Ich finde die Welt der Tribute von Panem so verdammt inkonsistent. Ich könnte es mögen, aber ich sitze die ganze Zeit davor und finde die Welt ... fehlerhaft...Das liegt daran, dass
Und vor allen Dingen mit Spoilerwarnungen, ich würde die Bücher nämlich tatsächlich noch gerne lesen :P
Dazu die vollkommen sinnbefreite politische Situation mit Distrikt 13. Die haben denen die ATOMWAFFEN abgenommen und das führt nicht in ein Cold-War-Szenario, sondern die lassen die Tyrannen fröhlich weiter ihre Terrorherrschaft ausleben, ziehen sich unter die Erde zurück und alle tun so, als ob Distrikt 13 vernichtet worden wäre. Nein. Einfach Nein. So funktioniert sowas einfach nicht. Nie.
Dann kommt es tatsächlich zu einem Krieg, der von Distrikt 13 auf konventionelle Weise geführt wird, anstatt wenigstens einmal die Atomdrohung noch einmal auszupacken. Nooooooooo!
Wenn ich das Richtig verstanden habe hat das Capitol auch Atomwaffen (Von vor dem Krieg aufgehoben), aber keine Ressourcen um Neue zu bauen. Kann mich aber irren.Das kann ich weder bestätigen noch widerlegen, aber das würde halt auch rein gar nichts an der Situation ändern.
Lustig ist übrigens, das ich normalerweise viel leichter Plot und oder Logikfehler in Filmen verzeihe als meine Freundin. Sie mosert bei Aktion & Abenteuerfilemen/Büchern sehr viel eher rum wenn sie nicht gut gestrickt sind. Hier akzeptiert sie alles wärend ich rummosere, obwohl ich mir Zeitweise echt mühe gegeben habe Filme oder Bücher zu mögen.Den ersten Film habe ich mir noch gefallen lassen, einfach weil die schauspielerische Leistung von Jennifer Lawrence vieles wieder rausriss. Die Logiklöcher haben meine Frau und mich zwar trotzdem angesprungen und wir haben sie auch hinterher diskutiert, aber auch wenn unsere Suspension of Disbelief schwer wackelte: Bis dahin hielt sie.
Die Tribute von Panem ist deswegen inkonsistent, weil sie im Gegensatz zu Battle Royal überhaupt versucht eine ganze Welt aufzubauen.
Battle Royal (der Film) taugt auch nicht als Beispiel für Logik. Zumindest gibt es keinen Hinweis, dass das Spiel dort medial übertragen wird, also wie funktioniert das mit der pädagogischen Wirkung (außer bei den Teilnehmer, was naheliegender Weise nicht sehr effizient ist) ?
Äh ja, _das_ ist schon klar. Ich denke da eher an die Grundprämissen des Settings.Ich würde sagen, klarer Fall von "beides", sieht jedenfalls so aus. In der Buch-Geschichte hat es sich so entwickelt, wie du beschreibst, der Meta-Grund ist, dass die Autorin die Anspielung auf Brot und Spiele drin haben wollte.
Natürlich ist Panem in Nordamerika und die Bewohner sind Amerikaner.
Das gibt mir mal Gelegenheit, bzgl des Namens nachzuhaken:
In sowohl der deutschen wie der englischen Wiki wird behauptet, "Panem" leite sich her von panem et circenses, also der Brot-und-Spiele-Politik von Rom. Das kann aber imho nur Sekundärbedeutung sein. Das heisst, ich war auch davon ausgegangen, bis ich zum ersten Mal einen der Filme auf Englisch gesehen habe. So wie "Panem" da ausgesprochen wird, wurde mir schlagartig klar, dass es sich um eine verballhornte Version von "Pan Am[erica]" handeln muss. So wie man da halt auch Peeta statt Peter schreibt und Haymitch statt Hamish. Wer nichtmal mehr weiß, wie man seinen eigenen Namen schreibt, der weiß auch nicht mehr was "Pan" heisst, und schreibt "Pan Am " dann eben früher oder später "Panem".
Darum wollte ich mal hier nachfragen, kann jemand der die Bücher gelesen hat sagen, ob der Bezug auf den lateinischen Spruch tatsächlich "offiziell" ist? Oder ist da uU nur mit übereifrigen Wikia-Editoren der Gaul durchgegangen?
Das vom großen Diktator seit 1947 eingeführte Programm Nr. 68 (also das Gemetzel selbst) wird sehr wohl medial verbreitet. Aufgrund der pädagogischen Wirkung wurde das Programm Nr. 68 überhaupt begründet.Danke für die Information. Dann ist halt nur der Film unlogisch :)
Nochmal: Ich empfehle dringend das Buch zu lesen.
Danke für die Information. Dann ist halt nur der Film unlogisch :)
Inwieweit?Insofern, als das ganze Spiel ohne Ausstrahlung maximal für eine Person pädagogischen Wert hat. Unlogisch, weil die Motivation ja das respektlose Verhalten von Schulkindern war, und nicht biblische Vergeltung für Idi Amin oder so.
Darum wollte ich mal hier nachfragen, kann jemand der die Bücher gelesen hat sagen, ob der Bezug auf den lateinischen Spruch tatsächlich "offiziell" ist? Oder ist da uU nur mit übereifrigen Wikia-Editoren der Gaul durchgegangen?
Insofern, als das ganze Spiel ohne Ausstrahlung maximal für eine Person pädagogischen Wert hat. Unlogisch, weil die Motivation ja das respektlose Verhalten von Schulkindern war, und nicht biblische Vergeltung für Idi Amin oder so.
Ich verstehe außerdem den Technologielevel der Welt nicht. Auf der einen Seite massive Fantasy-Technologie, auf der anderen Rohstoffgewinnung wie vor 100 Jahren. 50 Ausgebildete Bergleute mit adäquatem Werkzeug könnten vermutlich den gesamten Distrikt 12 ersetzen.
Warum sollte man?Massive Ressourcenersparnis.
Massive Ressourcenersparnis.
Dass es bei Tribute von Panem vor allem darum geht wie man Massen kontrolliert (Kastensystem, Propaganda, Brot und Spiele etc.) und nicht um eine postapokalyptische Wirtschaftssimulation ist euch schon klar ?
Dass es bei Tribute von Panem vor allem darum geht wie man Massen kontrolliert (Kastensystem, Propaganda, Brot und Spiele etc.) und nicht um eine postapokalyptische Wirtschaftssimulation ist euch schon klar ?Nur dass auch dieses System zur Kontrolle der Massen vorne und hinten nicht funktionieren würde. Pausenloses "den Leidensdruck erhöhen und dann mit Gewalt den Deckel draufhalten" ergibt als Gesellschaft eine Bombe, die nur darauf wartet, zu explodieren. Und bei den Hungerspielen arbeiten zwei verschiedene Zielsetzungen gegeneinander: Sollen die Massen jetzt durch Unterhaltung beschwichtigt oder durch eine Drohkulisse eingeschüchtert werden? Beides gleichzeitig bringe ich beim besten Willen nicht unter einen Hut.
Puh ... dann kann man ja mit den gleichen Gründen über die 'Bauvorhaben' der Sowjetunion drübergehen und sagen: Boah, wie unlogisch!
Ich finde auch nicht, dass Literatur ökonomisch durchgerechnet sein muss. Die Dinge, die viele von euch zu stören scheinen, sind für mich hauptsächlich starke Metaphern, und es vereinfacht einem als Leser bzw. Zuschauer die ganze Sache, wenn man zB die Distrikte anhand ihrer vorherrschenden Berufsfelder leicht zuordnen kann.
Ähnlich wie in Snow Piercer macht es keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, wenn diese Elemente - die in meinen Augen einfach Teil der 'artistic license' sind - einem nicht realweltlich plausibel genug vorkommen.
Gestört hat mich eher, dass vor allem in Teil 1 sich die Heldin eigentlich nie *richtig* die Hände schmutzig machen muss. Aber ich kenne die ganze Reihe auch noch nicht, vielleicht werde ich ja noch überrascht. ;)
Ich hab alle drei Romane gelesen, und mich hat lange gestört, dass Katniss eigentlich eher ein Spielball ist, der von anderen gelenkt wird - bis mir klar wurde, dass es eigentlich genau darum geht.Ehrlich gesagt macht mir genau das das Buch so madig. Sie trifft in der ganzen Trilogie genau drei Entscheidungen wirklich selber und davon wird eine schlußendlich torpediert, eine endet in einem absoluten Desaster und eine wird von der Autorin ohne Konsequenzen für Katniss abgehandelt.
Ausgebildete Leute sind teuer. Adäquates Werkzeug ist teuer. Wartung ist teuer.
Arme Leute sind billig.
Häh? Also ich sage "Der Film ist unlogisch" und du "Ja, im Film bekommt man das nicht mit, aber das Buch erklärt das" und deswegen verstehst du mich nicht?
Mediale Verbreitung in BR durch...
- Televisor (eine Art Zwangsradio)
- Zeitung
- Bericht durch den jeweiligen Klassenlehrer vor Schulbeginn
- Morgennachrichten im Fernsehen
Natürlich bekommt man in dem Film das nicht mit, da dieser aus der Perspektive der Teilnehmer des Programms erzählt wird. Allerdings ist BR keine Live-Übertragung. Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch.
Aber die Trilogie ist ja Wahnsinns erfolgreich? Die Masse scheint's zu mögen?
Sind sie nicht. Man muss hunderte Wächter mit Waffen beschäftigen.Warum sollte man seine Armee abschaffen?
Häh? Also ich sage "Der Film ist unlogisch" und du "Ja, im Film bekommt man das nicht mit, aber das Buch erklärt das" und deswegen verstehst du mich nicht?
Nochmal, es ist mir egal wie es gerechtfertigt ist, dass man im Film nichts von einer Verbreitung sieht, weil mein Aussage sich darum dreht dass man es nicht sieht.
Die Quintessenz deiner Aussage ist. "Ein Film ist unlogisch, weill man bestimmte Buchszenen im Film nicht sieht"Also das lese ich da nicht als Quintessenz.
Also das lese ich da nicht als Quintessenz.
"Der Film ist unlogisch, weil er manche Sachen nicht erklärt." lese ich da als Quintessenz.
Und was die Massen mögen, kann ja gar nicht schlecht sein, gell? ;D
Wenn du mit einem Produkt Geld verdienen willst, ja dann ist das was die Masse mag (kauft) sehr sehr gut.
Welchen Sinn hätte es fürs Unternehmen gemacht, wenn sie alles logisch und nachvollziehbar gemacht hätten. 30% weniger Einnahmen und 5% mehr glückliche Fans? Dafür 30% Fans die es nicht kapieren?
Dazu auch:
Keiner von uns hat die Filme gemacht. Einige finden sie aus diversen Gründen schlecht, und dafür spielt es keine Rolle, wie vielen anderen sie wie sehr gefallen oder wie sinnvoll die Produzenten hinsichtlich ihrer Gewinnmaximierung dabei vorgegangen sind.
Wobei es manchmal schon so klingt als wenn sie die Filme schlecht finden eben weil sie allgemein populär sind. Kulturpessimismus ist immer noch schwer in Mode ;)
Warum sollte man seine Armee abschaffen?
Danke Thandbar, same here.
Und danke für alles, was du davor gesagt hast: Nicht jeder Roman kann und muss eine Weltsimulation sein, damit er funktioniert... und ich gehe so weit zu sagen: Die wenigsten sind es, selbst innerhalb der großen Kanon-Literatur nicht.
Warum produzieren sie Lebensmittel wie im 19 Jahrhundert, wenn sie Gentechnologie und Maschinenbau beherrschen.
Warum machen das die Leute in ländlichen Gebieten in Indien und China noch? Ich fürchte, deine Vorstellung von Realismus ist eher Idealismus...
Und warum stört es mich in diesem Buch/Film so sehr? Weil es noch schlechter Simuliert ist? Weil irgendwas andere fehlt? Keine Ahnung... wtf?
Das ist ein Punkt.
Aber mir fehlt da halt die Erklärung. Warum machen die das nicht anders? Was hindert sie daran? Auch in Indien produziert fast jeder mit den modernsten Mitteln die er in die Hände bekommt/kennt.
Arbeit dient in der Panem-Welt nicht der Selbstverwirklichung, sondern ist ein Mittel der Herrschaftsausübung. Die Massen sollen beschäftigt und durch die Arbeit erschöpft werden. Sozialer Aufstieg durch Arbeit, Wirtschaftswachstum und Innovation etc. sind offenbar in dem System gar nicht vorgesehen.Meine politische Überzeugung hat mit meiner Kritik überhaupt nichts zu tun, aber genau dieser Phantasiestaat stört mich gewaltig. Das ganze System fährt halt im Capitol mit Nitrobooster und in den Distrikten mit Diesel und angezogener Handbremse. Das passt einfach hinten und vorne nicht.
Das wird ja oft von linken Kritikern bemängelt an dem Film, denn es wird ja nicht der Kapitalismus in dem Film dargestellt, sondern ein Orwell'scher Phantasiestaat irgendwo zwischen römischem Reich, Nordkorea und American Idol.
Auch die Entscheidung der RegierungA Katniss war die Ikone der Rebellen
Warum produzieren sie Lebensmittel wie im 19 Jahrhundert, wenn sie Gentechnologie und Maschinenbau beherrschen. Sie könnten die Menschen mit mehr Lebensittel versorgen und das Risiko eines Aufstandes sinkt. Gleichzeitig kann man die Ex-Bauern als Soldaten einsetzen.