Wird manchen wundern, aber ich finde Kleine Ängste grenzüberschreitend.Mit Kindesmißbrauch und -mißhandlung sollte man imho nicht spielen.Deshalb wurden diese zu recht kritisierten Themen auch schon vor jahren aus der aktuellen 2. Fassung gänzlich rausgenommen. Die "neue" ist ein wunderschönes Märchen-Horror-Setting. Das ist auch die Version die auf deutsch als "Alptraum-Edition" erhältlich ist.
Was war'n da los, Sänger des Feuers? Die Alte Welt gehört zu meinen Lieblingssettings <snip>
im US SR4A Band War! gabs 2 untragbare Szenarios, die im deutschen zurecht rausgelassen wurden
das eine ist ein Run, in dem Char in Ausschwitz ein magisches Artefact holen sollen. Dabei sollen Sie die Geister der vergasten Juden nochmal vernichten, wenn diess sich ihnen in den Weg stellen und das Skalpell von Mengele aus dem KZ holen, dieses Artefakt dient dazu die Geister von Menschen (verstorbenen Juden )
erneut zu versklaven
das andere ist ein Run in dem es darum geht zu verhindern das irgendwelche Zigeuner irgendwelche Brunnen vergiften
das erste Szenario hab Ich mir angelesen, vom zweiten weiß Ich nur indirekt
Ich komme persönlich mit den ganzen 40K-Rollenspielen nicht so klar. Wenn das, was ich da spilen soll, die "Guten" sind, dann muss das Böse aber schon mächtig auf die Pauke hauen, um da noch Land klar zu machen.Bei Warhammer 40k spielst du nicht die "Guten".
Ich habe kein Problem damit die Bösen (oder auch moralisch nicht klar identifizierbaren) zu spielen, solange das reflektiert passiert. Leider habe ich wohl schlechte Erfahrungen mit der Mehrzahl von Warhammer/40k-Runden in denen ich mitgespielt habe gemacht, in denen die besagte Reflexion eben nicht vorhanden war und Spieler tatsächlich auf mich wütend geworden sind, als ich nach dem Spiel mal gesagt habe, wie unmenschlich ich ihre Charaktere fand (aus ihrer Sicht, das wurde in der darauf folgenden Diskussion recht schnell deutlich, war ihr Verhalten absolut gerechtfertigt). ::)
Schwer schlucken muss ich auch bei der Vorstellung, wie beim Setting "Die Grenzer" aus der Fate Core Weltenbandchallenge das Abschmettern von Flüchtlingen thematisiert wird. Solche Sachen (oder zumindest ähnliche) passieren genau jetzt und Menschen sterben. Die Vorstellung, dass man ein paar Würfel wirft, um zu checken, ob ein Illegaler überlebt, während im Mittelmeer wieder mal Dutzende oder gar Hunderte Boatpeople ertrinken finde ich unerträglich. Wenn Rollenspieler so ein Setting wählen, dann finde ich es wichtig, dass den Spielern bewusst ist, dass das eben kein Spiel mehr ist. Wenn dieses Bewusstsein gegeben ist und sich daraus konkrete politische Handlungen ergeben, könnte ich es eventuell akzeptieren. Mein (möglicherweise etwas provokanter) Vorschlag: Gruppen, die das wirklich spielen wollen, zahlen pro Sitzung 10€ an Amnesty International. Das wäre dann der Nachweis dafür, dass das Thema eines solchen Spiels nicht beim Wunsch nach Entertainment stehen bleibt, sondern konkrete Folgen aufzuweisen hat. Eine derartige Runde unterscheidet sich dann allerdings extrem von allem, was ich in Sachen Rollenspiel bisher erlebt habe. Das ist keine Freizeitveranstaltung mehr, sondern politischer Anschauungsunterricht. Das Rollenspiel wird so zu einer politischen Plattform mit der Absicht, ein Bewusstsein für Missstände zu schaffen. Besonders brisant ist die Tatsache, dass die Spieler nicht die Opferrolle, sondern die Rolle ihrer Gegner einnehmen. Ich bin skeptisch, ob sich unter diesen Umständen ein politisches Bewusstsein herausbilden lässt, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Schwer schlucken muss ich auch bei der Vorstellung, wie beim Setting "Die Grenzer" aus der Fate Core Weltenbandchallenge das Abschmettern von Flüchtlingen thematisiert wird. Solche Sachen (oder zumindest ähnliche) passieren genau jetzt und Menschen sterben. Die Vorstellung, dass man ein paar Würfel wirft, um zu checken, ob ein Illegaler überlebt, während im Mittelmeer wieder mal Dutzende oder gar Hunderte Boatpeople ertrinken finde ich unerträglich. Wenn Rollenspieler so ein Setting wählen, dann finde ich es wichtig, dass den Spielern bewusst ist, dass das eben kein Spiel mehr ist. Wenn dieses Bewusstsein gegeben ist und sich daraus konkrete politische Handlungen ergeben, könnte ich es eventuell akzeptieren. Mein (möglicherweise etwas provokanter) Vorschlag: Gruppen, die das wirklich spielen wollen, zahlen pro Sitzung 10€ an Amnesty International. Das wäre dann der Nachweis dafür, dass das Thema eines solchen Spiels nicht beim Wunsch nach Entertainment stehen bleibt, sondern konkrete Folgen aufzuweisen hat. Eine derartige Runde unterscheidet sich dann allerdings extrem von allem, was ich in Sachen Rollenspiel bisher erlebt habe. Das ist keine Freizeitveranstaltung mehr, sondern politischer Anschauungsunterricht. Das Rollenspiel wird so zu einer politischen Plattform mit der Absicht, ein Bewusstsein für Missstände zu schaffen. Besonders brisant ist die Tatsache, dass die Spieler nicht die Opferrolle, sondern die Rolle ihrer Gegner einnehmen. Ich bin skeptisch, ob sich unter diesen Umständen ein politisches Bewusstsein herausbilden lässt, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Ich persönlich würde bei jedem "SAW" oder "Hostel" Szenario dem SL den Stinkefinger zeigen
Und jegliche Endzeit-Settings.Kannst du das näher ausführen? Kann auch sein, dass ich dich gerade falsch verstehe, aber mich interessiert, warum du alle Endzeit-Settings im Rahmen des Threads ausschließt.
Allgemein militärische Settings, denn Krieg ist immer eine Katastrophe und hat nichts mit Heldentum zu tun!
Der Grund, warum ich persönlich militärische Settings so mag ist genau dieser: Die Fiktion der "heroischen Gewaltausübung", die in Standard-Rollenspiel-Runden üblich ist, kann in militärischen Settings nicht aufrecht erhalten werden.
Und wieder muss ich über die Heu... äh Leute lachen
Ich finde es interessant, das im Gute Helden Spiel DSA - Aventurien , der Befehl des Reichsmarschalls Flüchtlinge in die Schwarzen Lande zurückzutreiben eigentlich nicht nur von niemandem kritisiert sondern sogar als richtig verteidigt wurde.
Schwer schlucken muss ich auch bei der Vorstellung, wie beim Setting "Die Grenzer" aus der Fate Core Weltenbandchallenge das Abschmettern von Flüchtlingen thematisiert wird.
Der Grund, warum ich persönlich militärische Settings so mag ist genau dieser: Die Fiktion der "heroischen Gewaltausübung", die in Standard-Rollenspiel-Runden üblich ist, kann in militärischen Settings nicht aufrecht erhalten werden.
glaubst du nicht, dass es z.B. genug Amerikaner gibt, für die Wehrmachtssoldaten oder Vietcong auf einer Stufe mit Orks und Trollen stehen?
Klar kann es. Wir hier in Deutschland sind da (von der extremen rechten Ecke man abgesehen) scheinbar einigermaßen resistent gegen, aber glaubst du nicht, dass es z.B. genug Amerikaner gibt, für die Wehrmachtssoldaten oder Vietcong auf einer Stufe mit Orks und Trollen stehen?
Klar kann es. Wir hier in Deutschland sind da (von der extremen rechten Ecke man abgesehen) scheinbar einigermaßen resistent gegen, aber glaubst du nicht, dass es z.B. genug Amerikaner gibt, für die Wehrmachtssoldaten oder Vietcong auf einer Stufe mit Orks und Trollen stehen?und du unterscheidest dich jetzt wie von diesem hypothetisch in deinen Vorurteilen existierenden Amerikanern?
Das heißt ich spiele eher mit einem zusammen der eine fikitive Hannibal Figur spielt.
Als mit jemanden der ein Setting baut in dem es darum geht den Kannibalen von Rothenburg zu ermorden weil es Kannibalen verdient haben.
Ich finde Settings geschmacklos, in denen es intelligente Spezies/Rassen gibt, die per Definition "böse" sind und die nur dem Zweck dienen von den SCs niedergemetzelt zu werden, ohne dass man sich moralischen Dilemmas stellen muss, wie es der Fall wäre, wenn es sich etwa um Menschen handeln würde. Im Wesentlichen sind davon nur Fantasy-Settings betroffen (und Settings mit Fantasy-Komponente), mit Göttern oder kosmischen Regeln, die festlegen, dass bestimmte Wesen "böse" sind und deswegen von den "Guten" vernichtet werden müssen (und umgekehrt).
P.S.: Sehe gerade, LushWoods ist mir, während ich dies geschrieben habe, mit einem ähnlichen Beitrag zuvorgekommen.
Es gibt Dinge, die mag ich nicht spielen, das hat aber mehr mit Präsentation, Intention und den beteiligten Leuten zu tun, als mit dem Thema des Settings an sich.
WH40k ist halt ein Grimdark Setting, in dem die meisten Fraktionen aus Psycho-/Soziopathen bestehen. Wenn ich dieses System spielen würde, hätte ich ehrlich gesagt auch keine große Lust mich mit der moralischen Reflexion einer psychisch konditionierten, genetisch veränderten 2,50m großen Killermaschine in Servorüstung auseinanderzusetzen. Das Setting ist nunmal so absurd, dass es nur dann Spaß macht, wenn man sich bewusst dem suspension of disbelief aussetzt.
Es gibt Dinge, die mag ich nicht spielen, das hat aber mehr mit Präsentation, Intention und den beteiligten Leuten zu tun, als mit dem Thema des Settings an sich.
Sehe ich auch so. Solche Settings halte ich für rassistisch.
Ich finde Settings geschmacklos, in denen es intelligente Spezies/Rassen gibt, die per Definition "böse" sind und die nur dem Zweck dienen von den SCs niedergemetzelt zu werden, ohne dass man sich moralischen Dilemmas stellen muss, wie es der Fall wäre, wenn es sich etwa um Menschen handeln würde.
Der 2. WK hat meiner Meinung mach vor allem eine gute Sache hervorgebracht fuer uns Rollenspieler:
Den ultimativen Boesewicht - menschliche Orks quasi.
Wenn man sie im Spiel toetet, kann man sich einfach nicht schlecht fuehlen. Und Nazimagier sind nochmal das Sahnehaeubchen.
Ich sehe da ehrlich gesagt in beide Richtungen kein echtes Alleinstellungsmerkmal für den 2. WK.
Da beiße ich dann doch mal an:
Kann man so machen.
Aber weder "braucht" es dazu den 2. WK (es geht mit x-beliebigen anderen militärischen Auseinandersetzungen genau so) noch ist das die einzig mögliche Herangehensweise.
Ich sehe da ehrlich gesagt in beide Richtungen kein echtes Alleinstellungsmerkmal für den 2. WK.
Unangemessen wäre ja ein objektives Kriterium, während geschmacklos rein subjektiv daherkommt.
Unangemessen finde ich Settings, in denen Genozid, Vergewaltigungen und Folter (und dergleichen) als cool, ethisch vertretbar oder glorifizierend dargestellt werden.
Und des weiteren kann ich nur unterstreichen, was der Rote Baron zum Thema Nazi-Okkultismus gesagt hat. Die allermeisten Nazis, insbesondere Hitler selbst, waren keine Okkultisten, das war nur ein persönlicher Tick von Himmler, und das ganze Gelaber von Nazi-Okkultismus verleiht dieser primitiven Mörderbande einen Zauber, den sie nun wirklich nicht verdient hat.Ganz im Gegenteil würde ich sogar sagen, dass der Okkultismus des 19. und frühen 20 Jhd. (und ganz ehrlich bis heute) DERARTIG mit allgemein menschenfeindlichen und speziell rassistischen Bildern verseucht ist, dass es mir als ganz gute Idee erscheint, das alles bei den braun Hemden unterzubringen.
Ich würde von Settings Abstand nehmen bei denen ich den Eindruck erwecke das sie eine starke Kommentierung eines aktuellen realweltlichen Geschehen vornehmen.
Sehe ich auch so. Solche Settings halte ich für rassistisch.
Kult habe ich nicht verstanden, mir kam es so vor als würde man für böse charakteristika belohnt.
Und für gute musste man bezahlen
Eher nicht. Punktekosten der Vor- und Nachteile verrechnet ergeben eine Mentale Balance. Bestimmte Vorteile, nämlich die supernatural Kräfte etc., werden aber nicht mit eingerechnet, womit übernatürliche Charaktere schnell bei negativer Mentaler Balance landen (das müssen absolut nicht zwingend böse Charaktere sein), und mit negativer mentaler Balance landet man schnell bei noch mehr negativer Balance und irgendwann dreht man eben komplett durch.*
Sehe ich zwar generell genauso, allerdings - wie ist das mit Dämonen und Teufeln, die nun mal das personifizierte Böse sind? Jedenfalls in den meisten Settings.
Zählt für "geschmacklos" auch sowas? My Little Pony RPGs (http://www.examiner.com/article/a-list-of-unofficial-my-little-pony-tabletop-rpgs) ~;D
Ernsthaft: In "geschmacklos" steckt das Wort "Geschmack", und über den kann man bekanntlich nicht streiten. Aber natürlich kann jeder hier die Liste seiner persönlichen No-Gos posten. Ich lese interessiert mit... ;)
Dämonen und Teufel dienen wenigstens nicht als offensichtlicher Menschenersatz wie "Goblinoide". (Auch wenn man in manchen Spielen dazu neigen mag nicht mehr allzuviel darüber nachzudenken, ob man heute Riesenspinnen, Orks oder Dämonen killt - aber gerade dann mag es Sinn machen, wenn es sich nicht um Quasimenschen handelt.)Es gibt kaum noch Settings, in denen Goblionoide so dargestellt werden.
Es gibt kaum noch Settings, in denen Goblionoide so dargestellt werden.
Was unterscheidet denn Orks und Goblins in klassischen Fantasy-Settings, die als raubend, mordend und plündernd dargestellt werden gegenüber Dämonen, die das Gleiche machen?
Was unterscheidet denn Orks und Goblins in klassischen Fantasy-Settings, die als raubend, mordend und plündernd dargestellt werdensie kommen aus einer bösen - anderen - aggresiven - feindlichen Gesellschaft(ersetzbar durch Wikinger, Mongolen, Römische Legionäre, Reisläufer).
Bei Tolkien waren die Orks Böse weil Morgoth sie mit Zwang verdorben hat(das Verbrechen Morgoths, das Illuvatar am schlimmsten fand), d.h. sie haben keine Wahl, sie sind seine schlimmsten Opfer.
Hm, ich glaub nicht, dass ich ausdiskutieren will, warum deiner Meinung nach in den den meisten Settings Goblins, Hobgoblins, Orks etc. nicht als Menschersatz zum Niederschnetzeln dienen, es geht hier ja um persönliche Ansichten in diesem Thread (und mir ist egal, dass Orks bei D&D inzwischen nicht mehr als Goblinoide zählen, geht hier ja nicht um Wortklauberei und eigtl. auch nicht speziell um D&D - aber notfalls rede ich auch gerne von "bösen Humanoiden").Eigentlich geht es doch genau darum. Bzw. ob und wo eine Grenze ist, was nun noch als Humanoid gilt und was nicht.
Wird viel zu oft ausgeblendet bzw. ist Möchtegern-Tolkien-Kritikern gar nicht bekannt.
Gut, daß Schwerttänzer es mal erwähnt.
Eigentlich geht es doch genau darum. Bzw. ob und wo eine Grenze ist, was nun noch als Humanoid gilt und was nicht.
Mindflayer? Yuan-ti? Alles Humanoid?
Natürlich gibt es Schwarz-Weiss-Settings und irgendein Wesen wird humanoide Züge aufweisen und abgrundtief böse zeigen...aber ist das dann Rassismus, wenn diese niedergeschnetzelt werden?
Eigentlich geht es doch genau darum. Bzw. ob und wo eine Grenze ist, was nun noch als Humanoid gilt und was nicht.?Ist das nicht fragwürdig, sollte man nicht eher nach Bewusstsein, Sapient, Ethik, beseelt o.ä. gehen als nach Körperform?
Es ist Standard im Rassismus zu behaupten, die Minderwertigkeit oder Verdorbenheit von bestimmten Rassen sei natur- oder gottgegeben.ist es rassistisch wenn die Aussage über eine andere Lebensform den Tatsachen entspricht?
Sin, eben genau so etwas wie diese oberflächliche Kritik habe ich gemeint.
Bei Tolkien ist die Bösartigkeit der Orks eben NICHT gottgewollt oder vorgegeben, sondern eben einer äonenalten Quälerei von unschuldigen Geschöpfen geschuldet, die die Orks in Tolkiens Augen auch danach immer noch waren, da hat er einiges dazu in seinen Briefen und Exposées dazu gesagt.
Wenn man an Tolkien herumdeutelt, sollte man ihn auch wirklich in seiner Komplettheit lesen.
ist es rassistisch wenn die Aussage über eine andere Lebensform den Tatsachen entspricht?
Weder die Elben noch die Menschen, Zwerge etc. haben sich freiwillig für die Umwandlung in Orks etc. gemeldet.
Es ist fragwürdig, direkt nach dem Holocaust Bücher zu veröffentlichen, in denen es als Tatsache präsentiert wird (in dem Setting), dass es "minderwertige" Rassen gibt, die mit "edleren" Rassen einen Vernichtungskrieg führen.dann nenne mir mal mit Begründung diese Rassen!
Alles, was Nazi- oder ähnliche Realweltbösewichte aus deren Sicht bespielt wäre vermutlich für mich nicht spielbar. Damit meine ich jetzt nicht so Zeugs wie Mafia und co, das spiele ich recht gerne.Für mich würde beides dann gehen, wenn das Setting die möglichen Konflikte ausreizt. Also nicht Mafia-Nazis, wie Mafia-Nazis es erzählen würden, sondern Mafia-Nazis, wie sie es erleben würden. Mit Verwandten, die sich in die „bösen Anderen“ verlieben, eigenen Kindern, die man an die Propaganda verliert, usw.
Ich denke der Unterschied zwischen Hannibal als Figur bzw. dem Konzept sowie einen Vampir nach Maskerade ist durchaus beachtlich.
Ein Vampir bei Maskerade steht unter dem Zwang des Kannibalismus, was die Figur die sich im inneren gegen den Zwang auflehnt tragisch gestalten kann.
Die Figur des Hannibal Lector steht unter keinem Zwang des Kannibalismus, er isst Personen nicht weil er es muss, sondern weil es seine Entscheidung ist.
Das heißt der Reiz der Figur des Vampir liegt in der unfreiwilligen Tragik.
Das heißt der Reiz der Figur des Hannibal liegt in der bewussten Fremdheit.
Auch dahingehend das es sich von einem Sabbat Spiel unterscheidet. Bei diesem wird die unfreiweilige Tragik durch eine fatalistische Monstrosität ersetzt.
Ich kenne einen solchen Spieler... :-\
Prinzipiell kann jedes Setting bespielt werden. Es ist ja erstmal immer nur ein Gedenkankonstrukt. Das fügt per se keinem Schaden zu.
Allerdings kann es ins propagandistische abrutschen, insbesondere wenn ein Rollenspiel(setting) eine Agenda verfolgt (bzw die Macher; das Spiel hat als sachliches Ding natürlich keine Agenda.)
Meine persönliche Grenze ist in der Regel Nazi-Pulp. Was komisch ist, weil ich Indiana Jones, Hellboy und X-Men als Filme und Comics durchaus goutieren kann. Aber im Spiel ... ne. Geht einfach nicht. Bei "Achtung! Cthulhu" oder "World War Cthulhu" überkommt mich sofort Widerwille. Null Bock, das zu spielen.
Diese beiden Ausgaben halte ich in der Kombination für ziemlich fragwürdig: Finde mir mal ein Gedankenkonstrukt in dem von dir genannten Sinne, in das sich nicht auch eine Agenda hineinlesen lässt. Viele RSP-Macher werden sich ja zumindest die Frage stellen: "Was sind interessante Konflikte?", und allein schon die Bestimmung dessen impliziert eine (oft auch politische) Agenda.Sehr viele RPGs haben "Kampf" als interessanten Konflikt. (DSA, D&D, Shadowrun, um mal nur die Größten zu nennen.) Aber ich bezweifle, dass es die politische Agenda der Autoren ist "Kampf ist eine Lösung, die man möglichst häufig anwenden sollte."
Und das habe ich in den meisten RPGs bemerkt: Dort wird durch das System/Setting ein Spielstil gefördert, aber die Autoren haben sicherlich nicht den Wunsch, dass dieser Stil auch in der Realität ausgelebt wird.
+1
Ehrlich, genau dieser Gedanke wird auch bei den diversen Debatten um Gewaltdarstellung im Film, Büchern, Comics, Videospielen und Musik (Death Metal et al) nur zu gerne ausgeblendet.
-Stil: Die Uniformen und die Waffentechnik der Wehrmacht (Ja, ich weiß! Wehrmacht =hatten schon einen gewissen Stil, was noch verstärkt wird durch die Darstellung in Comics und Filmen. Da können sich die Sowjets noch eine Scheibe von abschneiden. Im alten Blutschwerter-Forum gab es dazu mal einen Thread, der sehr unterhaltsam war.
-Durchgeknallte Wunderwaffen: Welche andere Diktatur kommt schon mit Ideen mit ultraextremüberschweren Panzern, futuristischen Flugzeugen, etc. in der Zeit daher?
-Okkulte Verschwörungstheorien: Der ganze okkulte Klimbim spielte zwar nur eine minimale Rolle, aber die Mischung aus nordischer Mythologie oder irgendwelchem Horror und dazu noch die Technik und das Auftreten der Nazis zur damaligen Zeit... das find ich schon sehr cool. Und die Kommunisten können damit nicht aufwarten. Die haben höchstens Rasputin im Angebot und der war ja nicht mal Kommunist. Und andere Diktaturen kriegen das auch nicht so schön hin.
Danke Hollywood!
Schwer schlucken muss ich auch bei der Vorstellung, wie beim Setting "Die Grenzer" aus der Fate Core Weltenbandchallenge das Abschmettern von Flüchtlingen thematisiert wird. Solche Sachen (oder zumindest ähnliche) passieren genau jetzt und Menschen sterben. Die Vorstellung, dass man ein paar Würfel wirft, um zu checken, ob ein Illegaler überlebt, während im Mittelmeer wieder mal Dutzende oder gar Hunderte Boatpeople ertrinken finde ich unerträglich. Wenn Rollenspieler so ein Setting wählen, dann finde ich es wichtig, dass den Spielern bewusst ist, dass das eben kein Spiel mehr ist. Wenn dieses Bewusstsein gegeben ist und sich daraus konkrete politische Handlungen ergeben, könnte ich es eventuell akzeptieren. Mein (möglicherweise etwas provokanter) Vorschlag: Gruppen, die das wirklich spielen wollen, zahlen pro Sitzung 10€ an Amnesty International. Das wäre dann der Nachweis dafür, dass das Thema eines solchen Spiels nicht beim Wunsch nach Entertainment stehen bleibt, sondern konkrete Folgen aufzuweisen hat. Eine derartige Runde unterscheidet sich dann allerdings extrem von allem, was ich in Sachen Rollenspiel bisher erlebt habe. Das ist keine Freizeitveranstaltung mehr, sondern politischer Anschauungsunterricht. Das Rollenspiel wird so zu einer politischen Plattform mit der Absicht, ein Bewusstsein für Missstände zu schaffen. Besonders brisant ist die Tatsache, dass die Spieler nicht die Opferrolle, sondern die Rolle ihrer Gegner einnehmen. Ich bin skeptisch, ob sich unter diesen Umständen ein politisches Bewusstsein herausbilden lässt, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.Nee. Das sehe ich anders. Es gibt sogar ein hochgelobtes Videogame (Papers, please (http://de.wikipedia.org/wiki/Papers,_Please)) zu genau diesem Thema.
Am Ende der Schicht wird der Spieler für jeden korrekt zugelassenen Immigranten entlohnt, für unrechtmäßig abgewiesene oder zugelassene Immigranten werden dem Spieler Strafzahlungen auferlegt.
Ich werde überwacht und immer nervöser. Und verstehe immer mehr, wie Menschen gegen ihre eigene Menschlichkeit handeln können.
Helden brauchen Bösewichter! Je dunkler das Böse, desto heller kann das gute Licht der Helden erstrahlen.Danke, +1, Applaus! ~;D
Man kann jede Drachenjagd einschließlich der obligatorischen Prinzessinnenrettung, Schatzaneignung und Prinzessin-heiraten und-das-halbe-Königreich-Einstreichung natürlich unter verschiedenen Aspekten zerfaseln und ad absurdum führen:
1) Drachen sind selten und stehen somit auf irgendwiener 'Bedrohte Arten'-Liste oder sollten es sein. Umweltfrevel.
2) Wenn nicht - hat der Held einen Jagdschein? - Verdammter Wilderer!
3) Viele Drachen sind intelligent - ist unser Held eigentlich Polizist, dass er so einfach jemanden jagen und bei Widerstand mit tötlicher Gewalt bekämpfen darf? Hätte man nicht mal vorher auf eine friedliche Aufgabe und Herausgabe der (vermeintlichen) Geisel insitieren müssen?
4) War die Geisel bei der (vermeintlichen) Rettungsaktion in Gefahr? Wenn ja - schon wieder ein Problem.
5) War die Geisel möglicherweise gar keien Geisel, sondern wollte sie freiwillig mit dem Drachen leben? Viele Drachen können ihre Gestalt verändern und außerdem - was spricht gegen eine harmonische transspecielle Beziehung (platonisch oder volle Pulle)? Dann ist der "Held" der Entführer?
6) Seit wann darf man nach erfolgreicher Tötung (eher: gemeinschaftlicher Ermordung) desHausHöhleneigentümers einfach so mir nichts dir nichts dessen Besitz beschlagnahmen? Raubmord!
7) Der König darf seit wann einfach den Mord von (Nicht-)Bürgern beschließen und befehlen? Auftragsmord.
8) Ach, er darf das, weil Rote Drachen alle böse sind ...? - RASSISTENPACK!
9) Dann ZWANGSVERHEIRATET er auch noch seine arme, entführte Tochter an den von ihm gedungen Mörder!?! Wird immer besser!
10) Und der wird dann bald Kalif anstelle des Kalifen, Nachfolgerfürst und kriegt schon mal so die Hälfte des Staatsgebietes geschenkt?!? - Blanke Tyrannei und Antidemokratentum!
11) Und wieso "Held" und "Prinzessin" und "Drache" und "König" - wo ist die Heldin, der Prinz, die Drachin und die Königin, ihr Geschlechterrollen nicht in den Hauptstrom bringen wollenden Machos und Steinzeitmenschen!
12) Außerdem fehlt jeder Bezug zu Gay, Bi, Transgender, Multikulturalismus und dem interreligiösen Dialog!
Tut mir leid - ist ja alles gut und schön, aber man kann alles so lange politisch korrigieren bis eine Partie Halma (Hüte springen über andere Hüte) irgendwie auch anrüchig daherkommt (was ist mit Mützen? und Leuten, die gar keine Kopfbedeckungen tragen wollen/ können? was ist mit dem Kopftuch - oder ist das verboten?).
Da bleibe ich lieber bei einer willentlichen Aussetzung meines Unglaubens und ruf mit Conan "CROM!"
Wenn Rollenspieler so ein Setting wählen, dann finde ich es wichtig, dass den Spielern bewusst ist, dass das eben kein Spiel mehr ist. Wenn dieses Bewusstsein gegeben ist und sich daraus konkrete politische Handlungen ergeben, könnte ich es eventuell akzeptieren. Mein (möglicherweise etwas provokanter) Vorschlag: Gruppen, die das wirklich spielen wollen, zahlen pro Sitzung 10€ an Amnesty International. Das wäre dann der Nachweis dafür, dass das Thema eines solchen Spiels nicht beim Wunsch nach Entertainment stehen bleibt, sondern konkrete Folgen aufzuweisen hat.Natürlich ist das noch ein Spiel und natürlich darf ein Spiel jenseits der reinen Unterhaltung arbeiten.
Danke, +1, Applaus! ~;D
Tut mir leid - ist ja alles gut und schön, aber man kann alles so lange politisch korrigieren bis eine Partie Halma (Hüte springen über andere Hüte) irgendwie auch anrüchig daherkommt (was ist mit Mützen? und Leuten, die gar keine Kopfbedeckungen tragen wollen/ können? was ist mit dem Kopftuch - oder ist das verboten?).
Danke, +1, Applaus! ~;D
Was mich persönlich an Gutmenschen stört ist belanglos.
Ausgehend von [ur=lhttp://www.tanelorn.net/index.php/topic,93724.0.html]diesem Thread[/url], in dem ueber die moegliche Unangemessenheit der Tour of Darkness (Vietnamkriegssetting) diskutiert wird, moechte ich hier fragen, welche Settings, die in Rollenspielen behandelt werden oder wurden, fuer euch nicht spielbar sind, weil ihr sie als unangemessen oder geschmacklos erachtet.
Im Endeffekt ist sogar "unangemessen" rein subjektiv.
Es soll hier um Settings gehen, die persönlich nicht oder nur unter persönlicher Überwindung gespielt werden, da sie gegen die eigenen Wertevorstellungen gehen.
"Spende erstmal an AI, bevor ich Dir abnehme, dass Du da mehr als Beer&Pretzel-Unterhaltung rausziehst."
RaHoWas ist allerdings höchstwahrscheinlich in Deutschland illegal, zumindest wenns irgendwelche Nazibsymbole oder Aufforderung zum Rassismus hat. Insofern macht man sich wohl strafbar, wenn mans spielt oder verbreitet. Zensur muss schon sein.
Helden brauchen Bösewichter! Je dunkler das Böse, desto heller kann das gute Licht der Helden erstrahlen.
Man kann jede Drachenjagd einschließlich der obligatorischen Prinzessinnenrettung, Schatzaneignung und Prinzessin-heiraten und-das-halbe-Königreich-Einstreichung natürlich unter verschiedenen Aspekten zerfaseln und ad absurdum führen:
1) Drachen sind selten und stehen somit auf irgendwiener 'Bedrohte Arten'-Liste oder sollten es sein. Umweltfrevel.
2) Wenn nicht - hat der Held einen Jagdschein? - Verdammter Wilderer!
3) Viele Drachen sind intelligent - ist unser Held eigentlich Polizist, dass er so einfach jemanden jagen und bei Widerstand mit tötlicher Gewalt bekämpfen darf? Hätte man nicht mal vorher auf eine friedliche Aufgabe und Herausgabe der (vermeintlichen) Geisel insitieren müssen?
4) War die Geisel bei der (vermeintlichen) Rettungsaktion in Gefahr? Wenn ja - schon wieder ein Problem.
5) War die Geisel möglicherweise gar keien Geisel, sondern wollte sie freiwillig mit dem Drachen leben? Viele Drachen können ihre Gestalt verändern und außerdem - was spricht gegen eine harmonische transspecielle Beziehung (platonisch oder volle Pulle)? Dann ist der "Held" der Entführer?
6) Seit wann darf man nach erfolgreicher Tötung (eher: gemeinschaftlicher Ermordung) desHausHöhleneigentümers einfach so mir nichts dir nichts dessen Besitz beschlagnahmen? Raubmord!
7) Der König darf seit wann einfach den Mord von (Nicht-)Bürgern beschließen und befehlen? Auftragsmord.
8) Ach, er darf das, weil Rote Drachen alle böse sind ...? - RASSISTENPACK!
9) Dann ZWANGSVERHEIRATET er auch noch seine arme, entführte Tochter an den von ihm gedungen Mörder!?! Wird immer besser!
10) Und der wird dann bald Kalif anstelle des Kalifen, Nachfolgerfürst und kriegt schon mal so die Hälfte des Staatsgebietes geschenkt?!? - Blanke Tyrannei und Antidemokratentum!
11) Und wieso "Held" und "Prinzessin" und "Drache" und "König" - wo ist die Heldin, der Prinz, die Drachin und die Königin, ihr Geschlechterrollen nicht in den Hauptstrom bringen wollenden Machos und Steinzeitmenschen!
12) Außerdem fehlt jeder Bezug zu Gay, Bi, Transgender, Multikulturalismus und dem interreligiösen Dialog!
Tut mir leid - ist ja alles gut und schön, aber man kann alles so lange politisch korrigieren bis eine Partie Halma (Hüte springen über andere Hüte) irgendwie auch anrüchig daherkommt (was ist mit Mützen? und Leuten, die gar keine Kopfbedeckungen tragen wollen/ können? was ist mit dem Kopftuch - oder ist das verboten?).
Da bleibe ich lieber bei einer willentlichen Aussetzung meines Unglaubens und ruf mit Conan "CROM!"
Das Spielen in den eigenen vier Wänden ist völlig strafffrei. Ohne Außeneinsicht kannst du dir auch Hakenkreuze auf den Kühlschrank malen und im Keller einen Schrein für Sankt Adolf errichten oder eben auch RaHoWa spielen.
Vertreiben oder das öffentlich machen darf man nicht.
was man mit der Freundin oder Ehefrau im Schlafzimmer macht, öffentliche Unzucht?Nur das erste. Das zweite sind eheliche Pflichten.
ich würde den Akt des Rollenspiels allerdings als öffentlichen Akt bzw. den Versuch der öffentlichen Darstellung werten, auch wenns in den eigenen vier Wänden stattfindet.
und welche die kein DSA spielen wollten, weil man das "andere Götter" anbeten muss
Aus dem Grund spiele ich nicht mit religiösen Hardlinern.
In unserer DSA-Runde gab es eher das Problem, dass die Götter ja durchaus nachweisbar existieren und ein Spieler deshalb rumgenörgelt hat, weil es unschöne Konsequenzen hat einen Atheisten zu spielen.
Religion verhält sich im Rollenspiel nun mal wie Politik und Moral, man sollte abstrahieren können. Wenn ich nicht in der Lage bin in einer fiktiven Realität eine Handlung auszuführen bei der ich im RL moralische Einwände hätte, warum spiele ich dann ein ROLLENspiel? Wer nicht abstrahieren kann sollte stattdessen lieber ethische Gedankenexperimente durchgehen ("ein Zug droht entweder ein kleines Mädchen oder 5 Greise zu töten, du musst die Weiche stellen, für wen entscheidest du dich?"), dies hätte denselben Ansatz wie ein Rollenspiel, nur, dass man ganz man selbst sein kann.
Aus dem Grund spiele ich nicht mit religiösen Hardlinern.
Aus dem Grund spiele ich nicht mit religiösen Hardlinern.
In unserer DSA-Runde gab es eher das Problem, dass die Götter ja durchaus nachweisbar existieren und ein Spieler deshalb rumgenörgelt hat, weil es unschöne Konsequenzen hat einen Atheisten zu spielen.
Religion verhält sich im Rollenspiel nun mal wie Politik und Moral, man sollte abstrahieren können. Wenn ich nicht in der Lage bin in einer fiktiven Realität eine Handlung auszuführen bei der ich im RL moralische Einwände hätte, warum spiele ich dann ein ROLLENspiel? Wer nicht abstrahieren kann sollte stattdessen lieber ethische Gedankenexperimente durchgehen ("ein Zug droht entweder ein kleines Mädchen oder 5 Greise zu töten, du musst die Weiche stellen, für wen entscheidest du dich?"), dies hätte denselben Ansatz wie ein Rollenspiel, nur, dass man ganz man selbst sein kann.
Vielleicht OT, aber gibt es tatsächlich religiöse Hardliner, die Rollenspiel betreiben? Ich hatte bisher eher den Eindruck, für solche Leute ist dieses Hobby ein Feindbild unter vielen.
Bin übrigens selber durchaus religiös, aber so ziemlich in der gleichen Ausprägung wie Murksmeister ;)
Wobei ich mich dann aber immer noch frage - warum haben die dann eigentlich überhaupt Rollenspiel machen wollen? Gerade in religiösen Kreisen mit solchen Ansichten sind Rollenspiele doch schon seit Ende der 80er als satanismusverherrlichende Hexereipropaganda verschrien (ich hab damals etliche Flyer zu dem Thema gesehen).Gibt/gab es das tatsächlich bei uns?
Gibt/gab es das tatsächlich bei uns?
ich habe das immer als us-amerikanisches Phänomen wahrgenommen.
..., moechte ich hier fragen, welche Settings, die in Rollenspielen behandelt werden oder wurden, fuer euch nicht spielbar sind, weil ihr sie als unangemessen oder geschmacklos erachtet.Für mich stellt Rollenspiel ja eine wunderbare Quelle persönlicher Unterhaltung dar, in der ich in gewissem Abstand von meinem "richtigen" Leben spannende Abenteuer "erlebe". Für mich entsprechen dem Handlungen zwischen (alt-)griechischer Tragödie und den gängigen Hollywood-Actionfilmen.
Gibt/gab es das tatsächlich bei uns?
ich habe das immer als us-amerikanisches Phänomen wahrgenommen.
Definiere "Hardliner".
(...) ausgestiegen (...), weil er die positive Darstellung von Magie und Hexerei nicht mit seinem Glaubensverständnis vereinbaren konnte.
(...) hat mit der Darstellung von Götterwirken Probleme, wenn es auf das durchführen christlicher Liturgien (oder Dinge die diesen stark ähneln) durch Spieler rausläuft.
Gibt/gab es das tatsächlich bei uns?
ich habe das immer als us-amerikanisches Phänomen wahrgenommen.
O ja! Das gab/gibt es bei uns
Ein Held, zwei Diebe und ein Zauberer tasten sich in einem halbdunklen Gang vorsichtig vorwärts. Sie suchen einen Schatz. Der Zauberer winkt der Gruppe, sie solle haltmachen. „Ich spüre böse Geister“, sagt er. Plötzlich stürzen durch eine Geheimtür drei bewaffnete Kobolde in den Korridor und schreien: „Die Oberirdischen! Schlagt sie tot!“
Was ist das? Ein böser Traum? Die Handlung in einem Horrorfilm? Nein, nur eine typische Episode in dem immer beliebter werdenden Phantasiespiel "Das schwarze Auge".
Ein junger Mann, der vor kurzem damit aufgehört hat, DSA zu spielen, äußerte sich wie folgt: „Das Spiel ist ganz heimtückisch. Am Anfang denkt man, es wäre nur ein harmloser Spaß und ein kleines Abenteuer, doch sehr schnell wird man hineingezogen. Man ist dann wie in einem Rausch.“
Ein anderer ehemaliger Spieler ist der gleichen Ansicht. „DSA macht süchtig.“
Eine mythologische Welt der Gewalttätigkeit
DSA wird nicht wie die meisten Spiele auf einem Brett gespielt. Statt dessen machen sich die Spieler die Persönlichkeit von Figuren zu eigen, die eine mythologische Welt betreten; diese Welt wird von einem Spieler, „Herrscher über das Verlies“ genannt, beherrscht. Die Spieler, die um einen Tisch herum sitzen, malen sich durch Fragen an den „Herrscher“ in ihrer Phantasie ihre Umgebung aus. Der „Herrscher“ spielt die Rolle verschiedenartiger Ungeheuer, auf die die Spieler treffen, und entscheidet mit Hilfe eines besonders geformten Würfels, was mit ihnen geschehen wird. Die Figuren der Spieler sind auf Schatzsuche. Die Ungeheuer des „Herrschers“ sind darauf aus, sie zu töten.
„Das Ausmaß der Gewalttätigkeit in dieser Scheinwelt ist enorm. Es gibt kaum eine Partie, in der die Spieler nicht in Mord, Brandstiftung, Folterung, Vergewaltigung oder Straßenraub verwickelt sind“, schreibt John Eric Holmes, ein erfahrener DSA Spieler.
„Man identifiziert sich mit seiner Figur“ sagte ein Exspieler. „Man möchte weiterspielen, um zu sehen, was als nächstes mit ihr passiert. Wenn deine Figur außerdem einige Abenteuer übersteht, ohne getötet zu werden, dann wird sie neue Kräfte und Fähigkeiten bekommen, die sie noch interessanter machen.“ Dieser Wunsch – aus seiner Figur einen „Supermann“ zu machen – spricht den Träumer in vielen Leuten an. Natürlich muß man das Spiel sehr oft spielen, bis man dieses Ziel erreicht hat. Was geschieht aber, wenn in der Zwischenzeit eine Spielfigur „getötet“ wird?
„Wenn eines dieser anderen Ichs getötet wird“, muß „Herrscher“ Holmes zugeben, „erleidet der Spieler manchmal einen seelischen Schock und ist völlig fertig.“ Klingt das nach einem harmlosen Spaß?
„Das stimmt“, bestätigt ein ehemaliger „Herrscher“. „Ich habe die Lieblingsfigur meines Bruders, in die er viel Zeit investiert hatte, umgelegt. Er war wirklich fassungslos.“
Die Persönlichkeit wird in Mitleidenschaft gezogen
„Das Spiel macht einen zum Egoisten“, bemerkt dieser ehemalige Spieler. „Zuerst sind die Spieler alle anständig und aufopferungsvoll, aber nach einer Weile wird das anders. Sie merken nämlich: Wenn sie selber nicht aufpassen, fällt ihnen jemand in den Rücken und nimmt ihnen ihren Schatz weg. Im Handumdrehen kann man keinem mehr trauen.“
Jeder, der eingeladen wird, DSA zu spielen, vor allem jeder Christ, sollte folgendes im Sinn behalten:
Das Spiel fördert die Habgier und den Materialismus. Die Hauptaufgabe der Figuren besteht darin, sich Schätze anzueignen, die ihnen nicht rechtmäßigerweise gehören. Wie läßt sich dies mit dem inspirierten Rat des Apostels Paulus vereinbaren: „Wenn wir ... Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten.“ (1. Tim. 6:8, 10)?
Das Spiel fördert Gewalttätigkeit. Jesus forderte seine Nachfolger aus: „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen“ (Mat. 5:44). Das ist nicht einfach. Fällt es Christen leichter, diesem Rat nachzukommen, wenn sie in die Rolle eines gewalttätigen anderen Ichs schlüpfen? Zugegeben, die Gewalttätigkeit in dem Spiel ist nicht „Wirklichkeit“ doch selbst wenn sie nur eingebildet ist, kann sie früher oder später das Herz beeinflussen. Jesus wies darauf hin, wenn er sagte: „Aus dem Herzen [kommen] böse Überlegungen, Mordtaten“ (Mat. 15:19). „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist“ heißt es warnend im Bibelbuch der Sprüche, „behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens.“ Die Frage erhebt sich also: Kann jemand, der ein Spiel wie DSA spielt, diesen biblischen Rat befolgen? (Spr. 4:23).
Das Spiel fördert den Polytheismus und den Dämonismus. Schon ein flüchtiger Blick auf einige der Figuren und Ungeheuer, die in der Spielanleitung erwähnt werden, sollte Christen davon überzeugen, daß dieses Spiel nichts für sie ist. Es kommen Zauberer (Medien, Seher und Beschwörer), Elfen, Höllenhunde, Kobolde, Monster, Knochenmänner, Gespenster, Vampire und Zombies vor, um nur einige wenige zu nennen. Von erfahrenen Spielern wird erwartet, daß sie sich gründliche Kenntnisse über die Eigenschaften solcher gräßlichen Spielgefährten aneignen. Christen dagegen werden davor gewarnt, die „tiefen Dinge des Satans“ kennen zu ernen (Offb. 2:24).
Nach den ersten Zügen mag solch ein dämonischer Beiklang noch wie ein harmloser Spaß erscheinen, in späteren Phasen des Spiels jedoch nimmt der Dämonismus gefährliche Ausmaße an. „Einige meiner hochentwickelten Figuren hatten sich übersinnliche Kräfte angeeignet“, erinnert sich ein Exspieler, „und während eines Spiels kämpften sie unmittelbar gegen Dämonen und Teufel. Es war irgendwie unheimlich. Wir waren erschrocken und haben es nie wieder versucht.“
Satanisches Denken
In den fortgeschrittenen Spielphasen wird von den Figuren sogar verlangt, daß sie sich einem mythologischen Gott hingeben. „Einer Gottheit zu dienen ist ein wesentlicher Bestandteil von DSA“, heißt es in einer Veröffentlichung zu dem Spiel, „und alle Spielfiguren sollten einen Schutzgott haben.“ Zu den Schutzgöttern gehören griechische, ägyptische und babylonische Gottheiten aus ferner Vergangenheit (z.B. Zeus, Ra oder Marduk), wohingegen von dem allein wahren Gott, Jehova, nirgends die Rede ist.
Tatsächlich wird durch DSA eigentlich der Eindruck erweckt, daß es keinen allein wahren Gott gäbe, sondern es fände nur ein universeller Krieg zwischen den unsichtbaren Kräften von „Gut und Böse, Gesetz und Chaos“ statt, vertreten durch verschiedenartige Kämpfer. Für solche Lehren sind schon vor langer Zeit Feinde des Christentums wie die Gnostiker eingetreten.
Das schwarze Auge ist von dem Gedankengut Satans, des Teufels durchsetzt, der schon immer Habgier, Gewalttätigkeit und Dämonismus gefördert hat.
Und witzig, dass es offenbar ein aus dem Englischen übersetzter Text über D&D ist, bei dem sie zwar D&D durch DSA ersetzt haben... sonst aber auch nichts; es bleibt bei den englischen Namen sowie dem "Herrscher des Verlieses" (sehr geiler Ausdruck, den versuch ich mir anzueignen).
John Eric Holmes, ein erfahrener DSA Spieler
Es kommen Zauberer (Medien, Seher und Beschwörer) [...] vor
Eine mythologische Welt der Gewalttätigkeit
Das schwarze Auge ist von dem Gedankengut Satans, des Teufels durchsetzt, der schon immer Habgier, Gewalttätigkeit und Dämonismus gefördert hat.
ch hätte mir bei DSA eine klare Gottesdarstellung wie bei Dragonlance oder Tolkien gewünscht, aber man kan nnicht alles haben.Okay, was hab ich bei Dragonlance und Tolkien verpasst?
Okay, was hab ich bei Dragonlance und Tolkien verpasst?
Dragonlance hat ein Pantheon sich teilweise bekämpfender Götter und bei Tolkien ist mir die Religion anscheinend komplett verborgen geblieben.
Vielleicht OT, aber gibt es tatsächlich religiöse Hardliner, die Rollenspiel betreiben? Ich hatte bisher eher den Eindruck, für solche Leute ist dieses Hobby ein Feindbild unter vielen.
DU musst das Silmarillion und die späten Dragonlance Bücher lesen, da klärt sich das auf.Beides imo vollkommen irrelevant für das Thema, da viel zu weit weg vom Original um noch eine Rolle zu spielen. In den massenbekannten Werken ist nichts von einer "klaren Gottesdarstellung" zu finden.
DSA bezieht sich ja mit Sumu/Los und den Gigantenkriegen eher auf nordische Legenden, das halte ich für eher suboptimal gelöst, da hier natürlich ein Weltbild vermittelt wird, das mit dem christlichen Glauben nicht in Einklang zu bringen ist. Die DSA Welt muss ohne einen wahren Gott auskommen, alles was sie hat sind ein zänkisches griechisches Pantheon und nordisch inspirierte Naturgewalten, die sich nicht für die Menschen interessieren.Nicht alle DSA-Spieler sind Christen.
DSA bezieht sich ja mit Sumu/Los und den Gigantenkriegen eher auf nordische Legenden
Es gibt genug religiöse Atheisten/Antiklerikalisten, die ein Rollenspielsetting, in dem so etwas ähnliches wie eine christliche Kirche auch nur ansatzweise, in Teilen, positiv dargestellt wird, nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden. "Ich spiel doch nichts, wo ich an EINEN Gott glauben muss..."
Auch genug, dass du da einen Beweis bringen kannst?
Mir ist jedenfalls noch kein Atheist begegnet, oder was das betrifft irgendein Rollenspieler, der blöde genug ist, zu denken, er müsste an die Götter der Rollenspielwelt wirklich glauben.
Ich finde es unangemessen und geschmacklos, dass Kleine Ängste verweichlicht wurde. Die alte Fassung war mutig, die aktuelle ist zum Einschlafen.Und wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Fresse halten.
Es gibt Themen, aus denen macht man einfach kein Spiel.
Die Themen könnte man ja einfach umschippern anstelle sie zu bespielen.
Glorifiziert können Themen auch in den konkreten Spielrunden werden, das lässt sich schlecht auf das System eingrenzen.Jain.
Klar kann man das in einer konkreten Spielrunde anders handhaben. - Aber das Regelwerk gibt da durchaus eine Richtung vor.
Glorifiziert können Themen auch in den konkreten Spielrunden werden, das lässt sich schlecht auf das System eingrenzen.
und wo alles, was im Setting irgendwie halbwegs nach Amtskirche aussieht automatisch "das Böse(TM)" sein muss.Das könnte tatsächlich die Erklärung dafür sein, warum Jarzon und the church of pure light in Blue Rose so aussehen, wie sie aussehen. Und deshalb sehe ich das Versprechen des Spiels OOG für Toleranz einzustehen auch nicht als gegeben, sondern eher als im Vorstellungsraum einer spezifischen politischen Haltung umgesetzt.
Mir ist jedenfalls noch kein Atheist begegnet, oder was das betrifft irgendein Rollenspieler, der blöde genug ist, zu denken, er müsste an die Götter der Rollenspielwelt wirklich glauben.
Dann unterhaltet euch mal mit Leuten die Opfern allerlei Gewalttaten, Folteropfern oder gar Kriegsflüchtlingen zu tun haben.... wenns danach geht was im echten Leben "inaktzetabel" ist, wirds aber _SEHR_ überschaulich aufm Rollenspielmarkt.
Im Spiel erwies es sich bei uns allerdings so, dass sich der Kampf im Vergleich zu den Alternativen hinsichtlich der Erfahrungspunkte stets als lukrativer herausgestellt hat. Und dann wird eben gekämpft. Ist das bei D&D und DSA anders?
Mein Charakter ist ja nicht ich. Wenn ich nur Leute spielen könnte, die das glauben, was ich glaube, wäre das ja arschlangweilig, dann spare ich mir das Rollenspiel und betreibe 24/7 LARP - nennt sich dann "mein Leben" ;-)Zwei sehr schöne Aussagen, die unbedingt unterschrieben gehören.
Das sehe ich eben auch als Problem. Wenn es reicht, dass IRGENDWER ein Problem damit hat, wird's eng. Mir persönlich reicht es, wenn keiner der MITSPIELER (und auf Cons, der Leute, die es mitkriegen könnten) damit ein Problem hat. Und mangels entsprechender Erfahrungen habe ich eben keine persönlichen Probleme dieser Art. Wenn meine Mitspieler welche haben, wird das natürlich ohne jeden Versuch, es ihnen auszureden, akzeptiert.
Es geht nicht darum, dass der Spieler an irgend etwas glauben muss (so blöde ist in meinem Bekanntenkreis wirklich keiner ;) ), sondern dass der Charakter an irgend etwas glaubt.
Und da kenne ich eben etliche Atheisten, die keine monotheistischen/christlich angehauchten Charaktere spielen - prinzipiell und überhaupt; und wo alles, was im Setting irgendwie halbwegs nach Amtskirche aussieht automatisch "das Böse(TM)" sein muss.
Und dennoch zitierst du deinen angeblichen Spieler mit "Ich spiel doch nichts, wo ich an EINEN Gott glauben muss...", also genau das, von dem du jetzt behauptest, dass es darum nicht ginge...Ich dachte, es wäre allgemein bekannt, dass viele Spieler von ihrem SC in der ersten Person Singular sprechen.
In diesem Thema geht es auch nicht um private Spielweisen oder HomebrewSettings, sondern verfügbare Settings.
Dann unterhaltet euch mal mit Leuten die Opfern allerlei Gewalttaten, Folteropfern oder gar Kriegsflüchtlingen zu tun haben.... wenns danach geht was im echten Leben "inaktzetabel" ist, wirds aber _SEHR_ überschaulich aufm Rollenspielmarkt.
Klar hat jeder in irgend einer Weise Themen bei dehnen man näher am Wasser gebaut ist. Die Themen könnte man ja einfach umschippern anstelle sie zu bespielen. Das letzte mal als ich geschaut habe, wurd niemand gezwungen irgendwas zu spielen.
Oder alternativ kann man natürlich auch Leuten um die Ohren hauen dass sie keine Ahnung haben und die Fresse halten sollen. ~;D
Und witzig, dass es offenbar ein aus dem Englischen übersetzter Text über D&D ist, bei dem sie zwar D&D durch DSA ersetzt haben... sonst aber auch nichts; es bleibt bei den englischen Namen sowie dem "Herrscher des Verlieses" (sehr geiler Ausdruck, den versuch ich mir anzueignen).
Es gibt im Bereich sexuelle Gewalt eine hohe Dunkelziffer.
Ich weiß nicht, was du damit meinst. Was ist das?
Wenn ich ein Setting beurteile, wie es im Regelbuch beschrieben wird, dann kann ich sehr wohl Aussagen darüber machen, was der Game-Designer vorgibt. Wenn im Buch angeregt wird, dass man Waffen kauft, Leute erschlägt und Bonuspunkte dafür bekommt, dann kann ich das Buch anhand dieser Inhalte durchaus beurteilen
Es gibt wenige, die mir jetzt spontan einfallen. Ich weiß, dass es dieses Serienkiller-Rollenspiel gibt, habe den Namen vergessen, sowas würde ich darunter fallen lassen.
Meinst du Sunshine Boulevard (http://www.1km1kt.net/wp-content/uploads/2011/02/secretlives.pdf)? Auf dem Papier sieht das ziemlich unterhaltsam aus, wenn du die richtigen Mitspieler dafür hast.Ich glaube, er spielt eher auf "Serials" an.
Für eine Setting-Beschreibung, die mir auf negative Weise zu nahe geht, müsste sie deutlich emotionaler sein. Das könnte man mit dem Setting wahrscheinlich machen, ist aber nicht passiert.
moralisch großartig. Also jedem das Seine.
War die Nebeneinanderstellung Absicht? ;)
dass du behauptet hast, dass man ein Setting by the book schlecht beurteilen kann. Zitat: "…das (Glorifizierung von Spielinhalten) lässt sich schlecht auf das System eingrenzen."
Ich habe Bekannte, die beruflich mit Opfern von Kindesmißbrauch und Kindesmißhandlung zu tun haben. Die fanden die alte Fassung von Kleine Ängste widerlich und einfach nur krank. Ich fand sie "nur" geschmacklos.
Es gibt Themen, aus denen macht man einfach kein Spiel. Punkt.
Zitat von: SashaelEs gibt Themen, aus denen macht man einfach kein Spiel.+1
Je größer die Nähe zur Realität um so weniger Bock habe ich mich damit zu beschäftigen.
Sei es das Elend von Flüchtlingen, das vergasen von Andersdenken oder der Missbrauch von Kindern. So sehe ich mich persönlich nicht, ich will auch nicht in solche Situationen gebracht werden, wenn ich mit dem Thema beschäftigen will dann nicht auf eine spielerischen bzw. rollenspielerische Weise.
Wer glaubt bei so etwas Immersion zu erleben ist krank und sollte dringend zum Arzt.
Meine 50cent.
Die Argumentation teile ich nicht, denn konsequent zu Ende gedacht müsste dann jeder Autor oder Leser eines entsprechendem Romanes auch ein krankes A*******h sein.
Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen.und ich hoffe wir reden hier nicht von deiner Moral oder meiner Moral sondern von der Moral unserer kultur und da ist zumindest in neuerer Zeit Kindesmissbrauch moralisch nicht Ok.
Je größer die Nähe zur Realität um so weniger Bock habe ich mich damit zu beschäftigen.
Sei es das Elend von Flüchtlingen, das vergasen von Andersdenken oder der Missbrauch von Kindern. So sehe ich mich persönlich nicht, ich will auch nicht in solche Situationen gebracht werden, wenn ich mit dem Thema beschäftigen will dann nicht auf eine spielerischen bzw. rollenspielerische Weise.
Wer glaubt bei so etwas Immersion zu erleben ist krank und sollte dringend zum Arzt.
Meine 50cent.
http://www.drosi.de/rezension/fed20500.htm
Der "Schwarze Mann unterm Bett" kommt nur leider wohl auch in der Gedankenwelt tatsächlich mißbrauchter Kinder vor. Damit versuchen sie sich vor dem Horror zu schützen, dass ihre eigenen Eltern ihnen so etwas antun. Damit ist oder war KÄ nach Meinung einiger Kinderpsychologen zu nah an der Realität, um noch als abstraktes Spiel herzuhalten.
Ja, das ist dann aber auch zu kurz gedacht. Nicht jeder stellt diesen Bezug her.Tja, und ich fand den Spruch "Jedem das Seine" auch vollkommen okay. Ist er aber nicht (mehr). Genauso wie das Wort "Neger", welches in meiner Kindheit noch ein neutrales Wort für einen Farbigen war und nur "Nigger" als Schimpfwort galt. Weil mir der Bezug fehlte. Wenn einem aber gesagt wird, dass es da einen problematischen Zusammenhang gibt und man dann schulterzuckend sagt "Mag sein, tangiert mich aber nicht", dann hat man etwas ziemlich Wichtiges nicht verstanden.
Je größer die Nähe zur Realität um so weniger Bock habe ich mich damit zu beschäftigen.Ah. Also keine Lust auf Filme wie "der Untergang" oder "Saving Private Ryan"?
Tja, und ich fand den Spruch "Jedem das Seine" auch vollkommen okay. Ist er aber nicht (mehr).Er ist immer noch das Motto der Feldjäger, immer noch in Gerichten angebracht.
Ich hätte von Feder & Schwert einen vorsichtigeren und erwachseneren Umgang mit diesem schrecklichen Thema erwartet. Kein Spiel.Da kauft jemand ein Rollenspiel von einem Verlag, der für leichte Literatur und Rollenspiele bekannt ist. Und was erwartet er: "Kein Spiel". ::)
Er ist immer noch das Motto der Feldjäger, immer noch in Gerichten angebracht.Na dann starte mal ne Werbekampagne für ein beliebiges Produkt mit diesem Spruch, und schau was passiert.
Kommt bitte mal zurück zum Thema "Rollenspielsettings". Das hier schlittert schon seit einer Weile in Richtung SC.
Vielleicht wäre es neuren Mitgliedern gegenüber fair den SC mit Speekers Corner auszuschreiben. Sonst verstehen die nämlich nur Bahnhof und können auch über die Suche nichts finden.
Beispiele ?Setting-Beispiele sind ja schon genug genannt worden.
Naja, hier hast du deine Meinung ja recht deutlich geschrieben. Das liest sich für mich so, als wäre es dir recht, wenn man solche Themen schlicht tabuisiert. Was ich davon halte kann ich ohne, unhöflich zu werden, nicht äußern. Denn für gewöhnlich ist es so das ein Misstand umso eher angegangen wird, je duetlicher er im öffentlichen bewusstsein ist.
Interessant wird es tatsächlich in einer Spielrunde, wenn man eben nicht mehr alleine ist und sich die Mitspieler an "seltsamen moralischen Auswüchsen" stören.
Ich empfehle mal den selbstversuch.Schon gemacht. "Schindlers Liste" ist ein sehr unterhaltsamer Film. "Das Leben ist schön" übrigens auch. Ich konnte dabei ne Menge über den Holocaust erleben.
Gehe in den Kindergarten und spiele mit den Kindern Kindesmissbrauch. Teile mir dann deine Erfahrung mit. Alternativ kannst du auch den Zentralrat der Juden zu einer Stellungnahme bewegen wollen zu einem Spiel was die Judenvergasung behhandelt. Auch hier bin ich auf die Reaktion gespannt.Jo. Am Thema und am Posting vorbei.
Schon gemacht. "Schindlers Liste" ist ein sehr unterhaltsamer Film. "Das Leben ist schön" übrigens auch. Ich konnte dabei ne Menge über den Holocaust erleben.
Das hat aber auch nichts mit Rollenspiel zu tun. Nicht alles, das in anderen Medien funktioniert, funktioniert im Rollenspiel.Sicherlich. Die Immersion allerdings schon (zumindest nahe dran. Siehe Beispiel Saving Private Ryan) und genau diese Immersion verurteilt bobibob bobsen. Oder besser verurteilt er Leute, die eine solche Immersion (die auch in Filmen möglich ist) erleben wollen.
Ich fand übrigens die Plünderer-Klasse (oder so ähnlich) aus Arcane Kodex geschmacklos. Charaktere dieser Klasse kriegen Vorteile, wenn sie Dinge tun, die so ein Plünderer halt tut - darunter auch Vergewaltigungen. :PJepp. Sehe ich genauso. Das ist genau der Punkt mit der Präsentaton. Scheiss Präsentation ist halt scheiss Präsentation und zu verurteilen.
Der Spruch hat eine Geschichte, die eine bedenkenlose Verwendung unmöglich machen. Genauso, wie in KÄ bestimmte Dinge sagen wir mal ... gedankenlos präsentiert wurden.
Die Aussage "Ich finde das jetzt aber nicht schlimm" ist in dem Zusammenhang ebenso gedankenlos.
Eine ähnliche Diskussion habe ich hier ausgegraben: http://www.tanelorn.net/index.php/topic,40508.0.html (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,40508.0.html)
. Ein "Die müssen selber wissen, worauf sie sich einlassen" grenzt imho schon an Victimblaming.
Damit auch der Rückgriff zum eigentlichen Thema:Dem kann ich so zustimmen.
Anstatt sich also über die recht beliebigen und weit auseinandergehenden moralischen Einschätzungen zu streiten, wäre mein Vorschlag folgender:
Spielt was ihr wollt, vertreibt was ihr wollt (rechtliches mal aussen vor) aber sorgt einfach dafür dass die Käufer/Mitspieler gut abschätzen können was sie erwartet.
Dann läuft es nämlich auf den Idealfall raus: Wer bewusst will der darf, wer nicht möchte den soll auch niemand dazu nötigen.
Ich denke bspw. sofort an 3:16 - Carnage amongst the Stars, das total davon profitiert, den Spieler erst auf eine falsche Fährte zu führen und ihn dann mit seinem Ende zu überraschen, einschließlich ziemlich harter Geschütze.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Hmmmmm. Klingt erstmal gut, aber so geht natürlich das Potenzial der Subversion verloren. Und gerade, was Fragen der Moral angeht, ist diese ein verdammt potentes Stilmittel. Ich denke bspw. sofort an 3:16 - Carnage amongst the Stars, das total davon profitiert, den Spieler erst auf eine falsche Fährte zu führen und ihn dann mit seinem Ende zu überraschen, einschließlich ziemlich harter Geschütze.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Man muss da auch nicht so weit in den Indie-Bereich gehen. Selbst mainstreamigere Spiele haben subversive Momente; sei es die Degeneration eigentlich "heldenhafter" Spielercharaktere, wie etwa in Hunter the Vigil und anderen (n)WoD-Spielen, oder die überraschend guten/menschlichen "Monster", die seit Drizzt und Co. durchaus ein Tropus der Fantasy sind.
Insofern, schwierig. Aber ja, wenn man es nicht sehr bewusst auf Subversion anlegt, kann man es auf jeden Fall deutlich klarmachen. Und wenn man die Subversion benutzt, sollte man definitiv auch sehr genau überlegen, was man wie tut.
Die Ablehnung kann zum Beispiel durch eigene Betroffenheit (direkt, zweiter Grad, Freundeskreis) entstehen. Oder weil ein Spieler generell sehr sensibel und einfühlsam ist. Oder weil es nicht dem persönlichen Geschmack, Ethnik, Religion entspricht. Was gibts da nicht zu verstehen?
Ich mag das nicht und will das nicht spielen != Das ist Kacke und wer das spielt ist ein krankes Arschloch.
Frag das mal einen direkt Betroffenen.Was soll ich fragen?
Oder weil ein Spieler generell sehr sensibel und einfühlsam ist.
Und das soll einer einfühlsamen Beschäftigung mit dem Thema im Rahmen des Spiels im Wege stehen?
Was soll ich fragen?
Das ist Kacke und wer das spielt ist ein krankes Arschloch.Das ist aber ein ziemlich exaktes Zitat...
Was ist den schon wieder Hostel ?Slasher-Flic. (http://de.wikipedia.org/wiki/Hostel_%28Film%29)
Die Ablehnung kann zum Beispiel durch eigene Betroffenheit (direkt, zweiter Grad, Freundeskreis) entstehen. Oder weil ein Spieler generell sehr sensibel und einfühlsam ist. Oder weil es nicht dem persönlichen Geschmack, Ethnik, Religion entspricht. Was gibts da nicht zu verstehen?
Wenn jemand besondere Trigger/Ängste/Phobien hat, dann ist deren Erwähnung eine Bringschuld. Ich kann als SL schließlich nicht riechen, dass eine Person übermäßig sensibel ist und Sonderbehandlung braucht.
Das ist aber ein ziemlich exaktes Zitat...
Wenn jemand besondere Trigger/Ängste/Phobien hat, dann ist deren Erwähnung eine Bringschuld. Ich kann als SL schließlich nicht riechen, dass eine Person übermäßig sensibel ist und Sonderbehandlung braucht.
Echt jetzt? 8]
Es gibt da einfach zu viele Möglichkeiten, da kann man nicht auf Verdacht Rücksicht nehmen.
Der eine: "Solche Themen sind nur okay, wenn sie niveauvoll und einfühlsam behandelt werden." Finde ich ehrlich gesagt schwierig - wer entscheide, was niveauvoll und einfühlsam ist, und kann eine "niveauvolle" nicht immer noch Übels bei tatsächlich Betroffenen triggern?
Das entscheiden die, die mitspielen. Im Zweifelsfall hinterher; oder mittendrin, im Sinne von: "Sorry Leute, so kann/will ich das nicht (weiter)spielen, ich klinke mich hier aus."
Der eine: "Solche Themen sind nur okay, wenn sie niveauvoll und einfühlsam behandelt werden." Finde ich ehrlich gesagt schwierig - wer entscheide, was niveauvoll und einfühlsam ist, und kann eine "niveauvolle" nicht immer noch Übels bei tatsächlich Betroffenen triggern?
Im Zweifelsfall entscheidet das eine staatliche Stelle. RPGs stehen vielleicht nicht im Zentrum der Wahrnehmung, aber je nach Härtegrad könnten auch hier Aufsichtsbehörden aufmerksam werden.
Unabhängig davon: Was jemand daheim spielt und solange keiner am Tisch ein Problem damit hat, steht wieder auf einem anderen Blatt. Insofern hatte ich das als Meinungen betrachtet.
Im P&P Bereich nicht. Anscheinend sind die schrecklichen Auswirkungen des Rollenspiels auf sensible Gemüter noch nicht im deutschen Recht angekommen. Wie gesagt, danbesteht nachholbedarf. Ich kann nur jeden hier aufforden, endlich tätig zu werden, bevor noch mehr Rollenspieler von schlaflosen Nächten, Weinkrämpfen oder gar schlimmerem geplagt werden.Fehlender Ironie-Smilie?
Ich glaube, bei der Bewertung von "Kleine Ängste" sind hier ganz schön viele unterschiedliche Maßstäbe im Spiel.So in der Art habe ich das geschrieben.
...
Das dritte ist die Kombination: "Das geht mir so nahe, und ich verstehe nicht, wie man aus so was ein Spiel machen kann."
(Vielleicht mit dem Unterton: "Wer aus so was ein Spiel macht, ist doch krank.")Das hingegen nicht, und das denke ich auch nicht.
Finde ich wiederum problematisch ... klar muss man das nicht verstehen, man sollte aber auch nicht unterstellen, dass jeder, der so was spielt, irgendwie voll daneben sein muss.Da liest du, zumindest bezogen auf meine Äußerung, etwas zwischen den Zeilen, was nicht meiner Meinung entspricht. Ich habe nichts gegen die Thematik an sich, einige Aspekte, die das Setting aber anscheinend (ich kenne das Spiel nicht aus eigener Erfahrung sondern nur vom Lesen) thematisiert, stoßen mich ab. Deswegen verstehe ich nicht, wieso man ein Spiel mit dieser Thematik entwirft oder spielen will. Ich kann auch den Reiz von Filmen wie Hostel und Saw nicht begreifen. Aber das heißt doch nicht, dass ich jeden, der anders denkt verurteile.
Da ist was dran, Warhammer 40k ist halt so uuunglaublich pubertär und DARK, dass ich es auch nicht richtig ernst nehmen kann. :D Ich kann mir aber vorstellen, dass das bei Leuten, die Probleme mit spezifischen Themen haben, nicht viel Unterschied macht.WH40K ist von der Grundkonzeption kein ernsthaftes Setting. Es ist eine Ansammlung von überzogenen Klischees aus Fantasy und dem Großbritannien der 80er Jahre, in den Weltraum verfrachtet. Der Anspruch auf Ernsthaftigkeit kam später, nachdem es ein Erfolg wurde.
Und wenn man das rausnimmt, würde ich dann doch lieber Starcraft als Hintergrund nehmen, die haben wenigstens ein paar coole Klischeecharaktere. :P
Wobei sich gerade bei den warhammer-Settings natürlich die Frage stellt wie man etwas so zentrales wie den erwähnten Völkermord ausblendet.Indiana Jones spielt auch zur Zeit des 3. Reiches. Es kommen auch diverse Nazis vor. - Die NS-Ideologie wird in den Filmen aber ausgeblendet.
Das Problem mit Warhammer ist nunmal, dass es WARhammer ist. Als man das Setting entwarf war es nur als Fluff für ein tabletop, ein Kriegsspiel, gedacht. Es ist in sich absolut unlogisch. Realistisch betrachtet dürfte es 40k nicht geben, weil bereits im Fantasy-Setting die Menschheit ausgerottet sein müsste.
es geht um 40000 Jahre Kriegder Titel bezieht sich wohl eher auf 4ote Jahrtausend der Menschheit
Das Problem mit Warhammer ist nunmal, dass es WARhammer ist. Als man das Setting entwarf war es nur als Fluff für ein tabletop, ein Kriegsspiel, gedacht. Es ist in sich absolut unlogisch. Realistisch betrachtet dürfte es 40k nicht geben, weil bereits im Fantasy-Setting die Menschheit ausgerottet sein müsste.
Nur mal so am Rande: Das Setting von Warhammer Fantasy spielt in der Zukunft von Warhammer 40k.Nä, nicht wirklich. 40K ist tatsächlich als Zukunft unserer Erde gemeint. Beide Settings haben offiziell settingseitig keine Verbindung mehr. Frühere Editionen haben wohl mal angedeutet, die Warhammer-Fantasy-Welt könnte als Planet irgendwo im Eye of Terror liegen, aber das ist wohl bei späteren Retcons rausgelöscht worden.
Und leider ist es nunmal so das die menschen heutzutage so abgehärtet gegen gewalt, tod etc. ist, das es schon starker reize bedarf um entsetzen hervorzurufen...Das würde ich potentiell anders sehen - man ist den direkten Auswirkungen von Tod, Pestilenz und Gewalt hierzulande schon seit ein paar Jahrzehnten ja nicht mehr so direkt ausgesetzt. Tatsächlich leben wir, man glaube es oder nicht, historisch gesehen weltweit in einer der friedlichsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Was an Mord, Krieg, Kriminalität und Elend in einigen Drittwelt-Ländern stattfindet, war noch vor wenig mehr als einem Jahrhundert weltweit der Normalzustand. Einerseits kennt man extreme Gewalt hierzulande nur aus Berichten von woanders oder aus den Erzählungen der Großeltern, die gegebenenfalls den zweiten Weltkrieg mitgemacht haben, andererseits ist man, was Gewalt angeht, sensibler und dank moderner Medien schnell über jede Kleinigkeit informiert. Das hier:
während gleichzeitig tausende menschen in "dritte welt ländern" brutal abgeschlachtet werden...hätte noch vor knapp 50 Jahren noch sehr viel weniger Menschen interessiert als heute. Teilweise hat man, sofern es um Kolonialverbrechen ging, Dinge sogar gezielt ausgeblendet - und zwar in einem Maße, dass heute (auch wenn einige Dreckecken auch heute noch "ausgeblendet" werden) glücklicherweise nicht mehr üblich wäre.
Der Völkermord bei warhammer ist nun mal zentrales Thema, es geht um 40000 Jahre Krieg, da gibt es keinen Unterschied.
Das ist purer Unsinn. Ohn jetzt länger auf dem Thema rumreiten zu wollen, ist das Imperium imaktuelen Zustand nicht in der Lage, irgendein anderes Volk auszurottenund ob das Imperium das getan hat und auch tut.