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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Werkstatt => Thema gestartet von: Deltacow am 19.03.2016 | 14:53
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Genre: Fantasy mit viel Magie
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-Volk A hat den Krieg gegen Volk B verloren und seine Überlebenden werden als billige Arbeitskräfte genutzt
-Sklaven sind eine billige (nachwachsende) Resource
-die Sklaven sind magisch erschaffene niedere Wesen für ebensolche niedere Arbeiten
-Magie wird nur für die wirklich wichtigen grossen Dinge eingesetzt
-Sklaverei ist Tradition
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Hauptsächlich als billige Arbeitskräfte und gelegentlich -- wenn der Sklave aus irgendeinem Grund besonders wertvoll ist -- als Prestigeobjekt, würde ich sagen. Ein Sklave gehört seinem Eigentümer (egal, ob das nun eine Privatperson, der örtlicher Herrscher, oder eine Institution wie ein Tempel ist), muß also für seine Arbeit nicht bezahlt werden, und kann ganz legal bestraft werden, wenn er sich weigert, sich in seine Rolle zu fügen.
Andererseits braucht natürlich auch ein Sklave ein Dach über dem Kopf und was zu essen, sonst hat man eventuell schnell gar keinen Sklaven mehr. Das ist gegebenenfalls ein Unterschied zum Lohnarbeiter, den man nur bezahlt, solange man ihn braucht, und der dann wieder sehen kann, wo er bleibt -- ein Sklave ist eher mal eine Anschaffung auf Dauer mit entsprechenden Unterhaltskosten.
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Weil mans kann.
Dazu muss man festhalten, dass gebundene Arbeitsverhältnisse in der Geschichte in sehr unterschiedlicher Ausprägung vorkamen und vorkommen. Schuldknechtschaft, Kriegsgefangene, Unfreie Bauern, Zwangsarbeit, Umerziehungslager. Ethnische Herkunft ist eine Unterscheidung: Kann man nur Ausländer in solche Verhältnisse bringen? Welche rechtliche Stellung haben die Personen genau bzw. welche haben die Chefs? Wie sind die Möglichkeiten sich zu befreien?
Mit "Sklaven" bezeichnen wir vornehmend zwei Vorkommnisse: Antike Sklaverei und Amerikanische Sklaverei. Diese beiden Formen sind schon sehr unterschiedlich.
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Danke bisher.
Aber, wieso nimmt man die Mühe auf sich Sklaven in großen Mengen zu transportieren?
Was passiert mit Sklaven die entkommen?
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Falls Magie in dem Setting so präsent ist, dass Sklaven als billige Arbeitskräfte nicht notwendig sind, geht es bei Sklaverei vornehmlich um Herrschaftsstrukturen. Sklaverei ist demnach tradiert, eine Institution, die sicherstellt, dass die Masse tut, was die Herrschenden sagen. Üblicherweise koppelt man das an göttliche Vorsehung, d.h. der herrschende Stand ist zur Herrschaft berufen. In so einem Fall wären 90%+ der Bevölkerung Sklaven, hätten aber die meiste Zeit über keinen direkten Druck, weil sie als Arbeitskräfte nicht benötigt werden.
Alterativ, aber das ist *sehr* düster, ist menschliches Leben die Quelle von Magie. Menschen werden in Sklaverei gehalten, weil sie als Batterien verwendet werden.
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Warum nimmt man die Mühe auf sich, irgendetwas in großen Mengen zu transportieren? Weil man's an anderer Stelle dringender braucht. Natürlich könnte man beispielsweise eine feindliche Stadt einnehmen und ihre Bewohner an Ort und Stelle versklaven, dann hat man ihre Arbeitskraft aber eben auch nur dort und nicht zu Hause, wo man sie eigentlich gerne hätte -- und ganz abgesehen davon könnten sie auf ihrem angestammten Heimatboden eher auf den Gedanken kommen, einen Aufstand zu versuchen.
Ein Sklave darf natürlich nach geltendem Recht in einer sklavenhaltenden Gesellschaft nicht einfach davonlaufen. Er gehört sich ja nicht selbst, also ist das mindestens Diebstahl an seinem Eigentümer und wird auch entsprechend verfolgt und bestraft.
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Fantasy mit viel Magie und Sklaven kann natürlich auch heißen, dass die Sklaven die Magier sind. Das hätte dann Ähnlichkeiten mit griechischen Sklaven in Rom. Da nahm man gerade die Gebildeten z.B. als Lehrer oder Sekretäre.
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Weil man bestimmte Rohstoffe ("magisches Uran", kristallines Mana, elementare Substanzen, ...) abbauen will und das unter lebensunwerten Bedingungen und/oder großer Gefahr geschieht (Krankheiten durch zu viel Kontakt mit magischen Feinstaub, Strahlung oder der eine oder andere Elementar/Dämon). Schickt man die eigenen Bürger in die Minen erhebt sich der Mob und die Henker vergießen blaues Blut. Aber die ungebildeten wilden ohne Kultur sind keine Bürger und werden von der unaufgeklärten Masse kaum als Menschen wahrgenommen...
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weil die Götter es so wollen.
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Bei Fragen dieser Art empfehle ich einen Blick in die irdische Geschichte (via Geschichtsbuch zu dem Thema). Die Realität ist oft inspirierender als alles, was man sich ausdenken könnte.
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In meinem Setting werden Echenmenschen als unzivilisierte Wilde versklavt um auf Plantagen von reichen Händlern zu arbeiten.
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Sklaven werden als Opfer für Blutmagie verwendet. (Leicht inspiriert von den Azteken.)
Man braucht Gefäße, in die Dämonen fahren können.
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Wo steht denn geschrieben daß die Sklaven Verpflegung und ein Dach überm Kopf brauchen?
Im Fantasy Homebrew meiner Gruppe gibt es ein Land, welches Nekromantie als Staatsmittel einsetzt. Fast alle niederen, körperlichen Arbeiten im Land werden von Untoten verrichtet und selbst Teile der Armee bestehen aus Untoten.
Auf die Art spart man sich die Versorgung der Sklaven und läuft auch nicht Gefahr daß sie bei schlechter Behandlung fliehen oder rebellieren.
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- Weil Männer es nicht anders verdienen
- "Weil wir alle Diener des Magierkönigs sind, möge er weitere hundert Jahre herrschen!"
- Wie im revolutionären "Das Mana" des Zwergs Carrmark beschrieben und gemäß den Vorhersagen des "magischen Realismus", beutet die Magierklasse durch den Besitz der Zaubermittel die Scharlatanklasse aus bis diese sich erheben wird und das Zeitalter des Eudämonismus beginnen kann, in der die Arbeit von beschworenen Wesen erledigt werden wird.
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Sklaverei ist immer ein Rechenexempel
Sklaven muss erworben werden (Kauf/Krieg/Zucht) vs Lohn für Arbeiter
Sklaven müssen versorgt werden vs Arbeiter kann man entlassen
Sklaven sind rechtlos/rechtlich benachteiligt vs das Volk hat Rechte (oder erhebt sich effektiver als nur Sklaven)
Sklaven gehören ihrem Eigner, lässt er sie hinrichten, so ist das seine Angelegenheit. Häufig auch seine Gerichtsbarkeit.
Sklaven eignen sich vorallem dann als Arbeitskräfte (Schindsklaven), wenn sie durch Krieg billig zu haben waren.
Dadurch das der Feldherr im Feindesland Menschen einfängt und verkauft, kann er seinen Krieg finanzieren. Militärs haben also ein Interesse an
der Institution Sklaverei. Kapitalisten haben dann ein Interesse an diesen billigen Sklaven, wenn sie zusätzlich auch über das Leben dieser Menschen frei verfügen können - und sie bei Hungerrationen sich totarbeiten lassen und durch die nächste Lieferung billigen Menschenmaterials ersetzen.
Hier kommt also die Relation Arbeitskraft/Produktivität vs Verpflegung ins Spiel. Die Römer haben das für sich durchgerechnet und sind durch Sklavenarbeit reich geworden.
Sprich, willst du in einem Setting Sklaverei darstellen, muss irgendwo (mal) Krieg/Gewalt geherrscht haben, mit Brutalität die Sklaven in Zaum gehalten werden und es eine reiche Oberschicht geben, die davon profitiert. Sklavenwirtschaft höhlt aber auch die wirtschaftliche Basis von freien Bauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden aus, so dass solche Gesellschaften arm an Bürgern/Staatsvolk sind.
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In eine Gesellschaft mit bevölkerungsmäßig kleinen Staaten/Stämmen könnte auch noch Gnade dazukommen. Klingt auf den ersten Blick widersinnig, ist aber die einzige Möglichkeit sich zuverlässig vor Vergeltungsangriffen des Nachbarstammes zu schützen, ohne ihn bis zum letzten Kind ausrotten zu müssen.
Und dann gibt es noch die sehr beliebten Sexsklaven. Ein Weg um irgendwelche Monogamievorschriften und/oder politischen Ehen zu umgehen, und/oder als legale, langfristige Form der Vergewaltigung.
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In eine Gesellschaft mit bevölkerungsmäßig kleinen Staaten/Stämmen könnte auch noch Gnade dazukommen. Klingt auf den ersten Blick widersinnig, ist aber die einzige Möglichkeit sich zuverlässig vor Vergeltungsangriffen des Nachbarstammes zu schützen, ohne ihn bis zum letzten Kind ausrotten zu müssen.
Du meinst politische Geiseln?
Sklaverei ist immer ein Rechenexempel
Sklaven muss erworben werden (Kauf/Krieg/Zucht) vs Lohn für Arbeiter
Sklaven müssen versorgt werden vs Arbeiter kann man entlassen
Sklaven sind rechtlos/rechtlich benachteiligt vs das Volk hat Rechte (oder erhebt sich effektiver als nur Sklaven)
Du vergisst einen wichtigen Faktor. Man muss die Sklaven auch halten. Das kann aus unserer Sicht modernen, westlichen, freiheitsliebenden Sicht erstaunlich einfach sein, wenn die Verhältnisse gut tradiert sind, aber es gibt immer gewisse soziale und geographische Voraussetzungen.
Die sprichst schon von Erhebungen. Ebenso wichtig auszuschließen: Was, wenn die einfach weggehen? Wenn es meinetwegen sehr viel brauchbares Land und sehr wenig Leute gibt, wird jede Form von Herrschaft tendenziell schwierig: Dann gehen die Leute.
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Nein. Es geht um die wirklich kleinen Stämme, denk an Jäger und Sammler bzw. früheste Landwirtschaftskulturen. Ein paar hundert Mitglieder, nicht mehr.
Erfolgreicher Kampf mit dem Nachbarstamm, Frieden ist nicht mehr möglich/verlässlich, weil man schon zu viele Verwandte und Freunde getötet hat, aber Babies abschlachten oder verhungern lassen will man auch nicht. Also nimmt man die Überlebenden als Sklaven und hält sie damit unter Kontrolle.
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@1of3
ich zitiere mich mal selbst:
... mit Brutalität die Sklaven in Zaum gehalten werden...
in solchen Verhältnissen wird es immer Phasen geben, wo die Kriegsmaschinerie (T-Rex reitende Magiermogule etc)
- mächtig genug ist, Völker zu besiegen und dann zu versklaven
- auch einen Sklavenaufstand zu unterdrücken
und dann in Phasen der Schwäche
- unterzugehen
- die sich befreienden Sklaven ziehen zu lassen
- von den sich befreienden Sklaven jetzt selbst unterdrückt zu werden
was schnödes weggehen angeht:
- setzt freie Landschaften voraus (Auftrag des Settingsbauer, diese zu schaffen)
- setzt fehlende Einfangkommandos voraus (Auftrag an Settingbauer, dieses herbeizubegründen)
- wie weit sind diese Ruckzügsräume entfernt? reichen die Vorräte bis dahin (der Mensch neigt zum Verhungern)? muss geplündert werden?
wenn die ehemaligen Sklaven sich nach Utopia geflüchtet haben, könnten auch mal wieder die T-Rex reitenden Magiermogule vorbeischauen und Sklaven zurücktreiben (oder brutal dafür sorgen, dass Landschaften wieder "frei" zum Besiedeln sind - Zyklen der Verheerung)
- oder gehört das zum großen Plan? das Freie-Sklaven-Utopia ist eigentlich nur die T-Rex-Weide?
es gibt in solchen Konstruktionen viele Wegkreuzungen, wo der Settingbauer links/rechts abbiegen kann.
Willen brechende Halsbänder für kleinen Preis
Beherrschungsmagiezonen mit kilometergroßen Radien.
Religion, die Sklaverei als schlechtes Karma aus dem vorherigem Leben indoktriniert. Sklavenleben als Fegefeuerersatz und wehe, der Sklave mucke auf.
hier muss jetzt also der Settingbauer mal ein paar Pflöcke einschlagen, sonst kommen wir hier zu nichts.
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Du vergisst einen wichtigen Faktor. Man muss die Sklaven auch halten. Das kann aus unserer Sicht modernen, westlichen, freiheitsliebenden Sicht erstaunlich einfach sein, wenn die Verhältnisse gut tradiert sind, aber es gibt immer gewisse soziale und geographische Voraussetzungen.
Die sprichst schon von Erhebungen. Ebenso wichtig auszuschließen: Was, wenn die einfach weggehen? Wenn es meinetwegen sehr viel brauchbares Land und sehr wenig Leute gibt, wird jede Form von Herrschaft tendenziell schwierig: Dann gehen die Leute.
Wenn man hethitischen und luwischen Überlieferungen glauben kann, haben die ihre Sklaven … "frei gelassen", wenn sie längere Zeit nicht gebraucht wurden, und wieder eingesammelt, wenn Bedarf war …
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Um das Für und Wider des richtigen SklavenHALTENS empfehle ich zur Lektüre:
Marcus Sidonius Falx (with Jerry Toner), How to Manage Your Slaves, London 2014
Sehr interessante Lektüre über die Sinnhaftigkeit und die Fallstricke des Sklavenhalters in der römschen Antike.
Quasi-industrielle Massensklaverei in den amerikanischen Südstaaten und die Vernichtungssklavenarbeit in Konzentrationslagern sind da wiederum ganz anders gestrickt.
Zur Bindung von Sklaven in Fantasy-Kampagnen: Bei PF ist ein Geas ein Spruch der 6. Stufe und sthet somit ab der 11. Stufe jedem Magier/ Hexer zur Verfügung und funktioniert ohne RW und Zeitbegrenzung! Es ist also naheliegend, dass Sklaven in heiklen Positionen (im Palast) oder in Sklaverei in magischen Reichen den Geas "Diene deinem Herrn!" verpasst bekommen.
Damit wird ein Aufstand zwar nicht unmöglich, bricht aber häufig schnell zusammen (die Mali wedren immer stärker). Zudem dürften die meisten Sklaven sehr einegschüchtert sein, wenn ihnen gesagt wird, dass SCHRECKLICHE DINGE passieren werden, wenn sie sich gegen ihre Herren stellen - noch bevor ihr Herr erwtas davon merkt!
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und so hat Mann immer was ihn der nähe das Mann den Götter opfer kann zwecks Regen/Sonne/Ernte/Glück/oder so .