Autor Thema: [ST24] Rückblick  (Gelesen 330 mal)

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Offline Dreamdealer

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[ST24] Rückblick
« am: 19.08.2024 | 11:46 »
Nostalgie Pur

Das vorerst letzte Treffen auf der Burg und es war wirklich schön. Das Wetter hat mitgespielt und so konnte man nicht nur draußen
Chillen, Klönschnack halten und Bier trinken, sondern auch die ein oder andere Runde draußen stattfinden lassen. Besonders gefreut
hat es mich, das einige alte Hasen es mal wieder auf die Burg geschafft haben und jetzt hoffentlich wieder Blut geleckt haben.
 
Eliane und ich sind diesmal richtig früh losgekommen und haben, nachdem das erste Bier kaltgestellt worden ist, erstmal eine große
Runde im Wald gedreht. Zu unserer großen Freude waren nun auch weitere Tanelornies am Start und so konnte man direkt nach dem
Bezug der Zimmer mit dem Austausch über nerdistische Themen anfangen.

Der Burghof füllte sich dann im Laufe der Zeit immer mehr und auch die Mägen der hungrigen Meute mit Grillgut. Vielen Dank an die Grillmeister!

Anders als in den letzten Jahren gab es für mich keine Brettspiele am Donnerstag, sondern ein knallharter Battle musste nun endlich
entschieden werden. Welche DER Runde von Jiba ist die Beste gewesen, es traten Zwerge, Hobbits, Elben und Dunedain in den Ring
und das Ergebnis war sonneklar und hat auch niemanden überrascht.

Die Babysitter-Truppe des kleinen Aragorns war der klare Gewinner! Nicht nur weil das Commitment der Gruppe einfach größer war,
sondern auch weil echte Hobbits TM niemals ohne Proviant losziehen. Etwas, was die nachkommenden Generationen wohl nicht mehr
zu schätzen wissen. Das ganze wurde dann noch mit einem guten Bierchen direkt aus dem Grünen Drachen (Where ale meets scale)
begossen und es gab keinen Zweifel mehr. Auch wenn die anwesenden Verlierer von der ganz schlechten Mimimi Sorte sind! Der kleine
Wermutstropfen ist allerdings, Jiba konnte dem epischen Duell leider nicht beiwohnen.

Durch die ungewohnt frühe Bettzeit war der Start in den Freitag gut und auch eine erneute Wanderung in bester Gesellschaft hat den
Morgen gut beginnen lassen.

Der Nachmittag schickte uns dann nach Palm City in ein umkämpftes Stadtviertel, wo unsere Einheit Cops nicht nur mit der internen
Korruption und Feinden in den höchsten Ebenen zu kämpfen hatten, sondern auch noch mit verschiedensten Gangs, die uns alle an
den Kragen wollten. Outgunned macht was es soll gut und scheint etwas streamliniger zu sein als Broken Compass. Und Sashael macht
solche Actionkracher eh sehr gut. Ich hätte mir gewünscht, wenn es von Spielerseite etwas rasanter zugegangen wäre, also mehr Bad Boys,
als Columbo, aber leider war das nicht der Vibe am Tisch. Dennoch eine solide Nachmittagsrunde mit passendem cyberpunkigem Ende.

Für den Abendslot war ich immer noch Rundenlos und versuchte verzweifelt noch irgendwas nach meinem Gusto aufzutreiben. Brettspiele
hätte ich, wenn ich nicht so ein fürchterlicher Snob in der Beziehung bin, nette Mitspieler gefunden, habe mich aber letztendlich auf eine
ganz andere Seite ziehen lassen. Und so bin ich dann als schmachtende Schwertlesbe im Kreuzzug gegen Heteronormia angetreten.

Im Vorfeld hatte ich etwas bedenken, dass 4 alte weiße Männer ein solches Thema vernünpftig, respektvoll und gut verkörpern können.
Aber unter dem wachsamen Auge von Aglia haben wir es meiner Meinung nach recht passable hinbekommen. Mit hat es tatsächlich ein
wenig leid getan, dass ich den vorbereiteten Plot mit Rollenspiel bombadiert habe. Aber es war einfach zu verlockend die Prinzessin zu
verführen, die Ordensnonne zur Weißglut zu bringen und die andere Prinzessin eifersüchtig zu machen. Da kann so ein entführter Prinz
auch mal in den Hintergrund rücken. Mein Eindruck war aber, dass alle genügend Spaß gehabt haben um mir dies zu verzeihen. Streuen
wir einfach Glitter über die Sache! Leider ist uns die Zeit weggelaufen, ich hätte gerne noch ein Eifersuchtsshowdown mit blackris gehabt,
so bin ich einfach nur alleine auf dem Planeten gestrandet... Sehr schöne Runde die mir viel Spaß gemacht hat.

Nach dem obligatorischen Stühlchenkreis ging es wieder früh ins Bett, da der Schlaf auf Hessenstein nicht so erholsam ist.

EDIT: Wie konnte ich nur die Versteigerung vergessen?!? Es ist immer wahnsinn, was qualitativ und quantitativ an Spenden zusammen-
kommt. Diesmal war da keine Ausnahme und ich bin immer wieder baff. Das ganze Prozedere macht ungemein Spaß und ich bin immer
wieder verblüfft über die Bietkriege über Randprodukte, während andere Dinge links liegen gelassen werden. Mir ist es auch lieber, wenn ein
Hardcover nicht weggeht, als nur für einen Mittleids-Euro. Vielen Dank!

Deathknight mit einem pdq Hack von Minne - der Tod braucht Unterstützung und wir sollen als Aushilfen die Seelen der Verstorbenen ins
Jenseits geleiten. Dies haben wir zwar gemacht, aber nach den ganzen Subplots, die vorbereitet waren, sind wir nur ganz grob in die
Richtung des Hauptplots gekommen. Ein wenig schade, aber der Nachmittagsslot ist unverzeihlich, was das Pacing angeht. Dennoch hatten
wir viel Spaß.

Nach einem abyssalen Abendessen und ja, hier hat es Hessenstein uns wirklich leicht gemacht mit dem Abschied, ging es zum Freeform Juggernaut.

Wie immer hat Iona mit den Props und der Vorbereitung alle Register gezogen und nachdem wir die Charaktere bekommen haben ging
es dann auch schon los. Während gerade Madis und Jiba von Anfang an direkt Vollgas gegeben haben, hatte ich noch Probleme mit
meinem Charakter die passenden Konflikte zu finden. Ausserdem dachte ich die anderen hätten wer weiß was für Agenden auf ihrer
Spielerkarte und daher war ich (auch irgendwie passende für die Rolle) der Spook im Hintergrund. Die von mir gezogenen Juggernaut
Karten (der Spieler der sie zieht, muss dafür sorgen, dass sie wahr werden) waren bis auf eine Ausnahme auch nur Zukunftsvorhersagen,
nichts was ich vernünpftig ausspielen konnte. Daher war es eine großartige Runde, bei der ich nicht aus dem Quark gekommen bin, was
mich im Nachhinein sehr geärgert hat.

Das Treffen Highlight war aber für mich die Reminiszenz Runde, die sich aus Hotzes Runde heraus ergeben hat. Es war wirklich toll, in einer
 so großen Runde in den Erinnerungen zu schwelgen und gemeinsam ein Lobgesang auf das Tanelorn anzustimmen. Es wurden Anekdoten
zum besten gegeben, schöne Momente oder auch tiefgründigere Erkenntnisse geteilt. Das Treffen und damit wir haben alle zusammen einen
tollen Ort für Rollenspiel geschaffen, eine tolle Community, die für mich zumindestens einzigartig ist. Gerade die abwechselnden Fragen an ganz
spezielle Teilnehmer fand ich sehr gut und werde das versuchen nochmal als Thread aufzumachen, auch wenn hier dann das persönliche etwas
fehlt. Absolut würdiges Treffenende, auch wenn am Ende das ganze für mich etwas entgleist wurde.

Der bittersüße Abschied am Sonntag wurde aufgelockert durch Orgakram und der Planung neuer Runden privat und auf dem nächsten Treffen.

War schön mit euch allen und ein würdiger Abschluss für meine 13 Jahre Hessenstein!
« Letzte Änderung: 19.08.2024 | 13:02 von Dreamdealer »
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Offline Hotzenplot

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Re: [ST24] Rückblick
« Antwort #1 am: 19.08.2024 | 16:29 »
Tschüss Kaffeezimmer!


Für mich ist mit dem Verlassen der Burg am Sonntag eine kleine Ära zu Ende gegangen. Ich war 2010 das erste Mal auf Burg Hessenstein, die mir bei zahlreichen Tanelorn-Treffen Heimat für eine ganze Reihe von besonderen Momenten wurde und mir so ans Herz gewachsen ist. Bezeichnend eigentlich, dass man einen Ort ins Herz schließt, von dem aus man Eskapismus betreibt.

Es war mit dem Grillabend mit gemütlichem Zusammenstehen ein guter Auftakt, insbesondere, da einige Leute dabei waren, die ich länger nicht mehr gesehen hatte. Ich konnte sofort abschalten und war ganz dem Treffen verbunden.

Der Freitagmittagslot begann für mich sofort als SL mit Eat the Reich. Ich habe mich sehr auf diese Runde gefreut und hatte mit Madis, Blackchris, Jiba und Deagol super Spieler am Start, die glaube ich auch richtig Bock hatten. Vielleicht lag es an den (zu hohen?) Erwartungen, aber ich war am Ende nicht ganz so gehyped, wie ich es gehofft hatte. Ich glaube, dass man sich auch für Eat the Reich wohl doch etwas mehr Zeit nehmen muss, um den Charakteren etwas Platz zur Entfaltung zu lassen. Aufgrund der zeitlichen Enge des Mittagsslots habe ich die Jungs aber förmlich durch den Plot geprügelt. Naja, Adolf wurde gefressen, insofern Ende gut, alles gut. ^^

Freitag Abends ging es dann beim Vash in die Aventuire (bestimmt falsch geschrieben) irgendwo in Artus´ Landen. Die Quest haben wir zwar nicht beendet - sozusagen haben wir den ersten Streik zu Camelots Zeiten durchgezogen, aber das Charakterspiel hat mir viel Spaß gemacht. Es gab einen interessanten romantischen Konflikt, zu dem die SC teilweise ganz andere Lösungsansätze hatten. Ich fand, dass wir das Artusfeeling ganz gut hinbekommen haben. Das System (Romance of the Perilous Land) hat da nicht besonders viel für getan (logisch, ist am Ende auch irgendwie "nur" D&D).

Edit: Habe auch die Versteigerung vergessen. Großartig, wie immer ein Highlight des Treffens für mich. Wie immer völlig unabschätzbar, was für Summen geboten werden (fette Sammlung geht für nen Schnapper über den Tisch, kleines Indieheft zu 400% des Originalpreises). Ich habe mich vergleichsweise zurückgehalten und fast nur Comics ersteigert (jaja, fast). Auf jeden Fall immer eine spaßige Veranstaltung mit einem guten Ergebnis für das Treffen-Wallet.

Samstagmittag war mit Jibas DER-Runde mein Highlight. Es war eine szenisch gut abgestimmte Spielrunde. Nach meinem Empfinden wurde von allen rollenspielerisch die Stimmung vom Herrn der Ringe super rübergebracht. Ich konnte mich in meinen Charakter (eine Elfe aus dem Düsterwald) gut einfinden, obwohl ich nicht wirklich tief in der Lore drin bin. Ganz im Gegensatz zu Jiba und Deagol (genannt Jens R R Tolkien), der aus dem nichts Todestage, Schlachtdaten und dergleichen droppte. Meine Befürchtung, dass das so penetrant wie bei manchen DSA-Freaks ist ("nein, dieser Tempel hat keinen Geheimausgang in den großen Fluss!"), wurde aber zum Glück nicht bestätigt. Es entwickelte sich ein dynamisches Zusammenspiel zwischen den Charakteren, es gab zahlreiche dramatische Highlights, ganz nach meinem Geschmack.

Samstag-Abend dann hatte ich in einem Wahnwitz-Einfall einfach "Heroes of Hessenstein - das letzte Gefecht" ausgerufen. Ursprünglich wollte ich eine Art von Plot (naja, also EINEN Hook hatte ich) mit SC bespielen und dabei lustige Burg-Anekdoten auspacken. Aber dann entwickelte ich die Idee, dass jeder sich selbst spielt. In der Umsetzung war es wieder anders. Blechpirat (mein einziger Spieler) und ich begannen mit einer Szene, in der Blechpirat versucht, nachts aufs Klo zu gehen beim Treffen auf Burg Hessenstein. Dann wurde eine Itras-By Karte gezogen und es ging los. Ähnlich war es dann bei allen folgenden Leuten, die bei Bier (und Brezel) dazukamen. Es wurden kleine Szenen geframed und Karten gezogen, daraufhin wurde eine echte Anekdote erzählt. Zum Beispiel: "Du versuchst, bei der Versteigerung nichts zu kaufen" - Karte: Nein, aber -> Passende Anekdote erzählt. Merkwürdigerweise funktionierte das erstaunlich gut und es änderte sich dann zu einem Spiel von Fragen und Antworten wie "Welches war deine miesteste Runde beim Treffen" etc. Wir haben die Karten dann irgendwann weggelassen. Es hat sich ein reger Austausch von Erinnerungen ergeben, insofern ist genau das passiert, was ich beabsichtigt hatte. Wobei es mir später deutlich zu wenige lustige Toilettengeschichten und deutlich zu viel ernsthaft-philosophischer Soziokram wurde (vielleicht war ich nicht betrunken genug), da bin ich dann ins Bett gegangen.

Insgesamt hat mich die Nostalgie drölfzig Mal eingeholt ("Tschüss, Kaffeezimmer"; "Awww, letztes Mal Grillparty"; "Awww, letztes Mal Krampfschiss vom Burgessen!"). Nicht zuletzt, weil ich im Zusammenhang mit dem Treffen einige mir sehr wertvolle Freunde gewonnen habe. Aber auch so gab es einfach einen Haufen cooler, witziger, merkwürdiger Momente, die für mich an diesen Ort gebunden sind.

Ich wollte noch was zum Essen schreiben, bin aber jetzt zu faul, also nur so viel: Wenn man unbedingt will, dass ich nicht wiederkomme, dann knallt mir halt Zucchini-Pampe hin (das Zeug sah so aus, was die Trolle beim Hobbit in den Taschentüchern hatten).

Ich kann es nicht richtig aufschreiben, aber ich habe viel an dich gedacht in den letzten Tagen, mein lieber Jörg. Auf dich und das verfickte Leben!

Online Haukrinn

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Re: [ST24] Rückblick
« Antwort #2 am: 19.08.2024 | 20:00 »
Ach, mein schweres Herz.  ~;D

Zwanzig verfickte Jahre. Und jedes davon (sans derer, denen ich nicht beiwohnen konnte) gesegnet mit großartigen Treffen der Grofafo/Tanelorn-Community. Das hat schon was. Und es ist schön, dass das andernorts weitergeht. Aber irgendwie ist damit auch Ära zu Ende gegangen. Mein Rollenspiel und auch mein Sein hat sich dank der Treffen über zwanzig Jahre hinweg emanzipiert, und dafür bin ich allen Menschen, die Teil dieser zwanzig Jahre waren, sehr, sehr dankbar (Ja, selbst dir, Dreamdealer  ~;D). Das gilt auch für die, die nicht mehr da sind. You're gone, but never forgotten.

Und damit fange ich dann auch hinten an. Der leicht melancholische Samstag Abend (bzw. die Nacht?) haben mir noch einmal gezeigt, wie wertvoll diese Community ist und wie lieb ich euch alle hab. Danke!

Was war davor? Ach ja, OSE. Da hat Suro sich wirklich alle Mühe gegeben und ein bisschen leid tat es mir schon, die Runde da so zu sprengen. Aber OSE by the book, das funktioniert einfach für mich nicht. Und wenn ich zurückblicke - das hat es auch vor 35 Jahren schon nicht. Trotzdem, formidabler Job, Suro. Ich hoffe, du kannst mit den Ergebnissen deines Experiments etwas anfangen und bekommst vielleicht einmal die Gelegenheit, sie mit einem der alten Weisen des Old-School-Rollenspiels in deren heiligen Hallen zu diskutieren.

Und davor? Samstag Mittag, Zeit für eine kurzweilige Monsterjagd im Oderbruch. Danke an Bombshell, Twi-Chan, Blackris und 1of3 für's Mitspielen. Ihr habt euch gut ins Zeug gelegt und jede noch so doofe Niederlage weggesteckt wie echte Monsterjäger. Euch möchte ich weder zwischen die Zähne noch vor's Flammenschwert geraten. Die Geschichte wird euch in den Verschwörungsforen wahrscheinlich trotzdem keiner glauben - nicht aberwitzig genug. :)

Samstag Vormittag war Waldzeit. Etwas weniger schwül wäre nett gewesen, aber einfach mal mit Kamillo und Saffron locker plaudern war trotzdem schön. Und danke nochmal an Saffron, dass du dich zum Burgabschluss dazu entschlossen hast, mal richtig rum um die Burg zu marschieren.  ;D

Freitag Abend. Was soll ich sagen, es war Küstenkrimizeit und damit natürlich mein Treffenhighlight. Iona, Blechpirat, Sir Mythos und Deagol, allein eure Charaktererschaffung war schon ein dermaßen mitreissendes Spektakel, dass es so manche andere Runde locker in den Schatten stellt. Das Niveau (oder was Herr Pötter stattdessen hatte) dann auch durchgängig zu halten, Respekt! Darauf erstmal einen Schnapps!

Freitag Mittag war lockeres Brettspielern (Witcher - The Old World) angesagt. Vielen Dank an Kamillo für's geduldige erklären. Ich hab vorher immer gedacht ich wäre zu blöd für das Spiel, aber jetzt habe ich die Regeln endlich begriffen! :)

Freitag Morgen war ebenfalls eine lockere Waldrunde angesagt. Der kühle Wald tat gut an diesem Tag.

Donnerstag kamen wir an. Und waren sofort zuhause. Und haben uns gut unterhalten.

Kein Dank geht an die Küche. Mäßiges Essen ist ja gerade noch akzeptabel, aber diesmal war das echt eine Zumutung.
 
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Offline sindar

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Re: [ST24] Rückblick
« Antwort #3 am: 20.08.2024 | 19:55 »
Donnerstag dank Bundesbahn und heja gut in Hessenstein angekommen. Erst gequatscht, dann lecker Grillgut und Salate gefuttert. Mjam! Auch danach noch nett geredet, dann früh ins Bettchen, ich war doch müde.

Am Freitag Morgen hat Jiba mich beeindruckt: Direkt nach der Ankunft hat er mit Leiten losgelegt, und das noch dazu ein ihm unvertrautes Genre (wenn ich das richtig mitbekommen habe). Dank eines frühen Hinweises von Jiba wußten wir schnell, daß die unkooperative Königin im Ameisenhaufen eine Usurpatorin war (was die meisten von uns schon gemutmaßt hatten). Dank etwas Würfelglück und nicht ganz doof Anstellens unsererseits konnten wir zumindest einen Anstoß dazu geben, die rechtmäßige Königin wieder einzusetzen und die ungeliebte Zollstation zu beseitigen. Schräge, interessante und insgesamt schöne Runde!
Freitag Mittag dann Death in Space bei knörzbot; da haben wir uns etwas dusseliger angestellt, aber das unbesehen gekaufte Raumschiff doch noch zum Abflug bekommen, bevor der verärgerte Oberboß der Station eintraf, um aufzuräumen (wobei wir damit hätten rechnen müssen, als Kollateralschaden zu enden). Ich habe mich etwas schwergetan, mich in das Szenario hineinzudenken, aber ich glaube, das Problem lag hier bei mir. Trotzdem nette Runde.
Am Abend dann Bite Marks bei Timberwere. Sehr intensive Runde! Ich hatte das Gefühl, daß ich eher wenig beitragen konnte, aber Timber, Twi-Chan und Jiba haben das anders wahrgenommen. Freut mich natürlich! :D Was ich gemerkt habe: Ich habe nun schon einige Runden mit PbtA-Abkömmlingen gespielt und werde einfach nicht warm damit. Ich werde in Zukunft einen Bogen darum machen.

Samstag Morgen erst durch den Wald gedackelt, dann noch nett gequatscht und gechillt. Am Mittag dann DCC bei heja. Schade, daß ich beim ersten Kampf gegen den Hund bei meinem letzten Schlag einen Schadenspunkt zuviel gemacht habe; hätte das Niederhalten geklappt, hätten wir das Vieh ganz am Anfang erledigt gehabt. So gab es noch zwei Angriffe auf das Dorf, ehe wir den Wolfsspeer aus dem Grabhügel des Barbarenkönigs geholt haben. Ein Hoch auf "Böses entdecken"! Hat uns viel Ärger erspart, und ohne den Zauber hätten wir wahrscheinlich den falschen Speer mitgenommen. Gerade noch rechtzeitig (also um 17:30 Hessensteinzeit) konnten wir in den Endkampf. Den wir gewonnen haben. :d
Samstag Abend dann die schon vor Haukrinn erwähnte OSE-Runde. Eigentlich haben wir alles richtig gemacht; schade, daß Minne nicht gut genug gewürfelt hat, um die Geheimtür zum Erzbischof zu finden. So war das Um-Die-Kirche-Herumgehen einfach nur langwierig und langweilig. Da hätte es gut getan, die Dungeon-Turn-Regeln zu ignorieren, aber das hätte dem Zweck des Experimentes widersprochen, wenn ich Suro richtig verstanden habe. Immerhin, wir haben was gelernt.

Sonntag dann noch 'n bissel gequatscht. Am Mittag hat mich ein Freund aus dem Sauerland abgeholt, bei dem ich bis heute morgen dann zu besuch war. Alles in allem: Schön war's! Schade, daß es kein Treffen in Hessenstein mehr geben wird, ich habe immer eine sehr schöne Zeit dort gehabt und verbionde viele schöner erinnerung mit Hessenstein.
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Offline blackris

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Re: [ST24] Rückblick
« Antwort #4 am: 22.08.2024 | 15:44 »
Seit 2010 ist das Tanelorn Treffen für mich einer der Höhepunkte unseres geteilten Hobbies. Wo, wenn nicht auf Burg Tanelorn Hessenstein  trifft man die tollsten Leute und spielt mit ihnen die besten Runden? Die Location wechselt nun nach so vielen Jahren und es stehen alle Zeichen darauf, dass es sich hier in fast* jeder Hinsicht um eine deutliche Verbesserung handeln wird. Trotzdem ist dies das Ende einer Ära und aus diesem Grunde (und durch das Nudging einiger anderer Tanelornies) musste ich der Burg nach viiiiiieeel zu lange Abstinenz eine letzte Ehre geben.

Ja, Speisen wie "das vegane Dreieck mit Kartoffeln in Soße und dazu 'Gemüse' was auf keinen Fall in dieser Form auf meinem Teller landet" waren nie das Highlight sondern dienten im besten Falle der Sättigung. Ja, der nostalgische Geruch des Treppenhauses zu den Zimmern, der mir das wohlige Gefühl vermittelte, wieder angekommen zu sein, war eigentlich nur der nach alten, nassen Socken. Ja, die Hocker in den Schlaf- und Spielzimmern waren eine noch größere Qual, als bei meinem ersten Treffen vor 14 Jahren. Ja, die Raucherecke, in der immer so wilde Gespräche geführt wurden, war mittlerweile verwaist. Ja, die Betten waren nie für erwachsene Menschen vorgesehen und als sehr große Kerl hatte ich eine besondere Feude damit. Abe hey, trotz all dieser Kleinigkeiten denke ich nur mit größter Freude an das alte Gemäuer zurück. Es war dort immer eine phantastische Auszeit vom Alltag.

Auch das letzte Treffen in Hessen war wieder richtig schön. Mit dem lieben Madis kämpften wir uns durch den Nord- und mitteldeutschen Fernverkehr und landeten in den späten Abendstunden auf der Burg. Hier rettete Eliane Deagol und mir das Leben, denn sie hatte uns freundlicherweise Grillgut abseits von Wurst und Nackensteak gesichert. Meinen herzlichsten Dank dafür.

Nach einem entspannten Donnerstagabend ging es Freitag nach dem Frühstück in bester Gesellschaft einmal um den Berg. Tolles Wetter und eine leichte Zeckenpanik inklusive. Den grandiosen Auftakt zu den Runden machte dann Hotzenplot(z) mit "Eat the Reich". Zusammen mit Deagol, Madis und Jiba jagden wir als Vampire im Auftrag von F.A.N.G. durch Paris, um Hitler ein würdeloses Ende zu bereiten und auf dem Weg dorthin Massen seiner Scherg:innen dahinzumeucheln. Abends ging es weniger blutig, aber nicht weniger toll, weiter. In Aglaias "Thirsty Sword Lesbians" Runde mussten Boba, 1of3, Dreamdealer erst einmal etwas warm werden, dann ging es mit Volldampf in ein wunderbares Abenteuer voller Romanzen, Intrigen und epischer Schwertkämpfe. Am Ende hatten wir so viel Drama erzeugt, dass uns etwas die Zeit für das Finale fehlte.

Am Samstagmorgen fand die, wie immer sehr unterhaltsame, Versteigerung von Schrott und Schätzen aus diversen Sammlungen statt. Beladen mit fetter Beute ging es dann zum Tee- und Kaffewichteln. Zum Rundenauftakt nahm uns Haukrinn bei "Monster of the Week" mit in das Venedig Ostdeutschlands; Frankfurt an der Oder direkt nach der großen Flut. Hier machten 1of3, Bombshell, Twi-Chan und ich beim Aufdecken des Mysteriums einiges an Unssin, sodass wir das Ende schon wieder etwas raffen mussten. Es war ein großer Spaß mit überraschend viel selbst- und fremdverletzendem Verhalten der Gruppe. Genau das war auch wieder am Abend das Thema. Aglaia hatte zu einer entspannten Fiasko Runde geladen. Gemeinsam mit Vash, Dr. Beckenstein und OldSam bildeten wir das Team um die Glam Metal Band Thunder Vixen und spielten in bester Cohen Geschwister Manier auf unser mehr oder weniger verdientes und selbstverschuldetes Ende zu. Den Ausklang des Tages bildete dann das Nostalgieren draußen auf dem Burghof und im Rittersaal.

Es war wieder super schön und wir sehen uns auf jeden Fall im kommenden Jahr im Haus Reinschlingen (wie gern ich den Namen doch als Kontrastprogramm zur Burg etablieren will!). Danke an alle für das Organisieren von Treffen, Runden, dem Rahmenprogramm und einfach fürs da sein.

*Hach, Kaffeezimmer. Immer wirktest du von außen wie eine Notwendigkeit ob der großen Zimmer, doch schon immer warst du eine explizite Entscheidung der meisten Insass:innen. In Bielefeld bist du nicht mehr möglich und du wirst fehlen – und hoffentlich durch eine schöne Tradition ersetzt.
« Letzte Änderung: 22.08.2024 | 21:57 von blackris »

Offline Timberwere

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Re: [ST24] Rückblick
« Antwort #5 am: 25.08.2024 | 22:13 »
Dies war der vermutlich letzte Besuch auf Burg Hessenstein, da deren Betreiber ja leider vor einigen Monaten Insolvenz anmelden mussten.
Es war ein ziemlich kleines Treffen, nur 35 Personen diesmal, was vermutlich auch der Tatsache geschuldet war, dass in letzter Zeit etliche Tanelornis die Burg nicht mehr als passenden Ort empfinden bzw. die bei der Location existierenden Schwächen (Jugendherbergs-Atmosphäre mit dünnmatratzigen, kurzen Doppelstockbetten in Mehrpersonenzimmern, ziemlich unterdurchschnittliches Jugendherbergs-Essen) inzwischen nicht mehr so leicht hinnehmen wie vielleicht früher einmal. Nichtsdestotrotz hatten sich aber gerade für dieses letzte Treffen auf der Burg einige Leute auf der Burg, die sehr lange nicht mehr da gewesen waren.

Tatsächlich hatte ich vom ersten Moment an dieses Gefühl der Melancholie: Die letzten Male, die ich die Treppe hoch- und herunterjogge, weil ich etwas ins Zimmer bringen will oder dort vergessen habe; die letzten Male, dass wir gemeinsam im Burghof oder auf der hinteren Terrasse sitzen; die letzten, größtenteils ruhigen, aber manchmal doch von ganz leichtem Schnarchen durchsetzten Nächte in unserem 'Ketzerzimmer', das traditionell als 'Frischluft- und Moderatschnarchzimmer' definiert ist.

Donnerstag Abend: Grillen und Chillen

Nach einem Ladestop an einer Schnelladestation im ca. 20 km von der Burg entfernten Allendorf/Eder kamen wir immer noch relativ früh an unserem Ziel an und verbrachten, nachdem wir unsere Sachen im Zimmer deponiert und unsere Betten bezogen hatten, den Rest des Nachmittags plaudernd im Burghof. Wie immer war es sehr schön, sich mit alten Freunden und neuen Bekannten zu unterhalten (wobei diesmal für mich nur ein Teilnehmer komplett neu war; mit ein paar anderen hatte ich aber in der Vergangenheit kaum etwas zu tun, das zählte auch).
Zum Abendessen wurde im Burghof gegrillt, was laut allgemeiner Meinung die eine große Ausnahme vom unterdurchschnittlichen Burgessen darstellt und wofür ich in vergangenen Jahren auch schon eigenes Grillgut mitgebracht und auf einem separaten kleinen Grill zubereitet hatte. Diesmal jedoch hatte ich mir die Mühe nicht gemacht, und so gab es eben Grillpaprika, Grilltofu und Salat, das war auch gut.
Auch den Rest des Abends verbrachte ich mit Unterhalten - es hatten zwar auch einige Leute (nicht zuletzt wir) ein paar Brettspiele dabei, aber zumindest mir war nicht so richtig nach Brettspielen.

Freitag Nachmittag: Sexy Vampire Hairdressers

Nachdem wir am Freitag vormittag bei bestem Wetter im Burghof in einer kleinen Runde ein wenig unsere jeweiligen Spielrunden vorbereitet hatten - oder besser, es wurde eine Mischung aus Runde vorbereiten und labern - hatte ich am Freitag nachmittag mit 'Sexy Vampire Hairdressers' bei Saffron einen wunderbar launigen Einstieg ins Treffen. Das ist ein kleines, kostenloses und regelleichtes Indie-RPG, ein Hack von 'Lasers & Feelings', dessen Regeln und Prämisse auf eine Seite passen und bei dem man genau das spielt, was der Name besagt: die Angestellten (oder Eigentümer) eines Friseursalons, die gleichzeitig auch Vampire sind und sich neben anstrengender Kundschaft und den üblichen Problemchen, die das Vampirdasein so mit sich bringt, auch mit fiesen anderen Gefahren herumschlagen müssen. Dabei ist es beinahe schon Pflicht, dass man mit sämtlichen Vampir- und Friseur-Klischees arbeitet, die man nur finden kann.

Mit Saffrons Abenteuer, bei dem wir erst einige nervige Kunden betüddeln mussten und dann eine Nachwuchs-Werwolfsgang die tolle Salon-Location übernehmen wollte, hatten wir viel Spaß und waren auch früh genug fertig, dass wir uns bis zum Abend nicht hetzen mussten.

Freitag Abend: Bite Marks

Vor einigen Jahren kam das PbtA-basierte Rollenspiel 'Bite Marks' heraus, das ich damals auf Kickstarter unterstützte. Seit damals stand das Buch bei mir im Schrank, und ich hatte immer Lust gehabt, es einmal auszuprobieren, aber erst jetzt kam ich auch tatsächlich dazu, eine Session zu leiten. In dem Rollenspiel geht es um die Dynamik in einem Werwolfsrudel und die Gefahren, denen das Rudel sich ausgesetzt sieht, von innen wie von außen.

Als Vorlage für den Plot-Hook diente mir ein Handlungfaden des von mir sehr geschätzten Webcomics 'How to be a Werewolf', der sich ganz ausgezeichnet auf eine Rollenspielgruppe anpassen ließ.

Wie bei allen PbtA-Spielen gehört auch die Beantwortung einiger Fragen und Festsetzung einiger Gegebenheiten zur Kultur und dem Codex des Werwolfsrudels, was wir vor Spielbeginn gemeinsam angehen wollten. Eigentlich hatte ich gedacht, dafür - sowie für einige kurze Erklärungen zu den Regeln - würden wir nicht länger als 30 Minuten brauchen, aber dann wurden es doch eineinhalb Stunden, bis wir uns auf ein paar Setzungen geeinigt hatten. Ich war frustriert und genervt, und ich befürchtete schon, dass die eigentliche Runde möglicherweise ebenso frustrierend und enervierend werden würde.

Aber Jiba, dem meine etwas gereizte Stimmung nicht entgangen war, machte den Vorschlag, vor dem Losspielen noch einmal fünf Minuten Pause zu machen und durchzuatmen, und das half tatsächlich. Die Runde selbst wurde dann entgegen meiner Befürchtungen richtig gut und spannend und hatte einige sehr schöne und intensive Charaktermomente.

So fand das neueste Rudelmitglied heraus, von wem sie vor einigen Monaten zum Werwolf gemacht worden war und warum. Die 'Wölfin fürs Grobe' hatte ein ernsthaftes Gespräch, in dem sie endlich einmal klar machen konnte, dass sie für das Rudel zwar häufig über die Grenze ging, aber das eigentlich nur aus Liebe zum Rudel tat und nicht, weil es ihr eigener Wille und Wunsch wäre. Und im großen Endkampf verstieß ausgerechnet der Alpha des Rudels, der sich ganze Session lang sehr stark auf seine menschliche und sehr wenig auf seine wölfische Seite konzentriert hatte, gegen die eine unumstößliche Regel des Codex und verlor die Kontrolle über seine Wolfsnatur, sodass er ausgerechnet von seinem loyalsten Rudelmitglied dominiert werden musste. Daraufhin übergab er die Alpha-Rolle an dieses Mitglied und zog sich selbst in Wolfsgestalt in den Wald zurück.

Einige aus der Runde sagten mir hinterher, dass sie durchaus Lust hätten, ihre Charaktere noch einmal aufzugreifen. Und vielleicht wäre das tatsächlich eine Idee. Denn von den zwei mit einander verbundenen Plot Hook-Hälften, die ich in die Runde geworfen hatte, löste die Gruppe eine permanent; die andere hatte auch ein für einen One-Shot zufriedenstellendes Ende, ließe aber noch die Möglichkeit für eine Fortsetzung offen, Marke: Der Antagonist gibt sich mit seiner Niederlage nicht zufrieden. Und das 'Bite Marks' Regelwerk verfügt ja unter anderem über ein 'Prodigal'-Playbook - ein Wolf, der das Rudel für eine Weile verlassen hat, jetzt aber zurückkehrt. Also wer weiß, vielleicht gibt es beim nächsten Treffen ja wirklich eine Neuauflage.

Samstag Vormittag: Auktion

Dafür, dass wir nur so wenige Leute waren, kam zur Versteigerung erstaunlich viel an Material zusammen. Für manches gab es kein Gebot, das ging dann nach kurzem Warten zurück an diejenigen, die die Sachen mitgebracht hatten. Aber das meiste kam doch unter den Hammer. Für mich selbst gab es für einen symbolischen Euro einen Roman, der sonst nicht weggegangen wäre, und Knörzbot ersteigerte das charmante Abenteuer-Rollenspiel 'The Troubleshooters', das im Stil der franco-belgischen Comics der 1960er Jahre wie z.B. 'Tim und Struppi' gehalten ist.

Samstag Nachmittag: Der Eine Ring

Über mehrere Treffen hatte Jiba bereits mit dem 'Der Eine Ring'-RPG nicht nur Abenteuer in J. R. R. Tolkiens Mittelerde geleitet, sondern abseits stattfindende Begebenheiten des Ringkriegs, die im 'Herrn der Ringe' nur mit wenigen Worten angerissen werde, ausgearbeitet und mit Leben erfüllt, wobei als Charkatere teils 'namhafte' und in den Büchern tatsächlich erwähnte oder auch eigens erstellte, neue Figuren gespielt werden konnten.

Bislang hatte ich an einer solchen Runde noch nicht teilgenommen, doch bei diesem Treffen bot sich nun endlich einmal die Gelegenheit. Unter dem Titel 'der Krieg im Norden' sollte die Schlacht von Thal und deren Vorlauf abgehandelt werden.

Vor Jahren war ich sehr aktiv in einem Herr der Ringe-Forum und beteiligte mich dort nicht nur an Diskussionen zum Thema, sondern spielte auch in einigen Foren-Rollenspielen im Mittelerde-Setting mit. In einem dieser Foren-Rollenspiele war mein Charakter ein Thalsmann, den es nach der Zerstörung von Thal durch den Drachen Smaug nach Gondor verschlagen hatte und der dort jetzt erster Leutnant der Garde war.

Zu dessen Ehren wollte ich, auch wenn die Zeit eine ganz andere war, einen Thalsmann desselben Namens spielen, der aber in dieser Inkarnation im wieder aufgebauten Thal als erster Leutnant der königlichen Garde diente, aber unser Spielleiter meinte, dass sich eine Figur aus dem Tolkien-Kanon, Prinz Bard II., ganz ausgezeichnet als SC machen würde, und so spielte ich den. Auch der Kanon-Charakter Thorin III, Sohn des Königs Daín II, wurde aktiv gespielt, dazu kamen eine frei erfundene Waldelbin, Botschafterin von König Thranduil an König Brands Hof in Thal, sowie eine Zwergin, Tochter eines der ursprünglichen Gefährten von Bilbo im 'Kleinen Hobbit'.

Diese Runde war mein Highlight des Treffens. Bei aller Settingtreue und dem 'Nachspielen' einer in den Romanen erwähnten Episode fühlte es sich doch jederzeit völlig frei an, denn unser Spielleiter hatte von vorneherein klar gemacht, dass es keine 'Plot-Rüstung' gab - wenn wir andere Entscheidungen getroffen oder andere Würfelergebnisse erzielt hätten, dann hätten wir uns vom Kanon entfernt, und die Schlacht um Thal hätte auch verloren gehen oder unsere Charaktere sterben können.

Das Mittelerde-Feeling, das in der Runde aufkam, war großartig, nicht nur durch die Beschreibungen der Welt, sondern auch dadurch, wie immersiv die ganze Gruppe ihre Charektere spielte. Die Verzweiflung und vermeintliche Ausweglosigkeit der Situation gegen Ende zum großen Finale hin kamen sehr schön heraus, ebenfalls die Entschlossenheit eben im Angesicht dieser vermeintlichen Ausweglosigkeit, und es galt einige dramatische Dilemmata zu überwinden, ebenso wie es einige wirklich schöne Szenen der Kameradschaft und Freundschaft gab. Und wir wissen jetzt, wie Gollum den Händen der Waldelben entkommen konnte und warum Legolas sich zu Elronds Rat aufmachte... (Und als kleines Schmankerl für mich bekam, als unsere Charaktere aus der belagerten Festung aufbrechen wollten und wir einige NSCs, die unseren Charakteren etwas ähnlich sahen, beauftragten, in unserer Rüstung auf den Zinnen für uns die Doppelgänger zu geben, in Bards Fall Tamriar, der erste Leutnant der königlichen Garde von Thal, diesen Auftrag.)

Eine tolle Runde!

Samstag Abend: Coriolis mit Death in Space

Den spielerischen Ausklang des Treffens leitete Knörzbot mit einem Abenteuer für 'Coriolis'. Allerdings war uns bei früheren Runden mit diesem Rollenspiel aufgefallen, dass die Erfolgschancen mit den Standardwürfen nicht sonderlich gut, um nicht zu sagen, oft frustrierend schlecht stehen, und so nutzten wir für diese Session nicht die eigentlichen Coriolis-Regeln, sondern die Regeln des Rollenspiels 'Death in Space'.

Die Geschichte war relativ geradlinig, machte aber viel Spaß: Eine Raumschiffbesatzung ist in einem abgelegenen Sternensystem gelandet und braucht Geld, um ihr angeschlagenes Schiff wieder zu reparieren. Der Bergungsjob, den die Gruppe annimmt, stellt sich aber natürlich als längst nicht so einfach heraus wie von der Auftraggeberin beworben.

Die Charaktere waren vorgefertigt und liebevoll miteinander verknüpft: Ich selbst spielte die gestresste Kapitänin, und dann gab es noch ihre kleine Schwester, die immer fröhliche und sorglos-leichtsinnige Pilotin ("your constant source of joy and sorrow") und drei weitere Mitglieder der Crew. Es machte großen Spaß zu sehen, wie alle ihre Charaktere verköperten, weil das die Dynamik zwischen der kleinen 'Familie' richtig schön herausstellte. Wir hatten alle viel Spaß und große Lust, beim nächsten Mal in derselben Besetzung vielleicht eine weitere Session zu spielen.

Die 'Death in Space'-Regeln funktionierten eigentlich nicht schlecht, schienen aber für ein Space Opera-Setting wie Coriolis doch etwas zu tödlich; falls es eine Fortsetzung gibt, wollen wir beim nächsten Mal also nochmal andere Regeln verwenden.

Samstag Nacht: Hessenstein-Nostalgie

Mit der Coriolis-Runde waren wir ziemlich früh fertig, sodass wir noch genug Zeit hatten, um den Abend noch ausklingen zu lassen und nicht gleich ins Bett gehen zu wollen.
Im Speisesaal fanden wir bereits eine größere Runde, die ein nostalgisches Frage- und Antwortspiel spielte: Man stellte sich gegenseitig Fragen zu den Treffen - was jemandes schönste Runde gewesen sei, beispielsweise, oder was man für das eigene Rollenspiel auf der Burg gelernt habe.
Auf diese Weise verbrachten wir noch ein paar sehr schöne und nostalgische Stunden, bevor es dann schließlich doch ins Bett ging.

Fazit

Es war ein rundum schönes Treffen, vielleicht gerade weil es das letzte auf der Burg war. Dass wir nur vergleichsweise wenige Leute waren und man sich deswegen mit fast allen unterhalten konnte, trug sicherlich auch seinen Teil bei. Ich werde den Hessenstein jedenfalls vermissen, auch wenn ich mich schon auch auf die neue Location freue. Und vielleicht wird die Burg ja nach Beendigung der Insolvenz und Entschuldung unter neuem Management wieder eröffnet. Das würde mich freuen.
Zitat von: Dark_Tigger
Simultan Dolmetschen ist echt kein Job auf den ich Bock hätte. Ich glaube ich würde in der Kabine nen Herzkasper vom Stress bekommen.
Zitat von: ErikErikson
Meine Rede.
Zitat von: Shield Warden
Wenn das deine Rede war, entschuldige dich gefälligst, dass Timberwere sie nicht vorher bekommen hat und dadurch so ein Stress entstanden ist!