beliebig sind: selbst wenn sie keine Berechnungsgrundlage besitzen oder ihre mathematischen Wahrscheinlichkeiten lassen sich stochastische Muster erkennen (u.a. wie du schon erkannt hast: durch deskriptive Statistik, aber selbst ohne diese lassen sich ein paar intelligente Beobachtungen machen) und aus diesen bestimmte Verhaltensweisen ableiten. Diese Verhaltensweisen kommen aber nicht aus der sterilen Game Engine (und einer theoretisch unendlichen hohen Zahl von Probewürfen), sondern aus dem tatsächlichen Spielgeschehen und dem, was sich im Spiel bewährt hat. Deswegen haben diese für mich wesentlich mehr Relevanz für meine Darstellung der Spielfigur und das Einfühlen in die Spielwelt, als der (zum Scheitern verurteilte) Versuch, die mathematischen Wahrscheinlichkeiten komplexer Sachzusammenhänge zu ermitteln* und dann auch noch mit einem (wie auch immer gearteten) Würfelmechanismus zu verknüpfen.

Brauche ich nicht. Mir reicht der unparteiische König Zufall - ob dieser Regeln folgt (und wenn ja: welchen) finde ich dann schon selber raus.

*Die Systeme welche dies machen, nehmen einfach die Ergebnisse verschiedener Feldforschungen der deskriptiven Statistik und versuchen sich daraus ein wahrscheinlichkeitstheoretischen Modell zu stricken, was generell eine schlechte Idee ist.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Slayn am 29.12.2014 | 23:28
Ich denke, das ist eine Frage wie man sich Kompetenz vorstellt und welch Erwartungshaltung man daraus zieht. Insofern sind statische Boni besser geeignet das darzustellen als einfach "größere" Würfel. Ein d6+2 ist somit besser als ein d8, gerade weil die Chance den mindest DC zu erreichen somit besser ist.
Explodierende Würfel sind also gut darin "Glück" oder "Schicksal" darzustellen, aber echter Dreck wenn es um konkretes und solides Können geht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 29.12.2014 | 23:36
Würfel sind generell Dreck, wenn es darum geht solides Können darzustellen. Solche Performanzschwankungen kommen in der Realität, unter kontrollierten Bedingungen, praktisch nicht vor (je größer die Spanne der Würfelergebnisse, desto unglaubwürdiger wird es, aber schon 1-20 oder auch nur 3-18, kombiniert mit Performanzmodifikatoren welche deutlich über/unter den Extremen dieser Würfel liegen, produzieren schonmal ziemlich clownesque Ergebnisse).
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Slayn am 29.12.2014 | 23:48
Würfel sind generell Dreck, wenn es darum geht solides Können darzustellen. Solche Performanzschwankungen kommen in der Realität, unter kontrollierten Bedingungen, praktisch nicht vor (je größer die Spanne der Würfelergebnisse, desto unglaubwürdiger wird es, aber schon 1-20 oder auch nur 3-18, kombiniert mit Performanzmodifikatoren welche deutlich über/unter den Extremen dieser Würfel liegen, produzieren schonmal ziemlich clownesque Ergebnisse).

Ich würde das so nicht unterschreiben, dafür hängt es zu sehr am System und wie das aufgestellt ist ab.

Kennst du z.B. das alte Alternity System, besonders wie dort Skill Checks und Risk Dice laufen? Das ist ein d20 "Roll Under" System, bei dem man unter einen bestimmten Wert würfeln muss, dabei aber geschaut wird wie das "Margin of Success" läuft.
Sagen wir mal, dein Charakter hat einen Dex-Wert von 16, wir benutzen einen Dex-basierten Skill der einen Bonus von +2 hat. Also musst du mit einem d20 unter 18 würfeln, was eine überschaubare Fehlschlagchance von 10% hat.
Die Margins of Success hier wären dann 50% und 25%, also unter 9 und unter 4 für Gut und Herausragend.

Jetzt gibt es aber den "Risk Die", der angibt wie schwer eine Sache ist. "Normal" ist ein d6, also würfelt man d20 _minus_ d6 um zu schauen was dabei herauskommt. Beachte die Angaben weiter Oben und wie sich diese dann verschieben.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 30.12.2014 | 01:08
Kenne ich. Kann man so machen.

Mein Problem ist dann immer: wenn ich einen Wert von 12 habe und würfele eine 13+, was ist da gerade passiert? Ich kann es ja nicht auf ungünstige Umstände schieben (die werden ja separat abgebildet), sondern mein Charakter hat diese Probe aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten (oder eines Mangels derselben) verkackt. Beim ersten Mal ist es noch erklärbar: er besitzt vielleicht die generelle Befähigung, ist aber halt mit der konkreten Situation nicht vertraut genug, um diese nutzbringend anwenden zu können - wobei sich die Frage stellt, warum das nicht in Form eines Situation Die dargestellt wird, wenn durch alle anderen Situationsmerkmale so abgebildet werden - spätestens wenn sich die Situation wiederholt gibt es aber Probleme.

Dieses "Fass Würmer" möchte ich lieber nicht aufmachen, denn es ist bodenlos. Dahe mag ich die zu feingranulierte Justierung von Charakterkompetenz/Situationsmodifikatoren nicht besonders: in letzter Konsequenz könnte man da das Würfeln einfach weglassen und stattdessen die Boni/Mali aufaddieren und den Ausgang der Situation nach diesem Ergebnis entscheiden.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 30.12.2014 | 08:40
Was man ja auch tut. Gewürfelt wird nur in Situationen die Zeitkritisch sind bzw. wo der Charakter scheitern kann.
Situationen, die man öfters durchlebt hat, geben einem einen positiven Modifikator etwa durch Talente, wenn nicht durch höhere Würfel.

Ja, das ist nicht plausibel, aber wir reden hier von einem Spiel und da zählen wegen der Spielbarkeit (und Abwicklungsgeschwindigkeit) andere Kriterien.
Da reichen mir die Würfel als Kompetenzstufen, sowie die Wild Die und Bennies als "Heldenbonus" aus.

Schließlich geht es ja im Spiel darum die Charaktere in Extremsituationen, nicht bei Allerweltskram darzustellen.

Aber das hat nichts mit dem zwar errechenbaren, aber im praktischen Spiel nicht erfahrbaren Knick in den Erfolgsschancen zu tun.
 :btt:
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Dark_Tigger am 2.01.2015 | 18:55
Ich denke, das ist eine Frage wie man sich Kompetenz vorstellt und welch Erwartungshaltung man daraus zieht. Insofern sind statische Boni besser geeignet das darzustellen als einfach "größere" Würfel. Ein d6+2 ist somit besser als ein d8, gerade weil die Chance den mindest DC zu erreichen somit besser ist.
Zu dem ganzen Thema kannst du SEITENWEISE Ausführungen eines gewissen gesperrten BENUTZERS im ARCHIV durchlesen.;)

Im Kurzen: Es gibt einen Grund dafür das Edges dir Flache Boni bieten, und das Skills steigern in meiner Runde wirklich selten ist.

@OP
Pyromancer hat es schon gesagt, aber man kann es nicht genug betonen:
Steigerungen zu erreichen hilft fast immer. Und ZW6 mag mit dem w4 leichter zu erreichen sein als mit dem w6, ZW10 aber schon nicht mehr, dass wäre aber die Steigerung.
Der "Vorteil" durch den W4 schrumpft also noch weiter zusammen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 03:18
Das verlagert das Problem doch aber nur:

Sagen wir, Grundzielwert ist 6. Das heißt, Steigerung ist bei 10.
Dann kann man dies mit dem W8 leichter erreichen als mit dem W10.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Jeordam am 3.01.2015 | 14:44
Dafür den normalen Erfolg nicht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 15:08
Die Frage ist halt: Was ist wichtiger: Der normale Erfolg oder der Zielwert?

Wenn du sagst, der normale Erfolg ist wichtiger: Dann lässt sich dieser mit dem W4 leichter erreichen als mit dem W6.
Wenn du sagst, die Steigerung ist wichtiger: Dann lässt sich diese mit dem W8 leichter erreichen als mit dem W10.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Jeordam am 3.01.2015 | 15:14
Beides ist wichtig. Unter anderem deswegen spielt dieser kleine Schluckauf in einer ziemlich seltenen Spezialsituation auch keine Rolle.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 15:21
Die Frage war nicht, was wichtig ist. Die Frage war, was wichtiger ist.

Und mag sein, dass es für dich keine Rolle spielt. Das ändert aber nichts daran, dass es für mich eine Rolle spielt. Und es scheint auch, dass ich nicht der einzige bin, den das stört, und dass sich andere ebenfalls daran stören.

Ob es eine Rolle spielt oder nicht, mag subjektiv sein. Aber objektiv bleibt festzuhalten, dass dort ein Knick in den Wahrscheinlichkeiten ist.

Btw, ich würde den Zielwert 6 jetzt übrigens nicht als selten ansehen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Horatio am 3.01.2015 | 15:30
Bei uns wurde einfach eingeführt, dass man in dieser Situation (also MW von Erfolg oder Steigerung = Anzahl der Würfelseiten) nach Belieben einfach mit der um eins niedrigeren Würfelstufe werfen darf. Kam sehr selten vor, hatte aber zumindest ich zumindest bei den kritischen Würfen im Hinterkopf :P.

Damit ist die höhere Würfelstufe nie unterlegen und darum geht es in meinen Augen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 15:38
Genau das hatte ich ja bereits hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1913512.html#msg1913512) ganz am Anfang des Threads vorgeschlagen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 3.01.2015 | 16:03
Und es ist immer noch eine unnötige Spielbremse...

Übrigens gibt es keinen ZW6, sondern einen Wurf gegen ZW4 mit einem Modifikator von -2. Ein kleiner Unterschied, aber ein merklicher.

Nur bei Schadenwürfen und bei vergleichenden Würfen würfelt man mal gegen eine 6 direkt (oder 8 oder 10 oder 12 oder 14, jenachdem was für Würfel ich einsetze).
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: YY am 3.01.2015 | 16:07
Übrigens gibt es keinen ZW6, sondern einen Wurf gegen ZW4 mit einem Modifikator von -2. Ein kleiner Unterschied, aber ein merklicher.

Bleibt sich aber rechnerisch gleich und ZW6 schreibt sich i.d.R. weniger umständlich.

Ich finde die "RAW"-Formulierung ziemlich kontraintuitiv und rechne auch in der Spielpraxis nicht so, weil es ein Schritt mehr ist.

Solange jeder weiß, was gemeint ist...
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 3.01.2015 | 16:17
Rein rechnerisch zwar richtig, aber es bleibt trotzdem falsch, weil kein negatives Ergebnis erzielt werden kann und nicht alle Modifikatoren verrechnet werden dürfen.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 16:20
Und es ist immer noch eine unnötige Spielbremse...
Inwiefern?
Da steht, du darfst.

Das heißt, wenn du deinen Würfel nicht ändern willst, darfst du ihn beibehalten. Inwiefern ist das jetzt eine Spielbremse?

Zitat
Übrigens gibt es keinen ZW6, sondern einen Wurf gegen ZW4 mit einem Modifikator von -2. Ein kleiner Unterschied, aber ein merklicher.
1) OK, du hast meine offizielle Erlaubnis, alle meine obigen Posts dementsprechend umzuschreiben. (Schicke mir die korrigierten Texte einfach per PM und ich editiere sie dann in meine entpsrechenden Posts.)

2) Inwiefern ist das ein merklicher Unterschied? Nenne mir eine Spielsituation, in der es einen Unterschied macht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: YY am 3.01.2015 | 16:24
weil kein negatives Ergebnis erzielt werden kann und nicht alle Modifikatoren verrechnet werden dürfen.

Hast du für beides Beispiele, wo das relevant ist?

(Und habe ich das schon mal gefragt oder hab ich grad ein Déjà-vu?)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Jeordam am 3.01.2015 | 16:32
2) Inwiefern ist das ein merklicher Unterschied? Nenne mir eine Spielsituation, in der es einen Unterschied macht.
Würfe auf die Ausser-Gefechts-Tabelle. "1 und weniger" ist mit -3 gegen Zielwert 4 doch deutlich häufiger als gegen Zielwert 7.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: YY am 3.01.2015 | 16:40
Da hat man dann aber auch einen Rechenschritt unterschlagen - wenn man den Modifikator umdreht und auf den ZW rechnet, muss er auch zum Vergleichswert addiert werden.

Aber ja, das ist eine Stelle, wo ich es auch für fummeliger halte.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 3.01.2015 | 16:49
Wenn du den Unterschied nicht verstanden hast, dann ist kein Wunder das du deine Fallentscheidungslösung vom Beginn als besser erachtest. Eine Intervallbetrachtung ob ich darf oder nicht ist immer aufwändiger als die simple Addition oder Subtraktion. Das ist ein Fakt aus jahrelanger Spielpraxis.

Gegen die Werte 4, 8, 12 etc zu würfeln ist außerdem um einiges leichter zu merken und vorallem zu behalten. Es macht auch das Handling von Situationen einfacher, wo etwa "gleiche" Modifikatoren nich additiv sind (etwa durch gleiche Rüstungen oder Berufstalente), sondern nur der bessere von beiden gilt. Oder bei vergleichenden Würfen, wo ein Abzug der einen Partei nicht gleichzeitig einen Bonus für die andere bedeutet - auch wenn es rechnerisch darauf hinausläuft.

Nimm es einfach zur Kenntnis, daß der "Knick" bei 6 für einen W4, bei 8 für einen W6 bis 14 für einen W12 zwar rechnerisch erkennbar ist, aber keinerlei Relevanz im Spiel hat. Mag es dir noch soviel Magengrimmen verursachen.

Er ist nicht relevant!
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 17:29
@ Kardohan
Wenn du nicht verstehst, dass es keinen Unterschied gibt, ist es kein Wunder, dass du regelmäßig auf einen Unterschied beharrst, wo keiner ist.

Und wie es leichter zu rechnen ist, ist hier im Thread doch vollkommen egal. Relevant ist nur, wie es leichter aufzuschreiben ist.

Und "ZW 6" ist nunmal leichter aufzuschreiben als "ZW 4 mit einem Modifikator von -2".
Beides bedeutet exakt das Selbe. Der Unterschied ist nur: Eines kann man leichter hier im Thread hinschreiben. Das andere bläht den Satz nur unnötig auf. - Wie man es dann nachher im eigentlichen Spiel rechnet, ist hier doch erstmal vollkommen egal.

Wir können gerne einen neuen Thread aufmachen mit dem Titel: "Tipps zum möglichst schnellen Kopfrechnen".
Aber hier für diesen Thread ist es ohne Belang. Hier ist nur wichtig: Egal, ob man nun leicht oder kompliziert rechnet, es kommt in beiden Fällen das gleiche Ergebnis heraus.

Und du darfst in deinen Posts gerne weiterhin "ZW 4 mit einem Modifikator von -2" schreiben. Diese Aussage ist absolut richtig. Aber ich werde weiterhin "ZW 6" schreiben. Denn diese Aussage ist genau so richtig. (Vollkommen unabhängig davon, wie ich es dann tatsächlich rechne.)

Zitat
Nimm es einfach zur Kenntnis, daß der "Knick" bei 6 für einen W4, bei 8 für einen W6 bis 14 für einen W12 zwar rechnerisch erkennbar ist, aber keinerlei Relevanz im Spiel hat. Mag es dir noch soviel Magengrimmen verursachen.
LOL, du reitest hier auf einen angeblichen Unterschied rum, der in Wirklichkeit keiner ist: "ZW 6" vs. "ZW 4 mit einem Modifikator von -2".

Aber einen tatsächlichen Unterschied, der rechnerisch erkennbar ist, wird mal so eben als "keinerlei Relevanz im Spiel" abgetan.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 3.01.2015 | 17:30
Die Frage ist halt: Was ist wichtiger: Der normale Erfolg oder der Zielwert?

Wenn du sagst, der normale Erfolg ist wichtiger: Dann lässt sich dieser mit dem W4 leichter erreichen als mit dem W6.
Wenn du sagst, die Steigerung ist wichtiger: Dann lässt sich diese mit dem W8 leichter erreichen als mit dem W10.

Damit auch du es verstehst:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

 ~;D

P.S.:
Zitat
LOL, du reitest hier auf einen angeblichen Unterschied rum, der in Wirklichkeit keiner ist: "ZW 6" vs. "ZW 4 mit einem Modifikator von -2".
Als Mathematiker müsstest du eigentlich den Unterschied zwischen "die Würfel generieren positive, natürliche Zahlen" und "die Würfel generieren positive, natürliche Zahlen, sowie Null und negative natürliche Zahlen in Höhe des negativen Modifikators+1" erkennen. Ins Negative abzurutschen hat nämlich z.T. einen recht deutlichen Spieleffekt, welcher sich von "ZW nicht erreicht" unterscheidet.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 17:54
Ehrlich gesagt verstehe ich deine Gleichung überhaupt nicht. Vielleicht könntest du noch dazu schreiben, was die einzelnen Variablen bedeuten.

Und die Würfel selber generieren immer nur postive, natürliche Zahlen. Um was es hier geht, ist der Vergleich mit dem Zielwert.
Und als Mathematiker kenne ich folgende Äquivalenz:

Wurf - Mod < 4 =: Zielwert1
<=> Wurf < 4+Mod =:Zielwert2

Beide Gleichungen sind äquivalent.

Btw, nenne mir bitte recht deutliche Spieleffekte, welche dadurch entstehen, dass man ins negative abrutscht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Draig-Athar am 3.01.2015 | 18:14
Übrigens gibt es keinen ZW6, sondern einen Wurf gegen ZW4 mit einem Modifikator von -2. Ein kleiner Unterschied, aber ein merklicher.

Nur bei Schadenwürfen und bei vergleichenden Würfen würfelt man mal gegen eine 6 direkt (oder 8 oder 10 oder 12 oder 14, jenachdem was für Würfel ich einsetze).

Wie sieht es mit Angriffswürfen gegen die Parade aus? (Ist eine ernstgemeinte Frage, ich kenne die neueste Edition nicht mehr)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 3.01.2015 | 18:29
Jupp, wäre bei Parade mit 6 auch so.

Auch wenn etwas mathematisch äquivalent ist, bedeutet es immer noch nicht das Selbe. Eine schwierigere Gesamtsituation (Erhöhung auf ZW6) bedeutet nicht das es mir schwerer fällt die Grundschwierigkeit zu erreichen (Abzug von -2 auf ZW4).

Aber es ist müssig darüber zu diskutieren, denn die Praxis zeigt, daß die Auswirkung dieses "Knicks" sich in der Spielrealität schlicht und einfach nicht niederschlägt. Da kann man seinen Mathematiker noch so weit raushängen lassen, denn die Erfahrung des Physikers, Mathematikers und Informatikers sind eine andere.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Skeeve am 3.01.2015 | 19:45
Btw, nenne mir bitte recht deutliche Spieleffekte, welche dadurch entstehen, dass man ins negative abrutscht.

Gentleman
Edition
revised
Gentleman
Edition
Absturz (mit Sturzschaden) oder kein Fortschritt beim Klettern+
bewusstlos oder angeschlagen beim Seelenopfer++
sterben oder permanente Verletzung und ausbluten auf der Ausser Gefecht-Tabelle+
zusätzliche Wunden durch Heilen(optional)+
sterben oder ausbluten auf alternativer Ausser Gefecht-Tabelle(optional)+
sterben oder noch nicht sterben durch lnagfrsitige, stark degenerierende Krankheiten+
geordneter Rückzug oder wilde Flucht beim Massenkampf++
Flaute oder wenig Fortschritt beim Reisen auf segelschiffen+
kein Fortschritt oder Fahrzeug ausser Kontrolle bei linearer Verfolgungsjagd++

das war jetzt das was ich mit der Formulierung "1 oder weniger" bzw. "1 oder niedriger" finden konnte.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 20:15
@ Kardohan
Irgendwie verstehe ich deinen Post nicht. Erst schreibst du einen ganzen Absatz über X.

Und dann schreibst du:
"Aber es ist müßig, über X zu diskutieren, weil Y irrelevant ist."

Mit X = Unterschied zwischen "Modifikation des Würfelwurfes" vs. "Modifikation des Zielwertes".
Und Y = Knick in den Wahrscheinlichkeiten, die Probe zu schaffen.

Dir ist schon klar, dass X und Y nichts miteinander zu tun haben?

Wo ich dir zustimmen würde, falls du geschrieben hättest:
"Aber es ist müßig, über X zu reden, weil es in diesem Thread hier um Y geht."
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 3.01.2015 | 21:54
Wo ich dir zustimmen würde, falls du geschrieben hättest:
"Aber es ist müßig, über X zu reden, weil es in diesem Thread hier um Y geht."

Das habe ich doch.

Es begann ein neuer Absatz und darin habe ich den Schwenk zurück aufs OT gemacht. Zu kompliziert?
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 22:20
Naja, wie ein Schwenk ließt es sich nicht. Aber OK, falls du das als Schwenk gemeint hast.

In der Spielrealität schlägt sich der "Knick" durchaus nieder. Hier merkt man durchaus, wenn man häufig genug würfelt, dass man mit Steigerung die Probe seltener schafft als ohne Steigerung.

Und auch bei seltenen Würfen stört das Wissen, dass man plötzlich eine geringere Wahrscheinlichkeit hat: Stelle dir vor, du hast eine Fertigkeit von W10 auf W12 gesteigert. Jetzt stellt ihr beim Spielen aber fest, dass ihr alle euren W12 zu Hause vergessen habt. - Klar, du kannst auch mit dem W10 würfeln. Und klar, die Wahrscheinlichkeiten unterscheiden sich nur minimal. Aber trotzdem würde es dich wahrscheinlich stören, wenn wegen dem vergessenen W12, deine Probe nur mit W10 würfeln kannst (obwohl dir eigentlich der W12 zustände). - Und hier haben wir "nur" eine fehlende Verbesserung der Wahrscheinlichkeit. Eine Verschlechterung der Wahrscheinlichkeit ist nochmal übler.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 3.01.2015 | 22:26
In der Spielrealität schlägt sich der "Knick" durchaus nieder. Hier merkt man durchaus, wenn man nahezu unendlich oft unter nahezu idealen Bedingungen würfelt, dass man mit Steigerung die Probe seltener schafft als ohne Steigerung.

Fixed your post.

Warum es sich in der Spielrealität nicht wiederspiegelt (was sich durch deskriptive Statistik auch feststellen ließe), habe ich hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1917877.html#msg1917877) schonmal dargelegt.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 22:45
Warum es sich in der Spielrealität nicht wiederspiegelt (was sich durch deskriptive analytische Statistik auch feststellen ließe), habe ich nicht dargelegt.
Fixed your post! (Du hattest das Wörtchen "nicht" an der falschen Stelle platziert und "deskriptiv" mit "analytisch" vertauscht)

Warum deine Ausführungen fehlerhaft waren, habe ich hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1914131.html#msg1914131) festgestellt. Und der Hinweis, dass es sich durch analytische Statistik  feststellen lässt, habe ich dort auch schonmal getroffen.

Aber auch interessant, wie du dir selber widersprichst:
Hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1914108.html#msg1914108) sagtest du noch, dass mathematische Berechnungen sinnlos seien. Und jetzt sagst du plötzlich, dass deskriptive Statistik doch sinnvoll sei.

Es ist ja vollkommen in Ordnung, wenn man seine Meinung ändert. Aber dann mache dies doch bitte auch so kenntlich.

Aber ich bin neugierig: Wie glaubst du, könnte die deskriptive Statistik widerspiegeln, ob sich eine Änderung der Wahrscheinlichkeiten in der Spielrealität widerspiegelt oder nicht?

Mit der analytischen Statistik könnte man das ganz einfach machen, indem man Konfidenzintervalle ausrechnet. Aber da du ja schon dazu Stellung bezogen hast und dich gegen analytische Statistik ausgesprochen hast, würde mich interessieren: Wie willst du es mit deskriptiver Statistik schaffen? (Ja, du kannst den Erwartungswert ausrechnen. - Und inwiefern hilft einen das jetzt weiter?)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 3.01.2015 | 23:05
Fixed your post! (Du hattest das Wörtchen "nicht" an der falschen Stelle platziert und "deskriptiv" mit "analytisch" vertauscht)
Bisher bist du den Zusammenhang zwischen analytischer Statistik und Spielrealität schuldig geblieben.

Zitat
Warum deine Ausführungen fehlerhaft waren, habe ich hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1914131.html#msg1914131) festgestellt. Und der Hinweis, dass es sich durch analytische Statistik  feststellen lässt, habe ich dort auch schonmal getroffen
Da stellst du nur etwas über die Spielregeln fest, NICHT über die Spielrealität. Darauf bin ich (in meiner Erwiderung zu deinem Post) auch eingegangen.

Zitat
Aber auch interessant, wie du dir selber widersprichst:
Hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91958.msg1914108.html#msg1914108) sagtest du noch, dass mathematische Berechnungen sinnlos seien. Und jetzt sagst du plötzlich, dass deskriptive Statistik doch sinnvoll sei.
Dort habe ich über die Sinnlosigkeit von a priori-Berechnungen gesprochen. Dazu stehe ich weiterhin.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.01.2015 | 23:44
Bisher bist du den Zusammenhang zwischen analytischer Statistik und Spielrealität schuldig geblieben.
Und bisher bist du den Zusammenhang zwischen deskriptiver Statistik und Spielrealität schuldig geblieben.

Aber ich mache mal den Anfang:
Der Zusammenhang ist folgender: Mit analytischer Statistik kann ich ein Konfidenzintervall ausrechnen. Zum Beispiel ergibt sich beim W6, dass bei 100 Würfen mit 99% Wahrscheinlichkeit mind. 64 Erfolge und maximal 86 Erfolge erzielt werden. (Der SC hat sowohl die Fertigkeit als auch den WildDie bei W6.) Das 99%-Konfidenzintervall ist also [75%-11% ; 75+11%].

Dies wird das Intervall sein, in dem der Spieler sehr wahrscheinlich am Ende des Abends landen wird.

Und jetzt würde mich der Zusammenhang zwischen Spielrealität und deskriptiver Statistik interessieren.

Zitat
Da stellst du nur etwas über die Spielregeln fest, NICHT über die Spielrealität.
Nein, ich sage auch etwas über die Spielrealität: Nämlich dass es vollkommen egal ist, ob die Unterlage nun glatt oder rau ist oder ob man mit dem eigenen Arm oder mit einem Roboterarm würfelt etc.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 4.01.2015 | 03:38
Aber ich mache mal den Anfang:
Der Zusammenhang ist folgender: Mit analytischer Statistik kann ich ein Konfidenzintervall ausrechnen. Zum Beispiel ergibt sich beim W6, dass bei 100 Würfen mit 99% Wahrscheinlichkeit mind. 64 Erfolge und maximal 86 Erfolge erzielt werden. (Der SC hat sowohl die Fertigkeit als auch den WildDie bei W6.) Das 99%-Konfidenzintervall ist also [75%-11% ; 75+11%].

Dies wird das Intervall sein, in dem der Spieler sehr wahrscheinlich am Ende des Abends landen wird.

Du machst 100 Würfe pro Spielabend? Ich denke wir haben eine unterschiedliche Vorstellung von Spielpraxis. Und dass diese Intervalle von einem durchschnittlichen Spielabend idR nicht erfüllt werden (weil da eben keine saubere Verteilung von Würfelstufen, Modifikatoren und auch nur der Anzahl der erforderlichen Würfe vorliegt) zeugt von der Nutzlosigkeit der analytischen Statistik für diese Zwecke. Zeige mir deine Konfidenzintervalle für SW und ich zeige dir mindestens ein Dutzend YT-Let's plays, wo die gesamte Runde am Ende der Session außerhalb der von dir "berechneten" Intervalle liegt.

Zitat
Und jetzt würde mich der Zusammenhang zwischen Spielrealität und deskriptiver Statistik interessieren.
Das Verhalten von Würfeln und Spielteilnehmern erlaubt die Erstellung von statischen Modellen. Anhand dieser Modelle kann man Parameter, welche die Zusammenhänge von Lage und Streuung der Spielereignisse berücksichtigen (u.a. auch "Wann wurde jetzt auf was gewürfelt?", was bei der analytischen Statistik komplett außen vor bleibt). Anhand dieser Parameter kann man rationale Strategien ableiten, nach denen man mit dem Spiel umgehen kann. Es erlaubt keine Kontrolle über das Spiel, keine Vorhersage wie bestimmte Konfidenzintervalle ausfallen mögen, dafür decken diese Strategien die abgrenzenden Parameter des Spiels ab und versuchen nicht (wie bei der analytischen Statistik) auf jeden möglichen Fall einzugehen.

Dein Problem (und das generelle Problem der analytischen Statistik, wenn sie versucht Spiele, wie Poker oder Schach, zu beschreiben  - und dabei scheitert) sind die fehlenden Fixpunkte (bzw. die fehlende Grundgesamtheit in den Spielregeln) in diesem Modell. Du kannst nicht einfach sagen "Erhöhungen sind wichtiger als normale Erfolge" oder "die Würfe mit dem W6 sind wichtiger" oder "wir untersuchen jetzt nur die Wahrscheinlichkeit auf ein Full House" - so funktionieren Spiele nun einmal nicht.

Und... bisher haben wir eigentlich nur über Spielpraxis geredet. Das, was ich meinte (Spielrealität) kommt eigentlich erst danach: wenn man das Spiel(praxis)verhalten in konkrete Spielinhalte umsetzt und damit zur Fiktion beiträgt.

Bei der deskriptiven Statistik kann man entscheiden, ob eine bestimmte Vorgehensweise, bezogen auf die Spielsituation, eine "gute" oder "schlechte" Idee - anhand den gewonnenen Ergebnissen über Lage, Streuung und Korrelation der möglichen Ergebnisse (sowie deren Spielrelevanz) kann man die Konsequenzen einer Handlung recht gut abschätzen.

Die analytische Statistik tut sich da deutlich schwerer: die Wahrscheinlichkeit eines Würfelwurfes zu kennen hilft nicht bei der Bewertung der Bedeutung desselben für die Fiktion. Und zu wissen dass am Ende des Abends alle Würfe in einem bestimmten Konfidenzintervall liegen (selbst wenn sie das nicht wirklich tun), nützt genau nichts, wenn man jetzt gerade den Wurf verpatzt.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Eulenspiegel am 4.01.2015 | 18:33
Ich bin am Anfang auf jeden deiner Punkte einzeln eingegangen. Je mehr ich deinen Post gelesen habe, desto sicherer war ich mir, dass du nicht verstanden hast, um was es hier geht. Daher helfen dir die Einzelantworten auch nicht weiter. Ich habe daher meinen ursprünglichen Beitrag gelöscht und versuche erstmal, das ganze etwas ganzheitlicher zu beantworten, ohne auf jeden Punkt einzeln einzugehen. (Falls du zu einem speziellen Punkt aber eine spezielle Antwort willst, dann frage ruhig nach, dann kann ich sie dir geben.)

1) Der Sinn von Beispielen ist es zum einen, etwas zu veranschaulichen, zum anderen, die prinzipielle Machbarkeit darzustellen. Für das Beispiel ist es nicht notwendig, dass es haargenau deine Eigenschaften am Spieltisch wiedergibt.

Das Beispiel war für 100 Würfelwurfe gerechnet. Aber du kannst es ebenso für 20 Würfelwurfe oder für 200 Würfelwurfe oder eine beliebige andere Zahl berechnen.
Beispiele sollten eigentlich recht simpel sein. Die Verallgemeinerung ("wenn es bei 100 klappt, dann klappt es auch bei 20 oder bei 200") sollte der Leser eigentlich selbst vornehmen können.

2) Du erklärst hier lang und breit, dass man mit Hilfe der deskriptiven Statistik irgendwelche Strategien entwickeln kann. Und das stimmt. Dazu taugt die deskriptive Statistik tatsächlich.
Aber es geht hier nicht um die Frage, ob eine Strategie besonders gut oder schlecht ist. Und auch nicht um die Frage, ob man eine Strategie mit der deskriptiven Statistik entwickeln kann.

Es geht um die Spielrealität. Die Spielrealität hat aber nur wenig etwas mit der optimalen Strategie zu tun:
So klingt das nach einer guten Strategie, wenn ich mit meinem W12 eine Person im Nahkampf stelle, die nur W4 im Nahkampf hat. (Die deskriptive Statistik sagt mir, dass das eine super Strategie ist.) Aber die Spielrealität kann anders aussehen. Es kann durchaus passieren, dass ich mit dem W12 patze und mich der W4-Extra durch ein paar Erhöhungen fertig macht. - Und wenn du wissen willst, wie wahrscheinlich das ist, dann hilft dir die deskriptive Statistik nicht. Dann musst du die analytische Statistik bemühen.

Und ebenso beim "Knick": Du magst mittels deskriptiver Statistik herausfinden können, ob du beim Hindernis mit ZW6 lieber ein W4 oder ein W6 würfeln solltest.* (Sozusagen die Strategie.)
Aber ob es in der Spielrealität letztendlich einen Unterschied macht, für welchen Würfel du dich entschieden hast, das sagt dir die analytische Statistik.

*Die deskriptive Statistik sagt dir übrigens auch, dass der W4 besser ist, wenn es bei ZW6 nur darum geht, nicht zu scheitern.

3) Du hattest vor einigen Posts geschrieben:
"Warum es [der "Knick"] sich in der Spielrealität nicht wiederspiegelt (was sich durch deskriptive Statistik auch feststellen ließe),[...]"
Leider hattest du nicht geschrieben, wie man das mit Hilfe der deskriptiven Statistik feststellen kann. Du hattest eine Menge dazu geschrieben, wieso dir die deskriptive Statistik bei Strategien weiterhilft. Du hattest aber kein einziges Wort dazu verloren, wie dir die deskriptive Statistik dabei hilft, festzustellen, ob sich der "Knick" in der Spielrealität auswirkt oder nicht.

4) Eine Stelle werde ich von dir dennoch zitieren, weil du dich da einfach irrst. Und dieser Irrtum der Grund zu sein scheint, weshalb du die analytische Statistik so unterschätzt:
Und dass diese Intervalle von einem durchschnittlichen Spielabend idR nicht erfüllt werden (weil da eben keine saubere Verteilung von Würfelstufen, Modifikatoren und auch nur der Anzahl der erforderlichen Würfe vorliegt) zeugt von der Nutzlosigkeit der analytischen Statistik für diese Zwecke.
Das ist falsch!
Da das nur ein Beispiel war, habe ich natürlich mit einfachen Werten gerechnet.
Aber für einen konkreten Spielabend würden da natürlich eine saubere Verteilung von Würfelstufen, Modifikatoren und auch die Anzahl der erforderlichen Würfe einfließen.
Und das 99%-Konfidenzintervall wird tatsächlich in 99% alle Fälle (in denen nicht geschummelt wird) erfüllt.

Und die analytische Statistik wird für genau diese Zwecke auch in der Industrie angewendet. (Dort sind es keine Würfelwürfe, die gelingen oder nicht gelingen. Dort sind es Einzelstichproben, die positiv oder negativ ausfallen.)

Mit diesem Wissen im Hinterkopf lese dir nochmal meine letzten beiden Posts durch.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Rentin am 28.01.2015 | 02:43
Servus,

wie geht ihr eigentlich mit dem Umstand um, dass manche Würfelsteigerungen bei manchen Schwierigkeiten keinen Vorteil bei der Erfolgschance bringen (z. B. W4 zu W6 bei einer Schwierigkeit von 6).
Das ist bei uns kein Problem, allerdings ist es bei den Schadenswürfen teilweise schon abartig. Da es hier keine Begrenzung gibt, wie zum Beispiel bei Erfolgsproben (Nicht geschafft, Geschafft, Steigerung), hatten wir schon mehrfach über 50 Punkte Schaden mit Waffen die 2 oder 3 Schadenswürfel benutzen. Schrotflinten sind bei uns auf kurze Entfernung einer Howitzer Kanone gleichzusetzen. Daher überlege ich, die Regel einzuführen, das Schadenswürfel maximal einmal explodieren können.
Das würde allerdings Waffen mit wenigen Schadenswürfeln, wie Messer oder Dolch, stark abschwächen.
Wenn jemand eine Idee hat, wie man das halbwegs fair gestalten kann, nur raus damit.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Kardohan am 28.01.2015 | 06:42
Und? Am Ende kommen doch nur maximal 3 Wunden raus.
Durch eine Kappung machst du es nur schwieriger Kreaturen mit verdammt hoher Robustheit/Panzerung zu knacken.

Ich spiele SW seit über 10 Jahren und so oft kommen selbst beim aktuellen Schadenssystem keine solchen Extremwerte vor, die ja auch noch weggesteckt werden können.

Wenn du ein etwas schwächeres Schadensmodell ausprobieren willst, dann schau im deutschen Regelbuch nach der Fester Schadensbonus anstelle Würfel Regel. Das ist eine bessere Wahl als jegliche Kappung.
.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Jiyu am 28.01.2015 | 15:33
Und? Am Ende kommen doch nur maximal 3 Wunden raus.
Nee, es kann durchaus auch ein toter Charakter bei rauskommen (zig Wunden wegzustecken muss halt auch erstmal klappen, wenn nicht dann Incapacitation-Wurf...).

In der Sache stimme ich aber zu, und insbesondere dies:

Zitat
Durch eine Kappung machst du es nur schwieriger Kreaturen mit verdammt hoher Robustheit/Panzerung zu knacken.

... ist ein sehr wichtiger Hinweis bezüglich der Spielbalance, wenn man am Schaden dreht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Dark_Tigger am 28.01.2015 | 15:52
Warum meckern die Leute eigentlich immer das NSC-Oma+Messer einen Helden Killen kann, und nie das SC-Oma mit Konsti w4+WD, nach 30 Wunden wieder aufstehen kann,
wenn sie nur beim Incap-Wurf mindestens eine 11 Würfelt? :P
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: MadMaex am 28.01.2015 | 16:03
Man kann durchaus mehr als 3 Wunden an Schaden erzeugen, nur der Held erleidet am Ende nie mehr als 3 Wunden, aber beim Schaden wegstecken muss der erzeugte Schaden dennoch weggesteckt werden.

Beispiel:

Schadenswurf: 32
Robustheit: 8
-> Erzeugte Wunden: 6

Schaden wegstecken: <4
-> Erzeugte Wunden: 6, der Held bekommt drei Wunden und ist ausser Gefecht

Schaden wegstecken: 4
-> Erzeugte Wunden: 5, der Held bekommt drei Wunden und ist ausser Gefecht

Schaden wegstecken: 8
-> Erzeugte Wunden: 4, der Held bekommt drei Wunden und ist ausser Gefecht

Schaden wegstecken: 12
-> Erzeugte Wunden: 3, der Held bekommt drei Wunden

Schaden wegstecken: 16
-> Erzeugte Wunden: 2, der Held bekommt zwei Wunden

usw.

Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Dark_Tigger am 28.01.2015 | 16:16
Man kann durchaus mehr als 3 Wunden an Schaden erzeugen, nur der Held erleidet am Ende nie mehr als 3 Wunden, aber beim Schaden wegstecken muss der erzeugte Schaden dennoch weggesteckt werden.
Jop, und dann nimmt man einen Benny mit in den Incap-Wurf und muss > 3  Würfeln um nicht zu sterben und wenn man (wie gesagt) >= 11 würfelt ist man nicht mal außer Gefecht.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: MadMaex am 28.01.2015 | 17:33
Jop, und dann nimmt man einen Benny mit in den Incap-Wurf und muss > 3  Würfeln um nicht zu sterben und wenn man (wie gesagt) >= 11 würfelt ist man nicht mal außer Gefecht.
Ja, okay, klar, das stimmt :)
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: alexandro am 28.01.2015 | 18:17
Warum meckern die Leute eigentlich immer das NSC-Oma+Messer einen Helden Killen kann, und nie das SC-Oma mit Konsti w4+WD, nach 30 Wunden wieder aufstehen kann,
wenn sie nur beim Incap-Wurf mindestens eine 11 Würfelt? :P

Weil das nur Wild Cards können. Ist die Oma ein Extra (also eine stinknormale alte Frau), dann kippt sie bei der ersten Wunde um. Ist sie Pamela Voorhees (http://en.wikipedia.org/wiki/Pamela_Voorhees), dann könnte sie auch bei extremen Schaden nochmal (für den finalen Schocker) aufstehen.  >;D
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: Korig am 28.01.2015 | 19:13
Ja, okay, klar, das stimmt :)

Geht doch seit den Deluxe Regeln nicht mehr so wie ich das in Erinnerung habe.
Titel: Re: Problem mit explodierenden Würfeln
Beitrag von: gunware am 28.01.2015 | 19:30
Weil das nur Wild Cards können. Ist die Oma ein Extra (also eine stinknormale alte Frau),
Meinst Du so eine? https://www.youtube.com/watch?v=uPN3I7Fu36U