Autor Thema: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?  (Gelesen 5924 mal)

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eldaen

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Das Hobby Rollenspiel entwickelt sich ja beständig weiter. Die Optik ändert sich, die Methoden ändern sich, die Ziele ändern sich, das Verständnis über die Zusammenhänge des Hobbys entwickelt sich...

Ich persönlich bin immer an neuen Spielen interessiert. Nicht unbedingt, weil ich sie ausgiebig spielen will, sondern weil ich spannend finde, mir neue Umsetzungen, Ideen und Methoden anzusehen und die dann ggf. in meine eigenen Runden zu übernehmen. Als Rollenspieler von Welt sollte man schließlich auch über den Tellerrand gucken. Daher meine Frage:

Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?

Es wäre schön, wenn ihr eine kurze Erklärung dazu schreibt, warum und wie das von euch genannte RPG auf diese Liste gehört.

Zitat
Als Beispiel:

Fate sollte man gelesen haben.
Fate öffnet die Augen für freieres (i. e. weniger werteabhängiges) Improspiel und Fate gibt einem Ideen, wie man Charaktere, Story und Setting enger miteinander verzahnt, so dass es auch am Spieltisch zur Geltung kommt. Nicht nur bei den Spielerfiguren sondern auch im SL Bereich. Fiction First halt.

Ich bin gespannt auf eure Nennungen. :)

Offline ArneBab

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #1 am: 16.03.2019 | 12:38 »
Die klassischen Rollenspiele sollte man gelesen und (mindestens einmal mit guter SL) gespielt haben:

- DSA 5, weil es das Rollenspiel ist, mit dem die meisten in Deutschland angefangen haben, und weil es schon vieles richtig macht, das wir als gegeben annehmen. Und weil es eine Ursache dafür ist, dass neue Settings aus Deutschland gerne mal sehr groß sind — in Abgrenzung zu dem überschaubaren und leicht vollständig zu bereisenden Aventurien.

- DnD, weil es der Kern der meisten internationalen Nerd-Witze zu Rollenspielen ist, und man erlebt haben muss, wie es sich anfühlt, vier Runden lang an einem Goblin vorbeizuschlagen.

- Gurps, weil es DAS universelle Rollenspiel ist, und in akribisch recherchierten Quellenbänden an die meisten Settings angepasst wird. Außerdem liefert es Unmengen an tollen Ideen. Besonders das Compendium 1 ist empfehlenswert — allerdings nicht auf Deutsch verfügbar. Es enthält die Vor- und Nachteile fast aller Quellenbände von Gurps 3.

- Das EWS, weil ich es geschrieben habe :) — es geht hier um subjektive Meinungen, richtig? :)
« Letzte Änderung: 16.03.2019 | 12:47 von ArneBab »
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Offline Exar

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #2 am: 16.03.2019 | 12:41 »
- DSA 5, weil es das Rollenspiel ist, mit dem die meisten in Deutschland angefangen haben, und weil es schon vieles richtig macht, das wir als gegeben annehmen.

- DnD, weil es der Kern der meisten internationalen Nerd-Witze zu Rollenspielen ist, und man erlebt haben muss, wie es sich anfühlt, vier Runden lang an einem Goblin vorbeizuschlagen.

Du nennst bei DSA eine Edition, bei D&D aber nicht. Absicht oder Versehen?
Zumal deine Aussage zu DSA vermutlich nicht auf die 5. Edition zutreffen wird.

Offline ArneBab

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #3 am: 16.03.2019 | 12:43 »
Du nennst bei DSA eine Edition, bei D&D aber nicht. Absicht oder Versehen?
Zumal deine Aussage zu DSA vermutlich nicht auf die 5. Edition zutreffen wird.
Bei DnD weiß ich nicht genug über die Editionen, um zu wissen, ob es bei der neusten auch zutrifft. Welche genaue Version sollten also besser andere sagen.

Bei DSA trifft es auf die neuste zu (ich habe 5. vor einiger Zeit als Revival gespielt, und zumindest was im Grundbuch steht finde ich erstens gut und zweitens immernoch offensichtlich DSA).
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Offline ArneBab

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #4 am: 16.03.2019 | 12:45 »
- Shadowrun sollte man auch gespielt haben, weil es Pool-Würfel zu einem coolen Setting-Element macht und ein Magiesystem hat, das mit Schusswaffen gleichziehen kann. Und Magier Rüstung tragen (anders als in DSA, daher erwähnenswert). Außerdem uralte Elfen aus Earthdawn (auch wenn das kein Kanon mehr ist :) ).
« Letzte Änderung: 16.03.2019 | 12:48 von ArneBab »
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Offline Exar

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #5 am: 16.03.2019 | 12:47 »
Bei DSA trifft es auf die neuste zu

Inhaltlich kann man da sicherlich drüber diskutieren, aber "das Rollenspiel, mit dem die meisten in Deutschland angefangen haben" würde definitiv eher auf die älteren Versionen zutreffen.
Ansonsten gebe ich dir aber recht, was DSA und D&D angeht. Kennen/gelesen/gespielt haben sollte man die schon einmal.

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #6 am: 16.03.2019 | 12:50 »
Bei DSA trifft es auf die neuste zu (ich habe 5. vor einiger Zeit als Revival gespielt, und zumindest was im Grundbuch steht finde ich erstens gut und zweitens immernoch offensichtlich DSA).

Das kann ja sein, aber ob die 5. nun wirklich die Edition ist, mit der die meisten (und seien es auch nur die meisten speziell DSA-Fans) in Deutschland erst angefangen haben...? :think:

Genausogut könnte ich sagen, DSA 1 sollte man definitiv mal gespielt haben, um zu sehen, wie's vergleichsweise regel- und settingleicht auch geht -- und ich denke, das tue ich hiermit auch. ;)

Offline 1of3

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #7 am: 16.03.2019 | 13:14 »
Also 2004 hat da ein Thema. Systeme, die man kennen sollte :)

Offline Vargy72

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #8 am: 16.03.2019 | 14:01 »
- Shadowrun sollte man auch gespielt haben, weil es Pool-Würfel zu einem coolen Setting-Element macht und ein Magiesystem hat, das mit Schusswaffen gleichziehen kann. Und Magier Rüstung tragen (anders als in DSA, daher erwähnenswert). Außerdem uralte Elfen aus Earthdawn (auch wenn das kein Kanon mehr ist :) ).
Welche Version kann man hier auch fragen.

Maischen

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #9 am: 16.03.2019 | 14:09 »
Beyond the Wall - weil es zeigt, wie man mit wenig Infos schnell eine Abenteuersitzung gestalten/spontan halten kann.

eldaen

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #10 am: 16.03.2019 | 14:18 »
Also 2004 hat da ein Thema. Systeme, die man kennen sollte :)

Ich denke, nach 15 Jahren darf man die Sache noch mal von vorne aufrollen... ;)

Offline General Kong

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #11 am: 16.03.2019 | 14:25 »
Je mehr, desto besser. Ich finde es z.B. erstaunlich, wenn man mit deutschen Rollenspielkreateuren spricht (also solchen, die ihr eigenes System herausbringen) und man im Gespräch merkt.
Eine Systemkenntnis im Sinne eines Überblicks, selbst in ihrem jeweiligen thematischen Bereich, haben die überhaupt nicht.

Zuletzt (schon etwas her) bei einer der Protagonistinnen von Private Eye, die mit dem Gumshoe-System nichts anfangen konnte. Finde ich erstaunlich, wenn man ein Ermittlungsrollenspiel herausbringt. Man muss Gumshoe ja nicht gut finden oder hat gute Argumente, es dennoch nicht zu wählen - aber keine Kenntnis der Konkurrenz (im weitesten Sinne) ...

Wenn man aber schon in Deutschland fragt nach Muss-Rollenspielen:
1. DSA (Version egal) - DAS deutsche Rollenspiel!
2. D&D (alle außer der 4., denn (abgesehen davon, dass sie mir nicht gefällt, ist sie unter D&Dlern die umstrittenste Version) - DAS internationale Rollenspiel mit W20, RK und allem
3. Cthulhu - DAS Horrorrollenspiel, das in seiner deutschen Version auch Spuren in der Originalversion hinterlassen hat (siehe Veränderungen der Gestaltung bei Chaosium in den 2000ern) und hier auc die W100-System vertritt
4. Shadowrun - DAS Cyberpunk-Rollensiel (mit Elfen), dass im Gegensatz zu den Mitkonkurrenten die 90er konstant überdauert hat und eine Würfelpoolmecahnik hat
5./6. Warhammer (Version egal) oder Midgard (Version egal) - Warhammer, wenn es um Fantasy W100 in einem fantasy-Deutschland (in britischer leseart) handeln soll ODER Midgard als deutschem Großvater von allem, was würfelt und rollt
7. Savage Worlds (Würfel und Karten und universell)
8. Fate (Storytelling)
9. World of Darkness/ Vampire (Emo-Gruselhorror "Storytelling" - dazu eigentlich zu regellastig)
10. GURPS oder HERO (am besten beide - universelle DIY-Punktekauf-System mit Nachteilsmechanik)
A bad day gaming is better than a good day working.

Offline Fezzik

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #12 am: 16.03.2019 | 14:31 »
Wenns an Klassiker geht, die man kennen sollte, denke ich sollte man auch mal Rolemaster oder seinen kleinen Bruder MERS nicht vergessen. Dann weiß man definitiv was ein tabellenlastiges Regelmonster ist und ob man das mag.
SL: Labyrinth Lord
Spieler:
Genres: Pulp, (Dark) Fantasy, Horror, Steampunk

"Falls du mich meinst: Ich spiele Regelwerke und Settings, keine Bilder" - Weltengeist

Achamanian

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #13 am: 16.03.2019 | 14:33 »
Irgendein ein Gumshoe-System, um das Prinzip des automatischen Erfolgs in der Praxis zu erleben.

eldaen

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #14 am: 16.03.2019 | 14:33 »
Oh, es geht nicht nur um Klassiker! Alles, von dem ihr meint, dass es den rollenspielerischen Horizont erweitert. Explizit auvh unbekanntere Systeme.

Offline takti der blonde?

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #15 am: 16.03.2019 | 14:51 »
Die 4. Edition von Dungeons&Dragons. Das mit Abstand am interessanteste und am häufigsten missverstandene D&D.

Dabei lernt Leser* viel über Design und auch darüber, dass Rollenspieler im Internet im wesentlichen reaktionäre... Wesen sind.

Grüße

Hasran

Offline Viral

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #16 am: 16.03.2019 | 14:58 »
Die 4. Edition von Dungeons&Dragons. Das mit Abstand am interessanteste und am häufigsten missverstandene D&D.

Dabei lernt Leser* viel über Design und auch darüber, dass Rollenspieler im Internet im wesentlichen reaktionäre... Wesen sind.

Grüße

Hasran
D&D4 hätte eine deutlich besser Chance gehabt, wenn es nicht unter dem Label D&D gelaufen wäre.

Offline 1of3

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #17 am: 16.03.2019 | 15:04 »
Ich denke, nach 15 Jahren darf man die Sache noch mal von vorne aufrollen... ;)

Unbedingt. Ich dachte, vielleicht ist das trotzdem noch interessant.

Ich darf hinzufügen: PbtA, beispielsweise Masks, Urban Shadows, Monsterhearts.

Was ich daraus gelernt habe:
- Gute Charakterklassen sind allegorisch.
- Erfolgsproben sind auch nur Zufallstabellen.
- Worte für Regeln, die keine Mechanismen sind.

Und noch ein paar Sachen, die ich nicht recht formulieren kann.

Offline takti der blonde?

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #18 am: 16.03.2019 | 15:07 »
D&D4 hätte eine deutlich besser Chance gehabt, wenn es nicht unter dem Label D&D gelaufen wäre.

Möglicherweise...Ich habe auch ein wenig Angst, die Editionspartisanen aus ihren Wäldern zu locken, aber aus D&D 4e selbst und den Umgang damit, können geneigte Leser viel lernen.

Grüße

Hasran

Crizzl

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #19 am: 16.03.2019 | 15:09 »
Ganz Ketzerisch: keines.

Habe Spaß am Hobby und ließ das, was dich anspricht.

Offline Viral

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #20 am: 16.03.2019 | 15:12 »
oD&D: damit man weiß, dass man auf wenigen Seiten ein gut funktionierendes Rollenspiel unterbringen kann.
Ad&d: Viele Settings, kreative Ideen .... und man auch sehen kann wohin beständiges Regeldrangeschraube hinführt ...
Rifts: Sehr inspirierend, viele Ideen, macht beim Lesen total Lust aufs Spielen ... ist aber ein abschreckendes Beispiel wie man Bücher relativ unintuitiv aufbauen kann.
Exalted: Antithese zum Bauerngaming
PbtA: Zeigt wie tolle PR funktioniert: Rettungswürfe ganz geschickt als Storyteller Moves verpackt

Offline D. M_Athair

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #21 am: 16.03.2019 | 16:26 »
Das Hobby Rollenspiel entwickelt sich ja beständig weiter. Die Optik ändert sich, die Methoden ändern sich, die Ziele ändern sich, das Verständnis über die Zusammenhänge des Hobbys entwickelt sich...

[...]

Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?

Puh! Das ist ne verdammt schwierige Frage, weil sie mMn den Fragen "welche Romane sollte man gelesen haben?", "welche Filme sollte man gesehen haben?", ... vergleichbar ist.

Fragen von "Regel-" und "Setting-Genres" sind da hochgradig relevant.

Als Versuch:

Für die D&D-FAMILIE:
Wenn nur eines, dann AD&D, weil darin die Prinzipien des Regel- & Setting-Genres grundgelegt und am deutlichsten sichtbar werden. Weil da die u.U. widersprüchlichen Elemente: Herausforderungsorientierung und Simulation sowie Regelorientierung und Fiktionsorientierung sichtbar werden. Aus diesen Unterschiedlichkeiten entwickeln sich - auch durch die OGL -  ab 2004 (Castles & Crusades) unterschiedliche Spiele. Ende der 2000er ist der Bruch da und Anfang der 2010er ist der Bruch konsolidiert. Namhafte Verlage führen unterschiedliche Traditionen fort: 4E=> 13th Age (2013, Pelgrane Press), classic D&D => Swords & Wizardry (2010, Frog God Games) & DCC RPG (2012, Goodman Games), 3E => Pathfinder (2009, Paizo).


Weitere Meilensteine:
  • D&D 4 (sh. Hassran),
  • FantasyCraft oder Arcana Evolved oder D&D3+Ptolus (weil darin die Prinzipien von 3rd Era D&D am klarsten deutlich werden; Charakterbuilds als Kernmerkmal zwischen Powergaming und Barbie-Spiel),
  • Lamentations of the Flame Princess (als OSR-Vertreter, als Basic D&D Vertreter, weil es die Old-School-Spielweise relativ gut erklärt und gleichzeitig die Prinzipien von "sense of wonder" und "wild imagination" herausstellt),
  • Savage Worlds (als modernes D&D-artiges, systematisiertes Spiel, das u.a. Massenkampf und die Unterscheidung von Haupt- und Nebenfiguren gut kann).
 


Für die W100-FAMILIE:
Runequest Glorantha, wäre da meine "eine Wahl", weil es eine umfassende Zusammenfassung der Erfahrungen mit RQ/BRP-artigen Regeln (inkl. Pendragon), mit dem originalen RQ-Setting und von fertigkeitenbasierten Spiel ist, ... Auch der Sinn unterschiedlicher Magiesysteme wird nochmal deutlicher und zudem folgt das Setting an vielen Stellen nicht kulturellen Ordnungen, wie sie in Kontexten weißer, christlich geprägter Gesellschaften zu erwarten sind.

Weitere Meilensteine:
  • Call of Cthulhu (weil es die wichtigste Adaption der RQ-Regeln auf ein anderes Setting darstellt, weil es insgesamt wohl das beliebteste Rollenspiel ist, weil man die Konflikte zwischen literarischem und simulativen Zugang bemerken kann),
  • Maelstrom (als Warhammer-"Vorgänger", als eher regelleichtes W100-Spiel, bei dem freiformige Elemente und britische Sichtweisen transportiert werden),
  • Rolemaster Express als ein Spiel, das Heroismus und Realismus von D&D und Runequest verbindet und gleichzeitig eine Art Baukasten ist. Die Express-Variante schafft es die RM-Basics gut zu erklären und ist offen dafür auf Rolemaster Classic erweitert zu werden.
  • Mythras (gewissermaßen das Gegenstück zu Maelstrom; ist ein umfangreicher Regelbaukasten und ein Bastelbuch für runequest-artiges Spielen. Das Prozesshafte des Spiels mit RQ/BRP-Regeln wird hier sichtbar. Dafür muss man als SL aber auch vieles erst noch einstellen (wie regenerieren Magiepunkte? welche Methode zur Bestimmung von Probenschwierigkeiten soll benutzt werden?


Bis dahin mal.
Für später notiert:

Für Freiform-Spiele:
Everway, Amber Diceless oder Theatrix

Für Storytelling-Spiele:
V:tM 1st; Prince Valiant Storytelling

Weitere:
pbtA,
Story-Crafting mit/ohne Meta-Spiel (Fate, Fudge, Wordplay, Heroquest, PDQ, Lite)
Gamistische-Narrativspiele (Genesys/NDS, 2d20, ...)
RISUS
HERO/GURPS
Kleine Spiele (eines): OneDice, 1PG,
Kinder-RPG: Amazing Tales, Adventure Maximus, No thank you evil
« Letzte Änderung: 16.03.2019 | 16:51 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline takti der blonde?

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #22 am: 16.03.2019 | 16:41 »
Everway

Auf deine Darstellung von Everway bin ich sehr gespannt.

Grüße

Hasran

Swafnir

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #23 am: 16.03.2019 | 17:14 »
Legend Of The Five Rings - um zu sehen wie interessant ein Rollenspiel in einem stark definierten gesellschaftlichen System sein kann. Mich hat das von der ersten Sitzung ab unglaublich fasziniert. 

Offline Crimson King

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #24 am: 16.03.2019 | 22:59 »
Meines Erachtens sollte man mal archtetypische Spiele für unterschiedliche Spielstile kennen gelernt haben. OD&D, weils der Ursprung ist, DnD 4e für harten Combat as Sport, GURPS für RHS, FATE und PbtA für unterschiedliche Herangehensweisen an storygetriebenes Spiel, PDQ# für regelleichte cinematische Action, Fiasco für SL-loses Erzählspiel, Polaris, um zu lernen, vom eigenen Charakter loszulassen.

Danach sollte man ganz gut wissen, wie man eigentlich spielen will, und kann sich den Settings zuwenden.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
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Und segnet Fried und Friedenszeiten.

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Offline D. M_Athair

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #25 am: 17.03.2019 | 02:58 »
GURPS für RHS [...]
Das würde ich durch HERO ersetzen, weil man da viel über Baukästen und die Details von Regeleffekten im Ganzen lernt. GURPS arbeitet mir da zu sehr in Blöcken.

Ich würd auf jeden Fall noch Runequest in irgendeiner Form dazu packen, weil man da was über die Chancen und Risiken von simulationslastigem, prozessualem Spiel mitbekommt. Die Frage "was bedeutet die Fiktion für die Regelanwendung" ist ganz essentiell und damit verhält es sich ganau umgekehrt zu D&D (v.a. 3+). Und natürlich, weil es fertigkeitenbasiertes Spiel eingeführt hat. D&D3 hat sich da z.B. viel abgeschaut. (Von 3E-Designer Jonathan Tweet gibt es dazu Notizen.)

Fate wäre mein Beispiel für Story Crafting. Die gemeinsame Entwicklung von Story aus der Autorenpersektive ist mMn das Hauptfeature.

Fiasko sehe ich nicht als Muss. Eher als eine von ganz vielen Möglichkeiten. Nicht zuetzt, weil man das Genre einfach auch nicht mögen kann. Die Gesellschaft der Träumer wäre ein mMn gleichwertiger Ersatz.


Meines Erachtens sollte man mal archtetypische Spiele für unterschiedliche Spielstile kennen gelernt haben.
Sehe ich auch so. Meine angefangene Liste geht ähnlich vor. Wobei ich eher "Spieltraditionen" beleuchte. Das ist gröber und versucht mehr Varianten einzufangen. Ist aber auch ein bißchen ein anderer Zugang. Mir fällt gerade auf, dass ich die Traditions-/Familien-Beschreibung noch nachholen muss/will.

Was mir auch noch auffällt: Die Liste an Sachen, die man aufschreiben kann, hängt davon ab, welche "archetypischen Spielstile" man auf dem Schirm hat. Deine Vorschläge finde ich gut, aber perspektivisch auch irgendwie limitiert. Am Ende ist es die Kategorisierung selbst, die nicht einfach ist. Welche Kategorien sind denn zu identifizieren?
"Dramaturgisches Storytelling" fehlt mir zum Beispiel in deiner Ausführung. Dass die WoD das nicht gut liefert, ist schon klar. Prince Valiant Storytelling aber hat da einige gute Hinweise und Werkzeuge, die zeigen, dass es geht und wie.

Ob man mit den Laws'schen Spieltypen weiterkäme?
Um mal bei storybetonten Ansätzen zu bleinen: "Story-Crafting", "Story-Telling" und "Play to find out" sind mMn sehr unterschiedliche und in Teilen inkompatible Weisen für den Umgang mit Story. Trotzdem sprechen sie für mich v.a. Leute an, die sich als "Storyteller" verstehen würden.
Beim taktischen Spiel ist es ähnlich: Runequest und OSR-Regeln sprechen unterschiedliche Arten von Taktikern an. Beide stehen aber im Widerspruch zu Leuten, die Regeltaktik lieben. Die sind besser bei GURPS oder Spielen wie d20 modern oder FantasyCraft aufgehoben.
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Achamanian

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #26 am: 17.03.2019 | 06:52 »
Ich würd auf jeden Fall noch Runequest in irgendeiner Form dazu packen, weil man da was über die Chancen und Risiken von simulationslastigem, prozessualem Spiel mitbekommt. Die Frage "was bedeutet die Fiktion für die Regelanwendung" ist ganz essentiell und damit verhält es sich ganau umgekehrt zu D&D (v.a. 3+).

Finde ich übrigens vor allem auf den Bezug des Figurenwandels/aufstiegs interessant, der bei "klassischem" RuneQuest ja wirklich rein inGame-motiviert ist, ohne XP oder irgendeine andere "Währung". Was dir passiert, verändert dich, das war's. (Ist bei Mythras allerdings schon nicht mehr so ...)

Offline K!aus

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #27 am: 17.03.2019 | 08:47 »
GURPS für RHS
Was ist RHS?

Ich dachte ja im Gegensatz zu Combat as Sport eben Combat as War, aber das passt nicht.  ^-^
GURPS Deathwatch
[FFG] Star Wars Jedi Ritter, Rebellen
Mein biete Thread - schau doch mal rein. :)

Swafnir

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #28 am: 17.03.2019 | 11:57 »
Was ist RHS?

Ich dachte ja im Gegensatz zu Combat as Sport eben Combat as War, aber das passt nicht.  ^-^

Rule Heavy System?

Offline Crimson King

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #29 am: 17.03.2019 | 14:53 »
Was ist RHS?

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Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
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Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #30 am: 17.03.2019 | 18:49 »
Ich nenn hier mal ganz klar Dungeonslayers - explizit 3, welches auf 18 Seiten inkl. Deckblatt, Cover etc. daherkam und mir die Augen für Kurz-RPGs und Onepager öffnete. Dazu ein anderes Magiesystem und entgegen der Ressourcenabnutzung bei DnD ein Kampfbegegnungskonzept, wie die Gruppe immer wieder frisch in den Kamof geht. Dazu noch der simple vergleichende W20-Wurf im Kampf, der manches DSA-Hin- und her spannender gemacht hätte.
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
Schwarzauge wird büssen."

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Luxferre

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #31 am: 18.03.2019 | 06:25 »
Meiner Meinung nach sollte man gespielt haben:

RoleMaster - damit man mal so richtig crunchig gespielt hat.

HârnMaster - weil es das beste "plausible" Rollenspiel ist. Würfelwürfe im Kampf erzählen etwas, was ich ganz wunderbar finde.

Burning Wheel - wer das schafft, bekommt nen Keks. Eigentlich unspielbar, aber alös es auf den markt kam, war es DIE Offenbarung für mich und hat mir viele neue Spielstile aufgezeigt.

D&D - Edition egal. Aber DAS älteste Rollenspiel, oder wie es sich selbst gern nennt, sollte man schon kennen.

DSA - wunderbar märchenhaft pittoreske Welt mit einem bis zur 3. Edition eingängigen System.

FATE - eigentlich MALMSTURM, aber FATE reicht auch aus. Einer der Augenöffner der letzten Jahre.

Offline Chan

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #32 am: 18.03.2019 | 10:51 »

Burning Wheel - wer das schafft, bekommt nen Keks. Eigentlich unspielbar, aber alös es auf den markt kam, war es DIE Offenbarung für mich und hat mir viele neue Spielstile aufgezeigt.

Dem kann ich nur zu stimmen.
3 kurze Kampagnen gespielt, eine davon geleitet. Spielt sich sehr fokussiert und es ergeben sich tolle Geschichten. Das bewerten der Szenen und das auswählen des passenden Regelmechanismus muss geübt werden.
Hat mich wahnsinnig geprägt.


Offline rollsomedice

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #33 am: 18.03.2019 | 10:55 »
Meiner Meinung nach sollte man gespielt haben:



FATE - eigentlich MALMSTURM, aber FATE reicht auch aus. Einer der Augenöffner der letzten Jahre.
lass dich knutschen :-)

Whitehack sollte man gespielt haben oder auch Macchiato Monsters

Warum?
http://www.rollenspiel-almanach.de/macchiato-monsters/
« Letzte Änderung: 18.03.2019 | 10:56 von rollsomedice »

Offline IceHand

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #34 am: 19.03.2019 | 20:20 »
Blades in the Dark: Weil es die beste Heist-Mechanik hat, die ich kenne (Einbruch, Raubüberfall, Con). Es überspringt die langweiligen Elemente, geht davon aus, dass die Spielercharaktere Profis sind und startet schnell mit der Action. Trotzdem bietet es über Flashbacks die Möglichkeit, passende Ideen einzubringen, für die man sonst planen müsste. Tolles narratives Probensystem mit Position und Effekt. Gegner haben keine Lebenspunkte oder Spielwerte.

Dazu passend:
CrimeWorld aus "Fate Worlds - Volume Two: Worlds in Shadow": Kein eigenständiges Regelbuch sondern ein Ergänzungsband für Fate Core. Aber auch für andere Regelsysteme super. Von John Rogers (bekannt für seine TV-Serie "Leverage"). Zeigt auf hervorragende Art, wie man ein Heist- oder Con-Abenteuer aufbauen kann.

eldaen

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #35 am: 19.03.2019 | 20:31 »
Hm... aber es gibt doch auch ein Leverage Rollenspiel. Das hat AFAIK auch einen Heist Mechanismus mit Flashbacks. Taugt das nichts?

Offline Slokmig

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #36 am: 20.03.2019 | 10:36 »
Blades in the Dark: Weil es die beste Heist-Mechanik hat, die ich kenne (Einbruch, Raubüberfall, Con). Es überspringt die langweiligen Elemente, geht davon aus, dass die Spielercharaktere Profis sind und startet schnell mit der Action. Trotzdem bietet es über Flashbacks die Möglichkeit, passende Ideen einzubringen, für die man sonst planen müsste. Tolles narratives Probensystem mit Position und Effekt. Gegner haben keine Lebenspunkte oder Spielwerte.

Dazu passend:
CrimeWorld aus "Fate Worlds - Volume Two: Worlds in Shadow": Kein eigenständiges Regelbuch sondern ein Ergänzungsband für Fate Core. Aber auch für andere Regelsysteme super. Von John Rogers (bekannt für seine TV-Serie "Leverage"). Zeigt auf hervorragende Art, wie man ein Heist- oder Con-Abenteuer aufbauen kann.

Aaah, danke für die Inspiration! Gerade im Heist-Genre fehlt es mir noch total an Ideen, wie ich sowas wirklich gut umsetzen kann. Das kommt mal auf die "muss ich lesen"-Liste  ^-^

Allgemein: *ABO*, super Thread für mich als jungen Hüpfer  ;)
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Offline Crimson King

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #37 am: 20.03.2019 | 10:42 »
Hm... aber es gibt doch auch ein Leverage Rollenspiel. Das hat AFAIK auch einen Heist Mechanismus mit Flashbacks. Taugt das nichts?

Doch.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

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Offline Caranthir

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #38 am: 20.03.2019 | 11:02 »
Ich kann jetzt nicht so ganz nachvollziehen, warum man verschiedene Systeme ausprobiert haben sollte. Es ist ein Hobby, da mit einem unterschwelligen Zwang ranzugehen, halte ich für falsch. Wenn Leute mit ihrem einen System glücklich sind, ist das völlig okay. Ansonsten ist der Markt inzwischen so groß, dass ich erstmal einschränken würde:

- Regelkomplexität: Wenn ich auf ruleslight stehe, dann muss ich mir auch kein DSA 5 anschauen.
- Settings: Wenn ich kein Fantasy mag, fallen etliche Sachen raus.
- traditionell vs. neue Ideen: Stehe ich nicht auf Metaregeln, sollte ich von Fate die Finger lassen.

Aus einer Kombination der drei kann ich mir dann überlegen, welche Sachen ich mir mal anschaue.
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Offline KhornedBeef

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #39 am: 20.03.2019 | 11:06 »
Ich kann jetzt nicht so ganz nachvollziehen, warum man verschiedene Systeme ausprobiert haben sollte. Es ist ein Hobby, da mit einem unterschwelligen Zwang ranzugehen, halte ich für falsch. Wenn Leute mit ihrem einen System glücklich sind, ist das völlig okay. Ansonsten ist der Markt inzwischen so groß, dass ich erstmal einschränken würde:

- Regelkomplexität: Wenn ich auf ruleslight stehe, dann muss ich mir auch kein DSA 5 anschauen.
- Settings: Wenn ich kein Fantasy mag, fallen etliche Sachen raus.
- traditionell vs. neue Ideen: Stehe ich nicht auf Metaregeln, sollte ich von Fate die Finger lassen.

Aus einer Kombination der drei kann ich mir dann überlegen, welche Sachen ich mir mal anschaue.
Das sagst du ja jetzt aus einer sehr wissenden Position heraus. Du musst ja erstmal beurteilen, was regelschwer ist usw.
Sie es mal so. Dein Hobby ist Malerei. Aber du kennst halt nur zwei Wachsmalstifte und altes Zeitungspapier. Klar Kunst kannst du auch damit schaffen, aber findest du nicht, diesem fiktiven du sollte man mal ein Museum zeigen? Oder ein paar Acrylfarben wenigstens?
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
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Offline Castello

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #40 am: 20.03.2019 | 11:21 »
Dann werfe ich mal Traveller in den Ring. Dafür sollte man sich auf jeden Fall mal einen Charakter erstellt haben. Durch die unterschiedlichen Stationen der Karrierelaufbahn kann der Charakter tatsächlich bereits sterben (aber nur mit sehr viel Würfelpech), bevor das Spiel überhaupt erst begonnen hat  :D Das klingt natürlich doof, aber die unterschiedlichen Pfade auszuwürfeln ist echt ganz witzig und sollte man sich mal angesehen haben.

Offline Gunthar

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #41 am: 20.03.2019 | 11:27 »
Was man mal gespielt haben sollte:

Fantasy:

DSA, der deutsche Klassiker

D&D, der Klassiker schlechthin.

Midgard (deutsch) eines der ersten RPGs mit flexibler Charakterentwicklung

Destiny Dungeon (Ace of Dice) interessantes Kompaktrollenspiel.

Hyperborea: Eine intelligente Waffe spielen kann msn hier ganz gut. Gutes W100 System, das den Einer stärker gewichtet.

Science - Fiction:

Sternengarde/Star Frontiers, das möglicherweise erste Sci-Fi Rollenspiel, das es gab. Das Spiel kriegt man heute wieder.

Star Wars D6, nostalgische Gefühle kommen da hoch.

Shadowrun, Sci-Fi trifft auf Fantasy.
« Letzte Änderung: 20.03.2019 | 13:29 von Gunthar »
Spieler in D&D 5e: "8 + viel, trifft das?"

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Nine for Mortal Men doomed to die,
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Offline Caranthir

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #42 am: 20.03.2019 | 11:43 »
Das sagst du ja jetzt aus einer sehr wissenden Position heraus. Du musst ja erstmal beurteilen, was regelschwer ist usw.
Sie es mal so. Dein Hobby ist Malerei. Aber du kennst halt nur zwei Wachsmalstifte und altes Zeitungspapier. Klar Kunst kannst du auch damit schaffen, aber findest du nicht, diesem fiktiven du sollte man mal ein Museum zeigen? Oder ein paar Acrylfarben wenigstens?

Schöner Vergleich! Ich kann aber genausogut mal in ein Museum für moderne Kunst gehen und nach 5 Minuten feststellen, dass das nicht mein Ding ist und wieder rausgehen. Genauso kann ich in einem Rollenspielladen den 400-Seiten-Schinken mal aus dem Regal nehmen und denken: "Puh, da habe ich jetzt überhaupt keine Lust, mich einzulesen." Aber du hast natürlich recht, man kann sich immer mal in eine Runde setzen und schauen, ob es einem gefällt! Keine Frage!
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Offline Antariuk

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #43 am: 20.03.2019 | 12:35 »
Numenera - ein schönes Anschauungsbeispiel für ein System, dass im Geiste den Entdecker-Aspekt von D&D nachempfindet, diesen aber auf andere Spielmechaniken runterbricht. Auch insofern toll, als dass es eins der am einfachsten zu leitenden Systeme ist, die mit Merkmalen wie Charakter- und Monsterstufen arbeiten (vielleicht sogar das einfachste? Kann man sicher drüber streiten). Als Kombination mit dem abgedrehten Setting der Neunten Welt mag es nicht jeden ansprechen, aber ich kenne viele Spieler die wenigstens einen Teil favon - also Regeln oder Setting - gut finden.
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Offline ArneBab

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #44 am: 20.03.2019 | 12:37 »
Ich kann jetzt nicht so ganz nachvollziehen, warum man verschiedene Systeme ausprobiert haben sollte. Es ist ein Hobby, da mit einem unterschwelligen Zwang ranzugehen, halte ich für falsch.
Ich denke, dass hier implizit die Aussage dazugehört, dass man sie ausprobiert haben sollte, falls man informierte Entscheidungen treffen will.

Deswegen finde ich den Thread hier auch toll: Ich habe vor, ihn als Inspiration zu nutzen, einfach um einen größeren Überblick zu bekommen und über den Tellerrand zu schauen. Ob mir das schmeckt, kann ich dann immernoch entscheiden, aber wenn ich es nicht kenne, kann ich es nicht wissen.
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Offline kizdiank

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #45 am: 20.03.2019 | 12:51 »
Ich empfehle noch Puppetland. Mit seinen drei simplen Regeln ermöglicht es wunderbar konzentriertes und intensives Rollenspiel.


Offline Caranthir

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #46 am: 20.03.2019 | 13:03 »
Deswegen finde ich den Thread hier auch toll: Ich habe vor, ihn als Inspiration zu nutzen, einfach um einen größeren Überblick zu bekommen und über den Tellerrand zu schauen. Ob mir das schmeckt, kann ich dann immernoch entscheiden, aber wenn ich es nicht kenne, kann ich es nicht wissen.

Für uns Tanelornis ist das natürlich keine Frage. Wir würden ja nicht in einem Rollenspielforum rumhängen, wenn wir uns nicht besonders dafür interessierten. Aber für Anfänger und Gelegenheitsspieler stellt sich dieses Problem eher nicht. Da geht man in den Laden und sagt, dass man Anfänger ist und gerne mal was fantasymäßiges ausprobieren würden.

Dann empfiehlt der Händler vielleicht Aborea, das in so einer sympatischen Aufmachung daherkommt oder Beyond the Wall. Wenn man sich die Ursprünge des RPGs mal anschauen will, kommt die D&D Einsteigerbox in Frage.

Aber ich gehe nicht hin und empfehle Neulingen 385 Rollenspiele, die sie unbedingt mal ausprobiert haben müssen.
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Offline kizdiank

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #47 am: 20.03.2019 | 13:13 »
Niemand muss (oder auch nur sollte) 385 Rollenspiel-Systeme gespielt haben. Und wer mit seinem System glücklich ist, soll gerne dabei bleiben.

Wer sich aber einen Überblick über die Bandbreite in unserem Hobby verschaffen will, für den ist diese Liste hilfreich.

Offline IceHand

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #48 am: 20.03.2019 | 17:01 »
Hm... aber es gibt doch auch ein Leverage Rollenspiel. Das hat AFAIK auch einen Heist Mechanismus mit Flashbacks. Taugt das nichts?
OK, ich muss gestehen, dass ich mir das noch nicht näher angeschaut habe, weil ich vom Cortex-System nicht so angetan bin. Habe ich aber noch vor, vor allem um nach weiteren Ideen für Heist-Abenteuern zu gucken.

Offline YY

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Re: Welche Rollenspiele sollte man gelesen/gespielt haben?
« Antwort #49 am: 20.03.2019 | 17:26 »
Habe ich aber noch vor, vor allem um nach weiteren Ideen für Heist-Abenteuern zu gucken.

Das Grundprinzip ist das Gleiche wie bei Blades in the Dark.
Letztlich gilt für alle Spiele aus dieser Ecke: Kennt man eins, kennt man alle.

Und die andere große ("traditionelle") Methode für Heists hat leider (oder zum Glück?) mit Spielmechanik so wenig zu tun, dass man da schlecht ein System drauf aufbauen kann.
« Letzte Änderung: 20.03.2019 | 17:28 von YY »
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer