(...)Ich war etwa 20 Jahre lang größtenteils absoluter Midgard-Fanboy. Habe Cons organisiert, den einen oder anderen Beitrag geschrieben und auch sonstwie ein wenig in der Redaktion mitgewirkt. Dann ist das Spiel für mich plötzlich völlig implodiert. Fast von einem Tag auf dem anderen habe ich gemerkt, dass mich die (M4-)Regeln fast nur behindern und mir jeglichen Spaß aussaugen. (...)
DSA ist bei mir rausgefallen, als ich bemerkt habe, dass es noch andere Systeme gab. Habe einfach was anderes ausprobiert und plötzlich keinen Bock mehr auf DSA gehabt.Bei mir ebenso. Savage Worlds war der Auslöser.
Ich habe Midgard-BurnOut. Ich kann´s nicht mehr sehen, geschweige denn spielen.
Das System implodiert. Vom einen auf den anderen Tag bringen die Regeln keinen Spaß, sondern eher Frust. Man stößt den Sockel um, auf den man das System gesetzt hat.
Welche Systeme sind bei Euch implodiert und warum?
Welche Systeme sind bei Euch implodiert und warum?7teSee-nachdem ich es über 6 Jahre recht intensiv gespielt und auch ab& zu geleitet habe. Wir hatten viel Spaß und tolle Sessions-keine Frage. Aber nach einer derart langen und intensiven Phase gab es irgendwie nichts mehr, was mich noch hinter dem Ofen vorgelockt hätte.
Charaktere sind immer irgendwie samey, und die ganze Würfelmechanik ist ein derartiges Snakes&Ladders, dass es mich nur noch ankotzt.Schöne Beschreibung! Impoldiert ist mir SW als System nicht. Aber als generisches System. Für alles, was nicht Hollywood-Blockbuster ist kann ich das nicht mehr nehmen. PotSM, SWoSK, Zorro, Star Wars ... geht alles. 40K, Cthulhu, Deadlands, Aventurien, ... geht nicht.
So richtig schnell ist das bei mir in einem Ubiquity-Oneshot passiert, den ich geleitet habe.
Wir spielen ein fertiges Abenteuer mit Pregens, damit auch nichts schiefgeht - immerhin war das das erste Mal, dass ich mit dem System leite. Alles funktioniert gut (auch wenn einige Spieler manche Eigenheiten des Systems nicht mochten), und dann kommt eine Stelle im Abenteuer, in dem die SC bemerken sollen, dass jemand lügt. Recht einfache Probe auf Empathy.
"Empathy" hat aber keiner.
Also, "Perception" ist schon extra kein Skill, den man nehmen kann, sondern ein von den Attributen abgeleiteter Wert, damit man nicht mit "ach keiner hat auf Wahrnehmung geskillt? Ist ja doof!" auf die Nase fällt. Empathy nicht. Hm.
Ungeübte Würfe kann man ja mit Attribut -2 machen, auch bei Empathy. Allerdings ist die Art des Wurfs hart schwerer als wenn man den Skill nur auf 0 hätte, weshalb es anscheinend auch oft gehausregelt wird. Ich fang aber in nem Oneshot ja nicht gleich mit Hausregeln an. Jeder würfelt mal, aber alle failen (natürlich). Doof.
Kann man denn das nicht einfach mit Perception ersetzen? Nein, dann ergäbe die Fertigkeit "Empathy" überhaupt keinen Sinn.
Ist das nicht ein freier "Zero-Level Skill" von einer der Logen? Nein.
Haben wir nur die falschen Pregens genommen und einer von denen hatte Empathy (wir hatten übrigens eine Reporterin und einen Detektiv dabei)? Nein, keiner der Pregens hat Empathy.
Ploff.
Seitdem mag niemand aus der Runde das System wieder anfassen - auch welche, die das schon mal in nem anderen Oneshot gespielt und eigentlich ganz witzig fanden.
Ubiquity-Geblubber:(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Und auch "Implosion" ist ein zu starkes Wort.
Anders war das bei D&D 3.5. Da kannte ich die Defizite schon lange und habe versucht, Workarounds zu basteln etc. Aber irgendwann war dann doch die Lust raus, aus verschiedenen Gründen: v.a. die nicht vorhandene Powerbalance, die Spellcaster Supremacy, die gefühlte Unmöglichkeit alle Spieler (inkl. SL) auf einen Nenner zu bringen; die starke Tendenz zu Rocket Tag. Da ist es jetzt zwar nicht so, dass ich es kategorisch nie wieder spielen würde, aber momentan hab ich auch keine Lust, mir den Stress anzutun und es ist sehr gut möglich, dass es auch nie wieder kommt.
Mir geht's da wie dem Narren: Eigentlich haben sich die Zusammenbrüche immer schon längerfristig abgezeichnet. Dass ich was gemocht und dann am nächsten Tag nicht mehr gemocht hätte, kenne ich nicht.Da bin ich bei Euch.
Meine 3E Zeit begann am 16. August 2000 (also quasi mit Erscheinen) und ging dann wohl fast 10 Jahre lang. Heute stehen die Bücher nur noch im Regal, werden eigentlich nicht mehr rausgenommen und ich mache einen großen Bogen um alles was damit zu tun hat. Kann sein, dass es Übersättigung ist - ich hab es auch nochmal mit einer PF-Runde probiert, aber genau genommen kann ich es nicht mehr sehen; alle Fehler und Schwächen fallen mir heute besonders ins Auge, alles was ich früher gut daran fand kotzt mich heute regelrecht an.
Komischerweiße finde ich seit damals AD&D/2nd wieder richtig dufte ...
Shadowrun - bei einer Probe hatte jemand über 30 Würfel geworfen. Ab da war das System für mich nur noch ein Witz und ich konnte es nicht mehr ernsthaft bespielen.
So eine richtige, abrupte Implosion... hmm, am ehesten Savage Worlds. Dabei war ich erstmal ne zeitlang (ca1 Jahr?) ziemlich begeistert davon. Dann kamen irgendwann ziemlich abrupt Ermüdungserscheinungen: Charaktere sind immer irgendwie samey, und die ganze Würfelmechanik ist ein derartiges Snakes&Ladders, dass es mich nur noch ankotzt.