Tanelorn.net
Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Ludovico am 3.01.2016 | 14:35
-
Bücher und Filme nutzen oftmals Zwischeinsequenzen oder Einschübe, bei denen u.a. die Bösewichte ihr weiteres Vorgehen besprechen (oftmals eher angedeutet).
Nun kam mir folgender Gedanke:
Die SCs agieren aus der Ich-Perspektive. Vieles vom Plot, der im Hintergrund läuft, ist für sie nicht ersichtlich.
Also wäre es als Erkärung und als drohende Aussicht doch eventuell sinnvoll, Zwischensequenzen einzubauen.
Wie würdet ihr so etwas als Spieler empfinden?
-
Super!
Sowas wurde in unseren Runden schon mehrmals gemacht und es hat bisher immer super reingepasst.
-
Ich finde das auch absolut unproblematisch solange du nicht Spieler am Tisch sitzen hast die darauf bestehen immer alles nur aus der Charakterperspektive zu sehen.
-
Bücher und Filme nutzen oftmals Zwischeinsequenzen oder Einschübe, bei denen u.a. die Bösewichte ihr weiteres Vorgehen besprechen (oftmals eher angedeutet).
Nun kam mir folgender Gedanke:
Die SCs agieren aus der Ich-Perspektive. Vieles vom Plot, der im Hintergrund läuft, ist für sie nicht ersichtlich.
Also wäre es als Erkärung und als drohende Aussicht doch eventuell sinnvoll, Zwischensequenzen einzubauen.
Wie würdet ihr so etwas als Spieler empfinden?
Um den Spielern Plotelemente, die sie nicht mitbekommen können, "auf dem Silbertablett zu servieren": Wäre ich gaaaanz vorsichtig mit. Das reißt einen, wie du schon sagst, aus der Perspektive "Ich als mein Charakter" heraus. Rollenspiele unterscheiden sich da von Filmen.
Um das Setting zu betonen oder eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen: Schon eher denkbar, aber in der Form von direkt für die SC erlebbaren Szenen, oder vielsagenden Gegenständen (Tagebuch usw.)
-
Erfahre ich als Spieler hier Dinge, von denen mein Charakter keine Ahnung hat?
So etwas kann man machen, das kann auch toll sein, aber ich erwarte dann in irgendeiner Art und Weise eine Vermittlung.
-
Erfahre ich als Spieler hier Dinge, von denen mein Charakter keine Ahnung hat?
So etwas kann man machen, das kann auch toll sein, aber ich erwarte dann in irgendeiner Art und Weise eine Vermittlung.
Eine Glaskugel zum Beispiel?
Also so eine Einblendung wie bei RTL fände ich schwer irritierend.
-
Eine Glaskugel zum Beispiel?
Dein Tagebuch würde mir auch reichen.
-
Also wäre es als Erkärung und als drohende Aussicht doch eventuell sinnvoll, Zwischensequenzen einzubauen.
Wie würdet ihr so etwas als Spieler empfinden?
Schon erlebt und damals ziemlich cool gefunden. Allerdings war der SL auch einfach super und hat dieses Stilmittel sehr gekonnt eingesetzt, um uns nach(!) der Aufdeckung eines großen Geheimnisses den Hintergrund noch mal so richtig intensiv erleben zu lassen. Grundsätzlich stelle ich mir den Umgang mit diesem Stilmittel sehr kitzlig vor und denke, man kann damit auch viel verderben. Also: Mit Vorsicht einzusetzen, aber wenn es gelingt, kann das Ergebnis grandios sein.
-
Ich habe auch ein paar mal die Spieler Besprechungstreffen ihrer Antagonisten als Rückblende ausspielen lassen – das hat ganz gut funktioniert und dem Spiel eine schöne zusätzliche Ebene gegeben.
-
Wenn, dann würde ich da als Spieler gerne eingebunden werden. D.h. es würde dann eine umfangreichere Szene gespielt, in denen die Spieler(innen) die Rollen der Antagonist(inn)en übernehmen.
Ansonsten wäre mir das zu viel SL-Show. Ich meine was ist der Vorteil im Vergleich dazu, dieselben Infos wie auch immer den SC zukommen zu lassen, so dass ich mich als Spieler auch tatsächlich danach richten kann, ohne Gefahr zu laufen meinen Charakter auf der Grundlage von Informationen handeln zu lassen, die er nicht hat. Das hat für mich dann auch nix mit dem ganzen Immersions-Quark zu tun, sondern mit einem logischen Plot.
-
Ich habe so etwas mehrfach als Cliffhanger am Ende einer Session benutzt, bin dabei aber vage genug geblieben, so dass die Spieler zwar wussten, dass im Hintergrund etwas vor sich geht, dies aber selbst bewerten mussten.
-
Zur Info:
Ich meine mit einet Zwischensequenz einen sehr kleinen Einschub, der in einem Taschenbuch einer halben bis einer Seite entspricht.
-
Wie würdet ihr so etwas als Spieler empfinden?
Wenns gut gemacht ist, immer ran damit. Ich überlege noch, wie es ist, wenn es gut gemacht ist.
-
Diese Blenden kenne ich aus Star Wars D6. Vielleicht kam es auch durch die Nähe zu den Filmen, jedenfalls war es dabei stimmig. Danach habe ich es einige Male mit gemischtem Erfolg in anderen Systemen versucht.
Als Spieler fänd ich den Versuch gut, auch wenn's nicht gelingt. Man kann ja sowas auch vorher ankündigen, ausprobieren und nach dem Spiel Rückmeldungen einholen.
-
Also ich fände es im Prinzip auch besser wenn es ein Bindemittel gibt um die Spieler und die Charakter an der Information anteilig werden zu lassen.
Neben der Glaskugel und dem Tagebuch empfehle ich da das belauschen von NSCs, die auch gerne bei mir Gespräche führen dürfen nach der Devise: "Wisst ihr noch das letzte Treffen..."
Aber eine reine Zwischensequenz würde mich als Spieler verwirren und stören und als SL wäre mir das zu sehr One-Mann-Show (und zu viel Arbeit).
-
Wieso zuviel Arbeit?
Ich kann nicht so richtig Arbeit an einer oder zwei Minuten SL-Monolog erkennen.
-
Genreabhängig. Gerade wenn es pulpiger läuft, dann ist das doch ein Klassiker, wenn Dr. Fies seine Schergen anweist, zusammen staucht, umnietet etc. Es darf halt nur nicht in Sockentheater ausarten. Kein schöner Anblick, wenn die Spielleitung allzu sehr mit sich selbst spielt... :o
-
Genreabhängig. Gerade wenn es pulpiger läuft, dann ist das doch ein Klassiker, wenn Dr. Fies seine Schergen anweist, zusammen staucht, umnietet etc. Es darf halt nur nicht in Sockentheater ausarten. Kein schöner Anblick, wenn die Spielleitung allzu sehr mit sich selbst spielt... :o
*haarspalt* Wo kommt der Klassiker denn so klassisch vor? ;)
-
Das gibt es kreuz und quer von Dr. Fu Manchu bis James Bond.
-
Das gibt es kreuz und quer von Dr. Fu Manchu bis James Bond.
Das sind keine Rollenspiele. :P
Die Logik von Filmen ist nicht verkehrt für pulpige Spiele, aber wer die Erzähltechnik 1:1 übernimmt, macht meiner Meinung nach Fehler. Du bist ja schließlich kein Märchenonkel.
-
Ich lasse Spieler auch NSCs spielen (mit großem Erfolg). Das reisst einen ja auch aus dem Charakter heraus.
Von daher wären dann Zwischensequenzen auch ein Problem, wenn man solch ein Instrument bereits erfolgreich in der Gruppe nutzt?
-
Ich lasse Spieler auch NSCs spielen (mit großem Erfolg). Das reisst einen ja auch aus dem Charakter heraus.
Von daher wären dann Zwischensequenzen auch ein Problem, wenn man solch ein Instrument bereits erfolgreich in der Gruppe nutzt?
Für meinen Geschmack gehen gelenkte Zwischensequenzen, die nichts mit den Spieler(inne)n zu tun haben halt zu sehr in die Erzählonkel-Richtung. Die SL spielt mit sich selbst wie Chruschtschow sagt. Wenn ich in so einer Sequenz/Szene eine Rolle bekomme oder die SL meinem SC die Information zukommen lässt statt sie als Zwischensequenz zu erzählen, finde ich das einfach eleganter. Dann habe ich nämlich die Möglichkeit als Spieler damit was anzufangen/mich einzubringen.
-
Ich finde Zwischensequenzen gut, solange es nicht zu viel Zeit / Aufmerksamkeit kostet...
Auch wenn es ein wiedergegebener Dialog ist - Spielleiter Monologe sind halt irgendwann langweilig und sobald die Aufmerksamkeit weg ist, bringt es auch keine Informationen.
Was ich gerade überlege, ist, den Dialog aufzuschreiben und die Spieler (Spielleiter inklusive) das in verteilten Rollen vorlesen zu lassen.
Dann sind alle wieder beteiligt...
-
Ja, in der Kürze liegt die Würze. Bei uns kommt sowas aber meist gut an.
-
Was ich gerade überlege, ist, den Dialog aufzuschreiben und die Spieler (Spielleiter inklusive) das in verteilten Rollen vorlesen zu lassen.
Dann sind alle wieder beteiligt...
Das ist die Version für SL, die sehr eng an ihrem geplanten Plot bleiben wollen. Besser wären aus meiner Sicht Rollenkarten mit ein paar Stichpunkten, die zwingend ausgespielt werden müssen oder gleich komplett freie Interpretation mit einer groben Charakterisierung der Figuren in der Zwischensequenz.
-
Hatten wir mal in unserer großen Earthdawn-Kampagne. Ich rate auch dazu sehr vorsichtig zu sein und es äußerst zurückhaltend und bewusst einzusetzen. Dann kann man es aber machen und es ist großartig.
-
Das gibt es kreuz und quer von Dr. Fu Manchu bis James Bond.
Das sind keine Rollenspiele. :P
Das ist so nicht ganz korrekt (https://en.wikipedia.org/wiki/James_Bond_007_%28role-playing_game%29)... ;)
-
Aber eine reine Zwischensequenz würde mich als Spieler verwirren und stören und als SL wäre mir das zu sehr One-Mann-Show (und zu viel Arbeit).
Man kann sich ja auch dafür Leute her nehmen. "Du bist der Oberschurke und hast deinen Untergebenen gebeten dir zu berichten." Und dann spielst du den Untergebenen und berichtest.
-
Das sind keine Rollenspiele. :P
Das ist so nicht ganz korrekt (https://en.wikipedia.org/wiki/James_Bond_007_%28role-playing_game%29)... ;)
Touché!
Mir war natürlich bewusst, dass es das gibt. Mangels Lesegelegenheit kann ich jetzt aber nur vermuten, dass da auch keine Zwischensequenzen drinstehen. Ein Schwachpunkt in meinem Kommentar :)
@Seth: Das ist aber doch eher keine Zwischensequenz im Sinne der ursprünglichen Frage?
-
Das sind keine Rollenspiele. :P
Die Logik von Filmen ist nicht verkehrt für pulpige Spiele, aber wer die Erzähltechnik 1:1 übernimmt, macht meiner Meinung nach Fehler. Du bist ja schließlich kein Märchenonkel.
Ich verstehe hier deine Argumentation nicht ganz: Die ursprüngliche Frage drehte sich darum, ob man Zwischensequenzen im Rollenspiel sinnvoll verwenden kann. Jemand sagt, dass das in anderen Medien zum Pulp-Genre gehört und es sich deshalb lohnen könnte, diese Technik ins Rollenspiel zu übernehmen. Möchtest du jetzt sagen, dass Zwischensequenzen generell blöd sind? Wenn ja, warum beziehst du dich dann noch auf Pulp?
-
Was Edvard sagt.
Manmanman, manchmal habe ich den Eindruck, die Leute denken, Rollenspiel findet in seiner eigenen kleinen Blase statt ohne irgendwelche Verbindungen zur Außenwelt. ::) Natürlich sind das Klassiker in anderen Medien, aber eben im gleichen Genre. Da sind Übertragungen möglich, die Genrekonventionen sind meistens bekannt (James Bond?!?) und ja, es funktioniert. Es ist nicht ein Mal zwingend ein Durchbrechen der Immersion, weil man eben Aspekte eines bekanntes Genres ausspielt. Da kann man so etwas fast schon erwarten.
Bei ausreichend viel Player Empowerment kann man durch so eine Szene auch schön die Resolution einer vorhergehenden Szene ausspielen. Mir fallen da spontan Ausschalten und Kapitulieren bei Fate ein. Die hängen ja daran, was die einzelnen Fraktionen erreichen wollten. Ist die Szene zu Ende, kann man statt in situ auch schön in fremden Rollen im Vulkanversteck des Oberbösewichts besprechen.
-
Mangels Lesegelegenheit kann ich jetzt aber nur vermuten, dass da auch keine Zwischensequenzen drinstehen.
Geht mir ähnlich... Wäre schick, wenn mal jemand mit Lesegelegenheit (weil im Besitz vom James Bond-Regelwerk) nachlesen und berichten könnte.
Wobei ich mich gerade frage, wie das eigentlich bei anderen Regelwerken, die ebenfalls auf Film/TV-Serie basieren, so ist...
-
Mittlerweile denke ich das der Sinn einer Zwischensequenz stark abhängig ist davon was man spielt und vor allem wie und mit wem man spielt.
Nicht in alle Szenarien und Kampagnen passen Zwischensequenzen, sei es einfach aus weil es nicht ins Ambiente passt oder auch weil es z.B. den Fluss der Handlung stört.
Ansonsten ist natürlich die Frage ob die Spieler das wollen/mögen und wenn ja in welcher Form, also mit Beteiligung oder als reine Konsumenten.
Ich denke ich könnte mich auch als Spieler mit Zwischensequenzen anfreunden, wenn die Stimmung in der Gruppe entsprechend ist.
Als SL würde ich dieses Stilmittel nur verwenden wenn es die Gruppe explizit wünscht.
@ KhornedBeef: Stimmt, ich habe da mehr darüber nachgedacht wie man ein Zwischenspiel ohne Zwischenspiel integrieren kann, was aber nicht ganz zum Thema passt.
-
Was Edvard sagt.
[...]
Das soll hoffentlich nicht heißen, dass du mich sprachlich auch nicht verstehst. :)
1. Ich wollte zwischen der inneren Logik eines James Bond - Films und der typischen Erzählweise unterscheiden. Das z.B. der Bösewicht Bond dauernd zum Essen einlädt, statt ihn effizient erschießen zu lassen, lässt sich super aufs Rollenspiel übertragen. Bei minutenlangen Sequenzen, bei denen der Bösewicht im Bademantel in ein Spa rennt und sich dort entkleidet, um seine drei Brustwarzen zu zeigen, stehen für mich auf einem anderen Blatt.
2. Letzteres ist meine persönliche Meinung (also dass mich das rausreißen könnte), das kann für andere Leute toll funktionieren. Darum ja auch schon in meinen ersten Post: Ich würde vorsichtig sein.
-
Die Standardsituation für den Spieler im Rollenspiel ist eben der Blick des Charakters.
Die Standardsituation für den Betrachter beim Film ist eben die Außenperspektive.
Mit Zwischensequenzen lösen sich die Spieler aus ihrem Charakterblick und nehmen die Außen- oder zumindest eine zweite Charakterperspektive ein.
Daher ist das für mein Verständnis beim Rollenspiel zumindest nicht das naheliegendste Vorgehen.
Wenn aber gerade das (der Perspektivwechsel) Spaß macht und die Spieler das Wissen ihres Charakters und die Informationen, die sie über die Außenperspektive gewonnen haben, gut trennen können: dann nichts wie los.
Mit einem bestimmten Genre hat das in meinen Augen gar nichts zu tun.
Derartige Erzählbrüche gibt es in der Literatur oder im Film dermaßen oft, das lässt sich nicht auf ein bestimmtes Genre verengen.
-
Das ist schon schwer Genre-abhängig. Paranoia? Oh Gott, ja, schneide kurz nach einer Aktion der Troubleshooter in einen Konferenzraum voller Hoher Programmierer, die sich vor Lachen kringeln, während die Troubleshooter auf dem großen Bildschirm zu sehen sind. Im Vergleich dazu Torchbearer? Öhm, nein, keine Chance.
-
Wir reden jetzt hier durchaus über die Vorbilder dieser Technik in Literatur, Drama und Film, oder?
Da bleibe ich dabei: Es gibt massenhaft Genres, in denen das gemacht wird.
Nur mal so´n bisschen abseitigeres Beispiel: Schau dir die comic relieve scenes in Shakespeare Dramen an, in denen das Volk in der Kneipe derbe Zoten reißt, während es eigentlich darum geht, dass die Könige und Adligen sterben. Geile Zwischensequenzen!
-
Ich denke, es geht vor allem um die Übertragung ins Rollenspiel. Das geht aus meiner Sicht mit Larger-than-life-Helden (James Bond) und / oder mit einem gewissen Gonzoanteil ganz gut.
-
Die Standardsituation für den Spieler im Rollenspiel ist eben der Blick des Charakters.
Wenn man nicht mit dieser Prämisse arbeitet, dann funktioniert es wahrscheinlich besser. Ich kenne genug Spieler, die eine Szene nicht nur durch die Augen ihres Charakters betrachten.
-
Zum Beispiel ich.
-
Kipphardt hat ein Drama mit dem Titel "In der Sache J. Robert Oppenheimer" geschrieben. Es geht um die Weigerung Oppenheimers, bei der Entwicklung der Wasserstoffbombe mitzuwirken und die damalige amerikanische Regierung, die ihm deshalb ein Gerichtsverfahren aufs Auge drückte. Während das Drama im Wesentlichen den Prozessverlauf nachverfolgt, werden in Zwischenszenen die individuellen Meinungen von Nebenfiguren dargestellt.
Absolut No-Gonzo... und auch nicht unbedingt Larger-than-life. Und vielleicht auch nicht unbedingt geeignet für eine Rollenspieladaption... vielleicht aber doch (siehe "Verhandlung um Polen")? Ich will damit nur sagen, dass Zwischenszenen nicht zwangsläufig auf das Pulp-Genre hinauslaufen müssen.
Und ja, Bad Horse und 6, ich mache das auch ganz gern... und sicherlich nicht nur im Pulp-Genre. Die spannende Frage, die sich hier noch niemand gestellt hat, ist aber doch: Was gewinnt man dadurch? Der Perspektiv-Wechsel ist im Prinzip ja eine Montage-Technik, die nicht gerade der Absicht zuträglich ist, sich irrsinnig tief in seinen Charakter einzufühlen. Montage ist spätestens seit Brechts epischem Theater ein bewährtes Stilmittel um Immersion zu verhindern! Deswegen ist das nicht verwerflich. Ich denke aber, man sollte sich klar machen, was man dadurch gewinnt. Dann kann man auch entscheiden, ob das Verfahren für ein konkretes Spiel lohnend sein kann.
-
Klug eingesetzt hochinteressant und spaßig, schlecht eingesetzt Zeitverschwendung und einfach nervig. Wie fast alles im Rollenspiel. Und wenn der SL das Stilmittel beherrscht, dann bin ich natürlich auch eher bereit, die Charakterperspektive zu verlassen und andere Szenen zu betrachten als wenn er es nicht kann.
-
Ich halte es mit Chiarinas Erklärung; ich habe jedoch auch einen gewissen brecht'schen Anspruch an meine Runden. Meines Erachtens ist es beispielsweise genau dann beispielsweise geboten, wenn die Geschichte eine größere Perspektive braucht, weil die "Ego-Perspektive" der Charaktere nicht ausreicht, um die Zusammenhänge zu erfassen. Sicherlich hängt eine solche Nutzung dementsprechend auch mit dem allgemeinen Storytelling der Spielleitung oder der Spielergruppe zusammen; d.h. je nach Ausprägung kann es auch eben zweckgebundener sein, jegliche Perspektivverschiebung zu verhindern oder zu minimieren. Oder andere Methoden der Aufklärung können zu bevorzugen sein.
In meinen Runden kommen Zwischensequenzen wenig vor, allerdings sind vollkommen immersive Elemente wahrscheinlich noch seltener. Es werden zwar auch die Geschichten von Charakteren als Hauptfokus gesetzt, aber sie funktionieren häufig nur in übergeordneter Wechselbeziehung zur Spielwelt, die eben von den Spieler nicht nur durch ihre Charakterperspektive kennengelernt, sondern aktiv mitgeprägt wird; und damit fast immer automatisch über diese "Ego-Perspektive" hinausweist mit einiger Spielzeit.
Wenn ich Zwischensequenzen nutze, dann im Regelfall, um einem Antagonisten oder einem Verbündeten ein sehr kurzes Spotlight zu setzen, und vorrangig seine Pläne und Motivationen zu schildern; es geht also um ein Kennenlernen, welches ansonsten häufig erst in der direkten Konfrontation stattfinden könnte oder bei sonstiger Information an Drittpersonen oder an schriftliche Darstellungen gebunden wäre. Ein indirektes, beobachtendes Kennenlernen kann Wunder wirken, um seinen Antagonisten, aber auch Verbündeten einen Platz zu geben, und die Gruppe darauf reagieren zu lassen.
Sicher besteht immer die Gefahr dieser Verwerfung Spieler- vs. Charakterwissen, aber darum sorge ich mich weniger; da ich sowieso über die Jahre mit mir übereingekommen bin, dass unbekannte Geheimnisse langweilige Geheimnisse im Rollenspiel sind, und ich meine Spieler darum bitte, auch die Spielwelt mitzuprägen.
Speziell in meinen eigenen Runden ist die Zwischensequenz in ihrem Spielwert gleichrangig anzusehen gegenüber ähnlichen Informationen, welche Weltzusammenhänge oder Charaktermotivationen ergründen respektive erklären; also gegenüber Tagebüchern, Vlogs, Dossiers, Chroniken, Annalen und hast du nicht gesehen.
Gleichwohl kann ich nachvollziehen, dass es furchtbar wirkt, wenn ein Spielleiter (oder auch ein Spieler) sowas nutzt, um einfach nur ein wenig Showeinlage ohne Mehrwert zu bieten. Das habe ich ebenso erlebt, allerdings auch einst selbst so getan, und mich in beiden Fällen furchtbar daran gestört. Ansonsten gilt wie in vielen Dingen: die Dosis macht das Gift.
Allgemein kann ich aber - in Einklang mit den Bedürfnissen der Runde, der Erzählperspektive der Runde und ähnlicher Faktoren - das Nutzen von Zwischensequenzen, um Highlights zu setzen, nur empfehlen. :)
-
Brecht'sches Rollenspiel! :d
-
Zwischensequenzen/Kurze Einblenden im RPG eignen sich auch hervorragend um die Spieler bzw. die Charaktere auf den Stand der Dinge zu bringen, wie zB nach einer längeren Pause zwischen Sessions oder um Begebenheiten zu eskalieren und gleichzeitig zu lampshaden warum dem so ist.
Beispiel:
StarWars
Die Rebellengruppe agiert auf Planet Dantooine im geheimen wird aber durch einen Spion enttarnt, als sie nach einer längeren erfolglosen Ruinenplünderung, die Ruine verlassen wollen...
Zwischensequenz:
Sternzerstörer KobayashiMaru
Adjutant berichtet dem Captain.
"Sir, wir haben eine Nachricht unseres Informanten empfangen,die gesuchten Rebellen sind auf Dantooine, die genaue Position ist XY."
"Schicken sie sofort eine Schwadron TieJäger und ein Bodenkommando dorthin, LordVader will sie lebend!"
...Gruppe verlässt die Ruine und sieht in der Ferne eine Gruppe Ties und ein Shuttle näher kommen.
------
Die Spieler wissen nun, dass sie entdeckt sind, wundern sich nicht warum jetzt ausgerechnet bei ihnen die Imps auftauchen und ausserdem gibt es einen weiteren Meta-Plothook (wer ist der Informant?) und falls das Spiel ein wenig eingelullt war, gibt es einen Actionschub.
-
Zwischensequenzen/Kurze Einblenden im RPG eignen sich auch hervorragend um die Spieler bzw. die Charaktere auf den Stand der Dinge zu bringen, wie zB nach einer längeren Pause zwischen Sessions oder um Begebenheiten zu eskalieren und gleichzeitig zu lampshaden warum dem so ist.
Beispiel:
StarWars
Die Rebellengruppe agiert auf Planet Dantooine im geheimen wird aber durch einen Spion enttarnt, als sie nach einer längeren erfolglosen Ruinenplünderung, die Ruine verlassen wollen...
Zwischensequenz:
Sternzerstörer KobayashiMaru
Adjutant berichtet dem Captain.
"Sir, wir haben eine Nachricht unseres Informanten empfangen,die gesuchten Rebellen sind auf Dantooine, die genaue Position ist XY."
"Schicken sie sofort eine Schwadron TieJäger und ein Bodenkommando dorthin, LordVader will sie lebend!"
...Gruppe verlässt die Ruine und sieht in der Ferne eine Gruppe Ties und ein Shuttle näher kommen.
------
Die Spieler wissen nun, dass sie entdeckt sind, wundern sich nicht warum jetzt ausgerechnet bei ihnen die Imps auftauchen und ausserdem gibt es einen weiteren Meta-Plothook (wer ist der Informant?) und falls das Spiel ein wenig eingelullt war, gibt es einen Actionschub.
Kann verstehen, dass das bei anderen Leuten funktioniert, aber mir käme es überflüssig vor. Will der SL sich jetzt rechtfertigen, dass das Imperium uns gefunden hat? Ich sehe keinen Mehrwert demgegenüber, die Charaktere diese Dinge entdecken zu lassen, außer das es schneller geht und man nicht in Verdacht gerät, aus Faulheit TIE-Jäger vom Himmel zu werfen. Was ich aber dem SL erstmal nie unterstelle. Wie gesagt, das wäre mein erster Eindruck, bei anderen ist er vielleicht "Cool, ich erfahre, was hier abgeht, und was für die Gruppe auf dem Spiel steht. Ohne dass ich stundenlang irgendwelche Schergen verhören und meinen Droiden Datenspeicher anzapfen lassen muss." Auf der anderen Seite, kann man das meinetwegen auch in ein paar Sätzen erzählen, ohne eine richtige Zwischensequenz daraus zu machen. Dadruch verkürzt man die Zeit, in der die Spieler zur Passivität verdonnert sind, weil ihre SCs in der Ezählzeit "eingefroren" sind.
-
Das ist dann ja Geschmackssache, aber ist das nicht bei allem so?
Siehe auch:
OldSchool VS Forge
Erzählspiel VS Würfel werfen
DSA VS alles was gut ist ;)
-
Das ist dann ja Geschmackssache, aber ist das nicht bei allem so?
Siehe auch:
OldSchool VS Forge
Erzählspiel VS Würfel werfen
DSA VS alles was gut ist ;)
Du wirst lachen, ich bin demnächst bei einer DSA-GRuppe eingeladen, und ich beginne dieses konfuse, über 5 Bücher verteilte, vernebelkerzte Systeme lieb zu gewinnen, entgegen meiner Erwartung.
Also ja, offensichtlich sind viele Dinge Geschmackssache. Darum habe ich ja auch zuerst geschrieben, dass das für andere Leute vielleicht spitze ist.
-
@DSA
warte den ersten Kampf ab, es sei denn du hast Rolemaster mit ordentlich Zusatzregeln gespielt, dann ist es okay im Vergleich, die meisten spielen aber eh mit Hausregeln das bringt mich auf:
Leute die Regeln von Setting unterscheiden können VS Deppen oder auch:
NWoD sind bessere Regeln als OWoD VS OWoD sind die besten Regeln evar...NWoD hat meinen Lieblingsclan nicht mehr
Topic:
Man kann Zwischensequenzen auch gut als SL-Beschreibungen nutzen/sehen, da geht es dann in schwammige Bereiche über, immerhin ist es auch Aufgabe des SLs die Stimmung einer Szene zu beschreiben bevor die Spieler rollenspielen können, aber das handhaben unterschiedliche SLs und Gruppen ja gottseidank auch unterschiedlich.
-
Ich fände es als Spieler komisch wenn der SL auf einmal die antagonisten ihre Pläne erzählen lässt.
Geht es im P&P nicht auch viel darum dieses Wissen nur erahnen zu können um so dem Bösewicht(en) zuvor zu kommen?
Andererseits könnte es ein Hilfsmittel sein um den Spieler den roten Faden aufzuzeigen...
diesen verlieren die schließlich schneller als man "42" sagen kann ::)
-
siehst du, noch ein interessanter Vorteil von Sequenzen
-
Ich fände es als Spieler komisch wenn der SL auf einmal die antagonisten ihre Pläne erzählen lässt.
Geht es im P&P nicht auch viel darum dieses Wissen nur erahnen zu können um so dem Bösewicht(en) zuvor zu kommen?
Mann kann das sogar auf die Spitze treiben und die Spieler ihre eigenen Antagonisten spielen lassen. Wir haben einmal fast als "Bösewichte" wissentlich(!) unsere "gute" Gruppe (nicht direkt aber als Kollateralschaden) getötet... wir hatten halt nen ziemlich guten Plan ;)
-
Ich mag Zwischensequenzen. Ich verwende sie auf zwei verschiedene Arten:
Zu Beginn einer Session
Also mehr ein Intro denn eine Zwischensequenz. Meist zeige ich dabei in unter 2 Minuten eine kurze Szene, mit der ich die von mir für die Session erhoffte Stimmung setze. Dabei darf die Sequenz gerne Dinge vorwegnehmen, welche die Charaktere noch gar nicht wissen können - oder unter Umständen sogar auch nie erfahren werden.
Mitten innerhalb einer Session
Bei einigen Szenenwechseln baue ich (selten) auch gerne Zwischensequenzen ein. Wieder ist die Dauer meist deutlich unter zwei, häufig sogar unter einer Minute. Die Sequenz zeigt dann den entweder den Schauplatz der nächsten Szene, oder einfach nur die Tatsache, dass die Gegenspieler selber agieren, und nicht nur einfach auf die Charaktere warten. Ziel ist auch hier wieder, eine konkrete Stimmung aufzubauen, und ggfs. einen Hinweis zu geben, wo man den Faden aufgreifen kann, falls die Gruppe sich gerade komplett verloren hat.
-
Meine Spieler haben sich dagegen ausgesprochen.
Ich hatte es ausprobiert und sie meinten daraufhin, dass sie nun eine Information hätten, die sie aber nicht benutzen dürfen.
Vollkommen ok für mich.