Autor Thema: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?  (Gelesen 1436 mal)

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Offline Johann

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Hallo!

Ich habe kürzlich Im Reich der Nibelungen veröffentlicht, eine Spielwelt mit eigenwilligen magischen Gesetzen für Swords & Wizardry Continual Light (und ältere Versionen von D&D oder ihre Retroklone).

Mir geht's indes nicht um höfische Intrigen, Liebe und Rache, sondern um fantastische Abenteuer mit Drachen, Zwergen und magischen Schätzen im sagenhaften Burgund des 5. Jahrhunderts (zu Zeiten von Völkerwanderung, Christianisierung der Germanen und Untergang Roms).

Im Reich der Nibelungen (= Nebelkinder, gemeint ist ein mächtiges Geschlecht von Zwergen) gilt es allerlei Herausforderungen zu meistern -- aber hier gelten andere Gesetze!

Drei Beispiele für Gesetze in der 'mythischen Unterwelt' bzw. 'mythischen Wildnis' in meiner Spielwelt:

  • Führt ein Charakter höchstens drei Gegenstände mit sich, so sind diese fast unmerklich verzaubert, d.h. ein Wasserschlauch vermag stets den Durst einer ganzen Gruppe zu stillen (verliert aber seinen Zauber, wenn versucht wird, damit ein Becken zu füllen).
  • Wenn ein Charakter ein besiegtes Ungeheuer verschont, so schuldet es ihm einen Dienst.
  • Am Ende eines Spieleabends werden die Charaktere von magischen Nebeln erfasst und die Würfel bestimmen rasch, wer es nach Hause schafft und wer erst einmal in der Wildnis verschollen ist o.Ä.

Aber woran denkt ihr, wenn jemand von 'Rollenspiel in der Welt des Nibelungenliedes' redet? Oder was haltet ihr von diesen Gesetzen?

Gruß
Johann
--
P.S.: Für ausschließlich auf mein Spiel bezogene Diskussionen poste ich natürlich unter "Pen & Paper - Eigenentwicklungen"!
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Offline nobody@home

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #1 am: 31.10.2024 | 13:16 »
"Nibelungen" ist ein wenig so ein Thema, mit dem ich mich vielleicht auch mal näher als nur auf Wikipedianiveau beschäftigen möchte, aber nie so recht dazu komme. :P

Ich denke, das nächste, was mir dazu aus eigener Erfahrung noch einfällt, ist das "Große Nibelungen Spielbuch", das Bastei-Lübbe Mitte der 80er herausgebracht hat. Das hatte seinerzeit eine örtliche Bibliothek, und da habe ich es mir auch ein-, zweimal ausgeliehen und durchabenteuert. Wer das antiquarisch oder anderweitig kriegen kann, kann da also vermutlich noch ein paar Ideen herausziehen.

Ansonsten ist das dieser Epoche nächste Settingbuch, das mir gerade persönlich vorliegt, "Barbaricum" aus dem damaligen Wettbewerb für originär deutsche Fate-Welten des Uhrwerk-Verlags. Das ist dann allerdings weniger fantastisch-mythisch als alternativhistorisch -- basierend auf der tatsächlichen Völkerwanderungszeit, einige bekannte Namen samt Spielwerten eingeschlossen, und gemischt mit anachronistischen Ideen (wie dem sich ausbreitenden "Humanismus") und Technologien (Feuerwaffen, karthagische vandalische Tauchboote, hunnische Dampfpanzer...) -- und also vermutlich weniger direkt hilfreich. :think:

Offline Lyonesse

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #2 am: 31.10.2024 | 13:40 »
Gefällt mir und kann ich mir gut vorstellen. Dungeon Crawls im archaischen Ambiente mit Völkerwanderungs-Vibes, allerdings würde mir der Burgunderhof nebenbei ebenfalls gefallen. Und man könnte natürlich noch das ein oder andere Element der deutschen/germanischen Heldensagen dazu nehmen: wie etwa den Dungeon von König Laurin in Tirol, dessen Eingang sich an der Felswand hinter seinem berühmten Rosengarten befindet, oder überhaupt, die Abenteuer eines Dietrich von Bern oder Parzival. Da gibt es schon sehr viele Stoffe und Anregungen, die man noch verwursten könnte, aber das weißt du ja sicher auch.
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Offline tartex

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #3 am: 31.10.2024 | 13:55 »
Ich bin Spätantike-Fan und das klingt spannend.

Gerade weil deine Gesetze mythischer wirken als der gewöhnliche D&D-Zauber.

Wo findet man die Spielhilfe?
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Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #4 am: 31.10.2024 | 14:05 »
Ich denke, das nächste, was mir dazu aus eigener Erfahrung noch einfällt, ist das "Große Nibelungen Spielbuch", das Bastei-Lübbe Mitte der 80er herausgebracht hat. Das hatte seinerzeit eine örtliche Bibliothek, und da habe ich es mir auch ein-, zweimal ausgeliehen und durchabenteuert.

Meinst Du das hier?

Das ist mir völlig neu! Ist das ein "Choose Your Own Adventure"-Buch ("Wenn Du Schiltung im Recht siehst, gehe zu Seite 34." usw.)?
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Offline Aedin Madasohn

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #5 am: 31.10.2024 | 14:11 »

  • Wenn ein Charakter ein besiegtes Ungeheuer verschont, so schuldet es ihm einen Dienst.


sehr nette idee  :d

in den alten Sagen haben sich überlistete Unholde auch durch Preisgabe von Schätzen loskaufen müssen

die Verfluchung diverser so bekommener Artefakte ist ja auch Legion
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,
so dass hier mit Zufallswürfeln bzw. "erspielte Verfluchung" gemäß: wie genau das Verhältnis jetzt zwischen Fasold&Hilde&Grim&Fafnir zu den Besiegern sich gestaltet
händeln

auch gibt es unscheinbare Artefakte, wie den Dietrich-Hühnerknochen, welcher eine verwunschene Tür aufschließt, aber erstmal nur als Hühnerknochen daherkommt (und für den sich ganz profan der Gruppenhund auch interssieren könnte  ;D )

Offline Arldwulf

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #6 am: 31.10.2024 | 14:11 »
"Aber woran denkt ihr, wenn jemand von 'Rollenspiel in der Welt des Nibelungenliedes' redet? Oder was haltet ihr von diesen Gesetzen?"

Ich hab mal eine Rollenspielrunde in der Völkerwanderungszeit gemacht, darum würde ich zuerst daran denken.

Die Regeln find ich gut, vor allem der Teil mit dem Dienst fürs verschonen ist ja im Niebelungenlied sehr passend.

Was ich noch reinbringen würde sind mystische Schmiede und Herren über gewaltige Schätze die ihr Wissen und ihre Artefakte hüten und dabei auch schonmal zu Flüchen und unheilvollen Prophezeiungen greifen.

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #7 am: 31.10.2024 | 14:15 »
Gefällt mir und kann ich mir gut vorstellen. Dungeon Crawls im archaischen Ambiente mit Völkerwanderungs-Vibes, allerdings würde mir der Burgunderhof nebenbei ebenfalls gefallen. Und man könnte natürlich noch das ein oder andere Element der deutschen/germanischen Heldensagen dazu nehmen: wie etwa den Dungeon von König Laurin in Tirol

König Laurins Rosengarten als Dungeon zu nehmen -- natürlich nur bei Sonnenaufgang zu erreichen (oder wann immer die Sonne die Berge an der Stelle rosa erglühen lässt) --, gefällt mir sehr gut!

Eine alte Zwergenfeste in einem Modul findet sich ja leicht & so gehe ich auch meistens vor:

Ich nehme mir ein (D&D oder OSR) Modul und arbeite es geringfügig um, z.B. indem ich die meisten Humanoiden (Orks, Hobgoblins, Gnolle usw.) durch Menschen und Zwerge ersetze. Je nach Modul sind das dann Räuber, Hunnen, Markomannen, versprengte römische Legionäre bzw. Bergarbeiter, Sklavenjäger usw.

In meinem Zusatzbändchen Rheingold biete ich neben Ungeheuern aus dem deutschsprachigen Sagenschatz auch ein paar Tipps zum Umbauen von Abenteuern.

Die mythischen Wesen im Reich der Nibelungen haben auch stets ein markantes Begehr, gegen dass sie nicht verstoßen können (z.B. wenn sie, wie oben ausgeführt, einem Menschen einen Dienst schuldig sind). Zwerge horten Gold, Oger hungern nach Menschenfleisch usw. -- und ein Zwerg wird niemals jemand zu seinem Hort führen.
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Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #8 am: 31.10.2024 | 14:30 »
Ich bin Spätantike-Fan und das klingt spannend.

Gerade weil deine Gesetze mythischer wirken als der gewöhnliche D&D-Zauber.

Wo findet man die Spielhilfe?

Das Nibelungenlied ist ziemlich anachronistisch, denn der unbekannte Verfasser schreibt um das Jahr 1200 von Ereignissen, die damals 750 Jahre zurücklagen.

Dementsprechend ist man politisch im 5. Jahrhundert (Burgund befindet sich noch am Rhein, Attila führt die Hunnen an usw.), aber technologisch und kulturell im 12. Jahrhundert (Lanzenstechen usw.).  Ich finde das indes befreiend, weil man keine Sorge haben muss, historisch etwas falsch zu machen. Ich habe erst kürzlich eine Hobgoblin-Fraktion in Stonehell durch eine semi-untote römische Legion ersetzt...

(Fleißig recherchiert und ausführlich mit Vash the Stampede korrespondiert habe ich trotzdem, weil mich/uns das Thema auch fesselt! Auf Anregung eines ungarischen Fans des Projekts widme ich mich gerade der Vita Waltharii.)

Das Spiel gibt's hier bei DriveThruRPG samt großer Vorschau für alle Interessierten. Die deutsche Originalfassung enthält allerlei Extras (Einführungsabenteuer, Zusatzbändchen mit Ungeheuern und optionalen Regeln und mehr), die anderen Fassungen (noch) nicht.
« Letzte Änderung: 31.10.2024 | 14:35 von Johann »
Im Reich der Nibelungen ist eine Spielwelt mit eigenwilligen magischen Gesetzen für Swords & Wizardry Continual Light. Mehr dazu bei Blogger und DriveThruRPG (dank Fans auch auf Französisch und Englisch).

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #9 am: 31.10.2024 | 14:32 »
Geiler Ansatz, deine Gesetze würde ich schamlos klauen.
Ich hab, als ich damals Rune Quest II entdeckt hatte, auch gleich den Impuls, damit die ganzen Völkerwanderungszeitsagen nachspielen zu wollen, den Dietrich-von-Bern-Komplex & Co - und das oben erwähnte Nibelungen-Spielbuch von Bastei/Lübbe hatte ich auch, das hatte auch schönes Flair.

Ich mochte übrigens auch die Nibelungenverfilmung aus den 50ern, die ist zwar nicht ganz so visionär wie die von Fritz Lang, aber mal ehrlich, die Hunnendarstellung in der 50er-Fassung war um einiges weniger rassistisch und viel fairer als die bei Lang. Außerdem war die in Technicolor, und Terence Hill hat mitgespielt.

Im Studium hatte ich dann eh einen Schwerpunkt auf Spätantike/Frühmittelalter (Geschichte) und Merowingerzeit (Archäologie), daher wäre das für mich eh DIE historische Epoche für Schwertschwingfantastik.  :headbang:

Die Anachronismen (12. Jh.-Tech im 5. Jh.) sind bei sowas übrigens kein hinzunehmendes Übel, das ist PFLICHT, verdammt nochmal!   ;D

Und Gottseidank, kein Plattenpanzer oder Zweihandschwert weit und breit, nur Kette, Langschilde, Breitschwerter.

« Letzte Änderung: 31.10.2024 | 14:34 von KWÜTEG GRÄÜWÖLF »
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Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #10 am: 31.10.2024 | 14:33 »
auch gibt es unscheinbare Artefakte, wie den Dietrich-Hühnerknochen, welcher eine verwunschene Tür aufschließt, aber erstmal nur als Hühnerknochen daherkommt (und für den sich ganz profan der Gruppenhund auch interssieren könnte  ;D )

Mannomann, da werkle ich über zweieinhalb Jahre (und habe mich auch schon im Studium mit dem Stoff befasst) und habe noch nie von diesem Hühnerknochen gehört! Der Thread hat sich jetzt schon mehrfach gelohnt!
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Offline tartex

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #11 am: 31.10.2024 | 14:35 »

Das Spiel gibt's hier bei DriveThruRPG. Die deutsche Originalfassung enthält allerlei Extras (Einführungsabenteuer, Zusatzbändchen mit Ungeheuern und optionalen Regeln und mehr), die anderen Fassungen (noch) nicht.

Verstehe ich richtig, dass diese Aussage impliziert, dass die deutsche Fassung die auch englische enthält?

Zitat
Die französische Fassung ist nicht länger Teil des Datenpakets der deutschen Fassung.

Ich spiele hauptsächlich auf englisch, deshalb würde das für mich mehr Sinn machen, aber will kein Zusatzmaterial verpassen.
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Offline Raven Nash

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #12 am: 31.10.2024 | 14:46 »
Demnach der erste Teil des Nibelungenlieds eh nur ein Remake der Völsungasaga ist, würde ich da verfluchte Schätze (und insbesondere Ringe) einbauen, die ihre Hüter in Drachen verwandeln, diverse magische Gegenstände wie Gürtel der Riesenstärke und Tarnkappe. Außerdem können die Waffen der SCs legendäre Eigeschaften entwickeln, einfach weil sie von Helden geführt werden.

Das Beowulf-RPG (auf 5e-Basis) bietet da auch einige interessante Ansätze.
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Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #13 am: 31.10.2024 | 15:12 »
Was ich noch reinbringen würde sind mystische Schmiede und Herren über gewaltige Schätze die ihr Wissen und ihre Artefakte hüten und dabei auch schonmal zu Flüchen und unheilvollen Prophezeiungen greifen.

Da stimme ich dir zu -- mystische Schmiede, gewaltige Schätze, Flüche und Schwüre passen in der Tat sehr gut zur Materie!

In meinem Einstiegsabenteuer Sterben muss Gunther wird König Gunther von einer Riesin entführt, die auch prompt sein Verderben als Schwur verkündet (eine kurze Passage, die denn ausnahmsweise mal als Read-Aloud vorgesehen ist):

„Solche Schmähungen lasse ich mir nicht gefallen, König Gunther! Ihr kommt in meine Grotte. Dort werde ich binnen sieben Tagen euer Gemächt verschlingen! Dann werde ich euren Leib meinen Hunden zum Fraß vorwerfen!“

Das wird er nicht überleben, aber wenn es dazu kommt, dann passiert es off-screen & das Modul enthält auch eine weniger gruselige Variante.

Ich habe das Abenteuer bisher sieben Mal geleitet - u.a. beim FeenCon, Krähenfee und Cauldron 24 - und nur zwei Mal waren die Recken zu spät und es hatte Gunther schon erwischt.
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Offline Aedin Madasohn

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #14 am: 31.10.2024 | 15:22 »
Mannomann, da werkle ich über zweieinhalb Jahre (und habe mich auch schon im Studium mit dem Stoff befasst) und habe noch nie von diesem Hühnerknochen gehört! Der Thread hat sich jetzt schon mehrfach gelohnt!

der Hühnerknochen-Dietrich stammt auch nicht aus dem Nibelungenlied, sondern ist hier her
(also Dietrich als Türöffner, nicht als Berner)

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_sieben_Raben

Hintergrund: der Hühneroberschenkel und der menschliche Fingerknochen sind sich von Form, Dicke und Länge her ähnlich, daher kommt dieses Motiv immer wieder hoch.
Ebenso die böse Unterstellung, dass die ganzen sankta-hochheiligen Fingerknochen-Reliquien in Wahrheit nur von einer Hühnchenmahlzeit stammen würden (aber wer weiß, vielleicht hat ja der Heilige Sanktahühneris dieses Brathändel ja eigenhändig verköstigt)
in irgendeiner RobinHood??? Verfilmung wurde das auch benutzt, wo der Mönch Tuck einen Hühnerschenkel sauber ablutscht, kritisch anschaut und dann den Heiligen benennt, zu dessen Reliquie das nun werden solle, damit er sich für das Geld neue Brathändel leisten könnte  ;D

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #15 am: 31.10.2024 | 15:48 »
Demnach der erste Teil des Nibelungenlieds eh nur ein Remake der Völsungasaga ist, würde ich da verfluchte Schätze (und insbesondere Ringe) einbauen, die ihre Hüter in Drachen verwandeln, diverse magische Gegenstände wie Gürtel der Riesenstärke und Tarnkappe.

Das Nibelungenlied fügt zwei ältere Sagenkreise zusammen und Wagner geht ja auch zu diesen Quellen zurück -- Fafnir kommt ja wieder bei ihm vor, aber nicht im Nibelungenlied.

Ich mag es aber, wie z.B. der aktuelle Kinofilm - siehe Diskussion im Tanelorn hier - die vorherige Liebesbeziehung von Siegfried und Brünhilde nicht einfach ausblendet (wie das Nibelungenlied), sondern zu einem wichtigen Teil der Handlung macht!

Die Schätze haben in jedem Fall noch richtig Wumms! Siegfrieds Tarnkappe im Nibelungenlied wirkt - im Gegensatz zu vielen Unsichtbarkeitszaubern im Rollenspiel - dauerhaft ... und verleiht Riesenstärke gleich noch dazu!
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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #16 am: 31.10.2024 | 16:15 »
Meinst Du das hier?

Das ist mir völlig neu! Ist das ein "Choose Your Own Adventure"-Buch ("Wenn Du Schiltung im Recht siehst, gehe zu Seite 34." usw.)?

Genau das, und ja, das ist es im wesentlichen. Ein einfaches Spielsystem zum Würfeln kommt meiner Erinnerung nach noch dazu, aber Details habe ich nicht mehr im Kopf.

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #17 am: 31.10.2024 | 17:10 »
Geiler Ansatz, deine Gesetze würde ich schamlos klauen.

Bitteschön! ;D Das ist auch gar kein Problem, denn meine sieben Gesetze sind weitgehend nicht an das Regelsystem gebunden -- und wenn, dann nur sehr leicht. Ein Beispiel:

Das 2. Gesetz lautet "Allein oder zu siebt", d.h. Abenteurer sollten im Reich der Nibelungen exakt zu siebt unterwegs sein, um nicht vom Pech verfolgt zu werden.

(Meine Spieler*innen füllen ihre Gruppe i.d.R. fix durch Waffenknechte und Hunde auf und los geht's.)

Und wenn man sich nicht daran hält (oder halten kann), dann gibt's einen fetten Malus auf Reaktionswürfe (nur mit 1W6 statt 2W6 auf der üblichen D&D-Tabelle, also bestenfalls eine neutrale Reaktion, aber meist schlimmer).

Das ließe sich aber selbst für DSA umsetzen, z.B. - aus der Hüfte geschossen - mit einer 50% Chance, dass eine Begegnung im Feenreich aggressiv ist statt was auch immer sonst vorgesehen war (wenn man nicht zu siebt unterwegs ist).

(Am Rande: Frischvermählte, Zwillinge usw. zählen für dieses Gesetz als ein einziges Wesen und können - ebenso wie der einsame Jäger oder verirrte Holzfäller - ohne Nachteile durch die tiefen Wälder und Höhlen Burgunds streifen. Gefährlich ist das freilich immer noch...)

Zitat
Ich mochte übrigens auch die Nibelungenverfilmung aus den 50ern, die ist zwar nicht ganz so visionär wie die von Fritz Lang, aber mal ehrlich, die Hunnendarstellung in der 50er-Fassung war um einiges weniger rassistisch und viel fairer als die bei Lang. Außerdem war die in Technicolor, und Terence Hill hat mitgespielt.

Fritz Langs Interpretation hat mich mit vielen Bildern begeistert, aber der Rassismus ist unverkennbar (und angesichts der nahenden Naziherrschaft besonders bedrückend).  Von einer Terence-Hill-Verfilmung wusste ich nichts. Mal sehen...

Zitat
Im Studium hatte ich dann eh einen Schwerpunkt auf Spätantike/Frühmittelalter (Geschichte) und Merowingerzeit (Archäologie), daher wäre das für mich eh DIE historische Epoche für Schwertschwingfantastik.  :headbang: [...]

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Genau. Auch keine Armbrüste, Pikeniere oder absolutistischen Fürsten -- Ritter und ihre Burgen geben hier noch den Ton an!
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Offline ghoul

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #18 am: 31.10.2024 | 17:31 »
Ich finde deine Nibelungen, besonders die magischen Gesetze, sehr gelungen! Bei Gelegenheit schreibe ich noch eine ausführliche Rezension.
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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #19 am: 31.10.2024 | 17:39 »
Nebenbei fällt mir gerade noch eine mittlerweile selbst schon regelrecht "klassische" Inspirationsquelle ein, deren Protagonist auch in etwa in dieser Zeit aktiv ist: ein gewisser Comic von Hal Foster. :)

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #20 am: 31.10.2024 | 23:04 »
Ich finde deine Nibelungen, besonders die magischen Gesetze, sehr gelungen! Bei Gelegenheit schreibe ich noch eine ausführliche Rezension.

Danke für diese tolle Rückmeldung! Eine Rezension würde mich natürlich riesig freuen, insbesondere da Du Im Reich der Nibelungen ja beim Cauldron 24 schon gespielt hast!

Es tut mir übrigens leid, dass ich dir nach dem Tod deiner Walküre nicht rechtzeitig einen Ersatzcharakter angeboten habe -- ich hatte einen Stapel dabei, da es bei mir öfters Tote gibt, aber normalerweise warte ich, bis der jeweilige Kampf vorbei ist (sonst haben die Spieler*innen unendlich 'Nachschub'...).

Aber gerade dieser Kampf war sehr chaotisch -- einer springt in den See, der nächste rennt an der Riesin vorbei, der dritte seilt sich ab usw. - und hat deswegen eine Weile gedauert. Im Rückblick hätte ich nach ein paar Kampfrunden sagen sollen: Sei's drum, hier ist ein neuer Charakter (nur 1. statt 2. Stufe), der gerade durch einen temporären Dimensionsriss gestolpert ist und jetzt hier ist! Initiative! :)
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Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #21 am: 31.10.2024 | 23:44 »
Das Beowulf-RPG (auf 5e-Basis) bietet da auch einige interessante Ansätze.

Ich habe mir gerade mal die Produktseite angeguckt - die metallenen Inspiration-Tokens sehen schon mal verdammt gut aus...

Welche Ansätze des Beowulf-Rollenspiels erscheinen dir denn besonders interessant für die Materie?
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Offline ghoul

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #22 am: 1.11.2024 | 01:00 »
Ich musste ja an dem Abend noch meine Seeschlacht aufbauen, weil ich am nächsten Morgen Frühstücksdienst hatte. Deswegen habe ich auch nicht nach einer netten Personnage gefragt. So hat der Tod meiner Walküre wenigstens meinen Zeitplan gerettet.  ;D
« Letzte Änderung: 1.11.2024 | 01:21 von ghoul »
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Offline Raven Nash

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #23 am: 1.11.2024 | 07:31 »
Ich habe mir gerade mal die Produktseite angeguckt - die metallenen Inspiration-Tokens sehen schon mal verdammt gut aus...

Welche Ansätze des Beowulf-Rollenspiels erscheinen dir denn besonders interessant für die Materie?
Zum einen ist es als 1:1 zwischen SL und Spieler ausgelegt - der Spieler spielt also den Helden der Saga. Der Rest seiner Truppe sind NSCs - die ganz spezifische Rollen haben. Damit könnte man deine 7 entsprechend auffüllen (ich würde z.B. keine 7 Spieler am Tischen sitzen haben wollen, und ich glaube, viele kriegen das auch nicht zusammen).
Dann wird unterschieden zwischen Monster und MONSTER (im Englischen wird letzeres groß geschrieben). Ein Grendel ist z.B. ein MONSTER, und damit deutlich gefährlicher als irgendeine eher unwichtige Gestalt. Diese Monster können faktisch von NPCs nie besiegt werden, da braucht es eben einen Helden dazu. Viele haben auch ganz bestimmte Tötungsbedingungen.

Wichtig ist auch die Saga an sich. Man kann als Held durch die Lande ziehen, aber wenn niemand die Saga erzählt, weiß es niemand. D.h. der Ruf des Helden ist enorm wichtig.
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Offline sockenschuss

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #24 am: 1.11.2024 | 09:01 »
Genau das, und ja, das ist es im wesentlichen. Ein einfaches Spielsystem zum Würfeln kommt meiner Erinnerung nach noch dazu, aber Details habe ich nicht mehr im Kopf.

Der (von mir sehr wertgeschätzte) Over the Hills Podcast hat zu diesem Nibelungen Spielbuch in deren
By the Book Reihe 4 Folgen gemacht. Sehr schön wie ich finde, aber auch insgesamt recht lang.
ein freundliches Wort kostet nichts

Der Bauch ist ein schöner Ort. Weit weg vom Kopf.

Roland ist ein netter, wahnsinnig schnell mit dem ausliefern und sehr schuhverlässig.

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #25 am: 1.11.2024 | 17:43 »
Zum einen ist es als 1:1 zwischen SL und Spieler ausgelegt - der Spieler spielt also den Helden der Saga. Der Rest seiner Truppe sind NSCs - die ganz spezifische Rollen haben. Damit könnte man deine 7 entsprechend auffüllen (ich würde z.B. keine 7 Spieler am Tischen sitzen haben wollen, und ich glaube, viele kriegen das auch nicht zusammen).
Dann wird unterschieden zwischen Monster und MONSTER (im Englischen wird letzeres groß geschrieben). Ein Grendel ist z.B. ein MONSTER, und damit deutlich gefährlicher als irgendeine eher unwichtige Gestalt. Diese Monster können faktisch von NPCs nie besiegt werden, da braucht es eben einen Helden dazu. Viele haben auch ganz bestimmte Tötungsbedingungen.

Das gefällt mir -- Beowulf scheint regeltechnisch klar zwischen gewöhnlichen Menschen und 'Helden' zu unterscheiden, was für den Stoff wahrlich passend ist!

Bei älteren Fassungen von D&D ist das ähnlich, wobei die Stufe einen allmählichen Übergang markiert. Da gibt's keine Stadtwachen, die alle Stufe 3 sind oder so -- gewöhnliche Leute (Bauern, Räuber, Soldaten usw.) haben weder eine Klasse noch eine Stufe (sondern nur einen einzigen Trefferwürfel). Anführer wie ein Räuberhauptmann und Spielercharaktere haben natürlich Klassen und Stufen. In der Originalausgabe von 1974 ist man mit der 4. Stufe ein 'Held' und mit der 8. Stufe ein 'Superheld'. 

Bei meinem Nibelungenspiel ist Stufe wie folgt definiert:

Stufe ist das "Maß für das erzählerische Gewicht eines Charakters im Sinne mittelalterlicher Heldenepik und damit die regeltechnische Bevorzugung in diesem Spiel; z.B. sind Ritter qua Status mindestens Stufe 2, Fürsten mindestens Stufe 4"

[Keine Sorge: Nur das Glossar (1 Seite) klingt wie ein Lexikon. Der Rest des Büchleins liest sich besser!]

Wenn jemand zum Ritter geschlagen wird (z.B. auf dem Schlachtfeld), so ist er danach automatisch 2. Stufe...

Ab der 4. Stufe ist man ein "namhafter" Held, d.h. stets eine Erwähnung wert (z.B. wenn zwei Seiten eines militärischen Konflikts aufgelistet werden: 400 Sachsen, 10 Ritter, der Ritter Wolfhart usw.).
« Letzte Änderung: 1.11.2024 | 18:50 von Johann »
Im Reich der Nibelungen ist eine Spielwelt mit eigenwilligen magischen Gesetzen für Swords & Wizardry Continual Light. Mehr dazu bei Blogger und DriveThruRPG (dank Fans auch auf Französisch und Englisch).

Offline Gunthar

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #26 am: 1.11.2024 | 18:36 »
Genau das, und ja, das ist es im wesentlichen. Ein einfaches Spielsystem zum Würfeln kommt meiner Erinnerung nach noch dazu, aber Details habe ich nicht mehr im Kopf.
Brauchst du genauere Infos? Ich hab das Buch hier im Regal.
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Offline ghoul

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #27 am: 1.11.2024 | 18:45 »
Ich hatte das in meinem Tarnowo 1277 ähnlich gehandhabt. Ein Ritter war Stufe 2 oder 3, ein Bischof oder Patriarch mind. Stufe 8.
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Offline nobody@home

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #28 am: 1.11.2024 | 18:50 »
Brauchst du genauere Infos? Ich hab das Buch hier im Regal.

Ich persönlich nicht unbedingt, und Johann hat wohl auch schon seine eigenen Regeln. Aber schaden kann's andererseits auch nicht. :)

Offline Vash the stampede

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #29 am: 3.11.2024 | 11:06 »
Nebenbei fällt mir gerade noch eine mittlerweile selbst schon regelrecht "klassische" Inspirationsquelle ein, deren Protagonist auch in etwa in dieser Zeit aktiv ist: ein gewisser Comic von Hal Foster. :)

Prinz Eisenherz war mein Einstieg ins Thema. Nach der Lektüre der ersten beiden Bände im letzten Jahr aus dem Bocola Verlag, kam bei mir die Frage auf, wer eigentlich dieser Artus/Athur ist. Mit dem Buch von Arnulf Krause zu König Artus stiess ich auf die Âventiure und damit war die Welt zu Sigrud, Nibelungen, Dietrich von Bern, Walther & Hildegund, Beowulf, Gudrun und Roland geöffnet.

Diese Welt ist in meinen Augen auch durch die Erzählungen meist dicht ineinander verwoben und so möchte sie auch bespielen (so gut es mit Job usw. geht, bereite ich das gerade vor).

Eigene Welten sind da eher Beowulf, Roland, Gudrun und König Arthur, die jedoch als Inspirationsquelle dienen können.



Die für mich faszinierte geschlossene Welt hat dagegen ein fast geschlossenes Bild. Angefangen bei Wieland, dem Schmied, der als Vater von Witege/Wittich, direkt zu Dietrich von Bern führt.

Dieser hat mit Wolfdietrich wiederum einen Drachentöter als Vorfahr, der neben Sigurd den Pfad zu Siegfried von Xanten ebnet. Aber mit Dietrich von Bern ist ebenfalls ein Drachentöter unterwegs, den es jedoch später zu Etzel verschlägt, wo er auf die Burgenden trifft und diese Stränge zusammenführt.

..., weil mich/uns das Thema auch fesselt! Auf Anregung eines ungarischen Fans des Projekts widme ich mich gerade der Vita Waltharii.)

Bei den Burgenden wartet Hagen, der schon mit Gunther zusammen auf Walther und Hildegund trifft, die ebenfalls einen Verweis auf Etzel/Attila geben.

In Worms schmilzt die Welt von Sigurd/Siegfried mit denen der Burgenden zusammen. Gemeinsam führt ihr Weg in die Etzels Burg und damit zu Dietrich von Bern, welcher nach dem Abschluss dort, später wieder zurück in der Heimat sein eigenes Ende findet.

Diese so gezeigte Welt hat meine Aufmerksamkeit und Begeisterung. Eine Sache, die mich bei vielen Geschichten entzücken lässt, ist, dass meist Phantastisch beginnen und zum Ende hin immer menschlicher, politischer werden und einzig im letzten Teil, nochmal das Übernatürliche zurückholen.

Von allen Figuren liegt mir vor allem Dietrich von Bern am Herzen und dies nicht nur, weil ich der Schweiz lebe... mit der das gotische Verona (Bern) ja gar nichts zu tun hat! :P
Sondern weil ich finde, dass diese Figur besonders tragisch ist. Er versucht immer wieder gutes und richtiges zu tun und scheitert dabei. Ähnlich verhält es sich bei Rüdiger von Bechelaren im Nibelungenlied. Und auch Hagen von Tronje ist eine besondere Figur, sofern er nicht schurkisch verzerrt wird.

Dieser Zweig der germanischen Âventiure ist für mich daher eine tolle bespielbare Spielwelt.



Daneben ist die britische Âventiure mit König Arthur natürlich riesig, vor allem weil es dort verschiedene Ebenen geben kann mit keltisch, realistisch (Spätantike) oder mittelalterlich. Hierzu kann ich das Spiel von Osprey Publishing Romance of the Perilous Land nennen, zu dem ich auf dem letzten Tanelorn-Treffen eine Runde leitete (Link zum Szenario).

Und neben Pendragon oder Mythras Mythic gibt es ja eine ganze Reihe von Spielen, die dies abdecken.



Dann gibt es noch die französische Âventiure die noch mit dem Rolandslied aufwarten kann. Das ich zwar interessant finde, weil dort Paladine und Olifant (das Horn von Roland) vorkommen, aber mir sogar schon zu christlich geprägt sind. Wenn auch dort der Weg vom Phantastische (Riesen) zum Realen (Kampf gegen die Mauren) genommen wird.



Beowulf als ein Urvater der tolkienischen Fantasy ("Herr der Ringe" sic!) ist eine schöne Quelle und besitzt in meinen Augen mit Michael Crichtons Schwarze Nebel/Eaters of the Dead/Der 13. Krieger eine tolle Interpretation.



Mit Ilja Muromez gibt es noch einen slawischen/russischen/ukrainischen Vertreter der Âventiure, den ich mir jedoch erst noch erschliessen muss.



Bleibt noch meine neuste Entdeckung mit Irati, das eine baskische Âventiure darstellt. Hier ändert sich vor allem die Sicht auf Karl den Grossen, der bei Roland noch als Lichtgestalt daher kommt und hier in Frage gestellt wird.



Fazit: Für mich ist es weit mehr als die Nibelungen. Ich schätze die Bezüge der Spätantike, Frühmittelalters und der Völkerwanderungen. Dabei darf es, wie KWÜTEG GRÄÜWÖLF sagt, Anachronismen sowie für mich Verzerrungen und Interpretationen geben. Anreicherungen aus Götter-, Helden- und Rittersagen sowie Mythen und Märchen sind willkommen. Alles in einen Topf und dann mit einem schönen Âventiure-Abenteuer-Ansatz versehen und schon hat man ein Triple-A Spiel. :D
Machen
-> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - SRAP (mit Diary) - Mothership 0e (dt) - Romanze der  Gefährlichen Lande
-> Diaries 212 (nWoD) - Cypher Suns (Fadings Suns/Cypher) - Anderland (Liminal) - Feierabendhonks (DnD 5e) - DSA mit Shadowdark

Ich sitze im Bus der Behinderten und Begabten und ich sitze gern darin.

Offline Johann

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Re: [Nibelungen] Eine Spielwelt für Siegfried & Co?
« Antwort #30 am: 3.11.2024 | 14:00 »

Die für mich faszinierte geschlossene Welt hat dagegen ein fast geschlossenes Bild. Angefangen bei Wieland, dem Schmied, der als Vater von Witege/Wittich, direkt zu Dietrich von Bern führt.

Dieser hat mit Wolfdietrich wiederum einen Drachentöter als Vorfahr, der neben Sigurd den Pfad zu Siegfried von Xanten ebnet. Aber mit Dietrich von Bern ist ebenfalls ein Drachentöter unterwegs, den es jedoch später zu Etzel verschlägt, wo er auf die Burgenden trifft und diese Stränge zusammenführt.

Bei den Burgenden wartet Hagen, der schon mit Gunther zusammen auf Walther und Hildegund trifft, die ebenfalls einen Verweis auf Etzel/Attila geben.

In Worms schmilzt die Welt von Sigurd/Siegfried mit denen der Burgenden zusammen. Gemeinsam führt ihr Weg in die Etzels Burg und damit zu Dietrich von Bern, welcher nach dem Abschluss dort, später wieder zurück in der Heimat sein eigenes Ende findet.

Wow! Das - und auch der Rest deines Beitrages - stellt die Verwebungen der Stoffe wunderbar dar -- sogar inklusive Links! Durch dich bin ich ja auf vieles erst aufmerksam geworden (z.B. Walther und Hildegund).

*-*-*

Ich habe mich im Studium intensiv mit dem Rolandslied des Pfaffen Konrad und Willehalm von Wolfram von Eschenbach befasst. Beides fällt unter mittelalterliche Kreuzzugsepik, aber die Werke könnten unterschiedlicher kaum sein: Das Rolandslied feiert den Tod der heidnischen Ritter, die auch prompt zur Hölle fahren ("Da rieb sich der Teufel die Hände"), während Wolfram einen Toleranzgedanken entwickelt und z.B. heidnische und christliche Ritter gezielt parallel darstellt - gleichermaßen edel & tapfer, gleichermaßen zum Märtyrertod fähig (bei dem der Leichnam einen Wohlgeruch verströmt -- ein Geruchswunder) usw. Das führt angesichts der militärischen Konfrontation zwangsläufig zur Tragödie...

Der Willehalm wird auf 1217 datiert, die Niederschrift des (bis dato wohl mündlich überlieferten) Nibelungenstoffes als Nibelungenlied auf den Beginn des 13. Jahrhunderts -- aber thematisch liegen sie weit auseinander. Ich habe mich auf den fantastischeren und heroischeren Stoff gestürzt, nicht zuletzt, da ich mit Im Reich der Nibelungen auf Dungeoncrawling abziele. Daher denn auch der Fokus auf die Anzahl der Recken, die mitgeführte Ausrüstung, die feindselige bis hilfsbereite Reaktion von mythischen Wesen und vieles anderes mehr.

(Ich kann es verstehen, wenn man Dungeoncrawling mit den Nibelungen als Verflachung empfindet und widme mich der Problematik im Zusatzbändchen Rheingold in einer von drei kleinen Stellungnahmen. Rheingold ist Teil des Datenpakets der deutschen Fassung und enthält auch Ungeheuer, optionale Regeln uvm.)

Die Artus-Legende & eine Pendragon-Kampagne sind auf meiner Bucket List, aber das muss wahrscheinlich bis zur Rente warten...  :)
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