Autor Thema: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG  (Gelesen 87491 mal)

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Offline JS

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #875 am: 2.04.2025 | 11:37 »
Letzlich sind beide Methoden Illusionen, und es hängt vom Individuum und dessen Erwartungen und Vorlieben ab, welche davon besser verfängt bzw. wirkt.

Für mich hat beides seinen Reiz und seine Berechtigung und seinen Einfluß auf meine Immersion, aber objektiv gesehen ist es mit der "Belebungsmasse" nicht ganz so, wie es hier teils geschildert wurde. Denn in NC laufen vielleicht 20.000 NSC herum, die man beim schnellen Vorbeifahren auch nur als Masse einer anonymen Großstadt wahrnimmt - was nett ist -, aber wenn man genau hinsieht, gibt es 40 oder 50 NSC, die tausendfach kopiert werden, immer die gleichen Wege ablaufen, man sieht immer die gleichen Polizisten, den gleichen Weinpunk auf einer Bank sitzen und von der gleichen Freundin getröstet werden, die gleichen Ganger, die ich hundertfach umgenietet habe, die gleichen Junkies, die gleichen Autofahrer. Ich kann dir ziemlich genau sagen, welche Strecke die eine Tussie mit dem halbnackten Pinkhintern ständig abläuft, denn die ... fällt echt auf. :D

Das ist für mich, der ich auch gerade die Architektur der Stadt zu Fuß bewundere (denn die ansonsten interaktiv tote Kulisse mit den Gebäuden und dem Licht finde ich großartig), überall so deutlich, daß ich darin null Immersion mehr finde. Immer wieder stehen 5, 6 NSC still herum und gucken ins Leere, ich traf schon 4 Kopien direkt nebeneinander, sagt man "Buh", hocken sich 20 NSC zur immer gleichen Paniktraube zusammen und bilden einen seltsame Pixelfleischmasse usw. usf. Das habe ich teilweise auf Video, um es amüsiert meiner Partnerin zu schicken. Sicherlich leistete CP für seine Zeit viel, um eine solche Belebtheit zu simulieren, aber man erkennt dann doch schnell die technischen Grenzen von Masse.

Somit finde ich beide Positionen auf ihre Art nachvollziehbar - NSC als "eigenständig" handelnde Objekte oder als reine Belebungsmasse -, aber diese Belebungsmasse wird in CP 2077 bei genauem Hinsehen (also nicht beim flotten Passieren) zu einer irgendwann vielseits bekannten und interaktiv stumpfen Klonarmee. Das paßt zugegeben ins laute, grelle, auf Masse konzentrierte Szenario und geht andere Wege als Deus Ex, Skyrim, RDR und Co.

Es ist ja mit der Kulisse nicht anders. 20 interaktive Orte in einer Stadt mit 40 Häusern vor gemalter Leinwand mit der Reststadt wirken für mich (!) immersiver und belebter als 20 interaktive Ort in einer Stadt mit 4000 Häusern, wenn ich diese Orte dann auch erst suchen oder mit Glück oder Leitfaden aus dem Netz finden muß.
:)

PS: Ich finde allerdings Hauptstädte mit 10 NSC darin noch immersionstötender als eine stumpfe Klonarmee. Das mußte ich auch schon feststellen. Einige MMORPG sind berüchtigt dafür.
« Letzte Änderung: 2.04.2025 | 13:39 von JS »
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Offline Outsider

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #876 am: 2.04.2025 | 19:10 »
Es heisst Never Fade Away und nicht "überlebe als Schmutz an den Füßen der Konzerne", daher sind diese beiden Enden strikt abzulehnen.

Ich glaube wir sprechen von verschiedenen Enden und gerade der letzte Satz ist mir persönlich zu Dogmatisch. Überleben heist an einem anderen Tag zu kämpfen. Wäre mehr so mein Motto  8)
« Letzte Änderung: 2.04.2025 | 19:33 von Outsider »
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Offline Prisma

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #877 am: 2.04.2025 | 22:23 »

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Offline Sashael

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #878 am: 3.04.2025 | 06:52 »
Sorry, da geh ich nicht mit.

Die Konzerne sind die Bösen in Cyberpunk, das beweisen sie immer und immer wieder.
In einer Fantasywelt wären sie die Red Wizards of Thay, die Dämonenbeschwörer, die Nekromanten.
Denen schließt man sich nicht an.

Das Arasaka-Ende bedeutet, dass du zu den ultimativ Bösen überläufst.
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Offline Prisma

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #879 am: 3.04.2025 | 09:01 »
Sorry, da geh ich nicht mit.

Die Konzerne sind die Bösen in Cyberpunk, das beweisen sie immer und immer wieder.
In einer Fantasywelt wären sie die Red Wizards of Thay, die Dämonenbeschwörer, die Nekromanten.
Denen schließt man sich nicht an.

Das Arasaka-Ende bedeutet, dass du zu den ultimativ Bösen überläufst.

Es entwertet jedenfalls nicht, was du bisher im Spiel gemacht hast.

Megakonzerne sind zwar oft, aber nicht immer, Antagonisten in Cyberpunk-Geschichten, aber wenn es um gut/böse geht ... wer ist in Cyberpunk denn bitte schön wirklich "gut"? Niemand. Jeder, wirklich jeder, hat irgendwie Dreck am Stecken. Wie stark, ist immer eine Frage der Perspektive. Die Konzerne sind auch nicht "ultimativ böse", nur weil deine Figur einen Groll hegt, oder Johnny. Ja, die Konzerne beuten aus, aber das tut jede Fraktion, klein oder groß, im Spiel. So ist das Setting. Die Scavenger sind z.B. wesentlich böser als jeder Konzern. So ziemlich jede Gang ist böser, innerhalb ihrer Möglichkeiten. Die Voodo Boys würden beispielsweise sogar die ganze Menschheit über die Klinge springen lassen, wenn sie es könnten und es ihren Zielen dient. Saburo würde das nicht tun, er will "nur" herrschen, nicht vernichten. Das ist auch nicht "gut", aber er ist besser als die Gangs innerhalb des Settings. In Cyberpunk Settings ist alles Shades of (Dark) Grey. Das lässt sich nicht mit Fantasy-Settings vergleichen, die auf gut/böse geeicht sind.
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Offline Sashael

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #880 am: 3.04.2025 | 09:22 »
Hast du irgendwelche der archivierten Nachrichten gelesen, die man bei NCPD Aufträgen und Fixermissionen findet?

Die Konzerne lassen ohne mit der Wimper zu zucken ganze Gruppen nicht involvierter Menschen exekutieren, sie vernichten die Lebensgrundlage selbst von gestern noch "wichtigen" Personen aus absolut nichtigen Gründen, zerstören ganze Gemeinden und die Umwelt, lassen Gewerkschaftler und Arbeiter hinrichten, die für bessere Arbeitsbedingungen streiten etc etc etc.

Und das alles, ohne dass sie es müssten, sondern nur, weil sie es können.

Nein, mein Lieber, die Konzerne in der Cyberpunkwelt sind das absolut Böse.

Zum Thema Atombombe:
Sowohl Johnny als auch Rogue sagen V., dass sie Arasaka genug Zeit gegeben hätten, das Gebäude zu evakuieren. Was Arasaka nicht getan hat.

Da einseitig zu behaupten, Silverhand wäre der alleinige Bösewicht, ignoriert die menschenverachtende Haltung von Arasaka komplett.
Und dass Saburo "nur" herrschen will, verschließt die Augen vor den Geschäftspraktiken von Arasaka. Den Konzernkrieg haben nämlich sie angezettelt.

Arasaka, Militech, Zetatech und alle anderen sind nicht Siemens oder VW, ja nicht einmal Amazon oder Meta. Die haben wirklich jede Moral beiseite gelegt und agieren wie Warlords. Mit einem krassen Hightech Waffenarsenal, das sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit an jedem benutzen, der ihnen gegenüber den Mund aufmacht.

Dass die Gangs sich in einer solchen Welt, in der ein Menschenleben für die offiziellen Stellen Null Wert hat, ebenfalls in schwerbewaffnete Monster verwandeln, ist eine nahezu unvermeidliche Reaktion auf die konsequente Unmenschlichkeit derjenigen, die in dieser Welt über das Kapital verfügen.
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Offline Irian

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #881 am: 3.04.2025 | 10:36 »
Nein, mein Lieber, die Konzerne in der Cyberpunkwelt sind das absolut Böse.

Es ist eine Dystopie. Quasi alle sind böse.

Sowohl Johnny als auch Rogue sagen V., dass sie Arasaka genug Zeit gegeben hätten, das Gebäude zu evakuieren. Was Arasaka nicht getan hat.

Ähhh... Wenn man eine Atombombe im Zentrum einer Stadt zündet, ist es nicht wirklich viel besser, dass man das Gebäude im Zentrum evakuieren will. Selbst wenn es klappt, es sterben trotzdem sehr, sehr, sehr viele Menschen. Sorry, nein, aber das Zünden einer Atombombe in einer Stadt ist nicht wirklich zu rechtfertigen. Um es mit deinen Worten zu sagen, es ist absolut böse. In dieses Setting passt es perfekt rein, weil es nie beabsichtigt war, dass irgendjemand als edelmütiger Robin Hood darsteht, der nur das Böse bekämpft. Links die bösen Konzerne, rechts die radikalen Terroristen, die für ihre Philosophie genauso über Leichen gehen. Und die Zivilisten sterben dazwischen wie Fliegen.

Da einseitig zu behaupten, Silverhand wäre der alleinige Bösewicht, ignoriert die menschenverachtende Haltung von Arasaka komplett.

Alleine? Alle sind böse. Natürlich ist Arasaka noch böser als Silverhand, keine Frage, hat ja auch mehr Ressourcen um mehr böses zu tun. Aber ab irgendeinem Punkt, nennen wir ihn mal "Massenmord" ist das eine rein akademische Frage.
Hinweis: Nein, ich will dir nicht verbieten, X, Y oder Z in deinem Rollenspiel zu tun. Nein, ich habe dich keinen Rassisten genannt. Ja, du darfst X, Y oder Z auch weiterhin tun (außer es ist illegal, dann ist es aber auch nicht mein Problem). Wenn du denkst, es gibt eine einflussreiche oder auch nur mäßig große Gruppe hier im Forum oder in der dt. Szene, die dir dein Rollenspiel verbieten will, liegst du sehr wahrscheinlich falsch, insb. weil es idR keinen interessiert, was du so tust.

Offline Darius der Duellant

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #882 am: 3.04.2025 | 16:31 »
Mit Arasaka mitzugehen finde ich auch echt unpassend.
Imho ist Yorinobu einer der guten, wenn man mal zuhört was er eigentlich vorhat und wenn man auf dem Radar hat was für eine Arschgeige sein Vater ist.
Das blöde ist halt dass man via Plot auf unterschiedlichen Seiten landet.
Hätte mir ein Ende gewünscht wo man sich für ein Bündnis mit ihm entscheiden kann.
Dito zu Phantom Liberty, auch da hätte ich mir ein Ende gewünscht wo ich die ganze mörderische Truppe an verräterischen Schlapphüten komplett entsorgen kann.
Das waren zwar alles gut geschriebene Charaktere mit nachvollziehbaren Motivationen, aber gleichzeitig die Sorte bei der man der restlichen Gesellschaft nen riesigen Gefallen tut wenn die nicht mehr frei rumlaufen.

Edit: Das hier mit sehr unterschiedlichen Meinungen zum Thema "Moral" der unterschiedlichen Figuren und Fraktionen im Spiel diskutiert wird spricht meiner Meinung nach EXTREM für die Qualität der Schreibe.
Finde sowas viel interessanter als wenn sich alle darüber einig sind wer der gute und wer der böse ist.
« Letzte Änderung: 3.04.2025 | 16:33 von Darius der Duellant »
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #883 am: 4.04.2025 | 20:44 »
Edit: Das hier mit sehr unterschiedlichen Meinungen zum Thema "Moral" der unterschiedlichen Figuren und Fraktionen im Spiel diskutiert wird spricht meiner Meinung nach EXTREM für die Qualität der Schreibe.
Finde sowas viel interessanter als wenn sich alle darüber einig sind wer der gute und wer der böse ist.
Das sehe ich auch so.


Diesbezüglich stelle ich folgende These auf (zugegeben nicht ohne  >;D ) :
Wäre Saburo Arasaka ein echter Mensch und jetzt in 2025 Präsident der USA, so wäre die Welt eine bessere als heute.
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Offline Sashael

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #884 am: 4.04.2025 | 21:01 »
Eine Frage der Perspektive, was als "besser" zählt.

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #885 am: 4.04.2025 | 21:21 »
Kommt immer auf die Vergleichsgruppe an.
Im Vergleich zu seinem Vater ist er schon ein deutlich weniger großes Arschloch.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #886 am: 4.04.2025 | 21:23 »
Saburo ist der Vater :D

Der Sohn ist Yorinobu.

Oder hab jetzt ich das durcheinander geworfen?
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline Darius der Duellant

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #887 am: 4.04.2025 | 23:24 »
Ne, ist korrekt.
Und der Sohn ist eigentlich ein Guter.
Relativ gesehen.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #888 am: Gestern um 00:13 »
- Saburo ist hochkompetent. Das muss man ihm lassen.
- Er denkt nicht bis zur nächsten Wahl, er ist kein Politiker, er ist ein "Herrscher" und denkt in Plänen, Visionen, in Dekaden und mehr.
- Er ist zwar skrupellos, aber kein Egomane, der nur mäßig überlegte Entscheidungen trifft. So krass es auch klingt, er denkt nicht nur das - er weiß es besser und legt die Dinge so, dass sie für ihn aufgehen. Die jeweilige Entscheidung mag "böse" sein, aber sie hat Hand und Fuß.
- Er ist loyal, willensstark, hat Format und ist nicht käuflich.

Menschenfreundlicher wäre der auch nicht.
Tatsächlich könnte er es doch sein. wtf? Überlegen wir mal. Zwar ist er strenggenommen auch ein Rassist (alles was nicht japanisch ist), aber er "hasst" Menschen nicht - denke ich. Sie sind für ihn "Assets". Wenn ein Asset Wert hat, hat es einen Rang und einen Platz. Das ist "freundlicher" als z.B. Trump. Zwar immer noch eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera, aber im Zweifel nimmt man die Krankheit die sich leichter behandeln lässt und weniger tödlich ist.
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Offline Sashael

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #889 am: Gestern um 06:53 »
Er ist asozial. Jeder Mensch, der ihm keine Wertsteigerung bringt, ist nutzlos und fliegt komplett aus dem System.
Die Gründe mögen klarer definiert sein, aber das Endergebnis ist das Gleiche wie (und teils sogar schlimmer als)  bei Trump.

Warum du ohne Geld, Wohnung und Job auf der Straße leben.musst, ist am Ende irrelevant. Und bei Trump darfst du wenigstens deine Konten und Habseligkeiten behalten.
Ein Staat, der sich um die Schwächeren kümmert, ist für Arasaka prinzipiell genausowenig von Interesse wie für Trump und die Heritage Foundation.

Und noch hat ein Trump keine Killerkommandos losgeschickt, um ganze Wohngemeinschaften zu exekutieren, weil einer seiner "Assets" die Schnauze voll von dem Konzern hatte, gegangen ist und sich dort versteckt hält. Aber vielleicht arbeitet er bereits daran.

Saburo Arasaka zu romantisieren finde ich ja mehr als befremdlich. Und auch Yorinobu ist ein eiskalter Egomane. Hanako stirbt in jedem Ende, ausser man verkauft sich als Sklave an den Konzern, in welchem Fall dann Yorinobu draufgeht. Und keiner von denen hat was anderes im Sinn als die persönlichen Interessen.

Die Bevölkerung und die Umwelt ist am Arsch und keiner der Großkonzerne hat ein Interesse, daran etwas zu ändern.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #890 am: Gestern um 08:51 »
Hanako ist ja auch kein Unschuldslamm (dass sie im Arasaka Ende dafür sorgt dass das Konstrukt von Saburo den Körper seines Sohnes übernimmt ist schon ziemlich abartig), von daher...
Yorinubo mag auch kein netter Kerl sein, aber zumindest sieht er das Problem das ein potenziell unsterblicher psychotischer Imperator wie Saburo darstellt.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #891 am: Gestern um 09:26 »
Es war glaub ich King George III, der gejubelt haben soll, als sein Vater starb. Weil der einfach jahrzehntelang nicht den Löffel abgeben wollte und seinem Sohn im Weg stand. Würde mich nicht wundern, wenn auch Charles beim Ableben der Queen ne Champagnerflasche göffnet hätte.

Will heißen, Yorinobu macht nichts aus irgendwelchen hehren Motiven, sondern weil er selbst endlich an die Macht will und Saburo sich mit Zähnen und Klauen ans Leben klammert.

Hanako ist auch ne eiskalte Konzernbitch, die nur deswegen einen auf "Partnerin" macht, weil sie weiß, dass sie nach Saburos Tod als nächstes auf der Liste steht. Besonders, seit sie weiß, wer den alten Knacker wirklich abserviert hat.
Die ist 78 Jahre alt und zeitlebens Arasaka-Prinzessin gewesen. Da bist du kein naives Dummchen mehr. Sie leiert im Arasaka-Ende auch ne Konzernrebellion an, die für ne Menge Konzernangestellte den Tod bedeutet.

Der Arasaka-Konzern ist die Arasaka-Familie und umgekehrt.
Die ganze Scheisse, die man draussen auf den Straßen mit dem Konzern mitbekommt, repräsentiert das Mindset der Familie.

Stellt sich dann die Frage, ob die durchgeknallten Ganger objektiv gesehen wirklich die "Böseren" sind.
Die Ganger suchen sich ne Nische zum Überleben und machen dort hochgradig kranken Scheiss, damit sie nicht wie so viele Andere wortwörtlich auf ner Müllkippe landen.

Die Konzerne machen ihren hochgradig kranken Scheiss, damit bei irgendwem der Kontostand von 10.000.000.000.000 auf 10.000.010.000.000 erhöht wird.
Was äquivalent ist zu "Jemand mit 10 Mio auf der Bank lässt Leute ermorden, damit er zehn Euro mehr bekommt".

Und das dann nicht lokal, sondern global.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #892 am: Gestern um 10:04 »
Also Yorinobu benennt schon einige sehr konkrete Probleme bei Arasaka, entsprechend würd ich den definitiv als die bessere Alternative zu seinem Vater sehen. Die in-game Dialoge wenn man ihn bei den diversen Gelegenheiten reden lässt sowie einige der Textdokumente fand ich da sehr erhellend und haben für mich das Bild von jemandem gezeichnet der auf weite Teile der Scheisse mit der aufgewachsen ist so gar keinen Bock hat.
Dass er seine Sozialisierung trotzdem nicht ablegen kann steht davon unbenommen.

Was Ganger und Moral angeht:
Breites Spektrum.
Zwischen den relativ normalen 6th Street, Valentinos und NCPD am einen Ende sowie Cyberpsychos wie Maelstrom und "kill on sight" Abschaum wie den Scavs auf der anderen Seite, ist die mögliche Bandbreite schon ziemlich umfangreich.
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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #893 am: Gestern um 22:23 »
@Sashael

Viele Dinge die du beschreibst, haben wir heute schon in der gleichen oder ähnlichen Ausprägung. Schon heute sind den Konzernen und auch kleineren Unternehmen Menschen ziemlich egal. CEOs und andere Entscheider entscheiden asozial. Schon heute gilt, wer keine Wertsteigerung bringt ist defacto „nutzlos“. In Deutschland gibt es noch ein soziales Netz, andere Länder haben das aber nicht. Dass das in 2077 auch so ist, zeigt nicht das Saburo schlimmer als Trump ist. Trumps Grobheiten stürzen eine Menge Leute ins Unglück – eine ganze Nation. Und auch die Welt ist betroffen. Auch Menschen außerhalb der USA können und werden wahrscheinlich, wenn es nicht schon passiert ist, beruflich leiden.
Saburo wäre viel zu kompetent um so grob vorzugehen und soviel auf dem Weg kaputt zu machen, was er als „Assets“ nutzen könnte. Wieso sollte er sein „Königreich“ der Kräfte berauben? Trump ist ein Metzger, Saburo ist ein Chirurg. Natürlich lässt er Leute erschießen, because, that‘s Cyberpunk for you. Aber Militech, Biotechnica und all die anderen sind da bestimmt nur totale Unschuldslämmer und wollen bloß die Welt besser machen...

Yorinobu macht schlicht einen Powermove und verliert. Dabei schreckt er nicht mal vor einen Vatermord zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob Saburo das umgekehrt gemacht hätte. Das Saburo den Körper seines Sohnes nimmt, könnte auch eine Bestrafung für den ultimativen Verrat (Vatermord) sein. Strenggenommen hätte Saburo auch einen anderen Körper bekommen können. Selbst einen Klon von sich oder sowas ähnliches.

Hanako ist in dieser Konstellation sehr interessant. Irgendwie ist sie noch böser und gleichzeitig ehrenhafter. Sie ist wirklich eiskalt und dazu fähig die schrecklichsten Dinge zu befehligen, hält sich aber an Abmachungen, selbst dann wenn sie ihren Teil ohne Konsequenz nicht einhalten müsste. Aber sie ist nicht nur eine kalte Konzernbitch, sie wird nicht umsonst als „Hohepriesterin“ des Arasaka Konzerns bezeichnet. Hier wird es komplexer, denn sie ist Opfer wie Täterin. Einerseits hilft sie dem Engramm ihres Vaters ins Leben zurück, andererseits ist sie auch von klein auf, im Arasaka-Style erzogen worden. Weit über ihre persönliche Schmerzgrenze hinweg ... sie könnte nun alle Freiheiten haben, die sie so sehr begehrt, aber sie tut es trotzdem! Aus Loyalität der Familie gegenüber und ihr Handeln ist auch gerecht. Die Konzernrebellion ist erforderlich um ihren Vater wieder zu installieren. Das ist nichts worauf sie Lust hat, weil sie dadurch einen Gewinn an Freude hat, Menschen sterben zu sehen, sondern weil es ihr Powermove ist, um ihr Ziel zu erreichen. Übrigens, Yorinobus Killerkommando schießt zuerst, iirc. Die kommen zum Boardmeeting und eröffnen das Feuer, auch auf Hanako.

Das Yorinobu Hanako vor der Rebellion töten will, ist für mich nicht eindeutig. Er hätte es bei ihrer Befreiung von Takemura ganz leicht haben können. Er hätte es auch bei Vs Angriff auf Hankos Villa haben können: Ein Agent knallt ihr einfach eine Kugel in den Kopf, haut ab und die Schuld wird V zugeschoben. Er hätte es auch auf jede andere Weise haben können. Das Hanako in anderen Ende stirbt, ist also eher den Terrorangriffen von V zuzurechnen.

(Übrigens, vielleicht halten wir noch mal kurz den Fakt fest: Arasaka hat V von Anfang an nichts getan. V hat sich selbst, gemeinsam mit Jackie, regelrecht freiwillig in die Scheiße geritten.)

Gangs:
Die Konzerne tun es für Profit und die Gangs … um zu überleben? Sorry, nein. Die tun das auch nur für Macht und Eddies. Da stirbt niemand den Hungertod, wenn er keinem Passanten mehr auflauert, Drogen kocht oder Schutzgeld eintreibt. Bei den Nomanden ist das mit dem Schmuggeln eher der Fall, aber das ist ein komplexeres Thema. Die Konzerne sind nicht an allem Schuld, das sind Opportunisten. Wenn man ihnen erlaubt Menschen auszubeuten, dann tun sie das. Wenn man ihnen erlaubt Kinder zu essen, tun sie das sehr wahrscheinlich auch. Die Politik macht schlicht ihren Job nicht und in Cyberpunk ist es nun zu spät dafür.
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Offline Irian

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Re: Cyberpunk 2077 ! - The VideoRPG
« Antwort #894 am: Heute um 06:47 »
Will heißen, Yorinobu macht nichts aus irgendwelchen hehren Motiven, sondern weil er selbst endlich an die Macht will und Saburo sich mit Zähnen und Klauen ans Leben klammert.

Yorinobu will an die Macht, weil er Araska von innen heraus sabotieren will. Er hat es jahrzehntelang von außen versucht, was nicht geklappt hat, deshalb ist er wieder zurück gegangen, um es von innen zu machen. Das ist das ironische daran, dass ausgerechnet er einer der "Guten" ist (im Vergleich, realistisch geht er natürlich auch über Leichen - aber im Gegensatz zu seinem Vater ist er effektiv ein Heiliger, auch wenn das ne niedrige Hürde ist).
Hinweis: Nein, ich will dir nicht verbieten, X, Y oder Z in deinem Rollenspiel zu tun. Nein, ich habe dich keinen Rassisten genannt. Ja, du darfst X, Y oder Z auch weiterhin tun (außer es ist illegal, dann ist es aber auch nicht mein Problem). Wenn du denkst, es gibt eine einflussreiche oder auch nur mäßig große Gruppe hier im Forum oder in der dt. Szene, die dir dein Rollenspiel verbieten will, liegst du sehr wahrscheinlich falsch, insb. weil es idR keinen interessiert, was du so tust.