Umfrage

Spezialist oder Generalist: Folgen deine Lieblings-SC-Konzepte einem Muster?

Die Frage passt auf mich nicht, weil ich quasi bei jedem SC, den ich spiele, ein bislang von mir ungespieltes Konzept nutze, egal ob Spezialist oder Generalist.
Die Achse "Spezialist - Generalist" passt auf mich grundsätzlich nicht, weil...
Meine SC tendieren eigentlich immer Richtung Generalist: Kann draufhauen, schießen, heilen, Diplomatie und einige wichtige Skills - oder zumindest möglichst viel davon.
Irgendwas zwischen Generalist und Spezialist, aber mit Tendenz zum Generalisten.
Irgendwas zwischen Spezialist und Generalist, aber mit Tendenz zum Spezialisten.
Meine SCs sind am ehesten Spezialisten: Super Nah- oder Fernkämpfer oder Magiekundige. Ich finde es völlig okay, irgendwo Lücken zu haben, wenn mein SC in einem Gebiet spitze ist.
Das alles trifft auf mich nicht zu, weil...

Autor Thema: Spezialist oder Generalist: Folgen deine Lieblings-SC-Konzepte einem Muster?  (Gelesen 1519 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Wenn ich mal in Richtung SC nachdenke (ich bin eigentlich "nur" Spielleiter), dann merke ich, dass meine SC-Konzepte immer in eine Richtung drängen. Auch wenn ich neue Regelbücher lese, lese ich sie am liebsten mit der Brille in Richtung eines Konzepts.

Geht das nur mir so?

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.762
  • Username: Outsider
Ich habe mal für "trifft auf mich alles nicht zu" gevotet.

Ich mag Charaktere die grundsätzlich in dem was sie Darstellen gut sind. Ein Dieb sollte Dieben können :D Ein Kämpfer kämpfen usw. aber eben nicht auf min/max ausgelegt sein und andere Bereich komplett vernachlässigen.

Ich bin dann wohl eher ein spezialisierter Generalist :D was auch meine Vorlieber für Spiele erklärt in denen MinMaxing kein Muss ist.

Und viel wichtiger, was das Konzept kann muss glaubwürdig zum Char passen.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Ich bin mir noch nicht recht sicher, wie ich da antworten soll. Ich mag grundsätzlich Charaktere mit einem soliden Grad an allgemeiner Grundkompetenz -- also beispielsweise Leute, die zumindest brauchbar reiten, Erste Hilfe leisten, sich an wenigstens einigen Feinden vorbeischleichen, und auch noch ihre eigenen Socken flicken können, ohne daß mir dadurch charakterbauregelseitig schon die weiteren Optionen ausgehen --, aber was dann als primäre Stärken darüber hinausgeht und den Charakter in gewisser Hinsicht "definiert", darf ruhig mehr in Richtung Nische gehen. Ich will also normalerweise gar keinen Alles-Super-Könner, sondern einfach nur jemanden, der auch außerhalb seines anerkannten "Spezialgebiets" immer noch im (ggf. Abenteuer-)Alltag zurechtkommt, und das liegt als Konzept mMn eher zwischen den Extremen.

Offline Isegrim

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 3.446
  • Username: Isegrim
Ich hab meist ein Konzept, ein Bild des SC vor Augen, aber iwie ordnen die sich nicht unbedingt in das ein, was im RPG meist unter "Spezialist" läuft. Generalisten sinds aber (meist) auch nicht wirklich. Eher so "Von den x Feldern, auf die man sich spezialisieren könnte, probiert der SC, zwei oder drei so gut abzudecken wie geht".
"Klug hat der Mann gehandelt, der die Menschen lehrte, den Worten auch der Anderen Gehör zu schenken."  Euripides

Online schneeland

  • Administrator
  • Titan
  • *****
  • Cogito ergo possum
  • Beiträge: 13.136
  • Username: schneeland
Ich vermute, ich lande da irgendwo in der Mitte der Achse - vielleicht ein bisschen näher an Spezialist als Generalist (daher auch nicht sicher, was ich auswählen soll).
Normalerweise gehe ich nicht mit einem festen Konzept an die Charaktererstellung, sondern habe eine Handvoll Ideen, die sich dann bei genauerer Beschäftigung mit der Erstellung entweder konkretisieren oder aussortiert werden. Das Ziel ist dann meist ein Alter Ego, das in den 1-3 Bereichen, die zentral für das Charakterkonzept sind, hinreichend kompetent ist, 1-2 Schwächen hat und ansonsten halt durchschnittlich. Gerade bei zentralen "Abenteurerfertigkeiten" schaue ich aber, dass zumindest durchschnittliche Kompetenz vorhanden ist - es sei denn, es handelt es um eine der erwähnten Schwächen. Im Laufe der Zeit baue ich dann je nach Konzept mal mehr, mal weniger stark die Kernkompetenzen aus - insofern ist der Magier dann typischerweise schon recht bewandert in Fragen der Zauberei und der Kämpfer kann ordentlich austeilen, aber es ist immer noch ein ganzes Stück weg von dem Niveau, das bei konsequentem Min-Maxing möglich wäre.
All good things come to those who wait! ... like beer and dual flamethrowers.

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Okay, ich habe die Umfrage editiert und resettet. Bitte nochmal abstimmen.

Es stehen nun noch Zwischenformen zur Wahl mit dem einen oder dem anderen Schwerpunkt.

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Ich bin mir noch nicht recht sicher, wie ich da antworten soll. Ich mag grundsätzlich Charaktere mit einem soliden Grad an allgemeiner Grundkompetenz -- also beispielsweise Leute, die zumindest brauchbar reiten, Erste Hilfe leisten, sich an wenigstens einigen Feinden vorbeischleichen, und auch noch ihre eigenen Socken flicken können, ohne daß mir dadurch charakterbauregelseitig schon die weiteren Optionen ausgehen --, aber was dann als primäre Stärken darüber hinausgeht und den Charakter in gewisser Hinsicht "definiert", darf ruhig mehr in Richtung Nische gehen. Ich will also normalerweise gar keinen Alles-Super-Könner, sondern einfach nur jemanden, der auch außerhalb seines anerkannten "Spezialgebiets" immer noch im (ggf. Abenteuer-)Alltag zurechtkommt, und das liegt als Konzept mMn eher zwischen den Extremen.
Ja, das geht mir ganz genau so. Leute, die auf Abenteuer gehen, sollten (außer sie wollen es nicht), automatisch in Natur und Zivilisation lebensfähig sein, zumindest auf Grundniveau.

Dafür sollten sie auch nicht Unmengen an regeltechnischen Ressourcen ausgeben müssen, meine ich. Insbesondere alte DnD-Editionen (2nd Edition) erinnere ich hier als mega knauserig.

Offline First Orko

  • DSA-Supermeister auf Probe
  • Koop - Fanziner
  • Legend
  • **
  • Trollanischer Spielleiter
  • Beiträge: 6.735
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Orko
Ich habe meistens einen Fokus und noch einen zweiten "Hobby-Bereich" mit Kompetenzen, um ein oder zwei andere SC unterstützen zu können.
It's repetitive.
And redundant.

Discord: maniacator#1270

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Runenstahl

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.156
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Runenstahl
Ich habe mal die Antwort "meine SCs sind unbespielte Konzepte" gewählt. Das stimmt zwar nicht immer, aber meistens.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
"Reading is for morons who can't understand pictures"
   Gareth (aus der Serie "Galavant")

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Ich habe mal die Antwort "meine SCs sind unbespielte Konzepte" gewählt. Das stimmt zwar nicht immer, aber meistens.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Eine sehr spannende Auflistung, danke!

Offline Maarzan

  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.856
  • Username: Maarzan
Ich habe meistens einen Fokus und noch einen zweiten "Hobby-Bereich" mit Kompetenzen, um ein oder zwei andere SC unterstützen zu können.

Ja, bei mir auch meist so ungefähr: Mr. 1,5 Trick Pony, einmal richtig gut und einmal passabel.

Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline AlucartDante

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.057
  • Username: AlucartDante
Mir fehlt die Antwortmöglichkeit, dass ich sowohl gerne Generalisten wie auch Spezialisten spiele...

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Mir fehlt die Antwortmöglichkeit, dass ich sowohl gerne Generalisten wie auch Spezialisten spiele...
Immer wechselnd: Antwort 1?

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Ich hab' mich jetzt mal für "Irgendwas dazwischen, aber mit Tendenz zum Spezialisten" entschieden. Schließlich gehört für mich zum Charakterkonzept irgendwie auch dazu, auf welchen Gebieten der Charakter normalerweise besonders glänzt, und das sind eher selten alle. ;)

(Dabei mag mit hineinspielen, daß ich "allgemeine" Rollenspielfragen dieser Tage gerne erst mal durch die Fate-Linse betrachte -- und da ist mein Charakter für gewöhnlich auf die eine oder andere Art schon "Spezialist mit einigermaßen breiter Basis" ab Erschaffung, weil das Fertigkeits-/Methoden-/Wasauchimmer-Verteilungsschema das bereits so vorgibt und ich es bloß noch auszufüllen brauche. Da kommt mir das System also recht direkt entgegen...und wenn ich partout mal eher einen "Generalisten" spielen will, nun, dann setze ich an die Spitze eben etwas, was eher nicht so offensichtlich "Berufskönnen", aber trotzdem nützlich ist. Wahrnehmung oder Wille vielleicht, um mal die Fate-Core-Beispielliste zu bemühen. :))

Offline Zanji123

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.802
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zanji123
ich bin meist der Diplomatie typ, hohes Charisma und (wenn es die gibt) Skills überreden usw.

daher (in D&D und ähnlichen) meist Barde... oder auch mal n Dieb der sich gefahrlos in "höheren Kreisen" bewegen könnte.
9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt.... die zehnte sitzt in der Ecke und summt die Pokécenter Melodie

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 34.350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Hmmm ich muss noch überlegen was genau ich ankreuze. Grundsätzlich jedenfalls eher am "Spezialisten" Ende des Spektrums: "irgendworin der beste sein" ist mir schon wichtig. Gewisse Lücken sind auch völlig okay zu haben. Aber halt bitte auf keinen Fall einen kompletten Fachidioten, der jedesmal nur dekorativ rumstehen kann wenn sein eines Spezialgebiet gerade mal nicht gefragt ist.

Ich habe zwei bevorzugte Nischen:
- entweder "Nahkämpfer mit Optionen", also sowas wie einen Paladin, Spellsword oder Martial Adept wie Warblade (3.5) oder Sentinel (PoW). Eben jemand der einerseits der Beste im Draufhauen ist, aber eben auch noch ein paar Asse im Ärmel hat wenn tumbes Draufhauen einen gerade nicht weiterbringt.
- oder andererseits "Batman Wizard", also ein Magier mit sehr breiter Zauberauswahl und einem Tool für (fast) jeden Job -- das "Batman" ist eine Referenz auf den Bat-Utility Belt, der alles Mögliche in petto hat vom Enterhaken bis zum Hai-Abwehrspray. Der muss keinen Schaden machen und nicht heilen können. Aber halt sonst so ziemlich alles.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Online 1of3

  • Richtiges Mädchen!
  • Titan
  • *********
  • Proactive Scavenger
  • Beiträge: 19.354
  • Username: 1of3
    • Sea Cucumbers and RPGs
Trifft für mich nicht zu, weil ich mich nicht zurückerinnern kann, wann ich das letzte mal einen SC in einem Spiel gebaut habe, wo man das eine oder andere tun könnte.

Offline unicum

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 3.426
  • Username: unicum
Ich kenne einen Spieler der immer Hexen gespielt hat (rothaarig und vollbusig, gerne auch als femme fatal).
Und zwei anderen Spieler die nur Zwerge spielen.

Also auch in Settings in denen das eigentlich so nicht vorgesehen ist dann wurde halt gedreht bis es passte.

Ich selbst schau, wenn ich die möglichkeit habe (ich also nicht der lezte bin, der dann etwa heilendes oder den dieb spielen muss), was mich gerade anspircht an Figuren.

In einer sache bin ich aber ziemlich sicher Generalist: Ich schaue das meine Figuren jezt nicht gerade Fußkrank sind und sich wenigstens etwas behände bewegen können (klettern, schwimmen, etc).

Online Edgar Allan Poe

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 772
  • Username: Lovecraft
Ich würde mich schon als ziemlichen Spezialisten sehen. Ich mag es, Lücken zu füllen, die noch fehlen. Es sei denn, es sind reine Krieger - die versuche ich zu umgehen, wenn möglich.
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Ich kenne einen Spieler der immer Hexen gespielt hat (rothaarig und vollbusig, gerne auch als femme fatal).
Und zwei anderen Spieler die nur Zwerge spielen.

Also auch in Settings in denen das eigentlich so nicht vorgesehen ist dann wurde halt gedreht bis es passte.

Das ist dann, glaube ich, der Spielertyp "Spezialist". ;D

Offline felixs

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 6.484
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: felixs
Ich kenne einen Spieler der immer Hexen gespielt hat (rothaarig und vollbusig, gerne auch als femme fatal).

Ist man da dann schon im Fetischbereich?
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Ist man da dann schon im Fetischbereich?

Ich denke mal, noch nicht unbedingt. ;)

Beschreibt aber den Spezialisten nach der Robin-Laws-Spielertaxonomie ganz gut: der ist die Sorte Spieler, die einen definitiven Lieblingsarchetypen hat, den sie bevorzugt oder gar exklusiv spielen möchte, und je festgelegter dieser Archetyp, desto ausgeprägter das Spezialistentum halt. "Ich will jemanden spielen, der im Kampf was reißen kann" ist beispielsweise noch nicht besonders spezialisiert (schließlich wollen das oft mehr oder weniger alle und manch ein System tut sich auch direkt schwer damit, überhaupt "Nichtkämpfer" anzubieten) -- aber "Ich will einen linkshändigen Samurai spielen, der wegen seiner Linkshändigkeit regelmäßig komisch angeguckt und sogar in Duelle verwickelt wird!" ist schon eine etwas andere Nummer, weil sie gleich noch auch eine ganze Menge anderer eigentlich genauso gut auf Kampf gebürsteter Konzepte mit ausschließt.

Die rothaarige Hexe mit Sex-Appeal geht da noch als einigermaßen "normal" durch, denke ich. :)

Offline Runenstahl

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.156
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Runenstahl
Beschreibt aber den Spezialisten nach der Robin-Laws-Spielertaxonomie ganz gut: der ist die Sorte Spieler, die einen definitiven Lieblingsarchetypen hat, den sie bevorzugt oder gar exklusiv spielen möchte, und je festgelegter dieser Archetyp, desto ausgeprägter das Spezialistentum halt.

Da bin ich anderer Meinung. Es gibt ja auch Leute deren Lieblingskonzept ein Allrounder ist.
"Reading is for morons who can't understand pictures"
   Gareth (aus der Serie "Galavant")

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Da bin ich anderer Meinung. Es gibt ja auch Leute deren Lieblingskonzept ein Allrounder ist.

Und dieses Konzept ist dann seinerseits wieder wunderschön konturlos und wabbelig. Es sagt mir streng genommen nicht einmal, ob der Charakter mehr ein "Alleskönner" (kann alles gleich toll) oder mehr ein "Loser" (kann von allem ein bißchen, aber nix richtig) sein soll -- "Allrounder" sind das ja schließlich beide gleichermaßen, nur eben unterschiedlich gut in "Kann Alles". ;)

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
"Allrounder" sind das ja schließlich beide gleichermaßen, nur eben unterschiedlich gut in "Kann Alles". ;)

In den ersten DnD-Editionen habe ich den Druide/Dieb als mein Lieblingskonzept erwählt.

Der DnD-Druide ist ja schon in sich eine Art Generalist: In Tiergestalt ein Nahkämpfer oder Spion; ein paar Elementarzauber, die auch von einem arkanen Zauberkundigen kommen könnten; Heilsprüche; sogar eine Art Wiederbelebung.

Das Skillsystem des frühen DnD ist ja eher rudimentär, und da bot der Thief einige gute Optionen.

Auch Fernkampf und Diplomatie waren von der Figur abgedeckt, weil der alte Druide auch ein gutes Charisma brauchte. Fernkampf erfolgte mit entsprechenden Zaubern, und so schlecht war der Bogenschusserfolg auch nicht.

Das Konzept reichte zwar an die Spezialisten auf ihren Spezialgebieten nicht heran, aber es fühlte sich zugleich auch nicht zu abgehängt an. Im Gegenzug konnte die Figur in quasi  a l l e n  Situationen etwas beitragen. Das Konzept gefällt mir bis heute.

In DnD5 würde mein Konzept wohl am ehesten ein Barde oder "irgendetwas mit Barde" sein.

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
In den ersten DnD-Editionen habe ich den Druide/Dieb als mein Lieblingskonzept erwählt.

Okay, da muß ich ganz ehrlich gestehen: auf die Idee bin ich noch nie gekommen. ;D

Liegt aber weniger an der Kombination an Fähigkeiten (der glaube ich schon, daß sie was taugt) und mehr daran, daß ich den Druiden als Naturpriester einer- und den Dieb als klassischen Kriminellen und Stadtkind andererseits so schlicht und ergreifend nicht in einer Person zusammengebracht habe. Da liegt also gewissermaßen eine Kombination aus zwei schon einigermaßen speziellen Archetypen vor, die sich "eigentlich" beißen sollten -- und wenn du genau diese Kombo zu deinem Lieblingskonzept querbeet durch alle Rollenspielsysteme und Tischrunden hindurch erkoren hättest, dann würde ich deinen Spezialistenanteil definitiv als ziemlich hoch einstufen. ~;D

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Wenn ich mich richtig erinnere, lahmte mein Druide/Dieb den Vollzauberern 3 Stufen hinterher. Das ist schon eine deutliche Kompetenznummer kleiner als die Spezialisten. Angst, dass der Druide/Dieb anderen die Butter vom Brot nahm, gab es nicht, soweit ich mich erinnere.

Ich hatte und habe noch nie Probleme gehabt, auch exotische Kombinationen als Konzepte zuzulassen, solange sie regelgerecht sind. Zu meiner Vorstellung von Fantasy-Rollenspiel gehört, dass die SCs sehr außergewöhnliche Geschichten haben können. Auch für einen Druiden/Dieb lässt sich eine passende Story finden, und sei es eine Entführung und Verschleppung in die komplett konträre Umgebung.

So richtig zum Spiel des Konzepts ist es nicht gekommen, weil ich SL war und schnell begriff, dass ein SLSC nicht das Gelbe vom Ei ist. Fan von dem Konzept bin ich trotzdem geblieben.

Offline Grey

  • MacGreyver
  • Titan
  • *********
  • Nebulöse Erscheinung seit 2009
  • Beiträge: 17.673
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Grey
    • Markus Gerwinskis Website
Bei mir war's die Antwort "Irgendwas dazwischen, mit Tendenz zum Spezialisten". Ich will schon eine Kernkompetenz, in der sich mein Char hervortut, aber wie Feuersänger schon sagte: Bitte keinen Fachidioten, der nur dumm rumsteht, wenn sein Spezialgebiet gerade nicht gefragt ist.

Einer meiner absoluten Lieblingscharaktere war mein alter MidgarD-Magier, der (dank Würfelglück bei der Charaktererschaffung) auch eine ganz ordentliche Kelle schlug. ;D Ich habe ihn so ein bisschen als mittelalterlichen Pöbel-und-Rauf-Studenten gespielt. Er ließ sich keine Tavernenschlägerei entgehen.
Ich werd' euch lehren, ehrbaren Kaufleuten die Zitrusfrucht zu gurgeln!
--
Lust auf ein gutes Buch oder ein packendes Rollenspiel? Schaut mal rein! ;)

Online Sashael

  • Gimli des Radsports
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Beiträge: 17.292
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Sashael
Ich spiele lieber einen Spezialisten. Ich bin aber nie auf eine Nische festgelegt und oft spiele ich, was der Gruppe fehlt.

Ich hab an fast allem Spaß. Nahkampfmonster, Scharfschützen, Heiler, Schleicher, Face. Was ich dagegen eher nicht leiden kann, ist weitere Gruppenmitglieder in meiner Nische. Weswegen ich mir halt auch gerne genau das aussuchen, woran noch niemand gedacht hat. ;D
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


Von Conan über d'Artagnan über Indiana Jones über John Wick bis Ellen Ripley ... if there's Action, then outgun it!

Offline flaschengeist

  • Hero
  • *****
  • Systembastler
  • Beiträge: 1.837
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: flaschengeist
    • Duo Decem
Ich habe "Irgendwas zwischen Generalist und Spezialist, aber mit Tendenz zum Generalisten." gewählt. Seit vielen Jahren spiele ich bevorzugt Zauberer und zwar auch deshalb, weil selbige einerseits sehr flexibel sind, bei Bedarf aber in den meisten Systemen auch zum Teilspezialist in allen möglichen Bereichen mutieren können. Zwischendurch habe ich ein paar Mal versucht mundane Klassen zu spielen aber das nur einmal lange durchgehalten ;D.
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Ich habe "Irgendwas zwischen Generalist und Spezialist, aber mit Tendenz zum Generalisten." gewählt. Seit vielen Jahren spiele ich bevorzugt Zauberer und zwar auch deshalb, weil selbige einerseits sehr flexibel sind, bei Bedarf aber in den meisten Systemen auch zum Teilspezialist in allen möglichen Bereichen mutieren können. Zwischendurch habe ich ein paar Mal versucht mundane Klassen zu spielen aber das nur einmal lange durchgehalten ;D.

Na ja, wie flexibel Zauberer genau sind, hängt dann wieder von den zuständigen Regeln ab -- auch wenn ich zugebe, daß es in gewisser Hinsicht rollenspielerische Tradition zu sein scheint, ihnen gerade in dieser Hinsicht gerne pfundweise Gratiszucker in den Arsch zu blasen. :P

Wohlgemerkt: ich mag fantastische Elemente in meinen Spielen und spiele selber auch ganz gerne mal Zauberer, wenn mir eine nette Idee für einen kommt. Nur, Zugriff auf eine (subjektiv) zu große Auswahl an magischen Werkzeugen führt für mich schnell in die Beliebigkeit, und die mag ich ihrerseits auch wieder nicht wirklich; dann zumindest für mich auch in Sachen Magie schon lieber einen "Spezialisten" mit eigenem Fluff und entsprechender Nische.

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 34.350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Es sagt mir streng genommen nicht einmal, ob der Charakter mehr ein "Alleskönner" (kann alles gleich toll) oder mehr ein "Loser" (kann von allem ein bißchen, aber nix richtig) sein soll -- "Allrounder" sind das ja schließlich beide gleichermaßen, nur eben unterschiedlich gut in "Kann Alles". ;)

Tjo, genau das ist das Problem: Allrounder werden überall da nutzlos, wo Spezialisten das Spielfeld betreten. Somit ist im RPG ein Allrounder am ehesten bei einem Solo angesagt, dann vielleicht noch in sehr kleinen Gruppen, aber spätestens bei einer Vierergruppe mit 3 Spezialisten bleibt für den Allrounder doch nur noch Restef--- übrig.

RL Vergleich: ich habe 3 Motorräder. 2 Spezialisten und 1 Allrounder. Das letztere wird so gut wie gar nicht mehr bewegt, da für quasi jeden beliebigen Einsatzzweck eine der Spezialistinnen besser geeignet ist.

Allerdings, wie gesagt versuche ich auch im RPG meine Spezialisten einigermaßen "rund" zu bauen. So sehr das eben möglich ist, ohne meine Kernkompetenzen zu verwässern. Dann lieber die Stärken dergestalt ausbauen, dass die Schwächen dadurch quasi irrelevant werden.
Beispiel: der typische PF Paladin ist - von speziellen Archetypen mal abgesehen - vor allem im Nahkampf gegen (vorzugsweise Böse) Einzelgegner stark, aber ist nicht so gut in Fernkampf und Crowd Control. Die Fernkampfschwäche überwinde ich, indem ich ihm mittels eines Zaubers Flügel verleihe, wodurch er jeden Fernkampf zum Nahkampf machen kann. Mit der CC-Schwäche muss ich hingegen leben, da muss sich jemand anders drum kümmern.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Tjo, genau das ist das Problem: Allrounder werden überall da nutzlos, wo Spezialisten das Spielfeld betreten. Somit ist im RPG ein Allrounder am ehesten bei einem Solo angesagt, dann vielleicht noch in sehr kleinen Gruppen, aber spätestens bei einer Vierergruppe mit 3 Spezialisten bleibt für den Allrounder doch nur noch Restef--- übrig.

RL Vergleich: ich habe 3 Motorräder. 2 Spezialisten und 1 Allrounder. Das letztere wird so gut wie gar nicht mehr bewegt, da für quasi jeden beliebigen Einsatzzweck eine der Spezialistinnen besser geeignet ist.
Würden Rollenspielgruppen nur auf Ideal-Situationen treffen, würde ich Dir Recht geben.

Aber zum einen versucht jede Gruppe, die Situation ideal auf ihre Fähigkeiten abzustimmen - und dann ist es eigentlich egal, ob die Gruppe aus Fern- oder Nahkämpfenden besteht oder aus Spezialisten oder aus Generalisten. Der Vorteil von Generalisten ist hier, dass sie jede notwendige Lücke mindestens notdürftig, wenn nicht sogar "okay" schließen können, und so können sie in einer Gruppe mit Spezialisten eine sehr wertvolle Rolle einnehmen - nämlich die, die noch fehlt. Manchmal braucht man außerdem auch zB zwei Fernkämpfer, manchmal eine Heilerin mehr.

Zum anderen wissen wir aus unzählichen Filmen, Serien und Romanen (und dem real life), dass Pläne niemals ganz aufgehen. Plötzlich taucht ein Umstand auf, der nicht bedacht wurde, plötzlich geht was schief. Der Generalist kann hier teils auch spontan jede akut notwendige Rolle übernehmen - nicht so gut wie ein Spezialist, aber es reicht ja manchmal, eine Nische zu dreiviertel zu füllen, um dem Gesamtprojekt zum Erfolg zu verhelfen.

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 34.350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Ja stimmt schon, das ist es, was ich mit der Warnung vor Überspezialisierung meine. Gerade im eher theoretisierenden Online-Umfeld liest man ja zuweilen so siebengescheite Aussagen wie "Wenn XY eintritt ist sowieso schon was schiefgelaufen". Ja und, möchte ich dann immer fragen, läuft bei euch denn nie etwas schief? Und wenn doch, zuckt ihr dann mit den Schultern und nehmt es hin abgeschlachtet zu werden, weil ist ja schiefgelaufen?

Dennoch ist ein "Lückenstopfer" als Charakterkonzept, der kein eigenes Spezialgebiet hat und nur dann aufblüht wenn der eigentliche Spezi ausfällt oder überfordert ist, für mein Empfinden etwas undankbar. Aber das mag eben auch meine persönliche Befindlichkeit sein. Mancher ist vielleicht als "Bass Player" voll damit okay, wenn er in Fernkampf, Nahkampf, Heilung und wasweissichwo 50% der Leistung des jeweiligen Spezialisten liefert, ohne irgendwo zu brillieren aber immer ein Stück beitragen kann.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Tjo, genau das ist das Problem: Allrounder werden überall da nutzlos, wo Spezialisten das Spielfeld betreten. Somit ist im RPG ein Allrounder am ehesten bei einem Solo angesagt, dann vielleicht noch in sehr kleinen Gruppen, aber spätestens bei einer Vierergruppe mit 3 Spezialisten bleibt für den Allrounder doch nur noch Restef--- übrig.

Es gibt auch noch ein Stück weit das Gegenmodell: die Gruppe besteht aus Spezialisten, aber alle derselben Art (Ex-Soldaten, Feuerwehrleute, Mechpiloten...). In dem Fall unterscheiden sich die einzelnen Charaktere dann eben in erster Linie durch die Dinge, die sie außerhalb ihrer gemeinsamen Spezialistenbasis beherrschen.

Streng genommen gilt das ja schon für das klassische kleine Fantasy-Team, denn egal, welcher Klasse die genau angehören, sollte man wenigstens meinen, daß jeder von ihnen als einigermaßen kompetenter Abenteurer durchgehen kann -- ein Eumel beispielsweise, der nicht wenigstens einigermaßen "geländegängig" ist (weil ja doch immer mal plötzlich Schwimmen/Klettern/Reiten angesagt sein kann) und auch mal eine Nachtwache durchhält, ohne wahlweise selbst einzuschlafen, anschleichende Gefahren zuverlässig anderweitig zu übersehen, oder auch alle halbe Stunde seine Kumpel mit falschem Alarm wieder hochzuschrecken, hätte in so einer Gruppe schlicht auf Dauer nichts verloren, wenn er nicht wenigstens rasch dazulernt.

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 34.350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Hachja, das weckt Erinnerungen. Etwa an die Piratenkampagne, die auch als solche angekündigt war, und dann drei von vier Spielern mit Charakteren anrückten die weder in Schwimmen noch Seefahrt einen einzigen Punkt gesteckt hatten (schließlich werden diese Skills in den gängigen Handbüchern ja "rot" codiert). *schwerer Seufzer*

Oder an dieses Wildnisabenteuer, in dem hintendrin eine komplette Party aus vorgefertigten Charakteren abgedruckt war zum schnellen Spielstart, von denen kein einziger auch nur einen einzigen Punkt in Survival mitbrachte oder auch nur hätte sinnvoll steigern können. (Als SL habe ich diese Figuren dann als Konkurrenten der SC immer wieder im Abenteuer auftreten lassen, was dann zum Running Gag wurde weil sie eben ihren Werten entsprechend völlig hilflos, desorientiert und dornenzerkratzt durch die Wildnis stiefelten und nie auch nur halbwegs rechtzeitig irgendwo ankamen.)

Wobei da aber auch teilweise die Systeme selber gewisse Ausfälle quasi programmieren. Wenn zB manche Klassen ausschließlich in schwerer Rüstung funktionieren, aber schwere Rüstung zB Klettern und Schwimmen unmöglich macht, dann kann dieser Charakter eben nicht klettern oder schwimmen. Da kann man dann auch mE dem Spieler keinen Vorwurf daraus machen, wenn sonst die einzige Alternative ist, dass die besagten Klassen nie nie nie nie nie gewählt werden dürfen.

Also kurz, ja, eine gewisse Abenteurer-Grundkompetenz ist definitiv wünschenswert. Immerhin bei der Schlüsselfertigkeit "Wahrnehmung" hat sich das ja einigermaßen rumgesprochen, da hat zumindest in meinem Umfeld schon lange jeder darauf geachtet den Skill zu haben, und in jüngeren Systemen geht ja der Trend dahin, dass man frei nach Watzlawick "nicht nicht wahrnehmen kann".
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline flaschengeist

  • Hero
  • *****
  • Systembastler
  • Beiträge: 1.837
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: flaschengeist
    • Duo Decem
Na ja, wie flexibel Zauberer genau sind, hängt dann wieder von den zuständigen Regeln ab -- auch wenn ich zugebe, daß es in gewisser Hinsicht rollenspielerische Tradition zu sein scheint, ihnen gerade in dieser Hinsicht gerne pfundweise Gratiszucker in den Arsch zu blasen. :P

Absolut, tatsächlich fällt mir kaum ein System ein, in dem man als Zauberer nicht sehr flexibel ist. Darin sehe ich persönlich aber auch kein Problem. Allerdings scheitern nicht wenige Systeme leider daran, die Regeln so zu designen, dass Zauberer nicht auch noch die besseren Spezialisten sind. Das wiederum halte ich für ein großes Problem, solange Regeltreue einem halbwegs wichtig ist.
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/

Offline Runenstahl

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.156
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Runenstahl
Tjo, genau das ist das Problem: Allrounder werden überall da nutzlos, wo Spezialisten das Spielfeld betreten.

Da bin ich anderer Meinung.

Wenn mein Allrounder im Kampf nicht so viel Schaden raushaut wie der Krieger oder Barbar, dann ist er ja trotzdem nicht Nutzlos. Wenn mein Allrounder zwar keine Zauber vom 6. Grad wirken kann aber trotzdem im richtigen Moment Counterspell raushaut (weil der Vollcaster der Gruppe seine Reaktion bereits benutzt hat) dann kann das durchaus den Tag retten (mein letzter Allrounder hat im Endkampf gleich zweimal "Disintegrate" abgewehrt, auch wenn da viel Würfelglück dabei war).
Nebenbei heilt er auch... nicht so gut wie der Priester aber wenn mein Charakter einen anderen SC wieder von der Bewußtlosigkeit zurückholt dann ist das trotzdem relevant.
Und ja, er ist auch in sozialen Dingen sehr kompetent. Mag sein das das "Face" der Gruppe das besser kann. Aber nicht immer hat der die besten Argumente und wenn mein Charakter dann was zum Gespräch Beiträgt läßt der SL dann logischerweise auch mich würfeln. Hinzu kommt das es Situationen gibt in denen der ein- oder andere Charakter auch mal außer Gefecht ist (oder der Spieler hatte an dem Abend keine Zeit). Dann ist der Allrounder der Lücke mit seinem +6 Bonus stopft (wo der nicht anwesende Spezialist +12 hatte) immer noch besser als die anderen Charaktere der Gruppe die nur einen +1 Bonus haben.
"Reading is for morons who can't understand pictures"
   Gareth (aus der Serie "Galavant")

Offline gunware

  • Hero
  • *****
  • Eine Ohrfeige zu richtiger Zeit wirkt Wunder.
  • Beiträge: 1.921
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: gunware
Ich sehe es wie Runenstahl. Auch wenn ich nicht in etwas der Erstbeste bin, dann ich ich halt überall der Zweitbeste. Und das ist in der Summe schon stark.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 4.046
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
Ich sehe es wie Runenstahl. Auch wenn ich nicht in etwas der Erstbeste bin, dann ich ich halt überall der Zweitbeste. Und das ist in der Summe schon stark.
Wunderbar formuliert!

Offline AlucartDante

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.057
  • Username: AlucartDante
Allrounder werden überall da nutzlos, wo Spezialisten das Spielfeld betreten.

Dennoch ist ein "Lückenstopfer" als Charakterkonzept, der kein eigenes Spezialgebiet hat und nur dann aufblüht wenn der eigentliche Spezi ausfällt oder überfordert ist, für mein Empfinden etwas undankbar.

Ich finde das mit der Überforderung ist der entscheidende Punkt. Wenn ich eine Schraube habe, werde ich den passendsten Schraubenzieher benutzen und brauche keine anderen, die nur halb passen. Aber bei einem Umzug lade ich nicht nur die mir bekannte stärkste Person ein, sondern auch weniger starke Personen können helfen.

Bei einer Autofahrt braucht es nur einen Fahrer der Gaspedal und Bremse bedient, es braucht keinen zweiten Fahrer. Allerdings kann schon ein Navigator helfen. In einem gewalttätigen Konflikt im urbanen Nahbereich aka Schießerei ist nicht nur der Infanterist mit dem Sturmgewehr hilfreich, sondern auch Rettungssanitäter mit der Schrotflinte und der Fahrer mit der Uzi Maschinenpistole.

Die meisten Aufgaben sind letztlich Teamwork Aufgaben und werden nicht von einer Person alleine durchgeführt. Ich glaube ein Team ist am stärksten, wenn es sowohl Spezialisten, als auch Generalisten enthält. Aber das kommt immer auf die Aufgabe an.

Dazu können Generalisten manchmal auch Boni einbringen, die Spezialisten nicht einbringen können. Ich denke an den klassischen Bardengesang in DnD oder Ausrüstungsbeschaffer, die einfach nur Boni für alles geben.

Tendenziell glänzen Spezialisten mehr in ihrem Gebiet, Generalisten dafür häufiger schwächer.

Schließlich sind Generalisten oft auch gute Führungspersonen eines Teams.

Offline sindar

  • feindlicher Bettenübernehmer
  • Legend
  • *******
  • Lichtelf
  • Beiträge: 4.168
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sindar
Eindeutig Spezialist. Mit Lieblingskonzepten entweder Traum-/Geistreisender (konnte ich bisher nicht verwirklichen :() oder heilkundiger, hinterwäldlerischer Naturbursche.
Bewunderer von Athavar Friedenslied

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 13.504
  • Username: nobody@home
Absolut, tatsächlich fällt mir kaum ein System ein, in dem man als Zauberer nicht sehr flexibel ist. Darin sehe ich persönlich aber auch kein Problem. Allerdings scheitern nicht wenige Systeme leider daran, die Regeln so zu designen, dass Zauberer nicht auch noch die besseren Spezialisten sind. Das wiederum halte ich für ein großes Problem, solange Regeltreue einem halbwegs wichtig ist.

Ich denke, die Flexibilität speist sich da in erster Linie aus dem, was ich ganz gerne mal "Zauberei als Wunschtraum" nenne: wenn man selber frei nach insbesondere kindlicher Wünsch-dir-was-Fantasie einfach so zaubern könnte, wie man wollte, dann wären großartige Einschränkungen tatsächlich fehl am Platz. (Okay, eine plausible Grenze wäre eventuell "Nur so viel Macht, daß ich nicht vor mir selber Angst bekomme"...Benutzer- und Familienfreundlichkeit werden bei diesem Verständnis von Magie ja gerne groß geschrieben.) Nur, gerade im Rollenspiel ist mein Charakter normalerweise eben nicht der einzige Zauberer in der Welt, und wenn die anderen alle auch ein derartiges Machtpotential zur Verfügung hätten, ohne gleichzeitig auch immer einer Meinung mit mir zu sein, dann aber aua... :o

Für Spielzwecke bin ich also schon bereit, auf einen gehörigen, für manche vielleicht sogar schon übertrieben wirkenden Teil davon zu verzichten. :) Da dienen Einschränkungen in der Flexibilität ja auch der Individualisierung sowohl der Spielwelt als auch der einzelnen Zauberer selbst -- je weniger Optionen einfach grundsätzlich und universell (und sei es auch nur für prinzipiell alle Mitglieder derselben "Klasse") verfügbar sind, um so mehr machen sie die Leute, die bestimmte nicht ganz so alltägliche Dinge dann eben doch können, wieder zu etwas Besonderem.

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 34.350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Mir ist auch im Nachhinein noch der Gedanke gekommen, dass das halt auch vom bespielten System abhängt, wie sehr da die Schere zwischen "Amateur" und Spezialist auseinander geht. Und klar, manchmal kann auch der Amateur noch das Zünglein an der Waage sein.

In beispielsweise 3E/PF (was ja meine bevorzugte Systemgruppe ist) geht diese Schere halt ziemlich weit auseinander. Und wenn da zB der Main-Melee sagen wir mal 100 Schaden pro Runde rausdrückt und der Amateurfechter 10, ist letzteres ein Gefechtsbeitrag der nur eher zufällig mal nützlich sein wird ("44xp for stabbing a wounded foe"). Da hoffe ich dann schon, dass derjenige sonst eigentlich nützlichere Dinge tut.

Wenn das beispielsweise bei 5E deutlich anders ist, sodass da das Verhältnis nicht 10:1 sondern vielleicht eher 3:2 ist oder so, dann ist das freilich ein bisschen was anderes vom Gefühl und Effekt her.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat