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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Ludovico am 5.11.2015 | 23:51

Titel: James Bond - Spectre
Beitrag von: Ludovico am 5.11.2015 | 23:51
Ich war gerade drin. Die Besetzung ist erstklassig wie ueblich, die Actionszenen standardmaessig ein Knaller, aber es fehlt irgendwie irgendwas. Das letzte Quentchen Salz ist nicht da.

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Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.11.2015 | 02:55
Komme auch grad ausm Kino.

War ganz gut, geht aber leider wieder ein bisschen in die Richtung der alten Bonds, also so ein ganz überkandidelter Schurke.

Alles in allem aber gut, schöner Abschluss des Reboots mit Craig.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Huhn am 9.11.2015 | 09:07
Ich fand ihn ok. Optisch richtig schick mit superviel total übertriebenem Hochglanz. Und das Tentakelporno-Intro hatte was. Hab mir im Nachhinein gedacht, dass ich lieber nen Fantasy-Streifen mit cthuloidem Horror gesehen hätte.  ;D
Der Film wird wohl das Schicksal aller Bond-Filme teilen, die ich bislang gesehen habe: Werde ihn als "war nett" in Erinnerung behalten und die Handlung völlig vergessen.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hellstorm am 9.11.2015 | 11:17
Kann auch nur sagen er war "OK"

Optisch und Filmerisch super geschossen. Verfolgungsjagten sehr gut in Szene gesetzt. Aber wie schon erwähnt der "realistische Bond" aus Casino Royal ist wieder weg.
Aber alleine die Eröffnungszene ist eigentlich schon 10 Euro wert.
Wenn man den Film wegen Waltz schauen will...sollte es lieber lassen.

Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Zarkov am 9.11.2015 | 14:36
Nachdem ich mir den Film gestern zu rein wissenschaftlichen Zwecken angeschaut habe und fest entschlossen war, mich kein bißchen zu amüsieren, muß ich gestehen, daß mir dies nicht völlig gelungen ist. Gegen Ende hin fiel es mir allerdings wieder zunehmend leicht.

Immerhin schön zu wissen, daß nach wie vor alle schlimmen Dinge und jedes Verbrechen dieser Welt auf ein einziges Konto gehen. Irgendwie beruhigend.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Blizzard am 10.11.2015 | 21:19
Kann auch nur sagen er war "OK"
Der Meinung kann ich mich insgesamt anschließen (komme grad aus dem Kino). Action, Verfolgungsjagden,etc. alles auf gewohnt gutem Niveau. Das letzte Drittel und das Ende fand ich aber schwach-und Waltz eine absolute Fehlbesetzung für die Rolle und den Charakter des Superschurken. Kein Vgl. zu einem Gerd Fröbe oder anderen Schauspielern, grade aus den älteren Bonds. Von den Bond-Filmen mit Craig hat er mir am besten gefallen.

Wenn man den Film wegen Waltz schauen will...sollte es lieber lassen.

Ich würde sagen: Man sollte den Film trotzWaltz schauen; bzw. war Waltz für mich eigentlich ein Grund gewesen, sich den Film nichtanzuschauen.


Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Vash the stampede am 10.11.2015 | 21:58
Mir hat er nicht gefallen. Die Schauspieler sind ok, aber danach fällt nichts mehr ein, was auch nur ansatzweise über durchschnittlich hinaus gehen könnte.

PS: Doch, ein gutes hat der Film. Er mich mit dem vierten Bourne versöhnt, den ich jetzt noch einmal schaute und der mir nun deutlich besser gefällt. ;)
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Arkam am 10.11.2015 | 23:59
Hallo zusammen,

ich habe mich auf diesen Film gefreut aber leider hat man meiner Meinung nach Chancen vertan.
Wer Spectre noch aus den früheren Filmen und vor allen aus dem Romanen kannte der wunderte sich darüber was die Geschichte mit der Lawine sollte.
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Die böse Tat des Oberschurkens ist zwar eine böse aber eben auch eine unpersönliche.
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Mich persönlich hat noch gestört
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Schon in Skyfall benötigte Bond ja Hilfe. In Spectre spielt am Ende aber direkt ein ganzes Team mit. Das ist zwar logisch, soweit ein Bond Film logisch sein muss, aber nachdem in Casino Royal, Ein Quantum Trost und schließlich Skyfall der Mythos Bond erst demontiert und dann wieder zusammen gefügt wurde hätte ich mir mit Spectre die Rückkehr des etwas klassischeren Bonds, kühl, den meisten Menschen überlegen und nicht persönlich insolviert gewünscht. Nette Ansätze dafür fanden sich ja schon in ein Quantum Trost und dem Ende von Skyfall.

Gruß Jochen
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: First Orko am 11.11.2015 | 16:28
PS: Doch, ein gutes hat der Film. Er mich mit dem vierten Bourne versöhnt, den ich jetzt noch einmal schaute und der mir nun deutlich besser gefällt. ;)

Ha! Sag ich ja schon immer: Bourne 4 ist der bessere Bond unserer Zeit. Der Film macht echt alles richtig, wo sämtliche Craig-Bonds kläglich versagen. Und dabei bin ich gar kein Bourne-Fan (Wie hatten das Thema ja mal ;)) aber Teil 4 hat echt was.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Xemides am 11.11.2015 | 18:00
Ich habe Bourne4 nich tgesehen, dafür gestern Bond.

Ich bekenne, ich mag James Bond immer noch, ich mag auch die Craig Bonds.

Zu Christopher Waltz: Er redet nicht unbedingt in besten Tönen über James Bond und seine Rolle, deshalb wohl das etwas lustlose Spiel.

Ansonsten war es ein mittelmäßiger Film, mit vielen guten und vielen schlechten Elementen.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Ludovico am 11.11.2015 | 19:05
Warum muss man bekennen, dass man James Bond mag?
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Crimson King am 12.11.2015 | 00:00
Ich fand ihn gut. Kein Knaller, aber gut. Als reiner Unterhaltungsfilm kommt er nicht ganz an Skyfall ran. Die Chance, mehr zu sein, hat er meines Erachtens vertan. Dazu hätte er die Überwachungs-und Drohnenkrieg-Themen stärker in den Vordergrund rücken und eine klarere Aussage dazu treffen müssen.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Xemides am 13.11.2015 | 05:54
Warum muss man bekennen, dass man James Bond mag?

Ich glaube das ein Schauspieler anders an eine Rolle heran geht, wenn er von dem Film überzeugt ist.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Bad Horse am 17.11.2015 | 21:44
Ich hab ihn auch gerade gesehen und fand ihn nicht so gut. Der Plot war völlig Banane, und dafür hat sich der Film einfach zu ernst genommen.

Negativ:
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Positiv:
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Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: KhornedBeef am 18.11.2015 | 08:44
Mich stört überhaupt nicht, dass es am Ende auf einen persönlichen Konflikt von Bond vs Schurke hinausläuft, das ist das im Vordergrund stehende Thema der Craig-Filme. Aber irgendwie wird man mit der Figur, die so lange im Schatten gehalten wird, nicht warm, finde ich. Aber man soll. Der Vegleich mit Fröbe ist gar nicht so passend. Goldfinger plaudert, Goldfinger ist jovial, Goldfinger foltert. Aber der Zuschauer soll ihm nicht nahe kommen, er soll keine tiefere Beziehung zwischen ihm und Bond spüren.. Goldfinger definiert sich über Gold. Er ist der Dämon des Goldes. Waltz' Figur soll mehr sein, aber kommt nie an. Nicht seiner Schauspielerei wegen, sondern wegen des Drehbuchs.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Crimson King am 18.11.2015 | 09:03
Ich schätze mal, um sowohl die Beziehung zwischen Bond und Blofeld als auch die zwischen Bond und Madeleine Swann zu vertiefen, hätte der Film mindestens eine halbe Stunde mehr Zeit benötigt, oder deutlich weniger Explosionen. Das führt letzten Endes dazu, dass der Film, um seine Geschichte durch zu kriegen, auf Klischees und Stereotypen zurückgreift.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Samael am 23.11.2015 | 06:38
Ich fand besondes albern, dass James Bond die riesige Anlage des Superschurken mit einem einzigen Pistolenschuss auf ein Sperrventil hochjagt. Da hat offenbar ein Konstrukteur jämmerlich versagt....
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Greifenklaue am 24.11.2015 | 10:29
Ich weiß nicht, ich fand den richtig, richtig gut. Nur das Titellied war schwach.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Trichter am 24.11.2015 | 10:53
Ja, der Titelsong war etwas seltsam. Ist einfach nicht meine Musikrichtung. Dafür war das Video lustig.  :ctlu:

Ansonsten hat der Film alle Erwartungen erfüllt. Verfolgungsjagden, Explosionen, Bond-Sprüche, Bond-Girls, Superschurken, ...
Ein bisschen wie "Alarm für Cobra 11" mit höherem Budget.
Eine Frage an die Kenner:
Hat das Product Placement im Vergleich zu älteren Bond Filmen deutlich zugenommen oder kam mir das nur so vor weil im Kino direkt vor dem Film nochmal extra Werbung mit Bond-Szenen für die verwendeten Uhren, Land Rover etc. lief?
Trotzdem fand ich es erfrischend, dass nicht jeder Depp sein Macbook-Apple-Logo in die Kamera gehalten hat, wie es inzwischen bei fast jeder Serie der Fall ist.
Offtopic:
Ich glaube bei Grimm ist es mir mal aufgefallen, dass auf der Rückseite eines Notebooks eine leuchtender Apfel prangte, in der nächsten Kameraeinstellung auf dem Display aber ein Windows-Startmenü zu sehen war. ;D
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Supersöldner am 24.11.2015 | 11:24
Sind Bond Schurken ,,echte,, Superschurken ?
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Trichter am 24.11.2015 | 13:31
Sind Bond Schurken ,,echte,, Superschurken ?
Das ist natürlich Definitionssache.
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Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: alexandro am 25.11.2015 | 00:08
Ich fand ihn gut.

Der zweitbeste Bond (nach Casino Royal). Tolle Bilder, guter Spannungsbogen (der - trotz der Länge - durch zahlreiche Teil-Höhepunkte bei der Stange hält) und ein rapide abstruser werdender (aber durch den Aufbau immer noch glaubwürdiger) Masterplan.

Waltz spielt seine übliche Rolle (manischer Psychopath mit guten Manieren), die er mittlerweile sicherlich im Schlaf beherrscht. Das Team war gut, aber nicht allzu präsent (ich hatte gehofft dass Moneypenny gegen Ende auch ein paar Ärsche treten darf; nachdem Skyfall sie ja als krasse Agentin eingeführt hat wäre eine "Hey, dass ich jetzt hauptsächlich am Schreibtisch sitze, heißt nicht, dass ich alles von meiner Ausbildung vergessen hätte"-Szene cool gewesen). Naja, man kann nicht alles haben.

Die Referenzen auf frühere Filme sind gut gemacht und ich bin gespannt wo sich die Bond-Filme (jetzt wo dieser Handlungsbogen abgeschlossen ist) hinentwickelt.

P.S.: hätte eigentlich erwartet, dass Bautista
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Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Wulfhelm am 30.11.2015 | 12:06
War als Unterhaltungsfilm noch annehmbar, hat aber die klassische Messlatte "Unterhaltsam, während man im Kino war, und erst hinterher merkt man, wie dämlich der Film ist" nicht ganz geschafft.
Logikschwächen und Plot Holes im Dienste des Filmablaufs sind okay, wenn der Film es schafft, sie zu überspielen. Hier wurde ich mehrmals durch "Wait, what?"-Momente aus dem Film gerissen.
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Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Sashael am 15.03.2016 | 10:54
Vorgestern und Gestern (weiter)gesehen und ich bin froh, dass die Ära Craig jetzt endlich vorbei ist. Und hoffentlich darf Mendez nie wieder einen Bond drehen, das hat er einfach nicht drauf.

Das einzig wirklich gute an dem Film ist die Startsequenz, die eine sehr beeindruckend lange Kamerafahrt ohne einen einzigen Schnitt zeigt. Das machte soviel Spaß, das haben wir uns beim Weitergucken nochmal gegeben, bevor wir zur eigentlich anstehenden Szene gesprungen sind.

Ansonsten? Enttäuschung pur. Belucci mit gefühlt 2,5 Minuten Screentime, Waltz entweder weit unter seinen Möglichkeiten oder (Achtung, Blasphemie) ganz einfach fehlgecastet. Landa ist halt nicht Blofeld. Das Blondchen wie immer schön passiv, damit Bond sie retten kann (die eine Szene im Zug zählt da echt nicht mehr) und die Geschichte vollkommen wirr. Der verkrampfte Versuch, die anderen Craig-Bonds zu einem Gesamtplot zu vereinen, ist für uns meilenweit fehlgeschlagen.

Der Film ließ mich wie alle Craig-Bonds mit einem schalen Geschmack zurück. Keine Ahnung, wer auf diesen Realismustick verfallen ist, aber für uns funktioniert er mit James Bond nicht. Da waren Kingsmen und MI:Rogue Nation irgendwie die besseren "Bonds".
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Chruschtschow am 15.03.2016 | 12:42
Ich habe Spaß gehabt. Aber ich fand die Craig-Bonds allesamt ganz ansprechend. Die drückten allesamt für mich die richtigen Knöpfe. Waltz? Gegen Gerd Fröbe stinken eh alle Bondbösewichte ab. Und was die Sinnhaftigkeit des ganzen Films angeht, gab es bislang nicht einen Bond, bei dem ich Anspruch auf Tiefgang und Konsistenz hätte. Mal im Ernst, es ist James Bond. Die Filme sind eher Superheldenmovies als Agententhriller...
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Ludovico am 15.03.2016 | 13:23
Sogar wenn Craig nicht noch einen Bond spielt (ist noch offen), so wird die Reihe doch weiterhin eher auf Realismus naeherungsweise setzen.
Klar, die ganzen Gimmicks der alten Bond-Reihe wirken heute eher laecherlich, wenn der Regisseur nicht so vollkommen aufdreht wie im (meiner Meinung nach) Machwerk Die Another Day mit unsichtbaren Autos setzt.
Und das aktuelle Prinzip und Mendez sorgt fuer Erfolg an den Kinokassen. Warum sollten sie es aendern?
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 15.03.2016 | 13:34
Erstens heißt der Mann Mendes, nicht Mendez.

Zweitens ist der Film - wie übrigens alle Biond-Filme mit Craig - immer noch nicht realistisch. Vielleicht realistisch*er* als Sachen wie Moonraker, aber trotzdem immer noch dermaßen over the Top, dass ich es jedes mal lächerlich finde, wenn der Film als "realistisch" bezeichnet wird.

Nichts gegen überzogene Actionfilme. Find ich gut. Aber dann bitte dazu stehen.

Dass am Mendes keinen Bond kann, würde ich so nicht sagen. Skyfall fand ich - mit Abstrichen - ziemlich gut, deutlich besser als Quantum of Solace zumindest.

Spectre hatte auch starke Szenen, allerdings auch schwache. So komplett ohne Plan aber dafür mit massiver Vorwarnung in die Höhle des Bösewichts zu marschieren, das war auch für meine Suspension of Disbelief zu viel. Und wenn man schon eine persönliche Vorgeschichte mit dem Obreschurken herbeierzählt, dann sollte man sie doch bitte verdammt noch mal nutzen, statt sie groß und plakativ hinzustellen - und dann zu ignorieren.
Da hätte man Bond mal echt ein bisschen menscheln lassen können - und zwar mehr, als sich ratzfatz aus heiterem Himmel zu verlieben.
Chance vertan.

Was bleibt waren ein paar coole Action-Szenen, eine gute Kammerspiel-Szene (Keller der Hütte) und viel Augenrollen.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Crimson King am 15.03.2016 | 14:10
In den Logiklöchern des Films kann man Sternzerstörer wenden, aber da ist er nur der letzte in einer langen Reihe von Bond-Filmen. Auch wenn der weibliche Hauptcharakter hier deutlich damselindistressiger ist, als es ihr Background vermuten lässt, ist das deutlich weniger fremdschämenswert als die Pussy Galore-Vergewaltungsumpolung aus dem überbewertetsten aller Bonds, Goldfinger.

Gegenüber Skyfall, der von der überragend gespielten verkappten Mutter-Sohn-Beziehung getragen wird, stinkt Spectre allerdings ab.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Sashael am 15.03.2016 | 14:38
Zweitens ist der Film - wie übrigens alle Biond-Filme mit Craig - immer noch nicht realistisch. Vielleicht realistisch*er* als Sachen wie Moonraker, aber trotzdem immer noch dermaßen over the Top, dass ich es jedes mal lächerlich finde, wenn der Film als "realistisch" bezeichnet wird.
Okay, man versucht, "realistischer" zu sein. Und scheitert dann auch noch daran.

Sorry, aber die Motivation für jeden einzelnen Craig-Bondbösewicht kannst du doch in der Pfeife rauchen.
Einer ist nur ein kleiner Handlanger, der 100 Mio beim Pokern gewinnen soll. *da reicht der Augenrollsmiley nicht aus, um mein Augenrollen zu zeigen*
Einer will irgendwem das Wasser abdrehen und Kontrollieren. Oder so ähnlich. QoS war einfach zu blöd.
Einer macht den übergenialen Superplan, um EINE Person zu ermorden, die er auch einfach so auf der Straße hätte erschießen können, was er ja dann letzten Endes auch versucht. Hätte er auch früher haben können.
Und der letzte Kerl ist sauer auf James, weil sein Vater für ihn gesorgt hat. Weswegen er seiner Psychopathie freien Lauf lässt, seinen Vater ermordet und dann ein weltumspannendes Imperium errichtet, um jedem ins Wohnzimmer linsen zu können.
Der Typ ist genauso größenwahnsinnig wie Valentine aus Kingsmen, nur hat er einen total lahmen Biedermeierplan.

Und die Gadgets sind ... naja, keine mehr.
Klar, bei Brosnan haben sie es vollkommen übertrieben, aber Bond hatte immer abgedrehte Technik auf beiden Seiten. Und bei Craig? Naja, egal ...

Und klar die Bondfilme spielen Geld ein. Würden sie aber auch, wenn man sie wieder mehr wie die alten machen würden.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 15.03.2016 | 14:58
verkappten Mutter-Tochter-Beziehung
Tochter? Weißt Du was über Bond, was ich nicht weiß? ;D

Aber ja, ich geb Dir in allem recht. Insbesondere auch mit Pussy Galore / Goldfinger.

@Sashael: Der Schurke bei Skyfall wollte sie ja nicht einfach erschießen. Er wollte ihre Arbeit zunichte machen und dabei noch zeigen, dass er doch der schlaueste ist, weil nämlich Mami böse zu ihm war und er es ihr beweisen wollte. Gewinnt immer noch keinen Plausibilitätspreis, aber das kann ich so kaufen. Bei Spectre ging das nicht.

QoS fand ich auch abstrus blöd, insbesondere die Beziehung des Bondgirls zum Schurken (nach diversen Mordversuchen trotzdem wieder ein Date? WTF?) und das explodierende Hotel, nachdem ein Auto in der Tiefgarage gegen eine Wand dutzt. Ja nee, is klar.

Bei Casino Royale *soll* der Handlanger nicht das Geld gewinnen, der *will* oder vielmehr *muss* es gewinnen, weil er sich mit der Kohle seiner Klienten verspekuliert hat, und die ihm sonst den Arsch aufreißen. Auch hier: Kein Plausibilitätspreis, aber das ist immer noch Bond, und auch wenn die 3x "realistisch" auf's Etikett schreiben glaub ich das kein Stück - und kann es deswegen akzeptieren.

Wenn ich Unterwasserbasen (Der Spion, der mich liebte), Seilbahnkabelzerbeissen (Moonraker), den Beisser generell oder orbitale TOdeslaser (Diamantenfieber) akzeptieren kann, dann auch eine Pokerrunde.

Im Schnitt sind die Craig-Bonds mit 2 imho sehr guten (Skyfall, Casino Royale) und zwei schlechten (QoS, Spectre) immer noch vor Brosnan und Moore. Und auch die Connery-Bonds sind bei weitem nicht so gut, wie allenthalben kolportiert (einen Geht-gr-nicht-Moment aus dem vielgelobten Goldfinger hat Crimson King ja gezeugt, Diamantenfieber ist Schrott pur).
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Sashael am 15.03.2016 | 16:06
Wenn ich Unterwasserbasen (Der Spion, der mich liebte), Seilbahnkabelzerbeissen (Moonraker), den Beisser generell oder orbitale TOdeslaser (Diamantenfieber) akzeptieren kann, dann auch eine Pokerrunde.
Ne, eben grade darum nicht. ;D

Ich WILL ja so einen Stuss in einem Bondfilm! Ich will sagen "Der will WAS?!?!", wenn der Plan der Schurken enthüllt wird! ;D

Und nicht "Ahja ... 100 Mio Dollar ... kann er sich ja beim Immobilienbetrüger Schneider holen, der hat alleine die Deutsche Bank um 400 Mio DM erleichtert, die anderen Geschädigten nicht eingerechnet."
Oder "Wird der Bondbösewicht jetzt von Nestlé bezahlt?"
Oder "Echt jetzt? Mami war böse und muss bestraft werden?"
Oder "Die totale Überwachung? Blofeld, das Regierungsprogramm?"

Vor allem bei Blofeld fällt mir auf, dass das Ganze überhaupt nicht zu Ende gedacht ist. Klar, Information ist alles. Aber Information ist gleichzeitig auch Nichts, wenn man nichts damit macht. Und die Frage, was Blofeld mit den Informationen eigentlich zu tun gedenkt, bleibt der Film komplett schuldig. So bleibt nur ein "Ich will die größte Peepshow aller Zeiten aktivieren!" *golfclap*
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 15.03.2016 | 16:42
Bei Spectre müssen wir da gar nicht diskutieren, da find ich sowohl den Bösewicht, als auch
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als auch seinen Plan als auch den Showdown doof.

Ich find allerdings nicht alle Bond-Filme mit Craig schlecht - sondern finde im Gegenteil deren durchschnittliches Niveau sehr hoch, wenn man auch die anderen Bonds mal wirklich objektiv betrachtet.

Es steht natürlich jedem frei, das anders zu sehen.

Edit: Satzbau - ergab vorher irgendwie keinen Sinn.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Thandbar am 15.03.2016 | 16:47
Ich seh's aber genauso wie Du.  :D
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 15.03.2016 | 16:53
Ich seh's aber genauso wie Du.  :D
Danke - ich hab aber meinen letzten Satz mal korrigiert. Irgendwie ergab der vorher nicht den Sinn, den ich eigentlich ausdrücken wollte.. Insofern - lieber nochmal checken ;D
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: YY am 15.03.2016 | 20:53
Sogar wenn Craig nicht noch einen Bond spielt (ist noch offen), so wird die Reihe doch weiterhin eher auf Realismus naeherungsweise setzen.

Ich frage mich, wie sich diese Wahrnehmung immer noch halten kann.

Sind das alles die Nachwirkungen zweier bestimmter Kampfszenen aus Casino Royal und des Umstandes, dass Bond auch mal ordentlich in den Seilen hängt?
Sonst findet sich nämlich in der ganzen Reihe kaum etwas in der Richtung, weder darstellungs- noch plotmäßig.

Das hat irgendwann mal einer in die Welt gesetzt und seitdem plappert es die Kritik großteils unreflektiert nach, mehr aber auch nicht.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Ludovico am 15.03.2016 | 21:01
Das, was in den Craig-Bonds passiert, ist mein Alltag.  ;D
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.03.2016 | 21:21
, dann auch eine Pokerrunde.
das stammt von Fleming selber
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Sashael am 15.03.2016 | 22:05
Ich frage mich, wie sich diese Wahrnehmung immer noch halten kann.

Sind das alles die Nachwirkungen zweier bestimmter Kampfszenen aus Casino Royal und des Umstandes, dass Bond auch mal ordentlich in den Seilen hängt?
Sonst findet sich nämlich in der ganzen Reihe kaum etwas in der Richtung, weder darstellungs- noch plotmäßig.

Das hat irgendwann mal einer in die Welt gesetzt und seitdem plappert es die Kritik großteils unreflektiert nach, mehr aber auch nicht.
Seh ich ganz anders.

Die Actionsequenzen mögen ja noch Over the Top sein, aber die "Perfiden Pläne Pöser Purschen" sind so down to earth, dass es mir zumindest gar keinen Spaß mehr macht, Bond zu gucken.

Ich mein, wenn man jetzt von diesem überkanditelten "Mamis-Strafe-Plan" mal absieht, passiert das, was die "Fürchterlich Fiesen Finsterlinge" da ausbrüten derzeit ganz real und zum Teil sogar staatlich sanktioniert. Was sollen das denn für Superschurken sein, gegen die nur noch Bond bestehen und die Welt retten kann?
Und wo sind die ganzen charmant-albernen Gadgets hin? Bond hatte früher immer extrapolierte Technik am Start. Jetzt hinkt er gefühlt dem aktuellen Stand um 10 Jahre hinterher.

Also langweilige Schurken mit Plänen, die alle viel zu "real" sind und ein Bond mit Tricks von vorgestern. Das daraus resultierende Gefühl heißt (nicht nur) bei mir: Bond ist realistischer. Und das ist nunmal überhaupt nicht als Kompliment gemeint.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.03.2016 | 22:16
Pechver tick pay Ian Fleming
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Timberwere am 15.03.2016 | 22:43
Pechver tick pay Ian Fleming

Bitte wie meinen?
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.03.2016 | 22:48
Er möge doch seine Klagen an den Autor  richten
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: YY am 15.03.2016 | 22:56
Also langweilige Schurken mit Plänen, die alle viel zu "real" sind und ein Bond mit Tricks von vorgestern. Das daraus resultierende Gefühl heißt (nicht nur) bei mir: Bond ist realistischer. Und das ist nunmal überhaupt nicht als Kompliment gemeint.

Dann spreche man doch auch bitte von banal, langweilig, uninspiriert oder sonstwas in der Richtung.

Grad bei der schreibenden Zunft kommt das nämlich bisweilen sehr wohl als Kompliment rüber, was sich dann vorne und hinten beißt.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Sashael am 15.03.2016 | 23:04
Er möge doch seine Klagen an den Autor  richten
Warum?
Die anderen Bücher Flemings wurden ja in der mir lieb gewordenen Art verfilmt. Nur bei Craig haben sie es dann so ... bieder gemacht.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.03.2016 | 23:15
Weil im Vergleich zu Fleming Craig over the Top und vergleiche Craig mit Connery in Dr No und Liebesgrüsse aus Moskau
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: KhornedBeef am 16.03.2016 | 08:14
Zum Thema Realismus-Bescheinigung: Die Craig-Filme liegen sehr viel mehr Gewicht auf die sichtbaren und persönlichen Kosten der Geschehenisse für Bond. Ja, Dalton ist auch mal abgetaucht. Ja, Brosnan wurde mal an Korea gefoltert. Und sah danach wieder aus wie ein Anzugmodel. Craig sieht die Hälfte der Zeit aus als hätte er 12 Runden Schachboxen gegen Megatron hinter sich. Er wird als Figur durch diese Dinge deutlich mehr noch ausdefiniert, eine Entwicklung die bei den VOrgängern in dem Maß nie stattfindet.
Ist vielleicht auch ein Faktor bei der Wahrnehmung.

Edit: Grammatik
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Crimson King am 16.03.2016 | 08:42
Dass Bond nicht mehr dieser vollkommen unangreifbare Teflonbillie ist, ist aus meiner Sicht der größte Pluspunkt der neuen Bonds.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Chruschtschow am 16.03.2016 | 08:49
Ok, eine Sache ist mir bei Spectre doch sauer aufgestoßen. Blofeld ist zu schnell vom gemütlichen Teil zur Folter übergegangen. Kein gemeinsames Abendessen an der großen Tafel in der Festung des Bösen. Ich fühlte mich um ein geliebtes Klischee betrogen. ;)
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: LushWoods am 16.03.2016 | 09:00
Das Interesante an der Sache ist doch das sich die Leute beklagt haben das die Craig-Bond-Filme ganz anders waren.
Mit Spectre hat man versucht (mehr oder weniger erfolgreich) an die klassischen Bonds anzuknüpfen und dann beschweren sich die Leute wieder darüber.
Man kann's halt nicht recht machen und das ist auch einer der Gründe warum Craig die Schnauze voll hat.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Xemides am 16.03.2016 | 09:00
Vor allem bei Blofeld fällt mir auf, dass das Ganze überhaupt nicht zu Ende gedacht ist. Klar, Information ist alles. Aber Information ist gleichzeitig auch Nichts, wenn man nichts damit macht. Und die Frage, was Blofeld mit den Informationen eigentlich zu tun gedenkt, bleibt der Film komplett schuldig. So bleibt nur ein "Ich will die größte Peepshow aller Zeiten aktivieren!" *golfclap*

Das fiel mir damals auch auf.
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: KhornedBeef am 16.03.2016 | 09:01
[...]und das ist auch einer der Gründe warum Craig die Schnauze voll hat.
woher hast denn das?
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 16.03.2016 | 09:04
Dass Bond nicht mehr dieser vollkommen unangreifbare Teflonbillie ist, ist aus meiner Sicht der größte Pluspunkt der neuen Bonds.
Sehe ich auch so.
Trotzdem sind die Filme imho weit davon entfernt, auch nur im Ansatz "realistisch" zu sein. Das wiederum sehe ich nicht als Manko - ist mir einfach ein Anligen, das zu betonen ;)
Titel: Re: James Bond - Spectre
Beitrag von: LushWoods am 16.03.2016 | 09:05
woher hast denn das?

Hab ich vor Kurzem erst irgendwo gelesen. Bei einem Interview im Zusammenhang mit seinem Star Wars Cameo.
Ich kann dir aber leider die Quelle nicht mehr nennen.