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Deutsche OSR Systeme?

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tartex:

--- Zitat von: Scurlock am  5.03.2017 | 10:33 ---Prinzipiell sehe ich da durchaus Potential für OSR-Produkte auf dem deutschen Markt. Allerdings bedürfte es seitens eines Verlages doch einiges an Marketingarbeit, um auch die Produkte hier erfolgreich zu vertreiben. OSR ist am Ende eine Nische auf einem Nischenmarkt.

--- Ende Zitat ---

Lustigerweise bietet ja Ulisses Spiele als Let's-Play-Format auf Youtube (bzw. Twitch) fast nur noch DSA1. Die simplen Regeln bieten sich für so ein Format ja viel stärker an. (Oder liegt es auch an den frühen Dungeon-Abenteuer?) Die Zuseher- und Like-Zahlen sind auch recht eindrucksvoll, zumindest wenn man es nicht mit den Rocket-Beans-PnP-Zahlen vergleichen will.

Passendes Produkte werden dazu halt keine verkauft.

:

--- Zitat von: Scurlock am  5.03.2017 | 10:33 ---Vor allem aber ist OSR, wie sich allein hier schon im Thread zeigt, als Ausrichtung schon per se sehr fragmentiert. Die Vorlieben der Spieler sind da breit gefächert. Wenn man DSA-Spieler fragt, was sie spielen, gibt es eigentlich nur eine Antwort, von der Systemversion mal abgesehen. Ähnliches gilt für Shadowrun, Pathfinder und Cthulhu. Bei OSR-Spielern sieht das aber ganz anders aus.
--- Ende Zitat ---

Hm. Mein Beitrag wird im ersten Teil etwas rantig und im zweiten wieder versöhnlicher. Bevor Ihr die Messer wetzt, lest am besten gar nicht oder komplett ;-)

Ich stimme der zitierten Aussage nämlich einerseits zu. Es macht den Eindruck, als sei OSR wahnsinnig fragmentiert. Andererseits widerspreche ich deutlich. Im OSR-Bereich bringt doch jeder Vollhorst sein "eigenes System" heraus, bei dem im Vergleich zum Original halt zwei Hausregeln drinstehen. Viel Lärm um nichts. Dieser Umstand relativiert die angebliche Fragementierung schon sehr deutlich. Im Prinzip könnte man OSR auch zusammenfassen zu: eine D&D-Variante mit ein paar Hausregeln.

Die Connaisseure anderer Rollenspiele und Spielstile machen um solchen Fliegenschiss halt nicht so ein riesiges Tamtam und spielen stattdessen lieber. Die OSR hingegen bläst die eigene Minderleistung in Hunderten Foren und Blogs zu einer gewaltigen Marketingmaschinerie auf. Da tummeln sich in meiner Wahrnehmung haufenweise narzisstische Klugscheißer mit nem großen Sendungsbewusstsein, die sich auf Kosten der anderen Spieler um jeden Preis profilieren wollen. Wenn ich diverse Diskussionen verfolge, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wie kleinlich und verkniffen das häufig wirkt. Brrr... Kurzum: Mich turnen erstens diverse OSR-Apologeten in Ton und Haltung enorm ab. Zweitens fällt es mir in den allermeisten Fällen schwer, eine nennenswerte Eigenleistung zu erkennen. Soweit der Rant.

Es gibt, und nun wirds versöhnlicher, natürlich auch positive Ausnahmen. Auf einen Sympathieträger und echten Macher wie den Prediger von der Seigenkiste herab, den hierzuforum leider seit langem vermissten Glgnfz, treffen solche bösen Dinge sicherlich nicht zu. Bei Beyond the Wall kann ich eine beeindruckende Kompetenz für das Design via Zufallstabellen erkennen und wertschätzen. Mir ist zwar schleierhaft, weshalb man dafür ein eigenes System benötigt. Gehört als OSR-Fashionista vermutlich zum Style dazu. Aber die Cleverness bei Zufallstabellen finde ich toll. Die BtW-Verleger von System Matters wiederum zeichnen sich in meiner Wahrnehmung durch Freundlichkeit, Zugänglichkeit und ein weites Blickfeld aus - denen geht gerade dieses Gehabe von oben herab total ab. Selbiges empfinde ich auch bei den Leuten rund um Dungeonslayers als sehr wohltuend (wieso wurde Dungeonslayers in diesem Thread eigentlich noch nicht genannt - das ist doch sowohl nach eigener Lesart als auch nach meinem Eindruck betont "altmodisch"). Auch einen Greifenklaue als Bündelung von vielen Sichtweisen aus dem Fandom empfinde ich als konziliante, angenehme und kompetente Stimme - mit nichtsdestotrotz klarer Meinung. Und Ulisses mischt mit DSA1-Zeugs auf überraschend sympathische Weise mit.

Insofern: wenn man erstens wie ich der Ansicht ist, dass das meiste Nennenswerte bei OSR-Regelwerken ohnehin pures Getöse ist, dann braucht man davon auf keinen Fall mehr. Zweitens haben wir in Deutschland sehr zugängliche, kompetente und rührige OSR-Leuchttürme. Meine Antwort auf die Ausgangsfrage des Threads lautet also: der Platz in Deutschland ist an kompetente, angenehme Leute vergeben. Das darf gerne so bleiben.

Wisdom-of-Wombats:
Muss es eigentlich unbedingt eine Übersetzung sein? Was ist mit Eigenentwicklungen aus Deutschland? Ich gebe zu, mich begeistert der Black Hack sehr. Einfach weil er auf 20 Seiten daher kommt, sehr einfach weiter zu hacken ist und zeigt, dass man OSR auch auf ganz wenig Seiten abbilden kann (und daher kurz und knapp statt schwafelig ist).

Wisdom-of-Wombats:
@Wellentänzer: Das Verhalten der OSR Leute, was Du beschreibst, findet doch eher im englischsprachigen Ausland so statt? Ansonsten: der DIY Gedanke der OSR ist hoch. Da gibt es sehr viele, sehr aktive Communities im Netz, sehr coole Blogs mit vielen Ideen. Das zeichnet die OSR auch international gegenüber anderen Systemen aus. Klar kann man sagen, dass letztlich alles eine Geschmacksrichtung von D&D aus dem letzten Jahrtausend ist. Entstanden ist ganze ja mehr oder minder vor 9 Jahren als WotC mit D&D 4 die bis dato ungeschriebene Rückwärtskompatibilitätsregel gebrochen hat. Und dank OGL kann jetzt jeder "sein" D&D auf den Markt bringen.

Wellentänzer:
Ja, ja und ja  ;)

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