Tanelorn.net
Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Orok am 18.10.2015 | 19:39
-
Moin Moin!
Für den Bau eines Rollenspielsettings in der Gegenwart würde ich gerne reale Waffen verwenden. Also Namen, Beschreibungen und vielleicht sogar Bilder. Da ich das ganze im Internet veröffentlichen will, wenn es den mal fertig ist, stellt sich da natürlich die Frage der Legalität. Darf ich so etwas einfach verwenden? In Romanen, Filmen, usw. scheint das ja ok zu sein. Dann habe ich vor kurzem einen Artikel gelesen, von einem Kerl der Deviantart-Bilder verkauft, die er durch einen Kommentar legal als sein Kunstwerk bezeichnen darf.
Was denkt/wisst ihr?
-
kp wies rechtlich aussieht, aber es gibt zumindest zu PC Spielen immer wieder Artikel dass die Waffen lizenziert werden...
http://www.zeit.de/digital/games/2014-06/shooter-spieler-finanzieren-waffenhersteller
Videospielfirmen kaufen Lizenzen von Waffenproduzenten, um deren Produkte abbilden zu dürfen.
-
Äh, dass das legal ist würde ich gerne schriftlich sehen, aber beside the point, das...
Zunächstmal, fast jedes Rollenspiel macht das, kann also nicht so das Problem sein? Selbst wenn man davon ausginge, dass eine Waffe ein Kunstwerk oder sonstwie schützenswertes Kulturgut ist (was sehr fragwürdig ist), müsste ja auch erstmal klar sein wer da irgendwelche Rechte hält und wofür. Soweit ich das sehe, unterliegen industrielle Erzeugnisse nicht, und schon gar nicht in Gänze, dem Urheberrecht. Der Fall könnte anders liegen wenn es um einzelne Objekte, die z.B. kunsthandwerklich angefertigt wurden geht, wie die edelsteinbesetzte Jagdpistole von Scheich Dingenskirchen, die regelmäßig vor Publikum ausgestellt wird. Das ist aber alles weit hergeholt.
Zu Recht Sorgen machst du dir bei Bildern, wobei da eben das Bild als Erzeignis geschützt wäre, nicht die dargestellte Waffe. Da gilt grundsätzlich, ohne Erlaubnis des Urhebers keine Veröffentlichung.
Was nach zu beachten ist: Markenrecht. D.h. du kannst vermutlich nicht einfach "Jedi-Lichtschwert" benutzen oder ähnliches. Aber da ist die Überschneidung mit realen Waffen auch gering.
Edit: Falls du dir Gedanken darum machst, wie andere Leute dein Rollenspiel verwenden, solltest du das natürlich auch erkennbar unter eine Lizenz stellen. Wenns gratis sein soll evtl. Sowie wie creative commons, wo man es verwenden und verändern darf, darauf aber hinweisen und den jeweilige Urheber angeben muss, und das ganze wieder unter CC stellen muss.
-
Zeitgenössische Waffenhersteller haben ziemlich sicher das Markenrecht an dem Namen ihrer Waffe und ihrer Firma. Ich vermute mal stark, die können die Verwendung schon untersagen oder Unterlassung fordern, wenn denen nicht passt, was du damit veranstaltest.
Ob die das durchsetzen, wenn das eher eine Art Produktkatalog ist, weiß ich aber auch nicht.
-
Zeitgenössische Waffenhersteller haben ziemlich sicher das Markenrecht an dem Namen ihrer Waffe und ihrer Firma.
Ja, haben sie, und einige sind im Videospielbereich mittlerweile recht "giftig", was die Verwendung ohne Genehmigung angeht.
Ob die allerdings den Rollenspielsektor überhaupt auf dem Schirm haben - keine Ahnung.
Ich würde einfach mal den Herrn Vortisch fragen, der hat ja nun schon genug Bücher über zeitgenössische Waffen verfasst und hat daher wohl Erfahrung mit dem Thema.
-
Hallo zusammen,
ich würde ja einfach Mal bei den Herstellern nachfragen wie sie das halten. Bei Heckler & Koch etwa unter https://www.heckler-koch.com/de/unternehmen/kontakt.html (https://www.heckler-koch.com/de/unternehmen/kontakt.html). Denn dann hätte man etwas worauf man sich berufen kann.
Bei den Bildern würde ich entweder auf eigene Bilder ausweichen, Offener Tag der Bundeswehr oder verbündeter Streitkräfte aber vielleicht hilft ja nach einem Posting in einem passenden Forum auch ein Waffen Besitzer weiter. Auch eine Anfrage bei einem entsprechenden Waffenmagazin oder einem Verlag der entsprechende Bücher heraus bringt könnte eventuell Erfolg haben.
Gruß Jochen
-
Ok. Klingt ja schon mal nicht schlecht.
@CAA: Danke für den Artikel. Heckler & Koch schützen ihre Produkte also gar nicht, und sehen so was eher als kostenlose Werbung.
@KhornedBeef: Muss mich korrigieren. Habe den Artikel wieder gefunden. Es ging um Instagram, nicht Deviantart. Müsste aber rechtlich das gleiche Prinzip sein. Zeigt mir jedenfalls, das ich wohl mit entsprechender Bearbeitung wohl auch Katalogbilder relativ gefahrlos nutzen dürfte....
link (http://kfor.com/2015/05/26/artist-steals-instagram-photos-sells-them-for-90000-in-new-york/)
-
Notfalls gibt es immer noch die A.K.A.-47 (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/AKA47)-Methode der für Kenner nachvollziehbaren Umbenennung. So wurde früher bei Counterstrike aus Steyr Schmidt und bei CP2020 Smith&Wesson zu Stein&Wassermann.
-
Ok. Klingt ja schon mal nicht schlecht.
@CAA: Danke für den Artikel. Heckler & Koch schützen ihre Produkte also gar nicht, und sehen so was eher als kostenlose Werbung.
@KhornedBeef: Muss mich korrigieren. Habe den Artikel wieder gefunden. Es ging um Instagram, nicht Deviantart. Müsste aber rechtlich das gleiche Prinzip sein. Zeigt mir jedenfalls, das ich wohl mit entsprechender Bearbeitung wohl auch Katalogbilder relativ gefahrlos nutzen dürfte....
link (http://kfor.com/2015/05/26/artist-steals-instagram-photos-sells-them-for-90000-in-new-york/)
"Schöpfungshöhe" ist da im deutschen Urheberrecht das relevante Stichwort. D.h. du musst in das Ursprungswerk so viel eigenen Genius reinstecken, dass daraus ein neues Werk wird. Ob da minimale Bearbeitungen reichen entscheidet im Zweifelsfall (also wenn dich ein Schöpfer oder Rechteinhaber des Ursprungswerkes verklagt) der Richter, und da gibt es Präzedenzfälle, dass man da bei "zweckfreier Kunst" großzügiger ist als bei "angewandter Kunst" (worunter wohl auch eine Illustration für ein Rollenspiel-Regelwerk fallen würde).
-
Notfalls gibt es immer noch die A.K.A.-47 (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/AKA47)-Methode der für Kenner nachvollziehbaren Umbenennung. So wurde früher bei Counterstrike aus Steyr Schmidt und bei CP2020 Smith&Wesson zu Stein&Wassermann.
Das finde ich so schrecklich, dass ich für mein Setting lieber entweder in der Zeit vor oder zurück gehen würde, bis die Thematik nicht mehr relevant ist, oder den Ansatz der alternativen Geschichtsschreibung nutzen würde. Oder "generalisierte" Bezeichnungen nutzen.
Oder einfach machen wie geplant und warten, was passiert...
Aber nicht das :P
-
Das hat halt immer so ein bisschen was von Parodie. Da kommt es auf den Zusammenhang an, ob ich das witzig (Feng Shui) oder albern (Unknown Armies) fände.
-
Also ich habe hier noch genug Rollenspiele im Regal mit realen Waffennamen und -typen...
-
Ja die Verfremdung der Namen war auch mein erster Gedanke. Aber irgendwie fände ich reale Namen vom "Feeling" her schöner. Ich glaube ich werde mir ein eigenes Katalogformat inspiriert von der Heckler&Koch Seite machen, und dann pro Waffenkategorie ein paar rein nehmen.
@Infernal Teddy: Magst du mal Beispiele nennen? Sind da aktuelle Produktnamen drin?
-
Magst du mal Beispiele nennen? Sind da aktuelle Produktnamen drin?
GURPS High-Tech und Tactical Shooting, Twilight 2000 und 2013, Millennium´s End, Savage Worlds GRW und diverse Settingbände, D20 Modern, Call of Cthulhu, diverses WoD-Gedöns, Phoenix Command...
Alle mit aktuellen Produktnamen, teils mit Bildern, ohne Verfremdung o.Ä..
-
...Shadowrun, KULT, Cthulhu...
-
Danke. Zumindest das Savage Worlds Regelwerk sollte ich irgend wann mal haben. Wenn Prometheus es jemals verschickt...
Ansonsten macht mir die Vielzahl der Werke schon mal Mut den Schritt einfach zu gehen. Ich neige wohl auch zur German-Angst...