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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Timberwere am 18.08.2015 | 08:06
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Wir waren gestern Abend in "Codename U.N.C.L.E.", und mir hat er richtig gut gefallen. Ganz ähnlich wie bei "Kingsman" hatte mich der Trailer so überhaupt nicht vom Hocker gerissen, aber dann wurden doch gute Dinge über den Film geschrieben, und Guy Ritchie ist der Regisseur, also haben wir ihn uns doch angesehen. Und wie auch bei "Kingsman" fand ich den Film dann deutlich besser - und ganz anders! - als man rein vom Trailer her hätte erwarten können.
Es ist eine Komödie, ja, aber zum Glück keine mit schenkelklopfendem Brachialhumor. Zwar kommen die Kostüme und auch die Charaktere teilweise etwas überzogen daher, aber das Ganze wirkt für meine Begriffe dennoch immer charmant und nie aufgesetzt, mit einem Augenzwinkern statt Slapstick. Die Motive der Verbrecherorganisation bleiben eher dünn, aber darum geht es auch eigentlich gar nicht.
Henry Cahill gibt einen herrlich kultivierten Napoleon Solo ab, einen amerikanischen Ex-Kunstdieb, jetzt CIA-Agenten, der sich notgedrungen und sehr widerwillig mit seinem KGB-Widerpart Ilya Kuryakin (ebenso kongenial verkörpert von Armie Hammer) zusammentun muss. Die beiden bislang eher unbekannten Darstellerinnen Alicia Vikander (die Ava aus "Ex Machina") und Elizabeth ("The Great Gatsby") haben die weiblichen Hauptrollen.
Die Ausstattung ist wunderbar nostalgisch, der Soundtrack perfekt abgestimmt, Titelsequenz und Abspann und teilweise auch der Film selbst schön im Stil der 1960er gehalten.
Alles in allem habe ich mich köstlich amüsiert, aber mir ist bewusst, dass dieser Film vielleicht nicht für jeden etwas ist. Wer nämlich nach dem Trailer ein Action-Feuerwerk erwartet hat, wird keines bekommen, denn Actionsequenzen werden recht sparsam eingesetzt. Statt dessen gibt es süffisante Dialoge, glänzend aufgelegte Darsteller und eine Verfolgungsjagd in Trabis.
Einziger Wermutstropfen in der OV: Die Schwedin Alicia Vikander spielt die Deutsche Gaby, und sie muss immer mal wieder Deutsch sprechen, was ihr nicht akzentfrei gelingt. Da bei der Anfangssequenz in Ostberlin auch der Grenzbeamte mit starkem Akzent spricht, befürchtete ich schon das Schlimmste. Aber Gabys Vater und Onkel werden dann doch von Muttersprachlern gespielt. Puh.
Meine Lieblingsszenen:
- Die Trabi-Verfolgungsjagd
- Das Picknick im Lastwagen
- Solos kultiviert-genervte Gesichtsausdrücke
- Gabys Tanzeinlage im Schlafanzug
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Wie macht er sich denn so im Vergleich zu den alten Solo für Onkel-Filmen?
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Die alte "Solo für O.N.C.E.L."-Reihe habe ich nie mit Bewusstsein gesehen, muss ich beschämt zugeben. Die hat mich nie so interessiert - vermutlich, weil ich sie aus irgendeinem Grund mit dieser anderen Agentenserie, dieser Persiflage mit dem Schuhtelefon, verwechselt habe.
Den Vergleich habe ich also nicht, aber ich fand die drei Hauptdarsteller sehr charmant und den Film im besten Sinne altmodisch. Die verwendete Technik wirkt plausibel für die 1960er; keine Schuhtelefone oder Bond-artigen Supergadgets. (Wobei, es kommt ein etwas obskures Safeknacker-Implement ins Spiel, aber auch das wirkt in dem Moment eigentlich ziemlich normal.)
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Ich hatte auch meinen Spaß am Film. In der Verfolgungsjagd war aber nur ein Trabbi anwesend und zwar der vom Russen. Lustig fand ich auch den Abspann mit den Agentenakten.
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Ich war auch gestern drin und habe mich gut amüsiert. Ich habe ihm 87% gegeben, meine Begleiter mit 78% und 70% allerdings etwas weniger.
Die Splitscreens haben mir nicht so viel gebracht, waren aber vermutlich in Anlehnung an die Serie gemacht.
Ist etwas her, dass ich die gesehen habe, aber ich meine mich daran zu erinnern. Unsicher bin ich mir, ob die
"Das war eigentlich passiert"-Wiederholungen auch auf die Serie anspielen sollten. Die fand ich nämlich zu
häufg eingesetzt. Das sind aber Kleinigkeiten, insgesamt hatte ich viel Spaß.
Vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen haben mich sehr positiv beeindruckt. Ich werde mir auf jeden Fall
die DVD holen, um ihn auch im Original zu sehen.
Tschuess,
Kurna
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Das war auf jeden Fall einer der besten Filme des Jahres 2015.
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Wir haben uns den Film am Freitag auf BR geholt und geguckt.
Gut, der Trabbi war definitiv ein KGB-Sondermodell mit Tuning von hier bis zum Ural, aber das kann man als Ex-Trabbi-Besitzer auch mal augenzwinkernd verschmerzen. ;D
Ansonsten hat er uns sehr gut unterhalten. Großartige Schauspieler (auch wenn Gabys Deutsch wirklich zu wünschen übrig lässt ;) ), super Charaktere, witzige Einfälle (Picknick im LKW).
Ganz eindeutig eine wesentlich bessere Anschaffung als die letzte BR, The Hateful Eight.
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Ich fand den Film sehr sympathisch, einerseits natürlich durch die Besetzung, andererseits dadurch, dass er wie das Vorbild so herrlich "gedeckelt abstrus" ist - ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll. Will sagen, dass Ganze erhebt keinerlei Anspruch auf Realismus, ist aber gleichzeitig auch nicht total abgehoben und schräg (Was mich bei Kingsmen gelegentlich gestört hat ...). Dass Absurde entsteht eher durch die überzeichneten Charaktere - ein wenig so, als ob man Comicfiguren in der realen Welt agieren lässt und ihnen deren Beschränkung auferlegt, wogegen sie mit allen Mitteln ankämpfen. Das war früher bei "The Man from U.N.C.L.E." schon genial und ist es heute immer noch. Fortsetzung(en), bitte!
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Naja, da der Film im Kino eher ein Flop war (ich schiebs mal aufs schlechte Marketing), mach ich mir da weniger Hoffnungen.
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Naja, da der Film im Kino eher ein Flop war (ich schiebs mal aufs schlechte Marketing), mach ich mir da weniger Hoffnungen.
Das Marketing war wirklich übel bzw. nicht vorhanden. Ich rechne auch nicht ernstlich mit einer Fortsetzung, aber man wird ja wohl noch eine fordern dürfen! ;)