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Pen & Paper - Spielsysteme => Weitere Pen & Paper Systeme => Thema gestartet von: Mentor am 12.01.2015 | 22:30

Titel: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Mentor am 12.01.2015 | 22:30
Hab gerade gesehen, dass Fantasy Flight Games eine neue RPG-Reihe am Start hat, rund um Endzeit in diversen Varianten. Den Auftakt machen Zombies, aber dem Homepage-Bild nach kommen auch noch Bände zur Götterdämmerung, Aliens und Roboteraufstand. Weiß wer genaueres?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: sangeet am 13.01.2015 | 09:49
Ich habe mal das FFG Forum gegen gelesen, da wohl einige das System schon haben, wird über D6 Pool System gesprochen, es soll sehr Regelleicht sein,und der Hautpteil des Buches nehmen wohl die Szenarios ein. Viele Eigenschaften scheinen zusammen gefasst zu sein.

Klingt schon mal sehr positiv, ich dachte erst, das FFG die Gelegenheit nutzen wird, nochmal Spezial Würfel an den Mann /Frau zu bringen. (Die ich sehr cool finde.)

Da ich bisher noch kein Endzeit System besitze, werde ich mir das vermutlich mal aus der Nähe ansehen, ich finde es auch cool, das sie gleich mehrere Endzeit Szenarien liefern wollen, und man mit den gleichen Regeln dann unterschiedliche Szenarios bespielen kann. Ich hätte mir allerdings den Regelkern von WHFRPG3 oder EotE gewünscht, das wäre noch am allercoolsten gewesen. (Gut, mit regel arm und D6 kann man auch nicht so viel Falsch machen.)

Die meisten FFG produkte konnten mich bisher sehr überzeugen, da wird auch inhaltlich immer sehr gute Qualität geliefert, d.h. die WHFRPG Abenteuer waren sehr gut, und die ganzen Boardgames sind imho auch wirklich top notch,
würde mich wundern wenn sie sowas in den Sand setzen. (Ich bestelle es vor.)

Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Galotta am 13.01.2015 | 09:59
wird es die Bände auch als PDFs geben? Oder nur auf Papier?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: sangeet am 13.01.2015 | 10:28
Hmm, würde mich auch interessieren, hoffen wir mal das PDF's nicht so restriktiv gehandelt werden. Hier noch ein review:

https://www.reddit.com/r/rpg/comments/2rimih/review_the_end_of_the_world_zombie_apocalypse/
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Mentor am 13.01.2015 | 12:38
Also reguläre D6, aber trotzdem ein positiv/negativ Würfel klingt vielversprechend.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 13.01.2015 | 13:01
FFG hat mit PDFs normalerweise nicht viel am Hut.

Das Regelsystem wird auf der Seite ja eigentlich ganz gut erklärt. Jeder Charakter hat 6 Werte zwischen 1 und 5 und Vor- und Nachteile. Gewürfelt wird in einer Gefahren- oder Stresssituation. Für Ausrüstung, Vorteile und günstige Umstände gibt es weiße W6. Für Nachteile und Schwierigkeiten gibt es schwarze W6. Schwarze und weiße Würfel, die dasselbe Ergebnis zeigen, heben sich auf, alles was übrig bleibt, wird gewertet. Wenn weniger oder gleich viele weiße Würfel übrigbleiben wie der passende Charakterwert beträgt, ist die Probe gelungen. Übrige schwarze Würfel richten körperlichen, geistigen oder sozialen Stress an.
Stress sammelt sich an, bis der Charakter eine Verschnaufpause hat, kann er den gesammelten Stress in Wunden verwandeln, die dann ihrerseits Nachteile bringen und geheilt werden können.

Mehr scheint da nicht drinzustecken.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Achamanian am 13.01.2015 | 13:04
FFG hat mit PDFs normalerweise nicht viel am Hut.

Das Regelsystem wird auf der Seite ja eigentlich ganz gut erklärt. Jeder Charakter hat 6 Werte zwischen 1 und 5 und Vor- und Nachteile. Gewürfelt wird in einer Gefahren- oder Stresssituation. Für Ausrüstung, Vorteile und günstige Umstände gibt es weiße W6. Für Nachteile und Schwierigkeiten gibt es schwarze W6. Schwarze und weiße Würfel, die dasselbe Ergebnis zeigen, heben sich auf, alles was übrig bleibt, wird gewertet. Wenn weniger oder gleich viele weiße Würfel übrigbleiben wie der passende Charakterwert beträgt, ist die Probe gelungen. Übrige schwarze Würfel richten körperlichen, geistigen oder sozialen Stress an.
Stress sammelt sich an, bis der Charakter eine Verschnaufpause hat, kann er den gesammelten Stress in Wunden verwandeln, die dann ihrerseits Nachteile bringen und geheilt werden können.

Mehr scheint da nicht drinzustecken.

Danke für die Zusammenfassung, klingt ja ganz nett.
Eins verstehe ich aber nicht:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

dann wäre das Ziel bei einem Wurf ja, möglichst wenige Weiße Würfel übrigzubehalten, um unter dem Charakterwert zu bleiben ... stimmt das so wirklich?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: LushWoods am 13.01.2015 | 13:13
Der erste Teil, also das Zombieding, ist wohl schon im Verkauf.
Aber genau das interessiert mich am wenigsten, leider.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Shadom am 13.01.2015 | 13:29
Das für micht störende an dem System ist, dass die Grundidee beinhaltet, dass man "sich selbst" spielt.
99% bei uns wären bei der Apocalypse wahlweise schon tot oder würden sich weinend in die Ecke stellen.
Das MUSS man ja aber nicht machen. Wenn es regeln gibt, die erlauben mich selbst zu erstellen kann ich damit ja auch andere Figuren erschaffen.

Zombies ist bäh. Der Rest? Könnte cool werden.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 13.01.2015 | 14:07
dann wäre das Ziel bei einem Wurf ja, möglichst wenige Weiße Würfel übrigzubehalten, um unter dem Charakterwert zu bleiben ... stimmt das so wirklich?

Ja, das fand ich auch zuerst komisch, aber aus dem Artikel (http://www.fantasyflightgames.com/edge_news.asp?eidn=5206) lese ich das so heraus.

Aber ich gehe davon aus, dass der Spieler teilweise entscheiden kann, wie viele weiße Würfel er nimmt (z.B. indem er Ausrüstung verwendet oder auch nicht). Weniger weiße Würfel erhöhen dann gleichzeitig die Erfolgschance und das Risiko, Stress zu bekommen. Mehr weiße Würfel senken zwar die Erfolgschance, aber schützen auch besser vor schlimmen Folgen.
Damit können Charaktere mit guten Werten eher auf Nummer sicher gehen und Charaktere mit schlechten Werten müssen sich Erfolge im Prinzip immer durch negative Folgen erkaufen: Wenn ein schlechter Kämpfer einen Zombie umhauen will, wird er dabei wahrscheinlich selbst verletzt, wenn er nicht verletzt werden will, kriegt er den Zombie nicht um.

Ich weiß ja nicht, wie sich das im Spiel dann tatsächlich darstellt, aber das Managen von Ausrüstung und Stress soll ja ein wichtiger Faktor des Spielerlebnisses bei diesen ganzen Weltende-Überlebens-Szenarien sein...

Das für micht störende an dem System ist, dass die Grundidee beinhaltet, dass man "sich selbst" spielt.

Also, das System hat ganz normale Regeln zur Charaktererschaffung (http://www.fantasyflightgames.com/edge_news.asp?eidn=5152). Dass man sich selbst spielt, ist einfach ein Gimmick, man kann seinen Charakter bauen wie man will. Allerdings spielt man mehr oder weniger normale Leute und wenn man in irgendetwas supergut sein will, erkauft man sich das mit lausigen Werten in anderen Bereichen. Es ist eben eher Cthulhu als D&D.

Der eingängige Hintergrund, das fast dämlich simple System und dieses Sich-selbst-spielen zielen m.E. darauf ab, dass auch Rollenspielneulinge und Leute, die das Spiel schnell mal ausprobieren wollen einen schnellen Einstieg ins eigentliche Spiel bekommen. Ich denke nicht, dass Hardcorespieler, für die es völlig normal ist, erst eine Woche lang das Regelwerk zu lesen, um sich dann erstmal zu einer Charaktererschaffungssitzung zu treffen bevor ihre jahrelange Megakampagne losgeht die Zielgruppe sind...
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Tequila am 13.01.2015 | 14:40
Ich freue mich auf die deutschen Versionen ...
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Luther Engelsnot am 13.01.2015 | 14:54
Ja, das fand ich auch zuerst komisch, aber aus dem Artikel (http://www.fantasyflightgames.com/edge_news.asp?eidn=5206) lese ich das so heraus.

Aber ich gehe davon aus, dass der Spieler teilweise entscheiden kann, wie viele weiße Würfel er nimmt (z.B. indem er Ausrüstung verwendet oder auch nicht). Weniger weiße Würfel erhöhen dann gleichzeitig die Erfolgschance und das Risiko, Stress zu bekommen. Mehr weiße Würfel senken zwar die Erfolgschance, aber schützen auch besser vor schlimmen Folgen.
Damit können Charaktere mit guten Werten eher auf Nummer sicher gehen und Charaktere mit schlechten Werten müssen sich Erfolge im Prinzip immer durch negative Folgen erkaufen: Wenn ein schlechter Kämpfer einen Zombie umhauen will, wird er dabei wahrscheinlich selbst verletzt, wenn er nicht verletzt werden will, kriegt er den Zombie nicht um.

Ich weiß ja nicht, wie sich das im Spiel dann tatsächlich darstellt, aber das Managen von Ausrüstung und Stress soll ja ein wichtiger Faktor des Spielerlebnisses bei diesen ganzen Weltende-Überlebens-Szenarien sein...

Also, das System hat ganz normale Regeln zur Charaktererschaffung (http://www.fantasyflightgames.com/edge_news.asp?eidn=5152). Dass man sich selbst spielt, ist einfach ein Gimmick, man kann seinen Charakter bauen wie man will. Allerdings spielt man mehr oder weniger normale Leute und wenn man in irgendetwas supergut sein will, erkauft man sich das mit lausigen Werten in anderen Bereichen. Es ist eben eher Cthulhu als D&D.

Der eingängige Hintergrund, das fast dämlich simple System und dieses Sich-selbst-spielen zielen m.E. darauf ab, dass auch Rollenspielneulinge und Leute, die das Spiel schnell mal ausprobieren wollen einen schnellen Einstieg ins eigentliche Spiel bekommen. Ich denke nicht, dass Hardcorespieler, für die es völlig normal ist, erst eine Woche lang das Regelwerk zu lesen, um sich dann erstmal zu einer Charaktererschaffungssitzung zu treffen bevor ihre jahrelange Megakampagne losgeht die Zielgruppe sind...

Nein ein Erfolg ist, wenn einer der übrig gebliebenen Würfel unter oder gleich dem Wert ist gegen den gewürfelt wird.

Zitat
If any positive dice remain in the pool with a result equal to or lower than the characteristic associated with the task, you successfully complete the task. However, even success may hold its consequences. Any negative dice left in the pool cause you to suffer stress, pushing you closer to your limits, as we’ll explore in more detail below.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Toppe am 13.01.2015 | 15:30
Ich freue mich auf die deutschen Versionen ...
Das wird auch noch bei den Heidelbären erscheinen? Persönlich würde ich mich mehr über kürzere Wartezeiten bei den Star Wars Übersetzungen freuen.
..oder imperial Assault
..oder Shadows of Brimstone
..
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 13.01.2015 | 16:48
Nein ein Erfolg ist, wenn einer der übrig gebliebenen Würfel unter oder gleich dem Wert ist gegen den gewürfelt wird.

Au ja, dann hatte ich damit Unrecht. Habe aber den Artikel zugegebenermaßen nur überflogen.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Tequila am 13.01.2015 | 17:16
Das wird auch noch bei den Heidelbären erscheinen? Persönlich würde ich mich mehr über kürzere Wartezeiten bei den Star Wars Übersetzungen freuen.
..oder imperial Assault
..oder Shadows of Brimstone
..

Da sitzen unterschiedliche Teams dran, das eine bremst also nicht das andere aus.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: D. M_Athair am 13.01.2015 | 20:43
Das wird auch noch bei den Heidelbären erscheinen? Persönlich würde ich mich mehr über kürzere Wartezeiten bei den Star Wars Übersetzungen freuen.
..oder imperial Assault
..oder Shadows of Brimstone
..
Ne, lieber nicht! Die Star Wars Sachen blockieren doch nur die 40K-Linie.  :bloodbowl:

Zitat
Designing the rules system for The End of the World was a unique and fun experience for us. The roleplaying game line is based on an RPG made by our Spanish partners called El Fin del Mundo. When we began working with El Fin del Mundo, we faced the challenge of adapting the game for American audiences while staying faithful to the original vision of the game. The result is an elegant system that allows all types of players to tell stories in twenty different apocalypses that will be released across the four books that make up The End of the World roleplaying game.
Quelle (http://www.fantasyflightgames.com/edge_news.asp?eidn=5206)
... ich bin mir nicht ganz sicher, was das heißt. Aber wenn da tatsächlich Lizenzen im Spiel sind, ist die Wahrscheinlichkeit für PDF-Versionen eher geringer als größer.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Tequila am 13.01.2015 | 20:49
Zur Star Wars - WH40K-End Of World in Deutschland Geschichte:

Bei Star Wars sind wir (also HDS) auf Druckslots in China angewiesen, können also auch nur produzieren, wenn FFG reprinted. Dazu muss dann auch passend das Produkt fertig sein. Hier können wir also kein eignes Tempo vorgeben. Wir haben am Anfang gleich drei Produkte rausgehauen (GRW, Sichtschirm und das erste Abenteuer), wenn man das jetzt gestaffelt gebracht hätte, würde der Rhytmus gleich viel freundlicher aussehen, aber wir werden natürlich versuchen, hier noch ein wenig Gas zu geben.

40K können wir selbstständig drucken lassen, daher sind wir da nicht an FFG gebunden. daher kommen jetzt auc in kurzer Zeit Produkte für fast alle 40K Linien auf den markt

End Of The World ist eine spanische Lizenz, wir sind da auch mit den Spaniern am rumdealen, nicht mit FFG. Wird auch eigenständig gedruckt werden, sind, wie es aussieht, one-book-systems und werden auch weder von den 40K- noch von den Star Wars Leuten übersetzt.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Ludovico am 14.01.2015 | 15:28
Sieht interessant aus. Das System scheint auch eingängig zu sein und Zombies machen sowieso alles besser.
Aber ich warte noch ab. 30 € bei Amazon sind ja nicht wenig.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 14.01.2015 | 16:02
Für ein vollfarbiges Grundregelwerk im Hardcover zu einem Listenpreis von 40$ ist das doch ein ganz vernünftiger Preis?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: sangeet am 14.01.2015 | 16:56
Ich finde da 30 € auch ganz ok. Ich bin allerdings auch vorallem auf die anderen Bände gespannt. Zombies haben schon einen recht hohen sättigungsgrad erreicht. (Wobei gute Stories immer gehen, ich kann nicht genug von Walking Dead bekommen.)

Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Bilwiss am 14.01.2015 | 19:11
Das Pdf ist übrigens auch grad bei Drivethrough eingeschlagen.
http://rpg.drivethrustuff.com/product/141786?src=ZombieApocalypseCmail (http://rpg.drivethrustuff.com/product/141786?src=ZombieApocalypseCmail)
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Ludovico am 15.01.2015 | 10:51
Inwieweit hebt sich das Spiel von anderen Vertretern des Settings ab und auch von allgemeinen Systemen wie FATE und SW, insbesondere stimmungsmäßig?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 15.01.2015 | 12:43
Abheben tut es sich meiner Meinung nach gar nicht. Die Regeln erinnern in einigen Belangen an FATE ohne Fatepunkte und die Charaktere sind relativ schwach und fangen sich schnell Verwundungen und Nachteile ein. Viele Aspekte wie z.B. Initiativereihenfolge werden durch SL, gesunden Menschenverstand oder Abstimmung entschieden. Das actionmäßig-taktische von SW geht dem Spiel völlig ab.

Das Spiel bietet 5 verschiedene Settings. Jedes Setting hat 2 Teile, einen der den Ausbruch der Apokalypse beschreibt und einen Post-Apokalypse-Teil, der die Situation beschreibt, wenn die Charaktere eine zeitlang überlebt haben und die Welt sich teilweise auf die Bedrohung eingestellt hat. Jedes Setting bietet Informationen zur Zombiebedrohung, Tipps, was die SCs tun können und sollten, um zu überleben, eine Sammlung von Locations und einen Abschnitt mit Werten für passende Gegner und NSCs. Die Szenarien sind kosmischer-Staub-Zombies, übernatürliche Zombies, Pandemie-Zombies, Voodoo-Zombies und Alien-Schleim-Parasiten-Zombies. Unterm Strich ist aber alles gewöhnliche Romero/Walking Dead/28 Days Later/World War Z-Kost, keine Superzombies wie bei Resident Evil und keine wirklichen Innovationen oder Überraschungen.

Das Spiel dreht sich um klassischen Survival-Horror und bietet darum auch den "die Runde läuft, bis es euch alle erwischt hat"-Modus an. Ansonsten ist das Standardszenario, dass die Spieler sich selbst spielen, die Zombiekatastrophe während des Spielabends losgeht und der SL der erste Zombie ist, dem die Spieler bzw. die Charaktere begegnen. Ab das ist es im Prinzip eine Sandbox, die davon lebt, dass die Spieler selbstverständlich mit der Vorstellung einer Zombieapokalypse vertraut sind und sich wahrscheinlich schon einmal überlegt haben, was sie in so einem Fall tun würden. Hier sollen sie es nun ausspielen.

Ich denke, das Spiel ist völlig uninteressant für Leute, die All Flesh Must Be Eaten komplett im Schrank stehen haben. Wo es eher glänzt ist für Spontanrunden mit Leuten, die das System nicht kennen, vielleicht noch nie ein Rollenspiel gespielt haben und von der Regelkomplexität eher so aus der Brettspielrichtung kommen.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Ludovico am 5.02.2015 | 10:52
Eine Frage hab ich noch:
Inwiefern eignet sich das Spiel für Kampagnen a la Walking Dead?
Spielen Ressourcen wie Nahrungsmittel etc. eine Rolle?

Und wie sieht es mit konkreten Spielerfahrungen aus mittlerweile?
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 5.02.2015 | 14:01
Zum tatsächlichen Spielen bin ich bisher nicht gekommen (und der Rollenspiel-"to do"-Stapel ist inzwischen sowieso recht hoch), aber ich habe es zumindest geschafft, das Buch durchzulesen.

Ich sage es noch einmal deutlich, das System ist wirklich, wirklich schmal und man kann eigentlich nicht viel mehr tun als Herausforderungen lösen (oder auch nicht) und dafür Stress zu bekommen (unabhängig vom Erfolg). Ausrüstung bringt Vorteile, Stress führt zu Nachteilen. Alles, was darüber hinausgeht, ist Erzählspiel mit gesundem Menschenverstand.

Ein Setting wie "The Walking Dead" ist im Prinzip ja die Grundannahme des Spiels: Eine kleine Gruppe versucht, die Zombieapokalypse zu überleben, muss mit dem auskommen, was sie findet und wird ständig von den physischen Gefahren der Zombiewelt, sozialen Konflikten mit anderen Überlebenden und geistigen Traumata bedroht. Das Spiel sieht aber keinen traditionellen Charakterausbau vor, Charaktere können nur weitere Vor- und Nachteile ansammeln und die Eigenschaftswerte können genauso besser wie schlechter werden. Man spielt also im Prinzip immer mit ähnlichen Werten, bis die Geschichte zuende ist oder die SCs alle tot.

Ein Thema das das Spiels allerdings vorsieht: Die Spieler/Charaktere kennen sich mit dem Zombiegenre aus und müssen durch Versuch und Irrtum herauskriegen, mit was für einer Art von Zombieapokalypse sie es zu tun haben - erheben sich die Toten aus ihren Gräbern, infiziert eine Pandemie die Menschheit oder stecken Nekromanten dahinter?

Ressourcen, Ausrüstung und Nahrung spielen thematisch eine große Rolle und sind wichtige Motivationen für die Charaktere. Aber das wird mechanisch nicht abgebildet, sondern vom Erzählteil des Spiels übernommen.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Shadom am 5.02.2015 | 16:07
Was bietet das ganze denn wenn das System so schmal ist?
Ich meine wenn ich drei Folgen Walking Dead als Beispiel gesehen habe und das Wort Zombie buchstabieren kann, dann sind mir doch die geläufigen Tropes zu Zombie Apokalypse geläufig.
Bietet der Fluff da wirklich genug wenn das System schon einfach nur ... da ist.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 5.02.2015 | 16:46
Was bietet das ganze denn wenn das System so schmal ist?

Wenn du so fragst, nix.

Wahrscheinlich jeder hier im Forum könnte sich problemlos den Hintergrund aus den Fingern saugen und frisst die Regeln von der Komplexität her zum Frühstück. Nett ist das vielleicht noch für Leute, die bisher vor allem umfangreiche Systeme á la Pathfinder gewohnt sind und zur Abwechslung was Simples für zwischendurch zu genau dem Zombiethema suchen.

Wo ich den Wert des Spiels sehe, ist für Leute, die vielleicht eher aus der atmosphärische-Brettspiele-Ecke kommen. Die es gewohnt sind, am Spielabend erstmal gemeinsam die Regeln zu lesen und dann loszuspielen. Leute, die Rollenspiel schon immer interessant fanden, aber nie Bock hatten, sich durch einen Riesenschinken in Romanumfang zu wälzen, gespickt mit Tabellen und oft nicht für Einsteiger geschrieben. Für Horrorfans, die mit Spielen nicht viel am Hut haben, aber mal ihre eigene Zombie-Survival-Geschichte erleben wollen.

Das ist so eine Art Spiel, die bei den alten Hasen vielleicht nur müdes Schulterzucken auslösen wird, die aber das Potential hat, neue Leute für das Hobby zu interessieren. Schnell erlernbare Regeln auf Brettspielniveau und ein Setting, dass den meisten Menschen sofort zugänglich ist, sind für diese Zielgruppe Features.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: sangeet am 5.02.2015 | 17:05
Meine Meinung:

Ich hatte circa 1 Jahr in einer Fate Zombie Runde mitgespielt, ich mir wirklich gut gefallen hat. Man konnte mit Fate so ziemlich alles abbilden, und das war eigentlich kein grosser Stress, das fast ohne modifikationen zu verwenden. (Ein paar weniger Stress boxen, hatten wir ausgemacht.)

Das FFG Zombie Spiel habe ich mir trotzdem mal vorbestellt, und kann sagen, das es sich sehr nach Fate anfühlt beim Lesen des Regelwerks. Man bekommt 6 Eigenschaften, die sich in 3 Unterarten aufteilen.
Für Jede eigenschaft kann man dann Positive und Negative Aspekte bekommen.

Beispiel:

Mental, teilt sich in Logic und Willpower auf. Logic ist als "Angriffsattribut" und "Willpower" als Verteidigungsattribut zu verstehen.

(Mit Logic würdest Du taktische Entscheidungen treffen, und mit Willpower z.b. dann einer Versuchung Wiederstehen.

Es verwendet ein W6 Pool System, wo man versucht unter seinen Eigenschaftswert zu würfeln. Man braucht 2 Farbige Würfel sorten.
Eine Farbe für die Positiven Würfel, und eine Farbe für negative Würfel.
Die Postiven Würfel bekommt man dann für günstige Umgebungseffekte, positive Aspekte von deinem Charakter Bogen, Ausrüstung oder Hilfe von deinen Freunden.

Negative Aspekte bekommst Du dann entsprechend, invertiert dem obigen entsprechend.

Wenn Du dann würfelst, gleichen sich positive und negative Würfel mit gleichen Augenzahlen aus. (Pasch.)

Wenn dann noch ein Positiver Würfel übrigbleibt, hast Du die Probe geschaft. Sinn des ganzen soll sein, das man die Würfel wie in Edge of the Empire als Erzähl würfel verwendet, und somit über den Würfelwurf etwas erzählen kann, weil er ja von den Umständen beeinflusst ist. (Oder von deinem Charakter.)

Bleiben negative Würfel übrig von dem Wurf, werden die als Stress gewertet, und in der dementsprechendn Kategorie als Stressboxen getrackt. Hat man alle Boxen angekreuzt gibt es ein Trauma. (Konsequenz bei Fate.)

Circa 40% des Buchs machen die Regeln aus, und 60%  4 Szenarien, die bisher sehr positives Feedback erhalten haben, die unterschiedliche Zeiten des Zombie ausbruchs wohl ansprechen sollen.

Man kann sehr wohl Fiktionale Charaktäre verwenden, allerdings auch sich selbst als RPG charakter importieren, darüber wird gerne Kontrovers diskutiert - aber man muss es halt auch nicht.

Mir persönlich gefällt das Buch sehr gut, die Texte sind gut geschrieben, und die Grafiken sind sehr Atmosphärisch gehalten.
Das Spielsystem sieht sehr praktikabel aus. Die Szenarios habe ich noch nicht gelesen, bin aber kurz vor dem Kapitel angelangt.
Prinzipiell denke ich, kann man sich dazu selbst auch viel aus den Fingern saugen, wenn man Walking Dead gesehen hat, und kreativ ist, braucht man es nicht unbedingt, vorallem nicht wenn man Fate schon zu hause hat, allerdings schaded externer Input auch nicht, um den Kreativen Prozess in gang zu setzen. (Ich schreibe meine Abenteuer gerne selbst, aber ich klaue natürlich auch wie ein Rabe :) )

Und nur weil man Walking Dead gesehen hat, wird man nicht unbedingt zum Regisseur /Creative Direktor - Ich werde auch nicht
zu Mozart wenn ich eine CD von ihm Anmache.

@ Zielgruppe
Wenn man mit dem Buch ein Paar Hardcore Pathfinder Spieler rumgedreht bekommt, hat das doch was für sich.


http://www.fantasyflightgames.com/ffg_content/end-of-the-world/support/EW01_Character%20Sheet.pdf
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: D. M_Athair am 10.02.2015 | 01:00
Was ein Rezensent meines Vertrauens zu dem Spiel meint (http://thealexandrian.net/wordpress/36645/roleplaying-games/review-end-of-the-world-zombie-apocalypse).
... ich jedenfalls werde von einem Kauf absehen.


Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 10.02.2015 | 09:07
Na gut, der sagt zum Buchinhalt/System ja das, was die meisten hier sagen.

Allerdings finde ich die Kritik unberechtigt, dass die Szenarien zu wenig bieten würden. Denn das Spiel sagt ja explizit, dass es wie ein Brettspiel funktionieren will, dass man aus dem Schrank nimmt, aufbaut und dann einen Abend (und vielleicht noch einen zweiten) lang spielt. Und das Setting "ihr spielt euch selbst, an diesem Ort und jetzt" bietet jeder Gruppe automatisch viele Ideen und Herausforderungen, die ein Szenario so ganz unmöglich vorhersehen kann.

("Wir verschanzen uns in dem Feinkostgeschäft gegenüber, das hat Gitter vor dem Fenster, Hinterausgang und einen Zugang zur Dachterasse."
- "Äh, die haben letzte Woche zugemacht, da ist alles dicht verrammelt."
- "Ne, echt jetzt?"
- "Guck aus dem Fenster, kannst du von hier aus sehen."
- "Hmm, hast Recht... Hey, ist das dein Auto, das rote hier, direkt vor der Haustür?" ...)

Ein paar passende Monsterwerte pro Szenario und zwei, drei inspirative Beispielorte reichen m.E. völlig, um einen Spielabend vollzukriegen.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: D. M_Athair am 10.02.2015 | 22:20
Vorneweg muss ich mich für das Zitategemetzel entschuldigen.
Aber sie sind nunmal die Anknüpfungspunkte für meine Betrachtung.

Na gut, der sagt zum Buchinhalt/System ja das, was die meisten hier sagen.
Was sagen denn die meisten hier? Ich konnte außer deiner und sangeets Meinung nicht viel rauslesen?

Allerdings finde ich die Kritik unberechtigt, dass die Szenarien zu wenig bieten würden.
Naja. Was Justin schreibt, verstehe ich so: Die Szenarios liefern ein paar gute Ideen, die man abklappern kann. Sobald man einigermaßen frei spielt ... lassen sie den SL im Regen stehen.

Auf Reddit (http://www.reddit.com/r/rpg/comments/2rimih/review_the_end_of_the_world_zombie_apocalypse/) heißt es:
Zitat
You Need to be or have a VERY adaptive DM who can think on their feet as there is very little area for scripting

Was sich in Kombination mit  der Aussage auf (Geeknative (http://www.geeknative.com/50903/undead-loving-review-end-world-zombie-apocalypse/) einfach nicht besonders gut anhört:
Zitat
Each scenario is basically a zombie sandbox.


Anders gesagt: Das Ding scheint ein ganz passables, regelleichtes Spiel zu sein, das gerade auf Spielerseite sehr viel Potential hat. Wenn - und das scheint die große Einschränkung zu sein - wenn der Spielleiter versiert genug ist das Ding trotz fehlender Hilfsmittel zu schaukeln. Kurz: Im Gesamtpaket scheint das Teil ein schön aufgemachtes, außerordentlich durchschnittliches Spiel zu sein.
Titel: Re: [Erzählt mir von] The End of the World (FFG)
Beitrag von: Scimi am 11.02.2015 | 10:06
Wenn - und das scheint die große Einschränkung zu sein - wenn der Spielleiter versiert genug ist das Ding trotz fehlender Hilfsmittel zu schaukeln.

Meinst du das jetzt ernst? Dass "die große Einschränkung" an The End of the World ist, dass vom Spielleiter erwartet wird, das Spiel zu leiten nur mit einem Buch, das Regeln, Tipps zum Leiten, Monsterwerte und eine kurze Settingbeschreibung enthält? Welches Grundbuch macht das denn anders?