Autor Thema: SL weicht für dramat. Konvention & kreative Idee heimlich von Regeln ab  (Gelesen 1341 mal)

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Offline Zed

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Naja Clad hat nicht den ersten Stein geworfen,...
@unicum, bist Du ganz sicher, dass ich chad der Lüge bezichtigt habe?

Ich spreche hier den Lügen-/Betrügen-/Besudeln-Vorwurf an, der denjenigen entgegengebracht wird, die sich nicht extrem in der "Es gibt nur Schummeln oder nicht-schummeln"-Ecke aufhalten.

Offline Haukrinn

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Jau, das nervt mal wieder. Ich kehre mal kurz zum Ursprung zurück, wenn's recht ist.

im Thread nebenan habe ich eine Sammlung gestartet, die sich damit beschäftigt, warum SL möglicherweise, ohne Absprache ohne dass die Spielenden das im konkreten Fall wissen, von den Regeln abweichen. Zwei Gründe erscheinen mir dabei noch etwas nebulös:
  • Ich wünsche mir, dass die Handlung entlang gewisser dramatischer Konventionen verläuft.
  • Der SL soll die Gruppe mit kreativen Ideen begeistern können, ohne dafür nötige Regelabweichungen im Vorfeld mit ihr absprechen zu müssen.
Mich interessiert: Welche Szenen habt ihr im Rollenspiel erlebt, in denen die SL vermutlich oder nachweislich die Regeln gebeugt hat, um diese Ziele zu erreichen – ohne die Abweichung in der konkreten Situation transparent zu machen?

Wie hat das eurer Meinung nach das Spiel beeinflusst oder verbessert?

Ich hab schon so ziemlich alles erlebt, und für mich ist das, was du beschreibst, einfach ein No-Go. Ich hatte immer wieder das Problem als Spieler, das z.B. Bösewichte entkommen konnten, weil der Plot das verlangt hat, obwohl es überhaupt keinen Sinn ergeben hat. Oder das Türen nicht aufgingen, obwohl sie das gemusst hätten. Ich kann damit noch leben, wenn es zum Wohl der Gruppe ist - da fühle ich mich vielleicht ein bisschen gegängelt, aber das geht schon. Aber für den "Plot"? Wenn der Plot nicht zu Spiel und Gruppe passt, vielleicht ist er dann einfach nicht so prall?

Selbst wenn es gegen die Gruppe geht. Da mag noch was akzeptabel sein, was spielweltlich Sinn ergibt: Also so: zwanzig Schergen stürmen in den Raum, der Typ verzieht sich. Damit komme ich klar. Sondern so ein "So, jetzt ist Cutscene-Zeit, ihr steht oll rum während der Typ einen Abgang macht". Gibt bestimmt Leute, die das mögen. Ich finde das total intransparent und fühle mich da ehrlich gesagt betrogen. Auf Hütchenspielerei und Bühnenzauberei am Tisch habe ich keinen Bock (wohlgemerkt ich, auch das dürfen andere Menschen mögen). Und wenn das Spiel die Agenda, die man als Gruppe (inkl. SL) verfolgen möchte, nicht unterstützt, dann sollte man es gemeinsam anpassen oder gleich was anderes benutzen.

Ich finde tatsächlich die beiden Punkte, die du nennst, auch durchaus urig. So richtig nachvollziehen kann ich sie auch nicht, da bin ich bei dir.

Zitat
Ich wünsche mir, dass die Handlung entlang gewisser dramatischer Konventionen verläuft.

Das ist legitim, aber dann sag doch was! Manche Wünsche kann man erfüllen, wenn man sie äußert. Was spricht denn dagegen den Spielenden einfach mal die Ansage zu machen "Ihr seid Musketiere. Ihr lauft nicht davon, wenn es um das Leben des Königs geht! So funktionieren Musketiergeschichten nicht!" oder "Ich fände es für den weiteren Verlauf wichtig, dass der Typ entkommt. Wie lösen wir das auf, damit das für euch stimmig bleibt?". Oder auch "Eigentlich ist das jetzt ne Todesfalle für euch und Deus Ex Machina als Lösung ist doch Scheiße. Wie bekommen wir euch da jetzt raus?".

Zitat
Der SL soll die Gruppe mit kreativen Ideen begeistern können, ohne dafür nötige Regelabweichungen im Vorfeld mit ihr absprechen zu müssen.

Auch das rall ich nicht. Kreativität ist dann am besten, wenn sie sich innerhalb der Leitplanken bewegt. Ich will ja auch als SL von der Gruppe mit kreativen Ideen begeistert werden. Und die müssen sich auch an die Regeln halten. Wenn ich als SL ne coole Idee habe, dann überlege ich mir doch vorher, wie ich das im Spiel abbilden kann, so dass es funktioniert. So einengend sind die meisten Spiele doch nicht. Oder ich packe es auf die Ideenhalde für ein Spiel, wo es dann funktioniert, wenn es hier nicht passt.
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Offline unicum

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@unicum, bist Du ganz sicher, dass ich chad der Lüge bezichtigt habe?

Ich spreche hier den Lügen-/Betrügen-/Besudeln-Vorwurf an, der denjenigen entgegengebracht wird, die sich nicht extrem in der "Es gibt nur Schummeln oder nicht-schummeln"-Ecke aufhalten.

Verstehst du mich so das ich das so interpretiert habe?

Ich sah es so das du den Stein ins Wasser geworfen hast durch die verwendung des Wortes "Lügenvorwurf".

Offline SigmundFloyd

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Letze Session: Ein Assassine springt von einer Mauer und bremst seinen Fall mit seinen Karambits, die funkenschlagend an der Wand entlang ratschen, statt regelkonform die Treppe zu nehmen. Auswirkungen: Hat zur Atmosphäre der Szene beigetragen (die von den Spielenden gelobt wurde); die SC haben etwas über den MO der Assassinen erfahren; der Assassine kam 20 Fuß weiter (der verfolgende SC konnte ihn trotzdem ohne Probleme erreichen).

Session davor: Die SC bekommen es mit einer Hexe zu tun, die ihren Geist aus ihrem Körper lösen kann; der körperlose Geist lauert den SC in Wänden auf, verfolgt sie auf der Flucht durch Mauern, etc. Regelkonform wäre manches davon nicht gegangen, da die Kreatur zwar durch Wände gehen kann, aber Schaden nimmt, wenn sie ihren Zug in einer Wand beendet. Auswirkungen: Gruslige Momente (die von den Spielenden gelobt wurden); trivialer Encounter wurde faktisch geringfügig weniger trivial, hat sich für die Spielenden aber viel bedrohlicher angefühlt.

Sicherlich keine Meisterstücke an Kreativität, aber die Situationen, die mir gerade einfallen :)

Außerdem eine Anmerkung, da die Argumente im Nachbarthread mit auf meinen Mist gewachsen waren: Dass die Spielenden über die Regeländerungen nicht informiert werden, ist für mich nicht essenziell wichtig. So hatte ich auch die "B-Position" nicht verstanden. In beiden genannten Fällen fand ich es nicht nötig, das mit den Spielenden zu besprechen, da die Auswirkungen ziemlich minimal waren, und mir der Erzählfluss wichtiger erschien; bei Sachen mit mehr Einfluss würde ich aber erst Einwilligung einholen.

Eigentlich exakt so, wie ich Player Empowerment/ Rule of Cool handhabe. Bei Kleinen "Verzierungen", die von den Regeln nicht abgedeckt werden, lass' ich die Spielenden einfach machen; bei größeren Abweichungen gibt's ein: "Das geben die Regeln so nicht her, aber wenn's für alle OK ist/dir das einen Bennie wert ist/ich die Schwierigkeit entsprechend erhöhen darf, machen wir das so."

Online chad vader

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Und urplötzlich bedauere ich es zutiefst, dass ich in diesem Thread etwas geschrieben habe. Mir wird von der pseudo-moralischen Stichelei nur noch schlecht, und ich halte die Individuen, die dafür verantwortlich sind, für Bullies und durch und durch schlechte Menschen Furen-User...
Meine Fresse, für jemand, der derart empfindlich auf einzelne Formulierungen regiert, teilst du hier aber ganz schön unter der Gürtellinie aus. Pfui!

Das war wirklich daneben.

EDIT: Ich gebe mir WIRKLICH Mühe, hier seit der Sperre letzte Woche einzelne Wörter zu meiden, auch wenn mir das wie eine wirklich unangenehme Zensur vorkommt und ich die in meiner sprachlichen Wahrnehmung absolut nicht beleidigend sind und auch nie beabsichtigt waren. Aber ich werde es mir nicht nehmen lassen, Zeds offensichtlich spaßige Spitze gegen mich ähnluch zu parieren. Das war doch kein ernsthafter, streithafter Abtausch.

Warum muss man da so dermaßen steil gehen? Echt mal!
« Letzte Änderung: 26.03.2025 | 18:31 von chad vader »

Offline Chaos

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Verstehst du mich so das ich das so interpretiert habe?

Ich sah es so das du den Stein ins Wasser geworfen hast durch die verwendung des Wortes "Lügenvorwurf".

Wenn da ein Lügenvorwurf war, dann hat DER den Stein ins Wasser geworfen, nicht derjenige, der die Dinge beim Namen nennt.
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Offline Streunendes Monster

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Nun, wir unterscheiden doch eh schon seit Jahren(-zehnten?) uzwischen Rules-As-Written (RAW) und Rules-As-Intended (RAI).
Spätestens hier haben wir ggfs eine Abweichung, ohne dass die Spielenden es unbedingt mitbekommen.
Dieser Fall wird aber nicht gemeint gewesen sein.

Wenn ich als SL eine Regel breche oder biege, dann wäre das in meinem Falle eher, wenn ich merke, dass diese dämlich ist.
Für DRAMA-BABY oder Mein DingTM würde ich das nicht tun.

Wenn ein Spielender meint wegen Dramas von den Regeln abweichen zu müssen, dann hingegen lasse ich ihn/sie als SL gerne gewähren. Bin da recht entspannt und verstehe den Aufriss auch nicht unbedingt.
Wenn drei Spielende mit unterschiedlichen (Teil-)Spielvorlieben am Tisch sitzen und alle dabei Spaß haben ihre Vorlieben ausspielen zu können, ists doch fein.
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Offline Streunendes Monster

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Leute, könnt ihr diese elenden Vorwürfe irgendwo anders ausdiskutieren? Dafür gibt es nen eigenen Bereich ...

In jedem (!) vermaledeiten Thread die gleiche Leier ... nervt Euch das nicht selbst so hart ab, wie es andere (zB mich) nervt?
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Offline Alter Weißer Pottwal

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Meine Fresse, für jemand, der derart empfindlich auf einzelne Formulierungen regiert, teilst du hier aber ganz schön unter der Gürtellinie aus. Pfui!

Das war wirklich daneben.

EDIT: Ich gebe mir WIRKLICH Mühe, hier seit der Sperre letzte Woche einzelne Wörter zu meiden, auch wenn mir das wie eine wirklich unangenehme Zensur vorkommt und ich die in meiner sprachlichen Wahrnehmung absolut nicht beleidigend sind und auch nie beabsichtigt waren. Aber ich werde es mir nicht nehmen lassen, Zeds offensichtlich spaßige Spitze gegen mich ähnluch zu parieren. Das war doch kein ernsthafter, streithafter Abtausch.

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Offline Doc-Byte

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Eigentlich exakt so, wie ich Player Empowerment/ Rule of Cool handhabe. Bei Kleinen "Verzierungen", die von den Regeln nicht abgedeckt werden, lass' ich die Spielenden einfach machen; bei größeren Abweichungen gibt's ein: "Das geben die Regeln so nicht her, aber wenn's für alle OK ist/dir das einen Bennie wert ist/ich die Schwierigkeit entsprechend erhöhen darf, machen wir das so."

Guter Punkt, reden wir doch mal über Regelabweichungen auf Spielerseite! Das ist mMn nämlich die andere Seite der Münze. Als SL drehe ich ja ggf. auch mal an den Regeln, wenn eine Spieleraktion davon nicht wirklich abgedeckt ist, sie aber "kreativ"* ist.

*) Hilfswort in Ermangelung eines treffenderen Wortes.

PS: Das sowas logischer Weise nicht "heimlich" sein kann, ist mir schon klar.
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Offline Issi

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Ich muss echt nachdenken, wo man das verwenden könnte, denn ich bleibe dabei: Wenn ich will, dass etwas sicher gelingt besser gar nicht erst Würfeln.

Aber OK,
1. Es gibt doch diese Vorstellungsszenen von NSC.
Beispiel: Eine Figur soll ultra böse, ultra cool, ultra geheimnisvoll whatever vorkommen. Und in genau dieser Szene: fliegt die Figur  nach Regeln"auf die Fresse ".

Bevor sich jetzt alle vor lauter Lachen die Bäuche halten und aus Darth Vader plötzlich Lord Helmchen werden würde, den niemand jemals wieder ernst nehmen könnte, könnte so ein Moment sein, an den Regeln zu drehen.

2. Das gleiche könnte man auch für SCs machen, wenn man das Gefühl hätte, die Figur würde dadurch für den Rest ihres Daseins zur Lachnummer.

3. Auch andere zu! stark entwürdigende, erniedrigende Szenen, könnte man abmildern.
(Also Szenen, die über mal was einstecken, weit hinausgehen) * (Von einer Horde Zentauren will sicher keiner (ihr wisst schon was) werden)

Sowas kann im worst case nicht nur an den Figuren, sondern an den Spielern selbst hängen.
Deshalb ist das zu vermeiden.

4. Ich würde immer an den Regeln drehen, wenn jmd. meint einen andere Charakter gegen Willen dessen Spieler/in mit Verführen und anderen sozialen Skills in die Kiste zu zwingen.(Manche Regeln sind da zu schwammig um sowas auszuschließen)

Edit folgt
Morgen
« Letzte Änderung: 26.03.2025 | 21:40 von Issi »

Offline gunware

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Session davor: Die SC bekommen es mit einer Hexe zu tun, die ihren Geist aus ihrem Körper lösen kann; der körperlose Geist lauert den SC in Wänden auf, verfolgt sie auf der Flucht durch Mauern, etc. Regelkonform wäre manches davon nicht gegangen, da die Kreatur zwar durch Wände gehen kann, aber Schaden nimmt, wenn sie ihren Zug in einer Wand beendet. Auswirkungen: Gruslige Momente (die von den Spielenden gelobt wurden); trivialer Encounter wurde faktisch geringfügig weniger trivial, hat sich für die Spielenden aber viel bedrohlicher angefühlt.

Das würde bei uns nicht gut ankommen. Vorausgesetzt, die Charaktere wissen, wie die Magie funktioniert, dann stellen sie ihre Taktik darauf ein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, weil mindestens einer aber eher zwei Charaktere spezialisieren sich darauf, so etwas zu wissen.
Und auch wenn die Charaktere das nicht wissen sollten (Pech beim Würfeln), würden es die Spieler früher oder später erfahren, dass die Hexe in der Wand nicht bleiben konnte und würden sich hintergangen fühlen.
Bereits die Fähigkeiten, die bei NPC und PC leicht abweichend funktionieren, haben bei meinen Spielern schlechten Ruf. Dann heißt es, "ah, der NPC hat eine Monsterfähigket!", im Sinne aus dem Monster- und nicht Spielerhandbuch.

Bei der anderen Gruppe, mit der ich früher gespielt habe, wäre es kein Problem und sie würden nichtmal darüber nachdenken, ob die Fähigkeit genau so oder anders funktioniert. Aber in der Gruppe würde auch keiner das Maximum in Wissensfertigkeiten versuchen zu erreichen und viele Punkte darauf geben.

Deshalb kann ich die jetzigen Spieler schon verstehen, dass es ein schlechtes Geschmäckle hat, wenn die für Charaktererschaffung  geopferten Punkte nicht berücksichtigt würden.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline SigmundFloyd

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Das würde bei uns nicht gut ankommen. Vorausgesetzt, die Charaktere wissen, wie die Magie funktioniert, dann stellen sie ihre Taktik darauf ein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, weil mindestens einer aber eher zwei Charaktere spezialisieren sich darauf, so etwas zu wissen.

Bei der anderen Gruppe, mit der ich früher gespielt habe, wäre es kein Problem und sie würden nichtmal darüber nachdenken, ob die Fähigkeit genau so oder anders funktioniert. Aber in der Gruppe würde auch keiner das Maximum in Wissensfertigkeiten versuchen zu erreichen und viele Punkte darauf geben.

Deshalb kann ich die jetzigen Spieler schon verstehen, dass es ein schlechtes Geschmäckle hat, wenn die für Charaktererschaffung  geopferten Punkte nicht berücksichtigt würden.
Ich würde selbstverständlich keine Fähigkeiten eines Gegners ändern, die die Spieler mit einem Wissenswurf in Erfahrung gebracht haben. Da bin ich bei dir; das würde die Entscheidungen beim Charakterbau und die Entscheidung für den Wissenswurf entwerten. War aber nicht der Fall.
Und auch wenn die Charaktere das nicht wissen sollten (Pech beim Würfeln), würden es die Spieler früher oder später erfahren, dass die Hexe in der Wand nicht bleiben konnte und würden sich hintergangen fühlen.
Bereits die Fähigkeiten, die bei NPC und PC leicht abweichend funktionieren, haben bei meinen Spielern schlechten Ruf. Dann heißt es, "ah, der NPC hat eine Monsterfähigket!", im Sinne aus dem Monster- und nicht Spielerhandbuch.
Die Diskussion wäre bei uns brotlos, da ich die meisten Monster eh modifiziere oder komplett homebrewe. In dem Fall habe ich die Modifikation halt erst "on the fly" statt vor der Sitzung vorgenommen.
Hintergangen fühlt sich da auch keiner; dafür spielen wir, denke ich, nicht antagonistisch genug.

Offline gunware

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Hintergangen fühlt sich da auch keiner; dafür spielen wir, denke ich, nicht antagonistisch genug.
Hintergangen ist auch übertrieben. Mir ist kein anderes besser beschreibares Wort eingefallen.
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Offline Swanosaurus

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Session davor: Die SC bekommen es mit einer Hexe zu tun, die ihren Geist aus ihrem Körper lösen kann; der körperlose Geist lauert den SC in Wänden auf, verfolgt sie auf der Flucht durch Mauern, etc. Regelkonform wäre manches davon nicht gegangen, da die Kreatur zwar durch Wände gehen kann, aber Schaden nimmt, wenn sie ihren Zug in einer Wand beendet. Auswirkungen: Gruslige Momente (die von den Spielenden gelobt wurden); trivialer Encounter wurde faktisch geringfügig weniger trivial, hat sich für die Spielenden aber viel bedrohlicher angefühlt.


Das Beispiel deutet auf die Unschärfe von Regelabweichungen im Rollenspiel hin: Ist das ein Regelbruch? Oder verfügt die Hexe lediglich über Fähigkeiten, die den SC nicht zugänglich sind? In den meisten Settings gilt ja "Magie kann noch mehr als das, was explizit im Zauberbuch aufgeführt ist", solange ich also sage, dass die Hexe eine vielseitigere Variante des bekannten Spruchs beherrscht, sind nicht unbedingt Regeln verletzt; es sei denn, die Gruppe hat sich darauf geeinigt, dass alle auch im weiteren Sinne für Konflikte/Kämpfe mit NSC relevanten Aktionen durch explizite Regeln gedeckt sein müssen.

Wenn sich "Rules first" und "Fiction first" begegnen, kann das in der Beziehung schon ziemlich haarig werden.
Ein Beispiel dafür aus meiner eigenen Runde: In einer Runde bei mir lernte der Zauberer eine Fähigkeit, die es ihm ermöglichte, eine ziemlich große (paar mal paar Meter oder so) Grube im Boden erscheinen und sich schlagartig wieder schließen zu lassen. Ich dachte: "Krass, das ist ja ein Army-Killer!", wenn ich den an der richtigen Stelle aufmache ... auf Nachfrage im dazugehörigen Forum wurde mir von mehreren anderen Nutzern beschieden, dass das doch kein Schadenszauber sei und er entsprechend auch keinen Schaden verursachen könne, dass ein solcher Einsatz also regelwidrig sei ... ich stand dem mit meiner "Die Fiktion löst etwas in den Regelprotokollen aus, und das wirkt sich wieder auf die Fiktion aus, und das alles steht im Dienste einer Fiktion, die sich insgesamt plausibel und befriedigend anfühlt"-Philosophie ziemlich hilflos gegenüber. Ergibt es irgendeinen Sinn, dass eine Figur im Rollenspiel eine Fähigkeit hat, sie aber nicht auf eine bestimmte Art anwenden darf, obwohl die innerhalb der Fiktion absolut plausibel wäre? "Warum reißt er nicht die Erde unter ihnen auf?" - "Weil das kein Schadenszauber ist!" Okay, kann man so sehen, komme ich aber nicht mit klar.

Wäre es jetzt ein Regelverstoß, wenn z.B. ein NSC den Zauber eben so verwendet? Oder wäre es ein plausibler Einsatz seiner Fähigkeiten?

Wenn ich einem Spieler den Einsatz des Zaubers zum Umbringen von Feinden verweigere, weil er dem "Geist des Zaubers" widerspricht (der ja kein Schadenszauber ist), verstoße ich dann gegen die Regeln oder fordere ich ihre Einhaltung ein?

Wenn ich sage: "Neben euch tut sich eine Grube auf, und zwanzig eurer Soldaten verschwinden darin, bevor das Loch sich wieder schließt und die schrecklichen Schreie, die dabei ertönen, verschluckt", habe ich dann gegen die Regeln verstoßen (kein Schadenszauber!), sie korrekt angewendet (die Auswirkung in der Fiktion wurde plausibel weitergedacht) oder war ich zu lasch (der Gegner hätte ja wohl eigentlich schlauerweise auch die SC in den Wirkungsradius nehmen sollen)?

Da Spielregelprotokolle im Rollenspiel die Ereignisse innerhalb der Fiktion beeinflussen, sind die Auswirkungen ihrer Anwendung in vielen Fällen Interpretationssache.
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Das Beispiel deutet auf die Unschärfe von Regelabweichungen im Rollenspiel hin: Ist das ein Regelbruch? Oder verfügt die Hexe lediglich über Fähigkeiten, die den SC nicht zugänglich sind? In den meisten Settings gilt ja "Magie kann noch mehr als das, was explizit im Zauberbuch aufgeführt ist", solange ich also sage, dass die Hexe eine vielseitigere Variante des bekannten Spruchs beherrscht, sind nicht unbedingt Regeln verletzt; es sei denn, die Gruppe hat sich darauf geeinigt, dass alle auch im weiteren Sinne für Konflikte/Kämpfe mit NSC relevanten Aktionen durch explizite Regeln gedeckt sein müssen.

Wenn sich "Rules first" und "Fiction first" begegnen, kann das in der Beziehung schon ziemlich haarig werden.
Ein Beispiel dafür aus meiner eigenen Runde: In einer Runde bei mir lernte der Zauberer eine Fähigkeit, die es ihm ermöglichte, eine ziemlich große (paar mal paar Meter oder so) Grube im Boden erscheinen und sich schlagartig wieder schließen zu lassen. Ich dachte: "Krass, das ist ja ein Army-Killer!", wenn ich den an der richtigen Stelle aufmache ... auf Nachfrage im dazugehörigen Forum wurde mir von mehreren anderen Nutzern beschieden, dass das doch kein Schadenszauber sei und er entsprechend auch keinen Schaden verursachen könne, dass ein solcher Einsatz also regelwidrig sei ... ich stand dem mit meiner "Die Fiktion löst etwas in den Regelprotokollen aus, und das wirkt sich wieder auf die Fiktion aus, und das alles steht im Dienste einer Fiktion, die sich insgesamt plausibel und befriedigend anfühlt"-Philosophie ziemlich hilflos gegenüber. Ergibt es irgendeinen Sinn, dass eine Figur im Rollenspiel eine Fähigkeit hat, sie aber nicht auf eine bestimmte Art anwenden darf, obwohl die innerhalb der Fiktion absolut plausibel wäre? "Warum reißt er nicht die Erde unter ihnen auf?" - "Weil das kein Schadenszauber ist!" Okay, kann man so sehen, komme ich aber nicht mit klar.

Wäre es jetzt ein Regelverstoß, wenn z.B. ein NSC den Zauber eben so verwendet? Oder wäre es ein plausibler Einsatz seiner Fähigkeiten?

Wenn ich einem Spieler den Einsatz des Zaubers zum Umbringen von Feinden verweigere, weil er dem "Geist des Zaubers" widerspricht (der ja kein Schadenszauber ist), verstoße ich dann gegen die Regeln oder fordere ich ihre Einhaltung ein?

Wenn ich sage: "Neben euch tut sich eine Grube auf, und zwanzig eurer Soldaten verschwinden darin, bevor das Loch sich wieder schließt und die schrecklichen Schreie, die dabei ertönen, verschluckt", habe ich dann gegen die Regeln verstoßen (kein Schadenszauber!), sie korrekt angewendet (die Auswirkung in der Fiktion wurde plausibel weitergedacht) oder war ich zu lasch (der Gegner hätte ja wohl eigentlich schlauerweise auch die SC in den Wirkungsradius nehmen sollen)?

Da Spielregelprotokolle im Rollenspiel die Ereignisse innerhalb der Fiktion beeinflussen, sind die Auswirkungen ihrer Anwendung in vielen Fällen Interpretationssache.

Bei dem speziellen Grubentrick würde mich spaßeshalber interessieren, wofür der denn sonst gut sein soll, wenn die Regeln anscheinend das augenblickliche Erscheinen und Wiederverschließen des Lochs im Boden so betonen. Wenn das natürlich andererseits einfach nur implizit der Spielweltzeittaktung in den Regeln geschuldet ist (eine Runde dauert halt nur X Sekunden und das Loch erscheint oder verschwindet innerhalb einer "Aktion" oder so), dann kann man das evtl. auch anders sehen...vielleicht schließt sich die Grube dann ja auch wieder von unten nach oben und hebt alles, was sich gerade in ihr befindet, dabei unbeschadet wieder mit in die Höhe? :think: Käme drauf an, wie die Beschreibung da konkret aussieht, Magie rein als Phänomen könnte das jedenfalls so handhaben, ohne sich andererseits vom Magier mit einem "Hey Moment, ich wollte doch, daß die zerquetscht werden!" dazwischenfunken zu lassen...

Ansonsten bin ich tatsächlich mit NSC-Tricks, an die Spielercharaktere rein ihres SC-Heiligenscheins wegen grundsätzlich niemals nicht herankommen können, gerne mal ein wenig unglücklich, weil mir das der inneren Logik der Spielwelt zuwiderläuft. Das ändert sich, sobald ich eine brauchbare Erklärung habe, die sich nicht mehr rein an der SC/NSC-Trennlinie aufhängt (beispielsweise "Ja, der kann das und ihr nicht, weil er jahrelang in einem verbotenen Kult war und dabei mehr Opfer gebracht hat, als die Fähigkeit eigentlich wert ist")...aber irgendwo muß die Erklärung eben auch erst mal wieder herkommen.

Offline Swanosaurus

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Bei dem speziellen Grubentrick würde mich spaßeshalber interessieren, wofür der denn sonst gut sein soll, wenn die Regeln anscheinend das augenblickliche Erscheinen und Wiederverschließen des Lochs im Boden so betonen.

Ich habe leider die beiden Regelwerke nicht mehr, in denen es vorkam: Das eine (wo es im Spiel vorkam und wo ich im 9th World forum nachgefragt habe) war Numenera, aber ich meine mich zu erinnern, dass FantasyAge einen ganz ähnlichen Zauber hatte.
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Online chad vader

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Das sowas logischer Weise nicht "heimlich" sein kann, ist mir schon klar.
Jein - es gibt schon Situationen, in welchen Spieler Zauber- oder Ausrüstungsregeln massiv überinterpretieren, die die SL einfach nicht so genau kennt und in der Situation auch nicht prüft.

Online chad vader

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