Hab jetzt in den letzten Wochen nochmal die ganze
Tomb Raider Remake-Trilogie durchgespielt. Die Storyline ist ja bekanntlich immer die gleiche: in abgelegener Ecke der Welt gibt es eine verlorene, isolationistische Siedlung, sowie ein magisches Dingsbums welches von mehr oder weniger unsterblichen Wesen bewacht wird. Lara muss das Macguffin finden und dabei schneller sein als ein wahnsinniger Kult, dem sie aber durch ihre Bemühungen gleichzeitig den Weg freiräumt. Aber die Umsetzung der einzelnen Teile ist schon deutlich unterschiedlich. Jetzt so im Nachhinein, und wo ich alle Back-to-back gespielt habe, würde ich sie wie folgt bewerten:
TR ("Survivor"): gut, aber ein bisschen kurz (ca 20 Stunden beim ersten Playthrough, 15h im Replay), die Mechaniken noch etwas simplistisch. Tombs sehr minimalistisch. Größter Schwachpunkt ist aber mE, dass die meisten Kämpfe "frontal assault" sind, es also keine Möglichkeit gibt unentdeckt zu bleiben und aus dem Hinterhalt zuzuschlagen oder sich gar durchzuschleichen. Ich würde schätzen 80% der Gegner sind reines Fratzengeballer.
ROTTR: ausgefeiltere Mechaniken, aber die wesentlich längere Spielzeit (grob 40 und 33h) entsteht in erster Linie durch MMO-artige Grind-strecken. Vor allem das Verbessern der Ausrüstung frisst unheimlich viel Zeit, weil man ständig zwecks Ressourcensammeln kreuz und quer über die Karten gescheucht wird. "Oh, endlich habe ich genug Murals gelesen um den Obelisken entziffern zu können. Ah na toll, die Münzverstecke sind wieder an den entlegensten Enden zu finden, wo auch sonst."
Die Tombs sind ein klein wenig umfangreicher / kniffliger als im 1. Teil. Nur 1 DLC, der dafür aber ziemlich abgefahren.
Immerhin sind ein paar mehr Szenen im Stealth-Modus zu bewältigen. Schwer abzuschätzen wieviel in %.
Insgesamt auch gut, aber der Ressourcengrind schmeckt schon etwas nach Mogelpackung.
SOTTR: Nahezu
Perfection. Der ausgefeilteste Skilltree. Umfangreichere Storyline. Natürlich-flüssiges Gameplay, wobei man ganz automatisch mit den Goodies versorgt wird die man zum Basteln benötigt. Hier hatte ich überhaupt kein Grind-Gefühl, trotzdem längere Spielzeit (ca 45/30h). Tolle südamerikanische Atmosphäre, mit NSCs die in ihren Muttersprachen schwätzen. Umfangreiche Tombs, an denen man richtig tüfteln kann. Es gibt zwar immer noch einige Assault-Szenen, aber ich würde sagen mehr als die Hälfte der Kämpfe lassen sich im Stealth-Modus erledigen. "New Game Plus" Modus erlaubt es einem mal so richtig durchzurocken.
Recht viele DLCs, die recht spaßig sind, sich aber leider fast alle als Wild Goose Chases entpuppen: "Hurra wir haben endlich das gesuchte Artefakt... Moment mal das hilft uns ja gar nicht weiter... besser wir verbrennen es / geben es zurück." - Aber hey, nem geschenkten Gaul und so.
Wie dem auch sei, unterm Strich für mich ganz klar der stärkste der drei Teile.
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