Autor Thema: Dinge, die man seinen Spielern als SL nicht zumuten sollte:  (Gelesen 386 mal)

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Offline Streunendes Monster

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HIER schreibt der weise Weltengeist, dass viele Spieler Einmischung in ihre Autonomie ablehnen.

Ich möchte das Thema aus einer größeren Perspektive mit Euch diskutieren.
Und bitte bleibt sensibel, sachlich und konstruktiv  :d
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Wo setzt Ihr als Spielleitende klare Grenzen?
Wo ist Schluss bei Euren Spielenden?
Welche Themen werden nicht behandelt?
Was sind für Euch Red-Flags?

Dabei soll es nicht bloß um die schlimmstmöglichen Dinge gehen!

Wie steht Ihr zu Kontrollverlusten der Spieler über deren SCs? Ob Gefangenschaft, Kontrollzauber oder gar "NSC schlägt SC im Fertigkeitenduell, zB via Diplomatie/Verhandeln". Die Möglichkeiten, nicht jederzeit die Kontrolle über seinen SC zu haben sind mannigfaltig.

Wie steht Ihr zu sensiblen Inhalten? Das kann bei expliziter Gewalt (körperlich wie seelisch) beginnen und endet bei der Beschreibung Selbiger. Geht über sexuelle Inhalte oder andere triggerwarnwürdige Themen.

Was haltet Ihr vom Verlust von: geliebten NSCs, wichtigen magischen Gegenständen, ggfs sogar hohen Attributswerten?


Tools dafür wären X-cards, Verabredung für verbale Stopps, Gruppenverträge oder Session-0s zur Klärung des gemeinsamen Spiels.
All we have to decide is what to do with the time that is given us.

Offline unicum

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Tatsächlich sind meine Red Flags gar nicht so sehr rollenspieltechnisch behaftet, sondern eher zwischenmenschlicher natur.
Es gibt Menschen die ich nicht mal in einer Session 0 haben wollen würde.

Ansonsten:
Verlust über die Kontrolle meiner Characterautonomie? Warum nicht? Ein Ausbruchsszenario aus einem Verlies? Ja doch gerne,...
Verlust meines magischen Equipments? Ist nicht so wichtig wie manche es sehen,...
- Aber ja ich glaub ich bin da recht alleine auf weiter flur.

Aber ja es gibt auch am Spieltisch Dinge die ich nicht brauche - explizite Ausformulierungen von Folter etwa. Das was ich noch akzeptiere ist "Ich verhöre den Gefangenen und ich setze dabei auch Gewalt als mittel ein" aber bitte nicht "Ich fang man mit der Zange an und ..."

Als SL kommuniziere ich das dann auch, gegebenenfalls eben auch mit der Sache das es durchaus eine Option ist sich gefangennehmen zu lassen, vieleicht nicht in wirklich jeder Situation aber in einigen. Dazu gehört dann auch das ich meine Aversion gegen ausformulierte Folter eben ansage und es ggf ganz weglasse, dann ist "Verhören" eben einfach nur das was der Komisar im Verhörraum im Abendkrimi machen darf und nicht mehr.

Online Zed

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Einmischung in die Autonomie:

• Weil wir Diplomatie ausspielen, würden meine Gruppe natürlich nicht akzeptieren, wenn ich ihnen vorgebe, dass ihre SCs von meinen NSCs überzeugt werden. Bezaubert werden ist natürlich okay.
• In geringen Maßen darf ich mal formulieren, was die SCs wahrnehmen und bewerten. (Beispiel: "Der vertraute Geruch von erhitztem Metall erinnert Dich an Deine friedliche Zeit in der Zwergenesse.")
• Ich darf tendenziell keine NSCs mitschicken, die bei Planungen von Strategien in der Gruppe mitdiskutieren, das ist Tabu, selbst wenn es rollenspielerisch Sinn ergeben würde. Früher hat meine Gruppe mich als SL sogar selten rausgeschickt, wenn sie eine Strategieplanung machten.  :)

Offline Paßwächter

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Tatsächlich sind meine Red Flags gar nicht so sehr rollenspieltechnisch behaftet, sondern eher zwischenmenschlicher Natur.
Da schließe ich mich an.

Es ist zuallererst eine Sache von Vertrautheit und Vertrauen.
Wenn die Spieler darauf vertrauen können, daß der Spielleiter keine Machtallüren auslebt, sondern Drama aufbaut, und die Vertrautheit in der Runde dafür sorgt, daß keine wunden Punkte berührt werden - dann geht viel. Aber das braucht Zeit im Vorfeld oder viel Glück, gepaart mit der Bereitschaft zu Vorschuß-Vertrauen.

Zuweilen ist da schon ein Lavieren zwischen innerweltlicher Plausibilität und zwischenmenschlicher Vorsicht erforderlich. Da können ausdrücklich formulierte Regeln helfen, indem sie einerseits von Anfang an klarstellen: wenn du dich auf x einläßt, dann kann deinem Charakter y passieren, andererseits aber auch klare Grenzen setzen, über die der andere sich ja wohl nicht einfach hinwegsetzen wird. Wenn der Charakter sich in der Taverne vollaufen läßt, dann bedeutet das, daß der Spielleiter gemäß Regelwerk einen Kater daraus ableiten kann, mit allem, was ein Kater eben normal so mit sich bringt. Aber auch nicht mehr, als ein Kater eben normal so mit sich bringt. Bei Diplomatie-Würfen kann es dazu kommen, daß die Charaktere damit leben müssen, daß sie ein überzeugendes Gegenüber hatten. Andererseits: "I am not convinced." braucht letztlich keine Argumente, sondern kann auch Bauchgefühl sein. Der Diplomatie-Wurf muß nicht das Ende der entsprechenden Episode sein. Und je mehr es ein Ungleichgewicht zwischen den Möglichkeiten des Spielleiters und der Spieler gibt, desto mehr mag der geneigte Spielleiter an dieser Stelle ein Ungleichgewicht zulassen, d.h. die Charaktere können mit erfolgreichen Diplomatiewürfen etwas erreichen, das der Spielleiter seinen NSC nicht zugesteht. Vielleicht sogar etwas, das laut Regelwerk eigentlich gehen müsste, wie Bezauberungen.
Andererseits hätte ich auch - je nach Mitspielern - wenig Probleme, kurz aus der Immersion auszubrechen und zu fragen, was für die Spieler jetzt okay ist, um zu signalisieren, daß ich als Spielleiter mir der "Brisanz" der Lage bewußt bin und nicht einfach etwas durchziehen will. Wenn sich die Runde gut kennt, kann das irgendwann ggfs. sogar über Körpersprache erfolgen, um die Immersion weniger zu unterbrechen.

Online Isegrim

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Kontrollverlusten

Kontrollverlust bedeutet halt, dass ein Spieler für diese Zeit seine eigentlich Hauptaufgabe nicht erfüllen kann, nämlich zu eintscheiden, was sein SC tut, sagt, denkt und fühlt. Ich halt mich solchen Eingriffen daher eher zurück, und mit Sozial-Skills ist da generell nichts zu machen; da probier ich lieber, die SCs/Spieler tatsächlich zu überreden, bestechen etc.

Mal ein Beispiel: Eine sehr spannende Szene meiner SR-Geschichte war, als die Runner nach einem Run in ihrem Hide Out chillen, als plötzlich einer von ihnen anfängt, wie wild auf die anderen zu schießen (Blut bei letztem Run gelassen, Rituelle Hexerei "Aktionen kontrollieren" => Bang! Bang!). Hab ich als Spieler erlebt, und später als SL  in einer anderen Runde reinsziniert. Ist eine geile Sache, mit Überraschung, moralischem Dilemma (knallen wir unseren Chummer jetzt ab?), Action... außer für den Spieler des verzauberten SCs halt; der kann nicht viel mehr machen als würfeln und bangen...

Kann man mE alle Jubeljahre mal machen; aber wenn meinem SC so was regelmäßig passiert würd ich mich fragen, warum ich dann noch kommen soll. Also: Zweischneidiges Schwert.

« Letzte Änderung: Heute um 15:14 von Isegrim »
"Klug hat der Mann gehandelt, der die Menschen lehrte, den Worten auch der Anderen Gehör zu schenken."  Euripides

Online gilborn

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Wo setzt Ihr als Spielleitende klare Grenzen?
Musste ich noch nie machen, aber bei mir wäre eine Grenze, wenn etwas nicht mehr der Story dient. Solange es innerhalb der Story ist, darf es gerne hässlich werden, solange es eben kein Selbstzweck ist.
Ich hatte mal einen Spieler, der Kraft seiner Hintergrundgeschichte eine Homosexuelle Beziehung mit einem NPC hatte. Ich hatte damals das Gefühl, der Spieler wollte seine eigenen Neigungen etwas ausspielen, und da ich der Counterpart war, wurde mir das dann sehr Unangenehm. Da habe ich das zwar stattfinden lassen, aber nur ausgesprochen und nicht ausgespielt.
Aber ich halte mich zurück wenn ich Spielern etwas Aufbürde. Bei mir ist immer der Gradmesser, wieweit Spieler mit Ohnmachtssituationen klar kommen. Das fängt viel viel früher an als Vergewaltigung oder Folter, sondern schon, ob ein Spieler von sich aus Angst darstellt, oder nicht. Von dort weg, taste ich mich vor.
Auf der Gegenseite haben Spieler gegenüber meinen NPCs ziemliche Narrenfreiheit. Da war ich als NPC oft schon in schrecklichen Situationen, die mir auszuspielen jedoch Freude bereiten.

Wo ist Schluss bei Euren Spielenden?
Bei einer war es Vergewaltigung und Folter, beim Rest gab es das eigentlich nie, wobei wir es auch nie so explizit abgesprochen haben wie es mittlerweile wohl Stand ist.

Welche Themen werden nicht behandelt?
Am ehesten sexuelles, da wird gerne abgeblendet. Aber es findet statt, nur eben nicht sonderlich ausgespielt, eher angedeutet.

Was sind für Euch Red-Flags?
Generell gibt es das nicht.

Wie steht Ihr zu Kontrollverlusten der Spieler über deren SCs? Ob Gefangenschaft, Kontrollzauber oder gar "NSC schlägt SC im Fertigkeitenduell, zB via Diplomatie/Verhandeln". Die Möglichkeiten, nicht jederzeit die Kontrolle über seinen SC zu haben sind mannigfaltig.
Am Spieltisch schaue ich, dass das kurz ist. Sind die Charaktere 2 Jahre in einem finsteren Loch gefangen, gibt es einen Schnitt wo die Freiheit wieder einsetzt. Gering dosiert gibt es keine Probleme, vor allem da es nicht gescriptet ist und die Spieler sich im Normalfall selber reinreiten...

Wie steht Ihr zu sensiblen Inhalten? Das kann bei expliziter Gewalt (körperlich wie seelisch) beginnen und endet bei der Beschreibung Selbiger. Geht über sexuelle Inhalte oder andere triggerwarnwürdige Themen.
Siehe oben.

Was haltet Ihr vom Verlust von: geliebten NSCs, wichtigen magischen Gegenständen, ggfs sogar hohen Attributswerten?
  • NPCs sind oft die Stakes, um die es geht. Also ja, Verlust ist drin.
  • Gegenstände gehen verloren, wenn es sich so ergibt. Ich werde da nichts hinbiegen. Hat aber auch noch nie Probleme gegeben.
  • Attributswerte senken mache ich tatsächlich nicht, obwohl ich es manchmal für angebracht fände. Aber das mögen meine Spieler ums verrecken nicht.


Tools dafür wären X-cards, Verabredung für verbale Stopps, Gruppenverträge oder Session-0s zur Klärung des gemeinsamen Spiels.
Nichts davon findet bie uns statt, und es gab noch keine Probleme. Wir sind ein eingespielter Haufen und haben genug Gespür füreinander dass es passt.

Interessant ist, wo einem die Spielrunden manchmal so unvorhergesehen hintreiben. Da hatte ich schon Sachen dabei, wo ich mir hinterher dachte: "Leck, das war jetzt eigentlich ganz schön heftig. Hoffentlich ist das ok für alle." Bis jetzt war es das immer.
« Letzte Änderung: Heute um 16:38 von gilborn »

Offline Raven Nash

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Meine Runde ist ziemlich schmerzbefreit. Handlungen haben Konsequenzen, und die können auch unschön sein.

Wo setzt Ihr als Spielleitende klare Grenzen?

Eigentlich nur, wenn jemand unbedingt eine Regel biegen will, weil ihm/ihr das gerade einen Vorteil verschaffen würde. Ansonsten gilt: Mach - aber verlange nicht, dass ich es beschreibe und sei dir der Konsequenzen bewusst.

Wo ist Schluss bei Euren Spielenden?
Irgendwo ist einfach Ende mit Beschreibung. War aber noch nie Thema.

Welche Themen werden nicht behandelt?

Romantik und Sex. Ja, ist so - interessiert schlicht niemanden. Wir hatten mal eine Szene, wo ein berühmter SC von einem Dorfmädchen "verführt" wurde (bedurfte keiner Anstrengung), aber die gingen hinter das Langhaus, und das war's auch schon.

Was sind für Euch Red-Flags?

Fällt mir eigentlich nichts ein.

Wie steht Ihr zu Kontrollverlusten der Spieler über deren SCs?
Wenn sie sich selbst reinreiten, ist auch das Kontrolle.  ;) Ich seh das tatsächlich so - wer Situationen selbst herbeiführt, muss auch damit leben.

Wie steht Ihr zu sensiblen Inhalten?

Ich hab hier niemanden, der irgendwie getriggert würde. Scheinen alle ein eher langweiliges Leben gehabt zu haben.

Was haltet Ihr vom Verlust von: geliebten NSCs, wichtigen magischen Gegenständen, ggfs sogar hohen Attributswerten?

Ich spiele keine Systeme mit Attributsschaden. Bei Dragonbane gibt es Zauber, bei denen man Willenskraft dauerhaft opfern muss, aber das ist dann ja auch die Entscheidung des Spielers.
Ansonsten kann alles zerstört werden. Wobei das bei magischen Gegenständen meistens nicht so einfach ist.


Tools dafür wären X-cards, Verabredung für verbale Stopps, Gruppenverträge oder Session-0s zur Klärung des gemeinsamen Spiels.
Hab ich noch nie verwendet und wurde auch noch nie gewünscht. Eher im Gegenteil - ich hab's mal angesprochen und die Reaktion war ein verständnisloses Kopfschütteln.
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
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Offline Wee Mad Bob

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Also ich als Spielleiter und Spieler lehne Politik im Spiel komplett ab. Das betrifft aber eher das ins Rampenlicht rücken von bestimmten Strömungen. Egal aus welcher Richtung. Wenn es zum Spiel gehört passt es.

Keine Kinder, Schwachen oder Alten als Getötete. Weder als Leiter noch als Spieler.

Was die Charaktere meiner Spieler betrifft, da lass ich ihnen freie Hand in deren Gestaltung und pfusche nicht mit dem dauerhaftem Verlust von geliebten Items herum. Kurz ok. Aber wenn sie wollen wiederbeschaffbar.

Kontrollverlust ist auch ok. Nur haben sie immer die Möglichkeit es selbst zu spielen.

Wenn NSC nicht geschützt werden, Items nicht gepflegt werden oder anderer Schindluder getrieben wird, kann schon mal ein Attribut runter gehen oder ein Spieler sterben.Kam aber nur bei Warhammer Fantasy 1x vor.....nach ca einem Jahr.

Generell orientiere ich mich an dem Spielstil meiner Jugend. Man spielt mit Freunden. Da nervt man sich nicht gegenseitig. Man will Spaß.


Offline Issi

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Wo setzt Ihr als Spielleitende klare Grenzen?
Erläutert sich hoffentlich noch

Wo ist Schluss bei Euren Spielenden?
Das kann man wahrscheinlich nur individuell beantworten

Welche Themen werden nicht behandelt?
Die erste Frage, auf die ich glaube antworten zu können:
Verherrlichung von Grausamkeiten (bes. gegen Hilflose).
(Kinder und Tiere als Opfer, um Spielern die Betroffenheit einzuprügeln, machen keine Geschichte besser. )

Was sind für Euch Red-Flags?
Da muss ich mich anderen anschließen.
Das Zwischenmenschliche ist das Wichtigste.
Niemand sollte auf Kosten eines anderen Leiden müssen.

Was ich nicht mag, sind :
Abenteuer der SL, in denen die SC und die Spieler letztlich austauschbar sind.
Abenteuer, in denen die Figuren letztlich nichts ausrichten können.
SL, die von ihren Spielern erwarten, dass sie super unterhaltsam und pro- aktiv sind, selber aber nichts dergleichen an den Tag legen.


Wie steht Ihr zu Kontrollverlusten der Spieler über deren SCs? Ob Gefangenschaft, Kontrollzauber oder gar "NSC schlägt SC im Fertigkeitenduell, zB via Diplomatie/Verhandeln". Die Möglichkeiten, nicht jederzeit die Kontrolle über seinen SC zu haben sind mannigfaltig.
Kommt darauf an, wer leitet.
Es gibt Spielleiter denen würde ich meine Figur, bewusstlos, blind und taub in die Hand drücken,
und solche, da würde ich das als doof empfinden.

Wie steht Ihr zu sensiblen Inhalten? Das kann bei expliziter Gewalt (körperlich wie seelisch) beginnen und endet bei der Beschreibung Selbiger. Geht über sexuelle Inhalte oder andere triggerwarnwürdige Themen.
Glaube einiges habe ich schon beantwortet.
Sexuelles handhaben wir mit abblenden, wie bei gilborn.
Ansonsten FSK 12- 16.
Gewalt wie im Vorabendprogramm.
Sprich: Man ist nie zum Tatzeitpunkt dabei. Die Opfer trifft man idR. hinterher (seltene vorher), in einem Zustand, der nervlich verkraftbar ist.

Was haltet Ihr vom Verlust von: geliebten NSCs, wichtigen magischen Gegenständen, ggfs sogar hohen Attributswerten?
Meine NSC als SL haben idR. keine Plotrüstung, und dienen dem Spiel.
Wenn ich als Spieler einen geliebten NSC als Kontakt habe, dann erwarte ich schon, dass die eine gewisse Plotrüstung haben.
Sowas wie_ - "Bringt die Spielleitung extra grausam um, damit betroffener Spieler auch schön verzweifelt und wütend ist, wäre für mich NO-Go)
« Letzte Änderung: Heute um 17:54 von Issi »

Offline Outsider

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Wie steht Ihr zu Kontrollverlusten der Spieler über deren SCs? Ob Gefangenschaft, Kontrollzauber oder gar "NSC schlägt SC im Fertigkeitenduell, zB via Diplomatie/Verhandeln". Die Möglichkeiten, nicht jederzeit die Kontrolle über seinen SC zu haben sind mannigfaltig.

In manchen Situationen müssen die Spieler hin und wieder die Kontrolle abgeben, wie z.Bsp. bei der Gefangenschaft oder wenn sie unter Zaubern, Tränken, Giften usw. stehen. Wichtig ist für mich, es muss fair sein, d.h. die Spieler müssen eine Chance haben etwas dagegen zu unternehmen. Entweder vorher durch bestimmte Handlungen oder in der Situation mit RW, geschicktem Spiel aka Ausbruch usw. Die Kontrolle abzugeben darf nicht heißen es setzt ein Abwärtstrend ein der nicht zu stoppen ist. Sowas wäre z.Bsp. Gefangenschaft, Folter, Hinrichtung ohne das sie Spieler etwas dagegen tun können. Gerailroadeter Kontrollverlust. Sollte es mal zu Situationen kommen die einen Charakter total verändern, in das Konzept eingreifen, ein Build verändern dann würde ich das im Vorwege mit dem betreffenden Spieler absprechen ob das okay wäre sonst halt eine Alternative einbauen.

Wie steht Ihr zu sensiblen Inhalten? Das kann bei expliziter Gewalt (körperlich wie seelisch) beginnen und endet bei der Beschreibung Selbiger. Geht über sexuelle Inhalte oder andere triggerwarnwürdige Themen.

Wenn die Spieler damit kein Problem haben, habe ich damit auch kein Problem. Grenzen müssen eingehalten werden. Was Grenzen sind muss die Gruppe entscheiden, bzw. kann der einzelne für sich festlegen. Passen die Grenzen insgesamt nicht zur Gruppe etc. dann trennt man sich vielleicht lieber. Es muss am Ende noch für alle Spaß machen.

Was haltet Ihr vom Verlust von: geliebten NSCs, wichtigen magischen Gegenständen, ggfs sogar hohen Attributswerten?

Attributswerte siehe oben, kann man machen würde es den Char komplett unspielbar machen würde ich die Finger davon lassen außer der Spieler willigt ein. Bei allem anderen, ohne Risiko kein Spaß oder so :D Hier wieder die Einschränkung es muss Fair bleiben, ein aus Willkür magische Gegenstände zu zerstören welche die SC sich erspielt haben ist in meinen Augen mähhhh. Machen die SC was dummes und Gegenstände gehen Kaputt oder geliebte NSC sterben, das ist dann selbst gewähltes Schicksal.


Also am Ende alles nicht so tragisch in meinen Augen, wenn es passt. Ich als Spieler rechne damit, dass sowas passieren kann. Ich erwarte aber auch vom SL das es nicht willkürlich passiert. 

[Edit]Wenn derlei Dinge zum System gehören wie z.Bsp. bei Alien „Ohh ein Ei…“ und der Bodyhorror setzt ein, dann setze ich voraus, dass die Spieler sowas verkraften! Es ist ja nicht my little ponyburster :D

Obwohl...wenn so ein regenbogenfarbenes Einhorn aus einem rausplatzt  ~;D vielleicht ist ponyburster doch eine Alternative
[/Edit]
« Letzte Änderung: Heute um 18:38 von Outsider »
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Online Femenmeister

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Welche Themen werden nicht behandelt?
Das hängt natürlich stark von der jeweiligen Gruppe ab. Meine Savage Worlds Gruppe besteht ausschließlich aus Spielerinnen. Daher werden von mir Phänomene wie z.B. sexuelle Gewalt niemals ein zentraler Aspekt der Handlung sein – hauptsächlich deswegen, weil ICH mir dann als spielleitender Mann inmitten drei Frauen merkwürdig vorkommen würde.

In einer anderen Gruppe wiederum sitzen fast ausschließlich junge Eltern. Da würde ich niemals ein Abenteuer leiten, was z.B. von getöteten Kindern handelt, da die persönliche Konnotation den Spaß am Abend ggf. überlagern würde.

Wie steht ihr zu Kontrollverlusten der Spieler?

Grundsätzlich versuche ich dafür zu sorgen, dass die Spieler größtmögliche Selbstwirksamkeit erfahren, indem sie sich in den vorgeschlagenen Situationen frei bewegen können. Aber tatsächlich setzte ich Kontrollverlust – selten und wenn, dann nur wohldosiert – als Mittel ein, um bestimmte Effekte zu erzielen: Hat z.B. der Antagonist die Helden zu Beginn in eine Situation gebracht, in welcher sie sich hilflos fühlen, kann dies ein exzellenter Motivator sein, um ihn später unbedingt das Handwerk legen zu wollen.

Ein klassischen Fall von „Mini-Kontrollverlust“ hatten wir erst kürzlich in einer D&D Gruppe: Druide wollte ins Haus einbrechen, Paladin war dagegen. Beide hatten tatsächlich gute Argumente, blieben aber jeweils entsprechend ihrer Rolle bei ihrem Standpunkten. Da die Szene irgendwann zu nichts führte und ich glaubte, die beiden Spieler gut einschätzen zu können, beschloss ich, sie gegeneinander Würfeln zu lassen. Der Spieler, der unterlag, also quasi den Kontrollverlust erlebte, nahm es sportlich und spielte sogar sein Einlenken innerhalb seiner Rolle aus. Glück gehabt ;-)

Wo zieht ihr klare Grenzen?
Ich nehme jetzt mal nicht den schlimmstmöglichen Fall (Hetze, Diskriminierung usw.) an, sondern antworte im Kleinen: Wenn ich merke, dass ein Spieler zu sehr das Geschehen dominiert, greife ich ein und sorge dafür, dass jeder seine Spielmöglichkeiten und seine time to shine erhält. Passiert in einer bestimmten  Gruppe durchaus mal häufiger.


Was haltet ihr von Verlust von...?
Verluste von Vertrauen oder liebgewonnenen Gegenständen sind prinzipiell immer möglich – aber nur, wenn es einen trifftigen Grund dafür gibt, der sich darüber hinaus vom Verhalten des Spielers ableiten lassen muss. Wer bewusst ein Risiko eingeht, muss ggf. auch mit den Konsequenzen zurecht kommen – andernfalls würde die fehlende Folgerichtigkeit den Reiz solcher Entscheidungen ad absurdum führen.

 Allerdings kann ich da nur den Satz von Paßwächter unterschreiben:
 
Zitat
Zuweilen ist da schon ein Lavieren zwischen innerweltlicher Plausibilität und zwischenmenschlicher Vorsicht erforderlich.

Wenn ich wirklich denke, dass es den betreffenden Spieler unermesslich schmerzen würde, einen bestimmten Verlust zu erleiden, kann es sein, dass ich den Verlust abschwäche. Oder zumindest vorher auf die Metaebene wechsele, um ihn die Tragweite klarzumachen („Du weißt schon, dass ein Fehlschlag bedeuten könnte, dass..“)
« Letzte Änderung: Heute um 20:23 von Femenmeister »