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Wie lawful stupid werden Paladine von euch ausgelegt?

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nobody@home:
"Lawful stupid" war schon immer ein doofes Klischee. Ein richtiger Paladin weiß, was wann zu tun ist, und gibt sich mit solchem Kleinlichkeitsfirlefanz entsprechend gar nicht erst ab. ;)

Natürlich paßt der dann, wie ernsthaft "gute" Charaktere generell, andererseits auch nicht in eine stereotype Mörderhobogruppe -- und ich denke, da kommt an vielen Tischen dann der Hauptzündfunke her. Wenn ich wirklich eine halbwegs heldenhafte Figur spielen will, dann braucht die Mit-SC, die mit ihr auch in dieser Hinsicht einigermaßen harmonieren, sonst bin ich mit dem Konzept schlicht fehl am Platz.

schneeland:

--- Zitat von: Namo am 20.01.2025 | 14:06 ---Ich habe es jetzt mal noch etwas hoffentlich klarer ausformuliert. Immer gefährlich wenn einem selbst der Pfaden präsent ist bzw. man weiß was man meint. :) War mir nicht klar wie missverständlich das sein kann. Sorry.

--- Ende Zitat ---

Kein Problem! Dann bleibe ich im Konsens - zumindest ein bisschen "Holzköpfigkeit" gehört für mich zu so 'nem Paladin schon mit dazu  ;D

Runenstahl:
Aus Sicht eines D&D Spielers / SLs: bei uns darf jeder seinen Paladin (oder Warlock oder Priester) so spielen wie er möchte. In grauer Vorzeit war es mal so das Paladine stärkere Charaktere waren und sie deshalb einen Codex bekamen der sie ein wenig einschränken sollte. Heute sind die Paladine nicht mehr stärker. Deshalb kann man sich den Paladintypen raussuchen der ohnehin zum eigenen Spielstil paßt. Vom Eroberer (Conquest) über den Racheengel (Vengeance) bis hin zum klassischen Gutmenschen (Devotion) ist da für jeden was dabei.

Ob und wie sehr man dann am jeweiligen Codex klebt hängt natürlich von der Gruppe ab. Als SL würde ich bei Spielern die ihren Paladin absolut gegen ihren Codex spielen schonmal das Gespräch suchen ob das nun Absicht oder Unwissenheit ist. Derartiges kann ja auch Stoff für gutes Rollenspiel geben. Grundsätzlich würde ich aber keinem Charakter deswegen seine Kräfte entziehen... es könnte aber passieren das er letztlich einem anderen Paladin-Pfad (mit leicht anderen Fähigkeiten) folgt.

Das geht Hand in Hand mit den Gesinnungen bei D&D. Die sind mMn nach (schon seit längerem) nie als Korsett sondern eher als Rollenspielhilfe gedacht gewesen (ähnlich wie Wesen & Verhalten bei der WoD z.B.). Ob ein rechtschaffen Guter Charakter sein Wort bricht wenn er dadurch Leben retten kann hängt vom individuellen Charakter ab ist aber grundsätzlich möglich. Der Unterschied zum chaotisch Guten Charakter ist das letzterer ohne drüber nachzudenken weitermacht während dem rechtschaffenen Charakter diese Entscheidung nicht ganz so leicht fällt. Anders herum kann es auch im Leben des chaotischen Charakters Schwüre geben die ihm trotz seiner Gesinnung heilig sind. Der beißt sich mMn nicht. Die Gesinnung soll nur aussagen wie sich der Charakter grundsätzlich verhält. Im Spiel (wie im Leben) wird es immer wieder Situationen geben in denen der Charakter sich außergewöhnlich verhalten wird und das ist gut so denn so wird der Charakter mit Leben gefüllt. Ansonsten kann man sich das Rollenspiel auch sparen und der SL legt in jeder Situation anhand der Gesinnung fest wie der Charakter sich verhält. Das will aber (hoffentlich) keiner.

Femenmeister:
Achtung, persönlich-subjektive Meinung!!

Ein Paladin, der stupide sein Leben wegwirft, nur weil auf seinem Sheet „rechtschaffend gut“ steht, ist ein Beispiel dafür, wie man es meiner Meinung nach eben nicht machen sollte. Solche Situationen entstehen, wenn Spieler die Angebote aus dem Regelwerk ungefiltert umsetzen, damit sie sich keine Gedanken über die eigene Figur machen müssen.

Die Charaktere haben im Laufe ihres Lebens eine grob zu bezeichnende moralische Festlegung erlangt, die eine Summe aus bereits Erlebten, ihrer persönlichen Anlagen und bisherigen Lebensentscheidungen darstellen – also im Prinzip alles, was sie zu echten Persönlichkeiten macht. Diese Erfahrungen wurden vorher gesammelt und führten erst dann zu ihrer regeltechnischen Moralkategorie. Nicht umgekehrt. Kein Wesen wurde bei seiner Geburt mit einem Etikett versehen, nachdem er sich für den Rest seines Lebens richtet. Alles andere führt zu holzschnittartigen Figuren, die kein wirkliches Eigenleben haben.

Deswegen halte ich Option Nr. 1 auch nicht für realistisch. Selbst der fanatischste Gotteskrieger wird nicht einfach über jedes Stöckchen springen, das man ihm vorhält. Wieso sollte er auch? Wahrscheinlich hat er jahrelang seine Fähigkeiten trainiert, sich im Glauben schulen lassen und vielleicht als Kind schon davon geträumt, als rechtschaffener Recke einen wahren Unterschied in dieser Welt zu machen. Er hat ein Ziel und sein heiliger Auftrag lässt ihn sich zu Höherem berufen fühlen. Es ist unwahrscheinlich, dass er in einer vergleichbaren Situation denkt: „Eigentlich wollte ich nach besten Kräften und Urteilskraft meiner Lebensaufgabe nachgehen, aber doof, jetzt muss ich mich leider stattdessen sinnlos opfern.“

Natürlich kann es solche Paladine geben, die sich anders entscheiden würden. Aber dann sollte seine Entscheidung eine folgerichtige Konsequenz seiner übrigen Charaktereigenschaften sein. Vielleicht fürchtet er, mit den Schuldgefühlen nicht klarzukommen, die ein Nichthandeln zur Folge hätte. Oder der Fanatismus ist tatsächlich eine Eigenschaft von ihm, die ihn bereits in der Vergangenheit unbedacht hat handeln lassen und auch in Zukunft dazu verleiten wird – interessante rollenspielerische Momente mit dem Rest der Gruppe inklusive. Dann wäre es dem Innenleben der Figur geschuldet und nicht dem schnöden Satz einer regeltechnischen Moralkategorie.

Und abgesehen davon, darf natürlich jeder so spielen, wie er möchte.  ;)

caranfang:
Im Prinzip hat Runenstahl schon recht. Aber es gibt Fälle, die problematisch sind. Würde sich ein rechtschaffen guter Paladin an einem durchgeplanten Betrug an einer chaotisch bösen Person beteiligen? Oder ihn sogar mit planen? (Dies ist nämlich in einer AD&D-Runde passiert, und ich warder einzige, der damit Probleme hatte. Leider warich da nicht DM.)

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